Nr.4S4 ♦ 37. Jahrgang Ausgabe A Nr. 705 Bezugspreis s B trteliä�cLSO,— MUmonntHO,— 3W. frei ins Saus, oottras zahlbar. Postbezug! Monatlich 10,— M!» exkl. fri- stellungogedllhr. Unter Kreuzband für / Deutschland und Oesterreich 16�0 M!, für das übrige Ausland bei'lüglich einmal. Zustellung 2UZ0 M, Vostoe- stellungen nedmen an Oesterreich, Ungarn, Tfchecho-EIowatei, Däne- mart, vollano�.uremdurg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen in die Dost- �eitunq». Preisliste. Der.Vorwärts mil der Sonntags- beilage.Volt u. Zeif erichein! wocken- täglich ztveima! Sonntag« und Mo» tags-iiimar Teiegramm-Adresse �dozialdemotrot Varl in-. Morgen-Ansgabo berliner Oolksblstt ( ZV pksnnig) AnzeiaenprciS: Die achtgelpaltene Zionoareillezeile fostetZ.— M.TeuerungszulchIagS0°/<>. »Kleina Anzeigen-, das tett- gedruckte Wort 1,— M. lzullllstg Zwei fettgedruckte Worte), fedes weitere Won 60 Pjg. Stellengesuche und kchlafstellenanzeigen das erste Wort Kö Psg. iede» weitere Won 40 Pfg. Worte übet 15 Buchstaben zählen fftt iwei Worte. Teuerungszuschlag 50"/� Hamilien-Anzeigen für Abonnenten geile 2,— M., politiiche und ge- wertschastliche Vereins- Anzeigen S.— Ml. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die n ä chst e Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im Sauoigeschält. Berlin EW Z, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geäffnet von S Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdcrnokrati feben parte» Deuttchlands Neöaklion unü Expedition: EW. SS,£indenf!e. 3. Setnfnrerfier: Amt Monnvian, Str. 151 90— lal»7. Donnerstag, den 30. September 1920 vorwärts-verlag G.m.b.tz., SW. öS, Linüenstr.3. �ernfvrecker: Amt Marihplat!, Sir. 117 5.?— 51. Mayer bei Mlleranö. Paris, 23. September.(WTB.) Tr. Mayer über- reichte heute mittag dem Präsidenten der Republik Mille. r a n d sein Beglaubigungsschreiben. Er hielt dabei folgende Ansprache: Herr Präsident! Nach- dem die deutsche Regierung sich entschlossen hat, dem Beispiele der franzZsischen Regierung folgend, die diplomatischen Beziehungen beider Länder im vollen Umfayg wieder aufzunehmen, habe ich die Ehre, Ihnen, Herr Präsident, mein Beglaubigungsschreiben als deutscher Botschafter in Paris zu überreichen. Auf deu vom Bersailler Vertrage geschaffenen Grundlagen werde ich ganz, wie es mir bisher in meiner Eigenschaft als Ge- schäftsträger am Herzen gelegen hat, fortfahren, in Ueberein- stimmung mit den Absichten meiner Regierung alle meine Bestrebungen der günstige« Entwicklung der Beziehung zwischen unseren Ländern zu widmen. Ich verkenne nicht die Schwierigkeiten, die sich dem entgegenstellen, ich vertraue aber, daß dank Ihrem hohen Beistände und dank der einsichtsvollen Mitwirkung der Regierung der französischen Republik die Bestrebungen meiner Regie- rung von Erfolg gekrönt sei» werden. Ich habe die Ehre, Herr Präsident, mit dieser Hoffnung den Ausdruck meiner Hoch- achtung für den ersten Beamten der Republik zu verbinde«. Der französische Präsident entgegnete auf die Ansprache folgendes: Herr Botschafter! Mit Genugtuung nehme ich au? ihren Händen das Schreiben entgegen, das Sie in der Eigenschaft als deutscher Botschafter bei mir beglaubigt. Ich beglückwünsche mich in der Tat, von Jbnen die Erklärung zu vernehmen, daß Sie sich bemühen werden� die Absichten Ihrer Regierung dadurch zu verwirklichen, daß Sie auf den Grundlagen des Ber- sailler Vertrages eine günstige Entwicklung der Beziehun- gen sichern, die sich zwischen unsere,, beiden Ländern herstellen werden. Die ganze Politik der Regierung der Republik gegen Deutschland ist von dem gleichen Gedanken erfüllt: die loyale Ausführung des feierlichen Paktes, der dem Kriege ein Ende gesetzt hat, ist das einzige Mittel, die ernsten Schwierigkeiten praktisch zu lösen, die zwischen den beiden Nationen bestehen, und die ihnen noch nicht gestatten, aus freiem Herzen an den großen Werke» des Friedens mitzuarbeiten. Die Art, wie Sie sich Ihrer vorläufigen Geschäftsführung zu ent- ledigen gewußt haben, verbürgt mir die hohe Auffasiung, die Sie von Ihrer Aufgabe haben. In aller Aufrichtigkeit wünsche ich Ihne« daher Erfolg zu Ihrer Mission. » Paris, 29. September. Der Präsident der Republik ' M i l l e r a nd hat heute nachmittag um 4 Uhr daS d i p l o m a- tische Korps im Beisein des Ministerpräsidenten L e y gu- S empfangen. Um 3 Uhr 40 Min. wurde Botschafter Dr. Mayer vor» gelassen und um 4 Uhr bereits das gesamte diplomatische Korps. Danach dürfte für die nach dem offiziellen Redewechsel übliche �Unterhaltung' zwischen dem neubeglaubigten deutschen Bot- schafter und dem französischen Staatsoberhaupt nicht viel Zeit übrig geblieben sein. Nach diesen etwas steifen Reden ist es wohl enich besser so. Frankreich und Süddeutschland. Der„Dena" wird aus München gemeldet, daß die Franzosen ihre Gesandtschaft in München in bezug auf die Personalbesetzung wie eine Botschaft behandeln. Es werden dem Gesandten Dard ein Legationsrat, zwei Legationssekretäre, ein Attache und ein Äanzleirat beigegeben. Die T.-U. berichtet aus Stuttgart, daß die Franzosen das dortige Konsulat mit einem Generalkonsul, in der Person deS BaronS M o t f f o n d e Vaux, besetzt haben, während sich Frankreich vor dem Kriege in Württemberg mit einem Konsul begnügte, dem ein Vizekonsul beigegeben war. Die T.-U. folgert aus dieser Tatsache, daß die französische Regierung auch in Württemberg ihren Einfluß in höherem Maße geltend zu machen suchen wird. die ohnmächtige Zinanzkonferenz. Laut Haager„Nieuwe Courant" wird drahtlos aus London gemeldet, daß die Blätter sich sämtlich mit der Brüsseler Kon- s e r e n z befassen...Daily Telegraph" schreibl, die Konfe- renz habe das Bewußtsein ihrer eigenen Ohnmacht, sie erkenne, daß sie nicht viel ausrichten könne, da sie nicht genügende Befug- wisse habe. Am Schluß der DienStag-Nochmitiagssitzung versammelte sich die Kommiyion zur Beratung der S t a a t s f i n a n z« n. Jede Delegation ist durch e,n Mitglied vertreten. Es wurde ein eng e- res Arbeitskomitee eingesetzt. In beiden Kommissionen führt Brand(England) den Vorsitz Dem Komitee gehören an: Patysson(Frankreich), Ricci(Italien). Lepreux(Belgien!, Lord Chalmers(England), Staatssekretär Bergmann(Deutschland). Heer(Schweiz), Pospisch-il(Tschechoslowakei), Grabski(Polen). Mittwoch nachmittag erörterte der Präsident der Niederländi- schen Staatsdank V i s ch e r i n g, das Problem des Geldwesens und der Wechselkurse. Vischering begann an dem Beispiel Deutschösterreichs und Hollands, die etwa zwei Extreme darstellen, die geschichtliche Eni- Wicklung des Münz Wesens auseinanderzusetzen, um dann zu der gegenwärtigen Lage zu kommen. Vor allem kriiisierte er sämt- liche Pläne, die sich mit Zwangsanleihen beschäftigen. Er nannte als Beispiel Holland, wo man jedem Bürger nach dem Verhältnis seines Einkommens und seines Vermögens einen Zettel ins Haus sandte, aus dem der Betrag der Zwangsanleihe, die ihm zugewiesen wurde, festgelegt war. Formal erwarb dadurch der holländische Bürger ein Altivum, das ihm eine fünfprozenttge Rente bringt. Wer aber bezahlt ihm seine-fünfprozentige Rente? Er s e lb st. denn sie wird aus den Steuererträgnissen gedeckt. Die wirklichen Sünder, welche die Teuerung verursacht hätten, seien die Regierungen, die Städte und die Jndi. v i d u e n, die lediglich den augenblicklichen Bedürfnissen dienten. Solange die primären Ursachen nicht beseitigt wären, sei es voll- kommen nutzlos, über die Verbesserung des Gcldsystems oder der ! internationalen Wechselkurse zu debattieren, denn die unerwünsch- | ten Zustände auf diesem Gebiete seien keine Ursachen, sondern nur Folgen. Zu beseitigen wären diese Uebel durch: 1. Einschränkung des amtlichen Geldumlaufs, 2. Stabilisierung des Geldwertes, wenn möglich inklusive der Wechselkurse und im Zusammenhange mit einem festen Wert- Maßstab, 3. muß erwogen werden, ob das Gold auch in Zukunft als Wertmesser anzusehen sei. Man müsse sich vor allem darüber klar sein, daß...r Geld von 1914 ein anderes Geld war als das gegenwärtige. Die Regierungen bezahlen ihre Naatsbeamten und sämtliche Ausgaben mit dem gegenwärtigen verwässerten Ge'ds und wissen offiziell nichts davon, daß es 'ein entwertetes Geld ist. Auf diese Weise entwickeln sich die Dinge iinmer weiter in derselben Richtung. 1 Zur Einschränkung des Geldes stehen zwei Mittel frei: 1. Tilgung der Staats- und Gemeinde- schulden und 2. Rationierung des Kredits unter Führung der Air« kulationsbanken. ( Vischerings Vorschlag geht dahin, eine neue Zirkulationsbank . zu errichten, die unter Führung unabhängiger Männer und wenn ! möglich in einigen Ländern vorübergehend unter i n t e r n a t i o- n a l e r Führung stehen soll, so w'e es die Bank von AlgeciraS >var. Er bswest an Beispielen aus dem Osten, z. B. aus China, ' daß durchaus keine Bedenken dagegen bestehen, zweierlei Geld in einem Lande gleichzeitig zu haben, und wenn das alte Geld noch >o sehr schwanken sollte, so brauchte das neue Geld, das dann bc- stehen würde, dadurch keineswegs berührt zu werden. Nur darf man weder neue Münzen für das neue Geld prägen, nock) neue Banknoten ausgeben. Es muß dieses neue Geld nir Kredite zur Verfügung gestellt werdeiv und zwar für produktive Kredite, etwa wie in alten Zeiten die Bankgulden' in Amsterdam und die Banko- mark in Hamburg. Man habe im Auslände Vertrauen in den Gulden, weil dieser verhältnismäßig sehr fest bleibe gegenüber anderer Valuta. Hol- land zeigte bis zu einem gewissen Grade einen G le i chg e- iwichtszu stand und darum liebe man es, internationale Trans- aktionen über die holländische Valuta zu leiten. Sobald bekannt würde, daß Holland Geld für Einfuhr ausgebe, würde das Der- trauen in die holländische Valuta sofort unterminiert sein. Daraus schließt Vischering, daß das Vertrauen in d.aS Finanzsystcm eines Landes damit zusammenhängt, daß dieses seinen Goldvorrat zurückhält. Staatssekretär Bergmann reist in Wiedergutmachungsange- legenheiten auf einige Tage nach Paris. An seine Stelle tritt in das engere Arbeitskomitee Staatssekretär Dr. Schröder vom Reichssinanzministerium. Gold und Wechselkurs. Brüssel, 29. September.(WTB.) Der heutige Konferenztag diente der allgemeinen Besprechung der Gold- und Wechselkurs- fragen. Die Grundlage für diese Besprechung war der Vortrag des Präsidenten der Niederländischen Bank, Dr. V i s s e r i n g. Seine Ausführungen behandelten die Ursachen der heutigen In- flation und der Unstetigkeit der' Wechselkurse; aus dem Ergebnis seiner Untersuchungen ist sein unbedingtes Bekenntnis zur Rück- kehr zur alten Goldparität und zur Stabilisierung des Wechsel- kurscS hervorzuheben. In der anschließenden Besprechung hob der ehemalige Gouverneur der Bank von England, Lord Tüllen, hervor, baß die Inflation nicht nur duras plötzliche Unwohlsein der jungen Frau sein könnt«. Da löste hre Nachbarin, eine resolute Moselländcrin das Rätsel.„Ach was! ohr ist eine Fliege in den Kaffee gefallen, und da hat sie sich ver- ekelt. Sie ist so eigen. Wir haben das hier schon einmal erlebt!" �.ic Mutter der jungen Frau, die gerade zu Besuch ihrer �achter im Heim weilte, lachte: ,Ia, daran erkenn ich meine Hedil so ist sie schon immer gewesen. Aber wenn ich von einer Fliege in Kaffee höre, dann muß ich immer an eine Geschichte zurück- deizken, die ich erlebte, als ich jung verheiratet war. Sie wissen vielleicht, mein Mann besaß die großen Fabriken in X. Als Ver- ronlter hatte er einen zuverlässigen älteren Arbeiter, ciiftn cin- toäben Mann, der schon bei seinem Vater eine Vertrauensstellung Hinte. Nun fühlte sich mein Mann einmal nicht wohl, so daß er nicht in sein Kontor gehen wollte. Ihn vertrat eben jener Ver» walter, der nachmittags in unserer Wohnung erschien, um meinem Mann Bericht zu erstatten. Er kam gerade zu unserer Kaffee- stunde und ich ließ ihm eine Tasse Kaffee von dem Mädchen vor- setzen. Er wollte sie nicht recht annehmen und zierte sich, wie das so einfache Leute machen. Ich war damals noch ein junger llebermut, wie mein« Hedi heute, und hatte meinen Spaß daran, den Alten noch verlegener zu machen. Es amüsierte mich, zu sehen wie er verlegen war und sich offenbar vor mir und meinem Mann genierte. Aach vielem Zureden nahm er dann Platz. Da sah ich, daß das Madchen vergessen hatte, ihm einen Löffel hinzulegen. Eben wollte ich dem Mädchen schellen, als mir einfiel, einmal abzuwarten, ob er nicht selbst danach verlangen würde. ES schien ihm immer un- behaglicher zu werden, aber er sagte nichts. Ich bot ihm Zucker an, er bediente sich, aber nach dem Löffel wollte er offenbar nicht fragen... Da fiel ihm eine Fliege in die Tasse. Nun muß er doch den Löffel verlangen, dachte ich bei mir und wartete. Aber es kam nichts. Mich amüsierte das Spiel immer mehr. Was würde er mit �der Fliege machen? Würde er den Kaffee stehen lassen oder die Fliege mittrinken? Er sagte nichts. Innerlich vor Lachen bald erstickend, forderte ich ihn aufs freundlichste zum Trinken auf, und denken Sie meine Damen, denken Sie: er hat die Fliege mitgetrun- gegen Nationalismus und Revanchewabnstnn nicht nachlassen wird, hat die Pflicht, vor allem Frankreich auf die Gefahr n dieser Phrasenpolitik hinzuweisen und es zu ermahnen, endlich jene Formel der„strikten Durchführung" preiszu- geben, die nur die Formel des gemeinsamen Ver- d e r b e n s ist._ Tanks gegen Kriegsbefchäöigte. Das skandalöse Verhalten des bayerischen Regierungspräsidenten Frhrn. v. Gumppenbcrg gegen die harmlos demonstrierenden Kriegsbeschädigten, über das wir in unserer gestrigen Abendausgabe berichteten, wird durch eine Zuschrift des bayerischen Landesverbandes des Reichsbundes der kriegsbeschädigten Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen, Ortsgruppe Regensburg, noch greller� beleuchtet. Der ausführlichen Schilderung, die uns von diesem Bunde über- sandt wurde, entnehmen wir folgende Sätze: Der Zug setzte si-b in Bewegung. Nun kam die Reichswehr mit Tanks angefahren und wollte' den ruhigen Zug z e r- sprengen, was aber unter der Bevölkerung eine derartige Erbitterung auslöste, daß die„Helden" von ihrem Vorhaben Abstand nehmen mußten. Kaum marschierte der Zug 150 Meter weiter, da kamen uns drei weitere Tanks entgegen, um die Straße abzusperren. Um keinen Anstoß zu geben, schwenkte der Zug links in eine andere Straße ab. Der Zug bewegte sich langsam in vollster Ordnung bis zum Präsidialgebäude und nahm dort Aufstellung, da die Reichswehr da? Regierungsgebäude abgesperrt hielt. ES war Drahtverhau gezogen, an dem Takeln mit der Buffchrift hingen:„Wer weitergeht, wird erschossen!" Verschiedene Bitten um eine Unterredung mit dem Regierungspräsidenten, die in böslich st er Form vorgebracht wurden, wurden abgelehnt, Wenn es nach diesem empörenden Verhalten des Regierungspräsidenten nicht zu schweren Zusammen- st ö ß e n zwischen Reichswebr und Demonstranten gekommen ist, so ist dies nur der Ruhe und Besonnenheit der letzteren zu danken. Wir erwarten von der bayerischen Regierung, daß sie schleunigst gegen den Regierungspräsidenten ein gründ- liches Untersuchnngsverfahren einleitet. „Die Spaltung beginnt". Diese Uebci'schrist ist nicht etwa von bösartigen„Rechts- sozialisten" und„Arbeiterverrätern" erfunden, um die Ar- beiterbewegung durch Schürnng dar Uneinigkeit weiter zu schwächen, sondern sie ist in der„Freiheit" vom Mittlvochabend selbst zu lesen. Ausführlich wird an Hand eines Falles aus Gelsenkirchen geschildert, wie von kommunistl- scher Seite systematisch auf den Versall der imabhängigen Partei und ihre Sprengung hingearbeitet wird. Die Ver- sammlung beschloß mit Mehrheit die bedingungslose An- nähme der Moskauer Ansnahmebedingnngen, ein Teil der Vorstan-dsmitglieder legte die Mandate nieder und es herrschte — doch hier geben wir der„Freiheit das Wort, die die Vor- gänge im Saal höchst anschaulich schildert: � Im Saale war ein Durcheinander, daß man sich nicht verständlich machen konnte. Von Wahl war keine Rede. Die fertige Gesamtliste verlesen, einige erhobene Hände und die Vorstandswah! war getätigt. Stolz erklärte Stolzenbnrg: in einigen Wochen verbinden wir uns mit der K. P. D. Entsetzt wandte sich nun ein großer Teil derjenigen von ihm ob, die für bedingungs- losen A n s ch l ü'ß gestimmt Isttttcm; zumal man den um die Sache des Proletariats Gelsenkirebens verdienstvollen Vorstand derart behandelt hatte. Ans Ersuchen der Genossen zog Genosse Meysters seine Mandatsniederic-zung nunmehr zurück und nahm der zu Recht bestehende Borstand die Parteiutensilien an sich. Dann kommt der Einsender zu folgendem, auch für die alte Sozialdemokratie sehr wichtigen Ergebnis: Wer den unberechtigterweffe gewählten neuen Vorstand an- erkennt, verstößt in grober Weise gegen das Parteistatut und stellt sich außerhalb unserer Parteiorganisation. Er muß die Konse- quenzen seiner H-rndlungÄveise tragen. kenl Aus Respekt vor mir und meinem Mann hat er die Fliege mitgetrunken! Aber ich muß still sein. Da kommt meine Hedi wieder. Tie darf kein Wort davon erfahren, sonst würde sie wieder umfallen. Sie ist so eigen!" In der Tür erschien, offenbar frisch gewaschen und nach Kol- nischem Wasser duftend, die junge Frau. Hinte: ihr die Schwester brachte auf einem Tablett ein« frische Tasse. Sie nahm Platz und das Gespräch pläffcherte weiter über Toiletten, Badeorte und Le- bcnsmittel. Ich saß auf meinem Platz wie geschlagen. Ich wußte nicht, was mich schlimmer traf: die Hcrzensroheit einer solchen Frau oder das Verhalten jenes alten, verdienten Mannes. Und je länger ich darüber sann, desto empörender erschien mir, was der Arbeiter ge- tan. Er hat nicht nur seine eigene Persönlichkeit, seine ganze Klasse hat er verraten, seine Menschenwürde hat er verleugnet, so tobte der Zorn in mir. Bis der auf einmal stille wurde. Eine bittere Erkenntnis zwang ihn nieder: Welcher ist unter uns, der noch keine Fliege mitgetrunken hat? Der mag den ersten Stein auf ihn werfen. Aber ich und viele unter uns haben schon eine Fliege mitgetrunken, bewußt oder unbewußt. Wir müssen noch besser wachen lernen über das, was wir tun, wachsamer werden beim Hüten der uns anvertrauten Menschenwürde. Ich werde sie nie vergessen, die Geschichte von der Fliege. Ho'chschulparabe. Nun ist wohl das Hochschulkollegium komplett, die Auffrischung die Erneuerung von unten her, die Reinigung an Haupt und Gliedern vollendet. Nun wird es wirklich nicht mehr Schuld der Akademie sein, Ivenn der gute und bessere, der moderne Nachwuchs ausbleibt. Die Zeichen sind günstig, und der praktisch- scharfe Blick Schünemanns bleibt sieghaft aus der ganzen Linie. Zu den Jnstrumentalisten tritt Lütschg, der Schnabel-Schüler und vortreffliche Brahms-Beethoven-Apostel, sowie F l e s ch, der geborene Gcigenprofessor, Meister des klassischen Konzerts. Beides allerdings Virtuosen aller großen deutschen Konzertsäle. Werden sie nur Monatskurse zu'Haus ballen? Das iväre bedenklicher als ihre Nichtberufung. In die Kompositionsschule tritt neben die anderen Weltberühmtheiten nun auch Otto Taubmann, dessen bekanntestes Werk, die„Deutsche Messe", in ihrer großartigen Kontrapunktik gradlinig von Bach herstamimt, und R e c z n i e e k, der Aristokrat unter den Kapellmeistern und Opernkomponisten, dessen .Ritter Blaubart" noch'in diesem Winter von sich reden machen wird, dessen„Donna Diana". Messen und Oratorien aber bereits von einem ausgeprägten musikalischen Charakter zeugen. Und nun darf man wohl mit einem Aufatmen das Alte in der Hochschule für Musik zu Grabe läuten und vom Neuen sagen: Die Bretter sind, die Pfosten aufgerichtet, ein jedermann erwartet sich ein Fest. K. S. Kunst und Heimatschutz. Auf der Eisenacher Tagung fiir Denkmalpflege und Heimat schütz wurde über die neue P o st r e k l a m e verhandelt Da will z. B. in Karlsruhe die Reklame-Postabteilung alle Flächen ihrer Gebäude innen und außen, KioSkg Wagen, Fenster, Telegraphenstangen, Briefkästen ga Re- Die Formel„stellt sich außerhalb der Parteiorganisation� kommt uns einigermaßen bekannt vor. Als die sozialdemokratische Partei seinerzeit die unabhängigen Sonde rbünd- ler„außerhalb der Partei" stellte, schrien die Spalter über Vergewaltigung und dergleichen schöne Dinge. Jetzt müssen sie selbst zu dem Mittel greifen,'um sich der kommunistischen Störenfriede zu ertoebren. Bei den Unabhängigen wieder- holt sich buchstäblich die ganze Stufenfolge der Disziplin- Widrigkeiten, die die deutsche Sozialdemokratie durch die unabhängigen Spaltpilze durchkosten mußte. Auch von unabhängigen Versammlungen in H a n n o v e r wird in der gleichen Nummer der„Freiheit" ein anschauliches Bild gegeben. Der Verfasser Fr. M a r x aus Hannover stellt die Vorgänge folgendermaßen dar: In Hannover herrscht der ödeste Phrasenradikalis- m u s, der sich nicht nur an Worten berauscht, sondern mit der Faust und dem Spazier st ock aus den Tisch schlägt, dar d.e wüstesten Lärmszenen veranstaltet, wenn in Versamm- langen Ausführungen gemacht werden, die den„radikalen In- stinkten" nicht schmeicheln. Das mußte sogar die Genossin Z i e tz auf dem letzten Provinzial-Parteitag erfahren, die man nicht nur als„Banz e" beschimpfte, sondern auch mit Fäusten be- drohte. Auf der letzten Generalversammlung war es den Ge- nassen, die die 21 Punkte ablehnten, nicht möglich, ihren n-tand- Punkt vertreten zu können. Sie wurden sämtlich nieder- gebrüllt. Es ist also nicht möglich, selbst-bei der größten Ob- j e k t i v i t ä t irgendwelche Ausführungen zu machen, die nicht im Sinne der Schreier gehalten sind. Wer die reaktionäre Presse in den letzten Wochen verfolgt hat, wird bemerkt haben, daß alle die Arbeiterschaft berührenden Fragen lange nicht mehr mit den Anzeichen der Angzt und Erregung behandelt werden, wie man das früher gewohnt ivar. Ter Grund hierfür ist jedoch nicht etwa beginnendes Verständnis für die Forderungen des deut- scheu Proletariats und Einsicht in die alten Sünden, sondern cs ist vielmehr die Erkenntnis, daß die Arbeiterschaft durch ihren Zwist sich selbst den Boden unter den Füßen s o r t g r äd t und daß die Reaktion zunächst nur den stillen, aber freudigen Zuschauer zu spielen braucht. Erst au dem Tage, an dem diese Erkenntnis Allgemeingut der Ar- beiterklasse geworden sein wird, wird die Freude der Reaktionären, aber auch die Gimpelfängcrei der Moskowiter ein Ende haben._ Unabwendbare Spaltung in Italien. Mailand, 29. September. sStefani.) Wie der„Avanti" meldet, hat G r a z i a d e i in der Sitzung der sozialistischen Parteileitung betont, daß eine S p a l t u ng der Partei im ganzen Lande u n a b- w e n d b a r sei, um den Kommunisten die nötige Einheit und Kräfte zu ihrer Aktion zu geben. S e r r a t i ist ebenfalls der Ansicht, daß die Partei der Spaltung entgegengehe. » Die Agentur„Medibalt" meldet aus Rom: Die Veröffentlichung der Moskauer Bedingungen durch den„Avantzi" hat die sozialistischen Kreise der Hauptstadt in Erregung versetzt, der sich das offizielle Parteiorgan selbst nicht entziehen kann. Der„Avanti" leugnet nicht, daß der Moskauer Ukas arge Verwirrung angerichtet hat und bemerkt außerdem. daß dessen Bedingungen sehr schwer sind. Klara Zetkin im Präsidium der Russen. Hrlsingfors, 29. September,(Tel,-Union,) Wie aus Moskau gemeldet wird, ist K l a r a Zetkin auf dem Kongreß der ruisi- schen Kommunistischen Partei zum Mitglied des Präsi- d i u m s gewählt worden. Reichövertretung in Patzern. Zu der Frage der Errichtung einer G e s a n dts ch a f t des Reiches in München erfährt die bayerische.�Staatszcitung", daß man nunmehr übereingekommen ist, eine Vertretung der R e i ch s r e g i e r u n g in München einzurichten, nicht wie cttpa hier und da geschrieben wurde, des Auswärtigen Amtes. klamezwecken verpachten. Siaatsminister Dr. Schmidt erklärte, das Defizit der Reichspost mache einen Ausbau des ReklamewesernS vielleicht unbedingt nötig, und eine maßvolle Reklame sei erklärlich und möglich. Hingegen bedeute die Bereitstellung der Außen- und Innenflächen der Postgebäude zur Reklame, die Bemalung der Fenster mit Reklamcsachen usw. eine große Gefahr für das Heimat- ,bild. Ter Bund für Heimatschutz hat dementsprechend eine Eingabe an die Rcichsposwcrwaltung gerichiet, und der Ausschuß des Denk- malpflcgetags wird gleichfalls Protest erbeben. Tie Gefährdung deutschen Kunst besitze? behau- beltc Prof, C I e m e n- Bornv. Nach seiner Ansicht müssen wir uns mit dem Gedanken vertraut machen, daß mit dem Verlust eines nicht geringen Teiles des deutschen Kunstbesitzes ebertsi) wie deS Nationalvermögens zu rechnen ist, und daß manche Gemeinden solche beklagenswerten Schritte auch nötig haben. Die Schutzverordnungen vom 2. Dezember 1919 und 8. Mai 1929 bieten eine gewisse Sicher- hell. Clemen erklärte aber noch weitere gesetzgeberische Maßnahmen und eine scharfe Kontrolle für nötig. Die aufgestellte Liste der besonders geschützten Kunstwerke mit ihren etwa 1599 Werken zu veröffentlichen, erklärte er nicht für nützlich. Prof. Koetschau. der Düsseldorfer Museumsdirektor, bezeichnete es für nötig, daß ein besonderer Fonds gebildet werde, um gesperrte Kunstwerke, deren Ausfuhr beantragt wird, für das Reich zu erwerben, und zwar zu einem von einem Schiedsgericht zu bemessenden Preise. Uebrigens ist für einzelne wenige Werke der Sperrliste inzwischen Allsfuhrerlaubnis beantragt und erteilt worden, in«inigen anderen Fällen ist eine Umgehung der Behörde versucht worden, und ein Verfahren wird jetzt deswegen eingeleitet. Koetschau lenkte schließlich die Aufmerksamkeit aus die Kunstwerke, die noch dem goitesdienstlichen Gebrauch in den katholischen Kirchen dienen. Sie sind, da meist nicht inventarisiert— was alsbald nachzuholen wäre—, besonders gefährdet, da Auffäufer aus dem Auslande danach schon ihre Hände strecken. Die neue Leitung der Rclnhardtbühnen. Mar Reinhardt legt am Ende dieses Monals die Direktion des Deutschen Theaters nieder, wird aber in jeder Spülzeit eine Reihe von Werken inszenieren. Die Leitung seiner Bühnen übernimmt FelirHollaender. GerhartHaupt- mann wird jährlich mehrere Stücke deutscher und jremder Klajfiker nach eigenen Ideen in Szene setzen. An die Stelle Hollaendcrs tritt als Dramaturg Dr. Kurt PinthuS. Neben Mar Reinhardt und Gerhart Hauptmann werden Karlheinz Martin, Prof. Gregori, Dr. Wendhauien, Dr. Reich und Heinz Herald Regle sühren. Reinhardt wird in dieser Spielzeit zunächst im Deutschen Theater den„Ursaust", daraus den„Hofmeister" van Lenz, in den Kammerspielen„Kräfte" von August Stramm und die „Echten Sedemunds" von Barlach, im Großen Schauspielhaus»Die Räuber".„Ein sommernachtstraum" und„Egmont" inszenieren. Kunftfützrungen. Beginnend am 7. Oltober findet jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat um 11 Uhr eine unentgeltliche Führung in derAeghptischen Abteilnng statt. Im Säulenhose werden zu jeder Führung nur 19 Hörerkarten in der Woche vor dem Bortrage aus- gegeben. Zlbentzv-rlesnugr» an der Handels-Hochschule Berlin. Das Verzeichnis der cinstündigcn Adendvorlesungcn. die jedermann zugänglich sind, wird kostenlos vom Sekretariat(Berlin C 2, Spandauer Str. 1) ab- gegeben. »nat-le France wieder hergestellt. Die der„Bopul-ire" mitteilt. ist Anatole France, der schwer erkrankt war, wieder vollständig hergestellt. Hr. 4$4 ♦ 37. Jahrgang Heilage öes vorwärts Donnerstag ZS. September 1920 GroßSerün Der Zunke von Nauen. Die Eröffnung Ver(Vroftfunkstation. Auf dem Nauener Luch wohnt inmitten eines Netzes von ?rähten, die sich weit in das grüne flache Land hineinfühlen, eine Spinne, von der ein emsiges Weben ausgeht. Die Spinne ist un- crmüdlich an der Arbeit, feine Fäden in die Welt hinauszu- schlagen. Die Fäden dehnten sich und wurden im Lauf der letzten Jahrzehnte immer länger, so daß sie heute bereits die ganze Welt umspannen. Der Kurs dieser feinen Fäden wechselt und sucht sich Bahn über Ozeane, wilde Gebirge und Palmenwälder, bis er irgendwo sein Ziel findet und über Tausende von Meilen eine neue Verbindung mit dem Nauener Luch entstanden ist. Die feinen Fäden aber, von denen die Rede ist, sind die elektrischen Wellen der G r o ß f u n k st a t i o n Nauen, die gestern als vorbildliche Einrichtung ihrer Art dem Wellverkehr mit einer Feier übergeben wurde. Umkränzt von dem Netz ihrer Antennendrähte bot sich auf den grünen Feldern der havelländischen Niederung daS Bild der Spinne in dem schönen neuen Gebäude der Funkstation äugen- fällig dar. Man sieht, daß es ein besonderes Haus ist und außer- ordentliche Tinge birgt. Seine braunen Klinkerziegel springen mächtig hervor in der ganz übersichtlichen flachen grünen Ebene. Die Drähte, die die Wellen versenden, hängen an hohen eisernen Masten von 2öl) und 150 Metern Höhe. Die in 260 Meter Höhe dienen dem transozeanischen Dienst, sie verkehren nur mit den Ländern der Uebersee; von den kleinen Masten aus wird mit den europäischen �Ländern Verkehr unterhalten. Und obgleich die größten der Masten weit über die doppelte Höhe deS Berliner Domes erreichen, so ruhen si» doch nur auf einer Grundfläche, die nicht viel größer als die flache Hand ist. Mächtige verankerte Drahtseile halten sie fest, wie Schiffstaue den Mast eines Segel- schiffes. DaS Hau» selbst ist mit kleinen Eisentürmchen besetzt, die die Außendrähie dem inneren geheimnisvollen Gang der Maschinen zuführen. Da drinnen ist prächtigste Helle und Kachelglanz. Es blinkt von den armdicken kupfernen Zuführungsstangen, die hoch- gespannten Strom leiten, und deren leiseste Berührung den so- fortigen Tod bedeuten würde. Dieser Tod droht in der Halle überall, jeder Kontakt, jede? Täfelchen, jedes harmlose blanke Teil- chon ist mit ihm geladen. Er wird erzeugt von den unter lackierten Hüllen arbeitenden Hochfrequenzmaschinen, die in einem ewigen Summen ein dröhnendes Spinnlied hervorbringen. Gleich seit- samen Porzellankaffeekannen stehen die Isolatoren da, die die Umgebung freimachen von dem tödlichen Strom, während bunte LSmpchen blitzgleich aufzucken und den Stand der vorbereiteten Elektrizität anzeigen, die bereit ist, in die Unendlichkeit des, Raumes hinauszueilen. Dicke Tasten klappen mit lautem Ge- räufch. Funken springen über und sputen sich, um über den Ozean gn Aschen und an einer fernen Empfangsanlage am Ufer des Misiissippi hängen zu bleiben. Der Telegraphist tippt gleichmütig, Japan, Samoa, New Fork— was schert ihn die Entfernung? Von kleinen Anfängen und Versuchen hat sich Nauen zu einer Senderanlage allergrößten Stils entwickelt. Sein Betrieb gleicht dem in der Zentrale eines großen Elektrizitätswerkes. Nauen'st im Laufe der Jahre zum Standard einer Großfunkstation gewor- den. Sie ist die unbestritten größte und schönste Station der Welt, deren Funksignale pünktlich auf den Bruchteil einer Sekunde von den lauschenden Ohren der ganzen Erde vernommen werden. Tie Eintveihungtzfejer. der Großfunkstation, die in Zukunft zu Hmem wichtigen Verbin- dungSmittel mit allen außereuropäischen Ländern werden soll, vollzog sich in Anwesenheit des Reichspräsidenten, der Minister GieSberts, Geßler und Scholz. Graf A r c o gab einen Ueberblick über die Geschichte des Unternehmens, dessen heutiger Stand wohl da? Vollkommenste der Gegenwart, aber nicht Vollkommenheit für die Zukunft bedeute. Das Enistc�en ein«? Funkentelegramms wurde durch Filmvorführungen lebendig ergänzt. Darauf svrach der Reichspräsident im Namen des Reiches die besten Wünsche für das bedeutungsvolle Werk aus, und nachdem Minister GiesbertS im Namen des ReichSpostministe- riums und Ministerialdirektor Dr. Bredow für die Telegraphen- Verwaltung gesprochen hatte, wurde ein Telegramm des Reichs- Präsidenten„An As l e" verlesen, das als erstes von den Türmen der neuen Funkstelle aus seinen Weg in die Weite fand. Es lautete: „Die offizielle Einweihung der unter dem Rufnamen Poz seit Jahren in der Welt bekannten Großfunkstelle Nauen'st soeben in meinem Beisein erfolgt. Ich beglückwünsche die deutsche Industrie, die dieses Meisterwerk der Radiotechnik ge- schaffen hat, zu ihrer Herborragenden Leistung und gebe der Hoffnung Ausdruck, daß für Deutschland dieser Tag ein Merk- stein in der weiteren Entwicklung seiner Ueberseeverbindungen sein möge. Ebenso habe ich volles Vertrauen, daß Nauen'm Wiederaufbau des Deutschen Reiches und seines Ueberseehandels in hervorragendem Maße wirken wird.� Ein Druck auf den Knopf, im nächsten Augenblick glühten farbige Lampen auf, der Vorhang teilte sich im Hintergrund, und die Zusebauer hatten vor sich das Bild des unter dem Hochdruck seiner Maschinen dröhnenden Saales. Die Tasten zucklen flink auf und nieder, und das erste Telegramm machte sich aus die Reise um die Welt. Nach knapp zweistündiger Pause lagen die ersten E r- widerung salückwünsche vor. Si kamen aus Peking, Java, aus Lyon, HelsingforS, Stockholm, Karta- gena, Rom, New Fork, Rio de Janeiro, Santiago de Chile, und liefen fortgesetzt in gedrängter Reihe aus allen möglichen weiteren Orten der Welt ein. Einbruchdiebstahl im Hauptzollamt. TuS den Geschäftsräumen deS HauplzollamtS Charlottenburg wurden am Miliwoch morgen Preußische Stempelwertzeichen in erheblichem Betrage durch Einbruckdiebsiahl entwendet. Da« Landesfinanzamt Groß-Berlin weist darauf hin, daß der unbefugte Sandel mit Stempelwertzeichen verboten und strafbar ist. Der Verlaus von Stcmpelzeichen erfolgt nur durch die zuständigen Steuerstellen und die Stempelverteiler. Eine Erstattung des Be» träges für ungebrauchte Stempelzeichen durch die Steuerbebörde findet nur in besonderen Fällen statt, wenn der Erwerb von einer zum Verkauf befugten Stelle nachgewiesen wird. Es wird daher vor Ankauf solcher Stempelzeichen von Privat- Personen und Annahme an ZablungS Statt dringend gewarnt. französische Provokationen. Vom Deutschen Transportarbeiterverband, Reichsabteilung der Kraftfahrer, erhalten wir folgende Zuschrift: Am Sonnabend, den LS. September, nachmittags zwischen 2 und 6 Uhr, kam der Adjutant Just von der Französischen Bot- schasi an den Droschkenhaltcplatz am Karlsplatz und bestellte die Kraftdroschke 8449 zur Fahrt nach der Fronzösischen Botschaft. Als der Kraftfahrer Günther die Taxaineteruhr eingeschaltet hatte, fiel dem Adjutanten ein, daß er in der Charite» aus der er kam, noch etwas vergessen habe, und ging dorthin zurück mit dem Auf- trag, daß der Kraftfahrer warten solle. Als der Herr aus der Eharite zurückkam, fuhr zufällig ein Automobil der Französischen Botschaft vorbei, daS nun der. Adjutant bestisg. Der Kraftdroschkeu- fahr er rief ihm zu, daß er noch 2.20 M. für die eingeschaltete Uhr zu bezahlen habe. Der Adjutant forderte ihn auf, mit zur Bot- schaft zu kommen. Dort angekommen, beschimpfte ihn der Adjutant mit Strolch, Lump. Verbrecher usw. und forderte den Fahrer auf, in die Botschaft hineinzukommen, um sich eine ordentliche Tracht Prügel zu holen. Krastsahrcr Günther stieg von seinem Wagen und ging zu dem auf dem Podest stehenden Adjutanten, um ihn um das nun auf 17,60 M. gestiegene Fahrgeld zu bitten. Als Ant- Wort daraus erhielt Günther von dem Adjutanten eine Ohrfeig«, woraus der Herr schleunigst in der Botschaft verschwand. Günther ist 82 Jahre alt und Familtenvater. Es wird Sache des Ministeriums des Auswärtigen sein, diesen unerhörten Vor- qang zu verfolgen und den: Mißhandelten Genugtuung zu ver- schaffen. So sehr wir wünschen müssen, daß die Bevölkerung gegen An- gehörige fremder Nationalität Achtung und Takt bewahrt,� so wenig können wir es hinnehmen, daß Vorgänge der hier geschilderten Art ungesühnt bleiben._ Der kleine Kapp in der Privatschule. Wir berichteten in Nr. 475 von dem selbstherrlichen Vorgehen des geschäilstüchiigcn Herrn Direkior« der Ohmstedeschen Privat- schule. Nunmehr hat Herr Ohmstede seinem Herr-im-Hauie« Standpunkt dadurch die Krone aufgesetzt, daß er dem Eltern- betrat, der die Rechte der Eltern und Schüler zu vertreten hat, kurzerhand das Betreten„seiner" Schulränme verboten hat- Er hat dem Vorsitzenden des Elternbeirats ein Schreiben über- mittelt, in dem es u. a. heißt: „Ich ersehe... zu meinem Erstaunen, daß der Elternbeirat unter Ihrer Leitung trotz des ihm seitens eines großen Teils der Elternschaft erteilten MißtranenSvoliims immer noch weiter besteht. Im übrigen scheinen Sie immer noch nicht A 5 der Satzungen für Elternbeirat an Schulen genügend zu kennen. Meine(1) Schulräume werden am kommenden Sonntag von niemandem betrete ii." Der Herr Direktor kennt also offenbar die Satzungen sür Elternbeiräte, aus die er trumpfen zu können glaubt, s e l b il nicht. Er weiß nicht, daß die Elleinbeiräie auf 2 Jahre gewählt sind— uiiabhäligig von allen Mißtrauensvoten.eines großen Teils" der Elternschaft, er fühlt sich aber berufen, den Elternbeirat seinerseits auf seine begrenzte» Rechte hinzuweisen. Und um sein unbe« g r e n z t es U n l e r n c h m e r r e ch t dem unbequemen Elternbeirat fühlen zulassen, macht er von seinem HanSrecht Gebrauch. Soll wirklich da« Unternehmertum auch im Schulwesen triumphieien dürfen? Die ganie Angelegcnbcit wächst sich gerade zu einem öffentlichen Schulskandal aus, der ein sofortiges Einschreiten der Behörde erforderlich macht. „Nur immer schön bureankratisch". Wir haben bereits in unserer Sonntagsnummcr unter der obigen Ueberschrift Mitteilung von der D i f sie r e n z gegeben, die zwischen dem Berliner Magistrat und dem Ncichsarbeitsministerium in Sachen der Genehmigung von Notstandsarbeiten besteht. Zu der Erklärung des Magistrats, teilt das.ReichSarbeits- Ministerium mit, daß sie nicht den Tatsachen entspricht. daß der ReichSarbcitsministcr vielmehr in der crwäbnten Konfe- renz seine Bereitwilligkeit erklärt hat,„Anträge Groß-Berliner Ge- meinden auf Unterstützung von Notstandsarbciten unter AuS- schaltung des Instanzenweges unmittelbar an daS zu- ständige ReichSamt für Arbeitsvermittlung weiterzugeben, wenn sie dem Referenten des Ministeriums bis zum 1. September mit einem kurzen Kostenanschlag eingereicht werden". Entgegen dieser Verein- barung soll die Stadt Berlin ihre Anträge„sehr verspätet" und„o hn e jeden Kostenanschlag" eingereicht haben. Da? Rcichsamt für Arbeitsvermittlung war daher nicht in der Lage, die gewünschten Zuschüsse zu bewilligen und auch bis jetzt sind erst für zehn Projekte die erforderlichen Kostenanschläge eingegangen. Das Aktenmaterial ist vom Berliner Magistrat„niemals angefordect worden". Diesen Angaben des ReichsarbcitsministeriumS gegenüber stellt der Berliner Magistrat fest: Am 1. September, vormittags 10 Uhr, hatte ein Angestellter der städtischen Hochbanverwaltung die Anträge der Stadt Berlin nach dem Ncichsarbeitsministerium überbracht, um sie dem Refe- reuten zu übergeben. Da dieser nach längerem Warten nicht an- zutreffen war, hat der Angestellte die Anträge dem AmtSdiene� tm Anmcldezimmcr übergeben. Sie waren tormularmäßig ausgefüllt und enthalten u. n. die Höhe der ver- an schlagten Kosten. Da eS sich um rund 800 Einzel- a n t r ä g e handelt, ist in dem Begleitschreiben ausdrücklich mit- geteilt, daß das?lktenmaterial jeden Aügenblick zur Verfügung stände und ans telcphonischen Anruf von den städtischen Referenten einzeln vorgelegt werden wird. Im Interesse der Arbeitslosen hoffen wir, daß der Streit recht bald beigelegt und die Anträge des Magistrats Berlin bewiMit werden, damit an die Arbeit gegangen werden kann. Zur Mordsachc Engclmann. Die fortgesetzten Nachforschungen der Kriminalpolizei hoben noch zu keinem greifbaren Ergebnis geführt. Wichtig wäre eS, über die goldene Ncmontoiruhr des Ermordeten, die geraubt sein muß, etwas Genaueres zu erfahren. Man weiß bisher nur, daß eS eine Uhr ohne Sprungdeckel war. Engclmann hat sie auch öfter in Reparatur gegeben, man weiß aber nicht, an welchen Uhrmacher, auch nicht, in welcher Sladtgegend. In Frage kommende Geschäfts- teilte werden ersucht, sich unverzüglich bei den Kriminalkommissaren Bode und Tegtmeyer zu melden. Für Mitteilungen nach dieser Richtung würde ein Teil der ansstebenden Belohnimq qezahlt werden. In Gegcnwari der Frau Engelmann wurde die Wobnunq deS Ermordeten noch einmal durchsucht und der Bestand neu auf- genommen. Der Ermordete bat. wie jetzt iensteht, viele Forde- klingen eingeklagt und beigetrieben. Vielleicht ist der Mörder in den Kreisen der von diesen Maßregeln Betroffenen zu finden. Schließung Berliner Rettungsstellen. Die Rettungsstellen Koppenstr. 36/87, Adalbertstc. 10 und Eichcndorsfstr. 14 werden vom 80. September d. I. ab geschlossen. Tie nächstgclegcnen RettungS- stellen befinden sich zu 1: Warschauer Str. 2, Holzmarktstr. 53, Lands- Das Lichk der Heimat. 2Sj von August hin'.ichs. Aber leickkt wurde ihr dos Sparen nicht gemacht, denn Harm vertrank fast alles, und sie mußte oft ihren ganzen Verdienst für Haushalt und Miete verwenden. Sie ver- suchte vorsichtig, ihn zu bekehren, aber als er merkte, was sie von ihm wollt«, sab er sie mißtrauisch an und ging fort. Da fühlte sie mit Schmerzen, daß er kein Vertrauen mehr zu ihr hatte. Deshalb sagte sie ihm nichts von ihrem Plan und wollte ihn mit der Tatsache überraschen. Sommer und Winter verliefen ihr in rastloser Arbeit. Die großen Fabriken summten Tag für Tag ihr Lied von der Arbeit— sie achtete nickt mehr darmis. Nur, wenn mit- unter ein leises Klirren der Fenster sie aufmerken ließ, läckelte sie:„Stvmpft nur zu— mich sollt ihr nicht zer- mahlen." Als der Schnee geschmolzen war und der starke Früh- lingSwind durch die Straßen wehte, schrieb sie eines Nachts an den Pastor. Sie schrieb, daß sie um des Jungen willen gern wieder aufs Land wollte, und ob er ihr nicht helfen könnte, eine kleine Lcmdstelle zu pachten. Er wäre der ein- zige, den sie darirm angehen möchte, weil sie so sonst kein? Verwandten oder Bekannten besäße. Als sie den Brief noch nachts in den Kosten geworfen hatte, war es ihr, als hätte sie damit alle Not von sich getan und ging nun die nächsten Tage in heiterer Zuversicht einher, Dreihundert Mark hatte sie erspart, das war für die Umzugskosten, das andere würde der Pastor ihr wohl besorgen. Nach acht Tagen kam die Antwort. Der Pastor schrieb, daß er sich umgesehen habe und daß vielleicht etwa? zu haben sei. Und daß er sich freue daß es ihnen in der Stadt so gut ergangen wäre. Ihm selbst freilich ginge es nicht besonders. Kein Wort davon, daß er ihr etwas Geld leihen wolle. Sie war bestürzt— hatte er sie nicht verstanden? So mußte sie selbst hinfahren und mit ihm sprechen. Schon cny nächsten Tag saß sie aus der Bahn. Sie hatte Dierk ans sein Drängen mitgenommen, zu Harm sagte sie aber immer noch nichts von ihrem Plan? nur. daß sie den Pastor aufsuchen wollte, tonßte er. Das Dorf war zwei Wegstunden von der Bahn entfernt. Das Land glänzte hell in der Morgensonne— die Stadt lag wie ein böser Traum hinter ihnen. Auf halbein Wege kamen sie auf den hohen Geestrllcken, der das Dorf in weitem Bogen umgab und an dessen jen- seitigem Nand die Heide begann. Da konnte sie zmn erstenmal nach den trüben Jahren rings die ganze helle und gewaltige Weite des Himmels mit einem Blick umfassen, und sie atmete tief auf. Es hatte in der Nacht geregnet, die Erde sah schwarz und kräftig aus, und an einzelnen Stellen legte die junge Saat schon den ersten zartgrünen Hauch darüber. Alles war srisch und feucht, voll von drängender Vorfreude und Früh- lingsahnen. Dann konnten sie die Kirche sehen und die ein- zelnen Häuser des Dorfes. Sie kannte die Pastorsäcker her- aus, zeigte sie Dierk und erzählt« ihm, wie sie als junges Mädchen hier und da gearbeitet hatte. Aber er wollte die Heide sehen und den einsamen Hof darauf. Es war sichtig« Morgenlust, und weit jenseits der Kirche lag der blaue Schatten des Waldes. Dort war es. da lag seine Kindheit und sein Hoffen. „Mutter," jauckgte er.„stehst du es? Dahin gehen wir heute!" Und sie freute sich mit ihm und sagte:„Dierk— i heute wollen wir eine Landstelle pachten— möchtest du hier � wohnen?" Er wurde ganz ausgelassen vor Freude, da quoll auch in ihr die Fröhlichkeit über und sie vertraute ihm alles an, was sie heute erhoffte. Er war vierzehn Jahre und sie war seine Mutter— aber jetzt war er ihr Kamerad, mit dem sie sich ernsthaft beriet. Froh wie Brautleute langten sie vor dem Pastorshause an, tapfer trckten sie ein. Und nun saßen sie in der alten, wohlbekannten Stube auf dem Ledersofa, der Kaffee dampfte vor ihnen, und sie langten tüchtig zu. Der Pastor war alt geworden in den Jahren, die Pastorin erschien noch spitzer und fahriger, aber ein Leidenszug inn den Mund ließ sie jeht duldsamer er- scheinen als früher. Beide freuten sich ehrlich zu ihrem Be- stich.„Ach. Meta"— sagte die Pastorin—„es ist gut, daß Sie einmal wieder zusehen bei uns. WaS waren das für schöne Zeiten, als Sie noch hier waren."„Ja," sagt« der Pastor,„wer hätte das gedacht." Meta sah sie erstaunt an.„Ist hier denn irgend etwas vorgefallen?" fragte sie. „Ja, haben Sie denn nicht die Zeitung gelesen?" rief der Pastor und sprang auf. Nein, das hatte sie nicht, dazu hatte sie nie Zeit gehabt. Da erzählte die Pastorin unter Tränen, daß sie damals bei dem Kaliunternehmcn ihr ge- samtes Geld eingebüßt hatten.„Und meinen Namen, Meto, meinen guten Namen dazu," sagte der Pastor—„durch alle Zeitungen hat man ihn geschleift— und die Vorwürfe— lieber Gott, ich wollte, ich hätte nie einen Pfennig besessen." Tie alten Leute taten Meta leid, sie wußte za, wie die Pastorin immer am Geld gehangen hatte. Und nun mußte sie. die gekommen war, um Trost und Hilfe zu suchen, hier selber trösten und stark'erscheinen in dem Augenblick, da ihre eigene Lebenshoffnung ins Grab sank. Sie mußte zum Mittagessen bleiben, aber dann drängte es Meta gewaltsam hinaus. Sie schlug den Weg nach der Heide ein, ohne Ziel— was wollte sie jetzt noch hier? Erst als sie allein im Freien war, kam es ihr zum Bewußtsein, wie trostlos jetzt ihre eigene Loge wieder war. Ohne Geld konnte sie nichts anfangen— und wo sollte sie das be- kommen? Nun umfing sie wieder der langentbehrte, seltsam an- heimelnde Farbenklang— oben das unendliche Weiß und Blau und unten das tiefe Braun, das Hügel und Täler, Wege und Gräben in seinem ruhigen Schoß versinken ließ. Wie wohl das tat! Da schrie Dierk mit, ein dunkler Giebel tauchte auf— das war ihr altes Heim. Diese Aecker hatten ihren Schweiß getrunken, diele Hecke hatten Harm' und sie einst zusammen gepflanzt, diesen Zaun selbst gezimmert. Und in diesem großen dunkeln Tor waren sie ein- und ausgegangen. Da war die Laube— und hier der krumme Apfelbaum, auf dem Dierk so oft geritten hatte. Ihr Haus, ihr Hof, ihre Heimati Alle? war verwildert und verkommen, aber es war ein Stück von ihr selbst: ach, und ihr trotz aller Not und Sorge ans Herz gewachsen. Wie gern wollte sie hier ihr Leben von neuem beginnen hier— wo jeder Baum und jeder Strauch sie kannte, wo sie festgewurzelt war in der eigenen Erde. Hier war ihre Heimat! Das Haus war leer. Nur ein paar Gerätschaften standen darin, die des Voßbauern Leute anscheinend hier unter- stellten. Beklommen gingen sie beide durch die niedrigen Stuben, ohne ein Wort zu sagen— beklommen traten sie wieder ins Freie. Jedes Stück im Hause hatte zu ihrem Innern gesprochen, hatte mit heimlicher Macht an ihrem Herzen gerissen, daß es schmerzte.(Forts, folgt.) berger Str. 43/47. Zu 2; Görlitzer Bahnbof. Kommandantenstraße 80/81 und zu 3: Bernauer Str. IIb(Lazarus-Krankenhaus und Diakonissenhaus), Lothringer Str. 42. Brennholzkartcn an Minderbemittelte werden vom 1. Oktober ab unter denselben Voraussetzungen wie im vergangenen Winter neu' ausgegeben. Die Ausgabe der Holzkarten ersolgt jedoch nichr mehr wie bisher durch die Brotkommissionen, sondern durch die 6 Bezirkskohlen stellen des Magistrats Berlin. Diese be- finden sich für den Bezirk Berlin-Mitte: 5ln der Stechbahn 2; für den Bezirk Tiergarten: Ottostr. g; für den Bezirk Berlin-Wedding: Wolgaster Str. 13, für den Bezirk Prenzlauer Tor: Puppel-Allee 8S; für den Bezirk Friedrichshain: Zellcstr. 10 und für den Bezirk Halleschcs Tor: Zossener Str. 37. In diesen Bczirkskohlenstcllcn gelangen vom 1. Oktober ab auch neue Sonderkohlenkarten für Schwerkricgs- beschädigte, d. h. solche Kriegsbeschädigte, die zu 50 Proz. oder noch darüber Erwerbsunfähig sind, lautend über 2— 5 Zentner, zur Ausgabe. Der Grad der Kriegsbeschädigung muß von den Antrag stellern durch Militärpaß oder Rcntenbuch nachgewiesen werden. Sänglingsheim Ravenstein. Am 1. Oktober wird das von der Stadt Lichtenberg neu eingerichtete städtische Säuglingsheim in Ravensten bei Fricdrichshagen eröffnet. In dem Heim sollen hilfst bedürftige Säuglinge und solche Kinder bis zu 3 Jahren iiirtcr gebracht werden, die keine Eltern haben, oder für die sonstige häus- liche oder wirtschaftliche Gründe die Aufnahme in ein Heim not- wendig machen. Zu den Kosten des Aufenthalts müssen zahlungs- fähige Eltern nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit Beiträge leisten. In besonderen Fällen sollen hier auch hilfsbedürftige Mütter mit ihren Neugeborenen vorübergehend eine Gaststätte fin- den, um gleichzeitig als Ammen verwendet zu werden. Die Am gelegenheiten des Heimes werden beim Jugendpflegeamt, Tüid schmidtstraße 26 II, Zimmer 66, bearbeitet; Aufnahmcanträge sind dahin zu richten._ i?l». postVerbindungen zur Frankfurter Herbstmesse. Während der Frankfurter Herbstmesse vom 3. bis 9. Oktober einschließlich erhält Frankfurt a. M. mit Berlin, Leipzig, München, Gelscnkirchen und Bremen mit Anschluß nach Amsterdam Flugpost- Verbindung. D'i Flugpost Berlin— Leipzig— Frankfurt a. M. ver- kehrt täglich zweimal in jeder Richtung ab Berlin 7.0 und 12.30, ab Leipzig 8.15 und 1 45, an Frankfurt m M. 12.0 und 5.30, zurück ab Frankfurt a. M. 7.0 und 12.0,-ab Leipzig 1l.0 und 4.0, an Berlin 12.0 und 5.0. Die Flüge werden je zur Hälfte von der Ddutschen Luft-Reederci, Berlin, und den Rumplcr-Werkcn, Berlin, ansgc- führt. Die Postflüge München— Frankfurt a. M. werden täglich einmal in jeder Richtung, ab München 8.30, ab Frankfurt a. M. ebenfalls 8.30, van den Bayerischen Rumpler-Werken, Augsburg, ausgeführt. Flugdauer 3 Stunden. Der Flugdienst auf der Strecke Bremen— Gelsenkirchcn— Frankfurt a. M. wird in jeder Richtung täglich einmal von der Sablatnig-Flugzcugbau-G. m. b. H., Berlin, betrieben. Flugplan ab Bremen 12.0 lAnschluß aus Amsterdam 11.30), ab Gelsenkirchen 2.10, an Frankfurt a. M. 4.0, zurück ab Frankfurt a. M. 9.0, ab Gelsenkirchen 11.0, an Bremen 1.0(Anschluß nach Amsterdam 1.30). Außerdem findet am 2. Oktober ein Flug von Bremen nach Frankfurt a. M. und am 10. Oktober ein Flug von Frankfurt a. M. nach Bremen statt. Zur Flugbeförde- rung zugelassen sind im Jnlandsvcrkehr gewöhnliche und einge- schriebcne Postkarten, Briefe und Drucksachen sowie Päckchen, dringende Pakete und Zeitungen, im Auslandsverkehr gewöhnliche und eingeschriebene Postkarten, Briefe und Drucksachen. Die Zu- schlaggebühren für die Flugpostbesördcrung sind durch Ausbang, der auch die Flugpläne und die wichtigsten Bestimmungen im Flugpost- verkehr enthält, bei den Postämtern veröffentlicht. Auskunft wird auch an den auf dem Aushang bezeichneten Schaltern erteilt. Tödlicher Unfall eines Kindes. Am gestrigen Mittwochnachmittag um 3 Uhr fiel der llvjährigg Sohn des Arbeiters Förster in den ')/ im Hofe des Hauses Breslauer Str. 11 befindlichen Gully. Ter herbeigeholte Vater des Kindes holte dasselbe heraus und stellte ge- meinsam mit dem Lehrer Ritter Wiederbelebungsversuche an. Beide sahen aber die Zwecklongkeit ihrer Bemühungen ein und brachten daS Kind in das Krankenhaus Bethanien, wo von den Aerzten der bereits eingetretene Tod festgestellt wurde. Es liegt hier ein be- bäuerlicher Unfall vor, der dadurch hervorgerufen wurde, daß der Gully nicht genügend bedeckt und gesichert war. Solche Unglücks- fä"e müßten bei strenger Kontrolle vermieden werden. Sozialistische Bildungsschule! Die Vortragsreihen beginnen am Montag, den 18. Oktober. Der Lehrplan ist bereits zur Ausgabe gelangt(0,30 M.). Dieser und Hörerkarten(6 M.) find zu haben bei allen Abteilungskaisierern, bei den örtlichen BildungSausscbüssen, im Burau des BezirksbildungS- ausschusseS, Lindenstr. 3, Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2, im Bezirksverband Groß-Berlin, In den Zelten 28, bei Horsch, Engel- ufer 15. Am Sonntag, den 31. Oktober, abends 7 Uhr, in der Festhalle des Berliner Stadthauses, Eingang Klosterstraße, 2. E i n s ü h« rungsabendzumRichard-Strauß-Konzert. Vortrag mit Demonstrationen am Klavier: Herr Dr. Alfred Gultmann. Karten zu haben: bei den AbteilungSkassieiern, den OrtsbildungS- ausschüssen, im Bureau des BezirksbildungSaussckusses, im Bezirks- verband. In den Zelten 23.(Geöffnet von 9— 4 Uhr und Donnerstags von 9—1 und 4—7 Uhr.) Der Bildungsausfchust veranstaltet während des Winter- Halbjahres eine Vortragsreihe aus dem Gebiet des Klein- garten- und Siedlungswesens. Der erste dieser Vorträge behandelt die Frage:„Welche Obstibaumsorten haben sich in hiesiger Gegend am besten bewährt?" Vortragender ist Obstbau-Wanderlehrer Beuß aus Zossen. Mit dem Vortrag, der in der Gemeindeschule in der Hannemannstraße, abends TA Uhr, stattfindet, ist eine kleine Obst- schau verbunden. Ein wohltätiger Spender. Herr Dr. Lieber aus New Dork, welcher als Vorsitzender des Zentralhilfskomitees in New Uork zurzeit hier anwesend ist, hat der Nationalstiftung für die Hinter- bliebenen der im Kriege Gefallenen tausend Kisten kondensierter Milch als Spende der Deutsch-Amerikaner überwiesen. Die Kreisvertreterversammlung für den 18. Verwaltungsbezirk iWeißensee, Hohenschönhausen, Falkenberg) wählte als 1. Vor- sitzendenOtto Nerlich, Weißensee, 2. Vorsitzenden Gründer, Weißen- see, 1. Schriftführer Karl, Weißensee, 2. Schriftführer Walter, Fallenberg, Beisitzer: Ulrich, Weißensee, O. Engel, Weißensee, Hör- ning, Hohenschönhausen, Lehmann, Hohenschönhausen, Reichardt, Falkenberg. Als Vertreterin der Frauen fungiert die Genossin Schmäling. Bei der Ortskrankenkasse Niederbarnim tritt durch die Bildung der Einheitsstadtgemeinde Berlin keine Aeuderung ein. Tie Arbeit- geber in den zu der neuen Stadtgemeinde Berlin kommenden Ort- schasten haben ihre Meldungen und Beiträge nach wie vor an die zuständigen Zweigstellen der Allgemeinen Ortskrankenkasse Nieder- barnim zu richten. Auch haben die Mitglieder sich mit ihren Unter- stützungsansprüchen an die Zweigstellen zu wenden. Der Bund der vertriebenen In- und Ausländsdeutschen im Reich hält am Sonntag, den 3. Oktober, im großen Saal.Neue Welt', .Hasenbeide, eine große Demonstrationsoersammlung der gesamten Flucht- linge des Reiches ab, um über die trostlose Lage der Flüchtlinge zu ver» handeln. Es werden eine Reihe Forderungen erhoben, so u a.: 1. So- sortige Auszahlung einer einmaligen Bcihilse von 1500 Mark an jede Flüchllingssamitie und von je 1000 Mark an jeden alleinstehenden Flucht- ling. Sofortige Auszahlung eines Teilbetrages der gestellten Entichädigungs- torderung. wenigstens ein Drittel, wenn dieselben eidesstattlich versichert sind. Ausübung der Uebcrwachung sämtlicher FlüchUingssüriorgesielle» durch die Flüchtlinge selbst und zwar durch lelbitgewädlt« stiüchtlmgsrät« l resp. Flüchtlingskommissionen. Sosortige Anweisung von Wohnungen m leerstehenden Kasernen und ehemaligen Lazaretten, großen Barackenlagern, zu denen auch der Truppenübungsplatz in Döberitz bei Berlin in allererster Linie in Frage tommt, außerdem in Staatsgcbäudcn, jedoch menschen- würdige Wohnbarniachung mit Mobiliar. „Für die weltliche Schule". Die bt unserem Bericht über die Kinderdemonstraiion am letzten Sonntag erfolgte Mitteilung, daß auch der Verein sozialistilcher Lehrer sich osfizicll beteiligt habe, beruht aus einem Irrtum und wird hiermit berichtigt. Das nächste Städtische Bolkskonzert des Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Richard Hagel sindct am Freitag, den 1. Oktober, in den Gcrmania-Prachtsäten, Chausseestr. 110, statt. Beginn des Konzertes 8 Uhr. DaS Programm lautet: Ouvertüre zu.Die Hebriden* von F. Mendctsohn, Variationen aus dem L.-ckrrr-Ouartctt von L. v. Beet- Hoven, Norwegischer Künstler-Karnevat von L. Svcndsen, Vorspiel zu „Lohengrin' von Wagner, Andante und Rondo für Flöte von A. Mollique (A. Harzer), Phantasie aus.Rigolelto' von(8. Verdi, Ouvertüre zu.Zampa" von F.- Herold,.Heizwunden' von E. Erieg,.Wein, Weib und Gesang', Walzer von I. Strauß, Der Vorvcrkaus zu den Volkskonzerten findet statt in der Zentralstelle für Volkswohlsahal, Augsburger Str. 61, in der Berliner Gewertschasistommtsston, Engeluser 15, im Zigarrcngeschäjt von Horsch und in dem betreffenden Konzertsaal Die im Voroerlaus nicht unter- gebrachten Karten werden abends an der Kasse vertaust. Der Eintritts- preis beträgt 1 M. Kassenerössnung 7 Uhr. Bestcchungsvcrsuche an den Pranger. Der Magistrat Char- lottenburg beschloß vor Monatsfrist in allen Fällen von Bestechung»- versuchen gegen Beamte und Angestellte des Wohnungsamtes Straf- antrag wegen Bestechungsversuchs und Beleidigung zu stellen und alle künftigen Fälle von Bestechungsversuchen durch die Presse be- kanntzumachen unter Bezeichnung des Versuchers. Nunmehr sind folgende zwei Fälle von Bestechungsversuchen zur Kenntnis des Magistrats gelangt, die dem Beschluß entsprechend der Oeftent- lichkeit zur Kenntnis gebracht werden: Ter Kaufmann Richard S ch u l z, Kurfürstendamm 244, und der Schuhwarensabrikant Karl Schigur, Kalckreuthstr. 11. die sich beim Charlottenburger Woh- nungsamt um die Zuweisung von Geschäftsräumen bewerben, haben jeder dem Beamten, der die Angelegenheit bearbeitet, Geld angeboten, um eine für sich günstige Entscheidung herbeizu- führen. Wegen der in diesem Geldangebot liegenden Beleidigung und versuchten Bestechung eines Beamten wird vom Magistrat Charlottenburg Strafantrag gestellt. Friedrichshagen. Dir Gemeindevertretung beschloß, an sämtliche hilfsbedürftigen Einwohner Fried: icbshagens, zu denen die Erwerbs- lofen ohne weiteres gerechnet werden. Hülsenfrüchte unent- geltlich zu überweisen. Ueber die Verwendung eines Ueber- fchuffes von 150000 M., den der Kreis der Gemeinde überwiesen bat, wurde beschlossen, für allgemeine UnterstützungSzwecke 20 000 Mark, zur Unterstützung von Kriegsbeschädigten 20 000 M. und zur Unterstützung von Kriegshinterbliebenen ebenfalls 20 000 M. zu bewilligen. Ferner erhält der Leiter des Wohnungsamts 60 000 M. zur Errichtung von. Notwohnungen und der Kämmerer zum Ausgleich für Ausfälle den Rest von 30 000 M.— Zur Speisung hilfsbedürftiger Schulkinder wurden 50 000 M. bewilligt, die auS dem Betrage von 100 000 M.. den der Unterausschuß der Gemeinde zugestanden bat, entnommen werden sollen. Die schon bestehende SpeiiungSkommission soll so gestaltet werden, daß in ihr neben drei Verirelerinnen des Erwerbs- lofenrats noch je drei Frauen aus den drei in der Gemeinde- Vertretung vertretenen Parteien(S.P.D., U.S.P.D., Bürgerliche Partei) mitarbeiten._ Hroß-Serliner parteinachrichten. Heute, 30. September. 3. und 4. Abt. 8 Uhr BüdungsauKschuß-Sitzung bei Rieckert, Stein- metzftr. 37a. 7. Abt. 7'/, Uhr Funktionärkonserenz bei Siegmund. Bwcherftr. 37a. 15.— 18. Abt. AblciiungSleiter, Kassierer, BUdungSausschuß> Mit- glieder und sämtliche Funklionäre ber 16. Abteilung: Sitzung 7 Uhr bei Schuckert. Rü dersdorfer Str. 3. 31. St b». 7 Uhr turze wichtige Besprechung sämtlicher BezirkSsührer bei Goldschmidt, Stolpische L>tr. 36. 34. Ad». Heute abend 7 Uhr Sitzung der Parteisunktionäre und Be- triebsvcrtrauenSleute bei Obligo, Slraisunder«tr. 11. 3«. Abt. Wiwtige Sitzung der LezirlSsührcr bei Bärwalde, Schlegel- straße 8, abends 8 Uhr. Gruppe Südwest- West. 2.— 8. Abt. BUdungS. Ausschuß. Die Theaicrabrcchnung findet infolge der Funttionürversammlung am Freitag nunmehr heule abends 8 Uhr bci G. Keusner, Hagelbergerstr. 20a. statt. Eharlottenburg. 3. Abteilung(früher 4. Gruppe) und Plötzensee. 7's, Uhr Lcseabend bei Lux, Usnaustr. 1. Pankow. AbendS 7 Uhr im Lhzeum: Feier zum 3<)jährigen Ge- denktag der Aushebung des Sozialistengesetzes. Festrede: Gen. Eduard Bernstein. Fungsozialistische Bereinigung S. P. D. Abt. Neukölln. abends Tlt Uhr Vorliag des Genossen Walter über soziale Fragen der Jugend im Jugendheim, Nogatstr. 53. Treptow. Um 7 Uhr Vortrag des Genossen Schloß im Jugend- heim, Eisenftr. 3(schule). Friedrichshagen. Abends 7 Uhr Dortrag;„Die Frau und der Sozialismus' bei Scholz, Friedrichstraße, Ecke Lmdcnallee. » Morgen abend 7 Uhr im Zeniral-Jugendheim. Lindenstr. 3, Fortsetzung der Generalversammlung. Morgen. 1. Oktober. 18. Abt. 318., 319., 320. 324.. 325. und 327. Bezirk. Abends 8 Uhr bei Heese: Wichtige Besprechung. 23. Abt. Die BezirkSsührer werden ersucht, die Festnmnmer dcS .Vorwärts" von 5 Uhr ab bei Galt, Kniprodeslraße, Ecke Bardelebenstraße abzuholen. 40. Abt. AbendS 7 Uhr Abteilung Sverfammlung ür der Aula Sie- mensslr. 20. Referent: Pfarrer Dähn. Gäste willkommen. 42 Abt. BezirkSsührer und Un'.erbezirlssührer. nachmittag bei B«h- rends, Tegeler Str. 22, zwecks Verbreitung der Extra-AuSgabe des.Vor- wärtS'. Iugenöveranftaltungen. Heute Tonnerstag. Stralauer Viertel. Schule. Naglerstraße 3. Vortrag:„Das Er- surter Programm'.— Schönhauser Borftadt II. Schule, Pappel- Allee 41/42. Vortrag:„Kunst und Arbeiter-Jugend'.— Süd-Weft. Zen- Iraljugendheim, Lindenstraße 3. Vortrag:.Erste Hilfe bei Unglücksfällen'.— StegliN-Friedenau. DiSkusstonSabend:.Zweck und Ziele der Arbeiter« Jugend'. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Republikanischer Fübrer-Buud, Bezirk 24(Neukölln und Britz). Mitgliederversammlung Montag, den 4. Oktober, 7,30 Uhr, Weichsel- siraße 55/56(Jdealkasino).— BrzirtSgruppe beimaitreuer Oft- Preusteu(Nord-Ost) t. Oktober, abends 7 Uhr im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11/12, Versammlung. Soziales. Der Friedensinvalide. Die Friedensinvaliden— das sind Invaliden, deren Dienst- befchädigung in keine Kriegszeit fällt— beklagen sich darüber, daß sie der Verbesserungen des neuen Reichsversorgungs- g e s e tz e s nicht teilhaftig werden. Sie stützen ihre Klage mit dem Argument, daß das neue R. V. G. vom 1. April 1920 auch olchen Personen die Rente auf Grund einer Dienftbeschädigung gewährt, die nicht:m Felde gewesen sind oder nicht der Wehrmacht angehört haben. Es können demnach Personen darunter sein, die vom militärischen Dienst nichts wissen, aber in der Zeil vom 1. August 1914 bis 1. April 1920— das ist nämlich die Hauptsache— der Wehrmacht Dienste leisteten oder leisten wollten und hierbei eine Dienftbeschädigung erlitten. Friedensrnvaliden haben auf alle Fälle der Wehr- macht angehört; es sind meist länger gediente Unteroffiziere. Ihnen wird der Satz der R.-V.-G.-Novellc, der sich in den meisten Fällen weit über 100 Proz. höher stellt, nicht gewährt, weil die Dienst- befchädigung nicht in die Kriegszeit fällt. Besonders hart trifft diese Zurücksetzung die schwerbeschädigten Friedensinva- liden, die gänzlich arbeitsunfähig, oft schwer siechtumsleidend und daher fremder Pflege und Hilfe bedürftig sind. Diesen Invaliden, die sich doch gar nichts mehr verdienen können und nur auf die heut gänzlich unzureichende nackte Rente angewiesen sind, wäre eine Angliederung an die Versorgung des neuen R. V. G. mit Recht zu gönnen. Sie sind ebenso unglücklich wie die Kriegs- invaliden. Viele solcher gänzlich erwerbsunfähiger Friedensinva- liden wird es ja nicht mehr geben und neue treten kaum mehr hinzu. Ein Beispiel mag den Unterschied zwischen der Versorgung eines Friedensinvaliden und der eines Kriegsinvaliden(versorgt nach dem neuen Gesetz) zeigen: Ein Friedensinvalide s Unteroffizier), der im Jahre 1905 aus dem Militärdienst ausschied, wird nach dem Militär- pensionsgesetz vom Jahre 1871 pensioniert. Derselbe er- hält, wenn er gänzlich erwerbsunfähig, fremder Pflege und Hilfe bedürftig und dauernd an» Krankenlager gefesselt ist, folgende Rente monatlich: Als gänzlich erwerbsunfähig. Pension II. Klasse eines Unieroifiziers................ 24 M. Z'vilversorgungssckiein-Entschädigung........ 12, SiechtumSzulage seit 1906............ 54„ . 1919............ 27. Rentenzuschlog(widerruilichi seit 1919........ 45, Teuerungszuschläge für 1919.........•-1�■■ 298 M. Bei Bemessung der Renie eines Friedensinvaliden wird nur der Dienstgrad u.nd der Grad der Erwerbsunfähigkeit berücksichtigt. Beim Kriegsinvaliden hingegen wird verücksichtigi: Erwerbsunfähigkeit, Wohnort, Beruf, Familienstand i Kinderzahl). Der Dienstgrad fft weggefallen. Demnach sieht die Rente eines Kriegsinvaliden folgendermaßen aus: 100 Proz. erwerbsunfähig........... 200,— M. Sckiwerbeschädiqienzulage........... 75.—. Kinderzulage(i Kind)............ 27,50„ Einfache Ausgleichszulage('/« der Vollrente).... 68.76„ 371,25 M. Ortszulage Klasse C(mittlerer Ort). 20 Proz. vorstehender Gebührnisse.............■■ 74.25, 445 50 M. Zu diesen Gebührnissen 25 Pro,. Teuerungszu'chlag. III.—„ Pflegezulage weil Siechlumspflege bedürftig mit Teuerungszuschlag...........•■ 156,—, Zusammen monatlich... 7l2 50 M. Der Friedensinvalide ist somit in diesem Falle monatlich um 414,50 Mark schlechter entschädigt, bei ganz gleich hoher Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit und derselben Be- schädigung als der Kringsinvalide. Es fft also Zeit, das Gesetz vom Jahre 1871 zu begraben und für die Friedensinvaliden einen Ausgleich in der Rentenversorgung(vielleicht im Rahmen des neuen Mflitärversorgungsgosetzes?) zu schaffen. Gerichtszeitung. Das Geheimnis von Lindow. Jenes furchtbare Verbrechen, welchem im Juli d. I. die 15jäh- rige Margarete Elfe zum Opfer gefallen war, hat sich trotz aller Bemühungen der Berliner Kriminalpolizei immer noch nicht auf- klären lassen. Wie bekannt, wurde seit dem 16. Juli die löjährige Tochter des in Lindow wohnhaften Justizwachtmeisters a. D. Emil Elfe vermißt. Erst am 2. August sand dieses geheimnisvolle Ver- schwinden des Mädchens eine furchtbare Aufklärung. Ter Guts- besitzer Emil Schulz aus Keller fand die Leiche der E- in seinem Haferfctd mit dem Gesicht auf der Erbe liegend, in fast kniender Stellung mit einem Riemen um den Hals, mit dem das Mädchen offenbar erdrosselt worden war. Ter Befund der Kleidung und die Lage der Leiche ließ darauf schließen, daß an dem unglücklichen Niädchcn ein Sittlichkeitsvcrbrcchen verübt worden war.— Gewisse Gerüchte, welche in Lindow über den Vater des Mädchens kur- sierien, führten schließ!' st dazu, daß Elfe unter dem dringenden Verdacht des Mordes u.«b der Notzucht an seiner eigenen Tochter verhaftet wurde. Zwei Freundinnen der Ermordeten bekundeten, daß Margarete Else ihnen schon vor längerer Zeit erzählt habe, daß ihr Vater sie wiederholt mißbraucht habe. Der Verdacht, daß Else auS Furcht vor der Entdeckung seines Verbrechens seine Tochter gewaltsam beseitigt habe, hat sich aus Grund der eingehen- den Ermittlungen der Rechtsanwälte Dr. Z s ch o ck(Lindow) und Dr. Frey nicht mehr ausrecht erkalten lassen. Das Verfahren wegen Mordes ist deshalb e i n g c st e l l t worden. Dagegen hat die Oberstaatsanwaltschaft in Neuruppin. wie von dort gemel- det wird. Anklage gegen Elfe wegen des schweren Verbrechens der Blutschande erhoben. Tie Verhandlung findet schon Anfang Ol- tober statt._ flu» aller Welt. Die Burg Elb abgebrannt. Wie die �..Kölnische Zeitung" aus Koblenz meldet, ist die im Eltztal, einem Seitentale der Mosel, ge- legen«, durch ihre prachtvolle Lag« und ihren hochinteoefsantcn Bau wellbekannte Burg Eitz, deren Geschichte bis in das 10. Jahrhundert zurückreicht, fast vollständig abgebrannt. Der Verlust ist um so mehr zu beklagen, da die Burg im Gegensatz zu den meisten restau- vierten Burgen ihren Grundcharakter völlig bewahrt hatte. Sie mochte von außen gan.z dem Eindruck des Hochragenden, im Innern war sie eng und geschlossen. Der Raum war aufs höchste ausgc- nutzt. Die Burg, die dauernd bewohnt blieb, lag verstreut in einem romantischen Waldtal. Der Schaden an Kunstgegenständen und Altertümern ist sehr groß. Die wertvolle Bibliothek ist gerettet worden. Drei Mörder gefaßt. Drei Einbrecher und Mörder, der Kellner Erwin Schlieck, der Schuhmacher August Stolter und der Arbeiter Fritz Ewald wurden von B r a u n s ch w e i g e r Kriminal- Polizisten in Berlin verhaftet. Sie hatten vor einigen Tagen in Bad Harzburg einen Einbruch ausgeführt und einen Wächter ermordet, von dem sie überrascht wurden. Beraubung eines Geldbriefträgers. Dem Briefträger Nowra sind im Walde bei Pallowitz, Oberschlesien, von drei Banditen 21 000 Mark geraubt worden. Sport. Kartell der freien Sportvereinigungen. Kartell. Sonntag: Konzert Singakademie. Karten ü 2 M. im Jugend« heim. Gr. Franlsurter Str. 16. Freie Turnerschnst Berlin. Sonntag: Altersriegenturnsahrt nach Saatwinkel, Heiligensee, Hatenselde, Spandau. Tresspunlt 8 Uhr morgens Bahnhos Jungscrnhcide. MittagSrast und gemütliches Beisammensein in Papenberge, Restaurant.Eichenhain'. Freier Wanderbnnd. Sonntag: 1. Melchow— Nonnenfließ— EberS- Walde. Abfahrt 5°° Uhr Stettiner Fernbahnhos.— 2. Hirschgarten— Müggelsee. Abfahrt 7 Uhr Bahnhos Aleranderplatz. BgetterauSsichren für das mittlere Norddrntschland bis Freitag mittag. Morgens und abends etwas nebelig, sonst größtenteils trocken und vielfach hetter,.nachts ziemlich kühl, in den Tagesstunden mäßig warm. i LECIFERRIN "1 in Familien boebgeschätzies Mittel, um bei Sehwäcbezuständen, Blutarmen, Bieicbsfichtigen, geistig und körperiicb Ueberarbeiteten rasch Hilfe zu schaffen, um das Blut zu bereichern und den erftiatteten Körper zu kräftigen. Von Aerzten und Autoritäten lobend anerkannt. Für Kinder, welche in der Entwicklung zurückbleiben, zur Förderung der Entwicklung und des Wachstums. i Sehr wohlschmeckend, zugleich Appetit und Verdauung befördernd.=== In Apotheken erhältlich. Thaste?, Ikhtspiele etc. Cpemhaus. Othello. ff, Uhr. Schauspieliiaas. Die Journalisten. 7 Uhr. Direktion Max Reinhardt ßentsclies Theater. 7 Uhr; Einsame Menschen. Freit.: Einsame Menschen. Kammerspiele. B Uhr. Die Bramistatle. Fr�.?'/-: D.deulsch.KIeinslädl. Gr. Schaaspielbaas (Karlstraße) 7 Uhr: Juiias Casar(auß.Ab.) Frtg.: Danton(auß. Aoonn.) Theater 1. d. RlnipgrätzerStraße J/jS Uhr, zum 1. Male: Der unerbittliche Schutzmann Komodiantensiege Der gemütliche Kommissar mit Max Pallecberg Frt.: D. unerbittl.Scnutzniann Kcmödiamensiege Der nem-lliche Kommissar mit Max Pallenberg Sonnaaend: Mirandollca mit Eise Heims, Saliner, Riemann, Brandt, Pröckl, Behmer. Komödienhaus l/z8: Eine Nacht im Paradies. Ab Sonnabend täelich 8 Unr: Der unerbittliche Schutzmann Komödiantensiege Der gemütliche Kommissar mit Max Pallenberg Berliner Theater k/z8 Uhr: Der letzte Walzer mit Fritzi Massary Centrai-Theater 7Vj' Frau EärliEl(Operette) Deutachca Opernhan« 7 u.: Der Troubadour Prledr.-Wllhelmst.Tli. n, u.: Boiieil die Tänzerin. Kleinos Theater. Uhr; Die Fiarrliauskoüiöilie Kl. Mchauspicllian». [).* Der Floh im Panzerliaus Kom�Nche Oper uhr: Liebe im Schnee. LnstHpielhauK IV« Uhr: Arnold Rleck in Zwangselnquaftierung. Metropol-Theater. u.: Hollandweibchen Neues Centrai-Theater £'? Die Dame im Frack. Nene. OpercttenliauM ti, u.: Die Csikösharoness. Kcuea VolhNthcater p/, uhr: Der Biberpelz Uchfller-Theat. Chart. U;! Nathan derWeise ThiiUn-Thciiter t1/, u.; Der dumme Franzi. Th.am X'oilendorfpiatr. » uhr; Wenn Liehe erwacht Hi�iiter de» Werten h �DererstenLiehegoilZeit Wallner-Theoter Efi Der Geiger von Lugano. Walhalla-Theater. 7u'h;rGastsp.Hartstein Residenz-Theater. Untergrundbahn Klosterstr. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: Schnccwitehen. Täglich»/.S Uhr: Die Freundin. Von Hermann Sudermann. ponnabend 4: Struwelpeter. Volksbühne Theater am Bülownlatz. Z1.] DerHichtervon Zalamea, Lessing-Tlrealer. [! f Das Gelübde (Konstantin, Laos, Klopfer, Lind.) Freitag 7: Peer Cynt. Deutsches Künstler-Theater Allabendlich'>8 Uhr: BieScheidimgsreise mit Max Adalbert und Trude Hesterberg. Cireusltttsch ITägl 7.15, Sonnt, auch 3: Gastspiel Hans Stosch- Sarrasani. | Vorverkauf: CircusKasse und Warenhäuser Tietz beiirensir. 54. Theater n.Kottbus.Tor Tel.: Moritzplata 14814. Täglich 7Vz Ihr und Sonntag nachm. 3 U.: Elite-Sinpr Blüthgen-Konzert Beginn 7 Uhr. Vorv, H-l'/j.d-h Uhr Trianon-Theater. Bahnhof Friedrichstraße. Täglich a/48 Uhr: Der Roman einer Frau g; tomödie v. Lothar Schmidt nnabend 4 U.; Rotkäppchen Folies Gaprice. Täglich'/»B Uhr abends; fersicherunggeo. Ehebruch Eine unruhige Nacht Lea s Ohnmacht mit Ferd. Grünecker. Rose-Theater. 7'/, Uhr; Die Ratten. Casino-Theater lothringer Str. 37.— Tgl. 3;,8; Knorps sei. Witwe Ed„Anschluß verpaßt". igspiel mit Viktor Litzek. nntg. ZV,: DerHausdrache. Die Sensation cer Wintcrsaisoi Orient- iatura- listische Jtusslattungs-Panf m I in 3 Bildern( Harems- i Nächte!! | Unt.Mitwirkung vm Oft original. oU Kamerunern Oft Bajaderen- "U Tänzerinnen | In den Hauptrollen Myriam Borka | sudanSchauspieleri Kiki Kiami Bey | Nationaith.Konstan Lowis Brody j der Neger-Filmstar ] Erika Dennissen | die schwed. Tänzerin sowie die übrigen Oktober-Varietd- Scnsationen!! Bis30.Sept allabendll Meister-Detektiv Hannussen u. d. �eofember-Sens.1 SchaütindBauei Im großen Schauspielhaui Bh.Friednchstr.Tel.Nord863 Dir. Hans v. Wolzogen. Das gr. September- Progf mit Kulissen d.Seeli v. Nik. Nikolajew. Evreinoff. Hauptroll.: Hermann Thimig Rob. Forster-Larrinaga. A. Flügel; Kpmstr. Spolianskl Balalaika.Orchester. Konzert 7'/, Beginn 8'/, Theater i. ö. königgrätzer Str. Heute, Donnerstag, den»0. September, Vz8 Uhr: Zum ersten jViak: Der unerbittliche Schutzmann Komödiantensiege Der gemütliche Kommissar Drei Grotesken von Georges Tourteline mit Max pallenberg KenzuGrüSB (Union-Kiub) Donnerstag, 30. September, nachm. 1 ühr 7 Rennen. IKsstsr' «.Bosenfhaler PI. Täglich T'/s Uhr: iilm Mi Nur noch bis einschl. Donnerstag: Er£ oder u. d Sept.- Programm. *** Ab Freitag, d.i. Oktober: Oer Stolz iler Hoiiip.j u. d. große Oktober-Profr.| Winter- Galten Täglich 7.15 LTir: Variete-Spielplan Rauchen gestattet! ANKAUF von <$■ BRILLANTEN Direttion m UvtWesMeli- millSlSlachlhoses. Belauntttmchnng. Nadi Freigabe de» Vieh, und Flelschhandols finden die Tchlachtniehmartte auf dem Nädtischen Viehhofe armäfi der Polizeivrrordnungen vom 4. Oüober 1900 und 5. O. toder 1903 wieder allwöchentlich Mittwoch und Sonnabend wie folgt statt: 1! a) der Rinder- und Schafmarkt von 7 Uhr vor- bis 1 Uhr nachmittags, || b) der ftölbec- und Schweinernartt von 8 Uhr vor- bis 1 Uhr nachmittags. Der erste Markt wird Sonnabend, de« 2. Oktober d. J. | abgehalten Berlin, den 27. September 1920. Ter Verwaltungsdirektor: i_____ CrOPtK. MMMg. Durch die Kiiduna der Ein- heiisfiadtgemeinde Berlin am t. Ollober d. I. tritt in den Verhältnissen der Allgemeinen OrtskeankeiitasseNiederbarnim keine Aenderniig ein. Die Ardtitgeder ni Heu' ju der neuen Eiadtgeineinde Berlin. kommenden Ortichaitcn daden ihre Meldungen Nnd Beiträge nach wie vor an die zuständige» Zweigstellen der Allge- meinen Orlotrankentasse Nieder» barnim z» richten. Auch haben die Mitglieder sich mit ihre» Unterftiid.unasanspruchcn an die Zweigstellen zu wenden. Berlin, den 28. Eeut. 1920. Allgemeine Ortskronken» lasse Niederdarnim. Neudccker, Vorsitzender. MflnriMiliiiig ber für-Kupfer, Messing, Rotguß usw. spez Zinn und Weißmetall erzielen Sie Adalbertstraße 4 u Prinzenstraße 101. Kupfer, Messing, Zinn, Zint, Blei, Platin, Gold- und Eilderdrud) sowie sämtl. Alt- u. Edelmetalle kauft hächstzahlend' siletsit-Einkauls-�entrale, Kottbuser Damm 66 (iöcrmannplatz). Atpl. 13580. Einzelverkauf Cngroi Export Pelzunren jeder Art jetzt wesentlich billiger Reparaturen billigst. WV" Sportpelze. ert ährahaiEsohD Sachig. 26, L Heue Königsir. 26, L teO/u Uabat'. MoiMt Sit ©(itilft in Betlin, Cranicnftr. 138. Die vom Vorsiänd und Au? schnn. der Basse deichldssenc 8. Adssnderuna der Satzuna, de» lreffend die I, 2. 8, 8, 9, 12. tß. 17, 18. 29, 27, 29, 30, 80a, 32, 45 und 74, ist vom Ober- verstdierungsaml Groß- Berlin nnter dem 21. Eevtcmder 1920 genehmigt worden und tritt mit dem t. O tober 1920 in straft, soweit die Abänderungen ans Grund der Verordnung vom 30. April 1920 nicht hereit? am t. Mai bzw. 10 Mai 1920 In straft getreten sind. Auster der Erhädung der Grundlöhne und Erweiterung der Versicherungspsiicht ans Grund der vorstehend genann- ten Verordnung wird durch die Satzungsänderung die Wochen» Hilfe bzw. Familicnwochendiise neu geregelt und die stassen- dciiräge auf 7 vom Hundert des Grundlohns erhöht. Austerdcm werden die Mehrleistungen de- ziiglich der grösteren Heilmiftel und der Hilfsmiitel gegen Per» nnstaltung und Verftüvpelung sowie die Zahlung des Taschen- geides und des vollen Kranken- gsides als Hausgeld und die Familienhilfe bei Eterbeiällen wieder eingeführt. Druckexemplare mit dem ge- naucn Wortlaut der Abände- rung tönnen Pom Montag, dem 4. Öktober 1920, in unserem Kassenlokal in Empfang ge-' nommen werden. Berlin, den 30. Sept. 1920. Der Vorstand A. Rosener, Vorsitzender. A. Künlcke, Schriftführer. Gold Silber I Bruch, Ketten. Ringe, I Löffel, Brennftifte. Zahn- gedisse. Münzen uiw. sowie sämtliche' lllmstslls tauft höchstzahlend Mdrainilk oh AeielisU.-TliEater Abends 7*/a und Sonntag Rm.3 Stettiner Sänger. Nm. halbe Preise. BedeiMe Baufirma zahlt für den N a ch w e iks von Bananflrogen liohe Provision. Offerten erbeten unter B. N. 1 L. 34 an Ala— Haasenstcin & Vogler. Berlin W 35, 85/18 Varietd- Dßnhofs-Brettl.Ans 6'... So.ö MetairÄ"6 ,,W Grüner Weg 80 zahlt höchste Tagespreise für Kupfer, Messing, Blei, Zink etc. I Admirals-Palastl Flirt In St. Moritz. Billige Aködei bis 50 /o Preisermäßigung Compl. Speisezimmer von M. 3000 an Cotnpl. Schlafzimmer von M. 2400 an nur solide Arbeit und bestes Material direkt beim Tischlermeister Julius Apelt lin SO, AdatbertstraB __ KottbuserTor 31 36« S«ll liefern O Meter 140 Zentimeter wir- breiten— i— Tuchlager r Zentral-Kranken UnterMitzungsverein der Schmiede und perwandten Gewerbe Deutschlands. Zahlstelle Berlin HI. llnfcrm Bevollmächtigten •Franz Marten 2 nphft Frau die benlirfiftcn sblückwünsche zur Silber 1 .'>' I»>>> CC/ I> I � Z hoch,eik. t758b» Anzllgslgss m MM. Großes Lager aller SM- n. Mitetflofle.?,ä MolloW. 30, Leipziger Str. 30. I. Etage.— Kein Laden.— I. Etaae »emiiie Nsstsilikeolline M Zeilili-cillslelMe. Aoonftr. 13. Der intolae der Verordnung vom 30. April 1920(R..G.-BI. S. 7391 iiber Hcranisedimg des Grundlohnes und Ansdehnuna der Verffchervngsvsiichi in der strnnkenpersicherung notwendig gewordene achte Nachtrag zur Sahnnq-ist vom Oderverstche- rnngsami Grost-Beriin unterm 21. September 1.920 nenehmigt worden. Geändert sind die I. 19. 20 und 43 Drndexemplare des Nachtrages ssnd vom Montag, den 4. Oftober 1920, ab im Kassen» lokal erhältlich lind werden onsterdem in enilnrechender Antohl bei Ueberreichung der nächsten Rechnung den Arbeit- gestern iidergeben werden. Berlin- L'chterselde, 28. Sev- tember 1920. I>9,9 Der Vorstand. Otto Gebert, Vorsitzender. Anna Kliemann, Schriftführer. MMWerieWung. Steckbrief gegen d-'n Ge- beim. Regie?-un-"zrat Dr fieorjr Doy6 aus Berlin- Schöneberg wegen Hochverrats wird Zurück- genommen.!F9D Leipzig, den 24. Sept. 1920. Der Untersuchungsrichter des Reichsgerichts. Kupfer Messing. Zinn usw. Ouccksiliier, Zahngetiissc, Platin-, Gold-, Süherhroch, weit über Tagespreis nur 3 Einkaufsstellen Brunnensir. 11 Beusselstr LS Fennstr. 48 Weidenweg 72 | Ziehung 14. Okt.| Königes berger 1 Pferde- IsOtterge Lose ä 2.40, Porlo und Liste 80 Ptg. 3054 Gewinne im Werte von 1 130750 Mk. 14 Hauptgew. I. W. 98 COO Mk. empf. das General- debit I Leo Wölfl Ä.i Kantstr. 2, sowie alle| Lottericgeschäfie. .Möbel-Kredit) erhält Jeder bei iMöbel-Groß1 � Große Prankfurterl i Straße 141, 1 ilnvalldcnstraUe 5.' will RotgiR ieüiiifi ja den denkbar höchsten Tages. preisen (an|i Taschß in folgenden Geschäften: Belle-Aüiance-Str. 98 Wsds., Bernhardtstr. 15a Elscherttr. 9 oizmarftstr. 10 Linienstr. 215 Friedrichsselder Str. 4 Prenzlauer 61t. 56 Rheinsberger Str. 52 Hochmcifterstr. 2 Sencsclderstr. 33 Urbanstr. 7 Gricbcnowstr. 1 Georgenkirchftr. 12 Mclchiorstr. 15 Adalbertstr. 20 Grenadierstr. 18 Paiisadenstr. 96 Pintschstr. 21 Löwcftr 11 Bllschingstr. 21 jKreuzfüciiseCOOjIt. Alaska-, Blau-, Zobel-, Silber- u. Weißfüchse, Damen-Pelzmäntel, Herren-Geb- u. Sportpelze b. z. Hälfte d. Preise herabgesetzt. Ferner Cutaways, Paletots, Ulster, frü h. bis 1200 M., Jetzt 350—450 M. Große Post. Hosen, Stück 60M.(Keine Lombardw.) Leibbaas Moritzplatz 5$a, Gröst.Speziaihaus d.An "/Ujähriga �%\£rfahrungen vethärgen�ßXEsiAuER�GiJelitäf V DOM J? .wwwwwwwwVVv.v\v $ Galews kyfxJy ß OriglnaLt�- .Wvwwwxvwwwwwv A» SGatenr-* v\u\v\\\\\\\\\\\\V vV A\v Oa/acaox A»vu\\vV\\\\\\\\\\v J Auuwwuy A AV A\\vuu— xba/ewskys; J "ddKirkhe� � UUWWWWWVV a\ $JugumZuQ.$ iGaleBifoti AXwvvwwvwwwwwv LAALEWSKYStCO. FABRIK FEINSTER LIKÖRE BRESLAU23 GEGR. 1844 General-Vertreter für Groß-Berlin, Provinz Brandenburg u. Pommern: Alfred Sachs, Berlin W 30, Barbarossastr. 4L Fernspr.: Nollendorf 4957 u. 3927. Gold- Silber-fiatin- Bruch kauft täglich von 9 bis 6 Unr zu den denkbar höchsten Preisen. Sendungen von außerhalb werden schnell und 72/4 gedisse gewissenhaft erledigt. C. Wiüig, Kommandantenstraße 30, Laden. Spezial-Ärzt für Haut- u. alle Harnleiden, Harn- und Blutuntersuchungcn. Dr. med. ICarS Heinhardt, Potsdamer Straße 117, La,za0nWsfraße. Sprechstunden:>/zl2— 2,>/z6— 8 abds.,, Sonntags ft-li— l Uhr Aufklärende Broschüre mit Beschreibung sämtl. ij�gilver- fahren in verschL Kuvert oee Einsend. v. 2.— M portofrei Brillanlen Perleü, Platin. Gold Bruch kau,trrfiT „Veritas44 Jägerstr. 10. ■5- Spezial-Behandlung-g- p. Haut-, Harn-, Untcrleibsleiden, nervöser Sdiwäche. Gröstte Heilerjolge! Besonders t. stranle, welche anderwärts nicht aus» geheilt worden sind. Blutuntersuchung, Höhensonne-Bestrahlg. Dlr.Hermangs, Kiiclf eiilr.42 ff-l Epa Homöopath«J» Insi.(1905). Sichere Erfolge ohne Einspritz., ohne Serufssi. Sp rechst. 10-1 u.4-7.Sonnl. 10-1. Vniar Hohenschönh. 49 Berlin lulbJ Oberscestr.ft.T.Lichtb. Auskunft u. Broschüre gratis 80 Pf., 90 Pf., In ladelloser Beschaffenheit kauft 960D Carl Manipe, Hallesche Straße 17, UM! 1 Dukaten-Trauring 900 gestempelt 150 Mk. an 585„ 105„„ 333 ,, 6d � ,, inkl. Luxussteuer. Jeder Ring ist fugenlos aus massivem Golde hergestellt bei voller Garantie für Fein-r gehalt! Jede Größe am Lager. G. Alb. Thal Erstes Berliner Spezlal. sreschäft für Trauringe. t3. 19. Seydelstr. 5 (Spittdlmarkt) Eigene Fabrikation._ Sis&eä 1 gegen bar u. Teilzahl. Herabgesetzte Preise. | Kleinste An- u.Abzablg. Landwehr, | Müller» tr. 7(Wedding). I : Detektei „Der Sieaser" Berlin SW. 48, Dr. Sieg. Besselstraßc 14. Tel.; Moritzplatz Nr. 5435. Ermittelungen, Beobachtungen. Auskünfte allerorts. Nutzeisen Ankauf Verkauf.) Stabeisen, Bleche, l-Träger, U-Eisen, Rohre, Ketten, Lagerböcke, Riemenscheiben, Fußstanzen etc. in verschiedenen Dimensionen haben ab Lager abzugeben Cohn& Borchardt, Bln.-Lichtenberg Riltergutstr. 47/48. Tel.: Lichtenberg 646/647. Nutzeisenabteilung; 838b* Maybach-Ufer 18/19, Nähe der Kottbuser Brücke. Jeff nur seine(Stiebe/, Er möchte vorher mönch' nndren Ehrsucfi, Und wurde durch Schäden endiichkiuyt Ata reinigt und scheuert alle Geräte aus Porzellan, Emaille, Holz, Metall, Glas, Stein, Marmor u�w. Bestes Scheuerpulver für Haushalt, Gewerbe u. Industrie. Vorzüglicher ff erdputz Ueberall erhältlich. Henkel Sl Cie., Düsseldorf Fabrikanten von„Sil" und H e n k el's Bleich* Soda.* Pelz- Kragen• Muffen-Mäntel Zahlunsser:elchteruns! .felzhaus Leipziger Str. 58 !!!Geld!!! für tfbe ffltrtfadje. Köchste An- faursnteife für Pfandscheine, Brillanten, Golbgegensliinde, Tenvich». Bücher ufw. Wölfl. Fr!-dricbxtr.4l III. EckeKachktr Zinn u. Blei sowie alle Altmetalle kaufen zu höchsten Preisen» Metaliscfimelzwerke, Waldemarstr. 74. Telephon: Moritzplatz<3955 PfoitAC fflügel. Hormo- riailUd, nlums, ftunff- spielpianos�Spielappsrake. fuc jedes Harmonium- passend. Piano-Magazin* A. Lehmann& Co., Inh.: Gantsnb.rg, Leipziger Skr. 115 116. Gr. jconffurlcc Str. 106. Sshuhputz„CUrbln" Gberall zu beziehenl Terpentinöl-Ware in Dosen mit Banderole Fabpik! Urban'& Lemm, Charlottenburf Versteigerung:. Die Reichswolle-Aktiengesellschaft in Liquid. Berlin SW 48, Verlängerte Hedemannstraße 2 wird ihre gesamten Restbestände an Woll- und Banm- wollnnipen wie folgt versteigern: Am 14. Oktober: Lagpr Forst. von 7—9 Uhr vormittags. 9622*\ Tätowierungen{ ohne Stechcrt, wo alles andere versagt. t äglich 10—6, Sonntags 10—12 Culller, Berlin. Schlegelstr. 10. part. Biallaslche llnlchneibeschule, Berlin, Lefpzigersttahe 88. SrstflaMge Ausbildung in der Ruschneldekunft her Sei- ren» und Damenfchneiderel. Metallschmelzwerk kausf sa. Reinzinn, Lötzinn, I eigenen Redarf Blei, Lagermetall? D «nalysen werden soforl ongeferllgf und zahlt al» Selbstoerdrancher die höchsten Preis«.(• Erich Liepmann,»gMS: Rat, Beistand, mäßige Preise, Teilzahlung, Ehe-, Alimenten-, Straf . Sachen. Steuern, Gnadengesuche, Landgerichtsrat Dr. v. K i r c h b a c h. Gesellschalt m. b. H., AlexandcrstralSe 48(am Alexanderplatz, gegenüber Tietz)(9—7) Glänz Erfolge! Beohachtg Tel.: KOnlgst 8595 Prozesse, Kiefernholz, prima Ware, 24 und 80 mm, verkauft preiswert 950®' Halzbearbeltangsfabrik, Sastanlenallee 74. Humboldt 89S0. Altmetalle Zinn, Lötzinn, Luxer. wntalle. yuecksflder »«» höhere Preise. DresdenerStrasselS-U. Tüchtige für die Abteilung sofort gesucht Meldungen; 12— 2 Uhr mittags, 5—6 Uhr abends. i. Jandorf& Co., Belle-AIIiance-Str. 1/2. Malen: Pflügersir. 7 ♦ 3ansastr.4 ♦ J)onaiislr.131 ♦ jterfflannstr. 5 u. H2 ♦ Kogatslr. 4«* Steiwmelzstr. 114 Na 03 CO 03 cn et» .52 03 CL3 Ardeiier, Genossen, wollt 3br gut, reell und billig bedient werden Jtlargarine jft 11,75 Holländer Xäse......... 12,00 üarzerKäse.........„ 0.70 Spitz-Käse............. 0,70 friaia König........... 12,00 Kaffee......... Pfd. 28,00 JO, 00 Diverse Marken Kaffeezusatz 4,80 Sterilisierte Milch..... Dose 11,25 Salz............. 4 jfd. 1,00 Demisehonseniea in allen Preislagen dann kauft in den Malen der Keuköllner droßhandels- Qesellsehaft m. b. jl. oo OS CO 3 CO u» es o» i Weisestr.35 ♦ Jlerfurthstr. 9 ♦ flireiiiiofsir. �8 ♦ Mainzer Str. 45 ♦ Kweseheekst 24 ♦ äoddlnplatz 42 vergebliche Liebes). Löbe über die Miftwirtt. In einer stark besuchten Verscrmmlun K i e l hielt der Renhstagspräsident, Genosse Löbe, eine griede zu,m Thema: Deutschlands Lage und die Stellung der Sildemokratie. Aus seinen Darlegungen teilt die„Dcna" f»es mit: Ich bin nicht so ungerecht, allzuviel von lrbeit dreier Mo- nate zu verlangen, aber ich frage doch, was süäufe zur B e s s e- rung die neue Regierung unternommen hmd da mutz man scststcllen, dah sie nichts getan hat, ja, nicht einmal die R ü ck s ch l ä g e hat sie verhindern können. 5 zunächst die E r- werbslosenfür sorge: Die Zahl der lbslosen ist wieder ganz erheblich gestiegen. Ich beschuldig bürgerliche Ka- binett nicht, datz es die Schuld daran trägr die Stillegung grötzcrcr wirtschaftlicher Unternehmungen ist jetzt unter der neuen Ncgi> erfolgt. Wir haben eine Verordnung vst, datz die Still- Isgung von Betrieben mindestens sechs Wo vorher mitgeteilt werden mutz, um Mittel und Weguchen, sie zu der- hindern; wir haben aber damit keinen Egehabt. Sehen wir weiter die Entwicklung des den Geldes an. Dem Fleitz der deutschen Arbeiter war»ungen, den Wert der Mark wieder zu heben. Seit Juni alleben wir wieder den Rückgang, der erst jetzt zum Stillsbekommen zu sektl scheint. Ter Ruf nach einem neuen F i n eri n i ste r scheint kein Mittel zur Hebung des Notstandes ger zu sein, nur die Notenpresse laust noch schneller als v> Tie Regierung unternahm ein sehr gewagtes E xper i menämlich die Auf- Hebung der Zwangswirtschaft. Gewir sie sckon durchlöchert, aber die Erfahrungen, die z. B. B a dnt der Aufhebung der Zwangswirtschaft für Fleisch gemacht hitte doch ein war- nendes Beispiel sein sollen. Wenn immerer der Hilfeschrei nach einem Wiedereintritt der Sozialdemokraten i Regierung ertönt, so scheint mir dieser einem bö seiwissen zu cnt- stammen. Zur Autzenpolitik ist festzustellen, die neue Regie- rung ihren Weg nach Spa gegangen ifthat ihn nicht ver- hindern können. Tiefer noch hat sie sich n müssen in der Kohlenfrage, der Entwafsnungs.e, der Frage der Auslieferung der Kriegsverbrecher, e Uebergriffe in Oberschlcsicn sind ein weiterer Bewei die Ohnmacht der Regierung. Wir wollen ihr keine Schorwerfen, sondern ihr nur sagen, ihr habt es nicht verhindern K» ihr, die ihr uns immer den Vorwurf der Schwäche gemacht Nicht Haken- kreuz, nicht Monarchie können uns crm Elend heraus- führen, in das wir hineingeraten sind, avch die Mistel der äutzersten Linken verwerfen wir ganzchieden. Sie sind für die Arbeiterschaft doch höchst bedenklich können ihr verhängnisvoll werden." Eine Rede Gustav BS. Celle, 23. September.(Eigener Hrahib des„Vorwärts".) Der frühere Reichskanzler Genosse G Bauer, der in der vergangenen Woche in nedenen Städten der Provinz Sachsen und des Fates Anhalt, und zwar nacheinander in Dessau,:bst. Aschersleben Salzwedel, Schwanebeck und Kuckenberg inntlichen Versamm- lungen der Sozialdemokratischen Partei nrotzem Erfolge ge- sprachen hatte, hielt zuletzt im grötzten Sanserer Stadt, der bis auf den letzten Platz gefüllt war, eine, in der er auch auf die Gerüchte über einen Wiehereintritt cer Partei in die Regierung einging und u. a. folgendes ause: „In der jetzigen Situation ist an eineedereintritt unserer Partei in die Regierung nicht zu depken. Dn der jetzigen Re- gierung betriebene Wirtschaftspolitik derr shebung der Zwangswirtschaft ist«nverantwortlrLie Lockerung der Aussicht über den Handel mit dem Auslarnd die damit ver- bundencn Matznabmen tragen die H a u p t sl d an der neuer- lichen Verschlechterung der Valumd der daraus zu eewartcnden neuen Teuerungswelle. Ein Zusammengehen mit der Volkspaist ganz aus- geschlossen, solange diese Partei ihre iing zu der Frage .„Republik oder Monarchie?" nichänoert hat. Die Volkspartei hat die r ep u b l i k an i sch cer fa ss u n g in Weimar abgelehnt, ebenso hat sie f die Besitzstcuern und die Einkommensteuer gestimmt undn Etat v e r- weigert, als wir in der Regier! fatzen. Damit hat diese sogenannte Partei des lerausbaucs den Wiederaufbau in Wirklichkeit smatisch be- kämpft. Die Deutsche Volkspartei te zuerst den Beweis dafür erbringen, datz sich in ihm: gründliche Wandlung vollzogen hat und sie(lt ist, sich aufrichtig auf den Boden der gegebenen Tatst zu stellen unter unzweideutiger Anerkennung der republikanb Staatsform, und an dem Wiederaufbau von gemeinwirts tlichen, nicht von privatkapitalistischen GesKpunkten aus mitzuarbeiten." Bauers Ausführungen ernteten wiedcrklebhaften Beifall. Obwohl das Bürgertum in der Versammlung! vertreten war, griff niemand aus seinen Reihen in die Disku ein. Nur Kam- m u n i st e n und Unabhängige meldeten zum Worte, die nur konfuses Zeug vorbrachten und gänzlich aln. So nahm die Versammlung bis zuletzt einen für die Parteinzenden Verlauf. Dem Zrieüen entgeß! Polens und Rustlands Vorschläge grösteils identisch. London, 29. September.(WTB.)„DoExprcß" berichtet aus Riga: In den Frirdenspräli minen, die Joffe gestern in der Hauptkommission der Fricdenskomz unterbreitete, besteht er auf der Anerkennung der auischen und ukrainischen Unabhängigkeit durch stand und Polen- Die von ihm vorgeschlagene Grenze, dir ziemliöit ö st l i ch von von der sogenannten Curzon-Linie verläuzibt Polen einen Teil von Weißrußland, Wolhynien und dir Eisen linie Bialystok— Brest-Litowsk. Tie Feindseligkeiten sollen 48«den nach Unter- zeichnung eingestellt werden. Die Vorschläge envn den größten Teil der in den polnischen Grgrnvorschläaufgestelltcn Bc- dingungen, insbesondere hinsichtlich der EntschädiA», der Amnestie für politische Verbrecher, der Zurückerstattung vounstwcrken, der Versorgung und der wirtschaftlichen und postatn Beziehungen. Polen und Rußland sollen sich verpflichten, de» DhtranSport von Truppen und Munition durch ihr Gel sowie die An- Werbung von Rekruten zugunsten irgendeiner M die sich mit einem der vertragschließenden Teil im Kriege befi, nicht zu- zulassen.— Hierzu bemerkt das oben angene Blatt, daß Polen durch diese Bedingung verhindert werd'oll, neuer- dingS als Bnsissür gegen Rußland gerichte)perati»nru zu dienen. « Den polnisch-litauischen K o n f l i ver'uöbt jetzt der Völkerbund durch Zuspruch und Entsendung r Kommission zu schlichten. « Wränge l meldet andauerd große Erfolge Südrutzland. Ebenso der polnische Heeresbericht vom 28. zlember, der «inen Rückzug der Russen sowohl in der Gegend t G r o d n o, wie auch in der Gegend von Pinsk verzeichnet. Lanötagsmehrheit gegen Groß-Serlm In der preußischen Landesversammlung be- antragte zu Begini der Mittwochsitzung Abg. Ludwigst Für diesen Zustand tragen einzig die Bürgerlichen die Schuld Durch die Wahl von 12 unbesoldeten Magistratsmitgliedern hoffen die Bürgerlichen 1. direkt eine Anzahl Vertreter nach dem Verhältnis- Wahlsystem hereinzubekommen und 2., es nur den Begüterten möglich zu machen, unter diese 12 zu fallen, denn es ist unmöglich, in Berlin ohne Gehalt leben zu können. Das Liebeswerben Heil- mannS wird bei den Demokraten keinen Erfolg haben, denn wenn eS um ihre Machtstellung geht, dann halten die Bürgerlichen zu- sammen. Aber vergesien Sie nicht, datz diese parlamentarische Macht ihre Grenzen nur im Parlament bat.(Unruhe bei den Bürgerlichen.) Die Arbeiter, die von diesem Ausnahmegesetz betroffen werden, werden es nicht geduldig bin- nehmen, sondern ihnen schon den Marsch blasen, den Sie verdienen' (Unruhe bei den Bürgerlichen. Beifall bei den U. Soz!) Abg. Lüdicke(Dnatl.) erklärt die Zustimmung zu den Ausschuß- beschlüssen anzunehmen, da sie wenigstens kleine Verbesserungen be- deuteten. Abg. DominienS(Dem.): Von einem Ausnahmegesetz ist keine Rede. Der Gesetzgeber wollte unbesoldete Stadträte und die Auswahl der Bezirlsleiter nach fachlicher Eignung, Jetzt besteht die Gefahr, daß nach Charlottenburg, Wilmersdorf, Schöne- berg usw. Leute kommen, die politisch, mit der Bürgerschaft nicht übereinstimmen. Damit leidet die Verwaltung. Wir wollen das Geietz nicht sabotieren, sondern nur dasür sorgen, daß der Wille deS Gesetzgebers aufrecht erhalten bleibt.(Beifall bei den Demo- kraten,) Abg. Dr. Leidig(Dt. Vp.) befürwortet die Kommissionsbeschlüsse, ebenso Äbg. Dr. Faßbcnder(Z.j. Ein Antrag H o f f m a n n(U. S.) auf namentliche Ab- stimmung wird nur von den paar anwesenden Unabhängigen unterstützt.rkfchgfls- verbände den Gewerkfchaktsverbänden Deutfchkands übersenden. Das Material ersuchen wir an nnfere Adresse: Warschauer Hof, Dorotbeenstr 69, zu richten. Der Vorstand der Abordnnna russischer Gewerlichaftsverbände, Sergeeff. Losowiki. Anzolowitsch. Bctriebsrätckonssreft. Eintrittskarten für den Bearüßnnosabend am Montag sind vorher im Sekretariat sin den Zelten 23, und ist der Buchhandlung Vorwärts, Lindenstraße 3, zu haben. Arbeiterklerdunq, hersseskellt auS Militärsachen. Nach einer Mitteilung des Städtischen Anschasinnasamts ist von diefem unserer Anreanna entfnrechend in den Betriebswerl- siätten, Gormannstr. 14, ein Detailverkauf von Kleidungsstücken kArbeiterkkeidiina ans Militäriachen) einaerichtet worden. Der Verlonf diefer Sachen sindet nur an Gewerkschaftsmitglieder statt, nicht an Händler und Private. Um nun jeden Mißbrauch dieser Einrichtung zn verhüten, wird der Verkauf diefer Sachen von der Vorzeianng des Verbondsbnche? abbängia gemacht, daß beim Einkauf seitens der Beiriebsrverk- statten mit e-nem Stempel ver'eben wird. Jeder Ver'on wird nur je ein Stück der einzelnen Sachenaattunaen nbaeaeben. Im Interesse der Arbeiterkchait kann nur emviobken werden, von dieier Gelegenheit zum billigen Bezüge von Arbeiterkleiduna Gebrauch zu ma�-en. GewerkschaftSlommifsson Berlin? und Umgegend. von 1 Kilograirtm rtigem Kraftfutter den Preis von 1 Lüer Milch nicht überstsi 2. Der MilchS muß in einer Höhe festgesetzt werden. daß er bei den eniestiegenen Unkosten die Produktionskosten deckt. Für Lieseruvon ü b e r 4 Liter pro Milchkuh und-reiz wird den Produzen ne Prämie von 20 Pf. für jedes Liwr, welches diese 4 Litersteigt, bewilligt und monatlich nachgezahlt. Ablieferung kann d> nur aus 4 Liter festgesetzt werden, weil allgemein durch die'verträge ein derartig hohes Milchquantum als Deputat fib Landarbeiter verwandt werden muß, so daß etwa die Hä des Milchertrages für diese ausgewaadt werden mutz.>..... 3. Im Jnteress Konsumenten ist mit der zetzigen Unsitte. die Milch in Berlist in die Molkereien zu fahren. schleunigst zu brcchOie Milch wird dadurch nicht besser, aber erheblich verteuert kommt mehrere oft bis zu 24 stunden später an den Becher. Je frischer aber dieselbe an dreien gelangt, um so beleibt die Ware. Früber, tmc_ die Much durch die Milchpäcken Konsumenten direkt zugeführt wurde, war die Preisspanvischen Erzeugerpreis und Konsumenten- preis 6 Pf., heute-gt sie 78 Pf-, wobei die Stadt noch Zu- schüsse machen muß.rden diese Vorschläge in die Tat umgesetzt, so ist mit Bestimm darauf zu rechnen, daß die StMbcvo.ke- xung in nicht zu f Zeit wieder mehr und bessere Milch be- kommt. Außerdem noch Fleisch und Dünger gewonnen und das Geld bleibt im e. �.. Zu diesen Auingen bemerken wir, daß dre Landwirte bei der Errechnuns Produktionskosten der Milch für Heu. Rüben usw.' nicht Selbstkosten, sondern die Markt- preise einzusetzerrben, und dann bei den außerordent.rch hohen Preisen der cmittcl naturgemäß zu entsprechend hohen Kostenpreisen für dii l ch kommen. Diese, Berechnung rst wohl richtig für den steen Äuhhalter, der alle Futtermittel erst aus dem Markt ke n muß. nicht aber für den landwirt- -schastlichen ErzeugOb sich bas hohe Milchdeputat der Landarbeiter zugni der st ä d t i s ch e n Arbeiterkinder durch andere Leistu ausgleichen läßt, dazu müßten sich die Landarbeiter selbst äußern. Wie wir aus eigener Kenntnis wissen, liefern die-Produzenten die Milch so verschmutzt nach Berlin, daß diinigung auf Zentrifugen uns doch uner- läßlich erscheint.€ wäre es ein bedeutender Vorteil, wenn die Milch direkt an lerbraucher ohne Durchgang durch die Ber= liner Molkerei gelitwerden- könnte. Daß es außerordentlich viel w irisch astlc wäre, statt Auslandsmilch einzu- führen, sie im Lan! erzeugen, um die Nebenprodukte zu ge. Winnen, steht außerge. Leider sind die Landwirte von einer übertriebenen G e w s u ch t gepackt und tragen � dadurch;eht erheblich dazu bei. Gesundung unserer Wirtschaft zu be» hindern. Sie Profil von den ungeheuer hohen ProduknonS- kosten derjenigen, dit dem entwerteten Papiergeld Wirt» schasten erworben odbaut haben und nun die hohe Rente brauchen, um sich em zu können. Bei unzureichender Produktion be: men nach dem Preisgesetz die böchsten Produ nskosten den Preis, und all« anderen, das s die alten Besitzer» erhaltet mühelos die Direntialrente. Ortsvorstände der(Gewerkschaften. Delegierten und Unter- kommissionsvertreter! Am kommenden Donnerstag, den 30, Sop- tember, abends 6 Uhr. finde! im Saal 3 des GewerlschafiSß-auses. Enaeiufer 14/15, eine Plenarversammlirng der Gcwcrk- schaftstommission Berlins und Umgegend statt. Tagesord- n u n g: Beratung des Arbeitslosen-Versicherungsgesetzes. Wir bitten um pünktliches Erscheinen. Slugestesste des Buchdandels. Heute T'l, Ubr Sovknensäle. So« vküenR. 17/18, öffentl-bc Versammlung. Tagesordnung:„Lohnabbau und das Ergebnis der Verbandluneen.- Kaufmünnische und rechntsche NngesieNte und hAorkineisier der zöolzindustrie. Heute 71/, Nbr SchuIthein-Aiiss-hanr. Neue Oiakobstr,?4i2ö, öffentliche Verlgmmlimg. Tagesordnung,:.Tie Krise in der HoI,i>-diistrie", Aentrnlvervand der Angefti-ksten. Fgcharuvve> a IReichs- und Staotsnnaeslellte), Mitnliederversanimlung, 30 September, abends 7 Nvr, Alter Askanier.-"nbaltü-aße 11.— stacharuppe 7 IWaren-, Kauibänier und Speziglgeschäste), Mitglicderverigmmlung, 30. September, abends 8 Ubr Lebrer-Vere-nSbauS, AlernnderUrgne 40/41.— ülachgruppe 12 CKoTi'eitl. Mitgliederversammlung. 30. September, abend? 71/, Ubr, Sopbienlnle lTurniaatl, Sopb-enstraße 17118— sfachgruppe 14 e(Chirur- giemechgnik und Verwandtcss, Oblente-SeftionSühung, 80 September, 8 Uhr. Verbands-Loka', Zimmcr 5, BeNe-Allignce-Strahc 7/10— Fach- grupde 18 a und a(VerbandS-Nnaeslelltes, Mitglieoeroeria.nm'una 30, September, abends 7 Uhr, Musikersäle(Börsensaal), Kaiser-Wilhclm-Itr, 31. Wirtschaft Die Forderungen der Milchproduzenten. Der Verein der Märkischen Milch Produzenten hat beschlossen, dem Minister folgendes zu unterbiciten: 1. Den Landwirten wird nach der Zahl der von denselben ge- baltenen Milchkühe brauchbares Kraftfutter— kein Ersatz— zugewiesen, und zwar monatlich im voraus, nicht wie es jetzt wenn überhaupt geschah, 3— 6 Monate zu spät. Auch darf der Preis Wiedergutmachulfträge für die landwirtschaftliche Ma» schincnindustric. Dieichsministerium ftir Wioderausbau hat vor einigen Wochen Plan erwogen, die landw irtschast- l i ch e M a s ch i n e v u st r i e in ihrer augenblickbchen Not» läge durch Gewäbroon Vorschüssen auf die späterhin an die Alliierten zu lioen Maschinen zu unterstützen. ES war zunächst an«inen Vrß in Höhe von etwa 25 Prozent gedacht. Die im Anschluß a?sen StützungSplan mit dem Wiedergut. mclchurksssausichu� �nommenen Verhandlungen, welche ote Typen und die Anz»er benöti�ien Maschinen annähernd fest« stellen sollten, haben!>nem gewissen Abschluß geführt. Es sind sofort oine größere ahl fester Bestellungen entgegen- genommen worden, h den von dem WiedergutmachungSauZ- schuß selbst als Ließen vorgeschriebenen Fabriken inzwischen zugeganaen sind. Ulwciter- Bestellungen schweben zurzett noch Verhandlungen, so S'e geplante Stützungsaktion durch direkte Zuteilung von Austr: bereits überholt erscheint. Eine norwegisch leihe in Amerika. Norwegen erhielt, nach einer Meldung des T.", eine Anleihe von 2 0 Millionen Dollar zu 8 Pro/s 20 Jabre mit einer jährlichen Tilgungs. guote von 1 M-illiostie 20 Millionen sollen zur Bezahlung der auf englische Werften hergestellten norwegischen Schiffe dienen. Der Preissturz lwerika. Das amerikanische Schatzamt hat sich laut einer„U.Mcldung, geweigert, die Produzenten, die durch den kürzlickierr e i s st u r z in Schwierigkeiten gekommen sind, durch Gcwährivon Krediten zu unterstützen. Die Preise der Wagenbauindussind um 28 Proz. gefallen. Die amerika- nische Häute- und er-Gesellschait erklärt für die letzten drei Monate wiederum Defizit von 800 000 Dollar. Die Preisher- absetzung für Handsre in Amerika ist Tagesgespräch. Mehrere Webwarenhäu haben Preisherabsetzungen von 30 bis 40 Proz. angekündiDer Handelssekretär kündigt einen weiteren Preisfall an und v-'ichi sich davon eine Zunahme der Nachfrage. Tie amerikanischen chäfb-leute seien allgemein der Ansicht, daß die Teuerung> Höhepunkt erreicht habe und sich jetzt in absteigendefSie bewege. Bei uriS wird sich leider insolge der dauernden Zui>e des Papiergeldumlaufs die unu- gekehrte Bewegung-en, Bcrantw, für den redniO Dr, Werner Peisrr, Cbarlotlenburg: für Anzeiaen: »: Norlvörls-Verlun Ä. m, b, H,, Berlin. Truck: Bor- wärtZ-Buchdruckerei ulagSanlinl» Poni Zinger u. Co., Berlin, Lindenltr. 3. Hierzu 1 Beilage. Tl>, matte. Berlin. Stein's billige Tage! Chausseestrasse 70-71 frisch gebrannt..'/« Psd. 7.50 Kav........'/. Pst». 4,90 Däsche Sahne.. Dose 5.80 Uintei die grosse Model Wintermantel 98.— Wintermantel 198.— Wintermantel 375.— Kindermantel«z-m i-ng. 33.— Wollenes Kleid b°n-« � Sporrbluse 69.- 2�0ell»rrschiedenc�Wacharteu QQ_ Kleiderstoffe Kostümstoffe vnit. 29.50 Wollene Schotten � 110 ern breit.... Mtl. 59.50 Schotten f. Kinderkleider---- M». 39.50 Blusenstreifen hell und dunkel... Mir. 26.50 Wäsehestofia Hemdentuch 80c5£: 14.90 Louisianatuch 17.90 Bett-Inlett... ma. 39.— Laken-Dowlas 140 en breit.... Mtr. 42.50 Wäsche Damenhemden mit Stickerei.. 4�.— Untertaillen 21.75 Korsetts, ÄÄ 39.50 19.50 ._________...50 27.90 Ein Posten wasche, Bezug u. 2 Kiffen Herrenarti�el Weiche Sportkragen..... 4.45 Cleg. Strickbind. 14.95 Zephir-Oberhemd 98.— Herren-Hüte 79.— Trlkotager Zmett-Nomchemdey Hmea-Nomaihose«. Henell-EinslttzheüiÄell. i— AMll'SVellter 25.50 22.' ,9i0 Strümpfe Damen-StröWse n.-l.. g.7Z Danien�ffninnse Henen-Sviken. 475 SlhlveiMen it«*... 16.50 Gardinen Gardinen- 0 nf. 100 cm breit.... Wtr. 1". Gardinen eÄm 58— Halbstores 79.— Gardmenmull Wt-. 9.50 Möbelstoffe GodM-TischdeSen 1Qr. persisch gemustert, 150 180 lOO»—"" Tuch-Tischdecken.. 130,155......... 00.-— Divandecken Phantasiegewebe.... Läuferstoff 22.50