Nr.4S9 ♦ Z7. Jahrgang Ausgabe 6 Hr. 107 Bezugspreis: B»eteltälitL 30,— 3)1 L, monotl-lO,— 3Dlt frei ms Haus, voraus zahlbar. Pon- dezug: Monatllch 10.— exki.flu. ttellungsgedühr. Unter Kreuzband fu: Deutschland und Oesterreich 16�0 fiir das übrige Ausland der täglich emmal. �ustellunc: 2150 N. Vostie« itellunqen nsdmen an Oesterreich. UnLarn, Tschecho» Slowakei, Däne- wart. Holland, �uremvurg. Schweden und die Schwerz.— �inaetraaen m die Vost->imna»' Preisliste. Der �Vorwäns" mit der Sonntags- deilage„Volk u. Zeid* ericheint wochen- täglich zweimal. Sonntags und Mon- tags-»nma. Te! eg ramm-Adreste. .Ss�ialdemotraf Scvlka* Abend Ansgabe Herl in er Dolkötilatl (20Pfegan8g) AnzeigeupreiS: Sie otfittKipaltra« Sionparttflfjftl« toftftS,— M., Teuermigszuschlag S0°/» .Sleine SJnjeigen", das ir!t- gedruckte®dtt 1,— M.(julaing zwei 'ettgebrurtte-JBorte), edls weiter« Won SV Pfg. Stelleitgejuche una EchiaMellenanzeigen das erste Wort S5 Pfg. lebf« weitere Won iO Pfg, Worte übet 15 Buchstaben säbleniüt smei Worte. Teuerunaszuschlaq M>/» �amilien-Anietgen für Abonnenten Feile S.— M., politiiche and«e- wertichaftliche Vereins» An-eigen 3,— Ml. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die n a chst e Nununer müssen bis S Ahr na>1 mittags im Ziauvrqeschiist. Berlin SM 3, Linden» sirage Z, abgegeben werden Seössnet »on 3 Uhr früh bis 5 Uhr abend«. Zcntralorgan der rozialdemokratifcben Partei DeutrchlaTide Redaktion und Expedition: cYÖ. 68, Lindenstr. 3. Serniureriier: Ami.yiorinvlan, Sir. 17,1 itN— II»!»7. Sonnabend, den 2. Oktober vonvärts-verlag H. m. b. h., EW. v8, Linöenstr. 3. Zserniprecher: Amt Mortstplak. Nr. 117 5?— 54. 9er Streik im Zeitungsgewerbe. Wie wir säton in der heutigen Morgenausgabe mitgeteilt haben, sind die Angestellten im Zettungszrwerbc am Sonnabend früh in den Au? st and getreten. Es handelt sich im wcscnt- lichc» um die Abwehr einer vom Arbcitgebetverband beabsilhtigtcn Herabsetzung der Gehälter, die si5,on jetzt niedriger sind, wie die(�vsslohnung gleichartiger Angestellter ln anderen Berufs- zweigen� Die Zeitungsangestellten wenden sich nickt nur gegen den Abbau dls Gehalts, sondern sie fordern eine den heutigen Teucrungsverhältnissen entsprechende Gehaltsaufbesserung. Tie Angestellten des„Vorwärts" st reifen nicht! Sie hatten schon vor einigen Monaten mit dem Verlag einen Tarif abgeschloffen, der ihnen höhere Gehälter gewährt als die von den Strcifrndln geforderten. Der Betrieb in unserer Redaktion, Expedition und im Verlag geht ungestört weiter. Wenn der„Bor- wärts" den Lesern heute nicht zugestellt werden konnte, so liegt das daran, daß der Bertrieb unsores Blattes in Berlin nicht Durch unsere eigene Erpedition, sondern durch die Zeitungs- Zentrale lZ.-Z.) besorgt wird, mit der unser Verlag einen darauf bezüglichen Bertrag abgcschloffcn hat. Durch Verhandlungen mit der Zcntralstrcikleitung wurde heute vormittag aber eine Einigung erzielt. Nach Einwirkung de? Vor- wärtS-Verlages hat die ZcitungSzentrale die Forderungen bewilligt. Tie Angestellten nehmen die Tätigkeit s ü r den„Vorwärts" und die anderen nicht bestreikten Zeitungen wieder auf. * In einer am Sorenabendvarm'Uta.g abgehaltener! Versammlung der Streikenden kannte festgestellt werden, daß die Arbeitsnieider- legung einmütig auf der ganzen Linie erfolye ist. ES wurden, die zur wirksamen Durchführung des Streiks erforderlichen Mastnahmen getroffen und die Streiktontrolls organisiert. Wie wir erfahren, sollen augenblicklich Verhandlungen schweben, um eine Verständigung-zwischen den Streilenden und den Unternehmern herbeizuführen. Unehrlichkeit oöer Ablenkungsversuch? Unter der Ueberschrift„Ter Machtwmpf um Grost-Berlm" wendet sich die„Freiheit" gegen die Maßnahmen der bürgerlichen Mehrheit in der Preußischen Londesversammlung in bezug auf das Gefetz Grost-Berlin und betont, daß, weil es sich hier um Fragen politischer Macht handele, um ein Allentat gegen die s o z i o l i st i s ch e Arbeiterschaft, olle Arbeiter und Angestellten sich gegen diesen Entrechtungs- versuch wehren müßten. Tie„rechtssozialistische Partei" wolle den Kampf jedoch nicht aufnehmen und die K o m m u n i st i s ch c Partei finde dos Allheilmittel lediglich in der Aufstellung der Parole der politischen Arbeiterrote. Tie„Freiheit" gebt ober noch weiter, sie wirft den„Rechts- sozialistcn" vor, das Mittel der Obstruktion verschmäht und die Unabhängigen im Stich gelassen zu haben. Endlich wendet sich das nnabhängige Blatt gegen den Aufruf des B e. z i r k s v o r st a n d e s G r o ß- B e r l i n der S. P- T. in der Freitagäbendnummer des„Vorwärts", worin die Partei- genossen ersucht werden, für die kommende Landtags- wähl in eine umfassende Agitation einzutreten, damit die beute noch bürgerliche Mehrheit in der Preußischen Landesversammlung am Tage der Wahl in eine sozio- l i st i s ch e umgewandelt werde. Eine solche Vertröstung bis zun? Wahltag sei nickt angängig. Tie Arheitersckoft Groß. Berlins müsse jetzt die ihr zur Verfügung stehenden Mitlel manniafacker Art r e st l o s zur Anwendung bringen, um sich den Einfluß auf die Geschicke der neuen Stadtgemeinde in vollem Umfangö zu sichern. Es ist nicht unsere Absicht, die preußische Landtagsfraktion gegen den Vorwurf des unabhängigen Blattes, daß sie die Obstruktion verschmäht habe, zu verteidigen, Sie wird für ihre Haltung ihre Gründe haben. Taß aber die „Freiheit" solche Vorwürfe erhebt, obwohl sie weiß, daß ihre eigenen Genossen den Bürgerlichen in der Fr�ge der u n b e- soldeten Stadträte in weitestem Masie entgegen- gekommen sind, mutz doch verblüffen. Tcnn wenn der unabhängige Redner beantragt, die Zahl der unbesoldeten Stadträte eventuell auf 10 festzusetzen, während die Bürger- lichen nur zwei mehr verlangen, so weiß man wirPsich nicht. was da noch für eine Spannung zwischen der unabhängigen Fraktion und den in dieser Frage koalierten Bürgerlichen be- steht. Es wirkt daber geradezu lächerlich, wenn jetzt die„Freiheit" zum G e n e r o l st r e i k der Arbeiter und Angestellten aus-! fordert. Fast gewinnt es den Anschein, als ob die im Stadium ' größter Zersetzung befindliche unabhängige Partei einen solchen Streik braucht, um den Streit im eigenen Haus? aus andere Tinge a b'z u l e n k e n»nd dds bei den Ultraradikalen verlorene Renommee wieder zurückzugewinnen. Partei und Regierung, Breslau, 2. Oktober. fEigener Drakstbericht des„Vorwärts".) Der Breslauer Sozialvemokratische Parteiverein faßte nach einem Referat des Genossen Dr. Adolf Braun vom Parteivorstand in einer stark besuchten Versammlung einstimmig folgende Eni- schließung.-- Die Uebernahme de? Staatsapparates ist«ine der Vor- bedingungen der wirtschaftlichen Befreiung der Ar- beiterklosse. Alz deren politische Vertretung ist die Sozial- demokratische Partei bereit, dann in die Regierung ein- zutreten, wenn sie einen wirksamen Einfluß auf ven Gang der Politik ausüben kann, und wenn sie damit einen wesentlichen Teil des Staatsapparates sich in die Hände spielt. Die K o a- lition mit einer Partei, die, wenn auch nur grundsätz- lich und nicht jn der praktischen Auswirkung, die republikanische Staotsform verneint, wie die„Deutsche Volkspartei", würde die Sozialdemokratische Partei eine rein repräsentative Rolle spielen lassen und ist abzulehnen. Die Koalition! mit anderen bürgerlichen Parteien ist dann zu bejahen, wenn die Durchsetzung folgender Mindestforderungen garantiert ist: p a z i s i st i s ch e Außenpolitik, Republikanisierung der Raichswehr, Demokratisierung der Verwaltung, Sozialisierung des Bergbaues, planmäßige Lebens- mittel- und Rohstoff-Bewirtschaftung. Der Marburger Nlorüprozeß verschoben. Bekanntlich ist gegen das Urteil des Kriegsgerichtes, das gegen die Mitglieder des StudentcnkvrpS Marburg zu- sommengetreten war, Einspruch erhöbe» und das Bersahreu dem Schwurgericht in Kassel überwiesen worden. Tie Ber- Handlung, di? ursprünglich am 18. Oktober beginnen sollte, ist nun- mehr auf Mitte November verschoben worden, da seitens des Verteidigers, Rechtsanwalt Lütgcbrune- Göttingen, der Staatsanwaltschast sehr umfangreiches Entlastungsmaterial überreicht worden ist. Schulstreik in Elberfelü. Elberfeld, 2. Oktober.(Eigener Trahtbericht des„Vorwärts".) Die Freie Schulgesellschaft Elberfeld hat am Donnerstagabend in allen Stadtteilen Elternversammlungen anberaumt, die zu dem Sch u l st r e i k zwecks Erzwingung der weltlichen Schule Stellung nehmen sollten. Alle Versammlungen waren überaus stark besucht und eS wurde einmütig beschlossen, am Freitagmorgen in den Streik einzutreten. Am Freitagmorgen veranstaltete die Freie Schulgesellschaft eine Straßendemonstration, an der zirka 4000 Kinder und 2000 Mütter beteiligt waren. Tie Demonstration zog vor das Rathaus und eine aus 10 Vertretern der Freien Schulgesellschaft bestehende Abordnung suchte mit dem Oberbürgermeister eine Unterredung zu erzielen. Der Oberbürgermeister war jedoch nicht zugegen. An dessen Stelle teilte der Beigeordnete Stadtschulrat Dr. Schumann der Ab- ordnung mit, daß am Montagnachmittag die S ch u I d e p»u t a t i o n zu den Forderungen der Schulgesellschaft Stellung nehmen solle. Die Vertreter der Schulgcsellschaft forderten, daß entsprechend einer früher gemachten Zusage die Freie Schule nicht erst am >. April 1921 eingerichtet werde, sondern schon am 1. Oktober 1920. Sie verlangten ferner, daß zu den Verhandlungen am Montag Ver. treter der Freien Schulgcsellschaft zugezogen werden..Die Schul- gesellschaft wandte sich am Freitag noch einmal telegvaphisch an den Minister Haenisch, damit er vermittelnd in den Schulstreik ein- greife. Heute, Sonnabendmittag, liegt eine Antwort des Ministers noch nicht vor. Tie Schulgesellschaft hat beschlossen, solange im Streik zu verharren, bis ihre Hauptforderungen erfüllt sind. Wir hatten unsere Stellungnahme zu dem in Groß- Berlin propagierten Gedanken eines reaktionären Schulstreiks gegen die Wahl des Dr. Loewcnstein zum Oberstadtschulrat dahin präzisiert, daß wir forderten, es müsse unter allen Umständen vermieden werden, die Kinder in die Sache hineinzuziehen und— nach Adolf Hoffinannfchem Muster— zu Straßen-! demonstratio nen zu mißbrauchen. Es ist dringend zu hoffen, daß die-er Grundsatz, die Kindxr von Fragen fernzuhalten, zu denen sie noch gar keine Stellung nehmen können, auch in Elberfeld Beachtung findet. Im übrigen ist dringend zu hoffen, daß der Forderung der Freien Schulgesellschaft, schon am 1. Oktober die weltliche Schule zu errichten, statt. gegeben wird. Der neue Gott der Menschheit. Tie in Prag(Tschechoslowakei) seit kurzem ericheinende russische sozialrevolutionäre Tageszeitung „Wolja Roffii" bringt in ihrer Nummer vom 29. September nach- �. geniale Führer des Proletariats, Lenin, die Wege inä Reich des Sozialismus gezeiat...." Ein proletarischer Gott— immerbin eine neue Erscheinung. Endkampf in der U. S. p. Der Kampf in der U. S. P. ist jetzt soweit gediehen, daß nicht mehr um Meinungen, sondern nur noch um in ci i e- l ielle Machtpositionen gestritten wird. In Berlin insbesondere geht das Ringen jetzt in den einzelnen Distrikten um die Parteikassen, Mitgliederlisten, Parteibureau und Parteistempel, kurz um den' gesamten Parteiapparat. Fauste und Stöcke spielen dabei, wie unser Bericht aus dem 6. Distrikt im heutigen Morgenblatt anschaulich zeigt, eine nicht uner- hebliche Rolle. Und wie es in Berlin ist, so wird es wohl überall im Lande sein. Auch die Berichte der unabhängigen "Parteipresse, die aus einem gewissen, nur zu begreiflichen Schamgefühl mancherlei verschweigen� lassen erkennen, daß i der Kampf allenthalben täglich in hitzigeren Formen aus- 1 gefachten wird. Man streitet nicht mehr, sondern rauft schon, und wo man es noch nicht tut, ist inan nicht mehr weit davon entfernt. Das wertvollste Kampfobjekt in dieser MachtauS nn- andersetzung zwischen der ursprünglichen U. S. P. und der kommunistischen Einschleicheipärtei bilden natürlich die un- abhängigen Zeitungen, deren es im Rriche etwa fünfzig gibt. Tie K. P. D. hofft auf diese Weise sich einen ziemlich ausgebreiteten— wenn auch journalistisch änderst dürftigen— Preßapparat verschaffen zu können, wie sie ihn'elbst mit dem russischen Geld, dessen Annahme sie nicht mehr In, net, nicht zu schaffen vermochle. Innerhalb der unab'.ain- gigen Presse bildet wiederum die„Freiheit" das wertvollste Beutestück. Seit Wochen zerren die Richtungen an diesem Blatt hin und her. wie zwei Hunde an einem Knochen. Ucber den augenblicklichen Stand dieses Kampfes gibt die„Freiheit" von heute morgen folgenden Bericht: Die Preßkommlssion hat in ihrer Sitzüng am DokmerStag mit 12 gegen 8 Slimmen bei einer Siimnienthaltung und bei dem Fehlen von drei Mitgliedern beschlossen, daß die Neubesetzung der Redaktion sofort zu erfo-lgem habe. Ein Antrag, die Entscheidung über die Haltung de? Redaktion den Distrikten zu überweisen, und der Redaktion in den Versammlungen Gelegenheit zu geben, sich gegcn die Anschuildigungon zu verte-idigen, wuvde durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Da der Beschluß der Generalversammlung der Verlags» ge n o s s« n fcha f t,„Freiheit" bestimmt, daß der Vorstand der Genosservschaft das Recht des Einspruchs gegen die Ent- scheibung der Preßkommission hat und daß über diesen Einspruch in gemeinsamer Sitzung zwischen Vorstand und Preßkommistion mit einfacher Mehrheit entscheiden wird, so ist der Beschluß der Preßkommission ebensowenig endgültig wie ihre früheren Beschlüsse. Die Redaktion der„Freiheit" knüpft an diesen Sitira- tionsbericht eine längere Betrachtung� in der darauf hingewiesen wird, daß die Preßkommission mit ihrem Donners- tagbeschluß ihren Sonnabendbeschluß wieder umgestoßen hat) damals wollte man die Angelegenheit den Distrikten über- weisen, jetzt will man sie selbst erledigen, man hat es also mit der Absägung ungemein eilig. Weiter sagt die Erklärung der Redaktion: Man will also der Rebaktion nicht die Möglichkeit geben, ihre Haltung vor den Mitgliedern zu rechtfertigen,»da die Mitglieder sonst beeinflußt werben könnten". Nach dieser Methode wird auch bereits jc-tzt überall verfahren, wesbatb es kein Wunder ist, daß solche Beschlüsse gefaßt werden können. Nirgends, w o bis- her ein Mißtrauensvotum gegen die Redaktion angenommen worden ist, ist der Redaktion Ge- legenhert gegeben worden, ihre Auffassung dar- zulegen. Jn vielen Versammlungen gab eS nicht einmal eins Diskussion über diose Anträge, trotzdem die Anträge mit Behaup» tungen gerechtfertigt werden, die mit der Wahrheit oft aus ge- spanntem Fuße stehen. Wie wenig die Preßkommission das SewstbestimmungSrecht der Mitglieder zu wahren g denkt, erhellt auch die Tatsache, daß die Anregung eines Mitgliedes der Preßkommission, man solle doch auch über die Zusammensetzung der neuen Redaktion sprechen, von der Mehrheit mit Stillschweigen beantwortet wurde. Die Karte» sollen jetzt noch nicht aufgedeckt werden. 1 Wir können demgegenüber nur noch einmal darauf verweisen, daß die Redaktion nach wie vor auf dem Standpunkt steht, daß ihr Verbleiben von dem Vertrauen der Mitglieder der llnabhän- fr gen Sozialdemokratie abhängig ist und nicht von persönlichen Gründen. Ob das Vertrauen aber nicht mehr vorhanden ist, kann nur ein ordnungsgemäß herbeigeführter Willensausdruck der Gesamtheit der Mitglieder zeigen und nicht ein Beschluß einer von Gehässigkeit und Unsachlichkeit geleiteten Körperschaft. Die Redoktion steht also in offener Auflehnung gegen die Preßkommission und appelliert an das„Selbstbestim- mungsrecht der Parteimitglieder". Sie weiß aber wohl selbst, baß sie an der unabhängigen Berliner Partei geno sten selmst,. wie sie heute nun einmal ist, keine Freude erleben wird. Ihre Taktik geht offenbar dahin, Zeit zu gewinnen und den wich- tigen Apparat der Presse in der Hand zu behalten, solange dies irgend möglich ist. Scheinbar handelt es sich beim Derbleiben oder der Ab- setzung der gegenwärtigen„Freiheit"-Redaktion um eine Auswirkung des demokratischen Organisationsprinzips, in Wirk- lichkeit aber um etwas ganz anderes, nämlich um einen An- griff, den die K. P. D. unter dem Deckmantel der Demo- kratie auf fremdes Parteieigentum unternimmt. Denn grundsätzlich ist die Sache ungeheuer einfach: diejenigen Mit- glieder der Ui S. P., die im Herzen Anhänger der K. P. D. geworden sind, könnten jederzeit ihre Mitgliedsbücher um- tauschen und statt der„Freiheit" die„Note Fahne" abon- nieren. Wenn sie diesen natürlichen und loyalen Weg nicht gehen, sondern den gesamten Parteiapparat der U. S. P. in die Hände der Kommunisten hinüber spielen wollen, so üben sie kein Selbstbestimmungsrecht aus, sondern bestimmen über das Vermögen anderer. Daß dies unter dem Deckmantel„demokratischer Prinzipien" geschieht, für die man doch sonst nur eine höhnische Grimasse übrig hat, könnte bei- nahe heiter stimmen. Wie wenig die Berufung auf die Demokratie in solchem Fall gerechtfertigt ist, zeigt schon die Erinnerung an den „Vorwärts"-Konflikt von 1916. Auch damals ver- suchte man mit scheindcmokratischen Gründen das Zentral- organ einer bestehenden, alten Partei in den Besitz einer neuen Partei zu bringen. Wäre dies damals gelungen, so wäre heute der„Vorwärts" anstelle der„Freiheit" das Kampf- objekt, und er hätte die beste Aussicht, demnächst mit einer Redaktion von„zuverlässigen Kommunisten" nach Moskauer Diktat besetzt zu werden. Vielleicht entspricht eS doch dem Interesse der Arbeiter- bcwegung, daß das damals verhütet worden ist. • Mit welcher Vehemenz die russische Kommunistenvartei mit ihrem deutschen Anhängsel den SWß gegen die U. S. P. auf dem Parteitag von Halle zu führen beabsichtigt, geht aus folgendem aus Riga datierten Telegramm des Vorsitzenden " es Exekutivkomitees der 3. Internationale an das Zentral- komitee der U. S. P. hervor, das die„Rote Fahne" ver- öffentlicht: Hiermit geben wir Ihnen beknnnt, dah das Exekutivkomitee t-r Kommunistischen Internationale beschlossen hat, auf Ihrem ausserordentlichen Parteitag in Halle die Genossen S i n o w j c w und V n ch a r i n als seine Vertreter zu entsenden. Wir wandten uns an die deutsche Negierung mit dem Ersuchen, den ge- nannten Genossen die Einreise und zeitweilige Anwesenheit in Deutschland zu erlauben. Wir ersuchen Tie, diese Schritte zu unterstützen und unseren Vertretern zur Einreise nach Deutschland zu verhelfen. Dies ist um so mehr Ihre Pflicht, als die Mitglieder Ihres Zentralkomitees D i t t m a n n und C r i s p i e n, welche die Möglichkeit hatten, Moskau und Petrograd zu besuchen, nunmehr auf Schritt und Tritt die Beschlüsse verdrehen, die auf dem Zweiten Kongreß der Kommunistischen Internationale angenommen wurden. ES ist Ihre Pflicht, uns zu helfen, den wahren Geist der Beschlüsse d-r Kommunistische» Internationale kundzutun. Wir erwarten Ihre baldigste Antwort. 30. September 1V20. gez. S i n o w f e w. Das Zentralkomitee der U. S. P. hatte bekanntlich be- > lassen, Vertreter der ausländischen Parteien zum Parteitag von Kalle nicht einzuladen. B u ch a r i n und S i n o w j e w /kommen also als ungeladene Gäste. Das ist ein Knalleffekt der bolschewistischen Regie und ein schlau erdachter taktischer Schach- •g. Verweigert die deutsche Regierung den beiden Russen die Einreise— aber hoffentlich ist sie gescheit und gestattet sie � "rnn werden die Kommunisten sagen, die U. S. P. verkröche stich hinter den Schutz der bürgerlichen Regierung. Dürfen aber lie beiden nach Halle, dann reißen sie durch den Zauber, den -rotische Persönlichkeiten auf naive Gemüter immer ausüben, schwankende mit sich fort imd lassen die alte U. S. P. als "lstnes Häuffein zurück, während sie mit der neuen aus der ston U. S. P. ausgekrochenen K. P. D. einen Trimnphpartei- :og veranstalten. Indem Sinowjew und Bucharin sich dem Zentralkomitee, s�s sie gar nicht wünschte, aufdrängen, leisten sie sich eine sehr �ufbäumung. Von Hans Bauer. Eine Erinnerung: Als wir in Leipzig in der ersten Revo- ulionspsychose einen sozialistisätm Rat geistiger Arbeiter ge- rstürtdet hatten, der sich aus schöpferisch Tätigen zusammensetzen nahmen wir nebpn Musikern, Bildhauern, Schriftstellern, Malern auch„Junge Kommunisten" auf.„Junger Kommunist" galt damals noch als eine Art Beruf oder zum mindesten als ein Ersatz für einen geistig schöpferischen Beruf. Damals hatte der Iicchikale tot seinen Mitbürgern noch den Vorzug, interessierter a's irgendewx anderer betrachtet zu werden und hinter sich her getuschelt zu hören: Seht mal, das dort ist ein leibhaftiger Kom- rnunisi! Ganz ausgestorben ist das gesteigerte Interesse, das der Durchschnittskopf Anhängern extremer politischer Denkarten zu- wendet, auch heute noch nicht. Aber es ist heute wesentlich gcm'.l- d.rt und wird mit der abnehmenden Seltenheit radikaler Politiker und— radikal sich Gebärdender im gleichen Matze abnehmen. ViilB war das Radikale noch e:was Neues und wurde von der fräßen Masse der politisch NMworganisierien wie eine Mode be- - rächtet, die man zwar verwirf:, aber doch gesehen haben muß. Die Kenntnis dieser Tatsache hat auch soundso viele Gefühls- radiale erzeugt, denen nicht sachliche Argumente für ihre lieber- -nicmrig maßgebend waren. Der Seltenheitswert ist heute dahin. Um diesen Seltenheitswert ist es ein ganz Eigenes. Ich habe lir keine Namen von denen gemerkt, denen im November 1318 das Soldatenspielen zu dumm geworden war, und die gegen den ■Uachel lökten. Damals war die Aufbäumung eine allgemeine Erscheinung geworden. Der Tammbruch war erfolgt. Es gehörte , ichts mehr dazu, den Gelorsam zu verweigern, Offiziere auf der Straße nicht mehr zu grüßen, das Nachtzeichen zu überschreiten. Es gehröte dazu so wenig, wie dazu gehörte, sich später den An- schöin einer deckbar radikalen Gesinnung zu geben. Keiner von diesen, die das taten und die ich kennen lernte, hat je mein Herz schneller schlagen lassen. Aber immer wird mir ein Soldat im Gedächtnis bleiben, der 1915 aus dem Exerzierplatz zu Meerane, wo wir ausgebildet wurden, plötzlich das Kniebeugen einsteöt« und wildesten Aufforderungen zum Trotz einfach rächt mehr mittat, weil er Seitenstechen habe. Ich weiß noch, wie warm mir wurde, als ich davon Zeuge war. Dieses Nicht-mehr-mittun. das war «:waS. Das war ein Schüttern an dem Koloß Militarismus in einer W-�igen Kleinigkeit zwar nur, von einer einzigen schwachen Hand zwar nur: aber eben doch ein Schüttern. Es war eine Er- innerung daran, daß alle angemaßte Autorität hinstürzt, wenn nur der andere Teil den Mut findet, nicht mekr mitzutun. Und aiese Erinneunzg tat in der Allmachisperiode des deutschen Mili- dreiste Einmischung in die inneren deutschen Verhältnisse. Es wäre sehr schön, wenn die deutsche Arbeiterschaft in allen ihren Teilen zäh und selbstbewußt genug wäre, eine solche Ein- Mischung zurückzuweisen. Tut sie das aber nicht, so darf es nicht die Polizei an ihrer Stelle tun! Die«.schwarze utiü lle)ebour. In einem Leitartikel in der„Freiheit", in dem L e d e- bour nochmals seine Parteigenossen vor dem Anschluß an Moskau warnt, bringt er folgenden Brief zum Abdruck, der ihm vor einiger Zeit zugesandt wurde und der folgendermaßen lautet: „Hüten Sie sich, die revolutionäre Arbeiter- und Räte- bewejzung weiter mit Ihrem leider noch zu großen Einfluß und Wissen, wenn auch im guten Glauben, zu hemmen und zu bremsen. Wir müssen zur rücksichtslosen Diktatur und Aktion kommen. Die Wirtschaft ist reff dafür. Die Füh- r e r haben ein gewisses Recht auf Personal schütz, aber wenn Sie und Ihre Richtung so weiter handeln, dann könnte eines Tages, der gar nicht mehr so weit sein braucht, in den Zei- hingen stehen: Ledebour, H i l s e r d i n g, K a u t s k y usw. sind von oder im Auftrage des Exekutivkomitees der re- volutionären Arbeiter, wegen politischer Bremsung erschossen worden!" Ledebour müßte weniger ejtel sein, als er tatsächlich ist, wenn er aus diesem Brief nicht besonders viel Aufhebens machen wollte. Infolgedessen stellte er sofort umfangreiche Nachforschungen nach dem Verfasser des„unheimlichen" Schreibens an, die ergaben, daß der Briefsteller— Mitglied der U. S. P. ist. Man merkt den weitschweifigen und er- regten Ausführungen Ledebours noch heute an. wie ihm bei Empfang des Briefes über die Drohungen des„Mörders" ein Wonneschauer über den Rücken lief, weil er eine so wichtige Rolle spielen darf. Allerdings haben auch schon andere So- z i a l i st e n solcke Briefe erhalten: nur fandcn sie diese Tat- fache nicht interessant genug, um sich zum Mittelpunkt eines Kriminalfalles zu machen, sondern versenkten sie dort- hin, wohin sie allein gehören— in den Papierkorb. Zolasn öe? freien Wzrtscbast. Die sozialdemokratische Fraktion des Hessischen Land- t a ge s beantragte beim Präsidenten, gestützt auf 8 83 der Verfassung des Freistaates Hessen, die sofortige Einberufiing des Landtages. Zu gleicher» Zeit feantragt sie, der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ermächtigen, umgehend eine Verordnung zu erlassen, wonach die zum Bedarf der städtischen Be- völkerung benötigten Kartoffeln erfaßt werden. Durch Auf- Hebung der Zwangswirtschaft ist die Kartoffelverforgung aufs äußerste gefährdet. Wie bekannt, weigern sich, die Landwirte. Speisekartoffeln unter dem Vertragspreise von 33 M. ab Erzeugerstation zu liesern. Die Mehrheit der städtischen Bevölkerung ist außerstande, diesen Betrag, zu dem noch die Frachtkosten, Groß- und' Kleinhandels- gewinn kommen, m zahlen. Tie Folge der Nichtbelieserung ist die gewaltsame Erhebung des hungernd.:?! Proletariats. Müssen die Arbeiter sich Kartoffeln auf dem Lande gewaltsam holen, dann entsteht Bürgerkrieg in: Land. Um dies zu ver- hüten, erscheint cS dringend erforderlich, daß durch gesetzliche Maß- nahmen' die Kartoffeln beim Erzeuger erfaßt und zu an- nehmbaren Preisen in di- Städte geliefert werden. Da die hessische Regierung bis' jetzt in der Sache nichts getan hat. ist die Einberusuna der Volksvertretung eine unbe- dingte Notwendigkeit, und zwar sofort, ehe es zu spät ist. Sechsens skbeiterinterejsen. Aus Sachsem wird uns geschrieben: Im Vordergründe der Beratung des Reichstag.; und der Reichsxegurung werden im kommenden Winter, falls die wirt- schaftlichen und politischen Verhältkiisse sich nur einigermaßen bessert,, die Verhandlungen über die völlige Umgestaltung und Neuregelung des Arbeits- und Arbeiterrechts stehen.' In Aussicht sind genommen grundlegende. Aenderungen, tarismus tausendfach yot. Die Kieler Matrosen mögen die un- mittelbaren Urheber der deutschen Revolution gewesen sein. Jenex Soldat in Meerane hat sie 1915 schon vorbereitet. Heute in einer Versammlung iür absoluten und sofortigen Kommunismus einzu- treten: menschlich ist daran nicht mehr viel. Jener Soldat stand allein. Ganz allein. Keiner sprang ihm bei. Er stand allein gegen eine Welt von Feldwcbtlgcist und Militärgffctzen. Das war eine Tat, 1915 auf einon Exerzierplatz zu sagen: ich kann nicht mehr. Das war Aurbäumung und Empörung. Um diesen Geist ist eS etwas Gewaltiges, um dieie Opposition, die nicht als Massen- erscheinung austritt und niemandeK Vinter sich hat, um die weder im Guten noch im Bösen irgendein Aufhebens gemacht wird. Max Bruch ff. Wir sollten das Haupt vor diesem Nestor der deutschen Munkwelt, neigen, der in der Nacht auf Sonnabend in Friedenau 83jährig gestorben ist. Er war wie selten einer fähig und lerufen, dem Volke reilzugeben vcn seinem tiefsten Erleben. Der Quell seiner Schöpfung war die Freude an der klaren, gefälligen, einleuchtenden und trotz gelehrtester Satzarbeit und großartiger Kontrapunktik stets unmittelbar fesselnden Melodik. Die war durch den viel herberen Brabms in den Hintergrund gedrängt worden. Wohl möglich, daß Bruchs populärste Werke schneller verblassen werden, gerade weil sie dem Verstehen und Nachempfinden zu ge- ringe Schwierigkeiten machen.?lber es wird, von der Zeit unabhängig. immer wieder Künstler geben, die aus d'e Romantik de? G-Moll-Konzerts, fc:r schottischen Phantasie für Geige, die für die zarte Linie des Mignon-Oratoriums oder die vornehme Einfalt seiner Lieder und der Over„Loreleb" eingeschworen sein werden. Gewiß bröckelt von dem Wert des„Odhsseus". des„Fritjof" lang- sam Stein»m Stein ab. Doch wenn hier auch nur Reste, Bravour- arten für Virtuo'en dauern sollten.— die überlegen und in be- rauschender Tonfülle dahrnichwebenden drei Mesiensätze lc>p. 35) bleiben für die Ewigkeit. Dies eine grobariine Werk würde den Namen Bruch mit eisernem Griffel in hie Geschichte leben- diger Musik immer eingeschrieben erbalten. llnicre Männer- chö'.e schätzen mit Recht die wuchteitden und melodi'ch klaren Weisen des„Messobrunner Gebets", des„Rormanneneugs". des„Gesangs der Heiligen drei Könige". Auch hier ist ein Denkmal, dauerhafter als Buchliteratur. Der vieleewan"ere:vandhauie. Er würg? durch Aui lellung einer Bü e von Lcdlicr und Ernennung zuni Ehrendoktor gete ert. Ter Streit»m hcderrechie anheben. Zlnzerreiilbares Papier. Laut Meldung des Hollandich N c.ewS' bureaus bat die japanische Reg-e ung in London ein Paiem sü. �ne Melhode eingereicht, unzcrrcltzbares Papier aiizuserligeir. Befreiung ües öeutschen Eigentums/ Ein italienisches Dekret. Die deutsche Botschaft beim Quirinal in Rom teilt unter dem 3l>. Tcptembcr 1920 mit, daß ein kgl. Dekret Uber die Befrei» ung des sogenannten kleinen deutschen Eigen- tu ms von der in?lrtikel 297 des Vcrsailler Friedensvertrages zugelassenen Liquidation nunmehr ergangen ist. Das Dekret ist von einer amtlichen Verlautbarung begleitet, wonach der Minister- rat in Ucbcreinstimmung mit den seit längerer Zeit von der Re- gicruug gegebenen Zusicherungen die Befreiung und Rückgabe dcs kleinen deutschen Eigentums an die Eigentümer beschlosien habe. AlS kleines Eigentum werde dasjenige betrachtet, das nach den gegenwärtigen Preisen einen Wert bis zu 59999 Lire habe, ausgenommen seien Geldbeträge. Die Bewertung erfolge unter Berücksichtigiurg des Gesamtvermögens st andes der einzelnen beteiligten Personen. T'e Verlautbarung hebt schließlich die soziale und volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Maßregel hervor. C. G. T. gegen Moskau. Paris, 2. Oktober. Auf dem Gewerkschaftskongreß in Orclans sprachen sich heute die meisten Redner gegen den Anschluß an die Tritte Internationale aus, namentlich Rivelli, der Führer der französischen Seeleute. Rom, 2. Oktober.(TU.) Die sozialistische Partei- l e i t u n g beschloß, die Moskauer Entscheidung über den Aus- schluß aller Nichtkommunisten ans der Partei dem nächsten Parteitag vorzulegen. Die Konferenz von örüjse!. Brüssel, 2. Oktober. Die Finanzkonfercnz wird heute die Er- örterung über die internationalen Kredite beendigen, um sich dann bis zum Mittwoch zu vertagen, damit der Ausschuß sich mit der endgültigen Fassung der Resolution beschäftigen kann. Unruhen in Rußland? Kopenhagen, 2. Oktober. Der„Nationaltidende" wird aus Helsingfors telegraphiert, daß sich in Rußland eine Streik- bewegung ausbreite. An vielen Stellen sei es zu Unruhen ge- kommen. In Petersburg sollen mehrere Kommissare erschossen worden sein. An der Westfront herrsche große Unruhe. Tie Bevölkerung fordere sofortigen Frieden. Trotz ki soll verwundet unv Budjenny vor ein Kriegsgericht gestellt worden sc' Wrangels Siege. Konstantinopel, 2. Oktober. Heeresbericht des Generals Wrangel. Die l. und 13. Rote Armee, die auf ihrer Flanke und im Rücken angegriffen ist, zieht sich fluchtartig nach dem D n j e p r zurück. In der Gegend von Alexandrowst sind die Bolschewisten auf einer Front von 299 Kilometer aus der Flucht. »» Warschau, 2. Oktober.(TU.) Amtlicher polnischer Heeres- bericht vom 1. Ottober: Im Nordosten von Grodno erreichten unsere Abteilungen ohne Fühlung mit dem Feinde zu haben die Linie des Flusses Ula. Die Verfolgung der in den Kämpfen bei Lida aufgeriebenen bolschewistischen Divisionen entwickelt sich weiterhin sehr günstig. Am 39. September erreichte die Gruppe des Obersten Tcmbra Biernackt Nowo Grodet. Die Beute der 2. Armee beträgt vom 29. bis 39. September 25 999 Gefangene und 199 Geschübe. Zwischen den polnischen und litauischen Untechänd- lern wurde in der vorgestrigen Sitzung ein vorläufiges Waffen- st i l I st a n d s ab k o m m e n getroffen, demzufolge jede feindliche Handlung zwischen den beiderscitaigcn Truppen während der Dauer der Verhandlungen in Suwalki unterbleibt. Die irische Schmach. Paris, 2. Oktober. Nach einer Meldung des„Temps" aus London sind in Irland feit dem 1. Januar 119 Polizisten ge- rötet worden Nach dem„Daily News" haben 133 Mitglieder der irländischen Polizei unter dem Porwand, die Arbeit, die sie verrichten müßten, ekle sie an, den Abschied verlangt. Der Lohnkampf in Englanü. London, 2.«Oktober. Nach einer Zcitungsmeldung haben die Grubenbesitzer den Bergarbeitern eine.Lohnerhöhung Um �inen Schilling pro Tag vorgeschlirgen, wenn die jährliche Produktion 249 Millionen Tonnen beträgt. Unausrottbarer deutfchnationalcr Schwindelgeist. AuS dem Reichsarbeitsministerium wird mitgeteilt: Tie Behauptuüg, im Reichsarbeiisminis.erium seien Beamte eingestellt worden, für die das Ministerium K u r s e im Dm i a t und im Kopfrechnen �habe einrichten müssen, ist.schon einmal mit aller Deutlichkeit dementiert worden. Trotzdem �riu diese Nachricht immer wieder in der Oesfentlichkeit auf. Es sei deshalb noch einmal daraus hingew esen, daß Lelrxänge in de,, �lementarfächern niemals im Reichsarbeitsministerium stattgrs in�e-! haben. Im R-chsarrens- Ministerium sind � wie schon früher festgestellt wurde, seit seiner Begründung im Oktober 1913 nur Beamte eingestellt worden, die die nötige Vorbildung für die TätigZe.t in einem Reichs m nisterium bt'aßcn.— Das Neichsarbeitsministerium bemüht sich umionst. Denn daß ihe Behauptung Schwindel war, haben sie dcurschnationalen Lügensabrikanten von An-ang an gewußt. Sie werden.sich daher' durch keinerlei Berichtigung im Weiterschwindeln stören lassen. . Reaktion und Entwafsnunz Zu unserer Darstellung in Nr. 482 teilt uns das Reichsschrtzmin stetiuw mit: Die Uelc..re sung der 199 Karabiner mit je 199 Patronen ersolgteüm Benehm en mit dem preußischen Landwirt'chastSmit'iste,.n die Land rütsch..-:"amme: für die Provinz Sachsen T'e Was en, deren B te lang im B? nehmen mit dem preußischen Lanowir.schaft?!- iluster der Land- wkrtschanskamn.cr überlassen wurde, iolll.n nur an Privat- fo rsto e a m t e und F f l o Hüter die. einen amtlichen Walsen- schein be'aßen im Falle eines nachweisbar dringenden Bedarfs auSg. händigt werden. Diese Personen m t modernen Wo.' en zu versehen, wurde d m RejchsSopwcrtungöaml als Notwendigkeit bezeichne: weil Wilderer Und.Felddiebe in der Regel mit weil- tragenacn Wals-'n apsgerüstet und mehrere dsorstboamle be- reit? ihr Leben cinp.biißt haben. Besond.rs da.au». inaewie'en sei. daß die beanstandete Wanenüberweisung an d e Landwi.:- schaftskammcr sch�n vor Inkrafttreten des Entwa»'- nungsgesetzes ersolate. durchaus den damaligen Bcst'.mmun- gen entsprach und auch der Entente gemeldet worden war Daß aas frühere Rcichsverwertunasami di.rch einen ungesetzlichen Was- fcnverkau' der Reaktion Helsersdienste geleistet hat. davon kann also überhaupt keine Rede sein. Groß�erün öallaöe vom kaßenkampf. Hört von mir zu Poesie verdickt, wie im 6. U-S.-P-Distrikt W ld die Masse, blind im Hasse Führt den Kamps der Kosie statt der Klasse. Seht mit Stockhieb sie und Bierglaswürfen Nacv dem Sinn des Kommunismus schürfen. Doch Verlierer werden Triumphierer, Nämlich noch ist ihrer der Kassierer. Wütend das Geschrei der Moskowiter gellt: „Haltet Metznern feste— her mit's Jeld I" Der bleibt taub und unter Wulgeschnaub macht er mit dem Raub sich aus dem Staub. MetznerS Anhang wappnet in der Stille seine Wohnung, die sonst sturmfrei, zur Bastille und haut Lähden, den als Boten Moskau schickt, nach Noten auf die Pfoten. Von den Moskowitern wird beschlossen: Drauf jetzt zwanzig handfeste Genossen I Metznern an die Binde geht's im Winde und ein Siebenmonatskinde kuackt das Spinde. Metznern sich ein Wehmutslaut entringt, doch der Dichter, der die Tat besingt, reimt gefaßter bei Kartoffelknaster: auch für Moskau ist der Zaster halt kein Laster. _ Mich, von Lindenhecken. Erziehung zum Kapitalismus. „Tie rote 10 wird noch sehr teuer!" Aus der Bank im kurz bemessenen Sonnenschein sitzend, fange ich«rus dem Gespräch dreier vorüberkornmerrden Jungen dieses Bruchstück auf:, „Aha!— Briefmarken." Dieser erste Gedanke war natürlich richtig, denn noch von p.-eiter her schlugen Worte wie„Neue Polen", „KriegSmarken" u. a. an mein Ohr. Aber gleich stellte sich ein zweiter Gedanke ein: Wie sagt doch der junge Herr in den kurzen Hosen?.... wivd noch sehr teuer!" Ein merkantiler Einschlag, der zu denken gibt. Sollte auch das Briefmarkensammeln der Jugend unter dem Zeichen des Merkur stehen? Die Zeiten unserer eigenen, unbekümmerten Jugend stetgen vor uns auf! Damals„schacherten" wir auch nach Kräften, aber im Kreise der Mitschüler und Freunde. In erster Linie war es doch das giographische Interesse, das uns das Briefmarkensammeln lieb machte; wir waren stolz, wenn Wir infolge unserer Liebhaberei in geographiscken Tingen besser Bescheid wußten als d:e Nicht- sämmlör, z. B. Guayana, Guinea und Guienne auseinanderhalten konnten. Verständige Eltern unterstützten daher auch den Sanimal- trieb und griffen wohl zum Geburtstag und zu Weihnachten in das Portemonnaie, um einig« sehnlichst gewünschte Exoten auf den Gabentisch zu legen. Daß die Empfindung, hier Wertobjekte in .Händen zu haben, aber bei unS Kindern Platz gegriffen hätte, möchte ich bestreiten. Wohl waren wir uns über die Kostbark-'i gewisser Marken klar, aber das waren eben solche Seltenheiten, die nur für Krösusse erreichbar schienen. Die uns zugänglichen Verkaufsstellen von Briefmarken, meist ,.Papeterie"-Geschäfte, in denen wir unsere Schreibhefte und Stahlfedern kauften, führten auch solche Seltenheiten nicht auf den paar Papierbogen, auf denen die ausgebotenen Marken zur Beaugenscheinigung aufgeklebt waren. Viel mehr Sorgen machte uns der Gedanke, daß„nachgemachte" Warken uns angehängt wurden... Heute hat nun der Briesmarkenhandcl moderne Großbetriebs- formen angenommen und an teuren Objekten fehlt es nicht bei dem Fleiß, den einzelne Staaten ausgewendet haben, um durch Ausgabe neuer Sorten, Serien mit Ausdrucken, Gelcgenheitsmarkcn usw. den stets notleidenden Staatssäckel ein wenig aufzufüllen. Und wie alles Sammeln— sei es Erwerb von Büchern, Porzellantassen oder Tabakpfeifen— heute einen kaufmännischen Charakter angenommen hat, so wird auch die Briefmarke wohl zunächst vom Standpunkte des späteren Verdienstes angesehen werden. Aber es wäre beklagenswert, wenn diese materielle Richtung unsere Jugend derart ergriffe, daß auch sie sich mehr mit dem Ge- danken zukünftiger Kapitalisierung, als mit der Bildungsmöglich- keit beschäftigte. Briefmarken, Münzen, Porträts haben das Schöne an sich, daß sie nicht nur das Auge erfreuen, sondern auch durch ihren Inhalt den Geist in besonders starkeikt Maße befruchten. Den in jedem Menschen steckenden Sammeltrieb in dieser Hinsicht nützlich zu gestalten, muß eine Aufgabe sein, die Eltern und Lehrern, sowie allen Freunden der Jugend aui Herzen liegen sollte. MorS aus Eifersucht. Liebestragödie in der Kaiserallee. Die Geschichte einer zerstörten Ehe fand gestern durch die C. ersuchtstat einer Frau, die ihren Gatten verlassen hatte, ihren blutigen Abschluß. Der Zahnarzt P a n n w i tz aus der Kaiser-Allee 194 unter- hielt Beziehungen zu einer Frau Brockmann, die dazu führten, daß die Frau ihren Mann verließ und als Wirtschafterin zu dem Zahnarzt zog. Das Verhältnis zwischen diesen beiden trübte sich jedoch auch bald. Frau Brockmann hatte in Erfahrung gebracht, daß der Zahnarzt ein anderes Liebesverhältnis angeknüpft harre und vor der Verlobung stand. Grenzenlose Eifersucht war die Folge. Gestern abend, als das Paar in seiner Wohnung am Tische saß, zog Frau Brockmann nach einer erregten Auseinandersetzung eine verborgen gehaltene Sckußiyaffe und schoß dein am Tische sitzenden Zahnarzt eine K u c�e l in den Kopf. Tann lief die Frau zu einem in der Nähe'wohnenden praktischen Arz» und während dieser sich in die Wohnung des Zahnarztes begab, lötete sie sich selvst durch eine Kugel. Beide konnte ärztliche Hilfe nicht mehr reiten. » Aus Unvorsichtigkeit erschossen hat gestern nach- mittag der Hiissmonteur Willi Engel aus der Antonstr. 47 seine Schwester, das 19 Jahre alte StalicknSmädchen Gertrud Engel. In der ellerltchen Wohnung beschäftigte sich der junge Mann mit der Entladung einer Parabellumpistole. Plötzlich krachte ein Schuß ' ic Kugel traf d'e Schwester so schwer, daß sie gleich darauf an den Folgen der Verletzungen starb. TLaife' fnndc in ei. er Lichtenbergcr Laubenkolonie. In der Laubenkolonie zwischen Niemann st raße. Hohen- lohestraße und-Konitzer Straße bemächtig e sich heute vor- mittag, wie uns mitgeteilt wird, dxr Laubenkolonisten eine begreif- liche Aufregung. Ein größeres Aufgebot von Rcichswehrmann- schaften erschien nnd bcAann bestimmte Teile des Geländes zu durchgraben. In der Nähe der Konitzer Straße wurden schließ- lich nach längeren Bemühungen in einer Tiefe von etwa zwei Metern 18 Maschinengewehre aufgefunden, darunter 5 große, und beträchtkiche Mengen dazu gehöriger Munition. Um die weiteren Durchsuchungsarbeiten nicht zu stören, wurde das Gelände abgesperrt. Militärautomabile waren zur Stelle, um die gefundenen Wasfenvorrät«, bei denen noch nicht genau fest- steht, auf Westen Veranlassung sie vergraben wurden, fortzuschaffen. Nach Gerüchten, die umgehen, soll es sich noch um eine weit größere Anzahl von Maschinengewehren handeln, die in dem Gelände der Laubenkolonie vergraben sind. Keine Stadtverordnetenversammlungen in der nächsten WoÄe. In der kommenden Woche finden in Berlin keine Sitzungen der alten und neuen Stadtverordnetenversammlungen statt.. Eine Kindesaussetzung im Vorortzug beschäftigt die Berliner Kriminalpolizei. Eisenbahnbeamte fanden gestern in einem Abteil 3. Klasse des Vorortzuges N o u en— B e r l i n ein kleines Mädchen, das, wie der Befund erkennen ließ, im Abteil zur Welt� gekommen war unio von der Mutter darin seinem Schicksal überlassen worden ist. Da es rechtzeitig entdeckt wurde, befand sich die'Kleine noch im besten Wohlsein. Das Kinv wurde der Säuglingsabteilung � der Charite überwiesen und die Nachforschungen nach der unnatürlichen Mutter sofort eingeleitet. Stilke-Expansivn. Wie wir erfahren, beabsichtigt der bekannte Bahnhossbuchhändler Georg S t i l k e am Bahnhof W i tz l e h e n, Ausgang Kaiserdamm, einen Zeitungsstand zu errichten. Hier- durch würde ein Zeitungshändler brotlos und müßte der Arbeits- losenunterstützung zur Last fallen, weil er gezwungen werden soll, seinen Stand Herrn Stille zu räumen. Der Faill liegt deshalb besonders tragisch, weil es sich um einen schwerkranken Mann tändelt. Wir nehmen nicht an, daß das große Unterneb- men Stilles von der Errichtung eines weiteren Zeitungsstandes abhängt, zumal hierdurch eine Existenz zerstört wird. Richtiges Deutsch und R chne». Tie Volkshochschule Lichte n- berg f17. Verwaltungsbezirtf tat für Personen, die ihre Mängel im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der deutschen Sprache bc- fettigen oder ihre in Vergessenheit geratenen Kenntnisse im Deut- sehen und Rechnen aus der Schulzeit ergänzen ivollen, Vorkurse eingerichtet. Die Hörgebühr beträgt 4 M. für jeden Kursus. An-» Meldungen für alle Kurse werden bis zum 16. Oktober d. I. in der Geschäftsstelle der Vollshochschule(Rathau-str. 19, Baracke 2, Jim- mer 21) und bei dem Hausmeister des Kant-Realgymnasiums, Karlshorst, Treskowallee, werktäglich von 9— 7, Sonntags von 9— 1 Uhr entgegengenommen. Teilnehmerverzeichnisse für Fernsprechteilnehmer. Von der Poswerwaltung werden jetzt die n'uen Teilnehmerverzeichnisse den Fernsprechteilnetmern geliefert. Bisher erhielten nur die Haup:- stelleninhaber ein Verzeichnis; diesmal bat aber auch der Inhaber einer Nebenstelle, wenn er nicht gleichzeitig den Hauptanschluß be- sitzt oder wenn der Nebenanschluß sich auf einem anderen Grüne- stück befindet, den gesetzlichen Anspruch auf ein Verzeichnis, d. h. aflk diejenigen Personen, die im Teilnehmerverzeichnis als Besitzer eines Fernsprechanschlusses, es Haupt- oder Nebenanschluß, kostenlos ausgeführt werden, haben das Recht, von der PosWerwai- tung ein Teilnehmerverzeichnis kostenfrei zu erhalten. Di« auße.- dem noch gewünschten Verzeichnisse können von der Postverwaltung zum Selbstkostenpreis von 34 M. bezogen werden. Wie bekannt ge- worden ist, laben einige Inhaber von Hauptanschlüssen versucht, die ihnen kostenfrei gelieferten Verzeichnisse zu Preisen bis zu 59 M. für das Stück an ihre Nebenanschlußinhaber zu verkaufen. Ein solches Verfahren ist unzulässig, die Inhaber von Nebenan- schlüsselt würden sich dagegen zu wehren haben. Im Voaelhause des Zoologischen Gartens ist ein Baumfalk ein- geliefert worden, der zu der rleinen Falkenart gehört, die durch ilre ungemeine Fluggewandtbeit der sckPmmste Feind der Singvögel ist. Der Baumsalk heißt dcsba.b auch Lerchenfalk. Man könnte ihn ebensogut auch Schwalben salk nennen, denn er bringt es wirk! ch firtig, selbst eine Schwalbe jn der Luft zu fangen. Daß er ein echter Flugkünftler ist, sieht man schon an seinen außerordentlich langen und spitzen Flügeln, die bis zur Schwauzspitze reichen. Krtcgcrwitwen! Durch die Nnssübriingsdeslimmlingen der Reichs- vertoreungssiellc, über die augenblicklich im NeichSaibeitsminislorinm ver- bandelt wird, soll eine neue nngebeuertiche Verschlechterung der Lage der Kriegerwitwen eintreten. Gegen diele neue Provokatiau gilt es, Proleit zu erheben. Kriegcrwitwcn! Erscheint in Massen am Sonnlag, den 3. Ol:., vormittags 10 Uhr, im LehrcrocreinshauS, Alexanderplatz. Tvrachichule für Proletarier. Zu den Anfängerkurscn in Englisch sür Kinder von 12 bis 14 Jabren(NachmittagSuntenicht) kann noch eine Anzahl Schüler zugelassen werden. Anmeldungen am Freitag, t.. Sonn- abend, 2, und Montag. 4. Ottober. abends 7 Ubr, in der 24. Gemeinde- schule. Hinter der Garnisonlirche lNäbe Bahnhof Börse und Neue Friedrich- slrasse), Zimmer 7, Hos rechter Jeitenslügel. Eine Bersaminlung der deutschen Flüchtlinge aus britischem Gebiet findet am DonnerSIag, den 7. Oktober, abends 3 Uhr, in der neuen Stadlhalle, Eingang Klosterstlajze, statt. Die Bolksiinterhaltungskonzerte der Stadt Berlin-Schöneberg haben vom t. Oktober ab ihren Eintiiitspreis auf 1,50 M. crboht. Sämtliche Plätze find numeriert. Soweit Programms zur Verteilung gelangen, sind diese in den Eintrittspreis einbegriffen. Sport. Boxkampf Breitensträter-Spalla. Am Freitagabend standen sich im A d m i r a ls p a l a st der deutsche Schwergewichtsmeister Hans Breiten st räter und der Italiener Giuseppe Spalla zum zweiten Male einander gegenüber. Bekanntlich mußte in einem früheren Kampfe Brcitensträler vor Spall« sich beugen. Das er- neute Zusammentreffen hatte trotz dex sehr hohen Eintrittspreise die weiten Räume des Admiralspalastes bis aus den letzten Platz gefüllt. Breitensträter ging gleich in der ersten Runde zum schärfsten Angriff über, der auch in den weiteren Runden an Heftigkeit nicht nachließ, so daß er seinen Gegner sichtlich ermüdete. Jn der zehnten Runde, nachdem er eine Reihe recht harter Schläge hatte, hinnehmen müssen, wurde Spalla vom Schiedsrichter wegen Ties sch lag s disqualifiziert und Breiten st räter der Sieg zu- gesprochen. Aber auch ohne diesen Zwischenfall der Wohl weniger aus?shsicht, als darauf zurückzuführen i?t, daß Spalla während des Kampfes ein scbr stark yersebwollenes Auge davon- trug und dadurch in der Scblagsicherhcit erheblich beeinträchtigt war, wäre anscheinend Breitensträter als Sieger aus dem Kampf hervor- gegangen. Daß man in diesen schweren Zeiten in der Welt, in der man sich nicht langweilt, immer noch über das nötige Klein- gcld verfügt, bewiesen nicht nur die bezahlten Eintrittspreise von 199 und 159 M., sondern auch diverse gespendete Prämien von 599 bis 1999 M. Neben diesem recht aufregenden Kampfe maßen sich nocki die beiden Mittelgewichtler Wiegeri und L q g g a t. von denen dem letzteren, einem Neger, nach 19 Runden durch Punktwertung der Sieg zugesproslcn wurde. An Stelle eines mißglückten Kampfes, der nach der dritten Runde abgebrochen wurde, weil die Gegner, zwei ältere Borer,-nickt über genug Training verfügten, traten die beiden Leichtgewichtler Kirschbaum und Kressin in den Ring. Der Kampf mußte nach einigen Runden wegen der Polizei- stunde abgebrochen werden. Eckstein, der in drei Jabren 352 720 M. auf der Rennbahn verdiente, ging an DaimoeAchlingung ein. Er war Dritter im Derby, zudem ge-' wann er im Vorjabr gen Grossen Preis von Berlin, in oiciem Jahre brachte er u. a. das Hannibal-Rennen imd den Grosse« Preis oon Hannover heim.— H e i d e r o s e wurde für 55 000 M. von der Ankaufs- lommifston angekauft. Die Freie Turnrrfckiaft Schöneberg veranstaltet heute abend von S— 10 Uhr in der Turnballc Rückcrtschule(Räperslrasse zu Schöneberg) ein Schauturnen sämtlicher Abteilungen. OewerMastsbewegung keine Einigung bei üer �viktoria�. Bei der Versicherungsgesellschaft„Viktoria" sind die V«r- Handlungen der Direktion mit dem Betriebsrat gestern ergebnislos abgebrochen worden. Gegenüber den Forderungen der Angestellten ließ sich die Direktion auf nichts mehr ein, indem sie immer wieder auf den Arbeitgeberve r- band verwies. Die Ange st eilten halten für unbedingt nöti� daß ihnen schleunigst eine Wirtschaftsbeihilfe gezahlt wird. Wegen der Unzulänglichkeit ihrer Gehälter hatten sie im September auf das am Monatsschluß fällige Gehalt einen Porschuß verlangt, der ihnen Mitte September in Höhe des halbem Monatsgehaltes gezahlt wurde. Sie waren der Meinung, daß ihnen zum 1. Lk- tober auf Grund der bis dahin zu beendenden Tarifverhandlungen eine größere Summe ausgezahlt werden würde. Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt, und sie haben nun am Monatsschluß nur die zweite Gehaltshälfte ausgezahlt erhalten, bei der sie verhungern können, wenn ihnen nicht sofort Hilfe zu- teil wird. Am heutigen Vormittag sind die Verhandlungen fortgesetzt worden. Wieder versammelten sich am Morgen die Angestellten demonstrativ auf den Höfen. Sie wählten eine Kommission, die bei der Direftion nochmalige Verhandlungen mit dem Betriebsrat anregte. Zunächst lehnte die Direktion ab, hinterher aber ließ sie den Betriebsrat rufen. Die Ange st eilten harrten den ganzen Vormittag auf den Höfen aus, während drinnen um ihre Forderungen gerungen wurde. In der Mittagsstunde endeten diese erneuten Verhandlungen mit der Gr- ilärung der Direftion, daß sie nichts bewilligen könne, weil sie an den Arbeitgeberverband gebunden sei. Dieser hat jede Sonderzahlung verboten. Der Reichsausschuß des Arbeit- gebervcrbandeS tritt am Montag zusammen. -» 4 Die Einnehmer der„Biktoria" haben zum 3l. Oktober die Kündigung erhalten, obwohl der Tarifvertrag noch bis Ende ISA läuft. Die Erregung unter ihnen ist groß. Gegen kommunistische Q-uertreiber. Am Freitagabend fand, wie uns eine Drahtmeldung berichtet, in Hamburg eine stark besuchte Versammlung der Schauerleute statt, in der zu den letzten Vorgängen im Hafen Stellung genommen wurde. ES kam allseitig zum Ausdruck, daß die Aktion, die von unümisttscher Seite ins Leben gerufen wurde, nach Aussage von Aktionsausschußmitgliedern keinen wirtschaftlichen, sondern einen politischen Hintergrund habe. Es gelangte eine Ent- schließung zur Annahme, in der die Versammelten erklären, daß für die o r g a n i s i e r t e n S ch a u e r l e u t e nur solche Beschlüsse bindend sind, die in Mitgliederversammlungen gefaßt worden sind. Die Beschlüsse der vom Aktionsausschuß einberufenen Versamm- lungen werden nicht anerkannt. Die Arbeitslosigkeit im Gastwirtsgewerbe. Zur Linderung der Arbeitslosigkeit im GastwirtSgewerbe ist mit den Arbeitgeber- organisotionen folgende Vereinbarung getroffen: Die Arbeitgeber verpflichten sich, ab 1. Oktober 1b20 aus jeden 10. Kellner einen Kellner neu einzustellen. Von diesen 11 Kellnern muß dauernd einer auf eigene Kosten eine Woche auf Urlaub gehen. Mtttlere und kleinere Betriebe werden individuell behandelt. Die Vermittlung hat durch den paritätischen Arbeitsnachweis zu ge- schchen. Di« Betriebsvertretungen sind verpflichtet, auf Grund der in der Generalversammlung, von den Sektionen und der Betriebs- räteversammlung gefaßten Beschlüsse die Reihenfolge der ZwangS- Urlauber unverzüglich festzulegen. Hiervon ist je eine AuSferli- gung dem Paritätischen Facharbeitsnachweis und unserer Organisation einzureichen. Verband der GastwirtSgehilfen, Ortsverwaltung Groß-Berlin. Wivtfdjaft Ein nener Selbstverwaltungskörper. Ter UeberwachungSauSfchuß für Fleischeinfuhr verbreitet fol- genie Mitteilung: Mit dem 1. Oftober 1920 ist die Zwangs- Wirtschaft für Vieh und Fleisch aufgehoben. Damit ist der Handel mit diesen Waren im Inlands völlig frei. Ferner fällt für die Auslandsware die bisherige Zentralisation der Ein- fuhr durch die Reichsfleischstelle bzw. Reichsfettftelle fort, und die Einfuhr wird in die Hände des dazu berufenen legitimen Handels zurückgelegt. Bei der schlechten Finanzlage des Reichs ist jedoch eine unbeschränkte Einfuhr vorderhand noch nicht möglich. Es werden daher von der Reichsregierung, für die ver- schiedenen Waren monatliche Einfuhrkontingente fest- gesetzt, die nichr überschritten werden dürfen. Das System der Einzeleinfuhrbewilligung muß infolgedessen bis auf weiteres noch aufrechterhalten werden. Tie bisherige behördliche �Tätigkeit ist hierbei in Zukunft ausgeschalret. Die Erteilung der'Einfuhr- geuehmigung sowie die Verteilung der Kontingente liegt vielmehr einem Selb st Verwaltungskörper ob— dem U e b e r- wachungsaus schütz für die Einfuhr von Schlachtvieb, Fleisch, Fleischwaren und Schmalz lUeberwachungsaussutz für Fleischein- fuhr)— in welchem vertreten sind: das Fleischergewerbe, die Fleischwarenindustrie, die Konsumvereinsorganisationcn, der Speckeinfuhrhandel, ver Biehhandel,„ Ferner haben in dem Ausschuß Sitz und Stimme zwei Der- treter der Arbeitnehmer. Das Mtnisterium für Ernährung und Landwirtschaft, das Finanzministerium und das Wirischafts- Ministerium enffenden gleichfalls einen Kommissar in den Ausschutz. Tie Ge s ch ä f t s st e l l e des Ueberwachungsausfchusses befindet sich Mohrenstraße öl. Die Telegrammadresse ist„Auslandsfleisch", Telephon: Amt Zentrum 0891. Bei dieser Geschäftsstelle sind einzu- reichen: Einfuhranträge für Schlachtvieh, Fleisch und Gefrierfleisch, Pökelfleisch, Speck, Corned Hees, Schmalz, Rind- und Hammel- fette.>- Innereien und Därme sind einfuhrfrei. Einfuhrberechtizt sind alle Firmen, die für die becmiragten Waren Handelserlaubnis besitzen. Nummer und Datum der letzteren müssen bei Einreichung des ersten Antrags angegeben werden. Ferner können auch Kommunalverbänoen und industriellen Werken Einfuhrgenehmigungen für den Selbstbednrf erteilt werden. Der Ueberwachungsausschutz selbst darf Einfuhrgeschäfte nicht tätigen. Um Verzögerungen und Rückfragen zu vermeiden, sind im Antrag« außer Artikel, Menge bzw. GcwM auch das Herkunfts- land, Grenzübergangsstelle, Preis bzw. die Wäbrung, in welcher die Zahlung erfolgen soll, aufzugeben. Für die Erteilung der Einfuhr- geuehmigung wird eine Gebühr von Proz. vom Werte ver ge- nehmigten Menge erhoben. Der hierbei zugrunde gelegte Durch- schnittspreiS wird an Hand des jeweiligen Weltmarktpreises vom Ausschuß festgesetzt. Da der neue Selbstterwaltungskörper auf gemeinnütziger Grundlage aufgebaut ist, werden Gewinne irgend welcher Art nicht erstrebt. Bei Auflösung des Ausschusses werden etwaige Ueberschüsse an da? Reich abgerührt. Um Fälschungen der Einfuhrbewilligungsscheine unmöglich zu macheu, werden diese auf Anweisung ves Ausschusses durch die Lr- gane des Reichsbeauftragten für die Ueberwacbung der Ein- und Ausfuhr an den aufgegebenen Grenzüberwachungsstellen auSge- stellt. Die Einfuhrgenehmigungen haben eine Gültigkeitsdauer von einem Monat und sind nicht übertragbar; verfallene Einfuhrge- nehmigungen können erneut eingereicht werden. Da der Ausschuß nach rein kaufmännischen Grundsätzen arbeitet, ist hinreichende Gewähr dafür gegeben, toatz die eingehenden Anträge mit größter Beschleunigung erledigt werden. 20 Mark Kartoffeln. Der Vorstarch des thüringischen LandbundeS empfiehlt feinen Mitgliedern und den übrigen thürin- gifchen Landwirten, für auf Kartoffellieferungsverträge zu liefernde und für Freikartoffeln im Herbst 1920 keinen höheren Preis als 20 Mark für den Zentner Kartoffeln ab Hof des Er- zeugerS zu nehmen und für Anfuhrkosten nicht mehr als 20 Pf. für den Kilometer und Zentner zu berechnen. Tie Aussichten der deutschen Zuckcrrübenernte faßt das Tta- tistische Bureau von F. O. Licht dahin zusammen, daß sich be- ioniderS im Südosten der Provinz Sachsen sowie in Teilen von Pommern und Meckienburg Enttäuschungen bemerkbar machen. Gute Erträge werden aus den westlichen Gebieten sowie aus Schlesien gemeldet. Im Durchschnitt erscheint die An- nähme einer Rübennenge von 140 bis ISO Millionen Zentner berechtigt, so daß die Möglichkeit einer Zuckererzeugung von 22 Mil- lionen Zentner besteht. Bedingung ist dabei allerdings, daß alle geernteten Rüben restlos auf Zuchr verarbeitet werden. Kohlennot der Industrie. Zu den Jndustriewerken, die an- gesichts der verschärften deutschen Kohlenlage zur überseeischen Kohle ihre Zuflucht genommen hoben, gehört laut„Frankfurter Zeitung" auch die Gute-Hoffnungs-Hütt«, bei der jetzt die erste Ladung amerikanischer Kohle eingetroffen ist. Der Preis stellt sich auf etwa 2000 M. pro Tonne. Miihlenbauanstalt und Maschinenfabrik, vorm. Gebr. Seck in Dresden. Die Verwaltung erklärt, daß die bedeutende Kurs- steig erung in den Aktien ihrer Gesellschaft jeder Grund- läge entbehre. Tie Abschlußarbeiten seien noch nicht beendet. doch sei schon heute anzunehmen, daß für das abgelaufene Ge- schäfisjahr kaum eine höhere Dividende wird zur Ausschüttung gelangen können als im Vorjahre(8 Proz.). Die Beschäftigung sei sehr unregelmäßig gewesen. Kus aller Welt. Wasserbau-Ausstellung in Karlsruhe. Wie uns ein Droht- beriet aus Karlsruhe in Baden meldet, wurde �ort gestern in Gegenwart von Regierungsvertretern die große Landesaus- stellung eröffnet. Tie Ausstellung zeigt große Mengen von Plänen � Betriebs farnger Modelle; sämtliche geplante und vorhandene Wasserstraßen Süddeutschlands, besonders Rhein- Neckar-Donau-Kanal, Oberrhein-Regulierung, Donau-Bodensee- Kanal und Schweizer Verbände sind erstmalig beteiligt. Die Aus- itellung übertrifft hinsichtlich der Wasserbautechnik alle ihre Vorgängerinnen, sie wird bis zum 19. Oktober dauern. Deutschnationalc Köchin gesucht. Ein in Württemberg an» sässiger Geperal sucht in der„Kreuzzeitung" einen Diener und eine Köchin: nationale Gesinnung! Es scheint das Neueste zu sein, daß man sich nun auch in der kulinarischen Kunst nach alldeutschen Re- zepten richtet. Es wäre vielleicht gar kein schlechies Geschäft, wenn Graf Reventlow sich künftighin anstatt mit auslandspolitischen Artikeln mit der Abfassung alldeutscher Kochbücher belassen würde.' Wir sehen ihn schon im Geiste bei„treudeutschem Selleriesalal". Theater öer Voche. Vom 3. bis 1v. Oktober. Dol!»bühne: z, 5., g. Rabale und Liebe, i. Das Aatchen von Heilbronn. 6. pv'; von Berlichingen. 7. Eine Landpartie. Denvickclte Geschichte. 8. und 10. Na» Dawaslus. l. Teil.— Opernhaus:». Triilan und Isolde. 4. Hoffniann, Erzählungen. 5. Paleftrina. 6. Violett a. 7. Das Rheingold 8. Boheme. 9. Der Bordier von Eevilla. 10. Die Wailiire. IL Tiesland.— Schauspielhau»: 8. n. 9. Der Marquis von Keilh. 4. Coriolan. 5.. 7. und 10. Bobiva. 6. Peer Gynt. 8. Die Journaisiten. II. Der Kronprinz.— Deutsches Theater: 8, Stella. 4., 6, 8. u. 10. Einsame Menschen. 5. u. 9. Faust I. 7. Der Kausmann von Venedig.— Grolles Schauspielhaus: 8. und 10. Jedermann. 4, bis s. Danton, g. König Oedipus.— Kammrrspiel«: 8., 5., 7. und 10. Die Brandstäite. 4. Frühling» Er- wachen. 6. und 8. Stella. 9. Die Büchse der Panlwra.— Lessingtheater: Täglich: Das Gelübde Am 8. Peer Gynt.— Theater te der königgrätzer Straße: Z., k., 8. Mirandolina. 4., K. und 7. Erdgeist 9. und 10. Rausch.— Deutsche» '"1. Tiesland. Nürnberg.— .WW„.,_______________ Verlobung. iL, 7. und 8. Nathan der Weise. ZIachmlttagsvorslellungen. Volksbühne: 8: u. 10. Der Richter von gqlameo.— Schauspielhaus: 3. PolksvorsteUung: Fuhrmann Henschel. 10. Mi rguis von Keitd.— Deutsche» Theater: 8. Der Weibsteufel. 10. Der lebende Leichnani.— Kammcrspiele: 8. Die Buä'se der Pandora. 10. Der Weidsteufel.— Seich i-'sfi' C. Nathan der Weise.— Große» Schauspielhaus: Z. u. 10. Danton.— Die Tribüne: 8. n. 10. Bunbury.— Deutsches Kiiusilertheater: 8. u. 10. Pygmalion.— Komödien- theater: 8. u. 10. Der Biberpelz.— Berliner Theater: 8. u. 10. Wie einst im Mai.— Triauon-Theater: Z. u. 10. Der Roman einer Frau.— Residenz-Theater: 8. u. 10. Die Frenndin.— Komische Oper: 3. u. 10. Siebe im Schnee.— Metropolt he atrr: 10. Der Odersteiger.— Thalia-Theater: 3. u. 10. Die närrische Liebe.— Theater am giollendor rlaK: 3. u. 10. Der Vielgeliebte. 8., 7. u. 9. Der Freischütz.— Theater de» Westen»: 8. n. 10. Die Frau im Hermelin.— Kleine» Theater: 8.«. 10. Di« Plarrhau» omödie.— Wallnertheater: 8. u. 10. Eine Ballnocht— BalhaUa-Theater: 8. u. 10. Der Stolz der 8. Kompagnie.— Rose. Theater: 8. u. 10. Die Weber. 9. Schneewittchen.— Kasino-Theo, er: 8. u. 10. Der Hausdrache.— Luisen. Theater: 3. u. 40. Gio mich frei. 9. Der Cirnweipeter.- Rene» Voll». Theater: 8. n. ux Nora.— Adm'.ralspalast: 10. Die luftige Puppe. Täglich. Die Tribüne: Bunbury.— Deutschrs Klinstlertheater: DI« Scheidunosrcile.— Komödienbaus. Der unerbittlich« Schutzmann. Komödianteu» siege. Der gemütliche Kommissar.— Berliner Thealer! Der letzte Walzer.— Kleines Schauspielhaus: 8. bis s. Der Floh im Pauzerhau». Ab 7. Kinder- tragödie.— Triauon-Theater: Der Roman einer Frau.— Residenztheater: Die Freundin.— Zentraltheater: Frau Bärbel— Reue» Zentraltheater: Die Dame im Frack.— Frirdrich-Wilbelmstädt. Theater: Hoheit die Tänzerin.— Komische Oper: Liebe im Schnee.— Lustsplelhaus: Zwangseinquartierung.— Retropol- theater: Das Hoüandweibchen.— Rene» Operettenhan»: Die Estkosbaroneß.— Thaliatheater: Der dumme Franzi.— Theater am Nollendorsplatz! Wenn Liebe erwacht.— Theater der, Westen«: Der ersten Liebe goldene geil— Kleine» Theater: Die Psarrhauskomödie.— Wallner- Theater: Der Geiqer oon Lugano. — Waihalla-Theater: Der Stolz der 8. Kompagnie.— Rose- Theater: Der Antichrist. Kasiuo-Theater: Knorps sei. Witwe.—'Luisentheater: Die blonden Mädels vom Lindenhof.— Reue» Volkstheater! 8., 4., 8.-10. Der Biberpelz. 5.-7. Nora.— Folie» Eaprice: Versicherung gegen Ehebruch. Eine unruhige Stacht. Lea« Ohnmacht.— Admiralpalast: S u. 8. Die lustige Puppe. Sonst Flirt m Etz Moritz. Lerantw. für den redakt. Teil: Dr. Wrrncr Peiscr, Charlottenbura: für Anzeigen: To. Glocke. Berlin. Verlog: Vorwärls-Verlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Bor- würts-Buchdruckeret u. Berlagsanlialt Paul Singer u. Co.. Berlin. 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