Nr. 243. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. d Norwärts di 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die finfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnand Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 18. Oktober 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Teist vor Gericht. " diz dunkeln Erdtheil, daß der gastfreundliche Kanzler in Befolgung einer dort üblichen Sitte diese Pfandweiber" auch seinen Freunden zur gefälligen Benuzung zuführen läßt. Das alles sind aber nur die nothwendigen Begleiterscheinungen die in deutschen Kolonien obrigkeitlich eingeführt ist. Billigte der Gerichtshof die Hauptsache, so hätte er auch nicht nöthig gehabt, über diese Nebendinge sich aufzuregen. Und dann kein Wort wurde verloren über die sofortige Ermordung der wieder eingefangenen Dahomesoldaten, deren bewaffneter Widerstand gegen die mißhandelnde Obrigkeit doch mindestens eben so sehr unter mildernden Gesichtspunkten von Herrn Leist hätte betrachtet werden müssen, wie später der Vertreter des Herrn Leist von den Potsdamer Richtern. Nur über die die Beweise nicht aufgefunden wären. Auslegung, die er den einzelnen Handlungen gab, befand Jetzt hat sie wirklich gesprochen in Sachen Leift, die sich Herr Leist im Widerspruch mit der Anklage. Da hat Frau Juftitia, und ihr Urtheil über den Kameruner Frauen- er denn allerdings die freudige Genugthuung erhalten, daß peitscher flingt wie ein Echo jenes Urtheils über den Amts- in der Frage der Auslegung die Potsdamer Richter fich der Baschaftellung des Beamten und der Sklaverei, vorsteher v. Rotenhan, den Mädchenpeitscher vom Buchwald. auf seine Seite stellten. Milde und besänftigt entläßt die hehre Göttin der preußischen Was aber ist geschehen? Rechtspflege den Angeklagten mit einer leichten Züchtigung, Es ist gerichtlich festgestellt, daß der Kanzler als stelloie ihn nicht einmal in seiner Karriere zurück vertretender Gouverneur die Weiber der Dahomesoldaten bringt, sondern ihm nur eine vorübergehende Schmälerung wegen wiederholter Weigerung, zu arbeiten, öffentlich nach seines Einkommens auferlegt. Zwar steht der vorgesetzten vorheriger Entblößung mit einer Nilpferdpeitsche durch Behörde des Herrn Kanzlers Leist noch die Möglichkeit peitschen ließ, wobei die Gatten der mißhandelten Weiber einer Berufung von dem Urtheil der Disziplinarkammer die Ehrenwache abgeben mußten. Leist sagt, das ging nicht an den Disziplinarhof zu, und die Staatsanwaltschaft anders; die Potsdamer Richter sagen's auch. fönnte, wenn sie das Strafgesetzbuch richtig zu lesen ver- Ja, was berechtigt denn Herrn Leist, die Weiber zur stände, wohl Handhaben finden, um gegen den Kameruner Arbeit zu zwingen? Sie waren aus der Sklaverei des Frauenpeitscher Auflage zu erheben. Indeß, der bisherige Königs Behanzin losgekauft und mußten nach Auffassung Und deshalb, mag auch Herr Kanzler Leist mit einem Gang der preußischen Rechtspflege bietet wenig Gewähr der deutschen Kolonialbehörden ihr Lösegeld abarbeiten. blauen Auge davon gekommen sein in Potsdam, das dafür, daß noch irgend etwas dabei herauskommen wird, Die ganze Deduktion läßt klar erkennen, daß der deutsche Kolonial- Verwaltungssystem ist gerichtet in der falls überhaupt von den zuständigen Personen der weitere sogenannte Loskauf weiter nichts war als Sklaven ganzen Welt. Instanzenweg beschritten werden sollte. handel. Die Sklaven, Männer und Weiber, werden auf Beit gekauft. Um sie für eine Zeit als Stlaven benußen und behandeln zu können, wurde das Kaufgeld für Toch wie auch die Gerichtsbehörden in diesem Falle fich wieder abfinden werden mit ihrer Aufgabe, den Mißvor. 10997 Das bräuchen ber Amtsgewalt zu wehren, die öffentliche Meinung fie bezahlt. Wäre ca auf ihre Befreiung abgesehen, so ländliche Agitations- Programm ist in der Lage, ihr Urtheil zu fällen über den Kanzler Leist, hätte man ihnen doch ihren freien Willen gelassen, ob sie über seine Potsdamer Richter und über das deutsche Rolonial für die deutsche Regierung arbeiten wollten oder der französichen Genossen verwaltungs- System. nicht. Aber selbst für Männer, die diese ver: Das wenigstens haben die Gerichtsverhandlungen vom kappte Sklaverei für gerechtfertigt halten, lag fein ist durch einen Antrag der Genossen zu Frankfurt a. M. 16. Oftober genügt, daß kein Zweifel mehr bestehen kann zwingender Grund 311 ihrer Durchpeitschung für den bevorstehenden Parteitag zur Diskussion vorüber den Thatbestand der Kameruner Schmach. Zunächst Eine solche Nothwendigkeit bestreiten die meisten Kenner der geschlagen und zur Nachahmung für uns in Deutschland muß es in jedem, der die Angelegenheit von Anfang an, seit afrikanischen Neger; sie bestreitet auch der Vertreter des empfohlen worden. Damit nun die Debatte in Frankfie in Deutschland in die Deffentlichkeit gedrungen ist, mit Auswärtigen Amtes. Nur Leist und die Potsdamer Richter furt a. M. festen Boden bekommt, geben wir im NachAufmerksamkeit verfolgt hat, nicht gelinde Verwunderung denken anders. Schlimm genug ist es, daß in deutschen folgenden eine wortgetreue Uebersehung des„ Ländlichen erwecken, daß der Kanzler Leist trop der gerichtlichen Ent- Kolonien verkappte Sklaverei von den Behörden eingeführt Programms der französischen Arbeiterpartei", wie es uns hüllungen noch immer von einer Aufbauschung durch die wird, daß ein deutscher Beamter diese Sklaverei mit einer in der Agitationsausgabe von 1893( Lille, Impr. Duvrière, Presse" zu reden sich getraute und daß der Vertreter des selbst in Afrika ungewohnten Barbarei, unter Anwendung G. Delovy, rue de Fives, 28, 1893) vorliegt. zu beziehen Auswärtigen Amtes, der sonst scharf genug vorging, ihm in der Prügelstrafe gegen Weiber, durchführt; welch ein ist das Original von der Expedition des Socialiste", rue dieser Hinsicht beipflichtete. Gefühl muß es aber im Volksbewußtsein erwecken, wenn du Ruisseau, 73, Paris. Auf grund der Beschlüsse des " Es ist ja doch Alles, aber auch Alles, erwiesen, ein deutscher Gerichtshof die Sklaverei und die Prügel- letzten Kongresses unserer französischen Genossen( zu Nantes, was gegen den Kanzler vorgebracht wurde, sonnenklar, strafe in aller Ruhe durch sein Urtheil feierlich sanktionirt? 18. September d. J.) wird zweifellos eine neue Ausgabe zum Theil von ihm selbst eingestanden. Und noch mehr, Angesichts dieser Sklavenwirthschaft und deren Billigung des Programms erscheinen, die jedoch bis jetzt noch nicht einen besonders efelerregenden, die Auspeitschung der Weiber durch deutsche Richter bilden die übrigen Vorkommnisse erschwerenden Umstand hat der Assessor Rose in Kamerun nur ornamentales Beiwerk. Es gehört zur Vervollständigung tag bestimmten Anträge zu besprechen oder besprechen zu lassen. *) Wir haben es grundsätzlich vermieden, die für den Parteiselbst an das Licht gefördert, die Entblößung der Weiber des Leist'schen Charakterbildes, daß er sich die seiner Obhut mit obigem Artikel glauben wir aber eine Ausnahme machen zu bei der Durchpeitschung. Was ist denn da nun aufgebauscht? anvertrauten Negerweiber nach Baschaweise zur Befriedigung tönnen, weil Material für die Beleuchtung der wichtigsten Frage, Es ist auch nicht ein Zug in der ganzen ekelhaften seiner Gelüfte in's Hans schleppen läßt. Es erleuchtet wie mit die dem Parteitag vorliegt, geboten wird, ohne das Urtheil und schmachvollen Geschichte vorgebracht worden, für den Bliteshelle die zivilisatorische Mission der Europäer im irgend zu beeinflussen. Feuilleton. Erinnerungen eines Kommunarden. Aus dem Französischen von Jakob Audorf. Ich schrie mir fast die Lunge aus, durch fortwährendes Ein General war nicht zu sehen. Zuletzt entdeckten Rufen unserer Bataillonsnummer, um alle von ihren Vorwir einen, der unsern Bitten nachgebend, erlaubte, daß wir gesetzten verlassene Leute um uns zu sammeln. Auf dem triefend von Schweiß zwei Geschüße fortschleppten. Sie Wege von Nanterre, während einer der zahlreichen Halte wurden mehr getragen als gezogen, und als wir sie endlich mit dieser schrecklichen Nacht, befanden wir uns plötzlich an der vieler Mühe in Position gebracht hatten, überraschte uns die Seite einer Abtheilung Zuaven. Red. d. V. A Ich wäre in Verzweiflung gerathen, wenn ich ihn siegten" zu trösten. Ich war beschämt, so wieder vor hätte verlassen sollen. Doch wollte es mir nicht immer Sylvia hinzutreten. Ich hatte nicht einmal das 15 gelingen, die Spitze unserer Kolonnen aufzuhalten, welche Glück, verwundet zu werden," rief ich aus, als ich sie erbei jedem Schritt, den sie zögerten, sich den Weg von blickte. Gruppen total närrisch gewordener Flüchtlinge versperrt In Paris sah ich Plakate von Jules Ferry unter. fahen. zeichnet, welche erklärten, daß das Brot nicht in gewissen Portionen vertheilt würde, aber mir sagte das gerade das Gegentheil. Die Blätter berichteten, daß eine große Schlacht bei Buzenval und Montretout stattgefunden hätte. Der General Trochu erklärte: sein Kollege Ducrot hätte eine Verzögerung von zwei Stunden zu verantworten. Dieser, so viel ich weiß, hat sich nie darum bekümmert; überdieß Nacht. An den Verlauf der Stunden hatten wir gar nicht" Es lebe die Nationalgarde!" riefen sie, man sagte hätte er sich nicht wegen eines Verzuges von zwei, sondern gedacht. Wir blieben, das Gewehr bei Fuß, die Füße im Schlamm, uns, daß Ihr nicht marschiren wolltet, aber wir haben Euch mindestens sechs Stunden zu entschuldigen gehabt. Sein ruhig ohne die geringste Klage bis zehn Uhr Abends in dieser im Feuer gesehen. Jetzt werden wir uns schlagen. Hätten Freund Trochu behauptete, in seiner Stellung auf den Stellung. Zu dieser Zeit bemerkte ich, daß viele Bataillone wir eher gewußt, wie Ihr so tapfer seid, o, dann wären Höhen des Mont- Valerien sei er durch den Nebel verfortmarschirten. Endlich kam der Adjutant des Obersten die Sachen anders gekommen." hindert gewesen, die Schlacht klar zu übersehen. Jch, als uns anzukündigen, daß der Befehl gegeben sei, wieder in das was man nannte: unsere Stellung von gestern" zurück zukehren. Die Offiziere, welche feinen Tornister trugen, nur an sich denkend, verschwanden sofort. In der Finsterniß einer schwarzen, regnerischen Nacht vermischten sich unsere Bataillone mit der Linie und der Artillerie. Es war ein nicht zu beschreibendes Durcheinander, und wenn die Deutschen gewollt hätten, sie hätten zugleich mit uns nach Paris hinein marschiren können. Es waren vielleicht mehr denn hunderttausend Mann unbedeutender Theilnehmer dieser Tragi- Komödie, erzähle auf der Straße von Rueil nach Nanterre durcheinander nur, was ich gesehen, und maße mir nicht an, die geworfen unterwegs. Am Eingange des Dorfes Courbevoie Charade aufzulösen, welche durch die Aufführung ersterer machten wir Halt in einem einzelstehenden Hause, um den der Geschichte durch die Septemberbrut zu rathen aufgegeben Tag zu erwarten. Es war zwei Uhr Nachts und unsere wurde. Kräfte waren erschöpft. Am anderen Morgen, als es tagte, führte ich mein Bataillon beinahe vollzählig nach der Halbinsel Gennevillier, wo die übrigen Offiziere uns in aller Gemüthsruhe erwarteten. Man ließ uns nach Paris zurückmarschiren und wir hatten nur zu verhüten, daß sich die ,, moblots) nicht mit geliehenen Räppis in unsere Reihen schlichen. Meine Leute verließ ich nicht, und doch hatte ich die größte Mühe von der Welt, sie einigermaßen zusammenzuhalten. Die gewandtesten und jüngeren Leute eilten voraus und gruppirten sich um einen Sergeanten, der eine Laterne trug. Aber die bejahrten Leute, unter ihnen befanden sich Männer von über fünfzig Jahren, konnten nicht so schnell Innerhalb des Stadtwalles trafen wir eine große folgen. Ein Patriot mit schneeweißem Haar entschloß sich, zahl Frauen, welche gekommen waren, um die als er nicht mehr weiter konnte, den Tod in einem Graben zu erwarten. *) Spizname für die Mobilgardisten. AnBeWiederkehr der Flüchtlinge. Paris hatte geträumt, Saragossa noch zu übertreffen; das Beispiel anderer heldenmüthiger Städte, von denen die Geschichte berichtet, ließ ihm keine Ruhe. Jedermann war hingebend, eifrig und aufopfernd. Die Frauen bildeten lange Reihen, ohne Murren, von zwei Uhr Morgens au mit dürftig bekleideten Füßen im falten Schnee, vor den Thüren der Bäcker und Schlächter. Mau aß nichts anderes mehr als Pferdefleisch, Reis und eine Art gelben und sandigen Kitt, der mit dem schönen Namen" Brot" verziert wurde, ein ungesundes und für geschwächte Magen un u erlangen war, Wir geben deshalb den Text nach der Ausgabe von 1893 und fügen dann die Beschlüsse von Nantes an, über die der Vorwärts" schon berichtete. Das Programm lautet: , andarbeiter und Bauern! Weil die Sozialdemokraten dem arbeitenden Volfe die Berg werke, Gisenbahnen und Fabriken wiedergeben wollen, die fich die faullenzenden Kapitalisten angeeignet haben, sagt man Euch, wir würden dem kleinen Sandbesitzer ebenfalls sein Eigenthum nehmen. Die Leute, die Euch dies vorlügen, sind dieselben, die Euch Eure Ersparnisse durch Panamaschwindeleien aus den Taschen holen und Euch gegen Eure Brüder, die Arbeiter in den Städten, aufhetzen möchten. Unrecht geschehen ist. Der Arbeiter braucht keinen Rechts-| sich noch Niemand gekümmert. Die Arbeiterpartei, die überall anwalt und feine Gerichtskosten zu zahlen. für die Armen und Unterdrückten eintritt, will vom Staat eine währt hat, wird sich auf dem Lande ebenso bewähren. Deshalb welcher den Alten und Invaliden mindestens 2 Fr. täglich geDiese Einrichtung, die sich in den Städten vorzüglich be- Alterskasse für die Landbevölkerung eingerichtet haben, aus verlangt die Arbeiterpartei, daß auch in jeder ländlichen Gewährt werden. meinde ein solches Schiedsgericht eingeführt werde, zu welchem Vor den Wahlen hat die Regierung die Schaffung einer und das Gesinde die andere Hälfte der Beisitzer wählen. Dieses gestellt. Aber damit wollte sie nur bezwecken, daß ihre Kandidie Grundbefizer und Pächter die eine Hälfte, die Landarbeiter Alters- und Invalidenversicherung für alle Arbeiter in Aussicht Gericht würde jeden Sonntag Termin halten, öfter nur, wenn daten die nöthigen Stimmen erhielten. sich dies als nothwendig herausstellt. Nach ihrem Vorschlag haben die Arbeiter den größten Theil Arbeitgeber und Arbeiter würden bei ihm ihre Streitigkeiten der Mittel für die Versicherung aufzubringen. Woher sollen aber anbringen und das Schiedsgericht würde alle Sachen ohne Zeit- Bauern und Tagelöhner das Geld dazu nehmen, jetzt, wo sie perluft und Kosten erledigen, weil seine Beisitzer die Landwirth- taum die Lebensnothdurft verdienen und nichts übrig haben? Und fchaft gründlich und praktisch kennen. dann soll nach dem Vorschlag der Regierung erst in ferner Zeit, Seht Euch das ländliche Programm an, das wir auf unIII. Grundbesitz der Gemeinden darf nicht nach 20 oder 30 Jahren, die Versicherung ihre Renten zahlen; ferem letzten Marseiller Rongreß aufgeftellt haben. Betrachtet veräußert werden; der Staatsoll die Domänen, inzwischen können die Armen von heute hundert Mal vor die sozialen Reformen, welche die Arbeiterpartei sofort im Seeküsten und andere etwa jest noch unbebaute Glend sterben. Interesse der Tagelöhner, Bauern und Bächter eingeführt wissen Ländereien an die Gemeinden verpachten; die Die Arbeiterpartei will eine andere Alters- und Invali will. Fragt Euch dann, ob Eure früheren und jetzigen Ver- Ueberschüsse der Gemeindeverwaltungen sollen bitätsversicherung. Nicht die Armen sollen die Kaffe mit ihren treter" jemals irgend etwas gethan haben, um Eure Lage wirkur Vergrößerung des Gemeindebesites ver- Pfennigen füllen, sondern der Staat soll sofort die nöthigen lich zu verbessern, und Ihr werdet Euch überzeugen, daß wendet werden. Summen aus dem fetten Einkommen des Großgrundbesitzes bes die Sozialdemokraten Eure besten Anwälte, Eure einzigen o Gemeindebesitz in hinreichender Ausdehnung vorhanden ist, Auf diese Weise tönnte man den Alten und Arbeitsunfähigen Der Gemeindebesitz ist der Besitz derer, die nichts haben. schaffen, auf welches eine besondere Steuer gelegt werden würde. wie z. B. in den Pyrenäen, können alle Landbewohner, fie mögen noch so arm sein, wenn sie nur einen Stall haben, ihre Schaie, Rühe, Schweine 2c. halten und sie auf die Gemeindeweiden treiben. In manchen Gemeinden giebt es Gemeindehirten, die von der Gemeinde bezahlt werden, weil diese verpflichtet ist, in den Bergen das Vieh aller Gemeindebewohner zur Weide führen zu lassen. Andere Gemeinden besitzen Waldungen, die für alle Eins wohner Brennholz oder sogar Bauholz liefern müssen. Freunde sind. Die Arbeiterpartei denkt gar nicht daran, Euer Eigenthum theilen zu wollen. Sie bekämpft nur das Schmaroger thum des großen Besitzes, sie will, daß man die Steuern, welche auf dem kleinen Besitz lasten, sofort herabsetze und später ganz abschaffe, daß man die Pächter vor der Ausbeutung durch die Großgrundbesitzer schützt und daß man denjenigen, die auf ihrer Hände Arbeit angewiesen sind, guten Lohn und ein Austommen für ihr Alter sichert. Früher besaßen alle Gemeinden große Gemeindegüter, die den Armen mit zu gute tamen. Das Vieh, das auf dem Gemeindebesitz weidete, lieferte der Familie des Landproletariers Wolle, die die Frau verarbeitete, Milch, Butter, Käse und Die Arbeiterpartei ist über ganz Frankreich organisirt. Sie hat Abgeordnete in der Kammer und Vertreter in der GemeindeVerwaltung an Hunderten von Orten. Sie ist ausschlaggebend in der Gemeindeverwaltung von Roubaix, Marseille, Narbonne, Montluçon und in anderen großen Städten, ihre Aufgabe besteht Fleisch. vor Allem darin, die Interessen der Arbeiter zu vertreten. So werden in Roubaix bereits die Kinder in zwölf Kleinkinderschulen auf Gemeindekosten gespeist und binnen kurzem wird diese Maßregel für alle Schüler der Gemeindeschulen durchgeführt sein. Seit langem hat man sich ordentlich Mühe gegeben, diesen Gemeindebesiß zu verkaufen; so ist es gekommen, daß sehr viele Gemeinden auch nicht eine Scholle mehr besigen. Einrichtung, die für den Bauer und den Arbeiter im höchsten Die Arbeiterpartei erblickt jedoch im Gemeindebesitz eine Außerdem erhalten die Schüler Kleidung für den Winter. Nachdem die Arbeiterpartei in den Städten eine Macht Grade vortheilhaft ist; sie will, daß der Staat der Veräußerung geworden ist, mit welcher man rechnen muß, bietet sie diese ihre des Gemeindebefizes entgegentreten soll, wo es noch welchen Macht ihren Brüdern auf dem Lande an, um ihnen Recht zu giebt, und daß er wieder welchen schafft, wo feiner mehr vor verschaffen, sie zu organisiren, und ihnen durch Vereinigung handen ist. Deshalb verlangt sie, daß die Ueberschüsse der Gemit den Industrie- Arbeitern Freiheit und Wohlsein zu erobern. meindeverwaltungen dazu verwendet werden, den Gemeindebesit Programm. zu vergrößern. Die Arbeiterpartei verlangt außerdem, daß der Staat dort, I. Minimallohn, der für Zagelöhner und wo er Domänen oder unangebauten Boden hat, 3. B. an den Gesinde durch die Landarbeiter Rammern Seelüften, diesen Boden nicht an Kapitalisten für lächerlich geringe und Gemeinderäthe festgefegt wird. Summen verpachten, sondern ihn an die Gemeinden abgeben Der Landarbeiter, der keine Echolle Erde befißt, weiß, wie soll, die ihn in Gemeindeland verwandeln würden. hart und schwer das Leben ist, wieviel er arbeiten muß, um nur IV. Ueberlassung des Bodens, welcher der das Nöthigfte zu verdienen. Es wäre noch nicht so schlimm, Gemeinde vom Staat abgegeben ist, an arme wenn er wirklich das ganze Jahr hindurch Arbeit hätte. Aber Familien, die sich zusammen thun und nur nein wochen und monatelang fann er gar nicht arbeiten; er die Bodennuzung ziehen, teine Lohnarbeiter muß feiern, unthätig sein, Schulden beim Bäcker und Krämer befchäftigen dürfen und eine Abgabe an die machen, oder seine Familie verlassen und weit weg in die Gemeinde- Armentasse zahlen. Stadt gehen, um Arbeit zu suchen, die sich auch dort schwer findet. Deshalb muß der Arbeiter während der guten Zeit soviel verdienen, daß er während des ganzen Jahres gut leben und seine Familie ernähren kann; das ist der Minimallohn, den die Arbeiterpartei verlangt. Diefer Minimallohn würde festgesetzt werden durch die Gemeinderäthe und die Landarbeiter- Kammern, dort, wo die letteren eingeführt werden können. Und dieser Minimallohn wäre nicht mehr als recht und billig. Wenn die Großgrundbesitzer glauben, ihre Güter nicht mehr zu angemessenen Preisen verpachten zu können, so legen sie Schutzölle auf Getreide, Vieh und Wein, und diese Bölle nügen nur ihnen, nicht den Pächtern und Landarbeitern. Der ArbeitsTohn der Holzfäller und Knechte ist nicht gestiegen, trotzdem die Schutzölle den Preis des Holzes und des Getreides in die Höhe getrieben haben. Was bisher nur zum Nußen der Großgrundbesitzer geschehen ift, das will die Arbeiterpartei jetzt auch gethan haben zu gunsten Der Knechte, Mägde, Tagelöhner und der anderen Landproletarier, die mehr als 31/2 Millionen Köpfe zählen. br Damit es aber geschieht, muß sich die Landbevölkerung mit den Arbeitern in den Städten vereinigen, um aus ihren Reihen Abgeordnete in die Kammer zu schicken und die Republik der Arbeit gründen zu helfen. II. 2ändliche Schiedsgerichte. Die Arbeiterpartei verlangt, daß die Ländereien, welche die Gemeinde besitzt oder die ihr vom Staat abgegeben werden und deren Anbau möglich ist, unter Aufsicht der Gemeinde von Genoffenschaften bewirthschaftet werden, welche sich aus nichtbesitzenden Familien bilden. Diese Familien würden die Ernte unter: einander nach dem Verhältniß der geleisteten Arbeit theilen und einen noch näher zu bestimmenden Theil derselben an die Gemeinde- Armenfasse abgeben. Diese Forderung wird gegenwärtig in Narbonne theilweise verwirklicht. Dort hat der sozialistische Gemeinderath auf Antrag des Bürgermeisters Ferroul, der Abgeordneter und Vorstandsmitglied der Arbeiterpartei ist, einen Theil des Gemeindebefizes an nichtbesitzende Familien abgegeben, die Weinberge anlegen. Underswo würden die Genossenschaften auf den vernach lässigten Ländereien Getreide fäen oder Gemüse ziehen, je nach dem Klima und der Bodenbeschaffenheit. sofort helfen. Jene Steuer wäre die gerechteste, die sich nur denten läßt: weil sich die Landarbeiter in ihrer Jugend und Kraft für die fette Grute der Herren Großgrundbesizer todtarbeiten, ist es ganz richtig, ihnen Unterhalt aus den Mitteln derjenigen zu beschaffen, die fie reich gemacht haben, wenn sie alt und frumm vor Krankheit sind. und frum ( Schluß folgt.) tO Politische Heberlicht. Berlin, den 17. Oktober. Verkümmerung des Reichstags- Wahlrechts. Im Reichsamt des Innern soll nach Meldung auswärtiger Blätter eine Vorlage ausgearbeitet worden sein, welche die rückt. Für diejenigen, deren Weisheit Anfang und Altersgrenze für das Wahlrecht hinaufEnde die Politik des Vogel Strauß Strauß ist, mag dieser Plan als besondere Staatsmännische That erscheinen. Wer aber meint, daß bei Durchführung solcher läppischen Pläne, bei eventueller Verminderung der Bahl unserer Reichstagssige, der Sieg unserer Partei auch nur um eine Stunde aufgehalten werden kann, der täuscht sich auf's gründlichste. Unsere belgische Partei war ohne Mandate ebenso start wie heute mit Mandaten. Man fonnte vorher an ihrer Stärke zweifeln, heute kann sie niemand leugnen. Wer würde aber wagen an unserer Stärke zu zweifeln, wenn wir bei Verkümmerung des Wahlrechtes ein Dußend Mandate verlieren würden. Wer die Möglichkeit des friedlichen Weges nicht ver hindern will, wird klug thun, dem angeblichen Plane der Reichsregierung nicht beizustimmen. Hente glauben noch Hunderttausende innerhalb unserer Partei an die Möglichkeit der friedlichen Entwickelung; werden aber die Rechte der deutschen Staatsbürger zu un serem Echaden vermindert, dann wird dieser Glaube rasch schwinden. Volkspartei mit Rücksicht auf ihre eigenen Interessen einem Uebrigens werden die Zentrumspartei und die freisinnige solchen Plane nicht leicht zustimmen. Wir sehen diesem neuen Attentate mit aller Gelassenheit entgegen. bestimmungen zu dem Gesez betr. den Schutz der BriefDem Bundesrath ist ein Entwurf von Ausführungs tauben und den Brieftauben- Verkehr im Kriege zur Beschlußfaffung vorgelegt worden; ferner sind ihm folgende Theile des Reichshaushalts Etats für 1895/96 zugegangen: Etat über den allgemeinen Pensionsfonds, Etat über den ReichsInvalidenfonds, Etat der Reichs Post und Telegraphen verwaltung, Etat für die Verwaltung der Eisenbahnen. % Die Landbevölkerung wird ohne jede weitere Erläuterung verstehen, wie wichtig es für ihr Wohlbefinden ist, wenn der Gemeindebesitz so vermehrt und benügt wird, wie es die Arbeiter partei vorschlägt. V. Alters und Invaliditäts- Versicherung Den Unterschied zwischen( verdienstlicher) Umfür die Landbevölkerung aus Mitteln, die wandlung und( verbrecherischem) Umfturz des Bestehen durch eine befondere Abgabe vom Einkommen den glaubt die Kreuz Zeitung" entdeckt zu haben. Sie des Großgrundbesizes aufgebracht werden. schreibt in ihrer heutigen Morgennummer: Wenn die unbemittelte Landbevölkerung nach einem Leben voll harter Arbeit und Entbehrungen alt wird, steht sie frant Thätigkeit( in Staat und Gesellschaft) von der um stürzenDarin besteht der Unterschied der blos umwandelnden Ein Schiedsgericht ist ein Gericht, das je zur Hälfte aus und hilflos da. Nachdem sie Andere reich gemacht hat, den, daß diese, um sich einen richtigen Ausgangspunkt zu Unternehmern und Arbeitern zusammengesetzt wird. Die Arbeit- versinkt sie im schrecklichen Elend und kann bettelnd ihr Brot schaffen, die Wahrheit, während jene mit vollem Be. geber wählen ihre Beisiger besonders, und die Arbeiter ebenso. suchen. Wenn dann zwischen Arbeitgeber und Arbeiter Streit über In dieser Hinsicht ist der Landarbeiter sogar noch schlimmerwußtsein übertreibt und fälscht." den Lohn oder die Arbeit entsteht, gehen beide Theile vor das daran als die Bergarbeiter, Staatsarbeiter oder Eisenbahn- Sehr schön, aber wer entscheidet, was die Wahrheit" Schiedsgericht, das den Streit entscheidet. Jeder bringt seine Angestellten, die Altersversorgungs. Kassen haben und nicht Gründe vor. Der Arbeiter fürchtet sich nicht zu sprechen, weil ganz vor Sunger unterzugehen brauchen, wenn sie alt und geer seine Kameraden als Richter mitfißen sieht; er weiß, daß er brechlich sind. feine Vertreter in ihnen hat und Recht bekommt, wenn ihm Um den Landarbeiter und sein trauriges Ende hat genießbares Gemisch. Die Kinder starben in großer Anzahl welche er ebensowenig als seine zahllosen Treffen jemals und die Greise, ihre letzte Kraft aufbietend, hüteten die den Preußen gezeigt hat, sagte uns ungefähr Folgendes: öffentliche Sicherheit, welche nie weniger gestört wurde, als Worüber beklagen Sie sich? Um Ihrem Ehrgeize zu dieser Zeit. Genugihuung zu geben, hat man ohne Hoffnung auf ErWenn die Geister sich einer großen Aufgabe widmen, folg den Ausfall von Buzenval unternommen. Sie haben denken sie nicht daran Uebles zu thun. Am Tage des Ein- den Ruhm, sich an der Seite der französischen Armee gezuges der Truppen aus der Krim, rief George Sand, schlagen zu haben und Ihr Blut mit dem unserer betroffen von der Begeisterung des Volkes, aus: Ich bin Soldaten zu vermischen. Die Ehre von Paris ist doch geüberzeugt, daß heute tein Verbrechen in Paris begangen wahrt geblieben." und was die Uebertreibung und Fälschung"? Wer richtet über das Bewußtsein"? In ehrliches Deutsch über segt heißt der prächtige Kreuz- Zeitungs"-Sat: ich bin ein Umwandler" und sage die Wahrheit, und Jeder, der " würdig gefunden sich ihrer zu bedienen, sie waren noch jungfräulich und unberührt. Einige Tage nachher wurde der" General" Clement Thomas ersetzt durch den Besiegten von Orleans, den sehr berühmten General d'Aurelles de Palladine, ein Gegenstand des Abscheues für die Pariser. Man versuchte die Nationalgarde nach und nach auf zulösen. Die Marschregimenter, wurden getrennt und die Kompagnien wieder in die Stammbataillone zurück vertheilt. Die abgehenden Offiziere wurden nicht ersetzt und wird!" Und so war es auch dort während fünf Monate. Diese Worte bewirkten nur, daß unsere Entrüstung um den Sold zu erhalten, mußte man eine persönliche und Nur die sogenannten„ höheren" Klassen, welche Frank- sich steigerte. Wie, der Ausfall vom 19. war nichts erniedrigende Bittschrift einreichen, in welcher man das reich immer an den Rand des Abgrundes gebracht haben, als eine verbrecherische Komödie? Man hat Menschen tödten Zeugniß der Armuth beibringen mußte. Es war flar, zeigten sich in ihrem Betragen nicht auf der Höhe des lassen, um die Eitelkeit des Volkes zu befriedigen? Das daß man sich langsam aber sicher einer Boltsbewaffnung Charakters der sogenannten niederen" Bevölkerung. Die war nicht nur dumm, sondern im wahren Sinne des Wortes: entledigen wollte, welche im kommenden Falle fähig war, Regierung und die Befehlshaber der Armee miß schändlich! Um zu versuchen, das immer lauter werdende die Republik zu vertheidigen. In der That, am 24. Februar, tannten die wahre Gesinnung des Volkes von Paris, weil Murren zu ersticken, ließ man bei jedem Bataillon die Namen dem Jahrestage der Erhebung von 1848, gingen alle sie dieselbe unter den Genußmenschen, welche aus ihrem der Leute erfragen, welche sich ausgezeichnet hätten, um sie Bataillone zum Bastilleplay, um am Fuße der Julisäule Bauche sich einen Gott machen, mit welchen sie sich um zu Belohnungen vorzuschlagen. Folgende Antwort wurde Kränze nieder zu legen. Ich erinnere sogar, daß ein geben hatten, fuchten. Diese Sorte von Menschen ist es, ich beauftragt im Namen des ganzen Bataillons an die Re- Matrose auf die Schultern des auf der Säule befindlichen welche Lamartine bezeichnet mit den Worten: Paris tann gierung zu richten: Genius der Freiheit fletterte, um ihm eine rothe Fahne in nicht vierzehn Tage ohne Erdbeeren sein." Man hätte Angesichts der Schande und Erniedrigung des Vater die Hand zu geben. Aufrechterhaltung der Republit! Das allen diesen Fettbäuchen Schweigen gebieten müssen, indem landes betrachten wir jedes Anerbieten von Belohnungen war der einzigste und höchste Trost aller Pariser. Diese man ihnen mit einer ebenso mächtigen Stimme wie Danton als eine Beleidigung. Wenn wir alle gefallen wären, Idee hatte sich natürlich aller Geister bemächtigt. Jch zurief: hr seht, daß das Volk sein Blut giebt, gebt Euer würde der Sieg der Deutschen wenn nicht unmöglich, so erinnere mich, daß ein reicher Banquier, der früher gewiß Gold und schweigt, Ihr Elenden!" doch abgeschwächt worden sein. Aber unter den gegenwärtigen nicht im Verdacht republikanischer Jbeen stand, ungefähr Verhältnissen ist er zu vollständig und zu beschämend, als folgende Auseinandersetzung machte: Die feige Kapitulation, welche mit blutiger Jronie die edle Erhebung des Pariser Volkes beantwortete, wurde daß wir daran Theil haben sollten. Die einzige Auszeichnung, Nach der Niederlage Frankreichs, bleibt uns nur nicht gleich mit einem Male bekannt. Den ersten schüchtern welche wir zu tragen berechtigt wären, ist ein Trauerflor. übrig unsere Revanche im Bereich der Ideen zu suchen, verbreiteten Gerüchten wollte man feinen Glauben Wenn wir uns mit rothen Bändern schmücken ließen, so würde wie Griechenland, nachdem es von Rom besiegt war. Schenken und einige entrüftete Männer zogen am es uns immer erscheinen, als klebe an uns französisches Bint." Unser geistiger Einfluß hat nicht gelitten. Wir müssen 22. Januar zum Stadthause, wo sie einige Schüsse mit Als die Deutschen in Paris einzogen, war unser durch alle Mittel, durch die Presse, die Kunst u. s. w. den Mobilgardisten aus der Bretagne wechselten. Ein Bataillon kommandirt die Linie zu besetzen, welche ihnen den demokratischen Jdeen in Europa Eingang ver Holches unverständiges Unternehmen konnte natürlich nicht als Zone angewiesen war. In diesem Augenblicke war es, schaffen. Berschaffen wir uns die freiesten Institutionen der von Erfolg sein. Eine Deputation von Offizieren, unter als die Nationalgarden auf den Gedanken tamen, die Ka Welt und werden wir die Begründer der Universal welchen auch ich, begab sich nach dem Elysée, um gegen nonen, welche bis dahin im Park Wagram gestanden Republik. Wir sind als Nation besiegt, nehmen wir unsere das Verfahren der Regierung zu protestiren. Der ehe hatten, nach dem Montmartre zu transportiren. Diese Ge- Revanche auf internationalem Boden, indem wir die vers malige Unteroffizier, Kommandeur der Kürassiere, Clement schüße, welche in Paris gegossen und von dem Gelde der einigten Staaten von Europa begründen." but do Thomas, angethan an dem Tage mit Generals- Epauletten, Nationalgarden hergestellt waren, hatte man gar nicht für ( Fortsetzung folgt.) TOYS anders sagt,„übertreibt und fälscht mit vollem Bewußtsein". Das„ich" kann natürlich jeder sein. Wenn die„Kreuz- Zeitung" einen lichten Augenblick bekommt, d. h. einen Moment, in dem ihr Denkvermögen ungetrübt ist, wird sie zerknirscht an ihre Stirne schlagen und sich strafend zu- rufen: 0 si tacuisses! O hättest du geschwiegen! Die brutale Gewalt und die Willkür sind stets verloren, wenn sie sich auf das Argumentiren einlassen und es mit Ver- nunftgründen versuchen.— Das Nuisturz-Serum wird noch imnier von den Staatsheilkünstlern gesucht. Es geht ihnen damit, wie anderen Heilkünstlern mit ihren neuen Wundermitteln. Unsere sozialen Zustände lassen ganze Seuchenherde be- stehen und sich ausbreiten; der großen Masse des Volkes fehlen die nothwendigsten Lebensbedürfnisse oder sie erhält ste nur in verkümmertem oder verdorbenem Znstande— und da glaubt man Wunder was zu erreichen, wenn man irgend ein Gegengift gegen eine spezifische Krankheit auf- findet, von dem man nicht einmal weiß, ob seine Heilkraft nicht durch andere Uebel, die es mit sich führt, mehr als aufgehoben wird. Statt gesunde Lebensbedingungen zu schaffen, pfuscht man an dem siechen Körper herum. Ebenso verfahren unsere politischen Heil- künstler. Der soziale Körper leidet. Und da empfiehlt man gegen Blutleere neue Aderlässe, gegen Athmungsnoth Verbot des Athniens, gegen kräftige Bewegungen Glieder- starre. Daß das Volk überhaupt lebt, wird als Krankheit angesehen, die man freilich nicht anders als mit dem Leben selbst beseitigen kann. Freilich ist das Volk zu kräftig ent- wickelt, um den Heilkünstlern freien Spielraum zu ge- währen. Es erwehrt sich jener Heilkünstler, ob sie an ihm nach dem„alten" oder dem„ neuen" Kurs kuriren wollen, oder ob sie von den„staatsmännischen" Heilkünstler der Zukunft das Heilserum erwarten. Tie Charletans sind ihm ungefährlich, um so mehr, als sie sich gegenseitig ins Hand- werk pfuschen und einander selbst der Charletanerie be- gichtigen.— Ein verfehltes Rezept. Die„Kreuz-Zeituug" und atidere Reaktionsblätter haben in jüngster Zeit als„Kor- rektur" des allgemeinen Wahlrechts und als Heilmittel gegen Sozialdemokratie und andere politische Uebel den Wahlzwang oder die Wahlpflicht vorgeschlagen. Wenn auch die Indifferenten, die heute nicht wählen, an die Wahlurne geschleppt würden, dann, meinen die Pfifft- küsse, sei es mit den sozialdemokratischen Majoritäten vorbei. Nun, das belgische Wahlresultat hat diese schönen Hoffnungen gründlich zerstört..In Belgien besteht nämlich der Wahlzwang, und doch haben die bösen Sozial- demokraten einen so glänzenden Wahlsieg erfochten.— Parlanientsmüde soll der antisemitische Vertreter des Reichstags- Wahlkreises Rinteln- Hosgeismar- W o l s h a g e n, Dr. med. König in Wttten, sein. Die Zeitungen melden, daß er ftjn Mandat niederlegen und sich vom politischen Leben zurückziehen will. Für die ge- rühmte Einigkeit innerhalb der antisemitischen Partei kann dieser Entschluß nicht angeführt werden.— Tie österreichifche Regierung glaubt mit ihrer Ver- schleppungstaktik das österreichische Volk zum Narren halten zu können. Sie hat den Reichstag eröffnet, ohne ein Wort über die Wahlreforin zu verlieren; sie hat eine Reihe ganz unpolitischer Vorlagen als der Erledigung dringend bedürfendes Berathungsmaterial dem Parlamente angekündigt, einen Etat mit blendenden Zahlen vorgelegt, den Junkern und Genossen ein Weinmonopol in Aussicht gestellt, blos über das Wahlrecht hat die Regierung geschwiegen. Aber es wird ihr wenig helfen. In der nächsten Sitzung des Abgeordnetenhauses wird der unserer Partei nahestehende Abgeordnete Kiterarisches. Neumann-Sofer, Dr. Adolf, Die Ent Wickelung der Sozialdemokratie bei den Wahlen zum Deutschen Reichstage. Stalistisch dargestellt. Berlin W 1894. Verlag von C. Skopnik. bö S. 80. Preis 1 M. Daß ans dieser kleinen Schrift der politische Standpunkt des Verfassers nicht zu erkennen ist, erscheint dem Rezensenten in diesem Falle als Vorzug, der eine Gewähr für die Objektivität des Verfassers in sich schließt. An Tendenzstatistik fehlt es in der deutschen Literatur wahrlich nicht, so daß die Erfüllung der selbstverständlichen Forderung der Objektivität leider als etwas besonders lobenswerthes hervorzuheben ist. Wenn auch an statistischen Bearbeitungen der deutschen Reichstags-Wahlen, osfiziellen wie privaten kein Mangel ist, so fehlte bisher doch ein« mehr als summarische Darstellung der Entwicklung der Sozial- demokratie an der Hand der Reichstagewahlen. Diese bietet uns der Verfasser in der vorliegenden Schrift. Er stellt zuerst die Zahlen der abgegebene» giltigen und sozialdemokratischen Stimmen bei den beiden letzten allgemeinen Wahlen für alle Wahlkreise nebeneinander. In einer weiteren Tabelle werden die sozialdemokratischen Stimmen für alle Reichstags- Wahlkreise in Prozenten und zwar für sämmtliche allgemeine Wahlen seit 1671 angegeben, wobei durch Zeichen und Schriflgattuug sofort zu er- kennen ist, ob der sozialdemokratische Kandidat in der Haupt- oder Stichwahl gewählt bez. unterlegen ist, und ob der Wahl- kreis in erheblicher Weise ttädtlschen Charakter hat oder nicht. So wie aus der ersten großen Uebersicht werden auch aus dieser Tabelle in ruhiger und objektiver Weise die sich für den Statistiker ergebenden und für weitere Kreise interessanten Scllnßfolgerungen gezogen. Die Namen sämmtlicher seit 1871 gewählten sozialdemokratischen Abgeordneten werden im An- schluffe an diese Ausführungen mitgetheilt. Für die Wahlkreise, in denen unsere Partei bei der letzten Hanptwahl im ersten Gange siegte, wird auch das Verhältniß der sozialdemokratischen Stimmen zu der Zahl der Wahlberechtigten angegeben. Die Prozentzahlen, die für die einzelnen Wahlkreise in einem früheren Theile des Werkchens angegeben sind, werden später für das Deutsche Reich, die einzelnen Änndeestaate» und größeren Landestheile, und zwar wiederfürsämmtliche9Hanpt>vahl»n, dieseit 1871 stattgefunden haben, berechnet. Das für zeden Statistiker auffallende Mißver- hältniß zwischen der immensen Stimmenzahl und der geringen Bertreterzahl der sozialdemokratischen Partei wird mit allen statistischen Hilfsmitteln schön analysirt. Den Schluß der werth- vollen Studte bildet die Berechnung der auf grund eines richtigen Proportionalsystems den einzelnen Parteien des Deutschen Reichstages gebührenden Reichstagssitze und die Gegenüber- stellung dieser Zahlen zu den thatsächlich von den Parteien er- oberte» Sitzen. Rur zu zwei den Werth der Schrift übrigens in keiner Weise beeenfluffenden Aussetzungen fordert die Arbeit heraus. Auf Seite 81 sagt der Bersasser nämlich, nachdem er die Nach- theile des heutigen Reichstags-Wahlrechtes für die Sozialdemo- kralie erörtert hat:„Allerdings hat sie(die Sozialdemokratie) auch Aussicht, später von diesem Wahlsystem desto mehr zu profitiren. Wenn z. B. in allen Wahlkreisen auch nur ewe Stiuime über die Hülste aller abgegebenen Stimmen sozialdemo» Pernerstorser- einen dringlichen Antrag betreffs Beschleu- nigung der Wahlreform einbringen. Man wird den Antrag zwar niederstimmen, aber die Regierung wird doch kaum unihin können, sich in irgend einer Form zu äußern. Unterläßt sie es, so wird ihr Ansehen um so tiefer sinken.— Den Dringlichkeitsantrag auf Aufhebung des Prager Ausnahmezustandes hat das österreichische Abgeord- netenhaus auf Wunsch der Regierung abgelehnt.— Arbeiterversichernng und Pangermauismus. Man schreibt uns aus Paris unterm 12. Oktober: Herr Joes Euyol scheint aus dem in Mailand stattgehabten internationalen Kongreß für Arbeiter-Unfallverstcherung"eine recht klägliche Rolle gespielt zu haben, denn kaum zurückgekehrt, wüthet er über die „Pangermauisirung", wie er seinen diesem Kongresse gewidmeten Artikel überschreibt.„Die Deulschen," ruft er,„vollenden in diesem Moment ihr 1866 und 1876 begonnenes Werk. Sie haben Boden und Völker annektirt und annektiren jetzt die Geister. Herr Bödiker, Präsident des Deutschen Reichs-Versicherungs- amtes, sagte mit Stolz:„Unser System bat sich nach Oesterreich verbreitet, man nimmt unsere Prinzipien in Holland und Italien a»; man beginnt es in Paris zu studiren." Und Herr von Mayr aus Straßburg, ehemaliger Unter- Staats- sekretär des Deutschen Reiches, hat den Triumph dieser Aus- dehnung der deutschen Ideen, des deutschen Systems, des deutschen Einflusses, der deutschen Macht gefeiert. Ha. die Deutschen können stolz sein, denn sie legen ihre beiden schweren Hände auf uns, und wir erdulden ihren Druck nicht nur mit Ergebung. sondern mit Enthusiasmus. Mit der rechten Hand zwingen sie uns ihren' bureaukralischen Sozialismus, mit der linken ihren revolutionären Sozialismus auf. Beamte, Staatssozialisten durch Bestimmung, beeilen sich, den elfteren anzunehmen. Der letztere wird mit Enthusiasmus von den Guesde, den Vaillant, den Ja uräs und den Millerand propagirt. Bismarck und Karl Marx vereinigen sich, um uns bis zur Erstickung zu umfassen. Wir germanisiren uns in jeder Weise. Es ist nicht blos auf den Boulevards, daß die Bierhäuser an stelle der Kaffeehäuser treten. Die deutschen Idee» fließen mit dem Bier in unsere Gläser und dringen in unser Hirn ein." Und darum wüthet er gegen die„srauzösischen Einfaltspinsel", die sich zu„ergebenen Gehilsen dieser neuen Invasion machen". Im Grunde wüthet er aber wohl nur, weil er auf dem Kongresse für Arbeiter-Unfallversiche- rung eine gar so klägliche Rolle gespielt hat. Herr Joes Guyot hat eben seine Rolle überall ausgespielt und er würde gut thun, sich bald um eine fette Verwaltungsrathstelle umzuschauen, die ihm als Sozialistenfresser wohl geschuldet ist und die wir ihm, wenn uns seine Prosa nicht gar so sehr erheiterte, von Herzen gönnen würden. Was das ganze be- stehende Versicherungswesen selbst anbelangt, das nichts anderes als eine Umgestaltung der öffentlichen Armenpflege zu gunsten der Neichen ist, da die Versicherlen für ihre Betlelrente zum großen Theil selber aufzukommen haben, so brauchen wir wohl nicht erst zu sagen, daß wir uns für dasselbe nie erwärmt haben. Wir wollen kein Almosen für den kranken, verkrüppelten oder sonst arbeitsunfähigen, sondern ein menschenwürdiges Dasein für alle Arbeiter. Und ein gesetzlicher illchtftundenlag würde in dieser Beziehung mehr leisten, als alle Versicherungsgesetze zu- sammengenommen. Herr Aves Guyot ist natürlich weder für das eine noch für das andere, er ist für die nackte Ausbeutung, für die Ausbeutung saus xbrass, für den— PanexploUisnius. Das Nesultat der belgischen Wahle» wird jetzt, angeblich offiziell und endgiltig, so angegeben: gewählt 77 Katholiken, 7 Liberale und 12 S o z i a l i ste n. Unent- schieden 56 Wahlen. Es sind also Stichwahlen vorzu- nehmen, von denen nach dem Wolff'schcn Telegrannn„ein großer Theil für die Sozialisten günstig". Hiernach wäre in 13 Kreisen, welche die Sozialisten schon gewonnen glaubten, Stichwahl nöthig. Die lange Ungewißheit erklärt sich aus der koniplizirten Art des Wahlmodus und infolge dessen, die Schwierigkeit des Auszählens. Die Stichwahlen finden am nächsten Sonntag statt(nicht erst 14 Tage nach der Hauptwahl, wie das in Frankreich Gesetz). Der Gcneralrath der belgischen Arbeiterpartei, der das Zentral-Wahlkomitee der Sozialisten bildet, hat— was schon in der gestrigen Nummer telegraphijch mitgetheilt ward kratische wären, so würde der Reichstag nur aus Sozial- demokraten bestehe», obgleich nur die Hälfte der Wähler sozialdemokratisch gewählt haben." So richtig diese Sätze theoretisch sind, so wenig können sie i» der Praxis zutreffen. Schon heute haben wir in 24 Wahlkreisen die absolute Majorität, je mehr Kreise wir erobern, desto größer werden unsere Majoritäten in den alten Sitzen, vor allem in den Großstädten. In dem theoretisch angenommenen Falle, daß wir alle 397 Reichs- tags- Wahlkreise erobern, könnte daher der Fall gar nicht ein- treten, daß wir dann blos etwas über die Hälfte des deutschen Volkes thatsächlich hinter uns haben; ww würden dann sicherlich sieben Achtel desselben als Anhänger der Sozialdemokratie bezeichnen können. Endlich sind wir mit den Schlußsätzen des Verfassers nicht einverstanden. Er stellt die Frage nach der Möglichkeit des Sieges der Sozialdemokratie und bemerkt hierzu:„Das sind müßige Fragen. Der Kampf der Geister wird weiter geführt werden, und wer Recht hat, wird auch Recht bebalten". Unserer Meinung nach handelt es sich bei der Frage ucch dem Siege der Sozialdemokratie weit weniger um einen Kamps der Geister, noch weniger um eine Frage, wer Recht hat, sondern im wesentlichen um die Richtung und die Schuelligkelt unserer ökonomischen Entwicklung. Doch diese Fragen liegen weit ab von dem, was die Be- deutung der vorliegenden Schrift ausmacht. Sie ist eine fleißige Arbeit, eine objektive statistische Untersuchung, die gut geschrieben und, in der das Material übersichtlich geordnet ist und die wir unseren Lesern warm empfehlen können. Mit Rücksicht aus die gute Ausstattung und den theuren Tabellensatz erscheint der Preis der Schrift nicht zu hoch. Ans dem Zahlenmaterial geht klar hervor, daß unsere Gegner gar nicht nöthig hätten, das Reichstags- Wahlrecht zu unseren Ungunsten zu verschlechtern, sind wir doch schon jetzt die gerade durch dieses Wahlrecht am meisten benachtheiligte Partei.— üb— Schwarz, Dr. Joseph(Budapest), Arbeiterwohn nngen. Vortrag, gehalten am 8. hygienisch-demographischen Kongreß. Budapest, Verlag der„Näpszawa" und„Volksstimme". 20 S. 8° Preis 10 Kreuzer(20 Pfennig). Der Vortrag ist durch die Berichterstattung über den letzten hygienisch- deniographischen Kongreß im„Vorwärts" unseren Lesern bekannt. Die Leitung unserer ungarischen Bruderpartei hat gemeint, daß es Schade wäre, wenn die Arbeit blos in den theuren und daher nur einem kleinen noch dazu auf Fachgelehrte beschränkten Leserkreise zugänglichen Kongrrßschriflen veröffentlicht wurde und hat deshalb die vorliegende billige und dabei nicht schlecht ausgestattete Ausgabe veranstaltet. Es ist die erste, uns seit langer, lauger Zeit aus Ungarn zugehende sozialdemokratische Schrift und so als Zeichen der Erstarkung unserer Partei mit Genugthuung zu begrüben. Aber nicht blos deshalb hat man über das Erscheinen dieser Schrift seine Freude zu äußern, sondern auch ihres werthvollen Inhalts und ihres frischen Tones wegen. Den Mittelpunkt der Betrachtungen des Verfassers bildet das grausige Wohnungselend der ärmeren Bevölkerung in der glänzenden Hauptstadt Budapest, im letzten Vierteljahrhundert mehr Prunkstraßen und Paläste er- standen sind als in irgend einer anderen europätschen Stadl. Das gedruckte Material ist übersichtlich geordnet und durch — für die Stichwahlen, in denen die Sozialisten nicht direkt engagirt sind, die Aufforderung ergehen lassen, denjenigen Kandidaten die Stimme zu geben, die sich verpflichten, für das allgemeine Stimmrecht bei den Gemeinde- und Pro-- vinzialwahlen und gegen die Schutzzölle einzutreten.— Ein Ministerwechsel wird als Folge des Wahlresultats in Aussicht gestellt. Da das Wahlresultat aber erst nach den Stichwahlen zu übersehen sein wird, so sind alle dahin gehenden Nachrichten vorläufig nur leere Vermuthungen. Jedenfalls kann es sich nur um eine Personen-, nicht um einen Systemwechsel handeln, denn die Neuwahlen haben der klerikalen Regierung ja die Majorität gegeben- Freilich mit der neuen Opposition, von der die Sozialisten einen wesentlichen Bestandtheil bilden, ist nicht so leicht fertig zu werden wie mit der alten Opposition, in der die schwachmatischen Doktrinäre vorherrschten. Und so durfte es sich allerdings wohl nöthig machen, daß dem Kabinet frisches Blut eingegossen wird. Von der angeblichen Wahlunfähigkeil Defuisseaux's und Anseele's ist es ganz still geworden. Im Gegentheil, verschiedene belgische Zeitungen erklären es für selbst- verständlich, daß der jetzt bekanntlich im Gefängniß befind- liche Defuisseaux beim Zusammentritt der neuen Kammer in Freiheit gesetzt werden müsse.— Zwei Ehrenmänner. Ans Italien wird tele- graphirt: Neapel, 17. Oktober. Ministerpräsident Crispi giebt heute zu Ehren E m i l i o C a st e l a r' s ein Diner, an welchem auch der Untcrrichtsminister Baccelli theilnehmen wird. Gestern Abend fand zwischen Crispi und Castelar eine Unter- redung statt, in deren Verlaufe sich Castelar in ent hu- siastischer Weise überJtalien äußerte, mit hoher Achtung von der Königin-Rcgentin von Spanien sprach und erklärte, daß die republikanische Staatsfonn Italien und Spanien keine größere Freiheil verschaffen könnte, als diejenige, welche ihnen durch die demokratische Monarchie gewährleistet sei. Crispi und Castelar— zwei Seelen und ein. Gedanke. Kein Wunder, daß sie einander so hoch schätzen»— ist doch der eine des anderen werth.— Das spanische Parlament soll am 12. November zusammentreten.— Ei» spanisches Pfaffenblatt, das„Seminario Populär", bringt nun die in Deutschland zu Tode gerittene Äöltcherlüge von dem 10 Millionen- Etat der deutschen Sozialdemokratie. Unserspanisches Bruderblatt„El Socialista" leuchtet der frommen Wochenschrift in folgender Weise heim: „Gut gebrüllt, Löwe! Aber kann uns die verehrte Wochenschrift vielleicht auch sagen, wozu die Staatsausgaben für den Klerus gut sind, für diesen Klerus, der eine anti-zivili- sato-.ische(bildungsfeindliche) Mission hat? Sie dienen doch nur dazu, eine erschreckend große Anzahl von Pfaffen zu unterhalten, die sich ausschließlich mit der Verdummung der Gesellschaft beschäftigen. Wenn die Arbeiterparteien einige von ihren Mitgliedern für die Dienste, die sie leisten, entschädigen, thun sie es nur, weil es unter den Sozialisten nur sehr wenige Männer giebt, die sich der Propaganda mit eigenen Subsistenzmitteln widmen können."— Die serbische Ministerkrise ist so akut geworden, daß eine freundschaftliche Beilegung ausgeschlossen er« scheint.— In Bulgarien ist schon wieder ein Minister aus dem Amte geschieden. Die häufigen Aenderungen im bulgarischen Ministeriuni sind ein Beweis für die unsichere Politik der Regierung des Ländchens.— Ueber das Befinde» des Zaren ist in Rußland ein Bulletin ausgegeben worden, das den baldigen Tod des kranken Selbstherrschers in Aussicht stellt. Von einer eigene Untersuchungen des Verfaffers bereichert in der Schrift zu finden, zahlreiche Vergleiche mit dem Wohnungselend in öfter- reichischen und deutschen Städten erhöhen den Werth des Werk- chens, das jedem auf's angelegentlichste zu empfehlen ist, der sich mit dem Studium der Wohnungsfrage beschäftigt, vor allen denen, die nicht in der Lage sind, theure und umfangreiche Schriften zu studiren. Der Schlußsolgerung des Verfassers, daß die entgillige Lösung der Arbeiterwohnungs-Frage nur mit Aeuderung der heutigen Produktionsweise erfolgen kann, stimmen wir vollkommen bei. Eine Feilung des Styles hätte der Schrift zum Vortheil ge- reicht.»■> TtzeAtev. Im Schiller-Theater zeigte am Dienstag die Aufführung von Björnson's„Fallissement", daß Regie und Ensemble recht anerkennenswerthe Fortschritte gemacht haben. Das vier- aktige Schauspiel, das viele» unserer Leser aus der von der „Freien Volksbühne" im Lessing-Theater veranstalteten Auf- fuhrung her erinnerlich sein wird, stellt bekanntlich namentlich in der Gesellschaflsszene des zweiten Aktes Anforderungen an die Regie, deren Erfüllung ein nicht unbedeutendes Maß bühnentechnischen Geschicks voraus- setzt. Man muß sagen, daß die Leitung des Schiller-Theaters seiner nicht leichten Aufgabe mit vieler Umsicht gerecht wurde; unterstützt von einem vortrefflichen Zusammenspiel gestaltete sich gerade der zweite Akt des Schauspiels ungemein wirkungsvoll. Im übrigen lag über der Darstellung der Schimmer deulscher Sentimentalitätsheuchelei, der das Frische und Kraftvolle der nordischen Dichtung sehr zu ihrem Schaden zu verflachen drohte. Da die Umwandlung der auch im Unglück noch kernigen nordländischen Gestalten in passive Jammerbolde jedoch ziemlich konsequent durchgeführt wurde, so blieb die Einheitlichkeit des Spiels und der Handlung einigermaßen erhalten und nur bei besonders hervortretenden Rolle» und Szenen trat diese Weh- leidigkeit zum Theil in auffälliger Widerwärtigkeit zu Tage. Ein vollendeter Seichtbeutel war z. B. der Großhändler Tjälde des terrn P a t e g g, dem Frau Wille als Gemahlin in gleicher endenz assistirte. Da war nichts von niedergedrückter Manneskrasl, von dem durch die Macht überstarker Verhältnisse überwundenen Ringer; es war der deutsche Bourgeois, der sich vor dem Fall krampfhaft am hohlen Prestige hält, im Unglück sich ebenso brutal wie wasch- lappig geberdet und von dem Moment an, wo er mit„Gottes Hilfe" nur einigermaßen wieder Luft schnappen kann, zur widerlich-demüthigen Heuchlerschaft hinneigt. Als Bühnen-Lieb- habcrin nach eingelebter Manier gab sich auch Fräul. Rüg- he im er als Signe, während Frl. Pank alsWalvurg den Auf- saffungen des Dichters mehr gerecht wurde und die Unterredung mir ihrem stillen Anbeter Sannäs(Herr P a h l a u) herb und herzlich zugleich zu gestalten wußte. Ein Stück vom Theater- polterer trug Herr Formes in sich; der sonst so vor- treffliche Künstler wußte diesmal»L.. recht den Ton für den biderben, aber ungcstünien Braumeister Jakobsen zu treffen. Eine prächtige Leistung war die des Herrn Pauli als Advokat Bereut. Das reichbesetzle Hans folgte der Handlung mit naivem Interesse; nur ein geringer Theil des Publikums mochte sich Regentschaft ist unter solchen Umständen keine Rede mehr, Seilverfahren in Heilstätten für Lungenkranke das Leiden bezug auf ihre Betheiligung an den Kaffenangelegenheiten un Der muthmaßliche Nachfolger des dritten Alexander heißt nicht mehr zu überwinden vermag. Die Hanseatische Ber- aulasfig; den ersteren nüffe zweifellos die Befugniß zur AusNikolaus( russisch Nikolai) und ist jetzt 26 Jahre alt. Der sicherungsanstalt ist die erste, welche ihre Mittel für den obigen ftellung von Zeugnissen, Gutachten u. f. w. vorbehalten bleiben. Name Alexander ist russischen Monarchen gefährlich. 3weck planmäßig zur Verwendung bringt; schon sind ihr einige Der behördliche Entscheid schließt: Bei Mittheilung hiervon Alexander der Erste starb an Gicht, Alexander der Zweite andere gefolgt; außer ihr beschäftigt sich auch schon eine zweite eröffnen wir dem Kassenvorstand, daß die ausschließliche oder mit der Herstellung einer eigenen Deilstätte im Harze. Die überwiegende Behandlung der Versicherten durch Naturheil durch eine Dynamitbombe, und Alexander den Dritten hat Hanseatische Versicherungsanstalt hat damit eine Maßregel von fundige( Nichtärzte), sowie die Anerkennung der von diesen über die Angst vor Mördern und wohl auch das Bewußtsein großer sozialer Bedeutung in die Wege eingeleitet. Hoffentlich den Gesundheitszustand, die Erwerbsfähigkeit oder Unfähigkeit der Unzulänglichkeit des Könnens nach einem qualvollen findet sie dabei stets auch bei anderen in Betracht kommenden der Versicherten ausgestellten Zeugnisse Be strafung nach Leben auf dem Thron in der Blüthe der Jahre dem Grab Stellen Verständniß und Entgegenkommen; namentlich ist es er sich zieht." zugeführt. Der Nachfolger wird der zweite Nikolaus forderlich, daß auch die Krankenkassen das Vorgehen der Verfein. Der erste starb auch feines natürlichen Todes. Die ſicherungsanstalt mit gleichem Eifer unterstützen. russischen Selbstherrscher, denen ein solcher zu Theil ge= worden, find Ausnahmen. Das Angstregiment in Rußland. In Petersburg hat man wieder eine Verschwörung entdeckt dreißig Studenten des Technologischen Instituts sollen verhaftet sein. Ein bankrottes System sieht überall Gespenster und Verschwörer. erkannt was wir uns merken wollen. -O Rußland dringt immer weiter fort auf dem Wege nach Indien. Die" Times" bezeichnen dieses Vorgehen als Freibeuterei; es wird der genannten Zeitung aber von wiffer Seite geantwortet, daß Rußland nur das thue, was man in England unter einem gewissen Ministerium auch gethau habe. Man könne kaum angeben, wodurch Rußland internationale Interessen verlegte. In Marokko ist die Situation wieder sehr ernst. Eine vollkommene Beruhigung im Lande scheint auf lange Zeit ausgeschlossen. Ein Landidyll. Der Herr v. Bethmann Hollweg besitzt bei Versammlungen: Depeschen. Eberswalde einen großen Güterfomplex, das Rittergut, Hohen= Die Boykott Versammlungen in Riydorf erfreuten finow". Ginen großen Theil des Bodens hat er in fleine sich eines guten Besuches. In der Versammlung in Wirsing's zeute, hat er, wie die„ Eberswalder Zeitung" mittheilt, folgenden lung bei Kummer, Berlinerstraße, nahm einen äußerst impo Ackerparzellen zerlegt und verpachtet. Den Pächtern, alles fleine Sälen, Knesebeckstraße, referirte Genosse Wilke. Die Versamm Bachtvertrag aufoftroyirt:". in y. hat vom Rittergute Hohen- fanten Verlauf, und hier hatte der Genosse Täterow das finom folgende Grundstücke gepachtet und dafür zu zahlen:( folgt Referat übernommen. In beiden Versammlungen gelangte die Bezeichnung der Pachtstücke und Angabe des für die einzelnen Resolution einstimmig zur Annahme. Stücke zu zahlenden Pachtbetrages.) Pachtbedingungen: In Charlottenburg referirte vor einer recht gut besuchten Die Komödie ist zu Ende. Die russische Regierung Der Bächter leistet auf Bestellung in der Ernte zehn Frauen- Versammlung der Genosse Fischer in dem Lokale„ Bismarc hat endgiltig die Auslieferung des Bomben Barons arbeitstage, der ständige herrschaftliche Arbeiter fünf Frauen- hö he“. Die zweite Versammlung tagte in Triefethau's Ungern- Sternberg verweigert. Das russische Baren- arbeitstage gegen einen Tagelohn von... Pfennig oder zahlt Salon. Hier referirte der Genosse Wagner vor einem Zuthum hat damit das anarchistische Dynamit förmlich anden doppelten Bachtbetrag. Bis zum 1. September des hörerkreis von ungefähr 300 Personen. Pachtjahres müssen die Arbeitstage abgeleistet sein, widrigenfalls Die Versammlung für Weißensee tagte unter dem Vorsit die Herrschaft die Pachtstücke mit der Ernte zurücknehmen kann." des Genossen Gerstenberger. Unter lebhafter Zustimmung dieser Tage erging seitens des Gutsherrn die Aufforderung an legte hier der Genoffe Hansen den Anwesenden das rücksichtsfie, auf dem Gute beim Kartoffelbuddeln zu helfen. Dieser Auf- lose Gebahren der Brauereibefizer dar, und stimmte die Vergeforderung leisteten sie nicht Folge, weil sie so behaupten fie fammlung am Schluß einmüthig der Resolution zu. in diesem Jahre bereits die erforderliche Zahl von Arbeitstagen auf dem Gute erfüllt hätten und augenblicklich auch durch die Arbeit auf ihrem eigenen Lande noch in Anspruch genommen würden. Gestern, Mittwoch, erschienen nun auf dem von Sollweg mit Ochsengeschirren und Pflügen und begannen das ihnen gepachteten Ackerlande Leute des Herrn von Bethmannland mit allem, was darauf stand, kreuz und quer zu durchpflügen. Die junge bereits grünende Saat, die noch nicht abgeernteten Roblpflanzungen und Kertoffelfelder, alles wurde durch wühlt. Der empfindliche Schaden, den die Pächter- lauter fleine Leute hierdurch erleiden, soll vermuthlich eine Strafe für ihren Ungehorsam" sein. Wir selbst wollen uns vor läufig jeden Kommentars über die selbstherrliche That dieses „ Edelſten der Nation" enthalten; die Eberswalder Zeitung", welche verspricht, noch mehr Aufklärung in die Sache zu bringen, bemerkt hierzu: Hiernach hätte also Herr v. Bethmann Der Militarismus mit seinen Ansprüchen auf Vor: Hollweg in der That das Recht, den Pächtern, falls sie bis zugsrechte greift im staatlichen Zivildienst immer weiter um zum 1. September des Pachtjahres die 10 bezw. 5 Arbeitssich. Nach einem im Eisenbahn Verordnungsblatt" vom tage nicht abgeleistet haben, das gepachtete Land nebst 2. Oktober veröffentlichten Erlasse hat der Eisenbahnminister Ernte abzunehmen. Nun aber behaupten die betroffenen mit dem Kriegsminister eine Vereinbarung getroffen, wonach Bächter mit Bestimmtheit, daß sie bis zum 1. September d. I. fünftig aus dienstlichen Gründen vorläufig 60 Assistentenstellen weit über die vorschriftsmäßige Zahl von 10 Arbeitstagen auf des Stationsdienstes alljährlich mit Zivilsupernumeraren bescht dem Rittergute Hohenfinow gearbeitet haben. Es ist uns nicht werden können, jedoch den Militäranwärtern eine gleiche Anzahl bekannt, wann in den vorliegenden Fällen das Pachtjahr" be von Assistentenstellen des Abfertigungsdienstes, welche sonst den ginnt bezw. abläuft. Sollte etwa seit dem 1. September d. J. Zivilanwärtern zufallen würden, als Ersatz mehr zugewiefen bereits ein neues Bachtjahr begonnen haben, so wäre doch der werden sollen. Von den in den Staatsdienst überzuführenden Gutsherr jetzt noch nicht berechtigt, etwaige Arbeitsverweigerung Zivilsupernumeraren wird u. A. verlangt, daß sie die Prüfung mit Wegnahme des Pachtlandes zu bestrafen. Er dürfte, nach zum Güterexpedienten bestanden und ihrer Militärpflicht als dem Wortlaut des Vertrages, hierzu doch erst schreiten nach dem Einjährig- Freiwillige genügt haben, und zwar sind, wie es 1. September des Pachtjahres, also nach Ablauf des 1. Septbr. wörtlich in dem Erlasse heißt, unter sonst gleichen Verhältnissen 1895, wenn nämlich bis dahin die ausbedungene Arbeitsleistung vorzugsweise solche Beamte zu berücksichtigen, welche die Be- nicht erfüllt ist. fähigung zum Reserve- Offizier besitzen." Was die Befähigung Für Krankenkassen interessant ist ein Bescheid der fächzum Reserve Offizier mit dem Staatsdienst zu thun hat, ist gesischen Regierung, welcher den freien eingeschriebenen Hilfskassen wöhnlichen Sterblichen natürlich völlig unerfindlich. China- Japan: Am Yalu, dem Grenzfluß zwischen Korea und dem chinesischen Reich stehen sich Chinesen und Japanern gegenüber. Eine Schlacht wird erivartet. Soziale Leberlicht. Die Hanseatische Versicherungsanstalt für Juvaliditäts: und Altersversicherung hat, wie wir bereits früher mitgetheilt, Heilstätten für Lungenkranke errichtet. Zur Zeit sind etwa 60 Personen, theils im Bade Rehburg, theils in St. Andreasberg, untergebracht. Die Heilerfolge sind nach der Bremer Bürger- Zeitung" außerordentlich günstige. Schwerfranke, bei denen eine Heilung ausgeschlossen ist, werden laut Vorschrift nicht aufgenommen. Es ist deshalb zu rathen, daß der Antrag auf Einleitung des Heilverfahrens von lungenkranken Versicherten und den sie behandelnden Aerzten frühzeitig d. h. dann gestellt werden möchte, wenn das Leiden sich im Anfangs: zustande befindet, nicht aber erst dann, wenn der Körper bereits so geschwächt ist, daß er auch durch das hygienisch- klimatische flar darüber geworden sein, daß die Fabel vom Konful Tjälde, der sich unglücklich als Großbourgeois und glücklich in kleinen Verhältnissen fühlt, im Zeitalter der großkapitalistischen Akkumulation wenig innere Wahrscheinlichkeit hat. 21 " in Dresden unlängst zugegangen ist. In dieser Verordnung, welche die Stellung der staatlich approbirten Mediziner und die der Laienärzte( Naturheilkundigen) in bezug auf das Krankenfaffen- Gesetz genau präzisirt, heißt es, daß zunächst unter der im §6 des genannten Gesezes vorgefchriebenen ärztlichen Behand lung eine solche durch einen approbirten Arzt zu verstehen sei; ohne ausdrückliche Genehmigung des Kassenvorstandes fönnten die Mitglieder auch keine andere Behandlung als durch einen approbirten Arzt verlangen. In einzelnen besonderen Ausnahmefällen", heißt es nun weiter, tönne es der Kasse jedoch nicht verwehrt werden, zur Behandlung der Versicherten auch Nichtärzte heranzuziehen und auch in diesen Fällen die Kosten des Heilverfahrens zu übernehmen. Die Gleichstellung von approbirten Aerzten und den Vertretern der Naturheilmethoden sei jedoch in und von ( Wolff's Telegravhen- Bureau.) Frankfurt a. M., 17. Oktober. Wie die Frankfurter Beitung" mittheilt, bat die Untersuchung wegen der Unterschleife des Stadtkassirers Fischer ergeben, daß die Unterschlagungen bereits im Jahre 1887 fich auf 700 000 m. beliefen. Paris, 17. Oktober. Wie die„ Estafette" meldet. enthält das Ultimatum, welches Lemmyre de Bilers in Tananarivo überdie." reichen wird, folgende Forderungen: 1. Anerkennung des effettiven Protektorats Frankreichs mit allen seinen politischen und diplematischen Konsequenzen; 2 Bildung einer dauernden franzö schen Garnison in Tananarivo, und 3. Antwort auf die Forderungen innerhalb spätestens acht Tagen. Das Blatt fügt hinzu, Frankreich sehe voraus, das die Hovas sich diesen Forderungen widersehen werden; für diesen Fall sei eine Expedition bereit. ( Depeschen- Bureau Herold.) Theil. Wien, 17. Oftober. Heute Nachmittag fand beim Ministers präsidenten eine Konferenz der Klub- Obmänner über die Wahlreform statt. Sämmtliche Minister nahmen an der Besprechung Budapest, 17. Oftober. Der Abgeordnete Pazmandy brachte im Abgeordnetenhause eine Interpellation über die französischen Weinzölle ein. Brüssel, 17. Oftober. Die Liberalen faßten den Beschluß, die Forderungen der Sozialisten, welche dieselben dafür geltend machten, wenn sie am Sonntag ihre Stimmen für die Liberalen abgeben, abzulehnen. Paris, 17. Oktober. Das„ Echo de Paris" berichtet, die Expedition nach Madagaskar setze sich aus drei Brigaden züsammen, die unter Befehl von zwei Infanterie- Generälen und einem hohen Marine Dfizier stehen. Estafette" meldet, das Ultimatum an die Howas- Regierung enthalte folgende Be dingungen: Anerkennung des franzöfifchen Protektorats über Madagaskar mit allen politischen Konsequenzen, sowie die Er richtung einer französischen Garnison in Zananarivo. Die Howas erhalten acht Tage Bedenkzeit. " Rom, 17. Oftober. Sofort nach der Rückfehr Crispi's aus Neapel wird der entscheidende Ministerrath behufs Lösung der Finanzirage abgehalten. Alle Minister werden in demselben die in ihren Ressorts vorzunehmenden Ersparnisse bekannt geben. London, 17. Oktober. Wie aus Port- Said gemeldet wird, haben die meisten der ausländischen Kanalarbeiter ihre Heimschiffung verlangt. London, 17. Ott. Einer Times"-Meldung aus Petersburg zufolge sind sechs Schiffe der" Freiwilligen Flotte" nach Wladi wostot abgegangen. Schriften und völlig läßt sie sich von ihm zur bedeutenden, zur Längst nicht mehr hatte das Pariser Theater mit der modernen Frau erziehen. Mit anderen Worten, sie versteht das umgewandelten Weltanschauung mit der neugewonnenen Lebens Phrasengebimmel Wulff's nicht, der ihr einredet, sie habe das erkenntniß Schritt gehalten. Lediglich der ,, Salon" derf ,, Vornehmen", Recht, ihre Individualität auszuleben", um fie, deren schwachen der Rentenbesitzer oder das Boudoir der gut soutenirten Maitresse Verstand er fennt, zu verführen. Richtig ist es ihm geglückt, bildeten den Inhalt der dramatischen Aufführungen. Der Wih, das Deutsches Theater. Zwei Jahre hat sich Ludwig Fulda Thekla dahinzubringen, daß sie ihrem Manne, dem braven Spiel mit den mannigfaltigen Variationen eines Grundstoffs, Zeit gegönnt, um sein Lustspiel Kameraden", das am Dienstag Teppichhändler Otto Hildebrandt durchgeht. Was soll die vornehmlich des Ehebruchs, hatten vordringlich die Werke im Deutschen Theater zum ersten Male aufgeführt wurde, aus Emanzipirte auch bei dem trockenen Philister? Aber Otto ist poetischer Erfindung, wärmerer Lebensbeobachtung verdrängt. Ein reifen zu lassen. Als der greise Nibelungen Barde Wilhelm ein Kernmensch heiteres Gemüth, ein Mann von Dagegen lehnte sich Antoine's Unternehmen auf; und weil er rbeiter verehren ihn und nennen ihn so unermüdlich daran arbeitete, daß der rege geistige Horizont, Jordan einst mit geheimem Grauen gewahrt hatte, wie Ludwig Herz. Seine ür die Noth Fulda, der Schwächliche, umftürzende, revolutionäre Gedanken in Papa hegt er hundertfaches der im Pariser Schablonendrama in der Tragit, wie in der Posse. der Luft Berlins in sich aufnahm, in homöopathischen Formen Mitleiden, das beweist er, der herrliche, indem er Mit- im Pathos, wie in der Jronie, nicht über die feine Lebewelt" hundert ist. Echter reichte, erweitert werde, gewann Wohlthätigkeitsvereinen natürlich, tüchtig verdünnt, da griff Jordan in die Saiten glied er so merkwürdig überund flagte herzbeweglich: Ludwig, fehr heim zu den Deinen, es Fulda, gerechter, barmherziger Fulda! Während Thekla raschenden Erfolg. Neben dem künstlerisch- technischen Moment, sei Dir alles vergeben! Wilhelm Jordan mag erleichtert auf die Schneegans, immer über das Weltelend greint, trocknet er zu neben dem Bestreben, die französische Bühnensprache von der athmen, Fulda ist heimgekehrt. Sein Rebellenblut war niemals Weihnachten als Vorsitzender des Kegel- und Wohlthätigkeits- geschraubten Höhe zu schlichter Natürlichkeit zurückzuführen, heißbegehrlich, felbst damals nicht, als er seiner eigentlichen flubs Immer vergnügt". die Thränen nackter, ärmster Kinder. wirkte da unzweifelhaft ein soziales Moment mit. Proletariat Einen Zyklus Natur Dramen wie„ Die Sklavin" und" Das verlorene Paradies" Thekla ist in Karsten's Pension gezogen und während Otto ver- wie Kleinbürgerthum meldeten sich zu Worte. abtrotte. In gewiffem Sinne ehrlicher tritt Fulda mit seinen sucht, sie beimzuführen, lernt er sein eigentliches Lebensglück von zehn Vorstellungen will Herr Antoine in Berlin veranstalten. Kameraden" auf die Bühne. Hier hat er den Weg zur beschaulichen fennen, die innerlich frohe, immer zufriedene Lehrerin Karsten, Die erste Aufführung am Montag war nur als Probeversuch zu Phil istrosität wiedergefunden, von der er ausgegangen war. Hier die vom Vater das Talent zum Glücklich sein geerbt hat. Otto betrachten. Die Pariser Künstler brachten eine Komödie von braucht der Spießbürger, dem im Grunde die Welt des Neuen verläßt seine närrische Thekla, die in die weite Welt geht. Brieur, Blanchette" zur Aufführung. Das Stück ist durchaus von jeher geheimen Widerivillen verursachte, nicht zu thun als Gertrud wird sein richtiger Lebenskamerad; und Dr. Wulff ist kein Muster seiner Gattung. Züge von echter Lebensbeobachtung spielte er, wie ein Herkules mit Zentnergewichten. Ludwig Fulda um den Lohn seiner Mühe gleichfalls betrogen. Denn Frau vermengen sich mit theatralisch empfundenen Spielereien. Der Bauer Rouffet pocht protig auf seinen Befiz. Er ist der alte behagliche Herr geworden, der, als er noch Jüngling Thekla hatte nicht einmal das Temperament zur Sünde besessen. war, schon die steifleinene Komödie von der wilden Jago Sie war zu wohlenständig dazu und zu phlegmatisch.-Gespielt läßt seine Tochter beffer erziehen, sie gewinnt fogar das Diplom Aber da Blanchette trotz dem Diplom feine schreiben fonnte, der stillvergnügt lächelt, idyllischen Frieden in wurde das Lustspiel ganz vortrefflich, und Fräul. Soreur als Lehrerin. der niemals beschwerten Brust und ausruft: Oh Herr, wie ist( Gertrud), Herr Reicher( Wulff), der in der äußeren Erschei- Stellung erhalten kann, der Zudrang von weiblichen Lehrdie Welt so schön, wenn man genug Moneten hat! Der langen nung wohl gefliffentlich an den Schriftsteller Hermann Bahr er träften ist zu groß-, da murrt der Bauer Rouffet. Das schöne Reihe, die mit der Geißel der Satire gegen die moderne innerte und Herr Nissen( Otto) verdienen ein dreifaches Geld, das für die Erziehung seines Kindes ausgegeben ist, trägt Antlageliteratur dreinschlagen, schließt sich auch Ludwig Bravo! nicht so rasch Früchte, als er erwartete. Das ärgert den brutalen Fulda an. Er spricht zu May Nordau, dem Prediger Filz. Es kommt zu Mißhelligkeiten und zu rüden Szenen. Bater dem Dichter Des der Herrenrechte, und zu Wildenbruch, Das Théâtre Libre in Berlin. Jm Residenz Theater und Tochter verstehen sich nicht mehr. Sie, die Gebildete ist Heiligen Lachens": Nehmt mich auf in Euren Bund und hat am Montag das Théâtre Libre des Herrn Antoine feine ihrer Heimath entwachsen; darin erinnert das Stück an SuderHeimath". Der Bauer Rouffet fennt verschämt fofettirt er noch mit den Schönthan's und Kadelburg's. Gastvorstellungen begonnen. Das ist ein interessantes Unter- manns Als seine Tochter einmal Der Kampf der Spötter gegen geistige Umfturzbewegungen wird nehmen und man braucht Herrn Antoine und den Seinen nicht Standpunkt des Profitablen. sicherlich feine starken Spuren hinterlassen, wenn er mit dem Rüft- erst ein Rompliment darüber zu machen, daß sie es wagten, nach dem Vater und der Mutter Rousset, die zugleich eine Bauernzeug der Fulda und Genossen geführt wird. Alle Achtung vor Preußen's Hauptstadt zu kommen. Die Pariser Maulhelden und schänke halten, vorwirft: Aber Ihr freidet doch Euren Kunden jedem ganzen Kerl, und wenn er der reaktionärste Mensch der Chauvins bedeuten nicht Frankreich; wer sich ihren Heyreden zu viel an, das ist Betrug, da antwortet man ihr im naiven Welt wäre. Aber arme Kerlchen, die einen Philofophen todtzu- und Scheltworten beugt, ist fleinlich und feige, wer ihrer Egoismus:„ das ist Handel und Wandel so. Basta!" Das Verschlagen glauben, wenn sie irgend ein Weibchen schildern, das nicht achtet, ist darum noch kein Held an Muth und hältniß wird immer unleidlicher und Blanchette flieht aus dem von den Lehren dieses Philosophen genascht und sich dabei den Kühnheit! Herrn Antoine und seine Schauspielerschaar hat es Elternhause. Sie eilt nach Paris, um dort mit der großen der Berkommenen Es lohnt gedrängt, ihre Kraft nach dem Ausland zu tragen; das ist be- Armee gleichfalls vom Magen verdorben hat, mag man ruhig laufen lassen. Schmut ver werden. Weit mehr als der literarische fich nicht erst, mit ihnen im Ernste anzubinden. Herrn Fulda sei greiflich; hat das Ausland doch von den künstlerischen An- schlungen zu des Stückes fesselte die Schauspielkunft der Dant gesagt für seine Offenheit. Er gehe getrost nach rechts regungen, die von der freien Bühne zu Paris ausgegangen Werth Sie wirkt mehr durch die Kraft fleißigen Herr Brahm, einst ein Mitstreiter im Kampf um moderne Ideen, waren, manches Bedeutsame geschöpft; und nicht zum wenigsten Gäfte. möge ihn geleiten; uns zieht es zum Linten hin. Ach, ein Berlin, das bald nach der Gründung des Herrn Antoine selbst durchaus ehrlichen Strebens, als durch hinreißende Genialität. Theaterdirektor hat's schlecht! Mit dem Augenblick, da man seine Freie Bühne entstehen sah. An der Seine wie an der Wie man so gar nicht nach dem Publikum hinspielt, wie man Unternehmer wird, zerrinnen die kostbarsten Jdeale, wie Schnee Spree hatten freien Bühnen das stockende, tünſtle- die derbe, robuite Bäuerlichkeit auf der Bühne so gar nicht zu in frischen Fluß gebracht; man verschönen oder zu ironifiren trachtet, wie man mit Ernst auch in der Märzensonne. Publicus befiehlt und der Theater rische Leben wieder direktor gehorcht, wie ein schmiegsames Hündchen, und das mag sonst über das Wirken der freien Bühnen denken, wie man fleine Episoden anfast, das ist rühmenswerth und hat das Publikum des Deutschen Theaters bejubelte die didften Spieß- wolle. Was Herr Antoine zu schaffen vermochte, das zeugt von Publikum, das anfangs fühl sich verhielt zu lebhaftem Beifall bürgerlichkeiten seines vielgeliebten, nach mancherlei Wander- außergewöhnlicher Energie. Er war ein fleiner, jugendlicher angespornt. Herr Antoine( Rouffet) ist nicht nur ein Mann von fahrten in den Jrrgärten der Modernen heimgekehrten Fulda. Beamter mit einem Jahresgehalt von 1800 Frants, als er im Thatkraft, sondern wirklich auch ein trefflicher Schauspieler. Wie Ein böser Heuchler und Komödiant ist der Literat Dr. Egon Jahre 1887 daran ging, gegen die verstäubten Zöpfe, die in weit seine nnd seiner Leute Vefähigung reicht, wird am Mittwoch Wulff. Bu ihm sieht die gute Frau Thekla Hildebrandt auf, wie Paris das Regiment auf dem Theater führten, durch die That mit der Aufführung von Jbsens Gespenster" flarer werden. Uebermenschen". Sie glaubt an ihn und seine l zu protestiren. zu einem " die Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW.. Beuthstraße 2 " nur den Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 243. 0109 Donnerstag, den 18. Oktober 1894. Arbeiter! Parteigenossen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts find abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Riugbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Ansinuen ein empörtes kurzes Nein entgegenseiten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein ehrloser Friede geschlossen wird. Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand ans Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstüßen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massenmaßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatfräftige und schnelle Unterstügung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es keinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, lottenburg. Friedrich Reichenkron, CharBrauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring 1. Ro., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Inh. Max Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße 49a. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Bertreter: M. Marten, N., Gartenftr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Guft. Spiekermann, Weberstr. 66. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. lage Marthen, Bellermannstr. 6. Tokales. Niederheit! " Die Boykott- Kommission. Vermehrung der heiligen Hermandad zu berathen. In beredten sporadische Erscheinungen, welche auch durch ein luges, Worten schilderte einer der Weisen, ehrfurchtsvoll auzuschauen, loyales Entgegenkommen von seiten der be Unsicherheit in unserer lieben Gemeinde, vergrößert noch durch allein es ist gleichwohl zu vermuthen, daß die Gluth unter mit weißem Haupt- und Barthaar( weiß wie ein Müller) die treffenden Arbeitgeber rasch beigelegt wurden, den Boykott der+++ Sozi. Und mit einer Einstimmigkeit, die der Asche fortglimmen und es nur eines fräftigen sonst ihres gleichen sucht, stimmte die übrige Schaar der Jünger Luftzuges bedürfe, um sie zur Flamme anzufachen. Das ge= einer Vermehrung der Hermandad zu. Doch eignetste Mittel, dies 8 น verhindern, ist Auch ein Führer dieser Schaar, unstreitig, berechtigte Forderungen zu be= Mußte sein das ist doch klar!" rücksichtigen und die soziale Lage der Arbeiter Dem Ansehen unseres Ortes entsprechend, mußte auch ein nach Kräften zu verbessern, so lange es hierzu noch Polizei- Inspektor geschaffen werden. Zeit und bevor versucht wird, diese Verbesserung auf gewalt sagt doch gleich die bekannte realistische Schriftstellerin Mutter in beneidenswerthen Verhältnissen, eine intensive Arbeiterkrisis Und wie gedacht, so gethan! Holland aus aller Noth! Wie samen Wege zu ertroßen. Die Brau- Industrie ist ohnehin nicht Dofien aus Krossen:„ Neie Besen kehren jut!" Wehe dem würde die Betheiligten allesammt zu Schaden bringen; die Ar Wirth, der es gewagt, den Ansprüchen seiner Gäste Rechnung zu beiter voran." tragen!- Boytottfreies Bier!?" und da noch Verlänge So sprechen verständige Leute über eine ernsthafte Frage. rung der Polizeistunde von 10 bis auf 11 Uhr?- Unverschämt Bei uns, wo der typische gutmüthige Braubursche" in leider Und genau so wie ein Bandwurm keine Freundschaft noch zu vielen Exemplaren zu finden ist, wird den ihr Recht mit einem fauren Hering schließt, genau so konnten verschiedene suchenden Brauarbeitern statt etwaiger Gegengründe die Hungerder bekannten Ausschrift: Hier wird kein Ringbier ausgeschänkt! schaft noch zu lernen, ehe sie dasjenige Maß von Einsicht erlangt, Personen ein allerdings im grellen Roth gehaltenes Plakat, mit peitsche entgegen gehalten. Wie viel hat unsere Unternehmer10 Uhr in seiner Kneipe, nachdenkend darüber, wo und von wem Industriellen haben ben traurigen Muth, sich auf ihre gemeinbesehen. Und da saß er nun, der arme Wirth, einsam um das im Auslande als selbstverständlich gilt. Die Berliner Brauer am 1. des Monats Miethe und Steuern pumpen schädliche Haltung noch große Stücke einzubilden! fann. Doch nicht lange ist er allein mit seinen Gedanken. Herein tritt ein Herr; ein Blick zur Wand, dann auf den Tisch, Herr Nösicke als Suppenschüssel. In feinsinniger und wo friedlich neben einander das Blatt der Gratis- Extrablätter", sehr diskreter Weise, ohne auch nur den kleinsten Ringbruder der Polizeimoniteur von Berlin" und auch der Vorwärts" Siebden zu verlegen, giebt der Berliner Bierkönig den unter lagen. Was! Dieses Saublatt halten Sie auch?"" Rief's und feinem Oberkommando stehenden Bierfürstlichkeiten zweiter und verschwand! Sprachlos stand der Arme da. Welches Blatt britter Garnitur in seinem Leibblatt durch die Blume zu vermag wohl der Agewaltige gemeint haben??? Endlich stehen, daß sie dem Winke seines Feldherrnstabes nicht wann es raffte er sich auf, schloß seine Thür, zog sich seine Schlafmüße ihnen beliebt, sondern sofort auf die Sekunde zu folgen über den Kopf und ging zu Bett. Ob er wohl träumte von haben. Er erzählt von einem musikalischen Service, einem vollen Lokal mit jungen Greisen, hübschen Damen, Austern das einer englischen Dame als Hochzeitsgeschent überreicht wurde, und Sett? Wer weiß es?- Altes Märchen meinen Sie, lieber und zwar schreibt er wörtlich: Jeder Teller spielt, sobald er gestellt Freund? D, nein so geschehen im Jahre 1894 in einem auf den Tisch Melodie. wird, eine fröhliche Vorort von Berlin! Suppenteller spielen den Marsch, die flachen Teller spielen drei verschiedene Stücke, nämlich je zwölf Teller dasselbe Stück. Die Dessertteller 2c. bringen immer luftige Melodien, der gesteigerten Stimmung" beim Effen entsprechend. Der einzige Uebelstand ist, daß, wenn die Teller nicht auf einen Rud alle gleichzeitig hingestellt werden, fie im Tatte immer auseinander sind, was den Effekt zwar erhöht, Menschen aber rasend machen kann." " braucht " " Renommifterei. Die Kommission der Saalbesiger Berlins Deutsche und ausländische Unternehmer im Branund Umgegend hielt Dienstag Nachmittag im„ Feldschlößchen", gewerbe. Vertreter deutscher Brauereien waren vor kurzem in Müllerstr. 142( an der Seestraße) eine Sigung ab, in welcher die Friedrichsroda versammelt, um gegenüber den„ maßlosen" Ansprüchen der gewerkschaftlich oder politisch organisirten Arbeiter, Frage erörtert wurde, welche Stellung die Saalbefizer nunmehr wie die banale Phrase heißt, sich zur Abwehr zu vereinigen. nach dem Scheitern der Einigungsversuche im Bierkriege ein: Man fann getroft annehmen, daß wohl mit feinem Wort ernst zunehmen haben? Der Vorsitzende der Saalkommission, Herr haft die Frage gestreift ist, was denn die Veranlassung, der Also merkt's Euch, Jhr Suppenteller, sobald die SuppenHubertus Jakobi, bemerkte, nach bürgerlichen Blättern, daß auch eigentliche Grund für die angeblich so hoch geschraubten An- schüssel auf den Tisch tommt: tlapp! auf einen Ruck hinin dem neuen Stadium, in welches der Boykott jetzt getreten, an sprüche der Arbeiter ist, wenn man sich nicht mit der billigen gestellt! Sonst eine Aufhebung der Saalsperre nicht zu denken sei. Eine Aufhebung Redensact vom Terrorismus, Machtfigel der Arbeiterklasse 2c. Richard! -ja sonst fürchtet die Nache des rasenden der Sperre fönnte den Sozialdemokraten nur Veranlassung geben, zufrieden geben will. Für deutsche Unternehmer ist eine vor einzeln gegen die Saalbefizer vorzugehen." Festlichkeiten würden die urtheilslose Prüfung von Arbeiterforderungen einfach unschicklich; Die Pflicht der Arbeiterschaft zum Boykott wird von worden, in diesem Winter doch nicht abhalten, weil sie das Geld zu Behauptung beibringen. Effektvoll beleuchtet wird die schofte Der Neubau der Charitee, so meldet sie, der seit Jahrzehnten Arbeiter, wie schon von einzelnen Vertrauensmännern erklärt aus allen Branchen lassen sich alle Tage Beispiele für diese der gut bürgerlichen Bossischen Zeitung" in einem Artikel anerkannt, den sie über die Mißstände in der Charitee bringt. erkannt, den sie über die Mißstände in der Charitee bringt. Unterstützungszwecken gebrauchen und deshalb hätten auch die Haltung unserer heimischen Brauergrößen durch den Bericht Saalbesizer gar keine Veranlassung, ihrerseits ohne Weiteres dieses schweizerischen Handels- und Industrie- verlangt wird, wird jetzt ernstlich vorbereitet. In Fluß gebracht Saalsperre aufheben." Was unserer Ansicht nach für den Fall, daß die Saalbesizer Vereins über das Braugewerbe in der Schweiz wurde die Frage durch die Sperre, die von den Sozialdas für demokraten über die Charitee verhängt wurde. Im Man Jahr 1893. nicht gleichzeitig eine in der Bierfrage afzeptable Lösung dar diese Auslaffung nur unbefangen diese Auslassung der dortigen Unternehmer mit dem Verlaufe der Verhandlungen, die infolge der Sperre bieten, den Arbeitern höchst schnuppe sein kann. Wie die viermonatliche Erfahrung zeigt, weiß die Arbeiterschaft vollkommen paßigen, brutalen Ton der gebildeten Berliner Brauereidirektoren bei den zuständigen Behörden gepflogen wurden, trat augenscheinlich ohne die Saalverweigerer auszukommen. G3 wird daher zu vergleichen, um zu erkennen, wie tief der Arbeiter eigentlich zu Tage, daß die Mißstände in der Charitee im wesentlichen darauf von den legteren eingeschätzt wird. Einen Bergleich in bezug zurückzuführen sind, daß die Räumlichkeiten für die gewöhnliche auch die Hoffnung des Herrn Jakobi,„ daß die Sozialdemokraten, auf die praktische Bedeutung des hier Angeführten darf man Belegzahl der Charitee viel zu gering find. Unter andern gab wenn sie den Frieden wollten, schon an die Saalbesitzer heran- aber um so eher ziehen, als die schweizerische Brauindustrie sich sein Urtheil in diesem Sinne Professor Rubner ab, der im Auftreten würden", auch kaum für anders, als ein Traumidyll im in mindestens gleich ungünstiger Lage befindet, wie die deutsche. trage des Kultusministeriums die baulichen Verhältnisse der schweren Boykottkampf zu halten sein. Was es mit dem praktischen Werth des hierauf gefaßten empfindliche Konkurrenz. Die Dividenden", so heißt es in dem Das bayerische Bier macht, wie leicht erklärlich, den einheimischen Charitee untersuchte. Ohne den Boykott hätte es wahrscheinlich noch einige Jahr Beschlusses, die Saalsperre nicht aufzuheben, auf sich hat, wird Bericht", gehen im Algemeinen nicht über die normale Höhe zehnte gedauert, bis man in maßgebenden Kreiſen den Umbau hinaus und sind zum Theil noch unter derselben geblieben. Der der Charitee näher getreten wäre; der bürgerlichen Gesellschaft Als die Saalverweigerer in diefer Sizung schließlich wieder erbitterte Kampf, den eine maßlose Konkurrenz und die schranken- allein fehlte es sowohl an Initiative als auch an Interesse zur am Ende ihres Lateins angelangt waren, beschlossen sie zum so nimmt feinen un- Durchführung dieser so nothwendigen Maßregel. und so vielten Male, an die wohlgefinnte Bürgerschaft die Bitte loſe Ueberproduktion verursacht haben, zu richten, die Saalbefizer nach Möglichkeit zu unterstützen, ins- indem kein Mittel unversucht bleibt, den Gegner aus dem Felde Herbst die Kartoffelfrage. Die Kartoffeln haben zum großen Große Sorgen macht dem Proletarier Berlins in diesem geschwächten Fortgang und wächst sogar noch eher an Intensität, befondere auch dadurch, daß bei denjenigen Saalbesißern, welche Theil unter der Nässe des Sommers gelitten; sie sind daher fich der Sozialdemokratie zur Berfügung gestellt haben, zu schlagen." Wie urtheilen diese Unternehmer, die sich jedenfalls nicht in vielentheils unbrauchbar und verbreiten beim Kochen oft einen feine Festlichkeiten veranstaltet werden". Ueber diese, mit einer Verleitung zum Boykott verbundenen einer so günstigen Position befinden, wie die Millionäre des so widerlichen Geruch, daß sie schon aus diesem Grunde ungeSitte wollen wir uns nicht weiter aufregen, sintemalen wir Berliner Ringes, nun aber über die Arbeiter. Bir zitiren nach nießbar und ekelerregend find. Wir müßten aber nicht im tapidem Unternehmerblatt Schweizerische Brauer- Zeitung": talistischen Gegenwartsftaat leben, wenn nicht auch die Kartoffelwissen, daß die wohlgefinnte Bürgerschaft, soweit sie nicht aus .... Die soziale Bewegung, welche die Arbeiterkreise er- noth pfiffigen Profitwütherichen prächtige Gelegenheit böte, mit geschäftstlugen Brauereibefizern und von diesen geschäftlich ab griffen, hat auch auf das Braugewerbe ihre Schatten geworfen. dem Hauptnahrungsmittel des arbeitenden Volkes Schwindel hängigen Raufleuten besteht, sich den Teufel um das Wohl und auch der typische, gutmüthige, an strenge Arbeit gewöhnte Brau- und Betrug zu treiben. Von Haufirern wird ein wohlangelegter, Wehe thörichter Saalverweigerer scheeren wird! emanjas bursche ist da und dort von der Bewegung ergriffen worden. planmäßiger Schwindel mit Kartoffeln getrieben; sie bieten eine In einem Vorort von Berlin, dessen Einwohner ebenso Bei den inländischen Brauereien find ebenfalls Arbeitseinstellungen leidlich gute Waare probeweise an zu einem mäßigen Preise und bekannt durch den Reichthum von flüssigem Metall wie durch ihre vorgekommen, cs ift Lohnerhöhung verlangt worden und man empfangen dann größere Bestellungen, die sie natürlich in schlechter Geistesarmuth, trat vor mehreren Wochen der Rath der Weisen", will von der seit Jahrhunderten im Braugewerbe traditionellen Waare ausführen. Es tömmt vor, daß solche Händler das auf gut deutsch„ Gemeindevertretung" zusammen, um über eine Hausverköstigung nichts mehr wissen. Freilich waren es jetzt nur schlechteste Zeug von den Landleuten kaufen, das diese ihrem man nach allem ermessen können. " Bieb nicht zu füttern geben. Dieser Abgang wird dann mit andern| fontrolliren; falls sie aber, was uns zu glauben schwer fällt, 1 von Auf fromme, kirchliche Gemüther dürfte ein Fall, der Kartoffeln gemischt und muß von arwen Berliner Familien theuer wahr sein sollte, so würde sie eine eigenthümliche Ergänzung zu einige au gottgefälligen Dienst abgerichtete Kinder betraf, nicht bezahlt werden. Bei den großen Massen, in denen die Edelsten der von Herrn Direktor Bahn im Feuerwert3-2abora gerade sehr erbaulich wirken. Vier jugendliche Mitglieder der und Besten für die Zwecke der Spiritusgewinnung Kartoffeln torium gegebenen Zusicherung bilden, daß die Befürchtung der Kurrende waren gestern vor das Schöffengericht geladen und bauen, ist gar nicht zu bezweifeln, daß es an guten Speise- Arbeiter, daß bei einer Vermittelung der Direktion in Spar- erfüllten einige Zeit lang das Sigungszimmer mit sehr unmuſtDie Klagetönen. vier Burschen waren bes fartoffeln nicht fehlt; aber es hat sich zum Schaden gerade angelegenheiten ein erfolgreiches Sparen zur Herabsetzung des falischen angetlagt. Bei ihren Sängerfahrten der ärmeren Bevölkerung eine solche Unsolidität im Kleinhandel Arbeitsverdienstes führen würde, grundlos fei, und daß für die Diebstahls mit Kartoffeln entwickelt, daß es zur Zeit ein Wunder ist, wenn Direktion feine Veranlassung vorliege, unter die festgesetzten Haus zu Haus hatte in einem Hause ein Bijouterieine unter die zu man einmal das Nahrungsmittel, auf das der Proletarier leider Stück lohnfäße hinunterzugehen, da sie ein lebhaftes Interesse laden ihre Aufmerksamkeit erregt, deffen Schaufenster eine Einer von ihnen bei den Hungerlöhnen, mit denen er abgespeist wird, hauptsäch daran babe, daß die Arbeiter wirthschaftlich vorwärts tommen große Anzahl von Taschenmessern enthielt. lich angewiesen bleibt, in genießbarer Qualität erhält. und ihr Verdienst so bemessen bleibt, daß dies möglich ist. hatte bald entdeckt, daß diese schneidigen Schäße nicht weit von Bis wann muß der entlassene Reservist sich einen Nr. 221 des„ Borwärts") vom Direktor Bahn gelegentlich der Luftloch malerisch gruppirt waren und nun machten sich eines Diese Erklärung ist bekanntlich erst vor furzer Zeit( siehe einem durch die äußere Wand nach dem Schaufenster führenden neuen Anzug erarbeitet haben? Ein kürzlich aus der Ferien- Anregung zum Wettsparen abgegeben worden. Tages die vier Burschen daran, mittels eines trumm gebogenen tolonie heimgekehrter Reservist hatte bislang trot eifriger Be Eine so feierliche Versicherung bricht man nicht von einem Drahtes die Echäße zu heben, d. h. die Messer durch das Luftmühungen noch keine Arbeit erhalten können; ein Faktum, das einen Sterblichen aus dem ordinären Stande der Zivilisten kaum Tag zum andern, und wir erwarten daher, daß von der loch hindurch zu bugfiren. Der Versuch glückte und die kleinen weiter verwundern dürfte. Auch der weitere fatale Umstand, daß Direktion oder auch aus Arbeiterfreisen heraus ein geharnischter Missethäter konnten eine ganze Anzahl von Messern unter sich Mit Rücksicht auf ihre Jugend und ihre Neue be. der mittellofe Reservist aus diesem Grunde immer noch mit der Protest gegen die Verdächtigung des Tageblatt" kommen wird. vertheilen. Oder ist, was für die Stück Iohn- Arbeiter in tönig- ftrafte fie der Gerichtshof nur mit einem Verweise. Uniform, die ihm gnädig aus der Ferienkolonie mitgegeben war, lichen Musterbetrieben recht, für die Stundenlohu die Blöße seines Körpers bedecken mußte, dürfte den Leuten ohne Arbeiter nicht billig?? Was ist Kaffeefahue? Die 188. Abtheilung des Schöffentobiad sgerichts hatte sich gestern mit der Frage zu beschäftigen, was militärische Bildung kaum besonders auffallen. Anders scheint sich die Welt jedoch in den Köpfen derer zu Ein großes Scheuerfest gab es am Mittwoch Morgen im unter der Bezeichnung Kaffeesahne zu verstehen ist. malen, die, aller zivilistischen Sorgen entrückt, ihres militärischen Norden der Stadt. An zahlreichen Zäunen und Häusern zeigte Der Milchhändler Wegener batte in seinem Geschäft eine Amtes als Voltserzieher" und Stellvertreter Gottes" walten fich in geschmackvoller rother Schrift die sehr beherzigenswerthe Waare verkauft, welche er Kaffeefabne nannte, während des Königs Rod" einher stolziren Mahnung: Arbeiter, trintt tein Boytottbier!" die revidirenden Beamten behaupteten, daß sie nur die Eigen und in dürfen. Denn der arbeits- und mittellose Reservist erhielt Diese rothe Aufforderung paßte der Polizeibehörde aber nicht in fchaften von Vollmilch habe. Wegener hatte sich deshalb I am 12. d. Mite. ein Brieflein von seinem früheren Herrn Feld- den Kram und es mußte daher mit lebhaftem Eifer gefcheuert wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittel- Geses zu ver webel zugefandt, das wir seines in sozialpolitischer Hinsicht höchft werden, um die Flammenworte, die Robolde in der Nacht hin- antworten. Gerichtschemiter Dr. Bischoff begutachtete, daß die bemerkenswerthen Inhalts wegen hier abdrucken wollen. Der gezaubert hatten, wieder zu entfernen. Herr Feldwebel schreibt: und " schlechterer Garniturarin bei" " fragliche Sahne nur einen Fettgehalt von 41/2 pet. gehabt habe, Ein sehr betrübender Unglücksfall, dem wahrscheinlich denselben Fettgehalt erreiche auch gute Vollmilch. Auch das die Kompagnie die baldige Rücksendung der in Ihren sich am legten Sonntag ereignet. Der Lederhändler C. H. Roth liche Waare 14 Grad gehabt habe. Auf grund dieses Gutachtens " Auf Befehl des Herrn Hauptmanns theile Ihnen mit, daß ein Vater und vier Kinder zum Opfer gefallen sind, hat spezifische Gewicht sei das einer Vollmilch gewesen. Sahne dürfe nur ein Gewicht von 11 bis 12 Grad haben, während die fragHänden befindlichen Sachen erwartet und Sie für den guten gardt verließ am Sonntag in Begleitung feiner vier im Alterliche Waare 14 Grad gehabt habe. Auf grund dieſes Gutachtens Zustand der befferen Garnitur, die Sie ausdrücklich nur zu von 11, 9, 7 und 5 Jahren stehenden Kinder feine Wohnung Strafe wurde auf 10 M. bemessen. kam das Gericht zu einer Verurtheilung des Angeklagten. Die Reise mitbekommen haben, verpflichtet macht. Wenn Sie erst unter der Angabe, einen Spaziergang zu machen, ist aber nicht jet der Kompagnie melden, daß es Ihnen nicht möglich ge in seine Behausung zurückgekehrt. Dagegen ist die Leiche des Die Frage, ob ein Schankwirth für etwaigen„ ruhewesen ist, durch Arbeit zur Erwerbung eines Anzuges zu fünfjährigen Knaben bei Finkenwerder an den Strand getrieben störenden Lärm", welcher von einem in seinem Lokal in ge kommen, dann ist dieses sehr spät. Sie mußten gleich, nach worben. G3 wird angenommen, daß der unglückliche Vater mit schlossenem Zimmer tagenden were in erregt wird, verantwortlich dem Ihre Bemühung um Arbeit erfolglos war, der Kompagnie feinen vier Kindern eine Ruder- oder Segelpartie unternommen gemacht werden kann, beschäftigte gestern die 8. Straffammer des dieses mittheilen, damit Ihnen zum Arbeiten, bezw. zu anderem habe, bei der die ganze Familie verunglückt fei. Landgerichts I in der Berufungsinstanz. Als Angeklagter erschien Gebrauch ein Anzug nachgeschickt Gebrauch beir entruſtete Feldwebel, dem Gin Krüppel veranlaßte gestern Abend an der Jannowitz der Schankwirth Köhn. In der Nacht zum 24. Mai hielt in pflichten wird, daß es wirklich ein Skandal ist, wenn ein brücke einen unverschuldeten Auflauf. Um diese Zeit passirten, seinem Lokale der Theater- Verein Proletariat" eine feiner Reservist innerhalb voller 14 Tage nach seiner Entlassung nicht in tiesſtem Gespräch versenkt, zwei feingekleidete Herren die regelmäßigen Sizungen ab. Es soll damals noch um 11/2 Uhr bei offenem Fenster im Vereinssimmer fo einmal imſtande ist, zu melden, daß er die lumpigen 40 oder Brücke von der Holzmarktstraße her, wobei der eine der Herren laut musigirt worden sein, daß man es im gegenüber50 M. zu einem Zivilanzug durch Arbeit erworben habe. über jenen Krüppel stolperte, der, behängt mit verschiedenen liegenden Hause börte.( Schrecklich!) Das Schöffengericht Wahrscheinlich ist der Kerl ein faulenzender Sozialdemokrat Kriegsmedaillen, sich an dem Brückengeländer hingesetzt hatte, um hatte hierin die Erregung ruhesiörenden Lärms erblickt, den und Theiler. durch seinen Leierkasten die Güte seiner Mitmenschen in Anspruch von einer Mart verurtheilt. paßt mit einem Male der Name nicht mehr, den ihre Straße zu bitten, in Verwünschungen aller Art und suchte vergeblich nach Im gestrigen Termine focht der Vertheidiger, Rechtsanwalt Philiftersorgen. Den Hausbesitzern in der Hasenhaide zu nehmen. Jener Herr erging sich nun, anstatt um Entschuldigung Wirth dafür verantwortlich gemacht und ihn zu einer Geldstrafe trägt. Wer die Hasenhaide nicht kenne, der mache sich, nicht einem Schuhmann. Einige Arbeiter, welche dem Treiben mit Dr. Schöp3, das erste Urtheil an. Die Erregung ruhezum Vortheil der dort Wohnenden, ganz irrthümliche Vor- zugesehen, nahmen aber nun durch derbe Redensarten Partei für störenden Lärmé erfordere eine positive Thätigkeit, ein bloßes stellungen() von dieser schönen Gegend, so meinen die guten den hilflosen Menschen, und die beiden feinen Herren, denen wohl Leute, die vor Langeweile nicht wissen, was sie anfangen sollen. angesichts der drohenden Haltung der Menge Böses ahnte, ent- Unterlaffen, welches hier höchftens dem Angeklagten zur Last bereits geschlossen gewesenen Fensters nicht vorgebeugt habe, Es streiten sich nunmehr zwei Parteien darüber, ob man die zogen sich durch eine gerade des Weges kommende Droschte den gelegt werden könne, nämlich daß er einem Wiedereröffnen des Hafenhaide nach dem fürzlich verstorbenen Physifer Helmholz Blicken des Publikums. erfülle den Thatbestand des Gesetzes nicht. Der Gerichtshof oder nach dem Mordbrenner Gustav Adolf benennen solle. Durch einen Fehltritt auf der Treppe tam in der Slacht schloß sich diesen Ausführungen an und fällte ein freisprechendes Unseres Erachtens liegen die Heldenthaten des Schwedenkönigs zum Mittwoch der 27 Jahre alte Magistratssekretär Adolf Neu- Urtheil. ein bischen weit in der Weltgeschichte zurück. Wenn man einmal mann derartig unglücklich in einem Hause der Potsdamerstraße In dem Thomas- Schlackenprozeß in Dortmund ist, nach ein Ereignis voll echt vaterländischen Ruhmes mit der schönsten zu Fall, daß er, bevor noch der Krankenwagen herbeigeschafft einem mit Thränen gewürzten Plaidoyer des Rechtsanwalts Straße im Süden der Stadt verquicken will, so schlagen wir vor, werden konnte, bereits aus dem Leben geschieden war. Er hatte Sello und nach einer kurzen Vertheidigung des Des Angeklagten Sie zum Andenken an die neuere Helden that des 18. Januar 1894 die Wirbelsäule gebrochen. Der Fall ist um so betrübender, als Massenez, dieser nach kurzer Berathung des Gerichtshofes Gummischlauch: Straße zu benennen. Neumann der einzige Sohn seiner in der Blücherstraße 15 freigesprochen worden. Die sehr erheblichen Koften des Ver fahrens find der Staatstaffe auferlegt. Die Begründung Polizei, Kanarienzucht, Volksgefang und Sozial- wohnenden Mutter war, die er ernährte. demokratie. Am Sonnabend wurde, wie wir nachträglich er: Verschwunden ist seit kurzem der 27 Jahre alte Post des Urtheils lautet: Der grundlegende Vertrag von 1882 fahren, unser Parteigenosse A. Schmidt, Schulstraße 104, böchft fchaffner Max Werm, der aus Breslau stammt und hier ver- fei auf keinen Fall für den Hörder Verein schädigend gewesen, angenehm durch den Besuch einiger Herren von der politischen heirathet ist, ohne daß die Putbuserstr. 11 wohnende Ehefrau weil er in eine Beit falle, wo die Schlacken auf der Halde lagen Der Preis müsse Polizei in Anspruch genommen. Die Herren orientirten sich bisher irgendwelchen Anhalt zur Ennittelung des Verbleibs hat und als nugloser Ballast angesehen wurden. angelegentlich über die häuslichen Verhältnisse Schmidt's und finden fönnen. Werm hat blaue Augen, blondes Haar und einen als hoch angesehen werden. Die zehnjährige Dauer des Ver 3ogen, nachdem sie von ihm herzlich Abschied genommen hatten, blonden Schnurrbart, ist 1,70 m. groß, am linten Fußgelent trages fei nicht zu beanstanden, wie die Sachverständigen- Gutmit folgenden Gegenständen, die sie aus dem Besitze unseres etwas steif, hat eine große Nase und trug zuletzt einen dunklen achten ergaben. Alle Abänderungen seien stets zu gunsten des Vereins Genossen zum Andenken ausgesucht hatten, fürbaß auf's Bivilanzug, Schnürschuhe und einen schwarzen Filzhut. vorgenommen worden. Massenez war im Konsortium allein nicht Polizeipräsidium: 1. Verschiedene bedruckte Zettel und Formulare, den Austritt aus der Landeskirche betreffend. 2. Zwei Lieder- Unbekannt geblieben ist bis jetzt das Mädchen, das sich ausschlaggebend, um höhere Preise zu erzielen. Im übrigen seien die Werth der darin zugestandenen Ausübung des neuen Patentes bücher. 3. Einige Bücher, in denen Schmidt sich Notizen über am 11. ds. Mts. in der erst kurz vorher bezogenen Wohnung bei Verträge von 1886 und 1887 nicht nur Schlackenverträge. Der die mit Umsicht und Erfolg von ihm betriebene Kanarienzucht der Wittwe Mogge in der Dessauerstr. 24 durch Anlegen eines Werth der darin zugestandenen Ausübung des neuen Patentes gemacht hatte. In wie weit diese Sachen die Polizei inter. Brandes erstickt und anscheinend auch noch vergiftet hat. Es beträgt nach dem Gutachten der Direktoren Thielen und Span effiren, tonnte Schmidt nicht erfahren. scheint daher, als ob es sich um eine fremd hier zugereiste Hagel 1/2, nach dem des Generaldirektors Holz 2 M., das giebt pro Doppelwagen Schlacken einen Gewinn von 150-200 M., Frauensperson handelt. welcher dem Grundpreise hinzugerechnet werden muß, so daß der Preis im Verhältniß zu anderen Werken ganz erheblich zu gunsten Hördes ausgefallen ist. Das Urtheil mußte daher freisprechend ausfallen. si " Polizeibericht. Am 15. b. M. Abends fiel am Engel- Ufer ein Maun vom Vorderraum eines Pferdebahnwagens, gerieth Am unter die Räder und wurde am Fuß bedeutend verlegt. Friedrich Karl- Ufer fiel ein Mann in die Spree. Er wurde noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht. - Am 16. d. M. fanden vier kleine Brände statt. Witterungsübersicht vom 17. Oftober 1894. Krähwinkeliges. Der Vorstand des Haus- und Grundbesiger Vereins im Osten Berlins hatte unterm 19. v. Mts. beim Polizeipräsidium den Antrag gestellt: Die Polizeistunde für die im Osten belegenen Schantlokale generell bis 12 Uhr Nachts zu verlängern". Darauf ist jetzt folgendes Antwort fchreiben eingegangen: Dem Haus- und Grundbesitzer- Berein wird auf die Eingabe ergebenft folgendes erwidert: Erst unterm 16. März d. J. hat der Minister des Innern die Anträge verschiedener Schantwirthvereine auf Verlängerung der für Berlin auf 11 Uhr Abends festgesetzten Polizeistunde bis 12 Uhr Nachts abgelehnt. Mit Rücksicht darauf fann auch dem Antrage des Vorstandes, die Polizeiftunde für die fim Osten belegenen Stationen. Schantlokale generell bis 12 Uhr Nachts zu verlängern, feine Folge gegeben werden. Die eingehenden Anträge auf Verlängerung der Polizeiftunde werden hier eingehend geprüft und es wird bei anständigem Verkehr und guter Gefchäftsführung eine Verlängerung der Polizeistunde ge währt. Königl. Polizeipräsidium, Abtheilung II. gez. Feder. Wird das Café Red 2c., woselbst die Prostitution sich öffent. lich feilbietet, auch unter die Lokale gerechnet, in denen ein an ftändiger Verkehr herrscht? Barometerstand in mm, d. Meeressp. Windrichtung MNM Windstärke (-1) 3221261331 Swinemünde Hamburg. Berlin 760 NW 3 763 98 762 Wiesbaden. München Wien 763 764 763 747 754 GD 768 N 764 NW 765 NO DE9 Wetter halb bedeckt woltenlos wolfig bedeckt Nebel bedeckt Schnee bedeckt wolkenlos wolfig bedeckt Temperatur 15° G. 4° R.) a) 42471629672 Das Elend im Baugewerbe spiegelt sich, wenn man der Haparanda Mittheilung eines Berichterstatters trauen darf, auch in der Petersburg Lehrlingsstatistik der Junungen wieder. Zunächst sei die Zahl Gort. der in dem Oktoberquartal eingeschriebenen Lehrlinge äußerst Aberdeen gering. Niemand wolle einen Lehrling annehmen, weil er teine Paris Aussicht habe, ihn dauernd beschäftigen zu tönnen. Ferner sei die Zahl der Schüler in der Fachschule für Maurer und Zimmerer Wetter- Proguofe für Donnerstag, den 18. Oftober 1894. so gering, wie seit vielen Jahren nicht, was darin seine Er Kühles, veränderliches, vorherrschend wolkiges Wetter mit tlärung finde, daß die auswärtigen Gesellen schon jett Berlin Niederschlägen und frischen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. zum großen Theil verlassen hätten und Lehrlinge, wie gesagt, in fehr geringer Bahl eingefchrieben feien. So der Berichterstatter. Die Arbeiter werden am ehesten das Elend der weinfrühstückenden Echufterlegeſtalten im Baugewerbe gewahr, wenn sie ihre paar fauer verdienten Pfennige vergeblich vor dem Gewerbegericht eintlagen müssen. " Gerichts- Beifung. Versammlungen. " Ju Nr. 239 des Vorwärts" vom 13. Oftober cr. be findet sich unter dem Versammlungsbericht des Wahlvereins für den dritten Berliner Wahlfreis eine Bemerkung des Genossen Kleiber dahingehend, daß sich Frau Ihrer für einen Vortrag in Cremmen 20 M. habe zahlen lassen. Ich erkläre diese Be merkung für böswillige Verleumdung, da die Genossin Ihrer für jenen Vortrag, fowie für sämmtliche Vorträge in unserem Kreise tein Honorar er halten hat; auch nicht einmal die baaren Auslagen zurüc erstattet verlangte. Im Gegentheil hat die Partei namhafte pefuniäre Unterstützung von der Frau Ihrer erhalten. R. Bräuer, derzeitiger Vertrauensmann des Wahlkreises Potsdam- Ofthavelland. Die freie Vereinigung der Maler und Berufs. genossen( Filiale III) tagte am 9. Oktober. Auf der Tagesordnung stand zunächst ein Vortrag des Genossen Millarg. Die Ausführungen des Referenten wurden in der Versammlung allfeitig zustimmend aufgenommen, und bewegte sich die Dis fussion im Sinne des Referats. Eine Resolution, für die Ver einigung der Maker u. f. w. zu agitiren, dieselbe so auszubauen, daß sie allen Anforderungen entspricht, wurde angenommen; ebenso fand ein Antrag, in nächster Zeit des Sonntags eine Versammlung mit Frauen, und daran anschließend ein gemüthliches Beifammensein zu arrangiren, Annahme. Sodann wurden die Vers hältnisse bei der Firma Holländer einer Kritik unterzogen. Es ftellte sich heraus, daß das indifferente Betragen der älteren Kollegen in der Firma dazu beigetragen hat, daß der Kollege wegen Verbreiten von Listen für die ausgesperrten BrauereiArbeiter entlassen wurde. Wahre Entrüstung riefen die Aus. Bestrebungen der Arbeiter Mittheilung machten.no im führungen einiger Redner hervor, die über das Verhalten der Kollegen Leip, Stroy und Genossen und ihrer Stellung zu den Ein preußischer Gendarm. Vom Landgerichte zu werkerschule hat der Post" zufolge dadurch noch größere jetzige Strafanstalts- Aufseher Louis Mielte wegen KörperDie Untersuchung gegen die Unteroffiziere der Ober- Feuer Beuthen D./6. iit am 5. Juni der frühere Gendarm und Dimensionen angenommen, daß man nicht nur den einen Fall verlegung im Amte zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt worden. des zur Verhaftung führenden Disziplinarvergehens, sondern die Er saß als Gendarm eines Abends mit dem Gemeindevorsteher Freie Vereinigung der Kaufleute. Die statutengemäße gesammten allgemeinen Verhältnisse ins Auge faßt, wie sie im im Gasthofe zu M., als der Kunstgärtner B., der dort logirte, Salbjahrs- Bersammlung der Vereinigung fand am 11. Oktober Laufe der Jahre fich an der Schule entwickelt haben. Es müffen aus Versehen im Negligé in das Zimmer trat. B. wollte fich statt. Die Tagesordnung lautete: 1. Halbjahrs.Bericht. 2. Raffenzu diesem Zwecke auch zahlreiche Offiziere vernommen werden, vom Wirthe ein Geräth erbitten und war nun etwas betreten, bericht. 8. Vorstandswahl. Zu Punkt 1 gab der Vorsitzende die früher zu der Ober- Feuerwerkerschule tommandirt gewesen als er die beiden Respektspersonen unerwartet vor sich hatte Albert Kohn einen gedrängten Ueberblick über die Thätigkeit des find. Es wird also noch einige Zeit vergehen, bis es der Unter- Mielke, dem gerade vorher aufgegeben war, recht sorgfältig Vorstandes. Der jetzt herrschende Bierboykott, bas bieraus fuchung möglich sein wird, volle Klarheit über den Vorgang und den Dieben nachzuspüren vermuthete in dem nothdürftig resultirende öftere Wechseln des Vereinslokals, sowie der Mangel die Zustände zu schaffen, in denen man die Wurzel des Uebels befleideten Manne einen Dieb. Er schlug den Mann ohne an geeigneten Referenten, bilde gegenwärtig für die Bereinigung au sehen meint. ci w dni Gingraslas du weiteres mit der Faust ins Gesicht, so daß derselbe die Treppe mancherlei Schwierigkeiten. Der Mitgliederstand ist, nachdem der Eine Verdächtigung der königlich prenßischen Sozial- hinunterfiel und liegen blieb. Als 8. bald danach wieder Borstand gründlich unter den fäumigen Zahlern aufgeräumt reform? Das Berliner Tageblatt" schreibt: In der tönig- hinauf tam, stieß er ihm die Faust in die Zähne, daß er zu batte, auf 288 angelangt, was gegen das verfloffene Halbjahr lichen Munitionsfabrik zu Spandau hat eine Lohnherabfegung Boden fiel, auch zog er seinen Revolver und drohte, ihn todt eine leine Steigerung bedeutet. Jm verflossenen Halbjahr fanden stattgefunden; der Stundenlohn ist um 5 Pf. getürzt worden, so zufchießen. B. war vier Monate frant. In seiner Revision 6 Bersammlungen statt. Die Instandsetzung der Bibliothet hatte daß die Handwerker jetzt statt 5 M. täglich 4 M. 50 Pf. bei befchwerte fich der Angeklagte darüber, daß ein Zeuge nicht ver der Vorstand sich angelegen sein lassen, so daß die Bibliothek zehnstündiger Arbeit verdienen. Das von dieser Maßregel be- nommen worden sei; außerdem behauptete er, B. habe ihn be- jeht 184 Bände gegen 78 Bände im April besitzt. Alsdann nahm troffene Personal bat befchloffen, wegen der Lohnreduktion beim schimpft und er habe sich deshalb in Nothwehr befunden. die Versammlung den von G. Hecht vorgelegten Kaffenbericht Kriegsministerium vorstellig zu werden." Das Reichsgericht verwarf heute die Revision als un entgegen. Die Totalsumme der Einnahmen beträgt inkl. des Bestandes vom vorigen Quartal 1129,99 m., die Ausgaben beWir können die Richtigkeit diefer Mittheilung heute nicht begründet. Rauchtlub Er= Rauchklub Elvira, Gefelliger Klub der alten zi fferten sich auf 1129,19 M., so daß ein Bestand von 80 Pf. verbleibt.| Tagesordnung lautete: Vortrag des Genoffen Gaßmann über Verein Grüne Eiche( vor dem Salle'schen Thor), Abends Lebhafte Klage führte der Kassirer über die fäumigen Mitglieder. Die wirthschaftliche Lage der Bauarbeiter". In seinem Referatur, bet Gauger. Mittenwalder- Straße Nr. 2. holung, Pawlici, Münchebergerstraße 9. Die Kosten für Einziehung der Beiträge durch die Packetfahrt- schildert Redner die Wirkung der maschinellen Hilfsmittel auf Abends s uhr bei Bringborn, Madaiftr. 12. Sumuristischer Klub Uni Gesellschaft tönnten zu besseren Zwecken verwendet werden. An die Lohn- und Erwerbsverhältnisse der Bauarbeiter. Vor zehn perfum, Beteranenstr. 18, bei Schulg. der Diskussion betheiligten sich: Zürt, Maaß, Heymann, Jahren gehörten die Bauarbeiter zu demjenigen Berufe, der Moabiter, Emdener- u. Wadenferstr.- Ecke bei Schirmer, Abends 9-10. Schreyer, Flatow, Blum 2c. Dem Vorftande wurde gegenüber den gewerblichen Arbeitern eine bevorzugte Stellung alsdann einstimmig Entlastung ertheilt. Einige die Reorgani- einnahm. Das weitere Herabdrücken ihrer Lage fönne nur eine sation der Kasse betreffende Anträge Heymann's wurden bis zur feste Organisation verhindern; mögen deshalb die Arbeiter dieses nächsten Versammlung zurückgestellt. Die sich hieran schließende Berufes den Werth und die Nothwendigkeit einer Berufsvereini Vorstandswahl ergab folgendes Resultat. Es wurden gewählt: gung immer mehr erkennen, und so einen sicheren Halt bilden Albert Rohn, erster, Otto Wolff, zweiter Vorsitzender; A. Schneider, gegen die verderbliche Wirkung des Kapitalismus. erster, Steinbart, zweiter Schriftführer; D. Horzmann, Kassirer; Jul. Ritterband, Bibliothekar; Albrecht Meyer und Aug. Hinze, Revisoren.do Eine gutbesuchte öffentliche Uhrmacher- Versammlung tagte am 15. Oktober in den Arminhallen. Der Referent, Sollege Nather, gab in ausführlichen Darlegungen ein recht trübes Bild von den Lohn- und Arbeitsverhältnissen der Uhr macher. Ein vielen Uhrmachergehilfen noch innewohnender Berufsdünkel täuscht sie oftmals über ihre eigene Lage hinweg, läßt sie den Fortschritt der Beit nicht begreifen, der hält fie blind mit der sich stetig fortentwickelnden Maschinentechnik im Uhrmachergewerbe die fabrikmäßige Großfabrikation die unvolltommene Handarbeit gänzlich verdrängt hat. Redner behauptet, daß der Uhrmachergehilfe durchschnittlich viel schlechter gestellt ist, wie viele andere Arbeiterkategorien. Der Uhrmachergehilfe ist nicht von seinem Arbeitswerkzeuge getrennt, ist im Gegentheil verpflichtet, sich stets die modernsten Werkzeuge zu halten und dieselben zu erhalten, und dennoch ist er gezwungen, sich im Dienste eines seine Arbeitskraft Ausbeutenden zu stellen, wo bei oft übertriebenen Ansprüchen ihm ein Monatslohn von 50, 60, 75, in den allerseltensten Fällen bis 90 M. gezahlt wird. Die meisten Uhrmacher find es nur dem Namen nach, da ihre Thätigkeit größtentheils Reparatur und Repassage ist. Von ca. 800 selbständigen Uhrmachern in Berlin find 600 Uhrenhändler, die übrigen 200 arbeiten ins gesammt mit 300 Gehilfen. Birka 120 Gehilfen davon find in 8 oder 9 Geschäften thätig. Ein Theil der Gehilfen hat nur saisonweise Beschäftigung. Besondere Mißstände führte der Referent von den Geschäften: Heffe, Kl. Hamburgerstraße, Langhut, Louisenufer, Birnbaum, Oranienstraße, Wernicke, Prenzlauerstraße und Radeisen an, und forderte die Anwesenden auf, fich zusammenzuschließen, dem Verbande beizutreten, um die Abstellung der unwürdigen Zustände berbeizuführen. Der Kollege Mathes fügte dem Vortrage feine eigenen Erlebnisse hinzu. Danach gab der Kollege Krause, Delegirter zur Gewerkschafts- Kommission, einen furzen Bericht von der Thätigkeit der Kommission. Hierbei nahm der Redner Gelegenheit, das unsolidarische Verhalten vieler Uhrmachergehilfen, besonders derjenigen in der Gron'schen Werkstatt, streng zu rügen. Hier haben die Uhr machergehilfen die Gründung einer eigenen Kantine mit boykottirtem Bier veranlaßt, weil der bisherige Restaurateur nur boykottfreies Bier verschänkt. Mäther erklärte noch einmal furz Beranlassung und bisherigen Verlauf des Bierkampfes. Auf Antrag näther's wurde der dritte Punft von der Lages, ordnung wegen vorgerückter Beit abgefeßt, und zum Schlusse aufgefordert zu zahlreichem Besuch der am Sonnabend bei Wienecke stattfindenden Verbandsversammlung. Rigdorf. Um 14. Oktober fand hier eine öffentliche Versammlung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter statt. Die Für den Inhalt der Jnierate über. nimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 18. Ottober Opernhaus Festvorstellung. Schauspielhaus. Geschlossen. Leffing- Theater. Madame SansGene. Deutsches Theater. Die Weber. Berliner Theater. Ein Erfolg. Schiller- Theater. Ein Fallissement. Neues Theater. Doppelfelbstmord. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Stattlub Tournée, bei Medanz, Wrangelstr. 84. Gefang-, Turn- und gefellige Vereine. Donnerstag. Gefangverein Suchsdorf'scher yra, Abends 9 Uhr im Restaurant Bergfir. 17. Männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 Uhr Uebungsstunde bei Brüning, Rosenthalerstr. 11-12. Gefangverein Jugendfreuden, Männerchor. Abends von 9-11 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstr. 57. Arbeiter- Bitherverein Einigteit, Abends 9 Uhr lebungsstunde bet Nowack, Manteuffelftr. 9.- Bitherflub Gleichheit, Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Neumann, Lothringerstr. 105. Geselliger Arbeiterverein Hoff= Alle 14 Tage Abends 8 Uhr. nung bei Bittler, Mariannenstraße 48. Bergnügungs- und Touristenklub Frete Brüber, Abends 9 Uhr bei Moll, Adalbertstr. 21. Ruderverein Borwärts, Abends 9 Uhr in den Armin= hallen, Kommandantenstr. 20. Stattlub Sanfter Heinrich b. S. Brandt, Reichenbergerstr. 122. Pfropfenverein Webbing, Abends 8 Uhr bei A. Wolf, Gerichtstr. 43. Rauchtlub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, bei Jakob, Boeckhstr. 21. Rauchflub Kernipige, Abends 9 Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstraße 8. Rauchflub Pfeifendedet, Abends 8 Uhr, bei Jeratsch, Langeftr. 24. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, bet Nohr, Naunyn ftraße 78. Rauchtlub Walbesgrün, Forsterftr. 19 bei Krüger.- Rauchflub Brüderlichkeit, Pücklerstr. 49 bei Schuhmacher. aufe bes, Comeßerò, eintretering und Umgegend. Worflgender Ad. steur Briefkaffen der Redaktion. wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swei Buchstaben oder eine Sat! analgeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. A. B. Leider hätte eine Beschwerde an die Reklamationsfommission wenig Aussicht auf Erfolg. Fr. Meyer 7. Nach§ 57 1, 6 A. 2. R. haften Eltern nur für den von ihren Kindern unter 7 Jahren angerichteten Arbeiter- Bildungsverein von Friedrichsfelde und um gegend. Sigung jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat im Lokal des Herrn 6. Schulz, Prinzen- Allee 6, Abends 8 Uhr. Gäste willkommen. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher Friedrichstr. 44. ( Zweigverein Berlin). General Bersammlung heute Abend 10 Uhr, Neue Arbeiter- Radfahrer Verein Berlin". Heute Bersammlung bet wulfe, Andreasstraße 26. Schule, Müllerstr. 179a; Geschichte( neue). Arbeiter- gildungsschule. Donnerstag, abends 3%-10% Uhr: Nord= Süd Schule, Waldemarftraße 14: Gefchichte( alte). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Bei allen Unterrichtsfächern tönnen Schüler und Schülerinnen auch jetzt im gaufe des Gemeſters, eintreten. Arbeiter- Sängerbund Berlins Neumann, Pasewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Abends 9 bis 11 Uhr: Uebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor t. urban, Annenstr. 9, bet Albert Prop. Gesangverein Freund fchaft I, Gwinemünderfir. 35 Gesellschaftshaus. Kornblume, Gr. Frantrübling sluit, Bülowstr. 69, bei Berner.- Brebelschluß, Annenfurterstr. 133 bei Gold. Vorwärts 11, Schönhauser Allee 28 bet Kelle.fraße 16, Louisenstädtisches Klubhaus( Ehrenberg).- Dorfglödlein, Teutsch- Wilmersdorf, Uhlandt- u. Pariserfir.- Ecke bei Wendt. Baget nicht, Stegliz, Echüßen str. 40. Borar, Manteuffelfir. 9 bei Nowack. Schaden. Für die von Ihrem Zehnjährigen beim Spielen zerHarmonie I, Tempelhof, Dorfftr. 18 bet Gerth. Steinfegerworfene Scheibe haften Sie also nicht. anger chor, Kaftanien Allee Nr. 28 bei Fiebiger. Kreuzberger Sarmonie, Schönleinfir 6 bet raak. Flöter'scher Gesangs N. 38. Der Vertrag bindet Sie auf mindestens ein Viertelkürschner, Weinsir. 11 bet Feindt.- Arbeiter- Gefangverein Oranien verträgen, nicht aber bei Miethsverträgen, gesetzlich vorDerein, Koppenfir. 47 bei Wilhelm Lorenz. Sängerchor Berliner jahr. Für beide Theile gleiche Kündigungsfrist ist bei Arbeitsburger Borstadt, Hochstr. 32a bet R. Wilte. Gesangverein Gleich heit, Echönhauser allee 188 bet Rocita.- Abendroth, Deutsch- Wilmers geschrieben. Oft- und Westpreußischer Männer P. K. 22. Durch Uebermittelung des alten Scheins haben borf, Berlmerstr. 47 bet Land. Gejangverein, Srautstr. 6 bei Rudolf Arbeiter Gesangv. Morgen Sie sich der Beihilfe zur Urkundenfälschung schuldig gemacht. roth IV, Köpenick, bei Wölstein, Adlershof, Bismarckstraße. Gefangverein Desgleichen Delikts würden Sie durch die neue Handlung sich Bölterfrühling, Echüßenstraße Nr. 33 bei Otto. Eintracht II, ist eine Verurtheilung in beiden Gltenecke bei Adlershof, Köpnickerstraße bet Witte. Arton I, Brenzlauer schuldig machen. Mindestens i Allee 26 bei Riedel. 19016 Butun ft III, Belten i. d. Mart, Wilhelmstr.. 19 im Fällen möglich. THIS Hotel W. Grunow. Brüderschaft, Stallschreiberstr. 29 8um eichenen G. S. Den Unterstüßungswohnsiz erwirbt eine Wittwe Stab". Liebes Echo, Reichenbergerstr. 24 bei Tauschte. Treu und Bruberbund, Lübbener- u. Görliger- an dem Ort, an dem sie ohne Unterstüßung 2 Jahre lang sich eft, Rebuferfir. 6 bei Nemiz. ftraßen- Ede. Gerstenähre( Brauer), Blumenftr. 38 bei Wiedemann. Frohsinn II, Friedrichsberg, Warthenbergstr 67 bet Lange. aufgehalten hat. Das Gesuch ist an den Armenkommissions Vorsteher zu richten. Gesangverein Bineta, Kaftanien- Allee 11 bei Auguſtin. Gefangveretn 555. Bon Steckbrief" tann in diesem Fall doch wohl unge Giche, Reinickendorf, Geſellſchaftsstraße 11 bet 2. Hartmann. Alpenröslein, Bergstr. 60 bei Hilgenfeld. Arbeiter- Gesango. Ein feine Rede sein. Wir haben einfach die gänzlich unpolitische tradht III, Eberswalde, Gifenbahnfir. 77 bet Düball.- Gefango. Oberon Zagesneuigkeit mitgetheilt und damit nur einer publizistischen Kommandantenfir. 20, Arminhallen. Alpenrose, Forsterstr. 22 bei - Edelweiß III, Wollinerstr. 62. ilgner. Sängerrunde, Naunyn- Pflicht genügt. Straße 37 bei Jablonski. Morgenroth I, Rummelsburg, TürrschmidtA. G. 17. Bebel's" Frau" befindet sich im 25. Drud und firate 88 bet Echöder. Weiße Rose, Reinickendorf, Residenzstr. 101a ift in etwa 10 bei Malchin. Sprachen übertragen; Näheres erfahren Sie Gesangverein Widerhall, Naunynftr. 86 bet gubeil. Gefango. Morgen durch eine Anfrage bei Dietz, Stuttgart. Gefangverein Liberte, Wrangelstr. 91 bei Kind. grauen, Neue Friedrich fir. 44 bei Röllig. Gesangverein 2 yra II 100. Unferes Wissens lebt R. noch. Charlottenburg, Wallstr. 102 bet Maschesti. Gesangverein Borwärts IX 2. S., Moabit. Ja. Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39, Bismarckshöhe". ieleen, abends eg uhr, tritt aus der Bandestirche sind wiederholt, Ben über amer Bestimmungen Nummer bei Schröder, Wiesenfir. 39. Neue Zeit, Abends& Uhr, Bonenftr. 40, bei vom 20. Juni, an dieser Stelle des Eingehenden auseinanderGieshoit. gefeßt. lub G.. 100. Diese Brauerei ist nicht boykottirt. Balenclever, Abends s½ Uhr, Reſtaurant gange, Baumschulenweg 33 Treptow. Gozialistischer Lese- und Distutirtlub Abends 8% Uhr, Reichenbergerfir. 167, eigung. Wedding. 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Oftober, Nachmittags 3 Uhr: Schüler Vorstellung. Der Mnonit. Abends 8 Uhr: Ein Fallifement. 8520 Sonntag, 21. Oktober, Nachm, 8 Uhr: Die Räuber. Abends 8 Uhr: Der Veilchentreffer. 204 Sanssouci“ Kottbuseraraje 4a. Jeden Sonntag und und Donnerstag: Stettiner Sänger Stan Häckel, ( Meysel, Pitro, Britton, Eberius, Steidl und Blank). Anfang Sonntage 7 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pfg. tauf in der Bigarrenhandlung von Reßler, Rottbuferplay, zu haben. Große Frankfurterstraße 132. A Gastspiel des fliegenden Serpentin- Ballets. Sensationelle Novität. Der Raub der Helena. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Atten von Karl Peters. Regie: May Samit. Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Alcazar Vaudeville- u. Variété- Theater Dresdenerstr. 52/53( City- Passage) Vornehmster Familienaufenthalt. Neu! Sensationell! Neu! Pusebach auf Korea. Sicu! Mr. Cheng und Neu! Neu! Geschwister Sarno. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 Pf. 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Steinmetstr. 53. Novalisstr. 12. in den Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20. Tagesordnung: 1. Raffen und Kontrollbericht. 2. Erfahwahl zum Vorstand. 3. Verschiedenes. 74/18 Die Ortsverwaltung. Gr. Vereinszimmer Neue Hochstr. 49 1000] Damen!!! Cuvryftr. 45. 1 Seiden- Plüschjaquets mit fleinen uns Markusstr. 4. scheinbaren Webefehlern 12-30, AbendDalldorferstr. 8, mäntel auf Seide wattirt u. Pelzbefab falls deren jehige Wohnung bekannt, 8-15. Seiden- Matelassé- Mäntel, Capes uns dieselbe mitzutheilen. Untosten v. 12-30. Regenmäntel, um z. räumen, werden gern erstattet. 5-12. Neueste Winterjaquets 5-25 m. Landsbergerstr. 48 I. 420b Der Vorstand der Orts- Krankenkasse des Maurergewerbes zu Berlin, Holzmarktstr. 48a. A. Daehne. A. Kelpin. Bekanntmachung. Zweiter Nachtrag zum Statut der Orts- Krankenkasse der Messerschmiede, Schwertfeger und Verfertiger chirurgischer Instrumente zu Berlin. Artikel L. Der§ 40 des Statuts erhält folgende Menderung: Schlafft. für zwei Herren bei Frau Grädler, Pallisadenftr. 85, H. 2 Tr. Arbeitsmarkt. General- Agentur. Für einzelne Bezirte von Berlin und für die Bororte wünscht Militärdienstund Aussteuer- Versicherungsgesellschaft gewandte Herren als General- Agenten unter günstigsten Bedingungen engagiren. Geft. Offerten unter J. J. 8081 an Rudolf Mosse, Berlin SW., er 161M auf die Dauer von 1 Jahr einen Vor- beten. Der Vorstand wählt aus seiner Mitte fitzenden, einen Stellvertreter desselben den Bor: Barton Arbeiterinnen, geübte, Auf auf zur fröhlichen Jagd. und einen Schriftführer. Der ftell verlangt M. Wolff, Neue FriedrichAußerdem: Das Feuerpferd Elimar, vertretende origende vertit en ur: Straße 48.415b vorgeführt vom Direktor Fr. Renz. fienden bei Behinderung oder im AufLiber ator, geritten von Herrn R. Renz. trage desselben.teletas Farbigmacher verl. Dranienstr. 119. Das Schulpferd Beautiful, ger. von Frau Artikel II. Renz- Stark. 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M., Nachm. 5 Uhr, im Lokale des Kollegen Zubeil, Lindenstraße 106: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vierteljahresbericht des Kassirers und der Rechtschuhkommission. 2. Erfahwahl des Vorstandes und der Rechtschußkommission. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Da im November die neuen Mitglieder- Verzeichnisse verausgabt werden, so werden die Mitglieder auf§ 4 des Vereinsstatuts aufmerksam gemacht und ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. J. A.: W. Lorenz. 130/6 Achtung! Gr. öffentliche Partei- Versammlung des Wahlkreises Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Freitag, den 19. d. M., Abends 8½ Uhr, in Charlottenburg, im Lokale Bismarckshöhe, Wilmersdorferstrasse 39. Zages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Delegirten zum Frankfurter Parteitag. ersuchen 255/2 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Genossen aus dem Kreise Die Vertrauenslente. Berliner Gewerkschafts- Kommission. Freitag, den 19. Oktober, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16: Oeffentliche Versammlung der Delegirten. Tages Ordnung: 1. Bericht über die Gewerbegerichts Wahlen. 2. Der Bierboykott. 3. Aufnahme einer Gewerkschafts- Statistit. 4. Der Fensterstreit der Töpfer. 5. Gewerkschaftliches. 188/9 Wegen der wichtigen Tagesordnung ist das pünktliche Erscheinen aller Delegirten dringend nothwendig. Der geschäftsführende Ausschuß. Bentral- Krankenkasse der Maurer, Gipser( Weißbinder) u. Stucateure Deutschlands „ Grundstein zur Einigkeit." Oertliche Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 21. Oftober, Vorm. 10 Uhr: Ordentliche Mitglieder- Versammlung bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Tages Ordnung: 1. Abrechnung des Raffirers vom 3. Quartal 1894. 2. Bericht der Revisoren. 3. Innere Kaffen- Angelegenheiten. 4. Etwaige Beschwerden gegen die örtliche Verwaltung. 200/6 Mitgliedsbuch legitimirt. Die örtliche Verwaltung. J. A.: Wilh. Garbe, Breslauerstr. 9. Allgem. Verein der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands.( Filiale Berlin.) Freitag, den 19. Oktober, Abends 6 Uhr, bei Gründel, Brunnenstraße 188: Versammlung. Tagesordnung: I Berichterstattung über den Stand der Fensterfrage. Der Vorstand. Berein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Freitag, 19. Oktober, Abends 6 Uhr, bei Nieft, Weberstr. 17: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 242/13 1. Der Fensterstreit und weitere Maßnahmen zu demselben. 2. Verschiedenes. Da für die Gesundheit jedes Einzelnen diese Frage von größter Wichtigfeit sein muß, ist es Pflicht jedes Töpfers und Berufsgenossen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Friedrichsberg! Große öffentl. Volks- Versammlung Donnerstag, den 18. Oktober, Abends 8 Uhr, in Schneider's Gesellschaftshaus, Proskauerstraße 38. 257/9 Zages Ordnung: 1. Der Bier- Boykott. Referent: Genosse Reheran. 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Rum Die Vertrauensperson. echt u. Façon- Literflasche à 1,10, 1,60, 2,-, bei 5 Flaschen à 10 Pf. billiger. Echt Stonsdorfer Likör à Liter 1,20, 5 Liter 5,50, 10 Liter 10, Jngber- Likör, magenstärkend, Literflasche à 1,10, 1,60, 2, Himbeer- Kirsch- Johannisbeersaft, vorzügl., Literflasche à 1,30. Eugen Neumann& Co., 6a, Belle- Allianceplay 6a. 8, Dranienſtr. 8. 29, Genthinerfir. 29. Niederlage in Potsdam 27, Waisenstr. 27. 81, Neue Friedrichstr. 81. 121m Sumatra, deckt mit 14 Pfund, hell, brennt schneeweiß, per Pfund 3,30 Mart, verkauft Carl Roland, Mariannenstraße 23. Altenberg's Färberei, Wäscherei, Garderob.- Reinig.- Anft., NeueJakobstr.17, Brunnenstr. 162, Andreasstr. 54, Fruchtstr. 36, Potsdamerstr No.57/ 58, Alte Schönhauserstr. 2, empf. f. 3. Färb. u. Reinig. v. Garderob. jed. Art, Spizen, Gard., Möbelft. gef. 1 Mt. p. Pfd., Bettdeck. gef. 1,25 Mt. p. Stüd. Herren- Anzug gereinigt, gebügelt von 2,50 Mk. an. Reparaturen billigst. 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Parteitag zu Frankfurt a. M. 1894. werbett, bis ber bem fraffeſten Egoismus und der Beschränktheit beffere dafür zur Anwendung gebracht wurden. Sicher werden Allgemeine 8. ; Die auf dem vorjährigen Parteitage in Köln gewählte Parteileitung trat unmittelbar nach Schluß der Verhandlungen zu ihrer konstituirenden Sizung zusammen. Die in der letzteren gefaßten Beschlüsse, nach welchen im abgelaufenen Berichtsjahre Briefe und Geldsendungen an die bereits aus dem Vorjahre befannten Adressen, Beschwerden der Parteigenossen über den Parteivorstand oder dessen Geschäftsführung an den Genossen Meister in Hannover zu richten waren, wurden den Parteigenossen durch Bekanntmachung des Partei- Vorstandes in Nr. 261 des Vorwärts" vom 5. November 1893 zur Kenntniß gebracht. Die Revisionen der Parteikasse wie die der Bücher des Vorwärts" und der Vorwärts Buchhandlung wurden im verflossenen Geschäftsjahr durch die Kontrolleure nach den jedesmaligen Quartalsabschlüssen vorgenommen. Eine Aenderung in der Zusammensetzung des Partei Vorstandes trat turz nach dem Kölner Parteitag insofern ein, als einer der Schriftführer, Genosse Fischer, aus dem Partei- Vorstand ausschied, um die Leitung der Vorwärts- Buchhandlung zu über nehmen. Die letztere Stelle war durch die Entlassung des früheren Leiters der Buchhandlung plötzlich vakant geworden und wählte der Vorstand unter den gemeldeten Bewerbern den Genossen Fischer als den Geeignetsten für den obigen Posten aus. Die Kontrolleure mußten daher nach§ 16 unseres Organisationsstatuts zu einer außerordentlichen Sigung zusammentreten, um die Neuwahl eines Schriftführers vorzunehmen. Die Sizung fand am 20. November v. J. statt und fiel die Wahl auf den Genossen Pfannku ch, bis dahin in Hamburg, der am 1. Januar 1894 nach Berlin übersiedelte und in den Partei Vorstand als Schriftführer eintrat. " * * die Form der Maifeier in den nächsten Jahren beschaffen sein| gegangen, indem Methoden der Landagitation, die bei allen mit möge, ficher ist heute schon, daß die Arbeiter in ihrem Kampfe den ländlichen Verhältnissen Vertrauten im vornherein schwere für eine internationale Arbeiterschutz- Gesetzgebung nicht erlahmen Bedenken erregten, als nicht zweckentsprechend aufgegeben und entspringende Widerstand der Bourgeoisie gebrochen ist. die Debatten über Agrarfrage und Sozialdemokratie auf dem Neben der Maifeier bot auch der vom 25.- 31. März d. J. Parteitage in Frankfurt weitere Klärung schaffen und damit auf in Wien abgehaltene Parteitag unjerer österreichischen Bruder die Landagitation befruchtend einwirken. partei uns wieder Gelegenheit, die internationale Solidarität des Von den Nach wahlen zum Reichstage, die im lassenbewußten Proletariats zum Ausdruck zu bringen. Da die vergangenen Jahre stattgefunden haben, tamen für unsere diesmaligen Verhandlungen unserer österreichischen Genossen, Partei nur die im 23. sächsischen und im 6. schleswig- Holsteiniwegen des von ihnen zur Erzwingung des allgemeinen gleichen schen Wahlkreis ernstlich in Betracht. In beiden Kreisen und direkten Wahlrechtes geführten Kampfes, besonders be- waren bei der vorjährigen Wahl so starke Unregelmäßigdeutungsvoll waren, entfendete der Vorstand als Vertreter der feiten vorgekommen, daß der Reichstag noch kurz vor Partei die Genossen Bebel, Singer und Gerisch. Schluß der diesjährigen Session Gelegenheit nahm, die Mandate der beiden Abgeordneten, die obige Kreise vertraten, zu Der Größe der Partei entsprechend, war auch im verflossenen tafsiren. War durch diese Ungiltigkeitserklärung der beiden Jahre das Verlangen nach möglichst intensiver Agitation, der Wahlen auch das Urtheil über die Praktiken, die bei der vormündlichen sowohl wie der schriftlichen. Von Seiten des jährigen Wahl in beiden Kreisen von den Behörden zur AnwenParteivorstandes wurden größere Agitationstouren veranstaltet bung gebracht wurden, gesprochen, so fanden die Neuwahlen doch im Rheinland, Baden, Thüringen und Harz, Schlesien, die Lausitz, insofern unter ungünstigen Bedingungen für unsere Partei statt, Provinz Sachsen, Ost- und Westpreußen und Schleswig- Holstein. als feit der letzten Wahl noch fein Jahr verflossen war und Neben diesen größeren Touren hat der Partei- Vorstand noch Redner daher in beiden Kreisen die alten Wählerlisten wieder zur zu zahlreichen kürzeren Touren und Einzelversammlungen ent- Anwendung gelangten. Gleichwohl haben wir sowohl im sendet, wie er auch bestrebt gewesen ist, die Agitation in den für 23. fächsischen, wie auch 6. schleswig- Holsteinischen Kreise den unsere Bewegung noch zu erschließenden Gegenden zu betreiben. Sieg an unsere Fahnen geheftet. In beiden Kreisen haben Nicht minder zahlreich waren auch die Versammlungen, welche unsere Gegner die verzweifeltsten Anstrengungen gemacht, durch die Agitationskomitees und Landesausschüsse arrangirt ihre Position zu behaupten, wodurch beide Wahlkämpfe wurden. Rechnet man dazu noch die agitatorische Thätigkeit der zu ausgesprochenen Kraftproben wurden. Unsere schließ Abgeordneten in ihren Wahlkreisen, sowie die durch die Vertrauens lichen Erfolge find daher auch um so bedeutungsvoller. Durch personen veranstalteten Versammlungen, dann kann man sagen, daß dieselben haben wir einen Wahlkreis, der uns im vorigen Jahre auch im verflossenen Jahre nach Möglichkeit Alles geschehen ist, um durch den Ansturm der gesammten foalirten Gegnerschaft verunsere Jdeen durch das lebendige Wort in die breiten Schichten des loren gegangen war, zurückerobert, einen neuen, seit Jahren Volkes zu tragen. Wenn trotzdem auch im vergangenen Jahre heißumstrittenen Wahlkreis hinzugewonnen und damit die Zahl hier und da Klagen über„ Vernachlässigung" einzelner Bezirke laut unserer Vertreter im Reichstage auf 46 gebracht. wurden, weil der Vorstand nicht immer in der Lage war, Redner An Landtagswahlen hat sich die Partei mit Erfolg beentsenden zu können, deren bloßer Namen schon eine große An- theiligt in Hessen und neuerdings in Sachsen- Weimar. In Hessen Nach den gewaltigen Anstrengungen, welche die Partei im ziehung auf den politisch indifferenten Theil der Bevölkerung waren die in sozialdemokratischem Besize befindlichen Mandate vorjährigen Wahlkampf gemacht hatte, entstand in den Kreisen ausübt, so ist bereits in früheren Berichten wiederholt darge- für Offenbach- Land und Gießen- Land für ungiltig erklärt worden. der Genossen überall das Verlangen, die durch die Wahlagitation legt worden, wie unmöglich es ist, all den Wünschen, die mit Bei der Nachwahl wurde Offenbach- Land behauptet, während gewonnenen Verbindungen und Beziehungen auch für die zwischen bezug auf die Person der Referenten geäußert werden, nachzu- Gießen- Band verloren ging. Ju Sachsen- Weimar wurde von den Wahlen liegende Zeit nach Möglichkeit aufrecht zu erhalten kommen. unseren Genossen der Landtagswahlkreis Apolda behauptet. Ein und zu erweitern. Wie stark und allseitig das Bestreben, die Leider konnte die mündliche Propaganda in vielen Gegen weiteres Eindringen sozialdemokratischer Vertreter in die KommunalAußenposten dauernd mit den Zentren der Bewegung zu ver- den aus dem Grunde nicht in wünschenswerther Weise betrieben verwaltungen hat auch im verflossenen Jahre stattgefunden. Unbinden, war, erhellt am besten aus den zahlreichen Landes- und werden, weil Säle zu sozialdemokratischen Versammlungen ent- bestrittenen Erfolg haben wir auch in zahlreichen Wahlen zu den GeProvinzial- Parteitagen, die auch im verflossenen Berichtsjahre weder gar nicht oder nur unter sehr erschwerenden Umständen werbegerichten erzielt. Arbeiter und Sozialdemokrat sind in vielen wieder stattgefunden haben. zu erlangen waren. Unsere Gegner, die nicht genug über Industriezweigen bereits sich so völlig deckende Begriffe geworden, Größere Parteitage wurden abgehalten für das Großherzog- den Terrorismus" der Arbeiter jammern können, wenn daß den von unserer Seite aufgestellten Listen anderweitige Kanthum Hessen, für Schleswig- Holstein mit Lauenburg nebst diese durch Anwendung des Boykotts sich gegen das systematische didaten überhaupt nicht entgegentraten. Daß wir aber auch auf Fürstenthum Lübeck und Hamburg, die beiden Mecklenburg und Abtreiben der Säle zu schüßen suchen, üben ihr wirth- diesem Gebiete noch viele Arbeit zu leisten haben und nicht auf Lübeck, Schlesien und Posen, das Rheinland, das östliche West- schaftliches Uebergewicht überall in der brutalften Weise aus, den errungenen Erfolgen ausruhen dürfen, hat der Ausfall der falen und die Lippe'schen Fürstenthümer, Bremen und die um den Arbeitern die Benutzung des ohnehin schon kümmerlichen Gewerbegerichts- Wahlen in Dortmund bewiesen. benachbarten Wahlkreise, das Königreich Sachfen, Baden, Versammlungsrechtes unmöglich zu machen. Da ferner auch die Als eine weitere, für das Vordringen der Sozialdemokratie Sachsen- Weimar, Unterfranken, Elsaß- Lothringen, Meiningen Behörden vielfach einen starken Druck auf die Wirthe aus in den Kreisen der Kleingewerbtreibenden und Handwerker charakund Roburg, die Pfalz, den Agitationsbezirk Liegnitz, üben, die letzteren in Städten mit Garnisonen überdies noch teristische Erscheinung verdienen auch die verschiedenen Wahlen Schwaben und Neuburg, Thüringen, Schwarzburg Rudol- mit dem Militärboykott zu rechnen haben, ist es in vielen sozialdemokratischer Arbeitgeber als Gewerbegerichts- Beisitzer stadt, Rheinland und Westfalen, das Herzogthum Gotha, Orten unseren Genossen überhaupt nicht möglich, irgendwelche hervorgehoben zu werden. Brandenburg, Württemberg, Anhalt, Braunschweig, Pommern, größere Räumlichkeiten zu Versammlungen zu bekommen. Die Angesichts dieser vorstehend stizzirten Thätigkeit unserer Bayern. unter solchen Zuständen leidenden Genossen sind nun vielfach Partei und den von ihr erzielten Erfolgen konnte die längere Neben diesen Parteitagen, die sämmtlich stark besucht und auf den Gedanken verfallen, eigene Säle zu bauen, oder Zeit von unseren Gegnern beliebte Darstellung, als ob die sozialvom besten Geiste beseelt waren, haben fast in jedem Wahlkreise, solche fäuflich zu erwerben, und wollten zu diesem Zwecke demokratische Bewegung sich im Stadium des Rücklaufes befinde, in dem die Partei eine nennenswerthe Zahl von Anhängern be- die Hilfe der Parteitasse in Anspruch nehmen. Der Partei nicht länger aufrecht erhalten werden. Bereits im November fißt, größere oder kleinere Kreiskonferenzen stattgefunden, die alle Vorstand hat sich jedoch allen derartigen Gesuchen gegenüber strikte vorigen Jahres war unser Zentralorgan, der„ Vorwärts", in sammt rühmliches Zeugniß dafür ablegen, daß die Parteigen offen ablehnend verhalten. Als politische Kampfpartei können wir der Lage, ein streng vertrauliches Rundschreiben des preußischen selbst nach einer Kampfperiode, die fast jedem Einzelnen beson- uns nur in Ausnahmefällen mit wirthschaftlichen Gründungen Ministeriums des Innern abzudrucken, in dem Graf zu Eulendere Opfer auferlegte, sich die Ausbreitung unserer Ideen, die vorgedachter und ähnlicher Art befassen und in denselben ganze burg sich über Gang und Stand unserer Parteibewegung folgenBefestigung und den Ausbau der Organisation nach Kräften an- Vermögen festlegen. Abgesehen davon waren die geforderten dermaßen ausließ; gelegen sein lassen. Summen so bedeutende, daß sie, zusammengerechnet, den allge- Es hat sich gezeigt, daß die Sozialdemokratie an Orten, Dieser regen Thätigkeit der Gesammtpartei entsprach auch meinen Einnahmen des Berichtsjahres gleichkommen, wenn nicht wo sie bisher überhaupt nicht oder nur wenig aufgetreten war, der Verkehr, den die Parteigenossen mit dem Partei- Vorstand ge- gar sie übertreffen. Ist es an einzelnen Orten unter den ge- insbesondere auf dem flachen Lande, Eingang gefunden oder an pflogen haben. Zwar erreichen die Zahlen der ein- und ausgebenen Verhältnissen nicht möglich, Versammlungen abzuhalten, Umfang zugenommen hat. Für die hier und da hervortretende gegangenen Briefe nicht diejenigen des Vorjahres, in dem in- Sann müssen eben die übrigen Formen der Agitation desto Stimmung, daß die Sozialdemokratie ihren Höhepunkt erreicht folge der Reichstagswahlen ein besonders besonders lebhafter Ver- energischer zur Anwendung gebracht werden. habe, fehlt es an thatsächlichen Anhaltspunkten. Vielmehr läßt fehr der Parteigenossen mit dem Partei- Vorstande stattfand, Als Ersatz für das gesprochene Wort und zur Vertiefung sich mit Sicherheit voraussehen und wird durch Wahrnehmungen weisen jedoch gegen das Jahr 1892 eine wesentliche Steigerung der durch die müntliche Agitation empfangenen Anregung dienen der jüngsten Zeit bestätigt, daß die Organisation und Agitation auf. Es gingen ein im Berichtsjahr 1892 3842 Briefe und unsere Parteischriften, von denen die älteren, wie Bracke's" Nieder in verstärktem Maße fortgesetzt und bis zu den entlegendsten Karten, im Berichtsjahr 1893 6232 Briefe und Karten und mit den Sozialdemokraten" auch im verflossenen Jahre wieder Gegenden, sowie auf immer weitere Schichten der Bevölkerung im Berichtsjahr 1894, d. h. in der Zeit vom 1. Oktober 1893 in Massen- Auflagen hergestellt und den Genossen entweder zum ausgedehnt wird." bis 30. September 1894 4248 Briefe und Karten. In Selbstkostenpreis oder auf Antrag auch völlig unentgeltlich über- In den weiteren Ausführungen des Rundschreibens macht denselben Zeiträumen gingen aus 3494, 4730 und 4100 Briefe lassen wurden. Von neuen, für den Massenbetrieb berechneten der Minister es den Behörden zur„ unabweislich ernsten Pflicht und Karten. Nicht mit eingerechnet in diesen Zahlen sind die Schriften wurden im Dezember v. J. die Reden Bebel's und nicht nur die sozialdemokratische Bewegung aufmerksam zu verdurch den Vorstand zur Versendung gebrachten Drucksachen, Liebknecht's zum Reichshaushalt- Etat unter dem Titel: Gegen folgen, sondern auch unausgesetzt ihrem Umsichgreifen mit allen Zirkuläre u. f. w. Regelmäßige Sigungen zur Erledigung der den Militarismus und gegen die neuen Steuern" und im März zulässigen Mitteln zu steuern." laufenden Geschäfte hielt der Vorstand wöchentlich zwei ab, außer unter dem Titel: ,, Christenthum und Sklavenfrage" die be dem noch zahlreiche Extrasigungen, Konferenzen u. s. w. Wie aber züglichen Verhandlungen des Reichstages über die Kolonialder Kaffenbericht des Partei- Vorstandes die Summen nicht erschöpft, politik angefertigt. welche im Laufe eines Jahres für Parteizwecke ausgegeben werden, weil er nur die Ausgaben der Zentralfasse, nicht aber die sich wesentlich höher beziffernden lokalen Ausgaben aufführt, so umfaßt auch der Bericht des Partei Vorstandes nicht die gesammte geschäftliche Thätigkeit, welche die Partei bei ihrem heutigen Umfange bereits erfordert. Sind doch, wie aus dem Bericht des Landes- Vorstandes der württembergischen Sozialdemokratie zu er sehen ist, allein bei diesem im verflossenen Geschäftsjahr 1500 Briefe eingegangen und gegen 1800 Briefe zur Versendung gelangt. Wenn nun auch mit Bestimmtheit anzunehmen ist, daß der Geschäftsverkehr der übrigen Komitees u. 1. w. mit den Genossen ihrer Bezirke ein wesentlich geringerer als der des württembergischen Landes- Vorstandes ist, so beweisen doch die obigen Zahlen zur Genüge, welche Ausdehnung der Parteithätigkeit in den einzelnen Landestheilen erlangt hat, und daß es lediglich praktische Bedürfnisse waren, die eine gewisse Dezentralisation der Partei herbeigeführt haben. * " 1 " Daß wir es bei diesem Vorgehen des preußischen Ministers des Innern nicht mit einer Einzelerscheinung, sondern mit einem Stück des politischen Generalmarsches" der Behörden gegen die An dem durch die Erfahrung bewährten System, einzelnen Sozialdemokratie zu thun haben, dafür sprechen weiter das vor Orten oder Provinzen zur Betreibung nachhaltiger Agitation furzem bekannt gewordene geheime Rundschreiben der württem feste Zuschüsse zu gewähren, wurde auch im verflossenen Jahre bergischen Regierung und ähnliche dieselbe Tendenz verfestgehalten. Anderen Kreisen oder Provinzen wurden auf An- folgende Erlasse der bayerischen und sächsischen Ministerien. trag, je nach den Umständen, größere oder kleinere Summen als Sachsen, Don jeher das Musterland der Ordnungs einmalige Beihilfe zur Agitation bewilligt. Ferner hat der parteien", d. h. Der Hatz gegen die klassenbewußten Partei- Vorstand wie früher, so auch im verflossenen Jahre Arbeiter, organisirte neuerdings wieder ein förmliches einzelne Genossen unterstützt, die durch ihr Eintreten für unsere Kesseltreiben. Hatte der preußische Minister in seinem RundJdeen existenzlos geworden waren, und deren Verbleiben auf schreiben zur Bekämpfung der Sozialdemokratie nur dte Anwenbesonders wichtigen Posten im Interesse der Agitation geboten dung sogenannter zulässiger Mittel" empfohlen, so erklärte der erschien. sächsische Minister des Innern offen, daß es nur den Intentionen der Regierung entspricht, wenn die Behörden bei ihren Maßnahmen der Sozialdemokratie gegenüber das Recht nach politischen Gesichtspunkten handhaben. Ueber die zu diesem Zweck verwendeten Gelder giebt der Kassenbericht näheren Aufschluß. Rege Sorgfalt wurde von den Genossen im vergangenen Jahre auch wieder der Land agitation zugewendet. Wenn In Sachsen ist also die Gleichheit der Staatsbürger vor dem es sich bei Betreibung der letzteren auch um die Bearbeitung Gesetz, soweit es sich um die Anwendung desselben durch die eines schwierigen Gebietes handelt, so ist die in früheren Jahren Verwaltungsbehörden handelt, aufgehoben, die Sozialdemokratie Daß troß dieser Dezentralisation im Junern die Partei nach aufgewendete Mühe doch nicht erfolglos gewesen, sondern hat steht thatsächlich unter einem Ausnahmezustand, wie er einer Außen in voller Einheit und Geschlossenheit dasteht, haben die theilweise schon gute Früchte getragen. Auf verschiedenen der Despotie, aber nicht einem Kulturstaat, der ein Rechtsstaat sein seit dem Hallenser Parteitag verflossenen Jahre zur Genüge be- Konferenzen und Kreistagen wurde mit Genugthuung fonstatirt, soll, entspricht. wiesen. Die von der gegnerischen Presse unzählige Male und daß Bezirke, in denen Boden zu fassen früher kaum möglich Fast in jeder Nummer berichten unsere sächsischen Parteiauch jetzt wieder für den Parteitag in Frankfurt angekündigte war, nunmehr durch Delegirte vertreten waren, ein sicht Organe von neuen Maßregelungen der Behörden gegen unsere Spaltung unserer Partei wird immer nur ein frommer Wunsch barer Beweis dafür, daß auch dort, aller Hindernisse Partei. Eine Maßregelung ist schlimmer als die andere, aber unserer Feinde bleiben. ungeachtet, die Bewegung Wurzel geschlagen hatte. Dieses eine auch ungeheuerlicher als die andere. Mit einem Scharfsinn, allmälige und stete Vordringen der sozialistischen Ideen der einer besseren Sache würdig wäre, müssen die fadenscheinigsten Die Maifeier ist auch im verflossenen Jahre, nachdem auf dem flachen Lande wird auch von unseren Gegnern, und abfurdesten Begründungen herhalten, um die gewagtesten durch die auf dem Parteitag in Köln angenommene Resolution allerdings unter Aeußerungen starken Mißbehagens, 31 Maßregeln zu rechtfertigen. die Einheitlichkeit der Feier verbürgt war, wieder in würdigster gegeben. Wie das berufendste Organ der Junker, die„ Kreuz- Diese tleinliche und erbärmliche Kampfweise, weit entfernt Weise verlaufen. Konnten auch bei der Ungunft der Verhältnisse Beitung", vor kurzem ausführte, bleiben nach den sozialistischen die Partei zu schädigen, führt ihr nur neue Anhänger und nur wenige Arbeiterkategorien die Feier in der entsprechendsten Hochfluthen, genannt Wahlagitationen, überall auf dem Lande Kämpfer zu. Dafür spricht nicht nur die bisherige Entwicklung Form, durch Arbeitsruhe, begehen, so ist doch die der Maifeier fleine Tümpel zurück, aus denen heraus sich der sozialistische der Dinge in Sachsen, dafür spricht insbesondere der kalt lächelnde zu Grunde liegende Jdee des Achtstundentags und der inter- Bazillus entwickelt, um dann seine weitere Umgebung zu infiziren. Muth, mit dem unsere sächsischen Parteigenossen die gegen sie nationalen Solidarität des arbeitenden Volkes in hundert und Wenn die Bewegung auf dem Lande sich zunächst in diesem geführten Schläge pariren und zu immer neuen Angriffen gegen aber hundert Versammlungen in allen Theilen Deutschlands mit Rahmen vollzieht und die Landproletarier nicht in geschlossener das System, das ihre Verachtung herausfordert, ausholen. elementarer Macht zum Ausdruck gebracht worden. Mag das Masse zu den Armeen der aufgeklärten Industrie- Arbeiter stoßen, Das Beispiel Sachsens findet auch in anderen deutschen Unternehmerthum sich zur Zeit auch noch so gegen den Acht so liegt dies an der Eigenart der ländlichen Verhältnisse, die eine Staaten vielfach Nachahmung. stundentag sträuben, die Erkenntniß von der Nothwendigkeit Entwickelung und Ausdehnung der Bewegung in dem Tempo, wie So find wir durch die rigorose Auslegung, welche die desselben bricht sich mit jedem Tage in immer weiteren Kreisen wir es bei der industriellen Arbeiterschaft gewöhnt sind, überhaupt bayerischen Behörden dem dortigen Vereinsgesetz geben, gezwungen Bahn. nicht zuläßt. Andererseits aber auch an dem Umstande, daß wir worden, unseren Parteitag, nicht, wie ursprünglich geplant war, Außer den Arbeitern sind es in erster Linie einsichtige uns bei der Landagitation auf einem Gebiete bewegen, das der in Nürnberg, sondern in Frankfurt a. M. abzuhalten. Männer der Wissenschaft, die, wie noch jüngst auf dem Kongreß Mehrzahl der Genossen mehr oder weniger fremd ist. Auch in Wenn dieses ganze Vorgehen der Behörden sich unter dem für Hygiene und Demographie in Wien, immer lauter ihre dieser Beziehung sind, wie die Debatten auf den Provinzial- Partei- lauten Beifall der deutschen Bourgeoisie vollzieht, so offenbart Stimme für den Achtfundentag erheben. Wie daher auch immer tagen bewiesen haben, die letzten Jahre nicht ungenügt vorüber sie damit nur ihres Wesens Wesenheit. Diese Klasse, aller * Unter den Ausgaben befinden sich ca. 1800 M., welche als Ideale und aller politischen Grundsätze bar, die sie einst selbst| die" Rheinische Zeitung", die einmaligen Ausgaben für die Einvertheidigte, wird nur noch von der unbezähmten Gier nach Profit führung des Sozialdemokrat", sowie die durch die Unterdrückung einmalige Ausgaben angesehen werden müssen. Dieselben bebeherrscht. Das Geld ist ihr Gott und die Ausbeutung ihre der„ Elsaß- Lothringischen Volts- Beitung" nothwendig gewordenen treffen Druck und Versand der Agitationsnummer, welche in einer Religion. Und da das klaffenbewußte Proletariat diesem Treiben bedeutenden Ausgaben in Abzug bringen, als relativ niedrige Auflage von 50 000 Eremplaren erschien, sowie Einrichtung der entgegentritt und nach der Verwirklichung menschenmürdiger Zu- bezeichnet werden. Redaktion und Expedition u. s. w. Der Abonnentenstand ist zur stände strebt, so begrüßt sie jede Maßregel mit frenetischem Diese geringere Inanspruchnahme der Parteikasse ist dem Beit 5700, davon entfallen auf das Ausland rund 600. Der Jubel, die ihr eine Sicherung ihrer Herrschaft und Ausbeutungs- Umftande zu verdanken, daß es verschiedenen unserer Preßunter- für die Monate Juli- September erforderliche Zuschuß bezifferte freiheit zu gewähren scheint. nehmungen in den lezten Jahren gelungen ist, sich allmälig ge- fich auf 3604 M. 71 Pf., dem Außenstände in Höhe von 3140 M. Aber der Tag kommt, wo sie trotz alledem besiegt am Boden liegt. schäftlich zu konsolidiren. So erfreulich diese Thatsache auch ist, gegenüberstanden. so wollen wir doch die oft ertheilte Mahnung, mit PreßDie Parteipreffe hat im Laufe des letzten Jahres, was die gründungen vorsichtig zu sein, auch an dieser Stelle wiederholen. Zahl der erscheinenden Blätter anbelangt, eine wesentliche Was den Inhalt unserer Parteipresse anbelangt, so ist ein Alenderung nicht erfahren; dagegen ist die erfreuliche Thatsache reges Streben nach Vervollkommnung unverkennbar. Wenn hier zu konstatiren, daß die Zahl der Tagesblätter gegen das Vorjahr und da noch Verschiedenes verbesserungsfähig ist, so ist schon des um 5, von 32 auf 37, gestiegen ist. Den Stand der Partei- und öfteren dargelegt worden, unter welch pretären Umständen die Gewerkschaftspresse in den letzten 4 Jahren zeigt folgende Auf- Redaktion der meisten Parteiblätter geführt und wie viel agitastellung. torische Thätigkeit von der in vielen Fällen ungenügend beseßten Es erschienen: Redaktion geleistet werden muß. Ein weiteres Eingehen auf diese Materie erscheint überflüssig. a) Politische Blätter: 1891 701 22621 | 1894 wöchentlich 6 Mal 27 1892 1893 32 82 37 " " B 2 1 23 20 25 20 " 9 " 11 8 " alle 14 Tage 1 " 74 1892 1893 1894 1 1 1 " 2. 1 1 " 24 28 28 27 " 3 3 2 2 n 22 4 20 3 19 5 19 4 b) Gewerkschaftsblätter: wöchentlich 3 Mal monatlich 3 alle 14 Tage monatlich 1 Mal 1891 " Die Buchhandlung des Vorwärts" schließt ihren Jahresumsatz vom 1. Juli 1893 bis zum 30. Juni 1894 ab mit der Summe von 139 389. gegen 144 069 M. im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Durch Neuzugänge hielt sich der Lager bestand auf der Höhe von 30 763 M. gegen 30 500 M., und das Vermögen der Buchhandlung beziffert sich auf 48 247 M. gegen 45 000 m. im letzten Geschäftsjahre. Aus dem Reingewinn im Betrage von 9247 M. gegen 13 193 M. im Vorjahre konnten wieder 6000 M., wie im letzten Jahre, an die Parteikasse abgeführt worden. Ueber die Entwicklung der Buchhandlung seit ihrer Gründung giebt folgende Gegenüberstellung aus den letzten 4 Jahren Auskunft. E3 betrug: Ueber den Stand unseres 3entralorgans Vorwärts", geben wir für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 1893 bis 30. Juni 1894 nachstehend die Abrechnung. Es geht aus der selben hervor, daß der diesmalige Ueberschuß 47504,50 m. gegen 40 655,10 M. im Vorjahre beträgt. Für die Zeit vom 1. Juli bis 30. September ist ein Gewinn von 13 796,80 M. erzielt worden und kommt dieser im nächsten Geschäftsjahr in 1890/91... Anrechnung. " Umsatz 66 113 Mt. 120 175 144 069 Geschäfts vermögen Reins gewinn 9246 Mt. " " Lager bestand 13 231 Mt. 30 000 30 503 30 763 11 918 ant. 31 087 19 083 " " #t " " " 45 000 48 247 " " 13 913 9 247 " " 1891/92 Der Abonnentenstand des Vorwärts" beträgt zur Zeit 1892/93 45 000. 3um 1. April hat der Verlag auf Beschluß der Preß- 1893/94... 136 389. tommission ein Flugblatt herausgegeben, das von den Berliner Der Rückgang im Geschäftsumsat erklärt sich einerseits aus Parteigenossen mit der unsere Partei auszeichnenden Uneigen- dem Umstande, daß nach Abschluß der in Lieferungen ernüßigkeit und Opferbereitschaft in einer Auflage von 500 000 fcheinenden Lassalle- Ausgabe nicht sofort mit einem neuen LieferungsExemplaren in der promptesten Weise unentgeltlich verbreitet werke begonnen werden konnte, wodurch dieses für die nichtwurde. Der Erfolg blieb auch nicht aus. Die schlechten Er periodische Broschürenliteratur nur in beschränktem Maße zuZu diesen Blättern kommt noch die in Stuttgart bei J..werbsverhältnisse W. Dietz erscheinende wissenschaftliche Wochenschrift Neue Zeit", werbsverhältnisse des Winters, die furchtbare Arbeitslosigkeit gängliche Absatzgebiet zum Theil verloren ging, andererseits erklärt die beiden Witblätter„ Der wahre Jakob"( Stuttgart) und„ Süd- batten natürlich auch auf den Abonnentenstand des„ Borwärts" er sich aus der durch den allgemeinen Geschäftsrückgang und die mit dem Frühjahr wurde vermehrte Arbeitslosigkeit geschwächten Kauftraft der Massen. deutscher Postillon"( München), sowie das in einer Auflage von ihre Einwirkung ausgeübtca. 166 000 erscheinende und einer Reihe von Parteiblättern als jetzt nicht nur der frühere Stand wieder erreicht, son- Daneben wirkt auch die Thatsache ein, daß in legter Zeit der Sonntagsbeilage beigegebene Unterhaltungsblatt" Die Neue Welt". dern sogar überschritten, und auch der Berliner Bierboykott. Büchermarkt durch billige Erscheinungen der verschiedensten Art Der ebenfalls im Parteiverlag erscheinende„ Neue Welt- Kalender" weit entfernt einen Rückgang herbeizuführen, brachte trotz der überschwemmt wurde. von gegnerischen Interessengruppen systematisch betriebenen Auch im laufenden Jahre war die Partei- Buchhandlung ist in seiner neuesten Ausgabe( 1895) in einer Auflage von Abonnenten- Abtreibung noch einen weiteren Aufschwung in der bestrebt, durch Herausgabe neuer oder durch Neuauflage von im 130 000 hergestellt. Abonnentenzahl. Buchhandel vergriffenen Agitationsschriften an der Verbreitung Zwei Blätter, der Bote von der Saar" und das„ Volksblatt. Die von den Berliner Genossen gewählte Preßkommission unserer Ideen in den breiten Massen und an ihrer Vertiefung in für Ost- und Westpreußen", von denen das erstere als Ableger für den lokalen Theil des" Vorwärts" hat in Gemeinschaft mit den Reihen der Genossen mitzuarbeiten. An Agitations= der Mannheimer Boltsstimme", das letztere als Ropfblatt des dem Parteivorstand und unter Hinzuziehung das Redaktions- schriften zur Massenverbreitung wurden neu herausBoltsblatts für Teltow erschien, sind eingegangen. Die beiden und Expeditionspersonals am ersten Dienstag eines jeden gegeben:„ Gegen den Militarismus und die neuen Steuern" in Blätter erforderten im Vorjahre einen Zuschuß von zusammen Monats ihre Sigungen abgehalten, in welchen alle eingegangenen einer Auflage von 55000 Expl.; Christenthum und Sklavenfrage" 3144 Mt. 50 Pf., im Berichtsjahre einen solchen von 3855 Mt. 41 Pf. Beschwerden und Wünsche nach eingehendsten Berathungen durch( 30 000 Exemplare) Be bell: Antisemitismus und Sozialdemo Das„ Volksblatt für Ost- und Westpreußen" war fast nur Estratie"( 10 000 Expl.). Auf die Maizeitung" liefen im auf den letzteren Landestheil beschränkt geblieben, da die oft entsprechende Beschlußfassung ihre Erledigung fanden. preußischen Genossen sich in der Königsberger Volfstribüne" ein erübrigt uns noch mitzutheilen, daß der Ausgabeposten für letzten Jahre Bestellungen in der Höhe von 340 000 Exemplaren eigenes Organ geschaffen haben. Die Auflage des Blattes konnte Gerichtstosten und Strafen" in diesem Jahre gewaltig gestiegen ein und von der Broschüre:„ Die Polizei und die Arbeitslosen" Während wir in den Jahren 1891/92 2125,50 M.,( Fall Brausewetter) wurden 14 500 Exemplare abgesetzt. daher naturgemäß nur eine kleine sein, und standen die auf 1892/93 1231,15 M. Strafen und Kosten zu zahlen hatten, gewendeten Kosten in keinem Verhältniß zu dem durch das Blatt belief sich diese Ausgabe für das Jahr 1893 94 auf 5584,95 M. erzielten Nugen. Juli- Oktober- Januar AprilSeptember Dezember März Juni 1893 1894 1894 Aehnlich verhielt es sich mit dem Boten von der Saar". Der Partei- Vorstand beschloß daher, als durch die Gründung des Sozialdemokrat" ein theilweiser Ersatz geschaffen war, beide Blätter nicht weiter erscheinen zu lassen. ist. Die auf dem Parteitage in Köln beschlossene Gründung eines wöchentlich erscheinenden offiziellen Partei. A. Eingänge: Organs wurde, nachdem die nöthigen Vorarbeiten erledigt Abonnementsgelder durch waren und Genosse Schippel die Redaktion übernommen hatte, die Expedition vom Partei- Vorstand im Januar d. I. zur Ausführung gebracht. Abonnementsgelder durch Die Probenummer der neuen Zeitung, für die der Partei- Vorstand die Post den Titel„ Der Sozialdemokrat" wählte, erschien am 25. Januar. Inseraten- Einnahme Abonnements wurden vom 1. Februar an entgegen genommen. Gewinn a. D. BroschürenDaß der Sozialdemokrat" berufen war, eine empfindliche verk. burch d. Expedition 1893 22 " Weiter sind neu erschienen: Engels: Internatio nales aus dem Voltsstaat"; Voltsstaat"; Effner: Das platte Land und die Sozialdemokratie"; 2afargue: Kommunismus und Kapitalismus"; Plechanow: Anarchismus und Kölner Parteitages( in Sozialismus"; das Protokoll des 30 000 Exemplaren); der„ Bericht über die Verhandlungen des Internationalen Kongresses in Brüssel" und Seemanns Leben und Leiden". Auch dem in weiten Kreisen empfundenen Bedürfniß nach kleinen Theaterstücken, die sich zur Aufführung bei Arbeiterfesten 2c. eignen, entsprach der Verlag 90113 25 84001 70 83958 75 89565 15 durch Ausgabe von 2 Heften: Regel: Tochter des Staatsanwalts" und Krauß: Wieder ein Kämpfer". 10574 60 9502 80 9101 50 Neu und zum Theil wiederholt aufgelegt wurden: Bracke: 18611 85 23693 35 20491 2 24352 65 Nieder mit den Sozialdemokraten"; Kautsty- Schoen= lant:„ Grundsäße und Forderungen"; Dießgen:" Butunft der Sozialdemokratie; Douai: ABC des Wissens" und Mary:„ Kommunistisches Manifest"; Lafargue: Ent wickelung des Eigenthums"; die„ Rathschläge zur Benutzung des Vereinsrechtes"; das Protokoll des Berliner Parteitags und Der Zeitgeist"( konfiszirt). 1271 35 7755 80 " Lücke in unserer Parteipresse auszufüllen, wird jetzt, nachdem Gesammt- Einnahme Mt. 119299 70 118469 20| 113551 45121673 60 Gine Antwort an die Bekenner des Theismus"; Engelseinige 30 Nummern desselben erschienen sind, wohl auch von den Genossen zugegeben werden, die sich seiner Zeit gegen die Gründung eines Partei- Wochenblattes ausgesprochen haben, zumal Klagen darüber, daß der Sozialdemokrat" der Parteipresse in der Provinz Abbruch gethan habe, bisher nicht laut geworden sind. " B. Ausgänge: Diverse Unkosten: ( Porto für Kreuzbänder, Gebühren f. Ueberweis., Naturgemäß erforderte die Einführung des Blattes zunächst Porto und Depeschen der Redaktion, Telephon, einen bedeutenden Zuschuß in Höhe von 3429,20 m., der sich im Steuern, Beleuchtung, 2. Quartal auf 1501 M. ermäßigte. Den speziellen Nachweis Heizung, Laufbursche der über den derzeitigen geschäftlichen Stand des Sozialdemokrat" Redaktion, Schreibutenfinden die Genossen hinter dem Bericht über den Stand des Vorwärts". Es ergiebt sich aus demselben, daß der„ Sozialdemokrat" filien, Geschäftsbücher bisher nicht in dem Maße Verbreitung gefunden hat, wie es fo= und Formulare, Flugblätter 2c. 2c.). wohl im geschäftlichen Interesse, als auch in Rücksicht auf den Inhalt und die Bedeutung des Blattes selbst wünschenswerth wäre. Beitungs- Abonnement Der Partei- Vorstand hat sich deshalb bereits mit der Frage be- Berichterstatter- Honorar. schäftigt, auf welche Weise dem Blatte ein größerer Abonnentenkreis zugeführt werden kann, und wird der Parteitag in die Lage versetzt werden, unsere diesbezüglichen Vorschläge zu erörtern und zu entscheiden. Feuilleton Redaktion und angestellte Mitarbeiter. Depeschen u. Parlamentsberichte . 2768-6847 80) 7763 80 311 05 3878 30 559 30 405 35 5671 45 7214 283 75 5362 05 180 3849 40 264 7095 80 417 80 9867 90 10411 15 8177 40 9540 457 50 6957 50 2181 50 933 10 749 80 217 1787 15 6103 9 2153 1219 30 1910 45 9306094 70 2300 " Die Gesammtausgabe der Lassalle'schen Reden und Schriften wurde im Laufe des Jahres zu Ende geführt; leider tonnte der bei Ankündigung des Werkes in Aussicht genommene Schlußband( Briefwechsel Lassalle- Mary) bis jetzt nicht ausgegeben werden, weil Genosse Engels wegen Fertigstellung des 3. Bandes von Mary Kapital" bis jetzt nicht zur Sichtung des in seinem Besitz befindlichen Briefwechsels die erforderliche Zeit fand. Inzwischen ist die Buchhandlung zur Herausgabe des Leipziger och verraths- Prozesses wider Bebel- Liebknecht- Hepner geschritten. So erfreulich auch die Abnehmerzahl dieses neuen Lieferungswertes ist, im Verhältniß zur Stärke der Partei und Bedeutung dieses Quellenwertes zur Kenntniß der Parteigeschichte sollte sie doch noch höher sein. Von einem Weitererscheinen der in Parteiverlag übergegangenen Berliner Arbeiter Bibliothet glaubte 847 80 die Buchhandlung im Einverständniß mit dem Herausgeber ab6370 10 fehen zu sollen; ein lokales Bedürfniß lag unter den geänderten 2346 Berhältnissen nicht mehr vor und für die allgemeinen Bedürfnisse 1012 50 1012 50 glaubten wir der Ausgabeformin der einheitlichen Ausstattung unsrer 1716 90 1207 80 übrigen Verlagsartikel den Vorzug geben zu sollen. Eine Reihe 188 65 207 25 von Heften wurde auch im laufenden Jahre neu aufgelegt: 76840 55 73144 20 68415 80 74058 80 Bellamy:„ Rückblick"; Fischer:" Ostende von London"; Kampffmeyer:" Soziale Frage auf dem Lande" und" Junker t. 105721 50 109825 15 102725 55 107217 25 und Bauer"; 2uy: Prostitution"; Schippel:„ Die wirth 13578 20 8644 05 10825 90 14456 85 fchaftliche Umwälzung" und" Fort mit dem Dreitlaffen- System"; wie oben unter A f. 119299 70118469 20113551| 45| 121673 60 Bettin:" Arbeiterinnen- und Frauenfrage" und" Der Sozialis mus in Frankreich". Berlin, den 10. Oftober 1894. Ein weiterer, dem Parteivorstand vom Kölner Parteitag zur Berücksichtigung überwiesener Antrag betraf die Umwandlung der Neue Welt. bis dahin dreimal wöchentlich erscheinenden, Rheinischen Gehälter der Expedition. Zeitung" in eine selbständige Tageszeitung. Der Partei- Miethe Borstand hat diesem Antrage entsprochen und erscheint daher Gerichtstosten und Strafen die Rheinische Beitung" seit dem April d. J. täglich. Der Redaktions- Bibliothek. Zuschuß, den die Zeitung seit dieser Umwandlung erforderte, Druckrechnung muß als ein sehr hoher bezeichnet werden( pro Duartal 5000 M.), und wenn auch an der vollzogenen Thatsache zu nächst nichts geändert werden kann, so dürfte doch die in diesem Falle gemachte Erfahrung in Zukunft bei eventuellen Anträgen ähnlicher Art zur größten Vorsicht mahnen. Mag der Werth einer Tagespresse für einzelne Orte oder Bezirfe noch so groß sein, die Inanspruchnahme der Gesammtheit wird sich immer nur bis zu einer gewissen, im Kölner Falle wider Karl Bertel. August Kaden. Wilhelm Klees.**) Erwarten weit überschrittenen Grenze rechtfertigen lassen. Gleichfalls zur Berücksichtigung war dem Partei- Borstande " " Gesammt- Ausgabe Gewinn. " Revidirt und für richtig befunden. H. Meister. Friz Herbert. H. Koenen. Die billige Ausgabe der für die Arbeiterkreise hauptsächlich in Betracht kommenden Reichsgesetze( mit erläuternden Anmerkungen) hat die Buchhandlung durch Neu- Ausgabe der Ge= werbe Ordnung, die durch Aufnahme der bis in die jüngste Zeie erlaffenen amtlichen Ausführungsbestimmungen eriveitert weiter geführt werden. Bericht über den Stand unseres 3 entral- Wochen- worden ist, fortgesetzt und wird diese Sammlung auch künftig A. Eingänge: Gesammt- Einnahme Mt. B. Ausgänge: von dem letzten Parteitage der Antrag überwiesen worden, die blattes ,, Der Sozialdemokrat": Mittel zum täglichen Erscheinen der Elsaß- Lothringischen Volts. Zeitung" zu gewähren. Der Partei- Borstand lehnte die Ausführung dieses Antrages ab aus Gründen, deren Erörterung heute hinfällig geworden ist, da die„ Elsaß- Lothr. Volks- Zeitung" in der Zwischenzeit dem Diktaturparagraphen zum Opfer gefallen ist. Die Hinneigung, welche die wiedergewonnenen Brüder" für die Sozialdemokratie bekunden, und die es uns ermöglichte, bei den letten Wahlen neben der Behauptung des Mülhausener Wahl- Abonnementsgelder. freises auch noch den Straßburger hinzuzugewinnen, mag wohl in Parteizuschuß. maßgebenden Kreisen sehr unangenehm bemerkt worden sein, so daß es nur eines Vorivandes bedurfte, um das Organ der Sozialdemokratie in den Reichslanden, die Els.- Lothr. V.- 3.", zum Verstummen zu bringen. Zur Begründung der Unterbrückungsmaßregel mußte dem Statthalter von Elsaß- Lothringen Druckrechnung ein Artitel über Modernen Gößendienst" dienen, der in der Osternummer der" Elf.- Lothr. B.- 3."( 21. März 1894) enthalten Expedition. war und nicht einmal strafrechtlich verfolgt werden konnte. Eine neue, im April unter dem Titel Elsaß- Lothringische Boltswacht" angemeldete Zeitung wurde, weil angeblich nur Forts setzung der verbotenen„ El.- Lothr. V.- 3.", bereits vor ihrem Erscheinen durch den Bezirkspräsidenten in Colmar verboten. Da die lettere Maßregel feinen Zweifel darüber ließ, daß es auf die grundsägliche Unterdrückung der sozialdemokratischen Presse in den Reichslanden abgesehen war, wurden zunächst weitere Versuche mit Neugründungen sozialdemokratischer Beitungen nicht gemacht, von den Genossen in Elsaß- Lothringen vielmehr der " Offenburger Volksfreund" als Partei- Organ eingeführt. " Die für die Presse im verflossenen Jahre im Allgemeinen bewilligten Unterstühungen müssen, wenn wir die Ausgaben für Redaktion Mitarbeiter • . Diverse Unkosten:( Bureau- Utensilien, Miethe, Steuer, Beleuchtung, Bibliothek und Zeitungsabonnement) Porto:( Versand der Zeitungen, sowie Korrespondenz d. Redaktion u. Grpedition) Gesammt- Ausgabe Mt. Februar AprilMärz 1894 Juni 1894 " Wenn wir noch hinweisen auf die Herausgabe von Henckell's Buch der Freiheit", das troz des durch Umfang und Ausstattung bedingten hohen Preises in der Partei Die beste Aufnahme gefunden hat, so glauben wir sagen zu dürfen, daß diese Seite der Aufgabe der Partei- Buchhandlung voll erfüllt worden ist. Eine Erweiterung des Geschäftsbetriebes hat die Buchhand4843 17 6831 89 Tung insofern angebahnt, als sie ihr Sortiment ausdehnte auf die 8429 40 1501 unsere Parteitreise besonders interessirenden Erscheinungen aus dem 8272 57 8332 89 Gebiete der Nationalökonomie, Geschichte und Naturwissenschaften und dementsprechend auch den im Juli 1894 ausgegebenen neuen Katalog erweiterte und nach den verschiedenen Wissensgebieten spezialisirte. Durch Erwerb einer Reihe von werthvollen Werken 3424 50 zu herabgesetzten Preisen sieht sie sich in den Stand gesetzt, den 1650 40 Genossen, besonders aber den Vereinsbibliotheken, die Anschaffung von Werfen zu ermöglichen, deren Ankauf zu den Original- Laden preisen bei den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln sonst faum möglich. 518 05 3204 45 1550 40 364 44 1139 84 1449 35 655 07 373 89 1185 88 1089 69 8272 57 8332 89 *) intl. Neueinrichtung der Redaktion. Der Kontrolleur Genosse Meist war durch einen schweren Erkrankungsfall in seiner Familie verhindert, an den Schlußrevisionen theilzunehmen. Zur Unterstützung der Agitation wurden wie in früheren Jahren aus den Mitteln der Buchhandlung, wie auf Anweisung des Parteivorstandes Zehntausende von Flugschriften und kleineren Agitationsbroschüren gratis zur Versendung gebracht, ebenso in zahlreichen Fällen die Bibliotheken kleinerer Vereine durch Ueberlaffung geeigneter Schriften unterstützt. Im Allgemeinen darf also Gang und Stand der Parteis Buchhandlung als zufriedenstellend betrachtet werden. Das Partei- Archiv hat, nachdem geeignete Räume für das-| bindung gebracht werden kann, so ist doch, wenn auch die Grenz felbe gefunden waren, nunmehr neben dem Bureau des Vor- linie fich nicht immer scharf einhalten läßt, eine gewisse Bestandes Aufstellung gefunden. Da seit dem legten Bericht, der schränkung in der Auswahl des dem Archiv Einzuverleibenden über dasselbe an einem Parteitage erstattet wurde, ein Jahrzehnt dringend geboten. Nach diesem Grundsatz ist bei der Aufverstrichen ist, dürften zunächst einige Worte über Entstehung und stellung und Katalogifirung des Archivs verfahren worden Zweck des Archivs am Plaze sein. Bereits im Jahre 1878 regte und wird dasselbe in kurzer Zeit den Interessenten zugängig geGenosse Bebel im Vorwärts" Nr. 21 vom 20. Februar die Er macht werden. Der Katalog weist zur Zeit gegen 4000 Nummern richtung einer Parteibibliothek an. Es sollte in derselben neben auf, eingetheilt nach den verschiedenen Materien. den eigentlichen sozialistischen Werken, Zeitschriften, Zeitungen, An den Genossen allerorts ist es nun, nach Kräften dafür zu Broschüren und Flugschriften, auch diejenige Literatur Play forgen, daß dem Archiv möglichst viele Zuwendungen gemacht finden, die zwar nicht direkt mit der sozialen Frage sich be- werden, damit es mehr und mehr wird, was es eigentlich sein schäftigt, deren Studium aber doch für das volle und ganze soll das geistige Arsenal der Partei. Verständniß der Neubildung der menschlichen Gesellschaft auf fozialistischer Grundlage von Wichtigkeit ist. Als dahingehend wurden Werke aus der Geschichte, der Naturwissenschaften, Statistik u. s. w. bezeichnet. C. Ausgaben für die Parteipresse, im Einzelnen nachgewiesen. Bergische Arbeiterstimme" Bote von der Saar" " Elsaß- Lothring.- Volkszeitung und Boltsfreund" Hofer Volksblatt" " " Königsberger Volkstribüne" " Märkische Volksstimme" " • " Neue Wurzener Zeitung" " Rheinisch- Westfälische Arbeiter- Zeitung" Rheinische Zeitung" " " Der Sozialdemokrat" • M. 450, 2255,56 10 091,661) 300,-# n " 500, 2726,-- 2) " " 2719,303) 3975,404) 10 000,-5) " 4980,40 " " " Unterfränt. Bolfstribüne" u. ,, Bamberg.Boltsztg. Voltsblatt für Ost- und Westpreußen" " Boltsblatt für Teltow" 500, " 1599,85 " 1200, " " 1000, " " 1000,-6) " 427, " " 1600, M. 45 275,17 Boltsblatt für Heffen" Vorwärts"( Basel) Wurzener Zeitung" Volksbote" Erläuterungen zu C. Ausgaben für die Parteipreffe. Kaffenbericht. Die seit Jahren herrschende wirthschaftliche So ungetheilten Beifall der Plan auch damals fand, seine Depression mit ihrem Gefolge von Noth und Arbeitslosigkeit| Ausführung wurde durch die Ereignisse des Jahres 1878 ver- für tausende und abertausende von Proletariern hat auch eitelt. Erst einige Jahre später, als die schwersten Schläge des auf den Eingang der von unseren Genossen geleisteten frei- Beißer Sozialistengefeges überwunden waren, wurde im Sozial- willigen Beiträge ihren Einfluß geltend gemacht. Die allgemeinen demokrat" vom Jahre 1882 die Frage vom Genossen Schlüter Einnahmen sind gegen das Vorjahr, in dem der Reichstagsvon neuem angeregt. Seitdem ist erst in Zürich, später in wahlen halber die Gelder allerdings reichlicher flossen, um London fleißig für das Archiv gesammelt worden. Bei der 37 659,32 M. zurückgegangen. Wenn trotzdem der Kassenabschluß jezigen Aufstellung handelte es sich nur in erster Linie darum, als ein sehr günstiger erscheint, so ist dies nur den starken Dareine Sichtung des Vorhandenen vorzunehmen. Der Eifer und lehus- Rückzahlungen, die im verflossenen Jahre stattgefunden der gute Wille der Parteigenossen hatte dem Archiv neben vielen haben, sowie den Ueberschüssen des Vorwärts" zu danken. außerordentlich Werthvollem auch mancherlei Spreu zugeführt. Von den Millionen, die uns unsere Gegner beständig an Hier ist mit schonender Hand Auslese gehalten worden. dichten, enthält der Rassenbericht freilich nichts, wohl aber erzählt Wenn es auch taum ein Gebiet des menschlichen Wissens er von der Opferfreudigkeit, die unsere Genossen auch im vergiebt, das nicht direkt oder indirekt mit dem Sozialismus in Ver- flossenen Jahre wieder bethätigt haben. Bericht über die Einnahmen und Ausgaben der Parteikasse Ins gesammt vom 1. Oftober 1893 bis 30. September 1894. A. Einnahmen. Von den gesammten Einnahmen entfielen auf: 1 Ueberschuß des Ueberschuß der ,, Vorwärts" Buchhandlung Diverse Pf. Mr. Pf. mt. Pf. Mr. 18578 20 6000 丽 78 一一 1 815 30 2930 8644 05 111 11 24 77 37 Im Monat: Allgemeine Einnahmen Darlehns Zinsen Ronto Mt. Pf. 1893 Oftober. November 33069 82 16710 26 Mr. Pf. 4024 84 15710 26 Mt. Pf. Mr. 8962 504 1000 Dezember 12259 39 7197 59 5050 1894 Januar 47238 50 29509 62 8600 460 9277 14 • 19295 60 38568 97 4834 14 15615 60 25461 35 3550 23260 94 9870 94 Juni 16325 21 5805 21 Juli 53263 39 6397 04 Auguft 10643 06 September 50964 90 330877 18 160716 25 9143 06 27146 60 750 2244 37 13150 10500 26000 1500 25425 39 104781 76 240 13 20 410 14456 35 6000 392 91 5772 99 47504 50 12000 330 877,18*. 8964,15 Mt. 151 Februar März April. Mai 10825 90 11 18111111a Hierzu Bestand vom 1. Oktober 1893 334 841,33. 1 Pf. 83 韩 一一 80 88 70 一 5 一一 一 一二 63 85 68 " 1) Die Zuschüsse, welche die für Elsaß- Lothringen bestimmte sozialdemokratische Presse in diesem Jahre erforderte, sind, wie bereits an anderer Stelle dargelegt wurde, wegen Unterdrückung der Elsaß- Lothi.- Volts- Beitung" besonders hohe. Der ParteiBorstand glaubte jedoch bei der großen Bedeutung der sozialdemokratischen Bewegung in den Reichslanden dieses Opfer bringen zu müssen. " 2) Den Genossen in Frankfurt a. D. wurden, als sie mit der bis dahin in ihrem Besitz befindlichen Druckpresse nicht mehr im stande waren, die Märkische Volksstimme" herstellen zu Tönnen, die Mittel zur Anschaffung einer neuen Maschine bewilligt. Außerdem wurde ihnen ein Motor im Werthe von ca. 500 m. aus der Dortmunder Druckerei zur Verfügung gestellt. " 3) Nachdem der Verleger der Wurzener 8tg.", Thiele, in Ronkurs gerathen war, gaben die Wurzener Parteigenossen die„ Neue Wurzener 3tg." heraus. Da die Herstellung derselben während mehrerer Monate in Leipzig erfolgen mußte, waren die Kosten ziemlich bedeutende, so daß sich der Partei- Borstand genöthigt fah, helfend einzugreifen. 4) Das Blatt ist durch diese Aufwendung auf eine gesunde geschäftliche Basis gestellt worden, so daß es bereits in der Lage war, 875,40 M. zurückzuerstatten. Für den inhaftirten Redakteur des Blattes wurde, wie im Vorjahr so auch in diesem Jahre, das Gehalt mit 150 M. per Monat bezahlt. 5) Ueber diese Zeitung siehe die unter der Rubrik ,, Parteipresse" gemachten Ausführungen. 6) Wie im Vorjahre gegen die österreichischen, so hatte die deutsche Partei in diesem Jahre gegen die schweizer Genossen die Pflichten internationaler Solidarität zu bethätigen, indem sie den Basler Genossen zur Umwandlung des Vorwärts" in ein Tageblatt obigen Betrag bewilligte. * % " Waren die vorstehenden Ausführungen der Thätigkeit und den Erfolgen der Partei gewidmet, so wollen wir zum Schluß noch die Opfer aufführen, die der Partei im verflossenen Jahre Von Rechts wegen" auferlegt wurden. Nach Monaten geordnet ergiebt die Straftabelle folgendes Bild: B. Ausgaben. Von den genanntes Ausgaben entfielen auf: Strafen in Monat Gefängniß Geldbuße Jahre Monate Tage Mart PT. Oftober November Dezember. Januar Februar März April 44245346664 B4 3 27 3 536 22 3.388 21 1273 10 10 1179 8 9 3 202 5 24 1421 3 7 2 907 9 15 1887 3 7 12 660 2 23 6 951 11 8 2849 4 13 2394 58 8 6 43 747 Im Monat Ins Ce Unter sammt stützungen Prozeß= Allund Gefäng gemeine niß Agitation tosten Wahlagitation Reichstags= toften Gehälter und Ver waltungsDarlehns Konto PreßUnter- Archiv stüßungen 1893 Oftober. November. Dezember. Mr. Pf. Mt.$ 1. 17994 45 1450 Mt. Pf.Mt. Pf. 2168067 2122 2711186 1478 58540 3638 10 65617 1754 86 3186 80 2424 30 169250 955 1887 3000 1700 Ausgaben Mt. Pf.Mt. Pf. Mt. Pf. 1336 05 1120 30 1740 70 Mt. Pf. Mi. Pf. Mt. Pf. Mai 5400+) 3892 40 52005) 5395 40 100006)|- 6127 45 111 Juni Juli Auguft. September 1894 Januar. 1433990 1905 Februar 1030779 922 53165 2932 05 128387 1838 März 1272603 1416 April 29955 64 Mai. 828302 Suni. 9755 88 Suli. 1250105 Auguſt. September. 1372346 1585 50 1666 50 2323 520 50 575 25 2027435 56883 649 50 2660 148754 2818 15 102530 2671 10 170568 1740 6355 357840 102370 4299 17 726 40 289 88 4540 40 198604 116690 15) 10976 43 34315 972) 811 16750 4500 1200 635 180685 247150 1228 85 21250 4250 2644 60 200 1181 34 45740 1203 05 14345 25 18742 50 2381 45 2500 1214 72 5000 20001233 25 11 1192 25 11000)| 1738 45 1219 20 1000 8929 50 188 80 130 Zusammen 198 45 307 70 931 27 132 286 85 2500 30008) 2000% 2801 138 3300 10877 22 144 180 17407 88 89100 45275 17 1750 80 0 Ausgabe für Kapitalanlage Rassenbestand am 30. September 1894 Berlin, den 10. Oftober 1894. 198 604,10 k. 133 774,20 Mt. 2463,03 Mt. 834 841,33 Ant. Revidirt und für richtig befunden. Die Kontroleure: H. Meister. H. Koenen. Frik Herbert. Carl Oertel. August Haden. Wilhelm Klces. Erläuterungen zu B. Ausgaben: 1) Von diesem Betrage sind 5000 m. als Kaution gegeben worden für den Genossen Block in Dortmund, die nach kurzer Beit zurückgezahlt wurden. Die besonders auffällige Höhe der Geldstrafen erklärt sich durch die Massenverurtheilungen unserer sächsischen Genossen wegen der bekannten„ Mai- Spaziergänge". " " Insgesammt sind seit dem Erlöschen des Sozialistengesetzes nach den von uns Unter dem neuen Kurs" veröffentlichten Straflisten für Vergehen und Verbrechen", die im engsten Zusammenhang mit der Arbeiterbewegung stehen, von deutschen Gerichten 351 Jahre 8 Monate 11 Tage Freiheitsstrafen und 114 519 M. 20 Pf. Geldstrafen ausgesprochen worden. Alle diese auf grund des„ gemeinen Rechtes" ergangenen Berurtheilungen haben zwar den einzelnen Genossen schwere Opfer auferlegt und manche Existenz vernichtet, den Vormarsch der Gesammtpartei aber nicht im mindesten zu hemmen vermocht. Im Gegentheil! Die Art und Weise, wie in einzelnen besonders traffen Fällen das Gesetz angewendet und Recht" gesprochen murde, stand in so schroffem Widerspruch mit dem Rechtsbewußtsein des Volfes, daß der moralische Gewinn auf unserer Seite war. Wenn man, wie im Falle Eichhorn- Dresden, einen schwerkranken Proletarier, dessen ganzes Verbrechen darin bestand, die Interessen ausgesperrter Arbeiter vertreten zu haben, nimmt " Expreffung" in Untersuchungshaft wegen Erpreffung" und die Qual dieser Haft noch um Wochen verlängert, weil einer der intellektuellen Urheber des Prozesses sich zur Erholung in den Tiroler Bergen befindet, so ist dies eine Drachensaat, welche unseren Gegnern sehr unerwünschte Früchte tragen wird. Und wenn, wie es gleichfalls in Dresden geschah, Hunderte angeklagt und verurtheilt werden, weil sie sich an einem harmlosen Spaziergang am 1. Mai betheilt haben, während Regelklubs, Statspielervereine und andere ähnlichen edlen Zwecken dienende Verbindungen des Spieß- und Mastbürgerthums in geschlossenen Zügen und behütet und beschirmt von den Behörden aufmarschiren, dann wird man sich nicht wundern dürfen, wenn die Masse des Volkes das Gerede vom Rechtsstaat" nur noch als hohle Phrase betrachtet. 7) Von diesem Betrage sind ebenfalls 10 000 m. nach MülSo besorgen die berufensten Vertreter des heutigen Staates, 2) Unter diesen Ausgaben befinden sich 2050 M., welche den hausen i. E. als Kaution für die„ Els. Lothr. Voltswacht" ge- während sie sich abmühen, die Sozialdemokratie zu vernichten, holländischen Genossen als Preß Unterstützung, und 1000 m., geben worden. Da diese Zeitung bereits vor ihrem Erscheinen wider Willen deren Geschäfte. Ob dieser Kleinkrieg gegen die welche den norwegischen Genossen zur Betreibung der Wahl- verboten wurde, floffen die 10 000 M. in die Kaffe zurück. Den Sozialdemokratie noch länger geführt, oder ob zur Abwechslung Agitation bewilligt wurden. weiteren Betrag von 1000 M. erhielt als Darlehen die„ Rheinisch- wieder einmal größere Attionen geplant find, darüber wird die nächste Beit Aufklärung bringen. 5) Von dieser Summe wurden 5000 m. als Raution für den Genossen Thiele in Breslau gestellt, die ebenfalls nach kurzer Beit in die Kaffe zurückgeflossen sind. 1) Unterstützungen werden nur gezahlt an Personen oder Angehörige von Personen, die infolge ihrer Parteithätigkeit gemaßregelt oder sonstwie geschädigt wurden. Wenn die in diesem Jahre gezahlten Unterstützungen gegen das Borjahr ein Mehr von 1494,20 m. ausweisen, so ist durch diese Steigerung vull von Neuem bewiesen, welch schwere Verfolgungen unsere in vorderster 6) Diese Summe wurde gezahlt als Kaution für die Elf.Jeihe fämpfenden Parteigenossen von dem Unternehmerthum, Lothr. Volks- 3tg.". Nach Unterdrückung des Blattes wurde die das sich vielfach zu diesem Zwecke unter sich und mit den Be Summe zurückgezahlt. hörden verbunden hat, zu erdulden haben. " 3) Unter dieser Rubrik befinden sich neben den gewöhnlichen Westf. Arb. 3tg." in Dortmund. Auch diese Summe wurde nach Ausgaben, wie Gehälter, Miethe, Heizungs- und Beleuchtungs- furzer Zeit zurückgezahlt. tosten der Bureau- und Archivräume, dem Telephon, Telegramm 8 und 9) Diese Beträge entnahmen die Berliner Genossen und Portogebühren, den Druckkosten, den Zeit- und Reise- Ent- Leihweise, zur Unterstützung der durch den Boykott gemaßregelten schädigungen für die Revisionen der Kasse und für die Kon- Arbeiter. ferenzen der Parteivertretung u. f. w. folgende besondere Posten: Im Dezember für Umzugskosten des neugewählten Schriftführers 10) Ten Nachweis über die den einzelnen Partei Organen 500 M. Jm Januar diverse Ausgaben für den Parteitag in gewährten Unterstützungen siehe unter C. Ausgaben für die ParteiKöln 214,25 M. presse. " Was man aber auch immer, jetzt oder fünftig gegen uns zusammenbrauen möge, die Sozialdemokratie sieht den kommenden Dingen mit stolzer Ruhe entgegen. Wir sind bisher mit unseren Gegnern fertig geworden, und wir werden auch jedem neuen Angriff zu begegnen wissen. Mit uns die Entwicklung, mit uns das Recht und mit uns auch der endliche Sieg. Berlin, im Oktober 1894. Der Partei Vorstand. Parteinachrichten. und es würde nur ungefchickte Beamte geben fönnen und fäme besser widerstehen zu können. Gleichzeitig ist eine Kasse mit zwei es zum Bürgerkriege. c) Unter unserer Menschheit ist eine Ber- Millionen Pfund gegründet worden, um diejenigen Grubenbesizer Als Delegirte zum Parteitag wurden ferner gewählt: mögensgleichheit nie möglich und wenn auch immer wieder ge- zu unterſtüßen, welche eher den Grubenbetrieb einstellen, als fich Dillenburg Westerwalotreis: theilt wird. d) Die Fabriken und das ganze Ackerbauwesen den Forderungen der Arbeiter fügen. Rosenheim: Seidl; Glogau i. Schl.: H. Stolpe; finden sein würden. e) Der sozialistische Staat sorgt nur für Krumm Gießen; würden zu Grunde gehen, da nur Trägheit und Faulheit zu Weylar Altenkirchen: Fauth; Solingen weeg weltliche Freuden, das Herz aber bleibt leer." Wenn die KenntEdftein- Solingen, Lohmar Ohligs und Eichholz- Wald; Grenisse des betr. Lehrers überall so tiefgründliche sind, wie in bezug feld: Wesch; Hamburg III: Gebel, Sittenfeld und Ditfeld. auf den Sozialismus, so werden die Schüler ja wohl großen Für den Wahlkreis Glogan wurde der Genosse H. Stolpe Nußen aus seiner Belehrung ziehen. in Glogan, Jesuitenplatz 1; als Vertrauensmann gewählt. $ Die Kreiskonferenz für den 3. Weimarischen Wahl Freis Neustadt- Jena fand unter nicht sehr zahlreicher Betheiligung am letzten Sonntag in Neustadt a. D. statt. Von einer Beschickung des Frankfurter Parteitages wurde der hohen Kosten wegen Abstand genommen, die Vertretung des Kreises dem Delegirten des ersten weimarischen Wahlkreises übertragen. Ein Antrag auf Dezentralisation des Wahlkreises wurde abgelehnt. Als Sitz der Zentrale des Kreises wurde Jena bestimmt. * Sie werden die Sozialdemokraten nicht los die Kriegervereine nämlich. 53 Mitglieder des Lindener Kriegervereins waren, wie wir f. 3. mittheilten, wegen angeb licher zugehörigkeit zur Sozialdemokratie aus dem Vereine aus gestoßen worden. Auf ihre Klage hat jetzt das Landgericht zu Essen den Beschluß des Kriegervereins aufgehoben und die Ausgestoßenen in ihre bisherigen Rechte als Mitglieder des Vereins wieder eingesetzt. " * # Gewerkschaftliches. tigten Arbeiter! Angesichts der traurigen Zustände, die in An die in der Musikinstrumenten- Industrie beschäf unserem Berufe platgegriffen haben, sehen wir uns veranlaßt, ein ernſtes Mahnwort an unsere Berufskollegen zu richten. Das Das Bestreben der Gemeinden, indirekte Steuern gegenwärtige Wirthschaftssystem bringt es mit sich, daß die Zahl das Bier, das, da es reichsgefeßlich noch nicht genug getroffen preisgegeben sind, in erschreckender Weise zunimmt. Die Untereinzuführen, macht sich immer mehr geltend. Namentlich ist es der Arbeitslosen, derjenigen, die dem Hunger und dem Glend werden fonnte, durch die Gemeinden mit einer Steuer belegt nehmer, im Bewußtsein ihrer Macht, nützen diese für ihre Bewerden soll. einen solchen Antrag auf Besteuerung des Bieres eingebracht. So hat auch der Stadtrath von Neumünster strebungen günstige Situation rücksichtslos aus. Außerdem soll eine Vergnügungssteuer zur Einführung gelangen. digste Behandlung sind die Bedingungen, die Niedere Löhne, lange Arbeitszeit und die unwürAlle diese Steuern treffen natürlich in erster Linie die Arbeiter. nehmer oftmals ohne Gegenrede dem Arbeiter diktirt werden. In Neumünster haben die Wirthe einen Protest gegen die In der Saison, in der wir uns jetzt befinden, wird wieder jenes geplanten Steuern an die Stadtverordneten abgehen lassen, da schädliche System der Ueberarbeit gepflegt, um dann im Winter es aber an gee gneten Vertretern für die Arbeiterinteressen, denn Hunderte von Arbeitern zur Arbeitslosigkeit zu verdammen. sammen, in jenem Stadtparlamente fehlt, so dürfte der Proteft tann nicht so weiter gehen! Allerdings ist die Organisation da, hier lausen die Arbeiterinteressen mit denen der Wirthe zu jeder Einsichtige in unsern Berufstreifen müßte sich sagen: Es erfolglos fein. Ein deutlicher Beweis wiederum, daß in allen um dieser schamlosen Ausbeutung den Boden zu entziehen. Aber Körperschaften Sozialdemokraten vertreten sein müssen. diese Aufgabe vermag nicht ein kleines Häuflein zu erfüllen, sondern hierzu bedarf es der Mitarbeit aller eifrigen! Kollegen! von der sozialdemokratischen Arbeiterschaft, macht immer größere der Unternehmer vernehmen müßt, daß nur 1½ unserer BerufsDie Wahlrechts- Bewegung in Desterreich, geleitet Steigt Guch nicht die Schamröthe ins Gesicht, wenn Ihr zum Gaudium Fortschritte. Nachdem die Wiener Arbeiter neuerdings vor genossen organisirt ist, daß viele von dem so winzigen KoalitionsZum Wahlrechts Streit in Leipzig theilt die Leipz. angegangen, wälzt sich der Strom mächtig über die österreichischen recht gar keinen Gebrauch machen? Darum, Kollegen, und besonders Zum Wahlrechts Streit in Leipzig theilt die Leipz. Provinzen. Die Bewegung noch aufzuhalten oder auch nur ein- diejenigen, welche vermeinen, in einer Versorgunsanstalt zu sein, Volksztg." mit, daß es feststehe, daß unter dem bisherigen Wahl- zudämmen, ist unmöglich geworden. Der revolutionäre Charakter wacht auf! Denn auch an Euch kommt einmal die Reihe, daß modus die Leipziger Stadtverordneten Wahlen unter keinen Um- der Bewegung ist deutlich erkennbar, und von der Haltung der Ihr wie eine ausgepreßte Zitrone bei Seite geworfen werdet. ständen wieder vorgenommen werden sollen. Da es nun aber Regierung und des Parlaments wird es abhängen, zu was für Erst dann haben wiederholt jene Opfer unserer heutigen Zudem Stadtrathe nicht möglich ist, bis zu Anfang Dezember, wo Konsequenzen die Volksbewegung führen wird. die Erfahwahlen stattzufinden hätten, ein reaktionäres Wahlgesetz vorhergehenden Sonntagen, so haben auch am letzten wiederum bisher geichmäht hatten. Wie an den stände sich hilfesuchend an die Organisation gewandt, die sie unter Fach zu bringen, sucht er sich dadurch zu helfen, daß er eine große Anzahl Versammlungen stattgefunden, an die sich gebeabsichtigt, an das Mmisterium das Ersuchen zu richten, die wöhnlich Demonstrationszüge anschloffen. Wie der Wiener tretet dem Fachverein der Musikinstrumenten Kollegen! Laßt diesen Mahuruf nicht unbeachtet und Mandate der jetzigen Stadtverordneten zu verlängern. Nach Arbeiter- Zeitung" aus Krakau gemeldet wird, hat dort am Arbeiter bet. § 186 der Städte- Ordnung hat dazu das Ministerium das Recht; letzten Sonntag eine große Wahldemonstration am Ringplay es unterliegt feinem Zweifel, daß das Ministerium den Wünschen stattgefunden, bei der es zu einem Zusammenstoß fam zwischen 20. d. M., für den Süden bei Herrn Deigmüller am 29. d. M. Die nächste Versammlung für den Norden findet am der reaktionären Stadtväter nachkommen wird. Demonstranten und Militär. In Neu- Sandee hat eine statt. Das Referat in dieser Versammlung hat Herr Dr. Wurm Versammlung unter freiem Himmel getagt; 3000 Personen übernommen, der einen Vortrag über Augenkrankheiten halten Die Rechte der unteren Bevölkerungsklassen nahmen an ihr Theil. werden nur verfochten von der Sozialdemo= Der Vorstand. tratie. Der Sozialdemokratische Volksverein für Elberfeld" Die Wahlreform wird sofort bei Eröffnung des Parlaments Der Steinsetzerstreik in Stettin dauert noch immer war bekanntlich mit seinem Antrag, das Wahlrecht zu den Stadt- zur Sprache kommen; der Dringlichkeitsantrag Pernerstorfer fort. Mittlerweile arbeiten die Meister mit einigen Lehrlingen wird die Regierung zwingen, Farbe zu bekennen. Auch der weiter; viele Arbeiten können gar nicht ausgeführt werden. verordneten- Versammlungen zu erweitern, abgewiesen worden. In der letzten Versammlung des Vereins wurde beschlossen, sich Brager Ausnahmezustand wird besprochen werden." Recht mehrere Straßen, deren Pflasterung bereits seit Monaten auf dem In der letzten Versammlung des Vereins wurde beschlossen, fich fosigkeit der Massen und Ausnahmezustand" so schreibt die Submissionswege vergeben waren, haben noch immer ihr altes, mit dieser Abweisung nicht zufrieden zu geben, sondern beim losigkeit der Massen und Ausnahmezustand" Wiener Arbeiter Zeitung"„ das sind die Zeichen, unter Bezirksausschuß tagbar zu werden. Die Klage soll sich stützen welchen die österreichische Boltsvertretung" ihre Thätigkeit eingegangenen Vertrages bringt. Wirklich allerliebst! Die Steuerschlechtes Pflaster, ohne daß der Magistrat auf die Erfüllung des darauf, daß 1. in der Bekanntmachung der Tagesordnung für eröffnet." die in Frage kommende Sigung der Stadtverordneten- Versammzahler mögen ruhig warten, bis es den Meistern gelungen ist, lung dieser Punkt nicht mit angeführt war, 2. der Overbürgerihre Gesellen auszuhungern. meister im voraus die Sache in die geheime Sigung verwiesen hat, Ans Amerika geht uns von seiten der Leitung der während die Stadtverordneten Versammlung zu beschließen hat, sozialistischen Arbeiterpartei eine Warnung vor einem gewissen welche Gegenstände in die geheime Sitzung zu verweisen sind, Albin Rothe zu, welcher das Vertrauen unserer Genossen und 3. die Abstimmung über den Antrag in geheimer Sitzung in Amerika schamlos mißbraucht hat und nun nach Deutscherfolgte, während auch die Abstimmungen über die in geheimen land zurückgekehrt sein soll, um womöglich Gigungen berathenen Gegenstände öffentliche sein müssen.§§ 34, gleiche Treiben unter den Genossen fortzusetzen. Rothe hat 36, 38, 42 der rheinischen Städte- Ordnung. Alle diese Fragen in verschiedenen amerikanischen Städten und speziell auch in find von prinzipieller Bedeutung und soll diese Gelegenheit be- New- York als Bäcker und Musiker gearbeitet, derselbe spricht sehr nutzt werden, um darüber eine höhere Entscheidung herbei- rasch und ist sein Benehmen sehr aufdringlich. Mögen also die Genossen allerwärts dem Hochstapler, wenn er sich zeigen sollte, zuführen, so weit dies bis jetzt noch nicht geschehen ist. einen gebührenden Empfang bereiten. * * * * Polizeiliches, Gerichtliches: c. hier δας Zur Eidesverweigerung der Genossen Bueb und Doppler Berichtet der Offenburger Boltsfreund", daß der Eid gefordert wird auf grund eines französischen Dekrets vom 8. März 1852, Gehaussucht wurde dieser Tage bei einem Genoffen welches auch in seinem Artikel 1 bestimmt:" Die Weigerung in Adorf bei Chemnitz nach Eigenthum des Textilarbeiteroder Nichtleistung des Eides wird als Niederlegung des Amtes Verbandes. Gefunden wurde nichts angesehen." Die Auflösung des Maurervereins von Krimmitschau Genosse Bueb verlangte das Wort, um die Eidesverweigerung st durch die Kreishauptmannschaft bestätigt worden; die be zu motiviren, es wurde ihm aber eröffnet, daß ihm das Wort zur schlagnahmten Gelder, Schriftstücke u. s. w. seien dem Vorstand Begründung seiner Eidesverweigerung nicht gegeben würde. Trotz zurückzuerstatten. Gerechtfertigt sei die Auflösung des Vereins feiner Einsprache hiergegen und einer längeren Kontroverse zwischen dadurch, daß derselbe mit den vereinigten Zimmergesellen in Verihm und dem Herrn Kreisdirektor gelang es Bueb nicht, das bindung getreten sei. Der Verein have dem Vereinsgefeß unterWort zur Begründung zu erhalten. Schließlich mußte er sich standen und sei deshalb dieses Gebahren ungefeßlich. Die damit begnügen, ausdrücklich zu konstatiren, daß er den ihm ab- Beschwerdeführer werden nunmehr Rekurs beim Ministerium erverlangten Eid verweigere und daß ihm nicht gestattet sei, diese heben. Verweigerung näher zu begründen. Mit einer Verbeugung gegen die übrigen Mitglieder verließ hierauf Bueb den Saal. Bald darauf erschien auch, etwas verspätet, Herr Doppler, der ebenfalls die Abgabe des Eides verweigerte. Die Erklärung, welche Bueb und Doppler gemeinsam abzu geben beabsichtigten, und welche die Motive für ihre Haltung furz angiebt, lautet in ihrem Wortlaut dahin: Erklärung: Bei der Bewerbung der Mandate zum Kreistag gingen wir von der Auffassung aus, daß innerhalb der so engbegrenzten Befugnisse der betreffenden Körperschaft unserer Gewissen und das Interesse der Wähler die einzige Richtschnur für unser Handeln zu bilden haben würden. Mit Erstaunen und Entrüstung haben wir aber vernommen, daß um die uns anvertrauten Mandate erfüllen zu können, der tlar durch die Wahl zum Ausdruck gekommene Wille der Wähler nicht genügt, sondern daß wir zuvor noch einen Eid abzulegen haben, der nach Art. 16 des Senatsbeschlusses vom 25. Dezember 1852 in seinem Wortlaut dahin geht:" Ich schwöre Gehorsam der Verfassung und Treue dem Kaifer". Grober Unfug und kein Ende. In Dresden hat man sich wieder einmal öffentlich geärgert" und zwar diesmal über einen Genossen, weil er mit der Beantwortung eines Fragezettels: Ist die Kohlensäure des Bieres schädlich?" in einer Versammlung in Striesen groben Unfug" gemacht hat. Ebenso wurde Genosse Schulze von der Polizei mit einer solchen Liebesgabe bedacht, weil er in einer Metalarbeiter- Versammlung den Carnot als Ausbeuter bezeichnete. Dies war natürlich auch grober Unfug. Schulze soll ebenfalls eine Woche brummen, weil er öffentliches Aergerniß erregte. wird. sammlung beschlossen, in eine Lohnbewegung einzutreten. E3 Die Silberschläger in Schwabach haben in einer Verwurde ausgeführt, daß der Lohn seit Jahren heruntergegangen; sammlung beschlossen, in eine Lohnbewegung einzutreten. G3 man habe aber aus Rücksicht auf den flauen Geschäftsgang Mehrfächlich der Export, infolge der Aufhebung der Mc Kinley- Bill, forderungen nicht stellen wollen. Jetzt sei das Geschäft, haupts sächlich der Export, infolge der Aufhebung der Mc Kinley- Bill, rapid gestiegen und auch die Preise in die Höhe gegangen, weshalb die Arbeiter wohl auch ein Recht hätten, Lohnerhöhung zu Meistern in Unterhandlung zu treten und das Resultat derselben verlangen. Es wurde eine Kommission gewählt, welche mit den in einer demnächstigen Versammlung mitzutheilen hat. Man hofft, daß die Meister Einsicht haben und die Forderung bewilligen werden, ohne daß es nöthig wird, in einen Streit einzutreten. Die streifenden Seidenweber in Bielefeld wurden wieder um 20 Scheererinnen vermehrt. Diese sind entlassen worden, weil sie sich weigerten, an den Webstühlen zu arbeiten. 21. Oftober in Essen a. d. R. eine Konferenz ab. Die proviforische Tagesordnung lautet: 1. Konstituirung. 2. Agitation und Organisation. 3. Wahl eines Agitationskomitees resp. Vertrauensmannes für den Niederrhein und Feststellung des Sizes desselben. 4. Berathung etwaiger eingelaufener Anträge der Kollegen. Die Metallarbeiter des Niederrhein 3 halten am Der Streik der Buchbinder der Firma Groß in Leipzig ist laut Versammlungsbeschluß am 13. Oftober beendet worden. Die Vertrauensleute: J. A.: R. Krempler. Die erste sozialistische Lehrlingsorganisation ist am Sonntag in Wien ins Leben gerufen worden. In einer Verfammlung beschloß man die Gründung eines Vereins junger Silfsarbeiter, dessen Statuten die Statthalterei bereits genehmigt bat, sowie den Anschluß an die sozialistische Partei und die Theilnahme an der öffentlichen Demonstration, welche Sozialisten zu gunsten des allgemeinen Wahlrechts in Szene setzen wollen. die Auch der Süddeutsche Postillon" in München soll groben Unfug" verübt haben. Der Redakteur Genosse Fuchs wurde mit einem Strafmandat von 25 M. event. 5 Tagen Haft 1000 streifende Bergleute vor Gericht. Der Voss. bedacht. Selbstverständlich hat Genosse Fuchs gegen den Strafbefehl Einspruch erhoben, um seine Einwendungen solchem Bor- tg." wird unterm 15. Oftober von London gemeldet: Das Polizeigericht von Rhondda in Wales entschied gestern einen intergehen gegenüber kund zu thun. Der Ausgang dieses Falles iſt eſſanten Rechtsfall. Die„ Nationalen Zechen" hatten 1000 Berglente für die gesammte Presse in Bayern von großer Bedeutung. vor Gericht geladen, weil sie ohne Urlaub von der Arbeit weggeblieben Der Redakteur der Bergischen Volksfitmme" in Solingen, waren, d. h. einen Ausstand begonnen hatten. Der Vertheidiger Genosse Wilde, sowie der frühere Metteur dieses Blattes, sind der Angeklagten machte geltend, daß die Gesellschaft das mit den von der Anklage der Beleidigung durch die Presse freigesprochen Leuten getroffene Abkommen verletzt habe, weil sie die Siebe zu Obwohl wir nun nicht erkennen tönnen, in welcher Ver- worden. Die Auslagen sowie die Kosten des Verfahrens wurden ungunsten der Angestellten an dem einen Ende einen halben Fuß bindung die Aufgaben der Kreistage mit dem Kaiser und daher der Staatskasse auferlegt. auch mit dem uns abverlangten Eid der Treue zu demselben höher gemacht habe. Der Richter wies infolge dieses Rechts Der Mannheimer Hochverraths Prozeß grundes die Klage ab. stehen, so vermögen wir uns doch nicht der Befürchtung zu ver- gegen Teufel und Genossen ist auf Sonnabend, den 20. d. Wits., grundes die Klage ab. schließen, daß unter Umständen wir nach Abgabe eines solchen verschoben worden. Eides in unserer freien Willensäußerung gehindert sein dürften. Wir legen daher gegen eine derartige Einrichtung Protest ein, und das um so entschiedener, als dieselbe nach unserer Auffassung ein indirektes Mittel zur Einschränkung der Rechte des Volkes bildet. Nach unseren republikanischen Prinzipien bildet das Wohl des ganzen Volkes das oberste Gesez. Es kann daher für uns bei allen unseren Handlungen nur die Rücksicht auf die Interessen der Allgemeinheit maßgebend sein. Erst wenn durch Aufhebung des bezeichneten Eides Gewähr dafür geschaffen ist, daß wir als freie, ungebundene Männer im Kreistag unsere Pflicht erfüllen können, werden wir die uns zu stehenden Sitze einnehmen. Mülhausen, den 8. Oktober 1894. F. Bueb, Reichstags und Kreistagsmitglied. J. Doppler, Kreistagsmitglied. Soziale Lleberlicht. Der schlechte Geschäftsgang macht sich namentlich in der Textilindustrie jüblbar. Eine Teppichfabrit in Delsnig i. V., welche 1000 Arbeiter beschäftigt, hat wegen Ueberproduktion die Arbeitszeit um täglich 2 Stunden herabgesetzt. Die Glasarbeiter in Cerello, wo 600 derselben beschäftigt sind, befinden sich im Ausstande. Nach den uns zugegangenen Nachrichten bemüht sich ein gewisser Rudolf Goldschmidt in Deutschland Glasarbeiter für Cercello zu engagiren. Außerdem soll sich auch ein Agent in Oldenburg erboten haben, von dort aus Glasarbeiter nach hier zu senden. Wir bitten die deutschen Glasarbeiter, sich nicht irre führen und als Streitbrecher für Gerello anwerben zu lassen. Wir rechnen bestimmt darauf, daß sich die deutschen Arbeiter nicht bazu brauchen lassen werden, uns in unserem Kampfe zu schädigen, sondern, daß sie uns vielmehr ihre Unterstüßung angedeihen laſſen werden. Antonia Mayor, Calle Calabrie Nr. 50, 30, 2a, Barcelona, Spanien. Ueber die Arbeiter- Bildungsvereine des Großherzog thums Baden ist im statistischen Jahrbuch( 25. Jahrg. 1892) eine Uebersicht enthalten, der folgendes zu entnehmen ist: Es bestanden 1892 in Baden 33 Arbeiter- Bildungsvereine init zufammen 3357 Mitgliedern. An Jahresbeitrag wurden 1,08 M. bis 6 M. bezahlt und hatten die Vereine eine Gesammteinnahme Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Weberei und von 22 537 M., eine Ausgabe von 19 790 M. und einen Ver- Spinnerei Industria Malaguegna" in Malaga, mögensbestand von 156 426 M. Wie das„ Korrespondenzblatt" 4000 an der Bahl, befinden sich im Ausstand. Die Arbeitgeber mittheilt, gedenkt das Badische Statistische Bureau in Zukunft verlangen die Auflösung des Arbeiterausschusses der Fabrik und auch eine Statistik über die in Baden bestehenden Gewerkschafts- der vor vier Jahren gegründeten Organisation. Außerdem organisationen zu führen. Die Generalfommission fordert die sollen neunzehn Arbeiter der Kunstwerkstatt, die sich besonders in Gewerkschaften auf, dem Bureau durch Zustellung von Material der Organisation hervorgethan hatten, entlassen werden. zur Seite zu stehen. Die Unteriüßung dieses Ausstandes übersteigt die Kräfte der Arbeiterrifiko. Nach einer Meldung der Köln. Zeitung" organisirten spanischen Arbeiter, wie der ganzen Arbeiterschaft. Schule und Sozialdemokratie. Einen interessanten Beitrag Explosion, fünf Bergleute schwer verlegt. Bei den Kanal- lands mit der Bitte, uns in diesem Kampf zu unterſtüßen, damit aus Camen wurden auf der Zeche Monopol" durch eine Deswegen wenden wir uns an die Arbeiterorganisationen Deutschzur geistigen" Bekämpfung der Sozialdemokratie veröffentlicht arbeiten in Bochum wurden zwei Arbeiter verschüttet. Nach wir nicht den hartherzigen Bourgeois unterliegen müssen und die Wünchener Post". In der Einbecker gewerblichen Fortbildungs- angestrengter Arbeit gelang es, einen derselben unverletzt aus unsere Organisation aufgelöst wird, Die oft bewiesene interschule wurden den Schülern von einem Lehrer folgende Thesen über den Sozialismus in Form eines Aufsatzes in die Feder diftirt. Sie dem unfreiwilligen Gefängniß herauszubringen; der zweite Ar- nationale Solidarität der deutschen Arbeiterschaft wird sich auch lauten:„ Warum ist der sozialistische Staat ein Luftschloß? a) In Beinen davongetragen und mußte dem Krankenhause zugeführt beiter hatte jedoch schwere Verlegungen an den Armen und in diesem Falle wieder bewähren. Sendungen sind zu richten an: dem sozialistischen Volksstaate soll jede Arbeit, die schwerste wie werden. die leichteste Arbeit, gleich hoch bezahlt werden. Darum würde Die Differenzen, die in Wurzen zwischen dem Genossen Thiele, dem Drucker des früheren Parteiorgans, und einigen anderen Parteigenossen ausgebrochen waren, sind durch den Schiedsspruch einer Kommission beigelegt worden. feiner mehr die theuere Ausbildung zu einem tüchtigen Beamten Ein Unternehmerverband. Die schottischen Grubenbesitzer durchmachen. b) In einem solchen Staate giebt es fein Ansehen, haben einen Verein gebildet, um den Forderungen der Arbeiter Verantwortlicher Redakteur: 3. Dierl( Emil Roland) in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Antonio Garcia, Quejido, Rue Sadurni 3, I º. Barcelona, Spanien.