ftg.306 ♦ A7.?ahrgang Kusgabe A Nr. Iis Be�vftSvretS- !«>«s öous. voraus-atzldar. Pow oeauq; Mollarli» 10,— Ml.»ril. j5»' ftellungsqeaüdu ar,tttftremb5it6 ffc Drutichlau? und Oeftetwitb 16,10 Ml. für so» iidriq« Susi and de. lau!?» einmol.?llfi«llll»o ZI SO R. fttQunoen nehmen an Oefterretch, Ungarn, Tlchecha- Slvwaiei. Daue- rnart. Sallauo, �ucemaurg. Schwedt» und die Schwei».— sinaetraae«!» die Poii»-eirunqs-Dreislift» Der.Borwart»" mit der Sonniaae- fceBas».Bali u. Seii* crdieim tro.+er» lagiich joetmoi. Sonntags und Man- togs»innioi. leleoramm-'ilhretle �Soziatldauzofaok»rl»!" Morgen-Ansgabe berliner NolkSblÄtt ( ZV Pfennig) Anzeigenpreis; Bis ochtgeipalleit, SionoareSIefe-■ bftpfS,— M. Teuerungsziiichlax 50■ leine Anzeigen" das u zedruckte Won I.— M. iiulvjlig z« °etigedn,il»e Werter.edes ireta Bon 60 Big. Stell engnuchr ur.' Zchlofltellenanzeigen das erste Wr. *5 Big. ledes weitere Won 40? Kone itder Ui Buchltaben ziiljlen!>l Bei Worte Seuerur.asiufchlo« SO-' zamilien-BNteigen ffit Hhtmnett:>■ ieile 2,— M. potilitche ujiC' ioerlt6, ältliche Verein»- An eic" I.— Ml. die Zeile ohne Auisckile Anzeigen wr die»Hchile Muaur müssen bis Ä Ahe nan niittaq» äouDtgefdiätt Benin SW i, finden■ ittahe 2. abgegeben werden. SeoFi-je ■mn 0 Uhr irnb bis 5 Uhr ahenlvi Während de» Streila erhdhte Preise. Zctitralorgan der rozialdcmokratifcbcn Partei Deutfchlands Neöaktion und Expeöitisa: SW. SS. Linöenftr. Z. iiernivreci-gr: Amr Dioinevla«. Rr. ll-I SV— inl V7. Mittwoch, den IB. Oktober 1920 Vvewarts»verlag G.m.d. K., SV). vS, Linöenstr.Z. eternsvrrsver: Amt Morihpln«, Nr. 117 Xt. Die parteitagsbefthlüsse. Kassel, 12. Oktober, �..-.ener Drahibericht de?„Vorwärts.) Der Parteilaii in Kussel tiihrte am Dienstaa bie Debatte her den Parteivorsiandsberickit zu Ende. Die Besidlüsse. die 'faßt wurden, zriotcn weitcse'-endsle Ucbereinftnnmitnq der Meinungen in der Panei. Einmütia wurde der Aus- ritt der Sozialdemokratie aus der Regierung unter den durch die Neildslog-wakil gcschciiseneii PerhältnMen gut- oeheißen, aber ebenso einmütig ist der Wille, mit Der- ftötftem Einfluß in die Regierung zurück zukehren, wenn die Interessen des Proletariats es er- fleischen. Der �raktionsberichl und die iich an iim an- 'chließeude Aussprache machten es jedem denkenden Arbeiter noch kla/cr, wie sckwcr die Iirteressrn des Proletariats durch die Ueberlassung der ganzen Regierungsgcwalt an die bürger- licheu Parteien geschädigt worden sind, wofür die Unab- b äug i g e n durch die Verweigerung des RegierungseintrittS die V e r a n t w o r t ii n g tragen. Gcnesic Schövflin entwarf e n trübes Bild von den Zuständen, die iich seit RoSkes Abgang in der Reichswehr entwickelt haben. Gehler ist ein S p i e l b a ll in den Sünden von Seeckt und urreaktionärer Offiziere. Bei der absoluten Zachunkenntnis des Parlamentarisch-demokratischen' Ministers Keßler wird es Seeckt erleichtert, die Pläne, die Reichswehr zur Prätorianer» aarde der Gegenrevolution zu machen, auszufübren. Aber während im ReichSwehrministerium ein Mann fitzt, der von Hnem eigenen Ressort keine blasse Ahnung hat. weiß der i i nister v. Raum er Im Reichsschatzministerium mir allzu gut. Bescheid. Ein alter Interessent der vrivaten Llektrizitätöindnstrle sabotiert er planmäßig daS Gesetz, das die Elektrizitätswirtschaft unter den maß- gebenden Einfluß der Allgemeinheit bringen soll. Staats-' sekretär Goldkuhls hat vom Minister Raumer. der allzu sehr .Fachminister" ist, vorher Bescheid erhalten. Vom Reichs- finanzministerium werden Notopser und Kriegsgewinnsteuer so langsam eingetrieben, daß Milliarden der Reichs- kasse verloren gehen und im Luxusverbrauch winziger Kapitalistenkreise verschwinden. Am Mittwoch wird man in der Debatte über Ernährung und Züirtschaftöfragen von noch fürchterlicheren Beispielen der bürgerlichen Mißwirtschaft hören. die das Reich mit Untergang bedroht und in wenigen Monaten , e d e r ös f«ntli che» p»litis che» Betätigung i» Deutsch« laud z»»uthalt««. In der Fortsetzung der Debatte beantragen die Ham- burger Delegierten auf Grund einer Notiz in der„Freiheit", daß der Porteffag in einmütigem Protest gegen die Aus- Weisung der russischen Gewerkschaftsdelegation beschließen möge. Es bestehen aber �Zweifel darüber, ob ein« solche Ausweisung erfolgt ist. Unter den weiteren Erläuterungen find besonders be- merkenswert Angriffe Stoeckers gegen die Zen- t r a l l e i t u n g. besonders gegen Crispien. Stoecker b?« hauptet. daß die rechtsstebenden Mitglieder der Zentral�itung immer opportunistischePolitik getrieben haben und grundsätzlich die klare Stellungnahme, die die Linkspehendsn zu erzielen suchten, verhindert hätten. Er ruft dafür wieder- belt Dr. Kurt Rosenfeld. als Zeugen auf. Rosen- selb wendet sich aber in der entschiodsnsten Weise gegen die Linksstehenden und versichert ihnen, daß er nur so lange auf ihrer Seite sitzen konnte, als du> Vernunft auf ihrer Seite war. Er wendet sich vor allen Dingen gegen die Behauptung. daß, das Zentralkomitee im Kapp-Putsch versagt habe. Da- mals wollten die Linksstehenden im Zentralkomitee veran- lassen, über den Generalstreik hinaus die bewaffnete Aktion durchzuführen. Daraufhin hatte man D ä u m i g als Sachverständigen.gefragt, ob sich die Bewaffnung des Proletariats ermöglichen lasse, und Täumig habe das verneint. Und daraufhin sei davon Absland genommen worden. Es sei aber richtig, daß die schwankende H a l- tungTäumigs und sein Mangel an Fllhrerqualität auch .von den Linksstehenden im Zentralkomitee anerkannt worden seien. Rosenseld wendet sich dann der Frage zu. ob die Kon- trolle der Waffentransporte durch Arbeiter richtig vor sich gehe. Er behauptet, es sei von Koencn eine unverantwortliche Entstellung, zu behaupten, daß die Kontrolle durch Arbeiter nickt erfolge. Allerdings haben die Linksstehenden sich be- müht, die Unabhängigen von der Kontrolle fernzuhalten und ihn zu veranlassen, aus der gemeinsamen Kommission auszutreten. Sie wollten sich von der Verantwortlichkeit drücken. Sie folglen nur kommunistischen Pa- r o l e n. Wer aber bestreiten will, daß man ohne die GeWerk- schaften große Aktionen durchführen kann, dem geht es nicht um die Sache des revolutionären Proletariats, sondern nur um radikalen Häcksel. Dentschlcmd sei genötigt, auf den Ver- sailler Friedensvertrag Rücksicht zn nehmen, der immer noch bestehe, und deinen! sprechend cmcb die Ententetransporte durchzulassen. Diele Transporte würden von Arbeitern in Ge- meinschast mit den Gewerkschaftsvertretern und den Betriebs- raten der Eisenbahn kontrolliert, und es sei eine unverant- � wortliche Entstellung schlimmster Art, zu behaupten, daß diese Kontrolle nur eine Täuschung sei. Rosenfeld erinnert daran. daß die neuen Konnnnnisten bereit seien, mit den Moskauern gemeinschaftliche Sache mit dem armenischen Massenstblachter E n v e r B e i zu machen und mit ihm den Bruderkuß zu tauschen. Jenen stehe es aber schlecht an. darüber zu zetern, daß die U.S.P.-Vertretcr mit Legten in einer gemeinsamen Aktion für die Arbeiter tätig seien. Tic Debatte verläuft sich dann in Kleinigkeiten. Der 2-ijähnge Lolalredbkteur des.Halleschen„Volksblattes", Werner Scholem, erklärt unter großer Entrüstung, es sei eine Ehre für chn, den Rechtsstehenden auf die Nerven zu fallen... Gegen �7'Ihr wird die Debatte durch einen Schluß. ant rag geschlossen, der einmütig angenommen wird. Man will heute die Debatte zu Ende führen, um morgen über die Internationale beraten zu können. Dem Schluß- antrag folgen eine Reibe von persönlichen heftigen Bemer- kunaen von Eri'pien,.Hilferding, Stoecker usw. Das Schluß- -wart wird am Mittwoch früh erstattet werden. Bezeichnend für die Stimmung ist, daß jÄer der Redner darauf anspielt, daß binnen kurzem die Partei nicht mehr zu- s a m m e n sein wird. Es ist damit zu reckrien. daß die De- batte über die Internationale tatsächlich auck, äußerlich die— innerlich längst vorhandene— Trennung der beiden Rick- tungen von einander vollziehen wird. »ZentrjiMs'-Sieg in öer Schweizer Partei Der Nnschluft an Moskau abgelehnt. Bern, 12. Oktrb-r.(Eigcner DrahtHcricht bei„Vorwärts") ider Pertcivcrstand b-T Schweizer Sozinlbemrkrotic hielt am Sonn» abend und am Sonntag in Sllr,.«ine Konferenz ab. Nach langen Debatten wurden drei Resolutionen betreffend die 21 Moskauer Be- dingungen vorgelegt. Tie erste vom Genossen W e l t i(Bafel) sprach stch f ö r den Eintritt in die Dritte Internationale unter v o r b e- haltloser Annahme der 21 Bedingnnge« anl. Sie wurde mit 47 gegen 12 Stimme» abgelehnt. Eine zweite Refolutton, die vom früheren Redakteur des Baseler PartciblattcS„Vorwärts", dem Genossen Schneider, aingcbracht wurde und nach der der Anschluß an die Dritte Internationale grundsätzlich beschlossen wer» den sollte, jedoch ohne Annabtne der 21 Bedhrgungen, und wonach SchmugglergMichten. Der Bahnhof. In einen klfinen Umsteigebahnhof im Westen fährt der Per- sonenztlg ein von der holländischen Grenze. Den gequetscht vollen Wagen entftrömts mit Säcken und Packen, tne Menschen sind ge- polstert vorne und hinten. Im Nu duftet der Bahnsteig wie das größte Kaffeelager Man ist im Gebiete der Schmuggler. Das„Schmieren'. Es war noch im Kriech und auf Schmuggler wurde deutscher- feitS lax, holländischerseits schärfer als früher gefahndet. Denn Deutschland brauchte Lebensmittel, Holland aber auch, darum läßt man dort nicht mehr jede Ware Hinaul. Aber holländisches Scharf. sein ist noch lange kein deutsches. Deshalb war Schmuggeln noch nicht sehr gefährlich. Man konnte in Holland auch noch sehr gut essen. So gingen denn auch viel« hin, sich einmal satt zu essen. Dann für den Heimweg ober mich etwas zu„packen'. lieber die Grenze durften die Deutschen nur mit einem behördlichen Erlaubnisschein. Doch es ging auch„ohne'. Die Grenzwacht war alt« Landwehr, vielfach in den Grenzdörfern zugleich beheimatet. Die Leute, die über die Grenze gingen— und«Z gingen fast alle, vom Arbeiter, Mittel- stand fast bis zum Pastor und Bürgermeister—. sie kannten die Grenzwächter schon.seit echulkinert; standen miteinander auf Du und Du. Kam man an sie heran— man wußte ja, wo sie lhegannen— sah der Posten recht? und links... kein Offizier zu sehen... durch. Fünfzig Pfeuu se oder eine Mark fand der Posten unter einem Busch. So war man über die Grenze. Und auf dem Heimweg war es nicht schlimmer.„Heft To döchtig wat gcpockt?', sagte freundlich der Pesten. Und man ljeß ihm«in Psündchen Butter vielleicht für' den. Einkaufspreis. Oder wer recht „döchtig gepackt''hatte, vielleicht, euch' für umsonst. So kam man gut wieder nach Hause.... D i e Dänen. „Oewer de Grenz' gingen zwei Brüder, zwei Dänen, in Deutschland wohnhast, aber nicht naturalisiert. In Holland fielen sie zwei Greuzbeamten auf:„Wat wollt Ich Heer?'—.Wer wolle Wm eie komme.'—.„Jey wellt packel'—„Nä, seker iwt— wer wolle bloß wat eten.'—„Sent Ich Dütsche?'—.RS, wer send Dänen.'—„PapeereS.'— Ja. richtig; Dänen... Sehn ja ordentlich aus... aber...:„de Saak es verdächtig.' Der eine Grenzer zum andern:.Beengt Jey de Twey maar naa't Stad'bl'is to' Der Posten schultert« Gewehr; die„Twey' voran. brückst ktM» Sorg to- Hebben, wer gaan net lopen— met onl .fj. aLi: richtig; wer wollde bloß war eten.' Dann versuchen sie ihn zu bestechen.„Niet, n:«t— ntet vor hon dort(Sölden I— bot Waas— to gefierlek.' Nun erzählt der Grenzsoldat, sie hätten der Parteivorstand mit Molkau wegen dieser Bedingungen in neue Berhandlungea einzutreten habe, wurde gleichfatll abge- lehnt, und zwar mit 48 gegen 8 Stimmen. Die dritte E»t» sch'icßung, die von der sogenannten Gruppe der..,W>cderaufbauer" eingebracht, vom Geuosscn Robert Grimm begründet und vom Ge- Nossen Paul G r p b r r unterstützt wurde, fand mit 4b gegen 18 Stimmen Annahme. Danach Hot die Richtung Grimm.Grabrr gesiegt Der Parteitag der Schweizer Sozialdemokratie wird in Bern am 12. Dezember stattfinden Di« sogenannten„Wiederaufbauer' der Internationale find jene sranzösischen, Schweizer, österreichischen und deutschen(unab- hängigen)„ZentnimS'-Sozialisten, die auZ der zweiten Znter- nationale aulgetreten sind, jedoch die 21 Punkte nicht schlucken wollen, zumal einige ihrer Führer, wie Longuet und Fr. Adler, aus der Moskauer schwarzen Lifte stehen. Sozialiften-Union in Italien. Reggio(Emchia), 12. Oktober. Bei einer Versammlung der Fraktion für sozialistische Konzentration, an der etwa 800 Delegierte, darunter 25 Kamincrmitglieder, teilnahmen, hielt Modigliani eine Rede, in der er erklärte, die Partei müsse mit den gegebenen Taffachen rechnen und an der Regierung teilnehmen. Sie dürfe nicht die Müwirkung derjenigen zurückweisen, die sich erdieten, ihr zu helfen, selbst wenn sie nicht eingeschriebene Parieimitglieder sind. Dal erste Ziel sei ein« Agrarreform unter km Gesichtspunkte, die Ernäh- rnngSschwier'gkesten zn überwinden. Di« Massen müßten dem MaximaliSnrus entrissen werden, der Hunger, Elend und Rück- schritt bedeute.(Leblofier Beifäll.) Turati sagte u. a.: Unsere Abgesandten in Rußland hatten nicht dal Recht, sich oder die ganz« Partei aus die 21 Moskauer Bedingungen festzulegen: der Dol- schewismus ist ein Irrtum ooer eine Gefahr. Sorgen wir für den wirklichen und unveränderten Sozialismus?(Beifall.) Ciccotti erklärte, die in Rußland gemachten Erfahrungen schlössen die Anwendung des Moskauer Verfahrens auf Italien aus. Baldes i erklärte, man müsse den Moskauer Bedingungen ein wahrhaft sozialistisches Programm entgegenstellen. R e g g i o, 12. Oktober. Die Bereinigung für Zusammen» schluß der Sozialisten hat am Schluß ihrer Tagung eine E u t- schließung Baldesi avgenommrn, welche sich z�g-n eine Spaltung der Partei ausspricht, ihre Selbständigkeit gegenüber der Dritten Internationale betont, den Ausschluß der Gruppen der Anarchisten und Ltindikaliften aul der Internationale fordert, ferner betont, daß eine Rrvoluti«« nach russischer Art zum völlige» Scheiter» bestimmt sei, nnd damit schließt, die Partei dürfe nicht verzichten, zur Macht zu gelangen. Schwere Geburt m Riga. Bisher nur ein'L» äffen stiNstand«uterzeichnet. London, 12. Oktober.(WTB.)„Times" meldet aus Riga, daß am 10. Oktober zwischen der polnischen und der bolschewistische» Delegation das Abkommen über eiuea W a f f e n st i l l stand ab- grschlosseu wurde, Man erwartete, daß der vorläufig« Friede gcstera unterzeichnet werden sollte. Die Feiudfekigkeiten sollte» 43 Stunde«»ach der Unterzeichnung, er a ge ft« l l t werden. Die polnischen Bediugungen seien in verschiedener Hinsicht abgeändert worden, u. a. svllen die Polen nicht 400 Wiklia««a Goldrubel fordern, sondern nur IM Millionen. polen mißbilligt üie Besetzung Wilnas! Paris, 12. Oktober.(WTB.) Nach einer HavaSmeldung hat SenatSpräsident B o u r g e o i S als Vertreter des Völker. bundsratS der vom Völkerbund nach Litauen entsandten mili- tärischen Mission telegraphiert, daß nach Nachrichten auS amtlichen Quellen tne polnisch« Regierung das Vorgehen des pol- nischen Generals in W i lna formell mißbillige und sich bereit erklärt habe, all« Maßnahmen zu ergreifen, um dem bedauer- lichen Zwischenfall em Ende zu bereiten. noch einen Dänen. Der säße schon acht Tage. Die beiden lassen sich'S genau beschreiben, und wie sie ihn sprechen könnten. Dann sind sie am StadthuiS, kommen vor di«„MynheerS'. Einem schon Dasitzenden wird Hut und Uhr genommen, der muß dableiben; einem deutschen Deserteur wird bescheinigt, daß er sich lange genug am Ort ausgehalten und sich nun kontrollfrei bewegen kami. Dann sind die Dänen an der Reihe..Jey wellt packe?!'—„Nä, ganz sicher nicht— bloß mal satt eten.' Ein Lispeln der MynheerS— kein Recht, di« Dänen..fas to holden.' Also:„Jey sent frey.— Maar niet packe!!' Der Grenzsoldat, der unten warten wollt«. um sich auch nachträglich.nicht' bestechen zu lassen, ist nickst mehr da. ES hatte ihm zu lange gedauert„die haben sie festgehalten'. Nun gehen sie zum Kittchen. Da sitz«» auf einem großen Hos, an Tffchen miter Bäumen in der Sonne die deutschen Festgehal» tenen, rauchen, spielen Karten, leben wie Gott in Frankreich. Di« beiden Dänen gucken. Aha! Hinter einem Tisch voll Kartender, die Hände in den Taschen, da steht der, den sie suchen. Die beiden sprechen mit dem Posten. Der geht langsam heran:„Door buten stqan Tin BrööderS.' Wie der Blitz fährt der herum, ist am Tor, bald auch an der Theke gradnebenan. Der Posten auch. „Sei onbesorgt, wer gaqn net lopen.' Der Bruder hat noch acht Tag« abzumachen: Die Beiden aber geh« diese Nacht bei„Gise- bert' schlafen..Giseberl', de» kennt jede Katze. Man lacht beim Auseinandergehen,„enne Groß böheern", ist voll guter Dinge. Beim Zubettgehen bei.Gisebert' kommt miteins der Bruder an. Die Bedenken auf dem StadthuiS aus Anlaß der beiden neuen Dänen hatten bewirkt, daß man auch den einen freigelassen. Am andern Morgen taten alle, dvei„packen'— aber feste! Und sind gttt nach Haus gekommen. Da waren nicht nur die Beiden toieder zurück, um die man sich wegen lhreS NachtausbleibenS schon geängstigt, da war auch der Dritte wieder da.. Da ha: aber di« Mutier sich gefreut. Di« Ohrfeig«. Der Dritte ist wieder gegriffen worden. Er und noch einer. „Jey hebb eck doch wohl eu öt BöckSke stöhn', halte der holländische Grenzer gemeint. Und er blätterte nach und fand ihn„em BöckSke'. Diesmal gibtS drei Monat«. In Roermond oder an de Waterkant. Verdammt. In der Nähe vom StadthuiS dreht mein Däne gemütlich sich um:„Solle mey net erscht noch«mol Hey en et Cafö gohn?'—„En et Ca sä gohn'... drünt unser Grenz- soldat... nimmt eine legere Haltung an... Da saust der Arm unsere? Dänen, und schnaab kriegt» der Grenzer mitten in» Ge- ficht, liegt im Augenblick im Rinnstein, streckt die Bein« in die Luft. Der Däne aber läuft, rennt, rennt/.. kein Mensch kann und will ihn halten. Nur sein Begleiter, der läuft nicht. Der steht und lacht und kann nicht laufen vor Lachen. Ein paar Po- lizistav lachen, die ganze Straße-lacht. Und der au» dem Rinn- stein besieht sich von oben bi» unten— und sagt dann zu dem andern:»Door lopt Jey maar och.. Milleranö gegen öie C. G. T. Paris. 12. Oktober.(W.T.B.) Eiue neue Uutcr- s u ch u n g a e g e n d i e C. G. T. ist eingeleitet worden. Sie soll durch die Zlusnahme der Gewerkschaft der B e a m t e n sich gegen das Gesetz von 1884 vergangen haben. I o u h a u x und andere Mitglieder des Lerwaltungsrates sind gestern vom Untersuchungsrichter vernommen worden. Durch diese Meldung kommt erst die Geistesverfassung Max Cohens, der Millerand als einen„besseren Sozialisten" als manche Führer unserer Partei pries(siehe das Schluß- wart des Gen. Otto Wels im Bericht über den Kasseler Parteitag), ins rechte Licht._, Die �unoersnotkonferenz eröffnet. L o« d o n, 12. Oktober.(T.tt.) Lord P a l m e r eröffnete l» der Catonhall die Internationale WirtschaftSkouferenz. Der deutsch« und der Ssterreichisch« Botschafter wohnten der Verhandlung bei. Frankreich war nicht, Bcl- g i e u und Italien nur s ch w° ch v e r t r« t e«. Die wirtschaftlich» und politische Rotlege Europas uud der daraus folgernde Zwaug zum solidarischen Aufbau wurden durch zahlreiche, vielfach ausgezeichnete Reden nachgewiesen. Die Engländer B e b s o n, Mackiuson, L-od, LeeS u. a. gestalteteu ihre Redeu zu schweren Anklagen. Adele Schreiber schildert: die so- ziale Zerrüttung Deutschlands, iusbcsoudere die?cr- elendung der heranwachsende» Gcneratto», dir so nicht Trägerin des Wiederaufbaues werden könne. Ihre fließend englisch ge. sprochrne Rede macht« psfrnsichtlich Eindruck. Starken Bei- fall fanden di« Ausführungen von Schulze-Grävenitz und Helmut v. Gerlach, von denen ersterer die Ursachen der Not- lagt, darunter den Friedensvertrag und die Grundlinien des Wiedernnfbaues mit Betonung derBereitschaftzurloyale» Erfüllung der Revaratiouepflicht darlegte. Seine AuSsührungou gipfelten in dem Satze: Gebt uns Kohlen, dann arbeiten wir. v. Gerlach vertrat den Standpunkt des radikalen Pa- z i s i s m u s, legte ein beifällig aufgenommeuel Bekenntnis zum Völkerbnnde ab uud forderte die baldige Ausnahme Deutschlands in denselben. Neue ftrmenierschlächtereleK. Roch sind die furchtbaren Armeniermetzeleien unter dem Türftnsultan Abdul.Hamid unvergessen, kaum ist das Blut der Armenier verraucht, die im Weltkrieg aus angeblichen Gründen der militärischen Sicherheit von türkischen Militärs brutal ausgerottet oder aus dem Wege einer qualvollen Evaquierung vertilgt worden sind, und schon kommen neue Verzweiflungs- schreie aus dielem vielgeguälten Lande. Seitdem die Bolsche- Wik: sich mit den türkischen Nationalisten verbündet haben. marschieren diese beiden Armeen konzentrisch gegen das arme- niscke Bergland. dessen kleine Wehrmacht nickt imstande ist. die Grenzen zu schützen. Es werden uns Aufrufe der Sozialdemokratischen Partei Armeniens, des revolutionären Bundes „Taschiktzutziun" und des Gewerkschaftsbundes in Armenien übermittelt, in denen ausgeführt wird, daß die sunge arme- msche Revllblik, vom türkischen Joche befreit zukunstSfroh ins Lichen trat als ein sreiheitlichex und zum Sozialismus ent- schlossener Staat, daß sie aber unausgesetzt um ihr Lebea üunpfeu üuh die bittersten Leiden erdulden- muß. sffn Gegensatz zu dem oft betonten Selbltbestimn'ungsrecht geht Sowftt- rußland auf die Unterjochung Armeniens aus, um es verschiedener Provinzen zu berauben. Ter Pormarsch der verbündeten Türken und Bolschewisicn ist vom blutigen Greuel begleitet. Zwei sozialistische Abgeordnete. Khoreni und Schirinian. sind nach langen Mar- lern von Bolschewiki ermordet worden, weil sie daS Reck: des armenischen Proletariats vertreten haben. Für dieses Recht, für die nationale Freiheit und Selbstbestimmung des armenischen Volkes einzutreten, rufen die Arbeiterparteien und Gewerkschaften Armeniens das Proletariat aller San- de? auf. Mit ihr geht'» an. Es ist schon gegen Morgen. Im Zollhaus ist ein Trupp ein- gebracht. Ein« Frau, die schon Windungen wie«in Kork.ff.'str gemacht, hebt mit einemmal an: Huh, huh... mtt mir geht'S an? Mit mir geht'S anl Krümmt sich und windet sich, stöhnt und heult: Mit mir geht'S an! Huh. huh. und ohne End«. Tür Beamte ist des Deisels.„Ich kann'S n.cht wissen... Ich kenn' mchtl davon... Geh'n Sie zur Kontrolleurin.' Die Frau wankt zur Kontrolleurin. Was dort vorgegangen, weiß keiner. Aber nach einiger Zeit komm: sie heraus, hält sich den Leib, wankt hinaus in di« Nacht. Sie ist frei, währeich die anderen bleiben...„Huh, huh, mit mir geht's an.' Die anderen bersten vor Lachen oder Neid. Denn so ein Schwindel gelingt doch nur einer. Der Anschlag. ES ist sackdunkl« Nacht. Die Grenze überschreitet ein junges Weöb. kraftvoll und couragiert wie ein Mann. Sie trägt ihre Last dochaufgefch.chtet über den Kopf. Kaum daß die Hand bis an den Rand reichen könnt«. Ihre Füße ohne Stiefel stecken in vielen Socken. Kaum hinter der Grenze erhält sie schon Anschlag. Ganz unerwartet... es ist rabenfinster.„Halt! Halt!' Herum und Rrißau».„Halt! Halt!" Weiter, in noch wilderen Sätzen, achtzig Pfund auf dem Rücken.„Haiti Halt! Piff paff! Haaalt... Nicht! von Haltt Um keinen Preis... Da ist die Grenze. Gottdank... Hinuber... Hinein in d«n Wald, durch knackendes Holz, div Bürde in den Graben, sich selbst in den Graben.. Der Atem stpcktt-. WaS... ist... da»... für ein... Trampen... und Bullera?... Istt» Pfcrdegesdampf?... Was... Nichts... Es war das Schlagen des eigenen Herzens... Nach langem Warten schultert daS Weib von neuem die Last. strebt auf neuen Pfaden durch d.e Nacht, zweieinhalb Stunden weit. und gelangt nach Haus«. Den haben si«„kr i tz g e n'. Mtt gespitzten Ohren, lauschend auf die Tön« der Nacht, so schleicht ein Trupp Menschen Jeder trögt fünfzig Pfund Tabak oder Kaffee. Hier, der Bruch ein« gefährliche Stelle. Der„Vor- gänger' sichert auf zweihundert Meter. Da bekommt er Anschlag. Halt,... halt!... zwei Stimmen raunen'».... Vier, sechs Beamte tauchen auf aus den Büschen. Hohl. Der Vorgänger hol sich „erschrocken", so laut er konnte. Und fängt nun einen noch lauteren Wortwechsel an. Die Beamten sind wütend, rein wie des Teufels. Denn von denen da hinlen bekommen sie nun lernen. Auf den ersten.Erschrecken»' wn sind sie im schwarzen Waldgürtel ringsum, in alle Winb�. im Dunkel verschwunden. Der Knips« r. Der Vorgänger„sichert", mtt einem roten Lichtchm, mtt einer gewöhnlichen Taschenlatern«. vor dem GlaS ein Röhrchen, darin Gelatine.. KmpS... ein rote» Fünkchen... knips... wieder weg... Di« da unten haben'» gesehen und rücken leise nach.., Nr. 506 ❖ 57. Jahrgang 1. Heilage öes vorwärts Mttwoch, 15. Oktober 1020 Iraktionsbericht in Kassel Unsere reichstreuen Hapern In Schlußwort Zur PmteitsgSdekxrtt« über den Vorstands- bericbt sagte WclS: Die Kritik am Parteiborsland hch sich in engsten Grenzen bewegt. Wenn oer Genosse Schnabbrich mein Rcsttrat phrlontropisch ge- nannt tat, so war das auch nur ein Lob, denn da meine Rede allen Grundgesetzen des Klassenkampfes, der Demokratie und des Sozialismus entsprach, war es nur ein Vorteil, wenn sie außerdem noch von twr Lieb« zur Menschheit durchdrungen war, dl« uns beseelt. Mit Cohen sich zu befassen, lohnt kaum noch.(Sehr wahr!) In der letzten Nummer der„So- zial stischcn Monatsbestc", die wirklich noch immer erscheinen, feiert er M i l l e r a n d als einen besseren Sozialisten als viele unserer führenden Parteigenossen.(Große Heiterkeit.) Ich weise diese unerhöric Schmähung zurück. Gerade Coden hatte zu dieser hoch- fahrenden Scknilmcistcrci nicht nur der Deutschen, sondern auch der französischen Sozial sten kein Recht. Tic Berliner Parteigenossen werden sich mit dieser Art ihrer Vertretung auf dem Parteitag noch beschästigen müssen.(Lebhafte Aitstimmung.) Im übrigen können wir mft(ser an unserer Tätigkeit geübten Kritik zufrieden sein, sogar mit der Rede des Genossen Fellisch. Er hat nur Einzelheiten bemängelt, wir sollen beim Steuerabzug vcr- sagt hoben. Einem so geschickten Agitator w:e Fellisch mügte cS doch leickt sein, den Arbeitern den revolutionären Charakter gerade dieser Art Steurrcrhebung auSe nanderzusetzen. Tic Arbeiter wälzen den Steu»rabzug auf den Unternehmer ab und die Un'.ernchmer die Belastung auf die Prcouttc und so werden letzten Endes die Steuern von der G e» famtprodiiktion ausgebracht— ein Zustand, den gerade wir stets erstrebt heben. Taß wir gegen dir agrarische Ausbeutung sind, brauchen wir doch nicht erst in besonderen Aufrufen zu versichern. Wir haben gerade im letzten Jabre Ausrufe genug erlassen. Nun zu den Anträge». Den Anträgen zur Sicherung der Errungeiiichaften der Revolution stimmen wir alle zu, man möge sie sämtlich dem Parteivorstand zur Berücksichtigung über- weisen. In der Frage der Regierungsbildung sind wir alle einig, im einzelnen aber geht die Fassung der Anträge doch auseinander und wft können sie daher nicht alle annehmen. Parteivorstand und � Parteiausschaß haben sich eingehend mit dies-er Rrnnp fi i rfv� t•■ rv t v nS. fM n- r* Tl..» toenn .!. Di« von Röhl bazu bcantrogtc Ergänzung aus Erhöhung der Wpro- zentigen einmaligen Vermögensabgabe müssen wir ablehnen, denn daS Reich? liowpscr gebt beute schon weiter. Die Anträge, welche die Varteigenontn bei der A.ufi'testun? der Kandidaten bin- den sollen, bftlc ick» Sie abzulehnen. Natürlich empfiehlt es sich, nur solche Kandidaten aufzustellen, die schon einen Scheffel Salz mit den Parteigenossen gegessen haben.(Bei- fall.) Bartels(Schlußwort): Dir Beitragserhöhung ist notwendig. Tarauf, daß wir irns mehr auf die Agitation in den Gewerkschaften verlassen sollen, können wir uns nicht einlassen. Die Gewerkschaften sind beute stark durchsetzt mit Unabhängigen und Kom- m u n i st e n. MonatSinarken kann der Parteivorstand nicht ein- zieben. Arbeften wir gemeinsam weiter in dem Bewußtsein, daß unS die Zukunft gehört.(Beifall.) ES folgt die Abstimmung über die vorl-egenden Anträge. Dem Vorstand wird einstimmig Entlastung ertcrlt. Angenommen wirv ein Atftrag» der die Parteiprcsse auffordert, für grundsätzliche Aufllärung der Leser zu sargen. Dem Vorstand überwiesen werden die Anträge auf Ausbau deS Mitteilungsblattes und der Parteikorrespondenz, finanzielle Unterstützung der P a r t e i pre sse, Uebcrweiftiiig der Anwesenheitsliste der Parlamente an die Bezirksorganisationen. Sicherung der Er- rungen schatten der Revolution, frühzeitigere Herausgabe des AgitakionSmatcrialS, Anstellung weiblicher Sekretäre, Herausgabe des Friedensvertrages mit Kommentar, Unterstützung des Republikanischen F ü b- rerbundeS. Förderung der Ta u b st u m m e n o r g a n i- sa t i o n, Ausbau der„Gleichheit". Durchführung des Svstems der Vertrauensmänner m allen gewerblichen Betrieben. Entsendung nur republikanisch gesinnter Männer als deutsche Vertreter inS Ausland. Abgelehnt werden die Anträge auf Binoung der Parteigenossen bei der Aufiiellung der Kandi- datrn. Einstimmig angenommen wird der Protest gegen die ZerstZrung der Dieselmotoren. . Vorsitzender Hermann Müller: Wir wollen hoffen, daß dieser einstimmige Protest der deutschen Arbeiterklasse ein E ch o bei den Sozialisten der Sntenteländer findet!(Labhafte Zustimmung� Die Resolution des Part« ivorstandeS und Parteiausschusses zur Regierungsbildung wird in folgender Fassung angenommen: Da das Ergebnis der Reich-stogswahlen der früheren Koali- tion eine tragfähige Mclrbeft nicht gewährte, da eine nach rechlS hin erweiterte Koalmon mit den Interessen der«rbefterkiasie nicht vcreiirbar war, da die U. S. P. sich weigerte, in eine zur Verteidigung der republikanischen Einrichtungen und zur Siche- ruug ioer sozialpolitischen Errungenschaften, der Revoliilimiszeit zu bildende Regierung eingurrelen. war nach den Reichstags- wählen der Austritt der sozialdemokratischen Partei aus der Re. Gerung notwendig geworden. Der Parteitag billigt daber die Haltung des Parteivorstandcs und der ReichSlagsfraktlon zur RegiecungSbiloung misdrücklich Ein Wiedereintritt der Sozialdemokratischen Partei in die Rcichsregierung kann nur in Frage kommen, wenn die Interessen des P r o l e t a' i o t s, die vor allem die Demokrat:. sterung der Verwaltung, die Rev'-blikanisierurig der Reichswehr, die Sozialisterunq t>«r dwür reise» Wirtschaftszweige und eine Pazifist sche auswärtige Politik erheifch-n, Berücksichtigung fmoen. Die Zusammenarbeit mit ein« Partei, die nicht grundsätzlich und tatsächlich auf dem Boden der repu. bltka Nische» Sta-iSform steht, kenn nicht in Frage kommen j Angenommen wird ferner ein Antrag auf Förderung des Ge. nassen schastSwesenS. Dem Vz teworst'nd überwiesen w, d c n Antrag au' bessere Referentenocruiitt'iina Abgelehnt w rd ein Antrag, dir die Einigung des Proletariats über die Köpfe der Führer hinweg fordert. Die übrigcn Einigungsanlräge weiden dem Parteivorstand überwiesen. Dem Parteivorstand und der Pneiißenfraklioi, überwiesen werden Anträge auf Temokraft. sieriing der preußischen Verfassung und Verwaltung und auf Sicherung des Wahlrechts in Helgoland für die zugezogenen Ar- beiier. Angenommen wird ferner ein Antrag des ParteivorstandeS uirD ParteiaiisschusseS, durch den die Mindestmitgliederbefträge für Männer und Frauen verdoppelt werden. In rein länd. l i«b e n Gebieten kann mit Zustimmung des Parteivorstandes der Beitrag ermäßigt werden. Endlich finden Annahme drei Re. solutionen von Heinrich Schulz über Förderung der Jugcndbe- wegu-ng un» Bildungsarbeit, Unterstützung der Jungio�ialisten und Ausbreitung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer. Der Iraktionsdericht. Hierauf tritt der Parteitag in den dritten Gegenstand feiner Tagesordnung ein:„Bericht der R ei ch S t a g S f r a k t i o n." Berichterstatter ist Hildenbrand: Unsere Hauptaufgabe war, den Krieg zu liquidieren und einer sozialistischen Gemeinschastswirtschaft die Wege zu ebnen. Wir haben dieS nicht nur in Angriff genommen, sondern Bedeutsames auch schon durcligeführt. Natürlich wird es nicht restlos befriedigen, aber wir haben nun einmal im Parlament nichts dl« Mehrheit. Schuld daran trägt auch die Fraktion der Unabhängigen, die aus llngst vor den Kommunisien nickt wagte, Sozialpolitik zu treiben. Das Diktat von Versailles haben wir unterschreiben müssen und wellen es durchführen, soweit wir können. Aber schon jetzt zeigt sick. Daß diese Bedingungen nicht restlos zu erfüllen sind. Am wenigsten berechtigt über den Vcrsailler Vertrag Klage zu ftibrcn sind diejenigen, die bei uns während deS Krieges in ihren Zielen und Forderungen nicht weniger gewalttätig waren und dew Feinde erst das Konzept für Versailles geliefert haben. Gegen die Besetzung deS Rbeinlanoes und der Pfalz können wir prinzipiell nichts einwenden, wohl aber wehren wir uns gegen die Lasten, welche die maßlosen Liebhabereien einer größenwahnsinnigen Militärkaste lins auferlegen. Im Namen von Reckt und Gesetz protestieren wir dagegen auch an dieser Stelle.(Beifall.) Wird diese Milliarde nlast nicht von unS genommen, so bleibt unser ganzes Volk ein Sklave der Entente und eine Wiedergutmachung ist nicht möglich. Wer den Frieden will, muß sich unserem Protest anschließen und mit unS an der Versöhnung und Verständigung der Völker arbeiten. (Beifall.) Dir sozialdemokratische Fraktion hat jedenfalls für die Kriegsopfer besser geiorgt als die büraerliche» Parteien, die die Hinter- bliebencn mit billigen patriotftchen Phrasen abspeisen wollten. Wir haben heute dir freieste Verfassung der Welt. Viele junge Menschen vergessen dann die ungeheuren Kämpfe, die von unseren Vätern und Großvätern seit Jahrzehnten um diese» Ziel geführt worden sind.(Zufftminung.) Das B e- t r i e b S r a t e g e s e tz, bei dem die Unabhängigen es nicht einmal vcrsuckten, Verbesserungen durchzusetzen, muß ÄS ein Mittel der wirtschaftlichen Interessenvertretung benutzt werden. Polftischc Ar- bciteriäte lehnen wir ab. Wohl aber werden die Betriebsräte praftifche Sozlalisierung treiben. Bei den Sozialisierungs- gesehen werden wir dafür zu sorgen haben, daß sie nicht nach den Ideen des Ministers v. Raum?« verabschiedet Werden. Wir müssen bei dem Kompromiß, das zweifellos kommt, eine mög- licktt weite Annäherung an unsere Forderungen durchsetzen. Hier ist daS Gebiet, wo Deutschland führend vorangehen muß. Wir ar- beiten nicht nur für Deutschland, sondern für den sozialtsrischen Ge- danken in der Welt. Eltern und Volk haben die Entscheidung über den Charakter der Schule zu treffen. Von diesem Rocht muß auch Gcbrauck gemacht werden.(Zustimmung.) In den Heeres- frage« waren wir leider durch das Tikiai der Entente gebunden, sonst hätten wir nach dem militärischen Zusammenbruch unsere Forderungen durchsetzen können. So aber waren wir zum Söldnerheer gezröüngen, zum Einstellen von Leuten, die daö militärische Handwerk als ihren Beruf betrachten. Dieses Söldnerheer kostet uns viel mehr als daS Volksheer, wie wir es unS denken. Di« Reichswehr wurde zu einer Zeit gebildet, als ein großer Teil der deutschen Arbeiter noch reicht begriffe« hatte, daß sie selbst die Pflicht haben, die Er- ruilgcnschafieii der Revolulwii zu verteidigen. Der Mütter und Kinder haben wir uns nach Möglichkeit angenommen und haben besonverS dankbar die Mitarbeit unserer Genossinnen im Paria- ment begrüßt. Viele Beschwerden werden über die Rechtspflege geäußert. Es wäre diellcickt besser gewesen, mit der alten Staats- dcrfassuna auck der kapitalistischen Rechtspflege ein Ende zu bc° reiten.(Lebhafte Zustimmung.) Ein großer Teil der Richter hÄ noch immer nicht begriffen, daß die staatlichen Verbältnisse sich ge- änftert haben, sie urteilen nach dem Recht der Vergangen- b e i t und beachten nicht da» Recht, oaS mit uns geboren ist. Die Auslegung des Amnestiegesetzes durch daS Reichsgericht ist der Gipfel von Unrecht, die AilberverfalgungSsetzung des Kapp- Putsche? einfach ein Skandal. Ist der Kampf um die Reichs- wehr erst einmal zu Ende, dann wird Die große Auseinandersetzung nift der I u st i z kommen. Für die Wirtschaftspolitik große Programme aufzustellen, wäre ein Fehler gewesen, die Wirklichkeit hätte diese Programme doch über den Haufen geworfen. Der Widerstand gegen den Steuerabzug war voreilig und unüberlegt. Der Grundsatz war gut. die Klagen über die AuSfübrung vielfach berechtigt. Einige Erleichterungen sind ge» fcliarfen Eine Erhöbung des steuerfreien ExistenzmininnimS w i r d. der Reichstag demnächst beschließen. Die Beseitigung der Einzelstaaten�in der Verfassung von Weimar herbeizuführen, hätte di? größten Schwierigkeiten geboten. Sie wird sich von selbst durch» setzen, wenn die Einzelstaaten den Verlust der Steuerhoheit und der Eiscnbahncn und die schwierige Finanzlage in ihrer vollen Tragweite empfinden. Daß der Kapp-Putsch mißlang, die Republik gerettet wurde, das Reich vor Bürgerkrieg und Einmischung der Entente kvwahrl tzlied. ist allein das Verdienst der ehrlichen Repu- hliiaiicr und sozialisnschen ArbeSter. Leider hat ihnen daS Volk schlecht gedankt und bei den folgenden Wahlen die Reaktion gestärkt. CbiooW die Regierung obne die Sozialdemokratie keinen Tag existieren kann, ist unsere Stellung im Reichstag doch viel weniger stark ÄS in der Natto.ialversammlung. Sic zu stärken, uruß Sache der Arbeiter sein, denn um ihre Sache wird im Reichstag gekämpft. Nachdem Hildenbrand dann den überstürzten Abbau der Zwangswirtschaft un-d die Unterstützung des Wohnungsbaus und her NoiitandSarbeiten durch das Reich besprochen hatte, schloß erc Der soziakdemotraiischen Frak ion waren große Aufgaben gestellt. Wir konnten mit Erkolg arbeiten, weil wir'« treuer Kameradschaft einig zusammenstanden und weil es für uns nur ein Ziel gab. die treue und energische Vertreiing d--r Interessen de? werk» ftwrn VolkeS. Förderung wahrer Demokratie in der Politik und ftelklaro Vorbereitung der sozialistischen Wir schaft.(Lebhafter Boifall) Wir waren im Parlainew ehrlich bestrebt, unsere Sache ohne persönliche und parteipolitisch« Leidenschaft auch besonders goren die Parteien links von uns zu begründen, und bedauern, daß es so oft nicht möglich war, den verderblichen Bnrderkamps der sozialistischen Parteien zu vermeiden. Wir sehen der Kritik ruhig entgegen, die kann uns nur stärken in unserer Tätigkeit, die immer geleitet wirb nach dem Grundsatz: Treu der Partei zum Wobl deS ganzen Volke?!(Lcbbafier anhaltender Beifall.) Di« Debatte wird auf nachmittag vertagt. Sozial'sserung. Wirtschaft», und ErnährungSfrag« werden getrennt behandelt. Auf die(zum Glück überholt«) Nachricht vom Tode de? Ge» ncssen Dr. Magnus Hirschfeld erhebt sich die Versammlung, und es wird einstimmig folgende Eni» schließung angenommen: „Der Parteitag brandmarkt mit größter Schärfe die Aus- sckreitinigen deuisttrölkischcr Kreise, die in dem Gelehrten Dr. Magnus Hirsckield ihr erstes Blutopfer gefotderl haben; er weist die Verantwortung für die wüsten Ausschreitungen, die Deutschland in aller Welt besudeln, weit von sich. Der. Partei- tag fordert die Genossen aus, den deutfchvölkischcn Hetzern über- all mit den Waffen des Geistes eiitgegenzutreten und die klaren Ziele des Klassenkampfes nickt durch blöde, der Gegenrevolution dienende Klassenhitze verwischen zu lassen." (Lebhafter Beifall.)...... Ein BegrüßungStclcgramm der deutschö st erreichi scheu Sozialdemokratie wünscht dem Parteitag besten Erfolg.— Ein Telegramm des Wirtschaftsvcrbandcs deutscher Berufs- soldaten ruft auf zum Kampf fiir die Herstellung einer Einheit zwischen Volk und Reichäinebr. Ter Delegierte Genosse Heckelberg-Berlin, einer der Ausge» wiesenen unter dem Sozialistengesetz, feiert beute seinen 60. Geburtstag. Vorsitzender Hermann Müller knüpft an den Glück- Wunsch den Ausdruck der Hoffnung, daß es dem Delegierten ver- gönnt sein möge, noch in der wieder vereinten Partei rm alten Geist des einigen Sozialismus zu arbeiten.(Lebhafter Beifall.) Nachmittagösidung. Sefprechung ües Zraktionsberichts. Srovig-Breslcni: Wenn man nach Berlin kommt, staunt»lau über die Leere im Reichs- und Landtag. ReichZnoiopfcr und Kap)- talertragsstcuer müssen ebenso dringend eingoboben werden wie dcx Lohnabzug. Die Staffelung müßte mit 6 Proz. und erst bei öOVO bis 6000 M. beginnen Grosse-.Hamburg: Die Reichsdersicherungsovonung muß wenig- stens in den Pnnften geäncert werden, wo es sich um Renten- berecknilng für Unfallverletzte tändelt. Die Neuregelung des Lehr- lingSwefens ist notwendig. Den Frauen fehlt die bürgerliche Gleichberechtigung. An der Rechtspflege merkt man nicht, daß wir uns in ber Fortentwicklung einer Revolution befinden. Die Rechtspflege erfordert besondere Berücksichtigung.(Bei- fall.) Biester-Holzbüttel fordert, daß'jci Fraktion für ibr Verhalten nach dem Kapp-Putsch die Mihbilligung ausgesprochen wird. Die Arbeiterschaft hatte den 8 Punkten vertraut, und heute ist von ihnen nicht mehr die Rede. Es liegt die ungebeure Gefahr vor, daß die Gesetze-zum Spielball werden. Wenn die Dinge so weiler-. geben, haben wir kein Vertrauen mehr zur Partei. Es ist Gefahr, daß im Winter unsere Nerven zusammenbrechen.(Heiterkeit.) Sollmanu-KAn: Solange wir ber Welt zurufen, daß wir am Verhungern sind, dürfen wir nicht große.Mengen wichtiger NahrungSmtttel zur Schnaps- und Bierbereitung ver- wenden. Deshalb bedauere ich, daß unsere Vertreter im Voltswirt- fckafilichcn Ausschuß sich für die Erhöhung des Braukontin» genis ausgefprvcktn baben. Durch den ungünstigen Ausfall Per Reichstagsivahlen ist unsere Macht geschwächt. Daran sind mich viele Parteigenossen schuld, die die Agitation nicht richttg geführt haben. Wir müssen beim kommenden Walst kämpf unsere Genossen über die Tätigkeit' der Fraktion diel besser unterrichten. Wir müssen uns hüten, in der Agitation Forderungen zu chheben, von denen wir wissen, daß sie bei der jetzigen Wirtschaftslage nicht erfüllt werden können. Crispicn und Dtttmann fallen iu ein Grab, das sie sich selbst gegraben haben. Man darf deshalb nicht mehr Wechsel auf lange Sicht geben, denn die Massen sind genü- gend aufgerüttelt. Die Auswahl der jkanisidaten zu den Parlamenten muß viel vorsichtiger geschehen, weil sich die Aus- gäben, dir jetzt von uns zu leisten sind, vermehrt-haben. Es ist mcrncher um der lieben Kirchturmspolitik willcn auf der Wahlstatt geblieben, der sehr gute Arbeit hätte im Parlament leisten können.(Sehr richtig!) Wir haben daher in der Fraktion nicht einen einzigen praktischen Kenner der Landwirt- schaft, der I n d u st r i e organisatton oder iocs Handels. Ein richtiger organisatorischer Aufbau kann nicht allein mit Partei- sekreiaren und Redakteuren, gemacht werden! Unser« Redner und Schreiber dürfen auch den Vertrauensleuten der Partei in der Rc- gierung die Arbeit künftig nicht wieder so schwer machen. Sie müssen sie decken, auch wenn dabei lein Beifall zu ernten ist.(Leb- haste Iusttmmung.) Wir dürfen es nicht dulden, daß Männer, die- mit ibrem Leben für unser« Sache eintreten, von jedem» Gassenjungen durch den Kot gezogen werde.(Lebhafte Zu- stimmung.) Wenn wir so arbeiten, werten wir jeden künftigen Wahlkampi bestehen.(Beifall.) Schöpflin-Karlsruhc: Tie Reichswehr wird immer mehr zu dem Schwert geschmiedet, mit dem b.c deutsche Republik erschlagen werden soll.(Biester ruft: SpÄe Erkenntnis!) Nein, das haben wir von Anfang an gewußt und gesagt. Nur unter dem Druck zwingender Verhältnisse haben wir der Reichswehr zugestimmt. Wenn Situationen kamen, wo selbst NnlibhLngige nach der Reichs- wehr rufen mußten, ist e? nicht wunderbar, daß der militärischen Reaktion der Kamm geschwollen ist. Herr von Sceckt litzt sich von Gehler kaum noch sprechen, wenn es ihm nicht paßt.(Hört, hört!) Geßler hat sich mir milttä- rischon Dingen niemals ernstlich beschäftigt. Er imponiert keinem Offizier. Die Offiziere namentlich vom alte» preußischen Schlag brauchen eine feste Hand. Herr Geßler hält überall im Reich schöne demokratische Rcioen. Die Katze ist fort, und die Bläu so spielen in der Dendlerstraße.(Heiterkeit und Beifall.) Für das 100 0(K).Mann»Heer werden im Etat SS dOO Pferde gefordert. Geßler ist eine Gefahr für dt« Republik, weil neben ihm und geistig über ihm die Exzellenz von Secckt steht. Aber so planmäßig auch die Reaktion arbeitet, das Schwert, das sie gegen die Republik schmie-Dat, kann abgestumpft werden durch die Entschloffenk-eit der Arbeiter und durck die Mittel, die anzuwenden im gegebenen Augenblick unsere Pflicht ist., Eduard Bernstein: In den anderen Reichsämtern siebt es nicht' besser au?. /Sehr wahrl) Unsere Diplomatie muß viel republi» konisches Auftreten lernen. Viel« Gesandte draußen haben die Fehler, die in Berlin gemacht wurden, erkannt und während des Krieges über die Regierung getobt, aber sie konnten nicht? ändern. Wenn wir die Republik nicht zu einem Opfer Der ?lnorchie und der Reaktion werden lassen wollen, sind wir noch lange auf d:e Mitwirkung anderer Parteien angewiesen. Selbst wenn wir die absolute Mehrheit hatten, würde ich empfehlen. bürgerliche Elemente heranzuziehen, denn ihre Mitarbeit ist unentbehrlich.(Zusttmmuiigf) Danach müssen wir auch unsere Sprache einrichten. Pazifistische Erziehung brauchen wir, auch für die Reichsämtcr und daS WTB. Anläßlich /der Mordtat in Weimar wurde Admiral Scheer »der Sieger von Skagrruk" genannt. Jeder weiß doch, daß diele Seeschlacht mit erheblichen deutschen Verlusten geendet hast Al? die Heeresleitung in einer Pressesitzung deswegen gestellt wurde, machte sie nachdrücklichst d a s Recht der Lüge geltend.(Horstet!) Auch ich will eine wirb, schaMche Sfattä�ctung an R u ß I a n b." Wer wir sollten de» Sin- brnck des Rachlaufens vermeiden bei enter Regtenung, die btSher nich-s euisgcnch-ct dat. als mit den Mitteln mterhörtcster Korruption die Arbeiter aller Lander gespalten zu haben. Wir wollen� mit allen Nationen zusammenarbeiten und Nußland nicht cutfcittg herausgreifen. fBcifall.I Loeb-Frantfurt a. M.: In Brunei waren die, er Tage die internationalen Kapitalisten vereinigt und Ivaren sich einig in d»r Ablehnung des �«ozialismu?. In Berlin aber erging sich der BetriebSristekongrcß in nichtswürdigen Geschäftsordnungsdebatten und Arbeiter schlugen sich die Köpfe ein. Beim Steuerabzug lmben unsere Genossen offenbar ganz vergcffen, daß die engl: s ch e n Arbeiter lange Jahre um diese gerechteste und beste Art der Steuer- erhcbung getämpft haben.......... Eckstein-Breslaut Auch ein Söldnerheer kgnn ein verläßliches Instrument des Proletariats sein; daS zeigt daS Beispiel DeutschöstcrreichS. Nosle hat Fehler gemacht, aber� er war ein ganzer Kerl. Geßler müssen wir den schärfsten Kampf ansagen. Man lann einem man- archistischen Offizier nicht die Waffen in die Hand drücken, tim die Republik zu verteidigen. Frau Pfüls-München begründet den Antrag auf Weltlichkeit des Schulwesens. Leider wurde es verttetchlnssigt, Einfluß auf die Elternbeiräte zu gewinnen. Wir müssen alle Kraft zusammennehmen, wenn wir zu einem brauchbaren R e i ch s s ch u l�e se tz kommen wollen. Burr-München: In einer isseit. wo alles fließt, sind allgemein bindende Richtlinien nicht aufzustellen. Wir müssen uns auf unseren gesunden Verstand verlassen. Die Provisionen, die das Reich an den Handel und die Kooporationen für Lieferungen an die Entente zahlt und die vielfach eine wucherische Höhe er- reichen, müssen herabgesetzt werden. Den Arbeitslosen muß mit allen Kräften geholfen Ivcrdcn. Ist es�richtig. daß die Entente die Vorlegung deö Gesetzentwurfes über die Erwerhslosen- Unterstützung verlangte, bevor sie dem Reichstag zuging? Gegen- über den besonders in Vayern von reaktionären Elemeiiten im Bunde mit französischen Chauvi- nisten geförderten separatistischen Bestrebungen, bekennen wir bayerischen Sozialdemokraten uns einmütig zur Deutschen Republik. Tic Lockungen der französischen Rationalisten und der Kapitalisten finden im sozialistischen bayerischen Volk kernen Boden. Gegenüber dem Bamberger Aktionsprogramm der Bayerischen P o> l s p a r t e i, das in seiner Auswirkung nur den Sieg der französischen Zerreißungsabsichten bedeutet, nehmen wir den schärfsten Kampf auf. Die Verwirk- lichung des Bambergcr Programms, in dessen Hintergrund die Monarchie von Frankreichs Gnaden steht, ist nur durch die Gegenrevolution zu erreichen. Jeder Per- such, diese Pläne zu verwirklichen, würde den völligen Niederbruch der Volkswirtschaft und. eine weitere Steigerung der Leiden un- sercS ohnehin so gequälten Volkes herbeiführen. Die Heimatkultur und StaurmeSeigenheiten finden nach unserer festen Uoberzeugung in einer geschlossenen deutschen Repteblik volle Entfaltungsmöglichkeiten. Die berechtigten Klagen über wirtschaftliche Benach- tciligung Bayerns und des Südens werden aus durchsichtigen demagogischen Absichten zu Unrecht der republikanischen Staats- form zur Last gelegt.(Zustimmung.) Diese B e n a ch t e i l i- g u n g e n aber sind das unselige Erbe aus der kapitalisrisch-mili- taristischeu Epoche Deutschlands und sie haben durch die Wirtschaft- ltchen Krtegsmaßnahmen der O b e r st e n Heeresleitung eine den Süden aufs höchste schädigende Verschärfung ersahren. Die Reichslaasfraktion muß nachdrücklichst darauf hinwirken. Grund- lagen dafür zu schaffen, daß alle Teile Deutschlands gleichmäßig an dem Wiederaufbau mitwirkest und gleichen Anteil haben können. Wir stehen fest zur alten deutschen Sozialdeinokratie. deren Pro- gramm in einer geschlossenen Einheit des Reiches die Voraus- s« tz u ng seiner friedlichen kulturellen, wirtschaftlichen und polt- tischen Weltenwicklung sieht.(Lebhafter wiederholter Beifall.) Keil-Stuttgart: Unser Austritt auS der ReichSregieruag hat natürlich schwere Schattenseiten gehabt. Seit dem Amtsantritt v. Raumers sind alle Kräfte seines Ministeriums daraus eingestellt, hie Sozialisierung der Elcktrizitätsindustrie in ihr Gegenteil um- zukehren. Die Fraktion wird zu gegebener Zeit Herrn v. Räumer das Handwerk lege» müssen.(Sehr wahr!) Ter Redner bespricht eingehend das Steuer- und Finanzwesen. Wir brauchen tüchtige Kräfte für die Besetzung der Steuerausschüsse, damit die Einschätzung künstig nicht mehr so einseitig und himmelschreiend ungerecht ist. Leutcritz-Hamburg: Die Flaggenfrage verursachte in Hamburg viel Streit. Die Arbeiter wollen kein Schiff mehr vom Stapel lassen, das mit den Farben dc� K a p p- Lü tt w i tz geschmückt ist. Wer die Deputation für Handel und Schisfahrt in Hamburg hat von der Reichsregierung die Auskunft bekommen, daß schwarz-wetß-rot noch immer die Handelsflagge sei, weil für die neue Handelsflagge die Ausführungsbestimmungeu fehlen.(Lebhaftes Hört, hört!)" Der 9. November ist der Tag de? Proletariats und des proletarischen Gerichts über die Kriegsver» brcc&er, aber am 11. August, dem Perfassungstage. sollten zu Tausenden die Fahnen der Deutschen R e p u b l i I wehen, damit alle Menschen sehen, daß sie lebt, trotz Reaktion und Hakenkreuz. (Lebhafter Beifall.) Die Fortsetzung der Debatte wird auf Mittwoch vor» mittag 9 Uhr vertagt. Porsitzender Scheidemonn teilt mit, daß die Nachricht vom Tode Dr. Magnus SirschfeldS falsch ist. An der grundsätz» lichcn Stellung der Partei zu den deuischvölkischen Gewaltanbeteru ändert sich selbstverständlich nichts.(Lebhafter Beifall.) Es sind noch eine Reihe weiterer Begrüßungstclcgrammc eingelaufen. Schluß nach 6 Uhr. * Ausammenkunst öer preußisthen Delegierten. Dienstag, abends 7 Uhr, traten die preußischen Delegierte» zusammen. Der Vorsitzende der LandlagSfraklion Gen. S i e r i n g berichtete über die Tätigkeit der LandtagSfraktion. Er wies daraus hin, daß die Verfassung und daS Wahlgesetz unbedingt so schnell wie möglich verabschiedet werden müßten, damit die Wahlen An- fang nächsten Jahres stattsinden können. Um dies zu erreichen, würde eS vielleicht nötig sein, daS Wahlgesetz noch bor der dritten Lesung der Verfassung zu verabschieden, weil sonst die bor» geschriebenen Fristen des Wahlgesetzes nickt mehr innegehalten werden könnten. Ueberstürzte Wahlen müssen wir unbedingt der- meiden wegen dcS warnenden Beispiels der Reichsiagswahlen nach dem Kapp-Pulsch. Zum Schluß schlug Siering vor. daß zur Auf- st e l I u n g der Laudtagskandidaten und Vorbereitung der Wahl- arbeit die preußischen Mitglieder des Parteivorstandes, des Par- ieiauSschusscS und die LandtagSfraktion eine Instanz bilden. Auf eine längere Diskussion verzichtete die Konferenz. Man war sich darüber einig, daß auf dem Parteitag eine Erklärung ab- gegeben«terden soll, in welcher sich die preußischen Delegierten hinter daS bayerische �Bekenntnis der NeichSeinheit stellen werde». » Um Verwechslungen vorzubeugen, teilen wir mit, daß der Redner aus dem Parteitag C o h e n- Berlin der bekannte Konti- nenialpolitiker Sohen- R e u h ist. Er wird im Bericht als Cohen- Berlin bezeichnet, weil er von Berlin delegiert wurde. firandstück, 813 am., alt« Obstbaum» bestand, masswes Wohn- Häuschen. 3 Zimmer, ktliche (unterkellert), Stammet, Nrbengrtast. Stall, Waschküche, ftlosett, im Bau begriffen. beziehbar I. resp. tS. Dez., lof. zu nerkanse». Preis fo Mille Mark.«n*. 33 Mille. 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Preis Nr, 1— 4 je M. 1.50; Nr. 4—5 M. 5.—; Nr. 6 M. 5.—; Nr. 7—8 M. 6.—. Manifest des II. Kongresses der Kommunistischen Internationale: Die kapitalistische Welt u. die Kommunistische Internationale. 32 S., PreisM. 1.— Der Leipziger Kongreß der U. S. P. und die Kommunistische Internationale.(Offener Brief des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale), 19 S., Preis M. 0,50 Aufrufe des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale zur polnischen Frage. 16 S., Preis M. 0,50 N. Lenin: Der„Radikalismus" die Kinderkrankheit des Kommunismus. 95 S., Preis M. 2,50 N. Lenin: Die Wahlen zur Konstituierenden Versammlang und die Diktatur des Proletariats. 26 S., Preis M. 1 ,20 N. Lenin: Das Verhältnis der Kommunisten(Bolschewik!) zum mittleren Bauerntum. 33 S., PreisM. 1,40 N. Lenin: Die Weltlage und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale(Rede in der ersten Sitzung des 2. Kongresses derKomm unist. I nternationale). 29 S..M.1.30 Das Präsidium des II. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale an d. französische Proletariat. 18 S., Preis M. 1,50 Bela Szäntö: Klassenkämpfe und Diktatur des Proletariats in Ungarn. Mit Einleitung von Karl Radek. 127 S., Preis M. 6,50 G. Sinowjew: Die russische Revolution und das Internationale Proletariat. 16 S., Preis M. 0,50 G. Sinowjew: Die Rolle der Kommunistischen Partei in der proletarischen Revolution.(Rede auf dem Zweiten Weltkongreß der Kommunistischen Internationale). 54 S., Preis M. 2,30 G. Sinowjew: Die Tagesfragen der internationalen Arbeiterbewegung. 116 S., Preis M. 5,50 G. Sinowjew: Bericht des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale. 40 S., Preis M. 2,00 L. Trotzki: Terrorismus u. Kommunismus./ Anti-Kautsky. 167 S., Preis M. 6,00 Zu beziehen durch die .1. Tiicht. 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Voll Ernst und Würde achtete er kaum der Blicke, die doch nur Vroletenblicke waren— so sehr erfüllte ibn an iolÄ einem Tage das Geiühl seiner unerschütterlichen Vaterlandsliebe und das Bewußtsein seiner Wohlanständigkeit- Und wenn er gor am Sedantage, mit Schärpe und Aylinder onge- tan. dem Kriegerverein die Fahne vorantrug, dann glänzte sein frisches Gesicht wie eine blankgeputzte Kupferkasserole. »Lieber Gott', dachte er,»wie danke ich Dir, daß ich nicht so bin. wie jene Elenden, jene ideal« und vaterlandslosen Gesellen, die keine besiere Begung kennen, als nur den Neid und die Begehr- lichkeit. und die alles teilen, den Bürgern alles entreißen wollen: die Häuser, die Eriparnisie, ja selbst die Fabne des Kriegervereins.' Die da draußen kümmerten sich wenig um die Gefühle deS Herrn Limburg, der klug genug war, seine Meinung nur monolo- gisch zu äußern. Sie icharten sich um das Banner der sozialistischen Vartei. die ihrem au? dem Gefühl heraus geborenen, oft unklaren Sehnen feste Gestalt, Ziel und Richtung gab. die aus gepeinigten mid wehrlosen Sklaven ent'chlosiene und zielbewußte Kämpfer machte, die in den letzten Raum der Mietskasernen die Erkenntnis wark, daß die Bedrängten eine unbesiegbare Macht sein können, wenn sie sich zusamnirnschließen zum BesreiungSkamPs der Menschheit. Jahr für Jahr wurde die Maifeier schöner»nd imposanter. während ans dem Kriegerverein ein Patriot nach dem anderen ans- trat, so daß er bald nur noch die Stärke eincö kleinen Gesang- Vereins aufwies, der obendrein noch an greulichen Dissonanzen litt. da niemand mehr so recht von der Sieghaftigkeit der Lieder über- zeugt war. Da kam Aittern und Zagen über unseren Freund Limburg. WaS nützt der schönste PatrioliSmuS, wenn die wenigen Patrioten so wenig Bier trinken, daß man nicht davon leben kann? Bald sah er die.Elenden' mit freundlicheren Augen an. und wenn sich zufällig einer von ihnen in sein Lokal verirrt», konnte er sogar sehr herablasiend sein, besonders als er sah, daß ein Arbeiter sein Bier ebenso gut bezahlt als der Bürger und viel weniger Bücklinge' verlangt als jener Als der Vorstagd deS WahlvcreinS eines TageS fein Lokal für Ber- fammlungen mieten wollte, kämpfte seine Kaisertreue nur einen kurzen Todeskampf. Sein Gesicht, das in letzter Zeit bedenklich eingefallen war, verzog sich schmerzbewcgt. als er die reure Fahne von der Wand herunterlangte, um sie in einer Ecke zu verstauen. Und nun blüht das Geschäft wieder aui. Limburg selbst erlangte bald eine Rund- lichkeit, daß er scherzhaft mir einem beute sehr begehrten Haustiere verglichen wurde. Aber nicht nur äußerlich, sondern auch in seinen Worten vollzog sich eine recht bemerkenswerte Wandlung. Er hielt donnernde Rede» gegeu Staat und Unterdrücker. Mucker und Prassen, so daß man ibn in die Gemeindevertretung wählte, wo er in den glühendsten Farben von dem Reckte der Hungernden und Entrech- ieten sprach— freilich nickt ohne manchem Zweifel zu begegnen. denn er sah doch nickt nach Hunger aus und hatte sich inzwischen ein zweites Wirtsbaus gekaust. Die größte Völkerentzweiung brachte dem deutschen Proletariat nicht nur ein niegelanntes Maß von Leiden seelischer und körper- licher Natur, sie raubte ihm auch de» Zauber seiner unbesiegbaren Stärke: da? Gefühl des Znsammenbaltes über alle Fehler und Irrtümer hinaus. Und während die Millionen da draußen in Morast und Kälte lagen und politische Amolläuser noch von einem deutschen Siege sprachen, entbrannte in den Fabriken die proletarische Marneschlacht, züngelte zwischen den Schmiedefenern und Ambossen die verzehrende Flamme deS BruderkompseS empor, daß die ArbeitSbrüder sich mit den geblendeten Augen des HasicS aninbeii und die Kette zerbrachen, die sie so lange zusammengeschweißt und geschützt batte gegen die Sklavenhalter- gelüste der Kapitalherren. Das arbeitende Volk schlug sich die große Trennungswunde, die diejenigen, die den Blick für die Tat- iachen nnd Wirtlichkeit noch nicht verloren hatten, von denen schied, die über dem rosigen Scheine einer Fata Morgans die rauhe Wirklichkeit vergaßen. Limburg schlug sich aus die Seite der letzteren, denn sie waren zahlreicher»nd hörten widerspruchslos seinen schönen Worten zu, während die anderen ihm durch manche zweiielnde Bemerkung oft das Leben i'auer gemacht hatten. Er nannte sie- hinfort nur noch Verräier, und als der Kaiserismus ziisammclibrach. wurde er zum Arbeiterrat gewählt. Wie das Symbol einer verheißungsvollen neuen Zeit saß er nun in seinem Amtszimmer und ließ die Masien aus die großen Taten warten, die er so oft mit Emphase verkündet hatte, und bald mußle er der Bevölkerung sagen, daß auch ihm kein Kornield in der flachen Hand wachse. Wenn er auch hin und wieder einen Sack gehamsterter Kartoffeln beschlagnahmte— die ungeduldige Genossen wurden von seinen beschwichtigenden Worten nicht satt und nannten ihn geheim und öffentlich einen gemästeten GeschnftSsozialistcn. Da wurde Limburg nachdenklich, und mit Sehnsucht dachte er an die schönen Zeiten zurück, da man»och auf schöne Worte hörte. Er hatte Wind geiät und konnte nun den Sturm nicht bändigen. Böswillige Menschen behaupten nnd viele glauben sogar, daß er oit wehmutsvoll seine Blicke aus die Wand heftet, wo vor Jahren die Fahne des KriegervereinS hing. Ter Oberbürgermeister zum neuen Berlin. Zum Geburtstag des neuen Berlin gibt die...Kommunale P r g y i s' irr« demnächst erscheinende Nummer 42 als Sondernummer heraus, in der u. a. Oberbürgermeister W e r m u t h der neuen Stadtgemcinve das folgende Leitwort Mit auf den Weg gibt: „Tie Stadtgcmeinde Berlin mit ihren Schwesiergemcinden schick: ssch cn, ihren E nzng zu halten jn den Neubau des Hause? von Groß-Berlin. Auch dbses Haus wirb ein Haus tätigen Lebens und schwerer Arbeit sein, und nock mehr als bisher wird man in tiefer Nackt s?elle Feniier in dieser Vicrmillionenstadt seten,.hinter denen Maschsircu laufen»nd Männer und Frauen bei der Arbeit sind. Berlin g c i st i g und Wirtschaft- lich neu aufbauen— Berlin und das neue Teutschland durck neue Verkchrswcrtc in neue Beziehungen zu setzen— Berlin selber wieder wohnlich zu machen, das ist das schöne Ziel aller, die in dem Hause von Groß-Berlin wirken und schaffen werdem Unerschöpflich ist seit Jahrhunderten die zähe sradt- fraft, die aus karger Erde cnrs Fischerbütten erwuchs, das Wüten dreißigjährigen Kriegkseweckcns überstand, enge Mauern spreng: e und schließlich tveltstadlbildevd immer reichere Blüten friedlicher Arbeit trieb Und zur sblben Stunde,-n der nock immer versucht wird, den Leib des Tcuticken Reiches zu ,er. stückeln, sieht die Welt, wie diese alte Stadttrast eine Pier Million enftamt gebiert. Dig-'e Stadtkrast wird auch künstig keine -Sackgassen kenneu und S'rgßen dg' durchbrechen, wo sie närig sind, und diess Stodtkraft wird künstig vermuflich auck kein Memchenalter melr brauchen, um Gesetze zu«wglten wie eben dicics für Greß Berlin/ Li« schrckie Lebzn und Zukunft sind. Tas Gesetz die'er Zukunft trägt Groß-i�erlin in sich, in dem Willen seiner Arbeit, in der sckwerey Vrrarnwonung, die seine Entwicklung ihm auferlegt hat"'-" Bürgermeistor R-i t t c r äußert-flck jn derselben Zdummcr über die Apsgaben des neuen Magistrat. Stadtmedjzinalrat Dr. R u b n o w über die Reorganilgtion des Gesundheitswesens, der neue Perkehrsdezcrnent Dr. Adler über den Aufbau des Per. kebrsiveseus. Stadtverordneter Karl Mermuth rechtfertigt die Kommunalpolitik der Berliner s. P..T. und Prof. Paul Ö est» reich, der Vorsitzende des Bundes entschiedener Sckmlresormer, sprich: als Sozialist und Schulmann über die notwendige Reform auf den Gebieten der Erziehung. Tie Bilanz der Ö.näkcrspeisungen. Die Verwaltung der gesamten Auslandshilwn iAuSlandSliehe?- gaben und Quäkeripeiiung) sür Groß-Bcrli» war bis Mitte Sep< tember dem Jiigentpflcgeamt angealicder:. Vcn Anfang April bis Ende September wurden aus den von Len amerikanischen Quälern zur Verfügung gcstellien Lebensmitteln sReiS. Kakao. Milck u a. m.) durckslbnittlick: ä g l i ck 40000 K i n L e r gespeist: die überwiesenen AuSlandSliebeSgaben lLeben mittel, Bekleidungsstücke usw.) wurden den amilickcn und privaten 7>ohlsabrt-:« einncklungen zur Verteilung an Bedürftige übe: wiesen. Tie Durcksührung der segensreichen Einrichiungen ersoidcrte bis Ende September einen K o st e n a n f w a n d von n.nd<0C 000 M. und zwar rund 7 4 2 0 0 0 M.: ü r die O u ä l e r i p c i i i: u g und 24 000 M. für die Verteilung der AuSiandsliebesgaben. Da es sich um ein Liebeswcrk hanLelr, das nur Bedürmgen zugü'.e kommt, hat der Magistrat die Bereitstellung der er'ordsrl'.cken Mittel beschlosseu und er beantragt nunmebr auch vet der Stadtverordneten» Versammlung die Bewilligung dieses Betrages. Einträgliche Zimmervermietung.\ Tie Klagen der Z i m m c r m i e i e r über die Höhe der i.b»,,' abgeforberlen Mieten finde» noch viel zu wenig Beachtung,-'«tz folgende Fall wird um so' mehr Kopsschüttcln erregen, weil er wir Pensionat beirisfi, das man für eine gemeinnützige Anstalt kalten möchte. Das in Berlin im Hause Potsdamer Str. 113 untcrae- brachte St. V i» z? nß he i m hat etwa 70 werbliche Insassen/ die wahrscheinlich nrcht alle z-: denielben Bedingungen beher- bergt und verpflegt werden. In einem c z che i f c n st r i g e n Zimmer sind fünf Frauen ernouariiert, die jede für volle Pension monatlich 2aO M. zahlen. Weil die Vexpslcguny nicht diesem Preis zu entsprechen schien, emstand der Gedanlc. nur das Quartier zu nehmen und sich selber zu beköstigen. Gefordert wurden für Zimmer- und B e t t b e n rr tz u n g samt M o r- g c n s u p p e& 0 M. in g n a t l i ck, so dag die fünf Personen, wenn sie alle in ein derartiges Mieioerbältniz zum St. Viirzenzheim träten, zusammen in: Monat 400 M. und im Jahr 4500 Si. zahlen müßten. Wie wir bören, wird das Mieteini gungS- acht Gelegenheit erhalten, sich diese Mietefprdcrung des St. Bin- zenzheims näher anzusehen. Es soll also wirklich so weiter gehen'. Zu unserer in Nr.-453 veröffentlichten Mitteilung mit der Ikberschris:„Soll das so weitergehen?" schreibt uns der Eigen» tümer des darin genannten Hauses O r a n i e n st y. 17g. ein Herr Malchin, daß der au: de m H o s s r e i l a g e r n d e M ü l l nicht in etwa einem halben Jabr dreimal, foiidern in den fünf Monaten Rai bis September fünfmal abgefahren worden sei. Die Tatsache, daß er in dieser ganzen Zeit kc'inen Müllkasten m e b r ausgestellt bat, wird von ihm nick: bestritten, aber er erklär:, rr habe„keinen Kasten austreibe n" können. Tie Polizei habe, fügt er hinzu, ihm das Leben sauer genug gemacht, dock sei sie freilich nicht sogleich zu Zwängsmgßregeln geschritten, iras wobl daran liegen möge, daß sie v-ielleicht den Grund des„möglicherweise gesundheitswidrigen Zustandcs" in dem Verhallen der Mieter erblickt habe. Nickt wahr, dieier Einfall ist dock nicht'übel? Herr Malchin versichert, nicht die Steigerung der Müllabsulrkoiten lybe ihn zur?lushaufung des Mülls bestimm: und schließt:„Viel, mehr ist es die Tyrannei ungerechtscrtigier Bereicherung gewesen, die dreifackc Leistung statt doppelter behauptet und- doppelte Zab- lung sfa!_ einfacher fordert, der hr sich nicht unterwerfen wollte?." Tiunkel ist der Red? Zinn. Nur das ergibt sich klar aus seiner Er» widerwich daß die Anhäufung des Mü'llz auf dem Hof einstweilen fortdauern soll. Für seine Ar�abqn über die Rücksichts. nähme dex Polizei auf den Hauswirt und über die Duldung oe§„möglicherweise(N ges undheits, widrigen Z u st an des' müssen wir die Verantwortung Herrn Malchin selber überlassen. Seinen Wohltäter be'whlen. Ter Schlächter und Händler Jacob Wildttein. der seinen eigenen Glaubensgenossen in sehr schwerer. Weise- geickäsig: hatte, wurde de»: Strairichter vor- eesiihrl, um sich wegen Diebstähls, Betruges und unbefugter Ausübung eines östentticken AntteS zu vcranuvorten.— Der An- gellagte war. auS seiner gatiziscken Heimat naw Berlin, gekommen. da man ihm dort wabre Wunderdinge über die hohen ArbeiiSlöbne. die hier gezahlt würden, erzählt hatte. Er vermehrte hier natürlich nur die gewaltige Armee der Arbeitslosen und wurde schließlich aus Mitleid von einem Glaiibeiisgenoisen. dem Uhr- nmckcr Solomon Schweizer aufgenommen, der ibm llnterlnnit »nd Essen gab. Ter Angeklagte vergalt dies damit, daß er eines Tages seinem Wohltäter 100 enaliicke Goldstücke im Wert« von 20 000 M. entwendete und damit vei schwand. Einmal«ms die schiefe Ebene geraten, verübte der Anacklagte bald eine zweite Ttraita:, indem er in der Rolle eines K r> m i n a l b e a m r e n ö.0 000 Rubel, die ein Galizier namens Solomon Goldwailer'an einen geivjssen Sperber vcrtau'en wollte, in seinen Besitz brachle. Auck dreier Sckivindel gelang, der Angetlaate kleidete iick iebr ele« 'ant nnd leble derrlick und in Freuden, b?« er eines TageS 1» der Königstraße seinem Laiiosiiiann Swmeizer in die Arm: lief, der n verbaslen ließ— Das Gericht erkairnte gegen Wiidsletn auf 1 Jahr nnd 6 Monate Gesäncinls. Das Licht der Heimat. 87' Von August hinrich». Tie Fabrik war groß, Tastsendc giHeiteten mit ihm. aber er w.zr einsamer als damals, da er als Kind auf der Heide spielte. Er arbeitete. Er arbeitete nächtelang zu-Haus, er wollte das Unerhörte fertig bringen und die Ingenicurprüfung be- stehen. So weit hatte er sich mit der Mutter Sparpfenn'gen hindurchgedarbt— jetzt galt es die letzten Arbeiten zu schaffen. Und dann— konnte die Mutter ausruhen, dann sorgte er für siel Aber setzt kam es Nor, wenn er abendß zu Haus lsintor seinem Reißbrett saß. daß er mit dem Zirkel gedankenlos Kreise schlug, daß er, wenn er aus eine Lösung sann, minutey. lang weitergrübelte und plötzlich ärgerlich über sich selbst den Kopf schüttelte, weil er längst die Zahlen vergessen hatte. Immer liefen seine Gedanken um die Abende bei Tr. Heller. Alle Menschen, die or dort traf, zwangen ihn zum 97achdenkcn', das hielt ihn von der Arbeit ab. Er beschloß, nicht wieder hin- zugehen. Am nächsten Tonnerstag aber war er doch wieder dort. Er stritt gegen Törncrs Grundsätze an und mußte ihm innerlich dock reckt geben, er gab dein überlegen lächelnden Wessel auf seine Bemerkungen grobe Antworten, er wollte Dr. Hellers Schlüsse ans Geschichte und Entwicklungslehre nicht gelten lassen, er verspottete Truges, der seine Pläne in die Tat umsetzte, er mußte selbst den schlickten Glauben der stillen Rntb angreifen— aus einem unerklärlichen Widerspruchsgeist hergnZ. Bis et Inac Cornelis kühle Ai-gen mit einem sonder. ö-iren Ausdruck auf sich gerickiet sah— da schwieg er verbissen still. Als Wessel und die Hausfrau dann wieder ivicllen. cnrp. fand er fast Angst vor den erschütternden Klängen, er wehrte sich geaen eine fremde Gewalt, die ihn doch bezwang und ihn willenlos lauschen ließ, während i'iißer Wohllaut alles in ihm zerschmolz und löste, was starr bleiben sollte. Draußen vorm.Haus, als er sich hastig verabschieden wollte. trat Inge Corneli zu ihm:„Wir liaben übrigens den'elben Weg. Herr Falles, wollen Sie mich mitnehmen?' „Bitte." sagte er nur. Tie letzte Straßenbahn War fort, sie hatten einen langen Weg vor sich. Eine ganze Weile gingen sie schweigend neben. einander, endlich sagte sie:„Sie haben eine schwere Jugend durchgemacht, nicht wahr?" Ex lachte kurz auf:„Im Gegenteil, eine sehr glückliche sogar— können Sie das glauben?" „Nein." sagte sie. „Ja. eine sehr glückliche!" Er nabin den Hut ab und trug die kantige Stirn hoch und frei im Wind. . Plötzlich warf er den Kops ganz in den Nacken und sab zwischen den hohen Häuserreihen in den Sternenhimmel hin- o!n.„Wm klägl'ch das ist, die'er schnrale Streifen! Und als Kind hott' ich die ganze unaecheur? Kuppel über mir, rund- nm tauchten die Sterne ins Moor, und das stille Haus, in dem ich geboren bin. stand ganz allein mitten in der Welt unter diesem großen dunklen Mantel, und all die tausend Lichter glühten nur für nricl).--- Ach— als Kind I" Tie Augen zum Himmel gerichtet ging er weiter, auf seiner erhobenen Stirn leuchtete der Glanz der Sterne. Inge verwandt; keinen Blick von seinem scharfgeschnittenen Gesicht: sie sah. wie feine Lippen und die schmalen Näseii- ilügel bebten. „Erzählen Sie mehr." bat sie. Da strömten ibm die Lippen über, und er erzählte ihr von den seligen Kinderiahren zwischen Heide und Moor, da die Bäume seine Spielkameraden waren»nd die ziehenden Wolken, da die toten Dinge für ihn lebendig waren, und er mit'bnen sprach wie mit Freunden. Und er erzählte ihr von den Schauern des wilden MoorS. über dem tags der Sonnen- glänz flimmerte und am Abend die Nebel in gespenstischen Schwaden wogten. Und erzählte pon> einem eigenen Leben in ber tiefen, perborgenen Stille.der Heimat.. Und während-r neben ibr ging, immer den Bs ick nach den Sternen gerchtet, empfand sie. wie eine gewaltige Sehn- such» ihn durchwühlte, wie er unlösbar mit seiner Heimat ver- Wachsen war, und wie nur ein eiserner Will? ibn hier seinen Weg forttrieb. Es lockte sie hinter seinem schroffen und berben Wesen ein weiches Kinderherz, unter dieser harten Stirn traumtiefe Augen zu sehen. Es lockte sie— der ganze Dien ich neben ihr reizte und locht? sie. Als Dierk schwieg, ward er inn«, daß Inge seine Hand hielt. Hatte er sie ergriffen? Er wurde perlegen und mochte sie nicht löscit. Schweigend gingen sie nebeneinander weiter. Seit seiner ersten kurzen Liebe hatte er nie eine Mädchenhand wieder iberührt, setzt fühlte er sie weich, schlank und-ort in seinen Fingern, und etwas, was ihm bisher fremd gewesen war, strömte zu ihm hinüber. Sie sah ihn mit seltsam sliiiPncrnden Augen an. „Sie sollten nicht jede Nacht arbeiten," sagte sie unver- mittelt. Er wunderte sich nicht einmal, daß sie das wußte. „Ich muß!" antwortete er. „Man muß nur, was man will." „Ich will im Frühjahr meine Prüfung ablegen." „llnd dann?" „Ja— dann— dann bin ich fertig!" „Nein, das sind Sie nie. Tann werden Si? weiter hoffen, irgendwas anderes, eine ander Arbeit vornehmen, bis—" sie vollendete nicht. „Bis?" fragte er. „Bis es zu spät ist", sagte sie langsam. „Wofür zu spät?" „Zu allem! Zu spät, einen anderen Schritt zu tun, zu spät, etwas zu wagen, was man heimlich doch möchte." „Haben Sie nicht auch Ihre Arbeit?" ..Ja. gerade deshalb weiß rch's." Tchre Finger zuckten in seiner Hand. Er lachte gezwungen auf:„Also, was soll man tun?" „Nicht nur aibeiten." „Und das sagen Sie? Machen Sie es dann anders?" Sic warf die Lippen auf:„Was wissen Sie von mir? Und wenn ich schon notgedrungen arbeite, arbeite und ar- bcite, wer sagt denn, daß ich nicht taus-enmal lieber— ach. was wissen Sic von mir." „Was wollten Sie lieber?" kragte er. aber sie anttvortete nicht. Sie machte einen Dersuck. ihre Harrd aus seiner zu ziehen, aber er umkrampfte sie fest. Sie schwiegen beide und gingen nebeneinander dirrck db dunklen Straßen. Ihre Finger sogen sich ineinander. Erst war es wie ein heimliches Ringen zwischen ibnen, sie wehrte üch, dann fühlte er. wie sie nachgab, stillhjelt und ibre Hand in seine drängte. Ein schweres Schweigen lag zwischen ihnen. (Forts, folgt.i < Do? Sflnlrtfeft i»rS Berein» a?orünfr Oournmifitn sindci am Sonn» ,:nb, hcn 3. Oktober, abend? T Utjr, zugunsten seiner tAitwen- und .sZoiscnkbsse in den Gesarntriiumen de? ZoalagisÄen Garten? statt. In den Dienst der gu:cn Dache haben sich ganz hervorragende kinnstler gestellt: austerdem sindct eine reich ausgestaltete Tombola statt, -u der namhafte Künstler und Firmen wertvolle Kaden gestiftet haben. Ter Kartenverlauf findet im K aufbaue des Westens, bei Iostv, PotS- damer Platz, und in den mit Plakaten delegten Stellen statt. Der Brrein Arbeitcr-Hochfchulc iE. V.) eröffnet fein neues Geschäfts- jalir mit Vorlesungen und Kursen au« dem Gebiet der Philosophie, Lite- ralu». Ratnrwisscnschast, Esperanto-Lebrgang usw. am Montag, den ib. Oktober, in der Sckule Niedcrwallstr. IZ. Anmeldungen werden am Sonnavend, den Ib. Oktober, von 7 bis 9 Uhr abends, daselbst cniggegcn- Oc-.ov.-mci', ebenso vor Beginn der Vorlesungen, Tie Volkshochschule Groh-Berlin beginnt ihre Heibst'Levrpcriode mit zwei ErösfnungSseieru am TonnerSlag, den 1t Oktober, abends 7 Nbr, in der Aula deS Luiscnstädlischen GvmnastumS, Gleimstr, lll, und am Donnabend, den Zl>. Lklober, abends 7 Uhr, in der Aula des Friedrich. AealahmnasiumS, Mittcnwalder Str. St. Auster musikalischen Darbte- »rügen bringt daS Programm für das Luifenftädtische Gymnasium einen Boktrag von 7r. lllicfsert über:.Wisscnschastlichkeit in der Volk;- Hochschule' und das Friedrich-Rcalaymnasium einen Vortrag van Dr. Gultmann über:»Wesen und Ziele der ValkShochschularbeii'. Proletarisches Theater. Tie Erössnung des Proletarischen Theaters mit dem Spielplan: Gegen den weiße» Schrecken— Für Sowjetrustland. finde! am lS. Oktober, abends 7 Uhr, Hasenheide 13(nicht am 13. oder lt. Otiaber in der Chausiecstraße) statt, Karten für den 14, Oktober find sür alle Oktober-Peranstaltungen gültig. tTiehe die Anzeige.) Der Acichsb'ind für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene sOrtSgruppe (f h a r l o i i e n b u r g) hat von setzt ab in der Kirchstr. 2S eine Geschäftsstelle eingerichtet, in der jeden Dienstag und Freitag, ab g Uhr, Sprech- stunden abschalten werden. Kriegsbeschädigte, Hinterbliebene und ehe- malipe Kriegsgefangene erhalten dort in Renten- und Fürsorgeangelegen- hciten unentgeltlich Auskunst. Jilmschau. lila: Cabirin. Die Vorstellungen finden Wochentag» um 7 und 8 i Uhr statt: nicht wie im gestrigen Abcndnummer-Jnserat angegeben, Groß-Sedmer parteinachrichten. Heute, 13. Oktober: 22. Abt. Abteilungsverfammlung abend» 7 Uhr einschließlich der hinzugekommenen Bezirke von der 25, Abt. im Lokal von Steffens, Lands- berger Allee 151. 24. Abt, Mitgliederversammlung abends 7 Uhr: Schulaula, Cbrist- burger Str. 14, Vortrag:»Was geht in Teuischland vor?' iReserent: Genosse Granefelb.) Genosi-'i der Stadtbczirke ü— 20 und 23! Abends HS Ubr im Lokal von Ohn lach, Kommondantenstr, 88: Versammlung, Tagesardnung: Bildung h. neuen 2. Abteilung(Wahlkreis Mitte), Grscheinen jedes Genossen ans obigen Stadtbezirken ist Pflicht. tzcharlottenburg. Abend» 7f4 Ubr Zahlobend In folgenden Lokalen: z Gruppe bei Gel n, kioiferia-Augu'ta Allee Sckc Taurogcner Sirastc, 11. Gruppe bei Ka il, Horsiweg 25, 14. Gruppe bei Arndt, Kantstr, 51. 15. Gruppe tri Prill, Kncscocckstr. 2. l«. Gruppe bei Grunert, Schlüter- straste 47. Wilmersdorf iVcrwaltungsbezirk 9. Abt. 3). Mitgiiederversamm- »lng im Gesangssaal der Viktoiia-Luisen-Schule, Uhland-(fckc Gasteiner Straße. 1. Vortrag. 2 Wie. schassen wir die ucue Organisation schlag Icritx?— 5. Abteilung: Abteilungsversammlung in Wilmersdorf, Augusta- ftraste lRbeingau), abends 7'i Ubr, im Zeichensaal der Hindenburg-Lbcr- Reilschuie am Seepark. Vortrag des Genossen Stadtrat Nicinann über: »Sozialismus'.— 2. Abteilung: Abteilungsversammlung in Halcnsce, Fohonn-Gcorg-Znastc iFlorasale), abends 7li Uhr. Friedenau. Abends T? Uhr: Zablabcnd in allen Bezirken in de» l-kannten Lakaien. Fm k. Bezirk sprick» der Grost-Berlincr Tiadtverord- ncie, Genosse CzeminSki über:»Poliiische Tagcssrogen'. Lichtcrsclde. Mitgliederversammlung abend» 8 Ubr in der Ober- Realsch»!«, Ringstratzc. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller not- wendig. Neukölln. 4. Abi., 84. Bezirk: Mittwoch. abcnSS 7'i Uhr, Bezirksversammlung bei Bergmanu, Koiser-Fiiedrich-Str. 195. Trmpelhof. Zoblabend in den bekannten Bc.zirkslokale«. Baumschulrnweg. Mitgliederversammlung abends 7!-! Ubr. Vortrag: Reorganisation der Partei. iReserent: Genosse Antan Wcndeler.) rüctstensee. Abends 7'i Ubr B-zirksabend in folgcndend Lokalen: 1. Bezirk"bei Haardt, Lotbringenstr. 39. 2. Bezirk bei Mierts», Gürtel- straße 13. 3. Bezirk bei Wictstruck, Langbansstr. 02. 4. Bezirk bei Gampe, Lichienbergcr Str. 8. Erscheinen dringend notwendig. Wichtige Tages- ordnung. �"•_ Ried.rrschönhauscn. Abends 7li Uhr: Gemeinschaftlicher Zablabcnd für alle Bezirke im Restaurant.Bilhclmsbof', Kaiser-Wilbelm-Str. 04. Rowowe». Mitgliederversammlung im.Volksgarlcn'(Inhaber Köppe), Piicsterft.aste, abends 7Vi Uhr Vortrag: Unsere Bezirksorgani- salion.(Referent: Genosse Archur Häußler.) Morsten. 14. Oktober. 13. Verwaltungsbezirk. Abends'i8 Uhr in der 2. Gemeindeschule zu Tcmpclbof, Friedrich-Wilbelm- Ecke Berder-Ttraste, Lichlbildervortrag mit dem Tdcma:»Die Arbeitsschule'. Di- Genossen sind verpflichtet, recht zahlreich zu erfcheinen. � Eharlottenburg. 9. Gruppe abends 7'i Uhr bei Reimer, Wilmers- dorfcr Str. 21. Wilmersdorf. 5. Abt. ausnahmsweise Donnerstag 7 Vi Uhr, bei Robr, Kaiserallee 51/52(Restaurant Siadtparfl. Tagesordnung: ErgänzungS- Wahl zum Vorstand. Vortrag des Genossen Lehrer Wovwoth über Schul- reform unter Berücksichtigung des Falles Löwcnstein. ?ugenöveranstaltungen. Gesamtvcrein. Heute. Mittwoch, den 13. Oki-bcr, abends >-7 Uhr, im Fuxrndheim TollohauS, Eharlottenburg, Roflncnftr. 4: Midchrnkonserrnzl— Ferner: Tonnadend, den 10. Oktober, 'VT Uhr, im Zentraljugendheim, Lindenfir. 3: Sonscrrnz der Ab- leilungSlassicrer. ferner heute Mittwoch, abendS 8 Nhr: Buchhol», Berliner Ztr. 19: Mitgliederbersammlung. Eharlottenburg, Rosinensir. 4: Mädchcnabcnd. Köpenick,.Bavernhof', Rudowcr Straße: Mitgliedervcrsammsuna. Erkner. Adlersiraßc, Höhere Schule, Vortrag: »Bolschewismus und MorriSmus'. Fricdrichöhagcn. Icharirweberst. lOnt: Gesundbrunnen, Goleuburger Str. 2: Turnabcnd. Srost-Lichtrrfewc. Albrechtstr. 14». Vortrag:»Ferdinand Sassalle'. Grunewald. Delbrück- it,raßt 20: Mitgliederversammlung. KaulSdors, Adalsstr. 25: Vortrag. Lichtenberg, Porkau« 10. DislnssionSabcnd:.Kinaschund und Sckmnd- literatur'. Maricndorf. Luzeum, Rinastraße, TiSkussionSabcnd:»WaS ist Demokratie?' Osten(Petersburger Viertel), Straßmannflr. 0: Mädchen. abend. Roscntbal, Kaiianienallee, Vortrag:»Die Fremdenlegion' Tüdoll(Köpenicker Viertel», Wrangelsir. 128. DiSkussionsabend:»Zweck und Ziele der ArbeUerjugend'. Icmpclhof. Geiinaniastr. 6/7: Mitgliederversammlung. Westen. Knrfürstcnstr. 141: Mitgliederversammlung. Witmersdors, Schule Seepark: Vortrag. Mus aller Welt. Hamburg- Ziidamdrikauischr Tampfschifiahrt. Die Heimburst- Südamerikttnisch- Dampsschinirbrtsscsellschzft. die bereits seit meh- rcren Moiiliten einen regelmäftiAen Dn m p f e r d, e n st mtt ge- scharterten Schiffen fremder Nntionolität nach den b r a s l i? cr � irischen Sitdbäfen aufrecht erhält, nimmt icht auch mit deutschen Dampfern die direkte Verbindung noch La Pinta wieder aus. AI» erste Abfahrt ist der aus einer deutschen Werft erbaute Dampfer „Deutschseld" nach Manicvtdeo und Buenos Aires für den 12. No- vember angesetzt. Als»weiter Dampier wird der deutsche Dampfer .Argentina' folgen. Ueberschwemmungen in Ssidfrankreich. Man besürchiei ernst« Zchäden infolge der andauernden Rcgensällc in zz rankreich» Das steigende Wasser überschwemmie bereits verschiedene Dörfer. Bäume und Tiere werden von den reißenden Strömen mitgeführt. Die Posivcrbindung ist unterbrochen. Slaronno, Tarn und Lot steigen noch immer. Auch bei' M a r s ei l l e und Nizza haben Ueberschwcmmungen stattgefunden, wobei zwei Menschen den Tod fanden. Die Toten von HSniLres. Wie aus Paris gemeldet wird, be- tragen die Opfer bei dem Eisenbahnunglück von ASrnSreS. das sich am Sonntag ereignet hak. 45 Tote. Präsident Mille-- rand hat die UnglückSstelle aufgesucht. Sriefkasten der Neöaktwn. s Streitende des Ostens. Der StaatSbankcrott ist ein Zustand und kein Ereignis: wir besiiiden uns eigentlich schon darin, denn die Schulden- last ist größer als da« Rationaloermögen. Trotzdem können Zahlungen erfolgen, gerade wie bei einem btrschuldeten GeschSitSmann. Di- Inhaber kleinerer Sparguthaben dürsten bei städtischen Sparkassen wohl leinen Ber- lust erleiden, weil sür sie in erster Linie gesorgt wird. Wetteraussichten für daS mittlere Norddeutschland bis Donnerstag mittag. Größtenteils trocken und vielfach heiter, aber nachts sebr kübl und etivo» nebelig, in den MttagSftunden ziemlich mild bot mä- ßigen östlichen biS'üdösllichcii Winden, r-WM« Empfehlenswerte Bücher Neuerscheinunsen: Seaatssofrrtar H. Sckin'z: Der kleine Jan. Sin entzückende» Buch mit prächtiger Titelzeichnnng u. Bildern von Trauqott Jchalcher. Gebunden...... M. 42— • Sitten- und OTbarnfterbilbct aus der franzöi. Revolution von Dr. F, Schikowskt. Geb M. fl,-- « Di« Spalkung der U. 2. P. Von Franz Klüh»........ M. t UlE • Ter Werdegang de» sozialdemokratischen. Pro. grammö. Bon Arbeitersekr. H. Müller, M. 1 20 �« Zirrgangenheit und Zukunft der Jnternatio- nute. Bon Karl Kautsky..... M. • Frou» und Fron. Ein Buch der geistigen Wand, lung. Von H, Reuenhagen.... M. Iv,2t> « Erlebnisse im sterbenden Mustlan». Von Framz Eleino«........... CT. 2. 40 9 Die politischen Gedichte. Satire und Humor. Von kl. Zickler......... CT. 1.80 • But« SimbaS CTiiston in Gnropa. Romlin»on H.Thurow.......... 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IS,— • Aus der Werkftätle deS menschlichen und tie- rischen Organismus. Zablr, Llbbild, erhöben den Wert de» üb. 350£>, stark. Buche», Geb. M. 30,— 9 Wunderbare Reiten drS Freiherrn v. Münch- Hanfe». Mit den Holzschnitten von Dorf. Statt M, 14,— geb, nur CT. 10.— 9 Geflügelte Worte. Büchmann« bekannter Zitaten- schätz. 37« S„ geb. statt M, 30,— Mk. 20,- • Meister Marti« der Rüiner. Bon E.T.A Hofi- mann. Mit Bildern nach Moritz von Schwind, �pvtiä gebunden CT. 0,— Der Trompeter von Gückingen. Von V, Schessel, Gebunden statt M, 5,— nur CT. 3,— 9 Wilhelm-Roabe-Bucker: Die schwarz« Galeere/ Wer kann e» wenden?/ Fm Siegeskranze Da» letzte Recht' Die GSnie von vützaw/ Thekla» Eichschalt/ Härter und Eorvch/ Die Innerste— Vom alten Proteus/ Meister Autor ,' Wunnigel/ Deutscher Adel. Feder Sand nur.. CT. 4.30 Graste CTönncr aller Böller und Zeiten. Herausgegeben von G, Gellert, 472 Seilen. Gebunden nur M. 0,30 . 9 Die grasten Heldensagen des deutsche» BolkeS. 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Von Bronchialasthma, nervöser Herzschwäche und Neurasthenie geheilt.— 4. Herr K. Ensle. Restaur., Charlottenburg, Hutienstralze 12, Chronischer Mitfelohrknlarrh geheilt.— 5. Frau Kate Tschoepe, Bin-Südcndc, Lichterfelder Str. 37. Von all gern. Nervenschwäche, Herzneurose und Unterleibsleiden geheilt.— 6. Frau M. Zafke, Berlin. Nollendorfstr. 40. Rheumatismus u. steife Schulter geheilt.— 7. Herr E. Ehrhardt, Gr.-Lichterfelde, Ringstraüe 52a. Chronisches Hüftgelenkleidon wiederholt erfolgreich behandelt.— ö. Frau E. Hohdorff. Berlin, Kolberger Str. 28-29. Nerven- u. Knochenhautentzündung— vollständig gelähmt— geheilt.— 9. Herr F. Nayda, Berlin, Pvinzenallee 72-73. Von Kopf- und Kreuzschmerzen, trockener Brustfellentzündung nach Influenza geheilt.— 10. Frau H. Herzmann, Schöneberg, Feurigstr. 61. Eiternde Fistel nach Blind- dnrmopcration geheilt— II. Herr E. Ritter, Friedenau, Spori- holzstr. 56. Von Kniegelenkleiden geheilt.— 12. Frau A. Rohrmoser, Berlin, Breslauer Str. 1. Altes fünfzehnjähriges Herzleiden geheilt.,— 13. Herr M. AuCtner. Reinickendorf-West. An- tonienstr. 3. Kiefervereiterung geheilt— 14. J�rau H. Hagel. Sachsenhausen b. Oranienburg i. M. Unlerl.-Blutungen und Nervenleiden geheilt.— 15. Frau Wwe. Fritschler, Berlin, Ma- rienburger Strafte 48. Darmgeschwulst geheilt,— 16. Frau des Herrn Inspektors O. Heinrich, Berlin-Friedrichsfelde, Magervieh- hof. Von Geh.-Knickung geheilt.— 17. Herr Erich Bock. Berlin, Havelherger Stra&e 15. Von Nieren- und Blasenleiden, Wassersucht, allgemein, gross. Schwäche geheilt— 18. Frau Restaur. Hering, Berlin, Schönhauser Allee 87. Von Basedowscher Krank» heit geheilt— 19. Herr A. Brose, Berlin-Tempelhof. Friedrich- Wilhelm-Stralze 14. Schweres Rückenmarkleiden mit Lähmimg der Beine vollständig geheilt— 20. Frau E. Popp. Bln.-Lichten- benr, Gärtnerstr. 10. Von chron. Frauenleiden. Herzschwäche u. Verstopfung geheilt.— 27. Herr A. Schlabitz, Berlin, Caprivi- strafze 24. Von Gesichtslupus geheilt; vorher mit Radium erfolglos behandelt— 22. Herr A. Hell« ig, Bln.-BorsigVralde, Emststrafze 25. Von Magengeschwulst Verstopfung und Nervenschwäche geheilt.— 23. Herr Milchhändler Eckert, Berlin, Greifenhagener Str. 26. Von gichtisch-rheumatischen Schmerzen in Bein und Fufzgclenk geheilt.— 24. Herr Gastwirt C. Michaelis, Charlotfenburg, Wallstr. 87. Von chronischem Leberleiden und Gelbsucht geheilt.— 25. Frau M. Knorr, Berlin-Lichtenberg, Schamweberstrafze 62. Von Herzschwäche. Leber-Anschwellung und Magenkrebs geheilt.— 26. Sohn Paul des Weichenstellers Herrn Wilhelm Haffner, Berlin-Westend, Beamtenhaus. Von schwerem Beinleiden geheilt. Bein sollte abgenommen werden. m Briefliche Original-Anerkennungen von uns geheilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt auf Wunsch zur Einsicht Sprech- u. Behandlungszeit: 9—1, 4—7)�, Sonn- tt Feiertags 9— 1. Heilanstaltsbesitzer Profenor P. 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TSCHITSCHERIN Zwei Jahre auswärtige Qeneraii-Vertrieb Politik Sowlet-Rygliancis sag 10 MgeSM@0(1191» 3» vermieten, Berliner Autobau, «hangeestr. 3» 38.«ID» Das Christusprobleüi gelöst! s--Ä in einer alten orientalischen Bibliothek ist ein Dokumentl gefund. worden, das ganz genau mitteilt, wer Jesus Christus 1 war: ein Bundesbruder des Hssäerbundcs, einer Attl Freimiurervereinigung. E» ist der Bericht des Aeltesten I diesesBundes inlerusafem an denAeltesten inAlexandrien. I Ein christlicher Priester versuchte bei der Entdeckung das[ Dokument zu vernichten, da sich die ganten mystischen I Wundergeschichten auf einmal gani natürlich erklären. I Die Vernichtung gelang ihm aber nicht. Dieser Bericht| ist von Eerd. Schmidt ins Deutsche übetsetzt. Kein Denkender wird das Werk unbefriedigt aus der Hand legen a Preis Mk. 6�0 und Mk. 1,10 fr. Nachnahme. W Gr. BUcherkatalog gratis- AI brecht Donath, Verlag, Leipzig 42 Achtung! 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Sfaf unsere mehrfachen Artikel Wer die vergessenen Kriegszermalmten in den Lazaretten, meldet sich nunmehr endlich das Reichsarbeitsministerium und teilt mit: Di« Lazarettinsaffui, di« seit ihrem Ausscheiden aus dem MtritSrverhälini» ununterbrochen in Heilbehandlung stehen, die fcgenannten UebergangStranlen, erhalten, solange sie sich noch in Anstaltspflege befinden, neben freier Wohnung und Ber- pflegung die Krankenkleidung und«n Taschengeld, daS. nach LrtSklasien abgestuft, 4 Mark bis 5,40 Mark den Tag betragt. Außerdem erhaktev sie für ihre Familien ein Hausgeld, das sich nach Ortsklassen auf 52,71 bis 71,1S M. wöchentlich beläuft. Dazu kommt die K i n d e r z u I a g e, die nach Ortsklassen 7,91 bis 10.64 M. wöchentlich beträgt. Belm endgültigen Ausscheiden aus der AnstÄiSpflsge erhalten di« llebergangSkranken je nach der Dauer ihres bisherigen Lazarettaufenthaltes«ine UebergangSunterstützung, und zwar Ledige 150 bi» 450 M., Verheiratete 250 bis 550 M. Für Urlaub und die zur Heilbehandlung notwendigen Reisen werden besondere Gebührnisse gewährt. UebergangSkranke, die au» der LnstaltSpflege entlassen wer- den, erhalten ferner UebergangSgebührniffe. nämlich eine UebergangSrente und eine Ucbergong»linder- zulage. Die UebergangSrente beträgt nach Ortsklassen 429,75 bis 580,25 M. monatlich. Die UebergangSkinder- zülage 42L8 bis 58/)8 M. monatlich. Die UebergangSrente wird bis zum Ablauf deS auf die Entlassung au§ der AnstaltSpfleye fol- gendeu Monats gewährt. Nach diesem Zeitpunkt werden die UebergangSgebührniss« noch in dem Betrage weiter gezahlt, aus den die weiteren Versorgungsgetbührnisse voraussichtlich festzusetzen sind, aber auch über diesen Zeitpunkt hinaus erhalten die lieber- gangskranken nach der Entlassung aus der Anstaltspflege di« vollen UcbergangSgebührnisse, wenn sie infolge notwendiger ambulanter Heilbehandlung»der infolg« der angeordneten Ausbildung im Ge» brauch von Körpererfatzstücken ufw, außerstande sind, sich einen regelmäßigen Erwerb zu beschaffen; daS gleiche gilt während der Berufsausbildung. Wer dies« Leistungen des Reiches unbefangen würdigt, wird bä allem menschlichen Anteil, de» die Schwerbeschädigten verlangen können, zugeben müssen, daß ihr« Lage wenigstens finanziell nicht io beklagenswert ist. wie sie kürzlich in einem Teil der Presse dar- gestellt wurde. FW übrigen ist die Zahl der UebergangSkranke», die der AnstaltSpflege bedürfen, in erfreulichemRückgange begriffen. Tie Reichsregierung ist verpflichtet, den Abbau der Krtegslazarctte, dem verminderten Bedürfnis gemäß, fortzusetzen. Wenn man'S liest, möckst es leidlich scheinen. Aber gerade o-'-s die eigentlichen Befchwerd-epunkteJ u st i z- K a n z l e i a ff i st e n t" in die Gruppe IV eingestellt worden, im Gegensatz zu Beamten wie Förstern, Lokomotivführern, Maschinenmeistern. Pol.zeioberwacht- meistern u. a. m.. die bisher in ihrem Einkommen erheblich hinter den Kanzleibearnten zurückstanden, jetzt jedoch alle noch G r u p p e V übergesiedelt sind. Woher kommt dieser Widerspruch? Ist die Regierung plötzlich zu der Ansicht gekommen, daß unser« Arbeit über- qualifiziert worden war? Oder leisten wir weniger wie früher? Das Gtgenteil ist der Fall. Jahrelang haben wir während des Krieges urid auch vorher Gerichtsschreibereien und Sckre- tariate vollständ.y selbständig verwaltet, und selbst jetzt noch dem Kriege werden wir im noch steigenden Maße zu Vertretungen herangezogen. Wir wollen nur daran erinnern, daß z. B. das K a m m e'rg e r icht zur Bewältigung der Umrechnungen der Be- soldungtn der Beamten von den einzelnen Gerichten Kräfte heran. ziehen mußte und die Kanzlei sich freiwillig erbot, für die be- treffende Zeit die Sekretävgeschäfte zu erledigen. Noch heute be- finden sich Sekretäre des Amtsgerichts Berlin-Mitte beim Kammer- gericht, und die Arbeiten der Sekr.'tär« werden von Kanzlei- beamten vollwertig erledigt. Ja. es geht so weit, daß die Kanzleibeamtenschast die Arbeiten dieser vertretenden Kollegen noch miterledigte, so daß nicht einmal Hilfskräfte für d.e Kanzlei eingestellt zu werden brauchten! Es ist also eine vollständige Verkennung der Totsachen, wenn man un« jetzt plötzlich zu Beamten degradieren will, die keine selb- ständige geist.ge Arbeit zu verrichten haben. Unsere AmtSbczsich- mmg und die Einrangierung in Gruppe lV stehen im Mißver- hältniS zu der von uns geleisteten Arbeit. Wir hoffen, daß die Re- gierung diesen Irrtum der neuen Gn-ppeneinte.Iung einsieht und uns wenigstens der Gruppe V zuweist. Bei einigem guten Willen wird das trotz der prekären Finanzlage gehen. Mit einer dienstfreudigen und zufriedenen Beamtenschaft wird sie noch immer billiger wirtschaften als mit einer schlecht besoldeten, ver» ärgerten Beamtenschast. Wie wäre es z. B. wenn di« Justiz- kanzleibeamten au? der vorgesehenen Neuordnung chre Konse- quenzen zögen und nur dt« Arber en verrichten, zu denen sie t» der Gruppe IV verpfsichtet werden? Di« Regierung würde nicht weit kommen! Die Verstimmung unter der betreffenden Beanren- kategorie ist bereits sehr groß, und es hat einige Mühe gekostet, sie davon abzuhalten, sofort diese Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Immerhin sah sich die Kanzlcibeomienschaft in einer an di« Re- gierung und die Landekversammlung gerichteten Erklärung ge- nötigt, für den 1. November die Passide Resistenz anzukün« digen. falls nicht eine gereckter« Regelung erfolgt. ES kommen un- gefähr 9000 Beamte in Frage. Für Regierung. Allgemeinheit und Beamtmfchast wäre eS gleich wichtig, wenn vorher em« Einigung im guten zu erreichen wäre._ Aeppelmkerausgabe verweigert. London, 11. Oktober.(DA.) Der Berliner Berichterstatter der»Daily News" meldet seinem Blatte, daß in der vergangenen Woche der interalliierte UckberwachungSausschuß bei der Zeppelin. luftschiffalrtSgesellsckaft in Staaken die Fordevung gestellt hätte, daS neue Riesenluftschisf. da? e-genS für den Luftdienst zwischen Deutschland und A m« r t k a erbaut worden ist, a u S z u» liefern. Tie Zeppelingesellschaft habe sich mit Entschiedenheit geweigert, daS Luftschiff zu übergeben mtt der Begründung, daß«S Deutschland gestatte, sei. alle Luftfahrzeuge, di« s e ch« Monate nach Unterzeichnung des Friedensvertrages erbaut seien, zu behalten. Max Cohen, Georg Bernhard und Co. gewidmett DaS Hollandsch N ewsbureau me!>et aus London: Wie verlautet, bleibt die britische Regierung auf dem Standpunkt, daß die Deutschen als vollberechtigt« Mitglieder der Konferenz für Schadenersatz beiwohnen sollen und die Verabredung von Spa keineswegs annulliert worden ist...Daily Chro- nicle" schreibt: Die britische Negierung wünscht eine baldige Rege- lung der Finanzsrage, nämlich oie Feststellung eines Betrages, den Teutschland zu zahlen praktisck imstande sein wird. Durch die Methode, die Frankreich vorschlage, werde eS für ein« Generation ein DnmokleS'chwert über dcm Haupt Deutschlands auf- hängen, während England die Frage gleich regeln wolle, um«icht nur naen Friede» dem Nameu nach, sondern einen wirkliche« Frieden in Europa herzustellen. Neue Gärung in Italien. In Mailand versuchten die Arbeiter wiederum die Fabriken mit Gewalt zu besetzen. Diesmal aber wurden sie durch die Polizei daran gehindert, ohne daß es iedock zu Blutvergießen kam. Tie Direttion der großen Fiat-Werke in Turin bot den Arbeitern die Leitung und Kontrolle deS Be- trebeS an. Diese? Angebot wurde jedoch auf Anraten der Sozia. lijtenführer abgelehnt, veil sie dahinter ein Börsen- manöver vermuteten. Doch Bergarbeilerstrcik in England? Gestern begann die Ab» st i m m u n g unter den Bergleuten über di« A n n a h m e o d er Verwerfung deS Angebot» der Grubenbesitzer. Die ersten bekanntgewordenen Ergebnisse der Abstimmung weisen eine starke Mehrheit für die Ablehnung de» Angebote? auf lTrotz de» Appells S m i l l i e s. das Angebot anzunehmen I Die Red.» Krieg in Llciu-Bfitn. Wie.HavaS' au» Konstantinopel vom 9. d. M. berichtet, sollen aus Mesopotamien schlechte Nachrichte» voi liegen. Di« Bolschewisten bedrohten da« Land vom Norden, während die türkischen Nationalisten eS an seinen anderen Grenzen angriffen.— Nach einer Meldung der.Daily Mail" au» Konstantinopel habeil russische Aufständische und ein russisch. ratarisch-bolschewi st ische« Heer unter Führung von N u r y v e h. dem Bruder Enver Pascha», au fünf Stellen Armenien nngeariffen Die Armenier halten bi» jetzt stand, obwohl die Angreifer ihnen überlegen sind. Die armenische Regierung hat M u st a f a Ä e m a l den Krieg erklärt. Georgien zieht Truppen zusammen, um Batum zu verteibigen. Der Graudenzer„Gesellige", ein weithin bekannte». 112 Jahre alias ZeliiinoSunternehmen.- ist m polnisch« Hände über- gegangen u00 norwegische Kronen.. 100 finorsch« Mark.... 100 Schweizer Franlen.. HO öiierr. Kroiie»(olteS) 100 deui'ch-österr. Kronen. 100 uiigariiche Kronen.. 100 tschechisch-ilowal. Kronen 100 spanische Peseta«... 1 amerikanischer Dollar. 100 belgiiche Franken... 1 rngli'cheS Piiiiid... 100 französische Franken.. 100 italieniiche Lire... 22. 7. 1371 40 645 OS 856.40 648 15 148.20 698 20 24,08 25,40'. 23,98 84 72'/- 630 65 40.25 339.35 152.40 319 65 223,35 18. 9 2131,- 935.- 1373,- 940.- 205.— >041.- 27,2! 27.22 21,35 83,02 929,— 68,- 490,— 229.- 423,— 277.- 11 M 2052— 928- 1306- 915.- 184.- 1056— 25— 24- 18.14 83 10 963.50 65.82 460,50 232- 436- 265- 12. 10 2084- 940,15 1321 35 925 Ifc 181,20 1068.60 25 03 24 53 83.20 83 20 966.- 67.07 465 50 235 50 438.95 265,30 Nichtamtlich sind am 12 Oktober im Berliner Prodoktenvcrkehr folgende Preise ermit elt für 60 Kilogramm ab Station: Speise» erbsen, Viktoria£80 bis 806 M, kleinere?06 bis 940 M., Futtercrbsen 160 bis 180 M Linsen 400 bis 470 M. Peluschken 150 bis 175 M. Ackerbohnen 160 bis 180 M. Wicken 130 bis 160 M Lupinen, neue blaue 70 bi» 86 M., neue gelbe 80 bis 106 M. Serradella, alte 76 bis 80 M.. neu« 100 bis 110 M Raps 416 bis 420 M. R ü b s e n 6 bis 10 M. darunter. Leinsaat 370 bis 386 M Mohn 600 bis 600 M. S e n f s a a t 180 bis 210 M. Trockenschnitzel 78 bis 81 M. T o r f m e l a s s e 72 bis 76 M. W i e s e n h« u, lose 28 bis 31 M K l e e h e u 37 bis 42 M.« t r o h, drahtgepreßt 22 IbiS 24,50 3)2., gebündelt 19 bis 21 M., RoggenlanIstroh22 bis 23 M. Runkelrüben 10,50 bis 11 M., rote Möhren 14 bis 16,50 Mark, gelbe und weiße 12,60 bis 13 M. Mai», los« schwimmen. der 186 M, S2ot?ember 183 M., jugoslawischer, sckwimmeaid 170 bis 176 M. Waggonfrei Passau. Reii, BrasilvollreiS, November 8,86 M.. Bunnareis loko 10 bis 10,20 M., feinster wnßer 10,60 bi? 10.76 M., Saigonreis loko 9 M.. Dezember- Januar 8L6 bi» 8,36 M.. Valenciareis 11,10 M. von der Börse berichtet der..Börsen-Courier": Die entschiedene AustvärtSbewegung an der gestrigen Börse ist nach mancher Rick» hing hin überraschend gekommen. Sie erbring, einen Beweis für die kranke Verfassung der Börse, die bewirkt, daß selbst ausgesprochen ungünstige Momenic zu Hauffemotiven umgestaltet werden Jörnen. Die Börse ist jetzt mehr als je von der Entwicklung am Devisenmarkt abbängig. Der niedrig« Stand der deutschen Valuta bat da§ Ausland zu stärkeren Käufen am deutschen Jntustrieaktienmarlkt reranlaßt, die dann wieder auf die heimischen Käurcrsckichten zurückwirken. ES kommt hinzu, daß sich um neue Aktionen stets eine Anzahl von Gerüchten kristalltstert. So taucht immer wieder da? Gerücht von der Möglichkeit einer Notenabstempelung auf, und auch das gestern veröffentlichte neue Finanzpragramm hat Anlaß dazu ge» aeben, derartige Kombinationen wieder ausleben zu lasten. Von solchen Plänen ist im'Reichsfinanzministerium und bei der Reicksbank nickt» bekannt Merntanak.ien, die von einer Sozialisterung de? Kohlen» bergbaus besonders betroifen wenden müßten, verkebrt«? in festerHaltung. �:• Fallende Tendenz am Eisenmarkt. Im allgemeinen gebt daS Geschäft am Eiienmarkt zurzeit eine«-! sehr ruhig-n, iast schleppenden Gang, so daß zum Teil d'» Eizruanng. irotzdcin sie nur 84 40 Proz. der Fliettueerzeug.ung anSnmch)..� bereits den Bedarf überschritte» hat; eS babeu stch desvalb auf vielen Werken bereits ziemlich erbeblick« Vorräte ongeiammetl. Besonder« klagen Eisenbahnwagenfabriken über de» mangelnden Eingang von Aufträgen: sie warten schon seit Wochen auf die Wagenvergebung de« Elsenbahn-ZentralanilcS. Tie Folge davon ist natürlich die. daß die Wagen'abr'ken keine Ankträge auf Rad« iätze und Beschlagteile berousaeben. Um da» Geschäft zu beleben. ist deSbalb die Mehrheit der Werke bereit, in eine Preisermäßigung einzuwilligen, über die Näheres in. den Ende de» Monat» statt- sindenden Be'prechungen festgesetzt werden soll. Französierung der Steiermark. Wie der Vertreter der TU. aus Paris meldet, steht eine französiscke Gruppe in Verhandlungen bezüglich Erwerbs eines größeren Postens von Aktien der Mass- n e s i t- I n d n st r i e- und BergwerkSgcsellsckast, welche ihre» Sitz in Steiermark bat. Der Gruppe, welche die Aktien einkaufe» wird, stehen französische Eisenindustrielle nah«, die auf diese Weise ihren eigenen Bedarf an Magnesit sicherstellen wollen. Absatzstockung in ber französischen Lutomobilindustri«. Innerhalb ver französischen Kraftwagonindustri« hat eins Krisis eingesetzt. die sich täglich fühlbarer macht und die namentlich darauf zurückzu» führen ist, daß das Publikum nicht» mehr kauft. In Fachkreisen reckjnet man damit, daß die Fabrikanten demnächst einen Teil ihre» Personals werden entlassen müssen, womit gleichzeitig eine Ein- stellung zahlreicher Betriebe verbunden wäre. Abonniert Se«»vorwärts'! Der„Vorwärts", daS Aentralorgon der Sozialdemokruti» fchen Partei, kämpft für Demokratie und gemzinsame Befreiung aller körperlich und geistig Arbeitenden von k a p i» talistischer Geldsackherrschast. Er liefert ihnen die Waffen für diesen Kampf durch grundsätzliche Ausklärung und rascheste Vermittlung aller Nachrichten von ollen Gebieten des politischen, wirtschastlidden und geistigen LebenS. Das Abonnement kann sofort beginnen, es kostet monat- lich nur Ist M., für die zweite Hälfte des Monats Oktober 5 Mark. Folgenden Zettel wolle man ausschneiden und ausgefüllt der Expedition des„Vorwärts". Berlin SW. 63, Lindenstr. 3. zusenden. Ick abonniere ab heut« den.B o r w ä r t»" mit der illilstrierten Sonntagsbeilage»Volk und Zeit' in Groß-Berlin täglich zweimal frei in» Hau» für ä,— Mark für Oktober. Außerhalb Groß-Berlins Wohnend« wollen beim Postamt ihre« Wohnortes bestellen. Name Wohnung: -Straße Nr.. vorn- Hof— Ouergeb.— Seitenfl.— Tr. link»— rechts. bei--' GewerkschQstsbswegung Die Lügentaktik öer Grganlfatlonszersplltterer. Die Berliner GewerkschaftSkommission ersucht uns um Veröffentlichung folgender Zeilen:. Ter„Kampfruf", Organ der Allgemeiner. Arbeiterunton, hat in seiner Nr. 22 wieder einmal einige Proben seiner lügenhaften und demagogischen Kampfesweise abgelegt. Wir könnten über seine Ausführungen zu unserem Geschäftsbericht über das Jahr 1919 mit Stillschweigen hinwegsehen, denn alle Arbeiter— auch die Anhänger der Arbeiterunton—, die den Verstand noch nicht völlig verloren haben, werden über die giftgeschwrllenen Schlußfolgerun- gen der Betrachtung unseres Geschäjrsöerichis für 1919 mit Kopfschütteln quittieren, wenn eben nicht der Lüzenhaufe«, den die „Kampsruf�-Redaktion in ernem kurzen Artikel unterzubringen imstanoe ist, Zeugnis davon ablegen würde, Wik tief die Leser und Anhänger der Ardeiterunion bzw. deren Urteilsfähigkeit eingeschätzt werden. Nach der Nr. 28 des„Kampfrufs" betragen die Einnahmen der Berliner Eewerkfchaften im Jahre 1919 über 11 Millionen, die Ausgaben 6 ILO 000 M. Diele Zahlen find glatt erlogen! Weiter führt der Artikel auS: Die Elfm:llionenrechnung sieht so aus: Für Sireikunterstütziiiig.... dl 700 M. „ Ardeilsloieniinierstiitzung.. 7SOOOO, » Kiankeniultelstiitzung... 1 150 000, , Veiw. Beamte und Sonstiges 4 468 000. . Reservefonds....., 5 000 QQO, Summa: 114300!.«) alt, 1. Exempel: 51 700 M. auf 47 Verbände verteilt, macht pro Verband 1100 M Schlußfolgerung: Demnach ist verdammt wenig kür den„Klassenkampf" angewendet worden. /L. Exempel: AuSnabe für KTankenunierstützuno 1 150 000 M.. Ausgabe für Arbeitslose und Streik 811 000 Sc., daS macht eine Mehrausgabe für Krariksnunterstützuna von 338 Z00 M. Schluß- folgcrun?: Demgemäß wären �.ue' Verbände überwiegend Kranken- ütuerstützelNgKaffen.' 3. Exempel: Gesamtm.'sgalzen 6 430 000 M., davon cm Krantcn'. Streik- und Arleit-losenu�terstützung 1 961700 M.. bleiben 4 403 300 M. für persönliche, sächliche und sonstige Ver- waltungSkosten. Hinzu kommt der Kampf- re'p. Reservefonds von 5 000 000 M. Schlußfolgerung:'Somi: sind die Gewerkschafen Berlins überwiegend VerbaudSbeamterwersorgungsanstalien und Zuichutzkassen für GewerischxiftSagiratoren; im Nebenzweck Unter- stützungShassen mangelhäktester Art. Nicht nur in Berlin, anderSws ist es ebenso. Zur Steuer der Wahrheit führen wir im Nachfolgenden die im Geschäftsbericht der Gewerkschaftskommission Berlins luta Um. gegend für das Hahr 1919 niedergelegten Zahlen an: Die Einnahmen betragen ftür 1919 62 269 746 M., die Ausgaben 58 760 005 M. Diese verteilen sich wie folgt: Di« seitens de» Kampfrufs" au» den Zahlen de» Geschäfts- berichts für 191S gezogenen Stempel und Schlußfolgerungen er- weifen sich hiernach als purer Schwindel, schamlose Verhetzung der Arbeiter und gemeine Verleumdung der Berliner Gewerkschaften. Der Reichstarif im Sankgewerbe. Ter Allgemeine Verband der deutschen Bankbeamten beschäftigte sich am Montag abend in einer im LehrervercinShcms abge- haltcnen öffentlichen Versammlung mit dem auf Grund des Schiedsspruchs vom 84. Juli d. I. zustande gekommenen Reichs- tarif für da» deutsche Bankgewerbe. Der Vorsitzende bedauerte, daß eS nicht gelungen sei, eine Bezahlung der Üeberarbeit nach dem DurchschnittSftundenlohn durchzudrücken. Trotzdem hätten die Bankbeamten dem SckiedSspruch zugestimmt, weil auch die Bank- leitungen ihr Entgegenkotumen dadurch gezeigt hatten, daß sie die TeuerungSzulag«» nicht auf doS Oktobergehalr in Anrechntung brachten. Emonts ging. dann ausführltch auf ein vertrau- lichez Rundschreiben der Arbeiigeberverbände an ihr« Mtglieder ein, in dem die Richtlinien für jetzige und künf- tige Kämpfe gegeben werden. Unter auderm hieß es darin, daß fsir die nächste Zeit ein Weitersteigen de» Löhne verhütet werben müsse und daß diese Politik jetzt auch von den Behörden und SchlichtungS- ausschüssea mitgcmaäit werde. Zur Borarbeit für den Lohnabbau müsse eine lebhafte Propaganda in der Presse einsetzen, ferner auf die Gewerkschaftsführer und Betriebsräte ein- gewirkt werben, während den Vorsitzenden der SchlichtungSauS- schösse das einschlägige Material überwiesen werden müsse, s Lebhaftes„Hört, hört!") Stach kurzer Aussprache schloß die Bar- fammlung mit einer einsrimmig angenonimenen Sympathiekirnd- gcbung für die streikenden Angestellten des ZetftingsgewerbeS. aierten-Generalderfammlung spricht den Gewerkschafts« bünden wegen ihres verräterischen Treibens im.Kampf gegen das Zeitungskapilal ihre schärfste Verachtung aus" Infolge der vorgerückten Zeit war die Zahl der Teilnehmer schon erheblich gelichtet und mutzte, da die Ovvositian die Beschluß- fähigkcit bezweifelte, ans ein« Abiiimmüng des Antrages, der den Streikenden die Shmpathie autdrück!, verzichte: werden. Der Vor- sitzende Cohn erklärte unter allseitiger Zustimmung der Anwesen- den, daß auch ohne die Abstimmung s ä m t I i ch e D c l e g i e r i e n dem Antrag zustimmen und sich für seine Durchführung mit oller Energie einsetzen werden. Technische Nothrlfe nni> Mühlenarbeiterstreik. Zu der von unS gegebenen Darirellung des Eingreifens der Technischen Norhilfe in den Mühlenarbeiterstreik erhalten wir von der Haupt stelle der Technischen Nothilfe eine längere Zuschrift. Wir entnehmen dieser Darstellung, daß die Nothckfs natürlich nicbt die Aufnahme irgend eines MühlenbetriebeS zum Ziel hatte. De: am 7. Oktaler erfolgte Einsatz geschah aus einem völlig außerhalb dieses wirtschaftlichen Streites zwischen Arbeiter und Unternehmer liegenden Grunde. Da keinerlei No:standsar.bel- ten verrichtet wurden, stellte es sick im weiteren Verlaufe de? Streiks heraus, daß an einzelnen Stellen bei längerem Lagern Getreide und Mehl unweigerlich verderben müßten. Lediglich aus diesem Grunde, um zu verhüten, daß beträchtliche Mehl» und Ee- treidevorräte, die für r viere Ernährung so bitter nötige sind, der Allgemeinheit verloren gehen, wurde die Technisch« Aothilfe an ein- zelnen— und nur an den ausdrücklich als gefährdet bezeichneten Stellen— eingesetzt. Eine Umdiritzierung diese? gefährdeten Mahl- auteS kam nach Angabe der ReichSgetreidestielle nicht mehr in Betracht. Minierarbcit im Ic«tra!vcrband der AngefteMcn. In der Delegierten-Generalversammlung de? Zentralverbandes der Angestellten, die am Montag im..Deutschen Hof" stattfand, teilte der Vorsitzende Hugo Cohn z:.m Geschäfts» und Kassenbericht mit, daß von der fogenannten Opposition ein Flugblatt an alle Mit- qlisder herauSgcgrb.'n worden ist, ip d-n die Verbal niss? des Ver- hani-eS bis zur vollkommenen Unwahrheit entstellt geschildert sind. Außerdem wird in dem Flugblatt zur B e i t r a g S s p e r r e aufgefordert. Tie Omsverwaltnny babe beschlossen, gegen alle Mit- glieder. die diese? /Flugblatt verfaß! baden, es verbreiten und gut- heißen, Uusschluhant rag zu stellen. Im Verfolg dieser An- gclegenheit sei bis jetzt ÄuslMußanrrag gestellt worden gegen die Mitglieder Wolf, Sachs und Fritz' che. In der '/ IVr■ JtV■• Streikunterstützung..... 25 365 916 M MaßregelunaSunterstützung.. 109 423„ Reiieunterstntzung., 86 295. ÄrbenSlosenunierstützung... 7 893 819 Krankenunterstützung.... 1 407 597 Steibeunlerslützung..... 280 861„ Fuvalidenuntei stütziing... 211 959, RechtSschlltzunteri iitzung.... 23 870, Besondere Unterstützung... 199671„ An die Haiiptkasse..... 7 216 708„ Oertliche Ausgaben..... 8 374 886. Andere Ausgaben..... 1 640 497 Summa 52 760 005. Diskussion verbreitete sich der Führer der sogenannten Opposition Wolf. Angestellter der Zentrale in der Münzstraße, seit Dezember 1913 Mitglied des Zentralverbandes der Angestellten, über die Zweck- und Ziele, die nach seiner jungen Erfahrung in der Gcwerk- schastsbewcgung eine Getverkschaft verfolgen müsse. Fritz Schmidt und Nörvel schilderten demgegenüber die tatsächlich bestehenden Verbältnisse. In der weiteren Diskussion nahmen noch Scheffer, Sehner, Hän bemann und Büblitz ebenfalls Stellung gegen dir varBandsschädigende Taktik der Ovvvsirion. Während der D-Skussion gab der Vorntzende unker allseitiger Zustimmung folgende? eingelaufenen Antrag bekannt: „Die am 11. Oktober 1920 versammelten Delegierten de» Zentralverbandes der Angestellten sprechen chcn im Streit befind- ljchen Kollsgen des Z e i t u ng s ge w e r b e s und der Raiff- eisengenossenschaft ihre vollste Svmpathie aus. Die Versammelten fordern die streikenden Kollegen au?, im Kamvfe um ihre Cistenz zu verharren und erklären, daß sie ge- willt sind, ihnen jede Unterstützung zstteil werden zu lasien. Die Delegierten erwarten von den nicht am Kampfe be- Wiligtcn Mitgkredcrn stärkste Beteiligung an der'Sammlung zum Kampsschay des ZentralverbandcS der Angestellten. Die Tele- Tie Lage der Flerschergcsclls». Die denkbar schlechtesten Arbeitsverhältnisse besteben zurzeit in den Betrieben des Ladew'elscherzewerbes in Groß-Berlin. Wochen. löhne von 60 bis 80 M. werden gezahlt.� Bon Einhaltung der ge- 'etzlichen achtstündigen Arbeitszeit'it keine Rede. Di« Seibnsucht der Unicnoebmer nach Zlückkehr zu den vorkriegSzeitlichen Zuständen ist groß. Die organisierten Fleischergesellen sträuben sich nach Kräften dagegen. Sie haben beschlossen, mit einem Tarifver- trag an die einzelnen Unternehmer heranzu» gehen, nackdcm die Organisationen derselben jede tari'libe Re- gelun-z abgelehnt h-hen und sich auch dem Schiedsspruch des Schlich- tungsauSschu"es widersetzen, Am Freitag, den 13. Oktober, abends 7 Uhr. findet eine öffent- liche Ne'schergesellen-Ber'anunlung in den Wnsikersälen. Kaiser- Wrlhelm-str. 31, statt mzr der Tagesordnung:„Die derzeitige Lage im Fleischerberuf. Wie verbessern wir dieselbe?" Wir ersuchen die Arbeiterschaft, Ncischergesellen, mit denen 9? zusammenkommt, aus die Versammlung hinzuweisen. Zentrelocrbanv der Fleischer. Sitzung der Untergruvve der Bei riebt- röte Fleischerei: Donnerstag, den 11. Oktober, abends 7 Uhr, bei Bökel. Webelstr. l7. Berl ind der Lithographen, Atrindruiker und verwandte Berufe iSekiion der Photograpben.) Am 15. Oktober findet eine öfseniliche Ber- kammlt'.ng der Pbowzrappcngebilftm und-geliiZsinnen der Jnnungb P-tkiebe im„Dresdener Kaiino". Dresdener Str. Sü, statt Tagesordnung: Die wirtschaftliche Lage der GehUseilschast in den Jnnimgsbctrieben. Res-- rent. College Hosstnann.— Unsere Fordeiungen an die Prinzipal« Verband dcr Sattler, Tapezierer und Partefeuiller. Donnerstag, den 11. Oktober, abends 7 Ubr: Außerordentliche lssenrralversamm'nng in Bockers Festsälen, Weberstr. 17. Fortsetzung der Diskussion mid Beschluß- sassung über die Zleichsarbeitsgemeinschast. Deutscher Werkmeifterverliand. sFachgrudp«: Technische Bühneuvor- stände.) Versammlung: Mittwoch, den 18. Oktober, nachmittags 5 Uhr. im„Einssedler*. Bahnhof Bözse. Rcne Promenade 9— Ist. Gewerkschoftssommiision Zchöneberg. Donnerstag, dsn 11. Oktober. abends 7 Uhr, Sitzung bei«Nrundt, Meininger Sit; 8. Achtung 1 Ullstein Au sgekperrte! Die für Donnerstag 8 Ubr früh geplame Veranstaltung fällt aus. Näheres in den Versammlungev Die Sireillettung. Wir »äsietger»__ ÄW Potsdamer Str. 86 a l ewiiM. WlkiWdMes SliMliNKK. ZllkliensVere m MöleSttstDlesi. BotneDmes gerreiNÄumr. Grotzes. schglles. , Nachlasi-Lluktion. Qen'e sZZiittwoch), IS. in und mocgea(Srnmecetog), oonr. to", Uhr. Xmut Lchdah auler Ste. J« 2:42b Pfandkammer Loose frelrolMg molskbiokev» xuto Einzel 1 Iii tili Cr. f pppifli- mfi i!]Ei?ffS(eipii5: MM Itewüio« MMW Sotiinsiiis. Ii. mw. U üto. W®. CifiCS mefss. WOM IVkW gfinjiMetlafläfiuis. S. a Sttober. MN'Mgs 2 not, »ersieigere daselbst MilnMtMH-r-.. I Uml. Smesi!«« sslMI Kw M 2 B M 1 MlUMilI.«. cederlM. 1 lomiiL Silaf- 2 m rn»II ewAn�»-««- mm(fcl|t eiemi>.gr.AOMW!iiil Spews-t ................... ÜemsMlPftÄ SWMlver mit JitcOau nnö Mlllskeii. Sch'e!v!W. Ä Safsn Iii IRoöanoni veMche MW? v. cUfer. Lklissel r VelsN u. BoWekü�iüBike Mcövle vsn BleöerMer S?s MrgeW uvs. Glas. VarzevNl. Cß- m Kaffee- aesSln. Btoüjeuür. Zell NW.'m m ßtffra, WviMW. Bilder. GmSlde. MMaffs-«ad MevMei!. 2 komplette KWea. 1 aalkes. MWes SpelleziivNer vag vieles aogele. Wliel' Ml! llmzst-ÜÄlLoosdsus K.m.d.S. 7el. l-sttrov ddia. potelizmee 8>e SS». 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