ffr. 494 ♦ ZI.Fahrgang Josgabe A Hr. 110 Bezugspreis: »etWiäf|tL30,-aRt_mmtatU.0,-SS. frei ins Sau,, ootnu» zahlbar. Pvft» bejafl: Monatlich 10,— SU. ejfL flu« stelliülz�ebühr. UmerAreuzbänd für Doitschlaa» und OeN erreich lch!0 DU. für da» übrize Au,Iand dei täglich einmal. Zustellmtg SLSO M. Voitde- stellmigm nehmen an Oesterre!� Ungarn, Tscheche- Slowalei. Däne- marl. Solland.«iremdurg. Schweden Mtd di, Schweiz.— Singetrageu in die Sost-Zeitima»-Srei«lilie. »er.Borwirt,' mit der Sonntag»- drilag».Boll u. Zeit' ericheint wachen- täglich zweimal. Sonntag» und Man- tag, einmal. Telegramm�ldr�s»! aSeilaldewottal Morgen Ausgabe Verlinev Volksblstt � Zll Pfennig) AuzeigeupreiS: vi« ach tgei stallen» Nonpareillezeil» k-it-tZ.— M.,Teuerung«istlschlagM°/> «kUein»«»zeigen-, da». iett» gedruckte Wort h— M. lzulälfig zwei lettgedruckte Worte), jede» weiter« Wort SO Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen da» erste Wort Sä PIg. sede, weitere Wort 40 Pfg. Worte iider 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte. Teueruna»juschlag 50%. ffamilien-Bnz eigen fiir Abonnenten geile 2,— M, polittlche und ge- wertschaftliche Berein»- Anzeigen S,— Ml. die geil« ohne Aufschlag. Anzeigen für di» n d chst e lliununer müssen di» S Ahr nach-ulltag« im Sausttgeschäst. Berlin SW.Z. Linden- ftrahe 3, abgegeben werden. Eeössnet von 5 Uhr lrüh bis 5 Uhr abends Zcntralorgan der rozialdemokratird�en Partei Deutrcblands Ueöattion und Expedition: Ew. 08, Änöenstr. 5. Fernsprecher: Amt Morivplatz» Rr. RSISV— lällg?. Mittwoch, den Oktober Vonvärts-Verlag G.m.b. tz., Ew. 68, LinSenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritzplan. Nr. 117 ST— 24. plötzlicher Elettrizitätsstreit. Ganz unerwartet ist Berlin von einem Elektrizitätsstreik betroffen worden, von dessen bevorstehendem Ausbruch wohl niemand etwas geahnt hat. Erst durch die nächste Folge- Wirkung, die plötzliche Lahmlegung des Straßen- bahnverkehr s, wurde die Bevölkerung ans das Er- eigyis aufmerksam gemacht. Ta niemand wußte, worum es sich handelte, so bildeten sich bald die allziverschiedenartigstcn Gerüchte. Der Streik geht aus von den Heizern des Elektri- zitätswcrks Moabit. Von der Direktion der Städti- schen Elektrizitätswerke Berlin erfahren wir über die Gründe des Streiks folgendes: Seit längerer Zeit�etwa einer Woche, wird mit den Heizern wegen Herabsetzung der Ar- beitszcit verhandelt. Die Heizer erklären, daß sie bei der schlechten Qualität der gelieferten Kohle die achtstündige Arbeitszeit nicht aushalten können. Tie Direktion erklärte sich bereit, die Arbeitszeit auf 7 Stunden herabzusetzen. Damit waren aber die Heizer nicht zufrieden, die den sechsstündigen Arbeitstag verlangten. Am Dienstag nachmittag 3 Uhr legten sie plötzlich ohne vor- herige Ankündigung die Arbeit nieder und ver- ließen den Betrieb. Es handelt sich offenbar um eine» wilden Streik, der aber dadurch von Bedeutung ist, daß er eine große An- zahl von Betrieben in Mitleidenschaft zieht und zahlreiche Arbeiter zum Feiern zwingt. Die Korrespondenz BS. gibt folgende mit der unseren im wesentlichen übereinstimmende Tarstellung: Berlin ist am gestrigen Dienstag in überraschender Weise von einem Streik der Elektrizitätsarbriter betroffen worden, dessen Ursachen bis zur Stunde noch wenig geklärt sind, da selbst die Direktion der städtischen Kraftwerke widersprechende Meldungen über die Ursache des AusstandeS bekannt gibt. Durch den Streik ist ein großer Teil des Berliner Straßcnbahnverkehrs lahmgelegt worden. Die Einstellung der Arbeiten im Kraftwerk Moabit erfolgte s o plötzlich, daß die Straßenbahnwagen in Moabit aus den Straßen stehen bleiben mußten, ohne daß das Personal die Möglichkeit hatte, die Züge wenigstens in die Bahnhöfe zu bringen. Die gWßen Geschäfts- und Kaufhäuser wurden von dem Lichtstreik in der allcrunangeuehmsten Weise überrascht. Sie mußten ihre Geschäfte mit Einbruch der Dunkelheit schleunigst schließen. Tie Kraftwerke Südwest und Char- lottenburg arbeiteten weiter, so daß die Direktion der Straßenbahn wenigstens den Verkehr nach dem Westen auf- recht erhalten konnte. Die Direktion der Straßenbahn erhielt am Nachmittag von der Direktion der Kraftwerke die lakonische Meldung, daß im Kraftwerk Moabit LohndifferenzenmitdenAr- b e i t e r» ausgebrochen seien und daß die Angelegenheit am heutigen Mittwoch den Magistrat beschäftigen werde. Als sich die Direktion der Straßenbahn an den Betriebsrat des Fahrpcrsonals wandte und fragte, ob am heutigen Mittwoch das Personal arbeiten werde, erhielt sie eine ausweichende Antwort. Die Gründe zn dem Streik dürsten nach Ansicht der BS.- Korrespondenz, der wir die Verantwortung sür diese �e- hauptung überlassen müssen, letzten Endes in politischen Ursachen zu suchen sein. Es haben nämlich am gestrigen Dienstag bereits Verhandlungen zwischen E l rktr i zität s a rb e it e r n und Straßcnbah- nern stattgefunden, um die letzteren zur Solidarität zu verpflichten. Auch zwischen den Arbeitern der einzelnen Kraftwerke fanden Besprechungen statt, die Heizer des Kraft- Werkes Rummelsburg erklärten sich ohne weiteres zur Soli- darität bereit. Wie die genannte Korrespondenz weiter hört, werde» am heutigen Mittwoch Bormittag im Rathaus Besprechungen mit den Streikenden und Beauftragten des Ver- bandcs der Heizer und Maschinisten stattfinden, von deren Ausgang es abhänge« wird, ob Berlin noch länger ohne Licht und Kraft bleibt. * Durch den überraschend gekommeneu Elektrizitätsstreik ist auch die Herstellung unserer Zeitung in Mitleidenschaft gezogen worden. Wegen des Ver- sagcns des elektrischen Stromes mußte der„Vorwärts" zum Teil außerhalb unseres Betriebes gedruckt werden. Hierdurch machte sich für einen Teil der Auflage ein früherer Redaktionsschluß als: sonst notwendig, so daß für diesen Teil die letzten einlaufenden Depeschen nicht mehr ver» wertet werden konnten. In Anbetracht der besonderen Um- stände bitten wir unsere Leser dies zu entschuldige». Die Haltung der Strasteubahuer. Zu dem ElektrizitätSstreik meldet WTB.: Durch den Streik im Städtischen Elektrizitätswerl Moabit börte im Haniaviertel auch die elektrische Beleuchtung auf, so dah ganze Straßenzüge in Dunkel getaucht sind. In der Telephonzentrale de» Amtes Zentrum arbeiten die T e l e p b o n i st i n n e n bei Talglicht, da auch hier der Strom abgeschnitten worden ist. Wie lvir weiter erfahren, ist e» an einigen Stellen der Stadt allem Anschein nach zwischen streikenden Arbeitern und Straßen- bohnern zu Auseinandersetzungen gekommen. Die elfteren haben die Straßenbahnfahrer z. B. an der Ecke Belle-Alliance- und Gneisenaustraße aufgefordert, in den Streik einzutreten. Di« Fahr- gaste wurden zum Verlassen der Wagen genötigt. In allen Fällen trat die Sicherheitspolizei sofort ein, so daß die Ruhe wiederhergestellt worden ist. Der Straßenbahnver- kehr hat jedoch vollständig aufgehört. Sehnliche Meldungen von der Einstellung de» DtraßenbahnverkehrS liegen auch aus Halensee und Wilmersdorf vor. Daß die Straßenbahner in einen Streik eintreten könnten, hält man an matzgebender Stelle für a u s g e« schloffen, da es sich nur um geringe Forderungen der Straßenbahner handelt, die die Direktion erfüllen zu können hofft. Die Verhandlungen zwischen der Direktion und den Straßen- bahnern sollen einen günstige» Verlauf nehmen. vorschlage zum Tauschhanöel. Paris, 5. Oktaber.11 der Anschlußbewegung besonder« zu unterscheiden hat. so /nutz gesagt werden, daß das Manöver ein wenig plump ist. Denn eS ist wichtig, daß daS österreichiche Volk sich darüber klar werde, daß, wenn eS auf wirksame Hilfe der Entente rechnet, die diese zu geben den festen Willen hat, cS loyal auf jeden Plan unverzüglicher»der späterer Bereinigung mit Teutschland Perzicht leisten muh und daß es sich ohne Vorbehalt und Einschränkung dem Geist und dem Buchstaben des Vertrages von St. Germain in diesen« Punkte anzupassen hat. Das ist eine »rage, über die Frankreich für seinen Teil in keinem Falle mit sich »erhandeln lasse« wird. Dieser Standpunkt ist außerordentlich! kurzsichtig und d u in in. Seine Begründung, daß die Änschliißbewegung eine alldeutsche Mache sei,'ist kennzeichnend für die Geistes- Verfassung der französischen Diplomaten. Daß Otto Bauer und die„Arbeiter-Zeitnng", die von Anfang an an der vitze der Betvegnng stehen,„alldeutsche" Treiber seien, sind Argumente, wie sie höchstens im Gehirn der r e a k t i o- n ären Herrschaften reisen können, die heute im Quai d'Orsay maßgebend sind. An die Ententehilfe glaubt im hungernden Oesterreich schon längst keiner mehr und sogar H»e wenigen Sozialdemokraten wie Dr.'Renncr und die Christlich-Sozialcn, die eine Zeitlang eine Reitling von der „westlichen Orientierung" erhofften, haben sich davon über- zeugen müssen, daß keine noch so demütigende Haltung Frankreich gegenüber das dcntschösterreichische Volk vor dem Tode«tten könne. Es mag zwar an sich und vorläufig richtig sein, daß der Anschluß nur die„Vereinigung von zweierlei Elend" Ware. Die Deutschen wissen es am allerbesten, daß der An» schluß dem Reiche zuerst nur noch mehr Lasten aufbürden würde. Wenn sie aber dennoch den Augenblick ebenfalls heiß ersehnen, an dem Dentschösterreich und Deutschland nur noch eins bilden werden, so geschieht dies nicht ans den Erwägungen heraus, die ihnen der„Temps" unterstellt. Das amtliche Frankreich, das in den Menschen nur die Zwangswkrtjchast unü freier tzanöel in Her französischen Revolution. Je mehr der Ruf nach dem freie» Handel auf allen Gebieten erhoben und je mehr die Mark durch die fortgesetzte steigende Paplergeldflut entwertet wird, desto mehr nähern wir uns den Ber- hältnissen, wie sie 1794 in Frankreich herrschten, als am 28. Juli mit dem Sturze der Jakobinerherrschaft das ganze Zwangswirt« schaftssystem einfach beileite geschoben wurde. Damals begann der Hungerschrei, anstatt abzunehmen, sich zu verdoppeln und zwar gleich nach Abschaffung der Höchstpreise und der ZwangSmaß» nahmen. Von Monat zu Monat wurde er stärker, besonders in dem Sommer 1795, als die neue Ernte heranrückte und die Korolagcr leer wurden. Di« Rot war nicht nur tu den Städten, großen wie kleinen, sondern auch in den Dörfern sehr groß. Viele Bauern waren ganz von Korn entblößt, wegen der rücksichtslosen Reanisi- lionen, die für da» Heer und zur Versorgung der Stadt Paris ver» anstaltet wurden. So schrieb eine ländliche Gemeinde im Departe- ment Seincet-Marne, daß wenigstens 200 Bürger ohne Brot, ohne Korn und ohne Mehl wären, ihre Nahrung bestände nur noch aus Kleie und Hülsenfrüchten. So groß auch die Hungersnot auf dem platten Lande war, noch schlimmer war sie in de» Städten. Die Hungernden ver- breiieten sich über das Land, um dort nach Lebensmitteln zu suchen. Schließlich mußten allenthalben die städtischen Magistrate das Prinziv de» freien Handels durchlöchern. Sie mußten mit Hilfe der Gendarmerie die Lebensmittel auf den Dörfer» requirieren, und biswellen erhielten sie von der Regierung ein Almosen von Korn, Hafer oder Reis. Auch erwies sich, daß die Rationierung nicht zu vermeiden war. Die Rationen waren dabei jämmerlich klein. In Brionne betrugen sie je 8, 7, 0 oder 5, 4, 3 Unzen Korn für jede Person täglich, in den Städten de» Departements Seine-ei-Marne ein halbes Pfund Brot auf den Kopf täglich im Sommer und Frühjahr 17SS, in den Städten des Departements Seine-el-Oise, bei Paris und Versailles ei» Viertelpfund Brot, in Saint» Germain ein halbe« Pfund Mehl, nicht täglich, sondern dann und wann, in Trohes im Februar 1796«in halbe» Pfund Brot, dann ein viertel, schließlich zwei Unzen, mit ein wenig Rei« oder einigen getrockneten Hülsenfrüchten. Natürlich galten die Rationeu nur für d i e A r m e n. Die Station wurde betrachtet als Stillung des dringendsten Bedürfnisses, indem angenommen wurde, daß die Bürger dai übrige, was zum Leben nötig war, im freien Handel sich erwürben. Da« konnten natürlich bei de» ungeheuren Preisen nur die Reichen. Da« waren aber nur wenige. Der ungeheurcn Mehrheit de« Volkes erging es ander». Die Sterblichkeit nahm riefige Dimer.» sionen an. Frankreich schien verkommen zu wollen und sich aufzu» lösen. DaS waren die Frücht« des freien Handel», errungen in der Zeit einer maßlosen Geldentweriuug. Erst im Herbst 1793 erfolgte ein Wandel, und zwar durch den Sturz der Papieraeldwirtschast. de« nach einer schrecklichen Krise, deren Schrecken alles bis dahin Erlebte in den Schatten stellte, allmählich normale Geld« und Preis- verhSltniss, folgten;' eine sehr gute Ernte und da« Aufhören de« Soldaten zählk, ist so rückschrittlich und rmperlalistisch gesinnt, dvß es sich gar nicht vorstellen kann, es gebe auch idealistische Ziele, für�die man bereit sei, auch Wirt- schaftkiche Opfer zu bringen. Es schließt von seiner eigenen reaMonären �Gesinnung-' auf die der chrderen.-— � Je länger es dem Anschluß dieser elementarsten und klarsten Forderung der Gerechtigkeit Widerstand leistet, desto tiefer wird es kü dem Ansehen der anständigen und einsichti- gen Menschen sinken, deren Zahl vor allennn it den F ortschritten d e S S o z i a l i s m u K in den einzelnen Län- der» und auch im französischen Volke ständig wächst. Die Internationale, die in Luzern und in Gänf bereits zweimal die Berechtigung des Anschlusses feier«- lich anerkannt hat, steht hier vor der dankbaren Ausgabe, einem klaren Rechtsstandpunkt zum Siege zu ver» helfen l_ polnischer Slaukoller. Schwierig« Entwaffnung in Oberschlefien. Katfowiü,?. Oktober. Die BvsatzungSbehörden lösen' jetzt die sogenannten OrtSlrehven und � sonstigen wilden Polizei- fqr was tone» energisch auf. Die Polen in den Grenzbezirken leisten aber dem Wtedereinzugs der blauen Polizei besonderen Widerstand. In MySlowitz ist es in der gemeinsamen Sitzung der Stadtverordneten und des Magistrats mit dem französischen Kreiskommandanten, der den Befehl überbracht hatte, daß die blaue Polizei ihren Dienst sofort wieder aufnehmen und die einstweilige polnische Polizei zurücktreten oder sich, soweit sie dazu geeignet, der ordnungsmäßigen Polizei zur Verfiigung stellen solle, zu wüsten Auftritten gekommen. Dia polnische Fraktion lehnte unter großem Lärm die blaue Polizei für MySlowitz ab und drohte mit Ausstand. Vergeblich gebot der französische Kommandant Ruhe. AlS ein polnischer Stadtverordneter durch den Saal schrie: „Und wenn ich ineine Familie unglücklich mache, ich schiehe den ersten Blauen, den ich auf der Straße treffe» über den Haufen!", verließ der französische Kommandant den Saal unter dem Toben der Polen, das sich bis auf die Straße fortsetzte und dort Zusammenrottungen hervorrief. Gestern erschien die blaue Polizei für MySlowitz. von franzö- fischen und Abstinunungsoffizieren empfangen und nach dem Polizeigebäude geleitet, das von der polnischen Ortswehr, halbwüchsigen Burschen, sofort geräumt wurde. Zusammen- rottnngen auf den Straßen wurden von französischem Militär a uSei na ndergetr i eben. In Mysloioitz ist die Lage wieder fe h r g e fp a n n t. Auch in B o g u t f ch ü tz sehnen die Polen die Rückkehr der blauen Polizei schroff ab und fordern deren Auflösung in ganz Oberschlefien,_ Cisenbergers Freilassung abgelehnt. München, 5. Oltober.(T. ll.) Der Geschäftsordnung»- auSfchuß des bayerischen Landtages hat heute einen Antrag der Unabhängigen auf Freilassung des gestern wegen Hochverrats ver- urteilten kommunistischen Abgeordneten Eisenberger mit allen gegen 6 sozialistische Stimmen abgelehnt. Einstein bleibt in Serlin. Aus dem Minister! um für Wissenschaft, Kunst �imd Volksbildung wird mitgeteilt: .Durch die Presse, iirÄbosondere die des Auslandes, gehen immer von neuem alarmierende Kochrichten des Inhalts, Pros. Albert Emstein gedenke in nächster Zeit Berlin und Deutsch- l a ii d z u verlassen und einem Rufe an sine ausländi sche Hochschule Folge zu leisten. Ilm dieson Gerüchten, die insbesondere im Auslande in tendenziöser Weise ausgeschlachtet werden, ein für alle Male den Boden zu entziehen, sei hier die Antwort Albert Einsteins ans da» bekannte, vor einigen Wochen an ihn gerichtete Schreiben des Ministers Haentsch mitgeteilt. Ein- stein schroibt: Requirieren» für da» Heer schufen Erleichterung. Die militärischen Ereigiiisse, die da« Heer siegreich in Feindesland vordringen ließen, sicherten ihm dort auch die Ernährung, so daß die franzötiscke Ernte der Heimat blieb. Die Preise waren ungeheuerlich hoch. Am 2. Januar 1796 kostete in Paris das Pfund Brot 50 Fr. das Pfund Fleisch 60 Fr., ein Scheffel Kartoffeln 200 Fr.,«ine Flasche Wein 100 Fr. Ilm den Aermeren die Lasten die ihnen aus dem Erwerb der rationierten Waren erwuchsen, erträglich zu machen, nahmen der Staat-und dt« Munizipalitat die Lasten auf sich, mit schlechtem Erfolge. Demi die Preise blieben auch so eine erdrückende Last mid verhinderten nicht den Ausbruch von Rebellionen. Am schrecklichsten wütete der Hunger in Paris. Die Stadt war tatsächlich ein Vulkan geworden, jeden Tag drohte die Gefahr, daß da« vor Hunger und Entbehrung rasend gewordene Voll die Regiemng umstürzte und ein Chaos schuf. War das Volt schon unter der Herr« schast de« Zwmige« und der Höchstpreise eben vor dem Hungertode geschützt, so wütete nun, da der freie Handel regierte, die St erb- lichleit als Folge de« Hunger« in furchtbarer Weise, vernichtete die wilde Jagd nach Nahrung jedes edle Gefühl, jede Moral. ES schien das Ende der Stadt gekommen zu fein. Die Feder der Zeitgenossen war dem Jammer nicht gewachsen, wir nnden nur knappe, nüchterne Berichte, die aber, ohne die sonst übliche gallische Eloquenz, um so nüchterner wirken. Die Regierung, voll Angst vor dem Volke, tat alle», um Lebensmittel heranzu- holen. Gendarmen trieben die Lebensmittel- und Holztransporte zur äußersten Schnelligkeit an. requirierten Pferde zu dieiem Zweck«. Auch jetzt, genau wie zu den Zeiten der Zwangswirtschaft, nahm die Regierung den größten Teil des Einkaufspreises auf sich, was mit ungeheuerlichen Ausgaben verknüpft war. Im Konvent sagte Duboil-Crance am 16. Floraal 1795:»Ihr gebt da« Pfund zu 3 SouS, und c» kostet Euch 4 Fr., bei den 8000 Zentner» Mehl. welche Paris räglich verzehrt, würde die SuSgab« dafür 1200 Mill. Fr. jährlich betragen." Als 7 Monate später der Gack Mehl 13000 Fr. kostete, bekief sich die Ausgabe auf 646 Mill. Fr. monatlich. Da» Stehen vor den Läden, um die Aaren zu er- halten, die Bildung von endlosen Käuferpolonäsen. blieb ebenso üblich wie zu den Zeiten der Zwangswirtschaft. Entsetzliche Szenen sah da» Paris von 1795 und 1796. Die Nächte hindurch stand da« Boll vor de» Läden, um morgen«, wenn die Läden geöffnet wurden. zur Stelle zu fein. Und da» im strengsten Winter von 1794 auf 1795, der Woche» hindurch«irre gefrorene Seine erleben ließ. Als der Ventüse, der Windmonat svoin 19. Februar bis 20. März) kommt, wird die Ration auf IVa Pfund reduziert. AI« der Ventöie beendet ist, wird die Ration auf 1 Pfund gesenkt: in Wahrheit empfangen viele nichts, viele nur l'v Vi Pfund. Und so wird von Monat zu Monat die Ration schmäler oder verschwindet ganz. Die Wohlhabenden essen Kortoffeln, die nur ihnen«schwinglich sind, ebenso wie Butter, Gemüse. Obst. Fletsch. Man ersieht au» diesen historischen Erinnerungen, daß imter Umstanden die plötzlich« Aufhebung der Zwangswirtichaft eine Maß- nähme sein kann, die außerordentlich bedenklich für die breiten Massen und die StaatSfmanzen wirkt. Denen, die eiue allzu schnelle Abschaffung der Brotrattonierung fordern, müssen die obigen Lehren „Surer Exzellenz Schreiben erfüllt mich mit dem Gefühl auf- richtiger Dankbarkeit. Ganz unabhängig von der Fragt,' ob ich soviel Wohlwollen verdiene, habe ich iw diese« Tagen erlebt, daß Berlin die Stätte ist, mit der ich durch menschliche-und wissenschaftliche Beziehungen am m e i st c n verwachsen bin. Einem Rufe ins Ausland würde ich nur i�w dem Falle Folge leisten, daß äußere Berhältniffe mich dazu zwingen." Aeußerg Verhältnisse, die Einstein zwingen würden, Berlin zu verlassen, können wir uns nicht vorstellen. Es würde gerade kein erhebender Eindruck gewesen sein, tvern Einstein vor dem Radauantisemitismus die Segel ge- strichen hätte._ ü Der Karlsbader Parteitag. Karlsbad, 5. Oktober.(Trahtbericht unseres Sonderbericht» «rstatter».) In der.weiteren Debatte spricht der Oberbürgermeister von Bovenbach Reitzncr in vermittelndem Sinne. Daz Prote» tariathaba heute viel mehr zu verlieren, als sg.ine Ketten, nämlich seine Organisation, seine Bewegungs- Möglichkeit und das Vertrauen der Arbeiter in die sieghafte Kraft tze« Sozialismus. Als letzte Diskussionsrednerin hielt hie Genossin Kirpal-Aussig «ine geradezu erschütternde Repe.'Sie betonte, daß in der T sich e che I lo wa kei. jetzt schon 60v00g Kriegsinvaliden und 35000 K r i e g S w i t w e n uns-Waisen sind. Sie er- klärt weiter unter lebhafter Zustimmung, daß heute in der Arbeiter- schast der Egoismus leider noch über dem Jdealis- muS stehe und sie bedauert es lesen der», daß die Bestrebungen zur Sozialisierung in den sozialistischen Gemeindevertretungen durch geraoezu unerfüllbare Forderungen der?ir» bei te r zum Scheitern gebracht werden. Sie schließt unter dem stürmischen Beifall der großen Mehrheit mit einer eindringlichen Mahnung zur Einigkeit. Darauf verliest Malcoln-Reichenberg. der Sekretär der Gcwerk- schaftSkommission, die bereit» angekündigte Erklärung, aus der noch hervorzuheben ist, daß darin die Betriebsräte al« eine ausschließliche Angelegenheit der Gewerkschaften bezeichnet werden. Die Wiedererweckung der gewerkschaftlichen Internationale nach dem Kriege sollte beispielgebend sein auch für die politische Arbeiterbewegung. Die Linke gihi eine Er kl-ärung ab, die sich ge«e* jede Schwächung, Zerschlagung oder Zersplitterung der Gewerkschaften richtet. Man wolle die Gewerksckaftcn mit revolutionärem Klassen- kampfgeijt erfüllen. Die Bezeichnung des Amsterdamer Ge- werkschastSbundeS als„gelbe" sei kein Angriff gegen die freien Gewerkschaften, sondern nur gegen die Leitung und Taktik dcS Amsterdamer Bundes. Das Bürgermeisteramt in Aussig teilt mit, daß der Redakteur Franke gegen Kaution in München in Freiheit geseyt worden ist. Im Schlußwort erklärt Kreibisch, ohne Krieg kommen wir Nicht mit der GesellschPt aus. Die tschechische Linie hat die natio- iiale Jdeologre aufgegeben, und es tdixd deswegen eine ungeheure Hetze gegen sie entwickelt. Wenn aber dieser Staat vo» der Reaktion angegriffen werden sollte, so«erden wir die deutschen Proletarier aufrufen, gemeinsam mit den tschechischen Arbeitern ihr Leben an de» Grenzen einzusetzen, um diesen Staat zu ver- leidigen.(Stürmischer Beifall.) Wenn dieser Bund ourch Blut gekittet sein wird, dann werden wir iu diesem Schate leine weitere Diktatur der Boui�eoisie dukocu. Die Rede Krci- bische schließt mit einer Siegessanfare für den Kommunismus-. (Stürmischer Beifall bei der Minderheit.) Seliger hält ein höchst eindrucksvolles Schlußwort. Nach seinen letzten Worten erklärt er: Weuii daS große Verbrechen au der Arbeiterklasse geschieht, daß sie in der Stunde der Ohnmacht in die Revolution hincingetriebcu wird, dann muß noch jemand übrig bleiben, der die Knochen de? Proletariat» nach der Niederlage zusammenholt zu einer sozio- listischen Partei, und wenn Sie alle den Reichenberger Richtlinien folgen. Es ist ja leicht, mit Schlagworten die Mehrheit z» ge» Winnen, doch werde ich allein als Sozialdemokrat bleiben, damit cin wintlgev Rest der alten Kraft erhalten bleibt. « Karlsbad, 5. Oktober.(MTB.) Auf dem Parteitag der heut- scheu sozialdemokratischen Partei Mb Mazon nach einer Konfe- reirz der Vertreter der GewcrkschastSorganisationen namens 380000 Angehörigen die Erklärung ab, daß dies« den An- schluß an die Dritte Internationale entschieden verweigern. gelegentlich in« Gedächtnis gerufen werden. Artikel wie Getreide, Kartoffeln und Fleisch müsse» sehr sorgfältig dahin geprüft werden. ob genügend Reserven vorhanden find und ov die völlige Freigabe de» Handel» nicht ähnliche Erschütterungen de» Wirtschaftslebens mit sich oringt, wie sie in Frankreich nach deur Jakobinersturz eintraten. TaS erste Denkmal de» Kriege» ist in F r a n l s u r t a. M. cnt- hüllt worden. Kein„Kriegerdenkmal"; nichts, wa» äußerlich an Kampf erinnert. Die„Heldentlage" dcS Frankftiricr Bildhaurrs Benno Elka n hat kein»„patriotische" Tendenz; nur einen mensch- liehen Sinn. Sie will nichts weiter sein als ein machtvoll«indrtag- liches Denkmal der Trauer um die Opfer dieser Zeit; dar Gedanke ihrer„Inschrift„Den OpsSrn" ist weit und groß genug, um die Klage um alles in sich zu begreifen, wa» jene furchtbaren Jahre vernichteten: Werke ver Natur wie der Kunst, Kultur wie Zivilifa- tion; und Menschen vor allem, Menschen, die sich opferten und ge- opfert wurden. Die» Denkmal, aus- einem polierten, dunkelgrünen schwedischen Granit von der harten Glätte der Brciize, aber ohne ihren Glanz, hat diese Gestalt: Heber die'Köpfe der Menge auf einen Sockel gc- hoben kauert ein Weib, rieienyast an Ausmaß ihrer erhabenen Nackrheit, aber— gleichsam— nrSdergebroche,, zu einem nngesügen Block aneinaudergedrängtcr Glieder. Die Rechte, angepreßt Unser ihrer Brust, scheint gewalrsam den lautesten Ausbruck erschütternder Klage zurückzuhalten; in der linken ruht der arma Kops, der müde und doch schmerzhast überwache, mit kaum geschlosscuen Augen, den Mund nur wie zu einem Ififeu Stöhnen geöffnet. Ein gewaltiger. maßvoller Ausdruck te» Schmerzes durchzikiert den aanzen Körper: es ist, als sei cS sie selbst, die mütterliche Erde, die ibr unnennbares Lcfe» als lautlose Klage in sich hineintränge, die nicht mehr sehen. nicht mehr fühlen wolle. Dieses mit so altgütiger menschlicher Bedeutung erfüllte Werk steht außerhalb der zeitlichen Kunstströmungen, ebensoweit entkernt von- Naturalismus wie von der äußerlicken Gebärde irgendeines „Stils". Hier ist ein sichtbares und weithin Wirtendes Sinnbild aufgerichtet. Zeuge von der Gesinnung aller, denen für diese sym- bolische Tat zu danken ist: Künstler. Stifter und Stadt gleicher» maßen. Ein Dokument des neuen, besseren und größeren deutschen Geistes, wie er sich au» de» Schlacken deS Weltbrandt» geläutert herauszuheben beginnt..__ H. K. Z. Bier Dichterabende veranstaltet im» Cichenberii-HanS zugunsten der Geselltchast„Der Büchermami". deren Aufgabe es ist. durch Schaffung und Unterhaltung von Bücherwagen mit gutem Schriitwerk die Schnndliteratur zu bekämpfen. E-5 lesen im Künttlerhauie: Am 13. Oktober Eberhard König, am 27. Oktober MarPungnickel. beide auS ihren Aexken, am 1«. NoveiNyer Herr Bnir au» Niehertächsitchem Schri-ttner, am. 1. Dez. Frau Hüls aus den Werken von Walier Fi et- Pr»s. Pffchner. der neubernser.e Boefteber einer Melitetfchule für musikatlfche«ompofttwu an der Akademie der Künste zu Berlin, dai fein Lehramt angetreten. Ausnahmegesnche von Schülern find au iku. Pfitzner. oder an da» Snreau der Akademie der Künste. Pariser Platz 1, zu richten. Die Jnrvfreie«imstscha» Berlin 1980 wird am 12. November im LandeSauSstellungSgebäude am Lehrter Bahnhof eröffnet werden. flt. 494 ♦ 37. Jahrgang Seilage öes vorwärts Mittwoch, 6. Oktober 1920 Groß-Serlm Welte Slätter. Der Sonnner ist dabin und der Herbst ball seinen Einzug. Die Anlagen in der Stadt und die Laubwälder vor den Toren bringen uns die ersten Herbstesgrütze. Was noch vor kurzer Zeit von saftigem Grün bekllidet war, prangt jetzt im bunten Herbstgewand. Die einzelnen Laubblätter verfärben sich. indem sie braune und gelbe Flecken bekommen, die sich mehr und mehr ausbreiten, bis die ganze Oberfläche des Blattes gefärbt erscheint. Nicht bei allen Blättern eines Baumes ist diese Veränderung gleich weit vorgeschritten, meist lätzt sich ein Fortschreiten von den äutzersten Zweigspiyen nach dem Innern des Baumes zu beobachten; ebenso sind nicht alle Baum arten zu gleicher Zeit in gleichem Matze davon befallen, so datz uns jeder Baumbestand ein farbenvrächtiges Bild zeigt, wie es nur im Herbst möglich ist, wo die Färbung der Blätter von Grün über Gelb und Rot zum tiefsten Braun sämtliche Farbcntöne durch läuft. Die Verfärbung der Blätter im Herbst ist auf Veränderungen zurückzuführen, die in dieser Jahreszeit in den Blättern vorgehen. DaS am meisten in die Augen springende Merkmal ist doS Verschwinden der grünen Farbe. Die Grünfärbung dcS Laubs rührt von dem Farbstoff her, dem sogenannten Blattgrün sChloropbyll), daS in den einzelnen Zellen deS Blattes in Gestalt kleiner Körner eingebettet liegt, und von dem E i w e i tz sProto- Plasma) der Zellen umgeben ist. Der Zellsaft der Pflanze enthält steiS ein wenig Säuren verschiedenster Art. Solange die Blätter leben, können diese Säuren das Eiweitz nicht durchdringen, das Blattgrün also nicht beeinflusien. Vor dem Laubsall im Herbst verändern sich jedoch die Blattzellen. DaS Eiweitz wird widerstandsloser und die Säuren des Zellsaste« gelangen jetzt zu den Blattgrünkörnchen und zersetzen sie. Hierdurch werden die Blätter braun gefärbt, wobei die prächtigsten Uebergänge in den Farbentönen zustande kommen. Das Blattgrün �st eine Mischung au? einem gelben Färb- stoff(Xantbophyll) und einem blauroten Farbstoff(Ctianophyll). Beide Stoffe gemischt miteinander ergebe« die grüne Farbe der Blätter. Jeder Maler weiß ja. datz sich gelb und blau zu grün vermischen laffen. Häufig zeigen die Blätter im Herbst eine gelbe Farbe. Sie rührt davon her, datz der gelbe Anteil de« Blattgrüns in den Blättern verblieben ist, während der andere aus den Blättern in die übrigen Teile der Pflanze zu« zückgewandert ist. Die gelben Anteile gehen also bei der Aer- wesung deS Blattes verloren, während die blauroten der Pflanze erhalten bleiben. Jene bestehen nur ans den Elementen Kohlenstoff. Wasserstoff und Sauerstoff, während dies« autzerdem noch Stickstoff und Magnesium enthalten. Erster« drei Elemente stehen der Pflanze jederzeit in beliebiger Menge zur Verfügung; es bedeutet deshalb keinen grotzen Verlust für die Pflanze, wenn sie mit dem Laubfall vernichtet werden. Letztere beiden Elemente sind jedoch für die Pflanze nicht so leicht zu beschoffen, deshalb sucht die Pflanze sie sich zu erhalten und zieht sie au« den Blättern zurück, ehe diese abkallen. Wir sehen also, datz beide Ursachen, die Einwirkung der Säuren auf daS Blattgrün und die Abwanderung des blauroten Farbstoffes, die Herbstfärbiwg der Blätter hervorrufen. Durch ihr Zusammen- wirken entstehen die verschiedensten Farbenmischungen, das prächtige bunte Bild. daS die Laubholzbestände im Herbst bieten. Sind die Biälter völlig vergilbt und verwelkt, so lockern sie sich von ihrem Sprotzverband und der Hcrbstwind weht sie zur Erde, wo sie verwesen und der Pflanze wieder nutzbare Stoffe zu ihrem Aufbau liefern. Der Herbst ist nicht die Jahreszeit des Sterbens, als die ihn die Dichter so häufig hinstellen. Auch während des Herbste« und Winters findeir äutzerst lvichtige LebenSvorgänge innerhalb des Pflanzsnkörper« statt. Sehen wir uns die. Bäume und Sträucher an. so bemerken wir. datz die Kn o spe n. die im nächsten Frühjahr aufbrechen sollen, schon jetzt vorgebildet sind. Sie bleiben in W i n t e r r u h e, bis ihre Zeit gekommen ist. bis der Kreislauf de« Jahres wieder von neuem beginnt, die Natur ihre Auferstehunz feiert._ Warnung an die Arbeitslosen. Die fortgesetzten Uebergriffe und Gewalttätigkeiten einzelner Erwerbslosengruppen gegen städtische Beamte des Arbeitsnachweises oder der Erwerbslosenfürforge haben den Magistrat Berlin veranlatzt, den Polizeipräsidenten um wirksamen Schutz zu ersuchen. Wie dix „P. P. 9k.* hören, wird der Polizeipräsident diesem Ersuchen statt- geben, und er warnt die Erwerbslosen eindringlich davor, sich zu weiteren Ausschreitungen verleiten zu lasten, da bei allem Ber» Achtung, Genossen! Weißensee: Oeffentliche Volksversammlung heute abend 7'/- Uhr im Lokal SIbrechtShof, Parkstr. 16. Thema: Moskau oder Genf? Referent: Genosie Dr. Nestriepke. KreiSvorfiandSsitzung deS 18., 19. und 20. Kreises am Donnerstag, den 7. Oktober d. I.. abends 70, Uhr, in Pankow, im Lokal von Engel. Mühlenstr. 4ö. Erscheinen aller KreisvorstandS- Mitglieder ist unbedingte Pflicht. 5. Wahlkreis— Friedrichshain. Am Freitag, den 8. Okt. im Lokal „Zum Freischütz*. Fruchtstr. 36»: Kreikvertreter-Bersammlung. Referent: Genosie Viktor Schiff. Thema:.Zwischen Spa und G.nf.* Die Delegiertenkarten sind beim Abteilungsleiter zu haben. ständnis für die Notlage und die Erregbarkeit der Erwerbslosen die öffentliche Ordnung sichergestellt werden müsse. Autzerdem wird daraus aufmerlsam gemacht, datz daS unbefugte Eindringen in das Rathaus oder sonstigen öffentlichen Gebänden nicht geduldet werden kann. die Jagü nach dem Holöplatinkessel. Der Raul, des GoldplatinkcsselS bei der Ehemisch«, Fabrik Wokhiin in Westfalen ist, wie von dort berichtet wurde, nach lang- wierigen Ermittlungen durch die Berliner Kriminalpolizei restlos aufgeklärt. Die erste Spur, die durch den Berkauf einer geringen Menge des loertvollen Metalls in Berlin gefunden wurde, zeigte schliehlich. daß das Goldplatin hier durch vier Hände gegangen war, die Spur dann aber nach Westfalen führte. Bezirksober- Wachtmeister Quaotz, der mit der Aufllärnng des grotzen Diebstahls beauftragt war, fu.hr nun mit dem Kriminalwachtmeister Sawade zunächst nach Paderborn. Bon dort führte die Spur weiter nach Lipostadt. Auch dort war das Edelmetall bereits durch zwei ver- fchiedene Häirde gegang«,, aber keiner der Ermittelten besatz weitere Stücke. Erst in Kappel, einem kleinen Ort bei Lippstadt, wurde ein Mann ermittelt, der noch rm Besitz eine« Kilos Gold- Platin war. Dieses wurde zunächst sichergestellt. Aber auch der Besitzer kam als Täter nicht in Frage. Der erste an dem Raub Beteiligte wurde endlich in Hohenlimburg ausfindig gemacht und sestgenommen. Er legte nach längerem Verhör ein umfasiendes Geständnis ab. Dieses führte alsbald zur Ermittlung der weiteren ach: Mittäter. Auch dies« gestanden den Millionenraub ein. Die Verhafteten, alles junge Leute, die aus achtbaren Familien stammen, hatten sich durch die hohen Platinpreisc verleiten lassen, sich in den Besitz des Kessels zu setzen. Sie fesselten nachts den in der Fabrik allein anwesenden Wächter, einen alten Mann, nahmen den Kessel vom Feuer und brachten ihn nach eine',, Walde. Tori zerschlugen sie ihn und vergruben d«r grötztcn Teil. Er wurde jetzt wieder ausgegraben und sichergestellt. Tcn> anderen Teil schmolzen sie ein, um da- wertvoll« Metall in kAnen Klumpen zu Geld zu machen. Ter weitaus größte Teil des cingesck'molzenen Metalls konnte ebenfalls wieder herbeigeschafft werden. Für Hilfsbedürftige in Heil- und Erholungsstätten. Der Magistrat hat die Stadtverordnetenversammlung ersuckt, zu beschlietzen, datz in den Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1820 zur Unterbringung von Hilfsbedürftigen in Heil- und Erholung?» statten 1 500 000 M. eingesetzt werden. Schon in den ersten vier Monaten deS laufenden Rechnungsjahres beläuft sich die Erhöhung auf rund 500 Anträge, sodatz die zunächst vorgesehenen 750 000 M. schon im ersten Drittel des Rechnungsjahres beinahe ganz verbraucht waren. Der jetzige Gesundheit»- und Ernährungszustand der Berliner Bevölkerung lätzt e» nicht angängig erscheinen, bei der Entscheidung über die gestellten Anträge einen strengeren Mahstab anzulegen und weniger Kuren zu bewilligen als bisher, sodatz die Einsetzung eines Betrages von 1 500 000 M. in den Haushalt von 1820 angezeigt erscheint. Die Höhe. In der Abcndnummerd-.S„Lokal-Anzeiger* vom gestrigen Dienstag scheint ein Spatzvogel sein Unwesen getrieben zu haben. Unter der Ueberschrift:.Sozialistische Sckuil-Mihwirtschast* wird berichtet, datz das vpn einer sozialistischen Mehrheit beherrschte Neukölln sich an die Schulverwaltimg Berlin? mit der Bitte gewandt habe, ihr in den an der Grenze liegenden Schulen Klassenräume für etwa 1200—1500 Schulkinder und für 15 Lehrkräfte zur Verfügung zu stellen. In Lichtenberg— man höre und staune— seien sogar Sckiulräume für Wohnzwecke umgebaut worden. Kein Wunder, datz eS sich gleichfalls an Berlin gewandt habe mit dem Ersuchen, für 400 Kinder Schulen an der Grenze zur Verfügung zu stellen. Und aus dieser Tatsache folgert der„Lokal-Anzeiger* sozia» l i st i i ch e S ch u l- M i tz w i r t s ch a f t. Datz tu den vornehmlich von Arbeiten, bewohnten Orten Neukölln und Lichtenberg die Wohnungsnot viel krasser in die Erscheinung tritt als in Berkin und den mehr von wohlhabenderen BevölkerungSschiHten bewohnte» Orten, scheint der Verfasser dieser Notiz nicht zu wissen. ES ist geradezu verwunderlich, daß die Verwaltungen dieser Arbeiterstädte cS bisher verstanden haben, eine Katastrophe zu ver- meiden. Datz der„Lokal-Anzeiger* seinem Leserkreis so manches bor« setzen darf, ist bekannt, datz er eS sich aber erlauben kam,, für die gegenwärtige WohnungSmisere alS Folge deS S Jahre währenden Krieges die Sozialdemokratie verantwortlich zu machen, mutz an- gesilbts der Mitschuld dieses Blatte« an den gegenwärtigen Zu« ständen doch dem dümmsten seiner Abonnenten einige Verwunde- rung abnötigen. Die Reaktion in Preußen und Groß-Bcrlin. Mit diesem Thema beschäftigte sich eine stark besuchte, vom XI. KrciS der S.P.D. einberufene öffentliche Versammlung in der Hohenzollernschule, Belziger Stratze. Der Referent. Genosse Joh. Hätz, geigelte scharf das Ver- halten der bürgerlichen Parteien in der Preuhischen LandeSversamm- lung und im Berliner Stadlparlament. Er brachte zum Ausdruck. datz es dank der Selbstzerflcischung der Arbeiterklasse der Reaktion ein Leichte« sei, jeden Fortschritt zu inhibieren. Der Reaktion komme es darauf an. sozialistische Arbeit zu sabotieren. Nach dem mit reichern Beifall aufgenommenen Referat wurde obne Diskussion nachstehende Resolution e i n st i m m i g angenommen: „Die am 4. Oktober tagende öffentliche Versammlung, einberufen von der S.P.D., Bez. XI, billigt die Haltung der S.P.D.-Fraktion der Stadtverordneten Groß-BerlinS bei der Bildung de? Magistrat? „Grotz-Berlin". Die Versammlung fordert die Fraktion auf, sich nicht von ihrem Ziele abbringen zu lassen, sonderir mit allen Kräften dahin zu arbeiten, datz dem Willen der Wähler Geltung verschafft wird.* Der Berliner Winterfahrplan. Nack»'oer Anordnung de? ReichsverichrSministecs tritt der Winiersahrplan in diesem Jahre am Sonntag, den 24. d. M., in Kraft. Abweichend fon dieser Anordnung werden die Züge der Berliner Stadt-, Ring- und Vorort- bahnen am Sonntag, den 24., noch nach dem bisherigen Sommer- fahrplan verkehren. Der Winterfahrplan lviri» also in Berlin erit am Montag, den 25. d. M., in Kraft treten. Mord und Selbstmord? Im Siolpcr Forst wurden ein Mann und eine Frau aufgefunden. Die Frau war tot, der Mann durch Schutz schwer verletzt. Er wurde in bedenk lkbern Zustande nach dem Virchow-Krmitenhaus gebracht. In einer vom Verband der Lnngrn- und Tuberkaloseerkranktcu einberufenen Versammlung, in der u. a. mich Delegationen der verschiedenen Heilstätten und Heimstätten anwesend waren, wurde besonders Klage geführt von der Delegation von Buch. ES soll, da die Behörden in dieser überaus ernsten Sache � versagen, am 6. Oktober in den Andreassälen eine öffentliche Versammlung statt- finden, in der ReichSlagSabgeordneter Dr. Julius Moses über das Massensterben bei den Tuberkulosen infolge von.Krieg und Unter- ernährung sprechen wird. Eingeladen zu dieser Versammlung sind Das Licht der Heimat. 81] von August hinrich». Sie saßen still beieinander, Hand in Hand. Endlick» er- hob sie sich:„Nun geh zu Bett, Dierk." „Und du, Mutter?" „Du siehst, ich bin noch nicht fertig!" Da fiel ihm aus. wie müde sie aussah, und daß er nie gemerkt hatti. wenn sie zu Bett ging. Immer, wenn er einschlief, stand sie noch am Tisch zu bügeln, Nacht für Nacht. Hatte er sie je anders gesehen? „Mutter, hast du denn immer, immer gearbeitet, die ganzen Nächte hindurch?" „Ach. Dierk, es ist nicht so schlimm." „Du sollst aber nicht!" Sie lächelte müde:„Ich muß wohl, Dierk, wovon sollten wir sonst leben?" Da fühlte er jäh, welche Last sie oll diese Jahr« getragen hatte, und schlang in heißer Liebe seine Arme um ihre Schul- ter:„Mutter, Mutter!" Und sie schloß die Augen und lehnte sich an ihn. müde-selig, nichts mehr denkend. Das heiße Eisen brannte einen Flecken in die Wäsche— mochte es! Einmal nur die Augen schließen dürfen, einmal sich anlehnen dürfen an einen andern— ach. wie lange, lang« hatte sie das nicht gekonnt. Nur eine einzige, selige Minute lang. Dann raffte sie sich auf und schob ihn fort. „Nun geh. Dierk!" „Und du?" „Dies bißchen muß noch fertig." „Jetzt hast du eS doch nicht mehr nötig, jetzt verdiene ich doch auch!" Da war sie wieder die Alte und sah ihn fest an. „Willst du ewig Schlossergeselle bleiben? Du mußt aus die Schule, um wester zu kommen. Und das wird wü Geld kosten!" „Du willst noch arbeiten?" „Ich muß!" .„Dann muß ich auch!" Und er nahm seine Bücher, die er in den letzten Wochen kaum angesehen hatte, und setzte sich chr gegenüber. Er preßte die Lippen aufeinander, zwang die Gsdanken mit Gewalt auf die Zeichnungen und Zahlen und blieb allen Einwendungen der Mutter gegenüber fest. So lange wie sie blieb auch er fortan auf. Allmählich wuchsen die Zahlen in Metas Bankbuch an. Sie bestritt den gesamten Haushalt. Diorks ganzer Verdienst wanderte restlos zur Kasse. Er selbst wußte nichts davon. lieferte ihr das Geld ab und sorgte nicht, wo es blieb. Die unglückliche Liebesgeschichte hatte sein Herz aufge- rissen, es lag wund und offen fiir alle Nöte der Welt. Kühne politische Pläne, von begeisterten Rednern in den Gesellen- Versammlungen vorgetragen, griff er begierig auf und durch- tränkte sie mit aller Bitterkeit, die sich in seiner Brust schon angesammelt hatte. Vielleicht wäre er haltlos hinei ngorissen in den leidcnichastlichen Strudel des politischen Kampfes, wenn ihn nickst etwas anderes gerettet hatte— die Arbeits Bisher war sie lästiger Zwang gewesen. Nur draußen war ihn: Sonne und Leben, zwischen Rädern und Maschinen fühlte er sich tot. Aber jetzt, da er mit unbeugsamem Willen allmählich hmeindrang in das Geheimnis der stählernen Leiber, merkte er, daß auch liier ein Leben war. Nicht das fer.l anleuchtende, sturmselige Leben der Natur, aber«in sinnreich zusammengesetztes, vom Menschengeist beherrschtes. kräftespielendes Leben, das seinen Wissi.nSdrang reizt*._ Zufällig hatte der leitende Ingenieur seine: Fabrik em- mal Dierks Bücher gesehen. Dunk war erbost, als er die Achseln darüber zuckte und ihm riet, nur ein paar dünne Hefte durchzuarbeiten, diese aber gründlich. Doch merkte er rasch, daß er so weiterkam und war selbst erstaunt, wie bald er festen Boden unter die Füße bekam. Eines Tages rief ihn der Ingenieur beiseite:„Sie sind ja so ein Tüftelmeier." sagte er,„haben Sie Luft, eine neue Maschine mit auszuarbeiten?" Dierk ivar mit Freuden be- reit, und nun zeigte ihm der Ingenieur seine Pläne. Er wollte einen kleinen, elektrisch betriebenen Schmiedehammer bauen und hatte alle Berechnungen dazu fertig. Nun galt es, heimlich, damit niemand etlvas merkte, die einzelnen Teile anzufertigen, zusommenzusetze.i und auszuproben. Mit Feuereifer ging Dierk an die Arbeit. Als die ersten Gußstücke angelangt waren, begannen die Schwierigkeiten. Hier und da zeigten sich Hemmungen, die nicht erwartet waren. Dann konnten sie beide eine ganze Nacht husinirch grübeln, entwerfen und pechnew und manchmal verlor der In- gcnieur beinahe die Lust an den kostspieligen Versuchen. Abew Dierk hatte eine so hartnäckig verbissene Art, immer wieder dasselbe zu versiichbu, daß auch der Ingenieur' nicht locker ließ. Der Sommer sah durch die Fenster, der Herbst färbte den Wald golden und rot— diesmal hatte Dierk kein Auge dafür. Einmal, als er in Gedanken durch die Straßen lief, traf er plötzlich mit Hanna zusammen— es gab ihm einen rascksen Stich ins Herz, aber er ging vorbei und drehte nickt cinnral den Kopf nach ihr hin. Und endlich, endlich stand das Modell sertig da. In einem Nebenraum der Fabrik war es aufgestellt, kein Mensch außer den beiden und ihrem Clk'f wußte, was das kleine schwarze Ding bedeuten �sollte. Würde es überhaupt leben können?' Eines Tages nach Feierabend schaltete Dierk die Strom- l'eitung ein. Ter Ingenieur stand neben ihm und hielt den Atem an,— jetzt drehte Dierk den Schalthebel, jetzt trat er auf den Fußtritt, der den Hammer auslöste— und spielend- leicht und blitzschnell schoß der Stoßkopf herunter. Da hob der Ingenieur die Beine und tanzte wie ein Schuljunge um die Maschine herum. Tote Tinge sind oft die verläßlichsten Freunde. Sir trösten mit ihrem bloßen Dasein und leiten die Gedanken mn verständige Wege. Vornehmlich Dinge, mit denen wir arbeiten. Dierk mußte die Maschine vorführen und arbeitete täg- mit ihr. Eine neue Welt ging ihm auf, das Tote wurde lebendig: er vergaß eine Zeitlang Himmel und Heide und fühlte sich fest verwachsen mit dem Werk seiner Hände. Er legte den kurzen Klumpen Eisen ins Schnnedeftüer. Das schlief, wie ein müdes Tier, und sein Atem wehte blan- schwchend über die Kohlen.„Du, wach auf." sagte er und griff nach dem elektrischen Blasebalg. Dann klang es wie ein Stöhnen, mühsam aus der Tiefe geholt, ein Blinzeln glim- mender Augen unter schwarzen Lidern hervor, und eine rate. gierige Zunge leckte prüfend über den Bissen. Ha, sie hat das Eisen gekostet, und nun zischt sie wie ein Blitz hervor, öffnet den rotfunkelnden Rachen und verbeißt sich mit wütender Gier an dem Klotz. Der liegt unbeweglich, schwer und hart. Da heult es fauchend aus dem glühenden Schlund herauf, schleudert zornig die funkensprüljenden Schlacken empor, zerrt mit grimmigen Zähnen an dein schwarzen Brocken, nnrucr ivilder, keuchender, tückischer. Ter bewegt sich schwer, sinkt tiefer, und ein Fnnkcnstrom zischt über ihn hin. Er färbt sich—. rot. golden, setzt sprühend? Kristalle— und nun ist alles eine weiße, zischende Glut. kForts. folflÜ Sie Vertreter der Schuldeputatioii, der Londeidersicherung, der Slrbeitnehmer-Beisitzer. der BersicherungZbehörden, der Gemeinden und der Presse. Aus einer größeren Zahl von Zuschriften ging U. a. hervor, daß verschiedentlich die Wahl von Patientenräten in den Heilstätten mit der Motivierung abgelehnt wurde, daß den Patienten nicht die Gelegenheit gegeben werden soll, sich immer nur über die Aerzte, Schwestern, mangelhaftes Essen usw. zu be- schwere». Vom Vorsitzenden wurde darauf hingewiesen, daß die Lungen- und Tuberkuloseerkrankten sidfi fest zusammenschließen müssen, um ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Alle Anfragen sind zu richten an den ersten Vorsitzenden Paul Hennig. Berlin IlW 8, Mclefstr. 36. Tie frische Revolutionsluft. In dieser beweglichen Zeit wan- dein sich die Tinge im Handumdrehen. Wenn auch die Kamele noch nicht durch das bekannte Nadelöhr gehen und die Saulusse noch nicht gänzlich Paulusse geworden sind, so beginnen sich doch Zeichen an- zukündigen, die darauf hindeuten, datz� bald etwas derartiges ge- schehen könnte. Ta ist die„Deut s che Tageszeitung" und da ist ihr F e u i l l e t o n, das offenbar nicht ganz mit der bekann- len politischen Richtung deJLAIattes einverstanden ist. denn es heißt da bei Erwähnung einer nimentdecktcn Bibliothek in Greiz iNr. 456); „Nach dem großen Sturm, der über Deutschland dahirigebraust ist, haben sich nun die Türen dieser Büchersammlung geöffnet; frische Luft zog durch die offenen Fenster in die dumpfen Räume, und eine„Schaubivliothek ersten Ranges" war entdeckt." Gott, es ist ja nicht viel, aber es ist doch schon waS, das Einge- ständnis an dieser Stelle, daß mit der Revolution frische Luft ein- gezogen ist. Tic Ortsgruppe für studentisches Wohnungswesen bittet uns um Verösfcntlichung folgender Zeilen: Das neue Semester, be- ginnend am 15. Ottober, steht vor der Tür. Ter Zustrom von Studenten zur Berliner Universität ist im Winter besonders stark, und die Wohnungsnot ist brennender als je, denn nicht nur mangelt es an Zimmern, sondern die Zimmerpreise sind derart gestiegen und erreichen im Winter durch die hinzukommen- den Heizimgö. und B eleucht ungsikosten eine Höhe, wie sie der Student nicht mehr bezahlen kann. Zur Abhilfe der bitteren Not inenden loft uns an die Herzen sozial empfindender Kreise, sie bittend, in ihren Häusern ein oder mehrere Zimmer, seien dieselben auch bc'che: den ausgestattet, mit Beleuchtung und Heizung zu mäßigen Preisen zur Verfügung zu stellen. Die Familien haben durch uns eine Gewähr, daß sie zuverlässige Mieter in chr. Haus bekommen. Auch kostenfreie Unterkunft oder solche zu gan� niedrigem Preise für bedürftige Studenten, die zum Teil jähre- laug im Felde standen, sind erwünscht. Angebote nimmt entgegen: Tie Berliner Ortsgruppe für studentisches Wohnungswesen, Uni- versität, Zimmer 62, Tel. Zentrum 16 986. Apollotheater. Im Mittelpunkt deS neuen Programms steht eine orientalische AuSstatdungSpantomime, vielverheißend: „Ha r e m s n ä ch t e" genannt, die ein etwas fabelhaftes 1661- ? lacht-Mld, in der Hauptsache zusammengesetzt aus nurschleier- bekleideten Tänzerinnen und Negern, bietet. Die Neger sind iin- zweifelhaft echt, sie verüben einen ziemlichen Lärm, und auch bei den Tänzerinnen öürfte in Anbetracht der fehlenden Gewandung lein Zweifel an der Echtheit entstehen, Tie ganze farbenprächtig und geschick: aufgemachte Pantomime wird von allerhand erotischen Herren und Damen gespielt, darunter als unbestrittene Favoritin eine blonde schwedische Tänzerin Erika Dennyson. Aus dem vorhergehenden artistischen Teil seien in erster Linie di«� außer« ordeutlicheu Leistungen der Akrobatenfamilie 4 Urbanis her- voroehcben, die in-her Tat das Beste bedeuten, waS seit langem in Berlin gezeigt wurde. Vorzügliche Dressuren, u. a. die eines reck- neuden Hündchens, zeigt Kretons Hundepantomime.— Sonst wäre der Direktion zu empfehlen, an den BorlragssujetS eines sächsischen„Komikers", die'sich beifallheischend an gewisse. Radau- brüder wenden, aus anders Gesonnene aber provozierend wirken müssen, eine zügelnde Zensur auszuüben. Derlei Geschrnacklosig- leiten an öffentlicher Äättc verdienen Zurückweisung, Praktische Kochkunst. Felicitas OhauS spricht, kocht und ver- teilt uncrityeltlich Kostvrobcu in C ö p e n i ck im Stadttheoter heule und am Freitag, den S, Oktober, nbcndS 7V, Ubr. Eintritt 56 Pf. Sie hat in Lharlottenburg, Neukölln, Arth, Oberschönewridc, Berlin wie in ganz Tcutschlaud durch ihre Vorträge mit praktischen Kockvorsiihrmigcn de- wiesen, daß positiv im Durchschnitt 45 Proz. Brennstoff erspart werden lönncn durch Kochkunst. Man veisäume nicht, Teller, Löffel und Tasse für die Kostproben mitzubrnigen. Aolksfursorge! VcrtraucnSmän nerve rsammlun gen am Freitag, den 8, Okiober, abends 7 Uhr. Tbemä: Die Neuorganisation in Grosj-Berlül. Abteilung Osten(Bezirke 18. 56 und 57) bei Schulz, Aisabethstrahe 36. Referent Genosse Lohmeyer. Abteilung N c u t o( I n-Britz(21, 60, 6j, 63 und 77) bei Kühne, Neukölln, Stein- metzstraße 22. Referent Genosse Bläsing. Poltshochschule Neukölln. Wie im letzten Vierteljahr, veranstaltet die Stadtgemeiude Neukölln auch im kommenden Winter Kurse in folgenden gremdiprachen: Französstch, Englisch und Ruifijch. Beginn der Kurse Mitte Oktober d. Js, Für die ivanijche Sprache wird nur dann ein besonderer Kursus eingerichtet werden, wenn(ich eine genügende Beteitigung erkennen läßt. Der Verkauf der Hörerkarlcn findet in der Zeit vom 7. bis 13. Oktober d. gS. Im Bureau des VoltSbildungsomis, Zimmer 2l8 des Rathauses, stait und zwar an allen Wochentagen austcr Sonnabends in der Zeit von 10 bis l und nachmittags von 5 bis 7 Uhr, am Sonnabend nur in den Bormittagsstunden von 10 bis. 1 Uhr. Das Bureau des Volksbildungsamtes wird während der VerkausSzeit unentgeliiich Verzeichnisse sür die Sprach- und Vorkurse (Deutsch und Rechnen) abgeben._ Steglitz. Aus der letzten Gemciudevertreterfitzung. Schon seit Wochen wird in der gesamten bürgerlichen Presse Berlins und selbst in den kleinsten Winkelbtättchen der Vororte in der niedrigsten Weise gegen die vermutete Unfähigkeit zukünftiger sozialdemokratischer Stadträte gekämpft. Wie wenig Grund diese Moralphilister zu ihrer Ueberhebuug haben, zeigte sich u. a. auch in dieser Sitznng. Gelegentlich der Abnahme einer Anzahl JahreSrechnungen monierte G.-B. S ch m e i ß e r(Soz.), daß die Abrechnungen über die Lebensmittelversorgung und die Kanalisation seit dem Jahre 1914 noch ausstehen. Mit Recht verwies er darauf. wie die bürgerlichen Parteien bei den Groß-Berliner Wahlen die Tätsache, daß Berlin mit seinen Abrechnungen 6 Jahre im Rück- stände sei, zu einer hochpolitischen Aktion ausgebauscht hätten. Für das neue Berlin fordere man Fachleute in die Verwaltung. Hier in Steglitz säßen ja Fachleute, trotzdem sei eine Lbreckinung nicht zu erlangen. Schöffe Jochem erwiderte, daß die Abrechnung fertig sei; der RechnungsprüfungsauSschuß habe die Abrechnung nur noch nicht abgenommen, weil noch einige Fragen zu beant- worte» seien. Gemeindevertreter Möglich(Soz.) bestritt daS und führte aus. daß nach Ansicht des Ausschusses es überhaupt ausgeschlossen sei, völlige Klarheit über die Abrechnung der Jahre 1914 bis 1916 zu schaffen. Das PrüfungS- ergebnis fei so niederdrückend, daß der Ausschuß einhellig die Ent- lastung ablehne. Gemeindeverireker Hoffmann(Soz.l ging sehr eingehend auf die ganze Prüfungsarbeit ein. Eine geordnete Buch- führung ist nicht vorhanden. Viele wichtige Belege fehlen und find trotz wiederholten Erinnerungen nicht zu beschaffen. Einzelne Beamte hätten erklärt, daß sie jede Verantwortung ablehnen. Tie ganze Abrechnung habe kein« Beweiskraft. Als Gesamtverlust für die Jahre 1914/16 seien 788 666 M. festgestellt, wovon allerdings die Bestände abzuziehen seien, die aber mit Phantasie- summen aufgeführt wären. Der wirkliche Verlust lasse sich überhaupt nicht ermitteln. Verschiedene große Warenposten feien verschwunden. In den Abrechnungen erschienen u. a. auch Name» von Gemeiudebeamten und Gemeindevertretern mit großen Posten. Er müsse behaupten, daß die verantwortlichen leitenden Personen nicht ihre Schuldigkeit getan hätten. Trotz dieser Fest- itellungen glaubte Gemeindevertreter Schwarz(D. Lp.) den Dezer- nenten dazu beglückwünschen zu müssen,.daß so wenig vpt gekommen sei", und auch Gemeindevertreter MöbuS(Dem.) fühlte sich ver- pflichtet, feinen Parteigenossen in der Gemeindeverwaltung da§ „Zeugnis außerordentlich gewissenhafter Verwaltung" ausstellen zu müssen.— Ja, ja. Eine Krähe hackt der anderen die Augen nicht aus. Mariendorf-Südende. Die letzte Gemeiudevertrrterfitzuug stand im Zeichen des AuigeheuS in Groß-Berlin. Verschiedene Gruppen von Beamten und Nngestellren wollten noch im letzten Augenblick Versetzungen in andere Gehaltsgruppen oder sonstige Verbesserungen ihrer Bezüge erlangen. Die Gemeindevertretung überwies die Beamtenangelegenheiten an Groß-Berlin zur Beschlußfassung durch den 13. Verwaltungsbezirk.— Die Wahl der Berfitzer für das MielSeinigungSamt erfolgte nach Befürwortung durch Genossen Vinte dem Vorschlage de« Wahlausschusses gemäß,— Zur An« bringung von Schutzvorrichtungen gegen Einbruch im Lyzeum werden 3366 M., für Verlegung des Physikraumes von der 4. nach der 2. Gemeindeschule 17666 M, bewilligt. Dem Armen- etat wurden 16 666 M. für die Nähstube der Armenverwaliung überwiesen. Dem Antrage der Kriegsbeschädigten auf Gewährung von Sonderunterstützungen auS Gemeindemitteln wurde zugestimmt, — Schöffe Günther berichtete noch eingehend über die prodnkiive Erwerbslosenfürsorge; von der dein 18. Bezirk zu diesem Zweck überwiesenen Summe erbält Mariendorf 581 666 M. Zur Anlegung des Volksparks dürfen Gelder von dieser Summe nickt verbraucht werden. Von der ZwangSetatinerungSverfügung des Landrats betreffend den katholischen Unterricht wird Kenntnis genommen. Es soll davon abgesehen werden, Klage gegen diese Verfügung zu er- heben. Dem Beschluß deS Etat- und Finanzausschusses zur Be- willigung von Mitteln in Höhe von 56 346 M. für daS Kinderheim wurde zugestimmt. Außerdem wurden 13 666 M. für Neubefchaffung und Unterhaltung von Inventar bewilligt.— Genosse Huhn als stellvertretender Cemeindevorsteher dankte den� Vertretern für ihre Mtarbeit im Interesse der Gemeinde und wünschte, daß auch im neuen Groß-Berlin jeder im Interesse der Allgemeinheit seine Pflicht erfüllen möge. S.-p.-d.-Iunktionäre! Heute, Mittwoch, ti. Oktober, abends 6 Uhr, im Krieger- vereiuhanS, Chansseestrasse 94, Fortsetzung der Sc- sprechnng über die Berliner Kommunal Politik. Sonstige wichtige Mitteilungen. Mitgliedsbuch und Ausweiskarte werden am Saaleingang kontrolliert. Temprlhof. Der vor Jahresfrist gegründete Sänger chor der Sozialdemokrarifchen Partei Deutschlands erfreute am letzten Sonntag vormittag die Kranken des hiesigen Lazaretts durch einige klangvoll vorgetragen« Lieder. ES seien be- sonders hervorgehoben:„Chor aus der Zauberflöle" von Mozart. „Robin Adair" von Zander.„Die neue Zeit" von Decker.„Empor zum Licht" von Uthmann und„Weihe deS Gesanges" von Mozart. Sowohl im Gemischten als auch im Männerchor sind die Leistungen ganz vorzügliche zu nennen. Der Lazarettdirestor dankte im Namen der Kranken für die Darbietungen und schloß seine AuSsühriinzen mit den Worten„Auf Wiedersehen!" Der Chor beabsichtigt gemein- sam mit dem BildungSausschuß unter Hinzuziehung von Künstlern im Dezember einen Vortragsabend im Lazarett zu veranstalten. Trcptow-Baumschnlenweg. Tie Gemeindevertretung fckloß ihre Tätigkeit mit einer Dauersitzung ab. die im allgemeinen recht friedlich verlief. Größere Auseinandersetzungen rief eigentlich nur die Freiwillige Feuerwehr urtd die Belleidungsstellc hervor. Erstere wird durch den Ausbau der Berussfeuerwehr entbehrlich. Das fiskalische Interesse erheischt die Abgabe der wertvollen Be- kleidungsgegenftäiide an die Berussfeuerwehr. Da? gute Herz sprach sie aber den ausscheidenden Mannschaften als Anerkennung zu, dazu noch pro Mann 166 M. Ehrengabe, Die Aeklei- dungSstelle hat unter der Konjunktur gelitten, es mußten nennenswerte Preish-rabsetzungen vorgenommen werden, ihre Tätigkeit soll künftig inöglickst auf billige Massenbedarfsware be- schränkt werkln, um Verluste zu vermeiden. Die Schul spar- lassen lösDsich auf, die von ihnen gezeichneten Kriegsanleihe- stücke werden von der Gemeinde übernommen. Notstands- arbeiten werden in größerem Ilmfange sofort in Angriff ge- nommen, da sämtliche Projekte genehmigt sind. An der Ecke Vanmschulenftratze— Eanner Chaussee— Stichkanal wird neues Laubengelände von der Gemeinde bereitgestellt. Der. bestehende Fonds für Krie gs Patenschaften wird derart auf- gelöst, daß den nicht versicherten Krieg erwaisen ein Sparkassenbuch ausgehändigt wird, dessen Wert bis zur Schulentlassung auf 266 Mark anwächst. An bedürftige Haushaltungen gelangt einmalig Raummeter Brennholz zum halben Preise zur Ausgabe, besonders Bedürftigen. kann das Holz oder für den gleichen Wert Torf unentgeltlich überwiesen werden. Als bedürftig in diesem Sinne gelten Haushaltungen, deren Einkommen im Monat 466 M. zuzügl'ch 56 M. pro Kind nicht überschreitet, als besonders bedürftig Haushaltüngen, die über tveniger Einkommen verfügen, als die normale Unterstützung eines männlichen Erwerbslosen mit gleicher Familie ausmacht(z. B. weibliche Familienernährer, Invalide usw.). Die Höbe der heutigen Baukosten beleuchtete die Mit- teilung, daß das Wohnhaus an der Pumpstation die nenn- fachen Kosten des FriedcnsanschlagcS erfordert hat. AdlerShef. Die Gememdevertretung legte in ihrer letzten Sitzung den Rettoüberschuß aus den kommunalisierten Betrieben (Lebensmittel und Kohlen) aus dem Rechnungsjahr 1919 wie folgt fest: 166666 M. für allgemeine WohlfabrtSzwecke, und zwar sollen ca. 566 Familien mit Brennmaterial. Kartoffeln, Mehl und zum nlleil Hemden und Strümpfen versorgt werden. 31666 M, für billigere MilS, 13 666 M. für Kinderspeissing, 7000 M. zu-einem Denkmal für die im März Gefallenen, 4666 M. für den Friedhofs- betrieb. 3666 M. für Sitzgelegenheit im Kinderhort. 1666 M. für die Schülerbiicherei in der 3. Gemeindeschule und 1666 M. sür die Volksbücherei- Ferner wurde beschloffen, ein Darlehn von 2 666 666 M. zur Durchführung der SiedelungSbauten aufzunehmen. Für den Ausbau der Baracke(Lagerraum) zur Errichtung eine« Polizei- Reviers(12 Mann) find 96 606 M. erforderlich, hiernach soll die Miete errechnet und der Vertrag mit dem PolizeiprSsidenteti abge- schlössen werden. 47 666 M. für die Regulierung deS SchulhofeS in der Radicke-Straße wurden bewilligt. Die ErwerbSlosigkett hat nach Susführungen des Herrn Schöffen Zabel in der letzten Woche allein um zirka 16 Proz. zugenommen. In Sachen des Untersuchungsausschusses für die Märzvorgänge wird Herr Klodt beauftragt, durch einen Rechtsanwalt Beschwerde dagegen ,u erheben, daß das Verfabren geg eu die Kapp- Offiziere eingestellt ist. e» steht besonders Oberleut- »ant Lüdicke in Verdacht des Mordes. Die Sitzung wurde mit einer eingehenden Würdigung der so- zialen Tätigkeit der Gemeinde geschlossen. Siedlung Mahlsvors. Eine gutbesuckte Mitgliederversamm- lnmz der„Gemeinnützigen SiekflnngSgenoffenschaft Lichtenberger Gnrtenheim" nahm den Bericht des Genossen Tolg über die Er- gebnisse der P-rhandlungeu mit der StM Lichtenberg entgegen. Nach ausgiebiger Diskuffton fand folgende Resolution einstimmig- Annahme:„„. „Die in der Schulaula Marktstr, ll zu Lichtenberg statt ge- nrndene öffentliche Siedleeversammlung der aus dem von der Stadt Berlin-Lichtenbera erworbenen Ritt er gute Mahlsdorf bei Berlin befindlichen. Siedler hat von dem ReiäbSheimstättengesetz Kenntnis genommen. Tie steht nach wie vor auf dem Ttarrdpunit, daß das Reichsheimstättengesetz auch für die Siedlung Mahlsdorf in Nu- Wendung gebracht werden muß. Sie fordert daher von dem Aus- geber— dem Magistrat der Stadt Berlin-Lichtenberz— unverzüglich, bei den gesetzgebenden Landesbehörden Schritte zu unter- nehmen, haß die Siedlung Mahlsdorf in ihrer Gesamtheit unter das Reichsheimstättengesetz fällt." Zum Schluß der Versammlung wurde noch von verschiedenen Rednern unter lebhafter Zustimmung der Versammelten von Lex Genossenschaft gefordert, unverzüglich an die B Wörden und ins- besondere on den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung der Stzdt Lichtenberg heranzutreten und mit aleu Mitteln diese Körperschaften zu bewegen, die unbedingt notwendigen R'ttel zu bewilligen, um die Siedlung zu fördern. Nowawes. Gemeindevertretung. Die Vertretung' mußte sich noch einmal mit pem Potsdamer Schauspielhaus be, schäftigen, und zwar handelte es sich um die Gewährung eines Be-' triebszuschuffcs. Gemeindevertreter Ouappe(Dem.) trat sür eine Unterstützung ein, während Gemeindevertreter Wolter(U. S. P.) wohl die moralische Verpflichtung anerkannte, im übrigen aber da- gegen sprach, weil die Gemeinde den Arbeitslosen gegenüber größere Verpflichtungen hätte. Der Antrag wurde abgelehnt.— Zuge- stimmt wurde dem Erlaß einer Polizeiverordnung betr. Unter» stcllung aller Halte- oder Pflegekinder unter die Aussicht der Säug- lingssürsorgestelle. der Waisenpfleger und des ÄommunalarzteZ.— Die. Räume des erworbenen Invalidenheims werden am 1. Oktober übernommen und die Insassen des Mädchenheims, welches zu Wohnungen umgebaut wird, nach dort überwiesen. Ein neu zu bildender Berwaliungsausschuß setzt sich folgendermaßen zusammen: Gemeindeichösfe Singer als Vorsitzender. Stellvertreter Gemeinde- schöne Sckulz, Komunalarzt Dr. Bejack, Gemeindcsekretär Skirk, 4 Gemeindevertreter der lt. I. P.. 3 ver S. P. D., 2 der Demo. kraten und 2 der Rechtsparteien.— Für die Lehrkräfte der Wahl- freien Kurse an der Forlbildungsschute wird das Stundenhoiwrar aus 7,56 bzw. 9 M. erhöht.— Gerügt wird noch das Befahren per Bürgersteige mit Wagen und Fabrrädern. Der Syndikus erwidert, daß die Polizei mit aller Schärfe vorgehen uno jede Uebertretunz zur Anzeige bringen wird. Aucbildungökurse der Gemeinde Rowawes. Mit Beginn deS Winterhalbjahres werden von der Gemeinde Nowawes neue Aus- bildungskurse für Erwachsen« eröffnet. Di« technischen Kurse sollen den Teilnebmern die Kenntnisse übermitteln, die sie im späteren Leben in der Werkstatt und im Bureau als Werkmeister öoer Techniker gebrauchen. Zugelassen zu den technischen Kursen werden nur solche Herren, die eine mindestens dreijährige Praxis nachweisen können und eine gute Volksschulbildung genossen haben. Tili Kurse gliedern sich in 5 Semester Die Hauptunterrichtsfächer sind: Mathematik, technisck- Mechanik, Maschinenlemente, darstellende Geometrie, Maschinenkunde, Elektrotechnik, konstr. Zeichnen. Die k a u f m ä n nisckenKurse bezwecken, den jungen Leuten und sungen Mädchen, die nicht zum Besuche per Fortbildungsschule verpflichtet sind, Gelegenheit zu geben, sich die notwendigen Kennt- nisse und Fertigkeiten für die Berufstängkeit anzueignen. Die Kurse gliedern sich in. Stavimkurse und Ergänzungskurse. Der Stammkursus umfaßt: Handelskunde, kaufmännisches Rechnen, ein. sacha und doppelte Buchführung. Die Ergänzungskurs« sind Fertig« keits- uno Sprachkurse. In diesen wird gelehrt: Kurzschrift, Ma- 'chinenschreiben, Schönschreiben, Kunst- und Plakatschrift. Deutich (Stilistik, Grammatik) und Englisch. Die Aumahme einer neuen Sprache erfolgt bei genügender Beteiligung. Hroß-Serliner parteinachrichteiu Heute,«. Oktober: IS. Bezirk. S.-P.-D.-Elternbeiräte. Abends 7 Uhr bei Räthel, Grünauer Str. 8. 34. Abt. Abends 7 Uhr in der Schulaula Cbristborger Str. 14 Vortrag des Genossen Legationsrat Dr. Zechlin(Auswärtiges Amt) über die außenpolitische Lage Deutschlands. Schö n ebcrg, Frieden au. Abends 8 Ilbr Frauenverlammlung in der Schule. Feurigstr. 50. Thema: Di« Absaaffmig der§§ 218 und 319 (künstlicher Abort). Referent: Dr. Richard Roedcr. Fr«� Aussprache. Jungkoztalifiische Vereintgmig(S.P.T.). Fortsetzung der außer- ordentlichen Generawersammlung in den Blüchersäien. Stücherstr.-61, pünktlich 7 Uhr. Tagesordnung: Iungsozialisten und Partei. Referent: Genosse Wegner. Die Gruppenkonserenz fällt aus. Marge», V. Ottober: Bertin-Mitte. 7 Uhr Borstandssitzung bei Spiegel, Ackerftr. 1. Die AbteilungSsübrer der in Beiracht kommenden Wleilungen werden dringend gebeten, ebenfalls zu erscheinen. HalleschcS-Tor-KreiS. KreiSvorstaud, Abteilungsleiter, AbteilungS- kassierer und Vertreterinnen der Frauen in den Abteilungen bei Boigt, Boppstr.'2. Pünktliches Erscheinen notwendig. Stralau. 7'/,(Uhr Generalversammlung bei Könitz, Ecke Kracht» stratze. « Slusschufc für Arbciterwohlfahrt. Die Sitzung fällt heute au». Jugenüveranftaltungen. Heute abend 7'/- Uhr: Köpenick. Zugendhelm.Bayernhof", Rudower Siraße: Vortrog.— Erkner. Jugendheim Höhere Schule. Adlerstraße: Bortrag„WaS will der Verein Arbeiterjugend?"— Grost-Lichterfelde. Jugendheim, Albrecht- slraße 14 s: Mitgliederversammlung.— Kaulsdorf. Jugendheim Adolf- straße 25. Schute: Mädchenabend.— Petersburger Viertel. Jugend. heim, Straßmaimstr. 6: Mädchenabend. mit belonderem Programm.— Roleutbal. Jugendheim. Gemeindeschule. Kastanienallco: Astglieder» Versammlung.— Staaken. Jugendheim. Gartenstadtschule: Mädchen. abend.— Tempelhof. Jugendheim. Lyzeum, Germaniastr. 6/7: Vortrag .Zweck und Ziel« der Arbeiterjugend". Sport. Renne» zu KarlShorst. 1. Tribün«»-Hürdenrennen. 16000 M. 2800 Meter. 1. Narr(Einsinget). 2. Rote Rose(Thalecke). 3. Springer (Fibr). Toto: Sieg: 106: 10. Platz: 35, 19, 16. Ferner liefen: Kronjuwel (5), Mur(4), Tizlchochä(6), Meisterweise, Komponist(ges.).—2. Briesener Jagdrennen. 16000 M. 3600 Meter, l. Stürmer ll(Fibr.). 2. Rot- bart(Ulbrich). 3. Roland(Lewicki). Toto: Sieg: 49: 10. Platz: 17.21.45. Ferner liefen: Silberkuget(4), Irene II(angeh.), Grübchen(ges), Tippel (g«s).—3. OberbarnimerJagdrennen. 16000 M- 3000 Meter. 1. Orlog(Scholz). 2. Wilibcrta(Johnson). 3. Seni(E. Lüneberger'. Toto: Sieg 23: 16 Platz: 15, 40. 33. Ferner liefen: Flore(4), Rotbremse(5). Sylda(6). Sibylle(ges.), Offensive, Baldon, Rosendorn, Rotgold, Gebieter. MedarduS(ges.).— 4. Preis von D a ch S b c r g. Ehrenpreis dem siegenden Reiter und 36000 M. 3800 Meter. 1. Biedermann II(Frhr. v. Becchcm). 2. Hero(v. Falkenhausen). 3. Fanal(Dierig). Toto: Sieg: 40:10. Platz: 16,14.17. Fetner liefen: Anrus(4). Callifto(5), Prärie II (ges.). Darling(ges).— 5. Preis der alten Mühl«. 16 000 M. 3600 Meter. 1. Gallipoli ll(Walt. Müller). 2. Capitalilt(Streit. 8. Achmed (Wegen er). Toto: Sieg: 34: 10, Platz: 14, 15. 16. Ferner liefen: Wehr- mann 11(4). Musterknabe(5). Blumenkönigin(6). Milton.— 6. Schützen- Haus- Jagdrennen. Ehrenpreis dem siegenden Reiter und 22 000.M,-. 5200 Meter, i: Minor(K. v. Weilernhagen). 2. Malachit(Frhr. v. Berchem). Z. Geheimtip(Krüger). Toto: Sieg: 17: 10. Platz: 12. 13. Ferner liefen: Sauna Eschen( 4), Schipper(ges).— 7. P r e i S v o m A u» s i ch t» t u r m: 16 000 M. 1800 Meter. 1. Symbol(Staudinger). 2. Scala(Neumann), Strymon(TarraS). Totalisator: Sieg: 38:10. Platz: 12. 11, 13. Ferner Uesen: Lerche(4), Reinweiß(5), Schakal, Propulsor. Ter Herrenreiter Junk, der mit Prärie ll stürzte, zog sich eine Gehirnerschütterung zu, die seine Ucdersül.rung in cm Kranken- haus notwendig machte. Jockey Albert Schläfkc, der älteste BernfSrsiter Deutschlands/ wird sich ont Ablauf dieses Jahres von seinem bisherigen Bmif zurückziehen und Trainer werden.— Der Totali satoruw. saß ant letzten Grunewaldrenntag betrug 4 578 826 M. } Wirtschclst Mangel an ausgebildeten Stenertechnikern. Wir werden um Aufnahme folgender Zeilen gebeten: „Die Reichsfinanzverwaltung hat eS nicht fertig ge- bracht, eine w i r l l i ch genügende Anzahl s e l b st ä n d i g ar- Leitender, mittlerer Steuerbeamten für die direkten Steuern heranzubilden, trotzdem wirklich genügend Zeit zur Berfügung stand. Rein schemalisch arbeilende Hillskräfte gibt es in Heber- zahl. Die Zahl der s e l b st ä n d ig arbeitenden miltlereu Be- amten(wirklichen Steuertechniker gegenüber dem Friedens- stand, man vergleiche das heulige direkte Steuerwesen gegenüber den Aufgaben vor dem Kriege) ist namentlich bei ländlichen Finanzämtern zur Stunde(man sollte es nicht für möglich halten), so gut wie um nichts vermehrt worden und die paar vor- haodenen werde» in der Arbeit begraben." Betriebseinstellungen wegen Kohlenmaugel. Wie die Telegraphen-Union aus Dortmund meldet, sah sich die Verwaltung der Deutsch- Luxemburgischen Bergwerks-Ä.-G. veranlaßt, infolge Kohlenmangel von ihren fünf betriebsfähigen Höchösen in Dortmund drei, von den fünf Mühl- heimer Hochöfen ebenfalls d r e r und von den zwei Horster Hoch- öfen beide ausblasen zu müssen. Auf diese Tatsache ist auch das Nachlassen der monatlichen Produktion zurückzuführen, welche in gewöhnlichen Zeitläuften 70 000 Tonnen Roheisen beträgt und nunmehr auf 35 000 Tünnen gesunken ist. Ein europäischer Fachverband. Dem neubegründeten Verbände Deutscher Emaillierwerke sind in der Zwischenzeit die g e s a m t e n sächsischen Emaillierwerke, die unter sich nunmehr in einem Verbände sächsischer Emaillierwerkc vereinigt sind, und ferner mehrere Emaillierwerke aus anderen Gruppen beigetrete». Die Verkaufspreise und Lieferbedingungen blieben unverändert. In der gleichzeitigen Tagung des V e r- bandes Europäischer Emaillierwerke wurde eben- mäßig beschlossen, die bisher geltenden Verkaufspreise für das Auslandsgeschäft nicht zu ändern. BczirkSwirtschaftsräte. Die am 2. Ottober in Essen ver- sammelten Wirtschaftsvertretungen Nordweftdeutschlands sprachen, sich nach eingehender Beratung, an der auch Vertreter anderer deutscher Wirtschaftsgebiete teilgenommen haben, dahin aus. daß den in der Denkschrift oes Reichswirtschaftsministeriums hevausgeaebenen Entwürfen über den Aufbau der Arbeiter- und Wirtschaftsrätc nicht zugestimmt werden könne. Ins- besondere muß die Einrichtung von Wirtschaftskammern, die den Unternehmer- und Arbeiterkammcrn übergeordnet seien und als die'Berufsvertretungen anerkannt werden sollen, abgelehnt wer. den, da hierdurch, die Unternehmer- und Arbeiterkammern Körper- schiften minderen Rechtes. werden. Die Bezirkswirt schafts- rä t e sollen den U n t c r b a u für den R e i ch s w i r t s ch a f t s r at bilden. Die BezirkSwirtschattSräte umfassen in sich geschlossene Wirt- schaftsgebiete und werden sich ihre Verfassung durch«atzüng inner- halb der allgemeinen Bestimmungen eines Reichsrahmengesetzes selbst zu geben haben. Dieses Reichsrahmengesetz wird auch Bestimmungen über den Aufgabenkreis zu treffen� haben, der den Be- zirkswirtschaftsräten zufallen würde. Bei dieser Organisation ist eine Häufung von Instanzen durchaus zu vermeide». Je eine aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzte Wirtschafts. Vertretung in den Wirtschaftsgebieten(Bezirkswirtschaftsräte) und im Reich(Rcichswirtschaftsrat) genügen auch nach der Reichsvcr- fassung für das tatsächliche Bedürfnis. An den Wahlen zum Reichswirtschaftsrat sino neben> den Bezirkswirtschaftsräten auch die Zentralorganisationen zu beteiligen. Sortierte Kartoffeln. Bei Abschlüssen auf Kartoffellieferungen sollten'die Genossen streng darauf achten, daß die Lieferung sor- tierter Kartoffeln vereinbart wird, da die Landwirte häufig. in die Städte die Futterkartoffeln mitverladen. Folgen der Steuerslucht aus Europa. Der„Secolo" in Buenos Aires medet, daß die Steuerflucht aus Europa Argentinien große Vorteile bringe. Der Markt in Argentinien werde mit Gold und Edelsteinen überschwemmt. Ein einziger Dampfer habe vor einigen Tagen eine Ladung Edelsteine im Werte von sechs Milliarden Pfund Sterling nach Buenos Aires gebracht. Adlerwcrke— Teutsch-Luxemburg. Zwischen den Adlerwerken vormals Klehcr und der Dcutsch-Luremburgischen Bergwerksgesell- schast hat eine unverbindliche Fühlungnahme stattgefunden wegen Abschlusses einer Interessengemeinschaft.• Die Verwaltungen selbst haben sich mit dem Projekt noch nicht befaßt. Die Notwendigkeit der Errichtung von Konsumentenkammern er- gibt sich aus der Nachricht, daß der preußische Entwurf über die Reform der Handelskammern, der bereits im Vorjahre vom Handelsminister aufgestellt worden war und auch im allge- meinen die Billigung der Handelskammern' gefunden chatte— den Konsumgenoffenichaften brachte er nicht die Erfüllung ihrer be- rechtigten Wünsche—, vorläufig dem Parlament nicht vorgelegt werden wird, da das Reich eine Neugliederung der wirtschaftlichen Verwaltungen vorbereitet.— Der Zentralverband deut- scher Konsumvereine wird jetzt die Bildung von Kon- sumentenkammern nach Haniburger Muster überall im Reiche, zu- nächst ohne die gesetzliche Grundlage, durchführen. Kaffeeschmuggel. Der Verein Deutscher Kaffeegroßhändler schreibt: „Die Regierung wird dringend gebeten, einen Vertreter zur deutsch-bolländifchen Grenze zu entsenden, damit die Richtigkeit der Angaben der Salbverständigen, daß täglich einige Tausend Zentner Kaffee nach Deutschland verbracht werden, amtlicherseitS geprüft und festgestellt wird." Eben weil der Fackhandel in erster Linie die Interessen der deutschen Volkswirt- ichaft wahren will, fordert er auf Grund seiner Sackkenntnis die Aufhebung der Einfuhrkontingentierung. Er kann nicht länger an- sehen, wie durch Schmuggel- und Schleichhandel unsere kostbaren Valuten für minderwertigste Ware an das Ausland verschleudert uvd dem Reich Zolleinnahmen entzogen werden. Erhöhung des Malzkontingents der Brauereien auf 30 Pro*. des Friedensverbräuchs. Um die Brauindustrie, die wirtschaftlich schwer bedroht ist durch die Stockung des Absatzes, nicht zugrunde gehen zu lassen, hat die Regierung beschlossen, die Mälzkontingente der Brauereien auf M Proz. des Friodensinalzverbrauchs festzü- setzen, so daß in Zukunft neben dem Einfachbier auch V o l I b i e r mit einem Stgmmwürzegehalt von 8 Proz. zugelassen wird. Frankfurt a. M., die Strafmündigkeitsgrenze a u f d a s A 6. IS e- bensjahr heraufzusetzen, wurde mit geringer Majorität bei vielen Stimmenthaltungen abgelehnt, dagegen einigte man sich aus den Vorschlag des Jugendgerichtsgesetzentwurfs, der die Her- aufsetzung der Slrafmündigkeit auf das 14. Lebensjahr vor- sieht mit der Einschränkung, daß bis zum 10. Lebensjahr die Frei- heitSstrafe nicht angeordnet werden soll. Im übrigen gelangte. man zur fast einmütigen Annahme folgender Entschließung: „Die zum 5. Jugendgerichistag Versmmnelten begrüßen den Entwurf eines Jugendgerichtsgesetzes als Verwirklichung der auf dem 3. Jugendgerichtstag in Frankfurt a. M. aufgestellten Forderungen und betrachten ihn als geeignete Grundlage eines neuen Rechts, weil er den Erziehungsgedanken in den Vordergrund stellt, der daS Verfahren gegen straffällige In- gendliche durchaus beherrschen muß. Sie äußern dazu noch fol- gende Wünsche: Soziales. Iugendgerichtsreform. Den Abschluß der' Fürsorgctagungen in Jena bildete am 27. und 28. September der 5. Deutsche Jügendgcrichtstag, einberufen vom Ausschuß für' Jugendgerichte und Jugendgerichts- Hilfen der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge. Es handelte sich um Beratungen über den Jugendger ichtsgesetzent- lo u r f, der euren Teil der zu crloartenden Strafrechtsreform dar- stellt. Der Entwurf enthält eine Reihe von Bestimmungen, bei denen erzieherische Fragen' hinstchilich der Behandlung straf- fälliger Jugendlicher im Vordergrund stehen. Unter diesem Gesichtspunkt behandelten die Referenten ihre Aufgaben. Der Nachfolger LisztS an der Berliner Universität, Professor Dr. Kohl rausch, gab zunächst einen allgemeinen Ueberblick über die strafrechtliche und erzieherische. Behandlung der Jugendlichen nach dem neuen Gesetzentwurf. In Verlaufe der Verhandlung�» stand im Vordergrund des Interesses der Antrag von Professor K l u m k e r- Wiihelmsbad bei Hanau, Vorsitzender des Archivs deutscher Berufsvormünder, daß bis zum 10. L e- b en s jähr ausschließlich Erziehungsmaßnahmen anwendbar sein sollen. Der Mehrheit der Versammlung erschien jedoch die Entscheidung übet- diese Frage so nickt annehmbar oder mindestens«icht spruchreif. Ein Antrag von Dr. Polligkeit- 1. Bei Uebereinstimtnung Staatsanwalt ist von Erhebung zwischen Jugendrichter und e,»er Anklage und Durch- führung eines Strafverfahrens abzusehen. 2. Die Stellung einer Bewährungsfrist ist in jedem Abschnitt des Verfahrens zu ermöglichen: vor Erhebung der Anklage, bei Urteilserlaß und nach Fällung des Urteils. 3. Erziehungsmaßnahmen, insbesondere Für- sorgeerziehung, sind nickt durch Straftivteil anzuordnen. 4. Es ist zu erstreben, daß ein Strafverfahren am Orte des gewöhnlichen Aufenthalts des Jugendlichen zur Durchführung kommen kann und daß die vormunoschaftsgericht- lichcn Befugnisse möglichst frühzeitig auf den Jugendrichter über- gehen mit der zu fordernden richterlichen Vorvernehmung." Die hervorragenden Probleme der Erziehung straffälliger Jugcndlicher im Zusammenhang mit der Grundfrage der An- Wendung von Strafe als soziales Erziehungsmittel durch öffentliche Körperschaften sollen auf einem neuen Jugendgerichtstag weiter behandelt werden._ Vertreterversammlung der Wohlfahrtsämter. In diesen Tagen hielten die Vertreter der Wohlfahrtsämter eine Versammlung in Frankfurt a. M. ob. Aeußerlich war sie zwar nur in die Form eines„Lehrganges" für Leiter der Wohlfahrts- pflege gekleidet, dock beschäftigte sich die Versammlung auch mit den Problemen der Wohlfahrtspflege und zeitigte eine äußerst interessante Aussprache, die den Stand und die voraussichtlich zu« künftige Entwickelung der Wohlfahrtseinrichtungen genau erkennen läßt. Zur Eröffnung sprach Genofie Bürgermeister Gräf-Frankfurt a. M. über die Bedeutung der Wohlfahrtsämter für den Wiederaus- bau unserer Volkskraft. Dr. Polligkeit sprach über das Wohl- fahrtSamt als Arbeitsgemeinschaft öffentlicher und privater Fürsorge. Im übrigen beschäftigte man sich mit dem Aufbau der städtischen Wohlfahrtsämter(die Fortbildung des Elberfelder Systems der Annenpflege, die Gesundheitsämter, das Arbeitsamt und die Erwcrbsloienfürsorge, die finanziellen Grundlagen städtischer Wohl- fahrtspflege, das Jugendamt, die Ausbildung der beruflichen und ehrenamtlichen Helfer usw.). Im allgemeinen zeigen die Verhandlungen, daß die Wohlfahrts- pflege noch im Werden begriffen ist. Ueber Organisation und Auf- gaben gehen die Ansichten noch recht weit auseinander. Während z.B. Oberbürgcnneister M�L u p p e-Nürnberg für rein fakultative Einrichtungen der GeiM>de» eintrat, verlangte Bürgermeister Genosse Kleeis-AfcheWeben einheitliche Einrichtungen möglichst durch gesetzliche Regelung. Es gehe nicht an, daß manche Großstädle überhaupt noch kein Wohlfahrtsamt haben und daß es in jedem Ort, daS ein solches hat, anders organi- siert ist. Von Vertretern aus Neukölln wurde beantragt, de» Wohlfahrtsämtem alle jene Aufgabe» zu überweisen, die daS preußische WohlfahrtSministerium bearbeitet. Meinuiigsverschieden- heiten entstanden auch darüber, ob anderwcite Fürsorge(durch private Vereine und durch die Sozialversicherung) gefordert oder zugunsten allgemeiner staatlicher und konmmnaler Fürsorge eingeschränkt werden soll. Soweit Angehörige unserer Partei in die Gemeinde- Verwaltung eingetreten sind, arbeiten sie meist in der Wohlfahrts- pflege. Sie gaben den ganzen Verhandlungen eine» besonderen Charakter und sorgten für die Vertretung unserer Ideen- Achtung: Achtung: Streik w�ettungsgelverbe. Sämtlich« Betriebsräte(Streitet, und Anqestelltenrätc) der Mir eilten Zeiwnasdetriebe, foSie die Berbandevorftänbe und in Frage kommenden Funktionäre des Buchdrucker-, Buchbinder-, Hilfsarbeiter- und Trausportarbeiter-Berbandes werden gebeten, zn einer sehr wichtigen Besprechung Mittwoch, de««. Oktober, nachm. 2 Uhr, im Alexandriner, Alexandrinenstr. 37» zu nscheinen. vi« ZeatralstreiN«t»»ag btt«ngrsteM«» im Zettnng»g«n»«rd«. Everth£ Mittelmann Bankgeschäft., lG,*r-'8" Berlin C 19, Petriplatz 4 I G gegenüber der Petrlkirche. Fernsprecher: Zentrum 2373, 1103 u. IIS 41. in-iifiii Maul von Eüekten und Coupons| Geschäftszeit 9—3. erhalten Sie in kurzer Zeit durch meine Spezialmethode. 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Dazu kommt jetzt, datz uns grotze landwirtschaftliche Gebiete Deutschland» verloren gegangen sind und datz der Boden infolge von Erschöpfung einen bedeutend geringeren Ertrag liefert wie früher. Der Rückgang beläuft sich auf 30 bis 40 Prozent. Wir find also auf die Ein- fuhr von Lebensmitteln angewiesen, aber auch auf die Einfuhr von R o h st o f f e n für die Industrie, besonders für die Tcxtil- und Eisenindustrie. Auch bedeutende Gebiete der E i s e n e r z g e w i n n u n g sind uns durch den Friedensvertrag verloren gegangen. Während wir im Frieden lüVo. Millionen Tonnen Rohelsen erzeugten, können wir jetzt nur i1/-, Millionen Tonnen produzieren. Dir»nässen also Roheisen einführen. Dazu brauchen wir Zahlungsmittel. Gold haben wir nicht zur Bezahlung, was uns fehlt, ist auf Kredit beschafft. ES mutz also später einmal bezahlt werden. Unsere ProduktionS- und Verkehrsmittel stehe» bei weitem nicht mehr auf der Höhe, die sie haben mütztsn, um den Ansprüchen der Wirtschaft zu genügen. Auck die menschliche Arbeitskraft ist infolge der jahrelangen Unterernährung sehr erheblich geschwächt. Die KrankheitSziffern in unserem Volke haben eine erschreckende Höhe erreicht. Wenn wir daS alles betrachten, dann kommt uns erst der in den letzten Jahren betriebene Raubbau an der menschlichen Arbeitskraft zum vollen Bcwutztsein. Und»nit dieser geschwächten Wirtschast »nüffen wir viel»nehr einführen und bezahlen wie im Frieden. Dazu kommen noch die wahnsinnig hohen Forderungen, die die Entente an uns stellt. Wir müssen unseren Bedarf, den wir vom Auslände brauchen, mit Waren bezahlen. Was ivir im Frieden brauchten, haben wir bezahlt mit unserer Ausfuhr und mit den Erträgen unserer Schiffahrt. Heute habe» wir keine nennenswerte Schiffahrt mehr, auf keinen Fall reicht sie auch nur annähernd aus, um als ZahluugSwerte für die Einfuhr in Betracht zu kommen. Unsere Einsuhr hatte iin Frieden einen Wert von 11 Milliarden Mark, da§ sind nach dem heutigen Geldtvert wenigsten? 22 Milliarde» Goldmark oder 200 Milliarden Papier marl im Jahre. Wir köiinen nicht die Hälfte dieses Wertes in Waren schaffen. Wenn wir aber die zur Bezahlung der Einfuhr Erforderlichen Waren nicht erzeugen können, so bedeutet das, datz bei un§ in Deutschland noch auf lange Zeit hinaus Schmalhans Küchenmeister sein wird. Ange- fichts dieser Verhältnisse mutz man sich fragen, ob unsere Wirtschaft noch noch den bisherigen Grundsätzen und Maximen betrieben werden kann. Im Kriege forderte man von den Kriegsteilnehmern Hingabe an die Gesamtheit bis zur Aufopferung. Daheim aber, in der Kriegsindustrie galt nur daS Profitstreben und der Gewinnanreiz als ausschlaggebender Faltor. Die Ströme roten BluteS, die draußen vergossen wurden, verwandelten sich für die industriellen Rutznictzer de§ Krieges zu Strömen gleitzenden Goldes. Dieses Wirtschanssystem kann uns natürlich nickt aus dein Elend heraushelfen. Dieses System hat im höchsten Matze entsittlichend gewirkt. Da» ist die Folge der bürgerlichen Wirtschaftslehre, welche meint, dein Allgemeininteresse werde am besten gedient, wenn man dem Einzelnen den freiesten Spielraum lasse. Heute wo man vor den Folgen dieser Wirtschast steht, vor den Absatzschwierigkeiten in, Auslande, wirft man den, Arbeiter die hohen Löhne vor und spricht nicht von denen, die mit den w u ch e r i s ch e n P r e i S st e i g e- r u n g e n den Anfang gemacht haben. Die Unternehmer verlangen die Beseitigung der Ausfuhrabgaben und leider gibt es Betriebsräte, die in dasselbe Horn stotzen. Kein Tag vergeht, wo nicht Eingaben von Betriebsräten kommen, welche diese Forderung der Unternehmer unterstützen. Diesen Betriebsräten fehlt die Einsicht in die wirtschaftlichen Ver- hältnifle. Da« Wefrn der fetzigen Krise ist nicht begründet in einem Unterkonsum, sondern in einer Unterproduktion. Die Waren- preise sind so hoch, datz sie nur von wenigen gezahlt werden können. Deshalb stockt der Absatz und die Produktion geht zurück. Man fängt an, zu begreifen, daß die freie Wirtschaft daS Elend, in dem wir uns befinden, nicht meistern kann. Reue Formen der Wirtschaft find notwendig. Die heutige Wirtschaftsordnung wird das Elend nur vergrötzem. Man hat den Arbeitern in den letzten Jahren immer gesagt, nur Arbeit kann uns retlen.• Die Arbeiter hielten daS für cinei, Bor» Wurf»- datz sie nickt genug arbeiten. Hie kühlen, datz ein solcher Vorwurf unberechtigt ist und datz«idereillrsachen an uuserem Wirt? fchaftlichen Elend schuld find. Datz dies Gefühl richtig ist, das zeigt sich jetzt an den zahlreichen Stillegungen von Be» trieben durch die Unternehmer. Hiergegen tnüssen Matz- nahmen getroffen werden. Vor allen, gilt eS. die Produktion so ergiebig wie möglich zu gestalten und die Winschaft nach den Interessen der Allgemeinheit einzustellen. Auf diesem Gebiet legt auch die Aufgabe der Betriebsräte. Betrachten Sie die Dings objektiv, suchen Sie einzudringen in die wirtschaftlichen Probleme, dam, werden Sie den großen Ausgaben gerecht werden, die Sie in unseren, WirtichaflSlebeu erfülle» iniisscir. (Lebhafter Beifall.) Hierauf tritt die Mittagspause ein. In der RachMittagSsitzung führt Anfhäusrr dtn Vorsitz. Er be- grüßt die erschienene Delegation der russischen Gewerkschaften und spricht den Wunsch aus, daß ihre Teilnahme am Kongreß zur gegenseitigen Verständigung beitragen möge. Ein Antrag' Müller verlangt, datz einer der russischen Vertreter km drillen Punkt dar Tagesordnung ein Referat über den Aufbau der russischen Gewerkschaften halte.— Dazu bemerit Auf» I ä u s e r, der Antrag erübrige sich, denn es könne jeder der rujsi- s-f-en GcwerkschafiSvertreter in der Diskussion das Wort nehmen und auf Wunsch auch verlängerte Redezeit erhalten.— Der Antrag Rulle r wird abgelehnt und dem Vorschlage AufhäuserS zuge- stimmt. Losowsk» erhält hieraus als. Führer der russischen Delegation das Wort zu einer Begrüßungsrede. Statt dessen verliest er ein Manuskript desselben Inhalts wie das, was er vor einigen Wochen in der ersten Versammlung verlesen hatte, die anläßlich der Anwesenheit der russischen Delegation in Berlin im gleichen Saale abgehalten wurde und über die wir damals aus- führlich berichtet hakten. Damit war schon vor dem zweiten Punkt der Tagesordnung das erreicht, was der?tntragstcller Müller in, dritten Punkt der Tagesordnung erzielen wollte. Ter Bortragende schließt mit einem Appell an die Solidarität des westeuropäischen Proletariats für den Kampf der russischen Arbeiter zur Verwirk- lichung des Sozialismus in der ganzen Welt. Vors. Aufhänser bemerkt unter allgemeiner Zustimmung, Hotz biese Rede weit über den Rahmen einer Begrüßungsrede hinaus- ging und datz es innerhalb der Tagesordnung des Kongresses nicht möglich sei, die Polemik des russischen Vertreters gegen die A mst erdam c r Ge>o er kscha f t s i n t ern at i o- n a le zu beantworten. Die deutsche» Arbeiter wissen� daß die gesamte Arbeiterschaft der ganzen Welt ihre stärkste Stütze im internationalen Gewerkschaftsbund habe.(Lebhafte Zustimmung.) Was der deutschen Arbeiterbewegung zur Genn�tuung dient,'st, datz sie eine rein proletarische Bewegung ist, die nicht in den Hängen von Professoren und Literaten liegt. Das muß mit aller Entschiedenheit betont werden.(Lebhafter Beifall.) TaZ Referst zum zweiten Punkt der Tagesordnung: Tie politischen und ökonomischen Machtverhältnisse und die Soziali- sierung erstattet Hilferding. Er führte unter anderem auS: Die deutsch« Arbeiterschaft kam durch die Revolution zur Macht in einer Zeit. wo die Borbedingungen zur Erhaltung ihrer Macht noch nicht gegeben waren. Am S. November hatten wir die politische Macht allein. Ei» großer Teil der Arbeiter war aber der Meinung, er könne die Macht nicht ausüben, ohne die Koalition mit den bürgerlichen Parteien fortzusetzen. Die Revolution geriet in Gefahr, in Lohnbewegungen aufgelöst zu«erden. So kam es. datz in der ersten Periode nach der Revolution die Soz ial i s icr'u n g keine Fortschritte machte. Die Arbeiter- schast bat sich der ökonomischen Macht nicht bemächtigt. So kamen dann die Kämpfe innerhalb der Arbeiterklassc, die eS gestatteten, Latz das Bürgertum seine Macht wieder befestigen konnte. In den ersten Monaten der Revolution wurde die Arbeitszeit verkürzt die Löhne gingen in die Höhe. Diese Bewegung hat aber nicht lange angehalten. Heut sind die Löhne in Deutsch- land n i e o r i g c r wie in irgendeinem anderen Lande. Vermögens- und Erbschaftssteuern wurden noch vor dem Zu- sammcntritt'deb Nationalversammlung dekretiert. Die von per Nationalversammlung beschlossenen Besttzsteuern sind bis jetzt nicht erhoben. Die Einkommensteuern werden jetzt nur erst von den Arbeitnehmern ourch Lohnabzug erhoben, während von den übrigen BevölkcrungSschichten bis jetzt noch nicht die neuen Steuer- sätze erhoben werocn.— Die Kaufkraft der breiten Masse ist so geschwächt datz die Produktion keinen Absatz mehr findet denn die Löhne sind sehr stark hinter den Preisen zurückgeblieben. In England und F r an k° reich sind die Löhne sechs- bis siebenmal so hoch als in Deutsch- land. Die Zeit nach der Revolution ist nach einem kurzen Aufstieg zu ein« , Periode der Berelendung geworden.'Tagegen hat die ökonomische Viacht der Kapitalistenklqsse nichts e i»i g c b ü tz t. Prositraten von 100— 120 Prozent sind nichts seltene?. Gleichzeitig hat sich eine innere Stärkung der K'apitalistenklassc vollzogcp. Es setzt sich auch eine immer größere Herrschaft der Aaprtalmagnaten durch. Die fortschreitende Geldentwertung hat ihre Ursache in der Zerrüttung unseres Staatshaushalts. Wir haben im Rechnungsjahr ein Defizit von Sö Milliarden und 286 Milliarven Schulden, und für weitere Verpflichtungen wird noch Deckung ge- sucht. Unter dieser Dcsizitwirtschast müssen wir auf das schtverste leiden. Die Methoden der bürgerlichen Steuer- und Wirtschafts- Politik können uns nicht über den Berg helfen, ohne datz die Massen noch wciterverelen Lei werden. Notwendig ist eine Steige- rung der Produktion, wenn wir auS dem Massenelend herauskommen wollen. Die Wirtschaft mutz planmätzig ein- gerichtet werden zur Bedarfsdeckung. Das heißt Abschaffung der privatkapitalistischen Wirt- schast und Einführung der sozialistischen Wirtschaft. Die kapitalistische Wirtschaft hat zur Konzentration der Betriebe und der Kapitalien geführt, dann zur Trustbildung und zur Ver- bindung der Industrie mit dem Bankkapital. Für uns handelt es sich um die Frage, ob die Wirtschaft hierarchisch oder demokratisch organisiert sein soll. Wir verlangen, datz die Prosuktion nicht ausgeübt wird im Interesse einzelner Kapitalmagnaten, sondern im Interesse der Gesamtheit. Darum kann es für den Sozialisten kein Zusammenarbeiten mit der Kapstalistenklosse geben. Wir können nicht die Kapitalisten als Leiter der Produltion erhalten und die Preise durch Verordnung regeln. Solange der Kapitalismus be steht, biet ben auch seiue Preisgesetze bestehen. Diese können wir nicht ausschalten. Aber Leu Kapitalismus können wir aus der Produktion ausschalten. Es ist undurchführbar, den Kapita. lismus beizubehalten, aber die aus ihm entspringenden Gesetze durch Verordnung aufzuheben. Auck der Grundsatz ist zu ver, werfen, daß in d« Wirtschaft Parität zwischen Unternehmern und Arbeitern herrschen soll. Das ist ja gar keine Parität, wenn auf der einen Seite lvenige Kapitalisten, auf der anderen Seite die vielen Arbeiter stehen. Eine solche..Parität" befestigt die Macht der Kapitalisten. Für uns scheidet jede Art der Planwirt- schuft au». Wir fordern die Ausschaltung de» KapftalrSmnS. Sozialismus stellt hohe Ansordarungen an hie geistige» Fähigkeiten der Arbeiter. Wenn sie auch durch den SoMiliSmus die Htzrre» der Produktion werden, so müssen sie sich veich'bewietzt. seist, datz sie Arbeiter bleiben. Eine richtig durchgeführte Sozialisierung bringt ohne Zweifel eine Steige- rung der Produktion mit sich, denn wenn die Arbeiter nicht mehr vir- den Kapitalisten, sondern für den Bedarf der Gesamtheit arbeite», dann werden, sie die Freude am Werk habe», die ihnen die kapitalistisch« Hirtschaft nicht geben kann.—.Kaps. u n d Ha nda'rbe ite r müssen zusammenarbeiten. Gegen diese Verbindung kann keine Mach; der Welt aufkommen. tinter Eozialiscrung verstehen wir nicht Fiskalisierung und Bureaukrotisierung. solider»«nie demotnittsch-partamenterisch»rzantsierto Produktion. Dabei wird der Wettbewerbe der zur Vchvollkomiunung der Pro- duttion nötig ist, keineswegs ausgeschaltet. ES liegt auch uu Interesse des Arbeiters, die Technik zu vervollkommne». Es ist ja gar nicht richtig, datz es die Iiniiativc der Unternehmer ist. die den Produktionsprozeß derbessert. Ihre Erfolge liege» meist«vf ka ir f- m ä n ii I s ch e m»G e b i e t. Diß Fortschpftte in der Technik>qerd werde». Der Vorschlag der Teilsozialisierung wird uns einen llOjahngen Krieg mit dem Nnternehmertnm bringen, denn sie werden in der Uebergängszeit alles daran setzen, um den Betrieb siir sich zu behalten. Die kapital' st i s ch e Herrscha st s stell ung bleibt bei der Teilsozialisierung er- halten und das Interesse der Arbeiter an der Produkiion kann da- bei nicht aüfkommen. Wenn die nötige KampfeSstimmung in der Arbeiterschaft erzeugt werden soll, kann es nur geschehen im Kampf für die Bollsozialisierung und in dem Bewußtsein, datz die Sozia- sieruna der anderen Industrien nachfolgt. Im Kampf für die Sozialisierung haben die Getverkschasie» und die Betriebsräte ihre ganze Kraft einzusetzen. ES ist sehr wich- iig, datz d«e Gewerkschaften eine geistige Umwandlung er- fahren haben. In England hat sich der G i l d e n s o z i a I i'S° mnS herausgebildet, der sich auf die Gewerkschaften stützt. Das hat zur Voraussetzung das Zusammengehen von Hand- und Kopfarbeitern und die Umbildung zu Jndustrieverbänden. Damit sind die eng. lische» Gewerkschaften unmittelbar zu Trögern des Sozialismus geworden. Auch in den deupschcn Gewerkschaften hoben wir in dieser Hinsicht einen Fortschritt erlebt. Die Bergarbeiter per- langen die Sozialisierung. In diesem Kamps miiss'Sn sich alle Gewerkschaften hinter die Bergarbeiter stelle». Da» setzt allerdings gewisse Umformungen voraus, wie sie die englischen Ge- tverkschasien vollzogen haben. Wenn die Betriebsräte ihre Ausgaben erfüllen sollen, müssen sie sich die ersordarlichc Bildung erwerben. Sie dürfen nicht den BetricbSzweck im Auge bibev. sondern den Zweck, den Sozialismus durchzuführe». Diesem Zweck müssen alle Augenblicksinteressen untergeordnet werden. Schwere Kämpfe stehen bevor. Dazu brauchen wir die Einigkeit de? Proletariats.(Sehr richtig!) Im Kamps für die SoziaÜsierung des Kohlenbergbaues können wir das gesamte Proletariat einigen. Haben wir in diesem Kamps gesiegt, dann haben wir eine Machtposition errungen, von der auS wir die Sozialsierung weiter betreiben können. Wir führen diese Kämpfe in der Ucberzeugung, datz wir dadurck-ine neue Aera der Kultur herbeiführen. Wir wollen uns für diesen Kampf stärken. Er ist des Preises wert. Wir brauchen zu diesem Kampfe auch etwas, waö uns seit dem 4. August mehr und mehr abhanden gekommen ist: Mehr Idealismus. Wir wollen uns die Jdcc des Sozialsmus nicht verwässern lassen, wir wollen sie:ragm bis zu», Siege.(Lebhafter Beifall.) Schaumburg-Bcrlin teilt zur Geschäftsordnung mit, daß die Opposition nach Schlutz der Sitzung eine besondere Sitzung l.bbäit. Bors. Aufhänser: Das war nicht zur Geschäftsordnung gc- sprachen. Von etwaigen Sitzungen der Opposition hat daS Bureau nicht Kenntnis zu gebcn. Damit schließt die Sitzung um 6� Uhr. Heute früh 0 Uhr werden die Verhandlungen fortgesetzt. mit den Vor i o n beschäftigen. ES liegen zwei Vorschläge vor. der eine ist für die Voll- sozialisicruwz des Bergbaues, der andere für die Teissozialisiening, die unabhängige Urabstimmung. Folgende Zahlen liegen vor: Leipzig(Tndresultat) 12728 gegen, 8448 für Moskau. Wahlbeteiligung 35 Proz.; Groß- Dresden 780 gegen, 845 für Moskau; W i l h e m S h a v e n 287 gegen. 222 für; Oldenburg-Land 408 gegen, 70 für. Der BezirkSparteftag der U.G.P.D. Magdeburg-Anhalt hat nach zweitägiger Erörterung die Moskauer Bediugutigen mit 43 gegen 41 Stimmen abgelehnt. öergarbeiterkonferenz vertagt. Bochum, 4. Oktober.eti>ichafk Avischen der Arbeiterschaft, der Industrie, den Eltern, de» Lehrtrn- Wir wollen keine Fassadenändernng, smidcon von innen»ach außen bauen. Die Produftionsschule können wir nicht mit indsvidualistischen. fondern mit sozialen Menschen schass«"-• Als dritter Redner peSVormWua« legte Siegfried Kawerau die Grundsätze der Erziehung m der PrvduktionSschule dar. Er forderte den Ausbau einet neuen Menschentums, ein b e- wüßt gestaltetes Milieu a» Stelle des zufälligen in der Um- Welt dos Kindes, eine jugendlütz» Eigenwertung und pädago- gische Produktion(in dam bereits dargelegten Sinne). Dia Vorträg« de» N a ch mi t t a g S wandten sich den voran»- setzungen für deii Aufbau einer wirklichen Arbeitsschule zu. Uebec die tlmgestaltuiig der Lehrerbildung sprach Franz L. Mül- lex, über dis notwendig« Hochschulreform Hermann Kranvld.�. Die Referat« des fetzten Tages werden sich mit leer f l n a n- ziel l l e n Grunmage und mit den Auswirkungen der Produftionsschule Beschäftigen. Anschließend finden Besichtigungen von Waldschulen, Schulfarmen und Erziehungsheimen statt. Wieder ein deutsches Grotzschiff unterwegs. Der iieuerbau!« Dampfer.Hamburg ton der Deutsch-australischen Tampsschissahrts- gesellschaft trat am Dienstag sein« erste Reise unter deutscher Flagge nach Mtderländisch-Jndien an. Der Dampfer, der eine Wasserverdrängung von 13 000 Tonnen hat. ist eins der wenigen grotzen Schiffe, die die Entente der deutsche� Reederei üverlaffen hat. GewerMaftsbewegung der Etat öer Setriebsrätezentrale. An« Tienstagaöend sollte die Plenarversaminlung der Gewerk- schaftskoiilmission fortgesetzt werden, in der der Etat der B c- tri e b S rätezentrale fMünzstraße) zur Verabschiedung ge- langen sollte. Vor Eintritt in die Tagesordnung bezweifelte Z a b a t h die Beschlußfähigkeit der Versammlung, da von etwa 230 Delegierten nur 90 anwesend seien. Der Ttreik der Elektrizi- tätSarbciter und das damit in Verbindung stehende Versagen der Straßenbahnen schienen die Haupturjache des schlechten Besuches zu sein. Sabath empfahl Vertagung. R e i m a n n i Fabrikarbeiter) schloß sich den Wünschen auf Vertagung an, schlug aber vor, der Betriebsrätezentrale einen vorläufigen Vor. schuß von 25 000 Mark zu gewähren und im übrigen abzuwarten, lvclche Beschlüsse der in der Zwischenzeit tagende Betriebsräte- longrcß fassen werde. Reimann fand allgemeinen Widerspruch. Nachdem noch Voll mersh aus und einige andere Redner für die Vertagung eingetreten txären, wurde die Generaldebatte über �e» Etat der Münzstraße bis zur nächsten Plcuarversammluug vertagt. Ter Streik im Zeituugsgewerbe. Bon den streikenden Angestellten des Zeitungsgewerbe, die Dienstag vormiliag den großen Saal des„Deutschen HofeS" bis zum letzten Platz füllten/ führte Guiard folgendes aus: Infolge merkwürdiger Vorgänge ist es gestern abend zu einer Ber- Handlung zwischen Afa und Arbeitgeberverband�vor dem Schlich- tungsauSfchuß n i cht gekommen. Schon am 23. September hat die Afa den Schlichtungsausschuß angerufen. Sechs Tage später riesen ihii die gelbe» Gewerkschaften, die jetzt in Streikbruch machen. au. Trotzdem haben sie es durchgesetzt, daß il,r Verhandlungstermin zuerst augesetzt wurde. Als nun Viontag die Afa-Vertreter vor dem Schlichtungsaüsschnß erschienen» sragte der Vorsitzende, ob sie gemeinschaftlich in i t den Gelben verhandeln»vollten. Das wurde natürlich abgelehnt. Die gelben Bünde schlössen einen Vergleich, der nicht dazu angetan ist, unfern Kampf zu erschüttern. Die Verhandlungen über die Gehaltssätze werden vorläufig zurückgestellt, bis die bcvorstchcndcn Verhandlungen mit den Buchdruckern b e- endet sind. Diese beginnen am 25. Oktober. Weiter sagt der Vergleich: Sollten die Verhandlungen mit den Buchdruckern vis zum 2b. November noch kein Ergebnis haben, so sind die Arbeitgeber bereit,„s ch o n" zu diesem Zeitpunkt neue Verhandlungen zu beginnen. Tcm Urteil über den Vergleich schloß sich die Versammlung an.■ Neue Versammlung heute,. 3 Uhr früh,, im„Deutschen Hof" (Luckauer Straße). 2 Uhr: Funktionärvcrsammlung im„Alexandriner"« Löhubewegtmg im Fleischergewerbe. Vom Zentralveibaud der Angestellten wird unS geschrieben: Seit dem 20. Mai 1020 bemuhen sich die A n g e st e l l t e n im Fleischergewerbe um den Abschluß eines Tarifvertrages mit dem Zweckverband für da» Fleischergewerbe und der Berliner Fleischerinnung. Die Arbeitgeber haben dauernd dir Verhandlungen sabotiert, indem die Vorstandsmitglieder entweder ohne oder mit mangelhasten Vollmachten zur Verhandlung erschienen sind. Am t«!. Juni schloß mau mit dem Deutschen Fleischergesellenbund, Abteilung Verkäuferinnen, einen Tarifvertrag ab, welcher Gehälter von monatlich im ersten Halbjahre von... 60 M., . zweiten...... 110, nnd nach einjähriger Tätigkeit. 160, vorsah. ' Der SchlichtungsanSschuß Groß-Berlrn hat sich in mehrerest Terminen mit dieser Angelegenheit beschäftigt. In der Verhandlung am 0. September wurden Ivir aufgefordert, diesen, iviustertarif bei- zutreten. Wir haben dies Ansinnen energisch zurückgewiesen, und der SchlichtungSauSschuß hat dann eineu Schiedsspruch gefällt. Tie Arbeitgeber haben unö gleichzeitig zu einer Verhandlung am 29. September eingeladen. Wir glaubten annehmen zu dürfen, daß die Arbeitgeber ernstlich gewillt sind, nnt mis zu verhandeln. Wir haben un» aber in dieser Beziehung getäuscht. Als wir zur Ver- Handlung erschienen, standen wir vor verschlossenen Türen. Eine solche Unanständigkeit ist unS bisher noch nicht vorgekonimen. Wir glauben, daß die Konsumenten von Berlin ein Interesse daran haben, daß auch bei den Herren Fleischermeistern einmal geordnete Lohn- und Arbeitsverhältnisse eintreten. Wir weisen schon heute darauf hin: Sollten die Arbeitgeber von ihrem ab- lehnenden Staudpunkt nicht unverzüglich Abstand nehmen, so würden wir uns veranlaßt sehen, mit den Fl«, schergesellen ge- n, einsan, den Streik für das gesanite Fleischer- gewerbe zu prokkamieren. Wir hoffen, daß die Konsumenten un» in diesem Kampfe unterstützen werden. Auskunft über den Stand der Verhandlungen erteilt der Zentralverband der Angestellten. Fachgruppe 17, Lelleallianc- ftraße 7/10, Zentralverband der Fleischer. Abteilung Ladengesellen, Elisabethstr. 11._ Neue Lohnsätze der Kellerarbeiter. Am 4. d. M. fand«ine stark besuchte Versammlung der im Deutschen Trausportarbeiterverband organisierten Kellerarbeite- rinnen und Kutscher aus den Weingroßhandlungen sowie Lilör- fabriken statt. L i e b e n o to vom Deutsche» Transportarbeiterverband be- richtet über die Verhandlungen mit dem Verein der Weingroß- Händler und dem Verein der Lilörfabrikanteu, die am 23. v. Mis. wegen Neuregelung der Lohniätze stattgefunden hat. Die Vertreter der Arbeitgeber erklärten zuerst Lohnerhöhungen keines- wegS vornehmen zu können. Angeblich feien sie jetzt nicht mehr dazu in der Lage. Räch längeren Ausführungen einigten sich die Parteien wie folgt: Mit Wirkung ab 24. September 1920 treten zu den verein- barlen Wochenlohnsätzen t:S bestehenden Tarifvertrages vom 24. April 1920 folgende Zulagen: 1. für erwachsene männliche Arbeiter.. 40 M. 2.„„ Arbeiterinnen.... 25, 3., jugendliche männliche Arbeiter.. 20. Nachdem am 29. v. MtS. eine Versammlung der Vertrauens- leute und Betriebsräte abgehalten wurde und diese beschlossen hat. den Mitgliedern die neuen Abmachungen zu empfehlen, wurde nach sehr eingehender Aussprache die Zustimmung zu folgendem Lohn- abkommen gegen wenige Stimmen gegeben. Die Lohnsätze sind folgende: 1. Der Wochenlohn beträgt für männl. Arbeiter voni voll« ertdeten 20. Lebensjahre au bei Eintritt in den Berus M. 235,— 2. nach Vz jähriger Berufstätigkeit......... 240,— 3. nach einjähriger Berufstätigkeit......... 245,— 4. Kutscher erhalten pro Woche M. 10.— mehr. 5. Ter Wochenlohn für Arbeuerinnen vom vollendeten 13. Lebensjahre an beträgt beim Eintritt in dtn Beruf. 155,— 6. nach V« jähriger Berufstätigkeit......... 160,— 7. nach einjähriger Berufstätigkeit......... 166,— Flaschenspülerimien in Likörvetrieben erhalten lOProz. mehr. 8. Aushilfskräfte, soweit sie ausschließlich in Wein- und Spirituosenbetricben beschäftigt sind, erhalten einen Zuschlag von 10,— M. pro Woche. In den Weingroßhandlungen tritt die Erhöhung der Lohnsätze erst nach ein« bezw. zweijähriger Berufstätigkeit in Kraft. Gedruckte Vereinbarungen sind im VerbandSbureau. Engelufer 15 Zimmer 38, zu haben._ Verhandlungen im Hannoverschen Strastcnbahncrftreik. Ter Reichsarbeilsminister bar, wie die Telegraphen» Union er- fährr, verfügt, daß in den Streitigkeiten zwischen der Direktion der Hannoverschen Straßenbahn und ihrer Arbeilerschaft gemäß einer Verordnung vom 23. Dezember 1913 eine Einigung im Schiedsverfahren durchgeführt wird. Es soll über alle zwischen den Parteien strittigen Punkt« enrschieöcu werde». Die Verhandlungen sollen am 9. Oktober im Reichsarbeitsininisterium unter Leitung von Unparteiischen stattfinden. Der Direktion der Straßenbahn ist die Ernennung von 5 Beisitzern ausgegeben. Wenn die Direktion ablehnt, soll der Ob e r p rä s i d e n t von Hannover im Auftrage des Ministeriums Beisitzer ernennen. Der Srraßen- bahnverkehr ruht nun bereits feit etwa 10 Wochen. Der Rrichstarif im Vantgewerbr abgefchloffe»! Nachdem der Schiedsspruch für Milien Rcichstarif im Bankgewcrbc von, 24. Juli 1920 durch die Vorbehalte der Parteien zu den Verhandlungen und Vorschlägen der(üewerkschafl vom 7. Sepleurbec 1920 geführt hatten, ist es am 5. Okwber zu einer Einigung der Parteien ge- kommen, so daß der Tarif jetzt Wirtlichkeit wird. In diesem Sinne dürfte das nach«inundeinhalbjährtgein Be- mühen zustande getcmimcne allgemeine Wert Befriedigung auslösen. Konferenz der Gemeinde- und Gemeiiideverbondsangeftevten. Ter Zeniralverband der Angestellten veranstaltet für die ihm an- geschlossenen Angestellten der Gemeinden und Geineinbeverbänd: am 10. und 11. Ottober d. I. in ll'iagdeburg, Kaiserstr. 18, Reichshallen, eine Konserenz. Auf ihr wird der vom Arbeitgeber- verband deutscher Geiiieindc- und Koimuunalverbände vorgelegte Entwurf eines R c i ch S t a r i f V e r t r a g e s für die gemeindliche:'. Angestellten mit zur Beratung gestellt. Deutscher Trausportarbeiterverband. Sekt. l. HandelShilfSarbeller und-arbciterinncn der(Sruppe VI au» den Betriebe» der Herrenwäsche-, Krawatten- mid Sckirmbranche. Donnerstag 5'/, Uhr bei Witte, Post'lr. 29; Kruppenversammlung.— Vertrauensleute au« dem Papiergrotzhandel. Donnerstag 5 Uhr bei Peysaia, Melchiorftr. 15: Wichtige Sitzung.— Branche Fenster- und Meisingputzer. Freitag 5 Uhr: Brauchenversammlung im „Snglischeu Hof-, Alezanderstr. 27s.— Leilergerüstbaucr. Donnerstag 6 Uhr bei Lenz. Tegeler Weg 97: Vollversammlung. Zentraluorvnud der Fleischer. B e z i r l S o e r s a m m lu n g err. Heute: Neukölln— Britz 7 Uhr bei BalcwSki, Neukölln. Boddwftr. 57. Weigenlec— HeinerSdois 7 Uhr bei Leber. Weigeniee, Frledrich'lr. 37, Site Strenllraße. Charlotlcnburg— Wilmersdois 61/, Uhr bei Runnctd. Cbar- loltenburg, Fraunboserstr. 113, Ecke Hertzstraiw. D o n n e r S! a g- 7 Uhr Schöncbcrg— Friedenau— Steglitz bei Sero. Schöncderg, Fenriqilr. 16, unweit Ningbabnbos Schöneberg. Panlow— Niederlchönbauica 7 lldr bei Engel, Pankow, Müblenslr. 45. Freitag: 7 Uhr Reinickenhorf— Wittenau— Segel bei Pähl, Reinickcndors, Provinzstr. 113. Zcntralverband ber Angestellten. Heute: Fgchqruvv- tb iPost- und Telegrapbenaiigestellte). Funklionärsitzung 7 Uhr Verbandslokal. Bellen Alliance-Str. 7/10.— Fachgruppe 5b iPatenlanwoltsangciiclltc). Mit- gliederversammlung 7'/, Uhr Bierglockc, Bclle-Alliancc-Str. 196.— Fachgruppe 7 /Waren-, Kaushäuscr und Spezialgrschäste). Funllionärvcrsanim- jung 7'/i Uhr SchuItheitz-AuSschank, Neue Fakobslr. 24/25.— Fachgruppe 12o (Baumaterialien- Krotzhandel, Baumaterialien. Steine, Erde). Mitglieder- Versammlung 7'/« Ubr, Verbandslokal, Roter Saal, Belle-Alliance-Slr. 7/10. — Fachgruppe 16(Buch- und Zeitungsgewerbe, Papier-, Pappeuindiistrie und-Handel. Druckereien). Milgliederversammimig 7'/, Uhr Rosenthalcr Hos, Ziosenthaler Str. 11/12. BctriebSrätelurie der Afa. Der sür Donnerstag vorgesehcnc Be- triebsrälekursuS über Bilanz(Zlttz Naphtall) kann nicht stattfinden, da der Dozent beruslich verhindert ist. Der KurfnS findet Donnerstag, 14. Okt., 7 Uhr, im(Äeselllchastshause am Hackeschen Markt(Jugendsäle), Rosenlhakcr Straße 36, statt. Deutscher Wcrkmeifter-Verband. Fachgruppe Chemische Industrie. Sämtliche Werkmeister versammeln sich heute 7 Uhr in tzaverlands Fest» säten. Neue Friedrichslr. 3Z.— Fachgruppe der Schl-iscl. und Galvaniscur» meister. Sämtliche Werlmeister dieser Industrie Donnerstag Ö'/j Uhr im Schultheiß, Nclle Jakobstr. 24/25. Parteinachrichten. Unsere Bildungsarbeit lebt erfreulicherweise zum Beginn des Winters wieder überall ans. Der ZentralbildungsauSschuß ist gern bereit, die örtlichen Organ!» sationcii tatkräftig zu unterstützen und stellt Material sür die Bildungsarbeit jederzeit zur Verfügung. Insbesondere sei verwiesdu auf die Monatsschrift..Arbeiter» Bildung", die für alle BivungsavSschüsse und für jeden, der im Dienste der Arbeiterbewegung tätig ist oder sich im Sinne d«S Sozialismus weiterbilden will, eine Fülle fruchtbarer Anregungen cnthällt. Soeben beginnt ein neues Ouartal für den Bezug der Zeitschrift. Früher als-gewöhnlich— um noch rechtzeitig vor dem Parteitag zu erscheinen— ist Heft 4 herausgekommen, aus dejicu Inhalt wir hervorheben: Das Parteiprogramm von Adolf Braun; Wcltenwende von Ich. Schult(zur Einführung in den wissenschaftliche» � Sozialismus); Die Bildungsfrage und die „Akademie der Arbeil" von Hugo Sinzheimer; Eine Vor» tragSdisposinou zu Friedrich Engels' 100. Geburtstag von Eonrad Schmidt: Ludwig van Beethoven, eine VortragsdiSposit,on zu feinem 150. Geburlstao. von A. G u t l m a n n: Tie Erziehung zum Führer von W. P eise u. Tribüne der Jugend: Weimar und die Jungsozjalisten: die jungsozialistische Gemein- schafl und die aktive Parleiiatigkeir. Außerdem enthält das Heft noch Ueberstchten: für die Praxis der BildungSauS, chusse, Volke» Hochschule, Umschau, die jungsozialistische Bewegung. Die„Arbeiter» Bildung" wird am besten durch die Post bezogen und koste: pro Quartal 7,50 M._ Bull aller Welt. „Bismarck" ausgebrannt. Auf dem auf der Werst von Blohm und Boß aus Steinwärder iin Bau befindlichen Rieiendampscr „Bismarck" war heute nacht Großfeucr auSgebrockien. Der Dampfer ist inwendig ausgebrannt. Der.Bismarck" ist der größte Dampfer der Stell, faßt 55 000 Tonnen und soll laut Friedensvertrag abgeliefert werden. Verdächtige Galdseudungen. Frankfurt a. M., 5. Oktober. (PPN.) Einem Pariser Telegramm zufolge hatte der im Hafen von Boulogne eingetroffene'panische Dampfer Letrcl 6000 Kilo- gram», Goldbarren an Bord in einem Werte von 48 Biillionen Frantrn. Diese Ladung wurde in Reoal eingenommen, das Gold wurde sofort nach Lyon gesandt. Es ist u n beka n n t, für welche Rechnung die Sendung stattgefunden hat. öriefkaften üer Neüaktioa. (Sr. B. 1000. Fni?ldreßbuch 2. Band. Teil IV, Seile 60 und 61 finden Sie Briesmmtenhandluagen verzeichnet. WetterauSsichten für das mittlere Rorbbeutschland bis Donnerstag mittag. Vielfach heiter und trocken, fortdauernd kühl bei mäßigen Ostwinden. L-rantw. für den redatt. Teil! Dr. Werner Veisn, Charlottenvura: für tlnzeiaen: Td.«lecke, Berlin. Acrlaa: Vorwärls-Berlag D. m. v. P., Berlin. Druck: vor» wärts-Buchoruckeret u. SerlagSanktait Baut Singer u. Co., Berlin, Lnrdenktt.». Hier»» 1 Betlese. M Tiotiung»n> 12. uns 14. Oktober-WU ■nAWEimB für die Freiwilligen HiVlfl£nlC Sanitätskolonnen — vom Roten Kreuz— lOOCOO Los*— 4155 Geulln* i. Gesamtw. lOOOOO" 50000* KS II Rote Kreuz-Lose 3!? M.[S 36 M.] 1*0:10 und List« 90 l'tg. ertra. Zu habea In allen Lolt«rtcc*s»hlft*a und darch Lud« Müller& Co. Berlin W. 66, Werderaoher Merkt 10. Sr Phorosan- Heilinstitut für Maui-,OescliIecbtskranke u, Frauenleiden Uroßbeereastr. tj.• Ooaorrhöe-Bfhanälung nach dem neuen schmerzlosen Phorosan-Verf ahren. Sypbillshur. Streng wissenschajt- lich. Spez.-irxil. Leitung. Stperale Zimmer. Sprech- standen II— S außer Dienstag. Sonntags 10— lg.— Kurdauer siehe Broschüre:..Die üoaorrhäc und ihre Iwtltiegekur" AI. 3,—. Prospekt x,V" gegen Porto. Kristwnlsili« wird zu 94'/• In Zthlung genommen. Entzückende RlüSChmäntel auf Dam&ss6futter 1209, 1417, 1728 Seiden-Astrachan-Mäntel auf la Futter 682,794, 856 (Mime Pelzmflntei 39J5, 4825. 5900 Pracht-Ulster, molllO 156, 275. 396, 538 Mr einige Tage!! Impr. Seidenmäntel 250.- lmpr.Covertcoatmän}el229.- Kostüme auf Futter 241.- Modell-Kostflme 798.- Gesellschaftskleider 613.- Sportjacken v. 45.- bis 373.- Stoffröcke 55.- Gummimäntel für Damen und Herren 410, 540 Westmann 1. Geschäft: Berlin W, Mohrenstrasse 37a 2. Gesehäft: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str. 115 bei kleinster An- u. 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S306. Job. Will. Schul~ IB. Jenner, . Scbqlz. Potsdem, Breite Str. lt. j , Berlin-Britz, Hennemannstr. 3L J IjnvaliJrtaisweraifhgningl DasChrislüsptilemgtlöslI��'�rÄuVil In einer alten brientalfscnen Bibliothek ist ein Dokumentl gclund.worden, das ganz genau mitteilt, wer Jesus Christus! war: ein Bundeshruder des Essäerbunocs, einer Art! Freimanrervereinlgung. Es ist der Bericht des Aeltesten I diesesBu ndes in Jerusalem an den Aeltesten in Alexandrien. I Ein christlicher Priester versuchte bei der Entdeckung das I Dokument zu vernichten, da sich die ganzen mystischen| Wundergeschichten aul einmal ganz r.atOrlich erkllren. Die Vernichtung gelang Ihm aber nicht Dieser Beri Ist von Ferd. Schmidt ins Deutsche Obersetzt Kein 1 Denkender wl rd das Werk unbefriedigt aus der Hand legen, Preis Mk. 6�0 und Mk. 1,10 fr. Nachnahme. W» 3r. BCchcrkatalog gratis. Albrccbt Oeoatb, Verlag, lelptul