Nr-SSS� 37. Jahrgang flusgabe B Nr. IIS Bezugspreis: S«rteHä�tLSO,—•jß�.monatUlO,— 3JB. frei qi» öous, Dotem« ahldar. Dvft- Hwa Mona!!,» 10,— Ml. erv. ftu» �ellunysgeöünr. Unl«r!lr«u>drtt- gedruckkr®ari l.— M.(juläifta jajei •eageOnKtte iBorr«), eOt« lueatce Won 90 Sfg. Slellengeiuche uni> SAlaffteUenanietgen tiae«rite Wov 85 Dig.'»de« weitete Wort 40 Psg. Worte übet 15 Puchstaben, übten'üt itnet Worte. Seueruiiaatuftb'aci W/» Somilien-zinxeiBtn flit Abonnenten geile 2.— M> uoiinicbe anü ge- wer'ichattliche Bereut»- Anteigen 3,- ML die Reite ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Zlnntmet müssen die S Uhr acu tttuag» tm tiountgeichätt, Berlin Sffl 3. Linden- kratze S, abgegeben werden,(beöftnel oon 8 Uhr früh bU 5 Uhr abend«. Zcntralorgan der rozialdcmokrati fchen parte» Deutfcblanda Neüaktion und Expedition: Slv. öS, Lindenstr. 2. �ernivreeber! Amt MortvvlaU. Nr. tülSV— tSIS7. Dienstag., den lA. Oktober 19�0 vorwärts-verlag G.m.d. h», SW. c>S. Lindenstr. 2. pfernlvrechert«tn» Morinvla», Nr.»»7!ia— 51. Kommumstmmchrheit in Halle. Halle, U. Oktober. Mg. Drahtbericht des„Borwärts".) Der Unabhängige Parteitag weift eine starke Mehrheit der Moskowiter auf, 220 zu 158. Der BegrüftungSabeud fand unter dem in riesigen Buchstaben prangenden Motto statt:„E s lebe d i e kommunistische Weltreoolution!" An- wefeud fast nur die Linke, der Parteipor stand fehlte. Halle. 12. Oktober 1020. Mit großer Verspätung begann um 11 Ubr der Parteitag der Unabbängigen. Die Sprliung war schon bei Beginn so weit vor- geschritten, daß man von einer rinheitlichen Partei fast nicht mehr sprechen konnte. DagS zuvor batten bereits getrennte Sitzun- gen stattgefunden. Auf dem Parteitag waren Rechte und Linke streng voneinander geschieden. Bestimmt auf- tretende Gerüchte sprechen davon, daß die Rechte in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen ha>. sofort die Abstimmung über die 21 Punkte zu verlangen und bei Annahme sich als die U. S. P. Deutsch» l a n d t an einem anderen Orte zu konstituieren. Crispie» eröffnet um 1l Mr den Parteitag. Der Parteitag tritt in einer Situation zusammen, die für die Arbeiterbewegung in allen Län- dcrn, auch in Deutschland, entscheidend ist. Oekonomisch hat der Kapitalismus abgewirtschaftet, politisch verfügt er noch über starke Mächte. Aufgabe i>cä klassenbewußten Praletaiuats aller Länder muß ei sein, dem Kapitalismus die politische Macht zu entreißen und emr starke international« proletarische Macht zu errichten. Darguß erkennen.wir die Rarwendigkeit einer starken proletarischen istnurnaitonale. Wir müssen zu dieser Frage Stellung nehmen. El war ursprünglich beabsichtigt, den Parteitag später anzube- räumen. Gi liegen aber zwingende Ztotwendigkeiten vor. die uns gezwungen haben, so rasch wie möglich für unser« Partei die Frage zur Enticheidemg zu bringen. Wir können nickrs tun. wenn wir nicht über d'e letzten Notwendigkeiten der Partei Klarheit haben. Deshalb baben wir zum Ausgangspunkt unserer Tagung Pitz Dritte Internationale und ihre Aufnahmebedingungen ge» nommen. Tie russischen Kommunisten stellen die Frage: Will die deutsch« Unabhängige Sozialdemokratische Partei vestehen bleiben oder aufgehen in der K. P. D. Wer noch einen Ziveifel haben könnte, den wird daS heute aufliegende Pamphlet, das da» Exekutivkomitee an die unabhängigen Parleigencflen richtet iWir besprechen eS an anderer Stelle. Red. d..V.") eine» awderen belehren. Daß dieses Pamphlet ein neuer Bewei» von Hinterhältigkeit ist deutlich ersichilich daraus, daß dieses Blatt tagelang vor- liegt, ohne dem Zentralkomitee zugegangen zu sein. sHört, bört!) Auf seinen Inhalt will ich Nur insoweit eingehen, alz er klar beweist, daß die lluabbängige Partei bei Annahme dar Be- dinguygen zu bestehen aufhört. Damit ist die Frage klargestellt und wir antworten auf diese Frage ebenso klar. sSehr gut!) Ich zweifle nicht daran, daß die U. S. P. D. auch aus diesen Stürmen ungebrochen hervorgeht und mit unbeugsamer Kraft ihre Aufgaben für da» Proletariat erfüllen kann.(Beifall rechts.) In diesem Sinne erkläre ich den Parteitag für eröffnet. Ueber die Wahl der Vorsitzenden und des Bureaus wurde eine Vereinbarung getrofsen. daß von jeder Richtung«in Vor- s: tz e n d e r vorgeschlagen werden soll und da? übrige Bureau der Partei ebenfalls v a x i t ä t i f ch zusammengesetzt werden soll. Zu Vorsitzenden werden D i t t m a n n von rechts und Braß von links gewählt. Hierauf folgt dt« Wahl der Schriftführer, je drei von jeder Seite, und der Mandatsprüfungskommission, auch! je vier von jeder Seit«. Tie Rechte schlägt vor. die Stellung zur Internationale gleich als ersten Punkt zu bebandeln, da erst nach dieser Entscheidung da? andere beraten w-rden könne. Adolf Hoffmann widersprach namen« der Linken und bat, diesen Vorschlag der Rechten a b z u l e h n e N. Der Antrag der Rechten wird mit 251 gegen 174 Stimmen abgelehnt._ Ein verwerflicher Streik. Wie au» Chemnitz gemeldet wird, sind wegen des Aus- stände» der städtischen Arbeit« d'e Aerzte und Zahnärzte in den„Abwehrstreik" getreten. Wie stehen nicht an. diesen Streik der Aerzte aus daS entschiedenste zu verurteilen. Er bedeutet eine P r o v o- kation der Arbeiterschaft und wird nur neue Erre- g u n g schüren, anstatt die Möglichkeit zu Verband! un- che n zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu eröffnen. In Streitigkeiten der Arbeiterschaft mit den Arbeitgebern. die noch dazu— wie im vorliegenden Fall«-r rein wirtschaftlicher Natur sind, hat die Aerzteschaft die selbstver- ständliche V flicht, sich neutral ,u verhalten und ihre arzt- lilbe Hilfe niemandem zu entziehen. Wenn dieser Grundst-tz nicht zur allir'rndin gültigen Regel erhohen wirb so könnten wir uns eines Tagcs dem angenehmen Zustande gegenüber sebem daß der Arzt vor Behandlung des Vatienten von dieiem d'e ftn-flech? i-nd förmlich' Ablegung eineS p o lit i l ch. n Slsuhensbekenntnisses verlangt und im Fall einer Verweigerung ihn hilflos umkommen läßt. Wohin diese Methode führt, braucht also nicht naher aufgeführt zu werden. Wenn die Aerzte zu derartigen Mitteln greisen, um der kämp- senden Arbeiterschaft in den Rücken;u fallen und daS Unter- nehmertum zu stärken, lo brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn die Arbeiter ärztliche Hiiuveise auf die Notwendigkeit von Gas, Wasser und Elektrizität zu Operationen usw. als elende Heuchelei bezeichnen. Die Aerzteschaft sollte sich hüten, durch unüberlegte Handhabung deS StrcikmittclS in den Massen neue Verbitterung hervorzurufen. Ausstand in Planen. Plauen i. B., 12. Oktober. Die Arbeiter der städtischen G a S- werke und des städtischen Elektrizitätswerks sind heute früh auf Aniveisung ihrer Verbandsleitung in den AuS- stand getreten. Wilder Streit in Mitteldeutschland. Halle, 12. Oktober.(TU.) Auf de« bei Oberröbling ge. legenen Braunkohlenwerlen der R tob«Ischen Montanwerke ist gestern früh ein wilder Streik ausgebrochen, an dem 15 000 Bergleute beteiligt sind. Tie Arbeiter fordern unter anderem die sofortige Ueberlassui�g von zwej Morgen Ackerland an jeden verheirateten Bergmann. Die Gewerkschaften und die Bergarbeiterverbände haben mit dem Streik nichts zu tun. Jmmct noch Ausnahmegerichte. Dessau, 12. Oktober, vor einem AuSuahmegericht Hegann heute unter de« Borsiy de» LaudgerichtSdirektorS Dr. Ernst der Prozeß gegen die Rädelsführer des Köthener Putsch es, gelegentlich dessen die.Liäterepublik Kothen" anSge. rufen wurde. Angeklagt sind 20 Personen, darunter der zeitweilige Ziorsitzeude des Köthener VollzugSrate», Prwatlehrer Berg. « Tie heilige Justiz in Badern. Die Münchcner Polizei der» haftete gestern nachmiftag drei jugendliche VersammlungSdeil- nehmer, die sich bei idey Proteswersammlungen gegen die Berurtci- lung Eiseniberger« besonder» hcrvorgetan hatten. Wir be- wundern den scharfen Spürsinn der Polizei, der sich leider im Kampf gegen die R echt sbo lsch ew i st e n bisher noch nickst be- merlbär gemacht hat. Wieviel von- den Attentätern Dr. Hirsch» felds sind bereits verhaftet? Lebensmittelkunügebung kn Sraunschweig. Gestern nachmittag veranstalteten hier mehrere tausend Ar» beiter und Angestellte eine Kundgebung gegen die Kartoffel- n o t und gegen die Wucherpreise. Eine Abordnung begab sich zum Ernährungsmini st er und erklärt«, daß die arbei- tende Bevölkerung Braunschwcig». wen« sie nickst zu erschwinglichen Preisen mit den nötigen Kartoffeln versorgt werde, zur Selbst- Hilfe greifen und sich die Kartoffeln zu angemessenen Preisen mit Gewalt verschaffen werde. Der Minister versprach, einen drin- g e n d e n Appell an die Kartoffelproduzenteo zu rich- tcn und nochmals bei der R e t ch s r e g i« r u n g vorstellig zu werden. Für gestern hoben sich die Demonstranten mit dieser Ant- wort deS Minister» zufrieden gegeben und von weiteren Maßnahmen Abstand genommen.__ der Polenputsch in Litauen. Warschau, 12. Oktober.(Telunion.) Am 11. d. M. kam m War. schau ein Funkspruch der polnischen Jnsurgentenarmee General Szclegowski und der„vorläusig regierenden Kommission Mittel-LitauenS" an. Diese Kommission schlägt der Kommission der polnischen Republik vor. Hrt und Zeit einer Zusammen? kunft von beiderseitigen Delegierten festzusetzen� um alle Unklar- heften zu beseitigen. Grodno, iL. Oktober.(Teluniyn.) Am 7. d, M. fand in O r a n q eine Sitzung der Vertreter deSPölkerbundeS mit den pol. nifchen und litauischen MilitärbefehlShabern statt. AIS militärischer Sachverständiger der Böfferliga nahm General Durand an den Beratungen teil. Die Mitglieder der Völker- bundskommission schlugen vor. daß die Eisenbahnstation� Orany Polen zugeteilt, die Stadl selbst aber neutralisiert werden soll. Ebenso soll statt der Fochlmie eine neue Grenze geschaffen werden. Der Vorschlag der L'tauer, eine litauische Division durch Orany zu transportieren, wurde von den polnischen Vertretern ab- gelehnt. Poris, 12. Okteber. Nach dem„Echo de Paris" haben die französische und die englische Regierung beschlossen, mit Rücksicht auf die Besetzung von Wilna durch deu General Zelegowski eine Rote nach Warschau zu sendea. in der dl« Polen aufgefordert werden, in der Grenzsrage ein größeres Entgegenkomme« zu zeige«. Hallenser Vorpostengefecht. Halle, 12. Oktober.(Eigener Dralstbcrickt des„Tor- wärts".) Der Parteitag der U. S. P. wurde heute durch eins kurze Ansprache Crispicvs eröffnet. Erispien brachte zum Ausdruck, daß der Parteitag sich frühestens entscheiden müsse. ob die U. S. P. ihre historische Mssion bereits erfüllt habe oder ob sie weidore Etsistenzbereckstigitng habe. Er besprach hierbei ein heute morgen den Delegierten in die Akteninapve gelegtes offenes Schreiben des russischen ErehiiivkomitteS. in dem den Unabhängigen ausdrücklich vorgeschrieben wird, daß sie sich schleunigst in der Äoniinunistischan Partei a u f z u- lösen haben. Ueber die Wahl deS BuxecmS war eine Vercinbaruug zwischen beiden Parteirichtungen erzielt worden, so daß der Vorstand und die Mandatsprüfungskommissiou paritätisch aus beiden Richtungen zusammengesetzt wird. Dittmann und Braß-Rem scheid sind Vorsitzend», des Parteitages. Vor Eist- tritt in die Tagesordnung kam«S zur e i st.e n Kraftprobe- Es wurde von der rechten Seite beantragt, die Frage der Internationale an die Spitze der Verhondlungsgegeu- stände zu setzen, während die Kommunistische Linke verlangt. daß erst der Geschäftsbericht regelrecht erstattet werde. Die Absiimmuna ergab, daß 174 Stimmen für den Antrag der Rcchlen.?51 gegen ihn stimmtest. Dabei wurde, testgesicllt, daß nach der Vorschrift der Aentrallommission nur 883 Dr., legierte anwesend sein dürsten', es haben also weit mßhr gestimmt oder sind viel mehr gezählt worden, als stimmberechtigt sind. Ta ober auch im Falle, daß man alle Möhrstimmen von den Linken abrechnet, doch noch 208 gegru 174 bleiben, so wäre die Rechte in jedem Falle unterlegen. Es wird dann in die Erledigung der TageSordmmg eing treten, Luise Z i e tz erstattet den Geschäftsbericht, den sie gleich von vornherein zu einer heftigen Anklagerede gegen die rechtssozialistische Ministerwirtfchast, gegen die„neuen GallifetS" NoSke und Bauer, die auf die Arbeiter haben schieß ni lasten, macht. Die Reckte und Linke ist straff orgasiisiert. sie ist im Saale getrennt gesetzt, xeckts von der Bühne sitzt die Rechte und links die koinmunistische Linke, so daß bei jeder Abstimmimg genau zg erkennen ist, welcke Gruppe für oder gegen stimmt, sie halten getrennte Sitzung en ab. « Di« ,3ioU Jahne" veröffentlicht heute das vom E x e k u t i v k o m i t e e der Kommunistischen Internationale an den Parteitag in Halle gerichtet« offene Schreiben. Dieses besteht aus elf Abschnitten, die so umfang- reich sind, daß die„Rote Fahne", obwohl sie mehr als. die Hälfte ihres Raumes dafür opfert, zunächst nur die ersten fünf wiedergeben kann. Etwas Neues enthält das Schreiben nicht, es bringt nur eine nochmalige langatmige Begründung des Moskauer Standpunktes gegenüber dem rechten Flügel der U. S. P. Das Schreiben verfäb-rt nach der bekannten Moskauer Taktik, die Masten gegen die Führer außzuspstlen und aufzu- betzen. DaS geschieht teils durch Schmeichelei gegen die Masten, teils durch Defchimpfimg der Führer. Schmeichelei, wenn gesogt wird, daß die-Teilnahme der Dittmann und Erispien am Kongreß der Driiden Internationale eigent- lich„eine Schande" gewesen sei, daß man sie aber auS „Achtung vor den Arbeitern der U. S. P." doch zugelassen habe. Die Führer deS rechten Flügels bekommen einige dutzsnd- mal zu hören, daß sie Renegaten, Gegenrevolutio» näre. feige kleinbürgerliche Diktatoren. opportunistische Oberschicht usw. sind. Mit be- sonderer Wut polemisiert das Schreiben gegen Kautsky, die Arbeiter der U. S. V. werden aufgefordert,„daß Ihr Euch zu KautSky selbst mit»er Verächtlichkeit verhaltet, die dieser alteR en« g a t verdient bat". Nicht besser ergeht es der„Freiheit" und ihrem Chefrebakteur Hilfer- ding. Die„Freiheit" wird genannt„ein kl e i n b ü r g e r- liches Blättcken. da? wutschnaubend gegen die Sowjet. macht kämpft und die Arbeitet mästen langweilt und niederdrückt". Immer wieder betont das Schreiben, '-'ß d-e Dr'tte Infernationale durch Äufnabme der Hi'lstrding. Erispien, Dittmann sich nickt aufweichen lassen wolle, daß aber die Maffen willkommen seien. In der Sache protestiert das Schreiben gegen die zu frühe Anberaumung des Hall-nstr Parteitages. Die Dritte Inhr- Nakiovale habe für die Diskussion ihrer Beschlüste jeder Partei mindestens vier Monate Zeit losten wollen, die Dittmann und Hilferding hatten aber nur 3—4 Wochen Zeit gelösten, das sei„bewußt« Gaunerei". Ebenso hätten die rechten Führer der U. S. P.„syste- maiisch und frech die Bedingungen entstellt und g e- fälscht". Proskriptionslisten seien von Moskau nicht auf- gestellt worden, man wolle im Gegenteil bei der Aufnahme Ausnahmen für diejenigen einzelnen Personen machen, die bisher dem„Zentrum" angehörten, aber jetzt„ihre Fehler anerkennen". Es könne auch Mitglied der Dritten Jnter- nationale b'eiben, wer.in einzelnen organisatorischen Fragen nicht übereinstimmt, nur der müsse ausgeschlossen werden, der die Bedingungen als Ganzes ablehnt.— Damit soll offenbar den jetzt noch schwankenden Elementen der 11. S, P. eine Brücke gebaut und die Isolierung des rechten Flügels vervollständigt werden. Welchen Erfolg das Schreiben hat, wird sich ja sofort zeigen. » Dieselbe Nummer der„Noten Fahne" bringt noch eine ähn- liches Schreiben an die K. A. P. D., das natürlich auch darm gipfeln daß die K, A. P. D. in die K. P, D, eintreten soM Den K.-A.-P.'D,- Leuten wird aber dabei viel Honig um den Mund geschmiert und ihr»revolutionärer Eifer" mit Lobcswortcn anerkannt. Für Moskau. Hannover, 12 Oktober.(211.) Auf dem Norddeutschen Ve- zirkstag der U, S. P. in Peine wurde mit 84 gegen 8 Stimmen der sofortige Anschluß an die Tritte Internationale beschlossen. fflt Sie Einheitsrepublik! Lasset, 12. Oktober. (3. S i tz u n g s t a g.) Aus dem Parteitag eingegangen ist weiter folgende Resolution über die Einheitsrepubltl. Der wirtschaftliche Wiederaufbau Teutschlands und die Neuordnung deS durch die KrirgSfolgcu aufs schwerste crschütter- teu Reichshaushalts sind nur unter Mitwirkung aller Volks- kräfic in einem auf demokratischer Grundlage ruhenden, e i n h e i t> lich geleiteten Staatswesen durchzuführen. Ter Parteitag bekennt sich daher zur Forderung der eine» und unteilbaren Deutschen Republik. Deu nach dem Willen ihrer Bevölkerung in der Deutschen Rcpu- blik auf Grund von Stamme? eünheit oder Wirtschaft- licher Zusammengehörigkeit zusammengeschlossenen Ländern ist zur Ordnung ihrer eigenen Angelegenheiten im Rahmen der Reichsverfassung volle Selbstverwaltung zu gewähren. Die auswärtige Politik ist ausschließlich Sache des Reiches. Der Parteitag verurteilt alle separatistischen Be- strcbuugcn auf das schärfste und erwartet, daß die Arbeiterklasse i,, r" n Teilen Deutschlands auch fürderhin bereit sein wird, die E i n- t,.it der Republik gegen jeden Absplitterungsver- such mit allen Mitteln zu verteidigen. Vorsitzender Hermeinn Müller eröffnet die Sitzung. Tie Ausspriche über den Vorstandsbericht, über inner« und äußere Politik und über die zahlreichen dazu vor- liegenden Anträge wird fortgesetzt. Buchwitz-Görlitz führt Klag« über Versäumnisse des Partei- Vorstandes bei der Vergebung von Agitation? Material und fordert baldige Wiedereröffnung der Parteischule. Eggerstedt-Kiel: Seit heute werden wir etwas im Schatten stehen, denn Halle 'wird die größere Aufmerksamkeit auf sich lenken. Gönnen wir den Radikalen diesen Ruhm, wir sind froh, daß für uns die Zeit der Kriegsirrunge« und Revolutionswirrungen überwunden ist. Wir waren seltener einheitlicher und geschlossener als jetzt. Noch vor den Wahlen Hai wohl manche? von uns die U n- abhängigen wegen, ihrer günstigen Stellung beneidet, heute würde mancher von Halle gern nach Kassel kominc.>(Heitere Zustimmung.) Alle, die von Halle kommen, heiß?'- w'r herzlich willkommen, aber wir wollen ihnen keine putrn Woree geben. In Kiel sind in der lcptrn Z'it täglich etwa 20 Unabhängige zu unö üborgctrcten.(Prabo!) Vor allem sind es die älteren Ge- nosscn, die zurückkommen. Ihnen wollen wir keine Schwierigkeiten in den Weg legen, aber die unabhängigen Führer können wir noch Kohle. Von Artur Zickler. Tie Straße hinunter fegt der Oktoberwind. ES ist dämmerig und kalt; ein Hund, der vor einem Lumpenivagen kauert, winselt traurig vor sich hin. Aus einem Friseurladen, dessen Messingbecken bei jedem Windstoß gcgeneinandcrschlogen, fällt ein armseliger GaS- lampenschein ins Graue. Tie Menschen, die die Straße herunter- kommen, sind heftig und haben bekümmerte Gesichter.. Heim...! Tie Trevpenflure sind dunkel, lue Holzstiegen ächzen. In der Stube hängt ein kalter böser Dunst. Ich öffne das Fenster. Auf der Straße rumpelt ein träger Wagen; die Fenster des gegenüberliegenden Hanfes sind finster und verhängt, nur ein- mal husch: ein flackernder Lichtschein wie von einem Streichholz aus, wirst eine verzerrte menschliche Kontur gegen die Gardine und 0 ist schon wieder weg. Schließlich ist der letzte Rest von Tageslicht verflogen, eine Laterne wird angezündet und legt den Schatten des Fensterkreuzes an die Zimmerdecke. Ich suche Streichhölzer und will die Lampe anzünden. Die Flamme, wird sofort klein, wabert und lischt, nur der Docht glimmt und kohlt noch ein wenig. Kein Petroleum mehr. Wen ich jetzt Licht hätte, etwas Wärme und ein Buch, ich wäre so glücklich! Hinter dem Ofen ist noch ein Kistendeckel, den breche ich auseinander, bausche eine Zeitung zusammen und lege das Ganze ins Feuerloch. Dabei finde ich noch drei Briketts, ich streichle ihre glatten Ränder, zerschlage sie an der Stuhlkante uns lege die Stücker. sorglich auf das erwachende Feuer. Wenn es nur brennen will! In der Esse heult der Zug. Das Papier sinkt schon schwarz 'zusammen, aber das Hchz fängt an den Ecken schon zu prasseln an. und wenn ich die Hände ganz nahe heranhalte, kann ich sogar schon Wärm« spüren. Wie schön ist doch da» Feuerl ES lebt und hat Seele, wie es da so atmet, blau und grün, rot und weiß und gelb. Es leckt um die Preßkohle, legt sich lüstern an sie an und dann saugt es an ihr, läßt sie nicht mehr los und faucht vor Freude. Tann sitzt die Flamme wieder ganz still aus der Kohle, welg und still wie aus einer Kerze. Die Flamme denkt. Denkt wie ein Mensch, der mitten in der Hast und hier des Gegcneinanderlebens eine Stunde hat, wo die Leidenschaften von ihm abgefallen sind und er nichts mehr in sich fühlt als die Sehnsucht inach der fernen Quelle seines Seins, die er nicht kennt oder seit Fahrhunderten vergesicn hat, und die er doch m solch einer Stunde rauschen hört. So denkt und sinnt die Flamme auf der Kohle an ein Jahrtausend voll unerbörlcn Lich.», wo ein« heiße große, weiße Sonne Riesenwälder aus der kochenden Erde trieb, Wälder unsagbaren DufteS und seltsamen buntes Leben? voll. Wälder, die m der eigenen Fülle versanken und in der eigenen Lebenshitze verbrannten. Dann lebte eine kühlere Weli eine ganze Zeit entbehre».(Zustimiwinig.) Wenn die Massen zu uns kommen, dann werden dre Führer den Weg ganz allein finden. Die alte Monopolstellung in der Arbeiterbewegung, die wir nun nneder haben, legt eine schwere Verantwortung auf unsere Schultern. Wir müssen alle Machtpositionen ausnützen, auck in der Regierung. Jetzt sehen die Genossen, was unsere Minister alles verhütet haben. Je mehr war die Abstinenzpolitik der Unabhängigen bekämpfen, desto mehr aktive Teilnahme fordern die Genassen von uns. Aber natürlich können wir nicht zusanimen msi den Deut sck> nationalen oder der� Deutschen Volkspartei eine Negrerung bilden. Unsere Mitglieder dürfen niemals die Fühlung mit den Massen verlieren, dann würden auch Bücher, wie da»..Von Kiel bis Kapp", u n g e- schrieben bleiben. Ein solches Buch ist nur zu verstehen aus einem Gefühl der V e r ä r a e r u n g. heraus.(Widerspruch N o S l e S.) Franz- Waldenburg: Wir haben Bedenken gegen eine Bei- t r a g s e r h ö b u n g. ES ist ja erstaunlich, daß wir eine Viertel- Million dem Vermögen zuführen können, aber das darf nicht ge- schehen auf Kosten der B.ldungsarbeit. Leber- Ftna: Wenn wir vom Parteivorstand immer neue Ausgaben verlangen, müssen wir auch hie Beiträge ent- sprechend erhöhen. In Thüringen ist gewiß nicht alles so. wie wir es wünschen. Aber wir müssen doch bedenken, daß ganze Wahl- kreise geschlossen zu den Unabhängigen übergetreten sind. Die Scharte der ReichStagswahl haben wir bei der LandtagSwahl wieder ausgewetzt Die Unabhängigen verloren 430 Stimmen. Wäre das nicht geschehen, so hätten wir auch im neuen Groß- Thüringen eine sozialistische Mehrheit. Schönfclder- Hamburg: Die Kampfgemeinschaft während der Kapp-Tage eröffnete neue Aussichten, uno um so größer war die' Enttäuschung, als diese gemeinsame Kampffront bald wieder verfiel. Wir glauben, daß die gegenwärtige Regierung kein allzulanges LcbcnsaUer mehr bat. aber wir müssen die Gesetze des Handelns bestimmen. Dem Treiben für die Diktatur des Proletariats setzen wir da» B.kenntn.Z zur Demokratie entgegen. Heinrich Schulz: In der Partei bestehen keine MeinungSverschiedenheilen über unsere kulturellen Verpflichtungen. Tie Pflege von Bildung und Wissen ,- Hebung und Bereicherung des proletarischen Lebens gelten uns immer als selbstverständliche Aufgaben. Im Welt- krieg mußte unsere Bildungsarbeit leider völlig eingestellt werden, aber wir babcn sie jetzt mit neuem Mut und neuen Möglichkeiten wieder aufgenommen. In der V o l k» ho ch s ch u l b e w eg n n g können wir mit Organisationen anderer Weltanschauung zusammen- arbeiten, soweit nicht unser Höchstes, die Erziehung zum Sozialismus, in Betracht kommt. Ein großer Fortschritt wären Volkshochschulen, die im enggeschlossenen Kreise auf die Weltanschauung eingestellt sind. In der Jugendbewegung zeigt sich gleichfalls neuer Geist und neues Leben. Auch die I u n g s o z i a I i st e n von 18 bis 25 Jahren erfüllt neue Sehnsucht und neuer Wille. Sie haben den Kultnrzusammenbruch des Wclckrieges mitgemacht. Geben wir ihnen den Glauben, daß sie im Rahmen unserer Partei eine neue Welt aufbauen können. Die deutsche K u n st und Wissenschaft stehen in ernster Gefahr der Verelendung und geistiger Auszehrung. Das wäre zugleich eine ungeheure Gefahr für die deutsch? Wirt». schast. Aus den höheren Schulen wiro das Schulgeld erhöht, in den Volksschulen kat sich die K l a s s e n s r c q u e n z gesteigert. Das sind furchtbare Zustände sür eine dcniokratische Republik. Da? durch den Sozialismus geläuterte Kulturidcal in der Welt voranzutragen, ist das idealste Ziel unserer Mitarbeit im neuen Deutschland.(Leb- hafter Beifall.) Brctthorst-Brieg: Wir sind heute in freudigerer Stimmung als in Weimar. Unser Kampf gegen den Unverstand der Massen ist im Grunde schon gewonnen. Der Burgfrieden in Oberschlesien wird von den bürgerlichen Parteien vieksach mißbraucht, um uns zu beschimpfen. Wir sollten auch für O b e r s ch l e> i e n nicht gemein- sam mit den Deutschnationalen demonstrieren. Ein Schlußantrag, begründet von H u g- Bant, bekämpft von Bi e st e r- Hamburg, wird gegen wenige Stimmen ange. n o m m e n. (Fortsetzung in d«r Morgengusgabe.) August Stein gestorben. Herr August Stein, der langjährige Vertreter der„Frankfurter Zeitung" in Berlin, ist beute im Airer von 69 Jahren gestorben. In ihm verliert die deutsche bürgerliche' Journalistenwelt einen ihrer bekanntesten Vertreter. i ....___________________.. über ihnen, ein Leben, daS sich schließlich zu der versunkenen Ver-> gangenheit hinabgrub. um von dem Uebcrfluß gespeicherter Wärme � binauf an seinen kalten Tag zu holen. Nun steht das kleine weiße Licht und weht seinen warmen Atem gegen kalte Kacheln und i frierende Menschenhände, weht und denkt an die große Mutter-; flamme, von der sie stammt und nach der sie sich sehnt, wie kein Mensch sich sehnen kann... Sie sehnt sich zu Tode; denn auf einmal ist sie nickt mehr da, nur die Asche glüht noch rot. Vor ihr aber sitzt ein Mensch, der vergebens in sie hineinbläst und nickt weiß, woher o:c Träne kommt: vom Elend oder vom Rauck o>?cr von der Scham, zu einer Nasse zu ge- hören, die das Feuer nur zur Menschcnvernichtunzzu brauchen weiß. Ein Mcrlin-Drama unserer Tage. Ans Bremen wird uns geschrieben Satans Sohn, Schansvel in 9 Vorgängen von Jobannes Wiegand, erlobte' im Schanfpielhanse am Oste.r-; tor seine Uraufführung. Das Werk ist ein großangelegter Versuch 1 die tiefe Verderbnis und innere wie äußere Berworrenheit unserer i Zeit in dramatischer Form zur Darstellung zu bningen, indem die■ Erlösersehnsucht eines reinen Menschen sich an ihr entzündet unö ihn dahin hringt, mit der Kraft seiner Liebe in diese Welt voll Haß Wärme und L'cht hineinzutragen. Sein sterbliches Tieil geht bei diesem Wagnis zugrunde, aber sein unsterbliches, der reine. Wille, triumphiert in Merlins letztem Atemzuge über die Pläne und Verlockungen seines Vaters, der kein anderer ist als Sarau, und der die Söünsche seine? SobneS nur darum erfüllt hat. um seinem WeltzeritörungSplan durch ihn die Krone in Gestalt völliger- seelischer Vergiftung aufzusetzen. Eine symbolische Bedeutung i wohnt also den dargestellten Vorgängen inne: der Kamps der ewig verneinenden Gewalten in der Menschcnbnrst mit der ebenso| ewigen Güte und glaubenden Schaffenslust. Ein'n ganz eigentüm- liehen Reiz der Neuheit gibt der Einfall, das Werk mitten in die lebende Gegenwani hincinzustellen: gerade die sinnbildl.ch verdich- teren Szenen aus dem wilden und steuerlosen Treiben unserer Zeit wirken von dor Bühne her am krartigsten. sinnlichsten und wahrsten. Die Ausführung war mit stilistischer Konsequenz durchgeführt, der sinnbtldl.che Charakter durch die Anordnung der Beleuchtung, die alles ww Visionen erscheinen ließ, vortrefflich herausgehoben. Das Publikum folgte der Dichtung mit-steigender innerer Teilnahm-, die sich am.Schluß in einem Beifallssturm entlud. W. K. llthman» zu Ehren! In dem Riesenkuopelbau der Jahr- hundenhrlle in Breslau hatte sich am Sonnlag eine viel- tausendköpsige Zuhörersckast eingefunden, um den am P. Juni d. I. erfolgten Heimgang des verdienstvollen Arbciteriängers Gustav Ad U t b m a n n durch Aufführung einer rerchhalligen Auswahl aus Seinen Werken� zu begeben. Die den Bezirk Breslau bildenden Zereine de§ Deutschen Arberter-SärlgerbundeS waren mit einer stattlichen Hcerschar aufmaricknert, um unter der sicheren Führung von Franz sselm ihre Ausgabe in durchaus gelungener Weise zu er- ledigen. Männerchöre, die naturgemäß den Hauptsiamm des Pro- gramms ausmachten, wechselten aufS wirksamste mit Frcrnenchören und folistischen Darbietungen.-cd. Miniftertrauung mit Hindernissen. Wie wir jetzt erst erfahren, war die Trauung des Ernäbrkings- Ministers Dr. Hermes mit der Nichte des Zemrumsabgeordnewn T r i m b o r n, die vor einigen Tagen in der Steglitzer täihölischen Kirche staltfand, von einer eigenartigen kleinen Demonstranr-n. de- gleitet Während der Trauung hatten sich draußen e m p ö r: e Hausfrauen eingefunden, die mit der leben»mi:re!verteuernden Politik des Ernährungsministers, wie die meisten städtischen Haus- frauen, höchst unzufrieden sind. Sie begleiteten den kirchlichen Vor- gang mit erregten und nicht immer salonfähigen kritischen Be- merkungen über die Wirlschafispolitik des Herrn Hermes. Dieiem erschien die Situation so kritisch, daß er die Kirche durch eine Hintertür verließ, um mit seinem Auto schnellstens davonzu- fahren. Seine bekannte Autoanschafsung aus Mitteln der Dünge- mittel-Ausgleichskass« hat sich also bezahlt gemacht. Die Entstbäüipunosfrage. Baris, 12. Oktober. Wie der Sonderberichterstatter de?„Matin" aus London berichtet, hat der belgiiche Ministerpräsident D el a- c r o i x Lloyd George gestern den Vorscklag gemacht, in kürzester Frist in Brüssel ein« Sachverständlgenkonferenz, also gewissermaßen einen Wiedergutmachungsausschuß, zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenzurufen, um gemeinsam mit den interessierten Finanzministern die Entschädigungs- frag e n zu beraten. Ter Vorschlag zu dieser Konferenz sollte alsbald auf einer gemeinsamen Konferenz der Regie- rungSchefs beraten werden, um zu einem endgültigen Beschluß zu führen. Zu beiden Beratungen solle Deutschland eingc- lade» werden. Tclacroix glaubt, daß die englische und dw französische Regierung seinen Vorschlag annehmen werden Der Be» richterstatter bemerkt jedoch, daß trotz dieser Lage die sachlichen MeinungSverschiedenheiien darüber fortbestehen, ob man zur Festsetzung einer Pauschalsumme gelangen oder die von Teutschland zu zahlende Entschädigungssumme chne Rück» ficht auf die finanzielle und politische Möglich- keit festsetzen solle. Aushebungen in Rußlanü. Moskau, 12. Oktober. Der Rat der Volkskommissare für Arbeit und nationale Verteidigung hat eine Bekanntmachung er- lassen, wonach alle Bürger Sowietrußlands, die in den Jahren 1886, 1887 und 1888 geboren sind, mobilisiert werden. Kein Emreiseverbot für Rathrna«. Wie unS von bestunter- richterer Seite mitgeteilt wird, bestätigt sich die durch WTB. ver- breitete Nachricht, der zufolge der englische Innenminister Rathenau die' Einreise verweigert habe, n i ch l. Rathenau begibt sich viel« mehr nur deshalb nicht zur Wirtschafiskonserenz nackt London, weil er wegen der Tagungen des WirtschaftsraleS hier unab- köminlich ist. Demgegenüber behauptet die englische Presse nach wie vor, daß Rathcnau die Einreiseerlaubnis verweigert worden sei und kritisiert diese Tatsache teils zustimmend, teils ablehnend. ES wäre wünschenswert, wenn endlich Klarheit in die Angelegen- heit käme. Rechtsanwalt Lamp wegen Dynamitvergehens verhaftet. Der aus dem Weißenfeer Kommunistenprozetz bekannte Rechtsanwalt La in p in Elberfeld ist wegen Dynamiivergehen» berhaftet worden. Er soll mit der Sprengung eines Briefkastens(?) in Ver- bindung stehen. Der Kommunist Schüller in Remscheid ist erneut verhaftet worden. Richtigstellung. Heinrich Brandler crsuckt uns um Aufnahme folgender Richtigstellung: In der Freitagnummcr des„Vorwärts", 'Abendausgabe, bringen Sie in dem Ariikel:„Der Betriebsräte- kongreß" als Ausführung BrandlerS:„Wenn die Kommunisten nicht den Staat zertrümmern können, dann wellen sie wenigstens die kleinere Aufgabe löfen und die Gewerkschaften zertrümmern." Ter Berichterstatter, der Ihnen dies mitgeteilt hat, behauptet b'-ermit das gerade Gegenteil von dem, was ick aul dem Betriebs- rätelongrsß ausgeführt habe. Ich habe in meinem.Korreferak ous dem BctriebSrälekongreß d'cle Auffassung als unkommunistisch be- kämpft. In unseren Leitsätzen, wie in meinem Korreferat und Schlußwort habe ich wiederholt nicht die Zertrümmerung der Ge- werkschaftcn, sondern die Eingliederung der Gewerkschaften in. den revolutionären Kampf gefordert. Tie Feuerbestattung in Deutschland. Die deutschen Krema- tonen hatten, wie.„Die Flamme" miiieilt, im August 1926 1177 Einäsckerungen auszuweisen(gegen 1108 in 1919). In den ersten 8 Monaden des lausenden Jahres' wurden 11 143 Einäscherungen gegen 11 166 im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres'be- wirkt. Die Gesamtzahl der bisher in den deutschen Krematorien vorgenommenen Einäscherungen beträgt 146 699. In Berlin ist der Andrang zu dem Krematorium in der Ge- richisstraße dauernd groß. Der Bau eines zweiten Berliner und eines Wilmersdorfcr Krematoriums dürften der wachsenden Zu- nähme der Einäscherungen gerecht werden. Die Regelung der KunstauSfuhr in Frankreich. Das neue Kunstaussuhrges?tz ist jetzig in Kraft getreten Kunstwerke von natimtnlem Interesse bedürien zur Ausfuhr der Genehmigung deS IlnterrichtsmlnisteriumS. Unter dle>e Bestimmung fallen Möbel, d'o vor 1836 entstanden, und Werke von Künstlern, d e länger als 26 Jahre tot sind, sowie Ausgrabungen aus französi'chem Boden. Die zurückgehaltenen Werke können vom Staat erworben werden, die zur Ansfulr zugelassenen, werden versteuert: zu 15 Pro.z. bei Werten bis 5666 Fr., 26 Proz. bis 26 000 Fr., 25 Proz. bei Werten über 26 666 Fr. Theater. In ber Volksbübne wird in Abönderuna de? Spiel- � Plans am Mittwoch 7'/, Ubr CalderonS„Richter von Zalamw* geipielt. Vorträge. Mittwoch findet der Vortraasabend von Miete Möller im Mei'teiiaal ttott.— In der Pchchologiichen We'elllchajt spricht Donners- lag 8 Uhr im Pichorr-Biän. Tanenyicnslr. 18. Dr. Mall über„Ateürach- iorscbunq und Homoseyualiiät*. Gastlarten zu 2 M. sind bei Dr. Moll, Kurjürslcndamm 45, zu haben. Muslkchronik. Richard Tauber ist am Deutschen OpernbauZ iür zwei weitere Auftreten, und zwar in„ nnie Weile von Fritz Lissauer, Richard Wintzer und Hermann Luchai zur Uraui- sührung. Gespräche mit Einsteilt. Alexander Moizkowski v-rvffentlicht in Kürze«ine Reihe von Nelprächen. die er im Lauie langjährigen ireund- lichen Perlehrs mit Albert Einftem hatte. Die Gespräiiie bebandeln die Rclativliätslbeorie. ein neues Weltspstem und viele ander« Probleme, die mit der Einileinschen Theorie in Verbinbung stehen. Der Urweltiorscher Ct'o Hauier lünt unier dem Titel„Ins Paradies des llrinenichen, 95 Jahre im Oicnste der Borwclliorichiing- bei Hofimann u. Campe iHambnrg-SeUin) ein neues illuilrierles Werk ericheinen, eine Uebersichl über sein gesamtes, erjolgrciches Zchafien, das be» kannlich duich die Ausfin'ung der Urmeuichilelkl e des llomo dlouaro- riensis und Aurignacensis gekrönt war. Es gewädrt zum ersten Maie einen genauen Einblick in alle Einzeiheiteu der Täliatcit. der Ersorderuisse und Pflichten, die mit derartigen Ausgrabungen verbunden find und cn!- bätl wertvolle Hinweise am eine systcmatiiche iir.wc:I!or>chung besonders m D c u t I ch l a n d. Gin viel begehrter Stoff.„Sumurun� existiert nun bereits als Pantomime, als Film und auch als Roman. Fehrt noch eine Oper, ein Ballett und vielleicht ein Drama. Früher verarbeitete man Drcunen und Romaue als Film«, jetzt umgekehrt. Mit der eigenen peitsche. Stile, oBet auch alle Hetzereien der Linksravikalen rächen sich mit der Zeit an ihren eigenen Urhebern. Bei den Berl'.ner Kommunisten war es eine Zeitlang ein beliebter Sport, zu Beginn ihrer Versammlungen den Antrag zu stellen, den Berichterstatter des«Vorwärts" auszuschließen. Diese kindliche und lächerliche Methode fällt jetzt auf ste selbst zurück, seitdem ihr in der K. A. P. D. eine sich noch radikaler dünkende Konkurrenz ersteht. In Neukölln hatten die K.-A.-P.-D.-Leute e'.ne Betriebsver- sammlung der Nolstandsarbeiter und Erwerbslosen einberufen. Zu der betreffenden Sitzung war auch ein Berichterstatter der„Roten Fahne" erschienen. Absr als seine Anwesenheit bekanntgegeben wurde, gab es seitens der K.-A.-P. L.-Leute einen großen Tumult. Seine sororti.ge Entfernung wurde verlangt. In dieser großen.Not ließ es sich der Vertreter der„Roten Fahne" sogar gerne gefallen, daß ein anwesendes Mitglied der S. P. T. sich für sein Verbleiben einsetzte. Aber es' half nichts, mit 23 gegen 17 Stimmen wurde der jvkann der..Roten Fahne" h e r a u s g e- warfen. Lb er sich auf der Straße darüber Gedanken gemacht hat. wie Leute, die man systematisch verhetzt, schließlich ihre eigenen AufHetzer prügeln?! Erböhuna der Alaraarwepreise. Uns geht folgende Mitteilung zu: Das Reichsernährungs- Ministerium hat den ReichSausschuß für Oele und Fette angewiesen, d.e Rohstoffpreije für die Oelindustrie von 22,60 M. auf 26,20 M. pro Kilo zu erhöhen. Die Margarineprcise im Kleinhandel werden infolgedessen von 12.50 M. auf 14,50 Mark erhöht werden. Die Maßnahme des Ernährungsministeriums soll dadurch nötig geworden sein, daß das ReichSernährungs- min.st'-riiwn in der Zeit des Hochstandes der deutschen Mark ein Einfuhrverbot für Oele und Rohstoffe erlassen hatte und erst jetzt den Reichsausschuß angewiesen hat, größere Einkäufe in die Wege zu leiten Wivtfdyaft Huben wir eine aktive Handelsbilanz? «ienoffe Hermann Krätzig veröffentlicht nu„Konfektionär" einen Aufsatz über die irreführende Außenhandels- st a t i st i k, die der Brüsseler Konferenz vorgelegt wurde und die irreführend ausweist, daß im Mai 1920 die Aussuhr um 1100 Millionen größer gewesen sein soll als die Einfustr. Ab- gesehen davon, daß die SialistiZ nur einen Teil der Ein fuhr. die. legale, er'aßt. sind die Werte durchaus falsch errechnet, denn man. bat die Deltmarktspreijs Nicht zugruirdc gelegt. Genosse Krätzig schreibt: Im Avrilheft 1920 ist das eingeführte Sohlenleder mit etwa 7,60 M. da? Kilo bewertet; der Wert des a u sg e f ü.h r te n ist ober mehr wie zehnmal so hock». Wollgarn für den Einzelverkauf erscheint in der Einfuhr mit einem Wert von nur 18 M. das Kilo, in der Ausfuhr aber mit 138 M. TaS Kilo Wollgewebe. über 700 Gramm pro Quadratmeter, erscheint in der Einfuhr mit einem Kitowett von 25 M. Gleich die nächste Position bringt aber einen Kilowert von 620 M. Da handelt es siw um Wollgewebe im Ge- wicht zwischen 200— 700 Gramm pro Quadratmeter. Diese- erheb- lich leichtere Ware, deren Preis, wie ein* anzeigt, besonders er- inutelt wurde, ist also nahezu 21 mal höher im. Werte' eingesetzt wie hie schlperere Wgrc. Man muß unwittkürlich.schrgen: denkt man denn hei dieser statistischen Arbeit gar nicht etwas nach? Wenn bei dem Wollgarn der IküSfrhrtver! mit 138 M pro Kilo angegeben wird, ein Wert, der den Weltmarktspreis noch nicht erreich!?, so mußte man sich doch sagsn, daß der Einfuhrwert zum mindesten ebenso hoch�anzuseben sei. Aber es scheint auch in der Statistik alles nach Schema F zu gehen. Die Tabelle in der Denkschrift der deulschen Regierung kann für unsere Volkswirtschaft ungeheuer schädlich wirken. In den Ententestaaten, in denen nrrn eine passive Handelsbilanz bat — in erster Linie in Frankreich— wird, man durch diese Handels- bilanz Deu:sch!andZ in der Brüsseler Denkschrift nur noch mehr bestärkt werden in dem Vorsatz, Deutschland keinerlei Er- leichterung in der Durchführung, des Friedensvertrages zuzu- gestehen. Ja, man muß sogar befürchten, daß durch diese falsche Bilanz der Entenicwille noch niehr gekräftigt wird, der danach trachtet, das deutsche Wirtschaftsleben zu erdrosseln. Tic Tchuhhändlcr sscgcn ihre Ausschaltung� Zwecks Verb lligung des Schuhwerks für die minderbemittelte Bevölkerung ist die Abgabe der durch Zuschüsse der- billigten.Ware direkt an die Verbraucher in die Wege geleitet worden Hiergegen erheben die Händler in folgendem Protest- schreiben Einspruch: „Die Lieferungen der Fabrikanten uns Großhändler u n i e r llmgehung des Schuhklein Handels an Genicinden, Werke. Fabriken, alle möglichen Vereine, Schulen usw. und an Einzelverbraucher— letzteres direkt oder durch Arbeiter und An- gestellte— häufen sich in letzter' Zeil derartig, daß ein großer Teil des ordentlichen S ch u h k l e i n h a n d e l s ernstlich in seiner Existenz bevrobt iit. Tie unterzeichnete Arbeiikgemeinsck�it der SchuhhandclSverbände ist nicht mehr in der La.rsi die zahllos ein- gehenden iSeschtverden ihrer Mitglieder und Qrtsvereine zu bc- schwichitgsn und die Forderung auf Einrichtung vertraulicher W a r n u n g s l i st e n unbeachtet zu lassen.- Wir geben darum allen Lieferanten- bekannt,' daß wir/ wenn rn Zukunft hier in F»age kommende Lieferungen unter Aus- schaltung vcS Kleinhandels getätigt werden, solche samt- liehen Mitgliedern beider. Schuhhandelsver'bände zllr beachtlichen Kenntnis bringen werden. Arbeilsgemeinschast der Schuhhandelsverbände." Die Verarmung der Massen ist leider so katastrophal vorwärts- geschritten, daß unter Berücksichtigung der Lncntbehrlichke-t des Schuhwerks alles daran gefetzt weröcn muß. es auf billig- stem Wege ihnen zuzuführen. Die Ausschläge des Groß- und Kleinhandels machen bei den heutigen Fabrikpreisen zu hohe Beträge cuS. Die Ausschaltung des Handels wird daher nicht zu umgehen sein.. Ucber d-» Zukunft der Kohlenwirtschaft schreibt Gencraldirekwr Kcmgetcr.„�.sscttfchari und Technik berechtigen zu der Erwartung, daß m den nächsten Jahrzehnton grundlegende Veränderungen in der Verwendung unserer fonilen Brennstofse vorgehen werden, daß torr fcidit irtc�r die Steinkohke ats solche verfeuern, inas an Ach Raub- Wirtschaft ist, sondern daß wir sie in ihre Bestandteile zerlegen, in Koks, G a S, Q e l usw., und so eine viel höhere Ausnutzung der m per Kohle enthaltenen Kräfte erzielen. Heute geht in der Slille und unter Aufwendung großer Mittel eine' großzügige, auf Fahre und Fahrzehnle vorausschauende Forschungs. und Versuchs- tättgkcit vor sich unter der Führung des Bergbaues, und der ihm nahestehenden Kreise. Die besten Köpfe arbeiten an diesen Pro- blcmen. durchdrungen von der Grone der Aufgabe und angereizt durch die Chancen des technischen Vorsprunges und des Wirtschaft- lichen Erfolges. Es ,st undenkbar, dgß fcie,-e voraussichtlich gewaltigen Umwälzungen losgelöst vom Bergbau vor sich gehen, etwa derart, daß man den bctrekfenden Unternehmen die Kohle lictert. Fm Bergbau selbst, und aus dem B-rgbaa heraus wird diese Eni- Wicklung sich vollziehen müssen. Tie Bergmerke selbst werden sich immer mehr zu ch e m i s ch- t c ch n t's ch e n Betrieben und zu Kraft. werken auSgesio'ten. die Standorte mancher Industrien werden sich nach den Zechen hin verschieben, neue Industrien werden entstehen." Neue veshanülungeu m Sicht. Die Situation im Zeitung-gemerbe ist weiterhin unver» ändert. Tas Reichsaröeitsministeriu m ist auf das eifrigste bestrebt, de» Konflikt beizulegen. Es wird sich be- mülzen, so schnell wie rrgeird möglich neue Verhandlungen zwischen den beiden Parteien anzubahnen. Mit der Leitung dieser neuen Verhandlungen ist Professor D r. B r a h m beauftragt worden, der es sich angelegen sein läßi, Arbeitgeber und Arbeitnehmer ohne Verzug an den Verhandlungs- tisch zu bringen. Da mit Sicherheit angenommen werden darf, daß beide Parteien der entsprechenden Aufforderung des Reichsarbeitsministcriums Folge leisten werden, so erscheint es nicht ausgeschlossen, daß die neuen Einigungsverhandlun- gen schon am morgigen Mittwoch stattfinden. Die Huchörucker unü öer Kampf im JeiLungsgerverbe. Eine sehr stark besuchte außerordentliche Generalversammlung des Buchdruckerverbandes, die am Montagabend in Kbems Saal tagte, nahm den Bericht des Gauvorsitzcnden M a s s i n i über den Kampf im Zoitungsgewcrbe entgegen. Ueüer die Haltung de: Unternehmer den Buchdruckern gegenüber führte der Redner aus: Als die Setzer die Ausführung von Inseraten, die von Streik- blechern angenommen waren, verweigerten, beaiuragten die vier Großuntcrnel)inungen Mosse, Scherl, Ullstein und „Deutsche Tageszeitung" beim Tarifschiedsgericht, das Verhalten der Buchdrucker als Vertragsbruch zu. erklären. Die Arbeitnehinervcrtrerer erinnerten daran, daß die Unternehmer in letzter Zeit manches getan haben, was als Vertragsbruch anzu- sehen sei. So sei den Buchdruckern gekündigt worden aus An- laß des Buchbinderstreiks. Ucbrigens könne ein reiner Solidaritätsstreik, bei dem die Arbeiter keine Forderungen stellen, nicht als Vertragsbruch angesehen werden. Das Schiedsgericht kam mit Stimmengleichheit zur Ablehnung der Klage der Unternehmer. Nun hätten sich d:e Unternehmer, ehe ste weitere Maßnahmen aus- führten, an das Tarifamt wcncen müssen. Sie verschmähten aber diesen durch den Tarif vorgeschriebenen Weg' und schritten sofort zur Aussperrung. Dadurch haben die Unternehmer Vertragsbruch begangen. Beim Tarifamt haben wir beantragt, daß es fern Veriragsbruch der Unternehmer feststellt. Der Buchdruckereibesitzer Schalem, der als ein sozialdenken- der Mann gelten will, versuchte die kleinen und mittleren Buch- druckereibesttzer zur Solidarität mit den vier Grotzfirmen zu be- wegen. Er hat damit aber nur wenig Erfolg gehabt, denn bis jetzt haben erst neun Firmen ausgesperrt. Ech fühlen stch also GroßSerlm Schlarassenlanö. Deutschland und im besonderen Berlin ist über Nachi ein Schla- rgffenland geworden. Die Aufhebung der Zwangswirtschaft hat Wunder gewirkt, hat- unheimliche- Mengen Fleisches, von deren Borhgndenscin kein Mensch eine- Ahnung hatte, hervorgezaubert. Wa� alle Regierung-, Organ'isations. und Erfassungskniffe nicht vermochten— die Wiederzulassung der freien Wirtschaft, die behöro» liche Duldung des Fleischwuchers bat es in wenigen Tagen zustande gebracht. Die Fleischnot, die so manchem armen Teufel den Rest gegeben hat, ist mit einem Schlage überwunden, d. h- überwunden nur insofern, als Fleisch wieder überall und in beliebigen Mengen aus legalem Wege zu haben ist. Da es aber nur für die auser» wählten Schlaraffen zu haben ist, die den geforderten Preis an- legen können, hat sich für den Minderbemittelten an dem früheren Zustand durchaus nichts geändert. Für ihn b e st e h t die Fleischnot nach wie vor. Er kann auch weiterhin statt in ein saftiges Stückchen Fleisch.oder Wurst ins Gras beißen. Der regelmäßige Fleischgenuß bleib! vorläufig noch ein Privilegium der Neichen. Wir wissen es jetzt: Fleisch ist und war für eine weit bessere und erträglichere als die bisherige Ernährung der Gesamtheit vor- Händen. Es hätte nicht unbedingt fein müssen, daß die ärmere Be- völkerung mit der Hungerration von wöchentlich 126 Gramm der sicheren Unterernährung mit ihren qualvollen Begleiterscheinungen und dem allmählichen Siechivm preisgegeben wurde. Aber die liebesgabengcwohnten Herren Landwirte wollten auch aus dem Kriege und aus der Not des Landes ihre besonderen Voueile ziehen.» Sie wollten nicht zu den zulässigen Preisen, die ihnen ihr gutes Auskommen verbürgt hätten, ihre Erzengnisse abgeben oder gar— was ihnen übrigens nie zugemutet wordxn ist— wie so viele andere Erwerbsstände durch den Krieg materiell schleckter ge- stellt oder Zubußen ausgesetzt werden. Um ihrer Schleichhandels- gewinne willen mußte das Volk auf Hungerrationen gesetzt werden. Und wenn man schon von einem„Dolchstoß in den Rücken" sprechen will, dann muß man in erster Linie die Urheber des Hungers dieser Meucbeltat beschuldigen. Die Fleischberge in den Schlächterläden de'S deutschen Schlaraffen- .landes, die appetitlichen Wurftgirlanden, Schwein?-. Kalbs- und' Hammelkeulen sind eine furchtbare Anklage gegen die gutge- mästeten Agrarier, unsere jahrelangen, grausamen Peiniger. Sie haben schwerer als die schlimmsten Feinds am deutschen Volke ge- sündigt, denn sie waren durch die von ihnen bewirkte Verschärfung der über unS verhängten Lebensmittelblockade die Helfershelfer unserer Todfeinde. Engländer und Franzosen haben bei ihrer Ab- lperrung der Leöenemittelzufuhr als Feinde, vom Vernichtung?- willen gegen ihre Gegner getrieben, gehandest. Da? iit immerhin nock, ein mildernder Umstand. Unsere Lebensmittelerzeuger aber haben aus den niedrigsten Motiven, auS unreeller und unersätt- licher ErwerbSgier ihre mörderische LebenSmittelbkockade über die Bedürftigsten ihrer eigenen Vollsgenosssn verhängt. Der Zorn und die Empörung darüber werden mit Recht sogar die Feindschaft gegen die Kriegsgegner überdauern. Raubzüge'Berliner Verbrecher. Die Verbrechen der Räuberbande Grotbe und Genossen. die in das Kontor des Svediteurvereins in der Verlan- gerton Schöne berger Seraße 16 eindrangen, den kOjöfirigen Wächter Skoorz und dessen Wachhund erschossen und 30 000 M. raubten, beschäftigt noch fortg setzt die Kriminalpolizei. Tie Verhasteten, der Kutscher Karl.Grothe, der nach einem Anariff auf einen Kriminalbeamten erschauen wurde, der Bäcker Rchard Schwarz. der Dreber Richard Thier ftz I der und der Händler- Heinrich K o w a l d sind Verbrecher, die nach den bisherigen Feststellungen der Kiiminalbehörden eine ganze Reihe fchwirfler Taten auf dem Gewissen.. hoben. Die Bande ßgt nachweislich in Dave ig. Älünchen. Kattowitz und anderen Städten Oberschlesiens Einbrüche ausgeführt und dabei auch Personen die sich ihnen in den Weg stellten, niedergeschossen. So hat Thicrfelder f%■ ASr nicht alle Zeitungsdruckereien mit den vier Großuniernehmung'en solidarisch. Im ganzen sind jetzt 16000 gewerbliche Ar- bester ausgesperrt. Sollten die Unternehmer sich insgesamt mit den genarinten Großunternehmungen solidarisch erklären, dann würde sich d'e Aussperrung auf 50 000 bis 60 000 Arbeiter erstrecken. Der Kamps ist eine Angelegenheit, vre nicht nur die streikenden Angestellten, sondern auch die Buchdrucker und die ge- samte Arbeiterschaft angeht, denn bei den Angestellten sollte der Anfang gemacht Uierden mit dem Lohnabbau. Gelingt diese Absicht der Unternehmer bei einer Arbeitnehmer- gruppe, dann wird oer Lohnabbau auch bei allen anderen Arbeit- nehmern versucht werden. Darum können die streikenden Auge- stellten auf unsere volle Solidarität rechnen und sicher sein, daß wir alles tun, um ihnen zum Siege zu verhelfen. Wir er- warten aber auch von der Regierung, daß sie alles tut, um e'ne Verständigung zugunsten der Streikenden herbeizuführen. Die vom Referenten bekundete Solidaritätserklärunng wurde von allen Diskussionsrednern kräftig unterstrichen. Sie alle be- tonten, daß es stch im vorliegenden Falle um eine bedeutsame Episode im Klassenkampf handelt und der Vorstoß des Unternehmertums mit oller Krait zurückgewiesen werden muß. Mehrere Redner beantragte» eine Resolution, welche verlangt, daß der Vorstoß der Unternehmer mit einem Gegenangriff der graphischen Arbeiter auf der ganzen Linie beantwortet werde. Schließsich wurde mit sehr'großer Mehrheit eine Resolution des Gauvorstandes angenommen, die nach einer cnt- schiedencn Verurteilung des Vorgehens der Unternehmer� sagt: „Die versammelten Vert'rauenöleule der Buchdrucker erklären. daß diese Gewaltpolitik deS Unternehmertums den geschlossenen Wider st and der Buchdrucker finden wird. Die Buchdrucker Berlins werden jede Arbeit für die ausgesperrten Ve- trieb» ablehnen und überlassen die Verantwortung für die Folgen den Buchdruckereibesitz-.rn, die sia» dazu hergeben wollen, den Machtgelüsten des Zeitung-sgroßkavitals Vorfpan-rrdienste zu leisten. Die Hallung der Unternehmer bei den Verhandlungen des Schlichtungsausschusses sowie vor dem RcichSarbeitsmmisterium bat gezeigt, daß dieselben keine Verständigung wollen, son- der» eher gewillt sind, eine große, für die gesamte. Volkswirtschaft außekordenilich wichtige Industrie la hinzu legen, als ein paar erbärmlich bezahlten ZeitungSanyestellten die Fristung ihrer Existenz zu erleichtern Die Versammelten fordern deshalb von der Reichsregicrung, daß sie diesen S a b o t a ge ve r s u ch e n des tarifbrüchiaen Zeitungskapitals mit allen ihr zu Ge- bot« stehenden Machtmitteln entgegentritt und dafür Sorge trägt, daß den berechtigt n Ansprüchen der in den Zeitungsbetrieben Be- schäftig-en auf Lebensmöglichkeit entsprochen wird." —--- i----- T--..rr�-r.-�,-T!„ in,■ ,ii mit seiner Frau, einer Prostituierten, in Düsseldorf oder Dortmund einen großen Hotcld'obstahl verübt, der, weil sie übervafcht wurden, mit einer Schießerei endete.- Die Gesellschaft versuchte ferner einen Einbruch in das bekannte Wallfahr tS- £ I o st c r von C z e n st o ch a u. In jener Gegen haben sie nmhr- scheinlich auch einen Mord v.rüvt. Schwarz wurde s. Zt. auf der Reife nach Reichenberg in Böhme» mit einem Koffer angebalten, in dem sich große Alutfleckg, befanden. Es gelang ihm aber damals. sich damit herauszureden, daß diese Vvn einem im Schleichhandel erivarbenen Stück Fleisch herrühren. Auch in der Mark hat die VerSrechcrbcmd? ibr Unwesen getrieben:' Auf dem Landsitz eines Majors kam es dabei ebenfalls zu einer Schießerei, Da? Hcizvcrbvt und die Behörden. Zu unserer in Nr. 407 ge- brachten Mitteilung, daß die Zentralheizungen nicht ohne 6 e- sondere A n ord�i ung der Kohlen st eile Groß-Ber- lin wieder in Betrieb geletzt werden dürfen und daß auch Be- Hörden sich dem Heizverbot z u unterwerfen haben, schreibt uns ein Rechtsanwalt, daß verschiedene Be- Hörden und Gerichte bereits beizen. Wir können ihm nur empfehlen, sich an die Kohle n stelle Groß-Berlin(Link- straße 26) zu wenden und ihr seine Beobachtungen mitzuteilen. Er wird dann sehen, ob seine Vermutung, daß hier mit zweierlei Maß gemessen wird, zutrifft..UebrigenS haben wir selber die Beobach- tung gemacht, daß am 6. Oktober im-Landgerickit an der Neuen F r i e d r i ch st r a ß g die Zentralheizung in Betrieb war. Die Ncvisionsbeamten der Kohlenstelle Groß-Berlin sollten sich ein- mal dort näher erkundigen. Unbekannte Tote. Im Elisabeth kranken Haus der- störten ist ein unbekannler,»lwa 50 bis 66 Jahre alter Mann, der am Potsdamer Ringbahnhof von einem Händler Otto I. einen>o heftigen Schlag ins Gesicht erhielt, daß er umfiel und mit dem Hinterkopf auf eine Bordschwelle schlug und eine Gehirn- erfchutterung erlitt. Ter Unbekannte erlag seinen Verletzungen, ohne das Bewußtsein wiooererlangt zu haben. Papiere, die zur Feststellung seinex Person hätten führen können, fand man nicht bei ihm, nur einen Briefumschlag mit 2600 M., der die Aufschrift Josef G a b r i e l tz i k trägt. Ter Unbekannte ist kaum mittel- groß, hat dunkelblondes Haar mit Glatze, einen blonden Schnurr- bart und trug einen schwarzen Ueberzieher mft dem Monogramm ll. S.— Im HedwigSkrankenhauS gestorben ist ein un- gefähr ebenso alter Mann, der von der Feuerwehr in der Linie n- straß'e überfahren worden war. Auch bei ihm wurden keine ArrhaltSpunkle zur Feststellung seiner Person gefunden. Der Un- bekannte ist 1,68 Meter groß, Hai dunkelblondes Haar und blonden Shnurrbarh und trug Miliiärrock und Hose, eine dunkle Weste, schwarze Mütze und schwarze Schaftstiesel. Die Toten befinden sich im Schauhause in der Hannoverschen Straße. Sport. Svwall grw nilt den grostcu Sll'schicbSvrcis. Treptow ig bistoriilher Lod n des RodrclimvmtS. Der Massenbesuch der Ablchieds- rennen am Sonntag erkmrlelc c» auis neue. Der Klanzpimkt bestand anS dem„»Kratze» SlbichiedSpreis» über Kilometer, dem als.Austakt ein ttirzeS Rennen iiker 10'ttlometcr voransglng. Beide Nenne» batten in Snock(Holland!,''ewannow. Salvall und Wittig«ine ecfttlastige Besetzniig gefunden. Da« lO-Kilameler-Nennen gewann Lewanow in'glänzen dein Slil, indem er aus leptcl Pasitian leine Gegner alle spielend überholte. Im grotzcn AbicknedSpreis halte Snock vor Witltg. Sawnll und Lcwanow die Führung. Aber schon nach einigen Stunden hatte sich ttewanow be- reits bis aus den?welleii Play emporgeaibeitet. Ein Kcllenschaden warf ihn leider gleich daraus wieder um mehrere Bcrlnststunden zurück. Dennoch gab Lewanom den Sieg noch nicht pceiS; er scszle gehörig Damvf aus und vermochte dadmch ahcrmals den zweiten Platz vor Snock und Willig ein- zunehmen. Snock hatte aarber im Kamps mit Tawall seine Kräfte stark vciauSgabt und Wcktig gab gleich daraus— eines Schwächeanjuvs wegen — das Rennen auf. Sawall war aber inzwischen schon zu weit voraus- geeilt, als dag ihm Lcwauow den Sieg noch Halle streiila machen können; er gewann den zeichen Peels mit noch ziemlich zwei Runden Barsprung. Ln den. Fliegerrennen war die gesamte Treptower FIlegergcmcwde aus den Rödern, um die lcplen Si-gesiorbecrcn in dielem Jahre zu ernten. Hier stellten Rudet und der kleine NeüiaS die Gewinner der Abschieds- preise. Ei'gebniste: Abschied svrämienfaSren, 20 Runden: 1. Rudet S Min. 11 Sek., 2. Pinzsibcrg. 3. Hiepcl, 4. Cito Tietz.'— Preis der Oberspree, 10 Kilometer: 1. Sewanow 8 Min. s!)" Sek., 2.»Nock(Holland) 210, 3. Willig 230, i. Sawall 290 Meter zurück.— « ch I u g b a n d i k a v, 4 Runden: 1. Neinas 1 Min. 32 Sek.(75) -2. Lafol»(05), 3. Häusler(10), 1. Kutzcr(<-0). 5. Hüpel(60 Meter Vafl gäbe).— Groger Aöschiedsv reis, S0 Km.: l. Sawall 44 Min. 41 Sek., 2. Lewanow 570, 3. Snock 2740 Meter zurück: Wittig ausgegeben, GewerMastsbswegung Die Aussperrung öer viktoria-flngestellten. Dank der Hartnäckigkeit der Unternehmer ist eS in der Au 5- mehrstündigen Verhandlungen Direktion nersuckit, einen solcften Weg zu finden. Ter Betriebsrat erklärte sich schließlich, die Zustimmung seiner Auf'raggeber vor- ausgesetzt, zur Abgabe der folgenden Erklärung bereit: „Nachdem die Direktion erklärr hat, daß sie ein Zurückgreifen auf die Vorkommnisse bis zum 2. Lkloter in dem Sinne, daß eine Teilnehme daran die Entlastung nach sich zieht, nicht beabsichtigt, erklär? der Betriebsrat folgendes: Er verurteilt die Teilnahme an passiver Resistenz oder sonstiger Arbeitsverweigerung in einer der passiven Resistenz entsprechenden Form, sowie an Demonstrationen. Er wird tun, was in seinen Kräften steht, um passive Nensicnz. sonstige Arbeitsverweigerung in einer der passiven Resistenz entsprechenden Form und Temonstraiionen zu ver- hindern. Fall? es ihm nn Einzelfalle nicht möglich fein sollte, ent« yeglcnstehendcn Handlungen rechtzeitig vorzubeugen, wird er die Direktion bei der Durchführung der gesetzlichen Bestimmungen unterstützen/ Fn einer von etwa 4WX) Ausgesperrten bcsuchien Betriebs« Versammlung wurde Dienstag voriuüiag gegen sechs Stimmen die Zustimmung zu dieser Erklärung abgelehnt und einmütig eine Lltesolution angenommen, daß die Angestellten nach wie vor hinter ihren Orzanisationen stehen. Sie verlangen von den Organi- satstmSvertrekern, baß sie Geschlossen ble Interessen der Aw gestellten bei den Tarifverhandlurgen vertreten. Ebenso geloben die Angestellten, treu der ausgegebenen Parole ihrer Organi- sationen Folge zu leisten. Achtung, Einnehmer! Durch die Aussperrung ist der Berliner Betriebsrat an der Ausübung seiner Tätigkeit gänzlich behinderr. Die Fristen für die Einsprüche beim SchlichtungSauSsHutz müssen strengstens beachtet werden, obgleich der ArbeitZminister da! letzte War: bei diesem Tarifbruch iprcchen w'rd. Die Einnehmer haben nach wie vor die Beschlüsse der ReichSkonsrrenz strikte innezuhalten und den an- geboienen Hebevertrag nicht zu unterzeichnen, Gewerkschaftsmitglieder! Am Sonntag, den 17. Oktober, abends 7 Uhr, findet im Theater am Bülowplatz(Volksbühne) die Aufführung vom „Kätchen von Hcilbronn" von H. V. Kleist statt. Karten zum Einheitspreise von 4,S0 M. können werktäglich von 4biS7Uhr nachmittags in unserem'Bureau Engel- ufer 15, 1 Treppe, Zimmer 15, in Empfang genommen werden. Zentralverband der«lngeftellten. ssachzrupp« 12b: banbki). Lkfsenllich« Veriammlung 13. Okiover, obendS 7 st, Ubr, Schul- theib' ÄuSickank, Reu« Jakobstr. 24/25.— Fachgruppe ISN:(Seilen klein- Handel). Mttgiieder-Versammluiig 13. Oktober, abend» 8 Uhr, Schulthettz' Ausschank, Neue Jakobstr. 24/25. Groß-O:rllner parteknachrlchten. Morgen, IS. Oktober. L. Abteilung Schöneberg-Friedenau. 8/', Uhr Schulaula, Feurig« strafe. Referent(Lenosse Rechlsanwalt Dr. Holpert. Thema: Politische Tagesfragen. 14. glbteilnng: 7 Uvr Versammlung im EewertschaftZbause, Engel- uicr IS, Saal ö. Tagesordnung: Vortrag dcs Menoflen Augusl Schmahl über:.Religion und Kultur'. Neuwahl der Abteilung. Erscheinen aller Mitglieder dringe«. d ersorderlich. ZU- Abteilung. 7 Uhr Mitglied erversammlunz bei Steffens. Lands» berger Allee 151. SJO. Abteilung. 7 Uhr Mitaliede. Versammlung in der Schulaut». Danziger Str. 23.„Die politische Lage.' Referent Genosse Hänlein. «reis XI Echoueberg-Friedenau Zahlabends in folgenden Lokalen: 1. Abt. Harlmann, Neue Ansbacher Sliafe 17; Milde. Rollendorfstrafe 13; Kählke, Sarbaroffastrage, lZcke Kpffdäufer Strafe; Wittkowski, Marlin-Üulher- Strafe 7g. Obit, Martin-Luther-Stra-ie 69. 2. Abteilung. Wruvp« Güstow, Gustav-Freltag-Slrafe-Ecke; Mufsall, Feurigiirafi 22; Hühnel, Vorberglirafe 11; 3. Abteiluno Roienau. Hohenfriedberg- Kolonnrnllrafe-Lck«: Nilich. Sicg«riedslr. v; Groß, Seban« slrage 17: Eichdolz, Sedanslr. öS; Palm, CderuSler-, Ecke Roschachstrafe, Ende Sachsendamm; Finsel, Lindenhof. 4. Abt. Haar, Stier-, Ecke Haupt- sirasti; Guerlild, BecaS-, Ecke RubenSsttahe; Lähn, Rubensflr. 43. b. Abt. in bekannten Lokalen. Alt-wlieuiele-Falkenberg. Mitgliederversammlung bei Meher, Falkenberg. FricdrickiSselde. Mitgliederversammlung bei Habecland. TageS- ordnung: 1. Vortrag des Genossen Nörpel über.Wlrtlcha.Is- und Er- nührungssragen'. 2, Parieiangelegenbelten. Wittenau-Borsigwalde. Mitgliederversammlung in den Borfizwalder Feftsälen.__' Veraniw. für den redalt. Teil: Ir. Weine» Ptlicr, Tharlotlendurg! tür Anzeigen! ». Glocke,'verlin.«erlag:«orwariS-Veriag G.m.b.H..«erlin. Druck:«or- wärls-Buchdruckerei u. VerlagSanlialt Paul Singer u. Co..«erlin. Lindentir. 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