Nr. 507» 37. Jahrgang Kusgabe B Nr. 116 Bezugspreis: 35»rteli ährU ZV.— M l. monat!.!»,— M. krsi ms sau», voraus mhlbar. Poll- oemg MonatiM 10.— äRU HÜ. 8U* CsllunzsgsvUdr. Unter Stcmbanb für Deuttchlanv und Cefteiretdi 16.r 0 Mt, !ur Das übrige Auslani bei lüglich einmal. Rafteiuno 2130 M. Polide« ftclhingen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschechv-SIowalei, Dane» mar!. Hollano. �uremburg. Zchweben aab die Säiwevt.—>5mgetragea in bie Post» 5eitnng»-Preisltlte. Per»Sonoäm* mit ber Sonnlag«. deUcche.Pol! n-Reit* crcfiemt woäien- agüch zweimal Sonnlag« und Mon» tag».mmai Tele gramm-Abreste .Sozial bemottat OcrUn". Abend Ausgabe berliner Dolksblntt 20 Pfennig) AuzetaeupretS s Die aditgeipaltene Nonvareillezeile loste tZ.— SU!., Seuenmgszuftblog SO'/o. �Steine stlnjeigcn", Oos ittt« gebeudte Wort U— M. l zulässig zwei lettgebrutite Wotte).!ebes weitere Wor! SO Psg. Stellengesuche unb Schlasstellenanzeigen das erste Wort »3 Psg.>ebes weitere Wart 40 Psg. Worte über 13 Buchstaben zählen für zwei Warte. Teuerungszulchlaa 30«/» (Santilien-Ämeigen für Abonnenten geile 2,— SIL, ooliiiichc unb oe* werllchastliche Vereins- Arneigen 3.— ML Die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die N a chst e Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im Sauvigeschäit. Berlin S9B i, Sinheif krage 3, abgegeben werben. Seöffne' nntr(1 Uhr früh ht« 11h'- nbpnb« Während des Streits erhöhte Prei'e. Zentralorgan der fozialdemokratircben Partei Deutschlands Keüaktion und Expedition: EW. öS, Lindenstr. 3. ivernivrerher: Amt Morinvian,?tr. I.äl SO— ISt i>7. Mittwoch, den 13. Oktober 1»£« vorwärts-verlag G. m. b. H., EW. öS. Lindenstr. 3. Keruslirocher: Amt Moritivla«. Str. Il7 33— 51. Die Entwaffnung öer Kleinen. London, IZ. Oltobir. Einer Rcutcrmeldung zvfolge wird auf der am Oktober in Brüssel stattfindenden Tagung des Rate? des Bölkcrbundes u. a. die Aufstellung eines Pro- gramms stattfinden, nach dem die Bewaffnung der verschie- denen kleinen Staaten saber nicht der großen!), die dem Völkerbund beitreten sollen, beschränkt wird, desgleichen die Schaffung eines Planes für eine Finanz- und Wirtschafts- organifation, die die Vorschläge der Brüsseler Konferenz bc- bandeln soll und außerdem das Budget des Bundes für 1921. T i t t o n i wird einen Entwurf für internationale Auf- ficht der monopolisierten Rohstoffe einbringen. Wahr- scheinlich wird auch die polnisch-litauische Streitfrage zur Berhand- lung kommen. Lonöoner wirtsckaftskonferenz. Mr Revision und Kredit. London, IS. Oktober. Der Vorsitzende der inlernatio- nalen WirtschaftSkonferenz in London Sir George P a i s h erklärte, daß, falls den Ländern, die durch den Krieg am meisten gelitten hätten, nicht geholfen werde, Großbritannien in kurzer Zeit vor großen Schwierigkeiten stehen werde. Er trat für eine Revision des Friedensvertrages ein. Simon, der frühere holländische Justizminister, schlug vor. Deutschland einen Kredit zum Ankauf von Robstoffen zu gewähren. ........... Ii, Ii............. II II 101 II I 1 verhanülungen im Aeitungsgewerbe. .Im Neichsarbeitsministerium sand heute vormittag eine Vorbesprechunls mit den Vertretern der Streiken- den statt. Erörtert Wurden die statistischen Grund- lagen, auf die die Streikenden ihre srorderungen stützen. Tie Einigungsverhandlungcn selbst begannen gegen 12*4 Uhr. Ucber ihren Verlauf liegen bis Redaktionsschluß noch keine Nachrichten vor._ Die Internationale öer völkerbunöliga. Mailand, 12. Oktober.(Stefani.) Am Dienstag nachmittag er- öffnete der Präsident des Organisationslomitees, Senator Rusfini, die erste Sitzung des Internationalen Kongresses der Ligen für Völkerbund. Auf dem �Kongreß sind vertreten: Italien, Frankreich, Belgien, England. Spanien, Japan, China, Norwegen, Polen, Rumänien, die Schweiz, die Tschechoslowakei, Südstawien und Portugal. Senator Tittoni sprach im Namen des Völkerbundrates. Er sagte u. a.: Wenn wir den Krieg auch nicht völlig beseitigen können, so werden wir doch dazu gelangen, ihm Hindernisse in den Weg zu legen, so daß er weniger h ä u s i g vorkommt. Nach Tittoni begrüßte der Minister des Aeußern Graf Sforza die Versammlung im Namen der italieni- scheu Regierung und des italienischen Volkes. Das Problem öer Sozialisierung. 3. Sitzungstag. Kassel, 13. Oktober. Vorsitzender Hermann Müller eröffnet die Mittwochoormit- tagSsitzung und läßt die Debatte über den Fraktionsbericht fort- setzen. Franz- Waldenburg i. Schi. begründet einen Antrag, in dem es heißt: »Der sozialdemokratische Parteiiaz spricht den oberschle- fischen Volksgenossen, die im Kampf um ihre weitere Zu. gehörigkeit zum deutschen Baterlande stehen, seine wärmste S y m» p a t h i e aus. Tor Parteitag fordert, daß seitens der interalliier- ten BesatzungSmächte der Gefahr einer terroristischen Bceinslus» sung der Abstimmung entgegengewirkt wird; er fordert die Siche- rung unbeeinflußter Stimmenabgabe und appelliert an die Ge- Nossen der Ententeländer, daß sie bei ihren Regierungen für strenge unparteiische Durchführung der durch den FrieoenS- verkrag übernommenen Pflichten Sorge tragen und einer Ver. fälschung des Selbstbestimmungsrechis der Oberschlesier entgegen- treten." In seiner Begründung weist Genosse Franz darauf hin. daß Oberschlesien jetzt ein Zentrum der Weltpolltik geworden ist und tzaß die oberschlesische Arbeiterschaft dringend verlange, end- lich wieder unter gesicherten Zuständen zur aufbauenden Arbeil zurückkehren zu können. sLebh. Beifall.) Frau Grünberg-Nürnberg fordert den Schutz der Frauenarbeit. Graf-Ptorzheim: Dt? Ausführung der Steuergesctze ist gehässig gegen die Minderbemittelten. Wegen der Steuerhinler. ziehung müssen die schärfsten Strafen verhängt werden, besonders Konfiskation des Besitzes zu dem angegebenen Wert.(Sehr wahr!) Frau Jenfen-Kicl: Der freie Geist der Weimarer Verfassung steht für die Freuen vorlisttfig nur auf dem Papier, der re- aktionäre Geist des Bürgerlichen Gesetzbuches ist Wirklichkeit. Da? Recht der Ehefrau auf Erziehung der Kinder und das Recht der unehelichen Kinder mutz endlich wtrli'am geschützt werden. Frau Kirschner-Frankfurt a. M. fordert die Aufhebung des Z 53 des BetfvrgungsgesetzeS für die Kriegsbeschädigten, durch den zwei Klassen ron Kriegsbeschädigten geschaffen werden. Frau Todenhagen-Berlin: Ter Zugang zum Lolksschullehrer- Prüfung muß nicht nur den Sühnen der Beamten offenstehen, son- dern auch don Kindern der Arbeiterklasse.(Beifall.) Licser-Samburei begründet den Antrag der Delegierten aus der Pfalz, die Rsichstagsfraktion ebenso wie die LandtagSfraktion in Bayern und Preußen zu beauftragen, dahin zu wirken, daß Mäßnahinen ge: rossen werden, nach denen der Bevölkerung des Saargebietes eine gesetzliche Vcrtrctuisg des Reichstags und der Landtage von Bayern und Preußen gegeben wird Er erklärt, daß er sich als Bewichner ber Pfalz Vorsicht auferlegen müsse, da er sonst Gefahr laufe, bei der Rückkehr in die Heimat von M a- rokkanern festgesetzt und abgeschoben zu werden. (Pfuirufe.) Die Bevölkerung des Saargebietes ist kerndeutsch und wünscht, wie die anderen Abstimmungsgebiete behandelt zu werden, auch wenn hie Abstimmung erst in fünfzehn Jahren statt- findet.(Beifall.) Otto Braun: Die Delegierten der Republik Preußen haben mich beauftragt, folgende Erklärung abzugeben: „Die preußischen Delegierten des Parteitages begrüßen die Erktärung der Vertreter Bayerns und erklären ihrerseits, daß sie sich eins fühlen mit den bayerischen Genossen in der nachdrück- lichsten Ablehnung und Bekämpfung aller Bestrebungen, die, sei es durch Separation oder Anstrevung einer Hegemonie einzelner Länder auf die Zerreißung der politischen und wirtschaftlichen Einheit der Deutschen Republik gerichtet sind.�Die preußischen Genossen fühlen sich auch eins mit ihren bayerischen Freunden in der schärfsten Verurteilung jener gegenrevolutio- nären Treibereien reaktionärer Kreise, die nicht nur die Errungenschasien der Revolution bedrohen, sondern auch geeignet, ja darauf gerichtet sind, einen Gegensatz zwischen Bayern und Preußen hervorzurufen und zu vertiefen."(Lebh. Beifall.) Ein Schlußantrag beendet die Aussprache über den Be» richt der Reichstagsfraktion und es folgt nunmehr die von dieser Aussprache abgetrennte Debatte über.�LZirtschaftspolitik und Er- nährungsfrage". Rudolf Wissell: Ueber die Sozialisierung des Bergbaues brauchen wir nicht mehr 5U reden, denn darüber gibt es bei uns keine Meinungsverschiedenbeiten. Hier kommt es allein darauf an zu handeln. Zwischen Kapitalismus und Sozialismus gibt es eine Menge Misch formen bis zur vollständigen Enteignung der Produktionsmittel.. Darüber konnte im alten Parteiprogramm nichts stehen. Erst heute können wir die letzte Wegstrecke übersehen. Selbst manche Unabhängige und Kommunisten geben zu.�daß wir durch die liefe Niederung nur auf der Brücke der kapitalistischen Privatwirtschaft hindurch kommen. Wir tragen aber die Verantwortung, daß wir ch.ndurkommen und daß wir dabei das Volk nicht unnötig belasten. Für alle nichtsozia- lisierungsreifen Betriebe hat der vorjährige Parteitag klipp und klar die Plamm rischast gefordert. Bier Woche» später war alles vorbei, und der Parteivorstand hat sein Bestes getan, daß die Be- schlüsse des Parteitags nicht durchgeführt wurden.(Hört! hört!) Genosse Bauer hat dann ein neues Wirtschaftsprogramm aufgestellt. Danach sollten 1. di« Jlseder Hütte und die Braun- kohlen sozialisiert werden, damit die Volksmehrheil dadurch die Herrschaft über Elektrizität, Erze, Kohlen und Eisenbahnen be- käme und somit jederzeit Herr der Wirtfchaft würde und damit daS Reich der mäcktigste Faktor des Wirtschaftslebens würde. Nichts, nichts ist davon zur Wirklichkeit geworden. In Weimar hat Schmidt mir vorgeworsen) mit meiver Parole, daß Schinglhans Küchenmeister bleibe, könnte man keine Begeisterung wecken. Das emporflackermde Strohfeuer der Begeisterung hilft uns überhaupt nicht wciirr, aber bat Schmidt etwa Begeisterung er- weckt?(.Heiterkeit.) Eine geradezu katzenjämmerliche Stimmung hat seine Politik erzeugt. Er war etwa io lang« als ich RcichkwirtichastSir.imster und nichts hat er kür die Soztali- sierung unternommen. TaS Elekirtzitätsgefetz stammt von einem bürgerlick.cn Minister und wird von einem bürgerlichen Mi- nistcr durchgeführt. Es ist rein fiskalisch. Ter erste Entwurf. hervorgegangen auS dem Kabinett mit Sozialisten, enthielt kein Wort über die Mittoirkultg der Arbeitnehmer. Schmidts Wirt- schaftspolitik hat alle Möglichkeiten der So- zialisierung erschlagen. 2. wollte das Programm Bauer den Bedarf der Minderbemittelten an Nahrung und Kleidung sicherstellen. Tatsächlich fallen heut« den Armen die Hemden vom wie Ludendorff auf ein Wunder gehofft, daS nicht eingetreten ist und nicht eintreten konnte. (Fortsetzung in der Morgenausgabe.) Sie hintertriebenen Milchkühe. Ernährungssabotage des Ernährungsministeriums. Im Frühjahr dieses Jahres tauchte die Nachricht auf, daß Amerika uns 100 lXK) Milchkühe als Liebesgabe schenken Molle. Sicher wird die Meldung von den breitesten Schichten des Volkes mit Freude begrüßt worden sein. Aber mancher wird f sich im stillen gesagt haben, daß er an die Meldung nicht eher glaube, bis die Kühe tatsächlich in Hamburg eingetroffen seien. Die Meldung ist schon richtig gewesen, neuerdings spricht man .nach zuverlässigen Informationen sogar von 300 000 Kühen. und doch will es scheinen, als ob die Zweifler recht behalten sollen. Wenn wir wirklich um das hochherzige Geschenk gebracht werden, so liegt dies aber nicht an den Amerikanern oder ihren Behörden, nein, dann haben wir es den Eifersüchteleien und dem Ueberbureaukratismus unserer deutschen B Hörden zu verdanken. Man höre und staunel Zu der Zeit, als die„Kölnische Volkszeitung— es war ini Juni— nähere Mitteilungen über diese Angelegenheit brachst und auch diesbezügliche Briefe und Aufrufe von Dentsch-Am.'ri- kanern veröffentlichte, war die deutsche Admiralität be- müht, von der Entente Schiffsraum zur Beförderung d.tt Kühe nach Deutschland zu erhalten. Wenn wir recht unter- richtet sind, standen diese Verhandlungen kurz vor dem Abschluß und versprachen einen guten Erfolg. Man hztte beantragt, uns die nach dem Friedensvertrag abzu. liefernden Schiffe wie für den Gefangenentransport auch zu: Zweck der Beförderung der Milchkühe vorläufig n o ch z. belassen Da schneite auf einmal in die Admiralität ei:. mit dem Faksimilestempel des Ernährunsssministers Hermes>.oer sich gerade in Sva bcfandl) unierzeichnetes, ane- Berlin datiertes Schreiben hinein, in dem sich dieser j k d t Einmischung der Marine in die Angelegen- heitert d er Volksernährung verbat. Man kann eS der Admiralität nicht verdenken, daß sie die Angelegenheit nunmehr auf sich beruhen ließ und sich bcanügte, dem Er nährungsminister zu erklären, daß sie ihre Hilfe zum Trans Port der Kühe noch wie vor zur Verfügung halte. Im Ernährungsministerium zerbrach man sich unterdessen den Kopf, was man wohl mit den Kühen eigentlich anfangen solle. Trotz allen Ueberlegen» konnte man zu keinem Entschluß kommen, und da entstand im Gehirnkasten dcS G e. Heimrats Bose der salomonische Gedanke, die Abnahme der Kühe einfach zu hintertreiben. Tainit waren alle Schwierigkeiten gelöst, und man hatte mit dem amerika- nischen Geschenk keinen Aerger mehr. Alle die Fragen welche nun gegen die Einfuhr der Kühe aufgeworfen wurden sanitäre Bedenken, Mangel an Kraftfutter usw., waren nur Mittel zum Zweck Die Amerikaner begegneten diesen Bedenken damit, daß sie um Entsendung eines Tierarztes ersuchten, welcher die Tiere vor ihrer Verladung unter- suchen sollte. Weiter erboten sie sich, den Kühen Futter auf vier Monate mitzugeben, damit sie über dcn Winter kommen. Und es wäre auch möglich gewesen, zu cr- reichen, daß außerdem an Stelle einer Anzahl Vieh noch mehr Kraftfutter zur Verfügung gestellt worden wäre. Alles dies verfing nichts, selbst die Erklärung hervorragender Führer der Landwirte, daß sie die Einfuhr der Kühe freudig b e- grüßen würden, und daß diese Einfuhr dringend erforder» lich sei— an Herrn Hermes und seinem Geheimrat Bose prallte alles ab. So kamen denn die Presseartikel und die Debatte im Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstags, Sie zeitigten den Erfolg, daß mit Ach und Krach die Einfuhr von 2500, Kühen freigegeben wurde. Die Amerikaner, und mit in erster Linie die Hilfskom- Mission der Quäker in Berlin, stehen diesem Treiben v c r- ständnislos gegenüber. In ihrer amerikanischen Heimat haben die Deutsch-Amerikaner den Farmern unter ihnen zur „Ehrenpflicht" gemacht,„zu Tausenden und aber Tausenden solches Vieh dem deutschen Volk in seiner aller- größten Not zu schenken". Sie haben die anderen Deutsch- Amerikaner aufgerufen, zur Durchführung leZ Liebeswerkes Geldsvettden herzugeben. Eine besondere Körpersckxaft, die erklärt,„nur g u te M i l ch gebendes, nicht zu altes Vieh, das jährlich mindestens 2*> 0 V f u n d Butter- feit bringt, abnehmen zu könren", ist gegründet worden. Argebdi'gc aller Nationen beteiligen'ich daran, der Not des deutschen Volkes zu steuern, und— die ocutsche Regierung gr.'i't rbck't dankbar zu. irvuvrr, läßt sich öffentlich zur teil- wessen Annahme der hochherzigen Gabe zwingen! Ein Va.gtiig dar fürwahr einzig dastehen und der Zuneigung zum deutschen Volk sicher wenig förderlich sein durfte. Inzwischen grassieren Tuberkulose und andere Krank- besten immer noch unter dem deutschen Volk und fordern entsetzliche Qpfer. Die Veröffentlichungen des deutschen Roten Kreuzes lassen keinen Zweifel darüber, wie es um den-Ernäbrungs- und Gesundheitszustand unseres Nach- Wuchses bestellt ist.„Das W e s e n t l i ch ste i st die Aus- besserung der Kost in Gestalt von reichlicher Zufuhr von Eiweiß, Milch und Fett", sagt das vom preußischen Wohlfahrtsminister herausgegebene Merk- blatt für Aerzde. Klingt dies nicht wie Hohn, wenn man bedenkt, daß die Reichsregierung gleichzeitig der Einfuhr von Milchkühen die denkbar größten Schwierigkeiten macht? Drüben stehen weit mehr als 100 Ml) Milchkühe zur Verfügung des deutschen Volkes. Alles chnll man dort tun, um den Transport zw erleichtern und etwaige Schwierig- ketten zu beheben. Weshalb hat man sie nicht längst geholt, wie die Admiralität es wollte?— Muß sich tatsächlich erst das Rote Kreuz und die amerikanische Hilfskommission ins � Mittel legen, um beschränkten Burcaukratcnverstand aufzu- � rütteln?— Man weiß keine Verteilung für das Vieh?— Run. die Kommunen werden' die Antwort daraus geben können. Treffend war es, als ein Geheimrat des alten Regimes den ganzen Skandal als das bezeichnete, was ihm tatsächlich zugrunde liegt. Er sagte, indem er eine Gebärde des tiefsten Ekels machte: .LZerdammte Geheimra t sw i rt scha f tl" der Endkampf in Halle. Halle, 13. Oktober.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wärts"). Das Ringen auf dem unabhängigen Parteitag wird heute fortgesetzt. Jeder der Redner aus dem Zentral- komitee versichert aufs Neue, daß gestern im Zentralkomitee ein dauerndes Ringen stattgefunden habe. Luise Zietz, die das Schlußwort erstattete, wendete sich besonders gegen die Kommunisten und die Neukommunisten. Sie ver- sichert, daß während des Kapp-Putsches auch die Vertreter der Kommunistischen Partei Lev i und Pieck damit einver- standen waren, daß das Zentralkomitee»mit der Regierung verhandle, um das Ruhrrevier zu entlasten, es bestehe also kein Grund, diejenigen', die das getan haben, als Verräter zu bezeichnen. Frau Zietz fährt fort, man habe sich mit Legien und den Gewerkschaften damals nicht zusammen- getan, weil man die Politik Legiens teile, sondern weil man sine gemeinsame große Kampffront gegen den Kapitalismus herstellen wolle und das sei notwendiger als gegenseitige Beschimpfung. Sie wirft den Abgeordneten Stöcker und Täumig Treulosigkeit vor und kommt dann aus die Moskauer Bedingungen zu sprechen. An Stelle der alten bewährten Parteigenossen, die in jahrzehntelangem Kampfe gestanden haben, sollen auf Diktat des Teiles von Moskau Leute gestellt werden, von denen wir weder Na men noch Art kennen, von denen wir nicht wissen, woher sie kommen und wer sie sind. Es» sollen in die Partei mehrere„bewährte Kommunisten" gestellt werden, die erst seitkMonaten Mitglieder der Partei sind an die Stelle der„alten tüchtigen und grundsatztreuen.Unabhängigen". Aber Frau Zietz hat die Hoffnung, daß trotzdem die über- große Mehrheit der Unabhängigen auf ihrer Seite stehen werde und weiter sich um das Banner des Programms und der alten Taktik scharen werde.(Beifall auf der rechten und Gelächter auf der linken Seite.) Nach dem Schlußwort teilte der Vorsitzende D i t t m a n n mit, daß die Partei keine auswärtigen Bruderparteien ein- geladen habe. Es seien aber trotzdem als Gäste gekommen Longuet, der Enkel von Karl Marc, im Namen der fran- -zösischen. serner der Genosse Ma rtoff ron den linken Men- schewiki. Es ist ferner anwesend der Führer bor russischen Gewerkschastskommission L o s o w s k i, und heute vormittag ist angekommen Sinowjew. der Vorsitzende'der russischen Exekutive. B u cha r i n, der mit angekündigt war. ist nicht gekommen. Tagegen sind noch Gäste aus Bulgarien und der Schweiz da. Um 11 Uhr begann E r i s p i e n sein Referat über die K o m m u n i st i s ch e Internationale. Während schon Frau Zietz wiederholt stürmisch unterbrochen wurde und sich nicht Gehör verschaffen konnte, setzten die Unterbrcchun- gen auch bei Crispicn ein. Dieser wandte sich gleich von vorn- herein gegen die Kommunisten. Er versicherte, daß die Ans- einandersetzung nicht nötig wäre, wenn diejenigen, die sich Nlusik unö Lärm. Ko n ze r tu m sch au. Die Tage der musikalischen Rattenfänger sind vorbei. Die Abende der Tollarsänger beginnen; hören auf, uns interessant, fangen an, eine Erimaffe zu werden. Wir wissen: Amerika schöpft den Rahm ab von unserer Konzertflut. Aber schon ist sicher, daß sich mit den AuSerwählten auch die Durchschniitlichen, die ewig Aufdringlichen, die Reklamefähigen in die Kalkulationslisten der JmprciarioZ hineinschlänaeln.(?Z bedeutet also noch gar nichts, wenn X oder V eine Schweden- oder Amerikatournee macht. Die wahre Kunst wird mit stillem Griffel geschrieben und wirkt groß, die Valutagowinne aber leuchten niit Riesen-OSramlichtcrn durch die Programme, auf denen zu lesen ist:„letztes Auftreten vor der Ueberfahrt.. O wäre es doch das allerletzte— möchte man so manches Mal den, Reklamekünstler nachrufen. Bleibt bescheiden, macht' unsere N>jt nicht zum öffentlichen Geschäft! Und gepriesen sei. der erste Große, der vergißt oder verschmäht, uns von seinen U e b e r- M e e r- Ve r d i e n st e n schwarz auf weiß zu prophe- zeien. Reklame und Schsittvort ist auch die„Moderne" geworden. Wer mchts zu sagen Hai, lallt mit Instrumenten, Farben, Worten tn Dada. Wie weit wir hier in eine Sackgasse gerannt sind, wie wenig sich polltische und künstlerische Begriffe von Radikalismus, Internationalismus. Programm und Richtung decken, das hat Adolf Weißmann m einer klaren, hervorragend wissenden und erleuchtenden Art jüngst illustriert(Verlag neue Kunsthandlung). lRan lest dort die Ergebnisse in der Betrachtung eines aufklärend und warnend sprechenden Künstlers; und wird fühlen, daß ein Ritz durch die Kunst geht, bis sie wieder gelernt hat. zu ihrer spezifischen Eigenart zurückzukehren Eine Es-Dur-Sinsonie des wirklich musikalisch begabten Wieners Franz S.ckmidt zeigt diesen Riß trotz ihrer unzweistlhoftcn Qualitäten. Anders sein um jeden Preis scheint zunächst die Devise. Das Hauptthema des ersten Satzes steigt nicht.rus dem Geist der Tonart, aus dem Sinn der Sifonie empor, es steht nicht geradlinig auf, wie bei Beethoven, Brahms, Bruckner: es tänzelt spielerisch herein, kichert, flattert wie ein Scherzender. Das Seilentheina � ist so wienerisch, so glutvoll, so melodietrunken wie nur möglich, sinnlich wie eine Notenreihe Tschaikowikys. In der Durchführung, in der Reprise, die immer» hin deutlich wird, zahllose Schönheiten. Einfälle, Lichtblicke des durchweg btäserbcschioerien Orchesters. Dann ein plötzliches Ende, an das keiner gedacht. Mischung von klassischem Stil und moderner Harmonik auch im Variä:ionensatz, der, idyllisch einsetzend, das Slurillo. Kontrastreiche, Ueberspringende liebt, ohne die Feinheit der Ucbergänge. DaZ Finale gliedert sich nicht recht. Gewohnheit Neukommunisten nennen, ebrltch svpen würden: Ge- Nossen von der U. S. P.; wir teilen eure Ueberzcugüng nicht mehr, wir trennen uns voneuch.(Gelächter aus der Linken.)......-.• C r i sp i e n sucht dann die grundsätzlichen Fragen zu er» Lrtern. Tie Sozialisten, sagt er, haben die Entdeckung ge- macht, daß.es eigentlich nur zwei Probleme gebe, die für die sozialistische Politik in Betracht kämen: die. D e m o k r a t i e und die D i k t a t u r. Da die Rechtssozialisten für die Demo- kratic und die Linkssoz'alisten für die. Diktatur seien, so haben nach Meinung der rÄtssozialistischen Partei die Unabhän- gigen keine Existenzberechtigung mehr.(Sehr richtig!) Wer als unabhängiger Sozialist sehr richtig ruft, zeigt damit, daß er von unserem Programm keine Ahnung hat. Was uns von den Rechtssozialisten trennt, ist die Ko a- l i t i o n s v o I i t i k, das Bekenntnis zur Arbeits- gemeinschaft und zur bürgerlichen Demo- rratie. Man muß berücksichtigen, daß etwa 10 Millionen ungeschälter Arbeiter in die Gewerkschaften, geströmt sind und etwa iys Millionen in die Partei. Es ist nicht möglich, mit diesen u n g c s ch u I t e n A r b e i t e r s ch a r e n die Politik der Kommunisten zu betreiben. Die Kommunistische Partei hat ihre Aufgabe nicht erfüllt. Sie hat vor lauter Angriffen aogcn die U. S. P. vergessen, daß eS einen Todfeind der Arbeiterklasse gibt, den Kapitalismus.(Hat die 11. S. P. daran gedacht?!) Sie besteht aus einem Gemisch von allen möglichen p u t s chi st i s ch e n unklaren Ansichten. Sie hat niemals eine einzige klare Parole ausgegeben, sondern immer nur ein große sGeschr ei über Verrat und Verräter erhoben. Sie sollte sich überlegen, daß ihr Bc- tragen beiträgt zur geistigen Demoralisation und Zerrüttung der ganzen Arbeiterklasse, be- sonders durch ihre dauernden persönlichen Beschimpfun- gen gegen andersgerichtete Sozialisten. Sie. geht ächon so weit, daß man in Berlin die Parole ausgibt, der Vortrupp der Revolution seien die Arbeitslosen. Aber die dauernde Radikalisierung der Arbeitslosen durch die K. P. D. bat es nicht verhindert, daß die Arbeitslosen in Berlin ihre Vertreter zum Teufel gesagt und dafür Vertreter der K. A. P. T. gewählt haben. Aber auch das wird nur eine vorübergehende Erscheinung sein, da noch radikalere Leute auftreten werden, d'e den Arbeitslosen noch mehr ver- sprechen. Criipien setzt sich dann mit dem Programm der kom- munisffschen Internationale auseinander und versichert, daß z.B. das Landarheitervrogramm der Russen durchaus opportunistisch wäre und. keinerlei revolutionäre Ge- danken enthalte. Das Referat von Crispien dauert noch fort. Es ist bezeichnend, daß keiner der Redner, weder gestern noch beute irgendwie darauf Bezug genommen, daß genau am 12. Oktober vor' 30 Jahren in Halle der e r st e s o z i a l d e m o- kr a tische Parteitag nach dem Sozialisten- gesetz eröffnet wurde. Alle Beziehungen zur alten Sozial- demokratischen Partei und Tradition sind augenscheinlich von den Unabhängigen abgebrochen worden. Der heutige Tag wird� wahrscheinlich von den R e f c- raten über Moskau in Anspruch genommen werden. Spaltung der U. S. p. in Hamburg. Hamburg, 13. Oktober.(Eigener Drahtbcricht des„Vorwärts".) Ms wir vor cipigeu Tagen.vom Ausschluß einer Anzahl rechls- stehender. U.-S.-P,-Leute durch die' Hamburger Kommunisten m«l. deten, sprachen wir bereits die Vermutung auS, diese würden nicht lange parteilos sein. Die Spaltung � ist.ffetzt voll zogen. Von heute ab erscheint ein neues U.-S.-P.-Blatt: die„Hamburger Tribüne" neben der Herzogschcn„Volkszcitung". Das' neue Blatt wird von Bergmann, dem srülzeren Führer der hiesigen U. S. P. und anderen rechtsgerichteten U.-S.-P.- Leuten geleitet. Den politischen Teil wird die„Hamburger Trbüne" vom Bremer U.-S.-P.-Blatt erhalten, von wo aus auch die Finanzierung erfolgen dürfte, da die„Tribüne" vorläufig nur über einen ganz minimalen Leserkreis verfügt Das zumal, da sich ein anderer Teil unterdes zur Sozialdemokratie zurückgefundc« hat. Die Leute um Bergmann haben sich neulich zur Wähl der Delegierten nach- Halle im Hamburger„Echo" als schadet neuen Erlebnissen. Hier, in Schmidts Sinfonie, ist die Einigung zwischen alt und neu noch nicht vollzogen; sie zeigt sich erst an, und.das Erperiment.stimmt günstig für den. Autor, dem Hugo Reich enberger ein bezwingender, eindringlicher Di- rigierhelfcr ist. Die Dritte Sinfonie S k r i a b i n s. um die sich im„Anbruch"- Konzert M e y r o w i tz bewundernswert abmüht, lehrt, wie wenig ein Werk wert iit, dem. zu irgendeiner Zeit nur der Mantel-einer modernen Jntzressaw.heit um ein kahles Gerippe hängt. D.eser Skrjabin ist hier und anderswo doch nur ein Anlehner, ein Un- eigner. Selbst seine letzten Klavicrsonatcn. atonal und Schön- bergisch, leben.von Liszts Il-Moll-Sonate. Ein Chamäleon mit leidenschaftlichem, nngsfügem Drang nach musikalischer Gedanklich- keit, die in Blutleere mündet. Träg! diese grausame Dritte Sin, so nie nicht den Titel„Göttliches Gedicht"? Gottloser Einfall, — aber vielleicht der einzige, der faßbar wird in diesem choaiischen,' altbackenen, von Wagner schon überwunderen pathetischen Stil. Die Länge tö:ct und stumpft selbst die ganz kleinen, nur noch opti- schcn Reize ab. Dfcffer Skriabin ist tot— es lebe der Neutöuer! Dagegen wurde Rachmaninoffs zwischen Grübelei, östlichem Mclos und südländischem Tcmverament hinsagendes Klavierkonzert unter den Händen der den Gesang liebkosenden und die Passage keck mitschwingenden Margarethe Witt zum Erlebnis. Borodins Tänze ohne russische Tänzer wieder warfen die Phantasie von der Philharmonie in dw Zelten.„Anbruch"?— Abbruch. « Aus dem Heer der S o l i st e n seien für einen künftigen Generalstab vorgemerkt: die auffteigendcn Klaviervirtuosen Elaudio A r r a u und Jascha. S p i w a k o w s k Y, beide unentwegt an sich arbeitend und amerikahereit; der ruhige, zarte, mit seinem Blick, innerlich und ohne Pose musizierende Mitja Niki sch; Luiie Schröter, deren pompöser, erdschwerer Alt selbst in der Höhe Klang und Wucht behält, dem dramatischen Gesang aber sickerer zuneigt als der Lr.rik; Julius Tbornbcrg. gesünder und voller als je, scheint mit der Fülle auch den herrlichen, süßen, starken Ton Halirs geuwnncn zu hoben. Er geigt meisterhaft das E-Dur- Konzert Börreseus, dos durch ihn einen Dauerplatz in unserer Literatur erhalten türstc. Walter Kirch ho ff quält sich weite: mit hohen Tönen und Fistelstimme,. hat aber seinen Heldentenor endgültig verleren. Zwei in ibcer Stimmung ausgezeichnet ge- tröffene» Liedern von Ed. Moritz ist er ein treuer Vermittler. Johanna S e llo, begabt, frisch, mit keckem Anlauf, kämpft, nur noch mit dem freien Einiatz der Töne, um ganz in den schweren svanischen Liedern Wolfs brillieren zu können. Dem glänzenden Fingerakrobaten der Knieneig«. Arnold F ö l d e s y, dem'trefs- sichersten, der' jetzt in Deutschland mit dem Cello spielt, hält der Sonaicnmiisikcr noch nicht nonz die Wage. Edmund M ei sei wird immer sicherer in der Orchesterleitung. dir Hqydn-Variatlonen beklopft er mit Präzision und betastet sie andächtig. Hoch auf den Wogen der Publikumsbegeiiterung lchwebt der schöne, weittragende, silberklare Ton der Elisabeth Schumann. Ihr Stoffgebiet ist i,Sdziakdemokraten in der HS P." hezeichnek. Man darf gespannt sein, wie sie nun die Gründung einer neuen N � P. motivieren werden. „?m jüüischen Jangnetz" Deutschvölkische unter sich. Folgendes Zirkular flattert uns auf dm Tisci Ew. Deutsch geboren' dürfte es interessieren zu criahren, daß demnächst erschc:. An alle Teurfchvölkischenl Die Tcutschr-Llkischen im jiidiich-.jesuitischen Fangnctz. Von Alfted Baß-Leivzig und Tarnbari. Diese Streitschrift ist die?lntwort auf die unglaublichen Schmähungen des Leiters der Guido-List-Gesellschas:: P.h. StaNff in Berlin, und seines getreuen Anhangs, der S' reicher— Schinder oder Spindler— Nürnberg, Redakteur und Mitarbeiter am„Dcutschen Sozialist", sowie der Deutsch- sozialistischen Partei, Ortsgruppe Leipzig, und behandelt ausführlich die Gründe des Ausscheidens des ersten Verfassers aus dieser Partei. In-inem zweiten Hefte wird das Programm der Deutschen Reformpartei und der deutschsozialen Re- formiblälter, deren Erscheinen vorbereitet wird, ausführlich dar- gelegt unter weiteren Enthiillungcr über gewisse Führer, Eebfim» bünde usw. der dentschvdlkischen Bewegung. Vorgenannte Schrift ist in einer kleinen Suüskrixtions ruflage auf rosa Papier ge- druckt worden und ist für alle Schriftleiter deutscher Blätter, alle Vereinsleiter nationaler Verbände unentbehrlich. An der Hand der in Leipzig eingeleiteten gerichtlichen Klärung diescp unglnublichcn Schmähungen sog. Dentichvölkischer wird in der 2. Schrift, die nur den Beziehern der ersten zugänglich gemacht wird, dargetan, welche unglaublichen Unwahrheiten Staufs, Streicher und Anhang sich haben zuschulden kommen lallen und wo die trübe Quelle fließt, die diese„Führer des Deutschtums" speist. Preis der 1. Schrat mit Zusendung im geschlossenen Umschlage 2,30 M. Ansichtssendungen und Nachnahmcbestcllungen zwecklos. Bestellungen ausschließlich erbeten an >.Deutschvölkische Buchhandlung. Martha Rudolph u. Co. Mit Trauer wird der Leser dieses Zirkulars konstatieren, daß die treu deutsche Ehrlichkeit selbst in deutschvölkischen Kreisen im Aussterben zu sein scheint. Jim öem Sumpf. Ein Freund unseres Blattes übersendet uns folgendes Inserat: Ter Deutsche Ring. Alle Deutschen, die das Bestreben haben, enw dem Sumpf der Parteiregierunge herauszukommen,'ammeln sich im deutsche' Ring. Werbeschriften durch Vertrauens mann des deutschen Rinz, P r o st k e n, p o st- lagernd. Diese Anzeige stand< am 1t>. Oktober d. I in der..Lvcker Zeitung". Um was es sich bei der Werbung handelt, ist unschwer zu erraten. Es soll wieder einmal eine neue G e h« i m o r g a n i- sation jener Art gebildet werden, mit denen Deutschland nach- gerade überschwemmt iit und die eine Gefahr kür. den. Bestand der Republik bilden, wenn nicht mit aller Entschiedenheit hiergegen eingeschritten wird. Der Wey, den diese Geheimorganisationen zur Bewaffnung, der Konterrevolution einschlagen, führt nicht aus dem Sumpf heraus, in den uns ebendieselben Kriegsver- längerer und F r i e d e n s f e' n d e geführt haben, sondern i n .den Sumpf hinein. Und das jjst gewissen„Patrioten" gerade recht...''■..... Die Abstimmung in Kärnten. Klagensurt, 12. Oktober.(P. P. N.) Nach den letzten Meldungen wird das Endergebnis der Abstimmung mit 7l) Proz. zu- g u n st e n Oesterreichs geschätzt. Belgrader Meldungen nehmen hingegen eine Mehrheit für Süd» flawien. an. Em amtliches Ergebnis ist nicht vor Donnerstag zu erwarten. Württembergs Etat. Der württembergische Haushalt?» plan für das Jahr 1l)2tz weist an Gesamtausgaben 518 172 030 Mark und an Gesomteiitnahmen 512 861 034 Mark aus, ————______ � X------- I begrenzt. Mozart muß die Krone sein, und auch im kleinen lyrischen Gebilde ineuc Stlmmungsdichtungcn von W-rner Wolfs und Max Marschalk) ist sie zu Saus. Nicht daß iic erwärmte, ge- stall! eke und im Ausdruck fesselte.— aber diver Sopran ist so kristallklar, daß wieder einmal Gesang als Selbstzweck gepriesen werden darf.___ Ku»t Ginger. Deutschlands ältestes Theater. Die Stadt Kassel'.kann sich rühmen, das' erste ständige Theater in Deutschland besessen zu haben. Landgras Meritz-ftloOst— 1627) führte nicht mit. Unrecht den Beinamen„der Gelehrte". In den Wissenschnsren wohl bewandert, schuf er in Kassel eine Universität. Er war ein giuer Zeichner und schrieb auch Dramen, denen ein literarischer Wert nicht abzusprechen ist. Diese Dramen ließ er von seines Hofschülern aufführen u aber, wie es so geht, der Jugend gefiel die Gcistesdrcssiir des Theater- spielens n'cht, sie spielt- unlustig, sie streikte sogar! Da ließ sich der Landgraf aus Lckndon englische Schauspieler kommen, nidsi jene Mimen, die später unter diesem Namen dmch das deutsche Land zogen, sondern gute Künstler, die es mit ihrem Beruf ernst nahmen Ihnen richtete der Landgraf das sogenannte Ottoneum als Tbeater ein, und hier wurden die ersten ständigen Theatervorstellungen auf deutschem Boden gegeben Es wird sogar behauptet, daß auf dieser Bühne erstmalig in Deutschland d'e Werke Shakespeares aufgeführt worden sind. Aber das erste ständige Theater„zog" nach einiger Zeit nicht mehr, die damaline Gesellsebaft liebte n ehr die Possenspiele, und kurz entschlossen wandelte der Landgra? sein Theater tn ein Kunst haus um, in ein Museum. Später wurde daraus eine...Anatomie. Es ist bekannt. daß Goethe hier den Schädel des. eingeganaenen Elefanten:cr fürstlichen Menagerie studierte. Heute bckindct sich tm ehemaligen Theatcrgebäude ein Naruralienmus-um. Das erste deutsche Theater hat also im Laufe der Zeit ein merkwürdiges Schicksal gehabt. H. Dbenter. Hans Müllers neues Scknutviel„Flamme", dessen Ur- aussülnuna iür das Deutlcke llüi stlcr-Tbeoler in SluSückt genommen mar, wird am 23.'m L e 1 1 i n a> T b e a t e r aulgefübrt. wlerchzeitiq wnd dort die Erstanssührung von MousrcS, A mp h i I r y o- vor bereitet. Gugen d'Albert itzird die Partitur zu einer neuen Oper„Mareike von Nymwegen" im Laute des Winters beenden. TaS Werk bat eine niederdeuitche Sage zum Stoff, deren Bearbeitung von H. Zltberti vorgenommen iit. (Hin Kreis von Freunden der Psychoanalyse bat sich dem Perlag Neun u Pollack angetchlossen. Dr. Hanns Sachs wird in det'en Räumen einen Zvll.us von 10 Vo iciungen über die Pivchoanalhie nbb Ifen Anmeldung«! bei Rcuhu. Pollack, Kursürslcndamm 220.(Steinplatz t4 670). Ter Pariser Oper streik. Das Personal der Pariser Oper bat die Weigerung der Tbeaterleitiing. den Tarisoertiag zu unterzeichnen, mit lo- so, tigem Streik beantwortet� jedoch sollen weiteren Berbandlungen ge- pflogen werden. Leandiumkilnde auf Madagaskar. Da» 190? von William Trooies im sog. Wiikit gesimdene seltene Edelelement Scandütm ist jetzt in einem dem Thorveit ähnlichen Gestein rn Madagaskar vorgesunde' worden. Mgememe IlugblsÄverbeeitung cm Donnerstag, ösn14.Gktober, in Gesß-Serlin. Gensffen nnö Genossinnen! Es hanöelt sick um öie Erhaltun� unü Rettung öec /trbLiterbewegnnä. Darum öarf keiner fehlen ?m Zeichen ües VaffenftiUstanös. Da das Rrgaer WaffenstillAandsprotokoll von den Polen am 10. Oktober endlich unterzeichnet worden ist, meloet der pol» nisch« Heeresbericht vom 12. die Einnahme von Nowo- Swenzmny und Slusk sowie heftige Kämpfe westlich von lllinsk. Die ukrainisch: Petljur a'-A? m e e, die bisher als Teil der. polnischen Armee galt und für die die Rigacr Beschlüsse gleichfalls bindend sind, liefert den Bolschewisten Schlachten. Ukrainische»Aufständische" sollen Kiew besetzt haben, während der polnische .Aufständische" General Zelikowski in 23 i Ina eine neue Regierung au» je zwei Polen, 2 tauern und Weißrussen gebildet hat. Ein immerhin etwa- seltsamer Waffenstillstand. Sckmlstreik auf Veranlassung des Elternrats. Um den Ham- burgcr Magistrai zur Räumung der von dem Lebensmittel- amt benutzten Schule zu veranlassen, sind die Schüler und Schule- rinnen der im Stadtteil Orlensen gelegenen Volksschule auf Be- treiben der E l t e r n r ä t e in den A u s st a n d gctreleii. Als die Kindern gestern früh sich nach Fericufchlust zur Schule begeben . wollten, wurden sie von Mitgliedern der Elternräte wieder nach Hause geschickt. Tie Mcichsregicrnng gegen weitere Kohlenpreiösteigetung. Im Wirtichaftsaussckiust des bavcrischen Landtages teilte gestern der Handelsminister mit, daß in der nächsten Zeit mit der R e i ch's- regierung. Verhandlungen gepflogen werden, um zu einer' ciir- heitlichen Prcisprüfung im ganzen Reich« zu lommcn. In der Kohlenförderung nähern wir uns dem Friedens stände. Di« Rcichsregierung. steht auf dem Standpunkt, daß.«ine. weitere Kohlenpreiserböhung nicht m e b r' z u z u l a. s s e n sei und den � unsinnigen Preistreibereien. energisch entgegengetreten werden müsse. Die Reichsregierung habe auch die. Zusicherung gegeben, aus i>i« in Betracht kommenden Vellen, besonders auf die Kartelle, einen Druck aus«uüben. Auch die Frage der Wucher- bekämpfung werde demnächst den Gegenstand einer besonderen Besprechung mit der Rcrchsregierunp bilden. Schiebsspouch in der bavrrischen llüetallindvssrie. Räch einer Mitteilung der„Münchner Neuepen Nachrichten" ist gestern in München c>n neuer S ch i e d S f v r u ch für die bayerische Metall- industrie auf Gewährung einer Teuerungszulage erlassen mordsn._' WirtstHaft Preisbcrichtstelle des dcutschen Landwirtschaftsrats. Kartoffelnotierung: Stettin, 11. Oktober: Erzeugerpreise je Zentner ab Verladestation, Speisekartoffeln weiße 27— 28. M., rot« 27— 28 M., gelbe 31 M. Hamburg, 11. Oktober, weiße Speise- kar-offeln 30-32 M., rote 28—30 M., gelbe 31—33 M. Die ersten Schlachtvichmärktc. Die ersten freier� Viehmärkte nach Aufhebung der Zwangswirt- �aft hatten bisher auf allen Märkten einen so geringen Auf- trieb, daß es sich eigentlich erübrigt, dies der Oefftntlichlcit noch bekanntzugeben, wenn nicht die Allgemeinheit an den dadurch her- vorgerufenen hohen Preisen ein Interesse hätte. Geradezu Phantasiepreise wurden für noch nickt einmal vollsleischige ausgemästete Tlrrr bezahlt. Trotzdem auf Wielen Märkten durch Plakats die Aufkäufer gewarnt wurdeu. die Preiset so niedrig- wie möglich zu halten, damit einerseits nicht wieder die ZivangSwirt- fchaft eingeführt werde, anderseits-aber um die Ernährung des dar- benden Voltes mit Fleisch, und,-Fleifchwaren zu erschwinglichen Preisen zu ermöglichen. Trotzdem bezahlte mau auf fast allen Märkten für 100 Pfund Lcbendgcwicfit bei Kühen 800— 850 M., für Kälber 600— 909 M., für Schweine besserer Oualität 1300— 1500 M., für geringere War« 1200—1800 M. Der Handel verfügt über rechst nennenswerte Viehstapel m: Großvieh und es ist möglich, daß diese Bestände erst dann zum Verkauf kommen, wenn die Preise die erwünschte Höhe erreichst habe». Anderseits aber tragen auch viel die Konservenfabriken mit Schuld an der derzeitigen Verteuerung des Schlachtviehs, da d« Fabriken schon ab Stall die oben genannten Preise zahlen. Wenn nicht schon eie nächsten Märkte eine wesentlich reichlichere Zufuhr bringen, dürsten wir auf unseren Viehmärktcn zu ganz unhaltbaren Zu- ständen kommen, die die Regierung zwingen, neue Zwaiigsmaß» nahmen zu treffen._ - Verteilung behördlicher Aufträge. Durch Zusammenwirken zwischen dem Reichsverband der deut- 'chen Industrie, dem Lanbcsausschuß der preußischen Hamdelskam- mer und dem Deutschen Hano Werks, und Gewcrbekammectag ist, wie d e„Textiliooche" erfährt, die Preußische LandesanstruNssjelle als SeliftverwaltungSkörper mit Gcschästssttz in Berlin NW. 7, llnidersitälZstraße 3— 6, errichtet worden. Die Stelle hat den Zweck, die Interessen d-w preußischen Gewerbetreibenden an-behördlichen Aufragen(wie B. für den Wiederaufbau in Belgien und Nord» frankreich, Aufträge für Reichspost, Reichseisenbahn und Reichswehr, für preußisch? Sicherheitswehr) und ihnen gleichstehenden Austrägen(wie z. B. für den Wiederausbau der Handelsfiotte) zu wahren und im Sinne einer gerechten, der je- wciligen Lage des Arbeits Marktes entsprechenden Verteilung zu wirken. Die Interessen der preußischen Siaatsrcgierung werden durch den Staatskommissar bei der Preußischen Landcsauftrags- stelle, Ministerialrat Dr. Posse, walrgenonrmen, der seine Ee- schästsräume vorläufig im Ministerium für Handel und Ee- werbe hat. Berliner Pumpenfabrik A.-G., Treptow. Die Generalversamm- lung, in der 3 Aktionäre 1032 000 M. Aklienkapiiaf vertraten, be- schloß, da? Aktienkapital um-500 000 M. aur 2 200 000 M. zu er- höben. Des ferneren wurde beschlossen, die Ausgabe einer hypo- thekarisch sichergestellten S proz. Ohligatioiisanlcihe.(Auf 8 Iokre unkündbar, zum Kurse von 96 Proz. übernommen.) Tie Gesellschaft hat ihre Eisengießerei in Britz ausgebaut. Der Gc. kchäftsgang günstia. An Stelle des ausscheidenden Komm.rzicnrstts Liescgana wurde Kauimaun Kurt Jung, Grunewald, gewählt. 10 Proz. Tividende bei der sächsischen Gußstahl- fabrik in Döhlen bei Dresden. Bruttogewinn ans vi 048 362(6 966 423) M. gestiegen. Eeneralunkosten 7 888 303 (4 823 810) M. Abschreibungen von 5 880 932(1891040) M., Reingewinn von 1180.5 208(3 430 8-22) M Hieraus sollen 30 st2) Pro,. D videude und 10(0) Proz. Bonus verteilt werden. Tie Gewerkschaft Luise u. Ilsdorf. Weickartshain, sowie Haigerer Hütte. Haiger. haben mit guten Ersolgcu gearbciiet. Maschinenfabrik Oberschöneweide. Tie Generalversammlung beschloß, die Fstmq abzuändern in»Tculschc Niles-Werke A.-G. Da» Unicrnehmen gekwrt jetzt zu dem' Interessenkreise der .Rhemag" Rhcnama Mowrensab-ik A G. in Mannheim, die mich bereits einige Unternehmungen der Metallindustrie in W e i ß e n> e e erworben hat. Tie neue Verwaltung beabsichtig:. die Fabr.k der deutschen N'les-Werk« von Oberscköneweide nach Weißensee zu verlegen und die dou sre, werdenden Grundstücke und i Gebäude zu verkaufen. Tie nachgesuchte Ermächtigung hierzu wurde ifr von der Generalversommlung erteilt. In den Aus. fichtsrat wurden neugewählt Bankier. Jean Laband(i. Fa. Lavänd Stiel u Co.) Au-sichisratsmuglicd oer.Rhemag". und RechtSan- valt Dr. Marlin Katzenstein.' I GroßGerlw Sammelunfug. Heute hat es fünfmal vorne ge?li.n,zclt, dreimal hinken geklopft: jedesmal ein anderes kkniKs Kind von etwa 8 bis 10 Jahren:' „Haben Sie etwas für Oberschlesien?!" Und so war es schon mehrere Tage. Als Ausweis dient ein Zettel mit einem Schul- stcmpol, eine alte Schachtel ist die Kasse, Liste über die Beiträge wird nur ganz selten geführt. Hordenweise überfallen die Kinder die Häuser, z-iimal die unteren Wohnungen. Hordenweis zogen sie, weil hier schon alles. abgegrast war, weiter. Keine Organisation, kein Plan. Und dazu dieser pädagogische Unfug! Es ist ja die reine An- lcitung zum Unterschlagen. Steblen» Zeit-Totlchlagen, Herum- lungern und Herumlochern. Die Gaben sind unkontrollierbar, die Liften, wenn überhaupt vorhanden, mit Bleistift geschrieben und leicht zu. ändern. Hier steht eine Tür' offen, welche Versuch-ung, hin- einzugehen unid etwas mitzunehmen, dort haben die Kinder ihren Spaß, in den dunklen Winkeln des Hauses sich herumzudrücken, Sie' sind jeder Belästigung und Bedrohung, jeder Versuchung und Verführung ausgesetzt. Eltern, verbietet euren Kindern diese Sammelet; der Zweck spielt, gar keine Rolle, er heiligt nicht mehr die Mittel. Es ist ein Verbcechc-n an den Kindern, sie immer und immer wieder zu diesen. Sammlungen zu mißbrauchen. Ihr führt sie aufs stärkste in tausendfache Versuchung, wer von euch weiß, ob sein Kind ohne seelischen Schaden nach Hause kommt? Wr-wißt nicht,- was das Geld, gerade wenn sie Erfolg haben, mittelbar oder unmittelbar ihnen für Unglück bringen kann, Eltern, achtet auf eure Kinder! Muscums«»nführunaen für Erwerbslose. Um Erwerbslosen Gelegenhelt�zu geben, in ihrer unfreiwilli. gen. Mußezeit die Kunstschätzc der Staatlichen Museen näher kennen zu lernen, finden vom 10. Oktober ab an jedem Mittwoch und Sonnabend von 10—11 Uhr bei genügender Beteiligung unentgeltlich Füirungen durch Tirektorialbcamle abwechselnd in vedschie- denen Kunstsammlungen statt. Je nach Bedürfnis werden d'e Füh- rungen vermehrt werden. Als Ausweis ist die Erwerbsloscnkarte vorzuzeigen. Jan Oktober: 16. Oktober:'Altes Museum. Antike Bildwerke. 20 Oktober: Kaiier-Friedrich-Museum. Gemälde- galerie. 23. Oktober: Neues Museum. Aegyptische Abteilung. 27» Oktober: Zeughaus. 80. Oktober: Museum für Völkerkunde. Im Ncvembcr: 3. November: Kaiscr-Fricdrich-Museum. Neuere Bildwerke. 6. November: Neues Museum. Kupfersiichkabinett. 10. November: Museum für deutsche Volkskunde(Klostcrstr. 36). 13. November: Alles Museum. Anmguariuui. 17. November: Bußtag(keine Führung). 20.?lovemoer: Kaiscr-Friedrich-Museum. Vorderasiatische Abteilung. 24. November: Zeughaus.- 27. November: Museum für Völkerkunde. daß dieses Angebot der Unternehmer unannehmbar sei und sie un bcoingt an dem Schiedsspruch festhalten. Einstimmig wurde f -schlössen, aufs neue die V e rb i ndli ch k e i t-Ze r k l ä r u n g■ beantragen in der Erwartung, daß sie jetzt- nicht wieder abgelehi werden kann. Sollte aber die Verhindliciifcitserklärung nicht c. folgen, dann ist der Streik mir Sicherheit zu erwarten. Lohnkämpfe in den Wach- und Schlieszgcscllschaftcn. Die Größ-Berliner Machangestellien hatten den Unternehmer Ende August neue Forderungen unterbreitet. Verhandlungen n- den Unternehmern kamen schsaer zustande, da diese sich weigerte: auf Eirund der gestellten Forderungen zu verbandeln. Erst nac dem die Verbandsleitung wiederholt hierzu aufforderte, gelang r die Unternehmer au den Verhandlungstisch zu bringen. Die Zug ständnisse(32 M. pro Monat) waren so gering, daß von emem E: gegenkommen nicht die Rede sein konnte. Da'»' Angebot der Uu: nebmer wurde von den Wachau gestellten abgelehnt, und als letz friedliche» Mittel der Schlichtungsausschuß angerufen. In einer stark besuchten Vollversammlung der Wachangestcll� gab Leube vom Tvanspvrtarbciierverbaud einen ausfüh'rl-.chen�'4 richt über die Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß, sou von den Verhandlüugen, die mit den Unternehmern zwecks Am k'ennung des Schiedsspruches geführt worden find. Den Schiet spruck. der den Wöchtrrn und BsichierimM cmen Lohn sAr' Oktal von 672 2t?., für-November 7oS M., für Dezember 750 M., Qbc Wächter und Wachleiter 22 M.. Kontrolleure 75 N. Zulage zuspria haben. die Unternehmer abgelehnt, da der Schiedsspruch sich milch wirtschaftliiben Lage der Gesellschaften nicht vertragt. Da d:c� Vc handtungskommission der Arbeitnehmer nicht von dem Schiedsspru abging, erilärte die U n t e r-n e h re c r o r g a n i s a t i ochi s i ch s>' aufgelöst, und stellte es jeder Gesellschaft frei, den Schieosspru: anzuerkennen.,» Leube bemerkt.- in wenigen Tagen werde es gelingen, bei sam' kichen Gescllschitsten die Anerkennung- dcS Schiedsspruches durch d. Macht' und Geschlossenheit der gesamten Kollegenschnft zur Geltu zu bringen. Einige G>esells«ba>ten Kuben sich bcrerkS�zum Absch.: eines neuen Tarifveeiragcs eus der Grundlage de» Schieosspruch bereit erklärt, eine Gesellschaft hat bereits unterschriftlich dl neuen Vertrag anerkannt. In der hieraus einsetzenden Diskussion wurde das Verkam ■der Unternehmer einer scharfen Äririk unterzogen. Allen Unte nehmern soll ein?u r z f r-i st i g e s t! l t i m a t u m g-.stellt wcrd. im Ablehnungsfalle soll sofort mit aller Schärfe der Kampf aus: nommen loerdep.__ Rchwitg, Steinscher und Berufsgenosfe«. Ein Staatskrankenhaus der Polizei Berlin. Anfang Oktober ist das bisherige Versorg» naSlazarett I der Berliner uniformierten staatlichen Polizei überwiesen morden und führ: seit diesem Zeit- Punkt den Titel„Staotökrankenhaus der Polizei Berlin". Die Not- wendigkeit ergab sich aus der Kopszahl der uniformierten staat- Ucken"PoTizei in Groß-Berlin, die demnächst auf 17 200 gestiegett sein wird. Bei einer so zahlreichen Beamtenschaft hält sich er- fabrnngSgemäß der Krankenstand' ständig auf einer gewissen Höbe, ü'nd eine-Verteiliing der erkrankten Polizeibeamten auf sämtliche Berliner Äranlenhiuser würde dem dienstlichen Jute refft widcr- strebem Ein Gcmäldcbicbstabl»n Tortmund beschäftigt die Berliner Kriminalpolizei. Di« bisherigen Nachforschungen haben ergeben. daß die dort äcstohlenen Mlder und anderen Kunstgegcnstäude nach Berlin gebracht worden sind, um hier verkauft zu werden. Es handelt sich in der Hauptsache um drei französische B i l.de r von A. de Lehden, ein« Partie au» Capri, italienische Arbeit, eine norwegische Landschaft von Rohr und ein Gemälde von Dieters, svielende Kinder darstellend, die in einer Landschaft aus einem Baum sitzen. Außerdem erbeuteten die Einbrecher bei dieser Gelegenheit wertvolle Teppiche und Plüschdccken. Ein Oeffentlicher Vortrag iiber Teutkche StaatSkunst findet morgen, Donnerstag, in der Aula der Sccker Realschulo, Weißcnburger Tlratze 4 a(Seneseldcr Platz) abends von L— 10 Uhr statt. Vortragender: August Hoch. Das nächlte Tvmvbonlekonzert des B e etk o d«n o r ch e st er Z stndel Danners ag, den 14. Ltlober. abends 8 Uhr. im Bötzowkonzcrlfoal, Prenzlauer Allee 242, statt. Vortragsfolgc: Eluck. Iphigenie. Mendels- sahn. Violinkonzert. Schubert. Rolamimde. Beethoven, 1. Snmpdonie. Solist: Konzertmeister Robert ReSke. Dirigent: Dr. Max Burthardt. stcinhaacr 6-00 M., Rümmer 6,70 M, Hili-sätV-iter 6 M. betrüg- Hilfsarbeiter bei noch nicht dreimonatiger Beschäftigung im Stei" setz-, Hoch- oder Tiefvaugetverbe.erhalten 5,70 M. Wo der Lo' nicht gezahlt wird, ist'die Arbeit abzulehnen und sofort der Ori Verwaltung Meldung zu macken. Am Montag, den 18. Oktoh abends 7 Uhr. findet hierüber eme wichtige- Versammlung in e Harmonie, Invalidcnstr. 1,-statt. Das„Schuhmacher Fachblait", dä? Organ des Zentralverband der Schuhmacher,-ist dieser-Tage nach Nürnberg, dem Sitz ö. Verbandes übergesiedelt, nachdem cS 42 Jahre in Gotha erschien. Groß-Serllner parteinachrichtea. Heute, IS. Oktober: S. Abteilung. Schöneberg. Friedenau. Der Zablabend findet nicht glustav. Freilag. Silase ulw. statt, sondern in der Schulaula, Feurigstr. 57, und zwar um 7',', und nicht um 8'i, Uhr. Oberichönewetde. 7ft, Uhr abends, Zahlobcnd. 1. und 2. Bezirk bei EadeS, Wallstrage, Ecke Helmholtzstr.: 3. und 4. Bczirl im Luisenhos, Luisen- Ecke Marienitr. Arbeitsgruppe Pankow. 71/, Uhr, Zahlabend w den bekauutcn Lokalen. Morgen, 14. Oktober. 27. Abt. 7 Uhr Zchulaula Ruppiner Str. 42. 22. Eemeindcschule, Elteruvcriaminlung. Vortrag Lehrer Menz: Moderne Schuljragen. Achiuna. Buchbinder 1 S.-Pl-D-Vertrallmsftuft ,>md- BelriebSrä: Donnerstag,-den 14. Eli., nachgr.Vi, Ubp:-Perlammlun» iur.Gxat'bilcl- BereinSSau». Zllexasdrmeujtr.-Wichtige-Tagesordnung. Glelchgesinm lönncn eu.gejüyrt werden. Bund der technischen Auaepellten nnd Beamte». Freitag, de 15. d. MS-,' abends 7»/, Uhr, wird der Gsenbghn.Jngenleur' Karl Herr: Müller ainten und technilchc r Neu von Hllssdezer alen zum zzlcichen Zweck w allen. Bnnbehördeu" spreche: Der Vortrag, zu dem die Singehörig-n aller technische» Berufe und d> Behörden eingeladen sind, findet statt im Dbersichtlachl der- Phllharmonie Brrlin, Bernburger Straße 22/23. Bund der technischen Angestellte» und Beamten. Danneröla, den 14. Öltobcr, Mtgliederrieriammlungen: Südwest, abends 7>'z llhr. i-, Rest. Zur Bierglocke, Sallciches Tor; Osten l, abrnds 71/, llhr, im Hai- bahnreit., Slralauer Allr-c 43: Norden I, abends?>/, Uhr, im Rest- Schmarl Feldslr- 3-, Reiuickendo.s, abends l'l, Ugr, Im»lest. Schulz, Wittenau, ei Bahnhof. Holzindustrie. MSbelhandel l Freitag, d c n 12. O k t o b c i abends 7'/, U6r, im Blauen Saal deö Zentral Verbandes di-r Angestelltcn- S\V. 61, Bftle-Allianee-Straste T'IO, III: Zusammenkunst aller in den Asa Verbänden organisierten L bleute und Vertrauensleute der Holzmdustii. und des MöüelHandeiz. Zeutralverband der Angestellten. Versammlungen heute abend Fachgruppe 12 e(Kohlenarotzhandeli öffentliche Versammlung 7'/, Uhr. Schultheisz.Ausschank.NerieFakobsrn 24/25. Fachgruppe l3ä(SeIie»lleinhandell Mitgliedcrvc'.saminlur.g 8 Uhr, Schutcheitz-Aneschanr. Neue Zalobilr. 24/25. Tcranlw. wr de» rcdakt. Teil Ztr. Weruc: Pcistr, Cbarfttieiil-urg: lür Slnzeigeu: ?Ii- GloU«. Berlin. Verlag- üornärls'Beriaq G. m. b. 4>.. Berlin. Truck: Vor. wartS-Buchdruckerei u. DcrlagSanstalt Paul Singer u. So., Beiii.i, Lindenstr. Z. OeVerMoftsbeVOgung Tie Lohnbcwegunii der'Arbeiter im Eiuzslbandel. In der Lohnbewegung der im Eisenbandcl beschäftigten A r b e i t e r hatte sich die Situation so zugespitzt, daß der Streik unvermeidlich schien. Den vom Schlichlungsausschuß gefällten Schiedsspruch, der den Arbeitern eine Lohnerhöhung von 12 Prozent ab 1..September zuspricht, halten die Arbeiter angenommen, die Unternehmer aber abgelehnt. Der von den Arbeitern beau- tragten Verbindlichkcitserllärung hat der Teiiioollmachungskom- mifsar nicht stattgegeben. Die Verirclung der Arbeiter machte hieraus einen letzten Versuch, um den Konflikt friedlich beizulegen und den Streik— wenn möglich— zu vermeiden. Sie i � Name wandte sich an das Reichsarbcitsministerium. Tassc'be setzt: ein Schiedsgericht ein., welches am Montag einen Schiedsspruch abgab. der sich nilt dem vom Schlichtungsausschuß abgegebenen deckt, also den Arbeitern 15 Prozent Lohnerhöhung ab 1. September zuipricht. Eine am Dienstag ablud abgchailene Masien-eriammlung der EisenhaudelSorbeiter stimmte auch diesem Schiedsspruch zu.- Tann lief von der gleichzeitig tagenden Versammlung der Unternehmer die Nachricht ein, daß>ie den-Schiedsspruch ab- lehnen aber gewillt sind den verheirateten Arbeitern eine w'ö ch e n t l i ch e Zulage von 7 Markrür die Frau und 1 5 M a rk rür j e de s v e r> o r g u n g s b e r e ch: i g e Kind zuzubilligen. Tie Versammlung der Arbeiter erilärte einmütig, Abonniert öen»vorwärts"! Ter„Vorwärts", das Zentralorgan der Sozialdemokrat!- schon Partei, kämpft siir Demokratie und gemeinsame Befreiung aller körperlich und geistig Arbeitenden von k a p i- t a l i st i s ch e r G e l d s a ck h e r r s ch a f t. Er liefert ihnen die Waffen für diesen Kamps durch grundsätzliche Aufklärung und rascheste Vermittlung allar Nachrichten von allen Gebieten des politischen wutschastlichen und geistigen Lebens. Das Abonnement kann sofort beginnen, es kostet monat- lich nur Ist Ml, für die zweite Hälfte des Monats Oktober 5 Mark. Folgenden Zettel wolle man ausschneiden nnd ausgefüllt der Expedition des„Vorwärts", Ber-iin SW. 08, Lindenstr. 3, zusenden. Ich abonniere ob heute den„Vorwärts" mit der illustrierten Tonnt-.»ft-luge„Volk und Zeil" in Groß-Berlin täglich zweimal ire'. ins Hau? für 5,— Mark für Oktober. Außerhalb Groß- Berlins Wohnende wollen beim Postamt ihres WohnoileS bestellen. Wohnung: -Straß: Nr.- vorn-— Hof— Ouergeb.— Seiteufl.— Tr. links— rechts. bei-_______ f(&*■ 7 o. e/40 Chr CAUIMIA Der Kampf um die Weltherrschaft Ole IxeUi�e Slmpllda Filmleflennie in ö Akten ovo Tl�c*:a von Horbou Der zweite May- Regle-Mels#erfllna %iTn'' Eva May Alfred OereAciU vom Burgtheiter wita 3. Woeke "Wlxltechapel Regie: E. A. Tm&otil HauptJirtfeller: Mlertt-n�iorff Oftl Retf tTwoc�m» Siimiamn Regie: Ems! Lubllleli Hiüptrpfies Pol« Negrl MOJ 7&L Schauspiel in 5 Akten von Hans v. Hoffen Khal Begit: RudoH mebraeb (iauplrolie: Lotte Neinnarni Reingefallen B. B. Lustspiel In 2 Ahtea alt Arnold RfeoR Der Sfcnlter von St. Marlen Künstlerische Oherleitungt Joo htmy Verfasser und Regisseart rrU5 rrolsler tiaaptr�net Eva May öle Tarantel SnMimMitf'»»» R»rl f lotlor » M» tieft*: tfebrach Dn« Valutamaclel mii O»»! Oowalda WocH�ntaM ob 7 UKr Ron oe�nn 4 übr Uraufführung U. T. KURFÜRSTENDAMM Freilag, den IS. Oktober 830 Ubr Martyrium REGIE: PAUL LUDWIG STEIN Hauptrollen: POLA NEGPI Ed. von Winterslein/ Ernst Stahl' Nachbaur/ Ernst Hofmann * Olivaer Platz f Ks olw£IWl Jfüc 650 ÜO« M!. n Frei wird 5-�im.AV»kx� ll.Ltz. Genehm, d W. A. voraueg Artur Taesar Behrendt Bln.-Säiönvg�, Bozcncr Str. 5 �e�Stcphan�N6mlS6t� 'KitterltfsSe Zd. 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