Nr.4S2 ♦ 37. Fahrgang Ausgabe A Nr. 104 BezunSvretS- 8 ertHtfitjrLSO,— 3HU,monatl.lO,— 3JK. frei m« giaus, oormtB, ahlbar. Poft- bejug Monatliib 10,— Mi. etfL Ru> ftellungsgeoühr. Unter Äreunbonb für Seutldilonb und Oefterteidi 10/0 M!» für das übrige Äuslanb bei taglich einmal. ZuÜellunb 2150'» Pallie» ltellungen nebmen an Oesterreich, Ungarn, Tscheche-Elowalei, Dane- matt, zollanb,-membutg, ödimeben unb Me Schwei».— iinqcttoaen in bie Dost» Zeitnna» Preisliste. Der„Dorwärts� mit der Sonntag» beilage»Voll u. steif encheini woMen- laglich iweimoi Sonniags und Mon- tag»-inmai Teiegramm-Adresta �iozialdemotral verlin» Morgen Ansgabe c ) berliner Oollie»lileltt AnzeiffeuPretS: Die achtgelpaliene Nonvareill ereile loste tZ.— M., Teuerungszulchlag 50°/o. .»leine Anzeigen», das ikit- gebrückte Wort 1,— M. izulässig zwei lettgebruilte Worte), iebes weitere Wort 00 Pfg. Stellengesuche unb Kchiafstelleuauzeigeu das erste Wort 05 Pfg» iebes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen sür iwei Worte. Teuerunaszuschlag 50°/> �amilien-Anzeigen für Abonnenten geile 2,— M. polittlche unb ge- werlichaftliche Vereins-Anzeigen 8,— Ml. die Feile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer wüsten bis S Ahr nacl mittags im hauptgeschält. Berlin SW Z. Linden- -- strage 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends Zentralorgan der sozialdemokratischen parte» Deutschlands Neüaktion und Expedition: EW. 68, Lindenstc. Z. scernivrerüer: Amt Moritivla«, Nr. lli» i>0— liil i»7. Reaktion unö Entwaffnung. Verteilung von Waffen an die Agrarier.— Tie Tätig- keit der Landtvirtschaftskammern.-y Tas NeichS- vcrtvcrtungsamt als Helfershelfer. Die Bevölkerung ganz Deutschlands wird zur Waffen- abgäbe aufgefordert. Das Entwaffnungsges etz, das bereits länger Geltung hat. sollte eigentlich besonders in jenen Kreisen, die es wissen müssen, das Bewufftscin gestärkt haben, daß ein Verschieben von Waffen nach Schaffung dcö Gesetzes, ohne sich strafbar zu machen, nicht mehr möglich ist. Unbeschadet dessen hat aber die Ankaufs stelle Neu- Haldensleben der Landwirtschaftskammer sür die Provinz Sachsen noch am 6. d. M. einen schwunghaften Handel mit Karabinern ge- trieben. Ein Mitglied der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei aus Magdeburg hatte gelegentlich einer Ver- sammlung in Neuhaldensleben dieses in Erfahrung ge- bracht und meldete es sofort der zuständigen Behörde. Kriminalbeamte, die am 6. September in Neu- Haldensleben erschienen, nahmen sofort eine Haussuchung bei der Ankausstelle der Landwirtschaftskammer vor und fanden in einer Kiste im Privatzimmer des Geschäftsführers 7 Karabiner, Modell 98. die beschlagnahmt und sofort vernichtet wurden. Bei der Haussuchung, die nun abgehalten wurde, wurde recht interessantes Material entdeckt. Zunächst fand man folgenden Brief: Landwirtkchaftskammer für die Provinz Sachsen. Central-Anlaussstelle sür landw. Maschinen u. Geräte, Halle-Saale. Lln die Eenttai-AnlausSsielle Neuhaldensleben. Tageb. No. Th/a. 11 364. Halle, den 30. 4. 1920. Das uns zugesandte Schreiben des Herrn RevierfötsterS Heim berg, Fotsthaus Birkholz, Post Tangerbüne, geben wir anbei wieder zurück mit dem Bemerken, dost im Laufe der nächsten Woche von hier aus im Austrage der Forstableilung der Landwirtslbaft« kammer für die Provinz Sachsen b7 Karabiner zugehen werden, sowie Munition hierfür. Diese Karabiner sind an nachstehende Adressen zu verteilen: 1. Förster H a a s e, Briest bei Tangerhütte....... 2 2. F. A. v. Göhl er. Rittergutsbesitzer, Aichtau..... 6 8. v. Thümen, Ritm.. Waidrogäsen. Post Theesen, Bez. Mgdbg. 2 4. v. Rohr, Ritiergutsbesitzer. Hohenwulsch i. d. Allmark.. 3 b. Graf v. Alvensleben, Erxleben II, Kr. Neuhaldensleben 3 6. Forstausieher Frd. Jordan, Sommerschenburg.... 1 7. L. Graf v. Alvensleben. Erxleben I....... 6 8. Wilh. v. B e lr h e i m, Nitterg. Gr.-Barielsleben. Bez.Braunschw. 3 9. Graf v. d. Schulenburg» Altenbausen....... 2 10. v Lübbecke, Ritterguisbes., Marienborn. Kr. Neuhaldensleben I 11. Graf v. d. S ch u l e n b u r g« Wolfsburg. Kreis Gardelegen 14 12. Kammerberr v. Jtzen plitz in Jerchel, Kreis Stendal.. 1 13. Förster Oskar Treuter, Dornburg bei Prödel.... 2 14. Revierjäger H. Möller in Schwaneberg. Bez. Magdeburg 1 15. Rittergui-Zbesiser S ch ä f e r, Kehnert a. E....... 2 16. Reviersörstcr Theodor Metz, Harbke b Helmstedt.... 5 17. Ritterguisbes. E.H a ck e m e y e r, Riitleben.PostGr.-Apenburg 8 18. Rev.-Förster H e i m b e r g, Forsth. Birkholz, Post Tangerhütte 1 zusammen Siück 67 Die Forstabteilung hat die Borgenannten direkt benachrichtigt die Karabiner in Neuhaldensleben abzuholen und zwar gegen Zahlung von 45 M. pro Stück. Die Munition, für welche Ihnen der Preis noch genannt wird, ist besonders zu berechnen. Die Forstabteilung hat den Fehler begangen, den vorgenannten Stellen zu früh den Auftrag zur Abholung zu geben. Ceniral-Ankaufsstelle. Unterschriften. AuS diesem Briefe geht hervor, daß man also seit April diesen Handel mit Waffen trieb. Ein zweiter Brief, der ge- funden wurde, hat folgenden Wortlaut: Landivirtichaftskammer für die Provinz Sachsen. Central-Ankatkisstelle für landw. Maschinen und Geräte, Halle-Saale. An die Central-Aukausstelle Neuhaldensleben. Tageb. Nr. TH/A 14 8 9 4. Halle-Saale. den 26. 6. 1920 Auftrag Nr. 01018. Es sind am 22. Juni d. I. in Kiste Nr. 13284 57 Karabiner an Ihre Adresse zur Ablieferung gekommen. Die Bertcilung soll im Austrage der Forstabteilung an Hand beiliegender Aufstellung erfolgen. Die Karabiner kosten M. 45.— das Stück und sind zu dieiem Preise auch an die in der Ausstellung genannten Adressen zu berechnen. ES dürfte sich empfehlen, wenn bei Abholung die Gewehre sehr sorgfältig in Papier verpackt werden, damit die Abgabe unauffällig geschieht. Weiter möchten wir Ihnen raten, nur eine ganz vertraute Person mit der Abgabe zu beauftragen. Am besten werden die Waffän in daS Privatgeschäftszimmer gestellt. Sollten durch die dortige Polizeibehörde»der durch Ber- aulaffung einer Gewerkschaft irgendwelche Schwierigkeiten erhoben werden, so bitten wir beiliegende Abschrift der von hier aus eingeforderten polizeilichen Versanderlaubnis vorzulegen. Hochachtungsvoll Central-Ankaufstelle. Unterschriften. Aus diesen beiden Briefen geht nun hervor, daß die Karabiner lediglich ifcl» die Groß-Agrarier bzw- deren Förster, also gleichfalls sür die Agrarier geliefert wurden. Daß die nötige Munition nicht fehlen durfte, ist selbstverständlich. Für 4 5 M. kann man bei der Landwirt- schaftskanimcr eine solche Waffe erstehen, während das Reich 199 M. für abgelieferte Waffen zurückbezahlt. Daß der Waffenhandel nicht sauber und nicht einwandfrei ist, be- weist der zweite Brief, der ja zur größten Vorsicht mahnt, und als Schutz einen polizeilichen Erlaubnisschein angibt. Dieser polizeiliche Erlaubnisschein wurde dann auch bald gesunden und sei des Kuriosums wegen, hier wiedergegeben: Bescheinigung! Damit der Versand der der LandwirischaftSkammer für die Provinz Sawsen in Halle vom NcichsverwcrtungSamt zur Ber« teilung an Privatforstbeamie der Provinz Sachsen und des Regierungsbezirkes Kastel überwiefetten 198 Karabiner mit je 100 Patronen nunmehr erfolgen kann, wird hiermit bescheinigt, daß die Beschlagnahme der Waffen aufgehoben ist, da eine straf- bare Handlung nach irgendeiner Richtung hin, nicht vorliegt- Halle-Saale, den 11. Juni 1d'20. gez. R e i w a n d, Stadtrat, Polizeidezernent. Dieser Erlaubnisschein beweist nichts Geringeres als das, daß das Reichsverwertungsamt gleichfalls hinter der Sache st eckt und daß man vom Polizei- Verwalter in Halle ein Schriftstück herausbekommen hat, das dieser unter keinen Umständen geben durste, vielmehr sofort Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstatten mußte. Das Tollste aber ist, daß der Aussteller dieser„Bescheinigung" kein anderer als der bis- herige Polizeidirektor von Halle, ein recht lautes und hervorragendes, sowie führen- des Mitglied der U. S. P. D. ist! Nach diesen inter- essanten Briefen und Feststellungen ist nun der Geschäfts- führer der Ankaufsstelle Neuhaldensleben vernommen worden, und dieser hat erklärt, daß er neben den Adressen, wo er Karabiner abzugeben hatte, auch vier Sendungen nach außer- halb verschickt und als Wellen deklariert hat. Im übrigen berief der Mann sich auf die Briefe der Kammer und glaubte, daß der ganze Waffenhandel völlig einwandfrei ist. Die ganze Angelegenheit ist dem Staatsanwalt beim Rcichswehrgruppenkommando l, Berlin, übergeben worden, und man darf wohl neugierig sein, ob der Herr Staatsanwalt gegen diesen Waffenhandel einschreiten wird. Jetzt, während der Entwaffnungsaktion, wird immer wieder von rechts der Ruf ausgestoßen, daß nur die Rechte entwaffnet wird, die Linke aber die Waffen behält. Wie vor- stehendes Bild zeigt, ist die Rechte noch bewaffnet worden, als das Entwaffnungsgesetz bereits bestand, und auch heute beweist die ganze Waffenabgabe, daß es in der Hauptsache Arbeiter sind, die bisher die Waffen ab- gegeben haben. Wie uns auS vielen Teilen des Reiches gemeldet wird, werden in ländlichen Bezirken nur wenig Waffen abgegeben, und auch dort, wo welche abgegeben werden, nur von Arbeitern. Die Herren Ritter- gutsbesitzer mit den adligen Namen haben es bis heute aber nicht für nötig befunden, dem guten Beispiel der Arbeiter zu folgen. Keine Hoffnung auf Amerika. Brüffel. 23. September.(WTB.) In der NachmittagSsitzung erklärte der Delegierte der Vereinigten Staaten, Boy- den. fein Land fei zu großer Verficht genötigt, da es sich gegenwärtig in einer Wahlperiode befindet. Seine per» sönliche Meinung gehe dalin, daß die Konferenz Ergebnisse haben werde. Sie werde iinanzielle und wirtschaftliche Grund- sätze aufstellen, die zwar nicht die Wissenschaft der in Brüssel ver- tretcnen Finanzleut« erhöhen, aber doch auf die öffentlich« Met- nung der verschiedenen Länder Emflufr haben würden. Di« Kon- ferenz könne kein Heilmittel für alle Leiden der Gegenwart erfinden. Staatssekretär Bergmanns Redcmit Beifall aufgenommen In der gestrigen Plenarsitzung der Konferenz sprach nach dem Amerikaner Bohdän der Führer der deutschen Delegation, Staatssekretär Bergmann vor dichtbesetztem Hause. Laut W.-T.-B.-Teleyramm hielt Bergmann seine Rede ruhig und gelassen und das Haus folgte seinen Worten mit größter Aufmerk- 1 a m k e i t. Ms vr geredet hatte, wuvde ihm allseitig Bei- fall zuteil. Vorwärts-Verlag G.m.b.H., EW. öS, Lindenstr.Z. Fernfvrechert Amt Moritipln«, Nr. 117 88—54. die politische Lage in Frankreich. Von Jean Longuet. Der folgende Aufsatz ves Führers des französischen „Zentriims", Jean Longuet, der durch den„Inter- nationalen Meinungsaustausch" der sozialistischen Presse Deutschlands übermittelt wird, gewährt einen überaus lehrreichen Einblick in dte Auffassungen der französischen Parteimitte. Wir g�ben ihn daher sehr gern wieder, ob- wohl wir, wie kaum näher ausgeführt zu werden braucht, die Bewunderung des Genossen Longuet für vaS bolsche- wisttsche Rußland nicht teilen. Longuet hat sich noch nicht, wie Dittmann, zu der Wahrheit über Rußland durchgerungen. Wer den Massen Bewunderung für das Werk der Bolschewik! einflößt, kann sie von der Unterwerfung unter Moskau nicht zurückhalten. Nur wer den kritischen Abstand wahrt, wie wir eS getan haben, kann die Bewegung des»est- europäischen Sozialismus selbständig erhalten und ver- hüten» daß sie nach den Erfolgen der Sowjetherrsckzaft be- urteilt wird. Red. d.„Vorwärts". Die gegenwärtige politische Lage in Frankreich wind weiter in sehr hohem Maße von den bejammernswerten all- gemeinen Wahlen vom 19. November des letzten Jahres beherrscht. Diese haben infolge eines Zusammen- trefscns von Umständen, ans die wir hier nicht zurückkommen wollen, die überwältigende Stimmenmehrheit jenem sonder- baren Gemenge von kleinbürgerlicher Reaktion, albernem Chauvinismus und zynischer Geldsackherrschaft gegeben, das man den„Nationalen Block" nennt. Dieser Block wieder wird verstärkt und unaufhörlich in immer reaktionärere Bahnen vonvärtsgestoßen durch das rein monarchistische und klerikal« Element, dessen Urbild ein Journalist der niedrigen Polizei- Polemik ist, der höchst unwürdige Sohn eines großen französi- schm Schriftstellers. Herrn L6on Daudet. Die Kammer des Nationalen Blocks, zweifellos die reaktionärste, die Frankreich feit 1871 oder selbst feit 1815, der Wiedereinsetzung der Bourbonen, gekannt hat, zeigt, daß einzig der militärische Sieg diesem Lärche ein so reaktionäres Parlament geben konnte, wie jenes war, das ihm die Niederlage eingebracht hatte. An solchen Abgeord- neten finden Herr Millerand und seine Regierung nicht nur gar kein Gegengewicht und gar keine demokratische Kontrolle, sondern sie sind im Gegenteil sogar häufig gezwungen, den schädlichen Uebereifer jener Vertreter der rückschrittlichsten Ideen zu mäßigen. Das bat man eben erst recht gut beobachten können bei! Gelegenheit der Machinationen unserer Regierung gegenüber dem imperialistischen und klerikalen Polen und seinem unentschuldbaren Angriff auf die Sowjetrepublik. Die Re- gierung des Herrn Millerand hat sich sofort Hals über Kopf in die Abenteuer der polnischen Feudalen gestürzt. Sie hat die kriegerische Aktion gegen die russische Republik unter- stützt, nicht nur indem sie den polnischen Armeen fortgesetzt Gewehre, Geschütze und Munition schickte, sondern auch da- durch, daß sie der polnischen Regierung auch den General Weygand zur Hilfe sandte. Man weiß, welche Rolle diese? in der neuen polnischen„Marneschlacht", von der unsere großen kapitalistischen Zeitungen sprechen, gespielt hat. Seine Anwesenheit hatte zweifellos den Zweck— trotz des Widerstandes Englands, dessen Regierung die starke Opposition der organisierten Arbeiterklasse spürte—, den Krieg gegen das sozialistische Rußland schärfer und rücksichts- loser durchzuführen. Man hat aber das Erwachen der öffent- lichcn Meinung nicht verhindern können, die sich im ganzen Lande erhob, selbst autzerbalb der Kreise, mit denen die Sozialistische Partei und die Gewerkschostsorganisationen in engerer Fühlung stehen. Der Kampf gegen den Krieg mit Ruß� land, die Auflehnung gegen den bloßen Gedanken, daß der verfluchte Krieg wieder die Länder von einem Ende bis zum andern überziehen könnte, entsprach zweifellos dem tiefen Gefühl der Volksmassen. U eberall in den sozialistischen Ver- sammlungen fanden sich Tausende und aber Tausende von Zuhörern ein. Bei all denen, die den furchtbaren Albdruck der vier Jahre Weltkrieg erlebt haben, gab eZ ein Aufbäumen der Empörung bei dem Gedanken, daß„das wieder ansangen könnte". Neben diesem Faktor hat ein zweiter mächtig mit» gewirkt: das Gefühl inbrünstiger Liebe für die erste große sozialistische Republik, die die Welt je gesehen hat, ein Gefühl, das sich überall in der ganzen Welt bei den zum Bewußtfein ihrer Klaffeninteressen erwachten Massen offenbart. Diese Bewegung war so mächtig, daß sie trotz des wilden Hasses unserer besitzenden Klasse gegen das schädliche Bei- spiel, das Rußland den Proletariern gller Länder gibt, eine unbestreitbare Reaktion in den Regierungskreisen herbeige- führt hat. Man fühlt dort, daß es bei alledem nicht nötig fei. dem Volksempfinden allzu öffentlich Trotz zu bieten. Wenn man dabei noch der täglich sich mehr offenbarenden Niederlagen des Abenteurers Wrangel gedenkt, den Herr Millerand abgeschmackterweife mitten in der Krisis anerkannt hat(man sagt, unter dem Einfluß eines Diplomaten, der fliinj durchdrungen ist vom Reoftiommsmus der Karriere, Herrn Paleologue, des ehenialrgen Gesandten bei Nikolaus tl.), sowie des Zusammenschlusses der„Kleinen Gntcnte", bestehend aus der Tschechoslonxikei, den Jugoslawen und Rumänien gegen das Weiße Ungarn, deren Be- nehmen gegen unsere führenden Reaktionäre ein wenig unabhängig ist, so wird man die Gründe verstehen, die die Herren unserer„großen Weltpolitik" zu etwas mehr Bescheidenheit ermahnten. Trotz alledem geben diese Ereignisse wie auch die inneren inirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten, das immer erschreckendere� Steigen der Lebensmittelpreise(das sich für die Volksmassen in der Erhöhung des Brotpreises auf 1,30 Frank für das Kilo zeigt), die immer zynischeren Zugeständnisse an den Klerikalismus, für die die demnächstige Wiederherstellung der Gesandtschaft bei dem Vatikan als Synibol erscheint, der Sozialistischen Partei ein bemerkens- wertes Feld für Propaganda und Werbung. Um so trost- loser ist es, feststellen zu müssen, daß die Debatten und Kon- troversen, die aus Anlaß des Eintritts in die Dritte Internationale in der Partei stattfinden, dem Sozia- lismus den ganzen Vorteil, den er aus einer solchen Situation ziehen könnte, zu rauben drohen.' Es ist nicht zu bezweifeln, daß infolge der schmerzlichen Niederlage des allgemeinen Ausstandes, der am 1. Mai unter den l e i ch t s i n n i g st e n und u n g e s ch i ck t e st e n B e- d i n g u n gen veranlaßt wurde, eine ziemlich starke Reaktion sowohl in den Parteigruppen als auch in den Gewerkschafts- Organisationen eingesetzt hat. Ter beträchtliche Verlust an Stimmen, den die extreme Linke beim letzten Nationalrat im Juli erlitten l)at, bewies, daß der kindische und in y st i s ch c„E x t r e m i s m u s", der ziemlich oft das Kennzeichen der erbittertsten Parteigänger der bolsche- wistischen Methoden war, sich im Rückgang befand. Das hinderte das Proletariat nicht, sich ganz der Verteidigung der russischen Revolution hinzugeben. Zeigt das Beispiel Eng- lands nicht, daß man mit äußerster Energie gegen die Henker Rußlands kämpfen kann, ohne deshalb auf rein sozialistischem Gebiet unterwürfig alle Direktiven aus Moskau anzunehmen? Tie Rückkehr von Cachin und Frossard aus Ruß- land hat alles wieder in Frage gestellt. Unsere Genossen haben, begeistert von dem gewiß einzigen Werk unserer russischen Genossen, von der bisher unbekannten Größe des sozialen Versuchs, den sie tragen, die Ueberzeugung gewonnen, daß man in die Moskauer Internationale eintreten müsse, selbst uni den Preis der schwersten Opfer, die von uns in unserer sozialistischen inneren Politik verlangt werden könnten. In Wahrheit herrscht in der ganzen Debatte noch eine bedenkliche Zweideutigkeit. Anstatt der 21 Bedingungen, die der Unabhängigen Sozial- deni akratischen Partei Deutschlands auferlegt worden sind(und wie es scheint auch den Sozialisten der meisten anderen Länder), haben Cachin und Frossard den französischen Sozialisten neun vom Moskauer Präsidium ab- gefaßte Bedingungen vorgelegt, die unendlich viel gemäßigter klingen und keine summarischen Hinrichtungen und brutalen A u s s ch l i c ß u n g s forderungen gegen alte und erprobte sozialistische Kämpfer, nichtsdestoweniger aber noch eine gewisse Anzahl von gefährlichen Klauseln ent- halten. Bevor man die Debatte weiter fortsetzt, ist es nötig y» wissen, ob der französische Sozialismus sich wirklich zu diesen besonderen Bedingungen äußern soll, oder zu den all- gemeinen in der„Freiheit" veröffentlichten- Bedingungen. die die Unabhängigen Sozialisten Deutschlands so entschlosten ablehnen zu wollen scheinen(? Red. d.„Vorwärts".) und die die Parteileitung der Schweizer Sozialisten rntd der englischen Unabhängigen Arbeiterpartei schon mit Entrüstung zurück- gewiesen haben. Tie. Debatte ist anderseits häßich verbogen und kompli- ziert geworden durch die Art und Weise wie die bürgerliche Hafte in öer Philharmonie. K onz e r t-Um sch au. Auch Berlin hat seine Gastlichkeit, seine Liebe und Anhänglich. keit. Alan kennt zwar den dürren Ton des Beifalls, der einem guten'Bekannten als Ansporn auf das Podium heraustönt, man kennt die Salven, die dem Götterliebling, dem Star, der Mode- Berühmtheit entgegendonnern, man kennt den Jubel der Pensionate, wenn es gilt, den uiiverkleideten Tenor des Theaters mit Blumen zu bewerfen. Man kennt das und wendet sich von der Lautheit ab, die in erhitzter Einförmigkeit und Langeweile absterben dürfte. Aber es gibt auch im Willkommen einen Gruß, den das Herz ünaufschickt, einen lebendigen, ungezügelt heißen Beifall, der aus .wchwallender Stimmung, nicht aus Rausch und Wort geboren ist. lnd der galt in der verflossenen Woche zwei lieben Gästen, die .nan lange in Berlin vermißt hatte und die man in frohem, dank- 'arem Zuruf feiern wollte: Fritz Ä reisler und Ernst Kuu- w a l d. Sie werden beide im Siurm eines Massenbeifalls gefühlt baben: Hier ist Liebe, Erinnern, Dankbarkeit. Das wäre das rein Menschliche, daß die Musiker dem Kollegen zuströmen, der sie uiährend des Krieges iu herrlich uneigennütziger Weis« unterstützte, daß die amerikanischen Auslandsdeutschen aller musikalischen Er- Hebung gedenken, die ihnen auch in Stacheldraht-Verzweiflung ein ideal-stolzer Dirigent brachte. Nun aber das Letztentscheidendc: wie steht es um ihre Musik? Kurz gesagt so, daß Kreisler neben Vescey nun wohl der Meisler aller Ghgeiimeister genannt werden kann, von einer Reinheit des Stilempfindens. die ihn ohne Straucheln von Bach bis Dvärak leitet, von einer beglückenden Rundung und Beseeltheit des Tons, von einer unfehlbaren An- sprechbarkeit des BogenS und jener tödlichen Sicherhest der linken Hand, die den Hörer in lächelnde Ruhe zwingt. Und der Pracht- volle Künstler spielte auch hier wieder der Wohltätigkeit viele Tau- sende zu. Ernst K u n w a I d ist älter, unter Leid und Entbehrung, in politischem Schmerz grau geworden. Aber sein Arm blieb ge- Icnkig, spürsam, bebend, sein Gedächtnis ohne Fehl. Wohl pointiert er, deutet, untermalt in der romantischen Sinfonie Bruckners die dynamischen Gegensätze überstark, verwischt die Einsamkeit uns rätselhafte Melancholie des demütigen Meisters, aber die sich über- stürzende Jagdbewegung, das Mannhaft-Bauernmäßige, das Heid- nisch-Robuste des 3. und 4. Satzes zeigen die ganze Größe des modernsten Diatonikers in schärfstem Umriß. Die außerordentliche Plastik in der Interpretation KunwaldS riß die Hörer und erst die Philharmoniker, seine alten Getreuen, in begeisterte Bewegung. « Ein dritter Gast: Bruno Walter aus München Dirigiert das erste der acht geplanten„Meisterkonzerte" in der Philharmonie, verschreibt sich W ü l l n e r als Sprecher des Egmont und gibt sein Eigenstes in der Pastoral-Sinfonie Beethovens. Er ist das dio- metrale Gegenteil von Kunwald. Auch das Energischste der The- «Ä erhält eins Lingezde Weichheit, auch daS Härteste eine stau- Presse sich hineinmischt, indem sie nämlich all denen, welche die Moskauer Bedingungen diskutieren und� kritisieren wollen, ihre Schutzherrschaft ongebeihen läßt, die jene mit Ekel zurückiveisen. Die ganze Taktik unserer herrschenden Klasse besteht augenblicklich darin, das Problem der Wieder- aufrichtung der Internationale, des Eintritts in die Mos- kauer Internationale mit dem Kampf der ganzen kapitalisti- scheu Welt gegen das sowjetistische Rußland zu vermengen. Das schafft eine Zweideutigkeit und eine Verwirrung, gegen die die Gegner gewisser bolschewistischer Methoden, die aus deniGebietderAußenpolitikzudentreuesten Verteidigern der Sowjetrepublik gehören, nicht lebhaft genug ankämpfen können. Leider haben gewisse Elemente in der französischen Gc- Werkschaftsbewegung, so Merrbeim, der Sekretär der Metall- arbeiter, und Bartuel, der Sekretär der Bergarbeiter, in Er- bitterung über die-Heftigkeit der Angriffe, die sie von feiten der extremen Linken erfahren haben, den schweren Fehler begangen, scheinbar� gewisse schändliche Verleumdungen, deren Gegenstand die rupische Revolution von seiten ihrer schlimm- sten bürgerlichen Feinde gewesen ist, aus ihre Rechnung zu nehmen. Es ist sehr zu wünschen, daß inmitten all dieser Stürme der französische Sozialismus seine Einigkeit, die seine Kraft und sein Stolz ist. bewahrt. Wenn sie unglücklicherweise verschwinden sollte, so würden unsere russischen Genossen, für die wir so viel gekämpft haben, eine schwere Verantwortung tragen, nicht nur gegenüber unserer Bewegung.� sondern gegenüber der russischen Revolution selbst. Diese würde damit in Frankreich die einzige Kraft verlieren, die die An- schlüge unserer Regierung gegen sie aufhalten könnte. » Das Hollandsch Nieutvsbureau versendet soeben folaende überraschende Nachricht, für die wir ihm die Verantwortung überlassen müssen: In einer Rede in Lillr hat daS franzS fische kommunistische Kammermitglied Cachin erklart, daS russische Sowjet» system nicht mehr vertreten zu können» so wie er es bis jetzt getan habe. Er erklärte, die Sozialistische Partei hätte unter den heutige» Umständen eine neue Taktik zu befolgen. E r g e- st and, daß die russische Revolution Opfer in un- gekannter Zahl gefordert e. Da Cachin bisher ein unentwegter Jünger Moskaus war, wäre diese Bekehrimg, wenn sie wirklich erfolgt sein sollte, aicherordentlich bemerkensivert. Einigung über Sie preußische Verfassung. Durch Besprechungen unter den Mehrheitsparteren sind heute, wie die„P. P. N." erfahren, die l e tz t e n H i n d e r- nisse aus dem Wege geräumt worden, die der Ver- abschiedung der preußischen Verfassung durch die feste Mehrheit von Sozialdemokraten, Demo- traten und Zentrum im Wege standen. Wenn auch noch die formellen Zusftmm-ungserklärungen der Fraktionen ausstehen, so kann doch die Einigung als vollständig betrachtet und angenommen werden, daß die ganze Verfassung in allen ihren Bestimnnmgen von den drei Mehrheitsparetien einmütig und ohne weitere Verzögerung angenommen wird. Die letzten Schwierigkeiten bot bekanntlich die Auto- no.mie frage..Sie wurden überwunden, indem die Mehr- heitsparteien sich auf folgende Anträge einigten: Artikel 32 der Verfassung soll folgenden Zusatz erhalten:„Bis zur Durchführung der in Artikel S8 vorgesehenen Gesetzgebung (Selbstverwaltung der Provinzen) find die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten im'Eindernehmen mit dem Prodinzial- ausschuß zu ernennen." Unter Provinzialausschuß ist hierbei nicht der gegen- wärtige Provinzialausschuß zu verstehen, sondern der Pro- vinzialausschuß, der bestehen wird, wenn die Provinziallond- tage durch allgemeine und direkte Neuwahlen liche Linie. Er packt das Werk nicht an seinen Enden, an seinen Formen, sondern schwebt wie aus Flügeln in den Frieden, die Ruhe, das Naturhaft-Jdyllische hinein, glättet, dehnt, ja, ent- krästet die Tumulte, den Aufruhr. Dennoch: welch ein Meister im Gesang, welch ein zarter Rhythmiker, welche Mozartsche Einstellung auf Melodie und Kleinarbeit der Phrasen. Eine arbeitslose Wohl- tat, ihn zu hören. Eines letzten lieben Gastes sei gedacht. Er war nie auf dem Podium zu sehen» aber seit 20 Jahren saß er unter uns offenen Herzens, in stoher Genuhbereitschast» berufen zum Fördern und in seiner rechtschaffenen Art dazu geboren» AuS- wüchse zu geißeln, vor Abwegen zu warnen: Adolf Göttmann. der Musikkritiker der„Tägl. Rundschau", Vorsitzender des Zentral- Vereins deutscher Tonkünstler. Nun starb er, starb in den Sielen. Ein Freund, ein Könner, ein Mensch. Wir werden seiner nicht vergessen.-- Doch zurück zum Leben ruft Pflicht und Gerechtigkeit. Nur aus dem Saftstrom des Lebendigen rafft sich letzter GegenwartS- eindruck hervor. Da spielt Georg Bertram einen ganzen Abend Chopin» spielt nach der großen H-rnoII-Sonate 24 Präludien und 7 Etüden. Eine Glanzarbcit musikalischen Gedächtnisses. Aber das ist ja vielleicht nur erlernt. Bertxam gibt mehr: Mit dem gc- schmeidigsten Handgelenk, das heute die Klaviatur meistert, rückt er Chopin, den liebend Verträumten, den sehnsüchtig Aufatmenden in das abgeblendete Abendlickt eines intimen Salons. Wohl zwingt er auch dem nur noch pianistisch experimentierenden Meister der kleinen Einfälle aparte Glanzwirkungen ab. Aber der Virtuos haftet weniger im Auge als der Nachdichtende un Herzen. Die verhaltenen, schwebenden, in mittlerer Färbung wundervoll ab- gestuften Töne erhalten letzten Ausdruck. Ein wahrhast schön Spielender, und unter den Chopin-Deutcrn wohl jetzt der Beste. Seine Schülerin Fella R o o n s e l t kommt einem Mozart-Konzert (D-rnoll) mit Anmut, auch mit Andacht entgegen. Sie ist wohl jugendlich verliebt in Töne solcher Erquickung, aber sie nimmt Zierrat und Dekoration, die zum Wesen Mozarts gehören, noch zu leicht, ihr Ausdruck verliert sich in Hauptsachen und tastet am Gold der Nebengedanken und Durchführungen noch vorbei. Pia- nisftsch äußerst begabt, weist sie ihr Talent heute noch aus Werke von stärkerer linearer Struktur: Bach, Liszt» Beethoven. Hier ist auch des Russen Alexander Arsenieffs Heimat. Er zeigt im Liszt-Spiel Kraft und leidenschaftliche Hingabe, ist technisch West- gereist und setzt nur bei aller Bravour noch kein persönliches Wesen für seinen Meister ein. Aus der Fülle der ergiebigen Konzertwoche sei zum Schluß noch eines literarisch hochinteressanten Abends gedacht, den die„Ge- sellschast zur Pflege alter Musik" unter Leitung des rührigen und kundigen LenzewSki mit Raritäten von Dux» Mozart dem Vater, Amadeus und Johann Sebastian ausstattete. Neben dem kleinen Orchester war auch ein Solo-Trompeter(Ersatz für Feist) und die stimmtüchtige Altistin Maria Fuchs solistisch aufgeboten. Kurt Singer. Joseph in Hamburg. Der Entdecker des umstrittenen Joscpb- ManuskriptS, Prof. Piper in Hamburg, wird seines Fundes nicht froh werden. Goetheforscher wollen die Goethesche Her« kunst nicht anerkennen. Die berühmten Goetheschen Erben aber, die innner auftauchen, wenn e» noch etwa» Materielles zu ergattern gibt, geben zwar die Echtheit zu, aber nur, um Urheberrechte daran auf Grund des Verhält niswahlrechts zusammeitge- setzt finid. Das neue Wahlrecht für die Provinziallandtaga wird gleichzeitig mit der Verfassung verabschiedet werden. Der Abschnitt VH der Verfassung selbst, der von der Selbstverivaltimg der Provinzen handelt, wird folgende Fassung erhalten: „Artikel 58. Der Staat gliedert sich in Provinzen. Die Pro- vrnzen verwalten nach Maßgabe des Gesetzes durch ihre eigen«! Organe: a) selbständig die ihnen gesetzlich Miegensen oder freiwillig: von ihnen übernommenen eigenen Angelegenheiten(Sclbstver- waltungsangelegcnyciten), b) als aussütrende Organe des Staates die ihnen übertragenen staallichen Angelegenheiten (Austragsangeleyciiheitenl..___ Das Gesetz wird dem Kreis, der den Provinzen zur Selbstver- waltung überwiesenen Angelegenheiten(Selbstvcrwaltungsangelc- genheitcn) sowie der den Provinzen zur Ausführung überwiesenen Angelegenheiten(Auftragsangelegcnheitcn) erweitern. Die weitere Gliederung der Provinzen in Kreise, Städte, Land- gemeinden und andere Geineindeverbände, die Verfassung, Rechte und Pflichten der Gemeindeverbände regelt das Gesetz." Zur Erklärung sei bemerkt, daß§ oSa, der nach den Bc- schliissen erster Lesung für Gemeinden. Geuieindeverbände, Kreise, Städte und Provinzen das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht vorschreibt, aufrechterhalten bleibt. Diesen Beschlüssen wird der Versassungsausschutz ge- mäß dem Antrage der Mehrheitsparteien— eine Entschließung hinzufügen, in"der die Staatsregierung aufgefordert wird, mit tunlichstcr Beschleunigung eine Vorlage über die erweiterte Legislative und Exekutive der Provinzen gemäß Artikel 38 der Verfassung vorzulegen. Desgleichen werden die Mehrheitsparteien eine g e- m einsame Erklärung zu Protokoll des Verfassungs- ausschusses abgeben, daß die Durchführung der in Artikel 58 vorgesehenen Gesetzgebung die Bestellung eines u n m i t t e l- baren Staatsorgans für die Staatsaufsicht imd für die dem Staat vorbeholtenen Angelegenheiten in den Provinzen nicht ausschließt. Die zweite Lesung der Verfassung wird voraussichtlich am Mittwochabend, die dritte Lesung am Freitagabend er- ledigt werden. Ende Oktober spätestens wird der Bericht des Verfassungsausschusses der Vollversammlung zugehen. Ueber die Dauer derTagungderLandesver- s a m m l u n g wird im Aeltestenrat am Donnerstag vor- mittag entschieden werden. Obwohl die Jroktionen sich»och nicht endgültig festgelegt haben, kann als sicher gelten, daß man in den Mehrheiisparteien einmütig der Ansicht ist, daß anNeuwahlenindiesemJahrenichtmehrge- dacht werden kann. Aller Wahrscheinlichkeft nach wird die Landesversammlung versuchen, außer der Verfassung und dem Wahlgesetz sowie den dazu gehörigen vorläufigen Ver- waltungsreformen(Wahlgesetz zum Provinziaftandtag usw.) auch die Besoldungsgesetze, die D e ck u n g s v o r- lagen und den Etat für das laufende Jahr zu verabschieden. Deutschlanü und Spanien. Reichspräsident Eber! empfing gestern den neuen spani» schen Botschafter Don Pablo Soler Y Guardiola zur Ent- gegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Die Ansprache des Botschafters zeichnete sich durch eine Herzlichkeit aus, die man bei den bisherigen Empfängen van ENfeNtebotschaftern naturgemäß nicht oder nicht in diesem Maße verzeichnen konnte. Der spanische Diplomat sprach u. a. von der„Hauptstadt eines RoUeS mit hoch a nerka n n te n Eigenschaften des Geistes und des- Fortschrittes, mit welchem Spanien von ältershcr die besten Bezishungen unterhält". Da das deutsche Volk in dieser Beziehung in den letzten Jahren nicht gerade verwöhnt worden ist, so werden diese Worte des Lobes einen besonderen Widerhall bei ihm finden. Das hat auch Genosse Ebert in seiner Antwort, als er von den„für Deutschland so wohlwenden Worten" des Botschafters sprach, zum Ausdruck gebracht. geltend zu machen. Sie beanspruchen von allen neu entdeckten un noch nicht publizierten Werke Goethes noch jetzt die dem Auto (das heißt jetzt ihnen) zustehenden Rechte. Famoser Gedanke, daß ein ungefähr im Jahre 1784 entstandenes, vielleicht vom jungen Goethe herrührendes Werkchen. daS zu veröffentlichen sein Urheber nie beabsichtigt hat, nun 156 Jahre später den Herren Vulpius und Graf Henckel-Donnersmarck zinsen mutz, falls es ver« öffentlicht wird. Und ob und wie es veröffentlicht wird, darüber haben sie auch zu befinden. Es wird dieser krasse Fall hoffentlich eine Reform des Urheber- rechts beschleunigen, das Reich muß als Erbe solcher verjährter Rechte eintreten, falls hier überhaupt noch solche anzuerkennen sind. Damit wird dann überhaupt die Frage zu entscheiden sein, ob nicht die Verleger von den srcigeworoenen Schriftwerken ernen Prozentsatz abzuführen hätten, der der lebenden Literatur zugute käme. Tie Sterblichkeit in Petersburg. Auf den außerordentlichen Umfang der Sterblichkeit im heutigen Petersburg wird in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrist" hingewiesen. Die Sterbe- Ziffern, die 1914 22,5 auf 1000 Einwohner betrugen, waren auch schon im Frieden nicht niedrig. 1918 betragen sie schon 23,5, 1918 43,8, 1919 74,9 aus 1000 Einwohner. Diese Riesenzahl soll aber noch um 25— 30 Proz. hinter der Wirklichkeit zurückbleiben. Danach würde die Sterblichkeitsziffer in Petersburg 10 Prozent betragen. In Berlin beträgt die Sterblichkeitsziffer 13,6, in London 9,3, in Stockholm 10, in Amsterdam 8,4 auf 1000. Die Sterblichkeitsziffer ist also in Petersburg mehr als siebenmal so groß wie in Berlin, zehnmal so groß wie in London. Damit geht ein außer- ordentlicher Rückgang der Geburtenzahl Hand in Hand; dies« ist von 20,4 Geburten auf 1000 Einwohner im Jahre 1911 auf 13 im Jahre 1919 zurückgegangen._ Knustchronik. Die Gemäldegalerle Karl Nicolai, Berlin, Viktoria- straße 28», eröffnet Freitag, den 1. Oktober, eine Kollektivausstellung von Franz Winningen Bübnenchronit. Maria Jvogün vom Münchener Nationaltbeater wird unter ihren 15 Kastipieien an der StaatSoper von der zweiten Hülste Oktober an Bertha, Mimi,(Silda, Frau Fluih und Adele singen. Orgelkonzerte. Walter Fischer veranstaltet am Donnerstag, S Uhr. im D o m ein Orgelkonzert unter Mitwirkung von Solisten und der Streich- Trio-Vereinigung.— Zu gleicher Zeit gibt Otto Becker m der P o t S- damer Garnisoniirche seinen zweiten Bachadend. Borträge uud Borlesungen. Rudols Blümner trägt am Mittwoch. 7*14 Uhr, im»Sturm- expressionistische Dichtungen vor. Donnerstag spricht Mcrbau über„Withelm Wundt und die Entwicklung der Psychologie im 13. Jahrhundert- im Lessing-Museum. I. Thorn-Prttker ist als Leiter der Klaffe für Glasmalerei a» die Kunstgewerbeschule München berufen worden. Der Künstler, zweiselloS unter den deutschen Glasmalern zurzeit der stärkste, ist Holländer von Her« kunst. wirkt aber seit vielen Jahren in Deutschland. Sein Hauptwerk sind die GlaSsenster in der DreikönigSkirche in Neuß gegenüber Köln Die Tagung der entschiedene« Schülresormer in Lankwitz findet in den Ferien statt. Eröffnet wird sie Sonnabend, den 2. Oktober, 5 Uhr. mit Ansprachen und rhyihmischen Vorführungen. Die Konferenzen finden Montag. Dienstag. Mittwoch täglich g und 2 Uhr statt. Eintritt 1 Mark. Vorführung von L-Hrsilmeu, Ausstellungen und Besichtigungen stehen im Programm, ebenso eine Aufführung der.Antigone- durch Schüler(MM- woch. 7 Uhr). Programme und Eintrittskarte» durch Müller. Laukwi» Slfickftratze U. Nr. 482 ♦ 37. Jahrgang Heilage öes vorwärts Mittwoch, 2H. September 1920 GroßGerlln Hilfe beim Gberpräsiüenten. Die„roten Kettensprenger" haben in einem Schreiben den Obcrpräsidenten Dr. M a i e r angefleht, der Wahl des 2. Bürgermeisters, des Verkehrsdezerncnten, des Dezernenten für das Maschinenwesen, des Stadtschulrats und der 18 be- soldeten Stadträte die Bestätigung zu versagen, weil die Gewählten der im K 29 der Städteordnung geforderten fach- lichen Befähigung ermangelten. Die Deutsche Volkspartei beruft sich in diesem Schreiben auf eine Privatäuszerung des Oberpräsi- dcnten gegenüber dem Stadtverordnetcnvorsteher Dr. Wehl, wonach zu besoldeten Stadträten nur solche Persönlichkeiten zu wählen wären, die nach ihrer Berufsvorbildung oder nach ihrer langjährigen praktischen Betätigung als besonders sachverständig angesehen werden können. Nun ist der Begriff über die Sachverständigkeit der Ge- wählten bekanntlich sehr verschieden. Es wäre sicher nicht den zehnten Teil über die sachliche Eignung der gewählten Kandidaten gesprochen worden, wenn die Bürgerlichen von vornherein die größere Anzahl der Magistratssitze hätten für ihre Leute reservieren können. Denn eine so scharfe Sondierung nach sachlicher Eignung ist bisher in der kommunalen Geschichte Grotz-Berlins nicht vorgekommen. Uns ist bekannt, daß beispielsweise der Oberbürgermeister Dominicus— einer der Kritiker an den qualitativen Eigenschaften der vorgeschlagenen Kandidaten— als Oberbürgermeister von Schöneberg selber sehr enttäuscht hat. Dieser Herr kam seinerzeit als Beigeordneter von Straß- bürg i. Elf., allwo er von seinem Gönner, Herrn Oberbürger- meister Schwander aufgefordert wurde, sich um den Schöne- berger Posten zu bewerben. Und damit die Sache auch ge- lingen sollte, ersuchte Herr Schwander unsere dort kommunalpolitisch tätigen Genossen, bei der Sozialdemokratischen Fraktion in der Schöneberger Stadtverordnetenversammlung eine Lanze zu brechen. Die Gutmütigkeit ging sogar so weit, daß ein Straßburgcr Genosse(Reichstagsabgeordneter) im Zimmer 21 des Reichstags sich noch bei den Demokraten für Dominicus einsetzte. Später haben es unsere Genossen in Schöneberg be- reut, diesen mit einer glänzenden Empfehlung von Herrn Scywander versehenen Mann gewählt zu haben, denn mehr als vorher ist gerade unter diesem Demokraten im Schöne- berger Rathause Protektionswirtschaft getrieben worden. Jetzt, da die Zeiten vorbei sein sollen. Männer bürgerlichen Schlages unterzubringen, soll der Oberpräsident ihnen in der Verfol- gung ihrer Ziele behilflich sein. Eine solche Methode der Kaltstellung des politischen Geg- ners ist von vornherein gerichtet, und es nicht anzunehmen, daß ein Oberpräsident sich für solche Zwecke gebrauchen läßt. Wohnlauben in Ser Iungfernheiöe. Eine zukünftige Tauersicdlung. Der Berliner Magistrat hat für � die geplanten zweihundert Wohnlauben, deren Größe jetzt auf 40 Quadrat- rneicr erweitert werden soll, das Gelände der Jungsericheide zwischen den Friedhöfen in der Seestraße und der verlängerten Transvaal- straße beltgt Die Ausschließung soll durch 5 Meter breite Straßen erfolgen, mit einer Schlackenbefestigung von 3.60 Meter Breite, die die zugleich als Fahr- und Gehwege dielten. Di« Garten einteilung oerüctsichtigt den für dieses Gebiet vorgesehenen Beibanungsplan, so daß später die Durchführung einer Daurrfiedlung nicht behindert ist. Die Laudengärten sind auf jene flachen Gebieisieile be- schränkt, die keine umfangreichen Erdarbeiten für die Ausgleichung des Geländes erfordern. Baumpflanzungen werden die Ge- samianlage freundlicher gestalten. Eine Kleinkinderschule und eine Gärtnerei werden für die Wohlfahrt der Laubcnbe- wohner sorgen. Den Siedlern wird zur Urbarmachung ihrer Gärten Schlick zur Verfügung gestellt. Die in der Mitte der Sied- lungen befindlichen Erhebungerl bleilben als Spielplatz liegen. Di«, Kosten werden sich bei sparsamster RohrleMng und Verwendung vorhandener Bestände auf 1 842 000 M. belaufen. Der Ma- gistrat hat der Stadtverordnetenversammlung eine entsprechende Vorlage zugehen lassen._ Millionenraubzng eines Dienstmädchens. Durch ein diebisches Dienstmädchen und ihren Anhang wurde die Geheimrätiii B a g i n s k y. vom Kurfür st endamm 192 um Wertgegenstände im Betrage von m Millionen Mark bestohlen. Es handelt sich um ein Mädchen Erna Wald, das in Abwesenheit der Hausfrau Teppiche, wertvolle Kleidungs- stücke, Pelz fachen und kostbare Schmucksachen in mehrere Reisekoffer packte und damit heimlich die Wohnung verließ. Das Mädchen hatte sich dabei mehrerer Helfershelfer be- S. p. D.-Zunktionäre! Freitag, den 1. Oktober, abends 6 Uhr, im„Deutscheu Hof", Luckauer Str. 15: Allgemeine Konferenz sämtlicher Funktionäre der S. P. D. T agesordnuug: Unsere Stellung zur Berliner Kommunalpolitik. Referent: Genosse Adolf Ritter. Mitgliedsbuch und Auswelskarte werden am Saaleingaug kontrolliert. Oer Hezirksvorstanü. dient und war zunächst nach dem Potsdamer Bahnhof gefahren. Dort wurde versucht, die Koffer auszugeben. Sie wurden jedoch nicht angenommen, weil sie zum Teil unverschlossen waren. Die ganze Gesellschaft nahm nun eine zweite Kraftdroschke und fuhr damit davon. Wohin sie weiter gefahren ist, ließ sich nicht feststellen, da es bisher nur gelungen ist. den Führer der ersten Kraftdroschke zu ermitteln. D«r zweite, der gegen 19 Uhr abends die Fahrt begonnen haben muß, wird unter Hinweis auf die hohe Belohnung ersucht, sich bei Kriminalkommissar Gennat im Zimmer 104 des Berliner Polizeipräsidiums zu melden. Das Dienstmädchen ist klein und blaß, hat dunkle? Haar und große Augen und als be- sonderes Kennzeichen einen warzengroßen braunen Leberfleck am rechten Mundwinkel. Auf die Wiederherbeischaffung der Sachen ist eine Belohnung von 10 Proz. ihres Wertes aus- gesetzt. Mitteilungen nimmt Kriminalkommissar Gennat und die Bestohlene, Frau Geheimrat Baginsky. Kurfürstendamm 196,«nt» gegen. * Mit einem neuen„Trick" arbeitete ein Einbrecher, der dem Herrenreiter Rittmeister Krause, am Siegmundshof Nr. 3, in seiner Abwesenheit zweimal einen Besuch machte. Als niemand zu Hause war. sah eines Tages die Pförtnerfrau, daß ein ihr un- bekannter Mann das Grundstück mit einem großen Paket verließ. Sie dachte sich dabei nichts. Auch als der Mann am nächsten Tage mit einem Blumen st rauß wiederkam, hatte sie noch keinen Argwohn. Erst als der Mann ohne Blumenstrauß und wieder mit einem großen Paket aus dem Hause herauskam, schöpfte sie doch Verdacht. Als Rittmeister Krause heimkehrte, ergab sich, daß der Verdächtige seine Wohnung erbrochen und daraus an den beiden Tagen für 300900 Mark Silbersachen, beson- ders Rennpreise mit Wappen und Widmungen gestohlen hatte. Auch photographische Apparate hatte der Dieb noch mitgenommen. Bürstenmacherei in städtischer Regie. In einer Branchenversammlung der Bürstenmacher Berlins wurde die Möglichkeit der Errichtung einer Bürstenmacherei in st ä d t i s ch e r'R e g i e besprochen und beschlossen, beiden sozio- listischen Fraktionen der neuen Gemeinde Groß-BSrlin einen ent- sprechenden Vorschlag zu unterbreiten. Der große Bedarf an Straßenbcsen und Straßenkehrwalzen für die Straßenreinigung Groß-BerUns sonn« der Bedarf an Besen, Schrubbern, Scheuerbürsten usw. würde, in eigenem Be. triebe hergestellt, allein schon eine große Zahl von Bürstenmachern erfordern, während jetzt nur ein Teil dieser Waren in Berlin fabriziert wird. Allerdings müßte dann auch veranlaßt werden. daß alle städtischen BureauS, Schulen, Krankenhäuser usw. ihren Bedarf an Bürstenwaren auS diesem Betriebe decken und nicht, wie es jetzt der Fall ist, jeder Schuldiener oder Hausmeister sein« Ware dort kauft, wo es ihm gerade gefällt. Wenn, um nur ein Beispiel anzuführen, für sämtliche Berliner Schulen der Bedarf an Roßkaarbesen von einer Stelle gedeckt würde, so wäre das ein Auftrag von mehreren tausend Besen, während jetzt jeder Schul- diener immer nur 3 bis 0 Stück auf einmal kaust. Daß bei so kleinen Posten der Einkaufspreis pro Stück ein bedeutend höherer ist, dürfte ohne weiteres feststehen. Nun kommt aber noch dazu, daß di? Stadt ja selbst Besitzerin großer Waldungen ist, also das Material zur Herstellung der Bürstenhölzer nicht erst zu hohen Preisen kaufen braucht, sondern es gleich aus erster Hand l.at. Im übrigen handelt es sich bei der Ueberführung der Bürstensabrikation in kommunale Regie keines- wegs um Neuland. In der Städtischen Blindenanstalt werden schon etwa 100 Blinde mit der Herstellung von Bürstenwaren be- schäftigt, es wäre also nur notwendig, etwas Vorhandenes weiter auszubauen und zwar so, daß für die Hölzerfabrikation und Zu- richterei ein Betrieb eingerichtet wird, in dem gelernte Bürsten. macher mit der Herstellung der Bürsten- und Besenhölzer sowie mit der Zurichtung des zur Bürstenfabrikation notwendigen Materials, also der Roß- und Kuhhaare, Borsten- und Faserstoffe, beschäftigt werden, während das Pechen und Einziehen auch in Zukunft so viel wie möglich den Blinden überlassen bleibt. Dupch Maßnahmen der hier geschilderten Art würde vielen Bürstenmachern Arbeitsgelegenleit und auch den Blinden mehr Verdienstmöglichkeiten gegeben werden, wodurch die ersteren wem- ger die Erwerbslosenfürsorge, die letzteren die Armenunterstützun- gen in Anspruch nehmen brauchten. Außerdem, und das ist das wichtigste, die Stadt würde dadurch, daß sie erstens vieles Material aus eigenem Besitz hat untz zweitens im großen produzieren kann, billiger ihren Bedarf an Bürstenwaren decken, als wenn ii""am Privatun ternehmer bezieht. Linüenhof. Es ist, als ob Jesus erstanden wäre. Nicht jener biblisch» strenge Dogmenlehrer, sondern der allzeit helfende, gütige Mit» mensch, der große Sozialist! Sein Geist durchflutet die Räume, seine Liebe die Herzen der Zöglinge des Erziehungsheims Linden- hos, das die Elternbeiräte neulich zu einem eingehenden Rundgang eingeladen hatte. Aber erst 1917 zog dieser Geist in die Anstalt. Erst Dr. Willer wandelte die bis dahin gleichmäßig graugestrichcnen Räume in eine liebe farbenfröhliche Wohnung für die moralisch „aussätzige" Jugend der Großstadt. Vier„Familien" wohnen hier, jede mit ihrem„Vater" und einem eigenen Speisesaal. Und alle Altersklassen sind in ihr vertreten, nur die Jungen bis 14, die Kinder, kommen in ein besonderes Haus. Die Aufnahme der Zöglinge vollzieht sich im allgemeinen wie folgt: Wird ein Junge, von den Eltern oder der Polizei der Für- sorge überwiesen, neu aufgenommen, dann kommt er nach ärztlicher und irrenärztlicher Untersuchung zunächst in die Ausnahmeabteilung. Hier bekehrt eine Schwester den ungebärdigen Neuen zu den un- erwartet kameradschaftlichen Umgangsformen des HeimS. Nach kurzer Beeinflussung tritt er in eine der Familien. Er findet Freunde in ihr und Altersgenossen, stellt sich mit ihnen morgen? unter die Brause, hilft bei der Hausremigung, nimmt teil an der nach Berufen dreigeteilten Fortbildungsschule, und arbeitet als mindestens 14jähriger von 9— 12 Uhr in einer der Werkstätten. Dann winkt die �.ftündige Pause, in der auch das Mittagbrot ge« reicht wird. Bis S Uhr schafft man dann wieder mit Bügeleisen, Schusterhammer oder Hobel, empfängt den Kaffee und ist frei! Frei innerhalb des ausgedehnten Grundstücks: Liest, turnt, singt, geht freiwillig in die Kunstvorträge der vier Lehrer, oder schließt sich der Theatervereinigung„Jugendland" an. Um%7 Uhr AvendbiÄt. Dann wieder Ungckundenheit bis VaO Uhr. Hierauf die täglich« Andacht, die bei strömendem Regen zwar in der Kirche, sonst un Freien, abgehalten wird, aber mit Kirchcnglauben nichts zu tun hat. Ein Volkslied etwa leitet sie ein, ihm folgt die Ansprache oder Vorlesung des Lehrers, praktische Rätschläge oder innerliche Höher- stimmung. Und in Andacht und Arbeit dieselbe Duldsamkeit, die den Zwang nur als letztes Mittel kennt I— Nach dieser geistigen Einführung wandern wir durch die Werk- stätten, sehen auf langen Tischen handwerksmäßig hockende Knirpse die fleißige Nadel führen, beobachten daZ Geschick junger Buchbinder. bestaunen den Jagdwagen, ein Kunstwerk der Stellmacher, bewun- dern Reinlichkeit und Akkuratesse in Schuhmacherei, Druckerei und Schmiede, freuen uns über Helle und fröhliche Ausmalung all dieser Räume, deren Wände mit humorvollen Huldigungen der Regsam- keit erzieherisch geschmückt sind.— Die Kinder sehen wir beim Spiel. Vormittag werden sie unterrichtet. Aber auch hier kennt nran kein Schema, gibt es kein Abhaspeln eines Stundenplanes. Der Lehrer Das Licht der Heimat 25] von August hinrichs. Dier? mutzt« feine Kragen zu einer fremden Fein- Wäscherin tragen, und als Meta auf diese Weise erfuhr, welche Preije sie verlangen konnte, 4var ihr Entschluß gefaßt. Sie probierte und übte an alten Wäschestücken so lange, bis sie die Kunst heraushatte. Dann verschaffte sie sich ganz in der Stille ein paar gute Kunden und konnte jetzt halbe Wochen lang zu Haus bleiben, in ihrer eigenen Wohnung nur feine Wäschestücke waschend und bügelnd. Das gab einen besseren Verdienst, das Kästchen füllte sich longsam, und sie konnte heimlich die Taler in ein paar kleine Goldstücke umwechseln. Und war noch dazu daheim und konnte ihr Haus foeaus- sichtigen., � DaS gefiel ihr besser und sie ruhte mcht eher, vis sie da» Waschen frei den Leuten ganz aufgeben konnte und nur noch zu Hause feine Wäsche annahm.. Sie rechnete und war zufrieden— sie konnte jetzt sich und ihren Jungen allein ernähren— soweit hatte sie es also gebracht. Sie konnte wieder an die Zukunft denken. Da hörte sie eines Tages, wie Dierk und Fied Kassen beim Spiel miteinander sprachen. „Hier in die Fabrik gehen," sagte Fied,„und nachher an den Suff kommen, das tu ich nicht. Mensch, ich will was werden!" „Ach du— lachte Dierk ihn aus—„was willst du denn wohl werden. Kannst du hier überhaupt was werden?" .„Kaufmann will ich werden!" „Na, das ist was ReckteS— so immer im Laden stehn und die Tuten abwiegen." „Mensch, ich wieg doch kein? Tuten! Ich lern bei einem Grotzkaufmann und dann geh ich nach Hamburg, und dann nach Amerika— und so weiter." „WaS denn— und so weiter?" „Na, dann verdien' ich was und Hab ein eigenes Ge- schaff! Ick will noch mal was werden." Meta staunte, toi« dieser kleine Stadffunge so energisch seinen Weg wutzte. Sie'hatte sich schon öfter hier über die Kinder gewundert, die so sicher, überlegen und selbstverständlich über alles Bescheid wußten, und eigentlich gar keine Kinder mehr waren. Freilich, mit 14 Jahren verdienten sie meist schon selbständig in der Fabrik und hatten in allem die Gewohnheit der Grotzsn angenommen. Da hörte sie, wie Fied Kassen fragte:„Und du? Was willst du denn werden?" Sie war neugierig, was Dierk sagen würde. Aber Dieffk schwieg. Da knuffte Fied ihn in die Seite:„Du— was du werden willst?" „Ich?" fragte Dierk langsam—„ich werde ganz was anderes." „Ja, aber was?" „DaS sag ich nicht." „Du weißt es wohl selbst noch nicht." „Doch— ich weiß es schon bestimmt." „Ist es was Schönes?" „Etwas sehr Schönes. Und wenn ich das nicht werden kann— „Was denn—?" „Ach, ich weiß nicht— Ich Hab keine Lust mehr zu spielen, wollen wir nach draußen?" Da liefen sie beide nach unten. Meta dachte nach— was war das, was Dierk im Sinn hatte? Warum mochte er dos nicht sagen? Ein Jahr noch, dann kam er aus der Schule. Plötzlich fiel es ihr schwer aufs Herz, dann kam die große Entschei- dung— was sollte aus ihm werden? Ja, was sollte hier in der Stadt aus ihm werden? Am Abend, als sie mit ihm allein war. stellte sie ihr Bügeleisen zur Seite, setzte sich hin und zog ihn zu sich. „Dierk— was ist das, was du gern werden willst." „Ach Mutter—" „Kannst du mir das nicht sagen?" Er rührte sich nicht. Da zog sie ihn dicht an sich und strich ihm mit der Hand übers Haar:„Dierk." Aber er schwieg noch immer. Sie faßte seine beiden Hände und sah ihn an. bekümmert und gut, bis er sein« Arme losriß und um ihren Nacken schlug. „Mutter— das weißt du doch, was ich meine." Sie hielt ihn fest an sich. „Ach Dierk, wie soll das werden?" .Wenn wir da nicht wieder hinkommen, Mutter, bann ist mir alles einerlei, dann kann ich ja auch mitgehen—'n die Fabrik." „Nein, Dierk, nein," flüsterte sie angstvoll. „Dann ist mir alles einerlei." „Nicht in die Fabrik," sagte sie fast tonlos,„nicht in die Fabrik." „Mutter, können wir denn'nie, nie wieder auf unser Land gehen?" „Es ist nicht mehr unser— wir haben es verkauft." Trostlos sah er sie an. Da konnte sie kaum an sich halten vor Weh, und wollte ihn doch trösten und sagte:.LZielleicht wird noch alles wieder gut." „Glaubst du das, Mutter?" fragte er hastig, und sie mochte ihm nicht die Hoffnung rauben und nickte. Von nun ab sparte und geizte sie noch mehr zusammen als vorher. Ein neuer Plan reiste in ihr heran, der sie ganz und gar beschäftigte. Ein Jahr, bis Dierk aus der Schule kam wollte sie aufs alleräußerste sparen und konnte bis dahin vielleicht ein paar hundert Mark zusammenbringen. Dann wollte sie ver- suchen, eine Landstelle zu vachten. Sie wußte zwar, daß dazu mehr Geld gehörte und hatt-' auch nach langem Heber- legen einen Ausweg gefünden. Der einzige Mensch, an den sie sich wenden konnte, war der Pastor. Er hatte ihnen'a auch damals das Geld geliehen, und wenn sich ihr Stolz jetzt auch sträubte, einen Menschen zu bitten, so sah sie doch keinen anderen Weg, für Dierk zu sorgen. Zugleich war s die einzige Möglichkeit, Harm zu retten. Als sie den Ent- schluß erst gefaßt hatte, war sie froh— jetzt wußte sie doch, wofür sie arbeitete. Di?rk war jetzt selten zu HauS. Das schmerzte sie, aber sie mochte ihn nicht zurückhalten und ließ ihn gewähren, bis er ihr eines Sonnabends ein blankes Fünimarkstück auf den Tisch legte. Er hatte heimlich eine Stelle als Laufjunge noch der Schulzeit angenommen, und dies war sein erstes ver- dientes Geld. Sie hatte bisher schon spät am Wend gearbeitet— von nun an plättete sie die halben Nächte hindurch, bis ihr die Augen zufielen. Wie schön war es, für die Zukunft zu arbetten. Welche unendlichen Hoffnungen lagen in dem kleinen Schächtelchen umschlossen. (Forts, folgt.) bespricht bielmehr ml! dem Kindern bnS, wonach ihre WissenZbeglerde gerade verlangt.— Urlaub erhalten die sich gut Führenden allwöchentlich. Pfeifen- tabak und Zigarren liefert das Heim. Zigaretten sind verpönt. Der„Verdienst" der einzelnen, ö bis 15 Pf. pro Tag. wird für sie gesammelt, uw die Urlauber usw. mit Fahrgeld und anderen not- wendigen Beihilfen auszustatten, lieber Ausreißer, auch solche sind vorhanden,— oft nur aus krankhaftem Wandertrieb,— richtet ein von den Jungen selbst gewählter Gerichtshof. Ankläger, Vorsitzen- der, Verteidiger sind die Zöglinge. Meist beurteilen sie ihre Käme- raden zu hart, besonders bei Vertrauensbruch dem Aufsichtspersonal gegenüber. Dann mutz der Direktor von seinem Einspruchsrecht Gebrauch machen, um die Strafe zu mildern. Hervorheben wollen wir noch die schmucken Schlafräume, die Krankenabteilung mit Verbandsraum und Wannenbädern und den Musikchor.— Im ganzen ein gutgeleitetes Werk der Nächstenliebe, in dem, oft nicht nur durch eigene Schuld, verwahrloste Menschen wieder zu brauchbaren Mitgliedern der Gesellschaft erzogen werden, ganz ohne Prügel und Autoritätsfimmcl! Die Verstaatlichung der Vorortepolizei. Au? Anlaß der bevorstehenden Eingemeindung der Vororte wird die bisher kommunale Polizei der Bororte am I.Oktober dieixs Jabres vom Staate übernommen. Ortspolwibehörde des gesamten neuen Stadikreises wird der Polizeipräsident von Berlin. Die Verbandlungen� wegen der Uebernahme der kommunalen Polizeibenmten in den Staatsdienst, die seit längerer Zeit zwischen dem Ministerium des Innern. Polizeipräsidium, Magistrat, den Vorortgemeinden und den beteiligten Beamten stattfanden, stehen vor einem für alle Teile zusriede n�t eilenden Abschluß. Zwar kann die endgültige Uebernahme der Beamten noch nichts vor sich gehen. Dazu wäre notwendig eine rechtsverbindliche Erklärung des neuen, noch nicht amtsfähigen Magistrats Berlin, bei dem die Beamten ein gleichwertiges Amt anzunehmen nach dem Eingemeindunosgeictz in erster Reihe verpflichtet sind. Die Tatfache, daß Berlin die große Zabl der Polizeibeamten nicht zweckentsprechend verwenden kann, sie also ohne nennenswerte Gegenleistung besolden müßie, aus der anderen Seite die dringende Notwendigkeit, in den Vororten erfahrene und ortskundige Polizei- beamte zu beHallen, hoben die maßgebenden Stellen zur Schaffung eines Provisoriums veranlaßt. Hiernach werden die Vororls- polizeibeamten zur Ausnahme des Dienstes beim Staate von ibren Gemeinden auf iechs Monate beurlaubt. Auf diese Weise wird �einerseits iür die Sicherstcllung des polizeilichen Ordnungs- und Sicherheitsdienstes weiter gesorgt, auf der anderen Seite wird aber auch vermieden, daß viele Polizeibeamte im kommunalen Dienst verbleiben und dort anderen Beamten Stellen wegnehmen. In Würdigung dieser Umstände wird die große Mehrheit der kom- munalen Volizeibeamtcn der Vororte am 1. Oktober den Dienst bei der staatlichen Polizei aufnehmen, Krcisvertreterversamtnlungen. Die Delegierten der Verwaltungsbezirke 13., 14. und 15 traten ooi kurzem zusammen. Im 13. und 15. Kreis referierte Genosse Wendeler, im 14. Genosse Heitmann über den Aufbau der Organi- sation sowie über die Aufgaben der Kreise für die Zukunft in der Agitation. Daran anschließend fanden die Wahlen zum Kreisvor- stand statt. Im 13. Kreis wurde zum 1, Vorsitzenden Genosse Karl Braun, Tempelhof, gewählt, zweiter wurde Friedrich Binte, Marien» dors; 1. Schriftführer Otto Schwarzlose, Tempelhof; zweiter Schrift- führer Gustav Becker, Marienselde; Beisitzer wurden Henning Tempelhof, Höhnt, Lichtenrade, Schirmer, Lichtenrade, Hünicke, Martendorf, Lehmann, Marienfelde; Vertreterin der Frauen Ge- nossin Baudach, Mariendorf; Jugendvertreter sowie Elternbeirat und Vertreter der Bezirksvcrordneten werden später nominiert.>sm ■niiAfc Kreis wurde zum i, Vorsitzenden Genosse Aug. Heitmann, -"»»'Neukölln, gewählt; 2. Vorsitzender Paul Fellcr, Neukölln; t.' Schrift- ftihrer Josef Arndt, Neukölln; 2. Schriftführer Georg Renner, Britz; ?5,?LMfitzer Fritz Brinkmann. Otto Jacobs, Alfred Scholz,'Neukölln, Paul Lindcnberg, Britz, Otto Schulze, Rudow; für die Frauen: Genossin Scholz, Neukölln; Jugendverterter Richard Bcese. Der Vertreter für den Elternbeirat wird später nominiert. Im 15. Kr ei s wurde zum Vorsitzenden Genosse Richard Jung, Nieder- schönewetde gewählt, 2. Vorsitzender Alwin Gammich, Johannis- thal; 1. Schriftführer Bruno Becher. Oberschöncweide; 2. Schrift- sührer Adolf Henschel, Treptow; Beisitzer Wilh. Strieder, Treptow, Heinr. Vierbüchcr, Oberschöneweide, Map Adeloft, Niederschöne- weide. Heinr. Johannscn, Adlershof, Arthur Rettcher, Alt-Glicnicke; Vertreterin der Frauen, Jugendvertreter sowie Elternbeirat werden später nominiert. Im Schiller-Realgymnasium zu Charlottenburg fand die erste Kreisvertretcrversammlung des Kreises VIl(Charlotten- bürg) statt. Tie Wahl des Kreisvorstandes ergab folgendes Re- sultat: 1. Vorsitzender Gen. A. Wilk, Schillerstratze 40; 2. Vorsitzender Gen.� Rudolf Seifert, Haeselerstr. 10E; 1.' Schriftführer Gen. Gustav Ströhl, Kaiser-Friedrich-Str. 3K; 2. Schriftführer Gen. 'Gustav Staneck, Kaiserin-Augusta-Allee 56; als�Beisitzer die Gen. Mickler, Erdmann, Treppin, Rcinke und Alfred Schneider; als Vor- treterinnen der Frauen die Genossinnen Erdmann und Schneider; . die Jugend wird bis auf weiteres durch den Gen. Tost jr. vertreten. Das Ergebnis der Kreistagswahlen im Restkreise Teltow, über das wir bereits nach den ersten Feststellungen berichteten, läßt sich jetzt endgültig übersehen. In Trebbin, wo im Wahlverband der Städte durch die dortige' Stadtverordnetenversammlung noch ein Mandat zu besetzen war, ist ein Sozialdemokrat gewählt wor- den, so daß sich die Zahl der sozialistischen Mandate auf 1.6 stellt. Von den 24 bürgerlichen Kreistagsabgeordneten entfallen 16 auf die 9 ländlichen Wahlbezirke, wo die Freie Unpolitische Ben- einigung in den Bezirken 6 und 1 alle 3 Sitze, in den übrigen Bezirken je 2 Sitze erobert hat. Von den 8 bürgerlichen im Wahl- verband der Städte gewählten. Kreistagsabgeordneten gehören 3 der Demokratischen Partei an. Einen Aufruf an die Fleischer Berlins erlätzt die Abteilung des Magistrats für Fleischversorgung. Angesichts der Aufhebung der Zwangswirtschaft für Vieh und Fleisch vom 1. Oktober ab, wobei übrigens noch bis zum 17. Oktober die Fleischversorgüng wie bisher weiter erfolgen soll, erscheint die ausreichende Be- lieferung der Bevölkerung mit frischem Fleisch im freien Handel zweifelhaft und auch ein erhebliches Anziehen der Preise wird befürchtet. Das Reich will daher möglichst Aus- I a n d s f l e i s ch zum Berkiuf in besonderen städtischen Verkaufs- stellen liefern, und zwar sollen die Preise hierfür ungefähr in derselben Höhe sich halten wie bisher. Diese städtischen Verkaufs- stellen werden nur übertragen den bisher zugelassenen Personen und solchen Fleischern, die ein offenes Ladengeschaft haben. Sie muffen sich verpflichten, neben dem städtischen Fleisch anderes Fleisch und andere Lebensmittel.ohne Genehmigung des Magistrats oder der sonst zuständigen Stelle nicht zu verkaufen. Zulassungen zum städtischen Fleischverkauf sind bis einschließlich Freitag, den 1. Ol- tober 1920, bei der städtischen Fleischverteilungsstelle, Thaerstr. 31, schriftlich einzureichen. Später eingehende Meldungen bleiben un- berücksichtigt. Eine kommunale Wohnungstauschstelle. Zur Erleichterung de? Wohnungsaustausches zwischen den Grotz-Berliner Ge- m e i n d e n und den anderen Städten im Reich beschloß der WohnungSvevband die Errichtung einer Austauschstelle beim Woh- nungsverbande, die die als dringlich anerkannten Wohnungstausche nach auswärts vermitteln soll. Bureaukratismus oder Nepperei? Von einem Mitglieds der Orstlranlenkasse der Buchdrucker wird uns geschrieben:. Vor einiger Zoft«beantragte ich bei der Kasse die Reparatur meines künst- liehen Gebisses. Die Notwendigkeit wurde anerkannt. ES wurde mir dann später mitgeteÄt, daß die Kosten der Wiederherstellung 195 M. betragen würden. Zu dieser Summe sollte ich 65 M. bei- steuern, die restlichen 130 M. wollte die Kasse zahlen. Da mir der Entscheid der Kasse zu lange gedauert hatte, ich das Gsbitz aber not- wendig gebrauchte, hatte ich die Reparatur inzwischen bei einem nicht bei der Buchdruckerkasse zugelassenen Dentisten ausführen lassen, der dafür 25 M. berechnete. Auf meinen Antrag, mir diese 25 M. zu vergüten, erhielt ich nach längerer Zeit vom Vorstand der Kasse die Mitteftung, daß meinem Ersuchen leider nicht Folge ge- geben werden könne. Der Vorstand mag bei dieser Entscheidung im Recht sein; je- doch kann man der Meinung sein, daß sie etwas weniger engherzig hätte ausfallen müssen. Woher kommt� die Preisdifferenz von 170 M.? Werden die Beiträge der Kassenmitglieder aufgebracht, um den bei der Kasse zugelassenen Zahnkünstlern gute Einnahmen zu sichern? Im Interesse dc�: Kassenmitglieder liegt es jedenfalls, wenn über derartige Preisunterschiede Aufklärung erfolgt. Vereinigung soz. Lehrer und Lehrerinnen, Ortsgruppe Neu- kö l l n. Sitzung Donnerstag, den 30. d. M., 8 Uhr Anzengruber-Klanse- Britz. Tie Gemeindevertretersitzung beschäftigte sich eingehend mit der Forderung der Beamten, auf Grund mehrerer Beförderun- gen eine Neugruppierung innerhalb des Besol- d u n g s p l a n s für die Beamten und Festangestellten vorzunehmen. Bei dieser Gelegenheit wipd von den Vertretern der S. P. D. der Standpunkt vertreten, daß es angebracht erscheine, die Grenze nach oben nicht zu erhöhen und die verlangte Eingruppierung einiger Beamten in die Klasse Ib abzulehnen, an Stelle dessen sich mehr der geringer entlohnten Beamten und Angestellten anzunehmen. Dem schließen sich die Vertreter der II. S. P. an. Es wird gegen die Stinrmen der bürgerlichen Vertreter demgemäß beschlossen. llnter?lblehnung eines weitergehenden Antrags wird für die besol- deten Gemeindevorstandsmitzglieder das bisher gezahlte Gehalt als endgültiges festgefetzt. Von der Bildung eines örtlichen Schlichtungsausschusses für Beamtenaugelegenheiten wird zustimmend Kenntnis genommen. Ein« Teuerungszulage für die Supernumerare wird nach Berliner Muster bewilligt. Für die Lehrperfouen an den Volksschulen wird die Teuerungs- zulage in gleicher Weife wie für die Lehrperfouen an den höheren Schulen erhöht. Desgleichen werden weitere Gehaltsangelegen- heften der Lehrpersonen an den Volksschulen im«sinne ihrer Forde- rungen erledigt. Für die Lehrer- und Schulbücherri der 1. Ge- meindefchule werden, je 3000 M. bewilligt. Für Notstands- arbeiten in der Gemeindesiedlung am Marienfelder Wog werden. Nachdem der Demobilmachungskommissor hierfür 228 000 M. bewilligt hat, weitere erforderliche 280 000 M. genehmigt. Vorbehaltlich der Bestätigung durch den Magistrat der Stadt Berlin soll mit den Arbeiten sofort begonnen werden. Wie berichtet wird, macht Berlin in der Sache Schwierigkeiten, was einen Der- treter der S. P. D. veraglatzt, den Gemeindevorstand aufzufordern, tatkräftig für die Vornohme von Notftaüdsarbeiten einzutteten. Ein Ausgleich von tariflichen Bestimmungen zwischen den Tarifen der Arbeiter und Angestellten wird zugunsten der letzteren einstim- mig beschlossen. Der Gemeindevorstand berichtet, daß er wegen Beschaffung von Kartoffeln mit tcilweisem Erfolg bemüht gewesen ist. Mariendors-Südende. Gemeindevertretung. Vor' Eintritt in die Tagesordnung stellt Richter fU. S. P.) die Anfrage an den Gemeindevorstand, welche Matznahmen er zu ergreifen gedenke, um dieNotder Erwerbslose» zu mildern. Schöffe G ü n- t h e r(U. S. P.) erwidert, daß dieselben Unterstützungen wie in Berlin gewährt werden sollen. Wegen der produktiven Erwerbs- lofenfürforge habe sich die Gemeinde mit Tempelhof in Verbindung gesetzt; die Arbeiten am Volkspark sollen in Angriff genommen werden, wenn das Projekt vom 25er- Ausschuß Grotz-Berlin ge- uehmigt sein wird. Nachdem noch Brandt(U. S. P.).zum F e n- si e r hinaus" geredet hatte, nach seinen eigenen Worten von ihm beabsichtigt, wurde eine weitere Anfrage der U. S- P. vom Schöffen Genossen Huhn dahin beantwortet, daß die Turnhalle für die 3. Gemeindeschüle nach Beratung im Bauausschutz fertiggestellt werden soll.— Durch die Erkrankung des stellvertretenden Amts- und Gemeindevorstehers Genossen W a l d h e i m ist vom Kreisaus- schütz mit dessen Vertretung Genosse Huhn beauftragt worden. Dieses findet nicht die Zustimmung der U.-S.-P.-Fraktton. Dieselbe erhebt Anspruch auf Besetzung des stellvertretenden Gemeindevor- stehers. Nachdem Henke fBürgerl.) sieb für Genossen Huhn erklärt hafte, erfolgte die Zustimmung der Gemeindevertretung.— Die Kosten für den katholischen Religionsunterricht, welchen die Gc- meindevertretung abgelehnt hat, sollen zwangsweise in den Etat eingestellt werden.— Beschlossen wird die Errichtung einer 2. Spruchkammer beim Mieteinigungsamt und Neuwahl sämtlicher Beisitzer durch den Wohlausschutz.— Den Beamten und Angestellten soll die jährliche Teuerungszulage für die Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1920 von 2400 M. für Verhei- ratete und 1600 M. für Ledige gezahlt werden. Autzderdem erhalten dieselben eine besondere Zulage von 400 M. für Verheiratete und 300 M. für Ledige.— Den festangestellten Lehrkräften an den höheren Lehranstalten und auch an den Volksschulen soll ein Vor- schütz gewährt werden aus die zu erwartende Festsetzung des Be- soldungsgesetzes, rückwirkend vom 1. April 1920.— Nach Annahme einiger weiterer Vorlagen wird von Noack(Bürgerl.) beantragt, den Schöffen für ihre Tätigkeit 1500 M. zu betvilligen. Richter(11. S. P.) spricht dagegen; dieser Antrag soll von den einzelnen Fraktionen beraten werden, um in der nächsten Sitzung Befchlutz zu fassen. Groß-Oerliner partelnachrichten. Heute, 29. September. Neukölln. 7. Abt. 7 Uhr: Funktlonärschung bei Krieger, Lesfing. straße 9. Abrechnung. Sämtliches Material ist mitzubringen, Theater- und Jugendbillette. Morgen, Z0. September: 10. Abt. 7 Uhr: Sitzung sämtlicher Funktionäre, Elternbeiräte, Be- triebSläte, Vertrauensleute, BezirlSsührer, bei Wolff, Forster Str. 44. Bücher mitbringen.* 17 Verwaltungsbezirk. Elternbeiräte. 7 Uhr: Sitzung in Lichten» berg, Cäcilien-Üyzeum. Rathausstr. Tagesordnung: Vortrag über Jugend- sürsorge. Wahl eines Vertreters für den Kreisvorstand. Wahitrets Wedding. 7 Ubr bei Mever, Pankstr 82: Sitzung des KreiSvorstandeS. Erscheinen sämtlicher Genossen unbedingt erforderlich. T.P.D.«Elternbeiräte des Kreises Tiergarten. 37. bis 41. sowie 3. u. 4. Abt. bei Trümper, FlenSburgcr Str. 3. Vortrag des Genossen Haedicke über Schulsragen. S. P.D.-Lehrer find hierzu eingeladen. 7 Uhr. Potsdam.„Birlschast und Zukunft'. Ueber dieses Thema wird >/,8 Uhr im»Alten Fritz' in der Zimmerstraße Gen W i s s e I l resetteren. Zur Deckung der Unkosten wird ein Bewag von 50 Ps. erhoben Wirtschaft Steuererhebung. Nach Z 8 der Bestimmungen über die vorläufige Er- Hebung der Einkommensteuer können die in der Steuerkarte eingeklebten Steuermarken aus die zu entrichtende Einkommensteuer an ZahlungS Statt hingegeben werden Bleibt der Wert der hingegebenen Steuermarken hinter dem Betrage der zu ent- richtenden Einkommensteuer zurück, so hat der Steuerpflichtige den fehlenden Betrag innerhalb der ge f e tz l i ch e n Frist an die Steuerhebestelle in bar oder durch Ueberweisung einzuzahlen(siehe § 9). Die quartalsweise Steuerüberweisunig hangt daher ab von der Höhe der eingeklebten Steuermarten. Zs O lUUtCA.. (1) Ist dem Arbeitnehnier ein Steueranforderungsschrewett über die für das Rechnungsjahr 1920 vorläufig zu entrichtende Einkommensteuer zugegangen, so kann der Arbeitnehmer die in seiner Stcuerkarte und in den Steuerkarten solcher Familienange- hörigen, deren Einkommen ihm zuzurechnen ist, cingekleblen Steuermarkcn auf die von ihm vorläufig zu entrichtende Einkommen- steuer an Zahlungs Statt hingeben. Zwecks Hingabe der Steuer- marken an Zahlungs Statt Hai der Arbeitnehmer zugleich mit dem Steueranforderungsschreiben die Stcuerkarten der Stcuerhcbe- stelle vorzulegen. Die hinzugebenden Steuermarkcn dürfen mit dem entsprechenden Blatte der Stcuerkarte nur von der Steuer- hebestelle aus der Ttcuertarte entfernt werden; ein Einnahmever- merk einer Steuerhcbcstelle darf auf dem von dieser abzutrennen- den Teil der Steuerkarte nicht vorhanden sein. (2) Di« Steucrmarken können nur an Zahlungs Statt ange- nommen werden, sosern sie in einer vorschristsmätzig ausgefüllten Stcuerkarte eingeklebt sind. K 9. Bleibt der Wert der nach§ 8 an Zahlungs Statt hinge- gebenen Steucrmarken hinter dem Betrage der von dem Arbeit- nehmer nach dem Steueranforderungsschreiben zu entrichtenden Einkommensteuer zurück, so hat der Steuerpflichtige den fehlenden Betrag innerhalb der gesetzlichenJZahlnngssrist— bei Meidung der Zwangsvollstreckung— an die Steuerhebestelle in bar oder durch Ueberweisung auf deren Postscheck- oder Bankkonto einzuzahlen. Vom Produktenmarkt. Nichtamtlich sind am 28. September im Berliner Produkten- verkehr folgende Preise ermittelt für 50 Kilogrannn ab Station: Speiseerb sen 270— 310 M., kleinere 210— 230 M., Futter- e r b s e n 170—180 M., Linse n 450— 480 M., P c I u s ch k e n 150— 170 M., Ackcrbohncn 160—180 M., Wicken 130— 160 M., Lupinen 60—95 M., Serradelle, alte 80— 85 M., neue 110— 115 M-> Vicia villosa 330 bis 350 M.. Raps 410-415 M., Rübsen 5—10 M. darunter, Leinsaat 380— 400 M., Mohn 460—520 M., Senf» fast 180— 195 M., Hirse, aus- und inländische 130— 170 Mk., Trocken schnitzel 78—81 M., Torfmelasse 65— 67 M., W i e s e n h e u. lose 26— 26 M., Kleeheu 34— 36 M., Stroh. drahtgcpretzt 18— 19 M., gebündelt 16— 18 M., Kartoffeln, sortiert 27— 28 M., gclbfleischige 1Z5— 2 M. darüber. Mais, lose loko Hamburg-Bremcn 182' M-, Oktober-Dezember 173 M., R eis, Brasilvollreis Oktober-Dezember 8,60 M., Burmareis, loko 9,40 M-, Saigonrcis, loko 8,80 M. Weitere Vinsuhr-Frcigabcn. Durch Verordnung des Reichsintnisters für Ernährung und Landwirtschaft vom 20. September 1920(Reichs-Gesetzblatt S. 1682) ist die Einfuhr der sogenannten Innereien(Blut und Ein- geweide) und von Därmen freigegeben worden, nachdem von Reichs wegen auf die Bewirtschaftung der Därme schon feit Ii-» Jahren verzichtet worden war. Tie ursprünglich auch beab- sichtigte Freigabe der Einfuhr von Oorneck beek kann bis aus Iveiteres nicht erfolgen. Ferner ist durck Verordnung vom 20. Sep- tember 1920(Reichs-Gesetzblatt S. 1681) die Einfuhr von Gänsen, Hühnern, Enten, sonstigem Federvieh, Haarwild, zahmen Kaninchen und Federwild ohne die bisher vorgeschriebene Einfuhrbewilligung zugelassen worden. Da durch die Verordnung gleichzeitig die zentralisierte Bewirtschaftung der Gänse, Hühner usw. in Wegfall gekommen ist, können die Einführenden auch über die eingeführten Waren frei verfügen. Unberührt bleiben selbstverständlich die veterinärpolizeilichen Vorschriften, die von den Landesregierungen zum«Schutze gegen die Einschleppung von Gc- slügelseuchen erlassen sind, und etwaige hiernach bestehende Einfuhr- anmeldungen und Einsuhrbeschränkungen. Borsicht. Der Zentralverband des Deutschen Bank- und Bankier- gcwerbes warnt vor einer Geschäftsverbindung mit der„Deutschen Kapitalisicrungs- und Sparg'esellschaft m. b. H. in München", welche nach dem bekannten bedenklichen System der Heranziehung von Spareinlagen durch Inaussichtstellung von Provisionen für die Zuführung neuer Einleger arbeitet und gegen deren Gc- schäftsleitung im übrigen nicht unerhebliche Bedenken bestehen. Silüungsveranftaltungen. «Steglitz. Der Wilhelm- Busch-Abend am 3. Oktober, abends 7fl, Uhr, im Lyzeum. Roihcnburgstraßc, verspricht einen hervorragen Genuß Sprecher ist Dr. W i n s ch, ein hervorragender Busch-Jnterpret. Zwei Votträge, darunter»Die fromme Helene', mit Lichtbildern. Kotten zu 2 Mark mit Kleiderablage bei den Lczirkssührern. in der Zeitungs-Zenttale Schildhornstr. 12. Restaurant Stowasser, Südende, Stephanstr. 1, und Restaurant Müller, Albrechtstraße, Ecke Brüderstraße. Sport. Der 1. Internationale Arbeitersvortkongreß trat am 12. September in L u z e r n zusammen. Während alle Völker noch an den schweren Folgen des Krieges zu tragen haben, fanden sich hier die Vertreter der bisher»feindlichen" Länder zu friedlicher Arbeit zusammen, um über den gemeinsamen Wiederausbau zum Wohl« der Völker zu beraten, und als besonders erfreulich kann konstatitert werden, daß selbst der politische Zwiespalt innerhalb der Arbeiter- schaft die Verhandlungen nicht stören konnte. Nach dem Bericht des internationalen Sekretärs wurde zunächst das Programm be- raten. Die deutschen Vorschläge bildeten die Grundlage und wurden durch ein Bekenntnis zum Äntimilitärismus und einer von Frankreich beantragten Einleitung angenommen. In dem Programm wird die Notwendigkeit der Arbeitersportbewcgung als Ergänzung der politischen, gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Bewegung der Arbeiterklasse betont, die gemeinsam an der Verwirklichung der sozialistischen Gesellschaft zu arbeiten haben. Verlangt wird die paritätische Vertretung des Arbeitersports in den amtlichen Beratungsstellen der Kommunen und Staaten. An die sporttreibenden Proletarier der ganzen Welt wird der Ruf zum Austritt aus den bürgerlichen Sportverbänden, die mitschuldig an der Verwüstung Europas sind, und zum Eintritt in die Ar- bcitersportverbände, gerichtet. Der International« Arbeiterverband für Sport und Körperkultur, der nunmehr inS Leben tritt, wird verwaltet von einem Vorstand von 5 Personen, der seinen Sitz in Brüssel hat und auch in Brüssel und Umgegend gewählt wird, um Kosten zu sparen. Der Beitrag wurde pro Mitglied und Jahr auf 6 Centime bzw. 5 Ps. bzw. 5 Heller usw. festgesetzt. Der deutsche Verband hat infolge seiner großen Mitgliederzahl die Aauptkosten der Internationale zu tragen und wird eine Beitrags- erhöhung nicht umgehen können. Einstimmig wurde beschlossen, daß jedes Paktieren mit bürgerlichen Verbänden zu unterbleiben hat. Der nächste Kongreß findet voraussichtlich in Deutschland statt. Das goldene Rad von Berlin, das am 5. September wegen Regens ausfallen mußte, wird mm am Sonntag, den 3. Oktober, nach- mittags 3 Uhr, aus der Olymviabahn zur Austragung kommen. Das klaisiiche Rennen bat durch die Teilnahme von Appclhans, Lewanow, Sawall. Thomas und Krupkat eine ausgezeichnete Beietznng erhalten und führt über die Strecke von 100 Kilometer in 2 Läufen von je 50 Kilometer. Zeltscheine für die Provinz Brandenburg. Der Uebelftand, daß Zeltscheine bei jeder Oberförftevei gesondert beantragt und bezahlt werden mußten, ist durch eine Verfügung der Regierung in Potsdam vom 14. September beseitigt worden. Danach gelten die von einer beliebigen O-berförsterei ausgestellten Zeltscheine von setzt ab für die ganze Provinz Brandenburg.— Wir begrüßen obige Verfügung, erheben aber aufs neue die Forderung an die Regierung, daß endlich auch den Arbeitersportver- einen, die dem Hauptausschuß für Leibesübungen nicht ange- schlössen find, Zeltscheine ausgestellt werden. Beseitigt endlich die Aus nghmege setze gegen Arbeiterjportlerl Parteinachrichten. Der Werbeausschuß der T.P.D. für Post und Telegraphre hielt am 25. September in der Sophienschule eine Versammlung ab, in der der Reichstagsabgeordnete Genosse S t e i n I o p s einen Vortrag hielt über:„Was hat die Sozialdemokratische Partei für die Beamtenbesoldung getan?" Der Redner schilderte in ausführlicher Weise die Tätigkeit der Partei bei der Bcamtenbcsoldung. Er wies nach, daß die' S.P.D. alles getan habe, was sie nur tun konnte. Dagegen haben die anderen Parteien zum Teil versagt. Die S.iß.D. wird auch jetzt bei der Einstusungsfrage und der Neufest- sctzung der Teuerungszulage die berechtigten Interessen der Be- amtcn nach jeder Richtung hin vertreten. Die Ausführungen des Redners wurden mit starkem Beifall ausgenommen. An den Vor- trag schloß sich eine rege Aussprache. Es wurden zwei E n t s ch l i e- ßungen einstimmig angenommen, deren eine gegen die Frei- gäbe der Kartossel- und Fleischwirtschaft protestiert, wodurch die ärmere Bevölkerung und namentlich die Beamten dem Wucher ausgeliefert werden. Tie andere Entschließung spricht die Entrüsrung per Post- und Telegraphenbeamtcn über die Aus- führungen des Reichs finanzmini st crs im Kabinett vom LZ. September auS. Sie erwartet von der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, daß sie mit allem Nachdruck die berechtigten Forderungen der Beamten der Regierung gegenüber vertritt. Das Partcitagsprotokoll früherer Jahre konnte infolge her Zu- sammensassung der Berichte und Anträge mit den eigentlichen Ver- Handlungsprotokollen in einem Bande erst Monate nach dem Par- teitage erscheinen. Auf Veranlassung des Parteivorstandes gibt die Buchhandlung Vorwärts das diesjährige Parteitagsprotokoll in 2 Teilen heraus. Das erste Buch erscheint dieser Tage und enthält die Berichte des Vorstandes, der Fraktion, der Partei- betriebe usw., sowie alle eingelaufenen Anträge. Um dieses gesamte zum Parteitag vorliegende Material den Mitgliedern noch recht- zeitig zugänglich zu machen, ist durch die Organisationen und den Parteibuchhandel eine Subskription eingeleitet worden, hei welcher bie Parteimitglieder das Buch zum herabgesetzten Preise von 3,50 M. erhalten. Der 2. Teil, der die eigentlichen VerHand- lungsprotokolle umfaßt, folgt sofort nach dem Parteitage, ebenfalls zum bedeutend ermäßigten Preise für die Mitglieder. Ferner seien die nachstehenden Neuerscheinungen empfohlen, die in ihren Beziehungen zu den bevorstehenden Parteitagsverhandlungen von großem Wert sind, und zwar: Scheidemann-Müller, „lieber Deutschlands bürgerliche Negierung", Preis 1,25 M.; Arbeitersekretär Müller.„Der Werdegang des sozialdemokratischen Programms", Preis 3 M.: A. B r a u n,„Ter Internationale Kon- greß zu Genf", Preis 2 M. Die von den Organisationen in Um- lauf gesetzten Sammelbestellisten ans das Parteitagsprotokoll und die anderen empfohlenen Schriften sind an unsere Parteibuchhand- ! lung möglichst bald zur Belieferung einzusenden. ?tos aller Welt. Infolge Explosion gesunken ist außerhalb des Kieler Hafens, auf der Höhe von Stein, der Dampfer Friedrichsort vom Muni- tionsdepot Dietrichsdorf. Der Tannpser war mit alter Mu- nition beladen, welche versenkt werden sollte. Vier Mann wurden dabei getötet. Die übrige Besatzung, die ins Wasser gesprungen war, wurde zum Teil verletzt von einem Torpedoboot auf» genommen. Der Zentralvercin deutscher Zahnärzte hielt seine diesjährige Tagung in Leipzig ab. Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Ausländer. Erdbeben in Sizilien. In G i a r r e sind infolge eines Erd- st o ß e s einige Häuser e i n g e st ü r z t. Menschenopfer sind nicht zu beklagen. Wie du mir... Nachdem letzthin gemeldet worden war, daß der Zug des demokratischen Präsidentschaftskandidaten C o x zer- schmettert worden, den Insassen aber nichts geschehen sei, kommt jetzt sein Gegenkandidat Harding mit der gleichen Bornum- reklame. Das Plagiat wird seinem Sieg nicht schaden. Aber wie sicher vor allen wahltaktischen Eisenbahnkatastrophen sitzt der Sozi D e b s im Zuchthaus. Nachruf. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, das Ableben eines langjährigen treubewährten Mitarbeiters, des Stallmanns Herrn Friedrich Steppat bekanntzugeben. Wir werden ihm allzeit ein ehrendes Andenken bewahren! Die Direktion der Engelhardt-Brauerei A.-Q., Abt. 1 Berlin- Pankow. 9550 Danksagung. Für btc hergiche Teilnahme gn der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten RHutter, lagen wir allen Frcun- en und Bekannten, sowie den Senosscn der 23. Abt. unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinter- bliebenen l7btb Golklieb ZZehlke u. Kinder. Spezialarzt Dr. med.Wockenfuß Frieörielistr.lZSÄ6-?� Sonnt. 11—1. Shrchiiis, Harn-, Frauenleiden, Bluiuntersuch. kd>neUe,ncher?.schmerzlaieSei>g. ahne Beruisildrung. Teilzahlg.' Dr. med. Grütering Haut. Harn-, Unterleibsleiden b.Männ. u. Frauen, Blutunters InvaHdenstraße 35, Ecke Chausseestr� Stett. ßhf. Spr. Wochentäglich 11-1, VgS-VoT Platin Abfälle Go!d>Kontakte Silberbruch Zahn�ebisse Quecksilber Brennstifte kauft zu höchsten Tagespreisen i Adolf Frledläniief Kommand.str. 29 I Treppe rechts. Moritzplatz 4502. MimcllWM- GenossenWfk% V Berichtigung zu unsere: in Nr. 33t dieses Blattes oer- öffcntlichten Bilanz. Im Laufe des Scschästsjahres ISIS sind 734 Genossen bei- getreten. Ausgeschieden sind 7t. Es gehören am Schlüsse des Geschästsjllhre» 1919 der Genossenschaft 1907 Genossen an mit einer Genossenschasts- summe van M. 38 ItO.— an. Es hat sich demnad) das Gc- ichästsguthaden der Genossen um M. 3720—, die Haftsumme um M. 13 440,— vermehrt. Berlin, den 27, September 1920. Verlkoer Landpachk- tSenofsenschafk e. B.>n. t>.<>. Der Vorstand. 154 4 Wilhelm B o t h. Fritt Wils. Bar Diler Teilzahlmig Wunderbar hat � bei'»inirIhr Bartflechtenmitlel„parasai," gewirrt. Es ist von all Mlil.d. beste was ich seit vier Jahr, angewend. habe.Beftrahlungcni>.all.andere haben nicht so geholfen wie Ihr berühmt. Spcziaimitt. So wurd, schon Tausenbe befreit. M. 12,50 Otto Reichel, Berlin 43, 80, Eisenbahnsir. 4. Seit 70 Jaliren ist San.-Rat Dr. Strahls b. Hautausschlag, Flechten, Bein- u. Krampf- 1 adergeschwfiren, Frost- 1 Schäden, Hämorrhoiden, I ein bestbewährtes und| schnellheilendes Mittel. Orgl.-Dose6.25 U.12.00M. I Elef.-Apoth., Berlin SW,| Leipziger Str. 74 Dönhoff platz 213 I Dukaten-TfaiiPing 900 gestempelt 150 Mk. an 585„ 105., .* 05„„ inkl. Luxussteuer. Jeder Ring ist tugenlos aus massivem Golde hergestellt bei voller Garantie für Feingehalt I Jede Größe am Lager. G. Alb. Thal Erstes Berliner Spezlal. ieschäft für Trauringe. !. 19. Scydelstr. 5 (Spittdlmarkt). Eigene Fabrikation. Preise beraipetzl! Schlafzimmer Eiche 400(1 91. Speisezimmer Eiche 4«UO 31. Herrenzimmer Eiche 3500 M. Auf Wunsch Zahlungs- erleichterung. Julius Krause 40 Kastanienaliee 40 bei kleinster An- u. Abzahlung zu bedeutend herabgesetzten Preisen Schlafzimmer Wohnzimmer Herrenzimmer Speisezimmer Bunte Küchen Einzelne Möbel Liefere auch n. auswärts. Lagerung kostenlos. Möbel Cohn Gr. Frankfurter Str. 58 5 Min.vom Alexanderplatz. Filiale: Badstr. 47-48. 5 Min. v. Bhf. Gesundbr. Ankauf von BrillaDtenbislOOO!].-p.Karat GdllitirQCtl l.~ Db� Tageskurs Silherhruch lOPfÄ�k. Platin 5 pro Gramm riHllll 0. Qber Tageskurs HEILBORN Alte Schönhauser Str. 43- 44, 1. Etage. S" n n5ä «K � > c äu !2h 2 i U1. E |Ä.gC/J nO_ Sr 3° 5s Erhöhte Preise für Zinn, Weißmetall Rupfer und andere Metalle kauft laufend EElCllld% Malmöer Straße 26. Zwischen Ringbahnh.Gesund- brunnenu. Schönhauser Ailee. Größere Posten frei Abholung. Gold Silber Platin Bruch, Ketten. Ringe. I Löffei, Brennstisi«, Jahn- 1 gebisse. Münzen uiw. I sowie sämtliche- j Altmetalle! lauft- höchstzahlend Sillierzeiitrale Erklärung. Die Zeitungen bringen eine offensichtlich aus dem Reichswirtschaftsministerium stammende Mitteilung, daß seitens dieses Ministeriums zur Verbesserung unserer Finanzen und Wirtschaftslage besondere Maßnahmen ins Auge gefaßt werden, zu denen die Begründung einer Reichswirtschaftsbank und ihre Angliederung an die Giro-Zentrale unter Garantie des Reiches gehört. Als Aufgabe dieser Bank wird die Hingabe von Krediten an industrielle Unternehmungen in denjenigen Fällen bezeichnet, in denen die Kreditbanken die Kreditgewährung ablehnen, und zwar„auch in solchen Fällen, in denen möglicherweise mit dem Verlust der Kreditsumme gerechnet werden müsse". Zur Begründung der Notwendigkeit eines solchen mit Reichsgarantie ausgestatteten Kreditinstitutes wird angegeben, daß die Kreditbanken nicht mehr imstande seien, die Kreditbedürfnisse der Industrie zu befriedigen. Die unterzeichneten Banken und Bankfirmen sehen sich demgegenüber veranlaßt, öffentlich zu erklären, daß sie, wie ein Blick auf die veröffentlichten Bilanzen jeden Sachkenner erkennen läßt, dank der großen ihnen zugeflossenen Mittel und deren liquider Anlage imstande sind, jedem berechtigten Kreditbegehren von Handel und Industrie zu entsprechen und daß sie dies stets bereitwillig getan haben und auch in Zukunft tun werden. Die gegenteilige Behauptung, welche geeignet ist, den Kredit der deutschen Bankwelt im In- und Auslande zu schädigen, entspricht in keiner Weise den Tatsachen. Die Handelskammern von Berlin und Hamburg haben sich unter eingehender Begründung. gegen die Errichtung der Reichswirtschaftsbank und die beabsichtigte Verwendung von Reichsmitteln aufs entschiedenste ausgesprochen. Der Präsident der Reichsbank und die Mitglieder des Reichsbank-Direktoriums sowie die aus den Kreisen der unterzeichneten Banken und Bankfirmen vom Reichswirtschaftsrainister berufenen Sachverständigen haben einheitlich die gleiche ablehnende Stellung efn- genommen. Die unterzeichneten Banken und Bankfirmen schließen sich einmütig diesem Gutachten an und warnen vor einem Unternehmen, das die erhofften wirtschaftlichen Vorteile nicht bringen, sondern zu einer Vergeudung von Reichsmitteln führen wird. An dieser sachlichen Auffassung kann die neuerlich geplante Einkleidung des Projektes in die Form einer Erwerbslosenunterstützung keine Aenderung herbeiführen. Berlin, den 28. September 1920, Bank für Handel und Industrie. Berliner Handels-Gesellschaft. S. Bleichröder. Commerz- n. Privat-Bank Aktiengesellschaft. Delbrück, Schickler& Co. Deutsche Bank. Direction der Disconto-fiesellschaft. Dresdner Bank. J. Dreyfus& Co. Hardy& Co., 6. m. b. H. Mendelssohn& Co. Mitteldeutsche Creditbank. Nationalbank für Deutschland. Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend, c. G. m. b. H. Zentrale: Berlin-Lichtenberg, Rittergut« strafte MIkknioch, den 27. Oktober, abends 61/, Ahr, im eoknl„Nene weif, Hasenheid- 405-114: General- Versammlung.' Tagesordnung: I. Jahresbericht: u) des Vorstandes, b) des Aufsichtsraic«. 2. Entlastung des Vorstandes. 3. Genehmigung der Bilanz. 4. Verteilung der Erübrigung. 5. Bericht des Berbandsrevifors. S. a) Wahl von Aufsichtsratsmitgiiedern. d> Wahl von Ersatzpersonen. 7. Aenderung des§ 5 des Statuts(betr. Erhöhung des Ge> schästsanteiies van M. HO,— auf M. 150,—). 8. Anträge. 154/2 Der Aufsichtsrat. I.A.: E. Walther. Ter Vorstand. A. MIrus. R. Schreiber. W. Lamm. F. Hille. L. Hajek. Zahle immer noch die höchst. Tagespreise für Kupfer Messing Rotguß Blei Zink usw. Unn Möbelgeschäft »Ul C.Schröder, Liniensf.216 HItractallc ftapfet, Messing, Zinn, Zink und Blei, auch Platin, Sold- u. Silberbruch kauft höchstzahlend ' Hetall-Einkaiil-Zeiilrale, KottbuserDamm RS (Hermannpiatz). Mpl. 13530 Msbsl Var oder Kredit mir kleinster An- und Abzahlung __ liefert an jedermann, auch auswärts- Möbel-Grotz Grohe Zrankfnrker Strasi« 141 Znvalidenstroste», Eingang Ackerstroh« Ausbildung zu Polieren, Bauaufsehern, Hilfstechnikern in Hoch- und Tiefbau, Sonderkurse über Statik, Eisenbetonbau, Perspektive, Vorbereitung zur Baugewerkschule und Meisterprüfung. 21/12* v Fachschule für Maurer, Metallschmelzwerk kaust für eigenen Bedarf Alt-Metalle Spez. Rcinzinn, Lötzinn, Blei, Lagermetalle und zahlt als Selbstverbrancher die höchsten Preise. l* Brich Liepmaon, Dr. med. Hollaender, f ■ Spezialarzt für Haut-, Frauen, und Blasenleiden I I Behandlung ohne Quecksilber, ohne Berufsstörung, Blutuntersuchung. ■ Aufkl. Broschüre dir. 10, diskret verschlossen Mk. 2,50 Berlin W 8, Leipziger Straße 108 II. Täglich II— 1, 5-7, Sonntags 11-1. 187/4* Nntzeisen jeder Art: Nund-, Flach-, Quadrat- u. Bandeisen, (Sas-Ziede-Rohre, f-Trägeru.U-Eisen, Feldschmieden und Amboste sofort ab Lager lieferbar Felix Kohls, Berlin C. 25. Dircksenstr. 12, Moritzplatz 12072. Ecke Voltairestrasse. Moritzplatz 12073. teppdecken gc. Auew. preisw. Sernli.Stroliwaadel S. Waliitr. 72.• Alte Steppdecken werden ausgearbeitet._ Kupfer Messing, Zink, Blei Quecksilber Pellen, Nägel, Schmirgel wirklich höchster Preis Wafimannstrafie 22 AnklamerStr.58,Hol Metall' aDkaulsstelle Osten. Grüner Weg 80 zahlt höchste Tagespreise für Kupfer, Messing, Blei, Zink etc. Pistolen aller Art aller Art kauft zu höchsten Preisen W.DIEFKE. BERLIN, Kommandantenstr* 36. ettnässen! Befreiung sofort. Alter u.Geschlecht angeben. Ausk. umsonst. Gg.Englbrecht.K�iners,6, B Altmetalle Zinn, Lötzinn, Lager« matalle, Quecksilber — höhere Preise.—■ DresdenerStrasse 18-14. Englisch zum prakt. Gebrauch. Eigene Methodestrleger.FlemmingsLI. 8teiiengesnche| Apbeltsnachwcl» der Stobt Berlin. Stellenvermittelung siir werbliche Hausangestellte! sll-w Eichharnstr. 1, I Treppe?» Ecke Potsdamer Strasse. Gorttstiiin- strasse 13, nahe'Bahnhos Börse und Rosenthaier Platz. Paul- strasse I, Am Kriminalgericht. Belle-Alliance-Platz 5. Koppen- strasse I, nahe Schles. Bhs. u. SiralalierPiatz, Iägcrstr. II, am Gendarmenmärkt. Friedrich- strasse 110/112, Oranienb. Tor. Geöffnet 3—7. Sonntags 3—1. Für Hausangestellte kostenlos. 8leUenangehote Wicklerinnen, perfekt auf Baltcricn,-ofor� gemcht. 21/11* R. Sachs G. m. b.?/)., Batteriefabrik Berlin SO 16, Ncanderftrasse 4. Infolge der Wahl des rgermcis en Stelleninhaber» zum :nit des Bürgermeister von Haspe ist das Ä. Bürgermeisters der Stadt Lehe neu zu besetzen. Die Besoldung erfolgt nach Gruppe XII der Besoldungs- ordnung der Staatsbeamten. Ruhegehaltsbedingungen wie für die Siaatsheamien, Die Mahlzeit wird nach der zu erwartenden neuen Städieordnung endgültig geregelt. Anrechnung der auswärtigen Dienstjahre bleibt der Vereinbarung porbehallen. Entsprechende Wünsche sind in der Bewerbung anzugeben. Bewerber müssen bie Befähigung zum Richteramt oder Berwaitungsdienst besitzen, oder Vaikswirtschastler sein. Praliische Erfahrung im Kommunaldienst ist erwünscht. Die ziria 4V00U Einwohner zählende Stadt Lehe bildet mit Bremerhaven und Geestemünde ein Wirtschaftsgebiet, ist aber iclöständiger Siadilreis. Der Magistrat besteht aus 2 besoldeten und 3 ehrenamtlichen Mitgliedern. Das Bürgervorstcherkollegium hat 41 Mitglieder(Bürgerl. Fraktion 13, Eozialdem. Fraktion 20, Unadhg. Frattion g>. Bewerbungen Mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften sind mit der Aufschrift„Bewerbung" bis zum 20. Oktobtr d. Is. beim Unterzeichneten einzureichen. Persönliche Bor- stellung ohne Auffotderung nicht erwünscht. Lehe, den 25. September 1920. Thienst. 956$ Wortführer des Bürgervorsteherkollegiums. Lehe. Für neu zu errichtende Lacksadrik wird 21,10 WigttMMMMellll zur Herstellung von 0-1-, Smaille!ack-N iiiid Roskschnh- snrben gesucht. C. A. F. Kahlbaum trh-mlsche Fabrik. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Adl-rshof d«l verlin._ Stadtreisende iur Mllelnholnng oon Rerzlnknng»-. Derbleiung«- l llumlnietun gaouf trägen Jt. fäclllasfenattifel(Fitling., und tumlnietung �_____ Mutlern, Schrauben,"©Übeln Zt.) nach konllirrenzioser Methode gegen Provision gesucht. Schriftliche Angebote an Meneeesche A. G.. Berlin. Maybach. Asee 48—51. Straßenhändler werden sofort eingestellt gegen Lohn«nd Provision Hauptexpedltlon, �irorwarxs 9 Lindenstr. 3(Laden). Mf"".....■'•i' i i i■ i' 1 im rTheafter.Uchtspäeie etc. j M.MXXKXKxxxxiooooor»iL3C>*MgMaannf3narKTTOP.aa3omooaooooodgK Opernhaus. Boheme. 7 Uhr. Schauspielhaus. (Außer Abonnement.) Peer Gynt. ft'/s Uhr. Direktion Max Reinhardt Deutsches Theater. 7 Uhr: Einsame Menschen. Donn.; Einsame Menschen. Kammerspiele. 7>/z Uhr: Frühlings Erwachen. Donnerst. 8: Die Brandstätte Gr. Schauspielhaus (Karlstraße) 7 Uhr: Danton(auß. Abonn.) Donn.: Julius Cäsar(auß.Ab.) Theater i. d. PniggrätzerStraSe 8 Uhr: Mirandollnu. Donnerstag, zum I.Male: Der unerbittliche Schutzmann Komödiantensiege Der gemütliche Kommissar 71)11 Max Paltenberg. Komodieahaus VaS: Eine Nacht im Paradies. Berliner Theater 7/z8 Uhr: Der letzte Walzer . mit Fritzi Massarj. Centrnl-ThcBtep 7-/.- Frau Bärtiel(Operette) Deatsches Opemhan. svj uhn Siegfried. Frledr.-WUlielinst.Th. 7-/- u.: Hoheit hie Tänzerin. Kleine« Theater. uhr: Die Pfarrhanskoniöille KI. SchaiiNpieihauH. u! Der Floh im Panzerhaos KoiniNo.lie Oper 7'/» uhr: liebe im Schnee. liiistNpielhaus vu Uhr: Arnold Rleck In Zwang�selnquartierung:. Metropol-Theater. LHoliandweibchen Neues Central.Theater u!? Die Dame im Frack. Aienes OperettenhaiiM � v.: Die Csikösharoness. Keues Volksthcater t/, uhr: Der Biberpelz Schllier-Theat. Chart. 7',. uhr- Beitinas Verlobung Thalla-Thcater 7',.u.- Der dumme Franzi. Th.am Aiollendorfjilatr 7 ujy: Wenn Liehe erwacht Theater de« Wesiten. �DerersfenLiehegoltLZeit Wallner-TUenter ll\ Der Geiger von Lugano. Walhnlia-Theater. uhr iGustsp.Hurtstein Residenz- Theater. Untergrundhahn Klosterstr. Nachm 4 Uhr, zum I. Male; Struwelpeter. Täglich"'.8 Uhr: Die Freundin. Von Hermann Sudermann. Donnerst. 4: Schneewittchen. Trianon-Theater. Bahnhot Friedrichstraße Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: Kotkttppcheu. Täglich>/,S Uhr; Aer Roman " einer Frau.' Komödie v. Lothar Schmidt. Rose-Theater. 7»/, Uhr: Die Ratten. Falles Gaptlce. Täglich V28 Uhr abends: yerslcherung geg. Ehebruch Eine unruhige Nacht Lea's Ohnmacht mit Ferd. Grünecker. Martin Loewe Arno und Floyd Orlgln. Z Urbanis und bat groß« Varietö- Programm. Nur noch bis einschl. Donnerstag- LToamLl' u. J Sept.- proxramiii. Ah Freitag, d. 1. Oktober I Oer Stolz Oer Homp. n. d. große Oktober Progr. Volksbühne Theater??m Kölo�'plat?. V'i Uhr: Eine Landpartie. Verwickelte Geschichte. Lessing-Tiisater. Heute und Donners'ag 7,'3: Das Gelübde. (Konstantin. Eoos, Klopfer, Lind.) Freitag 7: Peer Gynt. Deutsehes Künstier-Thester , Allabendlich>/-8 Uhr; Die Scheidungsreise mit Max Adalbert und Trade Hesterberg. Casino-Tliealer Lothringer Str. 37.— Tgl. 3/<8: Knorps sei. Witwe und..Anschluß verpaBt". Singspiel mit Viktor Litzek. Sonnig. ZV,: DerHausdrache. CircusBusch 1 l-Togad-a Mittwoch, I«ICUIC 3 u. 7.15 Uhr: 2 Vorstellungen 2. Hachm. halbe Preise . för Kinder. SchallundKaueh Im großen Schauspielhaus Bh.Friedrichstr. Tel.Nord.8643 Dir. Hans v. Wolzogen. Das gr. September- Progr. mit Kulissen d. Seele v. Nik. Nikolajew. Evreinoff. Hauptroll.: Hermsnn Thlraig, Roh. Forster-Larrinaga. A.Flügel; Kpmstr. Spolianskl. Balal alkn.Orchester. Konzert T/. Beginn S'/. Die Sensation der Wintersaison Orlent- iüatura- listische jVusststiungs- Päntora 1 in 3 Bildern| Harems- 1 Nächte!! | Unt. Mitwirkung von| Ofl Original- uU Kamerunern on Bajaderen- izf Tänzerinnen | In den Hauptrollen:| Myriam Borka | sudan Schauspielerini Kiki Kiami Bey I Nationalth.Konstant| Lowis Brody | der Neger-Filmstar ! Erika Dennissen | die schwed. Tänzerin sowie die übrigen Oktober-Varietd- Sensationen!! Bls30.Sept allabendll Melster.Detektiv Hannussen u. d. Scnfember-Sens.l Behreostr. 54. ReictishalL-Theater Slbenbs?>/, und Bonntag Rot. 3 Stettlnsr 19er Rachmittags�Halde itetfe. Theater a.Kottbus.Tor Tel.: Moritzolatz 14814 Täglich 7V, Uhr und Sonntag nachm. 3 LI.: Elite-Sänger Blülhgen-Konzert Beginn 7 Uhr.• Vorv ll-l'/j. 4 6Uhr Unter- Galten raglich 7.15 Uhr: Variete-Spielplan Rauchen s.stattetl I Admirals-Palast Fliptin StJorilz. i [p\isQ?2i-tZsQpzi Jriedrieli-"Wilhelnistädtisehes Theater. ■jÄ!!! Berlins größter Operettenerfolg!!! R/ Einstimmiges Urteil von Presse und Publikum..(T) Täglich ausverkauft! � g Mittwoch, 39. September, abends Uhr: Z Zum Male: i Hoheit die Tänzerin f Operette in drei Akten von. Oskar Felix und Richard Bars. Musik von Walter W. G o e tz e. ' Elisabeth Balzer/ Betty Feiner Gustav Jahrbeck/ Kurt Mikulskt/ Max Mendsen/ Carl Ernst Schaum. >. 41 Ausschneiden! Gü'-g nur b" 10. Oktbr. 1920 Sendervergiinstioeng nur für die Leser des„Vorwürts". Residenz-Theater Trianoa-Theater Mittwoch, 29. Sept, 4 Uhr: Struwelpeter. Donnerstag, 30 Sept..4 Uhr Schneewittchen. Sonnabend, 2. Okt., 4 Uhr: Struwelpeter. Sonntag. 3. Okt.. 4 Uhr: Die Freundin. Mittwoch, 6. Okt., 4 Uhr: Struwelpeter. Donnerstag, 7. Okt., 4 Uhr; Schneewittchen. Freitag, 8. Okt., 4 Uhr: Struwelpeter. Sonnabend, 9. Okt., 4 Uhr: Schneewittchen. Sonntag. 10. Okt.. 4 Uhr: Die Freundin. Aasschneiden! Dieser Mittwoch, 29 Sept., 4 Uhr: Rotkäppchen. Freitag, I. Okt., 4 Uhr: Schneewittchen. Sonnabend. 2 Out, 4 Uhr: Rotkäppchen. Sonntag, 3. Okt., 4 Uhr: Der Roman elnerFrau. Mittwoch, 6 Okt, 4 Uhr; ' Rotkäppchen. Donnerstag, i.Okt,,4Uhr; Max und Moritz. Fteitag. 8. Okt, 4 Uhr: Rotkäppchen. Sonnabend, 9. Okt., 4 Uhr; Max und Moritz. Sonnta", 10. Okt., 4 Uhr; Der Roman elnerFrau. Schein gewährt zu allen oben angezeigten Aulführungen die Entnahme von 1—6 Billetts im Parkett und 1. Rang zum bedeutend ermäßigten Preise. Die Ermäßigung beträgt die Hälfte des Kassenpreises. Die Ausgabe der Billetts erfolgt nur an der Theaterkasse am Tage der betreffenden Vorstellung 1 Stunde vor Beginn. „Der Sieger" Berlin SW. 48, Dr. Sieg. Besselstraße 14. Tel.: Moritzplatz Nr. 5435. Brmlttelungen. Beobachtungen, Auskünfte allerorts. Q Detektei Union-Klub, Berlin. Annahme für Vor Vellen für Rennen in Berlin nnd Im Reiche Schadowstraße 8 für persönliche und Postaufträge. Kurfürslendamm 234 Neukölln, Bergstr. 43 Bayerischer Platz 9 Oranienburger Str. 48/49 Schöneberg, Hauptstr. 9. und Theaterkassen der Firma A. Werthelm i Potsdamer Straße 23 a Kurlürstendamm 65 Leipziger Straße 126 RosenthalerStraße 29/31 Moritzplatz Königstraße 31/32 3 2 Taucntzienstraße 12a Nollendorfplatz 7 Rathenower Straße 2 Planufer 24 Annahmcscbluß: Für Berliner Rennen 3 Stunden vor Beginn des ersten Rennens. Für auswärtige Rennplätze abends vor dem Renntag. Postaufträge werden nur Schadowstraße 8 angenommen. Ausführliche Wettbedinrungen in allen Wettannahmestellen erhältlich. Stlins ml» Etsl erhalten Sie in kurzer Zeit durch meine Spezialmethode. Sommersprossen, Pickel, Mitesser, Leberflecke, Warzen, Gesichts- und Nasenröte, lästige Haare, schlechter Teint usw. verschwindet bald. Aut Wunsch Blutuntersuchung. C.WeisserMnvalidenstr.M? I, Ecke Bergstraße, Vie'e Jahre in Kliniken und Krankenhäusern tätig gewesen. Sprechstunden: 10-12u. 4-8. Sonntags 10-1. Auskunlt kostenlos Bergstraße 29 fferkauf mli an Hieht-Wölinep 10 Ausnahmetage für Kostüme ■ von Freitag, den 24. September bis Dienstag, den 5. Oktober< Moderne Kostüme............... 75.- Fesche Kostüme ungeForm....... 145.— Elegante Kostüme In verschiedenen Farben. 275.— M'bunue Kammgarn-Cheviot- Kostüme 435.- ■:: Außerdem große Auswahl in Kostümen höherer Preislagen j | Reiebhaitiges Lager in modernen Bistern, Röcken u. Blusen j : Damenhemden mit Hohlsaum u. Stickereigarnierung von 39.75 an j Sehr preiswertes Angebot in Herrenkleidung Herren- Anzüge....... von 190.- bi. 775.- Burschen-Anzüge...... von 145.->», 450.- Hosen gestreift.......... von 60.— bis 175.— Herbst-Paletots................. 345.- Winter-Paletots marengo..... 380.- 395.- Winter-Ulster........ von l l5.5o bis 650.- « 8port-U!ster..... 325- 350.- i Sonderangebot in Strümpfen| ! Damen-StrÜmpfe Baumwolle, sebr stark, dcutschlang.,,.. Paar 11.75 j ! Damen-Strümpfe Wolle, deutschlang............ Paar 21,50 j | Herren-SOCken Baumwolle, gewebt............. Paar 8.50| ! Herren-Socken Baumwolle, gestrickt............ Paar 9.85! ! KindersSweater u.Trikots In allen Größen u. Preislagen ml Extra billige Preise in Schuhwaren >3 'cltloßbrami IsliiMerg;;;; Hauptstraße 122/23 ■w Dir. E. Krämer ßrnjfer und kleiner Saal für Vereine und Festlichkeiten noch einixe Tage in der Woche zu vergeben. Erfinder bedienen sich zur Anmeldung und Verlauf ilircr Etsinbungcn, Ideen eines Patentfachmannes. Rat und Auskunft kostenlos� Erfolg: u. tt. Verfaul eines Patenfes durch unseren Mit» a r b e r t e r für> 850 LTV M. F. Erdmann& Co., Berlin, KänlggrStzer Str. 71. Mjanol Hanfcrnme nornesim parfümiert, nicht fettend, macht die Hanf zart und weiß. Eleg. Porzellan- dose 2,50 M.. Tube 3 M. Ru haben In Drogerien und Parsümericn. wo nicht, oom Hersteller: Bln.- Lbcrschöncwetdr Fernsprecher: Oberschw.555 LveNfi& Mitteimann öegr. 1875 M Bankgeschäft-, Berlin C 19. Petrlplafz 4 0e?r-'87S j gegenüber der Petrlkirche. Fernsprecher: Zentrum 2373, 7103 u. 11541. In- DDiS Verkauf von Effekten lM CaapoDS| Geschäftszelt 9—3. Platln-Linke Ä Gebisse, Platin, Gold, Silberbruch zu bekannt höchsten Preisen* Blücherstr. 40, Port. 2, II. msrßEL �yBERUNEft-iat/NOSClTNDlSffftlC 6Eff(i!.BN.Cil/WEMe PBOMEWAS)f« FCKl-IAUt'D&,AK-l�ut-IOR• Pi'O P'-iS E• +WlliD geleitete, ntoDetn. i eingeriiölete öetlonftott M-k»! oüitJUtiitGnföjeBeijonöiung.■ Modernes, erprobtes helloerfahren: Jtqlut- 1 heiloerlohren, Eletlro- u. Lichlheilntelhode, die! wisienschnftlich anerkannte u. glänzend de- währte„Äunstl.Höhensannen�-Behandlg., Uöntgen. Behanblnng und Unfersochnng, wasserhelwerfohren, pflanzen- und UrSuIer-> � vehondlnng� nnd Uta M" in, Raren und Väöet, Saucrftefftaren, homöo palhische u. mechano-lherapeuUsche Behandlung.— TioeJjtüviöbar gute n. dauernde yeil- erfolge bei smnkUchen Sraafheiien, inneren und äußeren, speziell chronischen, z. B. onngen-, hals-, herz-, Magen-, Darm-, oeberlelden: Ueraenschwäche. nervösen Kopfschmerzen, allgemeiner UeroafllSt. allgemeiner nerooser Ubspananng, Ischias, Sicht. Rhenmakismus! sSnillichea Ausschlägen, Flechten, Munden;[ LSHmangen. sowie Kinderlähmung; Slofl- .... r.......{lj � wechselfrantheilen, Zarferfranfhels usw. Freiwillige briefliche«ad mündliche Aner- kennungen früher dehondelker nnd geheiUer Patienten, die angaben, vor der Bcbandlung in »nscrer Anstalt anderweitig ohne«rf.I» de- handelt worden zu sein: L Frau 2U. Ifichker. Ber-\ lin-Moabit, Walbfttaße 83. Cunqenlelbcn, BIul- armul, Zier.enschwöche geheilt.— 2. Herr Se- arg Heinrich, veumschnlenweg, Baumschulen- siraite 29, 11. cnngenleidcn geheilt.— S. Frau a. Blödor«, edpenitf, Auausie-Viktoriasiraße 24. Herz-, Leber- u. Nierenleiden wiederholt ge- deflerl.— 4. Herr K. Enste, Restaur.»har- lollenbnrg, Huttenstr. 12. Ehronlscher Mittel- ohrkabarrh geHein.— 5. Frau Srünberg, we>- I heniee. Lindenallee 3. Von schwerem«sthma befreit.-«. Frau IR. Zasle, Berlin, Nollendorf. Itraße 10. I. Khenmalismn» gehellt.— 7. Herr ffi. Ehrhardt,«v.-Lichlerfelde, Ringstraße 52a. Hautentzündung geheilt.— 9. Frau Preuh, pantow, Damerowsir. 54. Lungenblut«» in vier Tagen uollftändlg geheilt.— du. grau 0. Herzmann, Schöneberg. Feurigstraße 61. Eiternd« Fistel nach Blinddormoperalian gehellt.— IL Herr E. Killer, Zkriedenau, Sponholzsttaße 58. Von»niegelentleiden geheilt.— 12. Frau U. Kohrmeser, Verlin, Vreslauer Str. L«lies 45 fähriges her, leiden gebellL— 13. Herr f M. htuhser, Nei»I>t«Wdorf-W«sI. Antanlcnsir. 8.\ Klefeeoereiterung geheilt.— 14. Frau H. yagel, Sochseeehsufe» de, Oranienburg>. Marl Anterl.- Sluiungen». Ueroenleldeu geheilt.— 15. Frau Atw. Zritfchler, Berlin, Mariendnrger Siraße 48. 4WW. �, VCAIIt,/ Oarmgefchwnlst geheilt.— Inspeklor« O. Kelnrlch, Berti» j«»gerolehHos. *% lt. Frau des WWWWW »lehbos. Von Geb.- KniUi._. >err Erich Bock, Berlin, Havelderger Str. 15. errn _ edrlchsfelde, Geh.- Knickung gehellt. l Von Zkieren- und vlsfenlelden, Mäflerfucht, > ollgem. groher Schwäche gehelli.— 18 Frau> Rellaur. Hering, Berlin, Schönhauser Allee 87. Von! Basedowscher Kranthel« geheilt.— 19. Frau| 6. Popp, Berlin-Lichtenberg, fflärtneritr. 10. i chron. Leiden, Herzschwäche und Verstopfung gehellt.— 2>. Herr A. Schladitz, Berlin, Caprivi- . siraße 24. Von«eflchlsiupu» geheilt: vorher j mit Radium erfolglos behandelt.- 2L Herr«. Hell- ! wig, B.-Darsi, isolde. Ernststr. SS. Von Magen- geschwulst, Verstopfung nnd Nervenschwäche geheilt,— 22 Herr Mmbhöndler Eckert, Berlin, Sreitenhagcner Straße 2«. Von glckstifch-rheuma- ! lifchea Schmerzen in Bein und Fnßgelcnl ge- heilt.— 23. Herr Saltwirt tt. Michaelis. Ehar- lottenbnrg. Wallsir. 8? Von chraaifchem Leber.> ! leiden und Geldluchl geheiitt- 24. I kinore. Be l:n-Bt V Mitten in freudigem Schaffen hat ihn ganz plötzlich der Tod ereilt. Er war nahe an Sechzig, aber war ihn kannte, hat das Gefühl, daß Hans Leuß jung gestorben ist! Ein üreister Schwinüel. Aus München meldet das Orgesch-Organ, die„Telegraphen- Union", daß dort die Waffenablicfcrung seitens der radikalen Kreise sabotiert werde. Es seien bisher nur 2560 Gewehre abge- liefert worden. Ein dreisterer Schwindel dürfte nun überhaupt noch nicht da- gewesen sein. Wer nach München kommt, der kann sich durch den Augenschein überzeugen, daß dort die Waffenablieferung � ollerdiugs sabotiert wird, aber nicht seitens der Radikalen, sondern durch die Orgesch-, Orka-, Orlieuß- und Orzenh-Leute, die am hellichte» Tage In Zivil und mit umgehängtem Gewehr auf der Straße herum- spaziere». Es kann höchstens eine indirekte Wirkung dieser pro- dozierenden GesetzcSverhöhnung sein, wenn auch die radikalen Kreise in München wenig Lust zur Waffcnabgabe verspüren, solange sie die Reaktion auf das Gesetz pfeifend im Schmuck der Waffen einherstolzieren sehen. « In München erwartet man den Besuch des Reichskanzlers Fehrenbach, der mit dem bayerischen Ministerpräsidenten v. Kahr über aktuelle politische Fragen, insbesondere über die föderalistischen Bestrebungen Rücksprache zu nehmen gedenkt. Nachträgliche öeöenken. Das Zentralorgan der belgischen Sozialdemokratie,' der Brüsseler„Peuple", beschäftigt sich mit der endgültigen Zutet- lung E u p e n s und Malmedys an Belgien und sagt: ,lWtr können es nicht unterlassen, unserem Bedauern darüber Ausdruck zu geben, daß die Befragung der Bewohner der in Betracht kommenden Gebiete nicht mehr den Charakter einer direkten Volksabstimmung gehabt hat und jich mehr auf ein stillschweigendes Refe-reudum beschränkt hat. Wir hätten gewünscht, daß man die 63 000 Einwohner aufgefordert hätte, einen Zettel in die Urnen zu legen, der in feierlicher Weise ihrem Willen Ausdruck gibt. Es ist wahrschein- lich(?), daß©Upen und Malmedy mit ihrem vollen Willen zu Belgien zurückkehren. Wie es aber auch sein möge, es ist Sache der Arbeiter- und Sozialisteninternationale, in Zukunft den Völkerbund anzuhalten, daß er in ähnlichen Fällen zur Befragung der interessierten Bevölkerung nicht mehr auf negative, sondern auf positive Weise geht mit allen Sicher- heiten der Unabhängigkeit und Freiheit." Dazu möchten wir bemerken, daß diese Bedenken den belgi- schen Genoffen reichlich spät zum Bewußtsein kommen. Noch am 22. September, am Tage nach der Entscheidung des Völker- blindes, hatte derselbe„Pauple" die Angliederung Eupens und Malmedys mit hämischen Bemerkungen gegen die„Manöver der deutschen Regierung und der deutschen Presse" begrüßt. Die so- zialisiischen Minister im belgischen Koalitionskabinett hätten es in ihrer Macht gehabt, die Forderungen, die der„Peuple" nunmehr nachträglich, und zwar für zukünftige und ähnliche Fälle erhebt, auszustellen, ehe dieses Verbrechen am Selbstbe- stimmungsrecht der Völker vollzogen wurde. Daher können wir uns des Eindruckes nicht erwehren, als sei das Bedauern der bei- gischen Sozialytcn etwas platonischer Art. Freilich sind wir mit der Zeit in bezug auf Solidaritätskundgebungen seitens der Arbeiterklasse gewisser stegreicher Länder so bescheiden geworden, daß wir auch dies« zahmen und späten Bedenken lieber verzeichnen als— gar keine. Amnestie in Frankreich. Unter dem Vorsitz Mllerands be- schloß ber französische Ministerrat eine A m n e st i e zu gewähren, die Justiz-, Kriegs- und Marinemiirrister ausaribeiten sollen. Die wegen Vergehens während des Krieges von Kriegsgerichten verurteilten Soldatcn und Matrosen schmachten noch immer in den Gefängnissen oder in den Kolonien. Da vor ganz kurzer Zeit das Parlament ein Amnestiegesetz angenommen hatte, das sich jedoch nicht auf Deserteure und Meuterer erstreckte, so ist es anzuneh- inen, daß dieses Mal auch diese Opfer des Krieges ihren Familien zurückgegeben werden. Damit wird Millerand den Haß etwas mil- dern» den ihm die Arbeiterschaft entgegenbringt. Die folgen üer j In der Preußischen Landesversammlung wurde am Dienstag vom Präsidenten L e i n c r t der in der letzten Sitzung dem Abg. Oelze(Tnatl.) erteilte Ordnungsruf zurückgenommen. Mit Ernährungsfragen beschäftigen sich Anträge und Redner verschiedener Parteien. Abg. Leinert(Soz.) begründet folgende Anfrage: Infolge Freigabe der Kartoffelbewirt- schaftung und bevorstehender Aufhebung der Fleischbcwirtfchaftung ist eine so enorme Preissteigerung für Kartoffeln und Vieh eingetreten, daß eine hinreichende Ver- sorgung der minderbemittelten Bevölkerung vollständig unmöglich gemacht worden ist. Neue Unruhen und Erschütterungen des Wirt- schaftslcbens find infolgedessen zu befürchten. Welche Schritte gc- denkt die Staatsregierung einzuleiten, um das zu verhindern?— Der Redner führt auS: Für den Uebergang sind keinerlei Vorberei- tungen getroffen worden, lieber die ganze Begründung des Ab- baues der Zwangswirtschaft hat das Volk keinerlei Aufllärung er- halten. Infolge Drängens der Landwirte wurden Lieferungsver-' träge mit den Städten abgeschloffen und ein Mindestpreis' von 23 M. für den Erzeuger vereinbart. Später sollte ein Ausschutz den Marktpreis feststellen mit. einem Aufschlag von 3 M. und einem weiteren Aufschlag von 1,73 M. für den Handel. Diese Preisfest- stellung wurde dann veröffentlicht in der Verordnung über die Ver- sorgung mit Herbstkartoffelu und dabei erklärt, wenn nicht 120 Mil- lionen Zentner durch, diese Lieserungsverträge � gesichert würden, so würde eine andertvcite Regelung eintreten: Nun sind aber nur 32 Millionen Zentner durch die Lieferungsverträge gesichert, weil die Gemeinden gar nicht in der Lage waren, das Risiko zu tragen. Nun hat die Negierung diese Verordnung kurzerhand aufge- hoben und den freien Handel zugelassen. Die Landwirtschaft ist jetzt ganz allein zuständig für die Beliefc- rung.� Gleichwohl hat die Regierung, erklärt, daß die Lieferungs- Verträge zu 31,73 M. weiterbestehen, und das ist der Anlaß, daß jetzt diese ungeheure Erregung in der Bevölkerung eingetreten ist. Der Händler wird natürlich seine Kartoffeln nur immrr dahin- bringen, wo er glaubt, den höchsten Gewinn zu erzielen. Die Herbst- kartoffelu, die sonst immer billiger waren als die Frühkartoffeln, sind nunmehr teurer geworden. Man hat sich auf die Versicherun- gen der Landwirte verlassen, die erklärten, sie würden die Kartoffeln der städtischen Bevölkerung bedeutend billiger liefern, als die Re- gierung festgesetzt hat. Nun ist aber das Gegenteil eingetreten. Die Stadt Hannover hat an alle Organisationen geschrieben, die erklärt haben, daß sie die Kartoffeln billiger liefern wollten. Alle erklärten aber jetzt: Nein, unter 31,73. M. können sie nicht ge- liefert werden.!.(Hört, hörtt) Erst haben die landwirtschaftlichen Genossenschaften an die Erzeuger geschrieben, sie möchten Verträge zu 31,73 M. abschließen. Das ging verschiedenen Landwirten gegen den Strich und sie haben mit dem Abschlüsse gezögert. Der Nachbar aber zögerte nicht, sondern machte den Abschluß. Das hatte zur Folge, daß andere auch abschlössen, und so entstand überall nach Ab- schlutz der Lieferungsverträge eine große? Nachfrage nach freien Kartoffeln. Die Erzeuger, hatten gar keine Gewähr, daß, wenn sie Kartoffeln unter dem von der Regierung festgesetzten Preise ab- geben, diese Kartoffeln nun auch den wirklich Bedürftigen zugute kommen würden. Wenn die Regierung mit der Aufhebung der Lieserungsverträge auch die Preise, die festgesetzt wären, auf- gehoben hätte/so wäre keine Beunruhigung entstanden. Was ist denn dos für eine freie Wirtschaft, wenn stie'Rejiertlttss- etkÄrk! daß gegen''wucherische Ausbeutung entschieden cingeschrittcn werden soll und wenn sie selbst nach An- ficht der'Lä it d wirke isifien Wucherpreis festsetzt?(Sehr wahrl) Die Regierung hat erklärt, der ftstgesetzte Preis- sei an vollkommener Uebercinstimmung mit Erzeugern und Verbrauchern festgesetzt worden- und als Vertreter der Verbraucher wurde der Deutsche Städtetag genannt, der sich in völliger Uebereiystimmung mit den Landwirten befunden habe. Dagegen mutz ich betonen: Der Deutsche Städtctag steht aus dem Standpunkt, daß nunmehr auch die Ver- träge hinfällig sind, aber die Regierung sagt:„Die Verträge gelten weiter." Die Regierung konnte durch Aufrcchterhalkung der. Ver- fügung der Landwirtschast eine maßlose Bereicherung zukommen lassen, auf der anderen Seite aber eine unendliche Erbitterung bei der Mehrzahl der Bevölkerung erzeugen. Eine Erbitterung bei der Landwirtschaft durch Aufhebung wäre um so weniger die Folge ge- Wesen, als eine große Anzahl von landwirtschaftlichen Verbanden bereits Niedrigere Preise verfügt oder als zulässig anerkannt haben. Die Regierung hat. diesmal eine Schätzung, ob die Preise der Ernte angemessen sind, unterlassen. Die Folgen dieser Politik zeigen sich schon darin, daß die Eisenbahner in den Transport der Kartoffeln eingreifen, teils aus Not, teils um dem Wucher zu steuern.- Man müßte vor- sorgen, daß die Bevölkerung nicht Sorge haben muß, überhaupt keine Kartossein zu bekommen. Der Freihandel wird diese Sicher- heit nicht leisten können. Statt dessen aber hat man noch eine zweite Sorge hinzugefügt: die Aufhebung der Zwangswirtschaft für Fleisch. Es ist richtig, daß die Fleischversorgung versagt hat und daß viele Städte statt 230 Gramm nur 123 Gramm verteilen konnten. Aber das war immerhin- etwas, während es jetzt zu einer kolossalen Stei- gerung der Preise kommt, so daß die minderbemittelte Bevölkerung sich überhaupt kein Fleisch mehr leisten kann. In Lippe und Baden gingen die Preise nach Aufhebung der Zwangswirtschaft so sprung- Haft in die Höhe, daß beide Staaten jetzt wieder die Zwangswirt- schaft einführen mußten. Das Reich will die Zuschüsse für Auslandssleisch nicht mehr zahlen, wohl aber für die geplante Einfuhr von Futtermitteln, d. h. doch nur, daß die Reichszuschüsse jetzt nicht mehr dem Kon- sumenten zugute kommen: sondern dem Produzenten von Fleisch. Die Aufhebung der Zwangsbewirtschastung bedeutet auch die Vernichtung der kleinen und mittleren Fleischerbetriebe zugunsten der kapitalkräftigen großen, die bei den heutigen Vieh- preisen allein in der Lage sind, sich mit Vieh eindecken zu können. (Sehr richtig!) Doch die Regierung hat alle Mahnungen in den Wind geschlagen, so erst wieder jüngst die Eingabe des Berliner Magistrats, wie überhaupt alle Erfahrungen der Städte während der Zwangswirt- schaft. Die Städte müssen daher jede Verantwortung ablehnen. Wenn im Falle der Not die Reichsfleischreserve ausgegeben werden soll, dann haben die Gemeinden keine Möglich» keit, die Fleischer zum Verkauf dieses Fleisches zu zwingen. Diese Sorge überläßt die Regierung wieder den Gemeinden, die dann kostspielige Organisationen schaffen müssen. Die Auf- Hebung der Zwangswirtschaft für Kartoffeln und Fleisch führt zu denselben Zuständen, die damals Anlaß gaben, die �wangswirt- schaft einzuführen. Die städtischen Wurstfabriken und ähnliches werden jetzt wertlos. Statt dessen hat man ein Privatmonopol geschaffen. Die Fleischkonservengesellschaft wird jetzt natürlich soviel Aus- landsfleisch wie möglich laufen, um die Versorgmi j des Reiches garantieren zu können. Steigt nun die Valuta w�der, so wird mau zugunsten dieses Privatmonopols die Grenze sperren, damit das Fleisch zu dem teuren Preise verkaust werden kann. Das An- erbieten der Gemeinden, durch direkte Lieserungsverträge mit der Landwirtschaft die. Fletsch ver sorgung zu jichern, hat man zugunsten reien Wirtfihast. der privaten Interessen abgewiesen. Außerdem wird die Aufhebung der Zwangswirtschaft für Fleisch auch auf die anderen landwirt- schaftlichen Produkte einwirken. Die Milch- und Butterpreise werden trotz der für sie weiter bestehenden Zwangswirtschaft steigen, sonst schlachten die Landwirte ja ihr Vieh. In der Bevölkerung ist der Widerstand gegen die Aufhebung der Zwangswirtschaft sehr groß. Wir können allerdings nicht dulden, daß diejenigen Arbeiter, die nun gerade beim Transport der Lebensmittel beschäftigt sind, für ihre örtlichen Interessen eingreifen in den großen Betrieb der Ernährung der gesamten Bevölkerung. Unser Volk leidet noch heute unter den Folgen des Krieges. Alle Etappen von Versailles bis Spa und darüber hinaus verschlechtern nur die Lage der arbeiten- den Bevölkerung. Darum machen die radikalen Parteien Fort- schritte. Die Erwerbslosigkeit nimmt in beängstigender Weife überhand. Tie Aufhebung der Zwangswirtschaft nun gar führt zu einer maßlosen Verhetzung zwischen Stadt und Land, weil da- durch die Produktionsfähigkcit der Städte gelähmt wird. Zu der Kohlennot wird im nächsten Wiüter die Not der Ernährung kommen und zu gefährlichen Situationen führen. Wenn Stockungen in der Lebensmittclanfuhr eintreten, tragen nicht mehr die Ge-. meinden die Schuld, verantwortlich ist einzig und allein dik Regie- rung, die die Versorgung der Landwirtschaft und dem Handel über- läßt. Tic Regierung hätte gut getan, diese Verantwortung nicht allein zu tragen. Deshalb müssen wir sie fragen, kann sie uns die Garantie geben, daß die Bevölkerung durch die freie Wirtschaft besser und billiger versorgt wird? Tann wird sie auch das volle Vertrauen der Bevölkerung haben.(Lebh. Beift b. d. Soz.) Staatssekretär Hagedorn: Der Kartoffelpreis von 25 Mk. war nicht einseitig von der Landwirtschaft, sondern durch den früheren Reichswirtschafts- minister Schmidt festgesetzt worden. Seit der Feststellung jenes Preises haben sich die Erzcugungskosten ganz erheblich erhöht. Anmeldungen der Städte zu den Lieferungsverträgen sind nur in geringem Maße eingegangen.(Hört, hört! rechts.) An den Lieferungsverträgen muß festgehalten werden. Im freien Handel dürfen die Preise höchstens 23 Mark betragen. Die Regierung wird scharfe Maßnahmen gegen den Karwsielwucher treffen.- Manche landwirtschaftlichen Vertretungen haben sich bereit erklärt, der minderbemittelten Bevölkerung die Kartoffeln unter 23 M. zu liefern. Rüttelt man an dem fest- gesetzten Preis, so könnte das für die Zukunft des Kartoffel- baues verhängnisvolle Folgen haben.(Zustimmung rechts.) Für das Fleisch ist eine Reserve von 30 000 Tonnen« Auslandssleisch ge- schaffen, womit die Ernährung der Bevölkerung mit 123 Gramm die Woche auf 3 Monate gesichert ist. Es wird auch kein unbe- schränkter freier Handel mit Fleisch eintreten. Viehhändler, und Fleischer sollen konzessioniert werden, an dem Verkauf nach Lebend- gewicht und dem Zwangsschlutzschein wird festgehalten werden. Die Schweinemast soll wieder aufgebaut werden, dann unterbleibt der Eingriff in unseren anderen Viehbestand und es bessert sich die Milch- und Buttervcrsorgung. Die Regierung denkt an die Einrichtung von Bczirksprüfungsstellen. Die Sprit- Verarbeitung der Kartoffeln ist durch Verordnung vom 7. Sep-. tember verboten worden.(Beifall.) Nach weiterer Besprechung ergibt sich bei der Vertagung die Beschlußunfähigkeit. Mittwoch 1 Uhr: Wiederholte Abstimmung über das Kirchenaustrittsgesetz; zweite und dritte Lesung der An- träge über Groß-Berlin und Fortsetzung der Agrardebattc. r.■ K-'' gilnch ......... 4- Die Kartosselnot. 28. September.(Amtlich.) Zur Besprechung irir'' brennend gewordenen Frage der Kartoffclversorgung fand am 28. September in der Rcichskartoffelstelle unter Leitung des Rrichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft die schon in der Presse angekündigte Verhandlung statt, an der neben Ver- tretern der Zentral- und Provinzialbehördcn Vertreter der Land- Wirtschaft, der Kommunalverbände und des Handels, eine sehr große Anzahl Berbrauchcrvertrcter, insbesondere Pertre- tcr der zentralen Gewerkschaftsvcrbände(Allgemeiner Deutscher Ge- werkschaftsbund, Verband der Hirsch-Dunckcrschcn und der Ehrist. lichen Gewerkschaften, ReichSgewcrtschaft Deutscher Eiscnbahn- beamtenanwärter) teilnahmen. In vielstündigcn Verhandlungen legten die Vertreter der einzelnen Gruppen ihre Besorgnisse und Wünsche, die sie bezüglich der Kartoffclversorgung und der Gestal- tung der Preise haben, dar. Trotz ursprünglich weit auseinander- strebender Meinungen herrschte doch angesichts der außerordentlich großen politischen und wirtsäiaftlichen Bedeutung dieser Frage letzten Endes darin Einigkeit, daß ein Weg zur Verständigung durch beiderseitiges Entgegenkommen gefunden werden müsse. In einer zu diesem Zweck eingesetzten Unterkommission, in der alle Gruppe» vertreten waren, wurden unter Berücksichtigung der in der allgc- meinen Debatte gewonnenen Ergebnisse folgende Richtlinien für die Kartosfelversorgung übereinstimmend aufge- stellt. 1. Im freien Berkehr soll ein Erzeugerpreis von 25 M. je Zentner für Hcrbstkartoffeln nicht übers chrit- t e n werden. Wo es die Kosten der örtlichen Produktion gestatten, soll angestrebt werden, den Preis soweit als möglich unter diese Grenze zu senken. 2. Es sollen sofort durch das Reichsministerium für Ernäh- rung und Landwirtschaft die maßgebenden Stellen veranlaßt wer- den, unverzüglich für einzelne Produttionsgebicte Verhandlungen zwischen Erzeuger- und Berbraucherorganisationcii herbeizuführen, um eine Versorgung der Bevölkerung auf der in Ziffer 1 ange- gebenen Grundlage sicherzustellen. Dabei muß der unreelle Zwischenhandel zwischen Verbrauchern und Erzeugern aus- geschaltet werden. Der Handel wird sich mit einer möglichst ge- ringen Gewinnspanne zu begnügen. 3. Bei den Verhandlungen ist zugleich anzustreben, daß von de» Lieferorganisationen die Lieferung bestimmter Mengen zu dem örtlich zu vereinbarenden Preise vertragsmäßig übernommen wird. 4. Die auf Grund der Verordnung vom 21. Mai 1920 ab- geschlossenen Lieserungsverträge bleiben in Kraft. Die an der heutigen Versammlung beteiligten Spitzenorganisa- tionen erklärten sich bereit, auf ihre Untcrorganisationen einzuwir- ken, für die Durchführung der vorstehenden Richtlinien mit allem Nachdruck einzutreten. Die Reichsrcgicrung erklärte sich auch ihrer- scits bereit, mit allem Nachdruck für die Durchführung dieser Nicht- linicn, insbesondere für den unverzüglichen Abschluß der vor- geschcncn Vereinbarungen einzusetzen. Um unlauteren Preistreibereien zu begegnen, erklärte sich die Reichsregie- rung auf Wunsch der Gewerkschaften weiter bereit, den Re- gierungcn der Länder die Konzessionierung des Kar. tvffelhandels dringend z« empfehlen. Auf Grund des Ber- Handlungsergebnisses glaubt die Reichsrcgierung in Uebercinstimmung mit sämtlichen Organisationen, damit rechnen zu dürfen, daß fortan die Kartosfelversorgung in ruhiger und alle Teile bc- friedigender Weise erfolgt._ Genosse Stötten Hamburger ReichsratSievollmächtigter. An Stelle des zum Botschafter in Rom ernannien Herrn V. Berenberg- Goßler ist Bürgermeister Genosse S t o l t e n zum stimmführenden Bevollmächtigten des Reichsrates und Borstand der Senats- kommission für Reichs« und auswärtige Angelegenheiten ernannt, worden. Angestellte vor öie Iront! Kollegen! Kolleginnen! Unter t»en furchtbaren Wirkungen des Weltkrieges sind die Massen der Angestellten aus einem Traumzustand patriarchalischer Wirtschaftsauffassungen zur tieferen Erkenntnis ihrer Klassenlage erwacht. Tausende unserer Berufsgenossen, die irregeleitet waren, wandten sich dem den Harmonievcrbänden ab und eilten in hellen Scharen den freien Gewerkschaften zu. Das gewallige Erstarken unserer Afa-Bewegung ist der lebendige Ausdruck für den entschiedenen Willen der Kollcgenschaft, die Angestellienbewe- gung aus den Schranken engstirniger Berufs- und Standespolitik herauszuheben und sie zum wichtigen Faktor in den herangereiften grossen Entscheidungskämpfen zwischen Kapital und Arbeit zu machen. Eure Gewerkschaften werden der ihnen gestellten großen Auf- gäbe aber nur gerecht werden können, wenn die Angestellten i n den Betrieben bereit sind, selbst an der Umgestaltung der Heu- tigen rein privatkapitalistisch gerichteten Wirtschaft zu einer höheren sozialen Ordnung mitwwirken. Es darf deshalb nicht ge- nügen, gegenüber der wachsenden Arbeitslosigkeit und Teuerung Unterstützungen und Lohnerhöhungen zu fordern. So wichtig es auch sein muß, die Angestellten gegen die Not und � das Elend, wie sie durch die Wirtschaftskrise hervor- gerufen werden, zu schützen, so darf doch nicht vergessen werden. daß wir gleichzeitig gegen ein chronisches Uebel, nämlich gegen die k a p i t a l i st i s che G e w i n n w i r t s ch a f t anzukämp- fen und die g e i st i g e Borbereitung für ihre Ablösung in eine für und durch die Gesellschaft betriebene Be- d a r f s w i r t f ch a s t zu treffen haben. Der Weg aus dem Heu- tigen kapitalistischen Chaos zum Sozialismus führt über die Kontrolle der Produktion. Die Betriebsräte, denen unsere Afa von Anfang an diese Aufgabe zugewiesen halte, müssen in die Zusammenhänge der Heu- tigen Warenerzeugung und Verteilung eindringen. Ihre Ersah- vungen im einzelnen Betriebe bilden die Grundlage zum Mei- nungsaustausch in den Industriegruppen, um das gemeinschädliche Treiben weiter Unternchmerkreiie mit Tatsachenmaterial belegen zu können. Es ist bezeichnend für den Grad der bereits eingetre- tenen llnternehmersabotage, daß jetzt sogar das Reichs- wirtschaftsministeriuin dazu übergehen muß, die Entscheidung über die Stillegung von Betrieben von der vorherigen Prüfung durch SachberständigenauSschüsse unter Hinzuziehung von Arbeitnehmervertrctern abhängig zu machen. Wenn �diese Prüfung lediglich nach allgemein Volkswirt- fch östlichen Gesichtspunkten erfolgen soll, dann wären aber in erster Linie die Betriebsräte und ihre in Gemeinschaft mit den Gewerkschaften geschaffenen Jndustriegruppen die berufenen Ent- scheidungsstellen. Man soll der organisierten Arbeitnehmerschaft erst einmal die Möglichkeit geben, in die Geschäftsgeheimnisse, d. h.'die Profitgeheimnisse der kapitalistischen Betriebe hineinzu- leuchten, um eine wahrhaft produktive Erwerbslosenfürsorge, d. h. die Erschliessung von gesteigerter Arbeitsgelegenheit, zu schaffen. Ter Einblick der Betriebsräte in die Produktion ist durch die verklausulierten Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes und den organisierten Widerstand des Unternehmertums aufs äußerste erschwert. Es kann in jedem Falle nur erzielt werden, durch die allseitige Mitwirkung der Angestellten. Die scharf durchgeführte Arbeitsteilung macht eS freilich euch den Angestellten schwer, den Ueberblick über die g e s a m- t e n Geschäftsvorgänge zu gewinnen. Der Buchhalter, der Kalku- lator, der Werkmeister, der Konstrukteur, der Expedient, der Per- käufer und all die übrigen Angestellten müssen sich indes bewußt sein, daß sie zwar vom Unternehmer zum mechanischen Teil- arbeiter bestimmt sind, aber gleichzeitig als Kämpfer der gesamten auf st rebenden Arbeitneb nr er schaft die Pflicht haben, aus ihrer täglichen beruflichen Kleinarbeit Mate- rial zu sammeln und Schlüsse zu ziehen. Die Angestellten sind in der Lage, dem Betriebsrat Ausschlüsse über die Roh- und Hilfsstoffversorgung und über die Abmtzver- bältnisse zu geben. Der Betriebsrat wird seiner wirtschaftlichen Aufgabe nur gerecht werden können, wenn die Angestellten, die von den laufenden Abschlüssen und Verbindlichkeiten nähere Kenntnis haben, ihm beratend zur Seite stehen. Auch die ein- fachste Tätigkeit wird zur Erfassung der Geschäftszusammenhänge wichtig. So gibt es keinen Angestellten, der nicht berufen wäre, an dem großen Werke mitzuwirken. Darum begreift die historische Mission der Angestellten und stellt Euch den Betriebsräten zur Verfügung. Wir verkennen nicht, daß das hier notwendige Vertrauensverhältnis zwischen An- .gestellten und Arbeitern heute noch Störungen erfährt, weil ein Teil der Arbeiter über die organisatorische Zusammenfassung der Betriebsräte einen von unserer Auffassung abweichenden Standpunkt einnimmt. Diese OrgäniiationSfragen der Betriebs- räte dürsen aber mif keinen Fall zur Tr e n n u n g v on A n g e- �stellten und Arbeitern in den Betrieben führen. Die l solidarische Aktionsfähigkeit der Angestellten und Arbeiter � steht über allen Organisationserwägungen. Kollegen, Kolleginnen! Denkt über den Tag und Eure eigene Not hinaus, denkt daran, daß der Kapitalismus'die Begabung des Kopfarbeilers stets nur gekauft hat, um damit eigennützigen Menschenhandel zu treiben. Der So- zialismus allein sichert dem wirklich Begabten die führende Stelle im Wirtschaftsleben, er wird die Güter vermehren und verbessern. Arbeitsgemeinschaft freier Angestclltenvcrbände. Der Vorstand. Aufhäuser. Urban. EewerMastsbeipegung Gegen Abbau der Gehälter. Eine am Dienstag abgehaltene Versammlung der Angestellten der Annoncenexpeditionen nahm den Bericht der Ver- treter über die gegenwärtige Tariibewegung entgegen. Die Refe- renten betonten, daß die jetzigen Tarifverhaudlungen einen schweren Kampf bedeuten, weil die Unternehmer die Absicht haben, die Ge- .hälter. die schon jetzt nicht ausreichest, um den Lebensunterhalt der Angestellten zu bestreiten, abzubaue m Das werden sich die Angestellten unter keinen Umständen gefallen lassen. Sie fordern 'Vielmehr, daß ibre Bezüge den herrschenden Teuerungsverhältnissen entsprechend aufgebessert werden. Auch die Diskussionsledner vertraten diese Ansicht. Ein- stimmig wurde eine Resoluiion angenommen, die gegen die Ab- ficht der Unternehmer, die Gehälter abzubauen, protestiert, eine Erhöhung der Gehälter verlangt und schließlich sagt, daß. wenn die Verhandlungen über die Gebaltseihöbung nicht bis zum 4. Oktober abgeschlossen sind, die Angestellten ibre be- rechiigten Forderungen mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln « r k ä m v i e n werden. Keine MistheNisikeiten in der Afa! Nach einer den P. P. N. von«unterrichteter Seite" zuge- gangencn Meloung soll die rheinisch-westfälische Gewerkschastsbe- wegung von der Gefahr einer Spaltung bedroht sein. Nach dieser Meldung sollen nicht nur„die Vertreter der revolu- tionären Methode" bestrebt sein, die Angestellten für ihre Zwecke zu gewinnen, es sollen sogar schon im Verlauf des Kampfes..um die rcvolutionär-stindikalistische Methode" der'Buno der Technischen Angestellten und Beamten und der Zentralvecband der Angestellten den„A ustritt aus der Arbeitsgemeinschaft"(Afa) propagieren. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, ist an dieser Meldung kein wahres Wort. Es denkt niemand daran, die Afa einer kleinen Schar von Schreiern zu opfern. Zutritt haben, wird die Mittel erörtern, die zur baldigen Ein« führung des Achtstundentages führen können. Umgehung der Tarifverträge. Vom Zentralderband der An» gestellten wird uns mitgeteilt, daß namentlich die Unternehmer in ler Zigarrenbranchg den Versuch machen, den Tarifver- trag z u revidieren. Von den Kollegen, die sich als�Filial- leiter bewerben, verlangen sie. daß sie ihre Läden n— 12 Stunden öffnen und a u f e i g e n e Kosten für die über 8 Stunden hinaus- gehende Arbeitszeit eine Ve r t r e t u n g stellen. Es bedarf keines besonderen Hinweises darauf, daß alle organisierten Kollegen diese versuchte Umgehung deS Tarifvertrages zurückweisen müssen. Achtung, Töpfer! Die Unterneb-mer haben die Einführung der Zeitlohnarbeit zum 1. Oktober in ihrer Versammlung einstimmig abgelehnt. Desgleichen haben sie in der letzten Versammlung erklärt, daß sie in der Ferien- und Lehrlingsfrage einen glatt ab- lehnenden Standpunkt einnehmen. Zu einer Erhöhung des Stunden- bzw. Akkordlohnes können sie sich ebenfalls nicht ver- stehen. Zum Arbeitsnachweis haben die Arbeitgeber überhaupt nicht Stellung genommen. Es scheint so, als ob die Unternehmer es darauf anlegen, eine tariflose Zeit eintreten zu lassen. Auch der Arbeitsnachweisvertrag, trotzdem er von der paritä- tischen Kommission einstimmig beschlossen, wird aus diesem Grunde nicht abgeschlossen. Kollegen I Die Situation ist ernst. Es ist Pflicht ftdcs einzelnen Kollegen, zur Versammlung heute abend 6 Uhr in den„Sophiensälen", Sophienstr. 12/13, zu erscheinen, um zu der jetzigen Lage Stellung zu nehmen. In dieser Versamm. lung wird auch der Bericht vom Verbandstag in Meißen gegeben werden. Der Vorstand der Filiale Berlin des Verbandes der Töpfer. Deutscher Dransportarbciter-Berband(Bezirk Groß-Berlin). Sektion II. Betliebsräte. Obleute. Delegierte und Veitraucnsleute oller Branchen, Donnerstag G'l, llbr bel Boekcr, Weberltr. 17, allgemeine Ver- sammlung.— Betriebsräte, Bctiiebsobleute der Sckiion lV. Heute 7 Uhr �etoerischastshaus, Zimmer 36: Wahl eines Delegierten zum Betriebsräte» kongreß. Berband vor PorzcNanarbeiter(Schlldermaler). Branchensitzung heute ö Uhr bei Wollichlägcr, Adalbcrtnr. LI. Deutscher Werkineistrrverband. Fachgruppe der Zuckerwaren- industrie, Bezirksverein 22. Donnerstag 7 Uhr Monatsversammlung Slra- lauer Str. 3. Angestellte des Berliner ZeitnngSgewerbeS. Heute S>/, Uhr, Deutscher Hof, Luckauer Str. 15, öffentliche Versammlung. Tagesordnung: ,20 Proz. Lohnabbau im Zeitungsgewerbe". Zentralverband der Angestellten. Heute Fachgruppe 4a(Jugendliche im Versicheningsgewerbc) öffentliche Versammlung 4 Uhr, Zentral- lcstsäle. Alte Jakobsirasie 30/39.— Fachgruppe 4d iKranteniaffen), 4 Uhr Versammlung aller weiblichen Angestellten der Kroß-Bertiner Kranlenkafsen Neue Pbilbarmonie, Cöpcnicker Str. 96/07.— Fachg' upve 10 Iii Mrawatten) Mitgliederversammlung 50, Ubr Berbandslokal, Belle-Alltance-Slr. 7tl0.— Fachgruppe 12 sBaugewerbe, Hoch, und Tielbaut. Mitgliederversammlung 5 Uhr, Gcselljchaflshaus am Hackefchen Markt, Rosenthaler«tr. 36. Internationaler Eisenbahnerkongrest in London. „Hollandsch Nieuwsbureaii* meldet: Das Sekretariat der internationalen T r a n s p o r t a r b e i t e r- F ö d e- ration gibt bekannt: Am 29. November wird in London ein internationaler Kongreß der Eisenbabner stattfinden. Der Kongreß, zu dem alle Organisationen, die der Föderation angeschlossen sind. �ugenüveranftaltungen. Heute abend 7'/, Uhr: Erkner: Lokal Schulze. Friedrichstr. 37. Mitgliederversammlung.— Nosenthal: Schule Kastanienalle Diskussionsabcnd.— Rosenthaler Borsladt; Tcrgftr. 56 I iGemeindeichuie) Diskussionsabend: Gclunddeils- pflege.— Südost— Reicheubcrger Viertel: Klogauer Str. 12/16 Bortrag: Freiligrath.— Tempelhof: Lyzeum, Germaniaür. 6/7, Diskussionsabcnd: Wintcrägitation.— Westen i Katinenraum der Bau- geweibeschule Kurjürslenilr. 141, Diskussion:»Unsere Stellung ZU den anderen Jugendorganisationen'.— Wilmersdorf: GesangSsaal Ober» reatschule am Seeparl Lefeabend:»Die Weber'. Sonnabend, den 2. Oktober: Im großen Saale der Bötzow-Trauerei gm Prenzlauer Berg Herbst- frier der Arbeitsgruppe Prenzlauer, Rosenthaler, Schönhauser Vorstadt l und II, Wedding und Gesundbrunnen, bestehend au»! Gemeinsamem Ge- sang, Rezitationen, Ansprach-, Reigentänzen u. ä. Anfang 6'/, Uhr. Teilnehmerkarten 1,25 M. Karlen auj allen Veranstaltungen der Arbeits» gruppe I_ WetterauSsichtrn für das mittlere Norddeutschland biS Donnerstag mittag. Zeitweise etwas nebelig, sonst größtenteils trocken und vieliach heiler, in den Tagesstunden ziemlich warm bei mäßigen süd» wesllichen Winden. Dcranlw. sllr den redalt. Teil: Tr. Werner Pciscr, Charlottenburg: lür Anzeigen: TS. Glocke. Berlin. Verlag! Vorwärts-Berlaq G.m.b.H.. Berlia. Druck: Vor- wärl�lpuchdruckerei u. VcrlagsanNall Paul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. S. Hierzu 1 Beilage. re— BgMeiiBae— i'ii Kriegsaii eihs wird mit 64'/i in Zahlung genommen. mmmM Plüsch« g. Pelunüntel I Einalelne Beispiele: Langer Pelzmantel(im Schaufenster aus-estelltj... 3975,— Langer Pliisohtnantel auf DamassCiu ler...... 1196,— Lanier Astraohanmantel aui la Clothfu.ter.... 43850 Lange Sealplüachmäntel auf Damassölutter.... 1724— ü®:-lls® öls?®r 108, 176, 250, 392, 512 Anftsilleiici]billlc|!!! Kostüme 196, 250. 430 Kammgarn 598 Impr. Seldecmärttel 250 Gammimüntel 420, 550 Qanunim&i-'il M'r Hsrren 430. 658 Stoffröeke 44 Spoitjaolren 46—330 Westmann 1. Geschäft: Berlin W, 2. Geschäft; Berlin NU, Mohrenstrasse 37a Gr. Frankfurter Str. 115 Genossen! Plaliu-Brennstlite,-Kontakte bis 250.— Goltlbrucli, Silberbruch, Zahngebisse bis 4500.—, Platinlangstiftzähne nicht unter 16.— luvst Schubert, Bärwaldstr. 53. und John, Chauffeestr. 110, vom I, Portal I. �'.ar'-Ischias in Hüften, Ge'äß und Beinen Da schwere Fälle in 15 Tag. beseitigt werden, hierüber unantastbare Heilerfolge bestehen und Referenzen InvaUdenstr. 106 von 9—3. s3aßabg |onsif!ii-§etiGssensaha|t Üerlin und litngeyend, e. F. m. b. jl. Billigt MensmHtel Große Hiktoria-Erbsen.... 3,20 Große grüne Erbsen..... 2,75 Ostpreußische graue Erbsen. 2,50 gelbe Erbsen. 2,50 Weiße ungarische Bohnen.. 2,20 Braune u. bunte Speisebohnen 1,80 ...................... Heute eingegangen:.................. 1 2 Waggon Eier. IS Ä t.nBeuaauHaBaaaB9KacaaBna«cBK«•«■■�»"•«B&Bb-aaBBBNaaaBaBBBBBiBaBBBBBaaaaBMtB 10000 Liter lä Speise=OeI pwz 6,50 Bitte Gef&Oe mitbringen. / b l. Oktober:............... I Gayr. Fleisehwursl 21- | Bayr. Leberwurst 2�.00*. 21- ' Bayr. Behsen0eiseh2?w.-l oo-°24,- In prima Qualität."�9*2 Für Gastwirte, Kantinen, Cafes u. a. gibt es nur eine billige Einkaufsquelle 1: Telephon:/ Rudolph& Hahn, Tabakwaren-QroOhdlg Alexander 3591\ Holzmarktstr. 2. 1, an der Jannowüzbrfltke Orifllnal-FabrikpreiseieÄ�� Vera. Ltehesmahl, Cypi tenne, Hellt» op, Busnia, Avramlkos Kautabak— Grimm 4 Triepel— Rolle 1.55, frische Warel Reiches Lager in Uebersee-Zigarren, Rauchtahak-n usw Versand nach auswärts franko, BMI Jlßbel-Iabräi, -u QrVsses Steß<-S, ferti�eetk'ncvzfjfungsn. färtCBuser Damm'pp Tätowierungen( /««»{& ohne Stechen, wo a les andere»er saet. Täglich 10—6, Sonntags 10—12, Cuüler, Berlin, Schleeelstr. 10, part Phorosan- Heilinstitut für haut-, Geschlechtskranke u. Frauenleiden Großbeereastr. 67, OoaorrbBe-BeHandlang nach dem neuen schmerzlosen Phorosan-Verfahren. Syphllhkur. Streng wissenschaftlich. Spez.-ürztU Leitung. Separate Zimmer. Sprechstunden 11— S außer Dienstag Sonntags 10—12.— Kurdauer siehe Broschüre:„Die Oonorrböß and Ihr» ZvSIttageknr" M. 3.—. Prospekt„V gegen Porto.