Nr. 342. Erscheint täglich außer Mautag». Preis pränumerando: Viertel- jährlich 3,30 Marl, monatlich 1,10 Ml., wöchentlich 28 Psg. frei tn s Haus. Einzelne Nummer 3 Pfg. Sonntag«-Nummer mit tllustr. Sonntags-Beilage„Neue Welt" lOPfg. Post-Abonnement: 3,30Ml. pro Quartal. Unter Kreuz- band: Deutschland u. Oesterreich« Ungarn 2 Mt, sür das übrige Ausland 3 Mt.pr.Manat. Eingetr. tn der Post- Zeitungs- Preislift« sür 133. unter Nr.»313. 11. Jahrg. Jnsertions-Gebühr beträgt für die sünsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis t Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tage» bis 7 Uhr Abends, an Sonn- und Festtagen bis» Uhr Bor- mittags geöffnet. Lenisprecher: Amt I, Ur. 1508, Telegramiii- Adresse: «zoiialdeiiiolira» Aeriit,!' Verllner Volksblalt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Gin ZVork zur TslUtK. Ten ehrlichen und denkfähigen„Anarchisten", d. h. denen, die weder Spitzel noch Spitzelknechte sind und auch keine unzurechnungsfähigen Epileptiker— den Heißspornen, die mit ihren Wünschen dem organischen Entwickelnngsprozeß vorauseilen und durch persönliches Handeln die Verwirklichung oer Wünsche erzwingen zu könneil glauben— diesen, die e r n st- lich den Sieg der Arbeiterklasse wollen, und die auch noch die Fähigkeit haben, Thatsachen zu er- kennen und Schlüsse zu ziehen,— geben wir den Rath, sich einmal die Geschichte der holländischen Arbeiter- bewegung vor Augen zu führen. Holland ist kein modernes Industrieland— die Arbeiter sind nicht in Massen vereinigt, sie sind mehr auf die eigene Person gestellt— ein Umstand, der es verhinderte, daß die Arbeiterbewegung dort den Charakter einer Massenbewegung annahm, und der auf der anderen Seite dem Hang zur Ueberschätzung der persönlichen Kraft, als geeignet, den sozialen Ent- wickelungs-Prozeß willkürlich zu beschlemiigen, förderlich sein mußte. Der Nährboden war also gegeben für jenen phantastisch-utopistischen, aber ehrlichen„Anarchismus", der an die Propaganda der That glaubt— nicht des Meuchel- mordes und der Mordbrennerei, sondern des revolutionären Handelns, d. h. des gewaltsamen Vorgehens gegen die Organe des Klassenstaates und der kapitalistischen Gesellschaft. Die Holländer sind kräftige, zähe, selbständige Naturen. Angeregt durch das Beispiel von ökonomisch weiter entwickelten Ländern schaarte sich in Holland eine Anzahl von Arbeitern um das Banner der Sozialdemokratie— voran ein Mann von unleugbarer Einsicht und entschiedener Rednergabe. Eine günstige Verkettung von Zufällen führt diesen Mann in die Volksvertretung. Er glaubt an die Wunderkrast des Worts, seines Worts. Aber die Mauern des Bourgeois- Jericho fallen nicht vor den Posaunen des sozialdemokratischen Agitators. Und, statt die Ursache seines Mißerfolgs in der Un- Möglichkeit, in der Thorheit seines Verlangens zu erkennen, richtet er, nach Art der Kinder, seinen Zorn gegen das Messer, mit dem er sich in die Finger geschnitten hat, und verurlheilt den„Parlamentarismus", den er eben noch so himmelhoch gehalten, nun auf einmal in den tiefsten Ab- grund der Hölle. Und der Glaube an die Allmacht und Aeuillckon. 14 Crimieningtii ciiics KWimiMlicii. Aus dem Französischen von Jakob Andorf. Als wir uns wieder in Bewegung sehten, hatten wir einen Offizier vom Gcneralstab an der Spitze, welcher dafür galt Ortskenntnisse zu besitzen und der uns in morastigen Wegen und zwischen Gruben, in welche in der Dunkelheit viele Leute stürzten, umherirren ließ. Endlich führte man uns ans die Halbinsel Gennevielliers und gab Ordre, uns dort in den leerstehenden Häusern einzurichten, wie wir könnten, doch uns mit Tagesgrauen bereit zu halten. Es war elf Uhr Abends. Ich verhinderte, daß meine Leute sich zerstreuten, wie die anderen Kompagnien und schickte trotz der Finsterniß Unteroffiziere aus, ein Haus aufzusuchen, welches geräumig genug sei, uns alle aufzunehmen. Ich halte dafür, daß im Kriege vor allein gegenseitiges Zusammenhalten unter Kameraden herrschen muß; denn die schwierigste Lage ist leicht zu ertragen, wenn sie von Allen ohne Unterschied getheilt wird. Ich sah daraus, daß unter meinen Leuten dies Prinzip aufrecht gehalten wurde, um so mehr, als es unter ihnen einige junge reiche Leute gab, welche dann Grund zum Neid für die Aermeren abgegeben hätten. Es hatte den ganzen Abend geregnet und wir ivaren naß bis auf die Haut. Doch da wir gewärtig sein konnten, jeden Augenblick angegriffen zu werden, so unter- sagte ich den Leuten, sich zu'entkleiden. Sie legten sich wie es ging auf die Dielen, welche von unfern triefenden Kleidern gleichfalls naß waren. Ich verbrachte die Nacht ans einem Holzstoß, dessen scharfe Kanten mir ins Fleisch schnitten, mich aber doch in etwas die Nässe, welche wir mit uns gebracht hatten, nicht so empfinden ließ. Ich schlief während der ganzen Nacht keine Minute und lange vor Tag ließ ich Kaffee machen und brachte alle Wunderkraft des Worts verwandelte sich bei ihm in den Glauben an die Allmacht und Wunderkraft der T h a t— der individuellen That. Und wer noch an den Parlamen- tarismus glaubte, an den der Neubekehrte soeben noch, nur zu sehr, geglaubt hatte, der war ein Feigling, ein Verräther. Der holländische Paulus, der als Saulus sich am Wort den Magen erbärmlich verdorben hatte, stand vor der That. Hio Rhodus, hie salta! Hier gab's kein Aus- weichen— er mußte springen. Etliche Jahre hat er Zeit gehabt. Niemand hinderte ihn zu thun, was nicht zu thun von ihm Tag für Tag als Feigheit und Verrath an der Arbeitersache denunzirt ward. Und was hat er gethan? Nichts. Drei oder vier Prügeleien mit der Polizei, dreißig oder vierzig Prügeleien mit Arbeitern, die genau dasselbe erstreben und nur so verkehrt sind, dem Saulus gegen den Paulus Recht zu geben— das ist alles. Nein, nicht alles: d i e A r b e i t e r b e iv e g u n g in H o l l a n d i st aus Jahre hinaus zu Grunde gerichtet, das Gespött der Gegner. Wir wollen hier keinen Stein werfe» ans den ver- nnglückten Paulus. Wir sind überzeugt, daß seine Bc- kehrung einem inneren Bedürfniß entsprang, also ehrlich ivar, und wir zweifeln an den Fähigkeiten des Mannes sowenig wie an seiner Ausrichtigkeit. Allein gerade das macht sein jämmerliches Fiasko nur um so bedeutungsvoller. Er ist nicht gescheitert, weil er schlecht operirte, sondern weil er falsch operirte. Das Fiasko ist nicht der Person, sondern der Sache, der Taktik geschuldet; es war die nothwendige Folge der grundverkehrten Methode, und kein Anderer hätte das Fiasko vermieden. Die per- sönliche That ist, weil persönlich, machtlos gegenüber den Machtfaktoren des Kapitalismus, der nur durch orga- n i s i r t e n K l a s s e n- u n d M a s s e lt k a m p s über- wunden werden kau n. Kein ehrlicher und kein denkfähiger Arbeiter, der die Emanzipation seiner Klasse erstrebt, kann aber von einer Taktik das Heil erwarten, deren Verkehrtheit und Schädlich- keit durch das abschreckende Beispiel der Arbeiterbewegung Hollands so schlußkräftig und so— man erlaube das Wort — so klas sisch erwiesen worden ist. Um die Lehre noch eindringlicher zu machen, haben wir jetzt unmittelbar neben Holland das glorreiche Beispiel meine Leute wieder auf die Beiue. Das Haus, in welches ivir uns einquartiert hatten, war von einigen flüchtigen Mobilgardisten vor uns eingenommen, welche sich darin eingenistet hatten wie Ratten in einem Käse. Ich zwang sie in unsere Reihen zu treten. Wir ivaren seit zwei Stunden angetreten und die Leute unseres Bataillons waren noch nicht bei einander. Die Sorglosigkeit unserer Chefs hatte sie sich, um ein Obdach zu finden, auf eine beträchtliche Entfernung vertheilen lassen. Ich sah den Obersten Rochebrune, welcher am Abend desselben Tages fiel, wüthend einhersprengen, um seine Leute zu vereinigen und unserm Kommandanten zu- rufen: „Wenn man nicht mehr Fähigkeit besitzt ein Bataillon zu kommandiren, wie Sie, so bleibt man lieber zu Hause!" Endlich, nach mehreren Stunden ruhigen Ausharrens, setzte man uns in Bewegung. Wir zogen bei einem Re- giment der Linie vorüber, ivelches man per Eisenbahn her- aus transportirt hatte und wir hörten � die Worte: „Da sind sie, die famosen Anhänger des Krieges der Verzweiflung! Wie sie. entschlossen aussehen! Die werden aber die Preußen fressen!" Lebhaft betrübt durch diese Worte, welche mir iviederum bewiesen, daß die Feinde der Republik auf jesuitische Weise die Truppen bearbeiteten, um zwischen ihnen und der Nationalgard- Haß zu säen, konnte ich mich nicht enthalten, ihnen ohne Zorn zu erwidern: „Meine Freunde, es ist nicht unsere Schuld, daß man seit fünf Monaten uns verweigert hat auszurücken. Wartet bis zum Abend und Ihr werdet sehen, was wir im Feuer taugen." Nach zweistündigem Marsche auf's neue unbegreiflicher störender Aufenthalt. „Wir sind zu spät gekommen," sagte unser Oberst, „wir müssen eine ganze Division an uns vorbeilassen." Wir blieben zwei Stunden in einem aufgeweichten Felde stehen und knusperte» unseren Zwieback, den wir mit Branntwein begossen, das einzige vorhandene Ge- von Belgien. Welcher Kontrast! Und der Kontrast w schlagend und lehrreich. Die belgischen Arbeiter, gewitzigt durch die schlechten Erfahrungen, die sie vor zwanzig Jahren und mehr mit der„anarchistischen" Irrlichtern machten, die stets in den Sumpf führt, haben sich auf den Boden des Klassenkampfs, der Massenorganisation und der politischen Aktion gestellt. Statt ihre Kraft in müßigen Zänkereien, Phrasenorgien und Skandal- Demonstrationen zu vergeuden, faßten sie ihre Kräfte zusammen, rangen in heißem und langem Kampf den vereinigten Gegnern das allgemeine Stimmrecht ab, und obgleich man ihnen die Waffe hinterlistig zu ver- derben und abzustumpfen suchte, so wußten sie doch das verstümmelte Stimmrecht so geschickt und wirksam zu be- nutzen, daß alle Tücken und Nücken der Feinde zu Schanden wurden und der große Wahlschlachttag des 14. Oktober dem belgischen Proletariat einen großen Sieg brachte. Und ist das keine That? Ist diese Massenaktion von Hnuderttansenden, die in geschlossenen Reihen einem bestuumten Ziel zueilen, jeden Widerstand niederwerfen, sich den Eingang tn das Kapitol, den Sitz aller politischen und Mittelpunkt aller wirthschaftlicheu Macht, erzwingen— ist das nicht eine imposante Kraftentfaltung, und eine millionenmal wuchtigere That, als die körperliche Mißhandlung oder gar Tödtung eines Polizisten, der an den Ungerechtigkeiten der kapitalistischen Ge« sellschaft ebenso unschuldig ist, wie die Herren „Anarchisten" selbst, und dessen Leben oder Tod an dem Gang der Dinge nicht das Mindeste ändert? Und gehört zu einer solchen Aktion von Hunderttausenden nicht unendlich mehr Intelligenz, moralische Stärke und M n t h als zum heimtückischen Werfen einer Bombe ans dem Hinterhalt oder zu einem meuchlerischen Ueberfall mit dem Dolch? Alle sogenannten„anarchistischen" Hand- lungen in Holland und den übrigen Ländern haben die bürgerliche Gesellschast nicht erschüttert, sondern im Gegentheil ihr den gewünschten Anlaß zu Knebelgesetzen gegen die Arbeiterklasse geliefert— der Sieg des belgischen Proletariats vom vorigen Sonntag hat die Zwingburg des Kapitalismus in ihren Grundvesten erbeben g e m a ch t. In H o ll a n d die Arbeiterbewegung verpfuscht in B e l g i e n der glänzende Sieg des 14. Oktober— wer kann da zweifeln, ans welcher Seite die bessere Taktik? tränk, welches uns wie Feuer in den leeren Ein- geweiden brannte. Gegen Mittag kreuzten wir die Straße, welche nach Nanterre führt und unter dem Schutze der Mauern dieses Dorfes steht, auf welches die feindlichen Geschosse niederfielen; man sormirte uns in geschlossene Bataillonskolonnen. Unser Regiment war zwischen zwei Bataillone Linieninfanterie eingeschoben. Ein neuer Aufenthalt gestattete mir, mich auf einer ausführlichen Spezialkarte der' Gegend zu orientiren. Die Geschosse des Moni Valerien gingen über unseren Köpfen hinweg und diejenigen der Preußen aus. den Batterien der Carrieres St. Denis kamen selten bis zu uns. Auf den Abhängen der Hügel an der anderen Seite der Seine bewegten sich die Preußen in dichten schwarzen Massen vorwärts. Sie strebten dem Schlachtfelde mit einer anscheinenden Langsamkeit, aber erschreckenden Sicherheit zu. Sie kommen sicher an, dachte ich, aber in zwei bis drei Stundens, ein längerer Zeitraum, als wir uöthig hätten, in Versailles zu sein, wenn man es ernstlich wollte. Man ließ uns dann einen Flankenmarsch machen, der uns durch das Dorf Rueil führte; hier standen wir wieder still. Alle Augenblicke trafen wir auf Flüchtlinge der Mobil- garde, welche vorschützten, keine Munition mehr zu haben, doch hatten sie aus ihrem Gewehr keinen Schuß abgefeuert und ihre Patronentaschen waren meist noch ganz gefüllt. Ich ließ sie unerbittlich in unsere Reihen treten. Nachdem wir das Dorf hinter uns hatten, kamen wir in ein kleines Thal, welches ausgezeichneten Schutz gegen die feindlichen Geschütze bot, und wo sich einige Ambulanzen und mehrere Bataillone das Gewehr„bei Fuß" befanden. Auf unsere Fragen erwiderten die Leute, daß sie sich schon am Morgen geschlagen hätten, daß jetzt die Reihe an uns wäre, jeder käme daran. Ich glaubte ihnen nicht und nahm an, daß die Furcht sie irre reden ließ. Ich konnte nicht glauben, daß man hier eine Art Parade veranstaltete, bei welcher man die Theilnehmer vorbeimarschiren lasse, wie die Statisten in einer großen Pantomime im Zirkus. Ein trauriger Zug von Verwundeten auf Tragbahren Dolitische Leberlicht. Berlin, den 16. Oktober. Immer Neues fördert die Rechtsprechung im Neues und Charakteristisches. Silf und Nathlosigkeit geboten haben, das ist in frischem Gedächtniß. Freilich gewisse Leute haben es vergessen oder wenigstens nichts daraus gelernt. 91 Leicht gesagt. Die Bossische Zeitung" verlangt von " " ruhig ste Wahltag war, den Belgien jemals gehabt hat. Das spricht für den Ernst des Wahlkampfes und beweist, daß das Volk sich dieses Ernstes bewußt war. Die Betheiligung an der Wahl war außerordentlich Reich der Gottesfurcht und guten Sitte zu tage, immer dem Reichstanzler, er solle boch„ einen gründlichen Wandel groß- bis zu neun Zehnteln. Nur zum Theil ist dies Das Urtheil des in dem offiziösen Preßapparat herbeiführen", d.h. verhüten, auf den geseglichen Wahl zwang zurückzuführen, Disziplinargerichtshofes über den Kanzler daß die Reptilien einander widersprechen. Die findliche traft dessen jeder Wähler, der von seinem Stimmrecht feinen Leist, Kameruner Angedenkens, finden unsere Leser in Tante! Da ist überhaupt kein Wandel" zu schaffen. Das 1-3 Franks, im Wiederholungsfalle mit einer solchen von Gebrauch macht, das erste Mal mit einer Geldbuße von dem Gerichtsbericht. Daß der Disziplinarbehörde der Vor Reptilienvolk dient meistens zwei und mehr Herren und 3-25 Frants belegt, und schließlich des Wahlrechts ganz tritt gelassen wurde in der Leist Sache ist an sich ver: Herr von Caprivi wird von seinen„ Leuten" ebenso be- verlustig erklärt werden kann. Ohne den großen Wahlwunderlich genug. Sonft pflegt die Staatsanwaltschaft trogen, wie weiland Bismarck. Da giebts blos einen nicht so lange zu zögern mit ihren Anklagen. Indeß kann sie Wandel": einen zünftigen Fußtritt, der bas ganze eifer, der die Massen erfüllt, würde diese Bestimmung wohl ja das Versäumte nachholen. Wir sind recht gespannt Reptilienvolk dahin befördert, wohin es gehört: in die wenig gefruchtet haben. darauf. Aus dem Disziplinargerichtshof ist trok des an offe. erkennenswerthen Eifers des Vertreters des Auswärtigen Amtes, eine Sühne für die Leist'schen Thaten zu erwirken, der Angeklagte mit allen Ehren davongekommen. Er erhielt das Lob eines„ pflichttreuen und tüchtigen Beamten" als Pflaster auf die leichte Wunde, die ihm durch die Strafe der Versetzung in ein gleich hohes mit vier Fünfteln des bisherigen Gehalts dotirtes Amt zugefügt wurde. Dieses falomonische Urtheil macht den Eindruck einer Freisprechung für Leist, aber eine schwere Strafe wird damit denjenigen Unterthanen, schwarzen oder weißen, angedroht, die dem nächst den Regierungstünsten dieses Leist ausgesetzt werden sollen. Der Grundsay der Gleichheit erfordert ja auch, daß alle deutschen Unterthanen über einen Leisten geschlagen werden. " Wir lassen nun die weiteren Depeschen über das Wahlresultat folgen. Dasselbe stimmt nicht vollständig mit Die Gothaer Mannesseelen haben vor ihrem neuen den gestern von uns auf grund von Privattelegrammen Herzoge die Segel gestreckt, ihren Beschluß, die Hoftheater- gegebenen Ziffern. Ob letztere richtig sind, oder die des WolffSubvention zu kürzen, haben sie nun zurückgenommen. Hierüber schen und Herold's Bureau's, das können wir nicht entscheiden. meldet eine Depesche aus Gotha: Nach längerer Debatte hat der Landtag die Vorlage über Möglich, daß die Differenz durch das Lütticher Wahldie Bereitstellung der für das Theater erforderlichen Mittel mit ergebniß verursacht ist, in bezug auf welches man sich an15 gegen 4 Stimmen angenommen. geblich täuschte. trieben. Die Depeschen lauten: von unseren österreichischen Genossen mit aller Energie be- taten find( in Lüttich) nach dem offiziellen Wahlresultate nur vier Der Kampf um das allgemeine Wahlrecht wird Lüttich, 15. Dft. Entgegen den zuerst gemeldeten ResulMeldungen vor: Es liegen hierüber aus Desterreich folgende Sozialisten im ersten Wahlgange gewählt worden. Es finder Stichwahl statt zwischen einem Liberalen( Frère Orban), sechs Am Montag, den Vorabende des Wiederzusammentritts des Katholiken und sieben Sozialisten. Unter den letzteren befinden sich des Bieberzufammentritts Reichsraths fanden in sämmtlichen Bezirken Wiens start besuchte Anseele, Defuisseaug und Hektor Dénis. Arbeiterversammlungen statt, in denen eine gleichlautende Resolution. Brüssel, 15. Oktober. Bisher ist das Ergebniß aus 137 von 3 gunsten des allgemeinen direkten Wahlrechts angenommen und 139 hiesigen Wahlbureaus bekannt, es erhielten die Sozialisten für eine zu Donnerstag einberufene Massenversammlung Pro- 42 418 Stimmen, die Liberalen 64 408, die Katholiken 98 124 paganda gemacht wurde. Die Versammlungen verliefen durch Stimmen. Eine Stichwahl zwischen Katholiken und Liberalen ist weg ruhig. sicher. Die frühere Kammer zählte 98 Katholiken, diefelben verlieren 10 und gewinnen 2 Size; ferner zählte die Kammer 59 Liberale, dieselben verlieren 24 und gewinnen 7 Site. Die Sozialisten, welche in der früheren Rammer nicht vertreten waren, erhalten 19 Size. into ble Ener " Auch dem Wahlrecht will die Regierung zu Leibe gehen. Nun, in Belgien hatte die Regierung es mit einer Abschwächung wir sagen: Fälschung des allgemeinen Wahlrechts versucht. Und der Erfolg? Der In Brünn fand am gleichen Abend wiederum ein Massen14. Oftober 1894. Kein Zweifel, man kann in Deutsch- aufzug der Arbeiter als Kundgebung zu gunsten des allgemeinen land das Wahlrecht so forrigiren", daß sozialistische Wahlrechts statt. Kandidaten nicht mehr gewählt werden können. Allein Der Erfolg der belgischen Genossen wird die Energie Jin Senate befanden sich 47 Katholiten, fie gewinnen 10 und glaubt man, daß sich die deutschen Arbeiter zu einer solchen unserer österreichischen Brüder noch mehr stärken. verlieren 3 Size; die Liberalen, deren Zahl im Senate 30 betrug, Komödie hergeben? Und ist die deutsche Sozial- Der Budgetausschuß der französischen Kammer verlieren 10 Size, welche die Katholiken gewinnen, dagegen ge demokratie schwächer, wenn man es ihr hat einen Antrag, welcher dahin zielt, die amortifirbare winnen die Liberalen 3 von den Katholiken verlorene Size. In unmöglich macht, an die Wahlurne 3u 3prozentige französische Rente in eine 9 Arrondissements haben Stichwahlen stattzufinden. In Mons gehen? U. A. w. g. nicht amortisirbare umzuwandeln, einfach warfen die Sozialisten die Fenster des katholischen Vereinshaufes ein. Zur Naturgeschichte der Angstpolitik. Die„ Bossische abgelehnt. Ein gutes Stimmungsbild geben die Telegramme der Beitung" bringt heute nach berühmten Mustern" folgende Der französische Chauvinist Tudet, auf dessen Hetz- Wiener Neuen Freien Presse", die wir im Auszuge mitzeitgemäße Reminiszenz: Das Uebel wächst täglich es wird bald auf dem Gipfel thätigkeit im Intereſſe Rußlands wir neulich hinwiesen, theilen: Brüssel, 15. Oftober. Die zur Verhinderung von Ruhe angelangt sein.". Der Geist der Revolution hat im Geist überhaupt eine sehr aurüchige Persönlichkeit. Er war biete des deutschen Bundes eine solche Entwickelung erhalten, tief in den Panamaskandal verwickelt, half bei dieser Gelegen- störungen aufgebotene Bürgergarde fonnte gegen Mitternacht daß vielleicht nur wenige Augenblicke übrig bleiben, welche den heit, um Clemenceau und andere unbequeme Politiker zu auseinandergehen, weil feine Störungen zu befürchten waren. Regierungen noch gestatten dürften, das völlige Uebergießen des verderben, in der bekannten Aftenfälschung( falsche Bisher läßt sich ein großer Sieg der Kleritalen und eine vollStromes zu hindern.. So schrieben preußische und Unterschriften u. s. w.), und wurde, als er Clemenceau, der ständige Niederlage der Doktrinär- Liberalen konstatiren. Ein mehrfacher Sieg der Sozialisten ist vorauszusehen. österreichische Staatsmänner, Bernstorff und Metternich, ihm einen Fußtritt gegeben, zum Duell fordern wollte, von Besonders große Erregung hat hier hervorgerufen die Niederlage nach der Ermordung Kotzebue's. Ob der Staatskanzler einem Ehrenrath für satisfaktionsunfähig", erklärt, das Bara's, des langjährigen Führers der Liberalen, Woeste's, des wirklich an die Gefahren glaubte, die er anderen gegen heißt für ein so anrüchiges Subjekt, daß ein anständiger Führers der Klerifalen, Frère- Orban's, des Führers der Lütticher über mit Behagen ausmalte, mag zweifelhaft Sämmtliche Minister der gegenwärtigen klerikalen fein; aber da einmal ein Mordanschlag ausgeführt Mensch sich nicht mit ihm befassen könne, und sich selbst Liberalen. war, fo fland alsbald die Absicht bei ihm fest, beschmugen würde, wenn er ihn durchprügelte. Solches Regierung gelten als gewählt. der Sache die beste Folge zu geben", die mög- Gesindel hat den Patriotismus und Chauvinismus in Erblichste Partie aus ihr zu ziehen". Der allgemeine pacht. Schrecken sollte benügt werden, um gegen Studenten und Profefforen, gegen Preßfreiheit und Verfassung einen Schlag zu führen, und Gent schrieb, daß die gewaltsamsten Katastrophen in der moralischen wie in der physischen Welt nüßlich und sogar wohlthätig werden können, wenn sie Entschlüsse wecken und Maßregeln befördern, die sonst vielleicht nur viel später, vielleicht nie zur Wirklichkeit gekommen wären." Bernstorff überbot noch Metternich, indem er ganz besonders die unumgängliche Nothwendigkeit, die unerhörten Ausschreitungen der deutschen Beitungen einzudämmen", auf das stärkste betonte. Metternich aber schrieb an seine Frau: Mit Gottes Hilfe hoffe ich die deutsche Revolution zu schlagen, wie ich den Eroberer der Welt überwunden habe." " di Ueberall witterte man Umsturs, Revolution, Königsmord. So weit die" Vossische Zeitung", der wir nicht weiter folgen wollen. Metternich war allerdings ein Hasenfuß, und so kann ergleich Bismarck wohl für seine werthe Person Angst gehabt haben. Aber der ganze Demagogen- Spektakel war ihm nur Mittel zum Zweck ganz wie später dem Fürsten Bismarck, und wie gegenwärtig den Urhebern des Umstürzler- Spektakels". 1 Wie die Metternich- Komödie seiner Beit endete, wie im Jahre 1848 unter allen Staatsmännern der Welt Metternich die erbärmlichste Rolle gespielt, und wie unter allen Ne gierungen der Welt die von ihm genial beherrschten deutschen Regierungen das jammervollste Schauspiel von wurde an uns vorbei gebracht. Ich bemerkte vor Allen einen blutjungen Menschen mit einem Schuß im Bein. Er richtete sich auf von der Bahre, schwang sein Räppi gegen uns und rief:" Es lebe die Republik!" Wir antworteten mit Begeisterung. Dieser kleine Vorfall gab uns wieder frischen Muth. Von neuem in Kolonnen formirt, schob man uns auf den Abhang eines kleinen Hügels vor, wo wir in den aufgeweichten Boden bis über die Knöchel einfanten. Wir vernahmen das unheimliche Rasseln der Mitrailleusen, aber wie groß war unsere Ueberraschung, als wir vor uns in der Thalschlucht einen ganzen Artilleriepark aufgefahren sahen, der keinen Schuß that. Brüssel, 15, Oftober. Die letzten aus den Provinzen eingelaufenen Wahlnachrichten lauten immer günstiger für die Kleritalen und Sozialisten. In den offiziellen Kreisen herrscht Der Sieg unserer belgischen Genoffen stellt sich um große Bestürgung wegen der völlig ungeahnten Erfolge der so bedeutender heraus, je mehr wir mit den Thatsachen be- Sozialisten in Charleroi, Lüttich und Namur. Während die fannt werden und sie uns vor Augen führen. Zunächst ist Sozialistenführer selbst nur auf vier Size gehofft hatten, werden zu bedenken, daß das allgemeine Wahlrecht, durch die finn sie wenigstens 15 erhalten. Die schutzöllnerische Politik der Re reiche Vorrichtung der Pluralstimmen, für die Ar- gierung ist verurtheilt, das Kongo- Unternehmen des Königs ge= beiter, die nur eine Stimme haben, während den Besitzenden fährdet. Bon offiziöfer Stelle wird versichert, daß die Stellung be Burlet's als Rabinets- Chef unhaltbar ift. Die Blätter je 2 und 3 verliehen sind, thatsächlich zu einem halben tonstatiren, daß in keinem Lande Europas der Kollektivismus je und einem Drittels Wahlrecht gemacht worden ist. Die einen solchen Siegestag zu verzeichnen hatte. In der künftigen Arbeiter bedurften also eines verhältnißmäßig weit größeren Stammer erwartet man große sozial- politische Debatten. Brüssel, 15. Oftober. Das Resultat des gestrigen Kraftaufwandes, als bei allgemeinem und gleichem Wahlrecht nöthig gewesen wäre. Dazu kommt, daß die Behörden historischen Wahltages ist schwarz- roth. Die Klerikalen behalten mit aller Anstrengung und dem höchsten Aufgebot der Ver- die Majorität, die jedoch nur von der Sturzwelle des Sozialis waltungs- und Regierungskräfte für die ministeriellen Kan- mus bedroht ist. Die wirklichen Sieger des Tages, wenn sie didaten thätig waren. Das liberale Märchen von einer auch vorderhand nur eine numerisch fleine Gruppe in der neuen Kammer bilden werden, find die Sozialisten. Die Liberalen verUnterstützung der sozialistischen Kandidaten durch die lieren 31 Mandate, die Klerikalen sieben. Die Wahloperationen Behörden ist genau das Gegentheil der Wahrheit. verliefen im ganzen Lande in musterhafter Ordnung und Ruhe. Bei keiner früheren Wahl ist die belgische Re- Rein einziger bedauerlicher Zwischenfall fand statt. Nur in gierung so rücksichtslos gegen alle ihre Gegner Neufchateau( Luxemburg) mußte die Wahl für null und nichtig vorgegangen wie diesmal. Mit der Regierungsmajorität erklärt werden, da die offiziellen Bulletins benützt worden waren, ist es trotzdem nicht weit her. In Brüssel und in anderen um den Wählern im voraus Anweisungen zu geben, wie sie abStädten kommen die ministeriellen Kandidaten in die Stich- zustimmen hätten. In Brüssel ist die Stimmung sehr niederwahl; und da werden sie in vielen Kreisen einer Koalition gedrückt. Nur die Sozialisten feiern ihren Sieg. Brüssel, 15. Oktober. Die Etoile", in einem Leitartikel von Sozialisten und Radikalen erliegen. Die Regierungs- das Wahlresultat bedauernd, sagt," daß das allgemeine Stimmmajorität wird vermuthlich nicht größer sein als sie jetzt ist. recht gegen seine Urheber undankbar gewesen sei, indem die Alle Berichte stimmen darin überein, daß Sonntag der Liberalen 31 Size verloren. Das Blatt beschwört die Liberalen, " Unser Oberst ist gefallen und wir müssen uns wieder sammeln." 3109 Der Fall Brahm. " Beleuchtet von Otto Brahm dem Aelteren. Er war vom Regimente Rochebrune. Ich forderte ihn Von der Neuen Zeit" beauftragt, über Fulda's neues Luftauf, sich uns anzuschließen und zum Angriffe zurückzukehren. spiel, das heute im Deutschen Theater aufgeführt wird, eine Er willigte ein. Unser Oberst war auch für uns unsichtbar ritit zu schreiben, hatte ich am 11. b. m., an demselben Tage, geworden, aber dieser nicht durch eine Kugel. Ich bat einen an welchem in den Tagesblättern angezeigt wurde, die erste jungen Ingenieur- Offizier, uns etwas Dynamit und einige Aufführung des Stücks solle am 16. d. M. stattfinden, eine Karte Pioniere mit zu geben. Hierauf, ohne höheren Befehl, an die Direktion des Theaters gerichtet mit dem höflichen Eraus eigenem Antrieb gingen wir friechend vor bis an die suchen, mir als dem Rezensenten der Neuen Zeit" ein paar Mauer. Man hieb schnell eine Stelle unter der Mauer Billets auf den ersten sechs oder acht Reihen des Parquets heraus für den Dynamit; aber diese Arbeit wurde so über- 3u referviren, selbstverständlich, wie ich ausdrücklich be Als ich heute mertte, gegen Zahlung des Kostenpreises. haftet, daß die frühzeitige Explosion keine andere Wirkung die Billets abholen wollte, gab man mir zwei Pläße auf Groß war aber unsere Wuth, als wir bemerkten, daß ausübte, als unsere braven Sappeure zu tödten. der vierzehnten oder gar sechzehnten Reihe, Plätze, von die Linienbataillone und unser Brigadegeneral eine andere Unsere Leute stießen vor Wuth mit ihren Bajonetten denen nichts oder doch so wenig zu hören und zu sehen ist, daß Richtung eingeschlagen hatten. Ohne Zweifel," dachte ich, durch die Schießscharten, hinter welchen eine Handvoll sie eine gewissenhafte Kritit unmöglich machen, und erwiderte " haben sie kein Zutrauen zu uns und verachten unsere Preußen ein ganzes Armeekorps in Schach hielt. Unsere auf meine Reklamation, für mich" feien noch die besten Pläge" Unterstützung, oder auch sie haben den Befehl, uns bis an Reihen lichteten sich und unsere Mitrailleusen, welche den ausgesucht worden. Es versteht sich, daß ich unter diesen Umdie feindlichen Linien zu führen, wo wir dann allein sehen Feinden nichts anzuhaben vermochten, überschütteten jetzt ständen auf den Besuch des Theaters verzichtete. Was mich veranlaßt, diesen Fall Brahm" im Vorwärts" mochten, was wir ausrichten könnten. Ihr Verfahren schien uns mit ihren Kugeln. uns zu sagen:" Ihr habt Soldat spielen wollen. Schön, Uns bleibt nur eins zu thun übrig," rief ich, wir veröffentlichen, ist der Umstand, das Herr Brahm das Berliner Boltsblatt", den heutigen Vorwärts", als eine bewünschen Euch viel Bergnügen, wir waschen unsere müssen zurück nach Rueil, und mit unseren Händen sonders zuständige Instanz für die Beurtheilung derartiger BorHände!" Ich ging auf Kundschaft um das Haus Crochard, tragen wir die Kanonen hinauf, um diese Mauer zu- tommnisse anerkennt. Im Herbste des Jahres 1890 widerwo sich der Stab des General Ducrot befand. Ich konnte sammen zu schießen. Ju der Weise, wie wir ge- fuhr ihm angeblich oder wirklich von einem hiesigen Theater nichts erfahren. Der General speist zu Mittag," sagte tommen, erreichten wir wieder unsere erste Stellung. direktor genau dieselbe Unbill, die er mir zugefügt hat. Ich laffe man mir. Frische Austerschalen, welche um das Haus herum Ich machte die Wahrnehmung, daß das Schießen der ihn nun selbst sprechen, mit Auslaffung einiger überflüssiger lagen, erhöhten die Wuth der Nationalgarden. Ich sagte deutschen Kanonen aufgehört hatte. In der That, seit Schimpfereien, und indem ich den Namen und das Theater des ihnen, daß. wahrscheinlich die Preußen noch diesen Vormittag dem Bombardement waren die großen Geschüße auf Herrn Brahm nenne, wo er den Namen und das Theater des hier gefrühstückt hätten. Diese Annahme beruhigte sie etwas. Die Forts gerichtet worden mit Ausnahme des Mont von ihm angegriffenen Direktors nennt, sonst wörtlich nach der Die Mitrailleusen, welche in einiger Entfernung rechts Valérien. Die Feldgeschüße waren zurückbeordert worden Freien Bühne", erster Jahrgang, S. 995: vom Hause auf einem Damm postict waren, schienen und die Artilleristen nur mit dem Bombardement beschäftigt. Wunder zu thun, wenigstens so viel der Lärm, welchen sie Nie war eine Gelegenheit günstiger zu einem Ausfall gewesen, aber man hätte, anstatt die Zeit zu vertrödeln, von machten, schließen ließ. Morgens früh an marschiren müssen. Es war voraus zu sehen, daß der Feind am nächsten Tage bedeutende und hinreichende Verstärkung würde erhalten haben. Worauf schießt man denn?" fragte ich. Auf eine Mauer von Malmaison seit heute Morgen. Zwei gehörige Kugel hätten genügt, sie umzuwerfen," erwiderte mir ein Kapitän, welcher einige Leute aus dem Ge fecht zurück führte. Malmaison ist die Pforte von Versailles." Warum verlassen Sie das Gefecht?" " Als wir in Rueil wieder angelangt waren, verweigerten die Artilleristen, vorschützend, daß sie keinen Befehl hätten, ihre Kanonen von uns den Berg hinan schleppen zu lassen. ( Fortsetzung folgt.) " -" Otto Brahm ist, wie jedermann weiß, als Kritiker zuerst in die Deffentlichkeit getreten: als ein scharfer und überscharfer Beurtheiler, der zum Wit den Hohn, das beißende und vernichtende Wort falt lächelnd' fügte. Er hat die Freiheit der Kritit im weitesten Maße vertheidigt für sich selber; andern aber hat er ein freies Wort niemals gestatten mögen. Eine seiner ersten Amtshandlungen als neugebackener Direktor ist denn auch der Versuch gewesen, öffentliches Urtheil zu beeinflussen. Unfer Erstaunen war nicht groß: man hatte sich von dem Mann, der blutigen Vergangenheit zum Troh, der That versehen." Inzwischen ließ der Mißerfolg der ersten Vorstellungen, diese allgemeine Unbeliebt " das allgemeine Stimmrecht deswegen nicht zu bekämpfen, denn Die Dahomeweiber waren als Gouvernementsarbeiterinnen Auditeur Berge( Beisthende). Die öffentliche Anklagebehörde die Wähler würden später ihre Fehler einsehen. Von den So- in erster Linie dem Ingenieur Drees unterstellt und von vertritt Legationsrath Rose, die Vertheidigung führt, wie bereits zialisten in London, Paris und Wien sind bereits Glückwunsch- letzterem dem Gärtner Walter zur Beschäftigung im erwähnt, Rechtsanwalt Müseler( Berlin). Als Protokollführer Telegramme im Voltshause eingelaufen. Bisher sind die Senats Gouvernementspark überwiesen. Drees und Walter follen fungirt Gerichtssekretär Allmann. Den Zeitungs- Berichterstattern mandate zwischen den Klerikalen und Liberalen im selben Ver- nun beständig über die maßlose Faulheit" der Dahome wurde vom Präsidenten gestattet, auf den Schwurgerichtsbänken hältnisse vertheilt, wie vor den Wahlen. In Lüttich wurde der weiber geklagt haben. Diese wollten angeblich nicht arbeiten Platz zu nehmen. Präsident Freiherr Dr. v. Seydewitz eröffnet Sozialistenführer Demblon von der Menge im Triumphe durch und sollen stets sofort die Arbeit verlassen haben, sobald der gegen 10 Uhr Vormittags die Sigung. Angeklagter ist ein großer, die Straßen getragen. Von einer Droschte herunter hielt er eine Weiße den Rücken gekehrt habe. Alle über diese Weiber ver- fehr freundlich aussehender Herr, mit brünettem Teint. Sein Rede, erklärend, die sozialistischen Abgeordneten werden ins hängten Strafen sollen wirkungslos gewesen sein. Auftreten verräth fofort den Kavalier. Die Parlament einziehen, um der Reaktion den Kopf zu spalten. Das Herold Bureau versendet noch die folgende Depesche: iladi mi Brüssel, 16. Oktober. Offizieller Meldung zufolge wurden für den Senat 51 Klerikale und 24 Liberale gewählt. Eine Stichwahl ist nothwendig. Für die Kammer find 74 Kandidaten der Klerikalen, 3 Liberale und 18 Sozialisten gewählt worden. Sechszig Stichwahlen müssen vorgenommen werden; dieselben sollen sämtlich am Sonntag stattfinden. " Crispiob Der Vossischen Zeitung" wird aus Paris d. d. 15. Oftober telegraphirt: น " A Angeklagter: Kanzler Leist vor der kaiserlichen der Speisesaal des deutschen Beamten, hinein und hielten in der den Weibern die fi fttücher abgenommen, so daß fie Disziplinarkammer. Potsdam, 16. Oktober 1894. " Weiber auf Befehl des Angeklagten 5-10 Hiebe mit einer ge= drehten Flußpferdpeitsch e. Diese Prozedur muß als eine äußerst brutale und rohe bezeichnet wer den. Es steht dem Angeklagten sehr schlecht an, wenn er rief: Beug runter". Wenn man Männer entblößen läßt, um sie zu züchtigen, so ist dies zu tadeln. Geradezu brutal ist es aber, von Weibern zu verlangen, daß sie sich entblößen follen. Disziplinarstrafen sind allerdings in Ländern, wo die Kultur auf einer so niedrigen Stufe steht, wie in Kamerun, erforderlich, Prügelstrafe ist jedoch weifellos unstatthaft, fie wird an der ganzen westafrikanischen Küste nicht ange= Da die männlichen Dahomes, soweit sie nicht Soldaten Berhandlung beginnt mit der Verlesung der sehr umfangwaren, für schwere, namentlich die Kai- Hinterfüllungsarbeiten reichen Anklageschrift Anklageschrift seitens des Legationsraths Rose. verwandt wurden und deshalb, außer einigen Knaben, die Sol- Gleich darauf unterbricht der Präsident den Legationsrath Rose datenweiber die einzigen Arbeiter des Gärtners bildeten, so war mit der Bemerkung: ob es nicht angezeigt sei, bei die Faulheit der Weiber für letzteren um so empfindsamer. Am der nun folgenden Werlesung im Intereffe 15. Dezember 1893 wurde wiederum bei dem stellvertretenden der öffentlichen Sittlichkeit die DeffentlichGouverneur Leist über die Trägheit der Dahomeweiber Rlage teit auszuschließen. Legationsrath Rose: Die eingeführt. zelnen Vorgänge sind in der Deffentlichkeit vollständig bekannt. Letterer beschloß infolge dessen, die Weiber einmal selbst bei Es hatte in der Bevölkerung eine große Erregung Plaz geder Arbeit zu kontrolliren. Eine Stunde nach Beginn der griffen, so daß ich der Meinung bin, das, was hier vorgetragen Arbeitszeit fand er dieselben noch in ihren Hütten. Leift trieb wird, ist bereits in der Oeffentlichkeit bekannt. Die Vorgänge die Weiber nunmehr zur Arbeit an, als er jedoch eine halbe find auch in der Presse sehr aufgebauscht worden, das AusCrispi drahtete( soll deutsch" sein für: telegraphirte) heute Stunde später wieder zum Arbeitsplatz fam, waren sämmtliche wärtige Amt hat daher keine Veranlassung, einen Antrag auf aus Neapel an Ricordi, Verdis Verleger und Freund, der den Weiber in ihre Hütten zurückgekehrt. Leist verfügte nun die Ausschluß der Deffentlichkeit zu stellen. Vertheidiger: Jch Meister hierher begleitet hat:„ Stolz darauf, daß der italienische öffentliche Auspeitschung der Dahomeweiber habe nichts gegen die Zulassung der Deffentlichkeit, zumal dies Name durch die große und sympathische Hauptstadt hochgeehrt mittels einer Flußpferde- Peitsche. Nach dem die nur im Interesse meines Klienten sein kann. Allein bei dem wurde, sehe ich darin die Vorbedeutung einer brüderlichen Dahome- Soldaten, die zum Theil die Männer zweiten Theile der Anklage, wird es doch erforderlich werden, Zuneigung zwischen den beiden Nachbarvölkern der zur Auspeitschung verurtheilten Weiber den Ausschluß der Deffentlichkeit zu beschließen. und fegne die Kunst, die mir dazu Gelegenheit geboten hat. waren, auf Befehl Seist's einen Kordon gebildet Leist: Ich habe nichts gegen die Zulassung der Deffentlichkeit, Ruhm sei Verdi, der durch seinen Zonzauber den Weg hatten, befahl Leist, etwa 50 Dahomeweiber, auf ich wünsche blos bei einem Theile der Verhandlung, den Auszu einem Gleichtlang der Herzen über die diesen durch Dahome Soldaten abgesperrten schluß der Deffentlichkeit, damit nicht gewiffe Persönlichkeiten in Alpen erschlossen hat!" Play zu führen, ihnen die Hüfttücher abzu- der Presse blosgestellt werden. Nach kurzer Berathung des Diesen fentimentalen Gallimathias verübt derselbe nehmen und alsdann 5-10 Hiebe mit der Fluß Gerichtshofes verkündet der Präsident: Nach der Erklärung des Mann, der in frivolster Weise die Franzosen provozirt und pferdepeitsche zu verabfolgen. Dieses Vor Herrn Vertreters des Auswärtigen Amts hat der Gerichtshof die berüchtigte Bismarck'sche Kaltwasserstrahl- Politik" noch tommniß veranlaßte unter den Dahomern große vorläufig feine Veranlassung, die Oeffentlichkeit auszuschließen, überbismarckt hat. Nächstens wird Herr Crispi wohl an Erregung. Sie hielten sofort eine Versammlung ab, auf der Gerichtshof behält sich allerdings einen solchen Beschluß vor. welcher beschlossen wurde: sogleich eine Deputation an Leift be- Legationsrath Rose trägt nun weiter die Anklage vor, bie seinen ehemaligen Freund De Felice, den er aufhufs Einführung besserer Zustände zu entfenden. Angeblich soll sich im Großen und Ganzen mit den bereits mitgetheilten That18 Jahren in den Kerker geschickt hat, einen zärtlichen Brief die Deputation den stellvertretenden Gouverneur nicht zu Hause fachen deckt. Aus dem Vortrage des Legationsrath Rose geht schreiben, in dem er ihn seiner tiefsten Verehrung und getroffen haben. Die Erregung wurde dadurch noch noch hervor: Es wurden am 15. Dezember 1898 auf Befehl des Sympathie versichert. größer. Eine Anzahl Dahome Soldaten, unter An Angeklagten 20 Weiber mit einer gedrehten Flußführung des Dahome Häuptlings Mamadu stürmte mit pferdpeitsche öffentlich ausgepeitscht. Die Weiber geladenen Gewehren auf das deutsche Gouvernementsgebäude zu. wurden über eine 3ementtiste gelegt, feft gehalten Die Dahomer drangen in die sogenannte Beamtenmesse, d. i. und nachdem der Angeklagte gerufen: Beug runter", wurden Erregung den daselbst gerade anwesenden Assessor Riebow, der vollständig entblößt waren. Alsdann erhielten die ebenfalls Mitglied des deutschen Gouvernements war, für Leist. Gin wohlgezielter Schuß und Riebow war eine Leiche. Dies Der Aufstand zu Kamerun gelangt heute vor der kaiserlichen gab den Weißen Veranlassung, sich ebenfalls schleunigst zu beDisziplinarkammer in Potsdam zur Erörterung. Vor diesem waffnen. Ehe man es sich verfah, tobte in Kamerun zwischen ad hoc gebildeten Gerichtshof erscheint heute der Kanzler Leist. den Dahomern und den Weißen, denen die Duallas und auch Bekanntlich wird diesem zum Vorwurfe gemacht: er habe den viele Dahomer zur Seite standen, ein heftiger Kampf, der Todte am 15. Dezember 1893 zu Kamerun ausgebrochenen Aufstand und verwundete auf beiden Seiten zur Folge hatte. verschuldet. Leist, ein Mann von 35 Jahren, wurde im Jahre Die Dahomeweiber nahmen nicht nur aftiv am Kampfe 1887 Gerichtsassessor und trat am 1. Januar 1889 ins Aus- Theil, schleppten auch Gewehre und Munition herbei und feuerten wärtige Amt ein. Von diesem wurde er am 1. September 1890 die Männer zum Kampfe au. Die Weißen zogen sich auf ihre als Kanzler, d. h. als erster Gerichtsbeamter nach Kamerun Schiffe zurück und führten von dort aus ihre Vertheidigung. entsandt. Der Kampf währte bis zum 23. Dezember und endete mit der Leift verwaltete dieses Amt bis Ende März 1892. Im vollständigen Niederlage der Dahomes. Bei heftigem Gewehr- wandt. Bisher ist sie im ganzen zwei Mal, einmal im Serbſt 1891 wurde er etatsmäßiger Beamter des deutschen feuer auf beiden Seiten wurden die Dahomes schließlich sprung: Jahre 1888 von dem Grafen Pfeil ausgeführt worden. Gouvernements zu Kamerun. Ende Februar 1893 begab sich weise über Tokotodorf hinaus in den Busch getrieben. Drei Jedenfalls lag eine Ursache zur Verhängung Leist, der bis dahin auf Urlaub war, wiederum auf seinen Geschüße und viel Munition wurde zurückerobert. Eine Ver- einer solch schweren Strafe nicht vor. Die An Posten nach Kamerun, den er bis Ende März 1894 verfah. Im folgung in den Busch verbot sich bei der geringen Stärke des flagebehörde behauptet, daß die Auspeitschung der Weiber am Juli 1898 begab sich der Gouverneur v. Zimmerer auf Urlaub. Landungskorps. 15. Dezember 1898 die unmittelbare Ursache des Aufstandes ist. Aus diesem Anlaß wurde Leist von dieser Zeit ab bis zum Es würden deshalb täglich Patrouillen entsandt, die aus den Der ganze Zorn des Dahomes richtete sich gegen den An24. Februar 1894 mit der Stellvertretung des Gouverneurs be- treu gebliebenen Polizeisoldaten gebildet wurden. Diese haben geklagten. Die Duallas waren bemüht, die Dahomes zu be traut. In dieser seiner Eigenschaft soll er sich arger Ueber- eine Anzahl Dahomesoldaten und deren Weiber gefangen ge- ruhigen. Diese antworteten ihnen aber: Die Ausschreitungen seiner Amtsbefugnisse schuldig gemacht haben. nommen und viele geraubte Gegenstände zurückgebracht. Leist peitschung unserer Weiber tönnen wir uns Diese sollen nun den erwähnten Aufstand herbeigeführt ließ die gefangenen Männer sämmtlich hängen, nicht gefallen lassen, wir müssen zunächst den Leiſt haben, Leist behauptet in einem an den deutschen Reichskanzler die Weiber dagegen, von denen viele Säuglinge hatten, be tödten, dann werden wir Frieden schließen." Ich gebe ja zu, Grafen von Caprivi, dato Kamerun, den 1. Januar 1894, gnadigte er. Die Weiber wurden nach den im Innern ge- daß Zündstoff bereits unter den Dahomesoldaten, weil sie feine erstatteten Bericht: Es sei schon längst eine große Gagrung unter legenen Stationen deportirt. Auf den Kopf des Rebellen- Röhnung bekamen, vorhanden war. den Dabome- Soldaten gewesen. Diese Dahomes waren bekannt- anführers Mamadu wurde eine Belohnung von 100 M., auf den anderem das Gerücht verbreitet, der deutsche Kaifer lich früher Sklaven des Häuptlings Behanzin von Dahome und Kopf der übrigen Rebellen eine solche von 50 W. gefeßt. Die Ein- habe die Löhnung geschickt und Leist halte die Gelder vor, die wurden im Jahre 1891 durch Baron von Gravenreuth frei- lieferung eines Dahomeweibes wurde mit 20 M. belohnt. Von unmittelbare Ursache des Aufstandes war aber zweifellos die getauft. der feindlichen Partei sollen etwa 5 bis 6000 Gewehrpatronen Auspeitschung. Jedenfalls war der Angeklagte Da aber dieser Loskauf sehr viel Geld fostete, so wurden die und 2000 Schnellladegeschosse verfeuert worden sein. Der durch nicht befugt, eine solche Maßregel anzuordnen. Dahomes in Kamerun als Polizeisoldaten verwendet, erhielten den Aufstand verursachte Schaden an staatlichem Eigenthum be- Dem Angeklagten wird ferner zum Vorwurf gemacht, daß er sich aber keinerlei Löhnung, sondern lediglich Verpflegung. Die ein- siffert sich, nach oberflächlicher Berechnung Leist's und des sogenannte Pfandweiber, das sind Weiber, die die Männer, geborenen freien Neger, die Duallas erhielten dagegen, außer Ingenieurs Drees auf etwa 20 000 M. Am meisten hatten das behufs Leistung einer Sicherheit verpfänden, welche im Geder Verpflegung einen Sold, der während ihrer Refrutenzeit Gouverneurhaus und das Hospital gelitten. Ausgeraubt wurden fängniß des Gouverneurbaufes untergebracht, 20 M., später 30 M. pro Monat betrug. hauptsächlich das Gouverneurhaus, die erste Beamtenmesse, die und des Nachts sich zur Ausführung eines Nationaltanzes und zur Doktorwohnung und das Hospital. Ausübung unzüchtiger Handlungen habe holen Die Plünderung soll sich jedoch weniger auf staatliches, als lassen. Es wird ihm ferner zum Vorwurf gemacht, daß er auf privates Eigenthum, namentlich auf Kleidung, Essen sogar einen Marine- Offizier über Nacht bei sich behielt, und Getränke, erstreckt haben. Diese und andere Vorkommnisse, um diesen Gelegenheit zu geben, mit Pfand= ganz besonders, daß Leist in seiner Eigenschaft als stellvertreten weibern unzüchtige Handlungen vorzunehmen. der Gouverneur eine Festlichkeit veranstaltete und aus diesem Derartige Vorkommnisse verdienen um so strengere Berurtheilung, Anlaß eine Anzahl Dahome- Weiber gezwungen haben soll, in wenn man erwägt, daß dieselben ausgeführt worden sind, von entblößtem Zustande den Nationaltanz bei ihm dem ersten Beamten in Kamerun und wenn man weiter in aufzuführen und diese Weiber alsdann in ge- Betracht zieht, daß sich in Kamerun zwei deutsche Missionswaltsamer Weise behuss Fröhnung seiner Ge- gesellschaften befinden. Die Handlungen des Angeklagten dürften [ üste mißbraucht haben soll, veranlaßten den wenig dazu beigetragen haben, die Thätigkeit der Missions. früheren Gouvernements- Sefretär Dr. Ballentin, alle diese wie gesellschaften zu fördern. Eines Nachts hat Dr. Ballentin ein heit des Direktors, die in den Anfängen des Deutschen Theaters noch andere von dem Assessor Wehlan angeblich begangenen furchtbares Geschrei aus dem Gefängniß, wo die Pfandweiber so rührend hervortrat, daß Hochgefühl des Herrn Brahm im Dinge in einem Tagebuch aufzuzeichnen. Schriftsteller Dr. untergebracht waren, gehört. Dr. Vallentin hat nach der UrPreise etwas sinken; Billethändler flohen schaudernd die Giesebrecht veröffentlichte später dieses Tagebuch. Dadurch fache des Geschreis geforscht und nun gesehen, wie der Diener Schumannstraße, und so fand sich auch für mich ein Pläßchen erhielt die Deffentlichkeit von den inneren Vorgängen in Leist's drei Pfandweiber gewaltsam wegschleppte. im Hause vor Dieser Umstand erregte den Neid der Dahome- Soldaten, der, wie Leist in dem erwähnten Bericht an den Reichskanzler bemerkte, durch den Umstand noch erhöht wurde, daß die Duallas, an gesichts ihrer hohen Löhnung, zwar häufiger mit Geldstrafen, aber weniger mit Prügelstrafen belegt wurden und auch, daß Mitte des Jahres 1893 die Verpflegungsration der Polizei soldaten allgemein herabgesetzt wurde. Auch Personen, wie der in Deutschland erzogene Alfred Bell, sollen die Unzufriedenheit der Dahomes künstlich geschürt und aus derselben Kapital geschlagen haben. war unter notabene gegen Raffenpreis und Vor- Kamerun Kenntniß und gab dem Abgeordneten Bebel Ver- Die Anflage nimmt an, daß Leist sich die Weiber taufsgebühr. Ich sollte aus den vorderen Reihen anlassung, im Reichstage die Regierung zu interpelliren. Namens zur gewaltsamen Ausübung unzüchtiger Handdes Saales in des Waldes tiefste Gründe wandern, der letteren antwortete der Staatssekretär Freiherr v. Marschall, I ungen hat bringen lassen. Der schwerste Vornach einer Art von Stallupönen hin, und erhielt auf daß die Regierung eine eingehende Untersuchung veranlassen wurf, der den Angeklagten trifft, ist, daß er das Ansehen Reklamation den Bescheid, daß kein Anlaß sei, mich vor werde. Das Auswärtige Amt entsandte den Legationsrath Rose des Deutschen Reiches durch seine Handlungen anderen Theaterbesuchern", vor Müller und Levy zu bevor- nach Kamerun mit dem Auftrage: eine genaue Untersuchung an- geschädigt hat. zugen. Es liegt Methode in der Sache und Herr Brahm ver- zustellen. Dieser, der in der gegenwärtigen Verhandlung als Die Handlungsweise hat an der ganzen westafrikanischen steht es, wie wenige, gründliche Arbeit zu thun. Staatsanwalt fungirt, foll, ficherem Vernehmen nach, gegen Leift Küfte die größte Erbitterung hervorgerufen. Der Angeklagte wird So Otto Brahm der Weltere über den bisherigen Verlauf des auch noch den Vorwurf erheben: er habe den Wetbern also beschuldigt, seine Amtsbefugnisse weit überschritten, ſein Falles Brahm; wie dieser Fall sich eventuell weiter entwickeln be fohlen, vor der Auspeitschung die Hüfttücher Amt mißbraucht, dadurch den Aufstand herbei. wird, das schildert Otto Brahm der Weltere beredt und glänzend so: zu entfernen, um seiner sinnlichen Begierde geführt und durch unsittliche Handlungen das Daß Herr Brahm sodann noch in einer öffentlichen Erklärung fröhnen zu können. Ansehen des Deutschen Reiches geschädigt zu fich stellt, als wenn gar nichts geschehen, vollendet erst das Leift bestreitet dies und behauptet, er habe diesen Befehl im haben. Die Stellung des Strafantrages behalte ich mir vor. Bild Des Mannes. Nun muß man aber sehen, Interesse der Weiber gegeben, damit diese, im Falle sie etwa, Angeklagter Leist: Ich bestreite zunächst, meine Amtswie zu dieſem offenbaren Versuche, die Kritik zu was bei den Dahomeweibern nicht selten vorkomme, mit Ge- befugnisse überschritten zu haben. Prügelstrafe ift in Westafrika forrumpiren, ihr den Mund zu verbieten, ihr den Brot schwüren behaftet seien, von der Auspeitschung ausgeschlossen feine seltene Maßregel, zumal dieselbe oftmals das einzige Mittel forb höher zu hängen, ein Theil der Presse sich stellt. Von werden. Thatsächlich soll sich auch unter den zur Auspeitschung bildet, um die Schwarzen zum Gehorsam zu zwingen. Auch in Einstehen für eine gemeinsame Sache, für so ein Ding, das gehörenden Weibern ein solches befunden haben, das deshalb Ostafrika hat Herr v. Soden sich nicht anders helfen können, als man die Ehre des Kritikers nennen tönnte, ist nicht die Rede: auch sofort von der Auspeitschungsmaßregel befreit wurde. Die Prügelstrafe anzuwenden. Man kann doch in dieser Bedas erst macht einen Versuch gemeingefährlich, der an sich nur Endlich bestreitet Leist, seine Amtsbefugnisse überschritten ziehung verschiedener Ansicht sein. Es giebt doch auch in Deutschdie anmaßende Thorheit eines Theaterdirektors wäre. Roch und ebenso, die Dahomeweiber zur Befriedigung seiner Gelüfte land Strafrichter, die die Anwendung von Prügelstrafe für notheinmal, hier ist die Korruption, hier der Ring: heran denn, mißbraucht zu haben. Er hat sich heute gleichwohl unter wendig halten. Jedenfalls weise ich es mit Entschieden. ihr Sittenrichter von rechts und lints, Kreuz Beitung" und der Anschuldigung, seine Amtsbefugnisse überschritten und sich beit zurück, daß ich roh und brutal gehandelt ,, Reichsbote" und" Boltsblatt"! sowohl amtlich als auch außeramtlich unwürdig betragen, babe. Ich hatte alle Strafen bereits angewendet, die AusEs wäre unbillig, wenn der Vorwärts" als Erbe des mithin der Achtung, die sein Beruf erfordert, sich nicht würdig peitschung war daher das einzige Mittel, das ich noch anVoltsblattes" sich diesen erschütternden Appell versagen wollte; gezeigt zu haben, vor eingangs bezeichnetem Gerichtshofe zu verwenden konnte, um die Weiber zum Arbeiten an= inwieweit er sonst die Ansicht des Kritikers Brahm von der antworten. zuhalten. Ich bin dabei aber auch ganz human zu Solidarität der sozialdemokratischen Presse gegenüber der von Leist heißt mit Vornamen Karl Theodor Heinrich und ist Werke gegangen. Ich habe alte, frante und schwache Weiber dem Direktor Brahm einem ihrer Organe zugefügten Un- evangelischer Ronfession. Die Verhandlungen finden hier im und solche, die einen Säugling an der Brust nährten, von der verschämtheit theilt, das zu entscheiden ist seine, nicht meine Landgerichts- Gebäude statt und sind sicherem Vernehmen nach, Auspeitschung ausgeschloffen. Daß die Auszupeitschenden sich Sache. Bemerken will ich nur noch, daß meine Be- soweit nicht Dinge zur Sprache fommen, die die Sittlichkeit ge- entblößen müssen, ist in Westafrita allgemein üblich und geschieht wunderung für die wunderschönen Theorien des Kritikers fährden könnten, öffentlich. sogar im Interesse der Auszupeitschenden. Das auch kann verBrahm fich feineswegs auf die praktischen Auswege Den Vorsitz in diesem Gerichtshofe führt der Präsident des hindert werden, daß auf frante oder wunde Körpertheile gepeitscht erstreckt, die er zu finden wußte, wenn er von Theatern aus- Potsdamer Landgerichts, Freiherr Dr. v. Seydewiß; der zum werde. Ich bestreite, daß die Auspeitschung der Weiber die ungesperrt wurde: er schrieb dann frischweg Kritiken über Stücke Richterfollegium gehörende Geb. Legationsrath Dr. v. Dierksen mittelbare Ursache des Aufstandes war. Der Herr Ankläger hat und Schauspieler, die er nie gesehen hatte. Die Leser der„ Neuen wird als Referent fungiren. Die Vertheidigung des Angeklagten, felbft zugegeben, daß ein großer Zündstoff unter den DahomeZeit" werden nichts über Fulda's neues Lustspiel erfahren, und Kanzlers Leift, führt Rechtsanwalt Müseler- Berlin. foldaten bereits vorhanden war. Es war das Gerücht verbreitet: ich will nur hoffen, daß sie sich in dies schreckliche Malheur mit Die Verhandlungen finden im Schwurgerichtssaale statt. Se. Majestät habe Gelder zur Löhnung gefandt und diese halte leiblichem Humor finden werden. Den Gerichtshof bilden: Landgerichts- Präsident Freiherr Dr. ich den Dahomes vor. Wäre den Dahomesoldaten Löhnung v. Seydewiß( Präsident), Geb. Legationsrath Dr. v. Dierksen, gegeben worden und hätten wir außerdem eine genügende SchuhLandgerichts- Direktor Albrecht, Landgerichts- Rath Roedenbeck und truppe gehabt, dann wäre der Aufstand jedenfalls nicht ausgebrochen. Steglig.Berlin, 16. Ottober 1894. F. Mehring. 2002 820 Ich gebe zu, mit den Pfandweibern Umgang ge den Deutschen treu blieben. Es ist bekannt, daß der Zündstoff In Chemnitz wurde ein Genosse, der gelegentlich einer Tanzmusik in Altendorf für die Göppersdorfer streifenden Arbeiter gesammelt hatte, von der Amtshauptmannschaft in 20 M. Geldstrafe oder 8 Tage Haft genommen. Gewerkschaftliches. An die Gold- und Silberarbeiter Berlins. Kollegen! Am Sonntag, den 21. Oktober, Vormittags 91/2 Uhr, findet in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20( Gartenfaal), die ordent liche Generalversammlung der Orts- Krankenkassen- Mitglieder zum Zwecke der Delegirtenwahl statt. Die Kollegen und besonders die organisirten Kollegen werden aufgefordert, recht zahlreich zu erscheinen, um den reaktionären Gelüsten, die sich breit machen sollten, entschieden entgegentreten zu können. Herman Faber, Goldarbeiter. Depeschen. So Polizeiliches, Gerichtliches ze. habt und diese auch zur Aufführung von Nationaltänzen habe schon längst unter den Dahomes vorhanden war. Der Angeklagte Gin Ianger Rechtsstreit über eine tommen lassen. Es sind das aber Dinge, die nach den lagen hat im Gegentheil dahin gewirkt, diesen Zündstoff durch Be- Polizeiverordnung. Zwei Genossen in Burscheid Sittenanschauungen, die in Kamerun herrschen, absolut willigung theilweiser Löhnung zu beseitigen. Schlimmer liegt hatten in einer Volksversammlung 10 Pf. Eintrittsgeld erhoben nichts anstößiges haben. Daß ich gegen die Weiber jemals ja zweifellos die zweite Anschuldigung. Allein hierbei muß doch und deswegen mit einem Strafmandat von je 8 M. bedacht Gewalt angewendet habe, ebenso, daß ich mir dieselben durch in Betracht gezogen werden, daß die fittliche Anschauung in worden. Es wurde hiergegen auf gerichtliche Entscheidung be meinen Diener des Nachts gewaltsam habe holen lassen, bestreite Kamerun eine layere als in Europa ist. Die Pfand- antragt und hat vor einigen Tagen das Landgericht in Düsselich. Ich kann mir den von Dr. Vallentin erzählten Vorgang weiber sind doch keineswegs als Gefangene anzusehen. Sie dorf, nachdem das Schöffengericht in Opladen am 12. Juni die nur erklären, daß mein Diener, der viele Schandthaten in werden nur in Ermangelung anderer Lokalitäten ins Gefängniß Berufung in dieser Sache fostenfällig verworfen, die betreffenden meinem Namen beging, auf eigene Faust gehandelt hat. Daß gesperrt. Daß der Angeklagte gegen die Weiber Gewalt ange- Genossen von Strafe und Kosten freigesprochen, wogegen die ich dem Marine- Offizier des Nachts in der erwandt hat, ist ihm nicht nachgewiesen. Ich kann nicht zugeben, Staatsanwaltschaft Revision angemeldet. Es bleibt somit abwähnten Weise Unterkunft gewährt habe, gebe daß der Angeklagte den deutschen Namen beschimpft hat. Der zuwarten, wie sich das Kammergericht in Berlin zu diesem Urtheil ich zu. Es ist das in Kamerun die übliche Gast= Umstand, daß auf den englischen Schiffen und Faktoreien die stellen wird. freundschaft. Ich bestreite also, meine Amtsbefugnisse Angelegenheit mit Schadenfreude besprochen wurde, ist, angesichts überschritten, mein Amt mißbraucht und durch mein der Rivalität, die wir mit den Engländern auf dem Gebiete der Verhalten den deutschen Namen geschädigt geschädigt zu haben. Kolonialpolitik haben, doch sehr erklärlich. Gott sei Dank steht Die ganze Sache ist durch die Tagebuch= Blätter des der deutsche Name noch so erhaben da, daß er durch Geschwätz Dr. Vallentin, die zuerst im Berliner Tageblatt" veröffentlicht auf englischen Faktoreien und Schiffen nicht geschändet werden worden sind, in die Deffentlichkeit gelangt. Es ist das be tann. Es muß auch berücksichtigt werden, daß die Beamten, die zeichnend für die Tendenz, mit der die Anklage gegen mich er- in die Kolonialgebiete entsandt werden, sämmtlich noch sehr junge hoben worden ist. Präs. Herr Angeklagter, das amtliche sind. Diese muß man doch mit einem anderen Maßstab meſſen Einschreiten gegen Sie dürfte mit der Veröffentlichung der als alte bedächtige Leute. Daß das Verhalten des Angeklagten Der Streik der Formenstecher in Hildesheim hat Tagebuchblätter feinen Zusammenhang haben, denn das Ein- tein öffentliches ergerniß erregt hat, beweist doch der Umstand, nach dreiwöchentlicher Dauer mit einem vollständigen Siege schreiten geschah vor der Veröffentlichung der Tagebuchblätter. daß, ohne den Aufstand, alles Uebrige niemals bekannt geworden der Arbeiter geendet. Der Fabrikant bewilligte die WeiterAngefl: Das gebe ich zu. Aber Stimmung in der öffent- wäre. Ich gebe zu, der Angeklagte hat, was den zweiten Theil zahlung der bisherigen Löhne, erkannte die Organisation an und lichen Meinung ist gegen mich zunächst durch das Berliner der Anklage anlangt, gefehlt. Es liegt aber in feiner Weise ein verpflichtete sich, bei Bedarf die durch den Streit zur Abreise geTageblatt" gemacht worden. Ich bestreite also, mich im Sinne Grund vor, ihn deshalb gleich mit der höchsten Strafe zu bezwungenen Kollegen wieder einzustellen. der Anklage schuldig gemacht zu haben. Der Präsident legen. Es wäre das ein ebenso drakomisches Urtheil, das der zeigt dem Angeklagten hierauf eine geflochtene Flußpferdpeitsche, Herr Anfläger dem Angeklagten zum Vorwurf macht. die einem sogenannten Ochsenziemer ähnlich sieht, nur daß mit Legationsrath Rose: Der Angeklagte war wohl in der Lage, diesem Instrument die Schläge noch bedeutend empfindlicher eine andere Strafe anzuwenden. Er brauchte die Weiber blos sein müssen, müssen, als mit einem Ochsenziemer. Der An ins Gefängniß sperren und ihnen die Verpflegung schmälern zu getlagte bemerkt: Die Nilpferd peitsche, die er habe laffen. Letzteres ist für den Neger eine sehr empfindliche Strafe. anwenden lassen, war der ihm vorgelegten wohl Auch vermag ich nicht einzusehen, weshalb die Ausauch ähnlich, sie war aber nicht geflochten, sondern glatt. peitschung nicht im Gefängniß oder in der Kaserne Geh. Legationsrath Dr. v. Dierksen referirte alsdann über die vorgenommen werden konnte. Nach noch kurzer Replik des in der vorliegenden Angelegenheit stattgefundenen Zeugen Vertheidigers bemerkt der Angeklagte: Im Gefängniß konnte er aussagen. Daraus geht hervor, daß das Berhalten des Ange- die Auspeitschung nicht vornehmen lassen, da dasselbe aus lauter Der Küferstreif in Stuttgart hat sein Ende erreicht, flagten auf allen englischen Fattoreien besprochen und von den einzelnen Bellen bestehe. Aber auch die Kaserne eigne sich nicht indem alle Streifenden abgereift sind. Der Streit ging verloren, Engländern einer nicht zu verkennenden Schadenfreude Ausdruck dazu. Diese liegt in der Nähe der Wohnungen der weil viele Küfergesellen nicht mitmachten, obwohl sie für dengegeben wurde. Eine Krankenschwester hat den Angeklagten Europäer, es würde infolge dessen zweifellos selben gestimmt hatten Es ist kaum glaublich, daß Arbeiter, als einen sehr guten und humanen Beamten geschildert. Dr. großes ergerniß entstanden sein. Er wiederhole, welche in so wirthschaftlicher Lage leben, den Muth nicht Ballentin und Ingenieur Drees haben ihrer Verwunderung ohne Prügel sei mit den Dahomern nicht auszukommen. Er be- einmal finden, für die Besserung derselben einzutreten. über das Verhalten des Angeklagten Ausdruck gegeben. Im dauere, daß er sich mit den Pfandweibern eingelassen habe, er lange es keine Gefahr mit sich brachte, machten sie mit, als Uebrigen enthalten die Zeugenaussagen wenig Neues. bestreite aber entschieden, daß er dadurch den deutschen Namen aber die Sache Ernst wurde, traten sie feige zurück und Nach Beendigung des Referats nimmt das Wort der Ver- geschändet habe. Er schlage eventuell die Herren Major Wich übten dadurch Verrath an ihren Kollegen, welche es mit der BeGerade diesen Verräthern an ihrer treter der Anklagebehörde, Legationsrath Rose: Ich verkenne mann, Freiherrn v. Soden und Hauptmann Norgen als Zeugen wegung Ernst nahmen. nicht, in einem Lande, wo die Kultur auf niedriger Stufe steht, vor. Diese werden bekunden, daß mein Verkehr eigenen gerechten Sache fallen nun die geringen Vortheile zu, die Prügelstrafe nicht vollständig entbehrt werden kann. Jeden mit den Dahomeweibern nicht geeignet ist, die durch den Streik dennoch erreicht worden sind. Die meisten falls darf dieselbe doch aber nur im äußersten Falle angewandt den deutschen Namen zu beschimpfen. Ich Gesellen haben nämlich eine kleine Aufbesserung erhalten, auch werden. Der Angeklagte hatte gewiß keinerlei Ursache, bei einem bedaure, daß der Herr Ankläger, wie ja auch die ist zum Theil eine Verkürzung der Arbeitszeit eingetreten. verhältnißmäßig so geringfügigen Vorkommniß eine solch schwere Antlageschrift beweist, eine so große Animosität gegen Lange werden die Feigen nicht im Besitz dieser Vortheile bleiben, und brutale Strafe anzuwenden. Zum Mindesten war es doch mich an den Tag gelegt hat. Ich gebe mich der Hoffnung hin, denn durch die Abreise der Thatkräftigsten ist die Organisation aber nicht nothwendig, die Auspeitschung in so efelerregender daß der hohe Gerichtshof die Sache, nicht wie ein Theil der wenig leistungsfähig und die Meister werden nur zu bald wieder Weise öffentlich, in Gegenwart der Männer der ausgepeitschten Bresse, beurtheilen wird, und daß der hohe Gerichtshof ganz be- von ihren Zugeständnissen zurücktreten. Weiber vornehmen zu lassen. Nach allen Zeugenaussagen hat fonders in Erwägung ziehen wird, daß ich unter einem Klima Die Gewerbegerichts- Sammelliste Nr. 602 wurde von die Auspeitschung unmittelbar den Aufstand veranlaßt. Die gelebt habe, wo man dauernd dem Tode ins Auge schaut. Unter 2 Individuen bei Schwarzkopff, Staligerstraße, gestohlen. Es Exemplifikation auf Soden ist nicht zutreffend. Die Verhältnisse, solchen Umständen ist man, wie auch in Deutschland in Kriegs- wird gebeten, die Liste bei ihrem Auftauchen anzuhalten und auf unter denen Herr v. Soden in Ostafrika gelebt, waren doch zeiten, leichtsinniger und leichtlebiger. Ich bitte den hohen Ge- dem Gewerkschaftsbureau, Grenadierstr. 10, abzugeben; den Vorwesentlich andere als die, unter denen der Angeklagte in Kamerun richtshof, vom Standpunkte des Tropenlandes meine Handlungs- zeiger derselben jedoch polizeilich feststellen zu lassen. lebte. Noch schlimmer als die Auspeitschung fällt aber das weise zu beurtheilen. Legationsrath Rose: Er wolle sich nur andere Berhalten des Angeklagten ins Gewicht. Das Verhalten verwahren, daß er irgendwie animos gegen den Angeklagten gegab, wie wir gehört haben, Anlaß zum willkommenen Gesprächs handelt habe. ftoff auf allen englischen Schiffen und Fattoreien. Die Engländer Nach kurzer Berathung des Gerichtshofes verkündet der erzählten sich im deutschen Gouverneurshaus walten die Präsident, Landgerichts- Präsident Freiherr Dr. v. Seydewiß, standalösesten Zustände. Bei der Rivalität der Nationen ist es folgendes Urtheil: Die Disziplinarkammer hat auf grund des gar nicht zu verwundern, wenn die Engländer über die Vor- Grgebnisses der Beweisaufnahme nicht die Ueberzeugung erlangen tommnisse im deutschen Gouvernementshause Schadenfreude können, daß der Angeklagte den Aufstand verschuldet hat. Gs äußerten. Nach den Zeugenaussagen tann es auch feinem ist festgestellt, daß noch eine Reihe anderer Ursachen Zweifel unterliegen; daß auf Befehl des Angeklagten des Nachts als die Auspeitschung eine Erregung unter den Dahomern drei Weiber gewaltsam aus dem Gefängniß geholt wurden, um hervorgerufen hat. Ebensowenig erblickt die Disziplinar Wien, 16. Oftober. Der oberste Sanitätsrath sprach sich dem Angeklagten zur Befriedigung feiner Gelüfte zu dienen. Die tammer in der Auspeitschung eine Ueberschreitung der bezüglich der neuen Serum- Therapie bei Diphtheritis dahin aus, Disziplinarbehörde hatte sich die Frage vorgelegt, ob gegen den Amtsbefugnisse des Angeklagten. Es waren alle anderen baß er die aufmerkſamste Prüfung des Heilferums dringendst Angeflagten nicht auch auf Grund des§ 174 des Straf- Gefeß- Strafmittel erschöpft, daher blieb dem Angeklagten nichts anderes empfehle, doch sei bei der Anwendung des neuen Mittels, dessen buches vorzugehen sei. Die Disziplinarbehörde hat jedoch hier übrig, als zu dem Mittel der Auspeitschung zu greifen. Auch Nebenwirkungen und Indikationen noch nicht hinreichend erforscht für keine Handhabe gefunden. Das Verhalten des Angeklagten in dem dabei angewandten Modus hat der Gerichtshof, Angesichts feien, die größte Vorsicht nothwendig; die Heilversuche feien auf schlägt allen jedenfalls jedenfalls allen sittlichen Anschauungen in's der Verhältnisse in Kamerun, teine Ueberschreitung die Heilstätten zu beschränken, welche eine wissenschaftliche Geficht und fann höchstens höchstens in dem Klima Der Bezug von von der Amtsbefugnisse erblicken tönnen. Anders Würdigung der Behandlung verbürgen. Vorsorge zu Westafrika, das stärker auf die Sinnesreize wirken soll, eine Gr- beurtheilt jedoch der Gerichtshof den Umgang Serum sei noch sehr schwierig, weshalb Elärung finden. Der Angeklagte durfte aber jedenfalls nicht in des Angeklagten mit den Pfandweibern. Diese treffen sei, daß nur solches Serum Anwendung findet, welches einer Weise Dinge begehen, die in höchstem Maße öffentlich waren der Obhut des Gouvernements unter unter der Garantie anerkannter Fachmänner und unter Beob Mergerniß erregten. Es ist ja möglich, daß der Angeklagte auch stellt, der Angeklagte hätte sich deshalb von achtung der gefeßlichen Rautelen abgegeben wird. an Nervenüberreizung leidet und ich gebe auch zu, daß der An- ihnen feen halten müssen. In diesem Punkte Brüssel, 16. Oktober. Infolge einer privaten Unterredung geflagte ein durchaus pflichttreuer Beamter war. Dies fann er blickt der Gerichtshof eine Verlegung der zwischen Delegirten der Liberalen und Sozialisten betreffs der am mich aber nicht veranlassen, für den Angeklagten mildernde Um- a mtlichen Pflichten. Der Gerichtshof hat aus nächsten Sonntag stattfindenden Stichwahlen hat der General stände zu befürworten. Der Angeklagte hat das Ansehen des diesem Grunde dahin erkannt, daß der Ange- rath der Arbeiterpartei eine Resolution gefaßt, in welcher die Deutschen Reich es geschädigt, den deutschen Namen beschimpft tlagte in ein anderes Amt, zwar mit demselben Wähler aufgefordert werden, bei der Stichwahl für diejenigen und hat das Vertrauen, das seine vorgesetzte Behörde in ihn Rauge aber unter Schmälerung einem Kandidaten zu stimmen, welche sich schriftlich verpflichten, für fette, auf's Schmählichste getäuscht. Ich gebe zu, daß in Kamerun Fünftel seines bisherigen Diensteintommens das allgemeine Stimmrecht bei Kommunal- und ProvinzialrathsdieSittenanschauungen layere sind, als in Deutschland. Allein der An- zu versehen sei. Der Angeklagte hat außerdem die Kosten Wahlen ohne Einschränkung und gegen Schußzölle einzutreten. getlagte war in Kamerun Vertreter des Raisers. Er hatte über Leben des Verfahrens zu tragen. Bei der Strafzumessung hat London, 16. Oftober. Nach einer Meldung der„ Times" und Tod zu entscheiden. Er hatte die Aufgabe, wie man das der Gerichtshof das Land und die Verhältnisse, unter aus Tientsin vom gestrigen Tage ist in Peking ein faiserlicher auch von einem so hohen Beamten, einem Rath erster Klasse er denen der Angeklagte gehandelt und endlich in Betracht gezogen, Grlaß erschienen, nach welchem die chinesische Regierung die volle warten sollte, das Deutsche Reich in würdiger Weise zu vertreten daß, wie die Akten ergeben, der Angeklagte stets ein tüchtiger Verantwortlichkeit für den Schutz der Ausländer übernimmt. und dafür zu sorgen, daß die sittlichen Verhältnisse möglichst den und pflichteisriger Beamter war. wie sie in Deutschland herrschen, angepaßt werden. Ich gebe zu, daß die Presse die Sache selbst aufgebauscht hat, fest steht aber, daß das Vorgehen des Angeklagten dem Deutschen Reiche Schimpf und Schande bereitet hat. Ich bin daher genöthigt, die höchste Strafe gegen den Angeklagten zu be. Als Delegirte zum Parteitag wurden ferner gewählt: in Lourenço Marquez eine Proklamation, in der unter Hinweis antragen, die das deutsche Reichs Beamten Bessungen b. Darmstadt: A. Sparr; 2. Württem= auf den neuen Angriffsfall erklärt wird, die Regierung könne gefez tennt. Ich ersuche also, gegen den Anbergischer Wahlkreis: Stamm- Kannstatt; Marburg- für das Leben der Einwohner in keinem Stadttheil mit Ausgetlagten auf Dienstentlassung zu erkennen. Kirchhain Frankenberg: J. Brunner Marburg; nahme des Marktplatzes einstehen. Aus dem Landstrich der Vertheidiger Rechtsanwalt müfeler Berlin: Ich muß Nürnberg: Grillenberger, Löwenstein und Fräulein Kölblinger. Maputa heimkehrende Kaufleute melden, die Maputa hätten sich entschieden bestreiten, daß der Angeklagte den deutschen Namen mit den Rebellen in Gungunhama vereinigt und rückten auf beschimpft hat. Es ist doch bekannt, daß, obwohl Frhr. v. Soden Die Wahlkreis- Konferenz des 2. württembergischen Wahl. Inhambane vor. mit der Absicht nach Ostafrika ging, um die Prügelstrafe auf- freises, welche am 14. Oktober in Zuffenhausen stattfand, erfreute ( Depeschen- Bureau Herold.): zuheben, sofort die Unmöglichkeit dieser seiner Absicht einfah. sich eines guten Besuches. Unter dem Punkte Landtagswahl Aehnlich ist es dem Angeklagten ergangen. Es wird ja von dem wurden verschiedene Anregungen gegeben und zur regen Agitation Vertreter der Anklagebehörde zugegeben, daß den Negern gegen aufgefordert. Nachdem unter Verschiedenem" einige Angelegenüber in gewiffen Fällen Prügelstrafe angewendet werden muß. heiten geregelt worden waren, ging die Versammlung ausNun sagt der Herr Vertreter der Anklagebehörde: Die Prügel- einander in dem Bewußtsein, wieder etwas für die gute Sache strafe darf nur im dringendsten Falle angewendet werden. Ich beigetragen zu haben. behaupte, ein solch dringender Fall lag vor. Die Arbeit der Weiber war unentbehrlich und die Faulheit der Negerweiber ist Die Vertrauenspersonen von Breslau fordern in der doch geradezu sprichwörtlich. Es waren alle Disziplinarstrafen gegen Boltswacht" die Parteigenossen angesichts des nahenden Winters die Weiber erschöpft. Selbst der Anordnung des höchsten Beamten auf, namentlich drei Dinge zu beachten. Zunächst wird darauf leisteten die Weiber feinen Gehorsam. Was sollte der Angeklagte hingewiesen, bei Festlichkeiten diejenigen Wirthe zu unterstützen, thun, wenn er die Weiber zum Arbeiten zwingen wollte. Mit welche bereit sind, zu Versammlungen ihre Säle herzugeben, anGeldstrafe kann man doch die Dahomeweiber, die feinen Pfennig statt zu jenen zu laufen, die dem Drucke der Behörden nach Geld befizen nicht belegen. Ins Gefängniß sperren ist bekannt gebend, ihre Lokale den Sozialdemokraten offiziell versperren. London, 16. Oftbr. Die von der englischen Regierung den lich für Neger teine Strafe. Die Neger sind frech, wenn man Des Weiteren fordern die Vertrauensleute dazu auf, den Winter europäischen Mächten gemachten Vorschläge, betreffend eine Interfie einsperrt und sie alsdann nicht zu arbeiten brauchen. Es recht auszunüßen zur Agitation unter denen, die uns noch ferne vention in Ostasien, werden von der„ Times" in abfälliger Weise blieb daher dem Angeklagten nichts weiter übrig, als die Prügel- stehen. Schließlich wird noch betont, die Parteitasse nicht zu beurtheilt. Das Ansehen Großbritanniens werde durch das vollstrafe zu verhängen. Ich kann nicht zugeben, daß die Art vergessen. Wir sind eine Kampfespartei, heißt es dort, und zum ständige Scheitern dieser Vorschläge geschädigt und gleichzeitig der Ausführung der Prügelstrafe eine efelerregende war. Wie Kriegführen gehört Geld, viel Geld. Die Mahnung unserer werde der Regierung die Möglichkeit benommen, in dem günstigen follte es der Angeklagte anders machen. In Kamerun stehen Breslauer Genossen ist gewiß am Blaze und namentlich, Moment eine selbständige Intervention einzuleiten. doch dem Gouverneur nicht so viele verschließbare Räume zur was die Lokalfrage anlangt, an manchen anderen Orten auch Verfügung. Der Angeklagte wollte ja gar nicht die Aus- sehr angebracht. peitschung öffentlich vornehmen lassen, deshalb ließ er ja " von Parteinachrichten. * * " von den Dahomesoldaten einen Kordon bilden. Daß Als Vertrauensperson für den Wahlkreis Neuwied der Angeklagte den Weibern das Hüftentuch abnehmen wurde am 30. September in öffentlicher Parteiversammlung Geließ, geschah nur, um die Schläge Schläge auf einen am nossin Johanna Löwenherz, Schloßstr. 70, in Niewied gewählt. wenigften empfindsamen Körpertheil ermöglichen zu können. Jedenfalls ist aber nicht nachgewiesen, daß der Aufstand die un- Die Parteigenoffen von Roßlau haben beschlossen, sich mittelbare Folge der Auspeitschung war. Dafür spricht doch an den Stadtverordnetenwahlen zu betheiligen; eine Reihe von schon der Umstand, daß diejenigen Soldaten, deren Weiber ge- Versammlungen sind zu diesem Zwecke in Aussicht genommen. prügelt wurden, sich nicht den Aufständischen anschlossen, sondern ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Wien, 16. Oktober. Daß dem Abgeordnetenhause vorge legte Budget für 1895 veranschlagt das Gesammterforderniß mit 636 527 870 Gulden, die Gesammtbedeckung mit 638 985 577, da her den Ueberschuß mit 2 457 707, gegen das Vorjahr also um 134 688 Gulden höher. London, 16. Oktober. Dem Reuter'schen Bureau" wird aus Lourenço Marquez vom gestrigen Tage neun Uhr Vormittags gemeldet: Die Kaffern greifen die Stadt von neuem an. Die Behörden haben die Regierung von Transvaal um Hilfe gebeten. Nach einer weiteren Meldung erließ die Regierung Wien, 16. Oftober. Einer Blättermeldung zufolge ist unter der Mannschaft der Stanislauer Garnison der Flecktyphus ausgebrochen. Wien, 16. Oktober. Jn Glogow( Galizien) wurden mehrere Frauen, die ein dortiges Dampfbad besuchten, beim Baden im Bassin durch heiße Wasserdämpfe derart betäubt, daß sie ertranken, ehe ihnen Hilfe zutheil ward. Triest, 16. Oktober. In einem Waggon des gestrigen Frühzuges der Südbahn wurde eine schlafende Frau von einem Manne überfallen und ihres Geldes und ihrer Werthsachen be= raubt. Mitreisendeu gelang es, auf die Hilferufe der erwachten Frau den Räuber dingfest zu machen und der Polizei zu übergeben. London, 16. Oktober. Die Times" berichten aus San Yago, die Regierung von Chile beabsichtige, eine größere Anleihe aufzunehmen. London, 16. Oftober. Die Times" berichten, die Bedingungen, welche Japan bei einer etwaigen Friedensschließung mit China ftelle, seien Folgende:„ Eine entsprechende Kriegsentschädigung, Unabhängigkeitserklärung Koreas, Annektirung von Formosa, die Eröffnung mehrerer wichtiger chinesischer Pläge für den europäischen Handel sowie die Vornahme be deutender Reformen auf Korea und Ausschluß aller Ein. mischungen von Seiten Chinas in foreanische Angelegenheiten. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 242. Mittwoch, den 17. Oktober 1894. Arbeiter! Varteigenoffen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts find heut abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Riugbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Es handelte sich damals um feinen Streit, um keine Forderung auf mehr Lohn oder kürzere Arbeitszeit nein- der brutale Uebermuth der Brauerkapitalisten wollte einen Vernichtungskampf gegen die organisirte Arbeiterschaft. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eriftenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Und dazu sollte zum Hohn auch noch die Schmach- die Berliner Arbeiterschaft ausdrücklich ihre Zue stimmung geben! Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Anfinnen ein empörtes kurzes Nein entgegensetzten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klaffenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrlofer Friede I Die im Bierring vereinigten Kapitalprotzen glaubten den Arbeitern entwürdigende Bedingungen auferlegen zu können, zeigen wir den Herren, daß sie sich gründlich getäuscht haben. Wir wollten aufrichtig den Frieden. Als die unter dem Boykott schwer leidenden Saalbesißer und Gastwirthe zu Friedensverhandlungen drängten, entzogen wir uns denselben nicht; bis zur Grenze der Möglichkeit sind wir den Brauereidirektoren entgegengekommen, weil wir den Hunderten von Gemaßregelten wieder endlich Arbeit und ihren Weibern und Kindern endlich wieder Brot verschaffen wollten. Die Brauereidirektoren aber wollten diesen ehrlichen Frieden nicht! Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit eruenter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Von heut an muß die Parole Kein Tropfen Ringbier mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft sofort mit verdoppelter Kraft Hand ans Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massenmaßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth müssen wir abermals appelliren. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit fünf Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstügung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es feinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boyt ottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichentron, Charlottenburg. Die Boykott- Kommission. Aus der uns vorliegenden Prostriptionsliste, welche die fried- 1 liebenden" Bierfabrikanten aufgestellt haben, tragen wir noch nach, daß es sich um zweiundvierzig Kinder handelt, deren Väter " Die Arbeitsstellen dürfen nicht einmal gewechselt werden. Nein, jedem einzelnen der dreiunddreißig Arbeiter bleiben sämmtliche Ringbetriebe verschlossen. Und diese Stockprügel auf den Magen finden die Zustimmung und den Beifall der bürgerlichen Presse aller Schattirungenbeit ommt. Lokales. von der Wieder beschäftigung ausgeschlossen werden sollten. wie die bürgerlichen Blätter jetzt berichten, von dem Vertreter Die schwarze Liste in der Stärke von 20-30 Mann soll, Die Berliner Blätter unter Führung der Freifinnigen Zeitung" der Gastwirthe und Vorsitzenden der Boykottkonferenzen, Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. und der„ Vossischen Zeitung" ärgern sich darüber, daß Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Herrn Feuerstein, bereits in der Konferenz am 29. September das Solidaritätsgefühl der Arbeiter es unmöglich gemacht erwähnt worden sein. Ob diese Angabe richtig ist, vermag ich Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. hat, einem Frieden zuzufiimmen, bei welchem[ 33 Arbeiter nicht festzustellen; weder einer mit 23 Frauen und 42 Kindern für immer arbeitslos auf der meiner Kollegen aus der Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. an eine solche Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen.tracht findet den Beifall der liberalen Blätter. Sämmtliche wie angeblich der stenographische Bericht ausweist, warum ver Strecke liegen bleiben würden. Aber die Solidarität der Nieder- Boykotikommission noch ich erinnern sich Aeußerung. Selbst wenn dieselbe aber gefallen sein sollte, Nordstern- Brauerei, Berlin. 31 Ringbrauereien haben sich solidarisch erklärt mit der Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Juh. May barbarischen Maßregel, welche 33 Arbeiter für immer von nicht? Aus dem Wortlaut der betreffenden Stellen muß sich ja öffentlicht man dann die bezüglichen Stellen des Berichtes Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. der Arbeit in sämmtlichen Ringbrauereien ausschließt, fofort ergeben, ob Herr Feuerstein die Zahlen in irgend einer Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei welche neben den 33 Männern auch 23 Frauen und 42 Kinderofort der Vernichtung preisgiebt. Für diese Sorte Solidarität haben der Aeußerung nur der Charakter einer allgemeinen Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. für die Interessenten bindenden Form vorgebracht hat, oder ob Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frant Beifallsgetöse seiner Preßtrabanten kann der Brauerring den die bürgerlichen Blätter kein Wort des Tadels. Unter dem Redensart eines uninteressirten Dritten furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Beschluß fassen und jeden zu ihm gehörigen Betrieb verpflichten, genannt wurden, dies nur in der lezt angeführten Weise geschehen Ich weiß, daß wenn Zahlen überhaupt Phönig- Branerei, C. Radon, Lichterfelde. daß 33 Arbeiter dauernd geächtet werden. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage die Worte beachtet und daß keiner der am 29. September so sein kann. Wie sollte es sonst möglich sein, daß feiner von uns Edm. Henter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer, zahlreich anwesenden Berichterstatter von den Zahlen des Herrn als sämmtliche Blätter von der weiteren Aeußerung des Herrn Feuerstein, Notiz genommen hat. Dies ist doch um so auffälliger, Reichenbergerstr. 155. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Die Freis. 3tg." behauptet, unser Aufruf in der Sonntags: gewerbe unterzubringen, ausdrücklich berichteten. Oder ist eines Feuerstein die eventuell ausgesperrt Bleibenden im GastwirthsMühlenstraße 49a. nummer ergehe sich in lächerlichen Tiraden und es sei nicht wahr, daß der bürgerlichen Blätter, welche jetzt über die Verschmißtheit und die Ringbrauereien neue Arbeiterentlassungen vornehmen würden. Hinterhaltigkeit der Boykottkommnission herziehen, im stande, Wenn Herr Eugen Richter nicht blindwüthig alle noch so perfiden einen Bericht über die Verhandlungen des 29. September aufzuSchritte des Großunternehmerthums vertheidigte, so würde er fich gehütet haben, sein, allerdings nur gedrucktes, Wort für die die Rede ist? Weiter: wenn den angeblichen Zahlenangaben des weisen, in dem von 20 bis 30 eventuell dauernd Ausgesperrten Bierfürsten einzulegen. In seinem Haß gegen alles was Ar beiterorganisation heißt, wird Herr Richter den Brauereien Schultheiß und Böhmisches Brauhaus seinen Beifall nicht vorenthalten, wenn er hört, daß die Direktoren dieser Großbrauereien entschlossen find, jeden Arbeiter, der im Verdacht steht, politisch oder gewertschaftlich organisirt 3 sein, zu entlassen. Also, Herr Richter, machen den Herren Direktoren Finke und Knoblauch Ihre Reverenz, Die Die bürgerlichen Blätter folportiren im Dienste der Ring- denn diese Herren wollen ja von nun an in puncto Arbeiter: brauereien die Lüge, daß die bei den Verhandlungen mit den behandlung nur noch Richter'scher Führung folgen. Dem von um Ausschluß von 20-30 Arbeitern handeln werde, luftig weiter der Freifinnigen Zeitung" steht folgendes Humanitätsstückchen aus 20-30 Ausgesperrten bereits in's Auge gefaßt war, dann würde Brauern betheiligten Arbeitervertreter wissen mußten, daß es sich uns gestern bereits gekennzeichneten brutalen nur 33 Arbeiter" Wäre es also wahr, daß am 29. Eeptember die Zahl von dem Böhmischen Brauhaus würdig zur Seite. Wie wir bereits und knipsen an dieſe angebliche Thatsache die albernsten Ber- meldeten, war die lettgenannte Brauerei an der Liste mit einem der Vorwurf der Doppelzüngigkeit und Hinterhältigkeit nicht auf Aus dem Protokoll einer vertraulichen Besprechung" ist jetzt Arbeiter betheiligt. Wie schwer mit diesem Mann auszukommen uns, sondern auf die Vertreter der Brauereien fallen. holt und dringend von uns nach dem Umfange der schwarzen allerdings der stenographische Bericht der öffentlichen Verhandlung gewesen sein muß, ergiebt die Thatsache, daß derselbe 74 Jahr Liste befragt, haben die Herren vom Ringe jede Auskunft vergeworden, nach welchem Herr Feuerstein jene Aeußerung geim Böhmischen Brauhause gearbeitet hatte, als ihn am weigert, um dann im entscheidenden Moment, wo alle Welt die Herrn Feuerstein, sondern mit den Brauereivertretern zu thun. hatte der Mann 2 Mal einen Betriebsunfall erlitten, für welchen er, Ausgestoßenen aufzuwarten, deren Umfang ein Weiterverhandeln Wir fordern die bürgerlichen Blätter auf, aus dem stenographi- da seine Erwerbsfähigkeit dadurch beeinträchtigt war, von der einfach ausschloß. Mag die bürgerliche Presse im Dienste der schen Bericht den Nachweis zu liefern, daß von den Brauerei- Unfallversicherung eine entsprechende Rente erhielt. Die Huma- Brauer- Millionen lügen und fälschen so viel sie will, die Arbeiter Direktoren eine Aeußerung gemacht ist, aus welcher auch nur nität seiner Arbeitgeber ließ es nicht zu, den Mann fortzuschicken, wissen, was sie davon zu halten haben. andeutungsweise hervorgeht, daß bei der Nichtwiedereinstellung man ließ ihn leichtere Arbeiten verrichten und zog die Rente, 20 bis 30 Arbeiter in Frage tämen. Zweitens verlangen wir welche dem Arbeiter von der zuständigen Berufsgenossenschaft von den bürgerlichen Blättern den Nachweis aus dem steno deren Sektionsvorsitzender Herr Direktor B. Knoblauch ist graphischen Bericht, daß die Boykottfommission oder ein zugesprochen war, vom Wochenlohn ab. Um wieviel sich die Dividende der Aktionäre durch diese einzelnes Mitglied derselben jener angeblichen Aeußerung in Um wieviel sich die Dividende der Aktionäre durch diese Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Weberstr. 66. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. muthungen. Der Bierboykott. " Sie Herrn Feuerstein am 29. September irgend welcher Werth beizus messen war, wie dies jetzt von gegnerischer Seite behauptet wird, wie kommt es dann, daß am 8. Oktober in der vertraulichen Bertreter der Brauereien sowohl während der Verhandlungen wie Zusammenkunft in der Privatwohnung des Herrn Feuerstein die nachher im Privatgespräch jebe Angabe über den Umfang der ichwarzen Liste mit der Motivirung ablehnten, daß noch gar teine Bahl festgestellt fei, ja eine Anzahl der Brauereien sich über diese Frage noch gar nicht geäußert hätten? Berlin, 16. Oktober 1894. Wieder J. Auer. Nachdem ich vorstehende Zeilen niedergeschrieben, werde ich von befreundeter Seite auf eine Erklärung des Vereins der in bürgerlichen Blättern sich abgedruckt findet und in der ein Brauereien Berlins und Umgegend aufmerksam gemacht, welche irgend einer Form zugestimmt hat. Wenn die Preßorgane, welche Rentenübertragung von dem Berlegten auf die Brauerei erhöht Schreiben wiedergegeben wird, in dem Herr Dr. G. Steinbrind, welche der Boykottlommission bis jetzt nicht zugängig gemacht find, obige beiden Forderungen zu erfüllen im stande sind, dann heraus mit der Sprache- sonst bleibt der Vorwurf auf ihnen hasten, daß sie zu Ehren des Brauerrings ihre Leser anlügen. bat, wiffen daß das Verfahren ungefeßlich war, behaupten wir nicht; ob es arbeiterfreundlich gewesen, die Ent scheidung hierüber überlassen wir getrost der Freisinnigen Beis tung" und ihrem Patron. frage sich wie folgt äußert: " Hochgeehrter Herr Direktor! Beifolgend empfangen Sie den stenographischen Bericht über die heutige kurze Verhandlung. In dieser Verhandlung ist die Frage erörtert worden, ob " 1 " Dann gingen die Redner auf die verschiedenen Einigungsbereits in der Versammlung vom 29. September die Zahl| Geheimen Oberfinanzrath Grandke und dem geheimen Obersie betonten, daß wir zu einem ehrlichen, derjenigen Arbeiter, die von der Wiedereinstellung ausgeschlossen finanzrath Germar; endlich der Kultusminister Dr. Bosse versuche ein, werden müssen, auf 20-30" veranschlagt worden sei. Herr mit dem Geheimen Oberregierungsrath Althoff. Die Herren der Machtstellung und der Ehre der Berliner Arbeiterschaft entAuer bestreitet dies, während Herr Feuerstein sich bestimmt er- haben sich, wie ein Berichterstatter meldet, von den beiden sprechenden Frieden jederzeit bereit waren, daß wir aber nieinnert, daß von dieser Zahl die Rede gewesen. Ich bin in der Direktoren, Geheimrath Spinola und Generalarzt Dr. Schaper mals Veranlassung hatten, mit den Friedensverhandlungen zu Lage, diese Streitirage aufzuklären. Die Zahl 20-30" ist in empfangen und in allen Räumen umherführen lassen, was, beginnen, daß wir stets unsere Gegner an uns herankommen Der Debatte thatsächlich genannt worden, und zwar von Herrn wenn der Berichterstatter nicht ulft, immerhin als eine ganz lassen konnten. Dies sei schon deshalb begreiflich, da unsere Ins Gebiet der Position sich bis jekt von Tag zu Tag gebessert, Feuerstein selbst. In seiner Rede, die auf Seite 115-117 des respektable Anstrengung zu betrachten ist. von mir abgelieferten Berichts enthalten ist, kommt folgender frostigen Scherze gehört aber wohl die weitere Reporternachricht, die der Gegner dagegen verschlechtert hat, wofür auch Passus vor: Meine Bitte geht dahin: Suchen Sie doch durch daß nunmehr der Umbau der Charitee demnächst" in Angriff das Eingeständniß der Bierbrauer, die Verminderung der Pro duktion, die Kürzung der Dividenden spricht. Betont wurde, beiderseitiges Entgegenkommen die Sache auszugleichen! Ihre genommen werde. Auseinandersetzungen spißen sich jetzt auf die paar Leute zu Eine sehr empfindliche Verkehrsstörung wird es wieder daß wir auf die Einstellung sämmtlicher Ausgesperrten, die An vielleicht sind es 20 oder 30- die durch ihr früheres Be- einmal am Donnerstag in der verkehrsreichsten Gegend der Stadt erkennung der Organisation und des Arbeitsnachweises und auf die anderen Forderungen unbedingt bestehen müssen. tragen es dahin gebracht haben, daß man sie nicht wieder einTrotzdem das Resultat der letzten Verhandlungen doch auf's stellen will. Nun, vielleicht kann man die Leute in anderen geben. An diesem Tage findet nämlich irgend ein Aktus zu Ehren des herrlichen Kriegsheeres statt; wenn wir nicht irren, Brauereien unterbringen, und wenn das nicht geht, giebt es ja ist es diesmal eine„ Fahnennagelung". Diese Verrichtung wird genaueste bekannt war, erregte die Erzählung über das Verhalten noch Mittel Iaffen sie sich im Gastwirthsgewerbe beschäftigen u. f. w." nun nicht auf einem Kasernenhof, sondern im Lustgarten vorstimmung 33 schuldlose Arbeiter zum Hungertod durch die halb neun Uhr ab bis nach beendeter Feier für Fuhrwerk, Reiter schwarze Liste verurtheilen laffen sollen, ganz koloſſale Aufregung. und Fußgänger die Kaiser Wilhelm Brücke, den Lustgarten, die Hätte es eines Beweises noch bedurft, daß diese Forderungen Schloßfreiheit, die Schloßbrücke, die Pläge am Zeug- und Opern- Bersammlungen, deren Unwillen über diese infame Zumuthung hause, sowie die Straße Unter den Linden vom Denkmale Die größten Pessimisten konnten durch den Verlauf der VerFriedrichs des Großen bis zur Charlottenstraße. Wir sollen be- die charakteristische Erscheinung des heutigen Abends war. fanntlich im Zeichen des Verkehrs leben. sammlungen überzeugt werden, daß unsere Sache ganz aus gezeichnet steht, daß der Kampfesmuth unserer Genoffen durch das Vorgehen des Bierringes neu angeftachelt wurde, daß die Siegeszuversicht eine ganz allgemeine ift. Wörtlich so lautet die Stelle in dem Bericht, den ich Ihnen geliefert habe. Da dieser Bericht sich, wegen der häufig erforderlichen redaktionellen Umarbeitung der Reden, mit dem Ursteno= gramm nicht genau deckt, so habe ich auch letzteres noch einmal verglichen und habe gefunden, daß Herr Feuerstein in jener Rede die Biffer 20-30" fogar zweimal furz hinter einander genannt hat; in meinem redigirten Bericht kommt sie nur einmal vor, weil ich eine unnöthige Wiederholung vermeiden wollte. Ihr ganz ergebenster gez. Dr. G. Steinbrint." genommen und aus diesem Grunde sperrt die Polizei von Morgens : Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben. Das Organ für Hofflatsch, Sportfererei und Frömmigkeit, das sich, Mit dieser Erklärung ist die Streitfrage, ob die Bahl 20 weil es der Berliner Einwohnerschaft fremd ist, Berliner Fremdenbis 30 in den Verhandlungen genannt wurde, erledigt; sie ist blatt" nennt, bringt die traurige Mär, daß es beschlaggefallen, und zwar ganz in dem Zusammenhang, wie ich sie in nahmt worden ist. Zum Glück ist dem braven Blättchen meiner obigen Erklärung als einzig möglich zugab. Daß diese dies Malheur nicht im Lande der Gottesfurcht und frommen jetzt festgestellte Aeußerung des Herrn Feuerstein, ohne jede Be- Sitte, sondern im heiligen Nachbarreich der Knute passirt. deutung und Verbindlichkeit für die beiden unterhandelnden Hoffentlich wird das Blatt seine russische Staatsgefährlichkeit Parteien war, ergiebt sich sowohl aus der Form, in der sie ge- durch erhöhte Loyalität dem Jdealreich des Ostens gegenüber schah, wie auch aus der Thatsache, daß feiner der an wieder gut zu machen suchen. Der Unterhandlung Betheiligten auf sie bezug nahm Von den Oberfenerwerkern. Ueber den ersten Anlaß zu und daß keiner meiner Genossen sie im Gedächtniß behielt. Wollen die Herren vom Brauerring, jetzt, wo die Aeußerung dem Konflikt weiß das„ Tageblatt" zu melden: Nach der Rückim Wortlaut vorliegt, noch behaupten, dieselbe sei für unser fehr von der diesjährigen Uebungsreise des Korps aus Waren Verhalten in der letzten Sigung, nachdem wir die Zahl der dauernd Auszusperrenden von zuständiger Seite, aus dem Munde des Herrn Direktor Goldschmidt, von irgend welcher Bedeutung gewesen, so mögen sie bei Herrn Eugen Richter damit Glauben finden. Ich aber überlasse das Urtheil ruhig der Deffentlichkeit. D. D. Von Herrn F. Goldschmidt, dem Direktor der Pagen hofer Brauerei, geht uns die folgende Mittheilung zu: niemals angenommen werden durften, so bewiesen es jede dieser In allen Versammlungen wurde einstimmig der hier folgenden Resolution jubelnd beigeſtimmt: Die heutige Versammlung erklärt ihre volle Zustimmung zu dem von der Boykottkommission in den Verhandlungen mit den Brauereidirektoren eingenommenen Standpunkt und billigt gegenüber der schimpflichen Zumuthung, 33 Brauereiarbeiter zur dauernden Existenzlosigkeit zu verurtheilen, durchaus den sofortigen Abbruch der Verhandlungen. Die Versammlung erklärt es als Pflicht der Berliner Arbeiterschaft, den Boykott gegen den Brauerring mit aller Energie weiterzuführen und beauftragt die Boykotikommission, unter Aufrechthaltung der früheren Beschlüsse alle Maßregeln zu treffen, welche bei thatkräftiger Pflichterfüllung der Berliner Arbeiter den Sieg herbeizuführen geeignet sind. in Mecklenburg wurde der ältere Kursus wegen seiner guten Führung dortfelbst in uneingeschränkter Weise belobt. Dies ermuthigte die betreffenden Unteroffiziere zu einer schriftlichen Eingabe an den Major v. Stetten, in welcher sie diesen baten, die häuslichen Arbeitsstunden von 6-8 Uhr Abends auf 5-7 Uhr zu verlegen, damit die Schüler Abends event. noch ausgehen könnten. Diese Petition war vom Adjutanten und von den Oberfeuerwertern befürwortet und mitunterzeichnet worden. Herr v. Stetten beantwortete nun die Eingabe damit, daß er die häusliche die wichtigsten Angaben mit. " In dem Berichte, den Ihr Blatt über die im" Elysium" Arbeitszeit von 6 bis 9 Uhr Abends festlegte und alle Schüler stattgehabte Versammlung der ausgesperrten Brauerei Arbeiter in die zweite Führungsklasse versetzte. Die erste Führungsklasse in seiner heutigen Nummer bringt, findet sich auch die Bemerkung, ist nämlich von den Arbeiten dispensirt, und somit war durch ich hätte erklärt, daß nunmehr, nachdem die Verhandlungen wegen die betreffende Maßregelung allen Schülern der Anstalt das Aus: Aufhebung des Bierboykotts gescheitert sind, die Brauereien sich gehen am Abend ganz und gar verlegt. Das hat nun böses Blut der noch bei ihnen in Arbeit stehenden unliebsamen Elemente gemacht und Anlaß zu den bedauerlichen Ausschreitungen gegeben, entledigen würden". Ich bitte Sie, Ihren Lesern mitzutheilen, welche mit der Verhaftung des ganzen älteren Rurfus ihren vor daß ich eine solche Aeußerung, die meinem Charakter völlig wider läufigen Abschluß gefunden haben. spricht, nicht gethan habe." Soweit unsere Informationen reichen, befand der Referent der betr. Versammlung, Genosse Hilpert, sich allerdings insoweit im Frrthum, als nicht Herr Goldschmidt, sondern die Herren Finte( Schultheißbrauerei) und Knoblauch( Böhmisches Brauhaus) Erklärungen dieser Art abgegeben haben. In der Sache an sich ist also durch die Richtigstellung des Herrn Goldschmidt wenig geändert. Das Tagebuch Ferdinand Lassalle's aus seiner Breslauer und Leipziger Gymnasiastenzeit vom 1. Januar 1840 bis Früh jahr 1841 wurde bei der vorgestern stattgehabten öffentlichen Versteigerung im Liepmannssohn'schen Antiquariat für den Preis von hundert Mark von Herrn Liepmannssohn für einen Privat mann erstanden. Die Versammlung fordert insbesondere, daß die Berliner Arbeiter bis zur Beendigung des Boykotts in den gesperrten Sälen keinerlei Festlichkeiten veranstalten und besuchen. Wir theilen noch kurz aus den Berichten unserer Bertreter 1. Wahlkreis. Bei Deigmüller( Alte Jakobstraße) referirte Bögfch vor einer sehr gut besuchten Versammlung, nicht bloß alle Bläge waren dicht besetzt, auch in den Gängen standen die mit regstem Interesse dem Referate folgenden Zuhörer. Sehr start strömten die Arbeiter zu dem Lokale von Röllig ( Neue Friedrichstr. 44), wo Genosse Auguſtin unter sehr großem Beifalle zur vollen Zufriedenheit der das Lokal dicht gedrängt füllenden Zuhörer referirte. godisa sim 2. Wahlkreis. Alle drei Versammlungen erfreuten sich eines ganz ausgezeichneten Besuches. Das Lokal von 3 ubeil ( Lindenstraße 106) war schon um 8 Uhr polizeilich abgesperrt; schon vor Beginn der Versammlung war auch das Lotal von Specht( Markgrafenftr. 83) dicht gedrängt gefüllt, obgleich in dem Inserate die Nummer des Lotals falsch angegeben war, ebenso war bei Möhring( Admiralstraße 18c) der Saal riesig Ein eigenartiges Malheur ist einem aus Danzig ges überfüllt. Bei Specht referirte Zubeil, im Zubeil'schen Lokale bürtigen Deutsch- Amerikaner, Namens Franz Dragansti paffirt. Timm und bei Möhring Antrit. Alle Redner ernteten reichlichen 11 500 Mark sollen von drei ringbierbegeisterten Männern Er war am Sonnabend nach längerem Aufenthalt in New- York Beifall, die Diskussion war nur von kurzer Dauer; in der Verden Saalverweigerern am Dienstag hingeworfen worden sein. über Bremen nach Berlin zurückgekehrt, um hier einen Vetter sammlung bei Möhring wurde ganz auf dieselbe verzichtet. Bei der Uebersendung des Geldes ist, so wird mitgetheilt, die aufzusuchen, der in der Kantstraße wohnen sollte. Der Kousin 3. Wahlkreis. Das Louisenstädtische Konzert Ausdauer der Wirthe mit besonderer Anerkennung hervor war aber nicht aufzufinden und so stieg Dragansti vor einer in haus, Alte Jakobstr. 37, wo Bogtherr referirte, war bis auf gehoben worden. Ob die„ Ausdauer" aufrichtig oder ironisch der Gegend befindlichen Gastwirthschaft ab, wo er zunächst den den letzten Platz befeßt, sämmtliche Stühle waren herausgeschafft von den nebulösen Gabenspendern belobt worden ist, wissen wir Kutscher, der ihn gefahren hatte, entlohnte. Alsdann wurde ihm und die Gänge befeht. Zahlreiche Zwischenrufe bewiesen, daß nicht. Das Eine ist aber ziemlich sicher, daß, wenn nicht jeden vom Wirth ein auf der anderen Seite der Straße befindliches die Zuhörer es nicht an Eifer fehlen lassen werden, den BierTag 11 500 Mart angeflogen kommen, es mit der Ausdauer" Logis vermittelt, wo D. außer seinem Gepäck noch 700 M. in proßen zu zeigen, daß der Kampf mit noch größerer Energie der Saalbesitzer gar bald Essig sein wird. Gold abgab und sich dann entfernte, um sich Berlin anzusehen. weitergeführt werden kann. Die Kürze der Debatte bewies das Eine Maßregelung cus eigenartigem Anlaß wurde am Die nun unternommene Bierreise hat aber derart benebelnd auf volle Einverständniß mit den Ausführungen des Referenten.Donnerstag auf dem Bau Frankfurter Allee 148 von dem das Gedächtniß des Deutsch- Amerikaners eingewirkt, daß er weder Die Armin hallen( Rommandantenstraße) waren um 1/29 Uhr Zimmermeister Hillerfus aus der Gollnowstraße vollführt. Der das Logis, noch die Wirthschaft, vor der er abgestiegen, hat polizeilich abgesperrt, alle Nebenräume waren dicht befeßt, nach Bau sollte an diesem Tage gerichtet werden bei boykottirtem wiederfinden können, und fast mittellos sich bei dem Arbeiter vielen Hunderten zählten die, welche umlebren mußten. Ster Bier natürlich, das die Zimmerer verschmähten, während einige May Sobeck, Möckernstr. 71, S. Querg. 1 Tr., der sich seiner referirte Faber zur vollen Zufriedenheit der Anwesenden. andere am Bau beschäftigte Arbeiter unsolidarisch genug waren, auf der Straße annahm, hat einquartiren müssen. Bielleicht 4. Wahlkreis( Süd- Ost). Beide Versammlungen von dem ihnen vorgesetzten Trunk zu genießen. Die Stunde rückte verhilft die Bekanntgabe des Falles dem Mann wieder zu seinem waren schon vor 3/48 Uhr polizeilich abgesperrt, obgleich Stühle cheran, wo der Kranz in die Höhe gezogen werden sollte; Eigenthum. und Tische entfernt waren. Bei Ulrich( Waldemarstr. 75) fchwarz weiß rothe Bänder schmückten ihn nach innungs- Verschwunden sind seit Montag die beiden dreijährigen referirte Silpert und in Hoffmann's Festfalen( Oranienpatriotischem Brauch. Man schickte sich mittlerweile an, das ver- Kinder Karl Hein und Lieschen Gottschalk, die in der dritten straße 180) Megner. Jm Elysium referirte vor einer dicht Bei Albrecht schmähte Boykottbier so gut es gehen wollte, an den Mann zu Nachmittagsstunde dieses Tags sich aus dem elterlichen Hause, gedrängten Versammlung Pfannkuch. bringen, und eben that der Meister, so schwer es ihm auch Kastanien- Allee 74, entfernt haben und troß eifrigsten Nach-( Memelerstr. 67) sprach in sehr stark überfülltem Saale Hente. wurde, das Unechte hinunterzuwürgen, einen tiefen Bug, als er forschens bisher noch nicht haben aufgefunden werden können. 4. Wahlfreis( Osten). Bei Fiebig, Gr. Frankfurter beim Blick in die Lüfte gewahr wurde, daß dem Kranz die Der Knabe hat blondes Haar und graue Augen und trägt ein straße 28, wo Bebel referirte, sperrte die vorsorgliche Polizei um schwarzen und weißen Bänder fehlten und nur die graues Kleid, sowie eine schwarze Lederschürze. Das Mädchen 1/49 Uhr das Lokal ab, obgleich noch 120 Personen in dem Saale feurig rothen übrig geblieben waren. Das mußte un war mit einem blauen Kleide angethan, über dem sie einen Plaß finden konnten. Den begeisternden Ausführungen des bedingt ein sozialdemokratisches Attentat sein, das schwere rothen Mantel trug. Auskunft über die beiden Kinder wolle Redners solgten die Anwesenden mit gespanntester Aufmerksamkeit Sühne forderte. Wuthentflammt vollzog der Herr Meister man dem nächsten Polizeibureau oder auch dem Vater des ver- und nahmen wie in den anderen Versammlungen die Nesolution eine Generalrache: Fünfundzwanzig Zimmerleute wurden, ohne schwundenen Knaben, dem Drechsler Otto Hein, Kastanien- Allee 74, einstimmig an. daß untersucht wurde, inwieweit sie an dem grimmten Attentat geben. schuldig oder unschuldig waren, Knall und Fall vom Bau entlassen. A F Das heißt doch eine exemplarische und einem konsequenten Kapitalisten geziemende Rache. Hoffentlich bleibt die Arbeiterschaft dieser That gegenüber die Antwort nicht schuldig. Die Affaire auf dem Bau in der Frankfurterstraße redet eine zu deutliche Sprache, als daß die Arbeiterschaft über ihre Pflichten den Rapitalsproßen gegenüber im Zweifel sein könnte der artige Maßregelungen werden sie im Boykottkampf zu verdoppeltem Eifer entflammen! Achtung, zweiter Wahlkreis. Die Versammlung des fozialdemokratischen Wahlvereins für den 2. Wahlkreis findet heute, Mittwoch, nicht in den Arminhallen, sondern im Lokal von Möhring, Admiralst r. 18c, statt. Flammenden Protest Die brochen wurde, aus= 5. Wahttrei 3. Bei Gründel( Brunnenstr. 188) war die Polizei sehr energisch in der Zurückweisung der nach Ueberfüllung des Saales in großer Zahl hinzuströmenden Arbeiter. Auch die Gallerie war überfüllt, Robert Schmidt referirte. haben heute Abend die Arbeiter Berlins und der Umgegend gegen Bei Nieft( Weberstraße) war der Saal schon frühzeitig bis auf den letzten Blak gefüllt. Die ganze Versammlung war ein das beleidigende Ansinnen des Bierringes erhoben. In 27 aus 6. Wahlkreis. Bei Kelle( Schönhauser Allee) mußten gezeichnet besuchten Versammlungen haben sie bewiesen, daß sie müthig in der Uebereinstimmung mit dem Referate Auer's. Mann für Mann mit aller Energie dafür eintreten werden, daß der Bierboykott mit einem vollen Siege der Berliner Arbeiter zeitlich Tische und Stühle entfernt werden. Die zahlreichen von der legten Zeugnis ab fchaft, mit vollkommener Satisfattion für die Ausgesperrten, bie Bwischenrufe, durch die das Referat Mattutat's unterunschuldigen Opfer der Despotenlaune einer Unternehmerorgani- gezeichneten Rampfesstimmung der Zuhörer. Beängstigend sation, enden wird. Bei der großen Zahl von Versammlungen müssen wir darauf fast war die Fülle von Menschen, die sich im Swine. münder Gesellschaftshause zusammensand. Bis verzichten, sämmtliche Referate unseren Lefern vorzuführen. Wir sind bloß in der Lage, den Gedankengang der in den Ver- auf die Treppen standen die Genoffen, die Gallerien mußten auf polizeiliche Anordnung geräumt werden. Mit gespannter sammlungen gehaltenen Reden hier furs zu stizziren. Die Redner erinnerten die Genoffen an die vergeblichen Aufmerksamkeit folgte die ganze Versammlung den Ausführungen Polizeilich beschlagnahmt wurde am Montag Slach Gerisch's. Ausgezeichnet besucht war auch die Versammlung mittag die Leiche des 46 Jahre alt gewordenen Kupferschmieds Bersuche der Männer vom Bierring, die Schuld an ben den bei Reichert( Müllerstraße), wo millarg referirte. Wladislaus Rynkowski, der in der Fehrbellinerstr. 25 wohnte. ungeheure Grausamkeit der reichsten Männer Berlins, eines der Kolberger Salon war bis auf die Galerien ganz Als ihn seine Ehefrau Montag früh gegen 6 Uhr wecken wollte, öficke, Goldschmidt, Knoblauch, Bögow gegen arme, nur über ihre dicht besetzt. In voller Uebereinstimmung mit den Anwesenden fand sie ihn todt vor. Todtenschein nicht am Gesundbrunnen, wo Jahn das Ein hinzugezogener Arzt fonnte den Arbeitskraft verfügende, an dem Streitfall gänzlich unschuldigen referirte Paul Singer. Familienväter wurde gebührend beleuchtet. Leichenöffnung angeordnet werden mußte. Die geheime Absicht der Unternehmerorganisation, die Dr. Referat hielt. Schöneberg. Bei Reßner( Grunewaldstraße 100) war Die schühende Hand der Polizei, die über das Café ganisationen der Arbeiter zu sprengen, wurde den zahlreichen der Saal schon zeitig gefüllt, Schöpflin referirte, die Resolution Reck wie über die Blumenfäle gleich sorgsam gebeut, sorgt auch Zuhörern largelegt. mit regem Eifer dafür, daß von den Brettern herab, die die Dann wurde der Kampf geschildert, die Energie der Ar- fand jubelnden Beifall. Um 10 Uhr wurde wegen Gefahr der Ueberschreitung der ortsüblichen Polizeistunde die Versammlung Welt bedeuten, nichts verkündet werde, was die frommen Ge- beiter, ihr Opfermuth, ihre finanziellen Opfer, Beschwerden bet der Bierkontrolle, der aufgelöst. müther der Berliner in sittlicher Beziehung verlegen tönnte. Wie Mühen und Köpenick und Adlershof. Wöllstein's 2ustgegen die Wirthe, welche nicht offen als die Direktion des National- Theaters meldet, hat die Polizei der Kampf Hauptstadt des Reiches, in der Gedankenfreiheit, wie Breß- und Gegner aufzutreten wagten, die aber das Publikum zu täuschen garten war voll besetzt, unter dem Beifall der Zuhörer referirte Näther. Wortfnebelung einträchtig bei einander wohnen, die Aufführung suchten, dann die Agitation in den Fabriken und Werkstätten. Pankow und Reinickendorf. Bei Buge( Schulzedes einattigen Sittenbildes Verkommen" von May Halpern für Gebührend wurde in allen Bersammlungen gewürdigt das Ver eine öffentliche Darstellung verboten und dadurch Berlin balten der gegnerischen Bresse, welche mit einem Feuereifer Straße 28) referirte vor dichtgedrängter Berfammlung Kiefel, dessen wieder einmal vor siitlicher Verkümmerung gerettet. gegen die Arbeiter fämpfte und für die Biermillionäre eintrat, Ausführungen die Versammlung lauten Beifall gollte. Die Berichte der Versammlungen in Charlottenburg, als ob es gelten würde, die Begeisterung für die bedrohten Militarismus und Bureaukratie ftatteten am Dienstag höchsten Güter der Menschheit zu entflammen. Bei dieser Ge- eißenfee, Rigdorf, find bei Schluß der Redaktion nach Vormittag von 10-124 Uhr der leidenden Menschheit einen legenheit wurde auch auf die Solidarität des Unternehmerthums Mitternacht noch nicht eingetroffen. Wir tragen dieselben Besuch ab. In der Gharitee fanden sich nämlich in diefer hingewiesen, das die Machtstellung des Bierringes mit standa. morgen nach. Zeit folgende Herrschaften ein: Kriegsminister Bronsart löser Bevormundung der Arbeiter mit dem Verbote des Genusses von Schellendorf in Begleitung des Generalstabsarztes boykottfreien Bieres in den Fabriken und mit großen Geldunterder Armee Exzellenz v. Coler; der Minister der öffentlichen Ar- stüßungen zu stärken suchte. " die beiten Thielen in Begleitung des Geheimen Oberbauraths Auch auf die Solidarität der Saalbefizer mit den Brauerei Lorenz, des Geheimen Bauraths Emmerich und des Bauinspektors besißern und die ebenso lärmende wie für uns ungefährliche Diestel; der Finanzminister Dr. Miquel mit dem wirklichen Aktion der Saalverweigerer wurde gebührend hingewiesen. Gleichfalls sehr gut besucht war der Briefkaffen der Redaktion. ir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine sa!! anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. W.. 103. Sie können vollen Schadensersatz vom Wirthe verlangen. . J. 35. Liegt der Fall eines nothwendigen gerichtlichen| gläubiger noch der neue Räufer gekündigt, so hat der Miether) B. G. 37. 1. Das Darlehn tönnen Sie gegen den beVerkaufes vor, so kann der neue Käufer( auch ein Hypotheken- kein Recht, wegen des erfolgten Kaufs zu kündigen. treffenden Unteroffizier beim Gericht des Garnisonorts einklagen. gläubiger) den Miethsvertrag vor seinem Ablauf tündigen. Der P. S. Poefned. Im Gebiete des preußischen Landrechts 2. Darüber, wieviel ein sächsisches Loos foftet zc., geben wir keine Miether muß dann nach Ablauf eines Vierteljahres vom Aus- verjährt die wegen Hausschwammes anzuftrengende Minderungs- Auskunft. gange desjenigen Quartals ab räumen, in dem der Verkauf ge- und Wandelungsflage bei ländlichen Gebäuden in 8, bei städtischen Erbschaft. Es ist aus Ihrer Frage nicht ersichtlich, ob ein schehen ist. Der Miether hat auch das Recht, wenn ihm ge- in einem Jahre. Erst in 30 Jahren verjährt die, wie es scheint, Testament vorliegt, welchen Inhalt dasselbe hat zc. Sprechen Sie fündigt worden, bereits mit Ablauf des Quartals zu räumen, im vorliegenden Falle berechtigte Klage auf Schadenersatz aus zwischen 12 und 1 Uhr vor. in dem der Zuschlag erfolgt ist. Hat aber weder ein Hypotheken- dem Kaufvertrag. Central- Theater Ich bitte Freunde und Genossen, alle Buschriften an mich nicht mit der Adresse E. R. 250. 1 000 000 000 ist eine Milliarde. Sozialdemokratischer Wahlverein O Für den Inhalt der Juferate über Alte Jakobskraße Nr. 30. ber Redaktion unferes Leipziger Bartei für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis. nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. G. Anna Bäders. Josefine Dora. 3um 42. Male: Organs, der ich seit dem 1. Oktober nicht mehr angehöre, zu versehen. Meine Adresse ist: Manfred Wittich, Leipzig, Kochstr. 46. Mittwo, ben 17. Ottober O! diese Berliner! Bekanntmachung Opernhaus. Hänsel und Gretel. Schauspielhaus. Ein Sommernachtstraum. Leshing Theater. Die Schmetterlingsschlacht. Deutsches Theater. Die Weber. Berliner Theater. Das Heirathsneft. Schiller Theater. Der Veilchenfresser. Neues Theater. Zerstörtes Glück. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Rehdenz- Theater. Théâtre libre. Les Revenants. Boubouroche. Theater Unter den Linden. Dr pheus in der Unterwelt. Bellealliance- Theater. Krause. 28 Tage. König Große Poſſe mit Gesang und ganz in der Gewerbebetrieb d. Kaufleute, Mittwoch, den 17. Oktober, Abends 8% Uhr, bei Möhring, Admiralstraße Nr. 18e: Versammlung. Tages- Ordnung: vereine." 2. Disfuffion. 3. Vereinsangelegenheiten event. Anträge und Fragen. 1. Bortrag des Genossen Kiesel über: Die Reorganisation der Wahls Mitglieder werden aufgenommen. Gäste haben Zutritt. Orts- Krankenkasse für den In Raffenangelegenheiten wende man sich an die Kassirer Aeustergerling, Handlungsleute u. Apotheker. Delegirten- Ergänzungswahl. Rottbuser Damm 97 und Nicolai, Mittenwalderstr. 22. Die Mitglieder werden ersucht, die Beiträge zu begleichen, um die neuen Bücher einzutauschen. 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Berlin von Julius Freund. Mufit von Jul. Einodshofer. Raffeneröffnung 6/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen und folgende Tage: 0, diese wahl, welche auf grund der§§ 49 ff. Behufs Vornahme der Ergänzungs 277/6 des neuen Statuts vom 14. Dezember 1892 für die im Laufe des Jahres ausgeschiedenen Vertreter stattzufinden hat, Berliner! Castan's Panopticum. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein werden die Arbeitgeber, welche für die für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 18. Oktober, Abends 8 Uhr, bei ihnen beschäftigten Personen Beiträge aus eigenen Mitteln zur obengenannten Kaffe zahlen, sowie die im Kolberger Salon, Kolbergerstraße Nr. 23: General- Versammlung. Kaffenmitglieder mit dem Bemerken geladen, daß 47 Vertreter der Arbeitgeber und Adolph Ernst- Theater. Solotte's Hassan Ali 50 Bertreter der Raffenmitglieder Central- Theater. O! diese Berliner! der grösste Mensch der Welt. 3u wählen find. Alexanderplatz Theater. Nach Prinzess Topase National- Theater. Raub der Helena. das fleinste Menschenkind. Merikanische Riesen- Gacteen Sonnenuntergang. Reichshallentheater. Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. in noch nie gesehener Größe. Baufmann's Variété. Spezialitäten Passage- Panopticum. Borstellung. Parodie Theater. Spezialitäten 9 Vorstellung. Schiller- Theater. tour( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Mittwoch, 17. Oftober, Abends 8 Uhr: als Der Veilchenfreer. Donnerstag, 18. Oktober, Abds. 8 Uhr: Ein Falliffement. Freitag, 19. Oktober, Abends 8 Uhr: Ein Falliffement. Sonnabend, 20. Oftober, Nachmittags 3 Uhr: Schüler Vorstellung. Der Menonit. Fallinement. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes. Kassenbericht. Bericht der Revisoren. Neuwahl Beide Versammlungen finden in des Vorstandes und der Abtheilungsführer. Bereinsangelegenheiten( 1. Der den Arminhallen, Kommandanten- Fall Sch arte. 2. Anträge des Vorstandes). Fragetaften. Brake 20, großer Saal, am Donnerstag, den 25. Oktober 1894, 51 wilde Beiber Die Herenschaukel, neueste Illusion. Armin- Hallen, Abends 8 Uhr: Ein Kommandanten- Straße Nr. 20. Sonnabend, den 20. Oktober: tatt, und zwar: 1. Für die Arbeitgeber von Abends 8 Uhr bis 9 Uhr( um 81/2 Uhr beginnt der Wahlakt und werden während desselben die Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Handlungsgehilfen und Gehilfinnen! Mittwoch, den 17. Oktober, Abends 8% Uhr, Thüren gemäß§ 38 Abs. 4 des im gr. Saale der Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Statuts geschlossen). 2. Für die kassenmitglieder von Abends 9 Uhr an( um 10 Uhr beginnt der Wahlakt und werden während desselben die Thüren ge mäß§ 38 Abs. 4 des Statuts geschlossen). Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die Sonntagsruhe und die freisinnigen Stadtväter. Referent: Stadtverordneter Bernh. Bruns. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ersuche ich alle Kollegen Der Vertrauensmann, Aug. Penn. Für die Staffenmitglieder dient das und Kolleginnen für den Besuch der Versammlung zu agitiren. Quittungsbuch als Ausweis. Berlin, den 16. Ottober 1894. 154/6 Der Vorstand. Warnung. Antonie Schulze, geb. Ramm, bitte auf meinen Namen nichts zu borgen, Da ich für nichts aufkomme. Otto Schulze. 4096 Adolph Ernst- Theater 10. Stiftungsfest Armin- Hallen Lolotte's 28 Tage. und A. Mars. Baudeville in 3 Aften von H. Raymond Musik von Bittor Roger.( Novität.) In Szene gefegt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Charley's Tante. Borher: Die Bajazzi. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel des fliegenden Serpentin- Ballets. Sensationelle Novität. Der Raub der Helena. Große Poffe mit Gesang und Zanz in 5 Aften von Karl Peters. Regie: Max Samft. Rassenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Alcazar Vaudeville- u. Variété- Theater Dresdenerstr. 52/58( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt. Neu! Senfationell! Neu! Pusebach auf Korea. Nen! Mr. Chong und Neu! Geschwister Sarno. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. stav Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 Pf. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. R. Winkler. des Rauchklubs Lange Piepe" verbunden mit Großem Ball. Anfang 8 Uhr. Siezu ladet freundlichst ein Das Comité. Billets sind in den mit Blataten be legten Lokalen zu haben. 404b Die Beleidigung, die ich geg. Restaur. Herrn Hännecke, Tilsiterstr. 82, aus gestoßen haben soll, nehme ich zurüc. 406b A. Fink. Stenographie. Donnerstag: Annenstr. 9( 8-9: Schüler; 9-10: Erwachsene); Mittwoch: Pallasstr. 14( am Bot. Garten); 410b beginnt ein unentgeltlicher Lehrgang für Serren, Damen und Schüler in der vereinf. Arendsschen Boltsfurzschrift. Der Gurfus umfaßt 6-8 Unter richtsstunden bei wöchentl. 1 Stunde. Lehrm. 1,50 W. 37 37 Als anerkannt reelle und billigste Einkaufs- Quelle des Süd- Ostens für Sommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer 154/7 Achtung! Kutscher! Achtung! Donnerstag, den 18. Oktober 1894, Abends 10 Uhr, im Lokale des Herrn Wilke, Andreasstr. 26: Gr. öffentliche Versammlung der Kutscher Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Stadtverordneten Herrn Wilke über: Gewerkschaftliche und politische Organisationen. 2. Diskussion. 8. Berschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Otto Rang, Bangestr. 44. 107/2 von 20-600 Verfonen. Verein der Lithographen, Steindrucker Allen Freunden, Bekannten und Ge nossen empfehle mein neu eröffnetes Weiss- und Bairisch- Bier- Lokal. Kräftiger Frühstücks., Mittags- und Abendtisch zu soliden Preisen. Ausschank des Münchener Brauhauses, ff. Kulmbacher und Weissbier. 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Vortrag des Genoffen Saffenbach über" Freimaurerthum". 2. Dis 3. Werkstattangelegenheiten und Verschiebenes. Hierzu sind die Kollegen der Werkstatt von Hanke, Schönhauser Allee 130, besonders eingeladen. Montag, den 22. Oktober, Abends 82 Uhr, bei Belle, Schönhauser Allee 28: Vertrauensmänner Versammlung. Sonntag, den 21. Oktober, Vormittags 10 Uhr, in den ,, Armin Hallen", Kommandantenstraße Nr. 20: # Branchenversammlung der Drechsler. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Dot über: Soziale Kämpfe im Mittelalter. 2. Diskussion. 8. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. Hierzu find die Kollegen der Werkstätten von Görschner, Wiener ftraße 44, Schoy, Reichenbergerstr. 84, und Schwarz, Dieffenbachstr. 88, besonders eingeladen. 142/16 Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Künstl. Zähne, vorzügl. u. Garantie, schmerzl., Zahnschmerz beseitigt, ſchmerzlofes Bahnziehen. Theilzahlung. Goldstein, Oranienſtr. 123. Creditgewährung Möbel, Spiegel nach Uebereinkunft!! 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Wir entsinnen uns gerade jezt einer nächsten Umgebung des 3aren gepflegt und Stelle in der Geschichte der Verbannung" des Petersburger Die europäische Presse läßt teine Gelegenheit vorbeigehen, ohne gepäpelt wird. Zu welchem Zweck? Zu welchem Zweck? Die Erklärung ist Professors Foynisty, aus welcher hervorgeht daß in den daß ste der marchenhaften Verfassung gedenkt mit welcher der russische heute überflüssig, wo diese Praxis international geworden ist, wo 50er Jahren zwischen der italienischen und russischen Regierung Diktator Graf Loris Melikow zur Zeit Alexander II., das russische te fast überall als Auheilmittel zur Erhaltung der bestehenden ein Vertrag abgeschlossen worden war, in dem Sinne vaß Bolt beglucfen wollte. Der Tod des zaren veranlaßte, wie bekannt, Ordnung und zur Herbeiführung allerhand reaktionärer Stretche an Italien seine Berbrecher nach Sibirien schicken dürfte. Bald den Aufschub der Veröffentlichung dieser Verfassung. Die Krank: gewandt wird. Man wird sich wohl erinnern, wie viel Dynamit- und darauf wurden auch vierzig italienische Verbrecher transportirt, beit des jeßigen Zaren Alexander III. veranlaßt abermals die Bombenattentate allein im Barenreich der Telegraph verbrochen darunter mehrere damalige Gesinnungsgenossen Crispi's. Die Breffe eas alte Märchen zu tommentiren. Nun sind aber die hat. In wie vielen Häusern soll man Bomben gefunden haben russische Regierung erkannte aber allzubald. daß Sibirien taum unlängst in dem Verlag der Freien russischen literarischen Gesell- Wie viele Eisenbahnstrecken sollen unterminirt worden sein! Und für ihre eigenen Verbrecher" reichen wird, und löste daher oen schaft in London" veröffentlichten Dokumente aus dem Nachlaß trotz all dieser Versuche konnte man den Körper des Baren nicht Vertrag auf. Wir rathen jetzt Crispi, daß er mit der russischen des Grafen geeignet, das alte Märchen zu zerstören, indem sie uns tödten, sem Geist aber foll vor Angst nahezu todt fein; er ist ja Regierung in Verhandungen trete! Seine Bemühungen werden ermoglichen, die wahre Gestalt der angeblich geplanten Verfassung nahezu wahnsinnig geworden! Und wer hat diesen Word ver- gewiß von Erfolg gekrönt sein, da Rußland jetzt neue Gebiete zu erkennen. Es ergiebt sich aus ihnen, daß die so gerühmte Reform brochen? Gerade die sogenannten Schüßer" des Zaren, die von großer Ausdehnung zu Verbannungspläten auserforen hat nicht nur die Selbstherrschaft" im vollsten Maße aufrecht erhielt, jenigen, die ein Interesse daran haben, daß die bestehende Ge-( Eachalin, das Jafutische Gebiet). Apropos! Möchte nicht Crispi fondern auch, daß ein jeder Versuch seitens des Volkes, sich an sellschaftsordnung fortlebt! Denn man kann mit Genauigkeit die Halbinsel Kamtschatta nehmen, sie ist noch frei und ist auch der Regierung zu betheiligen, an dieser Verfassung" zurückprallen die Behauptung aufstellen, daß seit März 1887, zu welcher Beit eine ganz nette Gegend! mußte. Und das ist ganz begreiflich, wenn man die Worte wirklich einige Attentäter mit Bomben" verhaftet wurden, in Alexander II. in Betracht zieht daß er es für seine Pflicht Rußland fast gar tein Attentatsversuch gemacht worden ist, erachte, die Selbstherrschaft um jeden Breis aufrecht zu erhalten" obwohl ein solcher unter den obwaltenden Verhältnissen für die Was nun aber die Aufschiebung der Verfassung anbetrifft, so ist Zukunft nie ausgeschlossen sein konnte. aus den veröffentlichten Dokumenten zu ersehen, daß es sich nur um einen Aufschub von 3 oder 4 Tagen gehandelt hätte. Es tritt bei dieser Gelegenheit so ganz deutlich hervor die unheilvolle Wirkung des Eigenwillens und der Widerspenstigkeit eines un umschränkten persönlichen Regiments und die aus ihm so oft entstehende Hilflosigkeit. " " " Gerichts- Beitung. Man sollte des Zaren wegen nicht das ganze russische Eine an versuchte Tödtung grenzende schwere Volt vergessen, das unter der großen Heze, die nur der Mihilisten Körperverlegung beschäftigte gestern die dritte Straf furcht, welche dem Zaren von seiner Umgebung eingejagt wurde, kammer des Landgerichts I. Auf der Anklagebant befanden sich zu verdanken ist, noch viel mehr zu leiden hat, als der Bar selbst. der Bahnwärter Karl Wilhelm Marks und der RestauEs ist eine Hetjagd" auf Menschen, die seit 13 Jahren im rateur Paul Otto Freiberg, zwei andere Angeklagte, die Namen Alexander's III. getrieben wird, eine Hetjagd, für die Arbeiter Krähn und Frommel, haben es vorgezogen, die Flucht Die Veröffentlichung des Manifests über die, vom Grafen nur derjenige das wahre Verständniß mitbringt, welcher gezwungen zu ergreifen. Der Angeklagte Freiberg betreibt die Gastwirth. Melitom geplanten Kommissionen zur Berathung von Staats- war, fie von der Nähe zu beobachten und zu empfinden. Womit schaft in dem Hause Grün- und Walstraßen- Ecke, welches nur angelegenheiten" oder wie es in der russisch- bureaukratischen dankte der Zar dem Wolfe, welches den Tod seines Vaters mit so tiefem einige Meter von der Spree entfernt liegt. In der Nacht Sprache hieß über das von der Regierung gewünschte Bedauern aufnahm, und ihn selbst mit echt russischer Ruhe den zum 29. Mai tehrte der Schiffeigner Habicht bei Betreten des Weges des Zutrauens zur Gesellschaft", sollte Thron besteigen ließ? Er hat an alles die Hand angelegt, was Freiberg ein. An dem Stammtische saßen verschiedene am 4.( 16) März, stattfinden. Infolge des Todes noch gutes, freies aus der Zeit seines Vaters zurückgeblieben Personen, welche sich in lebhafter Weise angeblich über den Alexander II. konnte das Manifest vom Grafen erst war, er hat sogar dem Volke verboten, dem Namen seines Vaters Bierboykott unterhielten. Der etwas angetrunkene Habicht am 6.( 18.) März dem neuen zaren zur Genehmigung vorgelegt die nur ehrende Bezeichnung Reformator" beizulegen; er hat mischte sich in die Unterhaltung, er vertrat einen anderen Standwerden. Der Zar Alexander III. schrieb auf den Entwurf zum das Gebot" seines Baters nicht anerkennen wollen; er hat das punkt als die übrigen Gäste und nahm die Unterhaltung einen Manifest folgende Bemerkung:„ Es ist sehr gut zusammengestellt", Recht der Selbstverwaltung, welches sich die Landschaften errungen stürmischen Charakter an. Freiberg verhütete jedoch Ausund noch an demselben Tag äußerte er zu seinem Bruder Wla batten, auf ein Minimum eingeschränkt; er hat die Gerichts- fchreitungen. Er verwies den Habicht zur Ruhe, der sich denn dimir, in dem Glauben, daß er nun alle Wünsche des Volkes organe durch Polizei- Organe erfekt; er ließ die wilden Horden auch abseits seite und einschlief. Gegen vier Uhr Morgens erfüllt habe:„ Ich bin froh, als hät' ich einen Berg von meinen feiner Gendarmen das Land überschwemmen, damit sie die letzte wachte er auf, es waren noch verschiedene Gäste an= Schultern abgewälzt". Der Entwurf felbst wurde dann im Kraft der Bauern aussaugen, damit sie ihre freiheitlichen Bewesend. Wiederum begann der Wortstreit und Habicht Ministerrath mit 8 gegen 5 Stimmen angenommen. Der Tod strebungen, die Settenbewegung, unterdrücken, damit sie den erhielt einem der Gäste ein paar Ohrfeigen. des Vaters, war also für den Sohn fein Grund, der ihn ver- russischen Proletarier gegen den jüdischen hehen, und endlich Bevor es zu einer allgemeinen Prügelei tam, trat Freihindern konnte auszurufen:„ Es ist sehr gut zusammengestellt" damit sie jede freie Geistesäußerung, jedes freiheitliche Bestreben berg wieder zwischen die Streitenden. Er erklärte, daß er Im Gegentheil, der neue Zar sah mit Freude und Genugthung in der Literatur, mit Füßen treten fonnten. Dies und noch unzählige in feinem Lokale teine Thätlichkeiten dulde, und schob den Ander Veröffentlichung des Manifests entgegen. Weshalb ist es nun ähnliche Thaten sind es, welche die 13jährige Regierung geklagten Marts, sowie die Arbeiter Krähn und Frommel zur doch nicht veröffentlicht worden? Man wußte wirklich keinen Alexander's III. ausfüllen! Und nun lese man die vor Un Thür hinaus. Auch Habicht, der von den genannten drei BerGrund für diese plötzliche Wendung. Nun befindet sich wissenheit und Heuchelei stroßenden Raisonnements der Blätter sonen umringt war, wurde mit auf die Straße gedrängt. Hier in den obengenannten im Auslande veröffentlichten vom Schlage der Neuen Freien Preffe", daß der Bar ein wurde ihm übel mitgespielt. Marts versette ihm mitttels eines Dokumenten ein Auszug aus einem höchst interessanten Brief Friedensfürst sei, der nach dem Maße seiner Einsicht dicen Stockes wiederholt Schläge über den Kopf, während Alexander III. an seinen Bruder Wladimir, und dieser Brief das Heil seines Voltes erstrebt, ohne dasjenige anderer Völker Krähn und Frommel den Mißhandelten festhielten. Habicht giebt die Antwort auf obige Frage: Die Minister- lefen wir anzutasten". Jawohl Wie die Einsicht, so auch das Heil! verlor die Besinnung. Nun schleppten ihn seine Gegner da versprechen mir immer wieder," durch ihre Maßregeln das Wir wiederholen also daß der Nihilismus oder Terrorismus bis zur Spree und warfen ihn über das Bollwerk Manifest erjeßen zu wollen, da ich aber sehe, daß sie von den russischen Revolutionären als Kampffyftem völlig auf- ins Wasser. Das falte Element brachte Habicht wieder nicht gewillt sind, entschieden zu handeln, ob gegeben ist. Das ist gewiß erfreulich, und um so mehr, als die zur Besinnung. Zum Glück war er des Schwimmens fundig, er wohl sich das Volt in großer Gährung befindet, weil es etwas jenigen Schichten der russischen Gesellschaft, welche, durch die vermochte einen gerade vorüberfahrenden Kahn zu erreichen, außerordentliches erwartet, so bin ich entschlossen, mich an K. P. Attentate erschreckt, sich zurückgezogen hatten, fich all dessen Führer ihn an Bord zog. Habicht mußte sofort seiner Pobedonoszew zu wenden. So einfach ist die Sache, und mälig wieder aufraffen und zur Einsicht gelangen, daß es tlaffenden Kopfwunden wegen die Sanitätswache aufsuchen, er ist es ist wahrhaftig eine höchst komische Situation für einen„ Selbst- unter den jetzigen Umständen nicht mehr weiter geht. Die längere Zeit arbeitsunfähig gewesen. Der Angeklagte Marts herrscher", der nicht einmal im Alter des serbischen Alexander, Gährung in der Gesellschaft ist groß; verschiedene Gesellschafts- entschuldigte sich mit sinnloser Trunkenheit. Der Angeklagte sondern nahezu in den Vierzigern stand, als er den Thron be- freise erwachen, und wenn es manchen Vertretern der Land- Freiberg bestritt, daß er sich dabei betheiligt habe, ftieg. Mit feinem liberalen Manifest glaubte Graf Melifow schaften und anderen Körperschaften nach dem Tode Alexander's II. als Habicht in die Spree geworfen wurde, er zögern zu dürfen, und nun wußte der Bar nichts Besseres anzu- möglich war, ein offenes, festes Wort mitzureden, so fann man ei sofort wieder in sein Lokal zurückgetreten, als fangen, als das reaktionäre Manifest Pobedonoszew's auch für wohl annehmen, daß eventuell bei den bevorstehenden Ereignissen er die streitende Gruppe auf die Straße gedrängt hatte. Die gut zufammengestellt" zu halten, und damit sein, sich in Rußland die russische Gesellschaft ein gewichtiges Wortlein Beweisaufnahme drehte sich im wesentlichen um die Uebernach Freiheit sehnendes Bolt zu beglücken. Während nun mitsprechen wird. Graf Melitow, in dieser Weise die ganze Frage der Reformirung Rußlands gut gelöst zu haben glaubte und sich zur Ruhe setzte, um sich von den großen Anstrengungen zu erholen, weilte der Dunkelmann Pobedonoszew mit seiner Sippe in Gatschina neben dem Baren, welchen er nach gewünschter Façon bearbeitete. " " Angesichts dieser geschichtlichen Thatsachen die erwähnten Dokumente laffen teinen Zweifel an ihrer Echtheit zu- möchten wir nun fragen, was für einen Sinn der ganze Jammer der bürgerlichen Presse hat, nach welcher die Krankheit des Zaren den europäischen Frieden bedrohe, nach welcher der Bar selbst ein Träger des Friedens sein soll! Kann man sich, nach der obigen Schilderung der Selbständigkeit des Baren etwas Komischeres einbilden? Es ist zweifellos, daß es Kreise in der russischen Gesellschaft giebt, welche die Erlösung von dem Ausbruch eines europäischen Krieges erwarten, der ähn lich wie der Krimkrieg, den ganzen Bankrott Der herrlichen Selbstherrschaft" ausdecken soll. Und wenn die ErDer Bar ist nicht geftorben, aber er ist schwer frank. Dem franken 3aren als Mensch können wir unser tiefes Mitleid nicht versagen. Dem franken 3aren als Beherrscher des russischen Boltes tönnen wir nicht umhin, gerade jezt, wo er geistige und leibliche Schmerzen am eigenen Körper spürt, die Todten und lebendigen Opfer, die sein Regiment gefordert hat, vorzuführen: Nikolaus Santowšty, Adliger, 89 Jahre alt, vergiftet in der Zwangsarbeitsanstalt Transbaytaliens. Wasily Gerassimow, 40 Jahre, Arbeiter, hat sich vergiftet im Krankenhause zu Jatutst. Iwan Tephtu I, 40 Jahre, Arbeiter, starb in Jakutst. Alexander Saudner, Kaufmannssohn, verhaftet im Alter von 17 Jahren, starb in Bargusin( Ost- Sibirien). Alexander Doller, 83 Jahre, französischer Bürger! Schlosser, ertrank in der Lena( Ost- Sibirien). Wladimir Iwanow, Student, wurde irrfinnig und starb im Gefängniß zu Jatutst. führung des Angeklagten Freiberg. Er hatte in der fraglichen Nacht eine blaue Schürze getragen und nach Art der Budifer seine Hemdsärmel aufgestreift. Mehrere Beugen behaupteten mit Bestimmtheit, einen so gekleideten Mann bei dem Hinüberwerfen des Habicht über das Bollwerk mit thätig gesehen zu haben und eine Frau Hoffmann blieb dabei, daß dieser Mann der Angetlagte Freiberg gewesen sei. Dem gegenüber bekundete bie größere Anzahl der Zeugen, daß Freiberg sofort wieder in fein Lokal zurückgetreten sei und bei den Borgängen auf der Straße nicht zugegen gewesen sein fönne. Der Staatsanwalt hielt beide Angeklagte für überführt, er beantragte gegen diefelben eine Gefängnißstrafe von je drei Jahren. Der Gerichtshof schloß sich den Ausführungen des Vertheidigers, R.-A. Wronter, an und hielt das Belastungsmaterial gegen Freiberg nicht für ausreichend. Dieser wurde freigesprochen, Marts zu andert. halb Jahren Gefängniß verurtheilt und sofort ver haftet. oberungsgelüfte in den oberen russischen Kreisen noch so groß Kmetit, Arbeiter,( wurde verbannt wegen Angehörigkeit des Schöffengerichts gegen den Viehhändler R. aus Briz, der Eine merkwürdige Wendung nahm eine Verhandlung find, und wenn die auf die höchste Spitze getriebene Militär- zur polnischen Organisation Proletariat") ertrank bei einem angetlagt und geständig war, eine Schweineheerde auf einer macht nach Bethätigung verlangt, fo weiß man es doch dort Fluchtversuch von der Insel Sachalin. oben ganz genau, daß ein Krieg jetzt den Zusammenbruch des Alexander Lebedew, wegen eines Fluchtversuches nach Landstraße getrieben zu haben. Der Vorsitzende redete recht einganzen gegenwärtigen Systems bedeuten würde. Es ist übrigens eine Bulun verbannt, nahe am Gismeer. Wo er völlig isolirt lebte. bringlich auf den Angeklagten ein, ob er denn bei den gegengewöhnliche Praxis: kommt der Zar in Betracht, so ist er der Er schrieb dem Ispravnik, er möge ihm wenigstens noch einen wärtig überall herrschenden Viehfeuchen nicht überlegt habe, wie alleinige Träger des Friedens, und kommen andere Fürsten in Berbannten hinschicken, der Ispravnik zögerte, die Verbannten gefährlich das Treiben von Viehherden auf öffentlichen Wegen Betracht, so find sie es nicht minder, ein jeder an seiner Reihe proteflirten, inzwischen war Lebedew gestorben. sei; der Angeklagte konnte nur erwidern, ihm sei ein Verbot natürlich. Go fonnte man in den russischen Zeitungen lesen, ge- Wladimir Malewaniy, 49 Jahre, verbannt 1879, nicht bekannt, wonach das Viehtreiben in Heerden nicht erlaubt Iegentlich eines angeblichen Ausspruches des deutschen Kaisers, vor kurzem erst fonnte er nach der Heimath, an Geist und sei. Plöglich erhob sich der Amtsanwalt und erklärte: Giner wolle die Pariser Ausstellung von 1900 besuchen, daß der deutsche Körper frant, zurückkehren. Starb im Spital zu Tomst. stellung des Verfahrens beantragen zu müssen, denn er entdecke Kaiser der Träger des Friedens sei. Gewisse deutsche Blätter Sagen vom Ritolaus Karatigin, stud. jur., auf administrativem foeben, daß eine frühere Polizeiverordnung, welche das Biehtreiben Baren daffelbe. Und, das mag wohl die Wege zu zwei Jahren Haft verurtheilt; wurde im Kreuz- worden ist. Das Gericht erkannte auf Einstellung des Verjahrens. auf der Straße verbot, bereits im vorigen Jahre aufgehoben Spige sein weil es echt russisch ist: man behauptet gefängniß zu St. Petersburg schwindsüchtig; seine Eltern ver: Angesichts der für Viehbesitzer drohenden Gefahr bleibt diese Entworden ist. Das Gericht erkannte auf Einstellung des Verjahrens. russischerfeits, der chinesisch- japanische Krieg trage viel dazu bei, fuchten nun, seine Haft zu fürzen; es gelang ihnen nicht; einen Angesichts der für Viehbesitzer drohenden Gefahr bleibt diese Entden Frieden in Europa zu sichern. scheidung bemerkenswerth. 12 Tag vor der Befreiung starb er. Pawel Korottewitsch, stud. math., starb all galoppirender Schwindsucht im Untersuchungsgefängniß zu St. Petersburg. Nikolaus Astir ew, Schriftsteller, starb im Unterfuchungsgefängniß nach zweijähriger Haft. Wenn die europäische Presse darüber jammert, daß die Für Miether und Vermiether gleich wichtig ist ein nihilistischen Umtriebe das Nervensystem des Baren ganz zer Kammergerichts Erkenntniß, welches vor kurzem in einem Streitrütteten, daß sie ihn in die kläglichste Lage versetzt haben, falle ergangen ist. Es handelte sich um die Abtretung des da er von stetiger Angst und von allerhand Wahnideen geplagt Miethsrechtes an einen an ftelle des bisherigen Miethers in ben wird, so stimmt das alles. Ersehen kann man daraus aber nur Kontrakt eintretenden Untermiether. Ein Paragraph des Miethsdie große Verständnißlosigkeit der Publizisten den russischen Ver- Frau Katharina Trinidatsky, 45 Jahre, wurde kontraktes enthielt die Bestimmung: Dieser Kontrakt darf an hältnissen gegenüber. Nur wenn es sich um das russische Ge- irrfinnig in der Zwangs- Arbeitsanstalt Transbaykaliens, und Niemand ohne die schriftliche Genehmigung des Vermiethers abtreide, um Kriegsdrohungen, um oftasiatische Kombinationen oder Frau Helene Rossitow, wurde ebendaselbst irrsinnig, getreten werden." Gin Miether wollte einen von ihm geum das theure Leben des Baren handelt, wird über den Koloß beide infolge grober Mißhandlungen seitens der Gefängniß- mietheten Laden an einen Aftermiether abtreten und der im Osten geschrieben, denn das sind doch wenigstens hohe behörde. Hauswirth hatte mündlich diesen Plan im Allgemeinen politische Gesichtspunkte", von welchen aus man urtheilt; Bände könnten wir noch füllen, wollten wir alle aufzählen genehmigt. Als ihm dann die bezüglichen Vertragsexemplare über die thatsächlichen inneren Verhältnisse Rußlands, und dabei noch ohne die vielen Opfer, die auf administrativem vorgelegt wurden, hatte der Hauswirth eine Ermissionsklausel für seine innere Berrüttung hat man gewöhnlich gar Wege verbannt oder verurtheilt wurden, anzuführen. Wir be- hinzugefügt, welche den Aftermiether nicht paßte und dessen Festtein Interesse und gar kein Verständniß. Heuchelei oder Geschwäß schränken uns auf die hier angeführten Opfer der legten Beit, halten den ganzen Vertrag zum Scheitern brachte. Der Miether ist alles, was man im zivilisirten Europa über Rußland erfährt. Die wir dem leyten Heft der Materialien zur Geschichte der wollte alsdann den von ihm geschuldeten rückständigen MiethsEs ist ganz unbegreiflich, wie sich jemand erdreisten kann, mit revolutionären Bewegung in Rußland" entnehmen, welche von sins mit dem Schaden kompenfiren, der ihm durch die Schuld gewichtiger Miene über ein Land mitreden zu wollen, das er dem bekannten russischen Revolutionär, dem in Paris in Ver- des Hauswirths zugefügt sei. Das Landgericht hatte ich auf gar nicht fennt und dessen er sich nur erinnert, wenn die Ge- bannung lebenden Greis Peter Lawroff herausgegeben werden. Seite des verklagten Wiethers gestellt, das Kammergericht war Sundheit des Zaren in Betracht kommt, P. S. Man spricht viel in letzter Beit über die Verlegenheit, jedoch anderer Ansicht und hat eine Entscheidung getroffent, dic Versammlungen. in dem Sage gipfelt: die Erlaubniß des Vermiethers zur After-| folge seiner thatsächlich bestehenden Bedürfnißlosigkeit einfach vom Bauschwindels zur Aufgabe gestellt habe und plaidirte für die vermiethung bedarf zu ihrer Wirksamkeit jedenfalls dann der Arbeitsmarkte verdrängt würde. Bei der Diskussion des beifällig Wahl eines Delegirten zum Kartell. Nach Besprechung einiger Schriftform, wenn in dem Miethsvertrage das Recht zur aufgenommenen Vortrages kam es zu einer Polemik zwischen besonders krasser Fälle, wo den Arbeitern der Lohn vorenthalten Aftervermiethung an die schriftliche Genehmigung des den Vertretern kommunistischer und individualistischer Kampfes wurde und welche bereits zum Theil durch die Verhandlungen Hauswirths gebunden ist. methode an der sich Fiedler, Lint, Reint und der vor dem Gewerbegericht als gemeiner Schwindel der sogenannten Referent betheiligten. Eine Resolution, welche die gewerkschaftliche Baubanken aufgedeckt worden sind, entschied sich die VersammOrganisation, die der Referent lebhaft befürwortet hatte, empfahl, lung für Anschluß der Bauanschläger an das Kartell und wählte gelangte zur Annahme. Der Vorsitzende Link gab den An- Schenker zum Delegirten und Kochmann zu seinem Stellwesenden bekannt, in welche neue Phase der Boykott infolge des vertreter. Zum Schluß erging an die Kollegen die Mahnung, Ueber die polnische Frage" hielt am 3. d. M. in einer Abbruchs der Ausgleichverhandlungen getreten ist und daß es Sonntags und Lichtarbeit zu unterlassen und die übrigen Baupolnischen sozialdemokratischen Versammlung Genosse August jezt mehr wie je Pflicht der klassenbewußten Arbeiter sei der arbeiter in der„ Fensterfrage" nachdrücklichst zu unterstützen resp. Berfus einen Vortrag. Redner erläuterte, daß zu diesem Thema energischen Durchführung des Boykotts sowohl als auch der sich nöthigenfalls mit ihnen solidarisch zu erklären. ihn speziell die auf der politischen Tagesordnung stehende Unterstützung der Ausgesperrten zu gedenken. Damit schloß die In einer öffentlichen Versammlung der Hilfsarbeiter Polenhete" veranlaßt habe. Die Ursache diefer Heze beruht Versammlung; das„ gemüthliche Beisammensein", was nun folgte, und Arbeiterinnen, welche am 14. Oftober, Nachmittags 5 Uhr wohl darauf, daß man das polnische Proletariat der Sozial- hielt die Theilnehmer noch lange Zeit vom Nachhausegehen in Adlershof stattfand, referirte Genosse Jahn über„ Die demokratie abwendig machen wolle und in den schändlichen zurück. sozialreformatorischen Bestrebungen der übrigen Parteien". nationalen Kampf hineinbugfiren will. Einzelne gut befoldeten In einer öffentlichen Versammlung der Maurer und Nachdem die ganze Sozialreform an der immer mehr anschwellenReptilien- Organe erdreisten sich zu flunkern, daß im Posenschen Puzer erstatteten am 14. Oftober die beiden Vertrauensleute den Fluthwelle des Sozialismus schmählich gescheitert ist, sucht ein zweites Sedan gewonnen werden kann. Da die inter- chigolski und Gräschte Bericht über ihre Kassen- man wiederum das einzige Heil in neuen Ausnahmegesehen. nationale Sozialdemokratie jeden nationalen Kampf als wider verwaltung während der letzten zwei Jahre. Danach hatte der Mögen besonders die sog. ungelernten Arbeiter und Arbeiterinnen finnig und gefährlich jeglicher Zivilisation betrachtet, verachtet Erstere zusammen mit einem übernommenen Bestande von sich bei Beiten in der Organisation zusammenschaaren, um gleich sowohl die deutsche als auch die polnische Sozialdemokratie diese 484,76 M. eine Einnahme von 1871,73 M., der eine Ausgabe den übrigen Arbeitern allen geplanten Maßnahmen und UnterHeher und fordert alle Genossen zum internationalen Frieden von 1901,72 M.( darunter 1877,74 m. für Agitation, 90 M. an drückungen Trotz bieten zu können. An der Diskussion betheiund Einigkeit auf. Als Beweis des Friedens und Einig- die Gewerkschaftskommission 2c.) gegenüber stand, so daß eine ligten sich die Genossen Grünberg, Arndt, Reichert, feit zwischen dem polnischen und deutschen Proletariat, Unterbilanz von 29,99 m. vorhanden ist. Buzzer Gräschte über- Kosinsky, Gerber und A. Jahn im Sinne des Referenten. bringt Genosse Berfus die beiden Artikel des Vornahm seinerzeit einen Bestand von 285,19 M., mit dem zu- Unter" Verschiedenem" machte Genosse Arndt noch die Mitwärts" in Nr. 229 und 234, betitelt Die Polen in fammen die Einnahme sich auf 1006,65 m. belief. Die Aus- theilung, daß in dem Lofal von Schubert, Grünauer= Preußen" und Bur Bolenfrage" in polnischer Uebersehung gabe, in der unter anderem 639,30 m. für Agitation und 120 M. traße in Adlershof, jeden Sonntag nach dem zur Verlesung. Diese Artikel haben nicht nur den Bismarck und an die Gewerkschaftskommission figuriren, betrug 842,24 M. Es ersten, Nachmittags von 3 Uhr ab die Beiträge sowie Konsorten den Weg zur Polenheze versperrt, sondern sie haben blieb also ein Bestand von 164,41 M, Deffentliche Verfamm- Aufnahmen neuer Mitglieder, weibliche und männliche, entgegen gleichzeitig sowohl den deutschen als den polnischen Genossen ge- lungen wurden von Schigolski für die Maurer in Berlin 15, in genommen werden. Ebenso wurde von einigen Genoffen auf die zeigt, daß nur durch gegenseitige Achtung die internationale der Proving Brandenburg 66 veranstaltet, von letzteren wurden strenge Durchführung des Bierboykotts in Adlershof und Ums Einigkeit siegen wird. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall jedoch nur 55 abgehalten. Für die Puzer fanden 11 öffentliche gegend aufmerksam gemacht. Jetzt gelte es erst recht, denselben aufgenommen. Versammlungen statt. Als Beitragssammler, die dem Vertrauenszur strengen Durchführung zu bringen. Der Fachverein der Uhrmacher und verwandter Be- mann der Maurer in den verschiedenen Vierteln zur Seite stehen sollen, Berufsgenossen hielt am 6. Oktober seine Generalversammlung ernannte die Versammlung. für den Osten Echterbecker; für den ab, in der zunächst über die Frage verhandelt wurde: Wie ge- Südosten Braun; für Süden Hermann Panser; für Westen stalten wir unsere Agitation? Kollege Näther gab einen Frenzel; für Moabit Haffe; für Norden Komossa; für Zentrum turzen Ueberblickt seit Bestehen des Vereins und bemerkte zum Leonhard. Unter Gewerkschaftlichem erging die Aufforderung an Schluß, daß mehr von Mund zu Mund agitirt werden müsse, die Kollegen, die Kellner in ihren Organisationsbestrebungen, sowie auch an finanziellen Opfern die Leistungen wieder die Höhe namentlich bei Festmachung von Sälen für Vergnügungen 2c., zu erreichen, wie es bei Gründung des Vereins geschah. Im ähn- unterstützen. Silberschmidt ermahnte sämmtliche Kollegen zur lichen Sinne sprachen fich für eine Besserung der Agitation Maties, regen Antheilnahme an der Agitation in der Provinz Branden Scholz, Bordt und Lüderiz aus. Dem Ersuchen einzelner Mit burg; man solle der in Berlin bestehenden Agitationskommission glieder, den Verein zu gunsten des Metallarbeiter- Verbandes auf- mit Angabe von Adressen und mit eifrigem Sammeln auf Bons zulösen, wurde aus wohl erwogenen Gründen nicht beigestimmt. die Arbeit erleichtern. Gräschte empfahl den Puzern materielle Die Kollegen Paul Müller und Ernst wurden gegen und moralische Unterstützung der Töpfer in ihrem sogenannten fünf Stimmen aus dem Verein ausgeschlossen, weil sie Fensterstreik. Nachdem hierauf der Bergmann Hüb für die den den Grundsägen der Organisation zuwiderhandeln. Hierauf Mährisch- Ostrauer Bergleuten bezw. deren Hinterbliebenen gegelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: währte Unterstützung den Dank abgestattet hatte, machte Fritsch Die Versammlung verurtheilt auf das Entschiedenste das laue Mittheilung von dem wenige Stunden zuvor in Schöneberg auf Verhalten einer Anzahl von Uhrmachern in bezug auf den Bier- dem Bau des Bauunternehmers Böhl passirten Unglück, bei dem boykott und erwartet, daß jeder Kollege seine Ehrenpflicht darin ein Maurer getödtet und ein zweiter schwer verletzt wurde. erblickt, den Boytott hochzuhalten." Alsdann erstattete Kollege In der öffentlichen Versammlung aller in der Lätsch die Abrechnung vom verflossenen Quarlal. In Ristenfabritation beschäftigten Arbeiter, welche seinem Bericht des Arbeitsnachweises theilt näther mit, daß gegenwärtig die Nachfrage nach Gehilfen größer ist, als das Angebot. Ein Antrag, alle 4 Wochen eine Annonce in die Uhrmacherzeitung von Stöckel zu sehen, um Kollegen auf die hier bestehende Fach- Organisation aufmerksam zu machen, wurde an genommen. Den Bibliotheksbericht erstattete Scholz worauf 30 M. bewilligt wurden für Anschaffung neuer Bücher. Zum Bunkt 5 der Tagesordnung stand die Wahl eines 1. Vorsitzenden, mit welchem Amt Kollege Bordt betraut wurde. Die nächste Versammlung findet am 20. d. M. statt. auf : in Nichet's Restaurant, Koppenfir. 65. Verein ehent. 52er Gemeindeschüler. Sizung jeden Mittwoch 9 Uhr Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 17. Ottober, Abends 8% Uhr. Zusammenfunft mit Frauen im Reſtaurant des Landsmannes H. Saß, Markgrafenstr. 102.- Montag, den 22. Oftober, Abends 8 Uhr: Große Versammlung im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobftr. 37. Vortrag des Herrn Reinh. Gerling über: Die Gefahren der Hypnose und das hypnotische Berbrechen", mit Experimenten. Handlungsgehilfen und Gehilfinnen! Mittwoch, den 17. Oftober, Abends 8% Uhr, im großen Saale der Arminhallen, Kommandantenitraße 20. Große öffentliche Bersammlung. Tagesordnung: Die Sonntagsruhe und die freifinnigen Stadtväter. Referent: Stadtv. Bernh. Bruns. Kartonbrandje. Mittwoch, den 17. Oftober, Abends 7% Uhr, in Buß Salon, Gr. Frantfurterstr. 85. Große Bersammlung. Tagesordnung: Die miserablen Zustände in der Kartonfabrit von Cohn u. Friedländer, Stralauerstraße. Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8-10% Uhr: Nords Schule, Mülerfir. 179 a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14: Gesegestunde( spez. Arbeiterrecht). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Lese- und Diskutirklube. Mittwoch. Johann Jacoby, bet Fris Liette, Echwedterfiraße 33. Gesundbrunnen, Abends 8% Uhr, bet Haferland, Bellermannstr. 87. Gleichheit, Abends 8 Uhr bei Stramm, Ritterstraße 123.- Heine, Rirdorf Abends 8% Uhr, Prinz- Handjeryfir. 60, parterre. Einigkeit, Abends 8 Uhr bei Beige, Triftstraße 1. Arbeiter- Sängerbund Berline und Umgegend. Borsigender Adolf Neumann, Pasemalterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Mittwoch. Uebungs flunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Stebesfreiheit 1, Andreasstr. 26, bei Wilte. Norddeutsche Schleife, Schönleinstr. 6 Unverzagt 1, Manteuffelstraße 9 bei Nowac. Freya I, ( Gemischter Chor), Rosenthalerstr. 67 bet Bernau. Lorbeertrang 1, zichtenbergerstraße Nr. 21 bei Seife.- Männer- Gesangverein Liederlust, Deutsche Adalbertstraße 21 bet Roll. Silaritas, Hochstraße 32, Männerchor SüdGiche 1. Große Frankfurterstraße 133 bet Gold. Ost, Röpnickerstraße 193 bet Foge. Echo 1, Pantow, Wollant straße 118 bet Lehmann. Gefangverein Arion III, Rirdorf, Herrmannund Herrfurthstraßen- Ecke, bei Weiß. Freundesireue( gemisch. Chor), bet Gold. Gr. Frankfurterstr. 138 Ginigteit 1( Hutmacher), Neue Friedrichstraße 44 bei Röllig. Allegro, Wrangelstraße 141 Freiheit 1, Bülowstraße 65 bet Nichter. Pasewalterstraße 3 bei A. Neumann. Lyra 1, Steinnette. Süd- Ost, Falckensteinstr. 7 bei Trittelwih. Liebeslust, Fürstenwalde an der Spree, Schloßtelleret. Freter Röpnickerstr. 127a bet Stüfter. Männerchor Nord e f( früher Klempner) Moabit, Emdener- und Siemensfiraßen- Ede 14. Kupferfchmiebe, Weinstraße 11 bet Feind. Lothringerfir. 41 bei J. Brüß. Freiheitsgruß, Cremmenerstr. 1 bei Rothe Reite 1, Echöneberg, Golzfir. 43 bei klaufe.- Appolonia Schneeglöckchen 1, Rirdorf, Hermann- und KarlsgartenDiathies. bet W. Schmidt. 1 Kommunikation 16 bei Glaser.- Maiengruß 3, Friedrichshagen, Rundfiraßen- Ecke bei Silpert. Schneeglock chen 2, Potsdam, Brandenburger theil, bei Lerche.- unverbroffen, Zindowerstr. 26 bet Sachs.- Feld= blume, Lübbenerfir. 30 bei Meyer.- Maiglödchen 2, Reichenbergerfraße 16 bei Hoffmann. Felsenburg, Krautfir. 6 bei Rudolph. Rütli, Friedenau im Kurhaus, Ring- und Rheinstraßen- Ece. Vorwärts" 7, Rummelsburg, Göthe und Kantstraße Ecke bei Greinert$ of f= nung 3, Brandenburg a. H., Konfordia", Wilhelmsdorferstraße. 1 Einladung des Vertrauensmannes Tschernig am 14. Oftober tagte, sprach Dr. Luy über„ Die Revolution in der Technik und ihre Wirkung". Der fesselnde Vortrag gab ein anschauliches Bild von den Umwälzungen, welche die Entwickelung der Technik, des Maschinenwesens in der Waarenproduktion hervorgerufen hat und deren schädliche Einwirkung infolge des bestehenden kapitalistischen Produktionssystems auf die Arbeitsgelegenheit und die Einkommensverhältnisse der arbeitenden Selasse wie überall, so auch in der Kistenbranche. Er gab weiter ein Bild von der Verschärfung des proletarischen Klassenbewußt Der Verband deutscher Maurer( Bahlstelle I) hatte am ſeins, der Erkenntniß der Nothwendigkeit des festen Busammen7. Oftober eine Mitgliederversammlung einberufen. Vor Eintritt schlusses in gewerkschaftlichen und politischen Organisationen in die Tagesordnung ehrt die Versammlung das Andenken an der Arbeiter gegenüber den Unterdrückungsgelüften des Unterden verstorbenen Kollegen er stan in der üblichen Weife. nehmerthums und richtete einen eindringlichen Appell an die Hierauf wurde die in der vorigen Versammlung vertagte Dis- Arbeiter der Kistenbranche, sich der bestehenden gewerkschaftlichen kussion über den vom Kollegen Däbne gehaltenen Vortrag be- Organisation Mann für Mann anzuschließen. Die Ausführungen treffend das Unfallgesetz wieder aufgenommen. Die Debatte drehte des Referenten wurden mit lebhaftem Beifall entgegengenommen. fich hauptsächlich über die Form der an den Reichstag gerichteten Im Anschluß hieran wandte sich Karge gegen die persönlichen Petition. Nach Erledigung dieser Angelegenheit erfolgte die Ab- Nörgeleien, welche eine gedeihliche Entwickelung des Fachvereins rechnung des Kassirers vom 3. Quartal. Diese ergab einen Be- verhindern. Märten hob hervor, daß in der Kistenfabrikation stand von 320,87 m. Die Mitgliederzahl der Zahlstelle betrug der Handbetrieb dem maschinellen Betrieb fast gänzlich habe am Schlusse des Quartals 587. Auf Antrag des Kollegen weichen müssen. Die Arbeitslosigkeit werde dadurch ständig ge= Relpin wurden 100 M. aus der Lokaltasse der Unterstützungs- steigert, die Arbeitsverhältnisse verschlechtert, der Egoismus groß tommission überwiesen. Der Bevollmächtigte giebt bekannt, daß gezogen und damit die Uneinigkeit unter der Kollegenschaft. Dies icdertafel Westend, Echöneberg," Kaiser- Friedrichstr. o bei Gentelmann. chöning. Arbeitergesangverein von Briz in Briz, Bürgerftr. 4 die Einlaßkarten zu der am Bußtage, in der Urania, stattfinden müsse anders werden. Solidarität müsse herrschen, Giner für Freiheitsflänge 1, Stallschreiberstr. 29," Bum eichenen Stabe" bet Seeger'scher Männer chor, Landsberger Allee 156 bet den Vorstellung vom Vergnügungskomitee in Empfang genommen Alle, Alle für Einen muß die Losung sein. Derselben Ansicht bei Torn. Göbel. Kottbuser harmonie, Forsierstr. 22 bei Tilgner. Glüh= werden können. Außerdem wies Kollege Dähne auf die Mit- war F. Torfstecher, nach dessen Meinung der Fachverein zu Matengruß 2, Redner befürwortete Gruppen Versamm= Itcht( gem. Ghor) Perlebergerstraße 28 bei Hermerschmidt. Charlottenburg, Wallfir. 54 bet Reichelt. Dämmerlicht, Borndorfer gliederversammlungen der Ortskrankenkasse der Maurer hin, die wenig leiste. der Kollegenschaft. faße 17 bei Soffmann.- Edelweiß 2, Potsdam, Brandenburger Komam 28. Oktober und am 11. November in den Arminhallen, lungen zur Förderung der Aufklärung der Kollegenschaft. munikation 16 bei Glaser. Heimathtlänge, Ripenic, Rosenstr. 101 Rommandantenstr. 20, stattfinden. In der ersten findet die Vor Tschernig verwies gegenüber der Entwickelung der Maschinenbet Troppens. Männer- Gefangverein Geduld, Gesundbrunnen, Buttmannfiraße 17 bei Mothes. Gesangverein Freiheitsflänge II, in der zweiten die Hauptwahl der Vertreter der Kaffe statt. Zum technit auf eine entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit, die zu Männer- Gefangverein Palme, Belten in der Schluß werden die Mitglieder ersucht alle Unregelmäßigkeiten in erreichen sei durch gewerkschaftliche und politische Organisation. Ghorinerstr. 55 bei Hobect. Des Weiteren legte er als Vertrauensmann die Abrechnung für Mart, bet Semlin. Männer- Gesangverein Georginia, Reichenberger: Sachen des Bierboykotts dem Vertrauensmann zu melden. das dritte Vierteljahr 1894 vor. Nach derselben beliefen sich die Straße 24 bet Tauschte. Myrthe, Annenfir. 9 bei Albert Proß. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Bus Die Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Einnahmen auf 71 M., die Ausgaben 26,90 M., der verbleibende schriften find zu richten an B. Gent, Adalbertstraße 95. Mittwoch: Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bet Wolff. Branche Beschäftigten hielt am 9. Oktober eine General- Ver- Bestand einschließlich Uebertrag aus dem zweiten Vierteljahr Besammlung ab. Zunächst unterbreitete der Kassirer der Versamm 86,12 M. Zur Untersuchung einer Differenz zwischen Tschernig umoristischer Rauchttub, Görligerstraße 42 bei Bicht. Musilverein Bautenschwengel Annenstr. 16 bei Ehrenberg. Beretn lung den Kaffenbericht vom 3. Quartal. Demnach betrugen die und Friz Torfstecher sollte auf Antrag Tschernig eine Kommuteren Brüderlichkeit Georgenkirchfiraße Nr. 65 bet Spät. Geselliger Berein Einnahmen intl. Kassenbestand vom 2. Quartal 645,05 M. und mission gewählt werden. Diese Angelegenheit verursachte eine betorit, Naunynftr. 86 bei Bubeil Abends 8% Uhr. die Ausgaben 211,95 M., bleibt mithin am 1. Oktober ein Kassen- derartige Erregung, daß die Versammlung turzer Hand geoffnung, Lebusersiraße Nr. 5 bei Nemiz( alle vierzehn Tage). Theaterverein Proletariat, Naunynsir. 83 bei Köhn. Bergnügungs bestand von 433,10 M. Sodann hielt der Genosse A. Hoff schlossen wurde. verein Amor II, Prinzen- Allee, 10 bet Bergemann. Touristentlub Neuenburgerstr. 37 bei tegeberg. mann den Schluß seines Vortrages über" Die zehn Gebote und Die Straßenhändler und Haufirer hielten am 14. Oktober Freiheit und Wohlergehen, Rauchflub Rothe Fahne, Abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 29 bei Salomon. die besigende Klaffe", der recht beifällig aufgenommen wurde. Vormittags eine öffentliche Versammlung ab, in welcher Genoffe Arbeiter- Bither- Werein Ginigtett, Manteuffelstr. 9 bet Nowad, Abends Unter Bereinsangelegenheiten wird beschlossen, daß die Unter: a hn über„ die moderne Arbeiterbewegung und die Ziele der subr, Nebungsstunde.- Schafstopftlub Spar- Agnes, krautfr, 36 bet stützung für durchreisende Kollegen auch an Nichtorganisirte erOrganisation" referirte. In der nachfolgenden sehr lebhaften Privattheater- Gesellschaft No melta, Püdlerstr. 2 bet Müller.( Außerdem folgen soll. Eine längere Debatte entspann sich wegen der Nach- Diskussion, an welcher sich die Händler Ludwig, Saß, Frau alle 14 Tage Sonntags.) Theaterverein Nora, Admiralstr. 18 c bei feierabend- Arbeit in der Fabrik von Dewitt u. Herz. Es wurde Vogel, Bonk, Trumsch, Feind, Scholz, Schröder Möhring. Verein für voltsthümliche Kunst, Andreasstraße 26 bet Wilte.allgemein darauf hingewiesen, daß unbedingt ein Prozentzuschlag ge und May bau m betheiligten, wurde besonders das Denun- Geselliger mufit. Dilettantenverein Münstermann, Hochstraße 32a bet Theaterverein Freundschaft, Flottwellstrnße 5 bei Bariel. fordert werden müsse. Könne ein kleiner Fabrikant wie Goldschmidt Manteuffelftr. 98 bei Müller. einen solchen bewilligen, so müsse man um so mehr von einem ziantenwesen, welches leider unter den Händlern, aus schmutzigem Brivat- Theatergesellschaft giberté, Geschäftsneid hervorgegangen, in üppigster Blüthe steht, einer Rauchtlub Gutgefinnter Freunde, Georgenfirchstr. 65 bet Müller. Bergnügungs größeren wie Dewitt u. Herz dies fordern. Folgende Resolution scharfen Kritit unterzogen; ebenso das Verhalten der Sach verein Nordwacht, Perlebergerfir. 28 bet Hermerschmidt.. Mufitverein Osiris, Mariannenstr. 31-32 bei Dobberstein. Privatdaß im Falle der Nachfeierabend=" Urbeit der gesammte Betrieb verständigen in den Markthallen. Täglich komme es vor, daß Theatergesellschaft 3iet bewußt, Große Frantfurterſtr. 1 bei Hermann. Mufit- Vergnügungseiner Fabrik herangezogen wird, vom ersten Tage an 20 pet. Den kleinen Händlern Kiepen mit unreifem und faulen- lotterieklub Fortuna, Görligerstr. 50 bet Siewert. von dem Obst in betrügerischer Weise einigen Groß- verein Andante, Mittwoch Abends 9 Uhr Uebungsstunde in Krüger's Zuschlag zu fordern sind. Dagegen kann in einzelnen Fällen händlern verkauft werden, ohne irgend welcher Kontrolle Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Sänger einige Tage ohne diese Forderung gearbeitet werden. Privatjedoch von vornherein gesehen werden, daß die betreffenden Ar- unterworfen zu sein. Trumsch verlangt daher amtliche un- gruppe des Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsberg. Uebungstunde beiten länger als diese Zeit in Anspruch nehmen, so ist bei parteiische und unentgeltliche Sachverständige, um gegen diese Be- bends 9 Uhr, Restaurant D. Schulze, Friedrich Kariftraße 34. trügereien geschützt zu sein. Aehnlich sei es mit Bijouterie- und Theatergesellschaft Heimathi ust, 9 ühr Sigung im Vereinslotal des Herrn Lange. Theaterverein erres, Abends 9 Uhr, im Restaurant Krüger, Nichtbewilligung der Prozente die Nachfeierabendarbeit ebenfalls Lederwaaren, die von Seiten der Fabrikanten oft minderwerthige Bülowstr. 70, Sigung und Aufnahme neuer Mitglieder. Gäfte willkommen. zu verweigern." Tem Kollegen Schulz und Lehmann wurden 9 Uhr, Beughofftr. 8 bei Behlendorf. Aufnahme neuer Mitglieder. Nordwöchentlich 16,50 m. bezw. 12 M. Unterstützung bewilligt. Die Fabrikate den Hausirern zu hohen Preisen verkauft werden. Alle Privat- Theater- Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Damen, Abends Bereinsversammlungen finden bis auf weiteres Brunnenstr. 188 diese Grossisten und Fabrikanten sollen künftig in den Versamm Klub& uftig, jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Gigung und gibelitas im lungen und im Verein bekannt gemacht werden; den Arbeitern Restaurant Maltowski, Weddingstr. 9. Gäste willtommen. Vergnügungsbezw. Käufern gegenüber gedenkt man ein Erkennungszeichen verein husnelda, Sigung 8% Uhr, Bum Anhaltiner", Möckernstraße, Ede Tempelhofer Ufer. Gäste wiltommen. Berliner Turngenofien Die Arbeiter Bildungsschule( Süd- Ost) hielt am ähnlich wie bei den Kellnern einzuführen. In einer ein aft. Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend 14. Oftober in den Oranienhallen, Oranienstr. 51, eine von stimmig angenommenen Resolution verwahrt sich die Versammi- Abend von 9-11 Uhr, Chorinerstr. 74. Männern und Frauen sehr gut besuchte Versammlung ab. Das lung gegen die Unterstellung wegen angeblicher Beseitigung der Mittwoch, Abends 8 Uhr, Versammlung bei Wuttte, Blumenftr. 64.( Tagt alle 14 Tage.) Gefelliger Verein Unter uns, Gigung 8 Uhr bet Fischer, Referat hatte Genosse Witz übernommen, der in einem sehr Sonntagsruhe. Nicht diese, sondern nur eine gerechte und gleich- Beuffelfur. 66. Mufildilettanten- Verein Preciosa Abends 8% Uhr bei interessanten Vortrag über das Thema: Robespierre und mäßige Handhabung der Sonntagsruhe verlangen die Händler. Geisler, Jenn- und Tegelerstraßen- Ece, Uebungsstunde, Aufnahmen. Marat" sprach. Dem Vortrag folgte eine recht lebhafte Dis- Desgleichen eine schärfere Kontrolle seitens der Marktpolizei in Schwimmverein Nord. Jeden Mittwoch Abend 7 Uhr Admiralgartenbad, tuffion. Unter Berschiedenem forderte der Borsigende zum Bei den Markthallen den Grossisten gegenüber. Die öffentliche Mei- Friebrichstraße, uebungsstunde. Rauchfluh Grüne Quaste, Mittwoch Abends 9 Uhr, bei Gorn, Kleine Rauchflub Granate, Forsterftr. 40 bet Tuguntte. tritt und regen Besuch der Schule auf. Dieser Aufforderung nung müsse aufgerüttelt werden, um diese traurigen Zustände aus Martusir. 10. Rauchflub Brüderlichkeit, Abends von 9-11 Uhr, Wrangelstr. 84 tamen mehrere der Anwesenden nach, indem sie der Schule als zurotten. bei Redanz.- Rauchtlub Artona, Abends 8 Uhr bet Herrn Brand, ReichenMitglieder beitraten. Die Bananschläger hielten am Sonntag in den Armin bergerstr. 122. Orientalischer Rauchtlub, Abends 9 Uhr, Reichen Rauchtlub Frisch gewagt, Abends 9 thr bet F. Rockendorf, Posenerstr. 5. Rauchtlub Eiserne Pfeife, Mittwoch In der öffentlichen Malerversammlung vom Sonnabend, hallen" eine öffentliche Versammlung ab. Leider war Genosse bergerstraße 24 bet Tauschte. Rauchtlub Rooch= der zahlreich auch die Frauen beiwohnten, referirte Metallarbeiter Millarg, der einen Vortrag über Bauschwindel und Sub- und Sonnabend 9 ühr bei Grnst Weinert, Adolfstr. 20. Litfin über die Stellung der Frau im modernen Erwerbsleben. missionsunwesen" halten sollte, nicht erschienen nnd mußten die toch, Admiralstr. 33 im Restaurant Abends 9 Uhr.- Rauchtlub Messa= Rauchtlub Ohne 8wang, WeinAus welchen Ursachen und in welch' hohem Maße die weibliche ersten beiden Punkte von der Tagesordnung abgesetzt werden. in a, jeden Mittwoch bei H. Wuttke, Graudenzerstr. 2. Stat- Klub Treff. straße 28 bet Späth. Rauchtlub Die Dampfenden, Langeftr. 24 bet Arbeitskraft in den verschiedenen Berufen Einzug hält und wie Bogel unterbreitete hierauf der Versammlung den neuaus- Frankfurter- Allee 90 bei D. Babel. Rauchtlub Sumatra G.D., Restauration Oyl.ndorf, Liegdadurch die Anschauungen der Frau im Allgemeinen modifigirt gearbeiteten Lohntarif, der nach eingehender Debatte einstimmige geratsch. Humoristischer werden, entwickelte der Redner vor der Versammlung sehr aus- Annahme fand und nunmehr dem Drucker übergeben wird. nigerstraße 40. jeden Mittwoch Abends 8 Uhr. flub Virginia. Jeden Mittwoch Abend 9 Uhr bei Schnieber, Admiralführlich. Die Forderung gleicher Lohn für gleiche Leistung ist Schenker verwies alsdann auf das Bestehen eines Bauarbeiter- auch flub, Mittwoch Abends 9 Uhr bei Bicht, Görlitzerstr. 42. Rauchnach seiner Ansicht darum reaktionär, weil damit das Weib in- Kartells, welches sich in letzter Zeit speziell die Bekämpfung des straße 21. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW. Beuthstraße 2. bei Gründel statt. = Sollte " Infinger. Wilke. Geselliger Verein Alpenrose, Brizerstraße 22 bet Graf. Restaurant, Fennstr. 5. 1 Touristenverein Freiheit