Nr. 502» 37. Jahrgang Ausgabe A Hr. 114 Bezugspreis s S etlel)äl)rl.30,— 2JJu.mDnafl.10,— 2DK. fzei in»»aus. Daraus lattlbai. Pait- de,uq SJonotlidi 10.— MU.«IL fleüungsaebübt. Unter Jtteujbanb für Deulichlanb anb Oefterreich 16,' 0'JJ:.. für Do» übrige Ausland bei foglich »inmaU RurteQuno 2150 M. gipljne- stellunqen nehmen an Oesterreick, Ungarn. Tschecho-Slawaiei, Danemari,»oUano.-uremourg, cditneber, und Die SckwebL— ibinaetraaen in die Doli- Jeifung»- Preislifre, Der»Bormaris� mit der Eanniaae- beilagt.Voll iuSeit* enckein! tnorhen- laglub zweimal, conniage und Montags-inmau Telegramm-Adresse: �«ztaldemotral s erlin-, Konntags-Ansgkbe berliner Dolksblatt �ZS Pfennig) Anzeigenpreis: Sie ackigeinallene aionnorefteieiir toftf 18,— ÜK., Seuenrngsiiufdilofl 5«0� »«leine Mnjeigen", Da» ir't- geDrutfte®ott 1.— 3)1.(juläififi gut' iettgedructte iBotte),;ebe» n-cutvt ©ort 60 Pfg. eieUcngciudic-in■ Ecklafsiellenanzeigen Do» erste W o r 65 Psg» iede» weitere Warf 40 Pia, Sorte übet 15 Buchsiaben zablcn iiit Nvei Worte. Teuerunaszufchlaa �'„ Fam.Iien-Anreigen für?Ibonnenleii geile 2,— 9Jlv polilljche mit ae- wertichaiiliche Pereins«An'-enttn 8.— ML hie geile obnc Auilcklaa Anzeigen für Die n b diu e Numme' müssen bi< S Alir nod nittag» in zianntgeschäst. Settin EW 3, Linden- (ttagt 3. abgegeben werden. lSeöpne von 9 Übt trüb bis ö Übt abend». Z�ntratorgan der rozialdcmohratifcbcn Partei Dcutfcb lande ReÜaktion unö Expedition: Slv. öS. Linüenstr. Z. Ziernivrecher: Zimt rviorinpla«. Nr. IXlSV— lSlv7. Sonntag, den Ii). Oktober 1V?5i) ! vonvärtS'verlag G.m.d. h.» SW. HS» Linüenstr. Z. Z�ervivrecker: Amt Morittplas, Nr. 117 53— 54. Em JinanZSiktator ernannt. Bertin, 9. Oktober. sAmtlich.) In Ausführung d?r Beschlüssr deS NcichSlabincttS vom 22. v. M. über Maßregeln zur G e f u n- dung der Ncichsfinanzen sind nunmehr die Richtlinien aufgestellt worden, welche die formelle Stellung des R e i ch s f i n a n z m i n i st e r s und die künftige Finonzge- b a r u n g und Wirtschaftsführung des Reiches festlegen. Das Reichs- kabinett hat diesen Richtlinien heute einmütig seine Zustim- mung erteilt. Der Wortlaut der Leitsätze wird noch veröffentlicht. Zur Durchführung der heutigen Beschlüsse ist ein R c i ch s k o m- m i s s a r ernannt worden, der dem ReichSfinanzmiuister beigeord- net ist und unter dessen Lcrantwortung und unter Mitarbeit der Ministerien seine Tätigkeit auszuüben l>at. Dieser wichtige Posten in dem Präsidenten des Handelssinanzamtes Unterwcser, Dr, Carl, übertragen worden. Morütat in öer Villa Schee?. Gemahlin, Tochter und Tienstmädchcn des Sldmirals tödlich verletzt.— Selbstmord des Täters. Weimar, 9. Oktober. lWTB.) Heute nachmittag gegen 4 Uhr wurde in der Villa des Siegers der Slagerrak-Schlacht, Aomirals S ch c e r. eine Mordtat verübt. Im Kohlenkeller der Villa wurde zunächst das Dienstmädchen des Admirals tot aufgc- fundcn. Im Vorkeller lag die Gemahlin des Admirals tödlich durch einen Kopfschuß verletzt und vor der Korridortür die lstjährige Tochter des Admirals durch einen Brustschuß ebenfalls sehr schwer verletzt. Admiral Scheer befand sich in einem Zimmer des oberen Stockwerkes der Villa. In einem Nebenkeller lag der Mörder, der Maler Karl Büchner, der durch einen Schutz in den Kops sich selbst entleibt hatte. Als die Schüsse fielen, floh e i n zweiter Mann aus der W lla, dem man aus der Spur ist. Der im Keller aufgefundene Mörder war für die Tat gut ausgerüstet. Er hatte das Cesicht mit Tüchern umwickelt, in der Tasche ein Rasiermesser und w e i tz e n P f e f f e r. ES ist noch nicht ermittelt, ob eS sich um einen Ral/bmord handelt, da in der Villa selbst n> ch t s g e st o h l e n ist.' Frankreich gegen üie Genfer Konferenz. Paris, 9. Oktober. Die CinhektsMunA. Wie unsere Leser wissen� war zwischen den bürgerlichen Verlagen die Herausgeber einer Einheitszeitung. bestimmt für die Leser von der„Deutschen Zeitung bis zur„Berliner Volks- zeitung" geplant worden. Ibr Erscheinen wurde vom lecd» nischen Personal verhindert. Durch einen GlückSzusall sind wlr nun aber in den Besitz einiger bereits fertig- gestellter Manuskripte für diese Einheitszeitung gelangt. Zur Mißhandlung von Magnu« Hirschfeld in München. Mit heller Empörung und vollster Genugtuung haben wir von Per Miß, Handlung deS Gelehrten Kenntnis genommen, der auf dem Ge, biete der Sexualforschung bahnbrechend gewirkt hat und die schon so tief gesunken« Moral des deutschen Volkes mi: seinen pornographi- sehen Schmutzcrcien noch weitervergisdct. Heil den deutschen Män- nern. die dieses unerhörte Bubenstück an dem greisen Forsch. r. diesem aufdringlichen und ekelhaften Juden, vollbracht haben. Wir wünschen Magnus Hdrschfeld von Herzen baldige Genesung. Möge er verrecken! Die Deutsche Bvlkspartei zur Sozialsierung. Der unerhörte Schwindel, daß die deutschvolksparteilichen Minister Dr. Heinz«, von Raumer und Koch der Sozialisierung des Bergbaues zuge- stimmt hätten, entspricht durchaus der Wahrheit. Getreu chrem Programm wird Li« Deutsche Volkspariei mit allen Mitteln für sgegcn) die Sozialisierung des Bergbaues eintreten. Sie bcharrt fest auf dem Prinzip des Privateigentums(der Sozra.'isierunz) gegenüber den großen KaoitalSanhäufungen. Mit diesem Grund- satz steht und fällt sie.(Bemerkung der EinheitZredaktion: Der Leser wird gebeten, für ihn nicht Zutreffendes durchzustreichen.) Zur politischen Lage. Wir. verlangen auch an dieser Stelle die sofortige, um keinen Tag zu verschiebende Vornahme der Neu- wählen in Preußen drei Monate nach Fertigstellung der Ver- fassung. Unerhört ist eS ferner, daß die Regierung tatenlos zu- sieht, wie dem unbewaffneten Bürgertum gegenüber sich eine kom- munistifchc Rote Armee in Stätte von 500 000 Mann ungehindert einexerziert, während der Ovgesch kein Härchen gekrümmt wird. Sie sollte sich hier an das bayrische Borbild hallen und der Re- gierung Kohr endlich Respekt vor den Reichsgesetzen beibringen. Nur die Rückkehr zur Monarchie kann uns retten. Deshalb müssen wir uns fest auf den Boden der Weimarer Verfassung stellen. Bedauerlicher Unfall. Ter Redakteur unserer Einheitszeitung wurde von einer geistigen Störung betroffen und mußte in ein Sanatorium gebracht wenden. Er kann rechts und links nicht mehr unterscheiden, nimmt den Federhalter beim Schreiben in die linke Hand, vertauscht beim Essen Messer und Gabel usw. Tie Aerz.'e stehen vor einem parhologischen Rätsel..... Mich. v. Lindenhecken. Nr. 5$2 ♦ 37. Jahrgang 1. Seilage öes Vorwärts Sonntag, IS. Oktober 192S Unsere Krauenkonferenz. (Schluß aus der Abendausgabe.) Kassel, den 9. Oktober. Nach Eintritt in die Tagesordnung erhäll das Wort zu ihrem Referat � über die politisch-organisatorische Wirk- samkeit der Frau in der Sozialdemokratie Gc- rcsfta Frau Röhl-Koln: Di« Frauen kämpften mit den Männern gleichzeitig auf dem Baden der sozialdemokratischen Grundanfchvuung. Aber diese» Verhältnis darf nicht dazu führen, daß die Eigenart der Frauenbewegung vernachlässigt wird oder erlahmt. Wir brauchen mehr Frauen, die sich innerhalb der Partei und der Or- ganisation durchsetzen.(Sehr wahr!) Die sozialdemokratische Frauenbewegung ist aus der Männerbewegung herausgewachsen. Noch stehen zahllose Männer auf dem Standpunkt: Wenn meine Frau meine Frau ist und ich bin Sozial- demokrat, so genügt das völlig l Heiterkeit und Sehr wahr!) Das Bewußtsein von der Notwendigkeit der Frauen- bewegung muß bei den Mäunern noch sehr geschärft werden, schon um m die proletarischen Haushaltungen einen anderen Lebensstil zu bringen. Die in der Bewegung tätigen Frauen leisten Unge- heures an Arbeit und Selbstaufopferung. Sie finden leider bei den Männern, in deren Kreis nach der berübmten Formel:..Möglichst eine Genossin' sitzen soll, noch kein genügendes Verständnis. Es fehlt an Parteisekretärinnen, selbst da, wo es solche schon vor dem Krieg« gab. Es fehlt an der Einsicht, daß auck, nachdem die Frauen das Wahlrecht babcn. die Frauenbewegung sich nicht von selb st ennvickelt. Die Mitarbeit der Frau im Reiche und in den Ländern ist trotz der formellen Gleichberechtigung g e- ring, wie sich aus der MandatSzahl ergibt. Die Soziatdemokra- tische Partei als führende Vertreterin der Gleichberechtigung sollte auch Frauen an den Spitzen der Wahllisten haben.(Sehr gut!) Auf der anderen Seite sollen die gewählten Frauen auch qualitativ alles mitbringen, was für die Ausbreitung des sozialistischen Gedankens notwendig ist. Wir lefmen es ab, nur deshalb berücksichtigt zu werden, weil wir Frauen sind.(Sebr richtig!) Wir stehen selbst dafür ein, daß auch die Frauen nur nach Maßgabe der Qualität ausgewählt werden. Die Mitarbeit der Frau in der Gemeinde muß ebenfalls durch Ausammenarbeit in großen Bezirken befruchtet werden. Sie bedeutet auch erhöht« Mitarbeit in der Wohl- fahrtSpflege. Wir haben den Gedanken der sozialistischen Verpflichtung in der Gemeinde zu propagieren. Di« bürgerliche Frauenbewegung darf von uns nicht länger als bloße Betätigung eines Spieltriebs, als Sport angesehen werden. Allein iw Bund deutscher Fraue.wercine sind 883 000 Frauen organisiert. Namentlich die Angehörigen der gelernten Frauenberufe stehen noch ganz überwiegeitd im bürgerlichen Lager, obwohl sie vielfach Wirt- schaftlich zu uns gehören. Die sozialdemokratische Frauen- bewegung mutz wirklich führend werden, zuerst geistig und dann praktisch mit dem Willen zur befreiende« Tat.(Lebhafter Beifall.) Das zweite Referat über die politische Tätigkeit der Frau in der Sozialdemokratie erstattet Toni Pfülf-München: Der Eintritt der Frau in die Politik soll nicht bloß die Zahl der abgegebenen Stimmen vermehren, sondern ihren Inhalt und Geist wandeln, wa? sich schüchtern anzubahnen beginnt. Zunächst hat diese politische Gleichberechtigung das Persönlichkeits- bewußisein der Frau gehoben und damit die erste Vorbedingung für ihre individuelle Weiterentwicklung geschaffen. Gerade darum sind alle bürgerlichen Parteien, konservative wie demokraNsche, innerlich Gegner der Frauenrechte gewesen und stvld es auch beute noch.(Sehr wghrl) Die sozialdemokratischen Männer sind theoretisch immer für die Freiheit der Entwicklung der Frauen eingetreten, aber im tiefsten Herzen hängen doch noch viele an dem alten Herrschaftsmonopol des Mannes in S�aat und Familie.(Vielfache Zustimmung.) Wir dürfen jedoch den Männern keine Vorwürfe mehr machen, nachdem wir das Werkzeug der Be- fremng selbst in der Hand haben. Wie die Befreiung der Arbeüer- klasse nur das Werk der Arbeiterklasse sein kann, so die Befreiung der Frau nur das Werk der Frau selbst. (Lebhafter Beifall.) Trotzdem lehnen wir eme eigene politische Frauenpartei ab. Herrscht doch unter den Frauen verschiedener Weltanschauungen nicht einmal die für eine solche Partei uncrläß- liche Geschlechtssolidarität. Meine engeren Kolleginnen, die Volks- schullehrerinnen. haben auf ihrem 20. Verbandstag in Kassel d i e uneheliche Mutter als Erzieherin abgelehnt, weil diese ein Vorbild der Sitte und Selbstzucht sein müsse.(Hört! hört!) Ebenso haben die Post- und Telegraphenbeamtinncn in Hamburg 1920 mit 229 gegen 1 Stimme beschlossen, die uneheliche Mutter- fchaft grundsätzlich für einen Makel zu erachten, der mit der Be- amtenstellung unvereinbar sei. lBewegung und Zuruf: Sclbstbe- schmutzung!) Selbst der Verband der Hebammen ha? durchgesetzt, daß in die Hebammenschule nickt aufgenommen werden darf, wer unehelich geboren bat.«Große Heiterkeit.) Kann man mit diesen Leuten eine politische Partei bilden? sStürmisches Nein! Nein!) Die sozialdemokratischen Frauen können die Frauenzicle alle innerhalb der P'a r i e ü zum Durchbruch bringen.(Sehr wahrl) WaS ist nun in dieser Richiunq von den wenigen Ge- noffinnen geschehen, die in den deutschen Parlamenten ge- � arbeitet haben? Tie den Frauen weit entgegengehenden Bcstim- mungen der Perfassung sind noch nicht selbst Gesetz� sondern nur Richtlinien für die künftige Gesetzgebung. Um so schärfer empfinden wir den Gegensatz zwischen Reichsverfassung und Bürgerlichem Gesetzbuch. Was dort steht, ist nicht der Ausdruck ewiger Sittengesctze, sondern der Niederschlag der politischen Machlverbältnisse um die Wende de? Jahrhunderts.«Sehr. wahr!) Wir fordern für die baldige Revision deS Bürgerlichen Gesetzbuches in der Ebe durch- weg den Grundsatz der Gleichberechtigung, im Ehegüterrecht die Gütertrennung. Das uneheliche Kind muß dem Vater verwandt und durch ihn finanziell weitgehend sicher- gestellt werden. Das verlangen wir freilich nicht mit der Be- gründung des Herrn Pros. Gruber: man muß alle Hemmungen gegen uneheliche Kinder schassen, weil sie zur sittlichen Gemeinheit der Mutter oft die hohe Intelligenz des verlockten Baters erben.(Stürmisches Gelächter und Pfuirufe.) Die Drohungen des Strafrechtz wollen wir in weitem Umfange durch Sozial- Hygiene ersetzen. Mutterschutz, Wohnungsreform. Bodenreformen, SiedlungSresormcn sind für die BcvölkerungSvermchrung wichtiger als das Strafgesetzbuch. Noch sind die deutschen Frauen nicht so degeneriert, daß sie keine Kinder zur Welt bringen wollen, wenn sür diese Kinder richtige Lebens- bedingungen geschaffen sind. Das Menschenleben hat für uns einen unbedingten Wert. Man darf nicht am Leben des einzelnen strafen, was die Gesellschaft an ihm verbrochen hat.(Lebh. Beifall.) Fort mit der Tod e�ö st rase, sort mitder Prügelstrafe in Familie und Schale, wir wollen frei« Men- sehen erziehen, die sich von Verantwortlichkeitsgefühl und nicht von � der Furcht leiten lassen. Vom Neuk«u des Versicherungswesens nur das eine. Arbeitslose Frauen müssen das gleiche bekommen wie arbeitslose Männer. Wenn man schon die Arbeit des Mannes ! als besonders gualitiziert ansieht, stj glauben wir deshalb noch nicht, � warum auch das Nichtarbeiten des Mannes eine beson- ders qualifizierte Leistung sein soll.(Große Heiterkeit.) ! Im übrigen aber richten wir den ernsten Appell an alle Gc- nossen, den gleichen Lohn für gleiche Arbeit endlich Wirklichken werden zu lassen.(Sehr gut!) Soweit über unsere nächsten politischen Ausgaben. Aber die politische Arbeit der Frauen beschränkt sich nicht auf diese wenigen Punkte, sondern greift in alle Fragen des öffentlichen Lebens mit allen ihren Tiefen hinein. Die Frauen müssen aussteigen von der Politik der Freiheit zur Politik der Reife, dann werden sie der Politik Neuland zeigen, Neuland vor allem in den Beziehungen der Völker zueinander. Di« Frau ist ihrem Wesen nach G�ner aller Gewaltpolitik. Bis tief hinein in das Proletariat Bat der Versailler Frieden Stimmungen geweckt, die zu neuen Kriegen treiben müssen. Mit aller Willenskraft werfen wir uns ihnen entgegen, denn nur die Verständigung der Bälkcr kann diesen Schandfrieden null und nichtig machen. Die Frauen müssen auch einen tiefen WanDel in der inncrpolitischen Kultur vollbringen. Man ehrt fie jiicht, wenn man sagt, sie treiben bei- nahe männliche Politik. sSchr wahr!) Die Frauen dürfen die ■ Gefühlswerte von der Politik nicht ausscheiden; die Männer tun es übrigens auch nicht, sie tun nur immer so, als ob sie täten. Mit Rabidranath Tagore bedauern wir, daß die politische Kultur Euro- pas wissenschaftlich, nich: menschlich ist. Zur Jntelli- ' genz des Kopfes muß die Intelligenz des Herzens tre:en, um � durch eine Politik der Güte eine neue Menschheit zu schaffen. Die l realen Forderungen erfüllen sich von selbst im Strome der Entw'ck- i lung, aber die Form bestimmt der lebendige Mensch. Denken Sie stets an da§ Wort Ferdinand Lassalles:„Die Zeit vollbring: sich, doch vollzieht sie sich ander? mit euch, gl? gegcn euch. Weh euch, wenn sie sich gegen euch vollbringt.'(«s.ürmischer langanhaltender Beisall.) Hieraus tritt eine �inständige Pause ein. Um V44 Uhr wird die Nachmiitagssitzung aufgenommen. Aus Vorschlag aus der Versammlung wird beschlossen, das Referat des Genossen Ca spart über Wohlfahrt»- und Jugendpflege sofort anzuschließen. Genosse Caspars: Wir lehnen eine einseitige kapitalistische Anschauung von dem Wesen der Wohlfahrts- und Jugendpflege ab. Für unS ist Wohl- fahrtSpflege der Name für all diejenigen Bestrebungen, oie das Gedeihen der Allgemeinheit durch Fürsorgcmatznahmen fördern. Hierzu ist es nötig, umfassende Einrichtungen zu schaffen, die der Gesamtheit zugute kommen. Nicht bloß kranke Bevölkerungs- teile müssen durch Wohlfahrtspflege gehoben werden, sondern sie hat auch dem Aufstieg der Gesamtheit zu dienen. Ter soziologische und sozialetbische Zweck der Wohlfahrtspslcae n't, die Krankheit und nicht bloß den Kranken zu tremst». Darin unter schci Set sich Wohlfahrtspflege von der reinen Wohltätigkeit. Aber auch nicht alles, was im Staat zur Förderung der Allgemein- heit durch Fürsorgemaßnahmen geschieht, ist Wohlfahrtspflege. Wir wollen Dienst am einzelnen Menschen und durcb diesen Dienst Erhaltung und Aufstieg der gesamten Mensch- heit. Damit ist verbunden, daß die Wohlfahrtspflege nicht erst einsetzen darf als Heilfaktor. Das Wesen der Wohlfahrtspflege besteht mindestens ebenso im Vorbeugen als im Heilen. Bisher galt in Deutschland als Wohlfahrtsptlcge— Armenpflege. Di« heutige Armenpflege ist im höchsten Maße verbesserungsbedürftig. Wir müssen verlangen, daß alle bestehenden Beschränkungen von politischen und privaten Rechten, die mit der Armenpflege heute noch verbunden sind, verschwinden. Wir müssen weiter die Armenpflege zu einem Rechtsanspruch auf Unterstützung aus- gestalten. Wir verlangen weiter«ine genaue Festlegung der Art und Weise eer öffentlichen Unterstützung. Wesentlich ist vor ollem, daß das U n t e r st ü tz u n g s w o h n s i tz p r i n z i p fällt. Heute ist immer die erste Frage: Wo siud Sie geboren, wer ihr Vater? Und dann kommt das Schauerlichste, die Abschiebung des Armen. Die Unterstützung der I u g e n d ist in die Hände der Jugendämter zu legen. Es geht unter keinen Umständen, daß man den Kommu- nen ihre Einnahmequellen nimmt, ihnen aber die Armen- pflege läßt. Darunter leiden nicht nur die Kommunen, sondern auch die Armen. Ich kenne Gemeinden, die heute monatlich 8 Mark zahlen.(Hört, hört!) In das Gebiet der Wohlfahrtspflege gehört die ganze Kriegsfolgen- Pflege und die G e s n n d h e i t s- pflege. Solange es eine Prostitulion gibt, müssen wir versuchen, sie so me n s ch l i ch wie m ö g l i ch zu gestalten. Dir Rcglemcn- ticrung muß aufhören. Auch Volksbildung gehört zur Wohl- fahrtspslegd. Weiter gehört in das Gebiet der Wohlfahrtspflege die ganze RechtsauskunftS pflege. Wieviel Werte gehen dem Volke verloren durch nutzloses Herumprozessieren.(Sehr richtig I) Wir rechnen weiter hinzu die A r b e i t s- und Berufs- pflege, wozu auch die Erwerbslosen- Versicherung gehört. Meiner Meinung nach sollte man die Erwerbslosenfürsorge dem Kommunal-Arbeitsnachweis angliedern. Als letztem und schwerstem Gebiet der Wohlfahrtspflege wende ich mich der Ju g e n d f u r s o r g e zu. Die Entwicklung geht heute dabin,- daß die Funktionen der Familie immer mehr abgewälzt werden auf die des Staates. Ich bin der letzte, der sagt, wir reißen alle KiiSder aus der Familie, um sie j-aatlich zu erziehen. Wenn aber die Familie bei der Erziehung der Kinder versagt, dann mutz die„große Familie", der Staat, eingreifen.(Beifall.) In die Jugendämter gehören Männer und Frauen der werktäiigen Bevölkerung. Die Ausgaben der Remter sind ungeheure. Am schwersten ist die Fürsorge für die schul. entlassene Jugend. Jbr mutz jede Schundliteratur vor. enthalten werden. Wir verlangen reichS rechtliche Regelung der Pflegekinderordnung. Die unehelichen Kinder sind viermal mehr straffällig als die ehelichen. Da» kann nur in der Pflege der Kinder liegen. Die Einzelvormundschaft hat ungeheuer versagt, die B e r u f s v o r m u n d s ch a f t ist für alle Kinder, auch die ehelichen, unbedingt nötig. Gründlicher Revision bedarf die Fürkorgeerzichung; schlimmer als das Gesetz ist seine Ausführung. Die Jugend ist kein Deut mehr vertviVdert. als die Erwachsenen. Die Veiwildening der Jugendlickien ist nur das getreue Spiegelbild der maßlosen Verwilderung weiter Bevölkerungskreise. Was wir brauchen, sind Erziehungsmaßnahmen an der gesamten Jugend. nicht erst, wenn sie kriminell geworden ist. Fort mit dem Jugend- strafreckt, her mit dem Jugendbesserungsreck:.(Sehr gut!) Nun zur Kostcnfragc. Es hat gar keinen Zweck, Forderungen zu stellen, die nach der gegenwärtigen Finanzlage nicht erfüllt werden können. To haben nun die Arbeiter im Waldenburg« Revier beschlossen, monatlich eine Ueberschicht lediglich für WohlfahrtSzwecke' zu verfahren. Aehnliche Bestrebungen sind in Sachsen, Bielefeld und Brandenburg im Gange. Um diesen Gedanken durchzuführen, bedarf es freilich wirklicher Sozialdemokraten unter den Arbeitern.(Sehr gut!) Die Maulvevolulionäre werden das nicht leisten. Unsere Frauen, unser Hauptausschuß der Arbeiter- wohltahrt. müssen bai diesem ganzen Werk Banner und Banner- träger sein. Diese Wohlfahrtspflege tragen wir allein, weder mit bürgerlicher noch mit kommunistischer Hilfe, denn wir allein sind die Träger der sittlichen Idee des Sozialismus. Wir brauchen eine neue Wohlfahrtsvflege, getragen von unseren Frauen, geleite: von unserem Geist.(Stürmisch«, langanhalten- der Beifall.) Nach kurzer Debatte werden die weiteren Verhandlungen auf Sonntag vormittag 9 Uhr vertagt. Schluß 7 Uhr. f mwwm Verkaufsstelle: Berlin NW 7, Unter den Linden 42. PELZ-NEUHEITEN Naturzpbelfarb. Kanin- Jack.- QÄ„ Kragen mit Silberspitzen......*7\J 4 Schiffefarbige Kanin-Jacken- Afi_ Kragen............. 4 Dazu passende Muffen, i- Tonnenform.......... Skunkskanin-Kollier in Fuchsform in-Kollier 1 7�- >»»»»«»« ch Skunkskanin-Muff.;;;. Biberette- Jacken-Kragen 225#" Biberette-Muff...... 24 Grau-Slinks- Kragen, R40_ persianerartig, neueste Mode... von•J' J- v 4 an iks-Muff,°I00_ .........*J*s\/4 persianerartig, Grau■ Slinks- Muff, Tonnenform Große Auswahl in alaskafarbigen nordischen gebl. Kreuz", Weiß-, Blau- und Silberfüchsen. Skunks-Garnituren. Electric-Kanin-Mäntel, weite Schnitte in allen Größen, von 5800.— an./ Die neuesten Modelle in Maulwurf, Biberette, Bisam, weiß Slinks, Nutria. Eigene Pelzfabrikation In größtem Stil. VMANHEJMER AM UNTERGRUNDBAHNHOF HAUSVOGTEI-PLATZ BERLIN, OBERWALLSTRASSE ö-7 AM UNTERORUNDBAHNHOF HAUSVOGTEI-PLATZ B. FEDER Bninnenstrasss I I.Mbsser Dana 103 fiarkfürter illee 350 j Ctarlc'.tiig,, Stliamastr.S Damen-uHerren-Konfektion in grosser Auswahl. Kostüme in Kammgarn, moderne Form. Uister, Strick- u. Flauschiacfcen. Mantelklerdor, Kleider 1. Seiden. Wolle Rttske. fl'usan inScide, Orfipedo China et» Pelzkragen. Pelzmuffen SfuST" Kreuzfüchse."VU Herren- Ulster und Paletots Harren- Anziisia, einzelne Hoeen Burschen-Konfektion Versteigerung am Montag, den 1l. d. M., vormittags g Uhr, Zimmerftr. vi(Zldlcrwcrkc): I 1 1ZA 1 1?Zt FS. I>8. Mler-tMli« gemäß 8 S73 H.-B.-B. Sriickensteln, GcrichtsvoNzlehcr, Galdaper Str. 8. I Ausstellung neuer Modellhüte für Straße, Sport, Gesellschaft. Pelzhüte» Strickjacken u. Schals» Schleier Möbel Und ttoropL Wohnunoselnrlchfünoen Herresa- u-Spelfea: Immer Wobn— tx. ScJiiafzlmmer Hervorraoencl sdrOn und preiswert In allen Pr�Selogen ti.Stilartea Klubsessel und Sofas In Oobelln und Leder Snez-.- Alst etlim yt f.Vemiilefujsq kompletter Einrichtungen, daher stets viele Gelegenheitskäufe Kostenlose Lagerung für beliebige Zelt, M. MarS&Iewf cas O�Rr.to.M.. BerUnWSe.McxSsorafeiuSr.'Ct Gardinen Meter 5,—, 8,—, 10,—, 12,— Mark: abgepaßte Tchals (schmal), Aenslcr 28,—, 82,—, 40,—, S6,— Mark; große Auswahl m eleganten KUnstlergardinen(breiieilig), weiß unb bunt, Garnitur KZ,—, 85.—, 100.— Mk. auswärt«: Bettbccken(zweibettig) 54.—, 08.—, 100,— Mk. und mehr. Säuret erhalten Fahrt» ergütung. Spezialgeschäft für Gclegenlicitskäufe Dresdener Strasse Vii. I, am Kottbuscr Tor. «»v»OG»»0«S»,«SVSBS«»0B«BBBx!«VBV Ill>!ll3 KlSllZö Xastsnlea-zilee 40, Wobei Ruhebetten.. 340.— I Flurgarderaben(eiche)) 150, 180, 200. 250—2000! Eettstellen(nußh.)39U— I Küchen von 600.— ab I Schlafzimmer(eiche)! kompl. von 4000— ab j Speisezimmer(eiche) J kompl. von 4000.— ab| Auf Wunsch Zahlungserlelehterung I Pelz- Kragen• Muffen• Mäntel Sahlunsserielchteruns! Felsbaiu Laipiigor Str. 58 I. Hilten Kavier, Epez. Krauten S(.tö,(i, ver. nachlässigter Technik, Gesang, Harm.», Mandoline-, ssither- Unterricht,»laoicrltb. gestattet. Hannoversche Etr. 3.» Warm werden Ihre Zimmer% u. Küchen durch den «« 1 .»<. moSiig HANNOVERA" � Grade-Heiz...... Küchen-Ofen Kein anderes Fabrikat leistet das Gleichet Denn nur durch die Patent-Wellsiebfeuerung ist die hohe Leistung möglich. i- Billigste Feuerung der Weltl- Niederlage: Berlin, Potsdamer Str.112a, FeiuS�i Teppiche bis 50 frozent preiseraiäjSigt Deutliche Preise an jedem Teppich Oorit-Teppich- Sager, äUE Potsdamer Str. SS Geschäftszeit 9—1, 3—7. lm2b Kein Laden. Hochbahn Bülowstraße. y Möbel zum Sngroipreis« dirett an Prwale.— üiiisen- au.wabl. l Schlas,. 1688— 1K7S5M. i Speise,. 1710— 18S70M. H erren,. 1753— 17845 M. D.'ahnz. 875— 5820 M. Hülben 445-2885»,| Säeferunq frto. Lagerung i toftcnL lOjähr. Garantie. I | Möbel-Haus Rejewske j Berlin, Babifc. 66 900 gestempelt 585 383.. Inkl. Luxussieuer. jeder Ring ist lugenlos ans massivem Golde hergestellt bei voller Garantie tür Feingebalt! jede Grübe am Lager. G. Alb. Thal Erstes Berliner Spezlal« Geschäft für Trauringe. C. 19, Seydel�tp. 5 (Spittdlmarkt). Eigene Fabrikation. Fesche Reinwollene Strickjacken 250-, 350.- bis 575.-. Leopold Oadiel Königstr. 22-26, 1 Treppe Außergewöhnlich1 schöne/ moderne Hochelegante Pelz-Mäntel Neueste Modeschöpfungen Entzückende Mädchen- Kleider Seide u. Wolle, 50—110 cm Mädchen- v Winter-Mäntel j Wintermäntel h 325.- 375.-" 875.-= Alle Größen vorhanden. Auch für junge Mädchen und für ganz starke Damen reiche Farbenauswahl. eingetroffen: e"gfn"te Gesellschafts-Toiletten und Tenz-Meider So schön' wie 5ie selten gezeigt werden. u. Moderne Seidenplüsch Samt-Mäntel auch für starke Damen, vorzügliche Qualitäten. Hochelegante Nachmittag'S-Kleider aus Wolle und Seide, awheiSnße Jede ge�unschte Blendend schöne JungmädcheR-Kleider WoiSfe51: Macharten Seide:: Samt Wollene Kleiderröcke! Bieg.«. Seidenblusen Äi Reinwollene Kieler Knaben- Anzüge kurze u. lange Hosen Knaben-Winter- Mäntel Jtr. 502 ♦ 37. Jahrgang 2. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 10. G?tober1H20 Groß-Serün Sroß-öerlins Uebergangszeit. In maßgebenden Kreisen der neuen Stodtgemeinde Berlin ist man auf Grund einer Aussprache über die Schn? erigkeiten des gegenwärtigen Notbehelfs der Uebcrgangszeit cinmürig zu dem Ergebnis gekommen, daß die Herstellung des endgülti- gen Zustandes mrt aller Beschleunigung angestrebt werden müsse.. Man ist übereingekommen, die Stadtverordneten verdamm- lungen und Gemeindevertretungen der einzelnen Gemeinden zur Beschlutzfaffung über laufende Geschäfte gewissermaßen als Ersatz für die noch fehlenden Bezicksversammlungen wcitertagen zu lassen Sowei der neuen Berliner Stadtverordnetenversammlung bereits Borlagen unterbreitet werden, kann natürlich der kam- missarischa Magistrat an den-Verhandlungen der Versammlung teilnehmen.— Infolge der Parteitage in Kassel und Halle dürften sich■>« neuen Mag'stratswablen verzögern. Es ist damit zu rechnen, daß der M a g i st r a t s w a h l a u s s ch u ß erst in der übernächsten Woche, wahrscheinlich am Dienstag den IS. d. M., wieder zu- sammentveten wird. ?m Namen öes poüzeipräfiSenten. Strafantrag gegen sich selbst. Wenn auch alles schon dageOefen ist, so sicher noch nidBt die Tatsache, daß ein Polizeipräsident sich selbst mit einem Straf- Mandat bedenkt. D e'er selten« Fall beschäftigte gestern dos län- goren und breiteren das Gericht, und zwar in der Angelegenheit des trüberen Neuköllner Polizeipräsidenten Appich, der von Polizeibeamten noch Schluß der Polizeistunde in einem Tanzlokal angetroffen wurde(was inzwischen auch an dieser Stelle seine Richtigstellung erfahren bat). Der Polizeipräsident war damals von dem zuständig n Polizeirevier 3 in Neukölln mit einem Strafmandat über lOM. evtl. L Tage Haft bedacht worden, und zwar trug dieses Strafmandat den üblichen Kopf.Der Polizeipräfsdent". Hiergegen erheb Rechtsanwalt Dr. Kurt R o sex seid Widerspruch und machte geltend, da* das Strafmandat als Unter- ichvtft nur den Stempel des Polizeirevie'rs trug. Das Gericht beschloß seinerzeit, anzufragen, ob der Borsteher des Rt- wers 3 berechtigt sei, selbständig eine solche polize.liche Verfügung 7 erlassen. In der jekwen Ber Handlung lag eine AnS'unf: des Polizeipräsidiums Neukölln vor nach der nach rner Verfügung des Ministeriums des Jnuorn der R'viervorsteber berechtigt sei, .namens und im Auftrage des Polizeipräsidenten" eine Strafverfügung zu erlassen.— Diese Auskunft setzte das Gericht naturgemäß in einige Verlegenheit. Wenn der Rcner- Vorsteher nur im Auftrage des Polizeipräsidenten eine Strafver- sügrmg erlaff'n konnte, so war nicht an-unohmen, daß er in dem vorliegenden Ialle von dem Polize'präsidenten beauftragt war, gegen diesen selbst das Strafmandat zu erlassen. DieS um so mehr, so rührte Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld au?, da derseüb« Polizei- vräsident, der goren sich angeblich eine Strafvermanng erlassen Hobe, bestr te. sich strm'bar g'niacht zu baben. da er nur seine eigenen B.eamten habe kontrollieren wollen, weil bm mitgeteilt war, daß sie sich in dem Lokal aufhalten. Ter Polizeipräsident kann also schon aus tvesem Grunde nicht den Auftrag gegeben baben. gegen sich selbst Strafantrag zu stellen. Das Gericht kam zu einer Einstellung des Ber- f a h r e n s. Die Polizei sei eine bureaukratilche Behörde, alle Ver- sügungen ergehen„namens des Polizeipräsidenten", Es ist aber nicht anhängig, daß ein Untergebener gegen seinen Vorgesetzten in de"en Austrage eine Strafverft'gung erläßt, zumal anzunehmen ist daß in dem vorliegenden Falle der Polizeipräsident als An- geklagt'r den Tatbestand selbst bestreitet. Riesenauftrieb auf dem Acntralviehhof. Seit vielen Jahren bat der Berliner Zentralviebhos keinen solchen Auftrieb gesehen, wie am gestrigen Sonnabend. Es wurden aufgetrieben: 2982 Rinder, 1130 Sckweine, darunter sehr schwere, 4361 Schafe, 437 Ziegen, 133 Kälber und 120 Ferkel, im Gesamtgewicht von rund 1 080 000 Pfund. Das Angebot war� so groß und die Nachfrag« nicht genügend, um mit dem Riesenauftrieb zu räumen. Es blieb ein ganz erheblicher lieberstand. Dazu gesellen sich bedeutende Fleischsendungen, besonders aus der Provinz. Der Tchaltervcrkehr bei drr Hochbahn. Die Hochbahn- g e s e l l s ch a f t rechtfertigt sich in der folgenden Zusöhr st, gegen den vor kurzem gelegentlich des Elcktr'zstätsstrcits hier erhobenen Vorwurf- daß sie nicht für einen ausreist-enden Schalterdienst ge- sorgt hob«: Der Streik im Moabiter Kraftwerk kam wie allen andern auch uns völlig überraschend. T.e ständig vorhandenen Re- serven ivarcn naturgemäß alsbald vergriffen: der Mehrbedarf an Personal mußte durch Ueberleinungen gedeckt werde*. Das für den Betrieb ganz allgemein Gesagte trifft s Mstverständlich euch sür die Schalrerbesetzunger im besonderen zu; auch hier wurden sofort alle für außergewöhnliche Fälle vorgesehenen Reserven zur Verstärkung herangezogen und, wo irgend angängig. FahrkartcnauSgeborinncn über ihre AblöfuiiHszeit— teilweise bis 11 Uhr— zurückgehe ten Wenn wir unter derartigen Ilmständen auch nicht sogleich allen Ansvrüchen gerecht zu weroen ver- mochwn, so sprich! doch die Tatsache für uns, daß aus der Stadt- strecke nicht weniger als l 7 Sonderzüge in den Betrieb geworfen wurden und auf' der Oststrecke in der für d:n lO-Mimsten- Verkehr vorgesehenen Zeit von 7 h§ 9 Uhr eine engere Zugfolge aufrechterhalten werden konnte. Der Dieb im Ballsaal. In einem der ersten Hotels in der Nähe des Potsdamer Platzes wurde gestern ein Fabrikbesitzer empfindlich bestoülcn. Er nahm an einem Ballsesl teil, das im Marmorsaal des Hoiels stattfand. Ein geschickter Taschendieb ent- wendete ihm hier unbemerkt ein goldenes Zigarettenetui im Werte von 4 3 000 Mark. Das Etui, auf dessen Wiederher- beifchaffung eine Belohnung von 2300 M. ausgesetzt ist. ist 4x6 � Zentimeter groß, glatt, aus Ibkarätigem Gold und trägt, als Capuchon einen Saphir. Tic Ecken sind abgerundet. Zu erkennen ist es im besonderen daran, daß es oben einen besonderen Streich- ho'zbchälwr bat und sich innen die Gravierung:„Baden-Baden 1914" befindet- Mitteilnnaen zur Wstder.rlanauna des Etuis sind an Kriminalkommissar Trettin im Berliner Polizeipräsidium zu richten. Ibsen in ber Hasenheidc- In der„Neuen Welt"- dem Schau- sp'elhaus Nei-köllns, wurde ein Freitag mit str Bssetzung des Staats-Tbeaters Heinil Ibsen-: ergreiient- Familiendrama„G e s p e n st e r" suigostihrt. Es gestl ab in ersten Akt, ! daß dadurch, daß Blandine Ebi ngcr ibre Rolle c>l? Regine Eng- � strand nicht spielte, sondern nur andcu cte, baß hst, und w'edcr � einer aus dem Publikum herzhaft gäbnte und wieder andere sich veranlaßt s'hen— und mit Recht—„lauter!" zu rufen. Was von ' ihr gebrochen wurde, konnte wan nur akmen, per stehen konnten es nur die der Bühne zunächst Sitzenden. So ge'chab es denn auch, daß man den Souffleur zuwesten besser verstand als Frl. Ebinger. Jmmcrhw ein schwacher Trost! Auch Krausneck als„Pastor Manders" sollte bei seinem Spiel die Akustik des Saales mehr in Betrackü zieb-n, denn sür aufmerksame Zirbörer war es, besonders im ersten Akt. reckt anstrengend seinen Worten zu folgen. Von dem Augenblick an, wo Bocttcher, als Sohn der Wi'wc Alvstrg, auftrat, herrschte im Saal lautlose Stille. Auch diejenigen, die sich in dst ganze Traä.k seines Schicksals nicht ohne weiter-'s hinein- fühlen konnten, empfanden, dan hier ein großes dichterisches Ge- schehen vor sich ging. Ibsen wirkte und entließ am Schluß er- griffene Herzen. Im Berssner Aqnorium ist eine reicke Sendung d-r namentlich das Dai'enmecr bevölkernden Rord�etier? eingclrosseu die einen grehln Teil der Becken der Ecewasserabreilung b-leben.— Im Zoo'ogiichen Garten beginnen die Konzerte Sonntags und Dockentaqs von jetzt ab wieder um 4 Ubr nachm. und dauern bis 1V bzw. 7 Uhr abends. Am Sonntaa spielt die Kapelle der Bcliner Sicherhettstr-Hr unter Leitl'ng von Musildirclwr Braß, Eintritt 3 M,, Kinder unter zehn Jahren die Hälfte. Filmvorträae der Ireptow-Zternwarte. Heute nachm, 3 Uhr: „Aegypten, der Nil und der Suczkanal"(färb, Lichtbilder); 5 Uhr:„Mit Ozeandampfer von Bremen nach New fort"-. 7 Uhr:„Bewohnbarkeit der Welten"(Lichtbildervortroast Dienstag, den 12., abends 7 Uhr:„Ein- führung rn die Astrcnomie"(Bortrog ni Lichtb. von Dir, Dr, ArchenholdV Sonnabend, den 16., nachm. 5 Uhr:„Bilder aus dem Harz, Thüringen , und dem Nicscngebirge." SpielansfILge der S. P D. in Steglitz finden jeden Dienstag I statt. Treffpunkt um 3 Uhr am Rothaus. Kaffee und Zubrot ist mitzubringen. ! V. Quittung. Für die Kriegszermalmten in Groß Berliner Laza- retten sandten weiter ein: Neu» Arbeiter aus Hörde durch W, Loos 332,50 M,, N, N 4950 M.. Mitglieder der srübcrcn Einwohnerwehr, Revier 50, durch Hermann 375 M., P. U, Schweiz 2l M., A, M, 50 M,, Familie B.. Kanzowstr,, 25 M,,?l. Henke, Elsasser Str.. 20 M. Gesang- verein„Freundschaft", Neukölln, 50 M.. Sammlung Inhaber. Angestellte und Arbeiter der Firma Holz 1732,50 M., Sammlung Inhaber und Per- sonal der Firma Rosenthal u, Stern 589 M, Personal der Berlinischen Verlagsanstalt 22 M. Dazu letzte Qufttung in Nr. 49s des„Vorwärts" 6376.80 M.. in Summa 15 043,80 M. Wcrkniciltcrverband. Abt, Paritätischer Stellennachweis, Oranien- burger Str. 54/57. Sämtliche stellenlose Werkmeister haben vom Mon- : rag, den 11. Oktober, zur Eintragung in die Listen zum Bezug« von Kar- tosseln und Extraumastiitzung auf dem Nachweis zu erscheinen,— Bezirk- verein 25: Versammlung Dienstag, den 12 Oktober, TM; Uhr. in Häver- � lanos Feüiälcn: Vortrag des Kollegen Rothe,— Fachgruppe Textil- Jndustric! Monatsversammlung, Montag, den 11. Oktober, abends 7 Ufr, Berliner Ratskeller,_ Gross-Bcrliner Lebensmittel. Brotkarte: Panic. Vom 1s. Oklob, r ab kommen die F l c i i ch I u n d e n l i sl e n in Fortfall, Städtisches Fleisch wird dann lediglich gegen Abschnitte der- Lebensmittelkarte nach vorher erfolgter Anmeldung abgegeben. Wer daher vom genannten Zeitpunkte ab städtisches Fleisch und stäotische Fleisch- waren beziehen will, hat den Bezug bei einem zugelassenen Flcischvorkäufcr in der Zeit vom 11, bis 13. Oktober unter Vorlegung der Lebensmittel- karte anzumelden. Die Anmeldung erfolgt erstmalig für die 5 Wochen vom I 18. Oktober bis 21. November aus die Abschnitte 60, 61, 62, 64 und 65.— i In der Woche vom II. bis 17, Oktober gelangen auf den Abschnitt 59 i der Groß-Berlincr Lebensmittelkarte 200 Gramm Büchsenfleisch(Corned- j beeft ausschließlich Bücksengcwicht oder 250 Gramm Blut- oder Leber- ' wursckon serven einschließlich Dosxngewicht zur Ausgabe. Lebensmittel an Erwerbslose. Für die Zeit vom 20,— 26. Oktober er. 1 gelangen an die unterstützten verheirateten Erwerbslosen Vs Pfund Fett znm � Preise von 4 PO M,, an die unverheirateten Erwerbslosen Vi Pfund Fett zum Preise von 2,15 M. in den bekannten Konsumgenossenschaften gegen .Vorlage, des von der Erwerbsloseusürsorge gestemvelten Bezugsscheines zur Abgabe.« Charlottenburg. Auf Charlottenburger rote Nahrungsmittelkartcn: 250 Gramm Reis. 250 Gramm Haferflocken, 3 Päckchen Rot« Grütze, 250 Gramm Haserslocken. ■ Schöneberg. Bis zum 12, Oktober Voranmeldung sür 250 Gramm Kunsthonig. Ausgegeben fverden 125 Gramm Maisfabrikale, 2 Päckchen Rote Grütze und l Päckchen Soßenpulver gemeinschaftlich ans Abschnitt 6s der roten und grünen Schöneberger Bezügskartc, Wilmersdorf. Auf die Dezugskarte sür Einzelpersonen<12, Ausgabe. gelb) 500 Gramm Marmelade, Voranmeldung sür den Bezug von 1 Dose Molzeitrakt sür P rsouen im Aller von 65 Jahren, Voranmeldung sür den Bezug von 3 Päckchen Milchsühspeiscn für Kinder im l, big 14, Lebens- fahre. Für Kriegsbeschädig.c 4 Psund Nährmittel, 1 Dose Kondcnzmilch. Für werdende Mütter 4 Pfund Nährmitiel, 50 bis 200 G ramm Trocken- ganzei. l Tose Malzertrakt, 3 Tosen Kondensmilch, 1 Päckchen Milsii, Für stillende Mütter 50 bis 200 Gramm Trockcnaanzei, 1 Dose Malz- ertrakt, 1 Päckchen Milsix. Licht-rscldc. 4 Päckchen Süßstoff. 3 Pfd. Hasermchl oder Gcrstenmchl auf Nr. 11 der grauen Safcrssockcnkarte für Kinder bis zu 2 Jabren, 2 Pfd. Haserflrcken oder Gerstcnmehl aus jedes Mittelslück der September- Milchkarten A 1, A 2, B 1 B 2, C 1 und C 2, 8 Pfd. Haiermckil oder Gerstentnehl aus Nr, 14 der Bezugskarte für OOjährige und darüber, KricgS- beschädigte erhalten gegen besonderen Bezugsschein monatlich 4 Pfd. Nährmittel. Neukölln, Abgabe von Ncstbcständen an Gersteniabrikaten oder Sag» auf Abschnitte 39 und 40 ver Groß-Berlincr Lebensmiliclkarte je 125 Gramm, Auf Abschnitt 74 der Neuköllner WarenbczugSkartc 3 Brief- cl'en Süßstoff, Ausgabe von Bezugsscheinen über 2 Pstind Zwieback oder Kcls gegen Vorlegung der Vollmilchkartcn A 1 und A 2 sür den Monat Oktober und Rückgabe einer 1000-Gramm-Brotkgrte in den Brot- kommisstonen. Britz. Durch die Kleinhändler: 500 Gramm Haferflocken. Durch die Berkaufsstellc: sür Kriegsbeschädigte, werdende Mütter und Kinder 500 Gramm Reis. Gegen Vorlegung des tebcnsmittcl-AnSwcises werde» Ist Zentner Kartoffeln je Kaps an dieienigi n Einwohner ausgegeben, deren Name mit den Buchstabe« L--n3 beginnt, � > Tempclhof, 250 Gramm Weiße Beh im, 250 Gramm Linsen, 250 Gramm Gerstengrütze für Jugendliche. j" Treptow. Kunsthonig 125 Gramm. Züßstoff 2 Pakete. Lttckenberg. Voranmeldung bis 14. Okwber: 2 Stück Lebkucken (40 Pf.) Vi Pfund Bonbon. 10Ö Gramm lakaopulver, 2 Riegel Schokolade— Voranmeldung bis 13. Oktober: 2 0 Gramm Haferflocken.— In städtischen Fischballen frisch« Fluß- und Seezische zu billigen Tagespreisen. Hechte 8 M,, Aale 12 bis 18 M Fischkarbanadc als Flcischersatz, Bück- linge, Sprotten. Wöchentlich«in billiger Fischiag. i Reinickendorf, Auf den Oktvberabschnitt der Kinderkarte A, B, C ge- ' langen ab 18. d. M, zur Ausgabe: Karte A: 2 Pakete Zwieback, 1 Pfund Haferflocken, 3 Pakete Milchsnßsvcile. Karte B: st Pfund Haferflocken, st Pfnnd Haferflocken, 3 Pakete Mflckssnßfpeife. Ans den Alfchnitt 50 der I stPfund Haferflocken, 3 Pakete Milchsüßfpeise, Auf den Abschnitt 50 der Jugcndlichenkarte 1 Pfund Haferflocken, l Aft-Gflenicke. 250 Gramm Küchenmebl,(00 Gramm Maisslocke», 500 Gramm Vollreis 500 Gramm Marmelade. Aus Znckerzusatzkarten 250 Gramm Hafermehl, 500 Gramm Maisflocken, Alte Leute erkalten 250 Gramm Küchenmehi, 125 Gramm Nudeln, Kriegsbeschädigte: 250 Gramm Küchenmchl, 500 Gramm Sago, Werdende Mü.ter: 250 Gramm Lüchcnmehl, i Päckchen Milchsüß, speise. Das Lichi der Heimat. 35) von Au'uss hhrich». Truftes sprang aus und Di er? sah. daß ihm das Haar »ngeschnitten über den Nacken hing. Vevar er sich aber noch gegen den Spötter wenden konnte, wurde dieser von einem orderen jungan Menschen mit sckstrrfgeichnittenen, geistreichen Zügen, dessen dunkle Augen wie Kohlen brannten, an- gegr'sien.- „Tie hoben leicksi spotten, Herr Wessel" rief er,„Sie, der nur beschaulich seine Gelder verzehrt. Was wissen Sie von einer Sehnsucht? So einfach, wie H'wr Truges glaubt. ist die Frage freilich nicht gelöst— aber Fräulein Jnae hat ganz sicher recht— es klafft ein tiefer und gewaltiger Riß in der Menichengeicksichte. Nicht nur der einzelne Mensch, �ganze Rolksmossen sind geknechtet! O. sie haben die stärksten Fäuste, ober haben sie nur einen Fetzen Macht im Staate? Sie schaffen und arbeiten— aber ernten sie je die Frücht? dieser ?lrb?it? Nein! W'e Maulwürfe wühlen sie unter der Erde mit knimmen Rücken wie Lastti-we quälen sie sich im Schweiße ihres Anaesich! s—! Tie Sanne scheint— aber sie haben keine Zeit, sich über ibr Licht zu freuen— Tag für Tag, von ibrer orm'el'gen Kindheft an b's zum Grabe ar- beißen, quälen, schiisten, schleppen sie gls die Unterdrückten, Entrechteten und Eiite,ck>ten— sie. die Unzähligen, die Millionen, die Sklaven! Aber wetze, wenn sie sich einmal aufraffen, ihre Sehnsucht zu erfüllen!" Er hatte das letzte, zu dem blassen Wessel gewandt, leidenschaftlich dcrousgesch'cndert. seine Augen glühten in ihren Höhlen, und seine recht? Hand fuhr bei jedem Satz wie ein Schwert durch hie, Luft. Dierk war hingerissen von der Glut und Begeisterung dieses jungen Mannes, der doch kaum älter war als er selber: um so mehr verwunderte er sich, als der, an den die Worte ge- richtet waren, kaum von ihnen berührt wurde. „Sehr gut gesprochen, lieber Törner," sagte er mrr.„ich zweifle nicht daß ihnen die Massen beaeistert Beifall brüllen würden. Aber wie kommt es. daß dieses Gefühl der Leere in unkerm Leben, d'eie Sehn sticht nach irgend ettmis noch Fehlendeni. wie kommt es, daß diese Sehnsucht aar nicht ein- mal so stark bei dem crewätni lieben Arbeiter, v'elmebr gerade bei solchen Menschen auftritt, die Zeit, Geld und alle Dinge ihr eigen nennen?" „Was wissen Sie von der Seele de- Volkes?" fuhr Dörner auf, aber Dr. Heller rief dazwischen:„Gut, wir wollen also nur annehmen, daß beide Teile, die Knechte und die Herren, von ihrem Dasein unbefriedigt sind. Dann aber muß das Fehlende doch auf einem ganz anderen Gebiet l liegen." Ein junges Mädchen, das Dierk bisher gar nicht beachtet hatte, bog sich vor. Das erste, das an ihr auffiel, waren ein Paar große, warm-» Augen, d'e ihr rundzS Gesicht noch kind- l lich erscheinen ließen, trotzdem sie sicher etwa fünfundzwanzig Jahre zählte.„Die Antwort ist sehr leicht."'agte sie.„nennen Sie dies Fehlende, das, was wir doch alle suchen, einfach Gott." Alle schwiegen em?n Augenblick verblüfft. Dierk hatte erwartet daß sie wohl spöttisch oder überlegen abgefertigt würde, aber nichts dergleichen geschah. Es war eine so ein- fache Aeußerung, daß sie eben durch ihre schlichte Einfalt die scharten Denker entwaffnete. Aber nur einen Augenblick, dann meinte Wessel lächelnd, fast nachsichtig zuststnmend:„Gut, nennen wir's also Gott, ' ous den Namen kommt's ja nicht an. Und kehren wir im , Kreis zurück zu unserer ersten Frage:„Wer ist das, dieser Gott, der uns fehlt— und was ist das— ein Gedanke nur, oder irgend etwa" Faßbares?" „Der Glaube." sagte das Mädchen. „Nein, die Natur."' rief Truges. „Die Freiheit!" schnitt Törner beide ab,„die Wirtschaft- Ii che und staatliche Umwälzung!" Inge Eorneli hatte sck'ineigend zygehört und ihre ruhigen Augen auf Dierk haften lassen. Jetzt fragle sie:„Herr Folkers — was wollten Sie sagen?" Von ihrer unvermittelten Anrode aus seinem Grübeln geweckt, fuhr Dierk auf. Und plötzlich formte sich seine inner- liche Unrast, seine Sehnsucht zu einem bestimmten Gedanken zusammen:„Tie Tat!" sagte er. Und sah fuhr er fort:„Ja — das meine ich, ein! Tat, ein Werk, eine Arbeit, die meine ganzen Kräfte, mein Wissen und meine Fäuste, braucht— danach sehn-' ich mich!" Truges, der bärtige Jüngling, sprang stürmisch aus und schlang die Arme begeistert um T'erks Schultern:„Freund, Bruder— das ist das R'chtigel Die Tat! Und ich habe sie. ich werde sie vollbringen!" „Lieber Trugetz. macheu Sie keine Dummheiten." rief Wessel, und während Truges Dierk losließ und sich rasch gegen den Spötter wandte, rief Dörner:„Ja, es ist wahr — was mitzen alle Reden, schreiten wir zur Tat! U"d wenn's Blut kosten sollte, nur die Tat kann uns retten." Dr. Heller wandte sich heftig gegen ihn. „Die Tat— die Tat!" eft'erte Truges,„o, ich habe sie im Kopse, ich werde ein Reich aufrichten, ein Friedensreich — das Zukunftsreich— Sie sollen sehen!" „Ich bin sehr neug'erig!" „Müssen Sie denn alles bezweifeln und verspotten?" fragte das stille Mädchen. „M in Fluch, Fräulem Ruth."'sagt? Wessel und verbeugte sich vor ihr. „So ist Ihnen gar nichts heilig?" „O doch aber das verschärft meinen Fluch, denn in dem einzigen Falle, da mein Gefühl anbetet, reiß! mein'Verstand schonungslos das Gefühl in Fetzen." Ein leidenschaftlicher Blick umfaßte sie. Ruth sah ihn unsicher an, aber in diesem Augenblick war > sein Gesicht schon wieder perNxindelt. Tiefernst sah er ihr in � die Augen, errötend wandte sie sich ab. Sllle sprachen erregt durcheinander. Die Hausfrau erhob sich, füllte die Teetassen, und Rukh hals ihr bgim Herumreichen der kleinen Teller mit belegten Schnittcben. Eine Augenb'ick war Dierk sich selbst überlassen, da ge- wahrte er Inge Eornelis prüfende Außen Sie stand nicht auf, um der Hausfrau zu helfen, unbeweglich und nachdenk- lich saß sie still auf ihrem Stuhl. Dierk trat zu ihr:„Sie hatten eine andere Antwort eruxirtet?" „Vielleicht— ich weiß nicht. Aber ich wußte, daß Sie etwas zu sagen hatten." „Warum glaubten Sie das?" „Ich sab es Ihnen an. Und vielleicht— viel!-'cht haben Sie reicht. Vielleicht ist es nur die Tat, die uns feblt, die wir nicht wagen." „Warum nicht wagen?" „Es kommt darauf an, was gemeint ist. Sie selbst denken an Ihre Arbeit, an irgendein Werk: Herr Truges und Herr Dörner denken an etwas ganz anderes." „Und S'-e selbst?" „Ich habe mein ganz bestimmtes Ziel, ich lerne Chemie. Es war nicht leicht für mich, das durchzusetzen. Und trotzdem, ziiweftGl fühle ich. wie leer das eigentlich ist. Und daß dies alles so widernatürlich und dumm ist." lFortt, folgt.) Groß-öerliner Partewachrichten. Achtung» Post« und Telegraphenbeamten und Beamtinnen! Montag, 7 Uhr, findet in der Weinmeisterstr. 16/17, i« der Sophien-Schule, eine große Brrsanlmiuag sämtlicher in Kost» und Telcgraphenämtern beschäftigte» Beamte» und Beamtinn«» statt. Tagesordnung: 1. Das neue Parteiprogramm der S. P. T. und die Beamten. Referent: Genosse Postsekretär Riech 2. Freie Aussprache. Die außerordentliche Wicht i�leit dieser Versammlung gebietet un». die regste Propaganda dafür zu entfalten. Wir bitten daher olle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die auf dem Boden de» Sozialismus stehen und auch diejenigen, die unseren Anschauungen nahe stehen, für diese Versammlung zu gewinnen. Es ist not- wendig, das; wir alle mit den Grundideen des Sozialismus vertraut machen. ES werden weiter in Zukunft Aämpfe geführt werden müssen, es gilt nicht nur Neues zu erreichen, fondern das Alte fest- zuhalten und auszubauen. Es mutz daher ein Stamm geschaffen werden, der für die Erreichung unserer Ziele eintritt. Wir er» warten daher eine recht rtge Beteiligung. ?cr Werbcausschutz für Post und Telegrcphie der S. P. D. I. A.: Fr, Kugler. Heute, 10. Oktober: 7.«bt. Rotten zu dem am 16. b. M. stattfindenden Herbslseft in den Bla-dei-fflstsäten, Blücherstr. 61, sind zu hadcn bei Müller, Mittenwolder Shaße 16. Morgen, 11. Oktober. 5. Abt.(Wahlkreis Hallesches Tor). 7 Uhr Sitzung der Bezirks- führer und Belriebsvertraueuslem« bei Reufner, Hagelberger Str. 20a. 3. und 4. Abt. Uhr Sitzung der AbteilungsfunktionSre und Be- trtebsvertrauenslcute l>ci Nickert, Steinmetzstr. Z6a. 8. Abt. 7 Uhr Bezirksfühierfitzung bei Federhard, Boppstr. 4. Pünktliches Erscheinen notwendig. 3. Abt.(W'.htkreis Hallesches Tor). BezirkSführ« und Betriebs» ritte! 7 Uhr Sitzung bei Glaser, Erdmannshof(Rtlnfine), Rottbuser User*38. 10. Abt. 7 Uhr wichtige Besprechung sämtlicher Funktionäre bei Wolsf. Foisterstr. 44, u. a. Bericht von der Agitationstommisflon der 10. Abt. 12. Abt. 7 Uhr Sitzung der ParteifunNionäre und Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte bei Rüge, Waldemaistr. 22.' 13. Abt. 7 Uhr Sitzung der Parteiwnktionäre und BetriebSver- trauensleute bei fiastan, Äi.schiner Str. 62. 16. Abt. Th Uhr Funk.ionürfitzung beim Genossen Schukert. 17. Art, 7 Uhr Ronserenz sämtlicher Betriebsvertrauensleute und Parteifunktionäre bei Lojak, Beymestr. 8. 20. Abt. T/i Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre und BetriebSver- trauensleute bei Behrendt, Liebigstr. 24. 21. Abt. Sämtliche Funktionäre und Vertrauensleute Sitzung 7 Uhr bei Peiser, Hausburgstr. 2. Mchtige Tagesordnung. 24. Abt. Montag, abends 8 Uhr, Funltionarsitzung bei RöSner, Jmwanuclkirchstr. Sö. Dichtige Tagesordnung. LZ. Abt. 7>4 Uhr Sitzung der Funltionäre bei Leese, Rücterstr. 5. 28. Abt. 7l4 Uhr Sitzung der Bezirkssührer bei Altmann, Rykestr. 2. Die Thealerkarten zum ZI. Oktober find abzurechnen. 32. Abt. 7V4 Uhr Sitzung sämtlicher Bezirkssührer mir AbteilungS- leitung bei Grohn, Milostr. 5. 33. Abt. Montag, abends 7'-4 Uhr, bei Gilwald, Putbuser Str. 24, Funktionärsitzung. Erscheinen unbedingt notwendig. 31. Abt. 7'4 Uhr, Sitzung sämtlicher Funktionäre und BetriebSver« trauensleute bei Goldschmidt, Swlpischestr. 36. Wichtige Tagesordnung. 34. Abt.. 7 Uhr Sitzung aller Funktionäre bei Obiglo, Stralsunder Straße H. ZZ. Abt, 7 Uhr Funkiionärkonserenz bei Rrüger. Husfitenftr. 34. '36. Abt. 7 Vi Uhr, Funktionärsitzung bei Bärwalde«chlegelstr. 8. 87. Abt. Ronserenz der Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute am Mvnlog, den ll. Oktober, abends 7 Uhr, bei Schreiber, Perleberger Str. b2. 4l. Abt. Bezirkssührer und Betriebsvertrauensleute Zusammenkunft beim Gen. Otto Schmidt, Stromstr. 41. ... 43. Abt. 7 Uhr Sitzung sämtlicher Bezirkssührer und BetriebSver- trauensleute bei Sachse, Lindower Str. 26. 44. Abt. 7 Uhr Sitzung der Bezirksführer bei Rerfin, Panlstr. 60. ffi. Abt. 7 Uhr Sitzung der Bezirksführer und BctriebSvertraueuS- * UvM bei Fuchs, Weddingstr. ö. 48. Abt. 7 Uhr Sitzung der ParteifunMonäre und BetriebSver- trauensleute bei Grunwald, Äameruncr Str. 19. Achtung! Rreisvertreterversaminlnug de« 20. Rreise« am Montag, de» 11. Oktober, abends 7 Uhr, im Lokal„Rastanienwäldchen* in Schönholz 14. Die Rreisvorstandsmi iglieder werden gebeten, eine Stunde vor Beginn der Bertreterdcrsammlung zu erscheinen. Kreis 11 lSchäneberg-Friedenatfi. 3. Abt. Montag, den 11. d. M., abends 7i4 Uhr, Frauenabend bei Grosch, Sedanstr. 17. Reserentin: Ge- nosstn Tancre. Arbeitsgruppe Pankow(1.— 3. Abt.). Funktionärkonferenz bei Engel, Mühlenstr. 43, abends 7 Uhr. Bortrag über fialkularionswesen. Refe- rem Genofie Reyersbach. Charlottenburg(Wahlkreis 7). 7V> Ubr Funktionärkonferenz im Volks- Hause, sämtliche Abreilungsvorstände und Funktionäre haben Zmrin. RretS 14(Neukölln, Britz, Buckow. Rudow). Gemeinsame Funktionär- sitzung,'\i Uhr, Aula(Realgymnastum), Raiser-Friedrich-Straße. Vor- trag: Religion und Sozialismus, Dr. Ahner; anschließend Genosse Pfarrer Pischowski über die Rrrchenwahle». Morieudors. Montag, den 11. d. M.. abends 7 Uhr, Vorstandssitzung bei Hoch. Mittwoch, den 13. Ollober, Aohlabend in den bekannten Lokalen. Abt. Treptow. 7 Uhr Funktionärsitzung bei Ebert, Graetzstr. 1.— Mittwoch: Zahlabend in den bekannten Lokalen um 7 Uhr. Wichtige Tagesordnung. Lichtenberg. 7 Uhr Funktionärsitzung der 6 Lichtenberger Abteilungen bei Rurkowski, Psarrsir. 74. Weißensee. 7 Uhr im Lokal von Stärk«, Charlottenburger Str. 3, Sitzung des erweiterten Vorstandes. Wichtige Tagesordnung. Charlottenburg, 10. Gruppe. Zahlabend am Dienstag, den 12. Oktober, 7 Uhr, bei Bohne, Schloßskr. 45.— De» Elierrrbeiräteu und allen Jnter- estenten zur Renntnis, daß sich die Rommission zwecks Organisierung der aus dem Boden der S. P. D. stehenden und gefinnnngsverwandten Eltern- beträte und Eltern Eharlottenburgs konstituiert bat. Alle aus die am 30. September beschlofiene Arbeitsgemienschait bezugnehmenden Fragen der Elternbeiräte sind zu richten an Jonnv Hinrichsen, Berlin-Charlottenburg, W. 62, Bavreucher Str. 25». Petershagen-FrederSdors. Dienstag, den 12. Oktober, abends 7V4 Uhr, Gemeinschastliche Mitgliederversammlung im Lokal von Madel. Tages- Ordnung: 1. Neuwahl der Bezirksleitung, 2. Bortrag des Genossen Heinrich Schumacher über:„Die Rechte der Arbertslosen und der Rurzarbeiter." Die Genossen von BogelSdors, Bruchmühle und Umgegend, sowie sämtliche Freunde'->8. D. lind liier, u eingeladew Grünau S. P. D. Alle Vorstandsmitglieder und Parteifunktionäre am Dienstag, 12. Oktober, abends 3 Uhr, bei Boede. Iugenüveranstaltungen. Heute, 10. Oktober: Zentraljugendheim, LIndenstr. 3: Liederabend.— Charlottenburg, Rofinenstr. 4: Unterhaltungsabend.— Tempelhos. Germaniastr. 6/7: Einführungsabend für schulentlassene Jugendliche, mit besonderem Pro- gramm. Alle schulentlassenen Jugendlichen sowie deren Eltern sind einge- laden. Montasi, 11. Oktober: Reichen berger Viertel, Schule Glogauer Straße 12/16: Einsübrungs- abend für Schulentlassene, mit besonderem Programm. Alle schillentlasse- nen Jugendlichen sowie deren Eltern sind eingeladen.— Petersburger j Viertel, Slraßmannstr. 6: Vortrag:.Revolution von 1848".— Stra- i lauer Viertel. Schule Raglerstr. 3: Vortrag:.Heinrich Heine'.— Sozia- listische Schülerscktion. Lindenstr. 3: Dichter abend:.Mar Barchel'.— � Süd Oft, Röpenicker Viertel, Schule Wrangelstr. l28: Einsührungsabend für schulentlassene Jugendliche, init besonderem Programm. Alle schul- ! entlassenen Jugendlichen sowie deren Eltein sind eingeladen.— Rauls- vortrage, vereine unü Versammlungen. Arbeiter Samariter- Kolonne Berlin E. V. Abteilung Chat- lottenburg-Wilmersdors: Montag, den 11. Oktober, abends 7 Uhr, Leipniz-Oberrealschule, Charlottenburg, Schillerfti. 125/127, Mitgliederversammlung und Vonrag über die Tätigkeit der Drüsen im mensch» licheu Rörpcr und die Erfinoung Professor SteinachS. Reue Lehrlurse in der.ersten Hilfe' beginnen in folgenden Abteilungen: Tiergarten, Waldenserstr. 20/21. am Donnerstag, den 14. Otwba. Wedding, Bernauer Str. S3/A1, am 14. Osiobei. abends 7 Uhr. Friedrichs- Hain, Lichtenberg. Kvonprinzenstr. 10, am 14. Oktober, abends 7 Uhr. Tempelhos. Marie»dors, Kursürstenstraße. am 14. Ct tobet, abends 7 Uhr. Adlershos- Alt- Glienicke, BiHmarckstraß-, am 15. Oktober, 7 Uhr. Pankow, Schulstraße. am 15. Oktober, abend» 7 Uhr. Neukölln, Thomassttatze, am 15. Oktober, abends 7 Uhr. K ö p e« i ck, Dorotheenschule, in der Freiheit, am 14. Oktober. 7 Uhr. Rursusbeurag 10 M. Der Besuch des ersten Abends steht jedermann frei. Abt. Friedrichshagen, Montag, den 11. Oktober, abends 7v4 Uhr, in der König-Friedrich-Schule.— Mieter vcrl and. Ortsgruppe Treptow. Am Monrag. den 11. d. Mts., abends',48 Uhr. Funttionärversammlung bei Banse, Rrüllsstr. 1._. Sport. dors. Schule Adolsstr.- 25: Mitgliederversammlung. ö-w Jr Du mußi frieren Venn vir DberfrfilrfUn verliere» // Mit Hilfe der Grenz- Spende Hindernisrennen im Grunewald. Dch Grunewaldkxchn steht heute im Zeichen des Hindernissports. Von den 7 Rennen be- ansprucht der Große Preiv von Grunewald, Ehrenpreis und 80 000 M., ein Jagdrennen, das Hauptinteresie. Der Stall K v. Tcpper-Lnski iann allein für dieses Rennen c-ravogard, Minor und Pipifax sufstieten,"mi: denen sich Hündin� Meirmolava, Bcnnewar usw.(siehe S'-arletliste) messen werden. rsm Cypresien- Jwldrcnnen, 3200 Meter, könnte RosenviUer, der jetzt bei srch das Talent zum Verbrecher entdeckt hat, an den Start gc'chickt werben. Sonch m.n st man auf das Abschneiden von Elscheu, Escadron, Minor, Schipper, Manchen und Brünella gespannt fern. Im Preis von Kaulsdorf wird da» Zusammentreffen von Diplomatie, Orloz und Springer, den beiden Vertretern des Ä.alleS 3;öM, und Landvogt, der ehemals die Hamelschen Farben trug, anregende Augenblicke zeitigen. Auf einen Endkampf«atrap, W'.biberta rechnet man im Preis von Friedenau� wäbrend nn Prws von.Galensee Hunne und der treue, schöne FelS--Lohn Harle. in ihre» Anhang haben werden Enzian, der wirklich gut eingeschlagen ist. kommt unter Walter Müller im Saniuzza-Prcis heraus und im Straustberger Jarchrennen hält man, trotz seines Hochstgewichrcs, viel von Malachit, der dem Freiherrn v. Berckem anvertraut wird. Voraussichtliche Starter im Großen Preis von Griinewald:-0 Sa- vovard(R. v. Westcriibogen). 67 Marmolata(Walter Müller),«614 Hnn- ding lJzmenvi). 64 Tantalus(v. Reller), 63l4 Wardar(Dvhr), 62 Corsar lEdler), 62 Minor oder 57 Pipisax(Rränzleini. 60l4 Bennewar(Frht. v. Berchem), 58 Steinbcrger(H. Scholzh 57f4 Feuerbach(P. Lewlckis, 57 Schkderenöcher(Thalecke), 57 Jasjolda(Fibr). TSetterauSkichten kür da» mittlere Narddentkchland bis Montag mittag. Trocken und vielfach heiter, nacht» mei't neblig vei wenig geänderter Temperatur und schwachen nordäjltichen Winden. ß \ \ flnd Ost- und Westpreußen gerettet Jetzt geht eS um Oberschlesien iL iii I Sänke», Sparkassen, Possämter »(Postscheck- sionto Serlln Rr. 7Z77S) � nehmen Seiträge für die M&f Grenz. Spende_ V entgegen F *** & Mose Soliiüioog ooS oogmote Siiiiooso zugleich bilden die Hauptmomente im neuen Oktoberprogramm von „ZielkaS Heiteren Spielen'(Friedrichstr. 69/60, Eie Leipziger Straße). Die stärkste Spannung wird erzeugt durch ein Radrennen auf dem Hometrainer, dem interessanten Apparat, auf dem im engsten Räume die größten Strecken zurück- gelegt werden. Die besten Rennfahrer, wie Lorenz, Stell« brink, Bauer, Packebusch u. a. nehmen daran tetl.�— Da? Kabarettprogramm des Abends, wiro von ausgewählt vor- züglich eu Künstlern getragen. Eine Koloratursängerin ersten Ranacz Li- Ma n ha— Kabarettvirtuosen, wie Trude Berliner. Anni Trautner. Bobbh Walter und alle die anderen unterhalten das Publikum mrt ihren mannigfachen 1 Künsten und sorgen für beste, rosigste Laune. slms* u. 7 M. mit TrledenskautschuU 5 Jahre schrlW. Garantie. Zahnziehen mit Betlubanss bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.; Zähne ohneGautnen. KeineLuxuspreisc. atm-praxis Katvani, Danziger Strafe t Spandauefsif. /6 C Konigsh0 11-& Tzgh-md im Ru mpf ■«•tickt, wie obige Abbildung agliemcl viereckig, mit Stlckerei-Aasatz 39.— T ägKemd mit Stickerei.Ein- und-Anaatz 42.— T agkemd m. Stickerei-Ansatz u. Hohlsaum 48— /"V*. Taabemd und Beinkleid mit t-Ti» Ojamitur Stiäerei gerr.iert........... 1 1 5.- G-...,_ Taghemd n Beinklrid mit Va- n CA arnitur lendennes-Ein. u. Sbck-Ana. �JÜ.- Bettwasche Declctetttezuge, Linon 130x200 cm...... J.«JO.— Madapolam a Damast OOQ I30x200cmi*»>•* 130x200-650.- Kiseentezuge Tisch- und Hauswäsche Herrenwäsche HemdentucK 82xö2 cm... Madapolam jq Damast Qtf Ö4xb4 cm S4xL4 OD.— T"I Hemdentuch q* Laaken 160x225 cm... oD." Daulas|AC Hemdtat. 150x245 lUO.- 160x245 Knopflaken mit Langelte 150x260 cm... Kissenbezug dazu passend 82x82 cm..... 120.- 240.- 115.- Knopflakcn m.reich.-nfv LocKaticIfereL 150x260 cm Lochstickerei, 1 50x260 cm Kisscntczug dazu passend 62x82 cm...... Kissenbezug reich geatickt 60x80 cm....... Plumcauxtezug aus gesticktem Batist...... 135.- 63.- 72.- Stukentancltuclier Gerstenkorn und Drell 1 Q'Ttf 46x100 cm«••••••.Stuck AO.iO StukcnKandtucKer Reinleinen Hausmacher- nA Kf\ Jacquard.Größe5teS|ISI(IIISIitl*||tMgM,MSt Wei(?es Oberkemd mit Falten- Einsatz und KJapp- mansebetten.............*■ Farkiges Oberkemd aus 72.- 106.- 53.- mit Rcrrustcrtem Perkai Klappmanschetten....... Aus gestreiftem Zephir mit Klapp mansche tten....... '"P ,1 1 aus Hemden- 1 aghejnd weh........ mit färb. Nacktkemd Belau.11.. 89.- Stnckkrawatten q ye in großer Auswahl.«.. Stück � Taschentücher Praktische Gebrauch squali täten Damen tucker weiß Batist m. Buchsiakcn in Medaiilong IC TX Größe 36x36 cm..... Stück Herrentucker weiß mite»- gesticktem Buchstaben, r Qf! 2 cm hoch, Gr. 42x42 cm. St. �.�1/ Kindertucker weiß- Linon mit(arbiger Kante.St.*••00 EH unserer SiNN-Ml wird gerechtfertigt durch hervorragenden Schnitt und besonders schicke Machart. Die Qualitäten sind sorgsam auf Haltbarkeit geprüft. Die Preise sind in Berücksichtigung der Qualitätsware äußerst niedrig, die Auswahl außerordentlich groß Einige unserer Preislagen: Ilepren- ÜSster Unsere Marke„Luxusform" der fescheste Herren-Anzug Heppen- Anzilg-e k-»-»- R w Wze z Ks. Drei Verkaufskäuser: �cke kungestr. Olr. V'raickLtArtSr iStr. SV Zcke koppenstr. KvltöiiSÄvrK Hauptstr. 1 0 dalewskf Liköre edelfte deutfcheMarken .-�Ä- i-f-xu- #" Ga/acao# wöbet VAeiZer Wl» lisfern direkt»k uoeerar eigenen Fekrik Schlatzlnuncr( Speisezimmer, Eiche Blmt Gnfi- M, 3t T r' s v*. General- Vertretung jilr Groß- Berlin, Provinz Brandenburg und Pommern Alfred Sachs, BERLIN W 30, BarbarossastraBe 4t. Fsp..- Nollendorf 49S7 u. 3927 Ifiöbel oiler Teil bei kleinster An- n. Abzahlung zu bedeutend herabgeselzten Preisen Schlaf zimmtr Wohnzimmer Herrenzimmer Speisezimmer Bunte Küchen Einzelne MSbel Liefere auch n. auswärts. Lagerung kostenlos. Möbel-Colin Gr. Franklurler Str. SB 5 Min.rom Alexanderplatz. Filiale: Badsfr. 47-48. 5 Min. r. Bhf. Oesundbr. Infolge Oer zu erwartenden Vreisfteigernngen haben wir uns rechtzeitig ganz bedeutende Mengen von erstklassigen Schuhwaren für Damen, Herren und Kinder zu außer« gewöhnlich billigen preisen gesichert, die täglich neu hereinkommen.- Wir sind dadurch in der läge, bis auf weiteres noch zu sehr vorteilhasten preisen zu verkaufen, und empfehlen unserer verehrten Kundschaft, den gegenwärtigen sowie den etwa baid eintretenden Bedarf möglichst schon jetzt einzudecken, da nach besten Informationen aufunseren Einkaufsreisen mit neuen preis- steigerungen für Schuhwaren zu rechnen ist. iiiiiiiiiiiiiiiuiiii üllllllllllllülllllllllllllllllllllllllll'lüiül Stiller Meine drei Serien preiswerter molliger Wintermäntel warme gute Stoffe kariert u. einfarbig hell und dunkel 195 265 425 Strick-Jackensv.95 Gw p i??! en ers Wintermäntel 135,165 aus soliden Stoffen, in verschiedenen Farben..... Modehaus =3 m 553 Friedländer Turmstraße 60 Schöneberg, Hauptstr. 149 RUDOLPH HERTZOO BREITE STRASSE Weisse Wäschestoffe, taten für Leibwäsche,..,. das Meter 12, 50 14.50 16,50 16,50 M starkfädice Qualität für Bettwäsche, Breite»«D 50„ ca. 135 cm......... das Meter«1«, M mittel- und starkfädige Qualitäten für Ueberschläglaken und Bettücher, Breite»7 SO„„ ,, M M ca 160 cm:......... das Meter 42'50'5,00 M Weisse bestickte Kleiderstoffe in guten Ausführungen und großer Muster- irt 55.... ,, auswahi.......... das Meter 16>00 17'7S 30'75 H Weisse Voll�VoileS Breite ca. 115 cm das Meter 22, 50 56,00 62,50 M Baumwollne FfaneSSe jeib�nheSÄs� Breite 68 bis 80 cra...... das Meter 18, 00 19,80 22,50 25,00 K in vielen Streifen, kleinen Mustern W etouroarcneni unj-m lürk. Geschmack, für Blusen, Hauskleider, Morgenrücke usw. Breite n e 00 � w 70 bis 80 cm........ das Meter 27,50 29,50 M Futterstoffe PMÄ'SaÄ«9.00 m Doppeituch, in mittelgT-au und schwarz.. das Meter Oa50 M BERLIN 02 Bestickte Schleierstoffe u. Batiste Helle und dunkle Farben. 11 7fl CH 51 Qfl CT 5K Breite 70/1(5 cm.... Meter JJtJUt*U*vU) Ji«QJ bis fjJtLJ M Bedruckte Schleierstoffe reich« Auswahl Breite 60/115 cm....Meter 12.50) 13.50, 24.60 bis 52.30 M Einfarbige Schieierstoffe>» reicher Farben- aualcahl Breite 100/115 cra.■.. Meter 24.60, 45.20, 49.20 M Zephyr und bedruckte Perkaie für Herren- und Damenwäsche. Breite 78/80 cm......... Meter Kr Herren- und Damenwäsche. � � ZZM 28.00 M GroSu Lsser in SCÖWGfZßll M\M sds tiewätifi. Steifen Zier- Schurzen Panama von 13.00 M an Wollstoff von 29.00 M an Halbseide von 48.50 M an Reine Seide von 55.00 M an Haus- Schürzen Ohne Letz von 39,00 M an Mit Blasenlatz von 38.0- M an Wiener Form von 57.00 M an Rocks chürzen von 57.75 M an BRUDERSTRASSE Herren-T rikot- Jacken Bsum volle, naturweifi, MitteigrüSe, da, Stück..... 37,20 M Woilgemischt, naturfarbig, MittelgrüSe, du Stück.. 47,00 Kl Herren-Trikot-Unterbeinkleider Baumwolle, starkfädig, grau oder weinrot, das Stück. 22,00 Hl Woilgemischt, naturfarbig, MitteigrüSe, das Stück.. 54,00 IM Herren-Trikot-Hemden Baumwolle, natutveifi, MitteigrüSe, das Stück....64,00 M Halbwolle, eifenbeinfarbig, MitteigrüSe, das Stück..70,60 N3 Damen-Reformbeinkleider Starkfädige Qualitäten, das Stück 29,50, 38,75, 56,00 Ii usw. Damen-Schlupf beinkleider Wolltrikot, das Stück 58,50, 63,50, 75,00, 95,00 H usw. IMädchen-Trikotbeinkleider Geschlossen an den Seiten zu knöpfen. Aus starke n BaumwolUrikot. NaturweiS, Uug. 40-60 cm. � � ZZ � � � gg Marineblau mit angerauhtem Futter. Länge 40 bis 60 cm....... das Stück iiJfUU bis) Ii Neu Abschnitten in Wolle, Baumwolle, Seide u. Samt, für rroriT HocrtriHorc Hill IST Blusen, Röcke, Mäntel, Damen- u. Kinderkleider geeignet UCo\/II\iCl o erschienen: Schnittmusterliste PreislMark.— Herbst- und W i n t e r- P r e i s I i s t e kostenlos. Jeden Montag Auslage von Resten b, lilöbel jeüer Art, äußerst izümtig.solunge'Lorrat .-um Teil biS M"/« e r m ä ß i ff t. Besuch loknenv, kein äiaus- zwang. �siigLdziiei, Lti.rlotteohurx. 10iiii»er->>»orserStr. 12S Ed- SchUiccstratz«. Kkiir Lasen, Dsnksn 51s sn dsn Wmter m K und erwarten Sie ihn mit einem Rieschel Patent-Grude-Heirofen! Er ist der beste Schutz gegen die Winterkälte. Riescuecs Patent-Grude-Helzof en M mit Patent-Wellsiebfeuerung ist die billigste Heizung der Jetztzeit. Kein anderer leistet das Gleiche I m Niederlage Berlin, Jerusalemer Straße 15, am Dönhoffplatz, AeWaus .ADDERS» Scaßtes Sau» direkt am Netteidcck- Platz. Ant Kredit! ZKöbsZ uJolltetiOQfcn eigenes Aohritat. Herren- u. Samen- GOlOeroden Kredithaus „AXDERS4 Fischer&Wolff Parlin O Spandauer Str. 10 13 11 W Ecke Kaiser Wilhelm- Str. KMMWWAMW in allen Abteilungen SeBlstöe JunMu Jeppidsslofle/ Cäulmtoile 6.59. Koffimssrdomm 4�6 VetMaäuasssSBdte/ MSbelslells in Gobelin, Seide und. Verdnre fädtdeätea/ Sämtliche Deutschen Teppiche und Stoffe sind ohne Papierfüüung Echte Teppiche ohne Pflanzenfasern Mond-Extra iiiiiiiiwmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiip�,ii|';,iiii|ii....... iiniiii�immi MonK:6xira Mmgen 'erapparat aehaaener Ämqe Saäü atitmer.<9 m. b. b, Berlin«361, BeDc traiame-Str. 91 I Zu S-d-u(n oUtn onId,ld,iä'n©rfihdflra Sealpelzmäntel hocheleg. auf Srokatseide, gr. Posten 3300—4800,— Kreuzffichse........... 300,— Weiß-, Blau-, Silber-, Zobel- und Alaska» Füchse. □ □ □ Eigene Kürschnerei im Hause. Q □ Q Nordisches Pelzhaus, Chausseestr. Herbst-Angebot zu enorm billigen Preisen Damen. Rlndbox-Strapa. QO 50 I Herren-Rlndboi-Agraffen. 1 JA SO zier-Schnfirscbuhe...) Stiefel......... ItU Ä�rssr.'" 159Mi?.'ÄS'.,-:s SrÄ 98 1» S3möf"SS;u-V>l'"'13's-»> 15'5 17" ai-js 19" Gesellschaltsschnlie in gröOter Auswahl, elegant und preiswert. Stiefelkönig Hur Friedriclisiralte lile, an der Karlslralle. Möbel gegen bar n. Teilzahl.| lierabgesetzte Preise. Kleinste An- u.Abzablg. Landwehr. M&l I erstr�MWeddmg� Ankauf von Brillanten, Perlen, Uhren, Platin und Qoldbruch. Q. Schüephacke, �ÄBÄc2.10 fert&äep&runzfüun&ri ffa&BuSV'Dainniff DeatseMaads größtes Spezialgesehäjt für Trauringe 1 Ring. Dukaten, 600 gestempelt 1« IV. 1 1 1 von 145,— JTk. an 900„... Stück 2d,0,— 2„ 600 ,,... ,. SoO,—„ 585 gestempelt von 100,— bis 175,-31-\ je nach 333 38,30 100,—«/ Gewicht Alles fix und fertig zum Mitnehmen. Versand nach AuBerhaib. kiesenaus- wahl aller in der Uhren- und Juwelenbranche vorkommenden Waren. Stets Qeiegcnhei snäufe in Brillanten. RICHARD BOHNECK Haaptseschäft: Berlin Z>., Schönhauser Allee 45 (Hochbahn: Danziger Straße). Tel.; Humb. 1344.— Filiale: > O.. Liandsberiger Allee 41, Ecke Petersburger Str. Tel.: Alex. 4360.— Telegramm-Adresse: Guldonkcl, Berlin. Ankauf von Gold und Juwelen.— Fahrgeld wird vergütet. vom Relchswirtschaftsrat. ■ Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reich-wirtschaftSrats, über bSiL�"v�rfjsnDlung'cn wir im Abendblatt berichteten, setzte seine Bera�u. sort. Wegen Raummangels können wir nur über seine Beschlüsse suinmarisch Mitteilung machen: Die Beschlüsse de» Unterausschusses über die Gelreidevers orgung werden be» stätie«. Der Mehrpreis sür ausländisches IIetreide soll also aus der Reichskasse gedeckt werden. Der Ausschuß stimm.e serner einem A'. trage zu. wonach die Einfuhr von Pilsener Bier nach Möglichkeit eingeschränkt werden soll. Nach einem weiteren Beschlüsse sollen jährlich 400000 Sack Kaffee zur Einfuhr freigegeben werden. Tie Kaffee-Ersatzmiltelfabrikanten sollen aus- reichend mit Rohstoffen beliefert werden. Es folgte dann die Beratung der Verordnung über Matznahmen gegenüber Betriebsabbrüchen und Stillegungen. Die Verordnung sieht eine Anmeldepflicht für den Abbruch von Betriebs- anlagen und die Stillegung eines Betriebes vor. Sie bezieht sich auf industrielle Betriebe sowie auf die Betriebe des Verkehrs- gewcrbes, sofern in ihnen mindestens 20 Arbeitnehmer beschäftigt werden. Von der Anzeige ab läuft ein« Sperrfrist von 4 Wochen im Falle der beabsichtigten Stillegung und von 6 Wochen bei Ab- bruch. Während dieser Zeit darf im Betriebe keine Aenderung der Sach- und Rechtslage vorgenommen worden. Auf Vorschlag des Abg. U m b r e i t wird die Verordnung zur Nachprüfung einem Unterausschuß von S Mitgliedern überwiesen. D'e Frage der Zerstörung von Dieselmotoren in deutschen Betrieben durch die Entente soll zum Gegenstand der Bc- sprechuna in einer der nächsten Sitzungen gemacht werden. Nächste Sitzung Montag vormittags 10 Uhr. Sozialöemokratie unü Nevanchewahnsinn. In einem Berliner Telegramm des Brüsseler Blattes „Nation Belgs" vom 1. Oktober wird behauptet, bah der „Vorwärts" vorausgesagt habe, dah die deutschen Mehr- heits soziallsten den Kampfgegen den Natio- nalismus und den Rev'anchegpist aufgeben würden, wenn Frankreich darauf beharre, von der strikten Ausführung des Friedensvertrages zu sprechen. Gemeint ist der Artikel„Die Formel des Verderbens", in dem wir uns gegen die Phrasenpolitik Millerands und Leygues, die in der Formel der„strikten Ausführung" gipfelt, scharf wandten. Aber von dem. was uns das Brüsseler Blatt sagen läht, steht in diesem Artikes nichts: Ganz im Gegenteil betonten wir darin wiederholt, dah unsere Partei„in ihrem Kampfe gegen Nationalismus und� Re- vanchewahnsinn nicht nachlassen" werdet. Wir fügten nur hinzu, dah dieser Kampf auf die Dauer aussichtslos sein müsse, wenn die siegreichen Staaten ihr« Politik dem deutschen Volke gegenüber nicht ändern. Da ähnliche Irrtümer" in der Vergangenheit bereits öfters vorgekommen sind und zur Verleumdung der deutschen'Sozialdemokratie in der ganzen Welt nachträglich ausgeheutet wurden,«rscheisst eS uns geboten, durch obige Feststellung einer neuen und gefährlichen Legenden- bildung vorzubeugen. Ententekrkeg ßegen dZeselmotore. Berlin, S. Oktober. Vertreter der deutsche» Industrie sind heute i« Berlin zusammengekommen, noi bei der beutschrn Regie- rung anzufragen, ob die Nachricht über die beabsichtigte Z e r- störung der Diesel inotorcu durch die Entcutc zutreffend sei und um der Regierung die«ngcbeuren Folge» einer solchen Maßnahme für die gesamte deutsche Wirtschaft darzulegen. ES ist ihnen mitgeteilt worden, daß in der Tat eine solche Absicht besteht. Die deutsche Regierung hat bei der Friedenskonferenz in Paris Schritte getan, um die alliierten Regierungen davon zu überzeugen, daß das Verlangen unberechtigt ist. Dt: Antwort der alliierten Re- gierungen steht noch aus. Die deutsche Regierung hat in Paris erklären lassen, daß sie dem Verlangen auf Zerstörung der Mo- torcn nicht stattgeben kann und hat eingehend dargelegt, aus welchen Gründe» sie hierzu auch nicht verpslichtU ist. Bei der I klare« Rechtslage ist anzunehmen, daß die Botschafterkonferenz die ' Kontrollkommission anweisen wird, ihr Verlangen zurückzunehmen. polnische Leimruten. Ein Anschlag auf das Abstimmungsrecht. Breslau, 9. Oktober.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Von polnischer amtlicher Seite sind kurz nacheinander zwei wichtige Entwürfe zur Lösung der oberschlesischen Fragö ver- öffenllicht worden, der Entwurf eines Autonomiegesetzes für Ober- fchlesien im Falle der Zuteilung an Polen und der Entwurf eines Abstimmungsreglements für die Abstimmung selbst, der in Paris vom polnischen Plebiszitkommissariat KorfantyS eingereicht worden ist. Dw beiden Entwürfe erklären sich gegenseitig. Die söge- nannte Autonomie, die Polen den Oberschlesiern geben will. ist nicht einmal so weitreichend, wie die einer p r e u tz t» schen Provinz innerhalb Preußens schon bisher ist. Der höchste Beamte, der Woiwode, wird von Warschau ernannt und er- nennt seinerseits alle anderen Beamten. Einem ProvinzialauS- schütz sind in Preußen weit größere Rechte eingeräumt als per Ver. tretung der Obcrschlesier gegenüber diesem Woiwoden. Die ver- sprockene finanzielle Selbständigkeit OberschlcsienS innerhalb des polnischen Staa'swesens besteht nur dem Namen nach. Der söge- nannte polnische Schatz mutz soviel nach Marschau abliefern, wie von der dortigen Regierung bestimmt wird. Nur in der Ausgaben- bewilligung sind Oberschiesicn gewisse Rechte vorbehalten. Bei der katastrophalen Finanzlage Polens, wie sie der polnische Vertrerer in Brüssel kürzlich schilderte, sine daher die finanziellen Aussichten für ein polnisches Oberschlesien recht trübe. Ein ganz infames Machwerk ist der Verschlag für das Abstimmungsreglement, wie ihn Korfanth nrt allen Künsten der Stlmmkreisgeometrie in Paris vorlegt. Es werden darin zwei Zonen vorgefeken, von denen die eine, die die hauptsächlichsten Industriegebiete umfaßt» 14 Tage früher abstimmt wie die andere, mehr ländliche. Dazu fomyt eine ganz unverschämte Stimmenentgiehung für die meisten Deutschen, die in Oberschlrsien geboren und von dort weggezogen sind. Sollte nqm- lich wider Erwarten die Interalliierte Kommisston das Stimmrecht den nach Teutschland abgewanderten Oberschlesiern auf Grund des Friedensvertrags zuerkennen, dann sollen nur diefenigen stimm- berechtigt sein, Äi-e nach dem 1. Dezember 1900 ihren Wohnsitz außerhalb Sä-lcsienz verlegt haben. Den Frauen jedoch, die im Abstimmungsgebiet geboren sind, aber dort nicht wohnen, wird das Stimmrecht nur im Falle zuerkannt, daß irre Ehemänner stimm- berechtigt sind. Dazu kommt aber noch eine ganze Reihe bchörd- lichrr Schikanen bei der Ausfüllung von Bescheinigungen über das Abstimmungsrecht, die fast durchweg nur polnisch gesinnten Stellen vorbehalten werden. Unser obcrschlcsisches Parteiblatt sagt dazu:„Im Industrie- gebiet glaubt man die Bevölkerung durch den seit dem letzten Auf- stand blühenden Terror genügend einzuschüchtern und die Stimm- berechtigten aus dem Reiche durch die unerfüllbaren Abstimmungs- bcdingungen von der Wahl fernzuhalten, so saß die deutschen Stimmen. um mindestens SO P r oz. verringert werden. Ist dieses Ziel erreicht, dann, nur dann ist eine pol- nische Mehrheit im Äbstimmungsgebtet möglich. Hat nun das Industriegebiet sich überwiegend für Polen ausgesprochen und die Gefahr der Abstimmung ist akut geworden, so müssen viele Tau. sende von Arbeitern aus Sem ländlichen Bezirk der zweiten Zone gegen ihre bessere Uebeczeugnng und ttotzdem sie von Polen nichts wissen wollen, für Polen stimmen, weil ein polnisches Industrie- gebiet ihnen tarne Arbeit wehr geben würde, wenn sie bei Deutsch. larrd verblioben." Tie Sowset-Regiernng an da? franzSssschc Proletariat. In einem Aufruf an die französische Arbeiterschaft wenoet sich die ! Sowjet. Regierung gegen die feindselige Politik Frank. i r e i ch s. Starke französische Kräfte seien in K o n st a n t i. i nopel versammelt, um. gegen' Sowjet-Rußland in den Krieg zu fehen. Ebenso sei die Anwesenheit der französischen lottc im Schwarzen Meer eine Bedrohung der Sowjet. j Republik. »Rausch" von Strinüberg. Theater in der Königgrätzer Straße. In PrriS hatte Strindberg jene liebenswürdige Kolportage des Alltags vor sich, die noch immer in den Riesenzeltungen der Haupt- stadt abgehandelt wird. Es kommen über Nacht die Genies de» Theaters zur Unsterblichkeit. Sie entführen dann ihren Freunden die Gelieble. Sie lausen dann den alten Beschützerinnen ihrer Armut fort und lassen nicht nur ein armes Arbeitermädel sitzen, sondern auch ein kleines Kindlein, das die Frucht ihres evsten Leicht- sinns gewesen ist. So ein verlassener Kandcrenge! stirbt dann Plötz- lich hin, die Mutter eilt in die Arme des Priesters, der schon vor der Kirchcniür wartet..'l Strindberg nahm das Einfache und Abgebrauchte dieses Kol- portagestoffes, um daraus mit seiner Zelotenmoral etwas Seltsames. und Entnervendes zu dichten.„Rausch" ist die erste Etappe auf seinem Wege nach Damaskus. Die Geliebte, die dem Freund entrissen wird, der Dichter, der über Nacht Vermö-gen und Ruhm gewinnt, verstricken sich in Sünde, die gar keine wirkliche Menschen- sünde, sondern eine rechte Strindberg, che Gewissenssünde ist. Sie glauben, da sie taumelnd ihrem neuen Glücke entgegensprüb u, daß sie beide das Kindlein gemordet haben, sie glauben, daß sie Zer- siörer eines zarten Zuiunftsalückes sind. Sie klagen sich an mit Beschuldigungen, die sie aus der Luft und aus ihrem angekränkel- ten Wesen heraus schöpfen. Dieses Schauspiel vom Rausche ist e:n guter Strindberg und doch ein verwahrloster, da der Mann noch zögert und noch nicht bis in die wahnsinnige Größe seines morali- schen ZelotentumS hinaufgestiegen ist. Er wagte cS noch ironisch zu sein. Das Schau sp.el vom Rausch«, dem die gräßliche Ernüch- terung und Selbstquälerei folgt, endet mit einem Witz. Wie soll man dieses Alltagsspiel, das kein Traumspiel und kein Trauerspiel und auch kein Scherzspiel, sondern beinahe ein Lbersinnl.chc» Sinnspiel ist, aufführen? Kaum wie Fräulein Orska, kaum wie Herr Abel, die nur in den realistischen Mo- menten sich zurechtfanden. Fräulein OrSka übersetzt alleS in ihr eigenes, gewundenes Wesen, in ihre sinnliche, häufig unverständ, lich- Flüsterai und in.hre gelispelie Hilflosigkeit vor dem Geistigen Vivo Ucberirdischen. Es ist bezeichnend für ihren Geschmack und ihre Absichten, daß sie auch in den düsteren Bildern aus lockende Kleiderdinge ficht Si« spielt« wenig mit dem Innern, sie spielte mehr mit den schönen Schultern und Armen. Es ist nicht nötig, daß der Pariser Schriftsteller, der sich mit Sittlichkeil durchgräbt und untergräbt, so unruhig und fast zappelnd h.nausstrebt wie Herr Abel. Ueberhaupt, eS liegt über deth ganzen Stück gewiß die Schwere des überladenen Moralisten, es spielt aber alles in PAis. Leichtigkeit fehlte der Reg.e. Ihr fehl!« Ge- fühl für die Luft und den Boden, den d>ese Menschen brauchen. _ Max H o ch d o r f. Rabindranatb Tagore und Deutschland. Amtlich wird gemeldet: Bon einer auswäriigey Nachrichtenagentur wird verbreitet, daß deutscherseits Rabindranath Tagore die-Erlaubnis zur Einreise nach Deutichland verweigert wordcn sei. Tatsächlich bat Rabindranath Tagore die Einreiseerlaubnis nicht beantragt. Es versteht sich von selbst, daß einem Besuch des berühmten Dichlerphüosopheb von den deutschen Behörden keinerlei Schwierigkeiten bereitet werden würden. Diese amtliche Erklärung ist so erfreulich wie selbstverständlich. Aber nicht erfreulich ist es, daß erst eine Reihe Tag« versließen mußte, ehe die beschimpfende und, wie sich nun herausstellt,«r. ftmdene Nachricht dementiert wurde. Inzwischen ist damit sicher gegen das neue Teutschland gearbeitet worden— und wir sollten endlich wissen, wie sehr die Nack, Wirkung der Kriegspropaganda noch zu unserem Schaden fortwirkt. Wir meinen sogar, die Rcicksregierung könnte ein übriges tun und, um den slblcch'.en Eindruck der Lügennachricht— dessen Urheber man festzustellen»uckcn sollte— zu verwischen, dem indischen Dichter und Humanilätskünder amtlich eröffnen, daß das deutsche Volt ihn mit Freuden hei sich begrüßen und seinen Worten lauschen würde. Man redet soviel von Kulturpropaganda bei uns— warum übt man sie nicht.? „Kintertragödie" von Schönhcrr. Im Kleinen Schau- s p i e l h a u s e, als dessen Direktoren in der neuen Spielzeit Ger, trud Eysoldt und Max Sladeck zeichnen, wurde am Sonnabend Schönherrz neuestes Drama gegeben. Der Darstellung des etwas spröden Stückes, auf dessen Eigenart mit einigen Worten noch zurückmkommcn sein wird, seblte zum großen Teil gerade d:r Zug des Kindlichen, auf den der Dichter in dem?!t?l noch besonders hinweist. Hedwig Keller als leichtsinniges, kleines Schwesterchen hatte am meisten davon, Hans Thiemig a'S der jüngere Bruder streifte nur in einigen Wendungen den Jungrnton; und Fritz K g m p e r S, den Aellcstcn der drei Geschwister, hätte man nach Ge- stall und Aussehen statt sür einen leidenden Sohn, tür den Lieb- Haber seiner Mutter halten können. Ter österreichische Dialekt, den die Schauspieler sprachen, war für Berliner Ohren allzu echt Das Publikum ehrte Autor und Schauspieler durch Applaus. dt. Tie Urschrift der Bannbulle geg-n Lither entdeckt Im Württem- bergischen Staatsarchiv ist dre einzia erhaltene Urschrift der Bann- bulle gegen Luther vom Jahre. 1520 entdeckt worden. Von dieser Schrift hat es nur drei Ausfertigungen g-weben, zwei hat Dr. Jo- Hannes Eck nach Teutschland gebracht, die driitc ist an Kaiser Karl V. nach Spanien gesandt worden. Die Urschrift soll jetzt dem Publikum zugänglich gemacht werden. Wirtschaft Stand Es kosteten in Mark am: 100 volländifche Gulden.. 100 däiniwe Kioncn... 100 ichivediiche Kronen.. 100»oriveqische Kronen.. 100 finniscde Mark..... 100 Schweizer Franken.. 100 öslerr. Kronen(altes). 100 deuiich-österr. Kronen. 100 ungarische Kronen.. 100 tschechisch-slowok. 51ronen 100 spanische Peieias... 1 amerikanischer Dollar. 100 belgische Franken... 1 englisches Ptund... 100 französische Franken.. 100 italienische Lire... unserer Valuta. Urania. Sonntag„Ter Groß-Glockner"; Mon'ag„Von der Zugspitze zum Watzmann": Dienstag. Dr. Rornscld:.Künsrliche Verjüngung und verwandte Fragen"; Mittwoch, Dr, Potonis:.Weltkatastrophen"; Donners- sag, Prof. Spieß:.Wellenäther, Raum und Zelt": Freitag.Spanien"; Sonnabend, Pros. Goerke:.Aegypten und der Nil". Am 12. Oktober beginnen im Hörsaal die neuen Folgen der wlssenschastlichen Kurse. Deuts»« Wiffenschatt in England. Als erstes deutsches Werk nicht aktuellen EharalterS(nach dem Kriege) ist soeben in London eine eng- lisch« Ausgab« der.Phasen der Kultur" von F. Müller-Lyer erschienen. Deutschland staltet damit England den Dank ab sür Spencers Soziologie, die durch Müller-Lyer abgelöst wird. Mustkchronll. Das erste Philbarm onische Konzert unter der Leitung von Arthur A i lisch findet am 11. Oktober in der Phil- Harmowe stau. Die öffentliche Hauptprobe ist am lt>. Olloher tili Uhr vormitiags.— Maria Ev o a ün«ritt am Sonnabend, den 16., ihr! Gastspiel in der StaatSoper als.Martha" an. t Vom Berliner Produktenmarkt. Die Marktlage zeigt sich in einzelnen Artikeln wohl leicht be- festigt, die UnternchmungÄust bat sich im allgemeinen ab.r noch nicht aus ihrer Zurückhaltung wieder hervorgewagt. Die Devisen waren nicht viel verändert. Mais bleibt in Locoware besonders sür den Berliner Konsum wegen des Hasermangels gefragt, nach der Provinz ist der Mais w.'gen seines hohen Preises schwer zu verkaufen, während weißer MaiS an Mühlen abzusetzen ist. R e i s behielt feste Marktlage. Viktoriaerbsen sind von weit- deutschen Kauimi'ncn stärker eingetan worden, woraus sich die Festigkeit der letzten Tage, die h:ute anhielt, erklärt. Zucker- erbsen, ebenso Peluschken und Ackerbohneg, alles in guten Neuen Qualitäten, mehr begehrt. Raps lustlos, für November etwas gefragt. Die Tendenz für R a n h su t t e r jvar kaum verändert In Rüben ist das Geschäft noch mäßig. Serradella bat weiter sehr ruhiges Geschaft behalten. Nichtamtlich sind am 9. Oktober im Berliner Produkten markt folgende Preise ermittelt für 60 Kilogramm ab Station: Speiseerbsen, Viktoria, 280—-200 M., kleinere 205—235 M., F u t t e r e r b s e n 18st-180 M., Linsen 400—480 M., P e- l Uschis: i! 150—170 M.. Ackerbohnen 160—180 M., Wicken 130—160 M., Lupinen, neue blaue, 70—85 M., neue gelbe 80—100 M.. Serradella, alte, 75—80 M.. neue 100—115 M., Raps 405--408 M., Rübsen 5—10 M. darunter, Leinsaat 370— 385 M.. Mohn 500—560 M.. Senfsaat 180—210 M., Trocken schnitze! 78—81 M.. Torfmclasse 70—72 M., Wiesenheu, lose, 28— 31 M., K l e e h e u 37— 40 M, Stroh, drahtgepreßt, 21— 23 M., gebündelt 17— 19 M., Roggen-Longsiroh 19— 21 M.. Rotklee 1200—1890 M, Weißklee 2000—2800 Mark. Schweden kl ee 1600- 2600 M., Gelbklee 330—380 Mark. Luzerne 1500—1800 M.. R u n k e l r ü b e n 1054—11 M.. rote Möhren 14— 15% M., gelbe und weiße. 1254— 13. M, Mais, lose, loco Hamburg, 186—187 M., schwimmervdcr 183 M., November/Januar 173 M-, Reis. Brastlvollrcis, loco, 885--890 Mark, Oktober/Januar 885 M., Burmareis, loco, 980—990 33 feinster weißer 1025— 1050 M., SaigonreiZ, loco, 885 M, Ol- iobcr/Tezemhcr 830�M-, Valencia, loco, 1110 M. Maniiek an auSsscbildetcu Steuerttzchnikera.. Wir erhalten folgende Einsendung: Die unter obiger Ucber- schrift in Nr. 494 des„Vorwärts" am 6. Oktober o. I. ver- öffentlichte Notiz ist in allen Punkten zutreffend. Wer einmal Gelegenheit hatte, als Steuerbeamter einer„untergeärdneten®«»ß mctndebchöcde" oder in„eigener Sache" da? Bureau des Finanz. amls aufzusuchen, wird die Erfahrung haben niacheri müssen, dast ein großer Teil des die Räume des Finanzamts füllenden Personals die Steuergesetzgebung nicht in dem Umfange beherrscht, wie dies einmal im Interesse des Fiskn?, da? ander« Mal ober auch' im Interesse des steuerzahlcndcn Publikums dringend wünschenswert ist. Es ist bekannt, daß eine große Anzahl mittlerer Beamten der Gemeindesteuerverwaltungen bereit war und noch bereit ist, in den Reichsfinanzdienst übcr?utretcn. Diese gemcind- lichcn Steuerbeamten verfügen größtenteils über langjährige reiche Erfahrungen auf ollen Gebieten der Stcuergeichgebung und ihrer Durckssührung und, was auch von besonderer Bcdeutung ist, über zweckmäßige Umgangsformen in bezug auf die Behandlung und Abfertigung des stcuerzahlenden Publikums. Gerade das Letztere läßt zurzeit bei den Finanzämtern des Reichs viel zu wünschen übrig. Bei dem herrschenden Mangel an ausgebildeten Steucrtechnikern hätte man annehmen müssen, baß die ReichS- finanzverwaltung von dem Anerbieten der Gemcindesteüerbcamten im weitgebendsten Maße Gebrauch gemacht hätte. Dies ist jedoch nicht oer Fall._ Anssichten der Zuckerernte. Nach Mitteilungen aus Fach- kreisen wird der e r st e R e i n z u ck e r neuer Ernte in der Gegend von Salle schon Ense dieser Woche verladen. Man rechnet sür da» Deutsche Reich nach neuerer Feststellung mit einem Ertrag von 22 Millionen Zentner gegenüber einem vorjährigen Ertrag von 17 Millionen Zentner. Hierzu treten noch 4 Millionen Zentner Vorräte. Die Znckcrration, die im Oktober pro Kopf ein Pfund betrug, soll um ein halbes Pfund erhöht werden.-- Abonniert öen„Vorwärts"! Der„Vorwärts", dos Zentralorgon der Sozialdemokrcäk- schen Portei, kämpft für Demokratie und gemeinsame Besreiiins oller körperlich und geistio Arbeitenden von k a p i> t a li st i scher G e ld so ck h e r r i ch o s t. Er liefert ihnen die Waffen für diesen Kamps durch grund'äßlichc Aufklärung und raichftte Verm ttluna aller Nachrichten von allen Gebie'en des Politischen wictsckaftlichen und gessOoen Lebens. Da? Abonnement kann sofort beginnen, es kostet Monat- lich lO M.. für den Rest des Monats Lkiobcr nur 66ö M. Folgenden Zcftft wolle man ausschneiden und ausgefüllt der Erpedition des„Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. zusenden. Ick abonniere ab heute den„Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage„Volk uno Zeil" in Groß-Berlin täglich zweimal fiel inS Hans für 6,65 Morl iür Okiober, Außerhalb Groß-BeriiuS Wohnende wollen beiin'Poftami ihres Wohnorlcs bestellen. Name Wohnung: -Straße Nr.- vorn bei. - Hof— Ouergeb.— Seiteufl— Tr. links— rechts. weise ein SfngefteHfer, bet im Alter von 30 Fahren stecht, verheiratet uns äSaier mehrerer Kinder ist, an diesem j Manat�ersten ganze 350 Nar! erhielt, nm aanrit seine Familie den ganzrn Monat zu erstaljen. Da wird»i sedem Menschen, der auch nur f'nen Funken sozialen Empfindens in sich trägt, verständlich, wenn solche ausgepowerte Existenzen ihrem Mistoiut anders Ausdruck geben, als die Leiter der.Viktoria" es glauben SewerGHaftsbeweaung Düs Buöffmung im Zeitungsgewerbe. Einer längeren Zuschrift der Arbeitsgemeinschaft freier Ange- stellienvsrbänle, oft sich in hrem ersten Teil mit den von uns de- rcilS gewürdigten Verhandlungen im Reichsarbertsministerium und! ertragen zu dürfm? den Loinderhältnifsen der'Angestelllen im Zeitungsgewerbe beschäf-> Alle Versuche des Betriebsrats auf Beilegung des KonMtS t'zt, entnehmen w:r iolgendc Aussührungen: j sind bisber gescheitert. Mit der Hungerpeilsche glaubt die Tirek- Es wird immer klarer, daß nichr die finanzielle Unmöglichkeit, tion dft Angestellten klein zu bekommen und fperrt d'e Angestellten weiter aus. Ter Betriebsrat war in einer Verhandlung am Frei- tag bereit folgender Erklärung seine Unterschrift zu geben: „Der Betriebsrat erklärt ausdrücklich, daß er seinerseits jede Form der passiven Resistenz, Teilnahme an Demonstrationen oder Arbeitsverwe'gerung in anderer Form verurteilt. Was in seinen Kräften steht, wird er tun, um passive Resistenz. Demonstrationen oder Arbeitsverweigerung in anderer Form zu verhindern. Falls es der Betriebsvertretung nicht möglich sein sollte, entgegenstehen- den Handlungen rechtzeitig vorzubeugen, wird sie die Direktion bei der Durchführung der gesetzlichen Bestimmungen unterstützen." Aber die Direktion verlangte nicht nur diese Erklärung, sie der- langte, daß der Betriebsrat ausdrücklich anerkennt, daß eine Bezahlung � für die Zeil der Aussperrung nicht stattsinioet. Das kennte der Betriebsrat selbstverständlich nicht. Tie Direktion ver- langte daraus nachsiel ende Erklärung: „Die Tage der Stillegung des Betriebes werden nicht bezahlt. Einen Ausgleich dafür in anderer Weise bftlet die Direktion nicht. Wer für Mc Zeit der Stillegung des Betriebes einen Anspruch zu � 1 haben glaubt, hat dies aus dem Rechtswege auszutragen. Demonstrationen aus Anlaß dieser ausdrücklich der Beamten- schaft milgeteilten Erklärung der Direktion dürfen nicht statt- finden." Eine Versammlung der Ausgesperrten lehnte einstimmig die Anerkennung der beiden Erklärungen ab, was der Betriebsrat pflichtgemäß der Direktion mitteilte. Neue Ver- ii m Montag" ersucht uns um dft Mitteilung, Handlungen,'die am Sonnabend Vertreter der vier beteiligten wf 5?� i glwerkschaflliche» Organisationen mit der Direkton halten, zer- """'" schlugen sich gleichfalls. dieft Listne zu erhöhen, zur Haltung der Arbeitgeber geführt hat, s.ndl'aa vielmehr die bewußte Absicht, den von allen Arbeitgebern! beschlossenen Kampf nun zu beginnen. Man glaubte oics gerade; bei den Angestellten des Zeilungsgewerbes riskieren zu können, weil dies, bisher leider stets bere t gewesen waren, sich mrj weniger s zufrieden zu geben als sie ursprünglich forderten. Dft arbeitende � - Bevölkerung un die gesamte Arbcitnel merschast wird es begreifen. � wieviel vom Kamps im Ze tungsgewerb« auch für sie abhängt. Den Unternehmern muß die Solidariiät der gesamten Ar� beitnehmer schaft in einer Weise gezeigt werden, die ähn- sich: Provokationen für die Zukunft unmöglch macht. Ohne wei- tore? ist zuzugeben, daß niemals mit größerem Recht ein Lohn- ki'.npf zefülr! wurde, daß aber auch niemals die Anmaßung der! llntetnehmer größer war als bei dieser Bewegung. In den nächsten � Tagen wird der arbeitnebm-nden Bevölkerung gezeigt werden, in welcher We se sie Lre Solidarität für die Kämpfenden auch praktisch belätiren kann. Die Unternehmer beabsichtigen nach Pariser Muster ein sogenanntes Einheitsblati herauszu- geben und werden vielleicht, wenn die Berliner den Druck ablehnen,> dieses Blatt in der Provinz herstellen lassen. Se werden aber! dabei erfahren muffen, daß in diesem aufgezwungenen Kampf; Provinz und Berlin völlig eins darin sind, oaß der Vernichtungs- Wille der Unternehmer gebrochen werden muß. und dft Erntragryrg der sich neu meldenden Arbeitslosen in dsr Zeit von 10—11 Uhr statt. Ferner wird oarauf hingewiesen, daß bei der großen Arbeits- losigkeit jeder Arbeftslose nur eine Aushilfsarbeit annebmen�darf. Die iti Arbeit stehenden Kollegen möchten wir an dieser Spelle nochmals darauf hinweisen, daß, wo die Möglichkeit besteht, Ar- ! bettSkräftc einzustellen, dies mit allem Nachdruck zu verlangen. Die Hälfte unserer Kollegen sist schon lange ohne Arbeit, täglich nimm» dft Zabl der Arbeitslosen zu, darum übt praktische Solidarhät, dft darin besteht, daß man die Arbeitszeit auf ein Minimum beschränkt. Also kelft den arbeitslosen Kollegen, keiner darf ohne Arbeitsnachweis in Arbeit treten. Deutscher Bauarbeiterver oand. Dft Sektionsleitung. Achtung, Einsetzer! Unter Bezugnahme auf die Sperrnotiz über die Siedlimgs- bauten Luifenhof-Schöneberg, Firma Becker, ist noch darauf am- merksam zu machen, daß dieselbe Firma in Birk enstein bei Hoppegartcn auch Siedlungsbauten beginnen will. Auch diese � Bauten sind gesperrt. Deutscher Holzarveiierperband. In Angestellte der Lederwirtschaft. der Lederwirtschast haben dft Arbeitgeber da? Verlangen Die der kaufmännischen Angestellten, eine Lohnerhöhung zu. bewilligen, rundweg abgelehnt. Als ein gewisses Entgegenkommen wurde es von den Arbeitgebern bezeichnet, d aß sie nichfoffi- z> e l l einen Lohnabbau beantragen. Die-tarftlichcn Gehälter der kaufmännischen Angestellten dieser Gruppe sind als miserabel zu bezeichnen. Dft Angestellten haben den Arbeitgebern bis zum Sonntag, den 10 d. M, noch einmal Gelegenheit gegeben, sich endgültig zu entscheiden, ob sie auf ifjxm Standpunkt, keine Lohnerhöbungen vorzunehmen, stehen bleiben wollen..Heute, Sonn- lag, werden die Angestellten fti öffentlichen Versammlungen in der Neuen Philharmonft die Frage zu entscheiden haben, ob am Man- tag, den 11. Oktober, dft Aroeit eingestellt werden soll. Er ch nen des Blattes ist jedoch unmöglich, weil die Linden» d r u ck e r e i, in der die„Welt am Montag" hergestellt wird, ihr gesamtes technisches Personal ausgesperrt hat. Die„Neue Zeit" in EhaWottenburg ersucht uns ifm Aufnahme softe»der Richtigstellung: In e ner Berliner Korrespondenz wird die Nachricht verbreitet, daß die„Neue Zeit" ihre Arbeiter ausgesperrt habe, weil sie sich geroe gert haben, dft Einheit ä» kÄ" tt»,.TS"?.. St i---***** 8.i»»r-u M.-«-..--.... ..........'' Vefo'ot n? in ihren itiiaRnc'-men Anwenunaen des Arberlaeber- Man sollte meinen, daß bei der offensichtlichen Notloge der Angestellten dft Direktion der„Viktoria" so viel soziales Verständ- nis aufbringen müßte, eine mögliche Verständigung nicht an der Zahlung der von ihr selb st angeordneten Aus s per- rungstage scheitern zu lasten. Aber offenbar steht auch in diesem Fall? der Direktftn die„Einheitsfront der Unternehmer" höher worden, und zwar nicht wegen der EinheAszeitung, sondern weil sie sich geweigert haben, die Anzeigen für die im Verlag erscheinen- den Vlätler zu setzen. Arbeit- ehmer im Zeitungsgewerbe! Montag, den 11 Oktober, vormittags 11 Uhr, findet im Alexandriner, Alexandrinenstr. 37 a, eine Sitzung aller Betriebsräte und Funktionäre des ZeitungSge- » c r b e S statt. Es sollen a.so Vertreter der Angestellten und Ar- beitcr erscheinen. Vertretungen der Gewerkschaften sind auch ein- geladen., Afa, Ortskartell Groß Berlin. Die Zentralstreikleitung. öe? �viktoria�-�ussperrung. einer Woche sind die Angestellten der„Viktoria" ausge- befolgt sie in ihren Maßnahmen Anweisungen des Arbeitgeber- Verbandes im Versicherungsgewerbe. Zur Lohnbewegung der Apothekcnarbciter. Unter dem lg September er. wurde vor dem SchlichtungsauS- schuß Groß Berlin ein Schiedsspruch gefällt, der den Arbeitern ab 1. August cr. eine mäßige Lohnerhöhung zusprach: Lohne, wie sie in anderen Branitz n'angst gezahlt werden. Diesem elnstiwmiz gefällten Schiedsspruch Haber sich die Herren Apothetenbesitzer nicht unterworfen Di? ganze Bewegung geht seit dem 1. Fuli cr. Jetzt liegen die Akten«beim Temobilmcchungskommissar. Mer�weiß wie lange? Die Herren. Apoihekenbesitzer, welche noch von einem voisinftlutlichen reaktionären Ge st durchtränkt sind, sagen dreist:„Streiken können sie ja nicht." Diese Herren, die sind, große Gewinne mühe- Noch kein fknüe Seit sperrt. Die Ursache des bedauerlichen Konflikts ist letzten Enses darin zu' suchen, daß die sehr geringe Entlohnung die Angestellten schließlich zur Verzweiflung getrieben hat und daß sie ihre Noklage in Formen zum Ausdruck brachten, die die Direktion ver- anlaßlen, die Aussperrung per gesamten Angestellten vorzunehmen. Man rücke sich die Tatsache vor Augen, oaß den Angestellten, denen ein Vorschuß in Höhe eines halben Monatsgehalts ge- geben worden war. um die dringlichsten Ausgaben und Schulden zu decken, dieser Vorschuß am 1. Oktober abgezogen______ i_____________________________ �__________ wurde. Man stelle sich einmal vor, was eS bedeutet, wenn bcispiels- j Abstempelung der Är'oeitslosenkarlen"in&er Zeit von' 8—10 infolge ihres Privilegiums in der Lage los einzuheimsen, haben nur das c'ne Ziel, Vermögen aufzusparen, die Apotheke mit großem Profi, zu verkaufen und sich' dann als Rentier zur Ruhe zu setzen. Es wäre wahrlich an der Zeft, daß staatliche und städtische Be- Hörden dieser Profitwacherei auf Kosten der breiten Massen Ende bcrei'en durch Apowhkenbctiiebek. Verstaatlichung resp. Kommunal sierung Stuck- und(Sipsbaubrauche. Um unserem Vermittle, die Arbeit zu erleichtern, findet ein des die Uhr ArbcitSgcmeinschiist freier Angefielltenverbiindc. Donnerstag, den 14. Oktober 1320. abends 7 Uhrh im Großen Saal des kriegervcrcins- Hauses, Berlin. Chaussccstr. 94, Versammlung aller in Asa-Ber bänden organisierten Belriebsrätc, Angestelltenrät« und Betriebsobleute. Ber- liner Delegierte des BetiiebsrätekongrcsseS werden über die VerHand- lunnen berichten. Weiter wird auch schließlich Stellung genommen werden müssen zu der Auswirfung der aus dem Kongreß gefaßte» Beschlüsse. Dos Erscheinen jedes Beiriebsraismitglredes ist Pflicht I Deu'schxr Transportarbettcrverband. HandelsbilsZarbeiter. und ;-arbcitcrinnen aus allen Betrieben des Lcdcrhandels und-industrie. > Sonntag, den 13. Oktober l3Slw vorm. 13 Uhr. im'Lokal von Schulz, Königsgiaben 2(am Alcronderplatz), Branchenversammlung: Bericht der Lohnkommission und Stellungnahme zum Streikbeschluß.— Betriebsräte, Obmänner und Vertrauensleute der Kriegsorganisalion, Reichsbetriebe und Ve,walwngSbehörden, Einkassterer und Sassenboten: Dienstag, den 12. Oktober 1923, abends 6 Uhr, im Lokal„Englischer Hof", Alexander- straße 27? gemeinsame Vertrauensmänner- und Betriebsratsmitgliedcr- Versammlung.— Handelshilssarbeiter und-arbeitcrinnen aus den Be- trieben der Hüte-, Mützen- und Pelzbranch«: DienStag, den 12. Oktober 1323. abends 6 Ubr. im Lokal von Karl Witte, Poststr. 29, Gruppenversammlung. Zcntrolverband vre Angestellten. Versammlungen am heutigen Sonntag: Fachgruppe 9(Lcde. Wirtschaft): Oessentliche Versammlungen, Neue Philharmonie, Köpenicker Srr. 96: für den Schuhgroßhandcl, 13 Uhr vorm. im Apollosaal: für die Schuhindustrie. 13 Uhr vorm. Im Jagdsaal: für die Lcdeiwarensabrikation und den Großhandel, 14 Ubr vorm. im Jagdsaal(Jugendgruppe.) Miigltedeiversammlung der Jugendgruppe nachm. Ski Uhr Sophiensäle, Turnsgol, Sophiensir. 17/18. Faögruppe 17, II»(Zigaretlenindustrie): Mitgliederversammlung, Dienstag. 12. Oktober, abends 7H Uhr, Schullheiß-AuSschank, Reue Jakobstr. 24/25. Die BertiauenSleiite der Transportarbeiter ans den AeitunaSbe»rieben erhalten bis auf weiteres ihr« Information täglich von 1— 3 Uhr im Lokal von Schirm, CharlaNenstr.' 6/7. Di« Streikleuung. Berbanv der Fabrikarbeiter. Betriebsräte! DienStag. den 12. Ot- tober, abends 6 Uhr. im„Dresdener Easino", Dresdens Str. 35. Ver- sammlung aller im Fabrrkgrbeiftrverband organisterteu Betriebsräte. Be- richtet staltung vom Betiiebsrä,ekongreß. Mitgliedsbuch und BetiebSrats- auZWeiS legitimiert.______ � � Verantw für den redakt. Teil Tr. Wrrner Actirr. Tbarlottenburg! kür An., eigen: TP Glocke. Verlin Verlag VorwSrts-Vertug<Ä m d H.. Verlin Druck Vor- wärts-Vuchdruckeret ir. Verlagsonbolt Vnnl-inaer u. To.. Serli.r üinden'rr. Z. Hier»» 3 Vrllagc». LEIPZIGER STRASSE KÖNIGSTRASSE ROSENTHALER STR. M O R I T Z P LAT Z A Weitheim VER SA N D■ ABTEILUNG BERLIN U/9 LEIPZIGER ST R ASSI 5® Wi Fleischtöpfe grau B«stanzt 24 cm 14�� SchmortöpfeJtTeh�cm'�oOcW00 Schmortöofe ohn« Ring II50 vis 2400 Schmortopf �Bcye\ Ä 2750 Schmortopf 2500 Schmortöpfe extraschwerIZI50 bla 3000 Kasserollen grau, mit Stisi 7�5 eis 3�5 Sohrnortöpfe 2°�° IQ�o Sohrnortöpfe��LZOo�� ZO00 IViaschinentöpfe srau°.>4«n 3�5 Kochkistentöpfe grac.igxw"-™ 1850 Wasserkessel w« 4900 Wasserkessel �tSaÄ 4800 wi 5250 Fruchtkessel braun 3200 vi» 4000 Durchschlage grau II25 vi« 1400 Schöpflöffel grau... 490 ble 825 Schaumlöffel grau... 4�5 Ovale Wannen grau, so cm... Ovale Wannen arau,6scm... Scnüsseln grau, 35 cm...... Wasserkannen 20-m.... Klosettbürstenbehälter■■ Tassen......... 65 pt. Untertassen grau 60 Pf. bi« 75 Pf. Bratpfannen eckig. 32-,. 625 bis 575 4200 5400 1275 165P 775 bis 125 Kaffeemühlen siech 230° bi» SO00 Wandkaffeemühlen.... 6500 Wäsohele!nen«antsocm....5500 Futökästen...-..... 475 Waschbretter Hoir...... 325 Kohlhobel........... 52ß Handtuchhalter....... I75 Küchenrahmen....... 450 Schrankpapier....... I30 leo Rosshaarbesen... 17�0 bls 26°° Roßhaarhandfeger 1075 bi8 12°° Schrubber nber.... 315 w« 400 Scheuerbürsten....... 45� Kleiderbürsten.....l60 bi. 400 Glanzbürsten...... I35 bis 400 Kopfbürsten..... 90 pf.bi» Q00 Zahnbürsten..... 75pf.bia60o Markttaschen...... 20° bi. 315 Verzinkte Artikel Waschtöpfe, verzinkt, mit Einlage und Deckel 34 cm 63°° 86 cm 72°° 38 cm 77"° 40 cm 86°° 42 cm 95°° Verzinkte Wannen 4150 ws 79°° Obsthorden tn verschiedenen Größen und Preislagen Eis-me sowie transportable Kachelöfen und Kohlenherde in großer Auswahl sehr preiswert Zink- Waschgefäße besonders preiswert Teppich- Kehrmaschinen 149°° bis ZOO00 Fleischhackmaschinen X, 45oc Brotschneidemasch. AoÄ 40oc Brotschneidemasch. 79sc Reibemaschinen...... löse Wirtschaftswagen lokg... 35oc T afelwagen"iS;135oc Elektr. Plätten mit zui.ituno..135oc Kohleneisen poiian...... 3375 Bolzenplätten..• 3950 hu 425c 2 Gaselsen mit Erhitzer, vernickelt 95oC Gasöfen........ 5800 80oc Gaskocher 2 Loch....... 45oc Ofenvorsetzer.■ SO00 b« 50oc Flurgarderoben(MetaiDlIO00�» 50« Springformen..... 400 bi»147E Kastenformen.... 60 pl w- Iqe Reißränder........ 450 60c Obstdörren.......... 4oc Brotkästen lackiert,«kig.... 22oc Gebäckkästen lackiert. 375 bis 10oc Brotkörbe mit Dekor H.. 600 bis 8?! Abräumkörbeiackiert...... 2o( Leibwärmer........ 325 3sl Wärmflaschen..... 600 bis 9o( Kohleneimer»erzinkt... 125o 15o( Unentbehriich tür jeden Hausliaf; ist mit freiem Schlüsseiab»nnemenl echter Hoost-Dreibohnenkaffee M. Hoost, Berlin C 29, Prenzlauer Str. 41 Keibelstr. 11, Fernrufi Alexander 1471