gg. 462 ♦ Z7.�ahrgm»g Ausgabe A Nr. 94 Bezugspreis: SierteljüTitLSO,— 3Jtt„monatL10,— 3Jl£. frei ms Haus, voraus zahlbar. Poft- bezug! Monatlich 1».— Mt. exkl. Zu- stellungsgebithr.' UnterKreuzband fitr Deutschland und Oesterreich lS�V MU. für das übrige Ausland bei täglich einmal. Fustellung 21,50 M. Poltde- ftellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho-Slowalei, Däne- marl, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen in die Po�iseitungs-Preisliste. Der.Vorwärts" mit der Sonntags- beilage»Boll u. Zeit" ericheint wachen- täglich zweimal, Sonntags und Mon- tags einmal. Telegramm-Adreste: .Sozloldomotra« Setita**. Morgen Ansgabe Vevliner Volksblstt AnzclgenpreiS: Die achtgelpattene Z!onvarkill>X'ile tostetZ.— M., Teuer, ingszulchiag 50«/» »Sleine Anzeigen", das ie»- gedruckte Wort 1,— M.(zuläijifl zwei iertgedruckte Worte). iedes weitere Wort 60 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 65 Psg.. ,edes weitere Wort«0 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen iiir zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°» spamilien-Anzeigen für Abonnenten Zeile 2,— M. politische und ge- wertschastliche Vereins-Anzeigen Z.— Ml. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer wüsten 6 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW• i, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bi» 5 Uhr abend». Zcntralorgan der rozialdcmohratf feben parte» Deutrcblands Redaktion und Expedition: SW. dL, Lindenstr. Ö. Fernsprecher: Am» Morinplah, Nr. liilSO—»StS?. Freitag, den 17, September 1920 vorwärts-verlag G.m.b. fi-, SW. 68. Lindenstr. 3. Zrerniprecher: Ain» Morikvlan, Rr. 117 sli— 7>1. Der Kampf um Sowjetrußlanö. Llopü George auf üer Schaukel.' In Soivjet-Rußlands Bestehen sieht der englische und französische Imperialismus eine dauernde Bedrohung seiner .Herrschaft über Europa und Asten. Die Duldung und Star- kung des Horthyschen Mörderheeres in Ungarn, die Unter- drückung des ehrlich re>piit»litanisch!hn und demokratischen Deutschösterreich unter seinem jetzigen Parlament, die Unter- stützung des polnischen Krieges, dessen Entstehung als An- «sriffskrieg nicht verwischt werden darf, die Versuche, Deutsch- ionds Neutralität zu durchlöchern— das alles sind Glieder «in der Kette.... llnter diesem Gesichtswinkel hat man die Nachrichten über das Tun und Treiben der Entente gegen ' Rußland zu betrachten. K a m e n e w erklärte dein Stockholmer Berichterstatter der„Frankfurter Zeitung", die.Haltung Lloyd Georges gegen- über Nußland könne als g r» n d s a tz l o s e Politik gekenn- zeichnet werden, die je nach den Erfolgen oder Mißerfolgen der Bolschewiki hin und her schwanke. Lloyd George wolle jetzt vom Frieden mit Rußland und der Anerkennung der Sowjetregierung nichts wissen, möchte aber doch nicht die Möglichkeiten zum Handels austau'ch preisgeben. Tie Kriegslage. Südlich von Lemberg überschritten die Polen den D n j e st r und besetzten die Ortschaften Halicz und Bolszowec, sowie die Höhen östlich davon. Weiter nördlich wurden die Bolschcwisten von dem Swirzfluß auf die Gnila Lipa zurückgedrängt. Im Raum von Wladimir-Wolvnsk, Brest-Litowsk und östlich des Bug weiter günstiger Verlauf der Kämpfe für die Polen. In der Richtung auf Luck wurde Chorftow besetzt und östlich von Kobrpn der Dnjcpr- Dug-Kanal überschritten. Die Polen melden eine große Anzahl von Gefangenen und Kriegsmaterial. An der polnisch-litauischen Front dauern örtliche Kampfhandlungen an. Eine neue britische Note nach Moskau verlangt nach einer Angabe Freilassung der noch in Sowjet-Ruß- land gefangenen Engländer, nach der anderen Aufklärung über ihr Schicksal. Dem„Daily Chronicle"-Mann in Riga�soll Joffe, der russische Chefdelegierte, gesagt haben, daß die Sowjetregierung an der ursprünglichen Forderung einer Verminderung der polnischen Armee als Garantie gegen künftige Angriffe festhalten wolle. Die Nachricht, daß die n e u e r u s s i s ch e O f f e n s i v e schon begonnen habe, findet in den Heeresberichten der letzten Tage noch keine rechts Bestätigung. Sollten die Rigacr Verhandlungen schei- lern— an Aussichten darauf ist kein Mangel—, so wird es an der polnisch- russischen Front alsbald bewegter werden. Der Korrespondent des„Dst-Expreß" hat in T e r i o k i an der sinnisch-russischen Grenze festgestellt, daß größere Unruhen in Sow- jet-Rußland nicht stattgefunden haben. Die dreitägige Unter- brechung in der Petersburger Brotverteilung ist behoben. Unter den Bauern wirft der Unzufriedenheit mit dem langen Krieg der Gedanke entgegen, daß ihre Söhne' in der Armee das erworbene Land gegen die Möglichkeit einer RückkehrderGutSbesitzer verteidigen. In Petersburg sind vier Jnternierungslager für Zwangsarbeit errichtet worden. Die Zahl der Internierten erreicht bereits 6000. Eine Kommissariatsverfügung von Ende August ordnet an, daß die Angehörigen der Soldaten der Roten Armee nur im äußersten Notfalle zur Zwangsarbeit herangezogen werden dürfen. Die Einführung des Arbeitszwanges für die Transport- arbeiter des Binnenschiffsverkehrs hat, wie die Moskauer„Prawda" mitteilt, bisher keinen Erfolg gehabt. Gegenüber einer früher normalen Tagesleistung von KW bis 200 Pub verfrachtet ein qualifizierter russischer Transportarbeiter gegenwärtig 30 bis 60 Pud täglich. Der Terror soll neuerdings noch verschärft worden sein. 1390 Aegvpter, Türken, Perser, Afghanen und Inder sind auf einem bolschewistischen Kongrest in Baku versammelt, dessen Zweck der Aufruf, zum Kampf gegen Englands und Frankreichs Orientherrschaft und gegen die eigenen nichtprole- tarischen Regierungen ist. Sinowjew, Bela Khun und Rädel per- treten die Moskauer Zentrale. Giolitti fordert Einlenken. Nach der römischen„Gazetta del Popolo" lBolkSztg.) drohte Giolitti den Industriellen mit dem Eingreifen des Staates, falls sie sich nicht mit den Ardcitrrn verständigten. Die Industriellen dürsten infolgedessen schließlich nachgeben. Die Schwerindustrie sträubt sich noch hartnäckig gegen die Ar- deiterkontrolle, das heißt gegen Betriebsräte. Amtlich meldet Rom: Nachdem Giolitti die von ihm nach Turin zusammeuberufenen»er- treter der Industriellen und Arbeiter gehört hatte, entschied er sich für eine Aufsicht über dir Fabriken. Zugleich ernannte er einen aus Industriellen und Arbeitern zusammengesetzte» Ausschuß mit der Aufgabe, einen Gesetzentwurf hierüber vorzubereiten, den die Regierung der Kammer bei ihrem Wiederzusammentritt vor- legen wird. Nach einer T.-U.-Meld»ng setzten die Gewerkschaften im Ministe- rium des Innren und im Brbcitsministerium die Verhandlungen hin- sichtlich des Ankaufs verschiedener Großbetriebe fort. Der Erwerb der Werke von Castellamare, dir über 200V Arbeiter beschäftige», scheint bevorzustehen. Deutschöfterreichs Neuwahlen. W i.«n, 16. September.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Vci der bevorstehenden Neuwahl der Nationalversammlung kandi- dieren für die Sozialdcmokrafic an erster Stelle folgende Genossen und Genossinnen: In Wien: I.(Osten): Dr. Otto Bauer, Rudolf Müller, Ed. Rieger. II.(Mariahilf): Karl Leuthner, Therese Schlesinger, Ludo Hartmann. III.(Alsergrund): Otto Glöckel, Gabriele Prost, Allina. IV.(Leopoldstadt-Floridsdorf): Karl Seitz, Dr. W. Ellenbogen, Math. Elderfch, Emmp Freundlich, Karl Pick. V.(Margarethen-Favoriten): Dr. Friedr. Adler, Laurenz Wid- holz, Anton Huebrr, Amalie Teivcl. VI.(Meidling-Hietzing): August Forstner, Dr. Julius Deutsch, Schiegl, Frau Bosch«!. VII.(Ottakring): Srwer, Skarct, Frau Popp, Wiedenhofer, Bolkert, Austerlitz, David. Riederösterreich: VIII.(St. Pölten): Bretfchneider, Tchncidmadl, Polle. IX.(Wiener-Nenstadt): Dr. Karl Renner, Tomschick, Smitka, Richtw, Dr. Tanneberg. X.(Krems): Lenz. XI.(Korneuburg): Pölzer. Steiermark: Graz: Domes. Obersteier: Hämisch, Häusler. � Tirol: ' Nordtirol: Abram, Scheibein. Pustcrtal: Jdl. Vorarlberg: Hermann. Fast überall stehen die führenden Gewerkschaftler mit an erst.'r Stelle. Wenn mancher auch in Teutschland bekannte Genosse in dieser Liste fehlt, so darum, weil nach Parteibeschluß Bürgermeister, Landesausschüsse usw. nicht durch Reichsmandate ihrer Tätigkeit in der Selbswerwaltung entzogen werden solle». Unsere herzlich st en Wünsche den Brüdern in Deatschösterreich! Sie halten Wacht gegen die Weltreaktion, mit der im Bunde die Christlichsozialen hüben und die Horthy- Band« drüben,-die lauernden Habsburger im Hintergründe, die de? mokratische Republik und den Aufstieg der Arbeiterklasse bedrohen. Ein zweiter tzungerftreiker. Dublin. 16. September.(DA.) Der 19 Jahre alte Sean Hennessy aus Cork Gaol, der ebenfalls seit 34 Tagen hungert, nachdem rr am 23. Juli mit 11 andern verhaftet worden war, droht im Laufe dieses Tages zu sterben. Ruftlsche Gewerkschafter ausgewiesen. Kopenhagen, 16. September.(O. E.) Die Stockholmer Polizei hat die Vertreter der russischen GewerkschaftSverbände aufgefordert, unverzüglich Schweden zu verlassen und nach Estland abzureisen. Falls dieser Befehl nicht befolgt würde, ist ihnen die Verhaftung an- gedroht worden. Deschanels Ersetzung. Pari?, 13. September.(T- U.) Es ist nahezu sicher, daß die Kammer am 21. oder 23. September zusammentritt. Millerand wird das Demissionsfchreiben Deschancis verlesen. Das gleiche wird der Finanzminister im Senat tun. Die Neuwahl erfolgt am 23. oder 25. September in Versailles. Der aussichtsreichste Kan- didat ist Senator Jonnart, der frühere Ge nero lg ouve r ne ar von Algerien, aber beileibe nicht etwa ein Militär. Er ist der Kandidat Millerands, iker selbst nicht mag. Als sonstigc-r Kandidat wird nur der Kammerpräsident Raoul Peret genannt, der für manche den Vorteil hat, jünaer. zu sein. Deschanel wird überwacht, damit er sich nicht in den Parkteich von Rambouillet stürzt, zu dem es ihn stets hinzieht. Man lasse ihm doch diese Erlösung vom lebendige« Zob! die Mutononne Gberschlesiens. Von Franz Krüger.. Königshüttc, 15. September 1920. In den letzten Wochen ist die Frage der oberschlesijchcn Antononiie Mieder sehr stark in den Vordergrund der öffentlichen politischen Diskussion gerückt, es soll demnächst zu Ivichtigen Entscheidungen der Regierung kommen. Die Hoffnung, daß die Autonomisten durch die seinerzeit erfolgte Erhebung Oberschlesiens zur Provinz befriedigt werden würden, hat sich nicht erfüllt. Nach kurzer„Atempause" setzt ihre Propaganda jetzt erneut mit großer Energie ein. Es sind in der Haupt- fache große Teile des o b e. r s ch l e s i s ch e u Zentrums, die hinter dieser Propaganda stehen. Sie werden aber stark unterstützt durch die Großindustrie, und selbst Männer, wie der demokratische Abgeordnete und frühere Oberbsirger- meister von Kattowitz, Dr. Pohlmanu, setzen sich jetzt für die Autonomie ein. Die Sozialdemokratie als Vertreterin der in erster Linie interessierten Arbeiterschaft hat also erst recht alle Veranlassung, klar Stellung zu nehmen. Die Frage der obcrschlesischen Antononiie kanir man nicht mit einen: abstrakt grundsätzlichen Ja oder Nein beant- Worten. Dort steht so viel auf dcni Spiel, und es laufen so viel verschiedenartige Bestrebungen und Interessen durchein- ander, daß man die Frage unter gewissenhafter Berücksichti- gung der ganzen Situation ernsthaft prüfen muß. Wäre es möglich, durch eine Autonomifierung Oberschlesiens diesem eine friedliche und glückliche Zukunft, frei von nationalen Kämpfen, und Deutschland den bisherigen Genuß der ober- schlesischcn Bodenschätze zu sichern, Ivos für uns eine Lebensfrage ist, so müßte dieser Weg beschritten werden. Wie steht es nun hiermit? Die Pefürivorter des Autonomiegedankens sind sich nicht einig über das M a ß der Autonomie. Während ein Teil mir die bundesstaätlichc Autonomie innerhalb Deutschkands wünscht, ist der andere Teil gewillt, bis zur völligen staatlichen Selbständigkeit unter Loslösung von Deutschland zu gehen. Für die bundesstaatliche Autonomie Oberschlesiens inner- halb Deutschlands lassen sich zweifellos sehr gewichtige Gründe. insbesondere seine ungeheure lvirtschaftliche Bedeutung an- führen. Handelte es sich also lediglich uni Gewährung eines dieser Bedeutung entsprechenden Einflusses im Reiche an Ober- schlesicn, so könnte kein vernünftiger Mensch dem widersprechen. Jetzt aber ist die Sache in erster Linie von dem Gesichts- Punkt zu betrachten, tvclchen Einfluß die bundesstaatliche Autonomie auf die oberschlesischc Abstimmung und überhaupt auf sein künftiges Verhältnis zu Deutschland haben wird. Aus die Lösung dieser eigentlichen„oberschlesischen Frage" könnte diese Autonomifierung nur dann einen bestimmenden Einfluß ausüben, ivenn es gelänge, dadurch dem Nationali- täienkampf die Spitze abzubrechen und entweder die Ab- stimmiing überhaupt zu vermeiden oder weitere Kreise der Bevölkerung zum Bekenntnis für Deutschland zu veranlassen. Dieses Ziel zu erreichen, erscheint aber böllig unmöglich. Die polnisch-deutschen nationalen Gegensätze sind hier zu einer Schärfe entwickelt, daß insbesondere auf polnischer Seite ein Abbiegen des Kampfes ohne klare Entscheidung der Macht- frage unmöglich sein dürfte. Hier rächt sich die frühere Ar- beiterpolitik der oberschlesischen Kapitalisten und die frühere preußische Polenpoliftk. Um die erheblich unter den Löhnen des übrigen Deutschland stehenden Löhne und das tiefere Kulturniveau der oberschlesischen Arbeiterschaft Äusrecht erhalten zu können, haben die oberschlesischen Magnaten jahrzehntelang, weil sie deutsche Arbeiter zu diesen Bc- dingungen nicht bekamen, Arbeiter aus Russisch-Polen eingeführt, denen unter Zuhilfenahme der borussischen Polenpolitik jede politische gewerkschaftliche und sprach- lick-nationale Betätigung unmöglich gemacht wurde. Wer will sich darüber wundern, daß der Funke der national-polnischen Agitation, unter diese Sklaverei ge- warfen, den aufgesammelten Zündstoff zum Ausflanimen brachte? Auch heute noch sieht der Pote, leider vielfach auch der polnische Arbefter, in jedem Deutschen seinen Unter- drücker und Feind, den er vernichten oder mindestens unter die uneingeschränkte polnische Herrschaft bringen muß. Nur so sind die unzähligen Akte der brutalen Gewalt und des Terrors, die noch Tag für Tag von polnischen gegen deutsche Arbeiter verübt werden, zu erklären. Es wird intensivster sozialistischer Aufklärung bedürfen, um' die polnischsprcchende Arbeiterschaft aus diesem Pfuhl nationalistischer Verhetzung zu befreien. Die groß-polnisch gesinnten Öberschlesier wollen los von Deutschland und zu Polen. Eine bundesstaatliche Autonomie Oberschlesiens innerhalb Deutsch- lands würde sie daher nicht befriedigen. Sie würden dadurch im Gegenteil in der Verfolgung ihres nationalen Ziels eher gestärkt werden, denn die Verleihung der Au- tonomie an Oberschlesien würde ihnen als Zeichen mangelnden Vertrauens Deutschlands in das Ergebnis der Abstimmung erscheinen. Und daß die Polen oder die Entente durch eine solche Autonomie sich veranlaßt sehen könnten, von der Ab- stimmung Abstand zu nehmen, ist natürlich ebenfalls völlig ausgeschlossen. In den Kreisen der deutschen Bevölkerung, besonders dcrArbeiterschaft, bestehen o der mit Rücksicht auf die starke Position des katholischen Klerus und der Jndustriemagnaten in Oberschlesien auch gegen eine bundesstaatlichc Autonomie teil- weise starke Bedenken, so das; die einheitliche Kampffront der Deutschen für die deutsche Sache dadurch geschwächt werden müßte. Für diesen Plan ist nach meiner Ansicht die Zeit, in' der er hätte die gewünschte Wirkung ausüben können, vorbei. Wir kommen damit um ein bis zwei JahrS zu spät. Nicht unbedeutend und einflußlos ist aber d i e Richtung unter den Autonomisten, die für eine völlige staatliche Selbst- ständigkeit Oberschlesiens, für den Freistaat, eintritt. In eingeweihten Kreisen ist es ein offenes Geheimnis, daß unter den Ententemächten besonders England lebhaftes Interesse für dieses Projekt hat, mit dessen Hilfe man um die un- angenehme Abstimmung und die anschließende Entscheidung über die staatliche Zugehörigkeit Oberschlesiens herum zu kommen hofft. Man will zur politischen und wirtschaftlichen Schwächunq Deutschlands ihm unter allen Umständen das wertvolle Oberschlesien nehmen. Aber die Alliierten, vielleicht mit Ausnahme Frankreichs, haben kein unbedingtes Jntereffe daran, das Land Polen zuzuteilen. Die von der Entente verfolgten Ziele lassen sich noch sicherer und besser auf dem Wege der Freistaatsbildung erreichen. Dieses Projekt wäre aber auch eher geeignet, die Polen zu befriedigen. Ein selbständiges Oberschlesien müßte not- wendig der Schauplatz schwerster und dauernder Kämpfe zwischen Polen und Deutschen um die staatliche Vorherrschaft werden. Da die Polen nicht nur die größere Rücksichtslosig- keit für sich haben, sondern zweifellos von der Entente bei der Staatsbildung und-organisation in jeder Beziehung bevorzugt werden würden, könnten sie mit großer Wahrscheinlichkeit darauf rechnen, daß sie in diesem Kampf Sieger bleiben. In jedem Falle würde der Einffuß der Deutschen schon durch das Entente-Protektorat stark eingeschränkt werden. Für das Verhältnis Oberschlesiens zu seinen Nachbarn Deutschland und Polen wird natürlich die nationale Richtung seiner Beherrscher maßgebend sein. Die eventuell künstlich geforderte Vorherrschaft der Polen, aber auch schon die Oberaufsicht der Alliierteu bürgen dafür, daß Oberschlesien mehr nach Polen Anschluß suchen würde. Abhängigkeit Deutschlands von Polen beim Bezüge von Kohlen, Erzen usw. wäre die Folge. Es ist aber auch ganz durchsichtig, weshalb gerade Zentrumskreise und Bergwerks- und Großindustrie diesem Freistaatsprojekt so überaus sympathisch gegenüberstehen. Die einen erwarten nicht mit Unrecht einen überragenden Einfluß der katholischen Kirche. Die anderen aber wollen los von dem Deutschlands der Besitzstenern, der sozialen Gesetzgebung und des Mitbestimmungsrechts der Arbeiter. Die Verewigung des nationalen Kampfes erscheint ihnen als ein geeignetes Mittel, die Arbeiterschaft vom wirtschaftlichen Kampf gegen das Kapital abzulenken und sie politisch den reaktionären Parteien in die Arme zu treiben. So bedeutet das Freistaatsprojekt zweifellos den Verlust ü� berschlesiens siir Deutschland. Es bedeutet für die Arbeiter- schuft Herabdrückung auf das Niveau des politisch, Wirtschaft- lich, sozial und kulturell gegenüber Deutschland weit zurück- gebliebenen Polcnstaates und ungeheuer erschwerte Bedingungen für den sozialistischen Klassenkampf. Wenn wir also das Freistaatsprojekt unter allen Umstanden ablehnen müssen, so müssen wir die Frage der bundesstaatlichen Autonomie von dem Gesichtspunkt betrachten, ob sie nicht der halbe Weg zum Freistaat ist, und ob sie einen günstigen Einfluß auf die Abstimmung ausüben kann. Ich befurchte, das erste und bezweifle das zweite. Eins aber muß unter allen Umständen so schnell cme-lr®enö Tnöflt'<� geschehen: Es muß durch gesetzgeberische Maßnahme sofort klargestellt werden, daß in Oberschlesien, wenn es bei Deutschland bleibt, ganz gleich, ob als preußische Provinz oder als Bundesstaat, Deutsche und Polen auf allen Gebieten(Gebrauch der Sprache, Schule, Kirche, öffentlicher Dienst usw.) völlig gleichberechtigt nebeneinander und miteinander leben und arbeiten können. Diese Sicherheit soll jeder Oberschlesier bei der Abstimmung haben. Ich glaube, das ist mehr wert, als alle anderen Projekte, die doch immer von gewissen Kreisen im Interesse ihrer Vorherrschaft propagiert werden.__ Reichskanzler und Reichspräsident. Eine Besprechung in Freudenstadt. WTB, meldet: Der Reichskanzler begibt sich heute abend zum Besuch des Reichspräsidenten nach Freudenstadt. Der Besuch des Reichskanzlers in Freudenstadt wird der Besprechung aller schwebenden poli- tischen Fragen dienen. Die Vermutungen, die in Verbindung mit dieser Reise über eine angebliche V e r- schärf ung der inneren Lage angestellt werden, sind, wie wir feststellen können, ohne Grundlage; insbesondere hat die Frage des Eintritts der Sozialdemo- k r a t i e in die Regierung bisher Beschlüsse des Kabinetts nicht erforderlich gemacht. Eine Anregung in dieser Beziehung von feiten der sozialdemokratischen Partei ist bei den? Kabinett nicht erfolgt. Die Reise des Ministerialdirektors Schüler nach Freuden- stadt steht mit dem Besuch des Reichskanzlers bei dem Reichspräsidenten nicht im Zusammenhang. Krifenmacher. Das Ziel der Deutschnationalen in ihrem Kampfe um Groß-Bcrlin offenbart sich immer mehr: Groß-Berlin ist ihnen nur das kleinere, nächstliegende Objekt. In Wirklich- keit gehen ihre Absichten dahin, über den Streit un? Groß- Berlin in Preußen eineRegicrungskrisezu erzeugen, die ihnen vielleicht zu den von ihnen ersehnten N e u w a h l c n, vor Fertig st ell ung der preußischen Ver- f a ss u ng verHilst. Die„Post" rnöchte diese Krise bereits feststellen. Sie erklimmt steilich den Gipfel reaktionärer Verlogenheit, wenn sie die Sozialdsn?okratie als die Urheberin der Krise hinstellen möchte und dabei die Behauptung cmfftellt: Bon der Sozialdemokratie ging zuerst die Aeußerung des Wunsches über einen etwaigen Eintritt in den Re- grerungsblock des Reiches aus. Glatt geloge??! Kein Mensch in der g-cmzen Partei hat einen derartigen Wunsch geäußert. In einer Korrespondenz, die in diesem Falle nicht Anspruch darauf erheben kann, die Parteiinemunq zu vertreten, wurde die Forderung nach so f o r t i g e n N e?? w a h I e n erhoben. Aber mich das ist ganz etwas arideres als die Aeußernng des Wunsches, in den jetzigen Regierungsblock einzutreten. Dieser Wunsch ist lediglich von den Parteien der jetzigen Reichs regierung erhoben worden, hat aber in der So- zialdemokratie, auch in der vorgenanntei? Korrespondenz, einmütige Ablehnung crsahrcr?. Auch was die rc- aktionäre Presse über den außerordentlichen Be- zirkstag von Groß-Berlin anführt, bcr?iht teils auf Entstelluirg, teils auf außerordentlicher Uebertreibung der Ausführungen einzelner Redner, die übrigens keineswegs die Stimmung der Versammlung hinter sich hatten. In der Versammlung konnte gor kein Zlwüsel sein, daß auch die Berliner Pa?steigenossenschast au ein Zusammengehen mit der Deutschen Volksparte? in der Regierurrg gar nicht denkt. Mit eine?n Artikel der„Deutschen Tageszeistnig", betitelt „Block Stvesemarm-Scheidemam??", verlohnt es sich nicht, sich ernsthast auseinanderzusetzen. Der Artikel geht von der Vor- aussetzung aus, daß die Sozialdemokratie bei ihrem Handeln nur eil? einziges Motiv kenne, die„Fu tte rkri ppen se hu su cht". Trete die Partei in die jetzige Regierung ein, so geschehe das aus Sehnsucht nach der Futterkrippe, trete sie nicht ein, so geschehe das auch aus Sehnsucht nach der Futterkrippe, weil ihr die Anzahl der jetzt für sie frei?l>erdenden Regierungs- Posten nicht genüge und sie mif Grund einer späteren Wahl fii* das Sozialistengesetz zusammenbrach Aus Briefen von Friedrich Engels. En? paar wertvolle Erinnerungen an das Jahr 1800, an seinen geiraliigcn sozialdemokratischen Wahlsieg, der den Sturz Bismarcks brachte und den Niederbruch des Ausnahmegesetzes endgültig be- slätchte! Die„Sozialistischen Monatshefte" veröffentlichen sie soeben in zwei bisher unbekannten Briefen von Friedrich Engels, die ein Echo jenes großen Ereignisses urid seiner nächsten Wirkungen in Politik und Parteientwicklung waren. Der siebzigjährige Engels richtete sie an unseren Conrad Schmidt, dem er damals wie andern aus dem jungen Nachwuchs der Partei seine Kunst als Erzieher zum wissenschaftlichen sozialistischen Denken zuwandte. Von seiner Meisterschaft, in wenigen Strichen mit weiten Ausblicken geschichtliche und politische Vorgänge und Lagen zu kennzeichnen, zeligen wieder einmal auch diese Briefe an Conrad Schmidt. Wie der Sieg der deutschen Arbeiter, ai�s die er seit der l-akunistischcn Minierarbeit gegen die erste Internationale alle Hoffnunpen gesetzt, sein Herz erfüllte, geht aus dein ersten, aus London am 12. April geschriebenen Briefe crfrischerid hervor. Er schlug das Ereignis hoch an und war voll Vertrauen, daß die Arbeiter mit dem Pfund, das sie gewonnen, zurechtkommen würden. Er schrieb: „Unser Wahlsieg war in der Tat starmenswert, und der Erfolg in der Außenwelt N?ar ebenso großartig. Tie Bismarckschen Er- folge hatten uns, das heißt den Deutschen überhaupt, Respekt als Soldaten verschafft, aber den Respekt vor dem persönlichen Cta- rakter qua Deutscher eher vermindert; die Bauchrutscherei der Bourgeois tat den Rest: die Deutschen schlagen sich gut, wenn sie gut tommandiert werden, aber kommandiert müssen sie werden; Selbständigkeit, Charakter, Widerstandsfähigkeit gegen Tyrannei: davon ist bei ihnen keine Rede. Das ist seit den Wahlen anders. Man hat gesehen, daß die deutschen Bourgeois und Junker nicht die deutsche Nation ausmachen; der brillante Sieg der Arbeiter nach lOjähripein Druck, und unter dem Druck, hat imponiert, mehr als Königgrätz und Sedan; die Welt weiß, daß wir es sind, die den Bismarck gestürzt Häven, und die Sozialisten aller Länder fühlen jetzt, ob es ihnen recht ist oder nicht, daß der Schwerpunkt der Bewegung nach Deutschland verlegt ist. Nach den Erfahrungen, die ich gemacht, ist mir auch gar nicht bange, daß unsere Arbeiter sich dieser neuen Stellung nicht gewachsen zeigen. Tie neu zuge- kommeuSn Elemente werden in der richtigen Taktik noch nicht sattelfest sein, aber das wird ihnen bald anfliegen, und w«s die älteren Kriegskameraden nicht tun, das w?rd die Regieru??g in ihrer Weisheit schon besorgen. Die.Haltung unserer gesamten Presse gegenüber den berühmten Erlassen lden Arbeiterschutz- Erlassen, die den drohenden Sieg des deutschen Proletariats hemmen sollten, aber nicht konnten. Red.) beweist, wie das Sozialisten- gesctz da vorgearbeitet tat. Gebrannt Kind scheut das Feuer, und - was 1875 stach eine gewisse störende Wirkung hätte momentan haben können, zieht jetzt absolut nicht mehr. Ich weiß wohl, daß es Leute gibt, selbst tu der neuen Fraktion, die gern aus die Arbeiterfreund- lichkeit von oben paktierend eingingen, aber die werden nieder- gestimmt, sobald sie den Mund austun. Puttkamcr hatte ganz recht. das Sozialistengesetz hat eine enorme„crzlehcrischc Wirnmg" gehabt, aber ander» als er sich einbildete." Auch der zweite Brief, der am S. August aus London abging, betont dieses Vertrauen zu dem gesunden Sinn der deutschen sozialistischen Arbeiter. Die Geschichte nach 1800 hat durch den Verlauf, den der Kampf um den Arbeiterschutz nahm, bewiesen, daß es für sie eine Gefahr, von oben her eingefangen zu werden durch soziale Reformen, die immer nur unzureichende Reförmchcn blieben, nicht gab und nicht geben konnte. Es gab aber noch andere Gefahren für die klare Weiterentwicklung der sozialistischen Ar- beiterschaft. Die betrasen ihren theoretischen Sinn. Wie Engels in den siebziger Jahren der Verwirrung durch sein berühmtes Buch gegen Dühring, der einigen Anhang in den sozialistischen Reihen zu gewinnen schien, entgegengewirkt hatte, so wandte er sich jetzt gegen die Verwässerung der materialistischen Geschichtsauffassung, die aus der Schicht junger Gelehrter, Schrift- steller und Studenten drohte. In? zweiten Brief an Conrad Schmidt betonte er zu einer Diskussion, die in der„Berliner Volkstribünc" über die Verteilung der Produkte in der künstigen Gesellschaft ausgcsochten worden war:„Bei allen Beteiligten er- scheint die sozialistische Gesellschaft nicht als ein an fortwährender Veränderung und Fortschritt begriffenes, sondern als ein stabile?, ein für allemal fixiertes Ding, das also Aich einen ein für allemal fixierten VertcilungSmodus haben soll." Dieser Hinweis ist auch heute noch nicht überflüssig, lind noch viel mehr kann man das sagen Von den dann folgenden Ausführungen über den historischen Diaterialismus, die Engels übrigens ein paar.Monate später in einem weiteren berühmten Briefe an Schmidt(den den„Monats- hefte" bei dieser Gelegenheit wieder hätten abdrucken sollen) noch ergänzte. Engels schreibt: „lleberhaupt dient das Wort materialistisch in Teutschland vielen jüngeren Schriftstellern als eine einfache Phrase, womit man alles und jedes ohne weiteres Studium etikettier?, das heißt diese Etikette ausklebt und dann die Sache abgetan zu haben glaubt. Unsere Geschichtsauffassung aber ist vor allem eine An- leitung beim Studium, kein Hebel der'Konstruktion a la Hegelianertum. Die ganze Geschichte muß neu studiert werden. die Taseinsbedingungcn der verschiedenen Gesellschaftsformationen müssen im einzelnen untersucht werden, ehe man versucht, die poli- tischen, privatrechtlichen, ästhetischen, philosophischen, religiösen usw. Anschauungst?»eisen, die ihnen entsprechen, aus ihnen abzuleiten! Tarin ist bis jetzt nur wenig geschehen, weil nur wenige sich ernst- lich darangesetzt haben. Darin können wir Hilfe in Massen brauchen, das Gebiet ist unendlich groß, und wer ernstlich arbeiten will, kann viel leisten und sich auszeichne??. Statt dessen aber dient die Phrase des historischen Materialismus lmai? kann eben alle» zur Phrase machen) nur zu viielen jüngeren Deutschen nur dazu, noch mehr Firtterplätze zu erhalten hoffe. Auf diesem Niveau Politik zu treiben, überlassen wir neidlos dem Slallorgan des Bundes der Landwirte. Ernster beschäftigt sich die„Kre??z.;eitung" mit dcm dentsch- nationalen Antrag, das Gesetz Groß-Berlin außer Kraft zu setzen. Der Antrag kann in der Preußischen Landesversamm- lung nur mit Hilfe des Zentrums und der Demokraten an- genommen werden. Auf das Zentrum rechnet die„Kreuz- zeitung" mit ziemlicher Bestimmtheit. Aber scipe Stimmen �genügen nicht, die Demokraten sind ausschlaggebend. Und 'hier kommen der„Kreuzzeitung" selber Bedenken, ob die De- mokraten wohl den verlangten Schritt tun werden. Sie be- zweifelt es aus folgenden Erwägungen: Bekanntlich berubt hie Regierung in Preußen noch immer auf der Koalition der Sozialdemokratie, der Demokratie und des Zentrums. Wenn nun in einer Frage, wie der Groß-Berliner, die die Mchrheitssozialisten aus taktischen Gründen nicht als neben- sächlich behandeln dürfen, die bürgerlichen Koatitionsparteicn mit Hilfe der außerhalb der Koalilnon stehendem bürgerlichen Parteien die Sozialdcmokrate?? übcrsti?nlnen würden, so bedeutete das ohne Zweifel das Ende der Koalition, gleichzeitig aber auch eine schärfere Lppositionsstcllung der Sozialdemokraten die sich dann ja nicht auf Preußen beschränken würde. Wollen die Demokraten schon da» vermeiden, so kommt für sie noch hinzu, daß bei einer Regierung, in der zum mindesten die Deutsche Volkspartei vertrete?? wäre, auch mit der baldigen Anberaumung von Neuwahlen gerechnet nwrden müßte. Und dir zu scheuen haben die Demokraten allen Anlaß. Deshalb ist es schon denkbar, daß sich eine genügende Anzahl de??w- kratischer Abgeordneter finden ttnirde, die lieber die sozialistische Diktatur in Groß-Berlin auf sich nim???t und deshalb die U??träge auf Abänderung des Grotz-Bcvlincr Gesetzes zu Fall bringt. Diese Situationsjcbitderung enthält manches Zutreffende. namentlich auch, was die Konseq?lenzen für die Reichspolitik betrifft. Tie Demokraten sollten darmis ersehen, daß sie mit jeder Unterstützung des dcutschnationalen Antrages nur das Spiel der Rechten spielen. Wenn das„B. T." daraus rechnet, daß die Demokraten bei einer solchen Tacktik zahlreiche Verbündete im Lager der Sozialdemokratie finden lverden, so möge es diese Hoffnung nur ruhig begraben. Darüber ist die Sozialdemokratie sich restlos einig, daß die Regelung der Groß-Berliner Angelegenheiten, nachdem Groß-Berlin einmal zustande gekommen ist, nur noch und ausschließlich Sache der Groß-Berliner sein kann. Allch das „B. T." sollte als demokratisches Blatt soviel von den Grund- begriffen der Demokratie verstehen, daß es nicht über„Dik- taturgeliiste" zu zetern beginnt, wo in Wirklichkeit der Mehrheitswille der Wähler entscheidet. Was die Mehrheit der Wähler bestimmt, mag man bedauern oder be- jubeln. Aber einen Mehrheitsbeschluß außer Krast zu setzen. weil?nan sachlich nicht damit einverstanden ist, das bedeutet den Anfang vom Ende jeder Demokratie. Rückgabe von Kriegsmaterial. Züge, die nicht anzuhalten sind. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Ter Abtransport bcS ?i?s Handel??. Die einzelnen Wagen bzw. Wagengruppen werden die Bezeichnung tragen: BeutckriegsmaterialtranSport westwärts zur Erfülliing des Friedensvertrages an Frankreich(Bischofsheim)— Belgien (Viersen). Es wird darauf hingewiesen, daß diese Transporte nicht aufgehalten werde?, dürfen und daß ihre re?bu??gsloie Durchführung im Interesse des Deutschen Reichs liegt. ihre eigenen relativ dürftigen hiswrischen Kenntnisse(die ökonomische Geschichte liegt ja noch in den Windeln!) schleunigst systema- tisch zurechizusimstruieren u??d sich dann sehr gewaltig vorzukommen. ... Einer der größte?? Dienste, die uns da» Sozialistengesetz tat, war, uns vvn der Zudringlichkeit des sozialistisch angehauchten deutschen St?tdiasus zu befreien. Wir sind jetzt stark gcn?lg, auch den deutschen Studiosus verdaue?? zu iö??nen, der sich wieder sebr breit macht. Sic, der Sie wirtlich etwa» geleistet haben, müssen selbst bemerkt haben, wie wentge von den jungen Literaten, die sich an die Parte? hängen, sich die Mühe geben, Lelonomie, Geschichte der Oekonomie, Geschichte de» Handels, der Industrie, des Acker- ba??», der Gesellschaftsfor?natioi?en zu treiben. Wie viele k-unen von Maurer(dem Erforscher der acntsche?? Markgenossenschaften. Red.) mehr als de?? Namen! Tic Süstisanz des Journalisten muß da alles leisten, und es ist auch da??ach. Es?st mancknnal, als glaubten diese Herr«??, es sei alles gut genug für die Arbeiter. Wenn diese Herren wüßten, wie Marx seine besten Sachen noch uniiwe incht gut genug für die Arbeiter hielt, wie«r es für ein Verbrechen ansah den Arbeitern euvas Geringeres als das Allerbeste zubieten! Aus u??i'ere Arbeiter, und nur auf sie, labe ich seit der brillan- ten Probe, die sie seit 1878!besta??den, unbedingtes Vertrauen. Sie, wie jede große Partei, iverden in den Einzelheiten der Entwicklung Fehle? begehen, vielleicht große Fehler. Massen kernen eben nur durch die Folgen ihrer eigenen Fehler, durch Experi- meute a m eigene?? Körper. Aber alles das wird überwun- den, und bei u??s viel leichter als anderswo, weil unsere Jungen in der Tat von unzerstörbarer Gesundheit sind, und da??n, weil Berlin, das schwerlich sobald über sein spezisiscbes Berlinertum hi??ausklm?mt, bei uns nur formell Zentrum, ähnlich wie Lo??don, ?ii«bt wie Paris in Frankreich. Ich habe mich über die französischen und englischen Arbeiter oft genug geärgert(trotz der Erkenntnis der Ursachen ihrer Böcke), aber über die Deutschen seit 1870 nie, wohl über eiirzelne Leute, die in ihre??? Namen sprachen, nie über die Massen, die alles wiede? ins Gleise brmhtcn. Und ich möchte wetten, ich werde nie in den Fall kommen, mich über sie zu ärgern." Dieser Glaube E??gels' an die Selbstklä?n?ng der Arbeiter- Massen, an ihr Zurechtkommen auf Gound von Tatsachen und Er- fahrungc??, die ihren eigenen Aktionen e??ksta?nmen, hat vor dreißig Jahren nicht getrogen, und wir glaube??, er ist eine lebendige Kraft, die in der Arbeiterbewagung immer mit am Werk sein muß. Daß er bei Engels nicht blinder Optimisrnus war(was er natürlich nie sein darf), hing eben zusammen mit den Er» fahrungen, die zuletzt der zwölfsSbrige und trotz aller Schwere siegreiche Kampf gegen das Sozialistengesetz hatte ernten lasse??. Knut Hamsun Nobelpreisträger! Den dieSjähorgeu Nobel- preis für Literatur wird, wie aus Stockholm gerneidet wird, den norwegische Dichter Knut Hamsun erhalten. Diese Entscheidung wird überall in der Welt ein freudiges Echo wecken. Die Leser deS �.Vorwärts" stehen noch unter dem Eindruck des großen Ro- maus«Segeq der Erde", den vnr not kurzem zum Abdruck brachte?!, Loewenftein m'eüergebrüllt! Sprengung der Versammlung des Berliner Lehrervereins. Dr. Lorwcn st einspricht— die kurze Ankündigung hatte genügt, um den großen Saal t>es Berliner Lehrervereinshauses schon eine geschlagene Stunde vor der festge- setzten Zeit in drangvoll fürchterlicher Enge bis aus den letzten Stehplatz zu füllen, obgleich an den Saaltürcn eine rigorose Kartenkontrolle geübt wurde. Um 7 Uhr mußte der Saal p o I i- zeilich gesperrt werden. Tank der deutschnationalen Radau-, Protest- und Hetzreklame ist Loewenstcin über Nacht zum popu- lärsten Manne Berlins geworden. Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt... Da, wo man gern in ruhiger Abwägung das Für und Wider, Vorzüge und Mängel nüchtern überprüfen möchte, da soll nun das antisemitische Schlag tv ort und politische Eng- st i r n i g k e i t entscheiden. Sie drohen jede sachliche Stellung- nähme zu der Kondioatur des geistvollen Theoretikers, des Schöpfers des Entwurfs zum Schulprogramm der U. S. P. schlechterdings unmöglich zu machen. Sie fälschen die Suche nach dem weit- blickcndsten und tatkräftigsten Schulreformcr für die neue Stadt- gemeinde in einen politischen Machtkampf um. Es war deshalb ein glücklicher Gedanke, oem vielumfehdeten Manne Gc- legenheit zu geben, gerade vor der Berliner Lehrerschaft seine An- sichten über die nach st en Ziele der Groß-Berliner S ch u l p o liti k zu entwickeln. Leider aber kam es statt zu der ge- wünschten schlichten Erörterung zu R a d a u s z c n e n, wie sie auch in den Mimischsten Revolutionsversammlungen immerhin zu den Seltenheiten gehörten. Gewiß war auch antisemitischer Janhagel, der nicht zu den Lehrern gehörte, der Türkontrollc entschlüpft. Aber der weitaus größte Teil der Radau- b r ü d e r, die das große Mundwerk an die Stelle sachlicher Argu- mente setzten, gehörte doch zweifellos der antisemitisch-deutsch- nationalen Lehrerschaft selbst an. Zu Beginn der Versammlung legte der Vorsitzende der Berliner Lehrerkammer, Lehrer K u h r t, Johannisthal, den Zweck in kurzen Worten dar und bat mit Rücksicht auf den rein in- formatorischcn Charakter von allen Beifalls- und Miß- fallensäußerungen tlbstand zu nehmen. Ter st ü r m i s ch e Widerspruch und der ebenso stürmische Beifall, der diesen Worten folgte, ließ bereits auf kommende Explosiv- n e n schließen. Ma» hielt es deshalb für angezeigt, vom Vor- st-andStische aus die nicht unberechtigte Bitte auszusprechen, die Versammelten möchten sich so benehmen, wie es Erziehern der Jugend zukomme und beweisen, daß sie selbst erzöge n seien,> daß sie gelernt hätten, auch den Gegner mit Ruhe und Würoe anzuhören.(Großer Lärm» Pfeifen, Zuruf: So was läßt man auf Kinder los!) Dr. Loewenstein, mit Zischen begrüßt, konnte nur dte einleitenden Sätze seines Vortrages halten: Die Schule ist krank, das wird von jedem zugegeben. Die Schwere des Siech- tum» aber wird verschieden beurteilt.(Zwischenrufe und Pfeifen.) Man könnte böswilligerweise auf den Gedanken kommen, daß Sie für sachliche Darlegungen überhaupt nicht z u g ä n g- lich feien.(Großer Lärm.) Ich bin hier eingeladen(Zuruf: Ein- geladen?), jawohl, denn ich bin nicht Mitglied des Lehrervereins. (Zuruf: Gott sei dank!)... Sobald der Redner wieder zur Sache kommen will, setzt das Pfeifen und Johlen von neuem ein. Der Vorsitzende sieht sich daher gezwungen, Sicherheitspolizei zu requirieren und den Vor- räum des Saales, in dem sich der größte Teil der antisemitischen Sprengkolonne» gesammelt hat, polizeilich räumen zu lasten. Zu diesem Zweck wird die Versammlung auf 10 Minuten geschlossen. Nach der Wiedereröffnung setzt der Radau sofort von neuem ein. Noch zweimal versucht Dr. Loewenstein, sich Ge- hör zu verschaffen, dann gibt er den nutzlosen Versuch auf. Die antisemitischen Radaukolonnen können oen ersten Sieg über den neuen Berliner Stadtschulrat für sich buchen. Sie haben bewiesen, daß sie es nicht einmal auf eine sachliche Darlegung der Gründe ihrer politischen Gegner ankommen lassen dürfen. Die Berliner Lehrerschaft aber bucht einen der schwärze st en Tage ihrer Geschichte. Neues Bolkstheater. Nora. Junge Schauspieler, die zwischen VolkStümtiöhkcit und daher Kunst keine Schranke errichten, führen im Neuen Volkstheater die Jbscnsche„Nora" auf. Bis jetzt ist ihnen noch nicht der richtige Stil dieses Sittendramas, das eine Iln- sitte der männlichen Ueberhcblickkeit geißelt, klar geworden. Sie glauben noch zu sehr, daß sie auf jede Sentenz das dicke i-Tüpfelchen setzen müssen. Die feineren Nerven zittern, weil ihnen bei der Vorstellung der Unterschied zwischen.Kyritz-Pyritz und Ibsen der- schwindet. Die jungen Schauspieler müssen sich hüten, ällzn beut- lich zu»verden. Ter Naturalismus, dem sie huldigen, ist eine Schwache, Mystizismus täte ihnen not. Erich Pabst, der Dar- steiler des Helmer, des rechthaberischen, plump-eigensüchtigen, be- schränkten Advokaten und Ehegatten, darf nicht nur ein karikierter Neferendarius sein, dem am Schluß die Töne und die Stimme ver- sagen. Die Versteifung auf eine hartnäckige Ungclenkigkeit ist über- trebene Note dieses jungen Schauspielers. Und Ida O r losf, die Nora, überschreit sich auch. Sie vergißt ganz und gar, daß hier ein sehr mannigfach gebildetes Weib gezeichnet wird, ein Wesen, in dessen Gemüt die Dinge, die Eindrücke und die Regungen sich Musendfach kreuzen. Einige medizinische Schreie, einiges sehr der- künstelte Verdrehen der Augen, einiges tragische Hinunterdrücken der Stimm« genügen nicht, um Noras Charakter klar werden zu lassen. In diesem Stück lebt ein kräftiger Schuß von Kriminalistik und Kolportage. Wozu denn dies Veraltete noch zuspitzen? Hier hät- tcn Tempo und Milderung der Wortschärfe durch weniger vorlautes Betonen vielerlei für einen feineren Kreis gerettet. Die Frau Linde von Margarete Frieding suchte solchen. Ton mit Glück. Die einsig dämpf endo Künstlerin unrerlag aber, da die ineisten ihrer Mitspieler auf allzu herbg Aeußerlichkcit sahen. Max Hochdorf. Theater. Im Kleinen Theater ist die Uraussührung des Schaulviels»Der Thronfolger-.von Cbrislianlen auf abends 7»/, Uhr festgesetzt.— Im Theater FolieS ll a p r i c e werden am 24. Scptbr. drei neue Einakter aufgeführt:„Versicherung gegen Ehebruch-,„Leas Ohnmacht" und»Eine unruhige Nacht".— Else Eckertsberg vom Deutschen Theater wird am Wallner-Theatcr in Gilberts»Geiger von tiugano" die Soubrettenpartie singen. Musik. In dem ersten Sonntapskonzert des Bill ihn er- O r ch e st e r S am IS. September, abends 7>/, Uhr, im Blülhneriäal, wirkt Konzertmeister Lambinon(Bioline) als Solist mit. Dirigent: S. Meyrowitz ssrau Hafgreen-Tinkel ist aus dem Verbände der Staatsoper mit Zustimmung der Intendanz plötzlich ausgeschieden. Die Künstlerin will ihre Kiäjie besser ausnützen und zunächst in Konzerten auftreten. Tic Humboldt-Hockisck'ule hat ihr neues Borlesungs-Verzeichnis ver» öffentlicht. Vorlesungsverzeichnisse und Höret karten tm Hauptburcau, C 2, Neu« Fried richftratze 53(55. Städtische Kunstfürsorgc. Der Rat zu Dresden hat die Fortsübrung der vollStümlichen Sinsoniekonzcrtc des Philharmonischen Orchesters durch Bewilligung von 275 000 M. für den kommenden Winter gesichert. (?i« Wolfram- von> Eschenbach. Fund. In dem oberfteirischen Venediktinerstist Sankt Lamyrecht wurde eine vierseitige Pcrgamentband» schrisl de» Willehalm, eines unvollendeten Heldengedichts von Wolfram von Eschenbach, ausgcsunden. Das Manuskript diese» vor etwa sieben- Hunderl Jahren aUsiaudenen. Gedichts. umjaßt ungejähr 300 Verse».», fleisch- und Kartoffelwucher. Gegen System Hermes. Die Sozialdemokratische Fraktion der Preußischen Landesversammlunz hat durch die Abgeordneten Hauschild, Siehring, Peters und Genossen folgende große Anfrage(Jnter- pellation eingebracht: »Infolge Freigabe der Kartoffelbewirtschaftung und der bevor- stehenden Aufhebung der Fleischbewinschaftung ist eine so enorme Preissteigerung für Kartoffeln und Bich eingetreten, daß eine aus- reichende Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung vollständig unmöglich gemacht worden ist. Neue Unruhen und Erschütterungen des WirlschaftSlebens sind infolgedessen zu befürchten. Welche Schritte gedenkt die Staatsregierung einzuleiten, um das zu ver- hindern?" Die preußische Landesregierung verfügt freilich nur über be- schränkte Mittel, um den von der bürgerlichen Reichs- regier» n g gezüchteten Fleisch- und Kartoffelwucher einzuschränken, solange diese nach dem Grundsatz der Deutschen Volks- Partei:»Freie Bahn den Schiebern!" alle Dämme gegen den Wucher zersticht. -» Kassel, 16. September.(T. U.) Die Stadt Kassel ist seit einigen Tagen ohne Kartoffeln.� Um die geringen Zufuhren bilden. sich gewaltige Polonäsen. Di« Sicherheitspolizei mußte zur Aufrcchtcrhallmng der Ordnung mehrere Streifen entsenden. der gefälschte Moröbefehl. Ein neuer' Zeuge. In der Sache Prinz hat sich jetzt ein Zeuge gemeldet, dessen Aussage Prinz aufs neue schwer belastet. Es ist dies der Führer der XIV. Kompagnie der früheren Eichhornschen Sicherheitswehr, Adolf H. Einige Tage, bevor Prinz der durch Selbstmord ge- endeten Plaumann den gefälschten Mordbefehl diktierte, traf er den H. auf der Straße, den er von seiner Tätigkeit unter Eichhorn her noch gut kannte. Er sprach ihn als alten Bekannten an und machte ihm dann im Laufe des Gesprächs den Vorschlag, einen Mordbefehl nach seinen Angaben zu fälschen. Prinz ließ da- bei durchblicken, daß dabei viel Geld zu verdienen sei. H. lehnte jedoch dies verdächtige Ansinnen ab. Daraufhin hat dann Prinz die Plaumann zu der Tat veranlaßt. Diese Aussage zeigt jedenfalls, daß Prinz eifrig bemüht war, ein Werlzeug für die Fälschung zu finden, die selbst auszusühreu er sich aus nahe- liegenden Gründen scheute. * Herr Rechtsanwalt N ü b e I l macht durch die L.L.-Korrespon- denz bekannt, daß er gegen den„Vorwärts" Beleidigungsklage er- hoben habe. Was er dabei als Gegenstand der Beleidigung an- führt, trifft nicht zu. Wir haben Herrn Nübell lediglich zum Vor. wurf gemacht, daß er dem Prinz, einem in jeder Beziehung ver- dächtigen Menschen, für die Beschaffung von Material Geld geboten hat. Herr Nechtsamvalt Nübell hat am Mittwoch abend in der Redaktion des.Vorwärts" telephonisch angerufen und um Herbei- führung einer Unterredung nachgesucht, um eventuell eine Er- klärung über sein Verhallen im»Vorwärts" veröffentlichen zu können. Diese Unterredung wurde ihm zugesagt. Eine halbe Stunde später jedoch telephonierte Herr Rechtsanwalt"Rübelll aber- uials an und teilte mit, daß ex aus die Unterredung verzichte. Bei der telephonischen Unterhaltung hat Herr Nübell einem unserer Redakteure gegenüber ausdrücklich zugestanden, daß er gewußt hat, daß Prinz, als er mit seinem Material ancr- bietend zu ihm kam, eben erst aus dem Gefängnis ent- lassen ivar, wo er eine Strafe wegen Betrugs verbüßte. Er habe auch sofort den Eindruck gehabt, daß es Pring nur darum zu tun war, Geld herauszuschlagen. Er habe darauf beim„Lokalanzriger" angefragt, was er tun solle. Tort habe man ihm gesagt, man über- lasse es seinem Ermessen, wenn er Geld brauche, könne er welches haben. Darauf habe er sich vom„Lokalanzeiger" mehrere tausend Mark anweisen lassen und das Anerbieten des Prinz angenommen. Er könne dabei nichts finden, wenn er als Anwalt auf diese Weise seinem Mandanten beizustehen suche. Wir führen dies hier an einmal, um der Welt die Auffassung des Herrn Nübell von den Pflichten eines a n st ä n d i g e n Aiuoalts nicht vorzuenthalten, und weiter, um den„Lokalanzeiger" zu er- suchen, sich hierüber zu äußern, denn in seiner an uns gesandten Erklärung hat der„Läkalanzcigcr" behauptet, er habe von den Absichten des Rechtsanwalts Nübell keine Kenntnis ge» habt und ihm zu dem obigen Zweck auch kein Geld angs- wiesen. Wer sagt nun die Wahrheit, der„Lokälanzeiger" odv sein RechtSbeistand?_ Die Locksteöter Waffenschiebungen. Eine amtliche Bestätigung. Zu unseren Mitteilungen über die Waffenscknebungcn im Loctstedter Lager wird den P. P. N. von zuftändiger Seite folgendes ges chri eben: Das Lockstcdtcr Lager umfaßt eine große Anzahl von Baracken, darunter ctiva vierzig weitläufige, zum Teil zweistöckige, massive Gebäude. Besonder» in den letzteren ist das Durchgangslager für Gefangene untergebracht. Die Soldatensiedler befinden sich zum größten Teil in Baracken, die aus dem Lager zur Erleichterung der Ackerwirtschaft nach dem Felde verlegt worden sind. Nur ein Teil der Mannschaften ist in Lockstedt selbst oder im Lager Lockstedt untergebracht. Es ist also falsch, alle Vorgänge, die sich ans Waffen- funde beziehen, mit der S o l d a t c n s i« d l u n g in Verbindung zu bringen, um so mehr, als im Frühjahr d. I. hintereinander ver- schieden« Militärformationeii in den Baracken gelegen haben. Daß Waffenhandel getrieben wird, ist längst festgestellt. Auch der Fund von Maschinengewehren ist zutreffend. Die Angelegenheit wird natürlich untersucht, und es wird selbstverständlich bekanntgegeben werden, wenn der Wasfenfund mit den Siedlern etwas zu hin hat. Bemerkt sei noch, daß der größte Teil der aus entlassenen Heeresangehörigen bestehenden Siedler sich in den Mooren in Schleswig-Holstein und Hannover befindet, in denen Waffenfunde nicht vorgekommen sind. Die Tatiocbe des Waffen haudels und die Waffenverber- gung wird bestätigt. Und das ist das wesentliche. Gegen die Soldatensiedlung als solche haben wir nicht nur nichts einzu- wenden, sondern wir unterstützen den Gedanken als solchen durchaus. Freilich verlangen wir alle Garantien, daß diese Siedlungen absolut friedlichen Charakter tragen und nicht zu Militärkolonien werden. Daß diese Garantien jetzt in Lockstedt gegeben sind, wird nach den obige namtlichen Ge- ständnissen niemand behaupten können. Aulock in Zeithain. Achnliche Zustände wie im Lockstedter Lager scheinen auch in Zctthain zu herrschen. Dort siedelt das frübere Freikorps von A u l o ck. Aulock saß bekanntlich wegen seiner Bluttaten in den Kapp-Tagen bis vor kurzem in Untersuchungshaft. Sein Korps hatte�umer einem Leutnant Wittstock e i ne�ie�lpui gäzcnoj' schuft„Arbeit G. m. b. H." gegründet, die sich gang gut anließ. Da wurde Aulock aus der Untersuchungshaft entlassen, angeblich weil er todkrank war. Und nun geschah das Unglaubliche: der tod- kranke Aulock taucht plötzlich in Zeit Hain auf, ver- langt die Leitung und bekommt es in kürzester Zeit fertig, die bisherige G. m. b. H, auseinanderzusprengen. Sie ist heute ein Trümmerhaufen, dank des todkranken Aulock rühriger Tätigkeit. Der größte Teil der früheren Genossenschaftler hat sich ohne Aulock zu einer neuen Gesellschaft zusammengeschlossen. Vielleicht interessiert sich das Landgericht in Breslau, das Aulock für haftunsähig erklärt hat, dafür, wozu der angeblich todkranke und haftunfähige Aulock noch Energie und Kraft besitzt. Die Polizeireform in Preußen. Berlin, 16. September.(WTB.) Pie für heute anberaumten Sitzungen des Preußischen StaatsministcriumS und des Haupt- aussch-usses der Landesversammlung über die Neuordnung des Polizeiwesens in Preußen sind ans Sonnabend, den 13. d. M., verlegt worden. Im übrigen sind die von einem Teil der Presse gebrachten Nachrichten des Inhalts, daß die gestrige Sitzung im Müsisterium des Innern zu einer Ablehnung des vom Ministerialrat Dr. Abegg• ausgearbeiteten Planes geführt halben, -unrichtig. Sämtliche Stellen haben ihn als Grundlage für den Neuaufbau de» Polizeiwesens anerkannt, Der„unschuldige" Traub. Kürzlich hat ein alter Leser im„Reichsboten" dargelegt, da? Reichsgericht habe gesprochen und festgestellt, daß„gegen Traub nichts einzuwenden" sei. Also könne und müsse er aus die deutsch- nationale Kandidatenliste der Preußischen Landesversammlung ge- setzt werden. Das war der erste, noch etwas vorsichtige Stoß. Jetzt folgt der zweite. Der geht nicht von einer Einzelperson aus, son. dern vom Vorstand des Deutsch nationalen LandeSver-- bau des des Wahlkreises Teltow- Beesiow-Storkow-Charlotten- bürg. Er schickt Herrn Traub zu seiner Rückkehr aus dem Ausland ein Begrüßungstelegramm, dessen erster Satz, nach der„Post" folgendermaßen lautet: »Ihre alten deutschnationalen Wähler begrüßen mit freu- viger Genugtuung, daß durch Einstellung des Bersährens gegen Sie die lächerliche Bezichtigung des Hochverrats als«ich. tig anerkannt ist." Der Schwindel, daß durch die Einstellung des Verfahrens gegen Traub feine Unschuld erwiesen sei, wird bald lawinenartig durch alle deutschnationalen Blätter rollen. Darum noch einmal: Gegen Herrn Pfarrer V. Traub ist vom Reichsgericht das Verfckhven lediglich auf Grund des Amnesticgesetzes eingestellt worden. ES wird nicht lange dauern, so werden Dentschnationale behaupten, durch die Niederschlagung d«S Verfährens sei festgestellt worden, daß Traub weder Propagcmdachcf noch Kultusminister unter Kapp gewesen sei; und Herr Traub sei nach dem Zusammenbruch dcS Kappschen verboecherischen Streiches nach dem Ausland ge- flüchtet, nicht um sich feige der Verantwortung für seine Tätig- keit unter Kapp zu entziehen, sondern um bescheiden den Ovationen der verfassungstreuen Deutschen zu entgehen, weil er so standhaft. sich dem Hochverrat entgegengcstemmt habe. Die oberschleßfche Gefahr. WTA. verbreitet weiteres Material über neue Aufstands- ab sichten der Polen. In einem polnischen Befehl vom 9. Sep- tember— L. 334/20— wird die Errichtung besonderer geheimer Erkundungspostcn angeordnet, die dauernd die„deutschen Kom- nlissariate und deutschen Spionagebureaus" beobachten sollen. Diese geheime Beobachtung scheint sich auch auf die eigenen Kuriere zu erstrecken. Der Kommandant des 27. Beuthener Reserve-Schützcn- regiments Jankowitz, meldet unter dem 2. September aus Krakau dem polnischen Plebiszitkonnnissariat in Beuthen, das erste, ziveite und dritte Bataillon des Regiments ständen ander Grenze in B e rei tsch a f t, am 10. September werde der Rest der Soldaten kommen, der Einmarsch erfolge auf Wunsch des Kommissariats. Am 2. August sind Weisungen zur schleunigen Beschaf- fuug von Waffen an alle Kreis kom Mandanten ergangen. Am 14. August wird nochmals unter Hinweis, daß die Aktion jeden Augenblick beginnen kann, um sofortigen Rapport, u. a. auch über Zahl der Waffen und der Organisationen, Kompagnien und Kampfesabicilungen ersucht. Außerdem sollen vom 14. bis 16. September vertrauliche Zusammenkünfte aller Kompagmesührer veranstalti�werden, um die Signale uno Sammelpunkte für den Alarmfall � verabreden und die Kompagnieführer über ihre Tätig- keit zu unterweisen. Für den 15. September ordnet das Oberkom- mando eine wichtige Sitzung in Beuthen a-n und teilt mit, daß am 16. und 17. als Instrukteur des OberkommandeurS Herr Stoelzii die einzelnen Bezirke bereisen wird. Gleichzeitig wird vor der Benutzung des Telephons gewarnt, da Befürchtung be- steht, daß Gespräche belauscht werden. In einem Hetzartikel des„Echo de Paris" gegen Deutschland und das„deutschlandfreundliche" England wird trotz dem seinerzei- tigen Dementi davon gesprochen, daß die englischen Ossi« ziere bei der Oberschlesienkommission zurückgetreten seien. Gin englischer wahrheitkünder. In»Pearsons Magazine" schildert der englische Journalist K o n o d y die Zustände in Deutschland. DaS Elend sei entsetzlich. Man lebe von Gelbrüben, Kohl und Kartoffeln. Es gäbe keinen Zucker, keine Milch, keine Butter, keinen Kaffee, mit einem Wort nichts. All dieses Mißgeschick aber hielte die Deutschen nicht von derj Förderung des Dramas, der Kunst und der Mus ik ob. Die Opern- und Theatervorstellungen seien geradezu unübertrefflich gewesen, ebenso der Druck und der Bilderschmuck. Die Deutschen seien traurig, bleich und sehen hungrig aus, aber sie hätten einen unerschütterlichen Glauben an ihre Zukunft und nur den einen Wunsch zu arbeiten und sich wieder aufzurichten._ sws dem Starrkrampf erwacht. Amsterdam» 16. September.(Telunion.) Im H a a g e r Friedenspalast ist dieser Tage der erste Schiedsspruch in einem Streit zwischen England, Frankreich und Spanien mit Portugal, in dem es sich um Beschlagnahme von Gütern bei der portugiesischen Revolution handelte, verkündet worden. Der Vor- sitzende Eliot Root wies darauf hin, daß der Schiedshof den Welt- krieg überlebt habe, und daß zum ersten Male seit Be- gründung des Friedenspalastes ein Urteil in diesem Gebäude gefällt sei, dieser Tag daher als eine Art Einweihung de» Gebäudes und ei» wichtiges Datum in seiner Geschichte anzu- sehen sei. Hätte man doch im Juli 1914 von dieser Einrichtung Gebrauch GeVerWastsbewegung verbanöstag See Eisenbahner. Dresden, 15. September 1920. Als Korreferenten zum Geschäftsbericht werden bestimmt: Stü der- Elberfeld zu Punkt Lohn- und Gebcrltspolitik und Kämmerer- München zur Bctriebsrätefrnge. Ein Antrag, den früheren Vorsitzenden des Zentralrats der Eisenbahner, Hertel, solange vcn den. Verhandlungen auszuschließen, bis die Beschwerde- Kommission ihren Bericht erstattet hat, wird abgelehnt. In seinem Korreferat betont S t ü b e r, daß die Lohnpolitik des Verbandes in Zukunft anders gestaltet werden muß. An dem Zusammenbruch der Verkehrsmittel seien nicht die Eisenbahner schuld, sondern Sie Brrgwerksbesitzer und Stahlindustriellen, die durch ihre maßlose Preispolitik die Preise.dauernd hochgetrieben haben. Tie Schließung der Werkstötten sei von der Verwaltung lange vorher geplant worden und verfolgte politische Zwecke. Die Vorsitzenden der Orgamsation dürfen künftighin keine Mandate zu den Parlamenten annehmen. Der Reichslohntarif in seiner heutigen Form muß in Zukunft ver- einsacht werden. 4 Lohngruppen seien vollständig ausreichend. Den Eisenbahnern muß das Existenzminimum gewährt werden, damit die Diebstähle aushören. Aus Erfurt ist folgendes Telegramm eingegangen:..Kühne verhaftet. Demonstration vor Amtsgericht stattgefunden. Ohne Er- folg. Weitere Aktionen und zu erwarten. Vcrbandstag muß Stellung nehmen." Zur Klärung der Sachlage ist eine Kommission aus Erfurt eingetroffen. Ein Gcschäftsordnungsantrag, eine elf- gliedrige Kommission zur Prüfung der Erfurter Vorgänge cinzu- setzen, wird angenommen. Ein weiterer Antrag verlangt, die ein- gesetzte Kommission solle sich mit dem Generalstreik in Stuttgart, der zur Entlassung von 120 Eisenbahnern geführt hat. beschästigen. RachSem die Kommission es abgelehnt hat. diesen Antrag zu ver- handeln, wird er ihr erneut zur Prüfung überwiesen. Ferner ist folgender Triuglichkeitsantrag eingegangen:„Die Delegation der Ortsgruppe München stellt an die Generalversammlung die An- frage, ob sich sämtliche Ortsverwaltnngen des D. E. V. mit einem Proteststreik der Münchener Eisenbahner einverstanden erklären können." Schessel vom Vorstand wendet sich gegen diesen An- trag, über den später namentlich abgestimmt werden soll Als Redner der Gegner der Opposition erhält Schräder- Lehrle eine Stunde Redezeit. Er führt aus: Tie wirtschaftlichen Fragen müssen von einer höheren Warte behandelt werden, als das von dein Korreferenten geschehen ist. Redner empfiehlt die Soziali- sierung der dazu reisen Betriebe, warnt aber vor der Zerstörung wirtschaftlicher Werte durch ungeeignete Maßnahmen._ Er schließt unter dem stürmischen Beifall der Versammlung mit einem Appell zur gemeinsamen Arbeit. Ter Berichterstatter der Beschwecdekommission Gladigan- Magdeburg behandelt den Fall des Stuttgarter Verbaudsangestellten M ichcl, der auf Beschluß des Vorstandes von seinem Poüen enl- sernt wurde. Er richtet dabei scharfe Angrisse gegen den Vorstand und ganz besonders gegen«den Vorsitzenden B r u n n e r. Letzterer verteidig: sich gegen die Angriffe. Er habe nicht aus einer persön- lichen Abneigung gegen Michel Stellung genommen, obwohl er ihn tür ungeeignet hält, einen Verbandsposten zu bekleiden. Im Vor- stand war allgemein die Auffassung verbreitet, daß Michel die treibende Kraft in der Frankfurter Opposition sei, die ihre Tätigkeit darin erblickte, dauernd die gewerkschaftliche Arbeit zu stören. Es wird beschlossen, Michel im Verbände weiter zu beschästigen. Nachdem dos Vorstandsmitglied Apitzsch den Bericht der zur Untersuchung der Erfurter und Stuttgarter Borgänge eingesetzten elsgliedrigen Kommission gegeben hat, werden folgende Eni- schlicßungcn angenommen: „Die Ykeneralversammlung des D. E. V. ist unter allen Um.- ständen gewillt, die Neutralität zu wahren und die Waffenver- schiebungcn zur Stärkung der Reaktion im In- und Auslände zu hindern. Sic empfiehlt den Eisenbahnern folgende Richtlinien zur prak- tischen Durchführung. Tie Kontrolle aus dem Eisenbahngelände . übernehmen die Eisenbahner einzig und allein selbst. Die uns durch den Frisdensvertrag aufgezwungenen Kon- ventionalzüge müssen durchgelassen werden. Die Transporte für die Regierung dürfen nur gefahren werden, wenn der dazu gehörige Frarbtbries mit laufender Nummer der Genebmigungsverfügung, Unterschrift und Siegel des Reichswehrministeriums oder der höchsten Polizeistelle des Landes versehen ist. Tie ziffernmäßige Angabe ist in Worten auszu- drücken. Auch die Art des Inhalts ist genau zu deklarieren. Auf allen örtlichen Dienststellen, sowie auf den Direktionen haben sich Kommissionen der Arbeitnehmer gemeinsam mit der Verwaltung zu bilden. Wird eine Einstimmigkeit aus einer Dienststelle nicht erzielt, so ist die Kommission aus der Direktion anzurufen. Herrscht auch dort keine Einmütigkeit, so entscheidet der Ent- waffnungskommissar gemeinsam mit den Gewerkschaften end- gültig." „Die Vernichtung der Munition in Erftirt ist auf das Schuld- konto der Reichsregicrung zu setzen, weil sie es versäumt hat, im Benehmen mit den Organisationen— trotz deren Drä�n— bestimmte und klare Richtlinien rechtzeitig herauszugeben. Dadurch, daß das Reichswehrministcrium ein diesbezügliches Telegramm der Vertreter der Erfurter Eisenbahner Nicht beant- wortet hat, sind dieselben zu der Auffassung gekommen, daß den verantwortlichen Instanzen nichts an der Mitwirkung der Ar- besterschast bei der Aufrechterhaltung der Neutralität lag. Unter diesen Umständen ist es verständlich, wenn die Erfurter Kollegen, von dem Willen beseelt, Menschenschlachten zu ver- hindern, über das Ziel hinausgeschossen haben. Die Kommission ist der Uebcrzeuguny, daß eS Pflicht der Organisation ist, die Wiedereinstelluag des zu Unrecht entlassenen Kollegen Keßler mit allen Mitteln zu betreiben. Desgleichen soll der Verbandsvorstand für die EntHaftung und Wiedereinstellung der beiden anderen Kollegen mit aller Ent- schiedenheit wirken."_ Umkehr zur Vernunft! Am letzten Sonntag hielt die Verwaltungsstelle Magdeburg des Deutschen MetallarbeiterverbandeS ihre Generalversammlung ab- Die Versammlung hatte sich u. a. auch mit dem Antrag auf Auf- Hebung des unter der Leitung des jetzigen Vorstandsmitgliedes Brandes beschlossenen Boykotts der Magdeburger V o l i s st i m m e" zu beschäftigen. Begründet wurde der Antrag vom Genossen Nitsche. Dem unabhängigen Bevoll« mächtigten Kaulfarr, der die Versammlung leitete, schien die Begründung äußerst unangenehm. Wiederholt unterbrach er den Redner. Die Versammlung verbat sich diese Unterbrechungen und als Kaulfarr feine Unterbrechungen fortsetzte, brach ein Sturm der Empörung los. Der anwesende frühere Bevollmächtigte Alwin Brandes wollte in seiner bekannten Biedermeiermanier die von 4099 Personen besuchte Versammlung beruhigen. Brande» erntete jetzt, was er gesät hat. Als er sprechen wollte, wurde der Sturm zum Orkan, Rufe wie SSieber, diese Schiebereien haben wir jetzt satt usw. mußte Brandes über sich er- gehen lassen und, ohne sprechen zu können, abtreten. Die Ver- sammlung konnte in dem allgemeinen Tumult nicht zu Ende ge- führt werden._ Arbeitgeber für die Betriebsorganisation. In letzter Zeit haben sich die Arbeiter der verschiedenen Berufe und Betriebe des öfteren mit der Frage der revolutionären Betriebs- organisation beschäftigt. In Hunderten von Versammlungen wurde ihnen von den Anhängern der K.A.P.D. die Notwendigkeit der Zer- trümmerung der freigewerkschaftlichen Organisation vor Augen gefübrt. Beseitigung der privatkapitalistischen Wirtschaftsordnung ist angeblich erster Grundsatz dieser wirklich revolurionären Gebilde. Sagt doch«hr Programm in seinem ersten Absatz:„Zweck der revolutionären Betriebsorganisation ist die Zusammenfassung aller revolutionären Arbeiter. Ziel ist Erkämpsung der Diklalur des Proletariats. Dieses Ziel bedingt nicht nur Bekämpfung der Kapital- Herrschaft mit allen politischen und wirtschaftlichen Mitteln, sondern auch den Kampf gegen alle Organisationen sfreie, syndikalistische usw.), deren Form und Tendenz diesem Kämpfe hinderlich sind." Um nun dieses Ziel zu erreichen, nimmt man sich die Arbeit- geber zu Hilfe. In verschiedenen Versammlungen referierte ein Herr Schubert, unter anderen auch am Monlaa bei den Straßen- bohnern. Dieser Herr konnte nicht aenng Worte finden, um für die Sozialisierung der Betriebe sowie für die Diktatur des Proletariats einzutreten. Um der Berliner Arbeiterschaft die Möglichkeit zu geben, sich mit den rrrebolutionären Maulhelden etwa? näher be- kannt zu machen, wollen wir es nicht unterlassen, die näbcre Adresse dieses Referenten mitzuteilen Es ist der Inhaber der Bäckerei und Konditorei F.Schubert, Charlottenburg. Galvani« st r o ß e 3. Nicht nur bezahlte Subjekte der Unternehmer treiben in der „revolutionären" Betriebsorganisation eine verwerfliche Tätigkeit, sondern selbst Arbeitgeber treten für sie ein. Ausgehend von dem Gedanken, daß eine zersplitterte Arbeitnehmerschaft nicht gefäbrlich werden kann, sorgen sie daiür, daß die gewerkschaftlich organisierte Front der Arbeiter zerstört wird, um ihre eigenen Vorteile zu wahren. An der Arbeiterschaft liegt es. diesem Treiben ein Ende zu be« reiten. Arbeiterl Reißt den Kündern der neuen Idee die Maske vom Gesicht: zeigt ibnen, daß ihr nicht Willens seid, euch aus- einanderreißen zu lassen. Tretet ein für die Geschlossenheit der Arbeiterjdjaft in den freien Gewerkschaften. Streik bei der Handelsgesellschaft Raiffeisenscher Genossenschaften. Seit Monaten stehen die Angestellten bei der oben genannten Firma in einer Lohnbewegung. Trotz vieler Verhandlungen waren die Geschäftsführer dieser F:rma nicht zu überzeugen, daß die Aufbesserung der Gehälter der Angestellten unbedingt notwendig sei. Gehälier für verheiratete Angestellte von 600—800 M. sind nach Ansicht der Firmenleitung und des Syndikus deS Arbeitgeber- Verbandes durchaus angemesien. Nur eine kleine Anzahl von Be- schäftigten beziehen höhere Gekälter, aber das sind, wie gesagt, nur wenige. Der SchlichtungsauSschuß Groß-Berlin wurde von den Angestellten angerufen und hat Gehälter festgesetzt, die nach unserer Ueberzeugung bei weitem nicht zur Anschaffung der not- wendigsten Lebensmittel und Bedarfsartikel ausreichen. Aber auch dieser Schiedsspruch wurde von der Firmenleitung abgelehnt. Die Angestellten sind daher Freitag früh geschlossen in den Streik ge- treten. Kaufmännische Angestellte! Nehmt bei dieser Firma keine Arbeit an. Aufschluß über den Streik gibt der Zentralverband der Angestellten, Fachgruppe 17 I. Die Transportarbeiter der Berliner Metallindustrie protestieren! Eine äußerst stark besuchte VertrauenSmänner-Versammlung von der Sektion 3 des Deutschen Transportarbeiter-Verbande» nahm Donnerstag zu den Tarifverhandlungen in der Metallindustrie Stellung. Der Sektionsleiter Fromke gab einen eingehenden Bericht über den bisherigen Gang der Ver- Handlungen und wies auf die Schwierigkeiten sowie Schwerfällig- leiten hin, die diese Verhandlungen begleiten. Wie schwer diese Verhandlungen geführt werden, gehe sehr deutlich daraus hervor. daß der Rahmenvertrag, der dem ersten Kolleltivabkommen vom Jahre 1918 beigegeben war. bereits am 1. April 1919 zum 1. Ol« tober 1919 gekündigt worden ist; trotzdem feit der Kündigung bereits l'/z Jahre verflossen sind, sei bisher noch kein Ersatz geschaffen. Auch der Lohn- und Eingruppierungsvertrag, den der Schieds» spruch vom 21. August und die Teilichiedsiprüche vom 2. November 1919 bildet, sind ebenfalls am 15. März zum 30. April 1920 gekündigt worden. Verhandlungen zum Abschluß eines necken Vertrages sind ge- führt worden, soweit sie die Emgruppierung betreste». In zwei Sitzungen haben die Transportarbeitervertreter mit den Arbeit» gebern verhandelt, die aber infolge der unüberbrückbaren Gegensätze zu keiner Verständigung führten. Die Emgruppierung der Transportarbeiter ist somit auch abermals von eurem unparteiischen Schiedsgericht vorgenommen worden. Der gefällte Schiedsspruch trägt den Forderungen der Transportarbeiter sehr wenig Rechnung und läßt im'großen und ganzen alles beim früheren Zustande. Die Transportarbeiter sehen sich genötigt, gegen die weiteren be- stehenden Ungerechtigkeiten den Kampf von neuem aufzunehmen. Soweit ein neues Lohnabkommen in Betracht kommt, ist noch gar keine Stellung genommen worden. Die Arbeit» geber haben es bisher äußerst gut verstanden, sich um diese Frage berumzudrücken. Auch eine Anregung der Arbeitnehmer, bis zum Abschluß des neuen Lohnvertrages eine Teuerungszulage von 1 M. vro Stunde als Ausgleich zu zahlen, fand die Ablehnung der Arbeitgeber. Wann zu der Neuregelung in der Festsetzung der Löhne Stellung genommen werden kann, sei äußerst ungewiß. Alle Diskussionsredner unterstützten die Ausführungen de« Bericht- erstatterS und wiesen ergänzend auf die verkürzte Arbeitszeit in vielen Betrieben hin, wodurcki weitere Verschlechterungen eintreten und die Arbeiter zur Verzweiflung getrieben werden. Die Versammlung beschloß einstimmig, zu Sonntag, den 19. September, vormittags 10 Uhr, eine Protestversammlung aller Transportarbeiter und-Arbeiterinnen nacki dem GewcrksckiaflSbaus. Engelufer 14/15, einzuberufen, in der Stellung zu den Vorgängen in der Metallindustrie zu nehmen ist. Die Konferenz spricht die Erwartung aus, daß sich die Transportarbeiter der Berliner Metallindustrie ihrer Aufgabe bewußt sind und hofft, daß diese Demonstration von allen aus das Nachdrücklichste propagiert und unterstützt wird. Ter Verband des Post- und Telegrapbenpersonals«Reichs- abteilnng im Deutschen Transportarbeiterverbcmd) kielt am Mitt» woch im GeWerk scha f lshau S eine Sektions- Mitgliederversammlung ab. Jenß berichtete zunächst über die im August abgehaltene Reickssimferenz iür sämtliche Lohn- und Gehaltsempfänger der Reichspost- und Telegraphenverwaltung. Tann berichtete er über die Verhandlungen mit dem Reichspo st ministe- �rium in der L oh n ta r i fk r ag«. die am 31. August zum! Abschluß eines neuen Lohntarifs führten, der vom 1. Juni bis zum 30. September gilt. Rückwirkende Kraft tat der Lohnraris nur für die Lobnempsänger, di« am 1. August 1920 sich im Dienst befanden.— Ter gesamte Rcichstaris läuft Ende September ab. Die Verhandlungen über seine Neugestaltung haben vor einiger Zeit begonnen und schweben noch. Ueber die Art der Durchführung der Dien st- st r e ck u n g wurden dann von verschiedenen Seiten mancherlei Be- schwerden vorgebracht. Für den ganzen Ober-Postdirektionsbezirk Berlin wurde eine einheitliche Regelung der Streckung ber- langt. Schmidt von der Sektionslenung teilte gegenüber den Beschwerden mit, daß bereits mit der Lber-Postdirekuon vcrbandelt worden sei, um die Unliebsamkeiten zu beseitigen, die durch die ver- schiedcne Handhabung der Streckung aus den verschiedenen Aemtern sich ergeben hätten. Aus Grund der Aussprache mit der O. P. D. sc: nunmehr die einheitliche Regelung der Streckung im Gange, und die Ober-Postdirektion sei der Meinung, daß man bei allge- meiner Streckung mit einer 10prozentigen Streckung auskommen werde, daß also jeder 10 Prozent der Tienstteistung auszusetzen habe, wofür keine Bezahlung erfolge. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter. Sonntag. den 13. Scplember, vormittags 9 Ubr, im Rosenthaler Hoi, Rosentbaler Str. 11/lL: Versammlung sämllicher Müblenarbeiter Kroß- Berlins. Tagesordnung: Bericht der Lohnkommifsion über die staltgesundene Verhandlung unserer eingereichten Forderungen. Teutichcr Hutarbeiter-Verband. Betriebsräte und Betriebsobleute. Sonntag, den 19. September, vormittags 10— 12 Uhr, bei Schulz, Elisabeth- straßc 30. Delegiertenwabl zum Betricbsrätckongreß. Tentschrr Transportarbeiterverband. Hausdiener. Packer und Packerinncn in den Schuhfabriken. Heute abend b'Uhr bei Schreiber, Holz- marttftr. 65: Versammlung. Tagesordnung: Wie stellen wir uns zur Forderung des 25 prozentigcn Lohnzuschlages in den Schuhsabrikcn. Soziales. Die Metallindustrie nach Kriegsende. In der Eisen- und Stahlindustrie ist die Umgestaltung der Be- triebe von der Kriegsarbeit auf die Friedenstätigteir mit ziemlichen Härten für die Arbeiterschaft durchgeführt worden. Es mußte meist eine mertlicbe Verringerung der'Arbeitnehmerzahl vorgenommen werden. Lehrreickien Ausscbluß geben darüber die Berichte der Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaften. Es verminderte sich z. B. von 1918 aus 1919 die Zahl der.Vollarbeiter"eilen nicht in Kraft treten zu lassen. Zu diesem Plan paßt das Verschleppungsmanöver, durch das °ie für gestern angesetzte Groß-Berliner Stadt- Nerordnetensitzung verhindert wurde. Die Sitzung war einberufen Wörden zur Neufestsetzung von Magistratsgehältern, nötig geworden ist, weil der Oberpräsident die bereits gefaßten Beschlüsse zum Teil beanstandet.. Die Einladung nannte aber als Sitzungstag„Donnerstag, den 15. September"(statt 16. September) und sie gelangte nicht min bestens zwei Tage vor dem S i tz u n g s b e g i n n in die Hände aller Stadtverordneten, wie die Geschäftsordnung es vorschreibt. Das bot den rechtsstehenden Parteien eine erwünschte Handhabe, die Sitzung zu hintertreiben. Nach Eröffnung der Sitzung durch Vorsteher Dr. Wehl bat Stadtv. Dr. Caspari(Deutsche Volkspartei) ums Wort und führte aus; Ich widerspreche dem Eintritt in die Tagesordnung, weil die Sitzung nicht ordnungsmäßig ein- berufen i st. Ich lege keinen Wert auf den Fehler im Datum, wohl aber auf die Nichtachtung der Vorschrift, daß die Einladungen windestens zwei Tage vorher erfolgt sein mußten. Sie sind erst wr Laufe des Dienstags abgegangen, und manche Stadtverordnelen baben sie erst am Abend erhalten, so daß hier die vollen zwei Tage bis zur Sitzung nicht gewahrt sind. Vorsteher Dr. Wehl: Wir haben so gehandelt, wie es bisher ur der Berliner Stadtverordnetenversammlung oft Brauch war. (Niemals! Niemals!) Sie können nicht„Niemals" sagen. Ich gebe aber zu, daß nach dem strengen Wortlaut der Geschäftsordnung der Widerspruch berechtigt ist und ich habe sa die Rechte der Minderheit zu wahren. Unterstützen, wie vorgeschrieben ist, windestens 13 Mitglieder den Widerspruch?(Geschieht.) Dann ist die Sitzung geschlossen.(Rufe bei den U. Soz.: Das sind Helden I) Die nächste Sitzung wird Dienstag um 5 Uhr stattfinden. (Rufe bei den U. Soz.: Mit dieser Gesellschaft—I) Während der Saal sich langsam leerte, machte die Erregung "sich noch in manchen Rufen Luft. Die rechtsstehenden Parteien, Deutschnationale, Deutsche Volkspartei usw., freuten sich des Streiches— und die Demokraten schmunzelten dazu. Ssdws Entwaffnung. Berlin entwaffnet sich. Was seit den Märzunruhen ein recht ungewohnter Anblick geworden war, gehört seit zwei Tagen wieder zu dem täglichen Straßenbild Berlins: Zivilisten mit Militärwasfen, die alle dem einen Ziel zustreben, der Waffen- abgabestelle. Deutlich sieht man ihnen eine gewisse Scheu an. Aber es gibt pro Gewehr 166 M., das entscheidet. Und geduldig nimmt man den Spießrutenlauf mit in Kauf. Als man merkte, daß »ran nicht allein war, wurde man schon etwas sicherer. Und als es sich erst herumgesprochen hatte, daß man auf der Abgabestelle keinen Namen, auch nichts über die Herkunft der Waffen anzugeben brauchte, war der Rest des bösen Gewissens verflogen und man wagte bald wieder zu schimpfen darüber, daß man so lange warten mußte, bis man herankam. Alle Arten von Waffen wurden herangeschafft. Inländische Modelle, ausländische, ältere, neuere und ganz neue, Maschinen- gewehre, teilweise oder ganz, Richtteile von Geschützen, auch Flammen- und Minenwerfer. Alle Stände waren vertreten. Sichtlich tat es jedem leid, daß die teilweise völlig neuen Waffen sofort nach Abgabe auf dem Amboß gelegt wurden, um mit einem schweren Schmiedehammer unbrauchbar gemacht zu werden. Ein Schlag ans die Mündung verbiegt den Lauf so, daß kein Schuß mehr durch ihn hindurch kann. Ein zweiter Schlag auf die Schloßbrücke macht die Ein- führung des Schlosses unmöglich. Das Schloß selber zu zerstören hat sich nur bei den ausländischen Gewehren als ohne gewisse Gefahr durchführbar erwiesen. Die deutschen Schlösser sind so vorzüglich gehärtet, daß sie schon bei schwachen Schlägen zer- splittern, nicht ohne Gefahr für die Umstehenden. Ein Mann empfängt sein Geld für einen Richtteil eines Ge- schlltzes.„Schade, daß ich nicht alles mitbringen kann, aber die übrigen Teile sind bei anderen".„Schade um das schöne Gewehr", hört man fortwährend. Ein alter Herr mit einem 71er-Modell kommt herein. Man sieht, die Waffe ist mit Verständnis und Liebe gepflegt. Ein Offizier a. D. Ihm stehen die Tränen in den Augen, als er sie abgibt.„Es ist mir ja nicht um das Geld zu tun, aber meine Frau konnte sie nicht mehr an der Wand hängen sehen, und Sie wissen ja, da ging es eben nicht anders." Ein und derselbe Staötversrönete imö HeMksverorönete! Sonnabend 6 Uhr im Bürgersaal des Berliner Rathauses, Eingang von der Königstraßc: Konferenz der Stadt- verordneten und BczirkSvcrordnetcn der neuen Stadtgemeinde Berlin. Da es sich um wichtige Mitteilungen handelt, ist das Erscheinen aller erwünscht. Es haben nur Stadtverordnete und Bezirksverordnete Zutritt. Als Legitimation gilt die amtliche Bestallung zum Mitgliede der Stadtverordnetenversammlung oder einer Bezirksversammlung, außer dem das Mitgliedsbuch der zuständigen Parteiorganisation. Der vorftanü üer fozialöemokratischen Staötveroröneten-Jraktion. LWWÄMiZ Mann, der sicheii der Bote ein Modelle wurde» Munition, wie u Abgabe st eile West, Spand zurücknehmen. Während der lebhafter Betrieb der ersten Tage Waffenschieber ist, kommt mehrere Male: ! erVereins. Sogar einige japanische . eiert. Ein Pappkarton mit 366 Schuß cn, ab Fabrik verschwunden, wird angeschleppt. für Mun'ition ist in Reinickendorf- au er Weg 16. Also mutz man sie wieder ganzen Abgabestunden herrscht auf allen 25 Stellen . Genauere Zahlenangaben über das Ergebnis werden erst im Laufe des Tages bekannt werden. Tie Magistratsdezernenten. Der Fünfundzwanziger-Wahlausschuß trat am Donnerstag abend zum 13. Male unter dem Porsitz Dr. Wehls zusammen. Zu Beginn hielten die beiden eingeladenen Kandidaten Dr. Karl Müller vom städtischen Fuhramt und Bergasseffor Horten von der Abwickelungsstelle des KriegSministerium's kurze Vorträge. Die Abstimmung ergab eine Mehrheit für Bergassessor Horten, der mit den Stimmen der beiden sozialistischen Parteien als Kandidat aufgestellt werden wird. Horten war früher stellvertretender Direktor bei dem kriegsindustrieellen Werk Chyfen. Sodann wurde in die Beratung eingetreten über die Kandidaten über das Berliner Verkehrswesen. Nach längerer eingehender Beratung wurde mit 14 Stimmen beschlossen, den jetzigen stell- vertretenden Direktor Prof. G i e s e vom Verband Groß-Berlin als Kandidaten vorzuschlagen. Der Gegenkandidat Dr. Adler von der Großen Berliner Straßenbahn erhielt 16 Stimmen. Zum Schluß einigte man sich dahin, der Stadtverordnetenversammlung zu empfehlen, daß ein Volldezernat für das Siedlungswesen geschaffen werden soll. Es soll dann mit einem der noch zu wählenden Stadträte(Gehalt 18 266 Mark zuzüglich S6 Prozent Teuerungszuschlag) besetzt werden. Bei der Wahl der Stadträte will man Rücksicht nehmen auf einen für dieses Amt befähigten Mann._ 23/4 Millionen für unsere Schuljugend. Der Magistrat beantragt bei der Stadtverordnetenversammlung die Bewilligung von 2 7 1 4 9 5 6 M. für den Erhol ungs- aufenthalt gesundheitlich gefährdeter Schulkinder in der Zeit vom 7. Juni bis 3. Juli und vom 9. August bis 4. September und für die Ferienspiele in der Zeit vom 5. Juli bis 7. August. Seit einigen Jahren findet auf den großen Außenipielplätzen Berlins der Erholungsaufenthalt für gesundheitlich gefährdete Schulkinder statt. Er erstreckt sich auf die Zeit von 4 Wochen vor und 4 Wochen Ireitag, 17. September 1920 nach den großen Ferien. Während der Ferien finden die Ferien- spiele statt. Die Kinder, welche an dem Erholungsaufenthalt teil- nehmen sollen, werden vorn Schularzt ausgesucht. Es sind unge- fähr 12 666. An den Ferienspielen kann dagegen jedes Kind teilnehmen. Der Andrang zu den Ferienspieien war sehr stark. Es war mit einer täglichen Besucherzahl von 13666 Kindern gerechnet worden, an einigen Tagen aber belief sich der Besuch auf über 46666 Kinder. Die Durchschnittszahl der Besucher während der Ferienspiele betrug 23 666 Kinder. Die Ge- samtkosten für die Ferienspiele und den Erholungsaufenthalt dieser Kinder betragen 2 714 956 M._ Was der Pastor zustande brachte! Aus der Berliner Dankeskirchengemeinde er. fahren wir von einem Akt„soelsorgerischen" Eisers, der wegen seiner gewiß nicht erwarteten Wirkung weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient. Dort amtiert Pastor Egidi, der auf„strenge Zucht" hält. Von der kürzlich vollzogenen Konfirmation hat er einen 14jährigen Schüler ausgeschlossen, weil er ihm noch nicht genügend„sündenrein" schien. Gegen Ende vorigen Win- ters gab der Knabe, der seit Herbst den Konfirmandenuntervicht besuchte, dem Pastor ein paarmal Anlaß zu Tadel. Tie kirchlich ge- sinnte Mutter, eine Kriegerwitwe, hatte von einer persönlichen Rücksprache mit dem Pastor den Eindruck, daß eine Verständigung erreicht sei und die Sache nicht angekreidet werden solle. Im Som- mer wurde dann der Junge durch Vermittlung der Schule zur Kräftigung seiner Gesundheit nach Ostpreußen geschickt, so daß er dem Konfirmandenunterricht des Pastors Egidi von der ersten Hälfte des Juni bis in die zweite Hälfte des August fernbleiben mußte. ?fls er nach Berlin zurückkehrte und sich wieder zum Unterricht ein- fand, gab er auf Befragen dem Pastor an, daß er in Ostpreußen keinen Unterricht gehabt habe. Danach erklärte Pastor Egidi, er werde ihn zu Michaelis nicht konfirmieren. Der Junge hatte nun nicht den Mut, das sofort seiner Mutter zu melden, und diese traf ahnungslos alle Vorbereitungen zur Konfirmation. Erst am Abend vor dem Konfirmationstag erfuhr sie von dem Pastor in persönlicher Unterredung, daß er den noch nicht„sündenreinen" Sohn nicht konfirmieren werde. Obwohl der gestrenge„S e e l e n h i r t" gegenüber allen Bitten der schmerzlich über- ra schien Mutter taub blieb, hoffte sie, er toerde am anderen Tage sich doch noch erweichen lassen. Sie schickte den Jungen in Festkleidung zur Konfirmationsseier, begab sich auch selber zur Kirche und wartete bei den anderen Eltern sitzend gläubigen Herzens. In der Sakristei aber wies Pastor Egidi vor den versammelten Konfirmanden den noch nicht„reinen" Sünder mit scharfen Worten zurück— und er ließ ihn durch den Kirchendiener auf die Straße h i n a u s b r i n g e n. MS einen„Hinauswurf aus der Kirche" empfand die Mutter diese Abweisung. Und das war ihr geschehen— ihr, die immer zur Kirche gehalten hatte! Die Bemühungen eines Ver- wandten, sie aus den Fesseln der Kirche zu befreien, hatten bisher keinen Erfolg gehabt. Jetzt aber kam ihm Hilfe vom— Pastor. Der freilich wird ganz gewiß nicht„erbaut" sein, wenn er hört, was er zuwege gebracht hat. Die Mutter verzichtete jetzt selber auf die Konfirmäfion ihres Sohnes und meldete ihn schleunig st noch zur I u g e n d w e i h e an, die in der zweiten Hälfte des September stattfindet. Auch erklärte sie für ihren noch schulpflich- ti-gen jüngeren Sohn, daß sie ihn am R e l ig ionsunterricht der Schule nicht mehr teilnehmen läßt. Das hatte mit seinem Eifer der Pastor Egidi erreicht. Bielleicht wird nun ein Sendbote der Kirche die abtrünnige Mutter besuchen, der sie und ihre Kinder als„verirrte Schäflein" zurückholen soll. Sie wird dann wissen, was sie zu tun hat. Wie in der Kirche der Pastor entscheidet, so hat in ihrer Wohnung sie das Hausrecht. Und von keinem„Diener Gottes" braucht sie sich in ihre Angelegenheiten hineinreden zu lassen. Gegen die Verkürzung der Polizeistunde. Damit zur Durchführung des Abkommens von S p a Kohlen erspart werden, plant die Regierung bekanntlich eine Verkürzung der Polizeistunde im Gastwirtsgewerbe. Gegen diese Absicht protestierte am Donnerstag nachmittag eine vom Kartell der Arbeitnehmerorganisationen im Gast Wirtsgewerbe abgebaltene Massenversammlung im Zirkus Busch. Der Referent Schröder, Vorsitzender des Gast- wirtsgehilsenverbandcs, sagte, wenn infolge der Verkürzung der Polizeistunde dem Hausaedarf auch nur ein ganz geringes Quantum von Kohlen mehr zugeführt werden könnte, würden die Gastwirts- gehilfen die ersten sein, die dieser Maßnahme zustimmen. Aber Das Licht der Heimat. 15j' Von August hinrichs. Ms die Tiere auf den Wagen geladen sind, stehe« sie alle drei draußen und sehen nachdem großen Feld hinüber, auf dem fremde Arbeiter und Frauen mit bunten Kopftüchern noch mit der Kartoffelernte beschäftigt sind. Der Voßbaner steht da und putzt einen Knecht herunter, der seinen Wagen festgefahren bat und nun auf die Pferde losschlug. Mächtig donnert er den Kerl zusammen, dann packt er selbst in die Räder und hilft den Wagen aus dem weichen Acker. „Sollte man glauben," fach der Händler,„daß der mit seinem neumodischen Kram zurechtkommt? Was der da allein an Kartoffeln herausholt— Donnerwetter nochmal, das scheffelt." Er bekommt keine Antwort und sieht von einem zum an- dem. Dann klopft er Meta twrtraulich auf die Schulter und meint:„Nachmachen, junge Frau, nachmachen! Der Kerl drüben, der kann was!" „Mag schon sein," sagt.Meta kurz. Harm aber steht mit hängendem Kopf, zerarbeitet und müde, und steht durch die Latten des Wagens regungslos auf seine Tiere, die jetzt für eine Handvoll Geld einem andren gehören— nicht mehr sein eigen sind. Ihm fällt ein, daß der Stall leer ist— gleich morgen will er ihn reinmachen. Der Händler sieht den Mann an und dann die Frau. Da lächelt er verschmitzt, und indem er auf den Wagen steigt, beugt er sich dicht zu Metas Obr:„Schade, daß Ihrer nicht ein bißchen von dem da drüben abhat— aber nichts für ungut." Er schnalzt mit der Zunge und die Pferde ziehen an. Meta versteht es plötzlich, was er meint.„Nein," will sie schreien, aber der Wagen fährt schon aus dem Hof. Neim von dem soll er nichts an sich haben, tausendmal ist Harm ihr lieber als der. Sie sieht ihren Mann an, seine Schultern hängen nach vorn, sein Gang ist schleppend— die ewige Arbeit hat ihn zermürbt. Sie sucht in seineni Gesicht: seine Stirn ist voll � Furchen, waren seine Züge immer so schlaff? Und seine Augen— seine Augen sind gut und hreu, ja gut und treu. Und dabei fällt ihr der Hund vor detü Wagen der alten Ka- thrin ein, die wöchentlich einmal mit ihren Stuten bis hier .herausgehumpelt kommt. Der hat auch so gute treue Augen, die nie aufblitzen, nie, nur immer gut uud treu waren, auch wenn er den ganzen Tag vor seinem schweren Wagen keuchte und sich abquälte, und geprügelt und getreten wurde. Gut und treu ach gut und treu! Aufblitzen sollten sie, einmal aufflammen, brennen und glühen! Anstürmen sollte er gegen das Schicksal, rasen, wüten, es mit beiden Fäusten packen, irgendwie! Aber das— das konnte er nicht, Harm nicht! Nur immer arbeiten, sich treten lassen vom Schicksal und arbeiten. Arbeiten mit krummen Knieen und krummem Rücken, gut und treu— ach— gut und treu. Bitter stieg es ihr auf. Da krampsten sich ihre Finger, sie drehte sich nur und ging ins Haus und saß drinnen am Tisch, warf den Kopf auf die Arme und schluchzte. Harm stand neben ihr. Weinte sie, weil jetzt im Winker keine Wurst auf der Diele im Rauch hängen würde? Weil sie das Essen ohne Fleisch würde kochen müssen? „Meta— vielleicht können wir ein paar Ferkel wieder- kaufen, später." Sie antwortete nicht, da sah er sie traurig an und ging still an die Arbeit. Man mußte es eben tragen. Sie ließ ihn gehen. O deswegen, wenn sie nur ihr trocken Brot hatten, deswegen weiß Gott keine Träne, deswegen nicht. Aber— es raste in ihr, sie mußte sich ausschlluchzen. Da fühlte sie auf ihrer Hand eine andere, eine kleine warme, feste Kinderhand. Die zog und zerrte nicht, die drückte nur, warm und sicher. Und es schmolz etwas und löste sich in ihrer Brust. Sie weinte weich und leise weiter.„Mutter." O> sie verstand den heißen' Händedruck und hob das Gesicht und lächelte tapfer. „Dierk," sagte sie und tastete nach seinem Kopf und zog ihn fest an ihre Brust.„Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen— du mußt immer ein tapferer und aufrechter Kerl sein, hörst du?"„Mutter," sagte er,„das bin ich auch." „Und lvenn dich jemand quälen will und möchte dir den Kopf beugen, dann sollst du dich wehren. Die Fäuste ballen und die Zähne zeigen, verstehst du das?" „Ich weiß es, Mutter." „Wir sind ganz arme Leute, Dierk. Tut es dir auch leid, daß du jetzt im Winter keinen Blutball mehr essen kannst und keiire Hackgrütze?" „Gar nicht, ich mag sie nicht einmal wehr." „Darum sollst du dir doch von niemand etwas gefallen lassen, von niemand, niemand, einerlei, wer das ist! Ich dulde es nicht." „Ich weiß wohl, wen du meinst, Mutter." Er hob den Kopf und sab kindlich drohend aus dem Fen- ster auf die neuen Felder. Sie erschrak heftig. Wußte er— oder ahnte er nur? Sie stellte sich neben ihn) und ihre Augen nähmen einen harten Glanz an:„Ja, auch von dem nicht." Von nun an war ein heimliches Einverständnis zwischen ihnen. Sie brauchten sich nichts zu sagen darüber, aber wenn sie nur einmal von ihrem Acker aufsahen, nach dem Feld nebenan, dann war das jedesmal wie ein fester Händedruck und sie gingen beide wieder mit verbissenen Lippen an die Arbeit. Harm rückte ihnen ganz allmählich ferner. Er gehörte nicht mit dazu,— wußte nichts von ihrem Bund und stand immer etwas außerhalb von Mutter und Kind. Nur in einem waren sie sich gleich— sie arbeiteten alle drei ganz unmenschlich, um weiter zu kommen. Sie schofsten mehr als früher, weil Dierk ja mit half. Sie konnton das Land besser durcharbeiten, das llnkraut besser jäten, die Frucht besser hacken. Alles, alles machten sie noch gründlicher als früher. Konnte Gott, wenn er ihren Fleiß sah, etwas anderes tun, als ihnen eine gute Ernte geben, besser als jedem an- dern? Eifersüchtig sahen sie nach des Voßbauern Feldern hinüber. Wenn nur der Winter erst vorüber wäre. Und dann diese ungeduldige Erwartung, als sich die ersten zarten, lichtgrünen Spitzen zeigten, als der braune Acker, wenn man ihn von der Seite ansah, einen hellen Schimmer bekam, nnd als sich endlich die Halme entfalteten und das ewigschöne Grün, die selige Farbe des Werdens und Gedeihens, satt und saftig und glänzend die Erde bedeckte. Was für ein gesegnetes Frühjahr! Des Voßbauern junge Tannen machten einen mächtigen Schuß, jetzt ließen sie schon die Heide unter sich. In langen Wellen liefen die grünen Bäume über das Land. Ueberall schoß die Saat hoch und kräftig in die Halme. Keiner hatte Lust, abends das Feld zu verlassen, und seder freute sich beim Einschlafen schon auf den kommenden Mor- gen, da die frische Herrlichkeit noch tausendmal frischer und herrlicher und saftschwellender dastehen würde. Und jetzt brennt die Sonne herunter, um das Gewachsene reifer: zu lassen. O, sie meint es gut. Welch reiche Ernte wird das geben! Alle danken dem Himmel für seinen Segen. (Forts, folgt.) tinrtj dem Urteil von FaSleuisn bringt die Vc-rlärgung der Polizeistunde gar keine Kohlsnersparnis. Sie wird aber die Folge haben, daß viele Arbeitgeber die Betriebs schließen, wodurch die ohnehin schon erschreckend große Zahl der Arbeirs- losen im Gastwirtsgewerbe um Taufende vergrößert wird. Eine nennenswerte Ersparung von Kohlen kann erzielt werden, wenn die Gastwirte angehallen lverden, den Lichtverbrauch auf das äußerste einzuschränken. Die Berkürzuug der Polizeistunde würde die Folge haben, daß sich die Zahl der heimlichen Nachtlokale, die eine grenzenlose Licht- Verschwendung betreiben, noch weiter vermehrt. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die Versammlung von Arbeitnehmern im Gastwirtsgewerbe erhebt schärfsten Protest gegen die beabsichtigte Verkürzung der Polizeistunde. Die Versammelten sind sich darüber klar, daß durch diese Beschränkung eine.Kohlenersparnis nicht erzielt wird und verweisen hierbei auf die Werturteile des Reichskohleu- kommissars und bedeutender, technischer Fachleute der Licht- und Koblenversorgung. Die Herabsetzung der Polizeistunde ist nach diesen Urteilen vollkommen unberechtigt. Ihre Durchführung würde lediglich die große Zahl der bereits vorhandenen Arbeitslosen ganz gewaltig vermehren und durch ihre Auswirkung geradezu katastrophale Folgen auslösen. Zu der Erkenntnis, daß eine wirtschaftliche Schädigung der Be- bölkerung durch Beibehaltung der bisherigen Polizeistunde nicht gegeben ist, fordern die Versammelten die Regierung auf, ganz energisch allen Forderungen auf Verkürzung der Polizeistunde ein- gegeiizutreten." Zauch-Belzig und sein Landrat. Um einige im Kreise Zauch-Belzig vorgefallene Borgänge zu klären und eine Wiederholung unmöglich zu machen, hatte die so- z i a l d e m o k r a t i s ch e Fraktion von Zauch-Belzig sich an ihren Landrat gewandt mit dem Antrage, einen außerordeut- luven Kreistag abzuhalten. Veranlassung boten Unregel- Mäßigkeiten in der dortigen Kreisbckleidungs stelle, die auf einige tausend Mark Verlust hinauslaufen— über Schiebungen des Gemeindevorstehers und eines Kaufmanns mit Margarine und Schmalz, die als Auslandsware zu höhereu Preisen veräußert wurden, ohne daß der Landrat Freund, ein Sohn des Slaalssekretärs Freund, dagegen einschritt. Aehnliche Zustände Herrichten in der K r e i s k o r n st e l l e. Trotzdem dem Landrat auch bekannt ist, daß ein Gemeindevorsteher und Kreistags- Mitglied St. in Schlalach bei Treuenbrietzen jahrelang größere Menge» Brot- und sonstige Lebensmittelkarten angefordert und dem Bäcker des Ortes wähl- und ziellos Mehlscheiue aus- gestellt hat. ist auch dagegen nicht eingeschritten worden, anscheinend weil auch dieser Herr dem Landbund angehört. Nach der Neuwahl des Kreistages im vergangenen Jahre wurden unier anderen Kommiisionen auch zwei KreiSdeputierie gewählt, die laut der Kreisordnuug bei Urlaub oder sonstiger längerer Abwesen- deit des Landrats denselben vertreten sollten. Anscheinend, weil er befürchtete, daß ihm einmal in die Karten gesehen wird, ließ der Landrat sich bei seinem diesjährigen Urlaub einfach durch den Regierungsasscssor vertreten. Die Einladungen zum Kreistag waren bereits fertig, als unser Fraklionsvorsitzender ein Schreiben des Landrats bekam, in dem die geforderte Einberufung des Kreistages mit der beantragten Tagesordnung nach den gesetzlichen Bestimmungen als unzu- lässig abgelehnt wird. Wie überall in deutschen Landen, hat auch im Kreise Zauch- Belzig der L a n d b u n d„alias Orgesch" seinen Einzug gehalten. Trotzdem dem Landrat früh genug von diesen Vorkommnissen Kenntnis gegeben und ihm ganz genaue Angaben über Lager- und Löaffenbestände gemacht wurden, hat der Landrat beide Augen zu- gedrückt, Protesiversammlungen in verschiedenen Städten und Ort- schaften des Kreises halfen nichts, der Landrat schritt nicht ein, da ja die Organisationen unter dem Protektorat seines Beraters, des früheren Landrats des Kreises, des berüchtigten Herrn v. T., standen. Der Berliner Stadtrat Genosse Sassenbach scheidet aus dem Magistratskollegium aus. Beim Ausgehen Berlins in Größ-Bcrlin erlischt sein Mandat eines unbesoldeten Stadtrats. In dem Ma- gistratskollegium für Grotz-Berlin übernimmt er nicht wieder einen Posten, weil seine Arbeitstrast durch andere Aufgaben be- ausprucht wird. Genosse Sassenbach war der erste sozial- demokratische Stadtrat, den Berlin erhielt. Erst in der Kricgszett, im Jahre 115, wurde er gewählt, obwohl in der Stadt- verordnetenversammlung die sozialdemokratische Fraktion längst fast ein Drittel aller Sitze innehatte. Und bei diesem einen Vertreter der Sozialdemokratie im Magistrat blieb es dann biö zu den Gemeindewahlen von 1019. die den beiden sozialistischen Fraktionen zusammen eine Zweidrittelmehrheit brachten. Sassen- itach, der als Stadtverordneter seit 1906 sich besonders den Ar- beitersragen gewidmet hatte, hat auch im Magistrat während der 5l- Jahre seiner Amtsdauer eine fruchtbringende Tätigkeit entfaltet. Sein Hauptarbeitsgebiet war hier die Erwerb'slosenfür- sorge und zuletzt die Jugendpflege. Der Verkehr mit Saatgut der beschlagnahmten Getreidesrten (Roggen, Weizen, Spelz-Dinkel, Fesen-Emer, Einkorn sowie Gerste und Hafer).aus der Ernte 1920 ist durch eine Alinisterialver- fügung nebst Anordnungen der Reichsgetveideftelle vom 19. Juli 1929 geregelt. Wer in Eigenhandel oder als Kommissionär oder Vermittler gegen Entgelt sich am Umsatz von Saatgetreide be- tciligen will, bedarf der Zulassung. Der ZulassungKantrag ist in zwei Exeinplaren bei dem Magistrat, Abteilung für Brotvers orgnng, einzureichen. Vordrucke hierzu sind bei Carl Heymann, Mauerstr. 43/44, erhältlich. Landwirte, die nicht in die Verzeichnisse der Züchter von Originalsaaten und anerkannten Absaaten ausgenommen sind, dürfen nur mit besonderer schrist- licher Erlaubnis selbstgebautes Getreide zu Saatzwecken veräußern. Das gleiche gilt für Landwirte, die in die erwähnten Verzeichinisse aufgenommen sind, sofern sie Saatgut veräußern wollen, das von Flächen geerntet ist, die in diesen Verzeichnissen nicht ausgeführt sind. Der Bezug von Saatgetreide ist nur gegen Saatkarte zu- lässig, deren Erteilung von Händlern bei dem Vorsitzenden oer � Staatlichen Verteilungsstelle von Landwirten(Verbrauchern) bei der Ortspolizeibehörde unter Benutzung eines hierzu angeord- neten Vordrucks zu beantragen ist. Zu Saatzwecken darf Wintergetreide nur in der Zeit bis 15. Dezember 1929, Sommer- ge treibe nur in der Zeit bis 1. Juni 1921 geliefert werden. Händler und Landtoirie sind verpflichtet, über alle Saatgutgeschäste nach dem vorgeschriebenen Muster Buch zu führen und all- ivöchentlich Buchau szüge mit den zugehörigen Saatgutabschnitten einzureichen. Der Verkehr unt Saatgutgetreide unterliegt der Aufficht der Rcichsgetreidestelle und des Magistrats. Versailles und„Rheingau". Nach einer durch W. T. B. verbreiteten amtlichen Erklärung entspricht die Meldung von einer bevorstehenden Schließung des Amtes„Nheingau" nicht den Tatsachen� Es ist richtig, daß sich in em Amt belgische Klappenschränke befinden, zu einer Beunruhigung liegt aber um so weniger Veranlassung vor,„als seitens der Reichstelegraphenverwaltung für alle sich bietenden Möglichkeiten die Wege bereits festgelegt sind, � wie die Frage technisch ohne Benachteiligung der Teilnehmer zu lösen sein wird, falls sich eine Auslieferung der Apparatteile an die belgische Regierung nicht vermeiden lassest sollte." Einmalige Beihilfe für Erwerbslose. Der Hauptausschuß der Erwerbslosensürsorge hat in seiner Mittwochsitzung beschlossen, fol- gende einmalige Beihilfe sofort auszuzahlen: An Ledige unter LI Jahren bei 8— 29wöchiger Arbeitslosigkeit 199 M., darüber 129 M.; über 21 Jahre bei 8— 29toöchiger Arbeitslosigkeit 129 M-, darüber 159 M. Stammunter st ützungsempfänger, die � Angehörige zw ernähren haben, erhalten bei 3— 29wöchiig>er Erwerbslosigkeit 399 M., darüber 499 M.z dazu 29 M. Zuschlag für jedes zuschlagberechtigie Familienmitglied,'gleichviel, wenn auch ein Teilbetrag an Zuschlägen gezahlt wird.(Pflegegelder.) Der Stich- tag ist der 1. September. Die Wartezeit gilt als arbeitslos. Alle diejenigen, die Teilunterstützung beziehen, Aushilfen von längerer Dauer geleistet haben, deren Frauen Einkommen haben, Rentner, in deren Familie mehrere Mitglieder verdienen, die im Laufe des Monats August in Arbeit getreten sind, werden erst bedacht, wenn die Kommission den Hauptausschuß genaue Unter- lagen gegeben hat, wieviel und wer von den Angeführten noch unterstützt werden kann. Diejenigen, die ihre Unterstützung beim Arbeitgeber erhalten haben, dann aber nicht wieder eingestellt wurden, gelten als bezugsberechtigt für die einmalige Bei- Hilfe. Vom, R eichsarbeitsministerium wird uns mitgeteilt: Beim Reichsarbeitsministerium laufen in letzter Zeit zahlreiche An- träge auf Bewilligung bzw. Auszahlung der einmaligen Beihilfen für Erwerbslose ein. Es wird deshalb darauf hingewiesen, daß für die Durchführung dieser Beihilfen nicht das Reichsarbeitsministe- rium, sondern die Gemeinden zuständig sind. Die Einsendung dieser Anträge an das Reichsarbeitsministerium ist aus diesem Grunde unzweckmäßig und verzögert ihre Erledigung erheblich. Fettverteilmtg an Arbeitslose. Nach dem Beschluß des Ber- liner Magistrats soll an sämtliche Erwerbslosen, die Unterstützung beziehen, Fett zum halben Tagespreis abgegeben werden, und zwar für Familien 1 Pstuid und für Ledige ein halbes Pfund. Die Verteilung geschieht in zwei Raten, so daß in der Woche vom 29. bis 25. September an Familien ein halbes Pfund(4,39 M.), an Alleinstehende% Pfund(2,15 M.) abgegeben wird. Die Bezug- scheine sind auf allen Geschäftsstellen sowie bei den Gewerkschaften zu entnehmen. Den Verkauf hat die Konsumgenossenschaft Groß- Berlin übernommen, und kann jeder Arbeitslose in einer seiner Wohnung am nächsten gelegenen Verkaufsstelle der Konsumgenos- senschaft das Fett entnehmen. Zur Fettklage an die Amerikaner gehen uns Briefe zu, denen zu entnehmen ist, daß das Auslandsfett mitunter auch einwandfrei schmeckt, daß aber die deutsche Ralionsmargarine um so schlimmer sei. Dem können wir nur zustimmen und fügen noch hinzu, daß unser Brot wieder reichlich mit höchst ungeeigneten Ersatz- st o f f e n versetzt ist. Der Riickreisetcrmin der in Dänemark lebenden Kinder ist vom 21. September auf den 22. September verschoben worden. Die Ankunftsstunde ist dieselbe auf dem Stettiner Bahnhof. Zentraiverband der Angestellten. Mitgliedemciammlnngen finden heute abend statt siir: Fachgruppe 4 a(Versicherungseinnehmer) ü Uhr, Dresdener Kasino, Dresdener Siraße SS.— Fachgruppe 7o(Spielwaren, Papier, Kontor, Utensilien, Buchhandlungen und Musikwaren) 7H, Uhr Berbandslokal, Roier Saal, Belle-Alliance-str. 7/10.— Fachgruppe 7 o (Wäscheausliattungen, Herrenartikel, Weiß-, Kurz- und Wollwarcu) 7'/, Uhr Berbandslokal. Blauer Saal, Bellc-Allinnce-Str. 7)1.0.— Fachgruppe 15e (Berbandsstossc) 7'), Uhr Neue Philharmonie. Partcrresaal, Köpenicker Straße S6/V7.— Fachgruppe 16»(Buchbandel und Verlagsanstalten) 7si, Uhr Verbandslokal, Abfcrtigungsraum, Belle-Alliance-Str. 7/10. Oranienburg. Die Stadtverordnetenversammlung nahm am 15. September die Wahl von 5 Kreistagsabgeordneten vor. Gewählt wurden: Westphal(S.P.T.), Schoos(U.S.P.), Guder und Meyer(Dem.), Jonas(Rechts). Grsß-Serli?zer parLewachrichtea. fWgentewe ßunktionärkonferenz. Den Partei- und BetriebSfunktionären teilen wir mit, daß die vom �Bezirkstag beschlossene Konferenz sämtlicher Funktionäre der S. P. D., die iich mit den Verhandlungen des Jnternationaie» Kongresses in Genf beschäftigen wird, am Dienstag, den»1. September» abends«»d«, im P äü e n b o f e r Ausschank(B o ck b r a n e r e i), F i d i c i n- strafte Z/3, stattfinden wird. Berichterstatter tst Genosse Eduard Bernstein. Der Bezirksvorstand. Heute, 17. September: Jungsozialiftische Bereinigung. Inhaber von Karten zu unserer Kundgebung werden ersucht, um*�7 Uhr an der Kasse sich einzufinden. Die Mitglieder der Verewigung treffen sich um si,7 Uhr im großen Saal des Lchrerveremshauscs._ Vortrage, Vereme unö versamMlungen« Friedensbund der Kriegsteilnehmer, Bezirksgruppen IV, Steglitz, Friedenau, Wilmersdorf, Schöneberg, heute 8 Uhr: Gemeinsamer Kameraden- abend im Case Austria, Berlin, Potsdamer Str. 28. Gäste willkommen.— Schiesiervercin Rübezahl Charlottenburg. Sonntag(5.30 abends Monatsvcrsammlung, Kaiser-Friedrich-Str. 63 bei Grimm.— Der Berein der Kleingärtner in Lichterfelde veranstaltet vom 18.— 20. September eine Ausstellung von Gartenorzengnissen in den Lichterselder Festsälen, Zehlendorfer Str. 5. Am Sonntag 11 Uhr hält Herr Dr. Ludwig von der biologischen Reichsanstalt einen Vortrag über SchädlingSbekämpsung.— 43 Proz. Brennstoffersparnis durch Kochkunst. Ueber diese Frage spricht Felicitas Ohaus Montag um 4 und 7 Uhr im großen Saale deS Lehrervereinshauscs am Alexanderplatz. Wittfefyaft Zweck mlö Jorm öer Awangsauleihe. Die„Dena" verbreitet folgende Ausführungen: Meldungen über eine bevorstehende Zwangsanleihe deS Reiches beunruhigen seit einiger Zeit das Wirtschaftsleben. Da das Mittel einer sofortigen und radikalen Vermögens- enteignnng zur wirlsameren Durchführung des mit dem ReichSnotopfer beabsichtigten Zweckes infolge seiner völlig erschütternden Rückwirkung auf unser Wirtschaftsleben wohl nicht diskutabel erschien, so tag der Weg einer Zwangs- an leihe nahe, um schon jetzt die N o t o p f ep b e tr ä g e zu erfasten, die die Abgabepflichtigen nicht in bar oder Kriegsanleihe flüssig haben. Eine, allein diesem Zweck dienende Anleihe würde somit nur eine Vorwegnahme des Notop fers bedeuten und die Bcleihung von Vermögens- werten zum Zweck der Anrechnung der Darlehen auf die Notopfer- beitrage durch eine Vermittlungsstelle des Reiches bedingen. Eine solche Anleihe würde dem Reich lediglich einen Zeitgewinn bei Durchführung des Notopfers bringen, ihm aber keine neuen Erträge erschließen. Der Ansicht maßgebender Persönlichkeiten, die nur diese Form einer Zwnngsanleihe bei der augenblicklichen Lage unserer Privaiwirtichafr für erträglich halten und eine weitere n e u e Belastung durch Auflage einer Zwangsanleihe außer dem Notopfer wegen ihrer katastrophalen Wirtungen ablehnen, steht aber die Auffassung gegenüber, daß die Finanzlage des Reiches auch bei re st loser Erfassung des NotopferS keine ausreichende Stärkung erfahren würde und daß weitere Eingriffe in das Privatkapital unvermeidlich wären. Die in die Presse gelangten Meldungen, wonach im Entwurf eine Verzinsung von 3 Proz. bei kleineren Kapitalien und eine Zinslwsigkeit bei größeren vorgesehen sein soll, deuten darauf hin, daß die radikale Richtung zur- zeit an Boden gewonnen hat. Die Erfassung der Kapitalien durch eine solche Anleihe und ihre weitere p r o d n k t i o ir s h e in in e n d e Wirkung stellen die Re- gierung vor außerordentliche Schwierigkeiten. Es ist einleiichtend, daß die technische Durchführung erst mit dem Vorliegen brauchbarer Unterlagen für die Einschätzung gegeben ist. Als solche können aber höchstens die Einschätzungen zum Reichsnotopfer ange- sehen werden, die zum Teil noch gar nicht Vorliegen oder nicht bearbeitet werden konnten und in allen Fällen durch die Verhältnisse bereits überholt sind. Es erübrig sich, auf die anläßlich des Notopfergesetzes häufig erörterten und dl Wirkung der die ganze Aktion in Frage stellenden technischen len schwermsse erneut einzugehen.. Ferner ist zu bedenken, daß sich die Zwangsanleihe nur beim reinen Kapitalvermögen durchführen lassen wird, da man die im Gewerbe und der Landwirtschaft arbeitenden Kapitalien unmog lich in erheblichem Umfange den Betrieben entziehen kann. Zn richtiger Erkenntnis dieser Verhältnisse halte nian beim Reichsnol- opser die Möglichkeit einer Rentenzablung gegeben, dw JC doch eine rasche Nutzbarmachung des Steuerkapilals verhinderr- Daß irgendeine, selbst tiefeinschneidende Finanzmaßnahuld ohne gleichzeitige Umstellung der Wirlschaft nicht zu einem Erfolg führen kann, darüber dürfte kaum Zweifel bestehen, dieser Erkenntnis will das Bürgertum trotz der sich iag" lich miserabler gestaltenden Finanzlage nicht kommen. Nur wenn es gelingt, die Wirtschaft zu Produktiv usge in einschaft� zusammenzufassen und die Warenverteilung zu organisieren, können V e r b ä n d e geschaffen werden, die das notwendige Steuer- aufkommen zu beschaffen vermögen. An Stelle der privaten muß die g e m e i n w i r t s ch a f t I i ch e Kapitalbildung zu Prödul- tionszwecken erfolgen. Es entsteht die Frage, kann man überhanpt mit der Zwangsanleihe die Milliarden gehamsterter und v e r st e ck t e r Geldzeichen, die in Goldwaren, Edelsteinen, Kunst- Werken, Möbeln angelegten Kapitalien erfassen Z Die Steuereinschätzungen sind heute geheim, nur der Steuer- beamte kennt die Steuerleistuugen. Ehe»ich! hier völliger Wandel eintritt, an die Stelle des Steuergebeini' n i s s e s die Oeffentlichkeit tritt, so daß die Bürger selbst nach- prüfen können, ob die Nachbarn auch richtige Angaben machen, wird es unmöglich, den Steuerhinterziehungen beizukommen. Daß die Notenpressen stillgestellt werden, ist unbedingtes Er- fordernis. Es dürfte notwendig sein, entsprechend den Steuer- abzügen bei den Arbeitnehmern, bei sämtlichen Unter- nehmern und wirtschaftlich Selbständigen ebenfalls monat- lich Steuervorschüsse einzuziehen, um dem Reich den monatlichen Geldbedarf zu sichern. Was aber auch geschehen mag, ohne U m st e I l u n g unseres bisherigen Wirtschaftssystems ist an eine Rettung ans dem Sumpl nicht zu denken. Die Führung der Staatsgeschäfte liegt ja in den Händen des Bürgertums. Wann wird es wohl zur Erkenntnis kommen? Sport. Das Futzballspicl. Angestrengte Arbeit deS Körpers und Geistes, und doch Freuds und Begeisterung auf allen Mienen; diese Eigenschaften sind nur in einem Spiel vereinigt, dem Fußballspiel. Ist es da ein Wunder, daß besonders die Jugend ihre überschäumende Krait diesem Spiel opfert? Selbst unter den Richtspiclern hat der Fußballwettkampf ungezählte begeisterte Anhänger, die auch bei starkem Frost Ist'z Stunden auf einen Fleck stehen und doch nicht anfrieren, weil sie durch Spannung und Ausregung warm gehalten werden. Zum allgemeinen Verständnis sei das Spiel kurz erläutert. Zum Fußballspiel gehören zwei Parteien von je 11 Mann. Das Spielfeld soll 195:79 Meter groß sein. An den beiden Schmalseiten befindet sich je 1 Tor. Eine Partei hat dm Aufgabe, den Ball nach bestimmten Regeln durch das gegnerische Tor zu stoßen und zu Verbindern, dast er durch das eigene geschlagen wird. Die Partei, welche die meisten Bälle durch das gegnerische Tor schlägt, hat den Sieg davongetragen. Gespielt wird in z w e i H a I b z e i t e n von je 45 Minuten. Nach der erstenHalbzeitwerden die Plätze gewechselt, umdurcheventuelle Unebenheiten des Platzes, ungünstigen Wind usw. nicht eineder Parteien zu benachteiligen. Jede Mannschaft setzt sich zusammen aus einem Torwart, zwei Verteidigern, drei Läufern und fünf Stürmern. Torwart und Verteidiger haben das eigene Tor zu schützen. Der Torwart hat als einziger Spieler das Recht, den Ball auch mit den Händen oder Armen zu berühren oder zu schlagen. Die Stürmer greifen das gegnerische Tor an und erhalten für iine Tätigkeit bestimmte Plätze zugewiesen. Die Läufer haben ats Zwischenspieler die Stürmer zu decken bzw. die Verteidigung zu unterstützen. Alle vorgenannten! Spieler haben ihr Augenmerk auf ein gutes Zusammen spiel zu richten, ohne das keine Erfolge errungen werden können. Außerdem gehört zur Leitung jedes Spiels ein Schiedsrichter, der die schwierige Aufgabe hat, auf genaue Befolgung der Spielregeln zu achten; seine Eni- schei düngen sind für die Spieler bindend. Als ausgesprochenes Kampf spiel haben sich beim Fußball auch viele Unzuträglichkeiten eingestellt, Ilnzeschchichkeiien oder gar Roheiten, die mit aller Gewalt ein Tor erzielen wollen, selbst wenn dabei die Knochen des Gegners Schaden erleiden. Besonders d'e v'elen„wilden' Vereine, oi» keinem Verbände angehören, haben oftmals Spieler unter sich, die ganz rücksichtslos spielen. Ter Futzballsport hat daher auch viele Gegner, die denselben wegen der dabei oftmals vorkommenden„Roheiten" bekämpfen. Der Arbeiter-Turn- und Svorlbnnd har bereits vor dem Lkricge den Fußballsport mit in sein Programm aufge- nommen und gibt ein wöchentlich erscheinendes Sportblatt„Freie Sportwoche" heraus, das in der Hauptsache der Förderung des Fußballsports dient. Die Spielunsitten werden hier scharf bekämpft und sind auf ein Mindestmaß zurückgegangen. Auch die „Freie T u r n e r s ch a f t B e r l i n" hat nunmehr Fußballmann- schaften zusammengestellt, zunächst im Norden in der Demminer Straße 27 und im Süden in der Boeckhstr. 17/29, Ivo sich Fußball- freunde melden können. Zur Pflege des so gefunden Fußballsports gehören aber vor allem große Spielplätze mit tnrzem Rasen. An Kommune, Staat und Reich möchten wir daher auch an dieser Stelle das drin- gende Ersuchen richten, durch Freigab« aller verfüg- baren Plätze zur Hebung der Volksgesundheit beizutragen. Gebt der Jugend Spiel- und Sportplätze, damit sie sich körperlich und geistig erholen kann von der gesimdheitKfichMichen Fabrik- arbeit. Arbeiter-Rndfahrerbnnd„Solidarität", Ortsgruppe Berlin, I. Abt. 19. September, mittags 1 Uhr: Blanlenseldc bei Zossen. Für Babnsahrer: Start 1 Uhr bei Wienier.— Zlrbetter-Radfahrerverein„Groft-Bcrlin". Sonntag früh 6 Uhr: Streisztige durch den Blumcmhal. Nachmittags 1 Uhr: Schöneiche(Mann). Start: Mariannenplatz. flus aller Welt. Wo gesungen wird, da laß dich ruhig nieder. In dem besetzten deutschen Bad Kreuznach hatten vier deutsche Staatsbürger in einer Bude während des Jahrmarktes„O Deutschland hoch in Ehren" gesungen. Der Prokurist Thoma wurde zu zwei Monaten Gefängnis, der Besitzer der Bude, Lischke, zu fünfzehn Tagen Gefängnis, iveil er das Singen nicht energisch genug unterbunden hatte, der Musiker Hasseuer, der das Lied dirigiert hatte, zu dreißig Tagen Gefängnis verurteilt. Ein mit- angeklagtes Fräulein Crombach wurde freigesprochen. Seschäftliche NiÄeiwngen. Der_ neue Ulster, die modernste Schöpfung der Klciderwerke Baer Sohn, Chaussecstr. 29/39, gelangt neben den moderlicii Winter- Paletots und Cutaway-Llnzügen sertig und nach Maß zu sehr mäßigen Preisen zum Verkauf. Erleichterung ües Kirchenaustritts. �Ain Donnerstag beriet die Preußische Lan d es- Versammlung zunächst in zweiter Lesung den Gesetzentwurf über die Umlsgung von Grunöftöcken (Umlegiungsordnung). Die Ahgg. Wejßermel(Tnat. Vp.) und Frbr. von Wangen- heim(D-Hcrnn.) befürworten Abänderungöanträze. Abg. Pactzcl(Soz.): Sie, Herr Weißermel, und Ihre Freunde sind es, die das SiedlungSwesen abwehren.(Unruhe rechts.) Sie wollen alles auf einen späteren Landtag verschieben, der Ihnen gefügig ist, wie es die früheren waren.(Sehr richtig! bei den Sozial- demokraten.) Jbre Anträge sollen der Siedlung Fußangeln legen, und dann hetzen Sie(nach rechts) die Siedler aus, denen Sie sagen: Seht, der sozialdemokratisch« Minister gibt Such kein Land! Darum sind wir mißtrauisch gegen Ihre Anträge.(Beisall bei den Sozialdemokraten.) Nach weiteren Rednern erklärt Zlbg. Klausner(U. Soz.): Wir werden immer kämpfen gegen das Streben, sich auf Kosten der Gesamtheit, insbesondere der Ar- beiterschafr, zu bereichern. Grund und Boden, der nicht richtig bewirtschaftet tvird, muß enteignet werden.(Zustimmung rechts.) Aber Sie(zur Rechten), wollen Ihre Vorrechte nicht aufgeben. (Zustimmung bei den Unabh. Soz.) Landwirtschaftsminister Braun: Durch die Zusammenlegung wird der einzelne Betrieb Wirt- schastliäier, also die Erzeugung gefördert, und die Hebung der land- wirtschaftlichen Produktion dürfen wir nicht binausschieben. Da- bei spielen Ausnahmefälle wie die Zusammenlegung von Torfwiesen keine Rolle. Die Bauern werden nicht so kleinlich sein,, darum die Förderung der Produktion zu Hinlertreiben. Wären die Aus- sührungsbestiinmungen zum Neichssiedlungsgesetz nach unseren Vorschlagen angenommen worden, dann wären heut scbon mehr Siedler angesetzt. Ich bin also an dcr Verzögerung nicht schuld. Das fiskalische Land gebe ich als Sozialdemokrat nur zur Pacht aus, denn es ist nicht dazu da, eine Kapitalsanlage für Kriegsgewinnler zu bilden.(Beifall.) Bei dcr Abstimmung erfolgt die Annahme des gvund- legenden Paragraphen 1 gegen die beiden Parteien der Rechten; die Annahme eines einschränkenden Antvagg Weißermel «Dnat. Vp.) erfolgte gegen die beiden sozialdemokratischen Par- teien. Von den übrigen AbänderringSanträgen wurde ange- nommen ein Antrag v. Wangenheim; im übrigen bleibt das Gesetz im wesentlichen unverändert. Gegen die Deutsche Volkspartei faßte das Haus den Beschluß, die dritte Lesung Freitag auf die Tages- ordnung zu setzen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzes über die Erleichte. rung des Austritts aus üer Kirche und aus den jüdischen Synagogengemeinden. Dazu liegt ein An- trag des?lba. Adolf Hoffmann(U. Soz.) vor, nach dem die rechtlichen Wirkungen der AustrittSerklärnng mit dem Eingang der Erklärung bei dem Amtsgericht eintreten sollen und ferner die Befreiung von den Steuern mit Ablauf des Kalendervierteljahrs. Abg. Hauschild(Soz.) beantragt«ine Bestimmung die verhüten soll, daß im Falle des Austrittes des Ehemannes die Frau trotz- dem noch zur Kirchensteuer herangezogen wird. Abg. Bubcrt(Soz.)k Dir können dcr Ausschußfasiung nicht zustimmen und zwar, weil wir«dagegen sind, daß die Austriltserklärung der Rcligions- gesellschaft mitgeteilt werden muß. Der Geistliche darf auf den Aus- trittswilligen oder auf den Ausgetretenen keinerlei Druck auszuüben imstande sein. Daß und in welch hohem Maße dies geschieht, be- weist der Erlaß dcS Bischofs von Osnabrück» der sogar soweit geht, Angehörige der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften nicht zu absolvieren. '(Hört? hört!) Die protestantischen Pfarrer sind genau wie die katholischen bemüht, solch politischen Einfluß auf ihre Kirchenan- gehörigen zu gewinnen wie der Fall des Pfarrers K a u e r beweist. Ferner sind wir gegen die Bestimmung, daß die Befreiung von der Kirchensteuer erst am Ende des laufenden Jahres, jedoch nicht vor Ablauf von drei Monaten nach Abgabe der Erklärung erfolgen kann. Wir werden für den Antrag Hofsmann stimmen. Außerdem will unser Antrag erreichen, daß der Ausgetretene nicht für Leistungen in Anspruch genommen werden kann, die aus der persönlichen Zu- geHörigkeit eines Angehörigen zu einer Religionsgemeinschaft be- ruhen, wie es z. B. heute der Fall ist, daß der ausgetretene Mann für die noch in der Kirche befindliche Ehefrau gezahlt hat. Dem Antrag Koch auf Aufstellung einer Einzel erklärung für jede austretende Person können wir nicht zustimmen. Nur wenn unsere und die unabhängigen Anträge angenommen werden, können wir für das Gesetz stimmen, denn wir machen unter keinen Umständen einen Rückschritt mit gegen die Verordnung der Volksbeaustragten vom November 1918.(Beifall links.) Abg. Dr. Fahbenber(Z.) wendet sich gegen die sozialdemokra- tischen Anträge und befürtvortet den Antrag Koch; ebenso Abg. Prelle(D.-Hannov. P.). Mg. Adolf Hossmann(U. Soz.): Die Einzelaüstrittspflicht ist lächerlich, denn es müßte also ein Familienvater mit sechs Kindern acht Erklärungen abgeben. Wenn unsere Anträge nicht angenommen werden, müssen wir das ganze Gesetz ablehnen. Di« Versuche der Geistlichkeit, politischen Ein- sluß zu gewinnen, gehen soweit, daß sogar die Ohrenbcichte dazu benutzt wird.(Stürmische Pfuirufe und Widerspruch im Zentrum.) Das geht doch deutlich aus dem vom Kollegen Bubert angeführten bischöflichen Erlaß hervor! Tie finanzielle Lage der Kirche ist außerordentlich gut, besser als bei Reich, Ländern und Gemeinden. (Dauernder Widerspruch.) Als Kultusminister konnte ich mir darin Einblicke verschaffen.(Lebhafte Aharufe, Lachen. Unruhe.) Die Fülle von Legaten usw. ist mir wöhl' bekannt, auch das Geld von Ungläubigen wird da'gerne genommen.> Zuruf: Russisches Geld bei Euch!— Dauernde Unruhe.) Ich möchte wissen, wieviel Gold wir in Deutschland bekommen könnten, wenn das Gold auS den Kirchcnkassen herausgeholt würde.(Widerspruch und Unruhe.) Sie(zum Zen- trum) sollten nicht von Urteilsunfähigen sprechen, denn wenn es keine solchen gäbe, wären Ihre Reihen leer.(Heiterkeit.) Die Kirche ist die organisierte Heuchelei der bürgerlichen Gesellschaft. (Stürmische Pfuirufe.) Einzelne Pfarrer bezichen mehr als Mi- nistergehalt. Die Stellung der Kirche als Schützerin der kapitalisti- sehen Ordnung ist der Grund für die heutigen Massenaustritte. (Sehr richtig! bei den U. Soz.) Abg. Dr. Rade(Dem.): Bei den Angriffen gegen die Kirche wird ja meist der„Pfaffe" gemeint. Man sollte aber nicht ver- gössen, daß es außer den„Pfaffen" noch viele Köpfe und Sinne in der Kirche gibt und die Kirche immer noch eine Einrichtung ist, die man nicht mit ein paar Schlagworten abtun kann. Wir glauben, daß unser Volk überhaupt nur wieder in die Höhe kommen kann mit Hilfe einer lebendigen Volkskirche. Massenaustritte aus der Kirche und Gewissensfreiheit haben nichts miteinander zu tun. Dem Verantwortlichkeitsgefühl und«der Ge- wissenhaftigkeit entspricht es viel besser, wenn leichtfertige Aus- tritte vermieden werden und darum halten wir auch an der längeren Neberlrgungsfrist fest. In erster Linie sind es die r eichen Leute, die sich den Kirchenlasten durch den Austritt ent- ziehen wollen. Ter vorliegende Gesetzentwurf ist durchaus ver- einbar mit der demokratischen Gewissensfreiheit.(Lebhafter Bei- fall bei den Demokraten.) Abg. Linz-Barmen(Dnatk. Vp.): Wir freuen uns, daß die Ver- ordnung über den Kirchenaustritt, dieser Wcchselbalg dcr Revolution, endgültig beseitigt werden soll. Die Kirche ist aus allen Stürmen siegreich hervorgegangen. Religionslosigkeit und Kirchenseindschaft sind der Boden, auf dem dcr sozialdemokratische Weizen blüht. Abg. Stendel(D. Vp.): Die lleberlegungspsticht ist unbedingt erforderlich. Wir begrüßen den Antrag gegen die Mass«man stritte und lehnen die anderen Anträge ab. Mg. Heilmann(Soz.): Wenn Herr Dr. Faßbender den Kirchonaustvitt mit Gottlosig- keit gleichstellt«und Gottlosigkeit nrit blöder grob materialistischer Gesinnung, so ist das eine Beleidpginrg aller Andersdenkenden. Da darf er sich nicht beklagen, wenn Hoffniann auf Ketzerverbrennungen und ähnliches zu sprechen gekommen ist. Die Sozialdemokratie ist ebensowenig id.c-ntisch mit dem„Komitee Konfessionslos" wie mit dem„Bund sozialdemokratischer Kirchenfreunde". Aber Mitglieder beider Obganifakioneii sitzen in unseren Reihen. Die SozialLem kvatie als solche ist also nicht religionsseindlich, Herr Linz! W wollen dieses Gesetz weder zur Propaganda für noch gegen de Kirchenaustritt«benutzen. Ter Zentrumsführer Gröber hat i übrigens das Recht der Landesversammlung, den Kirchenaust« zu behandeln, überhaupt verneint.(Hört, hört!) Wir können der ReichSdersass-ung nur die rein formalen Fragen lösen. E lich können wir nur die Steuerpflicht regeln, und die ist dor so wichtig, daß wir eine Ileberlegnngsfrist ihretwillen ei' müssen. Schafft es J'bnen(nach rechts) Freude, von er 1 Ge n noch Geld für Ihre kirchlichen Zwecke anzunehm» klärt, dich er Ihnen völlig fernstchtk Ten Leuten noch tu und ihnen ein paar Steuergroschcn aus der Tasche zu zie wahrlich keine Zlchtung ab. iSehr gut? bei den Sozi Angst v,r Massenaustritten ist uns gänzlich unbegreiflich. Unter dem vorzügliche- Völksbeauftragten ist kein einziger Fall vorgekomme Krrchengemeinde durch Masscnaustritte in ihrem Etr erschüttert worden wäre und ihre Schulden nicht l können. Die Erschwerungen des Austritts können Zweck haben, Leute festzuhalten, die innerlich mit der fertig sind, aber nur die Austritts iormalitäten fchsu Sie sich wohl dabei fühlen, wenn Sie Mitglieder in � gemeinde festhalten, die gar keine innere Fühlung Religionsgemeinschast mehr haben und bloß wegen der) lichkeiten drin bleiben? Man hat viel gesprochen vom Terrorismus in Gewisscusfragea. Es acht Gläubige, die meinen» ein gutes Werk zu tun, t, Ungläubige schikanieren und umgekehrt. Gesündigt wird auf ollen Seiten. Auf kirchlichem Gebiet hat dt« Masse derer da? Ucber- gewicht, die in der Kircke dringcklieben ist, und sie sollte nicht Terrorismus gegen die Minderheit üben. Dos Kirchenaustritts- gcsetz ist nicht, wie Abg. Linz behauptet hat, ein Kirchenverfolgnngs- Refetz, kein Wechselbalg der Revolution, der vernichtet werden muß. Bei den Ausschußberatungen ist alles in Ruhe abgegangen und von einem Kulturkampf ist nicht die Rede gewesen. Wer jetzt hier vor der Oeffentlichkeit so tut, als handele eS sich um einen Kulturkampf, der lügt und betrügt die Oeffentlichkeit und macht sich der verächtlichsten Demagogie schuldig.(Lebhafter Beifall links.) Abg. Richter-Lichteuberg(U. Soz.): Der neue Antrag Koch, nach dem der Austritt von Familienmitgliedern in derselben Urkunde erfolgen kann, genügt uns noch nicht, Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Koch(Dnat. Vp.) wird der grundlegende erste Paragraph angenommen unter Ablehnung der sozialdemokratischen Anträge, Angenommen wird der Antrag Koch Im übrigen bleibt das Gesetz unverändert!. Freitag 1 Uhr: Kleine Anfragen, Anträge sämtlicher Par- teien mit Ausnahme der Unabhängigen über Oberschlesien und das Saargebiet. Dritte Lesung de? Ltzirchenonstvitis- gesetzes.— Schluß 6)4 Uhr.__ ?ugenüveranstaltungen. Heute-/,« Uhr: Borsigwalde. Schule Tietzstr. Vortrag: Schiffsbrand auf hoher See. — Neukölln(Nord-Süd). Nogatitr. 53. Vortrag: Warum mutz die Todesstrafe abgeschafft werden?— Weisscusee. Woelckpromenade(Lcdig->- hcim). Diskussionsabend: Weimarer Konscrenz. Hühnemugen HomHaoit-, Schwielen u.War-jcerj beseitigt schnell, sicher u. schmerzlos Kukirol»cooooo fach bewahrt Preis M.3,-Jr) Apotheken u. Drogerien erhältlicfl Vorsicht vor Machahmungen. Kukirol steht einzig da x- mOn&umdS OaJ&mtNi. c* O.m. fett UPPINGEN Rn.A r /UPOChELLEifcocw- oimmc miamr). Mlltec llMMlMIlMNlWil. Sektion V, Industriearbeiter. Sonntag, den 19. September, vormittags sti/z Uhr, in den Grsamträumen des„GewerlschaftshauseS" Engelufer 15: Gr. Protest-Versammlung aller Packer, Lager« u. Transportarbeiter u. Arbeiterinnen aus sämtlichen Betriebe» der Grost- Berliner Metallindustrie Tagesordnung: 1. Die Lohnbewegung in der Berliner Metallindnstrie und der schleppend« Gong der Verhandlnngen. 2. Diskussion«nd Beschlußfassung. Nlikgiirdsbnch bieni ol» Ccglftwadon. Mieüstüe llllii om der selllo» v. Industriearbeiter. Montag, den 20. September er., abend? 6V3 Uhr, im Lokal von läarn»» Voltastr. 37: Wichtige Konferenz. Der relchhaltigen Tagesordnung wegen ist vollzählige» Erichrinen notwendig. Legitimationskarte und Nerdaiwsbuch dienen als Ausweis. Gewervl. MgeskeNe ver SrievsorglsMtiouev. Freitag, den 17. September, nachm. ö Uhr, im„Friedrich-Wilhelm-Gymnasium", Kochstraßc 13: Ikkoteltveriswmlllllg. 1X5 Zeder Kollege und Kollegin mutz erscheinen. 36 20 Sic vranchenleilnng Kurunkel !t als nie vertagende«, iiuß« MUtei pelikan-Apocheke Gegen verwende man als nie vertagende«� äußerlich anwendbare« MUtel AIMCSEL w1 Zentrum 2755. nehmt bei allen Einkäufen, Bestellungen usw. Bezug auf die betreffende Anzeige im „Vorwärts"! Mathias Erzbergers Erlebnisse im Weltkrieg Prel» xad. M. 38,— Ist ohne Teuerungszuschlag zu haben In der Buchhandlong Vorwärts SW 68, Lindenstr. 2. Ausschneiden«. Prüfen!! � für 300 ffiarlt liefern wir 3 Meter 110 cm breiten Am u g s t o f f mit Z u t a f e n. PJSJT* wroste» Lager aller"gWt> Herbst- u. fflnterstoffe. f.pflrPosenstolleii. 30. Leipziger TuchSager iger Str. 30, I. Etage— �ein Laden— 1 — 1. Etage. Altmetalle kaufen zu hächften Preisen von Fabrikanten u. Händlern Bader& Häver. Berlin, lÄs. � 667 Gräßere Posten freie Abholung.' (Möbel-Kredit) erhält Jeder bei iMöbei-GroS' \Qr«Be Prankfurterl i Strafte 141,\ L loTalidene traft e 5.' ÄMM« � O i U». w- m u 4/-to 1 1 0 n*♦ D/ V«« u; cu u Uli.- zustände) in kurzer Zeit befreit wurde. Rückporto erbeten. Arau S. Soopmann, RcrlinllT, yotsdamerStr.104 ~ Metalle Weitzlager Zinn Quecksilber kaufen laufend Schulzendorfer Str.Ä Bernburger Str. 17 Kösliner Strafte 6 Knrfiirstenstr. 9 Tel.: Lutzow 8121. günst. Einkauf Speise- Herren- n. Schlaf- Zimmer Küchen sowie EinzslZKSdsl zu bedeutend berabgesetzten Preisen. SNavh Weinmelster- . UOm, stralle 9 (EckeAlteSchönhaus.Str.) Kuck's* höhere Privatschule u. Vorbereitungs-Anstalt. Vorschule— Pension. NBniberter Str. 2, am Zoo. Einzelverkauf Eagre* Export Pelzueren Jeder Art jetzt wesenllich billiger. Reparaturen billigst, BV»portpelne.-jaa tlMinioliollaeiiig. 26, L Ilm Künigitr. 26, L 0°/, Uabxtt. JiräetzSei moiieä'fiöÄiin ■MBBMiaaasaanaaaaBuaaMHi Ihr Haarkrastwasier wirkt »ander nach Lmaligem Einreiben. Eo oder ähnlich lauten viele Anerkennungen Uder Reichels Haartrast. wast«r„»e-!l-Fl.M.g.»0 tt. 18.—. OHo Reichel, Sin. 43,«tseabahastr. 4. J.F.Rauch Zurück i 924D Dr. Gustav Joseph Kleistsfr. 23. Nollend. 177. Alto Wein-. Stuben' Friedrichstr.il, Brunnenstr.174 neb. Qold-Bussc, flr. Frankfurter Str. 112 neben Jandorf, Invalidenstr. IM. Engros: N4, Bergstr. 34. Tel.: Nord. 8214. Depbj Cognac, MW. Bntale! 1 Dukaten-Trauring 900 gestempelt 150 Mk. an 585„ 105.. 335.,, 65„» inkl. Luxussteuer, Jeder Ring ist fugenlos aus massivem Golde hergestellt bei voller Garantie für Feingehalt! Jede CröSe am Lager. ö. Alb. Thal Erstes Berliner Spezialgeschäft für Trauringe. C. 19, Seydelstp. 5 (Spitteimarkt). Eigen« Fabrikatioih 3nk AWlS � tan H. 3Wft�- E.nBesteiamssbuch Vier Kapitel, nieder- geschrieben im starken Rachklang des Erleb» ten, schildern das Toll» Haus. In ihnen reißt Wicklers Schilderung Vorhänge auseinan» der, hinter denen eine unbekannte Welt der Qual lebte, kämpfte und litt, eine Well der Qual, ungleich fllrch- terltcher als alle Ver» heerungen, die Kugeln und Splitter in Men» schenleibern anrichtet. Ans Herz packend« Irr» H", ©rotesten de« finns, larmoyantePi phetten harmlos Ver» riicktrr.Deutlche.Fran. zosen, Russen, ein« ganze europäische Allianz de» Wahnsinn». Zu bezieh, bei Doreins. von 8,— Mk.und 20 Ps. sllr PoeivlScheckkonio Berlin 1213) durch die Anchhmivi. verwärt» Berlin, Lindenstr. 2. I » I » I » I ■ I Erfinder bedienen sich zur Anmeldung und Vertauf ihrer Erfindungen, Ideen eines Patentsachmannes. Rat und Auskunft kostenlos! Erfolg: u. a. Vertauf eine» Patentes durch unseren Mitarbeiter für* 850000 ZK. F. Erdmann A. Ca., Berlin, KSnlggratzer Str. 71, Theater, Lichtspiele etc."! �*T,r,�w afej Opernhaus. Pidello. 7 Uhr. illner-Theater 'ift nie Frau im Dunkeln. Walhalla-Ttieater. jh'r:6astsp.Hartstein lesidenz- Theater. Untergrundbahn Klosterstr. Donnerstag 4 Uhr, kleine Pr.: Schneewittchen. � Die Freundin. on Hermann Sudermann, ■rieux, Toelle, Albers, Bildt, Biensfeldt, Vallentin. Trianon-Theater. Bahnhof Friedrichstraße. * Allabendlich 8 Uhr: Tlansi Arnstadt und Paul Otto in: Untreu jnntag 4: Der gute Ruf. Rose-Theater. 7VS Uhr: Die Ratten. Casino-Theater Lothringer Str. 37.- Tgl.-/<«: ünorps sei. Witwe und„AnschluB verpaßt". Singspiel mit Viktor Litzek. Sonntg. 3l/s; Gebrüder Zorn. Volksbühne Theater aw Bülowplatz. TVg Uhr: Eine Landpartie« Verwickelte Geschichte« !spielhaus. urnalisten. in_ x Reinhardt Theater. nde Leichnam spiele. - Brandstätte. leihans >) '■ Abonn.) Straße t. . Steinrück). igelst. ,■ eist. !. September: sten Male: dollna. ienhans - bine i.ucht im Paradies. erliner Theater Uhr: Der letzte Walzer it Fritz! Massary, OttoStorm Central-Tlieater ■/. u.: Frau Bärbel. deutschem Opernhans u.. Der Troubadour rrledr.- Wilhelm st.Th. v- u.: Boheit die Tänzerin. Kleines Theater. hr: Die Piarrtiauskoniödie KI. Schaasptelhans. . J Der Fleli im Panzerlians Komische Oper vit unr: Liebe im Schnee. liUHtspielhans r,/4 Uhr: Arnold Rleck in Zwansseinquartlerung. Metropol-Theat'er. u: Bollandweibchen Neues Centrai-Theater u1;- Die Dame im Frack. hrenes Operettenhans 7'/- a: Die Csikosbaroness. A'enes Volkstheater V/t Uhr: Nora. .« chillcr-Theat. Charl. u:! Nathan derWeise Thalia-Theater CBer dumme Franzi. "'•mn Liehe erwacht er des Westens ReieiishalL-Theater Abends 71/, und Sonntag 91m, 3: Stettlner Sänger Rachmittags halbe Preise. Thealer a. Koltbus.Tor Tel.: Moritzplatz 14814. Täglich 7'/. Uhr und Sonntag nachm. 3 U.: Elite-Sänger Blüthgen-Konzert Beginn 7 Uhr. Vorv. I1-1V-,. 4-6 Uhr Potsdamer Str. 38 Der gr. phant. Film Genuine 5 Akte mit lern Andra persönlicb anwesend Turmstr. 12 Der gr. dram. Film Föhn Alexanderpl.-Passage Die glühende Kammer, Friedenau, Rheinstr. 14 Der Sprung ins Dunkle. Lessing-Theater. Heute bis Sonntag 7>/z: Nie Tänzerin (Leopoldine Konstantin.) Deutsches Künstler-Theater Allabendlich>/-8 Uhr: Die Scheidungsreise mit Max Adalbert und Trude Hesterberg. Inszenierung: Victor Palfi. lipollo-l | T'/j Theater 71/;> Dir. James Klein. lEröffnungsprogramml Gastspiel | d.internat.preisgekr.| Meister-Detektivs Hannussen Im, sein. einz. dasteh 1 Experim. u. Vorführ. I SCawasI | d. best. Akrob. d.Welt| TegeM Schwed. Illusionist |m. niegez.Darbietung.| Tadamelaure | d. tollkühne Schönh. I u. weit. Sensationen. I 1 Sonntag SVz U. jeder I I Erwachs. 1 Kind frei r Scballundjiauch Im großen Schauspielbaus Bh. Fried richstr.Tel.Nord.8543 Dir. Hans v. Woizogen. Das gr. September- Progr. mit Knlissen d. Seele V. Nik. Nikolajew. Evreinoff. Hauptroll.: Hermann Thimig, Roh. Forster-Larrinaga. A.Flügel: Kpmstr. Spolianskl. Balalaika-Orchester. Konzert 71/( Beginn 8'/« Heute VU in Elf oder Ef nd.gr. Programm Ende: Vor 10 Uhr. Sonntags 2 Vorstellungen Behrensir. 54. Winter- Garten Täglich 7.15 Uhr; Variete-Spielplan Rauchen gestattet! (Ad TV» Uhr: Admirals-Palast D. Inst. Poppe i Kriegsbeschädigte Hinterbliebene inssehüsse Behörden. finden Uber alle Fragen der Militärversorgung zuverlässig. Auskunft im Kommentar zum Reichsversorgungs- gesetz von Hermann Müller Die Mitwirkung des Verfassers an dem Gesetz als Berichterstatterdes7.Aus- schusses verbürgt gründliche und zutreffende Erläuterung. Ein wertvoller Anhang mit d. wichtigsten einschlägigen Gesetzen u. Ausführungsbestimmung. ergänzt vorteilhaft den Kommentar. Preis 7,- Mark+ 20%. BuehhandlnngYorvirts Berlin SW68, Undenstr.2 Mk 3. Woche! 7 und ,u9 Uhr S u m u r u n Eegie: Ernst Lubitsch Ä Pola Negri Jenny Hasselq uist/ Aud ägede Nisten Paul Wegener Harry Lledtke s Carl Clewlng Vorverkauf 11 bl» 1 Uhr 1. May-Film der Spielzeit 1920/21 Der Denker von Sl. Marien ! ferlasser u. Bedlsseur: Frlti Frelsler Hauptroi le: Eva May Die Tarantel Schauspiel In 6 Akten von Karl Fi g d or Regie: Rudolf Biebrach Er, sie und der Dackel B. B, Lustspiel in 8 Akten mit Leo Peukert Das Valulambdel Lustspiel mit OsslOswalda Der Mann auf derFlasche 6 Akte nach der Novelle von Gustav Meyrink mit Grit Hegesa, Fritz G reiner ür [Der weisse Pfau mit Grit Hegesa und Hans Mierendort« wt Algol von Hans Brennert und Frldel Koehne Die dlOcksfalle 5 Akts nach dem gleichnamiren Rsniu m Fedorv.Zobeititz Hauptrolle: Lotte Naumann Föhn von Hans Brennert und Wilhelm Rath Wochentags ab 7 Uhr Sonntags: Beginn 4 Uhr! Modernsfe Schöpfung unserer Kleiderwerke fertig und nach MaS Raglans, SchlOpfer,§poi1alsjcräi2�ÄÄVö,�u,550 DUifälllC ao8 hochfeinem Friedensmaterial, USiSk raaiiiSifsa terug................. u. 1200. 1000,-»00, 700,«so tma AStVfitfr 11 n 8 erstklassige» Stoffen. fillll fortig............. M. 140O, 1250, IIOO, 950, 790, 650 und VW Cofaways u. Westen w... � SIS vornehmen Skreiienmustcrn, Cheviot und Kammgarn, O A fertig................... 425, 375, 290, 230, 170, ISO, 125 W finmiHSlSSäBifd1! Fasson und hochgeschlossen, mit und ohne Gürtel A�CL vtaiiiiiiKiaduiai�a.............. m. 1200, 900, 7 so,«so, 590 und Nur eine Verkaufsstelle BaenSohn Keine Filialen mehr Nur Chaussee-Straße 29-30 Nur NöbellabrlK Roft.SeelM,s?.?Är�Ä GegrOndet 187« empfiehlt 3-Zifnmer-Esnrichtung mit Küche _,__*�1 Schlafzimmer, echt Elche 5 Schrank zoll Fac.- Spiegel 2 BeHtteUen t!®' I 2 WaschtoiL m. Fac.« Spiegel und echt Kermor 2 IVzehttUche m. eckt Mam. 2 Fat entmatr atzen ''' Harrenziimner, echt Elche 1 Bfhilsthek, 1 Eiplomet,--- t Tisch, 1 Schreibsc scel BesiehBgng ohne Kaufzwsog jestattetf echtem Leder Versand nach allen Plätzen DeofsebUnds.' Stühle mit echtem Leder l Malfc kostenlos lagen,— Nehme Krlsgianlelhe tat Zehlnng. 4165 Mark r, cicne ffi}4330 «d») Mark Speisezimmer echt Eiche i Büfett 1 Anrichte 1 Tlich 6 Stühle mit echt KUche, weiss lackiert 1 Bületl, 1 Batamen 1 Tisch, I StCUe 1 Kohlrakacten 1 Bandtochhalter 5550 Mark iatKien 1500 I Mark KabarettsCafe QP'ENlf Strausberger Platz, 5 Min. v. AiexanderpL W Friedrich 8t»mpt*r: 1 VonVersaiUesj zum Frieden ' Cure» Q-i- 1 k»»,I»»,»»t JSI» Zusisnd ta k-n-II-a Buchhandlung Vorwärts � 1 Berlin SW B�Undens�� Heinz Arfns Ernst Walter Hno Onofrl Fritz Waldow En Andre Margot von Sela Heute Freitag unter Mitwirkung von ! Senta SSneland und anderen beliebten Kabarettkfinstlern# Großer Elite-Abend ÜIGeld!!! für lebe Wertfache. HSchüe An- tanfspreife für Pfandscheine, Rrillanten, Goidgegensfänbe, Tevviche. Bücher usw. Wölfl. Friedricli5tr.41 III. EckeRochftr. An- und Verkauf «MM er Irl! Pistolen gesucht. Julius HeBtner, W. 8, Markgrafenstr. 31.* Reisende, welche bei Hotels, Gastwirten, Cafes, Kinos und Kantinen eingeführt sind, finden hohen Nebenverdst. Mannheimer, Sergmonustr. X._* Dr. med. Grfltering Haut, Harn-, Unterleibsleid b.Männ. u.Frauen, Blutunters InvalidenstraBe 35. Ecke Chausseestr., Sielt. Bhf. Spr. Wochemäglich 11-1.>/�->/,7 Prozesse, Rat, Beistand, mäßige Preis«, Teilzahlung, Ehe-, Alimenten-, Strafsachen. Steuern, Gnadengesuche, Landgerichtsrat Dr. v. Kirchbach, Gesellschaft m. b. H., AlexanderstraBe 45(am Alexanderplatz, gegenüber Tietz)(9—7) Glänz. Erfolge! Beobachtg. Tel.: KSnigst. 3595. Zemm-MWeis fit iobanngsanstaiilib Direktion WIM Grün, Sr.\ Touschwohuungen in' schnellstens mit für schnellst rranlfurter 6tt. 73, n. Aiexanderpi. KSnigst. 2S11. Brost» Berlin und anderen Städten weisen wir ,___ ig der Wohnungsämter nach. Wir garantieren schnellste Erledigung, stfufnuhme in der Zentrute und in unseren 40 Ailiulen, weiche man durch Anruf in der Zenkrule erfuhren tunu. Zweigstellen in ullen gräheren Städten.— Zluchwels nun mäblierten Wohnungen. SekleidMgsstelle der Stadt MMM Bergstraße 29s ♦ ♦ ♦ Geöffnet 8 bis 6 Uhr. Unsere Herren- und Damen- Winter-Keiiheiten sind eingetroffen. Elegant! Billig! Sesuehen Sie uns bitte ohne Kaufzwang. Platin-, Gold-, Silberbruch Quecksilber. Zahngebisse bis 3500 M. Jjlftezähne 12 bis 75 M., Brennstifte bis 300 M.— Wir zahle«(SSr Schahert, SSTÄrÄ und John, Chausseestr. 110, vorn I, Portal l.* | Slellengesnche i HaiiM erhält kostenlos jede gewünschte Stelle im Arbeitsnachweis der Gtadt Berlin, Eichhornstr. 1, Belle-Alliance-Platz 5, Koppen- straße 1, Paulftr. 1, Friedrich- straße 110—112, Rückerstr. 9, Iägerstr. 11.— Geöffnet 8—7. xixxxporz�ixäjriocooocuooooi Stellenangebote| Lauf- und Arbeitsbursche gesucht, ev. auch stundenweis Wallnlg:& Co., Lützowstr. 18. 925D Packer, älterer sofider Mann, der geübt ist im Packen oon Posipaleten, u. ein Laufbursche gesucht. Vorstellen zwischen 8 und 11 Uhr bei A. Klingner & Co., Friedrichstr. 127.(19/14 BeöesentonDte Helten und Damen. auch Invaliden, überall gesucht, zum Vertrieb eines täglichen Gebrauchsartikels, bei hohem Verdienst I Warenmuster gegen M. 4.-. Kurf Kiesel, Köln- Mülheim, Postscheck Köln 58190. sarSteslauer Sokomotivfabrik wird ein erfahrener, tüchtiger Werkmeister (mäglichst gelernter Moschinenbuuer) WM' g e s u e k t."WW Stellung dauernd. Wohnung kann in Ausficht gestellt werden. Bewerbungen mit Angabe bisheriger Tätigteit, Gehaltsansprüchen usw. erbeten unter B. F. 6138 an RudoK Mosse, Breslau. 19/13 Perfekter Bureaumaschinen- Mechaniker als Werkstattleiter sum baldigen Antritt gesucht. Ausführl. Bewerbungen mit Angabe der bisherigen Tätigkeit, Zeugnisabfchristen und Lohnansprllchen erbeten an 182/18 �loetC« dt Wallis, Bureaumasch.-Spezialgeschäft, Hannover, Georgstr. 7. Wim lotomMijtet für Traktoren-Spstem, möglichst Schlosser, weilen eingestellt 9SßD Lichtenberg, Kriemhildstr. 5112. Die Stelle einer ist ju besetzen. Tätigfeitsgebieit Insbesondere Bearbeitung der An> gelegenheiien der weiblichen Jugendfürsorge, Leitung des Dienstes der Ingendhelferinnen. Mitwirkung beim Ausbau der bezirksweise zu—.... �--- ersolat aus Privai Pension nach ersolareicher geholt 9700 M, steigend in IS Iahren ans 13 300 hierzu zurzeit 30 Pro,. Ausgleichszulchlag. Während der Probezeit 73 Proz. des Anfangsgehalls. Gesuche von Bewerberinnen mit geeigneten praktischen Srfahrungen und Vorbildung find mit ausführlichem Lebenslauf und Zeugnisabschriften zum 1. November d. Zs. einzureichen. 19/18 Reuköll», den 12. September 1929. Der Magistrat. /