Hr. 46$ ♦ Z7.�akrgang Ausgabe A Nr. 97 Bezugspreis- B?rteIiährI.M,— M�monatUIV.— M!. frei ins daus. voraus zahlbar. Poft- bezuq Monatlich 10,— M!» exll. gu- ftellungsgeoühr. Uiner Kreuzband mr Deutlchland und Oesterreich 16,50 MU. für da» übrige Ausland bei taglich »ingial. Zustellung 21.Z0 M, Pastde- ftellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Slowakei, Jane- wart, bolland, ruremdurg. Schweden und die Schweiz.— Singetraaeu in die Dost-�eitunqs-PreisIiste. Der.Vorwärts� mit der Sonntags- beilage ,9Solk u. Zeit* erichein« wochentäglich zweimal Sonntags und Mon- tags-ininai. Teiegramm-Adreff«! .Sozialdematcat Seena" Morgen Ansgabe Berliner Oolksblatt (�30 Pfennig) AnzeiaenpreiS: Die achtgewaltene Nonvarcillezeil« kostet?.— M�Teuerungszufchlag 60°/«. .ftleine Anzeigen", das irtt- gedruckte Wort 1,— M. izuläfsig zwei fettgedruckte Worte), iedes weitere Wort 6V Pfg. Stellengesuche und Schlafstillenanzeigen das erste. Wort Sä Pfg. sedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für iwei Worte. Teuerungszuschiag 50»/» Familien-Anzeigen für stlbonnenten Feile Z— M, politische und oe» werkschaftliche Vereins- Anzeigen Z.— Mk. die Feile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nack'Mittag» im Hauptgeschäft. Verlin SW. Z, Linden- ftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet oon S Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der Cozialdetnokrati leben Partei Deutfchlands Neöaktion und Expedition: SM. 6$, Lindenstr. 3. rternittrerfier: Am» Moritivla», Nr. l.'il SV— läl i»7. Dienstag, den Äl. September 1VÄ0 vorwärts-verlag G.m.b.£>., EW. H$. Lindenstr.'Z. isernsdrecher: Amt Aiorinplav, Nr. 117SZ— Zt. Einigung in Rom. Unter üem Zwang Giolittis. Rom, 2l). September.(„Franks. Ztg.") Zwischen den Vertretern der Gewerkschaften und des �ndustricvcrbandes wurde unter scharfem Druck Giolittis eine Eini- gung erzielt. Die Berbandlungen begannen mit der Frage der Lohnzahlung für die Okkupationszeit. Die Industriellen verweigerten dies absolut, bewilligten dagegen die Rückwirkung der verein- barten Lohnerhöhung aus den 15. Juli sowie die Bezahlung der Obstruktionstage. Schwieriger war die Einigung über disziplinarische Strafen für die schlimmsten Uebergriffe der Be- sevung, worauf die Industriellen fest bestanden. Giolitti erklärte, die Sitzung müsse unbedingt eine Einigung erzielen. Er schlug vor, die einzelnen Fälle der neuen paritätischen Kommission zur Entscheidung vorzulegen. Die Industriellen erwiderten nach kurzer Beratung, sie könnten wegen der vorgekommenen Vergewaltigungen von Vorgesetzten diese Lösung nicht als freie Vereinbarung, fondern nur als Regierungsbefehl annehmen. „Messaggcro" hört, daß der Allgemeine Arbeiterverband die Ar- heiter angewiesen habe, die besetzten Fabriken zu räumen und die Arbeit wieder aufzunehme«; der Arbeitervcrband versichere, daß die Ordnung gewahrt bleibe» werde. Die Streikwelle in Englanö. London, 2l>. September.(Meldung des Hollandsch Nieuws- bureau.) Tie Bergarbeiter haben eine öffentliche E r- k l ä r u n g erlassen, durch die bewiesen werden soll, daß eine Lohnerhöhung von 2 Schilling berechtigt ist. Tic jetzige Lage läßt erwarten, daß ein Streik unvermeidlich ist, wenn nicht beide Seiten Nachgiebigkeit zeigen. Es wird mitgeteilt, daß die Regierung nicht die Absicht hat, ihre« Standpunkt aufzugeben. Ein Schiedsgericht und eine Untersuchung müßten vorerst stattfinden„Daily News" meint, daß Herne sich irrt, wenn ckr verlangt, daß die andere Seittz in allem nachgeben müsse, ohne daß er selbst von seinem Standpunkt abgeht.„Tally Herald" fragt, ob die Regierung einen Streik wünsche, und stellt fest, daß die Loge ernst sei.„Daily Expreß" ist der Ansicht, daß die Forderung nach höheren Löhnen berechtigt ist. London, 20; September.(MTB) Es wird ein besonderes Schiedsgericht zur Beratung der Lohnerhöhungsforderung ernannt. Das Schiedsgericht soll binnen 10 Tagen zu einem Ergebnis kommen. öolschewististhes Theater. Petersburg, 2l>. September.(O. E.) In der Stadt O st r o w fand dieser Tage, wie die Petersburger„Prawda" meldet, eine„Gerichtsverhandlung" über Lenin statt, welche eine uncr- hörte Menge von Zuhörern heranzog. Bus den Dörfern und Ge- meinden kamen Taufende scharenweise herangezogen, denen das Theatergebäude nicht Raum genug bieten konnte. In der Vcrhand- lung wurde Lenin vor allem beschuldigt, die Konstituierende Versammlung auseinander getrisben, einv Schreckensherrschaft aufgerichtet zu haben, und eS wurde ihm die Nichterfüllung seines Versprechens, dem Volke Brot und Frieden zu geben, vorgeworfen. Nach vierstündigen Verhandlungen wurde Lenin von diesem BolkSgericht freigesprochen. Die Herren Richter wären ja im anderen Falle schleunigst an- geklagt geworden— und dann wären sie nicht nur nicht freige- sprachen, sondern Wohl ohne Urteilsspruch erschossen worden. Als Antwort auf die wiederum antibolschcwistisch gewordene Haltung Lloyd Georges betont Moskau die Förderung der R e- volution ierung Asiens. Es wird ein„Rat für Propa- ganda im Osten" gebildet. Moskau meldet ukrainisch« Aufstände in Ostgalizien. Da die Polen in Riga Ostgalizien und andere ukrainische Gebiete fordern wollen, ist ein solcher Berzweiflungökampf gar nicht un- wahrscheinlich. SowjetrußlanSs Elend. Petersburg, 20. September.(O. E.) D'e Sowjetpresse veröffentlicht einen Brief Lenins, welcher die Bevölkerung aufruft, gegen den Hunger zu kämpfen. Lenin bestätigt, daß die Verpfleg ungsgrundlagc der Sowjetrepublik niemals so schwer gctvrsen sei wie jcvt. Die Armee überlebe eine furchtbare Proviantkrisis. Es sei notwendig, überall die KräsK der Sowjets und der Kommunistischen Partei zur gc- meinschaftlichcn Arbeit heranzuziehen und gewissenlose Elemente, die in dieser Lage ihre Pflicht nicht tun, vor Gericht zu stellen. Den Bauern müßten ihre Ueberschüsse mit Ge- valt abgenommen werden. Auf einer Sitzung des Petersburger Exekutivkomitee? wurde erklärt, die Bevölkerung könne Sckjuhurerk und Kleidung nicht mehr erhalte», es fehle daran schon für die Arme e. ES wurde ein dringcndeK Telegramm nach Moskau geschickt mit der Bitte Hilfe. polnisch-litauiftber Abbruch! K» w n o, 20. September.(Lit. Telegraphcnagentur.) Tie litauische Delegation ist aus Kalvarija zurückgekehrt, da die Verhandlungen zeitweilig unterbrochen sind. Sie hatte den Vorschlag gemacht, zwischen der litauischen und polnischen Armee eine neutrale Zone zu errichten. Die Polen lehnten diesen Borschlag ab und bestanden darauf, daß die litauischen Truppen sich auf die Foch-Clemenceau- Linie zurückzögen, was Litauen ablehnte. Die Polen erklärten, daß unter solchen Umständen eine weitere BesprechungAnmöglich sei und fuhren nach Warschau zurück. Der polnische Außenminister Sapicha hat in einem Funkspruch der lettländischcn Regierung vorgeschlagen, daß die weiteren Verhandlungen zwischen Polen und Litauen in Riga stattfinden mögen. Demnach betrachtet Bolen die VerHand- lungen nur als unterbrochen. Auch der Völkerbundsrat hat sich für Weitcrführung der Verhandlungen ausgesprochen und äußerte den Wunsch, daß bis zur Wiederaufnahme der Berhand- lungen keine Kriegsoperationen stattfänden. Der litauische Bcr- treter, Professor Woldemar, hat sofort zugestimmt. Padcrewski hin- gegen erklärte, er könne erst Montag früh eine Antwort erteilen. K o w n o, 10. September.(Lit. Telegraphcnagcntur.) Jüdische Bürger Polens fliehen scharenweise über die litauische Grenze, um vor den polnischen Judenverfolgungen und einer rücksichtslosen Mobilisation Schutz zu suchen. Die litauische Regierung wird dadurch in eine schwierige Lage gegenüber Polen versetzt. Siegel auf öie Schmach! Brüssel, 20. September.(TU.) E u p e n und M a l m e d y sind vom Völkerbundsrat Belgien zugesprochen worden. Die Entscheidung soll am Sonntagmorgen in öffentlicher Sitzung bekanntgegeben werden. In Belgien sind die Bürger- meistcr angewiesen, den Tag durch Glockengeläut und Flaggen- schmuck feiern zu lassen. Der Obcrkommandicrende General Balciau ist zum Baron ernannt worden. Der Wappenspruch„Gott und mein Rocht" steht nicht im bei- gischen, sondern im britischen Wappen. Nun, dieses Recht hat die Duldung des himmelschreienden Gewaltmischrauchs von Eupen- Malmedy nicht gehindert. Im belgischen Wappen steht„L'Union fait la force"(Einheit macht stark). Warten wir ab, wie die „Einheit" mit dem schmählich vergewaltigten deutschen Gebiet Bel- gien stärken wird! weltbotschast Mac Swineps. Amsterdam, 20. September. Wie englische Blätter melden, hat der Bürgermeister von Cork am 40. Tage seines und seiner Kameraden Hungerstreiks an die- Iren der gesamten Welt eine Botschaft gerichtet, in der er erklärt, daß er nicht glauben könne, das englische Volk werde die Durchführung dieses g e f ü h l- losen Mordes, der Englands Namen in beispielloser Weise be- fhecken würde, zulassen. Sollte aber das englische Volk keine Macht über sein« Regierung haben, so würden die Gefangenen um Irlands willen gerne st erben. London, 20. September.(H. N.) Im Gebirge bei Dublin hatten etwa 100 Sinnfeiner Schiestübungen vorgenommen. Englisches Militär in Zivilkleidung schlich heran und umzingelte den Platz. Nach kurzem Kampf wurden 30 Sinnfeiuer gefangen- genommen. Es gab einen Toten und mehrere Verwundet«. Er will nicht essen. London, 20. September.(MTB.) Eine amtliche Erklärung über den Hungerstreik des Bürgermeisters von Cork besagt, der Bürgermeister habe von Beginn seiner Gefangenschaft an die Vorrechte genossen, die politischen Gefangenen zu- erkannt werden. Er habe niemals Gefangenenklcidung tragen müssen. Seitdem er sich durch seine Weigerung, Nahrung zu sich zu nehmen, in den Schwächezustand gebrocht habe, liege er in einem Hospital zu Bett und genieste die beste ärztliche Pflege. Zwei Pflegerinnen verweilten abwechselnd Tag und Nacht an seinem Lager, ausgezeichnetes Essen stehe an seinem Bett bereit und die Pflegerinnen seien bemüht, ihn zum Essen zu bewegen._ Ungarische Waffenaufkäufer verhastet. Wien, 20. September.(D.A.) Die Polizei hat eine größere Anzahl ungarischer Osfizlcrc verhaftet, die in de» letzte« Wochen versucht haben, Waffen und Munition in Oesterreich aufzukaufen und nach Ungarn zu schmuggeln. Kein ungarisch-sranzösischer Geheimvertrag? Die ungarische Regierung lästt die Nachricht kalegoiiich demen« tieren, dah ein Geheimvertrag zwischen Ungarn und Frankreich in Gödöllö abgeschlossen worden sei. Sie bezeichnet den in Wien ver- öffentlichten Text als apokryph und vom Anfang bis zu Ende er- logen. Der Vertrag soll auch für den Fall kommunistischer Un- ruhen in Wien die Besetzung durch Horthh-Militär vorsehen.... Kampf um den Gberschuirat. Von Dr. Erich Witte. Fast kein Tag vergeht, wo nicht gegen �die Wahl Löwen- steins zum Oberstadtschulrat der neuen Stadtgemcinde Berlin Einspruch, erhoben wird. Von der Radauversammlung des Lehrervereins bis zu den gesprengten Versammlungen der Reaktionäre— eine Kette von Löwenstein-Demonstrationcn. Die gegen seine Wahl angeführten Gründe bedürfen einer näheren Prüfung. Viele fordern, dast der Leiter des Groß-Berliner Schill- Wesens ein Christ sein soll. Das widerspricht der Reichsverfassung, nach der„die Zulassung zu öffcnt- lichen Aemtern unabhängig von dem Religionsbekenntnis" sein soll(Artikel 136). Auch ist dies für seine Tätigkeit des- wegen ohne Bedeutung, weil die Entscheidung über die Zahl der weltlichen Schulen, der Simnltanschulen und der Be- kenntnisschulen in der neuen Stadtgemeinde nicht der Ober- stadtschulrat oder der Magistrat trifft, sondern weil dies nach der Reichsverfassung die Erziehungsberechtigten selbst tun sollen. Die Einzelheiten werden durch ein Reichs- gesetz geregelt werden. Ferner wendet man ein, Dr. Löwcnstein sei erst 35.Jahre alt; das ist allerdings etwas jung, aber doch auch nicht zu jung, da dieses Alter nach der Reichsverfassung genügt, um einen Mann zum Präsidenten des Deutschen Reiches zu wählen. Entgegnet jemand darauf, dast er nicht auf dem Boden der Reichsverfassung stände, sondern Monarchist sei, so sei er daran erinnert, daß ein Fürst nach der alten Verfassung mit 18 Jahren das Deutsche Reich regieren konnte. Ernster zu nehmen ist allerdings der Einwand, daß Löwenstein nicht an öffentlichen Schulen unterrichtet hat und daher im Schulwesen nicht die Erfahrungen haben kann, welche.ein Lehrer im Lause der Jahre gesammelt hat. Nun hat es aber auf allen Gebieten Männer gegeben, die etwas Bedeutendes geleistet haben, ohne die regelmäßige Lausbahn durchgemacht zu haben. Nou sseans „Emil" ist in der Pädagogik ein epochemachendes Werk gewesen, aber der Verfasser selbst ist nie Lehrer gewesen. Kürzlich starb Wilhelm Wundt, einer der größten Philosophen der letzten Jahrzehnte, aber er hat an der Universität keine philo- sopbische Vorlesungen gehört, sondern sich erst später dem Fache zugewandt, in dem er so Bedeutendes leistete. Da der Leiter des Groß- Berliner Schulwesens nicht mit einem Provinzialschulrat oder dem Stadtschulrat einer Stadt von 160(XX) Einwohnern zu vergleichen ist, sondern mit einem Unterrichtsminister, so möchte ich die Mon- archisten daran erinnern, daß in Preußen weder von Wilhelm II. noch' von seinen Vorgängern jemals ein Lehrer zum Unterrichts m i nistet ernannt worden ist. Es waren stets Juristen, die nicht einmal wie Löwenstein an Privatschulen unterricytet hatten. Hat aber einer der früheren.Unterrichtsminister sein Schulprogramm so ausführlich entwickelt, wie es Löwenstein in seinen Schriften und Aufsätzen getan hat? Wenn also die Monarchisten keine Veranlassung haben, des- wegen gegen seine Wahl Einspruch zu erheben, weil er nicht an einer öffentlichen Schule als Lehrer tätig gcivescn ist, so will ich doch zugeben, daß es besser wäre, ivenn er nicht nur in Privatschulen, sondern auch im öffentlichen Schuldienst Erfahrungen gesammelt hätte. Dies ist aber noch kein Grund, seine Wahl abzulehnen. Denn es werden ihm für jedes Gebiet sicherlich Schulmänner zur Seite gestellt werden, welche eine Reihe von Jahren selbst Lehrer an öffent- lichen Schulen gewesen sind, alio mindestens ein Schulrat für das höhere Schulwesen, ein Schulrat für das Volksschnlwesen und einer für das Fach- und Fortbildungsschnlwescn. Diese müssen genau beurteilen können, ob eine Idee Löwensteins auch zu verwirklichen ist, müssen über die Stimmungen der Lehrer unterrichtet sein, müssen die von diesen ettva geleisteten Widerstände abschätzen können. Denn unmöglich wäre es für Löwenstein, sich das Vertrauen der Lehrerschaft zu erwerben, wenn er etwa Maßregeln treffen würde, die er nachher zu- rücknehmen müßte, weil sie sich als undurchführbar heraus- gestellt haben. Aus diesem Grunde ist das Zusammenarbeiten mit erfahrenen Fachdezernenten unbedingt notwendig. Dann kann aber auch auf diese Weise etwas Gutes zustande kommen. Man muß auch folgendes bedenken: Wenn man aus der Tat- fache, daß Löwenstein nicht an einer öffentlichen Schule tätig gewesen ist. � einen Vorwurf machen will, so trifft dieser nicht die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung, sondern die alte Regierung, die ihn lvegen seiner politischen Anschauungen nicht als Lehrer an einer öffentlichen Schule geduldet bätte. Hätte man einen Schulmann gewählt, welcher eine Reihe von Jahren an öffentlichen Schulen unterrichtet hat. so käme nur einer in Frage, welcher nach dem 9. November der Sozial- demokratie beigetreten wäre. Man hätte dann in seiner Ver- gangenheit herumgeschnüffelt, ob er nicht früher ein Wort ge- sprochen oder geschrieben hat, das nicht zum Erfurter Programm paßt. Ich erkenne also nicht die Einwendungen, welche gegen die Wahl Löwensteins erhoben werden. als be- rechtigt an. Ich will diese Wahl aber auch nicht mit Fanfaren begrüßen. Denn der Leiter des Schulwesens einer Stadt von 4 Mllionen Einwohnern muß viele be- deutende Eigenschaften besitzen, die er erst zeigen kann, wenn er sein Amt angetreten hat. Seine Wahl bedeutet also, wie die jedes anderen Schulrats, ein gewisses Risiko. Sollte er die von der Mehrheit der Stadtverordnetenversanimlung auf ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen, dann hat er immer noch diö Möglichkeit, freiwillig zurückzutreten. Noch ein Wort über die Proteste dar Elternbeiräte gegen seine Wahl. Diese Proteste können deswegen von keiner ■ Bedeutung fein, weil in ihnen nur die Ansicht der Eltern einzelner Schulen zum Ausdruck kommt. Den sozialdemokratischen Elternbeiratsmitgliedern wäre !es eine Kleinigkeit, fast ebenso viele Kundgebungen •für die Wahl Löwensteins zustande zu bringen. Die j meisten Proteste kommen überdies von den höheren > Schulen, die Löwenstein, ein Vertreter� der Einheits- • schule, abbauen will. Die Eltern der Schüler fürchten für ihre Kinder die Konkurrenz der Proletarierkinder und sind natürlich ebenso gegen den Abbau der höheren Schulen, wie die Adligen gegen die Abschaffung des Herrenhauses, die reichen Leute gegen die des Dreiklasscnwahlrechts waren. ; Ein von Eltern ausgehender Protest hätte nur dann ein An- ; recht auf Berücksichtigung, wenn er von einem von den Eltern- � beiratsmitglicdern aller Groß-Berliner Schulen 'gewählten Ortselternbeirat ausginge, wie ich ihn ,in meiner Broschüre:„Die Elternbeiräte" für jeden Ort ge- fordert habe. Um üie Versammlungsfreiheit» ' Die Rechtspresse von Montag abend ist begveislicherweise �voller Weh- und Wutgeschrei über die geivaltscniie Störung der d e ir t s ch n a t i o n a l e n Versammlungen ani Sonntag durch die Unabhängigen. Darüber, daß solche Vor- , gange an sich aufs schiverste zu beklagen und aufs schärfste zu s verurteilen sind, kann.es unter denen, die es mit der ver- s saffnngsmäßigen Versammlungsfreiheit ernst meinen, gar steine Meinungsverschiedenheit bestehen. Die schönsten Be- > siiinmungen über Rebe- und Versammlungsfreiheit nützen ; nicht'das geringste, wenn ein undiszipliniertes Publikum die i Redefreiheit vergewaltigt und wenn der Besuch von politischen ! Bersannulungen mit Gefahren für die körperliche Sicherheit ! verbunden ist. Glücklicherweise stellen die Vorgänge vom Sonntag nur einen Ausnah in e sa l l vor. Seit'der Revolution haben i ungezählte Versammlungen aller politischen Parteien von den • Deutschnationalen bis zu den K.-A.-P.-Disten stattgefunden, . die alle einen ungestörten Verlans nahmen.' Dieser Instand i wird sich als Rcgelzustand auch bald wieder einstellen, wenn die Besinnung und die selbstverständliche Rücksichtnahme ans das Recht der anderen wieder einkehrt. Denn jede Partei oder Gruppe, die daraus ausginge, die Versammlungsfreiheit der anderen systematisch zu unterdrücken, würde alsbald die öffentliche Meinung gegen sich haben und von ihr zur Um» kehr gezwungen werden. Wenn nun die öffentliche Meinung dem Spezialfall vom letzte« Gonntag nicht so geschlossen' gegenübersteht, wie das imter anderen Umständen der Fall wäre, so ist der Grund da- für so allgemein bekannt, daß schon ein bemerkenswerter Grad von Unehrlichkeit dazu gehört, ihn zu übersehen. Der selber rechtsstehende? r l. L o k a l a n z e i g e r" folgt einem Ge- böte taktischer Klugheit, wenn er seinem Bericht über die Ver- sammlungssprengilngen vom Sonntag folgende Bemerkimg anhängt: Diese in ihrer Roheit abstoßenden Vorgänge können nicht scharf genug varurteilö werben. Allerdings ist zrr bemerken, daß durch die diszipliulose Sprengung der bekannten Lehrrrver- sammlung, in der Dr. Löwenstein sein Schulprogramm vortragen wollte, durch überhitzte Elemente den Unabhängigen und übrigen Radikalen der erwünschte Borwand geliefert worden ist, ihrerseits in der vorstehend geschilderten Waise vorzugehen. Daß sie dann „geistige Waffen", die ihrer Eigenart entsprechen, in Anwendung brachten, kann weiter nicht wundernehmen. Gerade aus den hoch- bedauerlichen gestrigen Vorgängen sollten alle national gesonnenen Elemente die schärfste Mahnung entnehmen, sich ihrerseits jedes Tempermnentsausbruches bei derartigen Gelegenheit zu enthalten. Daß sich die Linksrabikalen bei der Niederknüppelung der Mei- nungsfreiheit auf Borbilder von rechts berufen können, ist ein be- schämender Zustand. Wonn die T-eutschuationalen dief« Lektion begreifen und einsehen lernen, daß man das Recht anberer achten muß. ivenn man das eigene geachtet sehen will, dann wird die Versamm- lungsfreiheit aller Richtungen bald wiederhergestellt fein, auch ohne die Polizei, nach der die Rechtspresse jetzt so brünstig schreit. * Daß die Deutschnationale n den schlimmsten R-a daumarten vom Sonntag zum mtnidesten vollkommen gleichwertig sind, beweist ein Vorfall, der sich vor dem Alten Museum Mtrug, wohin sich die aus dem Zirkus Busch verdrängte Gesellschaft zurückgezogen Halle. Dort wurde nämlich von einer Schar von Hakenkrenziern unter dem Rufe:«Schlagt die Inden tot!" ein jtrdiscker Sllibent, der sich unter den Zuhörern befand, nberfalle-n und derartig zugerichtet, daß er blutende Kopfwunden davontrug. Auch dieser Vorfall beweist, daß der gewalttätige P.öbel", über' den die dentschnationale Presse zetert, nicht nur ans einer Seite zu suchen ist. Au öen Krisengerüchten. Zinn Konflikt Giesberts-Wirth, der nach Pressemeldungen zum Rücktritt des Reichsfinanzministers führen sollte, wird jetzt offiziös gemeldet: Aus Prcsseäußerungen ist zu entnehmen, daß sich vielfach die Auffassung festgesetzt hat, die Mei wungs ver schieden- Helten zwischen dem Reichsfinanzminister und dem Reichspost- minister über die Einstufung der Beamten in die Bcsoldungs- ordnnng seien durch neue, ihrem ganzen Aufbau zntvidevlaufeNde Zordernilgen der Postbeaniten hervorgerufen worden. Das trifft nicht zu. Es handelt sich vielmehr lediglich um Forderungen, die sich aus der Höherstufung der Landes- und der Finanzbeamten ergeben und vom Reichsposllnmisterium im Emvcrnehmcn mit dem Bcamronbelrat schon vor Monaten erhoben worden sind. Heber diese Forderungen schweben zurzeit neue Ver- Handlungen, die hoffentlich ein beide Teile ibefriedi» gendes Ergebnis haben werden. Inzwischen ist schon wieder die Nachricht aufgetaucht, der Kanzler-Stellvert reter Dr. H e i n z e beabsichtige zurückzutreten und dm Gesaitdtschastsposten in Bukarest zu über- nchmen. der Reicksswirtschaftsminister Dr. Scholz werde sein Nachfolger sein. Eine amtliche Aeußerung zu diesem neuen Gerücht liegt nicht vor. Jnzlvischen nehmen die Betrachtungen über die Notwendigkeit, die Grundlage der Re- giening zu erweitern, ungestört ihren Fortgang. Nach den Wahlen nahm man an. die„von roten Ketten" befreite Reichsregicrung werde sich nun frohgemut auf die eigenen Beine stellen und durch ihre Leistungen glänzen. War doch an allen'Nöten der Zeit, Lebensmittelnot, Geschäftsstockung, Valutarückgang, nur die Sozialdemokratie schuld. Jetzt aber bringt die bürgerliche Presse jeden Tag Gerüchte über teilweise oder allgemeine Regierungskrisen, obwohl die jetzige Regierung von allm seit der Revolution das beste Leben lull., denn kein Mensch till ihr eigentlich etwas! Wenn sie trotzdein auf so schwache» Füßen steht, so hat das wohl seine inneren Gründe. Die Sozialdemokratische Partei hat gar keinem Anlaß, diesen politischen Anschammgsunterricht, der dem Volke er- teilt wird, zu stören, und erst wenn sein Erfolg gesichert ist, kann sich für sie eine andere Situation ergeben. Sapern-Aentrum für Reichszerreißung. München unter Epps Kommando. Die Bayerische Volkspartei hat am letzten Sonnabend nach einem Referat Dr. Heims mit großer Mehrheit eine Entschließung angenommen, die eine Rückwärtsredigierunz der Reichsverfussung bis zur völligen Reichszertrümmerung fordert.' Etwas anderes bedeutet es nicht, toenn in dieser Eni- schließung u.' a. verlangt wird, jeder Enizelstaat solle seine. Staatsform selbst bestimmen können, er solle das Recht haben, mit de in Aus lande Verträge abzuschließen und Vertreter bei auswärtigen Staaten zu unterhalten, die Reichswehr solle wieder in bimdesstaatliche Koutingente gegliedert werden usw. Tie Ausführung dieser Beschlüsse würde bedeuten, daß sich z. B. Gotha morgen� als Räterepublik, Bayern als Königreich konstituieren könnte, daß Gotha mit Sowjet-Rußland, Bayern rtiit Frankreich Sonderabkommen treffen könnte, daß Gotha seinen Teil der Reichswehr als Rote Armee. Regiment Lenin und Bayern den seinen als Arm�e des Allerhöchsten Kriegsherrn Rupprecht l. oder Alfons I. von Bayern führm dürste. Eine Partei, die ein derartiges Programm aufstellt, kann sich gegen den Vorwurf daß sie die Reichs Zerreißung will, nicht mehr verteidigen. Diese Partei ist aber stiie herrschende Bayerns und trotz zeitweiliger organi- satori scher Trennung mit dem Reichszentrum, das zu den Mitschöpsern der Reichsverfassirng gehört, durch starke Fäden verbunden. Alles Höhnen über„Tatarennachrichten" und „Gespensterseherei" wird uns nicht hindern, die Vorgänge in Bayern inst der schärfsten Aufmerksamkeit zu verfolgen. Einen neuen Grund zu solcher Aufmerksamkeit gibt auch folgende, durch MTB. verbreitete Nachricht: Der Wehrkreiskominavdmir Genorak Möhl spricht in einem TogeIbefahl ans Anlaß der Stärkcheraivsetzung der Reühsulehr den ausscheidenden Offizieren, Unteroffizieren und Mannschasien herzlichen Dank für ihre erfolgreiche Aribeit ans, besonders auch den böheren Führern, darunter dem Ober st en Epp, der nun- mehr an die Spitze der Infanterie des Wehr- kreises tritt. Es wird schwer sein, irgend jemandem einMreden, daß die republikanische Verfassung bei den Herren M ö h l und E P p in sicherer Obhut sei, jedenfalls besteht bei der baye- rischen Arbeitersäpft dieses naive Vertrauen nicht. Die Bayerische Volkspartei hat ihr Programm der Reicks- Zerreißung auch nicht bloß zur Parade ausgestellt, sondern sie arbertet zielbewußt daran, es zu verwirklichen. Vor dieser Tatsache sollte man nirgends im Reiche die Augen verschließen. Kohlenüberftuß für Agrarier! Der grotzegrarische landwirtschaftliche Ein- und Verkaufsverein in Grimmen hat vor einigen Tagen an seine Mitglieder ein gedrucktes Rundschreiben erlassen: er habe Verwendung für 2ö bis 30 000 Zentner gute Speisekartoffeln, die er zu LS M. den Zentner anrechnen will. Er biete für jeden Zentner gelieferte Kartoffeln einen Zentner Briketts zum Preise von 12 M. frei Bahnhof Grimmen. Dem Rundschreiben ist eine Postkarte in Vordruck beigelegt, in welcher nur die Zeiiincrzahl der Kartoffeln, die geliefert werden und der Briketts, die da- für gefordert werden, auszufüllen ist. Wem bckbnnt ist, welchen Schwierigkeiten die Beschaff fung von Heizmaterial in den Dörfern und Land- st ä dien, auch in den größereu Städten Vorpommerns, Strol- sund und Greifstvald, begegnet, der wird sich nicht genug darüber verwundern können, daß hier ein einziger Agrarier- verein über LS 000 bis 30 000 Zentner Brikells frei verfügt, noch dazu zu einem geringeren Preise wie demjenigen der Händler. Hoffentlich kümmern sich die zuständigen Behörden ctwat eingehend um diese Sache und geben unverzüglich die erforderliche Aufklärung! Nur keine Schulreform! Beim Morgenkaffee war's. Der erste Herbstsonnenschein lachte durchs Fenster und schien draußen die regenmüde Natur zu neuem Leben, zu einem neuen Frühling erwecken zu wollen. Mißmutig blätterte ich in dem Stoß von Zeitungen und Zeit schriften, die als tägliches Pflichtteil vor mir auf dem Tisch lagen. Gleichgültig flog der Blick von Seite zu Seite, indeffeu die Sinne - draußen mit den lustigen Blättern in der lockenden Morgensonne t spielten... Plötzlich blieb das Auge aber doch an ein paar Zeilen i voll schreienden Sperrdrucks hängen: „Für uns Sozialisten gilt es, nicht Schulreform, sondern Schulrevolution zu treiben. Mit Schulreformen hat man �uns schon in allen Staaten genügend beglückt. Es bedeutet �Schulreform weiter nichts, als das Alte zu stützen. Wir aber wollen das Alte stürzen und an seine Stelle das Neue bauen.. Nachdenklich schob ich das Blatt in hie Tasche. Di« Worte fließen mich nicht mehr los. Seltsam, wie solch eine Fanfare doch ihre Wirkung tut! Sie trompetete mir ohn Unterlaß durch den � Kopf, auch als ich schon längst durch den fröhlichen Herbstmorgen die breite Vorortstraße entlang zur Bahn schlenderte. Aber da lag ja die Schule selbst! Klobig unh nüchtern schob sich der viereckige Backsteinbau zwischen die heiteren Villen und Vorgärten. Der Unlerricht hatte wohl eben begonnen. Im Takte . des Chorsprechens klangen von drinnen noch halbverschlafeneKinder- stimmen durch die dicht geschlossenen Fenster. Da drinnen hocken also die Kleinen in ihren Bretterbänken an diesem Herbstsonnentag. Und ich sehe im Geiste die gefalteten Hände, die Blicke, die verstohlen zu den verschlossenen Fenstern Huschen, die wißbegierigen Plappermäuler, die voller Fragen stecken «nd, statt fragen zu dürfen, antworten müssen, im Takte eingepaukte Weisheit herunterleiern... Da ist mir. als stießen unsichtbare Hände die Schulrüren auf, und eine lachende Schar lärmender junger Menschen strömte über die Straße dem Walde dort drüben zu: Eine Stunde im Freien, eine Unterrichtsstunde unter herbstbunten Baumkronen— nur eine— weil beule gerade die Sonne so lustig lacht. War's nicht möglich? Wirtlich nickt? Dem Lehrer so viel Freiheit zu geben, daß er heute, weil's ihm, weil seinen Jungen das Richtige drückt, mir nichrS, dir nickts mit ihnen in den Wald zöge? Den Jungen so viel Freiheit zu geben, daß sie heut einmal den Lehrer ausfragen dürsten, tausend und eine Frage, nach allem, waS ihnen«in Kinderherz und ein Herbstmorgen im Walde an Rätseln auf die Lippen geben? Wär'S nicht möglich, an den Fluß hinunterzuwandern und sich dort einmal von märkischer Geschichte, von heimatlicher Arbeil er- zählen zu lassen, statt da drinnen an Tabellen die Kriegsgeschichten aus vergangenen Jahrhunderten zu pauken? Aber nein. Keine Schulreform, sondern Schulrevolution... Nicht das Alte stützen... Sitzt nur ruhig weiter da drinnen, ihr unruhvollen kleinen Geister! Wir Weitblickenden, wir dulden keine Halbheiten. Nehmt weiterhin das Wandbild an der Stange für die lebendige Natur— laßt euch für Kriege begeistern statt für Arbeit und Aufbauen I Ihr und eure Kinder und Kindeskinder vielleicht nock. Aber seid getrost— dann, dann kommt eine Zeit, wo wir wo unsere Enkel das Alte stürzen und an seine Stelle das Neue bauen. Weh' dir, daß du kein Enkel bist! Nachdenklich ziebe ich das Blatt aus der Tasche und lese den Kopf:«Sozialistischer Erzieher. Wochenschrift des Verbandes sozialistischer Lehrer, der pädagogischen Internationale und für sozialistische Elternbeiräte/ Erzieher... Lehrer... Eltern... sozialistisch... Reaktion... Internationale... Moskau— Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tunl— Durch den lachenden Septembermorgen klingt ferner und ferner das Chorsprechen halb verschlafener Kinderstimmen hinter der« schlossenen Fenstern. Ueber die Baumwipiel ragt hart und viereckig in den Herbsthimmel der. Backsteinbau der Schule. R. L. über.«Er mietete ein Zimmer am St.-Hans-Markt", erzählt Anderson,«und setzte sich dorthin, um zu hungern. Aber als-r hungerte, schrieb er nach und nach seine Gefühle nieder, und bald hatte er ein Kapitel eines Buches fertig, das er. Hunger* nannte. Damit ging er zu dem Redakteur der Zeitschrift«Tilskueren*, der es annahm und ein kleines Honorar dafür zahlte. Nach der Ver- össentlichung erregte eS ungeheures Aufsehen. Männer wie Georg Brandes und Skram suchten ihn auf. Sie fanden da ein ab- gcmagerteS. riesiges Gerippe in einem leeren Zimmer sitzen, denn Knut Hamsun maß in aufrechter Stellung seine sechs Fuß und' mehr.... Auf 1000 Deutsche ein Kraftwagen. Die Gesamtzahl der Kraft- fahrzeuge von rund 03 000 vor dem Kriege ist ans 62 000 zu Anfaug 1920 gesunken. An dieser Veränderung sind die Personenwagen am stärksten beteiligt; bei diesen ergibt sickr daß die Zahl von rund 60 000 vor dem Kriege aus 32 000 gesunken ist. Die Motorräder sind von 22 500 auf 0300 gesunken. Dagegen sind die Lastkrafi- lvagen von 0600 ans 19 700 gestiegen. Die Aenderung der Gesamtzahl bedeutet, daß in Deutschland jetzt ein Krofttvagen erst auf rund 1000 Eintvohner, gegen 1: 600 vor dem Kriege, kommt. Un- benutzte Fahrzeuge sind in dieser Statistik nicht berücksichtigt. Aus Knut Hamsuns Stur«- und Drangjahren. Knut Hamsun' der diesjährige Nobelpreisträger, hat lange Jahre des Sturmes und Dranges in verzweifeltem Ringen und in harten Entbehrungen ver- bracht. Ueber diese dunkle Ur« und Vorzeit seines Schaffens hat Prof. Anderson Mitteilungen gemackt. Der Dichter ist ein Bauernsohn und heißt eigentlich Knut Pedersen. Als sich in ihm der Dichtergeist regte, ging er zu Björnson, der ihm riet, nach Amerika auszuwandern und ihn an Anderson empfahl. Auf Andersons Rat verlauschte er nun seinen Namen mitHamsun, dem Namen des norwegischen Bauernhofes. auf dem er auf- gewachsen war. Zunächst brachte der Professor seinen Schützling bei einem Kaufmann unter, aber dort wollte der junge Norweger nichts tun. sondern dichtete nur, und so schickte er ibn nach Mmeapolis, weil man dort einen unitarischen Prediger brauchte. Knut brachte eS auch so weit, daß er Predigten hielt, aber sie waren unzusammen- hängend und allzu phantastisch. AlS Anderson ihn einst besuchte. hörte er, Hamsun sei todkrank, er hätte die„galoppierende Schwind- sucht*.„Als ich zu ihm. binauskam.' euäblt der Professor,„lag er im Bett, mutlos und mager. Er war voll Todesgedankcn und wollte nur noch nach Norwegen reisen, um dort zu sterben. Aber er hatte kein Geld." In Norwegen erholte sich Hamiun wieder und war eine'Zeit- lang als Religionslebrer tätig. Dann ging er aber wieder nach Amerika zurück, um hier von neuen bittere Enttäuschung zu erleben. Eine Zeitlang arbeitete er als Fuhrmann, dann war er Straßenbahn- schaffner und fuhr schließlich im Zwischendeck zurück, mit einem dicken Manuskript:„Das Geistesleben de? modernen Amerika*. Man verdächtigte ihn anarchistischer Gesinnungen: die Polizei be- wachte ibn scharf, und die Verleger wollten von seinem Buch nichts wisse». So sah er sich denn wieder dem grausige» Nichts gegea- Das H»hrlied deutscher Arbeit. Der Verband»berschlesiicher Volksbüchereien, der 1300 Volksbüchereien mit 400 000 Büchern bcgrünset bat, gibt in dem Heimatverlaz Obettchlesien, Eiciwitz, soeben 15 Kunstblätter 15:10 in Klwsernesdruck heraus. Die zwei Mappen„Unser Oberlchlesien-, Das Hohelied deutscher Arbeit, kokten je 3 M. und bieten Industrie- ausnahmen von hohem künstlerischen Reiz.„In iechnischer Vollendung aus» geführt, werden diese Bilder' von dem werltäiigen schaffen in den Grube» und Hütten Oberschlesiens beredte? Zeugnis ablegen. Der Berei» deutscher Ingenieure eröffnete am Montag seine 00. Hauptversammlung in der Technischen Hochichule. Cbarlottenburg. Pros. D. von Moellendors sprach über das Thema:.Wirkungsgrad', wobei er die großen Ausgaben der Technik sür den Neubau der Wirtschast um- fassend erörterte. Direktor Jung- Berlin und Oberingenieur Hanner- Nürnberg behandelten die Frage der wirlschafllichen Arbeitsgestallung bei der Massenscitigung und Einzelfertigung von Gütern. Prof. Schröter- München wurde die Grashos-Dcnlmünze des Vereins verliehen. Der Naturforscher- und Aerztekongrest wurde am Montag in Bad Nauheim unler starler Beteiligung fauch das Ausland bat Ver- treter gesendet) eröffnet. Aus dem Programm de» Kongresses steht auch die Verhandlung der Relativitätstheorie, die— wie der Vorfitzende Prof. Friedrich von Müller-München betonte— hier frei von demagogischen An- griffen sachlich erörtert werden soll. Theater. Die Erstaussühiung von Hauptmanns„Einsame Menschen' im Deutschen Thca-er muß aus Donnerstag, den'23., verschoben weiden. Dafür wird Mittwoch„Romeo und Julia' gespielt. Rosa Poppe gastiert am 28. im Schau'pielhaute, an der Stätte ihrer langjährigen Wirltomkcit, als Matta Stuart in der WohItätigleUsoorstellung sür daS Märkische Wandertheater. TaS Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht plant sür die nächste Zeit tilgende Veranstaltungen: Lehrgang über»>z Ausgaben der Schule bei der» eru ss b era tun g(27—30. SepteniÜcr.); Bild- Woche(vorn 4—9. Oktober)? Seminar für? e r u f t b c ip r« H e r -4. Ottober bis 22.D-z-niber>: Porielungen deS Berlin�« Lehrer. Vereins(11.— 17. Dezember), Vorträge zur Förd-runI Idej deutschen Unterricht?(36.-22. Oktober). AuSkunst und PcogcaimM Potsdamer Strotze 130. 1 Nr. 46$ ♦ 37. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Dienstag, 2?. September 1926 GroßSerün Spitzel unterwegs! Nrbeitcr! Parteigenossen! Die kommunistischen Spitzelparteien, unterstiitzt von anderen Organisationen, dcrc« lsharatter, Mitglieder und Leiter niemand kennt, rufen die Berliner Arbeiterschaft zum Generalstreik und zu einer kam- munistischen Demo» st ratio» zu heute vormittags 11 Uhr, auf. Worauf es diesen Elementen ankommt, ergibt sich aus dem Schlußsatz des Aufrufs, der in der„Roten Fahne" vcröffent- licht ist, in dem es heißt: Arbeitslose, seid Euch bewußt, daß Ihr der Bortrupp der Revolution seid. Keiner fehle! Man befürchtet offenbar, daß die in Beschäftigung stehenden Arbeiter noch zuviel gesunde Ucberlegung gegenüber den kommunistischen Provokateuren haben, und versucht deshalb, die Not der Arbeitslose» auszubeuten. Man will nicht nur unser Wirtschaftsleben erneut zertrümmern, sondern mit Hilfe der Ar- beitsloscn, geführt von kommunistischen Provokateuren, neues Blutvergießen herbeiführen. Auf diesem Boden soll der kommunistische Weizen blühen. Arbeiter, Parteigenossen, laßt Euch von den kommunistischen Lockspitzeln nicht provoziere», sorgt dafür, daß die Arbeiterschaft einmütig jede Teilnahme an dieser Demonstration ablehnt! Der Vorstand des Bczirksver'bnndes Groß-Berlin der S. P. D. « Die Unabhängigen lehnen ab. Nach Mitteilung der„Freiheit" hat sich der Geschäftsführende Ausschutz der Berliner Parteileitung der II. S. P. mit der Auf- forderung der Kommission der Erwerbslosenräte zwecks Beteili- gung an einer heute, vormittags 11 Uhr, im Berliner Lustgarten stattfindenden Demonstration befatzt-' Der Ausschutz kam zu dem Resultat, eine Beteiligung an der von der K. P. D. und K. A. P. mitarrangiertea Demonstration abzulehnen mit der Begründung, datz in den aufgestellten Forderungen«ine Reihe Punkte enthalten seien', zu deren Verwirklichung die Unabhängigen im gegenwärtigen Augenblick nicht die Hand Ekten könnten. Tie „Freiheit" bemerkt abschließend ausdrücklich, datz die U. S. P. an der in der„Roten Fahne" angekündigten Demonstration nicht beteiligt ist. Die LanSesverfammlung zu Groß-Serlin. Keine Stellungnahme des Innenministers. Der Hauptausschutz der Preutzischen Landesversammlung beschäftigte sich gestern beim Etat des Ministeriums des Innern mit den Grotz-Berliner Fragen. Der Abg. Dr. Leidig(D. Vp.) warf dabei die Frage auf. wie dos Ministerium sich zum Roten Magistrat Berlin stelle, ebenso wünschte er Aufsthlutz über die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem preutzischen Ministerium des Innern und dem Reichsmini- ste'rium des Innern. Minister Severimg erwiderte, datz das Ministerium jede Stellungnahme im gegenwärtigen Stand der Dinge zum Magistrat ablehnen müsse. Das nächste Wort hätte der, Oberpräsidcut und weder er noch Staatssekretär Freund hätten diesem auch nur im geringsten vorgegriffen. Meinungsverschiedenheiten mit dem Reich hätten sich in zahlreichen Fällen ergeben, sie sind aber immer m freundschaftlicher Weise beigelegt worden. Es sei ungerecht, immer dem preutzischen Ministerium des Innern die Schuld zu- zuschieben, so hat sich z. B. das preutzische Ministerium auf Der- anlassung zweier Reichsressorts für die Verkürzung der Polizeistunde festgelegt, während das R e i ch s m i n i- st e r i u m nachträglich den Interessenten zugesagt hat, dagegen Stellung zu nehmen. Abg. Dr. Reinicke lZ.) erklärt, die Er- eignisse in Grotz-Berlin haben die Befürchtungen des Zentrums bestätigt. Auf weitere Anfrage des Abg. Dr. Leidig erklärte der Minister. datz, soweit er es bisher übersehen könne, die Polizei in Berlin am gestrigen Tage bei den Vorgängen im Zirkus Busch sich korrekt benommen hätte. Die gewaltsame Durchführung der Räumung des Zirkus Busch hätte zu einem Bluwergietzen führen können, das autzer jedem Verhältnis zu dein angestrebien Zweck stand. » Der Gef amtbetrieb? rat der städtischen Be- triebe und Verwaltungen des Magistrats Berlin ein- schlietzlich des aus den Vororten gewählten Beirates wendet sich in einer Entschlietzung gegen das Vorgehen der Rechts- Parteien, das dahin gehl, das mit Mühe und Not zustande gebrachte Gesetz betr. Bildung der neuen Stadtgemeinde Berlin wieder zu Fall zu bringen. Der Gesamtbetriebsrat als die gefetzmätzig ge- S.'p.'d.'Zunktionäre! Heute K Uhr im Patzenhofer Ausschauk(Bockbrauereis, Fidicmstr.2 3: Allgemeine 5konferenz aller S.-P.-D.-Fuuktionäre. Mitgliedsbuch und grüne Karte dienen als Ausweis. Der öezirksvorstanö. wählte Vertretung aller städtischen Angestellten und Arbeiter Grotz-Berlins fordert von der Regierung und den Parteien, die sich auf den Boden der Einheitsgemetnde stellen, datz sie diesen Bestrebungen entgegen treten. Die einzelnen Gemeinden haben sich auf das bevorstehende Grotz-Berlin eingestellt und können nicht mehr selbständig existieren. Das bisherige Verwaltungs- system, ganz besonders der städtischen Betriebe, erfordert dringend eine Aenderung, wenn nicht die UnWirtschaftlichkeit bis zur höchsten Potenz gesteigert und damit die Schuldenlast der Gemeinde ins Unendliche führen soll. Die Betriebsräte hätten'bereits eine Reihe praktischer Vorschläge zur Besserung der Verhältnisse in den Be- trieben ausgearbeitet und brennen darauf, sie den neuen Körper- schaften zur Verfügung zu stellen. Sie seien nicht gewillt, den von ihnen vertretenen Angestellten und Arbeitern ein Weiter- arbeiten über den 1. Oktober hinaus unter dem bisherigen System zu empfehlen und erwarten von der neuen Stadwerordnetep- Versammlung sowie von den sozialistischen Parteien, datz sie es vcr- stehen werden, den Schlag der Saboteure abzuwehren und sind sich der Solidarität der gesamten werktätigen Bevölkerung Grotz- Berlins gewitz. Um den Berkehrsdezernenten. Ter 25er A u s s ch u tz trat gestern nochmals zu einer Sitzung zusammen, in der die zweite Lesung über die Wahl der Magi- stratsmitglieder auf der Tagesordnung stand. Zunächst trug ein bürgerlicher Redner nochmals die Bedenken gegen die Wahl Dr. L ö w e n st e i n s als Oberstadtschulrat vor, durch die die Be- dölkerung statt geeint zerklüftet werde. Der Ausschutz entschied mit 14 gegen 11 Stimmen sich für die Wahl Dr. Löwensteins. Mit Rücksicht darauf, datz die Preutzische Landesversammlung zum Gesetz Grotz-Berlin eine Novelle schassen werde, deren Zweck die Festsetzung einer bestimmten Zahl unbesoldeter Stadträte ist, appellierten die bürgerlichen Vertreter nochmals an das„demokra- tische Gewissen" der Ausschutzmehrheit, jetzt noch alle bürgerlichen Parteien entsprechend ihrer'Stärke im Magistrat zu berücksichtigen. Die Mehrheit entschied sich für die bisher gefatzten Beschlüsse. Hierauf verliehen die bürgerlichen Vertreter geschlossen den Sitzungssaal. Vorher wurde nochmals eine Aussprache über den V e r- kehrsdezernenten herbeigeführt, als welcher dem Plenum bekanntlich Prof. Giese in Vorschlag gebracht wevoen sollte. Von einem unserer Vertreter wurde anheimgegeben, zu dieser Frage erneut Stellung zu nehmen. Dies sei um so erforderlicher, als man nach Vorliegen weiteren Materials zu der Ueberzeugung kam- men müsse, datz das den Ausschutzmitgliedern in der letzten Sitzung vorgelegte Schreiben der Direktion der Großen Berliner über den Kandidaten Dr. Adler den Stempel oes Tendenziösen trage. Die bürgerlichen Vertreter suchten bei diesen Aeutzerungen den starken Mann zu spielen und glaubten dem sozialdemokratischen Redner einen Umfall andichten zu sollen, weil jetzt die Straßen- bahner mit einem Streik drohten. Unser Redner betonte dem» gegenüber, datz diese Drohung seine Fraktion nicht im geringsten in ihren Entschlüssen beeinflusse, aber es svbeinc tatsächlich, daß die Tätigkeit Dr. Adlers bei der Großen Bernner namentlich wäh- rend der Kriegszeit keine gerechte Würdigiiug erfahren habe. Pslicht eines jeden Mitgliedes dieser Körperschaft sei es jedoch, die sachlichen Oualitäien eines sicy um ein so wichtiges Dezernat bewerbenden Kandidaten gewissenhaft zu prüfen. Der Ausschutz beschloß, heute, Dienstag, nachmittags 4 Uhr, nochmals zusammen' zutreten und neben Dr. Adler auch Herrn Prof. Giese sowie einen dritten Kandidaten, Herrn Direktor Schmidt, von der Hoch- und Untergrundbahn zu' laden. Ob die bürgerlichen Vertreter an dieser Sitzung teilnehmen, dürfte nach deren demonstrativem Abzug van gestern sehr frag» lich sein. *- Der z-um Verkehrsdezernonten vorgeschlagene Dr.-Jng. Adler wehrt die gegen ihn gerichteten Angriffe in der folgenden Zu- schrift ab: „In einigen Tagesblättern wurde eine Erklärung der Direktion an die Mitglieder des 25 er Ausschusses auszugsweise veröffentlicht, in der über meine Tätigkeit vollkommen haltlose Behauptungen ausgestellt wurden. So wurde u. a, angeführt, datz vereinzelte meiner Vorschläge für die Verbesserung der Wagen als wenig ge- eignet sich erwiesen hätten. Hierzu sei bemerkt.' datz gerade durch meine Arbeiten auf diesem � Gelbiete grundlegende Verbesserungen an den Wagen durchgeführt wurden, die auch die älteren, stark mitgenommenen Typen wieder gebrauchsfähiger gestalteten. � Ich verweise diesbezüglich auch auf meine Veröffent- tichuugen in der„Zeitschrift für elektrische Kraftbetriebe und Bahnen",„Zeitschrift für Kleinbahnen",„Vcrkehrstechnik",„Elektro- technische Zeitschrift" u. a. Auf Grund meiner Erfolge wurde ich dann auf Veranlassung der Direktion vor zwei Iahren in den Normnngs-ausfchutz für Bahnwagen des Vereins Deutscher Straßen- bahnen, Kleinbahnen und Privateisenbahnen gewählt, Auch über die Frage der Strom Verrechnung wurde mitgeteilt, datz durch nicht hinreichende Angaben meinerseits der Vertrag bezüglich der Kohlenklausel mit den Slädtischen Elektrizi» tätswerken �ungünstig für die Große Berliner Straßenbahn ans- gefallen wäre. Aus dem vorliegenden Aktemnatcrial ergibt sich einwandfrei, daß ich an diesen Verhandlungen überhaupt nicht beteiligt war— daß ich aber andererseits bereits Ende Oktober v. I. auf die unbedingte Notwendigkeit der Neuregelung des Strom- lieferungsvertraqes mit Rücksicht auf die sprunghafte Steigerung der Kohlenpreise dringendst hinwies. Exst ab 1. April d. I., also fünf Monate später, kam eim neuer Vertrag zustande, Bezüglich der Verkehrs fragen wurde angeführt, datz dies dienstlich nicht in meinen Bereich fällt. Hierzu fei bemerkt, datz meine Stellung Lei der Großen Berliner Straßenbahn in der Hauptsache die eines technischen Beirats der Direktion ist. Als solcher habe ich mich nicht lediglich mit elektrotechnischen und maschinentechnischen Angelegenheiten zu befassen, sondern vor allem auch mit fahr- und derkehrstechnischen Fragen. Ich verweise hier- bei auch auf meinen Vortrag bei der Hauptversammlung des Ver- eins Deutscher Stratzenbahnen, Kleinbahnen und Privateisenbahnen vom 27. November Illlg. Dr,-Jng. Leonhard Adler." Raubüherfall auf einen 7ttjährigeu. Ein schwerer Raubüberfall in Schön ei che bei Köpenick be- schäftigt die Berliner Kriminalpolizei. Der in der Ahornstrahe zu Schöneichc wohnende 7t> Jahre alte Rentner Julius Scholz wurde aus mehrerei'. Kopfwunden stark blutend aufgefunden. Ter Greis gab an, datz er in seinem Keller von einem Manne überfallen worden sei, der mit, einem Knüppel solange auf. ihn eingeschlagen habe, bis er zusammengebrochen sei. Der Täler sei dann davongegangen. Er habe versucht, die Treppe hinaufzugehen, sei aber aus dieser wieder besinnungslos zusammengebrochen. Als er dann später wieder zu sich gekommen sei, habe er sich, mit letzter Kraft hinaufgeschleppt und die Wohnung ausgesucht, um Hilfe zu holen. Im Wohnzimmer habe er dann gesehen, daß alles erbrochen war, Djr Greis mutzte sofort nach dem Köpenicker Kran- kenhause gebracht worden. Der von dem Ueberfall benachrich- i ttgte Amtsrichter von Köpenick stellte fest, daß alle Schränke und Behältnisse geöffnet waren, doch weiß man nicht, was'daraus ge- raubt worden ist. Bestimmt mitgenommen hat der Täter eine g o l- dene Uhr, die sich an einer Kette in der Weste befand, Nach den polizeilichen Feststellungen kommt als Tater ein Lumpensammler in Frage, der in der dortigen Gegend oft gesehen worden ist und der längere Zeit hindurch ungesehen in dem Keller des betreffenden Hauses gewohnt hat. Tort war in einer Ecke ein richtiges Nachtlager aufgeschlagen, bestehend aus zwei Bettvorlegern, einem hellgrauen Unterrock und einigen Säcken. Die Das Licht der Heimat. 18j Von August Hinrichs. Harm dachte daran, was der Pastor früher davon ge- sogt hatte, aber es hatte wohl keinen Zweck, ihn jetzt daran zu erinnern. Eine Pause entstand und der Pastor überlegte: wie bringe ich es nur an,— wenn sie nur reden wollten. Da nahm Meta den Beutel in die.Hand und sagte:„.Herr Pastor, wollen Sie nicht die Zinsen mitnehmen? Ich habe sie schon zurechtgelegt.". „Sa— so—, sagte er und war unschlusiig:„es hat aber ja keine Eile damit. Deswegen bin ich nicht gekommen." Meta zählte schon das Geld ans den Tisch. Sie fühlte deutlich, wie jedes einzelne Stück sich von ihr trennte und dachte dabei: das sind die Kartoffeln gewesen, das war der Hafer, das war das kleine Kuhkalb und das war Mutters große goldene Brosche. „Es stimmt wohl?" fragte sie. „Danke, aber nur, wenn Ihr es wirklich schon entbehren könnt." „via, wir haben es übrig." „So— so—. das ist gut. Ja, ich sagte schon, man ist an mich herangetreten, die Bohrungen zu unterstütze�. Und ja — da wollt ich Euch fragen,— wenn es möglich ist,.meine ich— ob Ihr vielleicht die Grundschuld, ablösen könnt. Ich denke,.daß Ihr das Geld jetzt ohne Schwierigkeit irgendwo wiederbekommen werdet. Es ist ja eigentlich nur eine Um- schreibung nötig—." Emen Augenblick schloß Meta die Augen. ES war ihr, als ob hundert Hände ihren Rock faßten und sie langsam zu Boden zögen. Ihre Knie zitterten. Plötzlich sah sie.Harm ganz blaß mit herabhängenden Armen an der Wand stehen— Hilfeslehen d sah er sie an mit gequälten Augen. Da hob sich mit einen: Male ihre Brust— ein säber-Ent- schluß fuhr ihr blitzartig durch den Kopf, und zugleich fühlte sie alle diese unendlich schweren Sorgen der letzten Zeit von sich abgleiten. Eine große Ruhe kam über sie, und sie war vlötzlich frei und glücklich. Wie von weither hörte sie die Stimme des Pastors:„Ich will natürlich gern einmal mit dem lßoßbauer reden, vielleicht hat der—" Sie trat rasch auf ihn zu:„O, das ist nicht nötig..Herr Pastor, wir brauchen es njcht mehr. Und ick danke Ihnen noch herzlich, daß sie uns damals geholfen haben." Sie lächelte so heiter dabei, daß er verwirrt wurde. Er stand auf.' Das hatte er nicht erwartet, daß sie es so leicht nehmen würden. Ihm fiel ein Stein vom Herzen, und zu- gleich wollte es ihn doch ein wenig ärgern, daß er hier so rasch 'entbehrlich war. Er nahm, noch immer verwundert. Abschied, aber an der Tür machte er noch einstial Halt:„Wenn es aber irgend- welche Schwierigkeiten machen sollte—" „O nein," sagte Meta und sah ihn sonderbar ruhig an, „es ist ein großes Glück für uns alle." Da ging er mit hochrotem Kopf hinaus. Als Meta in die Stube zurücktrat, stand Harm noch un- beweglich da und sah sie hilflos an. Wie zeruält und abae� arbeitet hatten die Jahre ihn gemacht— alt und grau und müde lehnte er an der Wand.- Sie trat zu ihm und legte ihm lächelnd beide Hände auf die Schultern?„Harm— jetzt sollst du dich kernen einzigen Tag mehr quälen. Jetzt müssen und wollen wir fort von hier. Gott sei Dank!" Fort von hier— da ging es wie ein Krampf durch seinen Körper. Er schwankte an den Tisch, legte den Kopf ans die Arme und schluchzte wie ein Kind. � ■ Fort von hier— fort von hier! 4- N* Naßkalt und neblig lagen graue Schwaden auf der Heide. Trübe und gleichmäßig rieselte ein feiner Negenftaub, nur hin und wieder von einem Windstoß gejagt. Viele Menschen waren just nicht da, als die kleine Stelle neben des Voßbauern großen Feldern verkaust wurde: aber alle, die.Harm von früher her kannten, ivaren doch gekommen und standen unter klobigen Regenschirmen auf dem Hof und aus der offenen Diele zu warten. Dierk. der überall auf fremde Gesichter sab, trat fröstelnd vor die Tür. Er wußte nicht, wo er bleiben sollte, überall waren fremde Menschen, die gleichgültig und gelängweilt herumstanden und mit großen Händen alle Gegenstände prü- send befühlten, Auf der Straße gerade vor dem Tor hie.lt ein Wagen, auf dessen Vordersitz unter dem nassen Leberverdeck ein kleines Mädchen kauerte und neugierig herausblickte. „Du," sagte sie, als sie ihn sah,„dauert das noch lange?" . Was?" fragte er. �„Bis mein Vater herauskommt?" „Das weiß ich nicht." Sie sah ihn mit blauen, lebhaften Augen ei.ne Zeitlang verwundert an, wie er ohne Schirm am Tor stand, dann meinte sie: ,Lomm hier doch mit unter die Decke— du wirst ja ganz naß." „Wie heißt du denn?" fragte er, ohne näherzutreten. „Ich?, Teda Voß." „Ist der Voßbauer dein Vater?" „Ja, aber willst du nicht mit heran ftommen?' „Ich weiß nicht," sagte er, aber sie rückte schon zur Serie und hob das Verdeck.„Nur schnell! Ich Hab hier auch noch eine Pferdedecke. Da wollen wir uns hineinwickeln, dann ist es wärmer." Dierk sah sich um— er wußte heute keinen behaglichen Platz im Hans, da kletterte er rasch hinauf und kauerte neben ihr nieder, Sie kuschelte sich warm an ihn. Ihre«Zlesichter sahen dicht nebeneinander unter der Decke hervor und das Lederverdeck hielt die Nässe ab— so war es ganz behaglich. „Ja, aber morgen ziehen wir hier weg in die Stadt." „Ach. das ist aber fein." „Nein, das ist gar nicht fein!" „Wärst du denn lieber hier geblieben?" „Ja, viel lieber!" „In diesem kleinen Haus?" fragte sie verwundert,„Ihr habt ja nicht einmal eine Glaskugel im Garten, und einen Pfau babt Ihr auch wohl nicht?" „Nein," sagte er,„aber ich Hab hier ein eigenes Beet im Garten, da kann ich pflanzen, was ich will." „Ach, das ist fein," meinte sie und schmiegte sich dichter an ihn,„du mußt- mich fest umfassen, dann ist cs wäriner. Was hast du denn gepflanzt?" Da empfand er in seiner Verlassenheil die Wärme ihres kleinen Körpers als etwas Liebes und Inniges und wurde ganz zutraulich. Und dann erzählte er ihr von allen Herr- lichkeiten des Hauses, von den Schwalben unter, dem£iei«n» balken, von seinen Tieren und von dem krummen April da um, auf dessen Ast man so herrlich reiten konnte und schankeln. Und die blanken Aepsel hingen einem dabei gel ad jo vorn Gesicht, nur'die Hand brauchte man danach auszustrecken. (Forts, folgt.) Tat selbst ist in einem tldnen Nebenraum ausgeführt Morien, in 'dem ein Hauklotz steht. Neben diesem Hauklotz fand man eine große Blutlache. Blutspritzer zeigten sich vom Klotz bis zur Treppe. Auf einem Kohlenstapcl, der ebenfalls starke Blutflecke aufwies, lag ein '!■} Zentimeter langer und 3 Zentimeter starker Knüppel aus Erlen- holz, mit dem der Ueberfall ausgeführt Morden ist. Ein falscher �eld- und Stabsarzt. Tem unheimlichen Treiben eines falschen Arztes bat die Kriminalpolizei ein Ende gemacht. Beamten kam zu Ohren, daß am Echiffbauerdamm ein Arzt verbotene Hilfe leiste. Tie Nachforschungen hatten zunächst kein Ergebnis. Es war nicht ein- mal festzustellen, in welchem Hause dieser Arzt seine unerlaubten Eingriffe machen sollte. Die Spur führte endlich auf einen Mann namens Albrecht, der aus dem Grundstück Nr. 33 im ersten Stock des Hosgebäudes wohnte. Eine Durchsuchung seiner aus Kücke, Stube und Kammer bestebenden Wohnung bestätigte den Verdacht. Mand fand allerlei ärztliche Instrumente und Medikamente, die der Wohnungsinhaber zusammengekauft, und einen Operationstisch, den er selbst gebaut hatte. Die verbotene Praxis des falschen Arztes, dcr als cin früherer Ä e I l c r a r b e i t c r und Kutscher einer Weitzbiirbrauevei entlarvt wurde, war so lohnend, daß er sich ein eigenes Auto baltcn und für die Garage 8000 M. Miete zahlen kounie. Albrecht, der sich in seinen Sprechstunden Feld- und©fabs- orzt Dr. Albrecht nannte und einen weißen Operationsmantel trug, batte nach den Ermittlungen großen'Zulauf aus bessergestell- r c n Kreisen, nicht nur in Groß-Berlin, sondern agch in der Pro- binz. � Es wird behauptet, daß einige seiner Operationen sogar tödlich verlaufen seien. Nach dieser Nichwng sind die Ermitt- lungen noch nicht abgeschlossen-. Ter falsche Arzt wurde festgenom- Eicn und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Der�Wintcrfahrplan für den Stadtverkehr. ist jetzt erschienen. Gegen den Sommerfahrplan ist der neu er- schienene nur�auf wenigen Strecken grundlegend geändert, so daß der Fahrplan eine wesentliche Verbesserung gegen früher, vor allen Tingen gegen die Kriegsjahre darstellt. Während es sonst üblich war, Sonntags- wie auch Werktagsverkehr im Winter gegen den Sommer erheblich einzuschränken, hat man diesmal hiervon Abstand genommen und nur auf den bekannten Ausflugsstreckeu.' aus denen der Ausflugsverkehr im Winter erfahrungsgemäß stark nachläßt, Einschränkungen vorgenommen. Auf der Ringbahn tvird zunächst der erweiterte Fahrplan(4— 6 Züge stündlich) beibehalten. Daneben werden auf den einzelnen Strecken noch eine Reihe Enllaswngszüge an den Hauptverkehrszeiten gefahren. Eine Neuerscheinung im Sonntags-Ringverkehr bildet die Wiederauf- nähme des Zugverkehrs auf der Strecke Potsdamer Ring- bahn hos— Grünau(Mark) über Herrnannstraße und zurück, aus der im Laufe des Tages eine ganze Anzahl von Zügen am Vor- und Nachmittag zwischcp Ringbahnhof Schöneberg und Grünau gefahren werden, die auch den Verkehr nach dcr im Lause des Sommers neu eröffneten Station„Köllnische Heide" vermitteln. Der Werktogsverkehr aus der Strecke P o t s d a m—« ta d t b ah n — E r k n e r bringt eine Reihe yon Verbesserungen gegen den Somincrfahrplan. Besonders bemerkenswert ist eine neue Früh- Verbindung vom Schlesischcn Bahnhof nach Fürstenwalde. Der Veudelzug ab Erkner 5,12 früh, an Fürstcnwalde 5,46 früh hat An- schluß von Berlin erhalten, und zwar durch den Vorortzug ab Schlesischer Bahnhof 4,15 früh, so daß die Reisenden nach Fürsten- Walde nicht erst mit dem über zwei Stunden später fahrenden nächsten Zuge zu fahren brauchen. Im Werktagsverkehr auf der Strecke G r u n e w a I d— Stadtbahn— Grünau ist der abendliche Berufsverkehr durch Einlegung einiger Züge verbessert worden. � Stark eingeschränkt ist der Sonntagsverkehr auf der Vor- ortstreckc Görlitzer Bahnho f— K ön igs Wusterhausen, aus der für die Tauer der Wintermonate stündlich kaum mehr als c-n Zug in jeder Richtung gefahren wird. Ergebnisse der Niederbarnimcr KreistagSwahl. Die Rreislagswahl im Westkreise Niederbarnim ist am Sonn' tag uiiier schwacher Beteiligung durchgeführt worden. Gegenüber der Rcichstagswahl am 6. Juni ist bei allen Parteien ein mehr oda� nunder starker Stimmenrückgang eingetreten. Ein vollständiges Er' gebuis liegt erst au? dem Wahlbezirk M>1 h l e n b e ck- S ch ö n' walde vor. Dort erhielten: D. Vp. 1444 Stimmen, Dentschn vp. 345, S. P. D. 671, N. S. P. 1444. Infolge Listen- Verbindung zwischen der Deutschen und der Deutschnationalen Volkspartei sind gewählt: 2 D. Vp.. 1 U. S. P. 3. Wahlbezirk CKeuenhagen- Ahrensfelde); zwei Orte fehlen. Es rrbiclten: D. V. P. und Dem. 638, Dtnatl. 743, S. P. D. 848, II. S. P. 251. Die Wahl eines Deutschnationalen, eines D. V. P. iin d eines S. P. D. ist sicher. 5. Wahlbezirk(Birkenwerder). 1 Ort fehlt. Es erhielten: D. V. P. 428. Dem. 213, Dtnatl. 646, S. B. D. 426, U. S. P. 596. Als gewählt sind zu betrachten: 1 D. A.P.. 1 Dtnatl.. 1 U. S. P. Aus dem Wahlverband der Städte liegen folgende Ergebnisse über die Wahlen durch die Vertretungen vor: In Erkner, Ivo für die Kandidaten der S. P. D. und der D. B. P. sich 11:11 Stimmen ergaben, entschied das Los zugunsten der S. P. D., ebenso in Liebenwalde, wo 8:8 Stimmen abgegeben wurden. In Bernau ' sind gewählt: 1 S. P. D., 1 U. S. P. und 1 D. V. P.: in Oranienburg: 2 Demokraten, 1 S. P. D., 1 U. S. P. und 1 D. V. P. Sr. Löwenstein wird erneut in einer Versammlung des Ver» bau des sozialistischer Lehrer am Mittwoch, den 22., abends 7 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide, sprechen. Die Lehrer sind besonders eingeladen. Zur Deckung der Unkosten werden 39 Pfennig Eintrittsgeld erhoben. Tie neue Millimiemmleihe Berlins. Zu der Notiz über die Aufnahme einer neue,» Anleihe der Stadt Berlin über 3 9 6 9 9 9 9 611 M. für die vom Reich nach Z 59 des LandeSstcuer- gcsetzes zu übernehmenden ftriegsairsgaben' tragen wir nach, daß c: ne Begebung dieser Anleihe nicht beabsichtigt ist. Die Anleihe soll später in einer Gesamtanleihe aufgenommen tvsrden, die auch den Bedarf gleicher Art für die zum neuen Berlin kommenden Vororte umfassen wird. Tie Aufwendungen für Verzinsung und Tilgung dieser Gesamtaitleihe wird das Reich der Stadt Berlin fortlaufend ersetzen. Tie neue Brücke über den Nordringeinschnitt in der Duncker- strnsie wurde gestern vormittag dem Verkehr übergeben. Bürger- «neister Dr. R e i ck e rscht-ete Worte des Dankes an den Erbauer der Brücke, den Geheimen Stadtüraurat Krause und an alle seine - Mitarbeiter. Tie. Dunckerbrücke ist die 49. von Geheimrat Krause erbaute Brücke; sie ist als N o t sta nd sa r b e i t hergestellt wor- den. Die Brücke soll die südlichen und nördlichen durch die Ring- bahn geschiedenen Stadtteile der verkehrsreichen Gegend verbinden. Die Herstellungskosten waren auf 739 999 M. veranschlagt, stiegen aber durch die eingetretenen Lohnerhöhungen und die einzelnen Preissteigerungen auf 887 999 M. Die Brücke ist'eine Eisen- konstruktion mit drei Oeffnungen und zivei Mittelstücken, der Mitetlbogen hat eine Spannung von 29 m, die Seitenössnunzen eine solche von je 19 m, die Fahrdammbreite beträgt 5 m, die Loustvege beiderseits je 2 m., Tie Zusammenlegung der Rettungsstellen. Ter VerbaudSauS- schuß für das Rettungswesen hat die vorgeschlagene Zusammen- ziehung einiger Rettungsstellen bzw. Verlegung in ein Kranken- hauS g u t ge h e i ß e n. Tie gegen eine derartige Zusammenlegung erhobenen Einwände sind eingehend geprüft worden; es hat sich aber herausgestellt, daß in anderen Stadtgegenden ein weit größerer Um- kreis von einer einzigen Rettungsstelle versorgt wird, als es in den jetzt zusammenzulegenden Bezirken der Fall sein wird. Die Ver- ringerung der Zahl der Rettungsstellen hat eine Verwinde- r u ng des Aerzte- und Hcilgchilsenpersonals übrigcns-n ich t zur Folge, da nach dcm 1. Oktober eine wesentliche Erweiterung des Tätigkeitsgebiets des Rettungsamtes eintreten wird. Hoteldicbe als Dachakrobatcn. In der Nacht zum Sonnabend ist in einem großen Hotel Unter den Linden ein besonders vec- wegener Hoteldieb aufgetreten. In Höhe des 4. Stockwerks jenes Hotels zieht sich um das Haus eine eiserne Galerie. Ter Täter, der entweder über die Dächer vom Brandenburger Tor her gekommen ist oder sich schon vorher im Hotel verborgen gehalten hat. ist gegen 4 Uhr morgens von der Galerie aus durch die meistens offenstehen- den Fenster in eine ganze Zahl von Zimmern eingedrungen. Tie Zimmer wurden zum Teil von englischen Entente- Missionsmitgliedern, darunter dem General B i n g h a m, dem Chcf der Enjtvaffnungskommiffionj sowie dem Mitglied der amerikanischen Hilfsaktion für Zeniralenropa, W. L. Brown, ferner einem bekannien amerikanischen Journalisten usw. bewohnt. Mit größter Dreistigkeit bat der Täter aus einem Schlafzimmer eine auf dem Nachttisch liegende wertvolle Perlenkette cn«- wendet, ohne das; die Zimmerbewohner erwachten. Nur das im Nebenzimmer schlafende Töchterchen wurde aufmerksam, als sich der Täter am Schreibtisch zu schaffen machte. In einem anderen Zim- mer wurde er verscheucht, weil nebenan die Hunde anschlugen. Er ist dann über die Galerie, offenbar über die Nebcndächer hinweg, entkommen. Die Perlenkette besteht aus 199 Perlen, in der Mitte eine von etwa Ersengröße, die übrigen nach den Enden kleiner werdend. Erbeutet hat er serner eine schwarzseidene Damen- Handtasche mit Elfenbeinbüoel, daraus Buchstaben aus Elsen- bein gez. I. A. B., enthaltend 1999 M. deutsches Geld, einen kleinen braunen Lcdcrkosser gez. E. C. A., einen kleinen Browning, bunte Oberhemden, 2 Paar Beinkleider, 1 Anzug, 1 goldene Herrcnpanzer- ubrkette und eine goldene Sicherheitsnadel mit Inschrift„29. morch 13". Der Gesamtwert der entwendeten Sachen beträgt zirka 8999 M. Auf die Ermittlung des Täters ist seitens der Kriminalpolizei für Personen aus dem Publikum eine Belohnung von 3999 M. aus- gelobt, außerdem wird füg Herbeischaifung der entwedeten Wert- fachen eine hohe Belohnung gezahlt. Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, werden an Kriminalkommissar Gennat, Polizeipräsidium(Zimmer 61), erbeten. Achtung, Nentenempsänger! Die Umanerkennnngen nach dem neuen Reichsversorgungsgesetz machen es dringend erforderlich, daß die zuständigen Versorgungsämter sich im Besitz der genauen Adressen der Rentenempfänger, deren Versorgungs- anspruch sich aus eine nach dem 31. Juli 1914 beendete Dienstleistung gründet, befinden. Daher sollen vorstehend bezeichnete Rentenemp- fänger, falls sie seit der letzten Anerkennung ihres Rentenanspruchs v e r zo g e n. sind, dcm Versorgungsamt die jetzige genaue Adresse angeben.— Zuständig sind für Namensbuchstaben: A— E Bersor- gungsamt I Berlin-Schöneberg, F— H Versorgungsamt TI Berlin- Schöneberg. J— L VersorgungSaint III Berlin-Schöneberg, M— Q VcriorgckNosamt IV Berlin--© cböneberg, R— SO Versorgunasamt'V Berlin-Schöneberg, Sp— Z Versorgungsamt VI Berlin-Schöneberg. Ter Micterverband Groß-Berlin, Ortsgruppe Treptow, ver- anstollct am Donnerstag, den 23. September, abends 7V2 Uhr, im Neuen Geiellschajtshauic(Bahnhof Treptow) eine öffentliche Mieterversammlung, wobei über gesetzwidrige Matznahmen der Mieteinigimgsämter sowie über den drohenden Mielerstreik ausführlich gesprochen wird. Ghnmacht gegenüber öer Wohnungsnot. Die Schöneberger Stadtverordnetenversa mm- l u n g hatte gestern wieder eine lange Erörterung der W o h n u n g s- not. Der Magistrat forderte für die in Ausführung begriffene Wohnhauskolonie„Linden Hof' zn den bisher be- ivilligten 39 Millionen Marl Baukosten noch weitere 7 Millionen, für die Holzhäuser an der R u b e n s st r a ß e zu den bis- herigen 2 699999 M. noch 425 999 M., zum weiteren Ausbau von Dach- und Kellerwohnungen und zu Wo h n u n g S- teilungen 2 Millionen. Außerdem lag ein Antrag Jatzvw (Wirtsch. Vereinigung) vor, der für die Errichtung von Wohnungen die schon regulierten Straßen empfahl und Wohnungen für den Mittel- stand verlangte. Aus Angriffe, die P e t e r s v h n(U. S.) gegen das leistungsunfähige Wohnungamt richtete, antwortete Oberbürger- meister D o m i n i c u S, daß zurzeit 15 9 99 Wohnungs- ge suche vorliegen und 2999 davon als„dringlich" anerkannt sind, womit für das Wohnungsamt jede Uebersichtsmöglichkeit aufhört. Alle Millionen, die bisher für Wohnungsbauten aufgewendet wurden, haben keine nennenswerte Abhilfe zn bringen vermocht. Zu einem Antrag Kunze(Dentschn.), einen Ausschuß zur Unter- siichung der Beschwerden gegen das Wohnungsamt einzusetzen, er- klärte der Oberbürgermeister, er wolle diesem Vorschlag nicht wider- ivrechen, beim Wohnungsamt bestehe aber schon eine Beichwerdeiiistanz. Stadtbaurat Wagner und Stadtrat Lunge schloffen sich an mit der Bestätigung, daß gegenüber einem so außerordentlichen Bedürf- nis das Wohnungsamt m a.ch tl o s ist. Die Versammlung genehmigte die geforderten Geldbewilligungen. Sie nahm auch den Antrag Jatzvw an(nachdem der Antragsteller selber den „Mittelstand" gestrichen halte), ebenso den Antrag Kunze auf Ein- j e tz u n g eines B e s ch w e r d e a u S s ch u s s e S. Ein Antrag der Deutschnationalen und der Deutschen Volks- Partei, der unverzügliche Berufung der Bezirks- Versammlung für den Verwaltungsbezirk Schöneberg und Friedenau forderte, wurde von C z.e m i n s k i(Soz.) bclnmpft. Unser Redner hielt den rechtsstehenden Parteien vor, daß sie es jetzt mit einem Male sehr eilig haben, obwohl gerade sie sich der kommunalen Neugestaltung Groß-Berlins heftig widersetzen.. Bei dem Vorivurf der Minderheits- entrechlung durch die sozialistische Mehrheit Groß-BerlinS stellte Kaspar(Soz.) fest, daß ohne die von der Revolution gebrachte Aenderurg des Gemcindewahlrechts die Dentschnalionalen usw. kaum vertreten wären. Auch C z e in i n s k i rechnete noch scharf mit diesen angeblichen„Schützern" des demokratischen Prinzips ab, für das sie sich jetzt plötzlich begeistern, weil sie in der Minder- heit geblieben sind. Der Antrag, für den auch die Demokraten stimmten, wurde angenommen. Ein Streit um das Hakenkreuz entbrannte bei einer Anfrage der Deutschnationalen wegen Ver- Weigerung einer Schulaula für eine vom Stadt- verordneten Kunz» einberufene Versammlung, zu der unter dem Zeichen des Hakenkreuzes eingeladen worden war. Oberbürgermeister DominicuS antwortete, mit Kunze habe der Magistrat schon üble Erfahrungen gemacht, weil er mal in einer Versammlung, zu der eine Aula bergegeben war, ein bis drei Mark Eintrittsgeld forderte. Die Verweigerung der Aula wegen des Hakenkreuzes, mit dem die E'nladung„geichmückt" war, sei vom Magistrat nach- träglich gebilligt worden, doch habe dieser auf des Oberbürgermeisters eigenen Antrag beschlossen, daß über Verweigerungen künftig nur der Keiamtmagislrat entscheiden soll. In dcr Debatte erklärte Hoffmann (USP.i. leine Freunde seien sonst für Meinungssreihett, in diesem Fall aber ändere sicb die Sache. Erdmann(Soz.) hielt die Entziehung der Aula für erklärlich, wenn Kunze damit Geschäfte macven wollte. Zu mißbilligen aber sei sie, wenn Dominikus bei seinem Ver- bot aus politischen Motiven handelte. Eine Zensur der Versammlungen durch den Magistrat könne nicht zugelassen werden. Allerdings wehren sich, führte unser Redner weiter aus, die rechts- stehenden Parteien gegen solche Saalabtreibungdit setzt nur deshalb, weil sie selber darunter leiden. Früher machten sie eS gegenüber den Sozialdemokraten ebenso.__ 8 Millionen für Notstandsarbciten in Potsdam. Der Magistrat Potsdam hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, beim Bezirks- ausschuß die Genehmigung einer Anleihe von �Millionen Mark für die Notstandsarbeiten zu beantragen. Die Summe soll Ver- Wendung finden für Straßenbahn reg ulicrungen, Ro° dungsarbeitcn und den Bau von S i c d l n n g s b ä u s c r n. Der Stadtverordnetenversammlung wird die Vorlage als dringlich für die FreitaPißung zugchen. Außerdem sollen die Arbeiten auf dem Kiewiktgeläride sofort begonnen werden. Groß-öer!iner parteinachrichtea. Heute, den 21. September: 24. Abt. Zublabend dcr 1. Gruppe Martin abends 71(. Ilhr bei Rösncr, Jmmanuelkirchstr. 25. Zghlabend der 2. und 3. Gruppe am Mittwoch, den 22. September, abends 7'/z Illm in den bekannten Lokalen. Berlin-Mitte. Die siir heute angesetzte Borstandssitzung findet am Donnerstag, abends 7 Uhr, im Lokal von Spiegel, Ackerstr. 1, statt. Die Abteilungsleiler werden gebeten, ebenfalls zu erscheinen. 2. P. D.-Fraktiou des Verbandes der soz. Lehrer. T/, Uhr Sitzung Hinter der Garnisonlirchc. Wichtige Tagesordnung. Neukölln. E l t c r n v er s a m m l n n g 71/. Uhr Aula Oberrealschule, Smier Straße. Vortrag: Rechte und Vfllchten der Elternbeiräte in der weltlichen Sibule. Genosse Bose. Sämtliche Eltern find eingeladen— namentlich die Eltern dcr 2., 6., 7, 15., 24., 29. und 37. Gemeindeschule, da an diesen Schulen die Wahlen am Sonntag, den 26. September, statt- finden. » Morgen, 22. September: 5. Abt. 7 Uhr gcmcinschastiichcr Zahlabend in den Kreuzbergscft. sälen, Kreuzbergsiratzc 48. Vortrag des Genossen H. Motlenbuhr. 6. Abu 7'/, Ubr Zahlobcnd in den bekannten Lokalen. Abt. Zahlabende: 123./124. Bezirk bei Reim, Urbanstraße 29. 125./126. Bezirk bei Schmoldt. Hasenheide 58. 127./t29. Bezirk bei Schulz, Urbanstraßc 341 139. Bezirk bei Drogge. Dieffenbachstraße 57. 128. Be. zirk bei Kniep. Hasenheide 11. ,3l./l32./13t. Bezirk bei Wols, Gräsestr. 26. 133. Bezirk bei Rodde, Diefienbachitratze 36. 135./136. Bezirk bei Vogt, Boppstratze 8. 137./l38. Bezirk bei Schüttler, Grifeffraße 3. ». Abt.(Wahlkreis Halleiches Tor). Zahlabend 7 Uhr bei Walter, Elisabethiiser 11. Res. Genosse Schütte: bei Gläser, Kottbuser User 39/49. Res. Gen. Krcuziger. Zens. Naunynitr. 69, Res- Genosse Wachs. .4«.'Abt. 7 Uhr Zahlabcnde in solgenden Lokalen: Mai, Reichen- bcrger- Ecke Ratiboi stratze. Referent: Genosse Marste; Hebestreit, Reichcn- bcrgcr Str. 127, Referent: Genosse Krüger; Mirniig, Förster Str. 36. Reserent: Genosse Litte: Baartz,.Lausitzer str. 52, Referent: Genosse Wölls. 12. Abt. 7 Uhr Zahlabend in den bekannten Lokalen. 1». Abt. Dcr Zählabend findet nicht am 22., sondern am 29. statt. Iii. Abt. Mitgliederversammlung 7 Ubr bei Schulze, Samariterstr. 38. Tagesordnung: Bericht vom Bezirkstag und von der Kreisvcrtreter-Vcr- sammlung. Vortrag des Genossen Wildegans über die technische und praktische Durchstlhrung der Müllvcrbremiung. 27. Abt. Zahlabcnd in den bekannten Lokalen. 39. Abt. T/, Uhr Zahlabend in folgenden Lokalen: Vetfch. Pabpel- allce 89, Röpcr, Slargardcr Straße 18. iura Schmeidcr, Kuzlerstraße 10. 32. Abt. Tl, Übe in den Lokalen von Blesfin, Stargardcr Str. 3, und Kalter. Gleimstraße 45, Zahlabcnd. Bericht vom Bezirkstag. 33. Abt. Zahlabend in den bekannten Lokalen. 34. Abt. Zahlabend 7 Ubr in den bekannten Lokalen. 36. Abt. 7'/, Uhr Zahlabcnd bei Dell, Bergstraße 71, Därwaldc, Schlegelstraße 3, Beiran, Pslugstraße 1, Dicke, Boyenstraße 19. ' 37. Abt. 7H, Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: Bez. 727, 728, 733, 734 und 735 bei Otto Schreiber. Perleberger Str. 52: Bez. 729. 739. 731 und 73'2 bei K. Tlchammcr, Rathenower Str. 74: Bez. 736, 737, 738 und 739 bei G. VorgcS, Lehrter Str. 18/19. Die Bczirksfübrer werden nochmals gebeten, die Mitgliedsbücher cinzusordern und pünktlich abzu- rechnen bis zum 25. 9. 29. 38. Abt. 7'/, Uhr Diskutierabend bei Bergcr, Levetzow-, Ecke Jagow- straßc. Thema: Lassalles Leben und Wirken. Reserent: Gen. Hädicke. 42. Abt. Zahlabcnd bei Sehrend, Tegeler Straße 22, Utnehmer, Tristitraße 49, und Dohse, Nordhasen 6. 43. Abt.(Wahlkreis Wedding). Zahlabend 7 Uhr bei Meyer, Pank. straße 82, bei Sachse, Lindower isstrasje 26, bei Schade, Kösliner straße 8. 44. Abt. Zablabcndc dcr Bezirke 895, 896. 819 7 Uhr bei K-r-fiii. Pankslr. 69: der Bezirke 812, 813. 814. 815, 816, 817, 813, 320 in der Schule Christiania- und Freienwaldcr Straßen-Ecke. 43. Abt. Zahlabend bei Pose, Koloniestraße' 15, und Leserich, Schwedenstraße 11 a. Neukölln, X. Abt. Funktionärsitzunz 7'/, Uhr bei Wanike, Nansen- straßc 1.. Pankow. Funktionär konfcrenz 7 Uhr bei Engel, Mühlenstraße 4o. Rosentbal. 7'/, Uhr ain-crordeiitliche Mitgliederversammlung. Tages- ordnung? Slellungiiahme zur Kreisverlretcrversammlung: Bericht vom Bezirkstag._ Jugenüveranftaltungen. Heute, Iii. September: Vrib. Schule, Chausseestr. 132. Vortrag: Die Fremdenlegion.— Nkvadit. Schule, Waldensersir. 21. Vortrag: Die Nerusskrankheiten.— Rciiiickeudorf-Oft. Ulrich, HauSotterstr. 43. Bortrag: Eisenindustrie stn 19. Jahrhundert.__ vortrage, vereine und Versammlungen. Zeichenkurse an der H»nibo!dt-Hochschule. Dipl.-Jng. Architekt I. Groblcr gibt eine Einsühruvg in die Zeichenkunst, Perspcklioe, Architek- lur, Skizzierübungen. Zicktor Oskar Scinig pflegt in einem Kursus das Abzeichnen und das bewußte Skizzieren und Enlwerien. Vortcsungs- Programme(unentgeltlich) und Hörerkartcn in Buchhandlungen, Theater- lassen(Tictz, Kausbaus des Westens), VercinSstellen: Hauplbureau C 2., Neue Friedrich str. 53/56. Espcranto-Nnfängerkurse beginnen: Dienstag, den 21. September, abends T/, Ubr: Zctilvuin: Sophien» Lyzeum, Weinmeisterstr. 16. Süd- West 1: Schule Marheinckestraße(Ziinmer 19). Wilmersdorf: Viktoria« Luise-Schule, Gasteincr Straße, Ecke Uhkandstraße.— Millwoch, den 22. September, abends Tl, Uhr: Neulölln: Restaurant Jdealpaisage, Weichsel- straße.— Donneröiag, den 23. September, abends 7'/, Uhr: Osten: Gemeindeschule Fruchlstraße. Wedding: Restaurant Berg, Tegeler Str. 6.— Freitag, den 24. September, abends T/, Uhr: Südwest 2; Schute Marheinckestraße(Zimmer 19). KursuSgeld: 8 M.(für Mitglieder des Internationalen Bundes der Kriegsopscr 6 M.), Jugendliche 5 M. Anmetdungen am ersten Kursabend im UmerrichtSkokak. Mus aller Welt. Eiienbahncrtod. In Friedrichstbcel/ Württemberg, fuhr' nachts cin Güterzug auf eine;, in der vstation haltenden Güterzug. Drei Eisenbahnbcdicnstete wurden getötet, einer wurde schwer verletzt. Zu dem Unglück zweier deutscher Wandervögel in Schweden. Von den kürzlich in S ch w e�d e n verunglückten zwei deutschen Wandervögeln wurde Sonniag der eine, dessen Leiche bei U t ö aufgefunden wurde, in Stockholm feierlich beerdigt. Die deuischc Gesandtschaft und zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie nahmen an der Trauerfeierlichkeit teil. Die Gefangcnenfürsorge bcstohlcii! Ein Angestellter der deutschen. Kriegsgefangenen- Kommiision in Paris, Namens Fedor Lepper, geboren am 6. Juli 1893 in B e r l i n, hat 769 OVO Franken aus der Ü n t e r st ü tz u n g S l a s s e der Kriegsgefangenen ent- wendet und ist damit geflüchtet. Er wurde jedoch in PotierS verhaftet- Italienischer Bozelmerd in Dcutsch-Sndtirol. Seit dem 1. Sep- tember sind in dem durch den Frieden italienisch gewordenen Deuisch-Südtirol die Eiiischränkuiigen im Jagdgesetz auf- gehoben worden. Tie Vögel Deursch-Südrirols sind da- mit. wie in Italien,„vogelfrei'. Sie sind somit den Büchsen. Leimruten, Netzen und Fallen ausgeliefert. Es ist ein Jammer, daß die italieniichen Behörden nun auch da dem Vogetmord offene Bahn schaffen, wo er durch die Sitten des Volkes bisher verpönt war. � � Sneflaften der Neüaktion. Feder kllr den Briefkasten bestimmten Anfrage füge man eine» Buchstaben und ein- Nummer bei. Briefliche Auskunft wird nicht erleilt. Eilige An. kragen trage man in der Juristischen Sprechstunde. Lindensir. Z, 1. Kos parterre links, vor. Schrif! stücke und D-rtr-g- sind mitzubringen. R. P. 2. Das werden Sie bei der Abkicscrung erfahren. Wette raus sichten für das mittlere Norddeutschland bis Niittwoch mittag. Meist bewölkt, mäßig wann, im Westen Regenjälle, sonst vorwiegend trocken, bei schwache», südöstliche» Winden. Severins gegen Erpresser. Im Hiruptaus sch ütz der Preutzischcn Landes- Versammlung war am Montag zunächst von Grotz-Berliner Dingen die Rede. Wir berichten darüber im lokalen Teil, lieber die. weiteren Verhandlungen erhalten wir solgenden Bericht: Ter Zentrumsabgeordnete N c i n i ck c sprach dem Minister Sevcring das Vertrauen seiner Partei in weitestem Umfang aus. Ter Junker v d. O st e n besebwerte sich natürlich, datz man nur die Rechtsstehenden entwaffne, die Linksputschislen aber nicht entwaffnen könne. Originell war seine Klage, die nicht- junkerlichen Landräje seien nicht energisch genug und nicht in der Lage, dir Ablieferung des Getreides zu erzwingen. Man berufe immer mehr ungeeignete Landräte. Ter Landrat F i e h n babe zum Landarbeiierstreik getrieben und grotze Schiebungen gemacht. Staatssekretär Freund erklärte, datz die Regierung in jedem einzelnen Fall, wo Klagen über Landräte' oder Regierungspräsidenten vorlagen, schnellste und unparteiische Untersuchung eingeleitet habe. Er verteidigte insbesondere den Regierungspräsidenten Bartels- Frankfurt a. O. und eine Reihe angegriffener Landrätc. Abg. Hcilmann lSoz.) knüpfte au die Bemerkung w d. Ostens über die Ernährungslage an und erklärte es für notwendig, möglichst rasch mit dein Staats- minister für Ernähruny Dr. Hermes eine gründliche Aus- spräche zu haben. Tie drohende Katastrophe sei durch den plötzlichen Abbau der Zwangswirtschaft herbeigeführt worden, nicht nur in der Getreide-, sondern auch in der Fett- Wirtschaft. Diesem Urteil schlotz sich der Abg. K l o f t(Z.) an und Minister Severing erklärte auHdrücklich, für die Aufrechterhaltung der Ruhe nur sorgen zu können, wenn die Ernährungs- Wirtschaft für einigcrmahen ausreichende Ernährung zu erträg- liehen Preisen sorge. Weiter warf Abg. Heilmann der Rechten vor, datz sie selbst durch ihr Festhalten der Waffen nnd durch die Schwinoelnachrickten der O r g e s ch fortgesetzt provoziere. Ter Zirkus-Busch-Sonntag sei lüe notwendige Folge der Sprengung des Vortrags von Dr. Löwenstein im Lehrervereinshäus.„Kreuz- zeitung" und„Deutsche Zeitung' hätten «ffeu mit Gewalt gedroht, wenn die LandesversammluUg nicht sofort aufgelöst würde. Dieses Treiben mache die allgemeine Entlvaffnung nahezu zur Unmöglichkeit. Bcmakelie Landräte gebe es von der neuen und von der alten Richtung. So hat der Landrat v. Mach- Schlochau sich fast fünf Jahre lang grobe Verschlungen zuschulden kommen lassen, ohne datz es trotz aller Beschwerden gelungen wäre, ihn zu beseitigen, bis er.sich endlich durch den Kapp-Putsch selbst erledigte. Abg. L ü di cke(D. Vp.) richtete scharfe Angriffe besonders gegen den Reizierungspräsideaten Hautzmann- Grcifs- tvald. Auch hier erklärte der Minister, datz die Untersuchung dicht vor dem Äbschlutz stünde. Abg. Paul Hoffmann lU. Soz.) griff das Berliner Polizeipräsidium und den Staatskommisiar Weitzmann an, weil sie im Kampf gegen die O r g e s ch versagt bälten, eine Behauptung, die der M i n i st e r entschieden bestritt. Das Polizeipräsidium hätte infolge seiner starken Beanspruchung -keine Kommissare nach Magdeburg abgeben können. Severing teilte weiter mit, datz sich in letzter Zeit die Fälle gehäuft hätten, in denen versucht worden ist, ihn unter Androhung von Liefer st reikS oder von V e r- waltungSstreiks zur Bestätigung oder Nichtbestätigung von Landräten zu zwingen. Der Minister lietz keinen Zivcifel darüber, datz diese Erpressertaktik, die selbstverständlich bisher völlig wirkungslos an ihm abgeprallt sei, ihn auch in Zukunft nicht der- anlassen könne, seine Entscheidungen anders als nach seinen Pflicht- gemätzen Erwägungen zu treffen. Abgesehen davon aber werde er in Zukunft gegen derartige Drohungen mit der erforderlichen Schärfe vorgehen und die Angelegenheiten auf Grund des§ 114 de-s St. G- B. der Staatsanwaltschaft übergeben. Mög- licherwcise wird dieses Verfahren auch schon auf eine der jetzt vor- liegenden. Drohungen— es handelt sich um das Landratsamt in Biedenkopf— angewandt werden müssen. Diejenigen Kreise, die glauben, mit erpresserischen Mitteln auf hie Entschlietzungcn des Innenministers einwirken zu können, sind also gewarnt. Wirtschast Warum das teuere Schweineschmalz? Unsere über das deutsch-hollöndische Kreditabkommen gebrachten Ausführungen veranlassen eine holländische Firma. unS die folgenden interessanten Mitteilungen zu machen: „In Ihren Betrachtungen über das deutsch-holländische Kreditabkommen weisen Sie mit so überaus berechtigtem Nachdruck hin auf die für Deutichland zwingende-Notwendigkeit billiger Ein- kaufe. Wir möchten auf diese Frage, soweit sie den Ein« katzf'von Speisefetten, einem der Hauptartikel deutscher Einfuhr, betrifft, näher eingehen. Speise- fette! Die Einkäufer deutscher Städte, Gesellschaften usw., kurzum das gan?e, scheinbar noch stets anwachsende Heer der sich für Speisefetle interessierenden deutschen Kauflente scheint nur Schweineschmalz, das teuerste Speisefett, dieser Be- zeichnung würdig zu erachten. Ob sie vielleicht von dem„löblichen", aber kostspieligen Grundsatze ausgeben, datz das teuerste Beste gerade gut genug ist?.— Für Schweineschmalz in grotzen Posten zeigt sich täglich von neuem ein so reges, a l l s e i t i g e s. f a st ausschlietzliches Interesse, datz es nicht verwunderlich ist, wepn die hiesigen Importeure sehr fest gestimmt, ja bei dem hau« post-/lbonnenten i�arnit Kie regelmäßige Zustellung ües „vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleiöet, ersuchen wir unsere post-Ibonnenten, üas flbonne- ment für Gktober bei öem zuständigen Postamt schon jetzt zu bestellen. Sezugs- k preis 10 M. ausschl. Zustellungsgebühr. vorwärts-Verlag G.m.b.H. figen gegenseitigen Sich überbieten der Herren Ein- käufer mir ihren Preisforderungen schier wild werden. Dieses Einkaufssystem zeugt ivenig von jener zwingenden Forderung billiger Einkäufe. Es beivirkt nur das' eine, das nämlich das teure Schmalz sich noch mehr verteuert. Hunderte Millionen Marl werden für Schweineschmalz monatlich auf den hiesigen Markt geworfen, und diese Mark-Ueberschwemmung durch teure Schweineschmälzeinkäufe Hilst tüchtig mit. um den Druck auf den holländischen Gulden und auf den Dollar zu verstärken. Der Dollar steigii bei Gulden sinkt ,m Werte, und Amerikas, des allgewaltigen Schmalzproduzenten, Preise werden dementsprechend noch höher sowohl für Holland als auch für Deutschland., Ob der deutschen Hausfrau mit dem billigsten Guten nicht vielleicht am besten gedient wäre? Ob gutes Rind« und Hammel fett fsogen. Premier Jus), guter Speisetalg nnd andere, unier anderem auch KokoSspeisekette zu weit billigeren Preisen nicht vielleicht weit dienlicher wären als gerade das teure Schmalz?— Schmalz hat hohen Nährwert!— Premier Jus, guter Spciietalg und Kokosfett aber auch; sie haben selbst einen so höhen Nährwert, datz sie als tatsächlich hochwertige Speisefette gleichwertige Beachtung verdienen und in anderen Ländern auch vollauf finden. Zu ihrem hohen Nährwert kommt aber noch ein dem Schmalz gegenüber um ein Drittel: d. h. SO bis 70 Gulden per 100 Kilogramm niedrigerer Preis(10— 15 M. das Kilo). Es bcdaif wohl leiner Eerläuterung, wieviel sich da fpareir ließe— und wie sich viel- leicht auch hierin ein Weg zeigt, um die Mark-Ueberschwem- m u n g ein wenig einzudämmen. Bei dem Bedarf eines ganzen Volkes macht das nicht wenig aus.— Wir beabsichtigen mit dieser kurzen Auseinandersetzung keinen öffentlichen Gedankenaustausch in ihrem Blatte anzubahnen, sondern würden uns freuen, wenn wir mit unserer Anregung nur das' eins erreichten, datz sie Sie veranlassen würde, uns den besten k ü r z e st e n Weg zu weisen zu den wirklich in Frage kommenden Stellen, wo wir schriftlich oder mündlich unsere Ansichten eingehender besprechen und tlarlegen können. Wir möchten Um- und Irrwege, einen umständlichen und von feiten der mehr oder weniger zuständigen, sogenannten amtlichen Stellen oft bureau- kratisch ausartenden Briefwechsel vermeiden, der, wie die Erfahrung lehrt, doch zu nichts führt." Zu diesen Ausführungen bemerken wir dem Einsender, datz wir in Deutschland bei den gewaltig hoben Butterpreisen uns leider in großem Umfana mit u>n gebratenem amerikani- ichen tschmalz begnügen müssen. Rinder- und Hammeltalg, auch Kokosfett gibt keinen Brotausstrich. Hätten wir nicht den wilden freien Handel, der durch Ueberbietungen die Preise in die Höhe treibt, sondern einen konzessionierten, organisierten Handel, der unbnreaukratisch und elastisch, aber unter Kontrolle einer gemein wirtschaftlichen Aufsicht ist, dann bekämen wir das amerikanische Schmalz wenigstens nicht unnötig verteuert.__ Der Nutzen des Kleinhandels. Ein an die Mitglieder de? Verbandes der Fabrikanten von Mar kenarti kein lMarkenichiitzverband) gerichtetes Schreiben, die Nutzensätze für den Handel heraufzusetzen, ist uns iibersand't worden. Es lautet: „Die zurzeit von den Fabrikanten von Markenartikeln ge- währten Rabattsätze sind hinter den anhaltend steigenden Unkosten der Einzelhändler so sehr zurückgeblieben, datz ihr« Erhöhung unumgängliche Forderung geworden ist. Die unter- zeichneten Verbände haben sich über die Grenzen der zu fordern- den Erhöhung geeinigt und zunächst versucht, unmittelbar mit dem M a r k e n s ch n tz v e r b a ii d zu verhandeln. Unserer Einladung zu gemeinsamer Besprechung hat der Verband leider nicht Folge gegeben: wie er uns mitteilt, sei er satzungsgemätz nicht in der Lage, seinen Mitgliedern Vorschrüten über die Höbe der Nutzenfötze zu machen, wohl aber sei er bereit, der nächsten Generalversamm- lung unsere Vorschläge vorzulegen. Um die äußerst dringende An- gelegenheit nicht auf die lange Bank zu schieben, sehen wir uns veranlaßt, uns mit unserer Forderung an den einzelnen Fabrikanten zu wenden. Wir hallen folgende Rabatt- sätze(Abschläge voni Kleinhandelspreis) für unbedingt erforderlich: 1. bei diätetischen Präparaten......".. 35 Pro;. 2. bei kosmetischen und medizinischen Fabrikaten, die mehr als 8 M. im Verkauf kosten...... 40„ 3. bei kosmetischen und medizinischen Fabrilaten, die nicht mehr als 8 M. im Verlaus kosten.... 50, 4. bei Partümerien............ 50, 5. bei Parfümerien in Luxus nusstattung..... 00„ 6. bei Seiten.............. 40„ 7. bei Seifen in LuxusausstaUuiig....... 50„ Wir bitten Sie. binnen 3 Wochen dein mitunterzeichiicten Deutschen Drqgisten-Verband(Geschäftsstelle: Haseuplotz 1> milzu- teilen, ob Sie bereit sind, die vorstehenden Sätze als M i n d e st- 'sätze zu bewilligen. Verband Deutscher Waren- und Kanfhänser, E. V. Deutscher Apotheker-Vcrein. Deutscher Drogisten-Vcrband, E. B. Der Arbeitsausschuß." Sehen wir von Parfümerien ab. die sind entbehrliche Luxusartikel, für die wir z u a r m geworden sind, so inütz man über dieseS Dokument doch staunen. Statt durch M a s s e n- Produktion und Organisation eines grotzen Umsatzes bei kleinem Nutzen zu einer Herabsetzung der Preise beizutragen, die der geschwächten Kaufkraft der Massen Rechnung tragen, werden von den organisierten Händlerverbänden weitere Verteuerungdn erzwungen. Man kann zu diesem Schritt nur sagen: Macht nur so iveiter und?war in möglichst s ch n e ll e m Tempo, damit wir möglichst bald an dem Abgrund stehen, vor dem es kein Entrinnen mehr gibt, denn auf den Wegen, die unser Handel wandelt, mutz die Wirtschaft zerstört werden. Soziales. Tagung der B.erufsgenosienschasten. Der Verband der deutschen gewerblichen Berufsgenossenschaften hielt am 17. und 18. September 1020 zu Würzburg den 31. ordentlichen BerussgenossenschaftStag ab. An den Verhand- lungen nahmen als Gäste Vertreter der Ministerien sowie Ver- treter der größeren wirtschaftlichen Verbände nnd Mitglieder aller Parteien des Reichstages teil. Dsr vom Verbcindsvorsiyenden Dr. S p i e ck e r- Berlin erstattete umfangreiche Geschäftsbericht bot ein umfassendes Material und gab ein anschauliches Bild von der vielseitigen Tätigkeit, die der Verband im letzten Jahre enl- faltet hat. Das die Verhandlungen des ersten Tages ausschließlich beherrschende Thema war:„Die Bedeutung der Berufs- g e n o s s e n s ch a ften für die Volkswirtschaft nnd ihre Stellung in der künstigen Sozialvers iche- r u n g- Das Referat hierüber erstattete Dr. Molden Hauer, Professor an der UniversitälKöln. Das Korreferat hatte der Geb. Kommerzienrat Konrad von Bors ig übernommen. Am zweiten Tage sprach Jnstizrat Wandel. Essen, Vor- sitzender der Hütten- und Walzwerts-Berufsgeiiossenichafl, über das Zusammenwirken der Persicherungslräger in provinziellen Arbeit?- gemeinschaften, wie sie in der Rheinprovinz und in Grotz-Berlin bereits bestehen. Eine Entschließung, die die Bildung solcher freien Arbeitsgemeinschaften als ein geeignetes Mittel bezeichnet, um unter Wahrung der bewährten Selbsiverwaliung eine engere Fühlung unter den verschiedenen Trhgcrn der Reichsversicherung herbeizu- führcu und die gemeinsamen Ziele in möglichst vollkommener Weise zu verwivklichen, gelangte einmütig zur Annahme.— Weiler wurde über neuzeitliche Fragen des Heilversahrens und der Heilsürsorge, über die Mitwirkung der Versicherten bei der Rentenlestsetzinig, uno über Fragen der Unfallverhütung beraten. Von besonderer Bedeu- tung war der Beschlutz, den Arbeitern künftig bei der Rente n« f e st s e tz u n g eine Mitwirkung einzuräumen. ttuknensuyen Honntiaut", Scnwieien«.Wap-zerv beseifigt- schneli.sicher o. schmerzlos' Kllkirol ioooooo fach bewahrt Preis M.3,-Jr> ApofheKen u. Drogerieo erhäinicU VorjicMvopllachabmungen.Kukirol steht einzig da. hat begonnen. 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In knapper gemeinverständlicher Form gibt der Ministerialrat im Preußischen Ministerium für Volkswohlsahrt, v. Geldern, in einer der vom Wohlfahrtsministerium soeben berausgegebenen zur Aus« klärung über die öffentliche Wohlfahrtsarbeit bestimmten Schriften einen Ueberblick über Voraussetzung, Grundlage und Durchführung der Erwerbslosenfürsorge. Wir entnehmen dem bei der Vereinigung wissenschaftlickier Verleger in Berlin W. 10 im Erscheinen begriffenen Heft den nachstehenden Abschnitt über die L e i st u n g e n der Erwerbslosenfürsorge in Preußen. In Preußen wurde an ErwerbZlosenunterstützung von Reich und Staat gezahlt täglich: am 1. Januar 1919... 1 623 477 M., , 1. April 1919... v. 1319 386. . 1. Juli 1919.... 743702. . 1. Oktober 1919... 625 737. , 1. Januar 1920... 619 256, . 1. März 1920.... 602 627, Tie G e s amtauSgoben stellen sich um den Gemeinde- anteil, alio noch um ein Sechstel, höher. Im Rechnungsfahr 1919(1. April 1919/1920 ist in Preußen verausgabt worden vom Reich die Summe von... 137 064 230 M. .Staat...... 87 043 132. Die Gesamtausgaben(einschließlich des Gemeinde- antcils) stellen sich also in dieser Zeit, wenn man den Anteil des Reiches zugrunde legt, auf rund 2 X 137— 274 Millionen Mark, wenn den Anteil des Staates, auf rund 3 X 87— 201 Millionen Mark. Die letztgenannke Zahl ist die zutreffendere; in dem Anteil des Reiches find nämlich die Zuschüffe an leistungsschwache Gemeinden mit enthalten. In Berlr» und Vororten betrugen nach einer Zusammenstellung in den.Mitteilungen der Erwerbslosenfürsorge Groß-Berlin", Sonderheft vom 31. Januar 1920 «Seite 39) die Unterstützungsbeträge bis Ende Oktober 1919. also ebenfalls im Zeitraum eines Jahres, 231 750 94« M. die VerwaltungSunkosten 14 508 567, , mithin die Gesamtausgaden 246 239 515 M. Diese im Vergleich mit obigen Ziffern verhältnismäßig hohe Summe erklärt sich daraus, daß zu Anfang des Jahres 1919 die Zahl der Erwerbslosen ihre größte Höhe mit rund 1100 000 erreichte. Im übrigen betrug die Zahl der unterstützten Erwerbslosen in Berlin und Vororten ungefähr die Hälfte derjenigen in Preußen, und die Zahl der Unterstützungsempfänger in Preußen ungefähr die Hälfte derjenigen im Reiche, wie nachstehende Uebersichl er- kennen läßt: Zahl der Erwerbslosen(Hauptunterstützungsempfänger): ro.... c.»„ in Berlin im JR e r ch ,n Preußen„ Bvrorten am 1. Januar 1920 371 675 171 724«9 468 am 1. Februar 1920 426 340 195 415 97 397 am 1. März 1920. 363 011 173 355 86 340 am 1. April 1920. 329 958 153 306 77 500 Ende März 1919 257 500 Ende Oktober 1919 111765 Die Zahl der ZuschlagSempfänger bleibt hinter diesen Zahlen nur um ein Weniges, ost kaum um 5 Proz. zurück. Seit dem Bestehen der Erwerbslosenfürsorge(Dezember 1918) bis Ende März 1920 sind vom Reich nud von den Länder« verausgabt worden: für die allgemeine Erwerbslosenfür- sorge an gesetzmäßigen Beihilfen/,z) und an Sonderbeihilsen kür leistungsschwache Gemeinden sowie nach den Vorschriften über die Behebung de? Arbeitermangels in der Landwirtschaft.... 734 791 057 M. für die ErwcrbSlosensürsorge der Textilarbeiter.. 305 532 090. sür die Beschäftigten in der Schuhwarenfabrikation 3 231 156. zusammen also 1043 544 311 M. In derselben Zeit ist zur U n t e r st ü tz u n g von Notstands- arbeiten eine Summe von 935169 400 M. bewilligt worden. Arbeiter und Kartoffelwucher. Die plötzliche Aufgab« der öffentlichen Bewirt- schaftung der Nahrungsmittel, die als.Zwangswirt- schuft" bekannter gelvovden ist. bringt die größte Unruhe in die Bevölkerung. Davon werden auch jene Äveis« betroffen, die von der Wiedereinführung des freien Handels eine Verbilligung der außerdem reichlicher fließenden Nahrungsmittel erhofften. Das Emporschnellen des KartoffelpreiseS in den der- schiödensten Gegenden Teutschlands droht zu einer Katastrophe zu führen. In manchen Bezirken haben die' Gewerkschaften und vor allem die Eisenbahner bereits zu dem drastischen Mittel der Bahn- sperre gegriffen, um die Versorgung ihres Gebietes mit Kar- tofseln sicher zu stellen. So tagten, wie unS ein eigener Bericht aus Frankfurt(Main) meldet, dort vor einigen Tagen die freien Gewerkschaften, die Eisenbahn erver- bände, die christlichen Gewerks 6) asten, überhaupt alle Arbeitnethinerverbänd«, um gegen die drohende Kartoffel- not Maßnohmen zu ergeifen. Vertreten waren d>e Organisationen aus Frankfurt, Offenback. Mainz, Kassel, Friedbcrg, Wcilburg, Höchst a. M. usw. Auch die Regierung von Heffen-Rasfau, ebenso die Eisenbahndirektion hatten ihre Vertreter entsandt. Es hanhelt sich darum, eine Sperre über die- Ausfuhr von Kar- toffcln aus dem Wirtschaftsbezirt herbeizuführen, solange nicht das Wirtschaftsgebiet selbst mit Kartoffeln versorgt ist. Es wurde namentlich gefordert, daß die Regierung den Vertragspreis von 31,75 Mk. aufhcbt und Höchstpreise fcstsebt. Man regte von verschiedener Seite einen Lieferpreis von 20 Mk. ab Bahnstation an. Von besonderem Jntcresie waren die Ausfüh- rungen des Präsidenten N e u m a n n vom Ernährungsministerium in Darmstadt, der dringend riet, ohne Nervosität an die Beratun- gen heranzutreten. Hesisn sei der schärfste Gegner der Lieferungsverträge; allein die ungeheure Preissteigerung der letzten Tage müffe man auf das gegenseitige Ueberbleten der Verbraucher zurückführen. Man müsse sich genau überlegen, ob man mit den Sperrabsichten nicht einen Schlag ins Waffer tue. Eher sei zu erwägen, die Eisenbahndirektion zu veranlaffen, keine Wagen für Kartoffellieferunge» über den TirektionSbezirk hinaus zur Verfüg««» zn stele». Damit gelange man auf legalem Wege genau s« weit, wie man es mit der ungesetzlichen Sperr« erreichen wolle. Auch der Regierungsrat Coßmann von der Regierung in Kaffel warnte vor den Folgen, die aus einer Sperr« entstehen könne». Jedoch urüffe das Interesse der Verbraucher unbedingt in den LocÄCltgrizsd töteilt werden. Ein Kreis von 20 Mk. sei als angemessen zn beirächten. Erst wenn alles getan sei, was auf gesetzlichem Wege möglich ist, soll man zur Selbsthilfe schreiten. Im Verlaufe der stundenlangen Debatte kam besonders zum Ausdruck, datz'die Bauern die Kartoffeln an das Vieh verfüttern werden, wenn die Zwangswirt- schaft für Fleisch aufgehoben wird, so daß man wohl teures Fleisch, aber keine Kartoffeln haben würde. Die Vertreter der Eisenbahner versicherten, daß für die Sperre die Organisation bis ins kleinste vorbereitet sei. Es handele sich darum, das Wirtschaftsgebiet zu versorgen, nicht aber die Uebcrschüffe den anderen Gebieten vorzuenthalten. Namentlich soll auch während der Sperre das Industriegebiet versehen werden, sofern für die Lieferungen die Gewähr gegeben wird, daß sie in die richtigen Hände und nicht zu hinaufgetriebenen Preisen gelangen. Der Vertreter.der Eisenbahndirektion warnte vor oer Heraufbcschlvörung des Konflikts zwischen der Eisenbahnvcrwaltung und ihrer Arbeiterschaft. Es gelangt« schließlich in einer Resolution zum Ausdruck, daß vom 25. September ab die Sperre über die Kartoffelfrndungen eintritt, während sofort die Sperre sür die Einstellung von Wagen in Kraft trat. Damit wird verhindert, daß das Schieberwm sich jetzt Wagen bestellt und bei Nichtlieferung die Eisenbahn regreßpflichtig machen kann. Auf Vorschlag des Regicrungsvertreters wurde die Resolution über die Sperre als ein befristetes Ultimatum der Land- Wirtschaft zugestellt. Die Regierunysvertreter werden von sich aus sofort mit der Rcichsregierung in Verbindung treten, um die Schwere der Lag« zu mildern. Am Montag erläßt nun der Oberprä sidcnt der Provinz Hessen-Naffau eine Bekanntmachung, wonach die Landwirte in größerem Umfange sich bereit erklärten, an bedürftige Kreise die Kartoffeln zu 20 M. abzugeben. Auf Grund genauer Unter- lagen hat der Oberpräsident festgestellt, daß hierzu für den Frei- staat Hessen und die Provinz Heffen-Nassau 1 800 000 Zent- ner Kartoffeln erforderlich sind. Der Bezirksbetriebsrat der Eisenbahner Hannovers hat gleichfalls die Sperre für Kartoffelsendungen angedroht, wenn nicht der Erzeugerpreis auf 15 M. herabgesetzt werde. Volkspolitik oöer Parteipolitik! August W i n n i z, der frühere Ober Präsident von Ostpreirßen. hielt am Montcxg abend, von einer privaten Gesellschaft eingeladen, in der Berliner Pbilharmo-uie einen Vortrag über das Thema „Volkspolitik oder Parteipolitil?" Wesentlich neue Gedanken wur- dem in diesem Vortrage nicht entwickelt, wenigstens nicht solche Ge- danken, die August Wiunig nicht schon irgendwo oinmal au anderer Stelle ausgesprochen oder niedergeschrieben hätte. Er wiederholte auch am Montag, daß die Arbeiterklaffe nicht reif genug gewesen sei, die politisch? Macht zu übernehmen. Ihre Zevspliiteruny habe sie also nur sich selbst und nicht irgendwelchen Fehlern ihrer Führer zuzuschreiben. Der Sozialismus könne nicht von dem darniederliegenden Teutschland ausgehen, sondern nur von den Siegerstaatcn. Unser Verfassumysleben könne allerdings vor- bereitende Arbeit leisten. Dazu gehöre vor allen Dingen die Ab- lösung der parlamentarischen Vertretungen durch solche der wirtschaffkichcu Verbände und die Ablösung der dazu reifen privatZapitalfftischen Unternehmen. Daß wir noch nicht dem Chaos verfallen sind, verdanken wir nach Winmig der Arbeit der Gewerkschaften und der Sozialdemokratffcken Partei. Aber wer wahrhaft patriotisch wirken wolle, der müsse für die soziale Verständigung arbeite». Aus der Propagierung dieses Ge- danken? müffe sich eine Annäherung der Parteien er- geben.- Tom Vortrag, der sckon wiederholt durch Zwffckenrufe unterbrochen wurde, folgte eine zeitweise sehr heftige Aussprache, die zum größten Teil von jüngeren Anhängern der Kommunisten und der UjS.P.D. bestritten wurde. Wiunig selbst wurdg«dabei der Ge- genstand sehr heftiger rednerischer Angriffe. Em anderes Ergebnis halte die Versammlung nicht. Slanke Abweisung. Am gleichen Tage, wo die„Welt am Montags die britische Staatsmeisheit preist, die den Aegyptern Selbstregierung gewähre, wird aus Wind buk gemeldet, daß General S m u t s die Autonomiewiinsche der ehemaligen Deutsch-Südafrikaner(soweit sie nicht schon nach Deutschland abgeschoben sind) rundweg abgewiesen hat. Dabei hatte das ihm überreichte Memorandum betont, daß die Unterstellung des Schutzgebietes unter die Südafrikanische Union seine Ein- beziebung in deren Rassenpolitik und eine Verletzung des Versailler Diktats bedeute. Auch war die Beibehaltung des deutschen Zivilprozesses gefordert worden, weil das Umonsrecht einen Rückschritt um 100 Jahre bedeute. Alles umsonst, sogar bei Smuts, der sonst schon klare Er- kenntnis des weltverwüstendcn Geistes von Versailles— m Worten bewiesen hat._ berufene Kritiker. Der Auslandsredaktenr der„H u m a n i t 6", Paul Louis, bespricht in der' üblichen gehässigen Form und als eine feststehende Tatsache die in der deutschen bürgerlichen Presse aufgetauchten Gerüchte, wonach die Sozialdemokratische Partei sich nach einem Wiedereintritt in die Re- g i e r u n g sehn?. Besonders wird Genosse S ck« i d« m a n n als der Mann hingestellt, der aus reinem Ehrgeiz und Macht- kitzel nach dem Reichskanzlerposten oder irgendeinem Minister- Portefeuille strebe. Es handele sich natürlich bei diesem Wunsche nicht darum, den Sozialismus durchzuführen, sondern die gegenwärtige Gesellschaftsordnung zu verteidigen. Es ist b e k a n n t, daß gerade S ch e i d e m a n n sich in seiner jüngsten Kasseler Rede gegen den Eintrstt der Partei in die gegenwärtige Koalition ausgesprochen lmt imd über- lKiiiPt sind die Gerüchte über unsere Wiederbeteiligung an der Regierung nur infolge der von bürgerlicher Seite nichr- fach ausgesprochenen Einladungen entstanden, die jedoch unsererseits gänzlich unerwidert geblieben, ja auf verschiede- neu Tagungen der Partei glatt abgelehnt worden sind. Aber das hindert einen französischen Parteiredakteur nicht, ge- hässige Bemerkungen gegew uns auszustreuen: man hat offenbar nicht genug an den gegenseitigen Beschimpfungen inner- halb der eigenen Partei und de? eigenen Blattes an- läßlich der Moskau-Debatte, und man wünscht wohl wieder einmal sich an den„gemeinsamen Feind", nämlich die deutschen Sozialdemokraten, heranzumachen. Deshalb mag hier gesagt werden, daß uns diese Anariffe gänzlich gleich- gültig lassen, weil wir sie schon lang? nicht mehr ernst nehmen. Ueber das, was wir in der Regierung an positiver Arbeit für die Arbeiterklasse geleistet haben, werden wir nicht mit D i let tauten und Fanatikern streiten, deren einziges Werk auf dem Gebiet des Sozialismus in der S»bvt. Deutsche Pazifistenkongrch,«inberuftn von gwöls deui- scheu Organisationen, findet vom 1. bis 3. Oktober in Braunschweig statt. Einziger Berhandlungsgegenstand ist der Völkerbund. Voran geht am 30. September die Generalversammlung der Deutschen FriedenSgesellschlfft. Hauptthcma ist die Entlvaffiiungsfrage. Tie Mitglieder vcr Sozialdemokratischen ili-eichstagsfraktion sind eingeladen. Die Fraktionsmitglicdcr, die am Kongreß teilzunebmen bcaihsichtigeu,, wollen sich wegen Wohnung au die Geschäftsstelle der Deutschen Frtedcnsgesellschast, Berlin W. 57, Potsdamer Straße 75 III wenden. Noch keine endgültige«ieqelnng der Schnlgeldsäte. Tic be, reits angekündigte, am 1. Oktober d. I. in Kraft tretende Erhöhung der Schulgelder der höheren Lehranstalten aus jährlich 600 Mk. bedeutet, wie die„Tena" aus dem Ministerium! für Kunst, Wissen- schaft und Volksbildung erfährt, noch keine endgültige Regelung der Schulgeldfrage. Es sind vielmehr Erwägungen über eine grundsätzliche Neuregelung der Aufbringung der Schul- gelder im Gange. Wendensühm Barth auf freiem Fuffe. Außer Hölz befindet sich auch der bekannte Wcndenführer Ergst Barth, der wegen hoch» verräterischer Umtriebe in der Lausitz zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt wurde, wieder aus freiem Fuß«. Der Kampf in der tschechischen Sozialdemokratie. Da» von>er Linken usurpierte Zentralorgan nannte sich„Stare(Altes) Pravo Lidu". Aus Einschreiten bt£ Parteileitung ist ihm gerichtlich verboten worden, den Titel„Stare Pravo Lidu", Zcutralorgan der tschechoslowakischen sozialistischen Arbeiterpartei, zu führen, und des» halb soll»S nuter depr Namen„3iiiöe Pravo"(Rotes Recht) er, jchemöll» OswsrMastsbewegung verbanüstag üer Töpfer. Meißen, 18. Sept. 1920. Der beute abend hier zusammentretende Verbandstaq der Töpfer und BerufSflenusien DeutscklandS ist ein außerordentlicher: der letzte ordentliche VerbandStag dieser Organisation hat im Juni V. I. stattgefunden. Der Verband�vorstand und«Beirat haben sich veranlaßt gesehen, diesen besonderen Verbandstag einzuberufen vor- nehmlich zu dem Zwecke, die Verbandsfinanzen auf eine solidere Grundlage zu stellen. Im Laufe dieses JabreS war ein steter Rückgang des Vermögens der Hauptkasse zu bemerken, was weniger aus den besonderen Unterstützungen resultiert, sondern in der Hauptsache verschuldet ist von starken Ausgaben für Streikunter- stützmig, welch letztere im vorigen Jahre um da? zweieinhalbfache erhöht worden ist, während die Beiträge nur um das einhalbfache gesteigert wurden. Außerdem machen sich erhöhte Ausgaben be- sonders stark fühlbar bei den Verwaltungskosten, den gesteigerten Kosten für die Drucklegung des Verbandsorgans, den Partis usw, Diese Verteuerungen haben neben den starken Ausgaben für Streiks iiür letztere hat die kleine Gewerkschaft in diesem Jahre bereits ca. 130 000 M. verausgabt) ein starkes Loch in die Hauptkasse �gerissen. Obwohl Vorstand und Beirat im März 12 Doppelbeiträge aus- geschrieben hatten, wodurch schon im 2. Ouartal d. IS. der Hauptkasse besonders 100000 M. zugeflossen sind, ist der Bestand der Hauptkasse im Laufe dieses Jahres von 317000 auf rund 200000 Mark zurückgegangen. Deshalb sahen sich Vorstand und Beirat genötigt. zur Einberufung dieser außerordentlichen Generalversammlung, die in erster Linie dem finanziellen Ausbau des Verbandes dienen soll. Auf dem Verbandslage ist die sogenannte Opposition stark ver- treten, eS wird also jedenfalls zu lebhaften Auseinandersetzungen kommen. So will die Berliner„Ovvosition* durchaus als ersten Verhandlungsgegenstand den Tätigkeitsbericht des Vorstandes hören. sie verlangt ferner zu allen Punkten der Tagesordnung Korreferate. die Abschaffung aller Unterstützungsarten außer der Streikunter- stützung, die stark erhöht werden' soll, ferner gehen eine Anzahl Anträge dahin, die jetzige Verbandsleitung entweder ganz oder zur Hälfte von ihrem Posten zu entfernen. Dies alles dürfte zu lebhaften Debatten Anlaß geben. Des weiteren wird der Verbandstag Stellung nehmen zur geplanten Gründung deS BaugewerkSbundeS. Hier dürfte es wenig Meinungsverschiedenheiten geben, die stark überwiegende Mehrheit der Mitglieder stebt diesem Projekt freundlich gegenüber— Erwähnt sei noch, daß der Mitgliederstand des Töpferverbandes am Schlüsse des 2. Quartals d. I. 12089 betrug. Damit hat der Ver- band den Mitgliederstand vom Jahre 1914 um zirka 2000 überholt. Dies ist ein günstiges Resultat, vor allem wenn man beachtet, daß die Töpfer bereits vor dem Krieg prozentual sehr gut organisiert waren und deshalb starke organisationSfähige Reserven nicht vorbanden sind, daß ferner während des Krieges über 1000 Mitglieder gefallen sind, und schließlich auch der schlechte Stand der Baukon- junktur ber besseren Oraanisationsentwicklung hinderlich ist, weil dadurch heute noch viel Töpfer vom erlerntot Gewerbe ferngehalten und zum Teil in anderen Gewerkschaften iWg'anisiert sind. Ueber den Verlauf der Tagung werden wir fortlaufend berichten. �»norb'rexsamlung öer Eisenbahner. Dresden, den 18. Septoniber 1920. Schlußbericht. Der vom Vorstand vorgelegte Siatutenentwurf wird mit den in dreitägiger Bevatung getroffenen Abänderungen der Statuten- boratungskommiffion angenommen. Abgelehnt wird die von der Kommisston vorgeschlagene Fassung des Z 2, nach der der Verband auf dem Boden des Klassenkampfes steht und sein Ztel die Be- seitigung der kapitalistischen Produktionsweise ist.— Die Beiträge "betragen künftig in zwei Klassen 2 M. und 2,50 M. Daneben sind zwxi Klassen zu 50 Pf. und 1 M. vorgesehen, und zwar 50 Pf. für ■ Altpensionäre und Invaliden und 1 M. für Lehrlinge und Jug;nd- liehe bis zum vollendeten 16. Lebensjahre. Zu den Unterstützungs- ernrichwngen ist eine Erwerlbslosenunterflsttzung hinzugekommen, nach der m Falle von Krankheit oder Arbeitslosigkeit Unterstützung bis zum Betrage von 420 M. in einer Unterstützungsperiode ge- währt wird. Die Unterstützunig in Todesfällen hat eine Aenderung insofern erfahren, als es Mitgliedern, die bei ihrem Eintritt in den Verband auf Erwerbs-Ivsenunterftützung Verzicht leisten, das Sterbegeld in allen Fällen um 100 Proz. erhöht wird.— Die Verwaltung des Verbandes besteht künstig aus 21 Mitgliedern, und zwar 10 besoldeten und 11 unbesoldeten. Die letzteren werden auf der Generalversammlung aus verschiedenen Ortsgruppen des Landes gewählt. Die neuen Satzungen treten am 1. Januar 1921 in Kraft. Den Bericht der Beschwerdekommission erstattet Ulrich- Berlin. Eine lebhafte Diskusston setzt über den Fall Geschkc ein. Gaschke wurde vom Vorstand aus dem Verbände aus- geschlossen aus Grund seines vepbmrdsschädigenden Treibens. Seine Absicht, den Verband in das kommunistische Fahrwasser zu lenken, hätte nach der Ausfassung des Vorstandes die Spaltung des Verbandes zur Folge gehabt. Der Auffassung des Vorstandes schloß sich seinerzeit die Beschwerdekommtssion an. Die von dor General- -Versammlung eingesetzte Komniilssion schlägt vor, den Ausschluß rückgängig zu machen, Geschke aber für zwei Jahre die Fähig- leiten zur Bekleidung von Verbandsämtern ab- zusprechen. Das Vorstandsmitglied A p i tz s ch empfiehlt weiter Ablehnung des Kommissionsvorschlages. Darauf wird in nament- licher Abstimmung mit 137 gegen 95 Stimmen beschlossen, den Ausschluß G e s ch k e s aufrechtzuerhalten.' Darauf erstattet die Rechnungskommission ihren Bericht, Werter wird der Vorstand verpflichtet,'bis zum 1. Januar 1921 eine Vorlage zu schaffen zur. Sicherung angemessener Unfall- und Pen- fionSbezüge. Zur VorflanbSwahk werden den Delegierten zwei Vorschlagslisten unterbreitet. Die eine enthält die von beiden Richtungen gemeinsam gemachten Vor- schlage, während die andere kurz vor der Wahl eingereichte die be- sonderen Vorschläge der Opposition bringt. In geheimer Abstim- mung werden gewählt: zu Borsitzenden Scheffel- Berlin, Bernhard- Mannäenn, K otz u r- Berlin und als Kassierer D r äge r- Berlin, als besoldete Sekretäre A p i tz s ch- Magdeburg, B r e u n i g- Berlin. I o ch ad e- Berlin, K a u l s u ß- Berlin, Thiele mann- Berlin, Wenzel- Leipzig; unbesoldete Vor- standsmitglieder: Feddern- Hamburg, E h s e n- Köln, G ü ck e l- Hannover, Hage- Halle, K u h n k e- Berlin, Hermann, Matthäus, Nürnberg, Richter- Leipzig, Spanner- München, Schacher- Erfurt, S ch a f f e r- Breslau.— In die Beschwerde- kommission werden gewählt: Wüsthoff-Essen. Ulrich-Berlin, Weber- Kassel, Kontrowitz-Tanzig, Gruber-Cannstatt.— Zkach kurzer Beratung läßt der neugewählte Vorstand durch den Vorsitzerden Scheffel erklären, daß er bereit ist, die Wahl anzunehmen. Im Zu- saminenhcmg damit spricht er dem bisherigen und jetzt von seinem Posten scheidenden Vorsitzenden B r u n n e r den Tank der General- Versammlung aus. Er hebt hervor, daß die Eisenbahner- und die gesamte Gewerkschaftsbewegung der Tätigkeit Brunners außer- ordentlich viel verdankt. Als Ort des nächsten Verbandstayes wird München festgesetzt. Unter Punkt: Erledigung sonstiger Anträge gelangt die bei der Berichterstattung zur Betriebsrätesrage bereits erwähnte Ent- schließung des Vorstandes zur Annahme.— Eine anders Entschließung, in der eine Revision des Versailler Friedensvertrages, ein gemeinsames Zusammenarbeiten aller Kreise gegen die Re- aktion und gegen den internationalen Kapitalismus gefordert wird, findet einstimmige Annahme.— Nach kurzer Begründung durch das Vorstandsmitglied Kotzur wird beschlossen, dem ReichSfinanz- und Reichsvrrkehrsministerium folgendes dringliche Telegramm zu übermitteln: ..Verzögerung der Vorschußzahlung hat in Bayern große Er- regung ausgelöst. Arbeitseinstellungen werden angedroht. Generalversammlung des Deutschen Eisenbahnerveiibandes er- sucht, auf schnellstem Wege Vorschußzählung veranlassen zu wollen." Ferner drei Entschlteßungea an die zuständigen Ministerien und den Reichstag, in denen gefordert wird: 1. Eine Verbesserung des dem Besoldungsausschuß des Reichstages vorgelegten Referentenentwurses nach den Borschlägen der Verbandsvertreter; 2. die sofortige Verabschiedung des dem Reichstage vorgelegten Gesetzentwurfes betr. Ergänzung und Regelung von Bezügen der Beamtenpensionäre, der Beamtenwitwen- und-Waisen. Im Zusammenhang damit wird ein ausreichender Zu- schuß aus Reichsmitteln für die Arbeiterpönsionäre und die Arbeiterwitwen und-Waisen gefordert; und 3. zur Regelung der Einkomm ensverhältnisse der Diätave Aus- gleiöbszulagen nach den Satzungen des Reichslohntarises an alle Diätare, die bisher noch unberücksichtigt geblieben sind. Nach den Schlußworten des Bezirksleiters Wirth. des Dresdener Ortsbeamten Claus und des Vorsitzenden Scheffel wird die Generalversammlung mit einem Hoch auf den Verband in später Abendstunde geschlossen. Plenarvcrsammlung der GcwerkschgftSkommissson. Am kommenden Donnerstag. 23. September, abends s Uhr, findet im Saal I d?s „Gewerkschaftshauses", Engflufer 14/15, eine Plenarveriammlung der Gewerk'chaftskommission Berlins und Umgegend statt. Tages- jordnung: 1. Bericht des Ausschusies über da- verflossene ■ Geschäftsjahr. 2. Beratung der neuen Satzungen, 3. Antrag der i Friseure betr. Sonntagsruhe, 4. Verschiedenes. Der Einlaß erfolgt i nur gegen Vorzeigung der schriftlichen Einladung der Gewerkschafts- kommission._ Streik in de» Spritfabriken. Bei den Firmen Kahlbaum-AdlerShof. Svritbank und Nord- und Süddeutsche Spritfabrik-Lichtenberg sind Montag morgen die gesamten Arbeiter wegen Nichtanerkennung des vom SchlichlungS- ausschuß gefällten Schiedsspruches in den Streik getreten. Die Ansicht i0 Herrn Direktor Hirsch in Firma Kahlbaum, daß ein derartiger ErpresinngSschiedsspruch von ihm nicht akzeptiert werden könne, deckt sich vollkommen mit dem Ausspruch des Syn. dikus. dieser Arbeitgebergruppe, Herrn Leibrock, der bei Beginn ber Versammlung erklärte:„Fetzt webt ein anderer Wind, jetzt haben wir zu bestimmen." Der Beschluß der Arbeitsniederlegung wurde in einer vom Brauerei- und Mühlenarbciter- und Böttcherverband einberufenen Versammlung gefaßt. Ausdehnung des Streiks bei der Raiffeisen-Genossenschaft. Die kaufmännischen Angestellten' der Niederlassung Köslin in Pommern haben sich dem Streik bereits angeschlosien. Weitere Niederlassungen im Reiche dürsten heute dem Beispiel folgen. Die Stimmung der Angestellten ist demzufolge nicht allein in Berlin, sondern auch im Reiche gut. In den ersten Kampftagen hat sich gezeigt, mit welch' uuehrlichcn Mitteln die Firma versucht, die An- gestellten gegeneinander auszuipielen. Die Angestellten haben dos Ansinnen der Firma mit aller Deutlichkeit� zurückgewiesen. Die Firma bat die grüne Polizei als Hille angeruren. obwohl die Streik- Posten hierzu keine Veranlassung gegeben haben. Der Dcmobil- mochungskoiiimissar, der von beiden Parteien angerufen war, hat Gewerkschaftsvertretern gegenüber erklärt:„Die Lnberaümung eines Verhandlungstermins sei noch nicht zweckmäßig, da beide Parteien noch zu siegesbewußt wären". Kolleginnen und Kollegen, fühlt Euch eins mit diesen kämpfenden Brüdern, lehnt jede Sireikbrecher- arbeit ab. Zentralv-rband der Angestelllen. Fachgruppe 17.' Zur Lohnerhöhung der VerficherungSeknnehmer. Die Vikloria-Verficherungsgesellschnft hat die vom ReichsarbeitS» Ministerium ausgesprochene VerbindlichkeitSerllärung des Schieds- sprucks vom 23. Juli mit der Kündigung ihrer gesamten Einnehmer zum 31. Oktober erwidert. Sie beabstchtigt, die gekündigten Ein- nehmer als Jnkassoagenten weiter zu beschäftigen. Zu dieser ganzen Angelegenheit werden die Einnehmer aller deutschen Versicherungs- gesellschaftor auf einer vom Zentralverband der Angestellten ein- berufenen Reichskonferenz am Sonntag, den 26. September, vor- nriltags 9 Uhr, in Berlin, Engelufer 15, GewerkschastshauS, Saal 3» Stellung nehmen._ Die Musiker vom Zirkus Busch. Vom Deutschen Musikerverband erhalten wir folgende Zuschrift: De? Zirkus Sarras ani zieht für den kommenden Winter in das Gebäude des Zirkus Busch ein. Ein Menschenalter hindurch hatten die Musiker des bisherigen Zirkus Busch dort eine gesicherte Stellung, wenn sie auch nicht besonders glänzend war, so konnten sich die Musiker doch einigermaßen über Wasser halten. Dies wird jetzt anders. Der Zirkus Busch geht auf Reisen und nimmt seine alten Musiker nicht niit. Nun hat sich das Orchester durch seinen Ver- trauenSmann an den Zirkus Sarrasani gewandt und sich geschlossen als Kapelle für das neue Unternehmen angeboten. Die Direktion war auch bereit, das Orchester zu engagieren. Als sie jedoch die hier üblichen Tarife bezahlen tollte, erklärte sie, daß es geschäftlich unklug von ihr wäre, wenn sie das eingespielte Orchester deS früheren Zirkus Buich engagieren würde, da ihr genügend Musiker zur Ver- fügung stehen, die sich nicht an die Tarifsätze hallen und nicht zu halten brauchten. Die Direktion des Zirkus Sarrasani würde, nach ihren eigenen Worten, gern ein eingespieltes Orchester engagieren, aber nur nicht zu den ortsüblichen Sätzen. Erfolgreicher Streik im Spielwaren-Galanterie« Großhandel. Das Angebot der Arbeitgeber, die bestehenden Gehälter um 20 Proz. zu reduzieren, wurde durch eine seitens des Zentral- Verbandes der Angestellten eingeleitete Lohnbewegung zurückgewiesen. Ein fünftägiger Streik schloß mit dem Ergebnis, daß nicht nur die Löhne nicht verringert, sondern um 12 bis 40 Proz. erhöht wurden. Maßregelungen finden nicht statt, die Streiklage werden bezahlt. Die Arbeit ist seit Montag früh wieder aufgenommen. Versammlung der graphischen Hilfsarbeiter. Die am 17. Sep« tember im Gewerkschaftshaus tagende Mitgliederversammlung der graphischen Hilfsarbeiter Berlins nahm Stellung zu der Festlegung der Ortszuschläge. Nachdem der Kassierer Mendt dazu seine Gründe bekanntgegeben und den Vorschlag machte, den Beitrag von 60 Pf. auf 40 Pf. herabzusetzen, stimmte dem. die Versammlung gegen einige Stimmen zu. Es sind demnach zu zahlen: VerbandSbeilrag einschließlich Ortszuschlag in Klasse I. bis 50 M. Lohn, 1.40 M., in Klasse II. 50 bis 100 M. Lohn. 2.40 M.. in Klasie III. 100 bi, 150 M. Lohn. 2.90 M, in Klasie IV. über 150 M. Lohn. 3,40 M. Ein Antrag der Vertrauensleute der Reichsdruckerei, dem Zeulralvorstande bis auf wetreres die Mitgliedsbeiträge z u sperren, wurde bis zur nächsten Mitgliederversammlung ver- tagt, weil die OetSverwaltung Berlin bereits eine Denkschrift an den Beirat des Verbandes bat ergehen lassen, die auf die Be- schlüffe deS Verbandslages Bezug nimmt und auf die drohenden Gefahren hinweist, die zu erwarten sind. Ebenso hat� sich da» Graphische Kartell in dieser Angelegenheit an den Gewerkschaftsbund gewandt, um eine Zusammenkunft der in Frage kommenden In- stanzen herbeizuführen. Ein Antrag, an die Ortsverwaltunq für geleistete Ueberstunden 50 Proz. von dem Verdienst abzusühren, um daS Geld den Arbeitslosen zu überweisen, wurde dem Graphi- scheu Kartell zur Beratung überwiesen. Betriebsräte des Tentschen MetallarbeiterderbanbeS k Am Z., ß. und 7. Oktober findet in der„Neuen Weto der RcichsbetriebSrätc- Konstreh statt. Aus diesem Grunde sind IN der Schulaula, Kovpenptatz 12, an folgenden Tagen die GrupvcnbctriebSrätc-Bersammlungen einbernien worden. 1. Kruppe am Dienstag, den 21. September, nachmittag? S Nbr. 9. Gruppe am Dienstag, den 21. September, abends Kst, Nbr, 3. Gruppe am Mittwoch, den 22. September, abends 7 Uhr. 4. Gruppe am Donnerstag, den 23. September, nachmittags 5 Ubr. 5. Gruppe fein- schließlich VerkebtSgewerbe) am Freilag, den 24. September, nachmittag» 5 Uhr. 6. Gruppe am Sonnabend, den 25. Sepicmber, nachmittags 3 Uhr. 7. Gruppe am Sonnabend, den 25. September. nachmittag« 5 Uhr. 8. Gruppe am Montag, den 27. September, nachmittags 5 Uhr. 9. Gruooe am Montag, den 27. September, abends 7 Uhr. Tagesordnung: Wahl der Delegierten zum RcichSbetriebsräte-Kongreß. Es iit Pflicht eines jeden atlisen Betriebsrats, in diesen Versammlungen pünktlich zu erscheinen, da die Aula srübzeitig geräumr werden muß. Verb mdSbuch und Betriebs- ralS-LegUimalionSkarte in vorzuzeigen. Odne dieses kein Zutritt. Deutscher Transportarbeiter- Berban». Lederbranche. Handelsarbeiter auS allen Betrieben der Schuhsabrikation. Heute, am 21. September, nachmittags 5 Uhr: Gruvpen-Versammiung ber Schreiber, Holzmarltsw. 55.— Nporhekenarbeiter. Mittwoch, den 22. September, abends 7'/, Uhr. in Wilk-S F-stsälen, Sebastianstr. 39: Versammlung. Tagesordnung: Bericht von den Verhandlungen vor dem S'rlichtungSaiisschuß Krog-Berlin. Abstimmung über Ablehnung oder Annahme des gefällten Schiedsspruchs. Deutscher Werkmetsterverbaad. Mittwoch, den 22. September, abends 7 Uor, in den Germama-Festsälen, Chausseeslr. 110: Große allge- meine Werlmciiter- Versammlung. Tagesordnung: DaS einheitliche An- gcstelltenreckt. Reserent: Dr. H. Poitboff. Zentralverband der Angestellte». Fachgruppe 7o(schuh- waren). Mitgliederversammlung heute abend 7'/, Uhr im VerbandSlokal (blauer Saal). Belle Alliance-Straße 7/10, 2. Hos links, 3 Treppen. Fach» g r u p p e 4o(Berussgenossenichasten). M'tgliedcroersammlung heute abend 6 Uhr im Schullheiß-Äusschank, Neue Jakobltr. 24/25. Nechtsauwaltsangestellte. Donnerstag, den 23. September, abends 1ll, Uhr, im„Rojentbaler Hos", Nosenthaier Straße 11/12, wichtige Versammlung. Vcrantw. für den redakt. Teil: Dr. Werner Pciscr, Chariottendnr»: slir Anzeigen: Td. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärls-Äerlag(S. m. 0. H., Berlin. Druck: Aar» wärls-Buchdruckerei u. Terlagsoniratt Pavi Finger u. Co.. Berii.r. Lindenitr. a. Hierzu 1 Beilage.__ ■umju iSSGKA Was ist«SSV», J und was will der Sozialismus?............ 0,60 M. Kautsky und Schönlank; Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie......... 1,20„ Felden; Kirche, Religion und Sozialdemokratie 1,80„ Schulz: Sozialdemokratie und Schule....... 2,40„ Wir Volksschullehrer und die Sozialdemokratie 1,20„ Beamtenschaft und Sozialdemokratie....... 0,25„ Frauenstimmen zu den Zeitfragen......... 2,75„ Die Frauen und der politische Kampf....... 1,20„ Stampfer; Religion ist Privatsache......... 1,80„ „ Verfassung, Arbeiterklasse und Sozialismus 1,80„ Bernstein: Winschaftswesen u. Wirtschaftswerden 6,00„ Lassalle; Arbeiterprogramm............. 2,40„ BuchhandlungVorwärts, Berlin, Lindenstr. 3 Perleil, stlatln. Gold 3ructi ■— kauft— „Veritas4* Jägerstr. 10. Kuck's' höhere Piivatschule u. Vor- bereitungs-Anstal:. Vorschule— Pension. Nürnberger Str. 2, am Zoo. Gesundung...» Sauerstoff ■ ein durchaus natürliches, völlig unschädliche« Heilversahrm, I Nerven- u. Sloffroechseilrankheiten''"' ■ Magen- u. sowie Lungen Darmleiden, Zuckertra: Halsleioen.— I SaÄrsl Gr. 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