Nr. 37. Jahrgang Ausgabe B Nr. 109 BezuqSvrets i S TrttljiHri.aO,—■Bli.monatl ,10/— 3tt fwi au 6aa». oormu i Ol)[bat. Poft- ctwo JRonotlirti 10,— Ml. nB. fto- ilellungoqediibi. Unter Aren» band für DeiMchlond und Oeftertttcb 18,50 DU. iüt da* ilbrlg« Ausland bet ISqlich unmaL SufteOnno 21 JO TO. PMde- ftettunoen nehmen an Oeflertttdv Ungarn, Tschecha-SIawolei, Dane. mar!, Holland,-ncfmbutg, z-b weben nd die Eckweu.— Singettaaen in die Ddii- �eitunqs-PkeisMte. er.Boewärts� mtl der Sanntozs- 'eilaze.Boll n-fteit� ericheini modien* aalich»meimal Sonntage und 3Ro» tage nrnna Setegromm�lbreflt .SeflalbMeeotr«! Berlin". Abend Ausgabe WV G. Vevlinev Volksblstt ( 20 Pfennig) ttagetaenwci* t Die achtg elpalten. TOonnareUIejeile toft.tJ,— M. Teuerungsjulchiag SO»/» »»leine Anzeigen", das>ett» gedruckte Bort h— M.(juläffig zwei iettgedruckt. Sorte), ledes weitete San 80 Pfg. Stellengesuche und SchlaMellenanzeigeu Oos etile Bort 85 Big. ledes wettere Bort 40 Big. Borte Uder 15 Buchftoden zahlen für -wer Sorte Teuerungszuschlag SO»/» Familien-Anzeigen für Abonnenten geile 1— M. palttilche und g«- werklchaftliche Verein«- Ameigen S,— MI. die gelle ohne Aufschlag.. Anzeigen für die nächste Nummer müssen dis 5 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SB. 4. Linden- strotze 3, abgegeben werden. Sebffnet oon 9 Uhr früh dt« 5 Uhr abend«. Zantmlorgan der rozialdcmokratifcben parte» Deutfcblands Ueüaktioa unö Expedition: SV. 68. Linden str. 3. a-ernftirertier: Amt M ort«Platz, Nr. KSK av— IZI S7. Dienstag, den F. Oktober 1VÄO vorwärts-verlag G.m.b. h., EW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Maritzpla«. Nr.»17 SU— 54. Erster Kongreß öer Betriebsräte Veutsthlanös. Der Kongreß tagt im großen Saal der Neuen Welt, Der rke» sige Raum ist fast gang von den Delegierten eingenommen. Sie fitzen an langen Ttschreihen, nach Jndustriegrnppen geordnet. Di« schmalen Seitenräume unter den Galerien und diese selbst find für Zuhörer reserviert, aber nicht stark besetzt. Die Presse ist zahl- reich vertreten. Graßmann, zwerler Vorfitzender des Allgemeinen deutschen Gewerikschaft»- bundeS, eröffnet die Sitzung um 10»4 Uhr namens des geschäftS- führenden Ausschusses der BetriebSrätezentrale des Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbundes und der Afa. Er begrüßt die Dele- gierten und die Vertreter der DeHörden. Es haben Vertreter ent- sandt: der Reichskanzler, das ReichSarbeitS- nnt> WirtschaftSministerium, der Kultusminister; von den auswärtigen Regierungen Schweden durch Genossen I a n s s o n; die Schweiz durch Kopp. Die Stadt Berlin ist ver» treten durch Bürgermeister Reick« und Oesterreich durch 3 Ver- treter. y Die Zahl der mit' beschließender Stimme anwesenden Dele- gierten ließ sich bis jetzt nickt feststellen. Mif beratender Stimme nehmen teil: Vertreter der deutschen Gewerkschaften. Die eigent- kiche Note soll dem Kongreß durch die Delegierten der Be- triebSräte ausgedrückt werden. Die Gewerkschaften wollen keinen b e sti m men den- E i n flu ß auf den Kongreß aus- üben. Weiter führt der Redner aus. da» Bestreben der Arbeiter. mftzulbestimmen im Produktionsprozeß, ist nicht erst mit der Revolution geboren, sondern schon in dem Augenblick entstanden, al» die Arbeiter zur Erkenntnis ihrer Lage im Wirrschaftspn�eß kamen. Trotz der großen Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung ha» der Einfluß der Arbeiter nicht Schritt gehalten mit der Steigerung der Macht des lluternehmertn m? Da» Streben der Arbeiter um Mitbestimmung nn Betriebe ist auch wesentlich durch das Willkürregiment der Unternehm« entstanden. Die Zunahme der Wirtschaf tSkrifen hat die Arbeiter ebenfalls veranlaßt, größeren Einfluß auf den Wirtschaftsprozeß zu gewinnen. Ebenso die Folgen des Friedensvertrages und die darau» entstandenen wirtschaftlichen Schwierig- feiten. Die Revolution hat da» Vertrauen der Arbeiter in ihre Macht gestärkt. DaS zeigt sich in dem Wachstum der Gewerkschaften. Die Arbeiterschaft hat den Ruf: Nur Arbeit kann nnS retten, ausgenommen, aber fie fordert, daß alle arbeite«. D«n««ollen wir bei der Produktion mitwirken, darum verlangen wir auch die Sozialisierung, nicht nur als Verstaatlichung, sondern in d« höheren Auffassung der Allzemeinwirlschaft. Diesen Bestrebungen sollen die Arbeiten des Kongresses dienen. Das Betriebsrätegesetz genügt nn» in seiner gegen. wärtigeu Fassung nicht. Es ist der Kampfboden, auf dem die Arbeiterschaft weitere Rechic erkämpfen wird. Aber wir wären töricht, wollten wir nicht alle Möglichkeiten, die das Gesetz bietet. im Interesse der Arbeiter ausnützen. In dieser Richtung sind die Gewerkschaften tatig gewesen durch Einrichtung von Kurse« für Betriebsräte, Die sozialisterte Wirtschaft muß die HüHete Wirtschaft bedeuten. Sie muß mit möglichst geringen Mitteln die möglichst größten Erfolge erzielen. Das können wir nur erreichen dadurch, daß der Einzelne Einblick bekommt in den WirtschaftSprozetz. Di« Auf» gaben der Betriebsräte können nuck erfüllt werden, wenn hinter ibnen die wuchtigen Organisationen, die Gewerkschaften stehen. Redner bespricht die Zusammensetzung und die bisherige Tätigkeit der Betriebsrälezentrale. Wir wissen, daß dem von uns ausge- schriebenen Wahlversahren Mängel anhaften, wie das bei einer ganz neuen Einrichtung unvermeidlich ist. Aber wir sind der Meinung, das unier den gegenwärtigen Umständen beste Verfahren gewählt zu haben. Wir wissen, daß d« Kongreß ein« große Be- deutung hat. Wir müssen die wirtschaftliche Lage de» In- und Auslandes kennen lernen. Nur dann werden wir unsere Aufgaben erfüllen können. Wir müssen über den einzelnen Betrieb hinaus suis Ganze schauen. SozialiSmn» bedeutet Opftefinn, St-eben für da» Ganze. Auf diesen Kongreß steht nicht nur das deutsche Volk, sondern auch das Ausland. Möge deshalb jeder Teilnehmer de» Kongresses bemüht fein, Meinungsverschiedenheit brüderlich zum Ausdruck zu bringen. In diesem Sinn« begrüße ich den Kongreß mit einem herzlichen.Glück aufl" Zur Vervollständigung der Leitung, die in den Händen de» geschästSsührenden Ausschusses liegt, empfiehlt Graßmann, au« den Reihen der Delegierten zwei Borsitzend« und acht Schrrftführer hinzu zuwählen. Diesen Vorschlag bekämpft Habermeier. Er beuttragl. das Bureau nur ans Delegierten zusammenzusetzen. Dieser Antrag wird gegen eine starke Minderheit abgelehnt und e» werden, dem Borschlage GraßmannS enftprechend. neben dem geschästSsührenden Ausschuß zwei Vorsitzende und acht Schrift- führ« zur Lemuig de« Kongresses gewählt. Kaenen-Merseburg kritisiert die Art der Einberufung de» Kongresses und erklärt namens der Opposition, nicht die Gewerk- schaftSinstanzen, sondern die gesamte Arbeiterschaft müsse b»- stimmend sein. Ter«ms Grund des Wahlreglement» zusammen» getretene Kongreß ist kein Spiegelbild der Arbeiterschaft, sondern der Gew e rkschaftsi n stanzen. Wir verlangen einen Kongreß aller Betriebsräte, auf den die Gewvrksthastsvertreä« keinen Einfluß haben. Aufhänser wendet sich gegen die Ausführungen de» Vorredners. ES ist«ine Unwahrheit wenn behauptet wird, die Gewerkschaft»- instanzen haben das Wahlreglement aufgestellt. S» ist von den Vertretern der Betriebsräte beschlossen. Gewiß hat es Mängel, aber man kann doch nicht sagen, dieser Kongreß sei nicht die Vertretung der Betriebsräte, sondern der Gewerkschaften. Auch der Seite, die hier als geschlossene Opposition austritt, ist eS nicht gelungen, einen Kongreß aller Betriebsräte zu veranstalten. Wir wollen, daß die Betriebsräte«it den Ge- werkschaften zusammenarbeiten. Ein Wahlverfahren für die Zukunft soll morgen aufgestellt werden. Die hi« ange- schnitten« Debatte ist zu bedauern; es kommt darauf an. daß der Kongreß sich für ein Zusammenarbeiten der Betriebsräte mit den Gewerkschaften entscheivet im Interesse de» gesamten Proletariat». (Lebhafter Beifall.) Auf Borschlag van Sraßmann nimmt der Kongreß die Er- klSrnng von Koenen zur Kenntnis und geht znr Tagesordnung üb«. E» wird eine aus 21 Mitgliedern bestehende Mandat» Prüfungskommission' gewählt und eine Geschäftsordnung angenommen, die der Geschäftsordnung der Gewerkschaften nachge- bildet ist. Zur vorgefchlagenrn Tagesordnung beantragt S t S r«»- Düsseldorf, zu allen Punkte» Korreferenten zu bestellen. da dte aufgestellten Referenten Gewerkschaftsvertreter feien und ihren Standpunkt einseitig zum Ausdruck bringen würden. Graßmaun: Ich verstehe nicht, daß man die Aufstellung von Korreferenten»«langt, ehe man weiß, wa» sie sagen werden. ' Namentlich gilt das für die beiden ersten Punkt«:„Die Wirtschaft- liche Lage' und„Die politischen und ökonomischen Verhältnisse Deutschland«'. Bei der Behandlung der Aufgaben und der Or- ganisation der Betriebsräte könnten wir ja Korreferenten zulassen. Im übrigen wird ja dt« Diskussion Klarheft schaffen. In der wefteren Debatte wird gegen die Aufstellung von Kor- referenien betont, daß hier nicht politische Gegensätze zum Ausdruck gebracht werden sollen, denn sonst müßte man für jede Partei einen Korrrf«en:en bestellen. D« Antrag, zu allen Punkten Korreferenten zu stellen, wird mit großer Mehrheit ab- gelehnt und die von den Einbenufmn aufgestellte Tagesordnung genehmigt. Schaumburg-Derlin beantragt, in der Diskussion nur Be- triebSratSmitglieder. aber nicht Gewerkschaft»- Vertreter zum Worte kommen zu lassen. Dieser Antrag wird abgelehnt. Zu den die BernebSräreorganisatton und deren Aufgaben bcrresfenden Punkten der Tagesordnung soll von jeder Richtung der erste Diskussionsredner dieselbe Redezeit erhalten wie dt« Referenten. ES wird weiter beantragt, die in Deutschland weilende Delegation der russischen Gewerkschaf» t e n zum Kongreß einzuladen. Dazu bemerkt Graßmann, die Dekegatlon hat sich nur dann an die deutschen Gewerkschaften ge» wandt, wenn sie sie brauchte, wie z. B. znr Einreise- erlaubniS. Wir habe« erst am Freitag mit dies« Kommission ver- handelt, fie hat aber nicht den Wunsch geäußert, an unserem Kongreß teilnehmen zu wollen. Bei aller Sympathie für unsere ausländischen LrbcitSbrüder haben wir doch keine Veranlassung. diesen nachzulaufen.(VeremzekteS Pfuil) Selbstver- ständlich ist gegen d'e Teilnahme am Kongreß nichts einzuwenden. Einstimmig wird die russische Delegation zu der Tagung einge- laden. DaS Bureau wird ferner beauftragt, sich um die Einreise- erltubnis für die noch zurückgehaltenen Mitglieder der russischen Delegation zu verwenden. Dazu bemerkt Graßmann, daß die» bereits in ausreichendem Maße geschehen, leider aber nicht den gewünschten Erfolg gehabt hat. Die Debatten gehen weiter. (Fortsetzung in der Morgenausgabe.) tzanöeisfreiheit in Amerika. New N»rk, ö. Okiober.(Durch Funkspruch.) Der neu« Erlaß, der den allgemeinen Handel mit den Feinden regoli, gestattet den Abschluß von Geschäften, die sich auf feindlich«? Eigentum beziehen. daS nach dsm Gesetz vom v. Juni d. I. freigegeben worden ist._ Internationale Kresitverftcherung. Amsterdam, ö. Oitobar.(TU.) Wie der Brüsseler Bericht- erstatter des„Telegraaf' vernimmt, wird Sir Wellenberg (Schweden) in der Kommission für die internationale Kreditver- j treibung den Plan Ter MeuleuS erweitern, indem er den Vorschlag macht, ein Institut für die Versicherung der abgeschlossen Kredit» zu«richte«. Partei, Regierung, Republik. von Philipp Scheidemaun. Fürst Bismarck wollte die Sozialdemokratie ans- rotten, deshalb setzte et das Gesetz gegen die gemeingefähr- lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie durch. 12 Jahre lang lastete das Gesetz auf der Sozialdemokratie. Dann aber ging Fürst Bismarck, nicht die Sozialdemokratie am Sozialisten- gesetz zugrunde. Sein Nachfolger, General v. C a p r i v i, mußte schon erklären, daß er jedes Gesetz, daS er dem Reichstag vorlege, daraufhin Prüfen müsse, wie es auf die Sozial- demokratie wirken werde. Chlodwig v. Hohenlohe schrieb am 6. September 1397 in sein Journal:»... Ich kann nur dann bleiben, wenn ich... auch den Gesetzentwurf bezüglich der Aufhebung des Koalitionsverbots vorlege'. Fürst B ü l o w ließ in seiner Not den Steckbrief gegen Eduard Berti? stein nur deshalb nicht mehr erneuern, weil er sich einbildete. der.Vater des Revisionismus' werde nach seiner Rückkehr aus England die deutsche Sozialdemokratie zur Spaltung bringen und damit zur Ohnmacht verdammen. Er hat sich natürlich gründlich geirrt, sowohl in Bernstein wie auch in der Sozial- demokratie. Mit der Zunahme der sozialdemokratischen An- häng« und deren organisierter Kraft wurde die Position BülowS immer schwächer, bis sie unhaltbar geworden war. terr v. B e t h m a n n H o l l w e g mußte ganz offiziell rieben mit der Sozialdemokratie suchen. Von Herrn Michaeli», dem Zeitgenossen,.wie ich ihn auffasse', schweigt man am besten. Ebenso von dem ur-uralten Herrn v. H c r t l i n g. Prinz Max von Baden mußte schließ- lich einen Sozialdemokraten bitten, das Amt deS Reichs- kanzlerS zu übernehmen. Dann hatten wir nacheinander drei sozialdemokratische Reichskanzler. Die Herren, die jetzt Deutschland regieren, können keinen Tag länger ihreS Amtes walten, als es die Sozialdemokratie gestattet. Und in der Erkenntnis dieser Tatsache flöten die politischen Kammermusiker seit Wochen Tag für Tag ihre süßesten Mclodei'n: Kommt doch, Ihr Sozialdemokraten, kommt wieder in die Regierung herein. Aver wir mögen nicht, wir haben keinerlei Neigung, den Herren schon jetzt wieder die.roten Ketten' anzulegen, die sie— nach ihrem Wahlsprüchlctn— früher daran gehindert haben. Deutschland wieder groß und stark zu machen. Macht erst wahr, was Ihr dem deutschen Volle im Juni dieses Jahres feierlich gelobt habt! Kurbelt unsere Wirtschast an! Schafft der Regierung Autorität! Schafft Nahrung I Schafft Wohnungen I Schafft Arbeit I Ihr wolltet es doch— oder yaben wir uns etwa alle verlesen und ver- hört? Ist alles nur optische und akustische Täuschung ge- wesen? Ist etwa Herr Stresemann nur ein Traumbild? Hat wirklich niemand von Reisenden in Spülklosetts gesprochen? Hochmut kommt vor dem Fall I Drei Möglichkeiten bleiben für die, die im Juni dem Volke das Blaue vom Himmel herunter versprochen haben. Entweder machen sie ihre Versprechungen wahr, dann wollen auch wir sie loben und preisen; oder sie ersuchen die Sozialdemokratie in aller Form wieder zu helfen, weil sie eingesehen haben, daß sie ihre dem Volke ge- machten Versprechungen nicht halten können; oder— drittens: sie werden eines TageS vom Unwillen des Volkes hinweg- gejagt. Es hat gar keinen Zweck und wäre unserer Partei auch Unwürdig, eine ganz klare Sache verschleiern zu wollen. Ich bin fest überzeugt, daß die Genossen Bauer und Müller, die meine Nackfolg« im Amte gewesen sind, sich gar nicht in der dehnbaren Weise über den eventuellen Wieder- eintritt von Sozialdemokraten in die Regierung, wie eS in der Presse behauptet worden ist, geäußert haben. Sie werden genau so präzise gesprochen haben, wie ich etwa zwei Wochen vor ihnen vor den sozialdemokratischen Vertrauensmännern in Kassel. Aus lächerlichen Gründen hat man an ihren Reden zu deuteln versucht, um Brücken oder wenigstens schmale Stege zu bauen. Die namentlich in der Provmzpreffe immer wiederkehren- den Andeutungen, als ob es bei uns drängelnde Anwärter aufMini st erPosten gäbe, sind lächerlich. Gäbe es solche. dann müßten wir sie schleunigst kaltstellen, denn wer sich heut- zutage nach einem solchen Posten sehnt, müßte dümmer sein, als es die Polizei erlaubt und wäre schon deshalb ungeeignet, einen Ministerposten zu verwalten. Der Parteitag wird sich über diese Dinge hoffentlich sehr klar aussprechen. Und noch einS— neben vielem anderen, was hier unerörtert bleiben muß— wird der Parteitass klar zum Ausdruck bringen müssen. Nämlich dies: es muß mit der Reaktion in allen Reicks- und Staatsbehörden so radikal auf- geräumt werden, wie es irgend möglich ist. Die subalterne Aufsaffung. daß eine solche AuSkehr zu viel Geld kosten würde, weise ich— und ich hoffe die ganze Partei mit mir— zurück. Eine gründliche Ausräucherung würde gewiß erhebliche Sum- men verschlingen, aber immerhin ganz erheblich billige? sein als jeglicher Kapp- oder Orgesch-Putsch. Die Säuberung der Behörden muß um so schneller durch- geführt werden, je frecher und verleumderischer dte Sprache der Hetzpresse gegen die Republik wird, und je mehr die Recht- sprechung versagt. Maßnahmen, wie ich sie hier verlange. dürften geeignet sein, im Auslande endlich der Ueberzeugung Bahn zu brechen, daß wirklich ein neues Deutschland entstanden ist, daß aus der Monarchie, die uns in Krieg. Elend, Not und Schande gestürzt hat, eine demokratische Republik geworden ist. Und noch ein weiteres muß geschehen im Interesse unseres Volkes. Es dürfen bei der Auswahl unserer Vertreter im Ausland nur Männer in Betracht kommen, die als ehrliche, überzeugte Republikaner bekannt sind. Andernfalls ist gar nicht daran zu denken, daß das Ausland an ein neues Deutsch. land glaubt. Das war ja gerade der sUi.-K unseres alten Regimes, daß der Herr Gesandte oder Botschafter„zwar nicht be- deirtend" zu sein brauchte, wenn er nur„gescllschaftl'ch gewandt und reich" war. Solche Monokelaffen taugen aber nicht als Vertreter für die deutsche Republik. ' In diesem Zusammenhange will ich auf eine Unter- lasiungSsünde der deutschen Presse, auch der sozialdemokratischen, aufmerksam machen, die mir unverständlich ist. Vor mehreren Wochen ging die Botschaft durch die Presse, daß der Reichs- justizminister Dr. Geintze sich nach einem diplomatischen Rosten sehne. Herr Heinde hat dann selbst berichtigt, daß er sich gar nicht um einen solchen Posten beworben, daß man ihn aber gefragt habe, ob er nicht nach Bukarest als Gesandter geben wollte! W e r hat Herrn Heinde gefragt, ob er einen AuS- landsposten annehmen wolle? Wenn das ein Mitglied der Regierung gewesen sein sollte, dann hätte es keinen Hauch der neuen Zeit verspürt und stände auf einem Posten, auf den es nicht gehört. Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen, will ich ausdrücklich sagen, daß ich Herrn Heinde achte und schätze, wie wenige meiner politischen Gegner. Er ist ein tadelloser Ebren- mann und ein shmpathischer Mensch dazu. Aber das allein genüat für einen Repräsentanten der deutschen Republik nicht. Die deutsche Republik kann, wie bereits gesagt, nur von einem Republikaner vertreten werden. Herr Heintze aber ist Vertreter einer Partei, die monarchistisch ist, die die republika- njsche Verfassung in Weimar abgelehnt hat. Einen solchen Mann als Vertreter des neuen Deutschlands in das Ausland zu schicken, wäre ein Possenspiel— nein, wäre angesichts unserer Lage ein Verbrechen. Alle die. die dem Friedensvertrag von Versailles zugestimmt und später immer wieder versilbert heben, dad sie tun wollen, was in ihren.Kräften steht, um ibn auch zu erfüllen, lmbe« alle Ursache, die Stimmung im Auslande zu beachten. Dhne Umschwung dieser Stimmimg zu unseren Gunsten ist an eine Revision des Friedensvertrages nicht zu denken. Sammlung üer Moskaugegner. Auf den dunklen Zukunstswsgen der U. S. P. leuchtet der Beschluß der Württemberger Minderheit eine kleine Strecke voran. Auf dem Cannstatter Landesparteitag hat sich die Minderheft für die rechtmäßige U. S. P. und sie hat die Mehr- heit für außerhalb der Partei stehend erklärt. Sie hat die Mitglieder der Partei zur Treue und zum Kampf gegen die Parteispalter, und die Redakteure deS Parteiblatts durch Erteilung eines Vertrauensvotums zum Verharren auf ihrem Posten aufgefordert. Da diese Beschlüsse m Gegenwart des Parteivorsttzenden Eri spien gefaßt worden sind und. nach den Ergebnissen der UrWahlen zu schließen, das Kräfteverhältnis für die Moskaugegner im Reiche günstiger zu sein scheint als in Württemberg, scheint kein Zweifel daran zu bestehen, daß die Moskougegner, unbekümmert upr Mchrheitsverhältnisse. den Kostipf um die Partei auf der ganzen Linie aufnehmen werden. Sie werden, stark geschwächt und ohne sichere grundsätzliche Basis ihr Dasein als selbständige Partei fortzufristen versuchen — mit welchem Erfolg, daS wird von der allgemeinen Entwick- lung der politischen Verhältnisse und zum Teil auch von der Politik der Sozialdemokratischen Partei abhängen. Die geringe Beteiligung an den UrWahlen hat daS Wort Solisten-Misere. Konzert-Umschau. Der Solist ist im großen Bau der wertvollen Konzermmsit bestenfalls Zierat, Schmuck, Schnörkel. Nur Auserwählte werden mehr, geben der Fassade Rundung, Füllung, ja find Balken des Gerüstes. Basis aber und Pfeiler sind nur Werke und die zum ein. heitlichen künstlerischen Bekenntnis zusammengekitteten Massen- kräfte von Orchestern, Chören und Kommermusiken. Bei aller Notlage deS Solisten muß das doch einmal gesagt werden; als Ding an sich, als Vertreter e.neS Faches, als technischer Spezialist ist er in hundert Fällen nur e i n mal Notwendigkeit, in zehn Fällen ephemere Untejfijaltung, in allen anderen überflüssig. Und die kritische Feder hat nicht Lust und Muße, sich an allen Solisten einer Woche technisch« Mängel. Qualitäten, Absonderlichkeiten zu notie- ren. Wen reizt das noch zur Schilderung, wen zum Lesen? Unter allen Solisten scheint mir der singend« noch der unglücklichst« zu fein: die Masse des Durchschnittlichen wird zur öffentlichen Gefahr. Da freut es denn nur noch bei sechs bis acht deutschen Sängern «rnio Sängerinnen genießend auszuharren. Zu denen gehört Frau Onegi« und Frau Kemp. Aber siehe: Frau Kemp braucht uns nicht mehr, gönnt der Presse keine Karte, läßt ihr den Mund verbinden. DaS ist von ihr oder Baklanoff oder der Agen- t u r ein Akt der Unfreundlichkeit. Denn sie gelhört wie ihr Partner zu den Erwählten, die unS eine Woche Arbeit künstlerisch wett machen können; ungerecht gegen den mitwirkenden Tenoristen Gläser, der, in Berlin unbekannt, vevoient«, begutachtet zu trerden; unklug gegen sich selber: die 30 Berliner Kritiker hätten mit ihren Begleitern 60 Plätze der halbleeren Philharmonie «anierlich gefüllt. Wer sei'S drm: wir haben den Verlust deS Puceim-Verdi-Ab«ü>s schon verschmerzt. Denn eine andere Stimme rief, und deren Klang verwöhM nnz gleich auf Monate hinaus: die Stimm« der Sigrid Onegin. Ein Naturwunder, das nicht erstaunen, sondern in Ehrfurcht erbeben macht; Höhe wie Tiefe ausgeprägt, stark, weitklingend. Dazu das samtene, farbige Timbre und«ine Inbrunst in der seelischen Umarmung von Schu- lbertnoten, daß letzte Andacht schweigen macht. Es geht nicht an, einzelnes an Schönheiten zu nenne»; sicher ist: nach dem Erlebnis ihrer pathetistchgroßen Gestaltung(.Verklärung',.Auflösung") und dem Charme ihrer sich wiegenden, nnmer schön bleibenden Melodik(.Musensohn") darf sich an solchen Schubert voverst nur noch Sulp und Bender heranwagon. Diese Frau trägt ein Werk auf ihren Lippen. Die anderen Singenden trägt meist das Werk, stärker, anziehend«, als die Wir. kenden. Schön« Ausnahmen seren gebucht: Alice Sch äffer- Kuznitzky breitet ein höchst interessantes Programm vor uns gai und erfüllt es mit warmer, lebendiger Kraft. Dies« schöne Hesselbarths von den„Paprersoldaten" der U. S. P. reichlich bestätigt. Diese Papiersoldaten sind aber Beitrags- zahler und Figuranten der Porteisiatistik, um sie wird also noch ein lebhafter Kampf entbrennen, und es ist gänzlich ungewiß. wohin sie fallen werden. In der Hauptsache vermutlich dorthin, wohin der Parteiapparat fällt. ' Das Ergebnis wird auf alle Fälle eine gestärkte K. P. D. und eine stark geschwächte U. S. P. sein, die sich gegenseitig schärfer bekämpfen werden als bisher. Es bleibt aber bis auf weiteres die theoretische Verwirrung und die organisa- torische Zersplitterung der Arbeiterbewegung bestehen. Es bleibt verstärkt bestehen die Stellung der Sozialdemo- kratischen Partei als die richtunggebende Kraft des größten Teils und als SammelpuM der Einigung, die ein- mäl doch kommen muß._ Späte Einsicht. In ausfälligem Druck bringt die„Freiheit" von heute morgen folgende Warnung: Die lacheuden Dritte« Die„Rheinisch-Westfälische Zeitung", daS Organ der Scharfmacher, schrieb vor«inigen Tagen: JSi ist gu t, daß dieser Riß in die ll. S. P. D. kommt, um so besser werden wir mit den Arbeiter« fertig werden." In Württemberg ist der Riß bereits vollzogen. Die Scharfmacher können triumphieren. Die„Freiheit" braucht sich gar nicht so weit umzusehen. Die„Post" beginnt ihren heutigen Leitartikel, den sie triumphierend der„Krach in der IL S. P." überschreibt, mft folgenden Worten: Wären die Zeiten nicht so ernst und die Folgen nicht so be- deutsam, man könnt« seine belle Freud« an den Zuständen haben, die sich im Lanfe der letzte» Wochen in der Unabhängigen Sozial- demokratie entwickelt haben. Die„Freiheit" hat es längst aufge- geben, das Gesicht zu wahren. Es hat auch gar keinen Zweck mehr: d e r K r ach ist da. Jeder sieht ihn. Die Katastrophe ist im Anzüge. Da hilft kein Beschönigen mehr. Für di« Sozialdemokratie bedeutet dieser Triumph nicht im mindesten eine Ueberraschung. Wenn wir seft Jahren unablässig vor einer Spaltung warnten, so wurden wir von den„ganz radikalen" verlacht, verhöhnt und � als Verräter der Arbeiterklasse bezeichnet, die durch Hin- weis aus den Hohn der bürgerlichen Parteien die Genossen im Lande von ihrem Verrat abzulenken suchten. Jetzt ist die„Freiheit" in der gleichen Lage, nur mit dem Unter- schied, daß man ihr ihre WarnungSrufe nicht glauben wird, nachdem sie jahrelang den..Einigungsrummel" der Sozialdemokratie, der aus tiefster Erkenntnis für die Not- wendigkeft einer einheitlichen Aktion des Prole- tariats entstanden war, verlocht und verspottet hat. » Wie uuS ein Drahüberichi ch e Rasse wissenschaftlich glänzend stehe. Nun scheint er allerdings übersehen zu haben, daß vie Perser— arische Rasse sind. Während sonst die Anti- semiten lehren, daß die Inden die arische Rasse mit semitischen Lastern erfüllen, sollen jetzt plötzlich die sittenreinen Juden durch ein arisches Volk korrumpiert worden fein?I Seltsam, seltsam... erstenmal im Konzertsaal; sie verdient Beachtung weil sie ihre klare, auSdruckS reiche Bühnen stimme einem reif disponierenden Klinsrv erstand unterordnet. In den Wagner-Liedern klang die Jsolden-Sehnsucht nicht nur äußerlich durch Ihr Mann begleitete geschickt. Edwin Witt, ein Gast aus Schwöen, führte sich als Dirigent nvit nationaler Musik vorteilhaf: ein. K:in großzügiger. scharf profilierter Dirigent, ober ein starker Rbythmiker und sicherer Beherrscher des Apparats. Eine Sinfonie von Rüben Liljefors ist gesunde Kost, wenn auch sehr gleichmäßig und ohne instrumentale Abwechslung bereitet. Tbema tisch einfach klingt sie an die mittlere Strauß-Perrod« an, ohne ihre eigene melodische. füllige und- einschmeichelnde Rasseneigentümlichkeit zu verbergen. Noch ein Blick auf die Programme der Woche, die zumeist Seit- faden der Auswahl sein müssen: Biel Ueberrlutz, mehr lieber- flüssiges, aber auch sicher in der Verschwiegenheit manch GuteS. ES wird wiederkommen. Und wir wollen es dann herausheben auS der Berliner Solistenmisere. Kurt Singer. Resi Langer widmete gestern Heinrich Heine einen Vor- tragSabend in der Sezession. Ihr sst die Kunst gegeben, dichten- fchen Geist im Roichiim seiner menschlichen Weite erleben zu lassen. An Heine wurde sie abermals überzeugend deutlich. Se beruht in einer fernsten gestern auch von so großen Stücken wie dem Bimini- Prolog sich bewährenden Fähigkeit, der inneren Bewegung eines Gedichtes zu folgen. Das lMncht als ein Ganze? seelischer Hand- hingen zu erfassen, und dieses Ganze aus der Füll« der Abwand- hingen seines Grundgedankens, Grundgefühls uro Grundtons durch ein ungemein sicher belebendes EHaraitertsieren und Entwickeln alles einzeln zu bildcn. Der Heine, den Rest Langer wirken ließ. war der überlegene Mensch, der auch in den schwersten Bitternissen deS Daseins ein LclbenS starker blieb und den diese Kraft in den heiligen Stunden seines DichterschoffenS kämpferisch, trotzend, freudig emportrug. Durch ein Programm vermittelt, da? eiycnarti.z nach diesem Ziel gewählt war, gelang daS Bild vollkommen. Resi Langer wagt gerne viel. Sie scheute nicht davor zurück, daS satirisch-spielende Geb.cht„Zur Teleologie", dessen Schluß den HeinoauSgaben zu fehlen Pflegt, in ungekürzter Vollständigkeit zu sprechen. Aber sie kann derartiges wagen: ihre vornebm-ernfthafte Künstlerart zwingt auch das Heikle. DaS Gedicht stand so.im Pro- gramm. daß cS Im B.lde deS Dichters als ein kräftig gefaßter Teil serner Natnr wirken konnte. Der Abend zählt mit in dar Arbeit. Heinrich Heine für de» VortragSsaal zu erobern. ES gehört ja zur geistigen Kultur Deutschlands, daß dies« Eroberung nicht schon längst geschehen ist. sondern«st noch angestrebt»»erden mutz, lieber das Verhältnis von.Heinrich Heine und dem Kupfürftendamm belehrt der unzulängliche Besuch.«J. Tbcatrr. Die Vrcmier« von ZchönberrS.Kindertragödie' im Kleinen SckaulpictbnuS muiite in olge Erkrankung eines HauptdarttellcrS aus Sonnabend verlchobeu werden.— In der BolkSbühn« wtid am Mittwoch nicht.Götz', sondern.Kabale und Liebe' aufgeführt Fränze Moloff vom Neuen DolkStbeater in der Berliner Eezeffton. Kussürbendamm LS?, spricht am IS. Oktober, 8 Uhr, Dichtungen von Wösten- stet«, Jacob, George, Attenberg. Ter frühere Reichstag Sab geordnete Werner erklärte, dcrtz die deftehenden Parteien'alle zu schlapp seien, das gelte auch von üer .Deutschnationalen Volkspartei", die m ihren Reihen„viele Leisetreter" aufweise. Auch fie reiche nicht als Führerin zu einer deutschen Zukunft. Die deutschvölkische Bewegung kämpfe mit den Waffen des Geistes, Gewalttätigkeiten lehne fie ab.— Siehe München! »Koh!enüberfluß für Agrarier!* In Nr- 468 hatten wir unseren Lesern Mitteilung von einem Rundschreiben des„Grimmer Landwirtschaftlichen Ein»' und Ver» kaufSvereins" an seine Mitglieder Mitteilung gemacht, nach welchem der Verein für 25 000 bis 30 000 Zentner gute Speisekartoffeln Verwendung babe und für jeden Zentner gelieferte Kartoffeln einen Zentner Briketts zum Preise von 12 M. frei Bahnhof Grimmen liefere. Erfreulicherweise hat der Reichs- kohlenkommissar die Angelegenheit sofort in die Hand ge- nonrmen und teilt uns als Ergebnis seiner Nachforschungen mit: Der„Grimmer Landwirtschaftliche Ein- und Verkaufsverein" hat seinen Mitgliedern gegen Lieferung von 25 000 bis 30 000 Zentnern Speisekartoffeln das gleiche Quantum Briketts an- geboten, ohne sich zu vergewissern, ob er diese Brikettmenge auch wirklich bezugsscheinfrei in die Hand bekommen könne. Die Versuche, die er zur bezugscheinsreien Erlangung einer solchen Kohlenmenge unternommen hat, habe ich selbstverständlich vor ihrem Zustandekommen unterdrückt. Der noch nicht aus- geführte Versuch, Kohlen unter Umgehung der Bezugscheinpflicht zu erwerben, ist n i ch t st r a f b a r. Es sind aber gesetzgeberische Anordnungen im Gange, diesem unerwünschten Zu» stände ein Ende zu bereiten. Der Parteitag in Karlsbad. Karlsbad, 5. Oktober;(Drahtbericht unseres Sonderberichterstatters.) In der gestrigen Debatte führte Beutel-Aussig u. a. aus: Die Aktion der Linken schiebt rn de« Augen der Müssen alle Schuld, die der Krieg angerichtet hat, den R e ch t S f o z Wi I i st e n zu. Und dieses Mißtrauen, das da gesät wird, wird sich einmal gegen Sie richten.(Lebhafter Beifall.) Die Moskauer Bedingungen der- langen, daß der mittlere Bauer neutralisiert werde. Nun, neutralisieren kann man vielleicht den russischen Müsch ik, dessen Horizont über den Berggrenzen aufhört; aber wollen Sie unfern politisierenden Bauern neutralisieren, dessen kapitalistischer Sinn im Kriege ungeheuer gesteigert wurde? Unsere Hauptaufgabe müßte es sein, die sozial eBodenreform der Tschechoslowakei, die ein Gebiet von der Größe Mährens darstellt, ffüs dem Wege der Demokratie in eine sozialistische umzuwandeln. Dadurch würden wir uneinnehmbare Machtpositionen gewinnen. Dieses Werk kann aber nur die geeinte. Kraft des ganzen Proletariats schaffen.( Stürmischer Beifall bei der Mehrheit.) Die Vorstände der deutscheu Gewerkschaften in der Tschechv flowaiei haben beschlossen, in der Debatte eine Erklärung ab» zugeben, in der sie sich auf das entschiedenste gegen den An- s ch l u ß a n d i« Dritte J-n te r nationale wenden, weil die bekannten Moskauer Beschlüsse die Zersetzung und Zerreißung der Gewerkschaften fordern, und der Anschluß der Partei an Moskau würde da- hergebrachte innige Verhältnis von Partei und GeWerk- schaften in Oesterreich und jetzt in der Tschechoslowakei auf das ärgste bedrohen. Die Gewerkschäften sind nach dem Parteistatut auf dem Parteitage durch vollberechtigte Delegierte vertreten. Diese Erklärung bedeutet also keinerlei.unberechtigten Versuch, die Ahstim- mung zu. beeinflussen.' Lebensmittelkrise in Rußland! Wir meldeten vor emfoen Tagen über Trdeiterous- ilände in Petersburg und anderen Orten Rußlands. Nach neueren Meldungen, die aus Helsingfors stammen und er» fahrungsgemäß mit großer Vorsicht aufgenommen werden musseti. nehmen drese Streits zum Teil politischen Charakter an. Aehnlich lautet eine Rigaer Meldung des„Manchester Guardian", in der es heißt, die Bolschewistenherr- schaft sei durch die augenblickliche Krise aufs schwerste bedroht: die Masse wolle den Frieden um jeden Preis, da sie sonst Hungers sterbe. Auf Grund dieser und ähnlicher Mel- düngen Rückschlüsse auf die Lage in Rußland zu ziehen, wäre verfehlt, da ja bekanntlich die Entente es meisterhaft versteht. durch ein Netz lügenhafter Nachrichten einen ihr unbequemen Gegner zu diskreditieren. Nachdenklich hingegen muß ein Funkspruchous Moskau stimmen, der folgenden Wort» laut hat: Funkspruch an alle! Da? allrussische ZentralvollzugSkomitee hat folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Bon allen arbeitende» Bauern Rußlands wird eine ball» ständige n» w e i g e r l i ch e Ausführung der Leben». mittelablieferung verlangt. 2. Die Arbeiten zur Bereitstellung von NohrungSmittelu sind iu kürzester Frist zu beende«. 3. Zu de« BersorgungSarbeiten stnd die beste» Kräfte heranzuziehen. 4. Den BersorgungSarbeiten ist dieselbe Bedeutung zuzu- messen wie den Trausportarbeite«. Der Funkspruch fordert zum Schluß die russischen Arbeiter auf, dem Ruf des höchsten Organs Folge zu leisten«nd die Kräfte zum Kampf gegen den Huugrr anzuspornen. . wird also offen zugegeben, dafj die Lebensmittelkrise tn Rußland wieder einmal in das akute Stadium eingetreten ist, imd man muß sich wundern, daß die Sowjetregierung in Riga ihr altes Doppelspiel fortsetzt. Die„Rote Fahne" ver» offentlicht die Friedensbedingungen des Mrusstschen Zentral- Exekutivkomitees, die der Hauptsache nach die U n a b h ä n g i g. ke?t der Ukraine, Li bauen s und Weißrußlands lowke � eine Volksabstimmung auf demokratischer Grund» Wae in Ostgalizien enthalten und durch eine Annahme- mit von zehn Tagen einen ultimativen Charakter annehmen, sollte binnen dieser Frist eine Einigung nicht zu erzzelen lern, bann sei die Früge de� Win�erfeldzuges tm voraus entschieden. Nach einer Meldung des„Politiken" hat sich �enin auf dem allrussischen Kongreß in Moskau dahm geäußert, er glaube nicht, daß der Winterfeldzug ver- mieden werden könne. Im Gegensatz hierzu stehen die letzten ll�rbandlunasberichte aus Riga, die von einer sehr starken An- nahmmg zwischen den polnischen und russischen Delegierten wtechen. Es scheint also, daß in Moskau wieder einmal die Knegs- und die FriedenSvartsi miteinander im Kampf licat. Die Polen qehcn weiter vor. Warschau, V. Okwber.(TU.) Amtlicher Heeresbericht vom 4. Oktober. Die vorderster! Patrouillen der nördlichen VerfolgungS» Abteilungen, die längs der Thaussee Lida— Nowo vrodek— Mir vor. gehen, überschritte« am 8. d. M. die Rje«en-2iuie zwischen Ma— Tolpec. Nach siegreichen Kämpfen bei der Linie der ehe. maligen russischen Schützengräben haben Posener Ab- teilungen östlich von Baranowitschi, Nieswierz und Kleck. eingenom- men. Die Polesifche Gruppe hat noch vollendeter Umgruppierung im Räume von Logiszhn und Pinsk in zwei Tagen trotz des schweren Widerstandes die Linie Malkowice— H a st y n — Luniniec— Lackvp— Davidgrodek erreicht. Di« Eisenbihnlinie Lida— Baranowitschi— Luniniec— Zariiv— Rowno ist dadurch vollständig von unseren Truppen besetzt. Aus dem Süd- abschnitt ist die Lage unverändert. Bei Orany erbeuteten un- sere Truppen einen litauischen Panzerzug, der trotz des polnisch- litauischen Waffenstillstandes unsere Stellungen bei dem Fluß Ula beschoß. Wrangels Helfer. Charbin, 5. Oktober.(Havas.) General Leschwitzki, der den Oberbefehl über die alten umgruppierten Armeen KoltfchakS in TranSbaikalien übernommen hat, erklärte dem General Wrang eil namens seiner Truppen telegraphisch, daß er sich ihm vollständig unterordne und ihn als Befehlshaber anerkenne. Groß'-Berlin Auftakt zum Natekongreß. Proletarischer Empfängsabend. Ein Riesensaal, getaucht in Lichtfülle. Tausende sind versammelt. Tausend Hand- und Kopsarbei:er darunter, die helfen sollen, den Boden zu einer neuen Ernte bereiten. Zu einer besseren Ernte! Sie wissen es. Wissel! in seiner schönen Begrüßungsrede— nach stimmunggebender Chor- und Instrumentalmusik— unterstreicht eS.„Die Sandwüste unserer Wirtschaft muß tiesfurchend beackert werden, auf daß neues Blühen und neues Gedeihen entsteht, und ein neues Haus� aus besserem Fundament at- dem alten." Conradi sprach di-e Mahnung der„Toten an die Lebendigen". Ist fie wirklich von Freiligrath, dem packenden Mahner? Klingt sie nicht wie ein Aufschrei eines Neuen unserer Tage? Dann andere Töne. Die Violine �Meister LambinonS erklingt. Sie singt die.�-Tur-Roma nze des göttlichen BfKMnven. Ohr und Seele sind im Bann« dieser zarten Tonsolge. Memand kann sich ihm entziehen. Mehr virtuos ist WinianotoSkiS„Erinnerung an Moskau". Männerchöre folgen. Thilo. schwingt den Taktstock. Er hat sie in der Hand, die GesangSLinstler. Die Künstler aus den Reihen der- kämpfenden Arbeiterschaft. Vorzügliche Stimmen weisen sie azif. Zum Schluß Dehmel-Frieds gewältig wirkendes Erntelied mit dem Blüthnerorchester.;_... „ES wird kein Mensch mehri Hunger schrei':,. Mahle, Mühle, mahle!" So klingt eS in brausendem Anschwelle» au». Feder fühlt den Schritt einer gewaltigen, geeint fortschreitenden Arbeitermasse, die über gestürzte Götter hinwegschreitet, um eine neu« Welt aus- zubauen: neuen ünd g uten Ernisn entgegen. Mögen die zu ernster. Tagung zusammengekommenen Räte der Arbeiterschaft bei ihrer Arbeit daran, denken. Glückauf!•; Gegen die Mietsteuer. In 80 vom Miereroerbend Groß-Berlin zu gestern abend ein» berufenen Massenversammlungen der Mieterschaft nahm man- unter dem Menia:«J�ed.er zui*. b ex�-SK i eiste« er!" scharf Stellung gegen den vom Reich-arbeitSministerium. auSoe- arbeiteten, zurzeit' dem ReichStpirtschaslSministetium zur Durchbe- ratung und Genehmigung vorliegenden Entwurf eines Mieffteuer- g« setze». Einstimmig fand dann allenthalben eine Entschließung AnnaKne. in der xS heißt:.- Einmütig mit den in ganz Groß-Berlin am 4. Oktober 1920 einberufenen Mieterversammtungeu lehnen die versammelten Mieter die von der Reichsbehöode geplant« Mi.etsteuer mit aller Entschiedenheit ab. Sie wäre die schlechteste und unsozialste Form einer Steuer. Sie trifft den armen Mann härter als den reichen; sie belastet die Städte ungleich höher als das Land. Sie trägt nicht einmal hinreichend Sorge dafür, daß die Steuer hinter. her restlos der Mieterschaft zugute kommt. Eine solche Steuer würden wir Mieter, die wir insgesamt der größte Teil der deutschen Bevölkerung sind, mit dem allgemeinen Mieterftreik beantworten müssen. Also weg mit dieser Steuer I Aehnlich steht eS mit dem geplanten Reichsmietengesetz, denn es ent- hält derartig ungeheuerliche Vorteile für den Hausbesitz, daß es in der jetzigen Form für-die Mieterschaft unannehmbar ist. Ehe wir uns ein soläieS Gesetz aufzwingen lassen, halten wir an der jetzigen Mieterschutzgesetzgebung, insbesondeve der Höchsftnieten- ordnung vom 9. Dezember 1919 fest und werden uns darin durch keinerlei Versprechungen irre macheu lassen. Nach der Aufforderung, den Reparaturstreik der Hau»- besitz«: durch restlose Bornahme aller Reparaturen zu brechen, sor- dert die Entschließung dakm die Befestigung der zeitlichen Beschränkung der Mi eterschutzgesetzgebung und kündigt restlose Be- kämpfung und Wegfegung einer Regierung an, die etwa die Mieter- schutzgesetzgebung außer Kraft treten lasse. In Charlotten bürg mußt« die Protestversammlung unier freiem Himmel auf dem Gustav-Adolf-Platz abgehalten werden, da der Magistrat die Bereitstellung einer Schulaula abgelehnt hatte. Willkommene Brandschäden. Daß Feuervttficherungsgesellschatten von Brandschäden, die sie vergüten, noch ihren Vorteil haben können, wird manchem auf den ersten Blick nicht recht glaubhaft scheinen. Möglich wird daS, wenn die Versicherungsbedingungen den Vertragsparteien das Recht geben, im Schadenfall sofort von dem Vertrag zu- rückzutreten. Ein gegen Brandschaden versichert« WohnungSinhabe« teilt uns mit? daß ein« große Versicherungsgesellschaft gegen ihn diefeS ausbedungen« Recht gebrauchte, obwohl er einen fünfjährigen Ver- trag hatte. Bei Vergütung eines ganz geringen Brandschadens erklärte sie ihm auf der zur Unterschrift vorgelegten Quittung, daß die Versicherung nur dann weiterläuft, wenn er eine höhere Prämie zaßlt. Als er unter Hinweis auf seinen Bertrag sich weigerte, kündigte die Gesellschaft diesen per sofort unter Berufung aus ihre Versichern ngsbedingungen. Der Mann hatte aus den Rat eines Agenten den Bertrag sogleich auf fünf Fahre geschlossen, weil er dann für diese Zeit sicher vor einer Prätmencrhöhung sei. Fetzt mußte er erkennen, wie sehr er sich getäuscht hatte. Wir wissen nicht, ob in dem hjer geschilderten Fall die Prämien- erhöhuna mehr ausmachte als die Schadenbergütuns. Das Recht der BemragSoufhehung würde aber auch für de« Fall gelt«, daß die Vergütung z. B. nur S M. beträgt— und dann wäre mit der Aufhebung eines noch mehrere Fahre bei mäßig« Prämie lauf«. den Vertrages in�der Tat etwas an der Prüm ienerhößung zu ver- dienen. Ter Versicherte, der diese..Brandschadsnreaulrerung" üb« sich ergehen lassen mußte und fein Erlebnis uns meldet, scheint da? für eine Besonderheit der betreffenden Gesellschaft zu halten. Nein, andere Versicherungsgesellschaften tun so etwas auch— und vielleicht ist es sogar bei allen üblich. Man ist da den Berstche- rungSgesellschaften aus Gnade und Ungnade ausgeliefert. ES soll Leute geben, die ein« tüchtig« Feu«rSbrunst al» da» Gegenteil eines Unglücks betrachten, weil sie gut versichert sind. Ab« gewiß wird auch schon manche Versicherungsgesellschaft«ff««« geringen Brandschaden sehr willkommen ge- heißen haben, weil sie dabei durch VertragSauflstbung und Neuabschluß zu höherer Prämie profitieren konnte. Bei solchen Grund- sätzen von Verftcherungsgesellschaften kann man sich nicht wundern, daß fie Millionengewinne einsacke«. „Sparsamkeit" in Heil-«nd Heimstatten für Lungenkranke. Aus dar Heilstätte Grabowsee kommt ein« Klage dar- üb«, daß die LandeSversichcruugSanstalt Brandeulmog den Herl- stätteninsasseu kein Kleidergeld mehr zählt. Vor dem Kriege erhielten die Kranken eine besondere Anstaltskleidung, in der Kriegszeit aber wurde infolge d« Kloidcruot diese aus Grün- den der Hygiene gewiß sehr wünschenswerte Emvichtung abgeschafft. Den Kranken wurde dann für Abnutzung der eigenen Kleider eine kleine V«gütung gewährt, aber die LandesversicherungS- anstatt behauptet jetzt, auch die paar Groschen nicht mehr drüber zu haben. Die Sparerei, die da draußen in Grabowsee aetriäben wird, erstreckt sich auch auf den Barbier. Fh'u bezahlt nicht mehr die Anstalt, sondern das muß der Kranke tun, der ihn in Anspruch nimmt. Die Deträge, um die es sich bei diesen den Kranken jetzt entzogenen Vergünstigungen handelt, wiegen leicht für'die Heilstätte und für die Lalü>esvevsicherungKanstalt. Sehr viel schw«« fallen sie ins Gewicht für die Kranken, besonders für die Verheirateten, die mst jedem Groschen rechnen müssen. Ist eS klug, durch derartige Entziehungen neue Unzufriede-nhevt unter den Kranken hervorzurufen? StehteS denn so schlecht um die Finanzen der Landesversicherungsanstalt. daß sie zu solchen Mitteln greffen müßte? DaS glaubt ihr doch kein Mensch! Auch aus d« Heimstätte Buch ist«nS�estie Beschwerde zu�gangen. Sie gilt den Mängeln de r Beköstigung, über die in dies« der Stadt Berlin gehörenden Anstalt immer wieder geklagt wird. Di« Heimstätteni nsassen vermissen im- ihrer Kost unter anderem oine einigermaßen ausreichende F e t t z u g a b e. Sie haben mit ihren Beschwerden bei d« Anstaltsleitung und danach auch heim Heimstättenkuraiorium keinen Erfolg gehabt. Fett läßt sich schon herbeischaffen, und auch die Heimstatte Buch könu:e genug davon«halten. Aber bei den heutigen Preisen müßte freilich tiefer in den Beutel gegriffen werden, als das in Buch üblichffst. Der Patientenausschuß hat schließlich«Kart, die Patienten würden die ewige» Marmel ade st u�llen zurückweisen. Dean ant- wortete:„Daun müssen wir Schweine an s cha f f e n und sie .damit füttern." Auf Kosten der hungernden Kranken nch ein �billiges" Schweinefutter verschaffen— ja. das wäre dü „richtige Sparfamkest"!__ Eine dadaisttsche Beerd-zung. .Steglitzer Anzeiger" vom 29. September, Anzeigenteil, TodeS- anzeige:.Herrlicher Sonnentag vor Beihanien und blauer Himmel. Ich babe memem toten Weib dt« Stirn geküßt. Sie ist heute nachmntag ein Viertel nach 2 Uhr eingeschlafen. Der Tod ist ein Märchen für Kinder, aber er schafft eine d a d a i st i s ch e Tatsache.— Steglitz. Birkbuschstraße 12. D« Obrrdada.— Wir danken unserer Mutter. Sie hat Arbeit und Mübe getragen wie keine zweite Frau auf Erden. HanS, Thea, Berta, Fritz Baader." .Steglitzer Anzeig«", Notiz am nächsten Tag im lokalen Teil: .Dadaismus und Tod": Der Oberdada schreibt unS: Zu- nächst haben Sie meinem Sobn Theo groß Unrecht'getan, indem Sie ihn bei der gestrigen Todesanzeige in ein Mädchen ver- wandelten. Er hat zwar die Mädchen gern, hält aber trotzdem einen Geschlechtswechsel nicht für notwendig. Er will also weil« Theo und nicht Thea heißen..." Der Oberdada ist klug, er teil! in dieser. B e r i ch ti g un g" gleich weiter mit:.Die. De« erdigung d« Verstorbenen findet am Sonnabend, den 2. Oktober, nachmittags 3 Uhr, auf dem Steglitzer Friedhof stall. Die Ko.ffen d er B e ei tz i g un g träg,t die G e m e ip d e S t e g- sitz. Ein Geistlicher wird am Grabe nur sprechen, wenn er aus freien Stücken von selbst kommt. Sonst wird der Ober- dada allein ausführen, waS eine da daistische T.at fache ist und warum am Grabe am allerwenigsten Grund zur Trauer ist." Am Sonnabend ist halb Steglitz auf den Beinen. Der Oberdada hat seiner Frau ein gewaltiges Leichenbegängnis gesichert. Ein Pfarrer ist nicht erschienen: Der Oberdada hätt eine monistische Predigt. Interessant wird fie dem Publikum erst, als der Oberdada pathetisch aus die Menge zeigt und die Worte spricht: Da— da— da— da-- ist Leben! DaS Wort DadaiSmuS ist mir endlich«Kärlich geworden.-- Wenn die Dadaisten alle so eifrige und kluge Agitatoren find, durch zwei Annoncen und eine.Berichtigung" Tausende auf die Beine bringen— wie lange noch und ganz Deutschland wird .wachgerüttelt" und durch und durch die langgewünschte.dadaistische Tatsache' sein._ Schund und SÄunch iu Wort und Bild ist daS Thema deS Vortrags, den Prot. Dr. Brunner«n Austrage der Voltshochschule Berlin- Lichtenberg<17. Verwaltungsbezirk) am 7. Oktober, abends 8 Uhr, im Jahn-Realghmnastum, Marienstr. 2/3, hält. Die Sektion der Deutkchbithmen,-mähr«»nd.tchlester im Verbände deS S st erreichisch- deutschen Volksbundes oer- anstallet unter Mitwirkung der deulschösterreichischeir Aedectasel und nam- hoster Künstler Berllncr Theater am Freitag, den 8. Oktober, abends 7 Ubr, int LebrerveremSharüe, Atcxandcrplaz, einen Heimatabend mit Musik, EcsangSvoi trägen und nachsolgcndcm Tanz und ladt alle Landsleute ohne Unterschied des Standes dazu ein. Märkische Vorträge. Das neue Verzeichnis der„Märkischen Bor-- träge" von Oskar Bolle, die wieder im Hörsaale deS Kunstgewerbemuseums, Brinz-Albrecht-straße 8, stattfinden, ist erschienen. Der erste Abend am 8. Oktober, Uhr. schildert auf einer Wanderung Rüdersdorf— Chor in— Oderberg u. a. die Enlslehung der märkischen Bodensormen in der Eiszeit, im zweiieu Teste, vom Baruther Urstromtal ausgehend, den romantischen Fläming mit seinen Burgen, dem lieblichen Plawetal und den, gerade jetzt zur Herbstzett besuchenSwcrten, Heidckraut-bewachsenen Rammeln. Karten und Verzeichnisse bei Bote u. Bock, A. Werth eim, beim HauS« inspektor usw. Weißens«. Die Gemeindevertretung tagte zum letztenmal. Die Vorlagen wurden sämtlich fast debatreloS genehmigt. Für die in eigene Regie zu nehmende neue Apotheke für daS Auguste- Vltloria» und Säuglingskrankenhaus lvurde ein Apoiheker eingestellt. Zur Verbrlligung der Lebensmittel der Erwerbslosen wurde» noch weitere 10 000 M. bewilligt; außerdem sind an die Erwerbslosen an Sonderbeihilfen 140 000 M. ausbezahlt. Die für die O u ä k e r i p e i s u n g zur Verfügung gestellten Mittel reichen nicht au«, weil die Speisung auch im Winter durchgeführt werden soll; eS wurden daher noch'weitere 90 000 M. nachbewilligt, die bis zum Juni n. I. reichen sollen. Für das Jugendamt, das mit einer Summe von 210 000 M. eingerichtet und v«!valtet wurde, find wettere 160 000 M. bewilligt worden. Die Tagegelder für die Beisitzer des Mieteini- gungSamleS wurden von 6 auf 9 M. erhöht. — Die Ba d e a ii st a l t der OrtSkrankenkasse im Ledigenheim toll Wied« eröffnet werden. In dem Gemeindehause, Fakken- berger Straße 182, sollen zur Teilung zwei Zweiz immer- Wohnungen geichaffen werden. Die Kosten in Höhe von !2ö00 M. wurden bewilligt. D« Antrag des LehrervereinS den gezahlten Vorschuß von 1000 M. niederzuschlagen, weil sie den Sekreiaren gleichgestellt worden sind, wurde auf Vorschlag Falken- steinr«>ten, soweit ei ine WirtscvakiSlage irgendwie gestattet, fei das stete, erfolgreiche Bestreben der Regierung. So nachdrücklich aber jeder unnötige bureautraliswe Ein- griss in da» WirtschafiSleben vesämpft werde, so sicher werde anderseits keiner erwarten, datz eine völlige Freiheit der Wirtschaft, wie wir sie vor den, Kriege batien, alsbald wieder möglich werden könnte. Da? gelle auch gerade vom Autzenhandel. Dre Erhaluing der bisherigen Bevölkerung auf deutschem Boden sei n n r in ö g l i ch. wenn der Eigenbedarf durch Kontrolle der Einfuhr'n engen Grenzen gehalten und dem Bolle anderseits Sielegenhert geboten werde durch seine Arbeit ein Höchsimatz von Werten zu schaffe«. Mit anderen Worten: ES müsse m't allen Mitteln angestrebt werden. datz die Handelsbilanz aktiv werde, weil dadurch eine Sta- bil'sieruna der Baiuta erreicht werden lönne' wwmiujwuuiiiuuiiij..� Sroß-Serttner parteinachrichten- Heute, 5. Oktober: Jungwjliiltftische Berrinign»,(S. P. D.). A b t e i I n n g lllih- t« n I»« r g bei Schlenlrtch, Eimplonstratze 42. Borlrag: TagcSpolltIL Referent: Eensffe BaranowS».— Abteilung O st e n bei Bombe, Ttratzmannslratze 7. Bortrag SozialisierungSoroblem.— Abtetlung T e m p e l h o s bei Buse, Werder-, Ecke Kaiser-Wilhelm-Stratze. Morgen, k. Oktober: Steglitz. 8 llbr bei Clement. Düppclstr.: BorüandS-, Bezirksführer. und stunttirmärfiyung. Vollzähliges und pünlUiche« Erscheinen wird oerlangt. Gr-Sichterkcldc. Frauenabend 7>/, Nhr Im Realghamafium, Ring- flratzc.' Res. Genosse gendel:.ErnährungSsiagen.'' eJsttcrurl». Frauenabend Tl, llbr bei Ichulz, Hauptstr. 69i ReJ Genosse PnIS:.Rxbgion, Slaat und Sozialismus.' Ro>rnthal. 7'/, Uhr Funklwnärfihung bei Bctran. Erscheine» aller ist Pflicht. » Di- In der heutigen Mwnaranf gade angezeigte Gene-alversammlung der sl. V. B. In den Blllchcriälen. SLmfccttiniie 61, findet nicht heute l. Tagesordi sondern uro'gen. 7 Übr daiellist!tatl Partei. Neserclit: Genosse Wegner. ' Ii».-W•, I■•• V». X !ageS0rdnu!ig: Jungsozialisren unc vorträte, versme unö versammlunaen. Reichsbund der KriegsbekedSdigie», Bez. 4 sSüde,'). Die nächft« BezirtSverfammUiiig der Krieger dniterdl ebenen findet am Mittwoch, den S. Okiooer, gemeinsam mit t en Aiiegsbetchödi-'ien ital».— öJlietatifGcr Werei» Berti«. Mittwoch, den S. Oktober, abend»>/,8 Ubr. Bortrag von Dr. Hompf über Form, Duelle und Zweck der freien Rede im izranzöfischen Gymnalium, Ne'chSiagSuser S. Siniriti IM.— Freie Schwimmer, Eharlotienburg. Sllittwoch, den 6 Otwber. im Bottshau«. Rostnenslr. ö, ir onatSfitzung.— Lichtenlbergee Schwiiumklub Sieptun l«S4. Nächste MonotS. und Jugend veriamnrlung am 6. Otlvber, abends 8 Uhr, bei Kur. kowSki. Erscheinen Pflrcht. Berachw sllr den rednll. Teil- Dr. Werner Pelker, Churlottenburs: kür Anzeigen! „—--""--Xaid; Bot. tu. öi.oite. Berlin,«erlag: BorivSrtS-Vertag v».«. v. H.. würt-z-Buchdrueterei u PerliaSnntioil Paul Singer u. Co. Lindenttr. z. Ltvkke für Yerron-Anzgg«, Alfter. va-----"------------ r■ pute'tois, Ciunen-fiaflüm«, Meter 50.-, 100.-. ISO.-. 200.- Mari. « Nur langjiihrige Verbwdungen mit altbelräbrten « Fadritanten bürj y c preiswerte, gute Qualitäten. ircen ifirf. och&SeeBand�H. | IBegr-lSflS. Oertraudtenstr. 20-21. GegrtZSZ( omo. Mai n Teiliaiü'iihg,- J.Ga i u nt. Kioi)--nlsM. /2ftnav JJJj 1,50. Zah vzishen m Einspr.Jiftcbst schmerz; 1 an lind. Umarh. sctilecMsitx. Geoisse. Rep. sof. Zahnarzt Wolf, Potsdamer Str. SS. Hochb. Svrechi 0-7. SeiirilTereTiPrÄfia, W�r.(PoWorriss. Die deutsotie Umerrich�pracha Ist unseren Kindern In den bisherigen höheren Schulen nicht bewdlla worden; wir musstan eine eigene deutsche Prlvats.'hnle gründen. Die jährlich etwa 80 000 M.(ca. 20 0CO M. deutscher Währung) betragenden Unterhaltungskosten können wir aus eigenen Mitteln nicht aufbringen Liebe deutsche Brflder. helft uns I bewahrt unserer Jusend das deutsche Volks uml SchQtit sie vor der Polonlsterunal— Geldspenden erbitten wir an die Dresdner Bank. Bertin W 56. Der Voretaad I P. Sehionski. R. Heppner Eicktro• Mst»re Lewi! tal Imrti loufmö («Ii Kurze Str 18(Nie?-' nlee. m üESmai «poitbUllg.nagelneue Damen- Bläec, Herrenulster, Damrn- tuchstofi«, Herreichrchsloffe, 1g,, Herrendosen. re�«�««,»ot� ttesäz» I Äoisilchsel Ziielenaua- ...I Uhrenoerkaus I Sold- Warenlager! Trauringe! Sroß- Berlins spattbilllgste Slnkauf»- quell« I.Pelwectried«, El«- Z Bfandleihhaus S-bon- ler Me« IIS(RingbahnhPi- ibahntzo,).' 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