/ v y Nr. 465» Z7. Jahrgang Ausgabe B Nr.Hö Bezugspreis s V-rteljährl. 30.— monatI.1V.— Mt. frei ms vaus. voraus;ah!bar. Pon- de,ug Monatlich 10.— Mk� ei-kl. slellunasqeöühr. Unler�reu?danb mr DeMschlano and Oesterreich 16.' 0 für das übrigr Ausland sei malich. e-nmal. RufteHuno 2150 0- Vost-»?- stellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho» Slowake., Dane. mark, öollano. �u�ernvurg, Schweden und die Schweiz.— �myetraaen m die Vost- �eimnqs- Preisliste. Der„Vorwärts*' mit der Sonnraas- beilage„Volt u. �ect" erzchem: wowen- täglich �wctmal Sonntags und Montags-nnmat. Tet eg rarnni-•}'. srefte: „Sozialdemokrat Berlin- Abend-Ausgabe � 20P?ar.nig� Berliner VolKsblAti Anzeigenpreis: Die achtgripaltene Nonpm�wszeile kostktZ.— ,M., Sraramjjs juf chiagSv«/<>. „SIeinc Anzeigen-, Oas lett- gedruckte Wort 1,— M. fjulölfig zwei ' eNgedruckte Worte), iedes weitere Wort 60 Pfg. Stellengesuche un» Tchlafstellenanzeigen dao erste Wort «ö Psg. iedes weitere Wort 40 Psz. Worte übet 15 Buchstaben zählen für -.wei Worte. Teuerunqsznichtag 50°'» Fatmiien-Anzeigen nie Abonnenten geile 2,— TO, politische und ge» wertichastliche Verenis-Anzeigen Z.— TOI. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags>m Sauptgeschäft, Berlin SW, 3, Linden» strage 3, abgegeben werden. Geöffnet von 3 Uhr früh big ö Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratircben Parte» Deutschlands Neüaktion und Expedition: 620.6$, Lindenltr. Z. Xcrniprertier; Ami Mo-iUKlat,. Nr. 11»! SO— I»I i>7. Sonnabend, den 1�. September 1920 vorwärts-verlag G.m.b. h., 620. 6$, Lindenstr. Z. Merntvrecker: Amt Morinplas.Nr. 117'»'.i— ö l. Rücktrittsgesuch öes KmauAMmfters! Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat der Reichs- finanzminister Tr. Wirth dem Ncichspräsidcntcn E b e r t ein Demissionslicsuch überreicht. Eine Reihe � von Schwierigkeiten, die es dem Minister unmöglich machten, bestimmte Finanzresorwcn in seinem Sinne durchzuführen, soll die Ursache des Rücktritts sein. Das„Ministerinm des Wiederaufbaues" baut ab. Wirth geht. Hermes hat sich infolge seiner einseitigen Agrarpolitik bei allen Verbrauchern unmöglich gemacht. G r ö n e r provoziert die Arbeiterschaft, die Deutschlands Neutralität schützen will. G e tz I e r— aber über den schweigen wir lieber. Alle aber sind darin einig, daß es der Regierung nützen würde, wenn die S o z i a l d e m o- kratie em paar.rote Ketten" um s!' slbNngen würde. Aber wir danken l * In sonderbarem Widerspruch zu obenstehender Meldirng, deren Richtigkeit uns von vollkommen authentischer Stelle bestätigt wurde, befindet sich folgendes Telegramm, das Wolffs Bureau verbreitet: Zu den Errüchten über RücktrittSpläne deS Reichsfinanz- Ministers Dr. Wirth können wir nach Erkundigung an zuständiger Stelle folgendes mitteilen: Die Gerüchte gehen auf die Meinungsperschied«»- h c i t e n zurück, dir sich in der B e>» l d u n g s f r a g e in der letzten Zeit zwischen dem R e i ch s y o st mi n i st e r i u m und dem Reichs- f i n a n z m i n i st« r i u m gezeigt haben. Diese Differenzen werden das ReichSkabinctt in den nächsten Tagen beschäftigen. Zu bemerken ist darüber hinnns, daß die Besoldungsfragen nur ein Detail in de« weitergreifendcn Entscheidungen über die Finanzwirtschast des Reiches und der Staaten darstellen, die in kürzester Zeit getroffen werden müssen. Im Reichskabinett werden diese Frag«n in der nächsten Woche in ihrem vollen Umfang aufgerollt werden. Der ReichSfinanzmiuister wird mit Vorschlägen an das Kabinett herantreten. Dieser Meldung zufolge wä'e also das Demissionsgesuch des Finanzministers noch nicht überreicht. Es wäre wün> schenswert, wenn in derartigen Fragen nicht die eine„zw ständige" Stelle Mitteilungen ergehen ließe, die den Jnsov mationen seitens anderer Stellen, die sich für ebenso„zw ständig" erklären, zuwiderlaufen. Hoffentlich bekommt die Oeffentlichkeit nun bald eine endgültige Mitteilung, wie die Darge in Wirklichkeit stehen. Der Hombenanschlag m Wallstreet. Sinnfeiner oder Bolschewisten? Amsterdam, 18. September. Nach einer„Telegraaf-. Meldung auS London, glaubt man in New Aar!, daß die große E!- plosion die Folge einer Verschwörung war. Die Firma Morgan arbeitet in Amerika für die englische Regierung. Der Anschlag wird daher für einen Racheakt irischer Sinn- feiner gehalten. Der Leutnant Arnaud von der französischeu Obcrkommission, deren Bureaus dicht bei dem Platze liegen, wo das Attentat swttfand, erhielt am Mittwoch morgen einen Brief, in dem der Schreiber die Mitglieder der Kommission warnt und ihnen rät, sie sollten, wenn ihnen ihr Leben lieb fei, da? Bureau um 2 Uhr verlasien, da um'AZ Uhr in Wallstreet eine K a t a- strophe stattfinden werde. In dem Briefe heißt es:„Bestimmte Personen sind verärgert und haben die Absicht, sich zu rächen." Ein Effektrnmakler erhielt eine vom 14. September datierte Post- karte aus Toronto, in der ihm geraten wird, am Mittwoch nm 3 Uhr nachmittags Wallstreet zu verlassen. Die Ansicht der Polizei geht dahin, daß der Anschlag das Werk von Extremisten ist. Im Zusammenhang damit wird ein Kommunist mit Namen Fisher genannt, der Toronto in der Nacht vom 14. September verlassen hat und der mit Bezug auf Wallstreet erklärt haben soll: „Dort leben viele Millionäre, die getötet werden müssen." Amsterdam, 18. September.(WTB.) Nach einer New Uorkcr Meldung des„Algemcen Handelsblad" solle» dir radikalen Elemente in den Bereinigten Staaten die Ausgabe der franzö- fischen Anleihe durch das Bankhaus Morgan als eine Förderung der aggressiven Politik Frankreichs gegen Rußland betrachten, was möglicherweise die Beranlassung zu dem Anschlage gewesen sei. Eine Verhaftung. Paris, 18. September.(WTB.) Nach einer Morgenblätter. Meldung aus New Aork hat die Polizei einen Mann namens Eduard Besser verhaftet, der der Unterzeichner des Schriftstückes sein sell. in dem das Attentat in Wallstreet ange- zeigt wurde. Sein Schwager bezeichnet ihn als einen Mann, der nicht im Besitz der Vellen geistigen Fähigkeiten ist. Frankreichs Kampf gegen üen Fortschritt. Es häufen sich seit gestern in auffallender Weise die Meldungen, wonach die Frage der Z u l a s s u n g D e u t s ch- l a n d s zum Völkerbund demnächst und zwar bei der ersten am 15. November in Genf stattfindenden Tagung des Völkerbundes, in ein akutes Stadium treten wird. Paris, 18. September.(Meldung des Hollandsch Nieuwsburcau.) Das„Echo de Paris" meldet, daß der Schweizer Delegierte beim Völkerbund erklärte, seine Re- gierung würde sich aus dem Völkerbund zurückziehen, wenn Teutschland noch länger ausgeschlosien bleibe. Gleichzeitig hat Bourgeois von seiner Regierung genaue Anweisungen erhalten, daß Frankreich aus dem Bunde a u s t r est e n werde, wenn er sich November mit der nötigen Zweidrittel- Mehrheit zugunsten Deutschlands und gegen den fron- zösischcn Vorschlag entscheiden wird. Nach einem anderen von der Telegraphen-Union ver- breiteten Drahtbericht aus Paris soll auch der s p a n i s ch e Botschafter in Paris im Auftrage seiner Regierung die baldige Zulassung der Zentralmächte angeregt haben. Unter- dessen wird in Paris kategorisch dementiert, daß dem Völkerbundsrat, der gegenwärtig in Paris tagt, ein solcher Vorschlag vorgelegt wvden sei. Die Angst Frankreichs davor, daß einmal andere Argumente als der Säbel des„Dolmetschers" Foch für die Beziehungen Deutschlands zu der Entente auöschlaggebeud sein könnten, zeigt aufs neue, wer das größte Hindernis für eine Wiederherstellung normaler Zustände in Europa bildet._ NliUeranö will nicht kandidieren* Paris, 17. September. Nach einer Havasmeldung erklärte M i l l e r a a d heute Journalisten gegenüber, daff er nicht kandidiere» werde. Noch keine Lösung in der Sergarbeiterkrise. Amsterdam, 18. September.(WTB.)„Telegraaf" meldet aus London: Die Verhandlungen zwischen den englischen Berg arbeitern und der Negierung sind von neuem am-f einem toten Punkt angelangt. Der polnisch-litauijche Konflikt. Warschauer Meldungen behaupten, daß trotz deS Waffen still- standes und obwohl die Verhandlungen in Kalwarje bereits im Gange sind, die Litauer ihre Angriffe bei Seiny erneuert haben, wodurch die Polen zur Räumung der Stadt gezwungen werden. Nun hat die lettische Regierung in Warschau den Vorschlag unterbreitet, die Verhandlungen ebenfalls nach Riga zu verlegen und dort weiterzuführen. Die polnische Re» gierung hat sich hierzu bereit erklärt. Der„Bund" aufgelöst. Warschau, 18. September. Wie der„Kurjer Poranny" meldet, hat die Regierung beschlossen, die Arbeiterorganisation „B u n d", die stärkste jüdisch-sozialistischr Partei» aufzulösen, da sie im Einvernehmen mit Rußland gegen Polen feindselig aufgetreten sei. Anerkennung für Krassins Verhalten. London, 18. September.(Hollandsch NieuwIbureau.) Die „Times" meldet: Die englische Regierung ist über die Tatsache sehr befriedigt, daß Krassin keinen Anteil an den Machenschaften Kamenew? hätte und sich vollkommen auf die Handelsbeziehungen, die sich gut entwickeln, b e- schränkte. «'* Der polnische Frontbericht vom 17. d. M. meldet Erfolge in G a li z i e n und Verfolgungskämpfe in W o l h h n i e n. Heftige Angriffe der Russen auf der Linie des Dnjepr-Bug-Kanals seien abgewiesen worden. , Ein Moskauer Fumsipruch behauptet hingegen, daß die Roten Truppen alle gegnerischen Angriffe abgeschlagen hätten und in westlicher Richtung vorrückten. Deutsche Kandidaten für den dänischen Reichstag. Kopenhagen, 13. September.(TU.) In dänisch-süd- schleswigschen- Kreisen haben die Deutschen Kandi- daten für die Reichstagswahlen aufgestellt. Man ist dänischer- seits über den Ausgang sehr besorgt und H. P. Haussen warnt davor, die Stärke der Deutschen zu unterschätzen, und hält eS für möglich, daß die Deutschen zwei Vertreter für den Reichs- tag durchbringen können. Der entlarvte Einbrecher. Von Franz Krüger. Beuthen, 16. September 1326.- Der 15. September würbe im o&erschtesischen Jndusiru gebiet allgemein als ein kritischer Tag angesehen. Bei.er Lohnzahlung an dieseni Tage trat bei den polnischen Ar- bettern der ziemlich erhebliche Lohnausfall ftihlbar in d e Erscheinung, den sie durch den polnischen Generalstreik im August erleiden. Die Unternehmer hatten beschlossen, die Streikschichten nicht zu bezahlen. Die Polnische Beruttver- einigung hatte ihren Mitgliedern zwar die Bezahlung an-, ihrer Kasse versprochen, jedoch war die Ueberzeugung all- gemein, daß sie gar nicht imstande sei, die hohen Summen hierfür aufzudrängen. In ihrer letzten Erklärung hierzu vom 14. September spricht sie auch nur noch von einer Bc- zahlung„in Gemäßheit der vorhandenen Mittel". Für diesen Fall befürchtete man auf deutscher Seite neue pol- irische Unruhen, wie sie auch von verschiedenen örtlichen Polenführern bereits angedroht wurden, und tatsächlich wur- den täglich neue Rüstungen und Vorbereitungen der Polen für neue Kämpfe bekannt. Noch in letzter Minute hat man auf polnischer Seite es doch für zweckmäßig gehalten, einstweilen den geplanten neuen Puftch abzupfeifen. Nicht ganz freiwillig. Am 14. September veröffentlichte K o r s a n t y einen Aufruf an die oberschlesische Bevölkerimg, in dem er dringend Poe neuen Putschen und Unruhen warnt. Die bestehende Unruhe und Spannung führt er auf alldeutsche und kommunistiime Hetze zurück. Er behauptet,'daß die Kommunisten als Wert- zeuge für alldeutsche Putschpläne benutzt werden sollen. Damit verrät aber Korsanty lediglich etwas über die inneren Zusammenhänge der polnischen Bewegung. Es ist kein Zweifel, daß die Kommunisten versuchen, aus den nationalen Kämpfen in Oberschlesien für ihre B- strebungen Nutzen zu ziehen. Ich habe bereits früher daraus hingewiesen, daß der Abbruch der Aufruhrdewegung im August seitens der Polen wesentlich dadurch beeinflußt war, daß die Kommunisten, die den Polen zunächst als Mittel zur Zersprmgung der deutschen Abwehrfront sehr willkommen waren, einen erheblichen Einfluß auch auf die p o l n i s w e Bewegung zu gewinnen schienen. Daß im übrigen polnisäie Kreise die Hilfe der Kommunisten für sich nutzbar zu machen gesucht haben, steht fest. Man köderte sie mit dem Hinweis, daß es doch ein gemeinsames Interesse sei, den deutschen Unterdrücker zu verjagen. Die oberschlesischcn Kommunisi<»- führer Brand und andere haben sich schon vor drei Wochen offen gerühmt, daß die Polen ihnen Waffen angeboten hätten, und sie würden davon auch Gebrauch machen. Auf der anderen Seite wurde die Interalliierte Kom- Mission von den Polen vor dem drohenden Kommunisten- putsch recht eindringlich gewarnt und dahin bearbeitet, evtl. zu seiner Niederschlagung polnisches Militär ein- marschieren zu lassen. War dieses erst in Oberschlesien, dann war die ganze oberschlesische Frage„gelöst". Zu dieser Politik paßt auch durchaus die jetzige Warnung Kvrfmtths vor den angeblichen alldeutsch-konimunistischen Putschabsichten. Sie ist das wirksamste Mittel, die hier noch immer maßgeben- hen Franzosen völlig in die Arme der hilfsbersiten pol- nischen„Freunde" zu treiben, wenn es dann doch losgeht. In Wirklichkeit ist nirgends die Furcht vor einer kommunisti- scheu Räterepublik Oberschlesien so groß, wie bei den Deutschnationaleu. In der Hauptsache ist der Korfantysche Beschwichtigungs- mrfruf aber offenbar veranlaßt durch die Enthüllung der polnischen Organisation zur Eroberung Oberschlefiens, die in der bekannten Note der Reichsregierung erfolgte. Die in Betracht kommenden Dokumente sind in der Nacht zum 36. Juli einem verhafteten polnischen Kurier ab- genommen worden, der zwischen Benthen und Sosnowice die Brinitza durchschwamm und sich die Dokumentenmappe auf den Kopf gebunden hatte. Zu diesem Material kamen noch wichtige Schriftstücke von anderen Seiten. Alle wurden sie erst eingehend auf ihre Echtheit geprüft, ehe die Regierung jetzt zu ihrer amtlichen Verwertung und Veröffentlichung schritt. Vor den Aushangstellen der Zeitungen in den ober- schlesischen Städten, die heute diese Enthüllungen bringen. ballen sich überall große Menschenknäuel zusammen, die mit Empörung das bestätigt finden, was gefühlsmäßig schon bis- her ihre Ueberzeugung war. Immer wieder wird in Privat- gesprächen die Forderung aufgestellt, daß die deutsche Be- völkerung sich betvassneu müsse, um die polnische Gewalt a b- zuWehren, da die interalliierten Besatzungstruppen für den Schutz der Deutschen absolut nichts täten."Und zur Ver- schärfung der Stimmung trägt die skrupellose polnische Agi- tatton außerordentlich bei. In seinem Ausruf führt Korsanty aus. daß die Volk?- absttmmung lediglich formell zu bestätigen habe, daß Oberschlesien ein Teil der Republik Polen sei. Da man aber scheinbar in dieses Resultat der Absttmmung nicht im- bedingtes Vertrauen hat, treiben die polnischen Zeitungen jcfet eine lebhafte Propaganda dafür, daß die yicht mehr in Lbsrlchlesien wohnhaften gebürtigen Vberschlesier, entgegen den Bestimmungen des Friedensvertrages, von der Abstim- mung ausgeschlossen werden sollen. Das wird zur Folge haben, daß die Polen in denjenigen Gemeinden, in denen sie die Macht an sich reißen können, den zur Abstim- üumg kommenden deutschen Qberschlesiern evtl. mit Ge- walt entgegentreten werden, wenn nicht durchgreifende Schlitz maßnahmen ergrissen wenden. Die polnischen Zeitun- gen sind auch voll mit den Androhungen der Nachteile, die den Deutschen bevorstehen, wenn Oberschlesien polnisch wird (Uuswrisung usw.). Damit suchen sie die lediglich dem eige- neu Vorteil nachgehenden Elemente für sich einzufangen. Der deutschen Plebiszitkommissar, Dr. Urbanek, hat ver- sucht, die durch die fortgesetzten polnischen Gewalttaten und die Enthüllungen gesteigerte En:pörung der Deutschen durch e nen Aufruf zur Ruhe und Besonnenheit zu besänftigen. Trotzdem er mich in drejem Ausruf wieder eine ganze Anzahl polnischer Mord- und Gewalttaten anführen muß, empfiehlt er dm Deutschen niit Recht, sich allein auf die wirksamste Warfe, das moralische Recht, zu stützen. Es kann aber gar nicht deutlich genug ausgesprochen werden, daß der feste '.alle der führenden deutschen Kreise, insbesondere der Ar- l> uterschaft, das Schicksal Oberschlesiens friedlich zu ent- scheiden, schließlich durch den Gang der Ereignisse über den Hausen gerannt werden kann, wenn die alliierten Mächte nicht endlich ihren Verpflichtungen mich- kommen und mich aus polnischer Seite diesen Friedenswillen erzwingen. Des Inserat als Enthüller. Zu der Frage des Anschlusses der U. S. P. an die Mos- kauer Dritte Internationale haben eine Reihe weiterer Or- ganisatiouen Stellung genommen; so nahmen die R o st o ck e r Mitglieder der U. S. P. eine Resolution an, die sich auf den Boden der Dritten Internationale stellt und den sofortigen Anschluß fordert. Aehnliche Beschlüsse faßten die Ortsgruppen G o l d b e r g und S t r e l i tz- A l t. Mit großer Mehrheit stellte sich die Generalversammlung der Kölner Mit- glierer der ll. S. P. auf den Boden der Dritten Internationale und forderte den Anschluß der U. S. P. an die K. P. D. Hier wird also ilnoerhiillt von Unabhängigen auf den Selbst- mord der eigenen Partei hingearbeitet. Versammlungen des 13. und 16. Distrikts forderten gleichfalls den Vorbehalt- losen Anschluß an Moskau. Die Tendenz, die Partei von ihnen heraus zu unter- wühlen, macht sich immer deutlicher bemerkbar. So erscheint jetzt in der„Freibeit" ein Inserat, in dem das Erscheinen ckner neuen politischen Zeitschrist,„Die Kommunistische Rund- schau", angekündigt wird. Die Zeitschrift wird herausgegeben non— Säumig, Geyer und S t o e ck e r. Hiermit dürften die Unabhängigen den Gipfel des Parteiper- rats erreicht haben. In der Geschichte sämtlicher Parteien steht es wobl einzig da. daß eingeschriebene Mitglie- d e r einer Partei eine Zeitschrift gründen, die nur das einzige Ziel lxit, die Partei zu untergraben und zu N>rengcn. Die Gründer dieser Zeitschrift bleiben bei diesem Sprengungsversuch allerdings nur in der Uebung, kannten sie doch schon.seinerzeit nur die einzige Aufgabe, die alte.sozial- demokratische Partei gleichfalls zu zersetzen und zu unter- minieren. Die besonnenen Ar be i t er aber mnter den Unechhängigen, die sich von dem Ehonis ihrer Führer verleiten ließen und die Genossen unserer Partei als„Parteiver- räter" zu brandmarkten suchten, sollten sich einmal ernstlich überlegen, was es bedeutet, wenn..Arbeiterführer" inner- halb einer Organisation eine Zeitsmrift gegen diese Or- gonisation begründen. Dieses Inserat in der„Freiheit" ent-, hüllt besser als lange politische Leitartikel den Zerfalls- Prozeß der U. S. P. Wir aönnen den Moskauern von Gerzen den Zulauf derartiger Elemente, die es nicht einmal ihr nötig halten, zunächst der Parteiorganisation den V'-ck/m zu kehren, bevor sie in Zeitschriften gegen sie wühlen. Ihr Sünbenspiegel. „Man redet der Arbeiterschaft ein, s i e müsse setz: ! allein die Führung der politischen Kämpfe in die Hand l nehmen und durch die politischen Räte die Einigkeit des Proletariats herstellen. In Wirklichkeit hat man das Gegen- teil erreicht. Ein neuer Zankapfel ist in die Reihen der � Arbeiterschaft geschleudert worden, der zu weiteren Zersplitre- � r u n g e n führt. Erst kürzlich ist es in Erfurt in einer vom �„politischen Arbciterrat" einberufenen Persammlung sogar zu Tat- itchkciten gekommen. Man macht die Arbeiterschaft irre an ihren - bisherigen Kampforgancn und erreicht dabei, daß sich ein Teil, an- [ geekelt von den Zänkereien, resigniert beiseite stellt. Statt sie zu � fördern, lähmt man die Aktionskraft des Proletariats." Das sind sehr treffende Ausführungen, die sich jeder II n- abhängige merken sollte. Denn die ganze Taktik der llnab- hängigen seit ihreni Bestehen lief darauf hinaus, die„Arbeiter an ihren bisherigen Kampforganen irre zu machen" und dabei zu erreichen, daß„sich ein Teil, angeekelt von den Zänkereien, resigniert beiseite stellte". Uni so mehr wundert man sich, diese beherzigenswerten Worte in dem— Zentralorgan der Unabhängigen Partei, der „F r e i h e i t", zu sindcn, wo sie W. Scholz aus Ersim veröffentlichte. Allerdings, er spricht von den Kommunisten und vergißt dabei, daß diese nur fortsetzen, was die U. S. P. begann. Die verheiratete Deamtin. ?rlle Ausnahmebestimmungen gegen w e i b I i ck> e B e- a m t e sind nach Artikel IZZ Abs. 2 der R c i ch s v e r- f a s s u n g� zu beseitigen. Das R e i tft s in i n i st e r i n m bot in seiner Sitzung vom 3. September Richtlinien über die reckt- liche Stellung der verheirateten Beamtinnen ausgestellt. nach denen diese Frage in Zukunft geregelt werden soll. Ter wesentliche Punkt dieser Richtlinien besagt: „Das Reich und die Länder haben alle Gesetze, Pcrord- nungen, Anstellungsbcdingungen usw., in denen be- stimmt ist, daß Beamtinnen vnt ihrer Verheiratung jbr Amt aufgeben müssen, alsbald aufzuheben." Diese Richtlinien entsprechen vollkomnon den Forderun- gen, die von uns seit jeher für Beamtinnen gestellt worden sind. Bei der gesteigerten wirtschaftlichen Notlage kann heute nicht mehr gesagt werden, daß die verheiratete Beamtin ökonomisch durch die Heirat besser gestellt wird, und so muß ihr die Möglichkeit gegeben werden, auch weiterhin zum Unterhalt des Hauses beizutragen. Selbstverständlich muß von Fall zu Fall geprüft werden, ob wirkliche Dringlichkeit vorliegt, denn es bieße schweren Miß- brauch mit der Verfügung treiben, wenn durck sie etwa Be- amtinnen eine Tätigkeit behalten würden, deren Entgelt für sie nur ein angenehmes Taschengeld bedeutet, während hierdurch ihre ärmeren.Kolleginnen brotlos gemacht wür- den. Grundsätzlich jedoch begrüßen wir den Beschluß des Reichsmimsteriums.__ Holsthewiftische Gewerkschaften. Pom Porstand pei Allgemeinen Toutscben Gewerkschaf' Sb'inde? wird unS gcschrioben: Zu i>em..Arlihel. des. Genossen Ä. Grigopjanz über.«..Russische Gewerkschaften" in Rr, toS'hes„Pörwärks" sei bier noch eine, kurze Ergänzung gebracht. A. S-chlapnikosf, der Vertreier der russischen Gewerkschaften, sägt tri. seiftch: vor kurzem erschienenen Broschüre: „Aus.der Gewerkschaftsbewegung in Russland bis zur Eroberung der Macht" auf Seite 20 das Folgende: „Nun können wir salso die russischen Gewerkschaften'' stolz sagen, daß wir die ganze Wirtschaft übernommen und Perwal- tungsorgane für dieselben geschaffen babcn. Ter Privatbesitz der Produktionsmittel ist abgeschafft, die Grundstücke der GuiS- besitzer und des Zarcn sind nationalisiert. Fabriken, Gruben. Schachte und Werkstätten, die ganze Handelsflotte ist von den Kapitalisten expropriiert. Aus der kapitalist'sch»n Anarchie und den konkurrierenden Wirtschaften schufen wir eine einzige Volkswirtschaft." Diese Feststellung soll doch wobl heißen, daß Industrie und Landwirtschast in Rußlano sozialisiert, die Gewerkschaften aber die Träger der Produktion find.» Auch aus Darlegungen an anderen Stellen der Schrift Schlap- nikoifs erg ln sich, daß die Gewerkschaften Organe der russischen bolschewistischen Partei bzw. die wirlichaitliche Exekutive der Sowjetrcgierung sind, nicht aber Bereinigungen zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen wie unsere Gewerkschaften. lieber die Stärke der russischen Gewerkschaften gibt Schlap- nikoft gleichfalls Ausschluß. In eincin fast ausschließlich agrari- schon Lande wie �Rußland dürfen stkinc L cm darbet t erorgcm i sa. i onen in den„sozialisierten" ländlichen Betrieben nicht fehlen. ES sind nach Schlapnikoff 60 Millionen TeZjetinen Boden der Gutsbasttzer und Privaten Besitzer„nationalisiert" worden. Die Mitgiftter- zahlen der ans dem allrussischen Kongreß am 14. Januar ISIS vor- tretcnen Gewerlsckaftcn gibt Schlapnikotf auf Seite 14 seiner Schrift wie folgt an: Ter allruifiklbe Arbeiterverband der Metallarbeiter........ Tcriilarbeiter........ Lederarbeiter......... junge» Angestellten der staatlichen und allgemein?» Einlichtungen... chenttscben Arbeiter.....\• Seeleute, Malroierr der Handelsflotte 600 000 Mitglieder 500 000 200 000 180 000 150 000 150 000 nitv. usw., im ganzen 2 638 812 Mitglieder Man bedient sich wie üblich, wenn man keine genauen An- gaben machen kann, abgerundeter Zi'fcru. Bon der Getoerkschast der Landarbeiter aber ist überhaupt keine Rede. Es sei Venn, die Landarbeitergewerkschaft ist in dem„usw. usw." mit einbegriffen, also unter vielen weiteren Gewerkschaften mit ins- gesanit 858 812 Mitgliedern, die nicht spezialisiert aufgeführt wnr- den. Danach tritt die für das agrarische Rußland wichtigste gewerkschaftliche Organisation überhaupt nicht in Erscheinung. Diese Feststellung aus Schlapnikosis Broschüre dürste den Beweis erbringen, daß es sich bei dor Schilderung der russischen GeWerk- schaftsbewegung um eine einfache Irreführung handelt, wenn in der Broschüre mit Stolz davon gesprochen wird,'saß die russischen Gewerkschaften die ganze Wirtschaft übernommen haben. Ob diese-Irreführung der demschen Arbeiter bewußt oder in gutem Glauben erfolgt, lassen wir dahingestellt sein. Nach den Erfabrun- gen, die wir mit den Delegierten der Sowjetregierung bezüglich Abschluß von Aufträgen an die deutsche Industrie gemacht haben, sind wir geneigt anzunehmen, daß e'ne bewußte Täus'chung der deutschen Arbeiterklasse vorliegt. lieber das Teckielmechtel des Vertreters der Sowjetregierung mit den Pxtvuilintcrnehmcrn Deutschlands sväter, wenn die Sache spruchreif geworden ich. Di? Nachvnift'n» der Pcsoldiingsreform. Der Unterausschuß do? RoichZiags zur Nachprüfung der Bc so l du n gSrefo r m be- gann am Mittwoch feine Arbeit. Bei der-rllgenicin-en Aussprache trat zutage, daß sich die Reichsressorts selbst noch lange nickt dar- über einig sind.>vas sie den Beamten zubilligen wollen. Die Grundbtfru der Pepbandlungen im Unterausschuß soll ein Rescreitteneniwiirf des Reichsfinan z Ministerium s bilden, demaeoenüber die Vertreter des Post-�und auch i des V e r k e h r S m i n i st c r i u in S von vornherein erklärten, mit | dem En-wurf nickt ei n v e r st o n d e n zu sein. Der Erklärung de? Vertreters des Reichssinnrizminil-eriums, daß der Entwurf in ! nolkst-m Einvernehmen mit'den. Vertretern der Beamten- 1 o r ga n i sä t i'on e n und mit größtem Wohlwollen aufgebellt - worden sei. steht ferner die eigentümliche Tatsache gegenüber, daß ! bereits Hunderte von Petitionen gegen den Referentenentwurf j vorliegen. Von sozialdemokratischer Seite wurde angeregt, die Anzahl der Gruppen herabzusetzen und die T e u e r u n g S- Zulage sozial zzt staffeln. Die Absicht der sozialdemokratischen Parteieit. g r u n d t ätz l i ch e Mängel des BofoldungSgefetzeS aufzurollen, scheiterte an dem Widerstand der bürgerlichen Par- wien. Grundsätzlich verlangen 3. P. D. und U. S. P. Sicherung des E x i st e ii z w i n i m u m s für alle Beamten, Erhöhung der Bezüge der Diät ire und Anwärter, Pereinsachuug des Titel- 1 in c s c n i. „Die Granöftatte" von Stnnöberg. Bis zur bösen Starrheit des beißenden Zelotentums war August Strindberg gekommen, als er-die moralische Abrechnung von der „Brandstätte" in das Buch seiner Kammerspiele aufnahm. Der Trieb zum Formen war für eine Weile erloschen. Es sprachen aus ibm nur noch die Schatten, denen eiste entsetzliche Zunge in den lobten Rachen gesteckt wurtze. Und diese Zunge rollte unaufhörlich, um obn-e Erbarmen, aber auch ohne Rücksicht auf Vernunft und gc- r-lge Glaubwürdigkeit die Menschheit zu verlästern. Zum Träger seiner ungeheuren Weltveracktung macht Strtndberg einen Fremd- ling, der einsttpals.ein Heimischer m einem bescheidenen Klein- biirgerhaus gewesen ist. Als der Heimische jung war, trieß ihn die nordische Unrube über den Ozean. Man vergaß ihn; zum Fremd- ling wurde er, als er mit einem Buschen greiser Haare und einem Pfofftnzhlinder wiederkehric, um die Verwandten und Freunde da- heim zu entlarven.. Er kommt, oa Haus und Hof Brand- und Trümmerstätte geworden sind. Er entdeckt, daß sie alle Schufte sind, Menschengztäler, Selbstquäler, Betrüger, Narren, weinerliches, ver- logenes Alllagsgesindel. Des Fremhlings eigener Sündensohn ge- hört zur Gilde der Lumpen. Er plackt, da er auf solche Wahrheit stöß-t. Aber es lachen auch zum Schlüsse sckr inmg und gar nicht hämisch, sondern hoffend und genießend Apfelblüte, Vogellied, Tauben-gnrrcn und Gesang im eigenen Blut zwei Verliebte, die sich gestehen, daß die Erde in jeder Zuckung zu bejahen ist. Verflucht das Fluchen! Das Segnen der Erde allein schenkt den Segen!-- Ter Zuhörer dieser Predigt entlarvt Strindberg aus großer Schwäche, er entlarvt ihn auch als einen bedenklich falschen Rechen- meisrer im Sittlichen. Wär« der Mann nicht sonst«in Genie, die Irrenanstalt für rnederträchtig-x Verleumder oder mindestens eine ordentlich zementierte Zelle in einem Lmenkloster müßte-die Hau- sung dieses ekligen Moralisten sein. Aus kargen Bühnenbemerkungen hat Karlheinz Martin in den Ka m m e r sp ie le n die Ueppigkeit einer phan- tastischen Bühne erbaut. Das Getrümmerc der Brandstätt«, das er ersinidet, das Gerät, das die Verluiderung an- deutet, das Gejaule der Leute, das die sittliche S-ckwäche der Menschen bezeichnet, dieses sehr bunte, mit Farben und Tönen aus- gedonnerte Toben und Schreien einer eigentlich toten Welt ist das Werk des Regisseurs. Er schwankt, wie es nun Brauch werden soll, vom mechanischen Naturalismus ab, um sich und seine Bilder mit einer freieren Kraft zu durchtränken, sehr methodisch, kaltblütig und klug erwägt er das Unmögliche. Er erlöst beinahe das eisige. zerquetschende Wortgezeter, das kein Ende nehmen will, indem er di- Mäuler, die zum Reden eröffnet werden, wie Tasten abstimmt. Ei ii mal war es der Hobe Versuch dieses Theaters, die Massenstimmen abzutönen. Jetzt soll mit einer Sorgfalt, deren Schweiß nicht unter- schätzt werden darf, die Rede von Mensch zu Mensch abgetönt werden. Nichts soll unmittelbare Wirklichkeit bei alledem bleiben. Obwohl sich die- Menschen mit vollem Leib in daS Licht recken, kauen sie doch wie Puppengespenstqr. Man vergesse nicht, daß Strindberg das Kammerspiel von der„Braudstä-!c" durchaus anders träumte as der Regisseur Martin. Strindberg träumte es arm und kahl, a Fahlheit des Wirklichen, Martin träumt« es als wirklichen Traum, als verbogene Schau des l>einabc llnmöglichen. Ernst Deutsch als Fremdling, ging in einer vol:c> irischen Maske. Es muß den jungen Künstler freuen, dem entzügelten uns cntzügelnden Regisseur zu folgen. Seine sittliche Eifer ei und sein moralischer, in HokuSPokuS ausartender.Heilsa'rmecstil zündeten noch, wenn die Dichtung eine Ausgeburt drr grundlosen, formlosen Vcrran-niheit schien. Das Stück, das gegeben wurde» war ein Versuch. Es sollte gerade gezeigt werden, welch Nervendniein im fleischsso-en Wort; noch erweckt werden kann. Dtzr Regisseur dräng-e sich an eine An'- gäbe, ohne daß die Dichtung derartiger Nettura di-rchaus würdig gewesen wäre. Ein Weg zu neuer Thbatrali-. Kulisse, wenn auch neue Kulisse wurde gestellt. Geist neuer Tichtung wird»>it. Ver- langen erwartet. M a r H o ch. d o r i. Die Kunst in T'Annunzios Verfassung itir Finrnc. Tic Verfassung für Fiumc bat DÄnnunzio selbst eii'.worien, und diese Ver- tassung räumt der Kultur und der Kunst staatliche Bedeutung ein. Ihre letzten Paragraphen lauten nämlich' „Für jedes edie Volk ist die Kultur die beste Rüstung.— Für das Volk von Fi-nme sind sie das wichtigste Instrument des Heils und Glücks gegen feindliche Bedrohung. Rom und Italien bc- stimmen diese Kultur. Eine freie Hochschule wird in Finme errichtet, eine Kunstschule, ein« Musikschule usw. An den hellen Wänden der Schulen finden sich weder relig ose Abzeichen noch Zeichen politischer Parteien, sondern Inschriften zvm Aneifern. Bildet der Meisterwerke, welche das ewige S r wen der Menschen darstellen. Eine Behörde wird eingerichtet, die über die Würde der Lebens- führung und der städtischen Bauart wacht, tür Reinlichkeit der Straßen sorgt und die Feste veranstaltet, die Volkskunst fördert und dem Volk wieder die Liebe beibringt zur schönen Linie und zur Farbe in allen Dingen des Alltag?. Die Musik ist eine religiös« und soziale Einrichtung im Staat. Die Musik ist der Ausdruck des Lebens. In ihren Rhythmen klingt der Rbythmus der Arbeit wieder, in ihren Paulen das Schwei«» der zehnten Gilde. Der Staat richtet öffentliche Musikkorps ein.: alle Ausführungen in dem zu erbauenden Gebäude für Musik sind frei." Thalia-Tbeatcr:„Ter dumm? Franzi." Ern richtiges Volks- stück ist es nicht, hätte aber eins werden können. Tie Schilderung derben Volkslebens auf den Bergen, in der Musik der kurzatmige, prickelnde Zitterton mit seinen guten orckjestraleu Witzen sind ech er Holzschnitt. Aber die Liebe de? naiven Bauerniungeii Franzi zur Sängerin Hertha, die ihre spielerische' Koketterie nach zwei Seiten njit einem Messerstich büßen muß. ist Marlitt, und die langatmige Versöhnung von Franzl mit seiner guten ersten Torflicbe ist flau und wässerig zum> Erbarmen. I Trotzdem der Schlußeffekt von Käthöben von Heilbrcnn kopiert wird.) So animiert die Stimmung des Publikums'» den ersten zwei Akten ist. wo das Zwerchfell kann zur Ruhe kommt, so matt war lic nn dritten Akt. Zu diesem Stück von Reinhold Bruck, das Jean Kren bearbeitet hat, hat Rodert Winterberg— gestfnuackoolle Gcsangstexfe sind von Beutli— eine Musik geschrieben, die in der Erfindung und im Auf- bau ziemlich ausgc.re.ene Gleise verfolgt, ju der Orchestrattou aber viel Originelles bringt. Tie famosen Wirkungen mancher Bläser- stellen sind bester Na'chsmekrna. Ab r auch bier ist zuviel Wieder- hokyng desselben Schema?. Robert Wtnterbevg und Jean Kren sorgen ffir eine e: iffi-ff'->e Anffttfii jr.g. Gestalten wie Edmund Loewe i£ r.'m'r), Rci.;»cid Bäsch(der Franzl>. den vorzüglichen Emil Aman«der alte Adamsbancri, den unwiderstehlichen Her- mann Blaß l Lehrer) vergißt mau ni-bt leicht. Auch Grete! Krupp, Franz I. Rauch. Grote Liebreich und Bccthoid Rose wären zu nennen Eva Lieber borg wirft repräsentativ ausgezeichnet, muß gefänglich aber noch vi.'.lernen, namentlich ihre unmögliche Höhe verbeffern. H. M. Vvntst»nd Sich eilwff. In Stepbari Großmanns Wocher.ichrtft „Das Tagebuch" er::h!t ein Leipziger ein Erlebnis aus dem Jahre 1016: Ich nand am Tbomasring, wart-'te auf eine Straßenbahn und stierte zum Zeitvertreib auf den FluZlagekalten des Photo grap.hen Hoenistb. Damals Photo araplr orten die Leipziger Photo-- ara-pben hauptsächlich Generäle, oder sie stellten wenigstens nur i Generalsköp'e aus Reben mir stand a n alter Herr mit einer greisen Dame. Tic sag er„Sich dir mal Ludmdorff an!" Er beugte sich hinüber zudem Bild.' und sagte:„Nein,-- j diese?. Gesicht mag ich nicht-- Was für brutale rohe Züge--- I ich fiätlc ihn mir anders gewünscht y~ nein, mit diesem Manne ! möchm ick' nichts zu»u* baben." Unwillkürlich bftä'v im a» dem offen Herrn hinüber, der— da- malS war Leipzig, unv nicht nur L"v-iq, voll kritikloser Heldcn- 'verehri'ng— so sicher und frei das Litdcndorffgesicht ablehnte. ES war Wilhelm Wund:. Erftauffiüirnvgen der VSockie. M i.? futfdjrs Tb.: SinlameMenlchcn. To. KSnwarSver: M'rnidolina. S-hiller: BettineS Verlobung. Sonnab. Ballner: Geiger von Lugano Lelsirtg: DaS Gelübde. kunsterwrrtmnge« orr Stadt Berlin. In der Groben Berliner Knnftausitebiing am Lebrier BaKnvos, die am 3. Oktober geschlossen wird. erwarb die Ztät'.iiche'tunild vutation Vsmälde uon NMald Silbitz. Karl tkayiei-Ei-bbetg. Bichel« Lindner, Karl Bendel und Julie Bolfthorn für die S: idl Berlin. Die„Gesellschaft zur ül'lege alter Musik-- veranstaltet ans Anlah Ihre» zehn-ädiigi'u tz s-ebeus am 20. Eeplcinbc-, abends 7'/, Ubr, im Konzertmal der Hoch'ihule ein K ouzcrt mit Werken von I. I. Fux. Mozart und I. I. Bach. Gin Sebrgang über daS Sichtbltd als Bildunqsmittel wird vom Zcnlralins.itut für Erziebnug and Unterricht. Berlin W: 35, sllr Ver! eter von Sinais- und slödiischen"eftirden oder Bereinigmigen, die LititbUd« voriübl ungen eil l ichten wollen. iür Lehrer, I»g-»apfl?acr und Freunde des Lichtbildwricn» vom 4. bis 0. Oktober velanbaltet. Annagen sind an die Bildttelle des Zentrolintiliuis zu lichten. Reue Traineil. Das Dresdener Schauspielhaus hat das neue Drama „JenieitS* von Waller Qasenclever erworben. Die Urauisübrung wird gleichzeitig mit dem Prager LandcStheatcr und dem Leipziger Schau- spielhaus Mitle Oktober sein. Gegen öas franzosisch-belgische Abkommen. Ncw Kork, 18. Teplcmber.(Hollandsch Nieuwsbureau.) Wie verlautol, stellt sich die amerikanische Regierung auf den Siand- Punkt(r n g l o r. d s hinsichtlich des französisch-belgischen?ll>- kammens. Auch Washington ist der Ansicht, dah man gegen dieses Abkommen Stellung nehmen urusi, weil Deutschland sich dadurch nicht an den Besprechungen beteiligen kann. England und Amerika sind darüber einig, daß man Teutschland als europäischen Staat nicht ausschließen kann. Amerika wird gleichfalls gegen gewisse Beschlüsse der 5konfcreni> in A i r- l e s- B a i n s Stellung nehmen. Tschechische Kommunisten gegen Sie Partei. Prag, 17. September. Der Kampf in der Sozial» demokratischen Partei nimmt schärfere Formen an. Aach der Gewalltat der Kommunisten, die sich der Druikerei de?„Pravo Lidu"(„Volksrecht") bemächtigten, dort einen Arbeiter- und Redaktionsrat einsetzten und als Zensor den Schrift- steller Ivan Llbracht, der aus Moskau zurückkehrte, er- nannten, trat heute der Vorstand der Partei zusammen und faßte folgenden Beschluß:„Der„Pravo Lidu" wird sofort einer anderen Druckerei übertragen. Die Redaktion wird neu gebildet. Gegen diejenigen, welche sich des Eigen- tums der Partei bemächtigt haben, wird gerichtlich borge- ga n g e n." Die Kommunisien erklären, daß sie den Kongreß Ende Sep- tem�cr trotz des Beschlusses der Parteiverlrelung, ihn zu ver- tagen, abhalten wollen, koste es. was es wolle. •* Die tschechische sozialdemokratische Parteileitung hat in der Sitzung, in der sie in den Rücktritt der parteigenös fischen Mini st c r willigte und ihnen den Dank aussprach, be- schlössen, daß nunmehr nach deV Ende der Koalition ein Grund 'ir cm Weiterbestehen einer organisierten Rechten in der Partei nicht mehr gegeben sei und»sie darum liquidiere. ' talieniscke Vorstellungen in Selgraü. Paris, 18. Scpiembcr.(WDB.) Einer römischen Meldung des„Echo de Paris" zniolge hat die italienische Regierung gestern einen d i v l o mm tischen Schritt in Belgrad unier- j um die Aufmerksamkeit der südslawischen Regierung aus das ständige Vorrücken der südslawischen Truppen hin- zul � ien und sie auf die Einhaltung der Bestimmungen des Friedensvertrages hinzuweisen. Paris, 18. September.(WTB.) Nackt einer Radiomcldung aus Rom ist der montenegrinische General Martina- Wils ch im Begrijs. S t u t a r i mit dreitausend Mann anzugreifen. Wivtfdyaft Au lo�e Diviüenüen. i,.k der Genera versommlunq des Vereins Deutscher M a s w i>i e n b a u a n st a l te n hat Professor Dr. Prion aus Köln einen Vortrag über den„Einfluß der Geldentwer- iunq aus die finanzielle Führung industrieller Um rnehmungcn" gehalten, dem wir folgende bcmerkenS- werte facki'ichc Ausführungen entnehmen: Bei Betrachtung der heutigen Warenumsätze und der hieraus folgenden erhöhten Papiergeldeinnahmen ist fest- zustell, n. daß die von der Buchführung ausgerechneten Gewinne .n Wirtlichrcit nur Scheingewinne sind, da die Buchführung die Geldentwertung nicht berücksichtigt. Bei Bemessung der Preise ist die Berücksichtigung der Geldentwertung zu fordern, wenn nicht eine auch über das volkswirtschaftlich berechtigte Maß hinausgehende Verkümmerung bor Betriebe eintreten soll. Ebenso ist es ein Unding, wenn die S er von den Sckeingewinnen berechnet wird und sie ."mit die Verniögenssubstanz, anstatt die Erträge ersaßt. Auch oas Anlagevermögen wird von der Geldentwertung C rossen. Von größter Bedeutung ist die Geldentwertung für die Behandlung der Abschreibungen geworden. Mit Rücksicht ans di um das Zehn» 4n.b Zwan.zigfache gestiegenen E r s a tz b e- s ch a f f u n g. t o st c n sind die Abschreibungen in heutiger Papie» mark entsprechend zu erhöhen. Ebenso sind die bis dabin an den Goldmarllonten erfolgten Abschreibungen auf Papiermark ui bringen, also gleichfalls zu erhöhen. Dadurch wird der von der Buchiührung errechnete Gewinn entsprechend gekürzt. Die Preis- p>. ü f u n g s st e l l e n lassen die Erhöhung der Abschreibungen bei �. chnung der angcmcsienen Gewinne nicht zu. Richtig ist, daß via?ll schreibunoen nicht in voller Höhe in die Preise ein- der- oei werden dürfen, weil sonst die Preissteigerungsneigungen ve: stärkt w rdcn. Tagcgen ist es nicht nur unbillig, sondern auch vv!. wirtschaftlich beduifAch. wenn nur die Fricdensab- sch reib Ii npen berücksichtigt werden. Die?lufnahme neusn Kapitals lür Ersatzanschafsungcn ist nicht allen Betrieben möglich, verwässert das Kapital und stellt die Betriebe schlechter als andere Wirtschairen, die durch Steigerung der Ein. i m m« r die Geldentwertung einzuholen sich bemühen. Ebenso ist es unbillig, daß die steuerliche Rcchisprcchung die erhöhten Abschre lraieoen nicht steuerfrei lassen will. Allerdings kann nicht i.ec"' iwtasieabschrc ibung steuerfrei sein. Es kann eine Berück- j chiianng bis etwa zur Höhe der mutmaßlich dauernden Geldent- mcrr.ii,,!! vorgeschlaoeu werden. Heute führ: die Scheu �sor ver Etttrichtnnz— betriebswirtschaftlich ungerechtfertigter— Steuern swm d-. stecken der Papiergewinne durch Führung von Reserve- 'onten NN er den Kreditoren, vor allem zur Niedrigbewer- -iing b r Warenbestände, deren Zi'sern dadurch in den B tanzen mehr oder weniger Goldwcrtch.irakter tragen. M' Rück loch: aus d'c Kapiialsvcstandteile in den rechncrischen Neb ,>'ien müssen die viiegeschütlctrn Dividenden im allge- -' inen als viel zu hoch bezeichnet werden. Aber auch die Heiieni- llclikeit muß wissen, daß die- b i l a n z m ä ß i gen Neberschüsse i cht immer wirkliche Gewinne' in dem Sinne eines Ver. u-ögensialvachs�s sind. Die Bemessung der Dividende nach den aus bejonderen Gründen stark gestiegenen Aktienkursen 'ordert icharkc Kritik heraus. Aber hier kämpft das B a n k i n t e r- e i s e mit der finanziellen Sicherheit der Betriebe. Wie wenig die Papiergcwinne zur Fortführung der Betriebe aus- rei'er. v en die gewaltigen Kapitalvcrnickriingen, die in der Haup'i.e.e Berwaiserungen. Anpassungen an d-e Geldentwertung darstell n. Geiäbrl'ch ist die Aufnahme kurzfristiger Schuldon, da rn Rückgang de" Preise leicht zu Ber'usten, Zahlungsschwierig- ' ten und Wiederzusammenlegung des Kapitals führen kann. Tic grofie Arbcitsvcrschwcndttng. In seinem Bortraa über die„Wirts ch a filiche Lage deS l a s ch: n e n b a u e S" sagt Generaldirektor I. Becker, Köln, zum Schluß: „Der d c u: scke Maschinenbau'nsbesondere muß bestreb; sein. pic pro st e Arbeitsverschwendung zu vermeiden, die in der außerordentlichen Mannigfaltigkeit da.' Arbertsprogrammc der meisten Werke und in der Vielgestaltigkeit der hergestellten Typen liegt. Zu diesem Zweck muß ein stärkeres Zusammenarbeiten der Industrie stattfinden, das gegebenenfalls auch zu Zusammenschlüssen einzelner Unternehmungen führt. Auch ist die Normalisierung von Teilen, die in größeren Mengen benötigt werden, zu fördern. Zu hoffen ist, daß diese Wege, die vom Werkzeugmaschinen- bau mit Erfolg beschritten worden sind, auch von anderen Zweigen des Maschinenbaues zwecks Verbilligung der Erzeugung und Hebung des Absatzes eingeschlagen werden. Der Verein deutscher Maschinen- bau-Anstalten selbst und vor allen Dingen die Fachverbände des Maschinenbaues werden sich künstig dieser Ausgabe ganz de- sonders annehmen müssen. Wenn die Arbeitslosigkeit bisher noch nicht in vollem Umfange eingetreten ist, so liegt das daran, dah ein großer Teil der Maschinenfabriken bisber noch mit lang- s r i st i g e n Austrägen beschäftigt war. die vor der Krise herein- gekommen waren, und daß andere Werte, um der Arbeitslosigkeit zu steuern, Maschinen auf Vorrat bauen. Heute sind bereits un- geheure Lager von Vorzeatsmaschinen im Werte von vielen Millionen Mark vorhanden, ohne daß sich Aussichr für nanihafte Verkäufe bieiet. Unier diesen Umständen haben die Maschinen» fabriten große Verluste zu giewärtigen, auch sind die Banken in durchaus berechtigten Bedenken nicht mehr geneigt, die zu einer solchen Besckxistigung der Betriebe erforderlichen Geldmittel zur Verfügung zu stellen. Gruschwitz Textilwerke, A.-G. in Neusalz«Ober). Yn der Generalversammlung wurde eine Dividende von ll> Proz. beschlossen. Dr. Bcheim-Schwarzbach, Direktor der Bank für Handel und Industrie, wurde wiedergewählt. Ferner wurde angesichts der Geldentwertung, der Erhöhung der Löhne, der Preise der Rohmqterialien und des Umsatzes die Vermehrung des Aktienkapitals auf 15 MO �00 M. und die Ausgabe einer Obli- gationenanleihe beschlossen. Ein neuer Verband der Spielwareninduftrie. Zur Regelung von-Export- und Preisbildungssragen sowie Zentralisierung des Ein- und Verkauss schlössen sich die Spielwaren- fabrikantcn Nordihürinxens mit Sitz Walterskausen zum Ver- band nordthüringischer Spielwarensabrikanten G. m. b. H. zusammen. SroßGerün Caputh. Eaputb, das freundliche Obstzüchtcrdorf an der Havel, wählen wir zum Ziel unserer SonntagStvanderung. Vom Bahnhof P o,t s-- dam geht es link- über die Bahn nach dem Schützenplatz und wei- ter durch die Saarmunder Sk�aße. An Friedhöfen und Heilanstalten vorüber, kommen wir zu einer Chausseegabclung. Der Wald, den wir bisher nur zur rechien Hand hatten, zieht sich jetzt auch links der Straße hin. An der Gabelung halten wir uns rechts und kommen bald zum Forstbaus PlantageuhauS. Wir wandern jetzt durch präch- tigen Nadelwald. Da? Gelände ist ziemlich hügelig. Senken und Höhen wechseln miteinander ab. Kurz vor der Haltestelle Reh- brücke der Wctzlarer Bahn kreuzt der Caputher Heuweg unsere Straße. Wir folgen ihm gen Südwest bis zur Kreuzung mit dem Gestell CC. Dieses Gestell führt uns in ziemlich südlicher Richtung zum TeufelSsee, der einsam inmitten des Waldes liegt. Vom Teufelssee steigen wir auf den Großen Ravens» b e r g, der sich nördlich des Sees erhebt. Der höchste Gipfel des Berges liegt 110 Meter über dem Meeresspiegel oder 70 Meter über dem deS TeuselsseeS. Die Aussicht ist nur gering, besonders schweift unser Blick über da» Wipfelmcer der ausgedehnten Forst Potsdam. Der Große Ravensberg gehört einem Endmoränen- z u g an, der sich südlich von Potsdam vom BrauhauSberg bis zu den Leisbergen bei Saarmund verfolgen läßt. Die Endmoränen, denen wir in der Mark Brandenburg vielfach begegnen, sind Zeu- gen der Eiszeit. DaS Binnencis jener Zeit, das unsere Gegend von Norden her in viele Meter mächtiger Decke überzog, lagerte an seinem Ende die mitgeführten Schuttmassen zu hohen Wällen ab. Diese Endmoränen erzählen uns, daß der EiSrand hier längere Zeit still lag; es schmolz.ebenso viel Ei« vorn ab, wie von hinten nachfloß. Am Südhang de? Großen Ravensbergs, erstreckt sich die Land- haussiedelung Wilhelmshorst. Wir verlassen den Berg gen Nortdost auf dem NavenSbergestell und erreichen bald wieder den Caputher Heuweg. Diesem folgen wir nach links etwa 1 Kilometer bis zum Saugartengestell. In südwestlicher Richtung führt es uns zur Chaussee nach Beelitz, die wir beim Forsthaus Saugarten kreu- zcn. Räch kurzer Wanderung kommen wir zum Gestell e. Das Ge- lande ist auch hier noch ziemlich uneben; die Endmoräne verrät 'uns noch immer, ihre Nähe. Auf Gestell e wandern wir gen Nordwest. Nach wenigen Minu- ten biegen wir jedoch nach links ab und kommen bald nach Caputh. Wir durchwandern daS langgestreckte Dorf bis zur Fähre. Caputh wird schon 1317 urkundlich erwähnt; es ist eine alte wen- dische Siedlung. Jetzt wird hier vielfach Obstbau getrieben wir sind hier am Eingang in die Obstkammer der Mark. Bei Caputh ver- cngert sich die Havel zu einer ganz schmalen Rinne, hier setzen wir mit der Fähre auf das andere Ufer über. Tie Straße führt über die Bahn von Wildpark nach Beelitz. Durch schönes Laubgehölz, das uns die prächtige Herbstfärbung schon� ahnen läßt, wandern wir weiter und kommen über einen schmalen Wasserlauf, der vom Petz ien zur Havel führt. Wir halten uns möglichst rechts und gelangen bald an das Ufer des Petzien. Er ist eine stille Bucht, die mit der Havel durch mehrere Arme in Verbindung steht. Lieblich umrahmt die Wasserfläche ein Kranz von Akazien und Birken. Hin und wieder leuchten wohl auch die roten Beeren der Ebereschen durch das sich gelblich färbende Grün der Blätter. Wir wandedn unter der Eisenbahnbrücke hindurch und ssnd nun am Ufer der Havel. Unser Weg führt durch sehr schönen Wald unmittelbar neben dem Strom hin. DicbteS Usergebüsch läßt uns nur üb und zu einen Ausblick auf das Passer tun. Wir kommen am Forsthaus G a i s d e r g vorüber und wandern bis zur Luft- sch i s fha l l e. Alsdann führt der Weg wieder über die Bahn, und wir haben die ersten Häuser Potsdams erreicht. Wir kommen zum Bahnhof Charlottenhof und können von hier aus zurück- fahren, aber auch noch einen Rundgang durch die Stadt machen und vom Hauptbahnhof die Rückreise antreten.., De? GberpräsiSent als �Privatmann". Zur Wahl der Stadträte. Tis Herrschaften, die sich zurzeit in der Sabotage des neuen Grvß-Bcrlin im innigen Verein zusammengefunden haben, knobeln zurzeit an einer Peußerung des Oberpräsidenten Dr. Maier herum, der in einem Schreiben zu der Stadtratswahl zu dem Schluß kommt, ddß es auch für da- neue Berlin erforderlich sei. „die Wahl auf solche Personen zu lenken, die nach ihrer Berufs- Vorbildung oder nach einer langjährige» praktischen Betätigung als sachverständig angesehen werden iönacn" Di? reaktionäre Berliner Korrespondenz nun, die als die vornehmste Schlepyenträgerln der Sabotagegedanken gilt, meint mit Bezug auf diese Aeußerung de» Oberpräsidenten: Der Oberpräsident wollte damft dem Wahl. ausschuß sicherlich nur einen Fingerzeig für die Wahl der 20 be. soldeten„Dutzendstadträte" geben, damit spätere Beanstandungen von vornherein vermieden würden. Aber es scheint doch nicht ganz damit zu stimmen, denn in der gestrigen Sitzung des Wahlausschusses, der sich in erster Lesung mit der Wahl der 20 Stadträte beschäftigte, teilte der Vorsitzende mit, daß ihn in Verfolg dieser Angelegenheit der Staatssekretär Dr. Freund angerufen hat und ihm mitgeteilt habe, daß er die B e denken des Oberpräsidenten Dr. Maier nicht teile. auch der Mini st er teile sie wahrscheinlich nicht. Di' Aeußerung des Oberpräsidenten sei also auch aus diesem Grunde, wie der Vorsitzende betonte, als P r i V a t a n s i ch t zu bewerter. Hierauf wurde von sozialdemokratischer Site beantragt, über di' Erklärung des Oberpräsidenten als private Aeußerung zur Taget- ordnung überzugehen und dementsprechend auch beschlossen. Der Oberpräsident würde somit in Rcgierungskreisen mit seiner „Privatansicht" ganz allein dastehen und di« Saboteure Gros- Berlins wären wieder einmal umsonst hausieren gegangen. De!: Oberpräsidenten aber wäre zu empfehlen, seine Ausführungen ia einer Form wiederzugeben, die jeden Zweifel ausschließen, ob re sich„privat" oder.offiziell" geäußert hat, wobei über die Notwendig- keit der Wiedergabe privater Aeuherungen in dieser Frage Mc- nungSverschiedenheiten bestehen dürften. Verkehrsstreik in Berkin? Wie ein Berliner Mittogsblatt zu melden weiß, wollen a nächsten Dienstag die Verkehrsangestellten in den Streik trete. Die Ursache des Streiks soll der Beschluß des 25 er Ausschusses c Stadtverordneten sein, den Professor G i e s e als Bau rat für d> Berliner Verkehrswesen anzustellen. Die Verkehrsangestellten vc- langten bekanntlich von der Deputation die Anstellung des Olk- inqenieurs Dr. Adler,»er aber bei der Wahl im Ausschuß n t 10 gegen 14 Stimmen in der Minderheit blieb. Wir waren bis Redaktionsschluß nicht in der Lage, die Ru?- tigkeit der Meldung festzustellen. Bemerken möchten wir aber, d. ß ein solches Vorgehen uns als höchst unglücklich erscheint. Was d i Verkehrsangestellten recht ist, müßte danach allen städtischen 7.> gestellten billig sein. Jede Angestellten« oder Beamtengruppe wir erinnern nur an die Opposition gegen den Unabhängigen T. Löwenstein— brächte ans diese Weise den von ihr gewünschl: Mann zur Wahl; die gewählten Vertreter der Bevölkerung würd>; dann nur noch ein« Jasagemaschine sein, die derartige Beschlüsse zu sankiwnieren hat. » Wie wir vor Schluß deö Blattes auf Anfrage bei der Orgar= sationsleitung erfahren, bestätigt sich die Meldung. Nach dem V- schluß der Funktionäre soll am Mittwoch ein eintägiger Proteststreik einsetzen. Gastwirtschaften für WohlfahrtSzwecke der Heilsarmc. Der Generalsekretär der Heilsarmee für Deutschland, Not- stein, hat an den Wohnungsverband Groß-Bcrlin e i Schreiben gerichtet, in welchem er um die F r ei m a ch u n g v r l Restaurationsräumen in von der Heilsarmee erworben-: Häusern ersucht, um diese Räumlichkeiten für Wohlfahrtszwei: verwenden zu können. Die Heilsarmee beabsichtigt ihr Liebeswe., das in der kostenlosen Verteilung von Milch an unt<. ernäbrte Kinder und Kranke und von Lebensmitteln an die untc ernährte Berliner Bevölkerung besteht, au-zudehnen. Um die i diesem Zwecke erforderlichen Räume zu erlangen, hat die Heil armee mehrere Häuser erworben. In der Eingabe an den Wr nungSverband wird nun darauf hingewiesen, dah di« Heilsarm' � aber auch nicht durch den Erwerb der Häuser die Benutzung b' benötigten Räume erreichen konnte. ES bandelt sich dabei vor alle t um gegenwärtig Restaurationszwecken dienende Räumlichkeiten den Häusern Buckow« Straße 9 und Kaiser-Franz-Greiradie■ Platz 8 und um das Quergebäude SsS HauseS Kurfürsrenstrahe 1 Die Heilsarmee ersucht nun den Wohnungsverband, dafür sorg i zu wollen, daß ihr die erwähnten Räumlichkeiten baldigst zur Vc- fügung stehen, da sie sonst nicht in der Lage ist, die dringend nr> wendige Ausdehnung ihres LiebeSwerkeS vorzunehmen.— Ein?- scheid des Wohnungsamtes liegt bisher noch nicht vor. Die letzte Sitzung de? 25er Wahlausschusses wird am nächste Montag, den 20. September d. I.. im Senätorensaal des Rothansi. stattfinden. Am Dienstag, den 21. d. M., findet dann eüv außerordentliche Sitzung der Stadtverordnetenversamn lung statt, und zwar im Bürgersaal des Rathauses. In dieser Ver sammlung wird Stadtv. Genosse Frank über die Beschlüsse de 25er Ausschusses berichten. Im Anschluß an diese außerordentlich' Sitzung finden dann noch, wie bereits mitgeteilt, sechs eben solche Versammlungen vom Mittwoch, den 22. d. M.< ab, die bc reitS um 4 Uhr schon beginnen, statt. Die Tagcsornung dieser sech außerordentlichen Sitzungen lautet:«Tie Wahl von 30 Mitgliedern für einen neuen Magistrat Berlin." Hyänen der Straße. Ein empörender Vorfall hat sich gestern vor dem Anhalter Bahnhof zugetragen. Der Krieg-invalide Walter Scheidt, der rn der Nervenheilanstalt zu Jena behandelt wird. befand sich gestern Abend um 11 Uhr nach einem Besuch in Berlin auf dem Wege nach dem Anhalter Bahnhof, um nach Jena zurück- zufahren. Kurz vor dem Bahnhof erlitt er einen so schweren Anfall'seines Äervenlciden», so daß'er zusammenbrach. Viele Leute bemühten sich um den BedtuernSwcrlen. Als der Unglückliche wieder zu sich kam, ergab sich, daß sich unter den Sama- rftern ein Dich befunden und ihm nicht nur den Lederkoffer, den ex bei sich führte, gestohlen, sondern auch noch die Taschen ausgeräumt hatte. Seine goldene Herrenuhr mit Kette, sein Trauring und seine Briestasche mit 780 M. und seinen Papieren, darunter auch der Freifahrtschein, waren verschwunden. Der Koffer enthielt die Kleidungsstücke. Vorläufige Schließung der Forsterlaufbahn. Die Ueberfüllung der Försterlausbahn, gesteigert durch den Verlust audgcdehnier Staatsforsten und die Notwendigkeit der Unterbringiing zahlreicher Förster und Försteranwärter ans den'nfolge des Friedensvertrages verloren gegangenen Land- Steilen, läßt die weitere Annahme von Anwärtern Jfir den staatlichen Fo r stbe tr ic bsdienst zunächst nicht mehr zu. Stirn jetzt ist mit Sicherheit vorauszusehen, daß die jüngeren Anwärter erst im vorgerückten Lebensalter zur An- stellung aus eine Sielle mit Revier gelangen. Der preußische Mi- nister für�Landwirtschaft, Domänen und Forsten ha: sieh daher ver» anlaßt gesehen, oie Lausbahn für den staatlichen Forstbetriehsdienst zunächst auf drei Jahre zu schließen. Vom 1. Oktober d. I. ab werden Forstlehrlinge nicht mehr eingestellt. �Kreisvcrtreterversammlung Hallcsch»? Tor. Im„Märkischen Hef'si Admiralstraße, tagte oie erste'Dertreterversammlung des Kreises HallcscheS Tor. Nach einem von der Versammlung mit Beifall ausgenommenen Reserat des Gen. Friedrich Stampfer mit dem Thema„Genf und Moskau" nahm die Versammlung die Wahl des Krcisvotstande? vor. Zum Vorsitzenden wurde Genosse Otto Sperling gewählt. Stellverlreter Edmund Fischer. Schriftführer Schmolinkkv. Stellvertreter Gerber. Zu Beisitzern wurden gewählt: N o r g a l l, T i ch a ch s ch a l, L i t k e, Kossatz und Frl. S ck m i d t.?ll-5 Vertreterin der Frauen wurde Genossin Brykczynski, als Vertreter der Elternbeiräte Ge- nosse W o l f f, zum Vertreter der Jugemd Gen. Heiland gewählt. GewerMQjwbewsgung Die rutsche Gewerkschaftsbewegung. Zu der von uns bereits in letzter Nummer bebnudelten Ver- icnnrnlung in der„Neuen Welt", in der die russische Gewerkschcrfts- delezalion über die Entwicklung der russischen Gewerkschafts- bewegung sprach, fübrte der Redner der Delegation, das Mitglied des Präsidiums des Allrussischen Gewerkschastsverbandes Lo- s o w s k y etwa folgendes aus: Bis zum Jahre ISOS gab es keine Gewerkschaften in Nutzland Tann bildeten sich unter dem Einfluß der damaligen Resolution gewerkschaftliche Lr-ianisationen, die wirtschaftliche Kämpfe führten, eS auf 200 000 Mitglieder brachten, aber mit der Kanterrevolution zugleich niedergeschlagen wurden. Nach der sieg» reichen Märzrevolution 1017 entstanden Arbeiterräte, Fabrik- komitces(Betriebsräte�, welche du Streikbewegungen leiteten und im allgemeinen die gewerkschastlichen Funktionen ausübten. Seit den ersten Tagen der Märzrcvolution führten die Unternehmer, die sich ebenfalls organisiert hatten, einen planmäßigen Kampf gegen die organisierten Arbeiter. Die Bourgeoisie suchte die revolutio- närcn' Arbeiter auszuhungern durch Schließung der Fabriken, die aber von den Arbeitern, unterstülzt durch die Rotz Garde, wieder geöffnet wurden. Aus den Fabriikomitees entstanden die Gewerk- schuften. Sie sind durch die Logik des wirtschaftlichen Kampfes zur Oktoberrevolution gekommen, nachdem sie sich mit den Bolschewiki zusammengeschlossen hatten. Die Gewerksichaften übernahmen die Regelung der Produktion und machten sich an den Wiederaufbau des Wirtschaftslebens. Die russischen Gewerkschaften sind nach dem Prinzip der Betriebs- organisation aufgebaut. Sie umfassen die Hand- und Kopf- arbciter des Betriebes. Tie einzelnen Lrganisationon sind zu Produltionc verbänden zusammengefaßt. Deren unterste Stufe bilden die Fabrilkomitees, aus ihnen werden Kreisverbände und aus diesen Gouverncinentsverbände gsmldct. Die Gewerkschaften sind die Träger der Produktion, sie sind aber nicht, wie die poli- tischen und wirtschastlichen ArbeiterrSds, staatliche Institutionen. Tic Entwicklung geht dahin, daß die Gewerkschaften uiiid die Räte miteinander verwachsen. So wird eine neue Organisation ge- schaffen, die alle Formen der Arbsi eroepiegung in sich schließt. Obgleich die Gewerkschaften keine staatlichen Organisationen sind, üben sie tatsächlich eine Reihe staatlicher Funktionen aus. Wa? sie bezüglich der Arbeitsverhältnisse beschließen, wird durch die Regierung bestätigt. Die Gewerlsckasten haben über 5 Millionen Mitglieder. Sie stehen in ihrer'übergroßen Mehrheit auk dem Standpunkt der Kommunistischen Partei, die aber nea? 600 000 Mit» gliedcx zählt. Der Vortragende richtete eine entschiedene Absage an die Amsterdamer Gewer s aftsinterna ionale, denn, sagte er, die Leute, die mit den Urbebern der Friedensverträge von Brest- Litolvsk und Versailles zustimmensitzen, kann man nur als Ar« beiterverräter bezeichnen. Die Lage der russischen Arbeiter bezeichnete der Redner als eine äußerst schwierige. Tie wirtschaftliche Lage Rußlands ist durch den Krieg und die Blockade stark geschwächt, das Transportwesen ist so mangelhaft, daß die In- dustriegebiete nicht mit L c b e n s m i t t e l n v e r s o r gt wer- den können. An der schlechten Lage Rußlands ist nicht die Sowjet- Herrschaft schuld, sondern der iitternationale Kapitalismus, der Rußland mit aller Macht bekämpft. Tie russischen Arbeiter leiden Hunger und Kälte, aber sie werden dadurch nicht kleinmütig. Sie sehen seiden Tag, daß die E niste hing einer neuen Gesell übasts. ordnung mit Qualen verbunden ist. Aber trotzdem schauen sie vorwärts mit fester Hoffnung und tiefem Glauben.(Lebhafter Beifall.) Als der Vorsitzende eine Protestresolution gegen die VerHinde- rung der Einreise eines Teils der russischen Delegation zur Ab- sti.nmung bringen wollte, erhob ein Teil der Versammlung stürmt- scheu Widerspruch. Man verlangt« die Prok-amierung eines allge- meinen Proteststreiks, weil eine Resolution leinen Eindruck auf die Regierung machen würde. Die Abstimmung unlcrbl'eb zunächst. Auf Verlangen der Ver- sammlung, die kurz vorher beschlosien hatte, über den Bortrag Losolvskys nicbt zu diskutieren, erhielt je ein Redner der K. A. P. D., der K. P. D. und der U. S. P. das Wort. Seemann, der Redner der K. A. P. D. pries die von seiner Partei propagierte„A r b> i t e r n n i on" und die Betriebs- organisation als die nach dem russischen Vdrbild aufgebaute Organisation als das allein brauchbare Mittel zur Erreichung des bolschewistischen Ideals/ Fäulein Fischer von der K. P. D. sprach sehr temperament. voll gegen den feindlichen Bruder der linken Seile. Sie lehnt die Betriebsorganisation ebenso entschieden ab wie die Taktik der zen. tralen Geioerkschaften, die sie als gegenrevolutionär bezeichnete. Sie befürwortete den Anschluß an die dritte Internationale und die Wahl von politischen Arbeiterräten. H e s s e l b a r t h. loer als Redner der U. S. P. auftrat, gab sich als Anhänger des linken Flügels seiner Parlei. Er meinte, das klassenbewußt« Proletariat müsse in einer neuen Partei zu- fammengefaßt werden, die als kommunistische Partei den revo- lmionären Kampf zu führen habe. Z i S k a(Metallarbeiterverband> trat ein für die zentralen Gewerkschaften, die aber nicht politisch neutral sein, sondern sich in den Dienst des proletarischen Klassenkampfes stellen sollen. Schließlich wurde auch für einen Redner des rechten Flügels der U. S. P. das Wort verlangt. Als solcher trat R i e b e l i n g auf, der aber so wenig Anklang fand, daß er niedergeschrien und als ein Vertreter der U. S. P.. wie er nicht sein soll, bezeichnet wurde.— Nachdem noch ein Syndikalist gesprochen hatte, be- antwortete Losowskh eine Anfrage über die Auswanderung nach Rußland dohin, daß die Auswanderung breiter Schichten der deutschen Arbeiter nach Rußland unmöglich sei. Es sei eine russische Kommission in Deutschland eingetroffen, die gemeinsam mit der gewerkschaftlichen Delegation die Frage der Auswanderung untersuchen und den deutschen Arbeitern die Ergebnisse ihrer Unter- suchung mitteilen werde. Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, welche die russische Delegation begrüßt und bedauert, dieselbe nicht in ihrer Gesamlheit begrüßen zu können. Sie protestiert gegen die Ausschließung eines Teils der Delegation uno verlangt von der Regierung, daß sie die Einreise der Zurückgehaltenen sofort be- i willigt und von allen proletarischen Organisationen Teutschlands, daß sie sich für die Durchführung dieser Forderung einsetzen. »* Die Versammlung war nicht, wie von uns irrtümlich gemeldet, von der Rätezentrale und der Berliner Gewerkschaftskommission, sondern von der Rätezentrale und dem Deutschen Metallarbeiter- verband einberufen worden. Ter gestürzte„Bonze". Ter früher« unabhängige Bevollmäch- iigte des Holzarbeiterverbandes, Siegle, ersucht uns zu dem in Nr. 461 de?„Vorwärts" erschienenen Bericht über die Generalver- sammlung der Holzarbeiter um folgende Richngstellung: Di« von dem Schriftführer Grothe aufgestellte Behauptung in der Generalversammlung der Holzarbeiter, ich sei der Urleber der gegen Freigang erhobenen Beschuldigungen, konnte ich nicht zurückweisen, weil mir vor allen Tingen von der Versammlnngs- lcitung das Wort verweigert wurde mit der Begründung, ich sei nicht Delegierter, obwohl ich rechtmäßig gewählier Delegier alten Kaiserstactt am Fronleichnamstag, an dem die Soldaten mit Tichintara in die Kirche gelrieben und danach zum„Umgang" lom- mandierl wurden, bei dem die Olsiziere in Paradeuniformen glänzien. Als heuer(in diesem Jahr. Red.) wieder der Fronleich« namslag kam. da war es manchem gewesenen Oberleurnanl und Rittmeister noch schwerer als sonst umS Herz, und einer von rhnpir. der ebeinolige k. u. k. Rittmeister Friedrich Riedl in Graz, konnle es. wie de,„Arbeiterwille" erzählt, nicht über sich bringen, beii» Umgang, bei dem» unbedingt dabei sein wollie, im Z'vilanzug mil- ziitiin Also zog er in voller Pracht ietner einzigen Würde in der Fronleichiiamsprozession zur Freude aller Kerzelwecher mit. Er balle ieine Paradeuniform angezo ien, die drei goldenen Sierne am Kragen, iim die(Kappen-) Roielle Karlchens einen Trauerflor, und t'chriil so knarp Kinier dem lieben Herrgott einber. Dem Himmclvaier scheint das nicht allrnühr imvoniert zu baben. denn er ließ die Poriebung in Gestalt eines Wachmannes iSchutzmanneS) walten, der dcn N'itcr an zeigte. Am vorigen Mulwoch war er wegen verbotenen Tragens einer Uniform angellagt und mußte fünfzig Ktonen Strafe zahlen. Vielleicht trägt er jetzt doch seine Sterne zum Tandler(Altwarenhändler). O'fizleie der deulichösterreichischen Wehrmacht werden als L a n d w i r t s ch a f t s l e h r e r für das Heer ausgebildet. Tic Entvölkerung Moskau?. Eine Anfang August ausgeführte Zählung hat ergeben, daß die stänAiae Bevölkerung Moskaus mit Einschluß der Garnison zurzeit 1 023 6Ql> Köpfe beträgt. 1917 hatte sie 2 043 000 betragen. 1 Groß-Serliner Partemachrichten. Mvrgen, 19. September: Schöncbcrg-Friedenau. Die Genossen treffen sich zur Landagitation Sonntag lrüh ö Uhr aus dem Lahnhos Papeflraße. Theater der Woche. Vom 19. bis LS. Drptcmber. ter,d«S Bezirks Osten III bin. Ich stelle deshalb cm dieser Stelle fest, dcrß mir zwcrr die gegen Freigang von verschiedenen Kollegen � in Umlöuf gesetzten Beschuldigunger�seit einigen Wochen bekannt waren, ich auch mit ein gen Koellgen darüber gesprochen habe, aber niemals die Bemerkungen daran knüpfte, die mir von Grothe wider besseres Wissen in den Mund gelegt werden. Ter Antragsteller Schmitz hat natürlich genau so wie ich von diesen Dingen gehört— mit dem ich Übrigenz in keiner Weise in Berührung stand und ibn gar nicht kannte— und wollte, wie er auch betonte, lediglich die Anschuldigungen auf ihren wabren Sachverhalt prüfen lassen. Alle weiteren Schlußfolgerungen gegen mich mutz ich mit Entschieden- heit zurückweisen. T evtscher Werkmeister-Vcrband. Beriammlung allcr Werkmeister der Tapeleninduitrie am Montag, den LO. September, nachmittags 5 Uhr, im Lureou, Sttolauer Str. b6, Versammlung aller Weitmeisler dcriöotcl. betriebe am Dienstag, den 21. Tcplcmter, nachmittags ö Uhr, im Bureau Stralauer Str. bS. Zcntralvertand der Fleischer. Sitzung der Untergruppe der Detriebz- räte bei WirtschattSbezirtct Groß-Bcrlin am Dienstag, den LI. September, abends 7 Uhr, bei Schulz. Sltsabttb'tr. Äl Verband der VastwirtSgehtlfc». Teltian 3. KaisangeltelUe. TlcnStag, den 21. September, oormtitags 10 Uhr: Seltionsversammlung im Casö Stern, Oranienburger Tor. ?»I?»bii5ne: IS. u. 24. Clnc Landxartie und Verwickelte Geschickte. 20. n. 23. ffirz von Verliriiirnjen. 21. u. 26 Das itälchen von Heilbrvnn. 22. u. 2Z. Der .lichter von zalomea.— Opernliau»: 19. Tie Frau ohne Schatten. 20. Bohsnie : 1. DicilaniX 22. Tristan und Isolde. 23. B'hsme. 24. Iiidin. 25 Madame .stmerflh 26. Labengrin.— Echauspielbau,: 19. Die Journalisten. 20. Fuhrmann üenschel 21. Die Journalisten. 22. Fuhrmann Henschch. 21 Peer Gynt 24. Mar- cuis von Reil Ii 25 Doriolan. 26. Die Journalisten.— Deutsches Theater. 19., -5. Othello. 20. Sicm.eo und Julia. 21. Der lebende Leichnam 21, 23, 24.(f infame Menschen. 23. Der Rauimann von Venedig.— ftcntuneciplele: 19., 21.. 23, 25, 26. Die Vrandsti-IIe. 20. u. 24. Die Stichle der Sander i. 22. Frljhitngs Erwachen. — Lessinztheater! 20. Peer Gynt. 21. bis 24. Die Tänzerin. 22. u. 26. Das Ge- 'llbde.— Theatcr In der Rönijigrätzer Straße: 19.. 20.. 22. 24. Erdgeitt. 21. Bau- ' melster So'neß 23c, 25». 26. Merandvla.— Deutsches Loern'' an»: 19 De»«. 20. Eceasried. 21 Ale stände a Slradella. 22. Earaien. 23. Dl? Prinzessin ron Travezunr. 24. Rigrleito. 25 Die Meistersinger von Zliiraderg. 26. D e singen a' ten— SchiU-rtheater: 19. Fiachsmann als Erzieher. 20, 22. u 2s. Fla.rsmann als Erciicher. 21. Die Macht der Fenstern is. 23, 25 u. 28. Beitina- Serlohnna,—(Tcrchcs Schoniotelhmi»: 19., 25 u. 26. Jedermann. 20., 21. u. 22. Danton. 25 u. 24. Julius Casar. Täglich. Die Tribüne c Bnnburh.— Deutsche» Rünstlertheatcr: Die iöcheidungsrcise.— Romädienhaus. Eine Nacht im Paradies.- Berliner Thcairr: Der Uchte Wal.ier.— Ztlewes Schausvlethau»: Der Floh im Paazerhauo.— Triar.ou-Tyeatcr: Untreu.— Ses'der.zlcjeater: Die Freundin.— Zentraltheater: Frau Pär'.el.— Neues FentraUheater: Die Dame im Frack- Friedrich- Utl rlmstäst. Theater: Sohecl die Tanz-r>n— Romisch« Oper: Lieb« im Echnee.— Lustlnielhou»: Fwanqseinauanierunz.— Pietropvltheater: Das Sollandwcibch.n.— Neues Operetteicha»«: Die Enlosbaraneß.— Thallatheater: Der dumme Franzi.— T.'ieater am?lcllcadcrw!as;c Wenn L-ede erwacht.— Theater des Westens: Der ersten li ebe goldene gel!— Rleine« Theater: Die Psarrhauslomödie.— Wallner- Bus aller Welt. Verbotene Offizierabzeichen. NoSke hat«ineS Tage» da» Tragen der Oisizierachicksincke ui'w. verboten. Heute geht kein Offizier ohne Awielitücke, selbst wenn sie in Bertreiung der Regielung. vor dem ReichSlag. in Begleitung von Mimstern erscheinen.— Damit vergleiche man folgenden Be- ncht der Wiener.Arbeiter-Zeitung": ES war halt doch ichön, als die Offiziere noch die goldenen Sterne trugen, mit denen sie den Mädchen lo gut gefielen, und manchem scheint es das Schrecklichste an der ganzen Revolution zu sein, daß er au« seinem Kostüm herau« mußte. Nur an Norrenabenden dürfen die Herren mit den Sternen noch prunken. Am schönsten war es im Tiieat ZHrat catet: Dee Eiei-er von ocn Luaano.— Walhalla- Theater: Er oder Er.— iiofe- — Rastno-Theater: Rnorp» fei. Witwe— Lulientheater■ WWW Treuere 19., 20, 24, 25. u. 26, Nora. 2t.— 23. Der Biberpelz.— 19. und 26. Die Perlen der Eggebreckts. 20.— 25. 360 Peraangenbett. Die erste Nacht. Villa Venu». BaUellvorlUhrung. sonst Flirt in St. Moriz. rauen.— Neue, Boltatheeter e z.— Folie, Eaprtre: Tiger» Admiralpalaste 20.— 26. Reine ?rack>n»iI4«»a»oarft«Ili>iiil»>». Doiksbühue: Berlichingen.— Schauspielbau»: 19.«alksvorsteUung: ffief: fteCunfl; Cerlola»— Deuilede» Theater: 19. u. 25 Di» deutsä en Rlelnststdier.— 19. u. 25 Sog von Gespenster. 26. Soltsvor- ltammersplcle: 19. u. 25 Frühlings Erwachen.— Lessing-Theater: 26 Frau Warrens Eewrrb.-.— Theater in der Rslliggräper Straße: 19 u. 26 Geständnis. — Deutsches Opernhaus:>9. II Uhr: E.n onnckonzert. 20, Uhr: Fideiio. 26. Der Waffenschmied.— Echiller-Theater: 19. u 26. Der Meineidbauer.— Gruse» Schauspiel Hans: 19. u 28. Danton.— Die Tribüne: 25 Bunbury.— Deutsches Rünstler-Tbeater: 26 Pagmalion.— Romödlenhas»: 19. u. 26. Der Sibervelz.— Berliner Theater: 19. u. 26. Wie einst im Mai.— Trlanon- Theater: 15». 28. Der gute Nui. 22. u. 25. Notkäppchen.— Restdenz-Theater: 19 u 26. Der Störenfried 21. u. 28. Schneewittchen.— Romisch» Oper: 19. u. 26 Liebe im Schnee.— Lusttpielbaus! 19 u. 26 Jugend.— Thalia-Theater: 19. u. 26 Die närrische Liebe. — Theater am Rollenboriptast: 19. u. 26. Der Sieigeliedte. 22., 23. u. 25. Sosti Windyund.— Theater des Westen»: 19. Der Raub der Eabinerinnen. 25 Die Frau im chermelm.— kleines Theater. 19. u. 26. Die Pfarrhau»komvdie.— Ballner-Thater: 10. u. 26 Eine Ballnacht.— WalhaUa-Tbeater: 19 u. 25 Er oder Er.— Rose-Theater! 19. Seriluck! sei der Acker. 25. Schneewittchen. 25 Dee Weber.— Rastno-Thevtere 19. u. 25 Gebrüder Jörn— Lntien-Theater: 19. Die Allwörd-n». 25. Schneewittchen. 25 Ich lasse dich nicht.— Reue» Boll,-Theat«r: 19. n. 28. Der Biberpeiz. Bcrantw. für den redo.lt. Teile Dr. Werner Prlscr, Thartottenburg: wr Anzeigen: Tb. Giacke. Perli». Verlag: Vorwärls-Veria« c«. m. d. H., Veriin. Druck iiior- N>ürl-e>-Duchdruckerel u Veriagsanliait Paul Tinger u. Co.. Verli.i Lindenstr. 3. ckraqu.» iif- jj—.1 �Amcrlfc. Journale mit 5 10, Ich 14 unch 16 Kolonnen s Hauptbücher— Kassabücber esch8ftsbQcher eSs?. Scheck, StraQe 108. Bureau-Beilurf Pelzgarnitur 350,—, Seal- mäntei. KrtuzfUchfe, Johelfiichfe. Aka-tatüchse, Blaufüchse, 50 Prozent heradgeseßi. Tip top. Turmstraße 35 3 Teilzahlung. äJ.Qarant. Kroeieei ISM. PlomD. 9- 150, Zahnzielien m Ein5pr. höchst schmerz- an lind Umarb. schlechisltz. Gewisse. Rep sof. Zahnarzt Wolf, Potsdamer Str. 55. Hochb. Snrechz. q-7. IM Jahres lang treue Runden und tan- sendeAnertennimgen hächft. gusriedenheit sind das beste Zeugn. s.mewe gar.unschädi. «lcalol'SllWrde echt und natürlich färbend. In allen Farben erhältlich. Fl. 8,60, 12,50 u. 16,00. Otto Reichel, Berlin 43, SO« Eläenbahnstr. 4. Ueberau zu haben. Idealste Büste der Weit! ichäne, volle Rörpcr otin., erhal. Damen durch echte» Nährpulver Aiwua i.iuri.!Zc!t. Wirlung ist staunenswert. Garantiesch Rart. M.. 3 Rart. 15 M. Margonal 261, Berlin SW. 295 NeOenverdienst finden An- gesteüle großer Betriebe durch Per auf leinster Schmelzscholo- lade zu Engrospreisen. Lager- tarie 935. Postamt 9. Verkäufe Pelzgariiiturcn! A'asta füchfellO, Ronuchie I2i, Kode!- küchle 150 Mark elegante Rreii»- süchse, SUbersüchse sowie alle anderen Petzailea, olle» neue, lein« Ber atzroare, zu staunen- erregend spoitdllligen Sommer- vreifen! Leihhau» Warschauer- Rreuzsüchl« 300,—, Aiasla- ZIau-, Zobel- und SUbersüchse, owic alle anderen Pelzwaren cht bi» zur Halste herabgesetzt. Zonderangebot: Damen-Pesi- läntei, Dawen- Garderooe, >erren-Geh- und Sparipelze, gagenpelie. Ferner Bertaus on Jalettanziegen, Eula wag- Saletot#(leine Lomdardwaren) a bekannt billigen Preisen im eihhau« Moritzplatz 5»a, Per- ns größte» Speziaihau» dieser Standuhr verkausr Haupt Berlin. Potsdamerstra«» 29._ Pelzwarenwegaer, Potsda- merstraße 43 Gipfel aller Billig- keit. Spottbilligste Sommer- preise fllr Damcnpeizwaren, Herrenpelzwaren, Rinderpelzwaren Gclegenheiiskauf aller «ldenllichster Pelzart«.' Leihhan» Schöneberg. Se- danstraße I. aegenüber Bahn- boi. beleih! höchst, ahlend alles. Slei» Verkauf von Werisacheu. Stephan 2033. Richard Eichelmann._ 101R Sardinen Rünstlergarni. tut. Stores. Vetldccken. Me- lerware preiswert. Lands- heraer iraße 13._ t52R* Schutzhunde. Siubenbünd che», junge Forterrier, Pint» scher. Schätcrhunde verkauft SchalNand. Paiisadenstraße 25._ 34/14* Tvnndlih. Quadralrule 30 Zstait. 100 Mari Anzahlung. SUIsen. Sieglitz. Pianvillestr II. Fcrnwrecker Steglitz 2694. W Tächncrluaenheim, Neinicken- darser Straße 55, nimmt Frauen und-Mädchen zu mäßigen Preisen auf. Einzelzimmer.* Rähmaschinen! Preisermäßi- gung ttir neue, gebraucht» Go- ranieemasckinen. Reparatur- werlftait. Spe-iaIHSufer: Echie- singer, Wiimersdorierftr. 50/51, Re'.üs i. Aürn leergerßr. 64, Ebaulleestr. 73.74. Anmessen Ihrer Herren- garderooe»aliständig über- flüssia. Im Ersatz-Maßverkaus nur Adalbertraße 9, 1, Station Rottbuser Tor, finden Sie et«. gante, fertige, in eigener Werkstatt hergestellte Herren- garderobe bis 50 Proz. billiger wie bisher vor: Iackettanzüge, auch blau. �DWW Eutawl rengapäWIWWWWWWWW schästszeil 9—7. Besichtigung unbedingt lohnend.* Rr-uzfllchse, AIa»k-fLch,e und alle anderen Pelzarten, enorm dillige Sommervreise. Taschenuhren. Brillanten, Schmucksachen Vornehme Herrenulster. Linlenstr. 203/4. Ecke Nosenthaler Straße, nur 1 Treppe. Rosenthaler Tor.* Gardiuenoerkauf I 10 bil- iige Tage! Schalgardinen ilchmal, leicht angestaubt) 23,— auswärts, bunte Gar- dinen Meter 6,50, Bettbecken einbettig 55,—, zweibettig 75,— auswärt», Store» 75,—. Echt« Mab. asgard inen 195,— aus- wäris, hochelegante Rllastler- gardinen in ErbsMll und Englischtüll bedeutend her>' gesetzt. Spezialgeschäft für( legenhe!t»läuse, Ztöpenicker- ftraße 101, II, Etageer Allee>15(Ningdahnhoi» Hoch bahnhot)._* Cutaway, Frack und Gehrock- anzug. Tennishofen, Herreu- Hemden, wenig getragen, Frte- densware, vertauft"'' W, gicienstraße 15 1716b Rreuz fuchs. Alasla-Rragen vertäust enorm billig Feige, Bsüderstr 42 II!,-m SchloßvIatz. Zahlreich« Serr«»au,aae.auch Euiawayanzuge.Gehrockanzüge. Marengopaleiot», Raglanulster, Rammgarnhofen verkaust stau- nendbillig Lust. Reichenberger- ftraß« 16, vorn I, dirett am Rott- duter�or.__* Reinwollen« Stoff« für Herren- und Damen-Ulster, Anzüge und Rollllme, auch marengo, gibt sehr preiswert ab nur an Private Sonnlag. den 15 September von 9—2. Marquardt, DennewitzstackSv. II Auinahmeanzetotl Schlaf- ztmmer, Eiche, solideste Ber- ardeiiung, lomplett mtt Patent- und Auilage-Matratzen, 4975,—, 59/5,—, 6475,—, Schlafzimmer- Epeziai-Fadrit. Burgstraße 27. Bureaubau». Börse. 112/9* Stubenelnrichtung mit Betten. 1930 M., RUcheneinrichlung. 659 M. an. Möbeischatz. Brunnenstraße 100(Eingang Anklamerstraßes. i 14.-0* «Ddel-Gratz. Groß« Frank- surierüraß«>41, Invaliden- straße 6. aibt ledermann Rredll.»roß« Au»wadl in 1-— 2- Stuben- Einrichiungen. bunten Rüchen, einzelnen Möbel».__ echlaftziauMt-«Sbel�dillig Teilzahlung� Haenack Tischler- meister, Annenüraße 51.» Moedei-Boebet. MorstzplatzoS Fabrikgebäude. Jetzt spottbillige Preise in Nußbaum Wohn- zimmern, einfachen und ele- ganten Schlafzimmern, Speis«. J immern. He'-euzimmern. Rü- >en. Polstermöbel. Besichiigung wirklich I ahnend.« MSdekaagebot. Große Au»- wahi»u bedeutend herab- �setzten Prell" gegen Raffe ,awie ans Wunsch bei kleiner An- und Abzahlung. Rath, Eisafferstroß« 44. Oranienburger Zar. Mödelkredit. tri ll einster An. »ohiuno und Abzahlung. Große Auswahl w kompletten gim- mern sowie einzelnen Möbeln, farbigen Rüchen. Herabgesetzte Preise. Lichienthat, Oranien- straße 14a Ge- H usik i n st r u ni e nt e Piano», Etutzklllael. Harmonium». aebrauchte und neue Instrumente. Revara» Iure» und Stimmunaen. Max Adam Mnnzstraße 16. 139» Einaespielte Maudaliuen. Biolinen Sllarren. Lauten äußerst billia. lUnierrichl 20— Monalsbonorar Drei- monatskurl« zur verseklen Ausbilduna.) Mund- und Haiibharmonika» usw.. ae- brouchle Rlaoier«. Karmo- nium» verkauft Beraer u. Eo. Oranienstr. 166. i56R Schallplatten, Wal en. alte, 'aus! M- lalllontor W. Jahn. Alte Iatobstiaße 133 sHallesche» Tor).* Pflmdschetne detrihi, tauft, Nllcklauisreckl Rosenthal.äirtnz» ! regenlenstraße 77. 17072* Rabeostein-Pians», neu. gebraucht. 2500,— an. Gelegenheitskauf, auch Teilzahlung. Münzltraße-0.. P4ano», Flügel. Harmonien. neu und wenig gebraucht, Friebensware, Geleaenbeits- käute, günstige Zablweise. Franz Ferd. Sendet. Syandauerstr. 13- ""Piano«, große» Laaer neuer und aedrauchter Instrumente. Scherer Ebaulleestraße 103. ' Rlaoler bi« 3000.— au» Pri- vathand gesucht. Angebote unter S. 5 Aaugtexpedttion de» „Bonvärt«".* 1724d räes»!»»St»sverl«Äufe Eckreftauraut, Schultheiß. 3 Schaufenster, 2 Einsänge, schöne Wohnung, krantdeii»- halder zu verlaufen. Preis 16000 M. Bötzowstraße 90 Vermittler verbeten. 37/5 Kaufgesuche Platin, über Tagespreis, Brennstiste, Platintamakie, Gold, Silber in Bruch, auch i» •Batten, Oueckstlber, Zahn- , bisse kaust zu den höchsten Ittifra Adolf Fr.edländer, immandantenlttaße 29 I, rechl,._*__ Techntkerschule, Neinicken- adrserslraße 3. Eleltrotedinck, Masckinendau. Tagesschille. Adeiidichu le. 83 5� Rauimänaische Privallchulen Ludwig Nösner. Dörlebahn- hos. Neue Promenade 3. Spittelmarkt. Sendelstr. 4. bolbsahres-. Iahreslrhraänae zur Ausbilduna kür den kauf- männischen Beruf sowie Ein- zellrhraänae. Sinzeiunter- richt.__ 124,5' Tanzschule Frau Friedrich- Donath, vossolotänzerin, Micka- ettiräistraße 39. Aniängerwrse. Modelanziurse._ 35 4* PteOUt Rausmännische Privatschule von Hugo Slrahlendorff, Beuth- straße N am Spittelmarkt Zentrum 1750. Halbsahres- und Iahreslehrgänge. vonnttiag, 9—1 lür süngere und ältere i Damen und Herren zur Au»- biidung kür da» Ronlvre für folche mit höherer Schulbildung ! besondere Lehrgänge einlchließ- lich Englisch und Französisch. Bierte iahreslehrgänge in tauf- männischem Rechnen, Schrift- verlehr. Buchführung, Scheck- und Wechseilunde, Rurzschritt, Masckinen'chreiben. Lehrvläne unentgeltlich. 151 R Oberlin- Institut. Haushgltichule..Inh. Hemrich P-'llat, Wühelmstraße 10. Aust Ildung lür die eigene vauswittlchost oder als Rinder- sräulein. Stützen, Iung etn, Hausmädchen._ 84/20 Tauzichule Stumpf. Ccpe- Nicker Sil. 96 97. Sonntag- Ansänger», Dochentagslurse beginnen. 1721b* Maichiueudau.Eleltcoiechni!. Tagesschule. Abendschule. Se- moflerbeglnn 4. Olloder. Tech- Nische Privaischule Stecklmacher, Friedrichstraße 113. 17082* »lüdstr-mps-Iche(auf! zu absolut höchsten Preisen Btü- mel. Els-fferstr. 28» I. 126-9* "»Uderschiuelze ckhristionat. Röpentckerstt. 20a tgegenllber Manleuffelstraße) lause höchst- zahlend: Zahnaediffe. Platin- abkälle. Schmucksachen, sämtliche Metalle.! 42R Für alle e.ttalladfälle zahlt Engrospreiie. Palm, Zieuiölln, Bergstratz« 61 87/2 Raulmännilche-Privaischule Georg Grunow, Belle-Alli- ance-Siraße 106- Schön» schreiben. Maschineschreiben Stenoaravhi- Buchsüdrung. Rechnen. S.Nristoertehr. Wcch» seikunde Rechtiqschretben. An- meldunaen jederzeit. l08R* Gelundbennneu. Raufmän- Nische Privalschule Boieslaus Ronatz. Padstraße 67. Hum- boldt 223. Anmeldungen > iederzelt. Drucksachen tosten- frei. Avril neue Lcdraänae. Rudolf Maurer'» Privat- Zuschneidelchule. Inboder AI- sred Maurer. Friedrichstr. 61. Gegründet 1871. Unisorm-, Herren-, Damenschneider«!. Wäsche. Lehrpla» f kosten- lo». Heinrich Maurer» Pttvat- Zuichneideschule. Alexander» platz sEingang Rönigigraben). Tage»-. Abendkurse. Herren- Damenschneiderei. Wüsche. Putzkurse. Echnillzelchnen. Zu- schneiden, Nähkurie. Schnitt- muster. Fernsprecher: Rönig- stadt 339._ Biallassche Zuschneideschule, Berlin. Leipziaerstraße SZ. Ersttlafstge Ausbilduna in der Zulckineidekunst der Her- ren-_ und Damenschneiderei. Stenographie, Schreldma- schine 30,—, iandwirtschastt. Buchführung 50,—. Holle« Lehranstalt. Patsdamerftr. 116a. Dr. Liuz, Borbereituna aus alle Echuiprüfungen. Aleiandrinenstr. 68. 16ZR' Berlitz- Schulen E. m. b. H. Unierrichl in allen Sprachen. Adendtlassen: Englisch. Fron- zostsch: 25 Mark monatlich. Rleine Taaesllasten. Einzel- unlerridn während des ganzen Tage». Rleine Rlaffen für Spanisch. Russisch: mo- nallich 35 Mark. Prospekt« kastenlos. Leipziaerstr. 123«. Tauentzienstraße 19i.* Spezialist: Ehesachen, Stroo achen-Gerichtsvertretung. Zieuiölln. Berlinerstraße 102 (Hermannvlatzi_ 126R Möbeltransport. Soezial- aeschäst. Berlin— auswärts. GaranK«. Stein. Berlin. Diedenhofenerstraße 6. Kum- doldt 5668._* Ccfinbct, Patenlbureau Packlcher. Genraudtensttaße t 15. gentium 7600. TBR*' Angst gesühl verliert man all ösienilicher Redner, wenn mar vorher Fritz Müller»„Runst bei freien Rede" liest.<2.40 Ms Buchhandlung Vorwärts. Diu- denftraß« 2.___ �_ Serren. und Damenhllte.alte. werden in der Hutsadrit Fisch- mann. Gr. Frankfurterstraße 45 schnellsten» wie�neu umgepreßt Fraueuschutz! hyg-en. Gum- miwaren usw. persönilche Be- dienung. langjährige Ersah. rung. Frau E Rehre, Span- bau, Tiefwerderweg 33. 1722b' ErwerdstSttge Frauen er- fahren, was die Frau im öneni- iichen Leben bedeuten lann, durch die Broschüre.Frauen- stimmen"<2.75 M.) Buchhand- tung Vorwärts. Lindenftraße 2. Welcher Beamte hätte lein Interesse am Besoldungsgesetz? Die Sleintopfsche SchttsI„Was muß der Beamte vom Beamten- deloidungsgesetz wissen?" ilärt übet alle» aus.<2,40 M.) Bud>. handl.Borwätt». Lindenftraße Z Wandervögel finden neu« Ziele für ihre Fahrten in Lesse»» schönem„Wanderduch".<9 M.) Buchh.Borwätt». Llndenstraßell Steuerfragen find Ihnen noch ein Rätsel? Bissest-„Führer durch da» Reick>»einkoinmen- fteuergeietz"<3 SR.) löst sie alle. Buchh.Bovwärt». Lindensnaße2. Uebersetzuugeu. Bach u. Stein, Ebariotlendurg 5, Span- d-uerstr. 38, Wilhelm 7500* Ruaststopfeeel Große Frankfurter Straße 67. 63R' Arbeitsmark Steilenangcbote Botensraue» werden oerlangt von der Zeitung»-Zentrale Ackersttaßel74. Prinzensiraßefil. Hos rechl» patterre. Greisen- Hägen«, straße 22, Wilmecdori. Hotsteinischestraße 19. tl34 Mamicll» auf RostümjackeU» verlangt Bad, gionstirchltr. 40. Geübte GtUhIampenarbelte- rinnen gesucht. Lehrlerstraße 18,49. IV. Etage link». 82/9 Mamsell» ans Damenvalstot» verlangt CEiiert, Gustao-Mstllev- Stt-tze46e 86/1» WW