Nr. 499 ♦ 37. Jahrgang Ausgabe B Nr. 112 Bezug SvrctS: 8 etteltäfjrt. 30,— 3R;_ nmnatLlO,— W, tu: ins öaus, voraus ahidur. Pvii- vszuq Monaili» 10.— Ml. rrN. flu- ftelluugsqeolldr. Un»rKreu»dand fiti De«!ch>and und Oeftetrtidi 16, 0 M!. für das übttot Ausland dpi laqltd) einmal, fluliellunv 2t50 M zinUDf. fiellunqen nehmen in Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Slowakei, Dane- mark, öollano,.urcmbura. Schweden und al« Schwell.— iSmoetronen>>> die Voll» �elkunas.Pre'slllte. Der.Rorwarts� mi! der Sonniaq» beilage.Boll u. fleil�«richeini wachen- täglich zweimal Sonniaq» und Man- «igs-'nmau Zeiearamm-Adreffel jSojlalbcaotcat Berlin-. Abend Ansqabe Bccliucn OolKsblatt Anzelflenvreis: Die achtgewaltenr Nonvareil? ereile kostet?.— M., T enenmnszusMay »Aleine AnHeiqen" das ett- gedruckte Won 1.— M. lzuiäisig MN fettgedruckte-Wone». edes wenere Don 60 Pig. Etellenge ucde and TcklatsleUenanzeigen da? erst« Won SS Vig.. edes weitere Won 40 Pfg. Dane uver 15 Luckistaben �ädien süi -wei Worte. Teuerunasnn'chlao S>>/� �auulien-An�eigen für Abonnenten Zeile 2,— AU vvlitiiche und qe» wertickmsttiche Vereins- An ewen Z.— Mk. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen mr die nach')? Plummer müssen bis 6 Ahr naci immg» im HamttaelchStt. Veriw SN i Linden» ftraße 3. abgegeben werden. GeLffnsi von 9 Uhr irüh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdeniokratifchen partel Deutschlands Redoftion und Expedition: EW. 6$, Lindenltr. 3. Herninrertier: Nmi Morinvla«, Nr. IXI 80— Hai S7. Freitag, den 8. Oktober vorworts»verlog G.m.d. y., EW. bS, Sindenstr. 3. �rrnivrrcher! Amt Morittvian, Nr. 1 1?!>l!— 51. Die Entente rüstet am Rhein. ?m rheinischer Abgeordneter schreibt unS: Ter demnächst dem Reichstage zugehende NeichshauSholtS- plan entbält eine ganz ungeheuerliche Ziffer für die Kosten der gegnerischen Vesatznngstruppen und Ententekommissionen: 15 Milliarden Mark. Diese Summe beruht offensichtlich nur auf Schätzungen der zuständigen Ministerien. Ob sie ausreichen wird ist sehr zweifelhaft. Sicher ist nur, daß wir winde- stens 15 000 Millionen Mark allein für das Bcsatzungsheer und die Ententckommissionen. die es stch inmitten hungernder deutswer Städte wohl sein lassen, aufzubringen haben, Wenn wir als Soziallsten den Siegern an sich schon das Reckt absprechen, nach dem ssriedensschlnsse Teile Deutschlands besetzt und die Bevölkerung unter Ausnahmerecht zu halten. so bestreiten wir noch mebr die Notwendigkeit, so große Heeres- mästen im Rheinlande aufmarschieren zu lassen. Nach unseren vrioaten aber zuverlässigen Ermittelungen steht am Rbeln einHcervon 140000 bis 150 000 Soldaten. Eine so starke Armee ist unmöglich Vonnöten, um die ent- waffnete rheinische Bevölkerung, die ohne Arg ist, in Schach zu ballen. Ein mächtiges Heer verliert den Charakter einer Be- satzungstrupbe. die das durch den Rhcinstrom schon stark ge- schützte„k?austpfand" halten soll, sondern wirkt als Bedrohung der vorgelagerten Teile der deutschen Republik, und wird so auch im Rbeinlande allgemein empfunden. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Tatsache, daß d'e Militärs der Entente Vorbereitungen treffen, die unmöglich mit der Besatzung etwas zu tun haben können, sondern ganz klar da? Rheinland für den Aufmarsch gewaltiger Truvpenmossen, weit über die jetzt schon Hobe Starke binauS. vorbereiten sollen. Wir Rheinländer sehen diese Rüstungen, die im Reiche und seiner-Hauptstadt vielleicht nicht genügend beachtet werden, täglich vor uns. Einige dieser Vor- bereitungen mögen für sich sprechen: Bei Trier wird ein wert- - volles Gelände von riesigem Ausmaß für eine Feldbäckerei in Anspruch genommen, die täglich 400 000 Man» mit Brot versorgen kann, während doch die fetzige Besatzungs- armee nur rund 150 000 Köpfe zählt. Tie bestehenden deutsche» svlug Plätze reichen für die Bedürfnisse der Ententemilita- rillen nicht aus. Sic werden um zahlreiche neue vermehrt. Wem will man einreden, daß dies? vielen Flugplätze für das B e s a tz u n g S h e e r in einem- friedlichen Lande bestimmt seien? Neue Exerzierplätze, neue Truppen.. Übungsplätze, neue T r u p p e n I a g e r werden an- gefordert. Neue Kasernen werden gebont. Die gewiß nicht geringen Anlaacn. die der preußische Militarismus vor dem Kriege und während des Wcltringens in der rheinischen Grenz- Provinz geschaffen hatte, genüacn für die Heere nicht, die ans- zooen. um den preußischen Militarismus"> vernichten, und die unS nun selbll einen böchst gesteigerten Militarismus vorleben. Tiele riesenbasten Anlagen können unmöglich nur für Bc- sgtzungszwecke bestimmt lein. TaS gilt insbesondere für das I gewaltige Munitionslager, das bei Kaiserslautern ge- � plant ist. Es soll nicht weniger als 6 00 Hektar umfasse». Das gibt Raum für so viel Explosionsstoffe, daß man damit die gesamte rheinische Bevölkerung wegfegen könnte. Diese unübersehbaren Munitionsmengcn müssen für rechtsrheinische Pläne bestimmt sein.. Allein das MunitionSdepot bei Kalsers- lautern wird für eine Millionenarmee ausreichen. Ergänzt werden diese Rüstungen durch eine ander- wärts geplante große Tankanlage und durch Brücken- jbauübungen an Stellen, die für einen Rheinübergang großer Trupvenmasse» von jeher in Betracht gekommen sind. All diese Vorbereitungen sind keineswegs systemlos, sondern bilden eine wohlüberlegte militärische Kette von Anlagen am Rhein, die nach weitgcsieckten Plänen gekmivft ist. Nicht z» übersehen ist. daß diese Rüstungen kaum von Amerikanern und Briten, sondern fast ausschließlich von den Franzosen und Belgiern betrieben werden. Für uns Rheinländer bat dieser kriegerisch? Aufmarsch unmittelbar die Bedeutung, daß uns taufende Hektar frucht- baren Ackerlandes rücksichtslos entzogen werden und untere Er- nährnng noch mehr verschlechtert wird. Tie EinguartiernngS- last wächst und droht noch mebr zu wachsen. 5ln großen Städten werden gerade die Straßenzüge mit den geräumigsten Häusern für eine zwangsmäßiac Eingnartierung deutscher Zivilisten gesverrt. Ententcoffiziere. Unteroffiziere ldiese gegen das Rheinlandobkommen) werden mit ihren Familien und mit Tienerickiaft in den großen Wohnungen untergebracht, die ob- dachlose deutsche Familien aufnehmen könnten. So steigt die Wohnungsnot im Rbeinlande ins Unerträgliche., Was aber.bedeuten' diese Rüstungen für daS übrige Deutschland? Tie Antwort lautet wohl, daß wir im gegebenen Augenblick jede Zwangsmaßnahme zu gewärtigen baben. Mögen die heillosen Phantasten auf der äußersten Reckten und der alleräußersten Linken, die gerne von dem ..Bluff" der Entente schwätzen, sich gesagt sein lasten, daß die Vorbereitungen am Rhein sehe realer Natur stnd und im Ernst- falle auch eingesetzt weichen. Militaristen'vielen in solchen Dingen nicht. Für Moskauglänbige aber sei noch hin-" gefügt, daß nur geistig Blinde von einer baldigen Revolutio- nierung. der Ententesoldaten träumen können. E i n Kom- mandowort des Gencralissimns. und die wohlverpstcgtcn. reich- l'ch besoldeten, glänzend ausgerüsteten Mannschaften mar- schieren. Sind unseren Genossen in den Entente- landein diese militärischen R ii st u n g e n ihrer Regierungen bekannt? Wir Rheinländer richten unfern Not- und Warnungsrnf an die Friedensfreunde in all�er Welt u n d erwarten. daß er nicht aanz ungehört und nicht ohne Wir- kungverhallenwird. ........., ,1 I I Die �ussperrun«, im Zeitunasgewerbe. Nund Tkusgefpcrrtc. Der Kampf im Berl'ner Zeitungsgewerbe dauert unver- mindert fort. In fall allen, bürgerlichen Betrieben ruht die Arbeit. Außer den drei sozialistischen Zeitungen erscheinen . nur die..Germania", die„Deutsche Allgemeine Zeitung" und die„Deutsche Zeitung", die aber mit der heutigen Morgen- ausgäbe ihr Erscheinen eingestellt Hot, Nach unteren Jnkormationcn ist bei Scherl die Aus- sperrung vollständia durchgeführt, ähnlich liegen die Tinge bei Ii l l ll e i n u. E o.. bei Masse befindet sich der größte Teil des Per'onols auf der Straße, während die„Deutsche Tageszeitung" und die L i n d e n d r u ck e r e! lSch'ff- bauerdgmm) nur daS Zeitungsperional ausgesperrt haben. Nach porlöuügen Zählungen sind ausgesperrt: 3000 bis 4000 Transportarbeiter. 8000 Hilfsarbeiter,! 1000 bis 1200 Buchdrucker und 1000 Buchbinder. Da sich die Zahl der streikenden kaufmännischen Ange- stellten auf zirka 2500 beläuft, sind rund 11000 Kopf- und Handarbeiter am Kampf beteiligt. Heute � mittag beginnen im Reichsarbeitsmint- stekin m die ersten B"! Handlungen. Es ist zu boiwn daß die Parteien bald zu einer Einigung gelangen Werden. In der beutigcn Morgenausgabe, in der sie erklärt, ihren Betrieb gteichfalls einstellen zu wüsten, macht die..Deutsche Ze-timg" noch einen letzten Versuch, die Stimmung der Be- völkerung zu erregen, indem sie die Vermutung äußert, die Lahmlegung aller nichtrevolut'onären Zeillingen dien? zur „Vorbereitimg einer aanz großeHi Aktion". Dem« gegenüber sei festgestellt, daß die„nichtrevolutionären Zei- tungen" nicht wegen ihrer politischen Haltung lahmgelegt sind, sonde'n wegen der Nich'bewilliguna berechtigter Forde- -ningen ib-'er Jlngestellten. Der gute Wille der Verleger, den Komlikt beizulegen, wird aenüaen, um den gegenwärtigen Zustand, den auch wir als einen Itebelftand empfinden, zu be- leitigen. Tie Streikenden und Ausgesperrten wollen nicht die fNeinnngssreibeit vergewaltigen oder„eine� ganz große Aktion" vornehmen.. Sie wünschen vielmehr nichts als die Durchsetzung ihrer rein, gewerkschaftlichen Forde- r un a e n. Näheres üb"r den Stand der Aussperrung finden unsere Leser im gewerkschaftlichen Teil. Raumer übe? SvJsa'istekUNK. ktm HjiSsrfmß b;8 NeickÄvirtschafizraf? gib Minister v. Rai», in e r eine Erklürung ab, in der er bcstgtigte, dais da? Kabinett am 22. Jcpicmb»» die Vorlegung eines G-sebentwurfs über d>« Koblensozialisierung einsiimmig besKlossen habe. Er bemübte silli dann, dzn Widerspruch zwischen der Haltung der dentschvolkspartciischcn z-Zinistcr im Kabinett und in der Reichs- tagsfraktzon aufzuklären. Sommunislischer Parteitag. Kn der„Roi«n Fahne" ladet'Si« Zentrale der St P D. zu �.»nem Parteitag am 2. November nach Ver'in e'n. Aus der Tag-Sordnung stehen Referate von ThalLeimer, Lcvi, Brandler und Lange. Der öetriebsrätekongrest. Der erste Reichskongreß der Betriebsräte ist nach dreitägi- gen Verhandlungen zu Ende. Durch zahlreiche Klippen hin- durch ist er von den Genossen Graßniann und Auf- Häuser in einer Form gesteuert worden, die auch der stark organisierten und planmäßig vorstoßenden Opposition, soweit es die Zeit, die dem Kongreß zur Verfügung stand, irgend gestattet hat, weitesten Spielraum ließ. Ter Kom- munist Brandler, Richard Müller und der Rüste Losowsky haben sich bemühen können, die 1100 Konorcßte lnehmer mit ihrer Weltanschauung und ihren Aktionsvlänen b.kanntzu- machen, sowest sie ihnen überhaupt fremd waren. An energi- schen Versuchen, den Kongreß zu sprengen, hat cs nicht gefehlt, aber eine starke Majorität war von dem Bewußtsein getragen. dqß der Kongreß zu einem positiven Ergebnis kommen und ungeachtet der politiseben Differenzen innerhalb der sozio. listischcn Arbeiterschaft eine Organisation entstehen müsse, die Trägerin und F ü h r e r i n in den bevorstehen- den gewaltigen Kämpfen der Arbeiterschaft um die Erringung einer sozialistisch geleiteten Wirtschaft sein kann. � Die Referate Wisse k IL und HilferdingS haben dem Kongreß gezeigt, wie eS um die wirtschaftliche Existenz des deutschen Volke? bestellt ist. Sie baben nachgewiesen, daß die bisherige kapitalistische Wirtschaft unfähig ist, die ans dem Kriege gestellten Probleme zu lösen, daß die Soziali. s i e r u n g der reifen Wirtschaftszweiac und die planmäßige Zusaipmenfassung oller übrigcn Wirtfck aitSzweige zur Vorbereitung für' eine Sozialisterung erfolgen müsse. Bedeutet ober Sozialisterung Kontrolle der Produktion und der Güterverteilung durcki die Polksgesomtheit. dann müssen die in allen Betrieben gewählten Betriebsräte in den Stand gesetzt werden, diese Kontrolle als Organe der Allgemeinheil auch ausüben zu können, müssen sie sich das dazu notwendige Maß von Wissen verschaffen, miisten sie aber auch eine andere rechtliche Stellung erhalten, als sie das Betricbsrätcgesetz ihnen heute einräumt. Am 15.?!iini und 5. kluli hatte der„Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund" und die„A fa" ihre Organe ans dem ganzen Reich nach Berlin berufen, um die gewerksöbaftliche Zusammenfassung oller frei. gewerksöbaftlich organisierten B"triebSräte herbeizuführen. Richtlinien für die Zusammenfassung in einer gewcrk- schaftlichen BetriebSrätczentrale wurden geschaffen. Die A n- erkennung dieser Richtlinien für den Aufbau einer sich auf den Gewerkschaftsbau als inneren, festen Kern stützenden Be- triebsräteorganisation sollte der von 9 Millionen Arbeitern ae- wählte erste ReichSkongreß geben. Dieser gewwkschaftl'chen Be- triebsräteorganisation steht eine andere gegenüber, die aus dcnn Kongreß die Opposition darstellte. Sie will die Betriebsräte, gleichaültia ob sie überhaupt organisiert stnd oder welchen wirtschaftSfriedlichen Verbänden sie auch angehören, unabhängig von den Gewerkslhatten zu selbständigen politischen Kampk- organen, und die Gewerkschaften in Andustneverbände zu- sammenfasien. Die Ovposttion gibt sich dem Glauben bin, oder behauptet es wenigstens, daß es ihr in einer solchen Zcn- tral? aelingen würde, die gelben, christlichen und *5 i r sch- D Ii n ck e r s ch e n Betriebsräte zu revolutionären Betriebsräten umformen zu können. Der Kongreß ist in seiner übergroßen Mehrheit dieser Auffassung nicht be-aetreten und hat d'e selbständigen Betriebsräteaentralen abgelehnt. Da sich in Berlin. Halle, Düsseldorf usw. solcbe HMtondi- gen Zentralen bereits gebildet haben, ist mit der Ablehnuna seitens des Reickskongresies diese Opposition natürlich n-cht besest-at. Es ist vielmehr damit zu rechnen, daß sie den ibr. reichlich zur Versüaung stehenden revolutionären Phrasentz�wall zu weitesten Auswirkungen zu bringen weiter bemüht bleiben wird. Sie hat dem Konoreß mehrere Male aedrobt, daß ibre revolutionäre, auf den Bürgerkrieg eingestellte Organisation die G-werk'chgsten hinwegschwemmen wird. Den Höhepunkt diese? groben Kongresses bildete daS Duell deS Vorsitzenden der größten deutschen Gewe''''schgft, der Metallarbeiter, des der u. S. M D. angehörenden Robert D i ß m g n n, der das Hguvtreserat über hie„Aufgaben derBetriebSräte" b'elt und mit dem von der Ovvosit'vn aestevten Kommunisten B ran die r sich auseinandersetzte. Di ß mann stellte, in den Vordergrund daß eS nicht nur cw-, nnge, die Volt tifchc Macht an sich zu reißen, die notwendig ist. wenn die tllchciterschast mit irgendwelcher Aussicht auf Er- folg"ine llmst"llung der Wirtschaft zu einer planmäßigen durchsetzen will, sondern daß vor allem das Proletariat und die Betriebsräte reis aemack-t werden müllen, um ihre Macht. stellung auch im WirtschastSprozeß praktisch und erfolg. reich zur Geltung bringen zu können.« Brandler führte aus, daß die bisherigen Methoden deS Klassenkampfes zur Beseitigung des Kapitalismus nicht ge. nügen. In die alten Schläuche dürfe kein neuer Wein gegossen werden. Wie in der Natur die Zeit des Reifens genau be- grenzt ist und Ueberrcife Tod bedeutet, so bestehe auch in der sozialen Revolution die Gefahr der Uebsrreife und des Verfalles der revolutionären Kräfte. Die Nabelschnur müsse durchgebissen werden, damit das Kind selbständig leben könne; der Bürgerkrieg müsse kommen, um die alte kapitalistische Wirtschaft von der neu entstehenden sozialistischen loSzulöien. Die Sozialisten sähen die Wirklichkeit falsch und seien Wirk- lichkeitsfanatiker. Wenn die Kommunisten nicht den Staat zcrtrüimnern können, dann wollen sie wenigstens die kleinere Aufgabe lösen und die Gewerkschaften zertrümmern.— Wenn man diesen Packenden und blendenden Redner gehört hat, kann ' man begreifen, welchen gewaltigen Eindruck er auf einen u n. reifen Hörerkreis, vor allem auf Jugendliche, die das Leben und die Wesensvcrschiedenheiten der Menschen nickl kennen, auszuüben vermag. Der Rcichskongreß der Betriebs- röte'bat sich von seinen Ausführungen nicht boeinflullen lassen. B r a n d l e r brauchte das Gleichnis von der Geburt, er hat eZ falsch gedeutet. Das Kind deS hochentwickelten Tieres oder des Menschen braucht die Mutter, um bis zur Selbständiakert von' ihr genährt zu werden. Der Bürgerkrieg tötet die Mutter, die der Kapitalismus ist. Er muß den Sozialismus so lange nähren, bis das Kind selbst lebensfähig geworden ist. Zur Kontrolle der Produktion gehören Or- xane, die fähig sind, d'e'e Aufgabe, die ungeheuer fchww und verantwortungsvoll ist, auch zu übernehmen. T i ß- m a n y hat auch wiederholt darauf hingewiesen, daß die Mit- arbeit der a u a l i f i z i c r t e n Kopfarbeiter unentbehrlich ist und sie vor allem für den Sozialismus gewonnen werden müssen. Die Opposition bäte sich offenbar von der Hilfe des Russen L o s o w s k i einen besonderen Erfolg versprochen. . Der Kongreß gab ibm auch zweimal zu längeren Re- ieraten das Wort. WaS er vorbrachte, war den meisten Kongreßteilnehmern aus den Schriften über Sowjetrußland bekannt. Er verschwieg aber, daß in Rußland die Wirtschaft- I'che Diktatur die zur Wirtschaftsführrmg dort un- fähigen Fabrikkomitees beseitigt Hot. daß die rufstühen Betrieb-röte sich heute nur mit bescheidenen sozialen Auf- gaben befassen. Das Schlußwort des Kongresses sprach Aufhäuser, nachdem die zahlreichen Anträge zur Abstimmung gebracht waren. Gr wies darauf hin, daß nunmehr G e w e r k- schaffen und Betriebsräte das gemeinsame Funda- ment von diesem Kongreß erhasten haben, daß auf ihm die Gemeinschaft zwiickvn Kopf- und Handarbeitersi aufs neue besiegelt worden ist. Ter Kampf um die Sozialisierung fordert die Einheitsfront des Proletariats, das Unternehmertum sei gewarnt und möge sich bewußt sein, was auf dem Spiele stehe. Durch viele Kllppen und Brandimgen hindurch ist dieser Riefmkon-ireß, der den größten Arbeitseifer zeigte, zu gutem Ende geführt worden dank der jahrzehntelangen gewerkichaft- lichen Schulung der deirt'chen Arbeiterschaft. Ein erheblicher Teil der Betriebsräte stellt sich außerhalb der neuen Front. �Haffen wir. daß auch bei. ihnen die Einsicht kommt, daß nur '' eine wirkk'chc E j n k> echt? f r o nk den Tieg des Proletariats verbürgen kmn und es Pflicht der Minderheit ist, sich in den von der Mehrheit bcMvfsenen Bau einzufügen. Genf am 12. dezember. England besteht auf die Konferenz. P a r i S, 8. Oktober.(MTB.) Wie das„Echo de Paris" mitteilt, hat die französische von der englischen Regierung eine Note erhalten, in der Llovd George erklärt, die Mächte hätten sich verpflichtet, sich bei einer kommenden Konferenz, die sich mit der W i e d e r g u t- machungs frage beschäftige, durch Sachverständige ver- treten zu lasten. Sic bslligcn auch den Vorschlag, diese Kon- Städte. Von Erna B ü s i n g. Ttädte. oanz olcilv wie ibr N'me, ganz gleich wo he liegen, könne» liii4, als Hlner der. K.saickue von Menichcngei.tilrchiern. nn» endlich viel erzähle». Sie sind die Vewabrer mächiiger Ilefrcr» lieternngen, die Veliuil'�siänen ,wcrkeinsprechender Neuerungen, sie 'sind Wabrzeickcn des Verfalls oder Kronzeugen de» Wachstums. Auch wem in der Schule lein Lehrer die verichiedenen Arten der Baiu'tile erlläri hat, dem lönuen die Srädr« beredten Mundes viel verkünden. Er kann sogar zu ihnen in ein ganz inniges Verbälr» n>S kommen, indem er sie als Spiegelbild seiner eigenen gjesühle beuachlet. Die vergrößerte Stadt. Sie hat eine», in Zahlen ausgedrückt, einfach erdrückenden istächeninbalt. sie wird von Millionen Menschen bewohnt und ist doch nur eine vergröheite Siadl und keine Kroßktadt. denn dazu .gebärt?ale»l und das Hai sie nicht.. Alle» ist lyvisck angebaut. für eine Hochbahn oder St, aßen bahn Platz geschafft werden, so geschieht das sichtlich gcioaltiam»nd anklagend»n'chö». Sie hai keine eigene Killiiil: eine fremde Kultur aber a»f ihrem Boden zur Eigenkulinr werden zu lassen, dazu seblt ihr der Geist und eine fremde Kultur blindlings zu übernehmen und sich in sie einm- 'ühlen dazu seblt ihr eben daS Geiffhl. So ii't sie lose aneinander- -hängend, ein gewal'iam zusammengepreßtes Ganzes, das wieder zeiflich«. Hin und wieder kommt mal ein prunkenbei Prachtbau. Den si llte der KanilaliSmns dorthin als steingewordene Anbetung eigener Macht und. rühmende» Denkmal eigener volllommenbeit. Nid doch schlau dieie vergrößerte Stadt nur und Warlei aui den Er veckcr. Sie w.niet auf die aroße, alles umkaslende?b«e. die einer hin- ansichlenicri in die Menge lind die dtese Menge, von der das tleinste Teilchen gleichberechtigt ist. annimmt und zuiuckzibt in übertausendkachem Tank, der da rki: neusdöpfende Anregung, verschönender Ausbau, rukuitsiverheißende Verbei'icrungen. Das. gemütliche Städtchen. ES schläft. al>er nicht im Dornröschenschlaf, sondern bewußi DaS Lebe» da draußen in der 25eli ist'bin zu geräuichvoll. zu hart, dader>og cS die G.ud'iien zu. Seine Bewohner sind siamm- eingesessen. Sie ehren die alten Häuier und �lieben in'h»en die Gcichlchie der eigenen. sZamilie. Die Seine fühlen sich als eine große, weitverzweigte Gemeinde mit gemeinsamen Jnteresien. Sie freuen sich mit, daß der Sohn der alten Kathrin ldie da draußen vor den Toren ei» Stückchen Kaitoffelland bar), der al» KiiegS- gewinn ein Hol, dein be'am. der Muner jetzt wieder so geichäitig zur Hand gehen lann. Sie sind allesamt belümmerr, weil der • serenz auf den 12. Dezember festzusetzen. Weiterhin sei in der Note vorgcsä,'lugen, eine technische Konferenz abzuhalten, die den Charakter eines internationalen Kongresses halten solle. Diesem Kongreß solle die Kon- fcrcnz von Gens aus dem Fuße folgen, auf der die Pläne für cm endgültiges Abkommen zu Ende geführt werden kvuntcn._ TjAitstberin in Niga. Paris, 8. Oktober. Der Minister des Aeußern, S a p i e h a, trifft heute in Riga ein, um die Schluß v e r- h n n d l u» g e u mit T s ch i t s ch c r i u Persönlich zu leiten. Englisch-französtscher Druck auf Polen. Paris, 8. Oktober.(WTB.) Nach dem„Journal" hat Mi- nistcrpräsident L e h g u e s erklärt, das beständige Zusammen» arbeiten zwischen Frankreich und England sei die erste Grunobedingung für die Ansrechlerhaltung des Weltfriedens und deS wirtschaftlichen Wohlergehens von Europa. Er rechne damit. daß Polen bei seinem Vorgehen gegen Sowjetrußland den Vorschlägen Frankreichs und Englands folgen wird. Erst vorgestern habe der englische Botschafter in War- schau der polnischen Regierung eine Note übergeben, in der die bereits erteilt«, Ratschläge nochmals erneuert werden. �enöerson zur iristben Irage. London, 8. Oktober.(WDB.) In einem Briefe an die „Times" erklärt Arthur Henderson, daß in Irland eine nach dem Proportionalsystem gewählte gesetzgebende Versammlung einbcrufcn werden sollte. Aufgabe dieser Ber- saminkung würde der Entwurf einer Verfassung für Je- land sein, die auch für angemeffcnrn Schutz der Minder- Heiken zu sorge,, hätte. Henderson fügt hinzu, daß da? irische Volk durch den Beschluß einer Lostrriiniing von England mehr zu verlieren als zn gewinnen haben würde. Die Wirtschaft- lichen Interessen bildeten ei» unzertrennbare» Land zwischen Großbritannien und Irland. Smillie für üie Einigung. Paris, 8. Oktober. lWTB.) Nach einer Meldung de? „TempS" aus London hat S m i l l t e den Bergarbeitern den Rat erteilt, die Vorschläge der Griibenbesitzer anzunehmen, die alle erdenklichen Anstrengungen machten, um zu einem end- gültigen Abkommen zu gelangen. Ter Rat der Grubenbesitzer habe gestern die von seinen Vertretern den Bergarbeitern gemach- te» Zugeständnisse bewilligt. Tagung üer englischen Seeleute. London, 3. Oktober. Auf der Jahresversammlung des BurtdeS der englischen Seeleute ist gestern das Ergebnis ver A b. st i m m u n g über die Verstaatlichung der Schiffahrt und über den Anschluß an die Arbeiterpartei bekannt- gegeben worden. Der Vorschlag über die Verstaatlichung der Schiffahrt wurde mit 16 158 gegen 56S7 Stimmen bei 3788 Enthaltungen abgelehnt, der Anschluß an die Arbeiter- Partei wurde mit 13 091 geaen 6515 Stimmen bei 5000 Enthal- turigen angenommen. Der Vorsitzende Havelock Wilson erklärte, er habe sich dreißig Jahre dem Anschluß an die Arbeiterpartei widersetzt und sein« Ansicht darüber nicht geändert. Die Konferenz erklärte sich damit einverstanden. daß Wilson in dieser Frage weiterhin einen unabhängigen politischen Standpunkt einnehme. Die örüjseler Resolutionen. Platonischer Wunschzettel. Brsifsel, 8. Oktober.(WTB i Finanzkonferenz. Tie Entschließungen über die Wechselkurse besagen: Es ist außerordentlich wichtig, der Ausdehnung der Inflation ein Ziel zu fetzen. Die Regierungen müssen ihre Ausgaben nach größte Apfelbaum des Släolcben- wuiiiistiwige Frucht tränt. Sie sind heil'xoh datüber, doß der Färber de» Städtchens io schön blau färben kann und die Töchter ouS Bcllüchern jetzt Leiiienkietver be> kommen. Und die Pumpe ans dem Marktplatz ist leuchtend blank und selbst der Fremdling möchte sich dort waschen oder das Gemüse putzen. � So schuken sich die Bewohner, im gewollte» Einanderverstehen, ein gemütliches Städtchen, ohne jede Lächerlichleit. denn eS ist au» gemütvoll. D i e zopfige Stadt. Unser König ist groß und der liebe Gott ist sein bester Freund und„mon" bewobnt die zopfi e Stadt.„Man" ist meistens ei» ungreifbarer Dunst von Hochmut. Selbstüberhebung, Niedertracht. Kleinlichkeit und Klaischfuchi. Die Gudine» vor de» Fenstern werde» geblaut oder gecicinl. wenn„man" es tut. die Voi hänge sind blau oder ginn, w.-nn.man" gerade dieie Farbe licbi. Man stellt die gleichen Blumenarien vor die Fenster. Und es ist dächst autiällig und ans der Rolle rallend. wenn eine Fuchsia eher blübt. wenn ein Geranium teineii stammend roten BUimenlopf länger bält und wenn eine Paitloffelblume keift» Länie hat. Alles ist blitzblank, denn man ist sauber, nicht ouS innerem Be. nisniS oder Selbstvei ständlichkeit heraus, iondein weil.inan" eben sauber ist.„Man" hat eine ge- sicherte, angesehene Lebensstellung und umhüllt alles, was in der Seele und im Köllen ,UI Klärung drängt, mit dem Mantel der Zufriedenheit. Unier König �roß. der liebe Gott ist sein bester Freund und.man" lrägl Uni'orm. Die Sehnsucht nack»Lerbcsi» Hingen ist in ichlimiiien Fällen MajeslälSbcle'digung. in leichteren Gotteslästerung. Ich werde vier traurig und sage:.Doch einen Erinn-rung»- k> an, denen, die sich na» der Fre beit lehnten. In denen dieselbe Unruhe, die gleiche Sehnsucht., die gleiche Bcstimmiiug runi Kämpscn- mllffen für das Neue brannte, wie es in uns Ringenden brennt. Alle» das. was in unS lodert. eS log auch, nusflamnibereil. in ihnen und man hat eS erstickt. H,er herrichte die ieelenloS gleich- machende Uniior», un? nicht die Demokratie, die>n ihrer Gleich- machung gleiche» Recht umfaßt und Aui'chauungswerte zu schätzen weiß. Und während ich durch die ropsille Stadl gebe, denke i» an die erwüigien Seelen, du man lächelnd euuoidfte, aus Haß gegen alle» ander» Gesinnte. Ein nev-S französische» KunstauSstthrgrsetz, von Kammer und Senat angenommen, ist jetzt in Kraft getreten. Danach.bedürfen Kunstwerke'von nationalem Interesse zur Ausfuhr der Genehm!» gung de? Unterrichtsministeriums. Unter diese Bcst.mmung fallen Möbel, d'« vor 1830 entstanden, und Werke von länger a!S 20 Jahre verstorbenen Künstlern, sowie Ausgrabungen au» fran- ihren Einnahmen regeln. Die Banken sollten jclum voss- tischen Einfluß entzogen bleiben. Tie Vermehrung.?«» Gesamt- beiregeS der Kredite müßte ein Ende nehmen. Kredite däuien nur zur Befriedigung wirklicher: wirtschaftlicher Erfordernisse bewilligt werden. Der Handel sollte schleunigst von jeder Beauftichtiguitg und jeder im internationalen Handel abgeschafften B-'hrndcrung befreit werden. All« überflüssigen hkusgaben mützden vermiedet werden. Es ist zu w ü n s ch e n, daß die Länder zur G o. d w ä L- rung(I) zurückkehren. Tie Herabminderung der In f l a t i o n sollt« Schritt für Schritt mit größter Vorsicht eingeleitet werden. Die Konferenz zweifelt daran, daß der Versrch einer Festlegung des Golowertes gelingen könnte, und glaubt w d e r. an die Nützlichkeit eines internationalen Geldes n>ch an diejenige einer internationalen Rechnung- i.nheit. In Ländern ohne zentrale Notenbank sollte eine solche rrrichi«! werden. Jeder Versuch,. Schwankungen des WcchselkuiüS dixrck' eine k ü n st l: ch e Kontrolle der Operationen zu begrenzen. ist vergeblich und schädlich Man soll.-e eine» Au S schuf einsetzen, um weiterhin alle brauchbaren F, u.a uzsta t: sticken, welch« der Konferenz überreicht werden sind, zu- sammeln Die Kvmniissionen haben ihre Berichte heute der Vollversammlung vorlegen können. Die Berichte wurd'-n cinstimm>x angenommen. ES ist anzunehmen, daß die Konferenz air. F r« i tag nachmittag ihre Schlußsitzung abhalten wird. Der Kampf um öie„Freiheit*. In der„Freiheit" wird heute eine längere Zuschrift de? Vorsitzenden der Preßkommission Schwenk wiedergegeben. in der dargelegt wird, wie es zu der Meinungsverschiedenheit zwischen Preßkommission und Redaktion kam. In dem Schreiben beißt«S: Wir hatten keine Veranlassung, abzuwarten. waS der Parteitag in der Anschlußfrage beschließen würde. Tie Berliner haben entschieden, und zwar unzweideutig in unserem Sinne. Das ist ausschlaggebend, um so mehr, als, wie gesagt, nicht nur in der Anschlußfrage, sondexn ganz allge- mein die Haltung der Redaktion die schärf sie Mitzbilliguiig der Berliner Parteigenossen gefunden hat." Die„Freiheit" verweist wiederum darauf, daß über ihr Schicksal allein die ordnungsmäßige Vertretung der Parteigenosten Groß-Berlins zu bestimmen habe. Allerdings ist kaum anzunehmen, daß der„Freiheit" von dieser Seite bedeutende Unterstützung zuteil werden wird: denn an anderer Stelle muß sie selbst melden: In einer Generalversammlung des 12. Distrikts wurde ein Antrag angenommen, der der Redaktion der„Freiheit" d a S schür fst« Mißtrauen ausspricht. Im 9. Distrikt wurde durch eine Resolution der sofortige Rücktritt der„Freiheit"- Redaktion gefordert. Einschränkend bemerkt die„Freiheit" zu dieser Ent- schließung: Der uns zugegangene Bericht spricht davon, daß die Resolution' gegen 7 Stimmen angenommen worden sei. Wir sehen u«S daher gezwungen, festzustellen, daß vor der Abstimmung mindestens «in Drittel der Besucher den Saal verließ. Grund: Wüste Beschimpfungen und Drohungen durch die Auschlußbesür- worter. — was«in hübsches Bild über den Verlauf/ dieftr Persümm- lung gibt." Da? Ultimatum, da? von dem Vorsitzenden der Preßkommistion Schwenk der„Freilseit"-Redaktion überreicht und von dieser zurückgewiesen worden war, map bekanntlich mit 12 gegen 8 Stimmen bei einer Stimmenthaltung ange- nommen worden. Diese 9 Mann halten eS nunmehr für erforderlich, auch ihrerseits von her„Freiheit" ein beträchtliches Stück abzurücken, und die„Freiheit" siebt sich der wenig angenehmen Situation gegenüber, eine Erklärung der- 9 Maun zum Abdruck zu bringen, deren entscheidende Ein- leitungssätze lauten: Di« unterzeichnete.» Mitglieder der Preßkommiiston bakben gegen den Antrag auf sofortige Neubesetzung der Rcdak-, zösischem Boden. Die zurückgehaltenen Werke können vom Staat erworben werden, die zur Ausfuhr zugelassenen werden versteuert: zu 15 Proz. bei Werten bis 5000 Franken. 20 Proz. bis 2>? vO" Franken, 25 Proz. bei Werten über 20 000 Franken. LortragSlibrnd im Mristersaal. Alljährlich mit beginnender- Winter steigt aus der Tire die Schar jener Nam'-nloien hervor. die durch Appell an Presse unh Publikum dem fürchterlichen Un. beianntiein entr-sscn sein wollen. Zu ihnen gehört Theodora W c r t s ch, die eS verstand, ein guteö Programm mit einer Iluzu- 'länglichkcit vorzutragen, die lebhaftes Mitleid erw cktc. Der Kampf zwischen Wort und Bewegung, die Dissonanz zwischen Geste und Ausdruck sind so schreiend, daß auch der gutmütige Kritiker-ver. zweifelt auS dem Saal schlich. Das positive Ergebnis des Abends: Lest Rabindranath Tagore. d-esen feinsinnigen Schöpser, in dem sich Hölderlins und Nietzsches Elemente glücklch mtschcn, lest ib» still für Euch in Feierstunden! Fräulein Wertsch aber sei noch eine Elcmcntarlehre erteilt: ein Melodrama ist nicht d-e Summe auS Wort und Musik, sondern ist brder Verknüpfung. Ucberzäng. Der'chmelrung. Wäre ihr di:str Grund'atz bekannt, hätte sie Münchhausens„Todspieler" nicht so jämmerlich wii-hanve> können.-• wp. Tee tob Bdam». eine Dichtung un'ereS öfttn eichischen Gcnosien Franz Spund er, wird moraen, abend» 7><, llhr, von Hilde e g n e r im Meifleikaal aus dem G täa tnts zum Porlraa geöiachi. Das lyriidie Bu?-.Hymnen- von Spunde ill lelnir«-!! auM von uns anerlamil norden. l?in neues Buch Gcsän.ie.Astrulis- ist weben im Peilag Slracke Leipzig, erichwne».' Ädtouipielrrfireif. Fm»Neuen Tbeotei' l- F anksml a. M. in tn ge'nmlc Sotopcrio-ol am In nersiao abend bei voltielebtem Hanse plöd' lich in de» Antkiand aelicten. llr'nche iit die E li.islnna des Obmannes des Peti-el sioleS. die ans lein peiiänllchen vnüe.den rijotgl wm mll sin einer Bersemn.»»>1 des P. r-vnais. der auch de, DireUor benrohi le. wurde, ob»c daß die Dlieilw» g>bcr> wollen nai ker Sncit bew lo cn. Ein neues Orcheiier, da?„Berti, oven-O-chester---- vo-i iNuftkern deS Deulichen MusilerveidanoeS in Berlin gebildet woide.i. E-Z wird im Oben und Noiden Bcrl.n» Sympboiiie!oi,zei-lc n billigen P. eilen ver- annallen. Ais Kapellmeiiier wurde ge-oädll Li.-1>>ax Burlbardt. Der Arbeitsausschuß der �urpsreien!k-.ii> ikchau-Serlin IS-lri. kündigt für den t l. Olioder."bends 7'� Ilyr, eine groge?lüiiillei ver saminlun an. ln der der Mo. er Hermann Saudkubl über die tziiiysieic Unnsj. schau und ibre vedeut mg jür da» Leilincr Knnitlcbe» sprechen wird. Sie tarl in den ittugunc-Biktoria. Sälen. Luther'lr. i!l Neberdie Eniwirttung deSJmpresfionismus nnd Expr-essloni-mur mit Lichtbildern und Beinchen im Kronplinzr nvalaiS wird br. Kurth in der Kunitichule des Wellens iür Zeichnen und Maien'Pr che», begiiniend am Dienst«>. den>2. Oltober, na-tmillagS d Uhr. Veraustaltcrl» Emuy Statman», Kantflr. 154 a.• Der Gemütsmensch.®in Holländer, der zum erlterrmgi Rcwym bclua!e, sah eires Tage», dag die Häuier beflaggt waren und die Lenie mV Blumen nnd Kräi ze» aus die Friedhösc gingen Er fragre einen Amerl- lauer, was daS bedeute.„Es,:» der Deiora! onstag-, erklärte iom vteser. .Huben Sie ni r t auch j-mand au' dem Friedb.os. deisen Grab S e mit Blumen schmücken möchten?- Der Holländer schüttelte betrübt den Kops. „Die Leute, deren Grab ich schmücken«ächte, die sind noch nicht tot.'(LiseO tbn gestimmt. Wir haben keinen Ztwifel darüber gelassen, daß wir der Redaktion sachlich-kritisch gegenüberstehen. Lcdig- lich in der Frage der Moskauer Bedingungen stehen die unter- zeichneten Mitglieder der Prcsikommission mit der Redaktion einig zusammen. Tarüber hinaus behalten wir uns vollkommene Handlungsfreiheit vor.- Die„Freiheit" wird sich also darüber klar sein müssen, daß ihrer auch hier keine großen Sympathien harrer- * Als endgültiges Wahlergebnis der UrWahlen zum Halle. schen Parteitag wurden in Potsdam 4 Ii) Delegierte ge- wählt, die für Moskau, und 7 Delegierte, die gegen Moskau stimmten.— Pci der Urwahl in Essen wurden für den Anschluß 8926 Stimmen, gegen den Anschluß 684 Stimmen abgegeben. Auf die Liste der Anschlutzbesünvorter fallen 9 Mandate, auf die Liste der Anschlußgegner 1 Mandat.— Eine Mitgliederversammlung der Dairziger IL S P. D. erklärte sich gegen wenige Stimmen für den Anschluß an die drnte Internationale, lehnte aber die Moskauer Bedingungen ab, da sie undurchführbar seien. Urwahlen in Halle. Halle a. S., 8. Oktober. sE'gener Trahtbe nicht des.Vor. wäriS".)'Gestern fand in Halle d'e Urwahl zum Parteitage der Unabhängigen statt. Die Beieitlgung war ziemlich rege. Für Halle wurden inSaesamt 779S Stimmen abgegeben, davon 6438 Stimmen für die Moskauer Anlänger und 13S7 für die Moskaugegner. An Mandaten dütüten auf die Leniniünger tl und auf die Gegner- der Moskauer Bedingungen 2 entfallen. Die Zahlen für den übrigen Wahlkreis stehen noch aus. Es hat sich gezeigt, daß oie Ä r e. i§ g c n e r a l v e r s a m m l u n g, die im Pergan- genau Monat die Wahl zum Prrteilag vorgenommen hat, nicht das richtige Bild gegeben hat. doch wurden alle 13 Moskau- anhänget gewählt, und zwar mit einer Mehrheit von 245 zu ,8 Stimmen. .In der Redaktion des„Polksblaites" ist der Zwiespalt in der gestrigen Ausgabe offen zum Ausdruck gekommen. Man beschul- digt pch gegenseitig der Handhabung unlauterer Mittel im politischen Kampf. die Tragik öes Sozialismus. In einer in diesen Togen in Wien erschienen Schrift „Der Komps der ge'stigen Arbe ter", in der sich unser be- kannler Wiener Genosse 2)r. Mop Adler mit Problemen des K o p i t a l i s m u s und des Sozialismus unter be- souderer Berücksichtigung der sozialen und kulturlichen Not- löge der geistigen Arbeiter auseinandersept, kommt er auch auf di? allgemein feststellbare E n t t ä u s ch u n g zu sprechen die der Sozial smus seit der Revolution in Deutsch- land Oesterreich und Ruhland hervorgerufen habe. Adler begründet dies mit der tragischen Lage, in die der Sozialismus geraten ist und schreibt: Aber was hat es denn mit dieser„Enttäuschung" eigentlich für eine Bemand.nis? Die Arbeiter haben nämlich vu stehen gelernt, worin das begründet ist, was man die Enttäuschung am Soziglimus genannt haü Es wäre hoch an der Zeit, wenn auch die Gebildeten sich diese Erkenntnis zu eigen machten und, statt jortwährend von einem Versagen des Sozialismus zu reden, die ungeheure Tragik einsehen möchten, o-e den Sa- �.i zck l S-m u s in eine-Loge gebracht� hak,, in. der ep i.jHt so zu wirken vermag, wie cS stineu I b e« n esttsprichb Dep st a x�iDa- l i S m u S hat fein.HquS angezündet und wirft nun dem z'i a- Iis m uS vor, daß man auf der B r a n d st ä t t e n i w k woh- neu kann. Es ist schon oft dargelegt worden, aber es scheiyt, ge- wisse Wahrheiten müssen auch den geistigen Arbeitern immer wieder neu eingeschärft werden, um der Verschleimung der Gehirne ducch die gedankenlose Kritik der Gegner des Sozial'smus en:- llkgenzuarbcuen: die Tragik des Sozialismus liegt darin, daß er, der ein Svstrm der Verteilung de? Reichtums der Gc'rlischast ist. in einem Zeitpunkt ihrer grSstten Berarmung zu Macht und Einfluß gekommen ist. Was unterscheidet den Sozialismus, wie Marx und Engels lhü uns verstehen gelernt haben, vom Utopismus? Daß wir erkannt haben, wie seine Verwirklichung durch die/ E n t w i ck- lungShöhe des K a p i t a l i s m u S möglich geworden ist, weil die Produktivität der gesellschaftlichen Arbeij soweit gediehen war, daß nunmehr erst die auskömmliche Versorgung eines jeden einzelnen zu bewcrkstell'gcn war. Das blok-c Ideal der gerech en Verteilung und Sicherung chcr Existenz eines ztdcn grö e-'"chon Jahrhunderte früher, die ökonomische Möglichkeit ihrer Verwirklichung hat erst der pesellschastlickie Reichtum der entwickelien kapitalistischen Produktivkräfte ge st. tffen. Nun aber hat der Krieg diesen ganzen Reichtum ver- nichtet und d'e Produktivkräfie zersrört. So ist de n S o z i a l i 5- maS die widersinnige Roll« zugefallen, nicht als ein Spender all- gemeinen und erhöhten Wohlseins in die Welt zu kommen, fondern als ein strenger Sparmelster und R e ch u e r. der noch dazu sein« Rechnung nicht ahne den kapitalistischen Wirt machen kann, von dem er abhängig geblieben ist, solang« der I mp erialismuz der- Sieger st aaten nach ungebrochen dasteht. Wer diese T,r a g i k des Sozialismus einmal verstanden hat, d?r wirs anihören, von einem Versagen des Sczialism;S zu reden und die Arbeit des Sozialismus zu verlästern oder auch nur zu verkleinern, mit per er den Kampf für den Aufbau sein« neuen Gesellschaft trotzdem auf dieser fast alles BmimawrialS beraubten Trümmer st ätte begonnen Hai. Er wird rielmchr e-.?ennen, daß'es nur die Staubwolken des Zusammen- stürz es der alten Welt sind, die eine Zei'lang a-e Strc hlen de: Senne des Sozialismus abblenden. Sicherlich ist es Hitler für uns Menschen von heute, in diestm Staube uns Licht und Luft keuemmen zu»eben. Aber der Sozialismus ist nicht die Ange- l-aenbeit bloß einer Generation. Wer sich— sei er Kopf- oder Handarbeiter— den in den AnZganassätzen der Adler'chen Ausführungen enthaltenen Gedankengang zu eigen mackit, wird stestr in das Seien des Sozialismus eindringen als diejenigen, die in ihm nur eine A u g e�n b l i ck s s a ch e erblicken zu sollen meinen und nicht ein-System von ewiger Tauer und bleibendem Werte. Tic B.rfassunggebcnde Versammlung Danzizs verabschiedete gestern nach dreitägiger Beratung ein Gesetz, beireffend die El ektrizitäts Wirtschaft in der künstigen' Freien Stadt D a n z i g. Dg? Gesetz sieht die llebertührung aller Im Gebiete der Freien Stadt Danyg befindlichen privaten Kraftwerke in die Hand des Freistaates vor, um so in Anbetracht der großen Kohlen not die größte wiristkwtliche Ausnützung der Wasserkräfte;u erreichen. Da? Gesetz tritt sofort in Kraft. Hoover gegen Wilson. Dcr frühere Lebensmirtelkontroll ur S» o v e r hat sich von Wilson loSaoiagt und P a r s e i für H Ording ergriffen. Er null am Sonnabend eine Rede halten und dabei Enthüllungen über Wilsons Rolle während des Krieges vorbringen. Groß-�erün Sa!omo auf öem Wohnungsamt. Die Wohnungsnot bescherte uns ein Wohnungsamt. Wer aber annimmt, daß dieses Wohnungsamt dem Heimfrieden des Bürgers dient, der irrt sich. Leute, die froh sind, ein Dach über dem Kopfe zu haben, werden von Heim und Herd vertrieben, wie damals Adam und Eva aus dem PacadieZ, und sollen dadurch enscheineua die Wohnungskalamträt vergrößern Helsen gegen ihren, durch vev- tragliche Abmachungen unterstützten Willen.' ES bandelt sich in unserem Falle um eine W'htiung, deren Inhaberin verstorben lvar, und die daraus von der Toch'cr der Ve'- blichcnen unter Zustandekommen eine? M!etvertr.-izs ordnungs- mäß:g neu gemietet wurde. Nebenbei sei gasagt, daß die Ver- storbene eines ihrer Zimmer einer Aflermieterin vew' letet hatte, dte auch nach dem Tode der alten Frau würde ir. hner» bleibet können, wenn das Wohnungsamt den Mietvertrag zw st' che n der Tgcbter der Gestorbenen und der Hauswirtin nicht iür ungültig erklärt hätte. Balde, die Tochter und die Arterrn-estn in wollten sich außerdem in Kürze verheiraten� wenn sie nach ihrer Ehe- schlrcßung in der Wohnung gemeinsam verbleiben konnten. Weshalb aber weist ihnen das Wohnungsamt die Tür? Um den— gleichen Esteft zu erreichen! Es will nämlich auch zufällig zwei Ehepaare nebeneinander unterbringen. Bei Gott, das scheint ein wahrhaft salomonisches Urteil: Zwei Menschen zr'gt man d'e Stell«, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat, nur testoegcn. weil ihre Partner einige Wochen eher zum Standesam. gingen, wie sie es zu tun gewillt sind.... Wieder ist hier ein« Behörde �umständlich wie häufig tn der seligen Kartoffelversco-gung. wo die Ntchtsclbstversorger»ländlicher Gemeinschaften ihre Erdäpfel nstbt etwa aus dem Dorfe.stn dem'sie wohnten, beziehen dursten, sondern die Tinger aus ganz entlegenen Provinzen bekamen.... O heiliger Bureaukratismus, was für ein Unhstl richtest bl hier wieder an! Bedenke doch, daß das mittellose Mädchen, das du tn der mütterlichen Wohnung nicht dulden magst, mehrere hun- dert Mark für Umzugskosten aufbringen mutz, daß es sbn ererbtes gediegenes Mobiliar vielleicht verkleinern muß, erste iS um Geld für den unnötigen Auszug zu erhalten, zweitens deswegen, weil es eine Zweizimmereinrichtung unmöglich in das Stübchcn hinein- zwingt, was du ihr großmütig anweisen wirst Drittens trittst du wie ein Eunliche zwischen vier Menschen, die einand-.r vereinen wollen fürs Lebei,... Und das alles nur, weil irgendeins deiner vielen Gebote vielleicht ein wenig verletzt wird. Erstrebt wird ja auch nur der gleiche Erfolg, dte Uwcrbiinguug von vier Menschen, nur auf eine Ivcniger umständliche Art! Oder liebst du Umständlichkeiten?... Nun, dann laß, bitt-, wenigstens naive Gemüter nicht darunter leiden. «Tie meinen nämlich, der gerade Weg sei der beste. � Ter Stand der Arbeitslosistkeit. In der Metall- unv Holzindustrie herrschst noch immer Stille verbunden mit einer Steigerung der Arbeitslosigkeit. Größere Betriebe der Lederindustrie haben abermals Be- tricbseinschränkungen und Entlassungen vorgenommen. Für Bäcker und Schlächter ist der Arbcitsmarkt noch immer un- günstig. Die Schokoladenindustrie verlangle Hilfskräfte und Konditoren infolge vermehrter Tätigkeit. Auch in den Brauerei an hat eine Ausbchnung der Betriebe stattgefunden. Die Textilbranche zeigte eine kleine Belebung. Damen» koniektion und Wäsche waren als Saisonartikel gcfragter.- Nach Büglern und Zuschneidernbestand Nachfrage. Auch im Schuh- m a che rgew erbe hat sich der Beschäftigungsgrad etwas ge- bessert. Dagegen hat er sich im Baugewerbe, im Tiefbau, Gast Wirtsgewerbe, in' der Luxus waren brauche nicht gebessert. Töpfer, Dachdecker, Klempner standen schneller Arbeit. Im HandclSgewerbe ist die Arbeitslosigkeit noch groß, wenn auch die Nachfrage nach Transportarbeitern noch anhält. AuslandSwagen im Winterfahrplan. Die durchlaufen- den Wagen in Verkehr mit dem Ausland werden wieder mehr und mehr vermehrt. Der Winterfahrplan bringt eine Reihe von derartigen Einrichtungen, insbesondere im Verkehr mit Holland und Belgien. Durchlaufende Züge gibt es nicht nur zwischen Amsterdam und Berlin, sondern auch zwischen Amster- dam und Dresden. Kurswagen 1. und 2. Klasse laufen zwischen Berlin und Rotterdam, Dresden und Rotterdam, Leipzig und Amsterdam, Berlin und Paris, Berlin und Ostcnde, Genua und Amsterdam usw. Durchlaufende Wagen aller drei Klassen sind vorgesehen zwiscken Berlin und Ostcnde, Berlin, Brüssel und Paris, Berlin und Zürich usw. Durchlanscndc Wagen 2. und 3. Klasse werden durchgeführt zwischen Berl n und Antwerpen, Stuttgart und Eger. Durchgehende Wagen 3. Klosie findin sich im Wintersahrplan zwischen Berlin und Pars sowie München und Stvaßburg. Schlafwagen laufen zwischen Berlin und Rotterdam, Hamburg und Rotterdam, sowie Würzburg und Amsterdam. Speise- wagen gibt es im Durchgangsverkehr zwischen Amsterdam und Berlin sowie Wien und Würzburg. Abonniert öen„vorwärts"! Ter„Vorwärstz", das Acntralorgan der Sozialbsmokrati- schon Partei, kämpft für Demokratie und gemeinsam« Be- freiung aller körperlich und geistig Arbeitenden von kapi- t a l i st- s ch e r G e l d i a ck b e r r s ch a f t. Er liefert ihnen die Waffen für diesen Kampf durch grundsätzliche Aufklärung und rascheste Vermittlung aller Nachrichten von, allen Gebstten des politischen, wirtschaftlichen und geistigen Löbens. Das Abonnement kann sokort beginnen, es kostet monast- lich 10 M., für den Rest des Monats Oktober nur 0,65 M. Folgenden Zettel wolle man ausschneiden nn-d ausgefüllt der Erpedition des„Vorwärts", Berlin SW. 68, Linidenstr. 3, zusenden. Jlb abonniere ab heute den„Vorwärts" mit der illustrierten Svnntagsbeiloge„Voll und Zeil" in Groß-Berlin täglich zweimal frei inS Haus für 6,65 Mark für Okiober. Außerhalb Groß-BcrlinS Wohnende wollen beim Postamt ihres Wvhnortes bestellen. Name--- Wohnung:————- - I- Straße Nr__ vorn- Hof— Ouergeb.— Seitenfl.— Tr. links— rechts. bei_______________ Selbstmord auf Bahnhof Nürnberger Platz. Ein aufregend« Vorfall ereignete sich heute früh auf dem Untergrund- ba hn h ost Nürnberger Platz. Dort sprang der Kaufmann Walter K i n s r y, Spichernstr. 16, vor den um 7,45 vom Fehpbellrner! Platz einfahrenden Zuge. Er wurde noch etwa 60 Meter wert mrt- geschleift und'dann schwerverletzt hervorgeholt. Da der Selbstmörder noch Lebenszeichen von sich gab, wurde« von der inzwischen alarmierten Feuerwehr nach dem Krankenhaus in d�r Achenbachstvaße gebracht. Durch diesen Vorfall trat zwischen Wittcnbcrgplatz und Fehrbelliner Platz eine halbstündige Be- triebsstorung ein. Der Tod in der Badewanne. Auf sehr eigentümliche Weise hat der 19 Jahre alte Kaustmannslehrling Welter Sternsdorstf aus der Ncanderstr. 4 seinem Leben ein Ende gesetzt. Der junge Mann, der dort bei seinem Onkel wohnte, war sehr nervenleidend und äußerte schon wiederholt Selbstmordgedanken. Als er gestern nachmittag allein in der Wohnung war, füllte er die Bade- wanne mit Wasser, stieg-dann in diese hinein und schoß sich � ein« Kugel in den Kopf. Ein sofort hinzugezogen« Arzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Berkauf eiue« große» Berlin« Warenhause«. T>aS Waren- hau? Julius Loewenberg u. Co., Verlin, Swinemünder Str. 86, ist, wie die.Zeitschrist für Waren- und Kaufhäuser" mitteilt, in den Besitz des Warenhauses Ury Gebrüder in Leipzig übergegangen. Die Firma hat das gesamte Wavenlag« mit Ein- richtung sowie das Grundstück erworben und führt es unverändert unter der Firma Juliu» Loewenberg u. Co. weiter. Der Leiter deS bisherigen EinkaufshamseS in Berlin, Julius Herz,-hat die Leitung übernommen. Bermitzt wird seit Freitag, den 1. Okiob« d. I.. tue 18jäh- rige Martha G., wohnhast Berlin, Steinmetzstraste, bei den Eltern. Sie Hai bei ihrem Fortgang Selbstmordäbsichten geäußert. Bekleidet war sie mit einem feldgrauen Kostüm, we'ßer Bluse. hohen braunen Stiefeln und braunen Florstrümvfen. Sie: trug einen gelblichen Litzen Hut mit grüner Bor.ieneinfassung. Tie Per- mißte ist kräftig entwickelt und hat dunkelblondes Haar Wer von ihrem Aufenthalt irgendwelche Kenntnis hat, wird dt i-gend ersucht, Mitteilungen, eventuell gegen Belohnung, an W. Landmonn. Neukölln,'Selchower Straße 6, zu richten. Grünau. In der Generalversammlung de? Sozialdemokratischen Wahlvereins erstattete Genosse Osto Mielenz den Bericht von der am 12. September stattgefundenen Bezirksver- samnAung Groß-Berlin. Sodann- gab der Vorsitzende Genosse Blubme den Gescbästshtzrjcht. Er führte in kurzen � Zügen aus, wie der Wablverein nach der Revolution von kleinen Anftigea es heute zu einem der größten Vereine der südöstlichen Vor- vtte gebracht hat, und dankte den Genossen fijr ihre rege Täligkeit. Nachdem der Kassierer. Genoste Werner, den Kassenbericht erstattete, fand die Nk awahl des Ab'eilungsvorstandeS statt, in der dte Genossen Otto Mielenz zum 1. Vorsitzenden, Friedrich Albrecht zum 2. Vorsitzenden, Carl Müller zum Schriftführer, Hermann Müller zum 1. Kassierer. Wilhelm Albrecht zum 2. Kassierer, Paul Prosetzki und Genossin Sclma Scholz zu Beisitzern, die Genossen H. Brandt, GenZki Kietzcr, Vischel und Genossin Kassner zu B'czkrkSführern, die Genost: i Garisch, Slreichert, Werner und Stahlberq zu Revisoren und die Genossen Streichert. Tilgner, Prosetzki, Garisch und die Genossin Mielenz in den Bildungsausschuß gewählt wurden. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrist, liegt der heutigen Postouflage bei.. Zur Gründung eines Elteenbunbe? für die weltliche Schule fordert in einem Aufruf die Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte von Steglitz. Lankwitz und 2 i ch t e r f e l d e der S- P. D. uud.der.lL S- P. D. auf..Dem Ausruf.sind am Schluß zwei For- .mulare beigefügt, auf welchen her Beitritt zum Elternbund für ' westliche Schule erklärt und. ein die Schul« besuchendes Kind vom Religionsunterricht abgemeldet wenden kann. Der sozialistische Pfarrer Pleirr bält am Tonntag. jO. Oktober, morgens 10 Ubr,«einen nächsten Borstag in der Trinilatisrirche in Tba-- lotstnbura. Karl-Augusl-Platz, ab. Er bebandelt das Thema:„Liebe und Gott-. Mittwoch, den 13. d. M.. abend» 7'/, Ubr, stricht Bleier in der Aula des Kasserin-Augusta-GymnasiumS, Cdarloitcnburg.'Eauer Str. ZK(unweit Beiliner Straße) über da» Thema:„Der KommiinismuS deS Urchristentums und die 3. Intel nationale". Zahlreicher Besuch erwünscht Die Verliner Ortsgruppe des Verbandes VberechtSrefoew. der die Scheidungserleichterungen der getrennt lebenden Ebe-wtten erstrebt. bält am TienStog. 13. Oktober, In seinem VereinSlotal, Ltnkhalle. Linp'st. 13, die nächste Sitzrng ab. Die RecktSberatung liegt in den Hände» pon NcchtSnnwalt Dr. Konrad Mendelsohn,©enihlnet Straße 33. Gälte und Interessenten sind willkommen. Groß-Serliner parteknachrschten. Morgen, S. Oktober: NiederschSnbanse». 7',. Uhr im.WilhelmShos-, Kaiser-Wilhelm- -tiijije 61: Fuuklstnälsitzung. OewerMastsbewegung verhanölungen im Zeitungsstreik. Die streikenden Angestelldc-n des Zestungsgewerbes hatten sich heute morgen wieder äußerst zahlreich im„Deutschen Hof" versammelt. G u i a r d referierte. Er detonte, daß es sich jetzt nach der Aussperrung des Druckereipersonals, das so überaus glänzend seine Solidarität bewiesen habe, um einen Kampf aller Arbeitnehmer des Zeitungsgewerbes gegen die Arbcitgebcrschaft Handel«. Gestern habe sich das R c i ch s a r be it s m i n i st e ri u m zu Verhasidlungen be- reiterklärt. Die Sitzung war auf 4 Uhr angesetzt, wurde aber. plötzlich wieder abgesagt, weil die Arbeitgeber augenblicklich keine Zeit hatten. Nach dem Stande des Streiks und der Stimmungder Streikenden hätten diese natür- lich keinen Anlaß, um Vermittlung zu betteln. Die vorn Reichsarbeitsministerium angeregten Verhandlungen sollen heute mittag im Ministerium stattfinden. Es bandest sich dabei'aber nicht um ein Schlichtungsverfahren,.sondenr lediglich um die Unterbreitung der Meinungen beider Parteien an das Arbeitsministerium, das dann eine Ein'gung anbahnen will. Die Vertreter der An- gestellten werden den in der gestrigen Resoluston einge- nowmenen Standpunkt vertreten, daß der Schieds- spruch des Schlichtungsausschusses«ine Grundlage für Verhandlungen bietet. Das Wertvollste, was der Streik bisher ergeben habe, sei die Stärkung der Interessengemeinschaft zwischen Handarbeiterschaft und Kopfar- beiterschaft.(Stürmischer Beifall.) Aus Kollegen- kreisen sei angefragt worden, wie es mit der B e s e i t i gu n g d e r D ifferenzierung der Löhne zwischen den An- gestellten der Annoncenexpeditionen und den übrigen Ange- stellten des Zcijnngsgewerbes stehe. Darauf könne Redner nur kmen, daß die Vertretung der Angestelltenschaft bei allen Verhandlungen bestrebt sei imd stets bestrebt sein werde, die aufgezwimgene und unhaltbare Differenzierung zu besei- t l g e n. l Lebhafte Zustimmung.) Tie Diskussion ergab, daß die Versammelten nach wie vor von bester Kampfes st immung beseelt sind. ' Nm Sonnabend früh 9 Uhr w�rd km„DeAtschen Hof". Luckauer Strohe, derBeri�htvondenVerhand- lungen beim Reichsarbeltsmin'lsterium ge- geben,_ Schiedsspruch im Einzelhandel.- Im ReichSarbeitSmitristerium wurde gestern nach stunden- langer Verhandlung ein Schiedsspruch gefällt, der die F o r- derungen der Arbeitgeber auf Lohnabbau der Gehälter der Lehrlinge und jugendlichen Angestellten ab- teh n t e. Der Schiedsspruch bringt Weiler zum Ausdruck, dah die gegenwärtig geltenden Gehaltssa�e bis zum 31. Dezember 1320 verlängert werden, und daß lediglich die verheirateten An- gestellten ein« zehnprozeniige Gehaltszulage erhalten sollen. Heber die Einzelheiten dieses Schiedsspruches wird in einer demnächst stattfindenden Versammlung Bericht erstattet werden, und die Angestellten werden alsdann über diesen Schiedsspruch abstimmen müssen. Wir bitten, �ie Anzeigen in den Tageszeitungen in den nächsten Tagen zu beachten. Vor Aufforderung unsererseits ist keinerlei Abstimmung in den Betrieben vorzunehmen. Zentral- verband der Angestellten. Der Bericht über den BetriebSrätekongres? in der heutigen Morgenausgabe enthält einen Druckfehler. Ter zweite Referent zu dem Thema..Aufgaben der Betriebsräte" war N ö r p e l von Der Afa und nicht Hörpel.'' Genosse Müller, Landarbeiterbertreier, legt Wert darauf. festzustellen, daß er am 7. Oktober ausgeführt hat:„Aber durch die Freigabe des Deputats der Landarbeiter ist der Allgemeinheit ein hohes Maß an Brotgetreide entzogen, das größtenteils der Verfüttcrung anheimfällt. Den Deputatempfängcrn ist ja hierdurc* ein Anreiz dazu gegeben. Nchtuug. ausgesperrte Buchbinder der Zeitungsbetriebe! Heute SUbi: Branchenvcuammlung im.tSen-ertlchaslSdauS'. Ausgesperrt« müssei. vollzöhtig erscheinen. Die Branchenteitung. !?cranlw. sllr den rednkt. Teil � Tr Werner Pciscr, llharlottenburg: tllr Anzeigen Tin viluckc. Berlin, ünlag: Vorwürls-iveriag i». m d. H. Berlin Truck«er waelz.i'uchdnickerei u«erlaasaiislall Bau!-inner u. Co Berti.» Cinvenilr. Z immiT. 78 Lachmann& Scholz lltlozli'slZe i Warenhaus E Ullsteln- Sebnirtmuster der Neue Katalog erschienen Sämtliche Zutaten für Ullstein-Schnittmuster vorhanden. Der Winter kommt Damen-Schlupfbeinkleider.. 47i0 m. Damen-Westen...... 5500 4 800 m. Damen-Westen mit Arm 9000 8 200 m. BnÄDaraen-Beinkleider 62°° 5600 m. Wollne Herren-Westen I2500 1 00 00 m. Herren-Normal-Beinkleider.. 2730 m. Herren-Futter-Beinkleider..4350 m. Kerren-Futter-Hemden .51 00 M. Flanell für Hemden und Blusen............ 1850m. Extra warmer Molton-Unterrock, ausianguettiert "—] Hau»erlange Wabattmarkenl j— 37 50 M. Solange Vorrat, empfehle ich: Tollreis... m 5.00 Tafelreis.« 5.50 Tafelreis I. PM 6.00 Ililriii-Efta-B.25 WeiOe Bohnen 1.90 Kakao.g!r"n 20.00 V« Pfund 5.00 Böstkaffee 28 JO reinsdhmeckend Pfd. '/« Pfund 7.00 und 7.60 Haferbackmeiilpfd. 3.50 Hafergrütze p» 2.90 Haferfloekenpf2.75 Maisgrieß w 4.75 Maisniehl Sin?fls!en• Schuhwaren gelangen heute und folgende Tage zum Verkauf, soweit Vorrat reicht Ein Posten Kinder-Stiefel SJÄÄ GrOOe 27/30, Jü. 29.50 Größe 81/85, M. 33.50 Ein Posten Damen-Stiefel... n. 145.— Diverse Halbschuhe rotbraun L«ck.. n. 98.50 Ein Posten Herren-Stiefel... 165.— Jeder Weg lohnt sich nach SchuhhausJinnlzeM ßroje Jrankfurter Str. 83, Sehe Marsiüasstr. !! Einmalige Gelegenheit!! Verkauf unter Engrospreis! Damen-illSter moderne, weiche Stoffe 125, 165, 235, 300 M. Mädchen- u. Kindermäntel warme, flauschige Stoffe 42, 56, 68, 80 M. Seiden-Astrachau-Mäntel auf gutem Futter..... 625, 7SO M. Böcke aus zuten, haltbaren Stoffen 42, 55, 7 5 iW. HOCfe Kammgarn und Gabardine 135, 165, 180 M. » Maß-Anfertigung:: Seidenplßsche, Astrachan, Damen- und Berren- llsterstoffe, KostOm- und Rockstoffe. Seiden- und Futterstoffe zd anerkannt billigen Freisen. Faul Harle 79 Warschauer Straße 79 ""pfd! 4.75 aineri!i.]{alb{leisch-Wnrstc!ieii Dose(zirka 12 bis 14 Stück) M. 8.00 Naben Sie Kopfschmerzen! oder Drücken Ober den Augen, so warten Sie nicht, bis sich die Beschwerden ateigern, sondern lassen Sie rechtzeit.g Ihre Au'en uniersuchen.!n den meisten Fällen hebt ein sorgfältig angfpaBtes Augenglas a"e Beschwerden OptikermeisterMaxTrusch,DrGSdenerStr.131(aniKoiibiiserIcrj prim gewissenhaft Ihre Sehkraft vollständig kostenlos und garantiert für gute, pa sende Au engläder(üubie-F. s-ung von 15 Mark, Nickelfassufu von 6,50 Mark an) Flache Gläser 10 Mark, gebogene Giaser 23 Mark pro Paar. Scheuen Sie nicht d e Meine Mühe und lassen Sie rechi hald Inre\men prj.en.______ fahrradgumml wieder bllUaerl Neue Laufmäntel.»x», 55 M.. 60 IN., 65 itt., 75 IH. Luftschläuche 20 M., 25 M. TeV.VAnwBi,"5;™?."'b üeukölln Kemaanstr. 233, SckeSiebricbstr. I Damen- Winter- jutintet mobetne, mollige Stoffe ftoftümcdtfe...... Elandig billige(Beleg Joh.Zarnke.ühfliioKiig Moberne, mollige Stoffe oen Alt. 125 an KoftUrnrSlke...... von ntf. 55 an Stanbig billige Gelegenheitakaufe. Saiser-Friedrichstr. HO, ,, Ecke Wallsirabt. I�eue Herrenfahrräcler mir Gummiheneiknus 550 FA. JBleeante Toaronrüder mit priraa Gummibereüung,<7 Crt M fi CO M Freilaut mit Küoktrittbremse, Glocke und Laterne.... iTlog OöV iTB» Neue Damenfahrräder m. pr. Gummibcreifuns 650 M# Gebranchte Bllclop, �r. Auswahl. Kapbid-Tlschlampan 3, 4.50, 10, 15. 25 51. Pnma Karbid Kilo 5 M.. ERNST MACHNOW, Weinmeisterstraße 14. GrtfUteH Fahrradhaas Berlin». 158K Brillantsn Platina 1 1 Gold | i Silber [ Uhreu.Kctten, Seblsie rc. iausl zum höchst. Tagcspr. $Mm& BrsiStke Eharlottenburg, Cai-delnurnnstr. 53. 1 Sei W!Ih.«SIS. IM Bz? Elektro-Motore VelUinae-Diinamo-Dräh» In- siallal.-Maieriai laust tausend Elettromech.-Zentrum.(Ater. ilSl). stürze eit. is«Wer-PU. Ämsierilümer fiuwelen-Niederliissiiiigl kault Juwelen Jntefd. Huden 11-18. Nahe Krantier Wandervögel finden Nfue Ziele iflr ihre Fahrten in Sellens schönem„Wanderduch-