Nr. Sil ♦ 37. Jahrgang MLsgabe B Nr. 11$ VezugSpret»: ? frtiltfiliti.30�—— Wl tre> in» öan«. oowu»-ablbai. Doli- bejug Monatli» 14— ffif. nfl- Su- Staungtgtbttbc- Unter Rtenjbonb fü: Semidilane und Oeftettn* 18/0 Uli, ftix da» Obrtgr Snsiant Dti täglich emtnaL Zaltellnnr 21 50■"?»Ode- «eUnngev nehmen un Oesterreich Unzarn, Tscheche-Slawaiei, Sane- muri, öollanv..nremdurg. Schweden und die Seil wer».—•Imuettaoen m die Bast- eittmae Bre sliste. Ter.Borworr«� mii der Svnnrao». beilage»Bali u. �eit� ericheint warnen- täglich zwetnin Sonntage and Man- tag»--nnini Teiegrainm-Zldreste JS»)ialt>»MolTa1 Sern«" Abend Ansgabe Verl in er volksblntt ( 20 Pfennig � AnzergoruirvtS: cht,»chtgeioolten» tiiannareiveteil« tastetch-- M»Lenernng»iiirs»IagS0«/» «HU»,»»«»,»>>»»- da»«t- »edrnckte Bari L-- SR.(jnlStfig Uwe nttge» ruckte Settel, ebe» weiter, Bett 80 chig. SteSengetuche unt S»Iatstellenan»ergen da» erste Bar. <8 Ptg. rde» wettere War,<0 Pig. Warte über 15 chnchstaden nidlen kiit «ei Warte. 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Leuteritz-Ha:nbury schlSyt aus Antrag der Kontrollkommission vor W e l» und Hermann Müller als Parteivorsitzevde, Bartels und Heinrich als Kassierer und als Sekretäre Molf Braun, Molkenbuhr. Piannkuch, Krüger» Berlin, Stelling» Hamburg und sfrau I u ch a c z- Berlin. Außerdem sollen 6 Beisitzer gewaM werben. ES folgt Punkt 6 der TageSordnuing: Parteiprigraum». Referent Adolf Braun: Seit dem Erfurter Programm ist die Zeit gewaltig vorye- schritten. Die Welt ist völlig anders geworden. DeutMand ist nicht meür das TeMschland Wilhelm? II. und das Deutsch« Reich ist auch leider nicht mcbr da« reiche Deutschland. Di« heutigen Zeiten sind Zeiten der S-lbstprüfung. Wir mtüfsen prüfen, ob da? Programm»«och den heutigen Verhältnissen entspricht. Aber da« neue Programm soll wiederum der k o I le k t i v i st i s ch e n Arbeit sämtlicher Parteigenossen entstammen. Wir lassen nicht den Heiligen Geist von Moskau über uns ergeben, sonidern miS dem Willen der Talkrast, der Ueberlegung, der Erfahrung der deui- schen Arberderwelt soll da» Programm hervorgehen, auß der Er» denntni-S dar großen Schwierigkeit aber auch aus den Hoffmin»-» für die Zukiunft.(Beifall.) Daß dar Ä u t a ch t«.»da n d in ztw» Monaten in vi«* Luflnge n»eribrei itat ist und jetzt die fünft« un« mit stolzen Parteigeno-sse« am P« onaten in vi«r Aufl»< Auflage unter der Preise, erfüllt für die fruchtbare Mitter Heit aller pr/gramm. Ueber die Notwendigkeit eine? Parteiprogramm» sli�> wir unZ alle im Aaren. Etn großer Teil d«S Erfurter Pro- gramms ist durch die Revolution überholt. Wir wollen ein neue» Programm aufstellen nicht nur für die Partei, sondern für die gesamte deutsche Arbeiterschaft. Wir fühlen unS als Bannerträger der gesamte« deutschen Arbeiter» klaffe, die sich unter den Faltern unsere« neuen Programms versammeln lall........„ So Aar wir die Notwendigkeit«S neuen Programms feien, fo deutlich empfinden wir die Schwierigkeiten, die ied« Tag neu aufrollt. Unsere Partei, dr« aus Wirtschaft. lichen Voraussetzungen ihre politische» Ziel« her. leit«t. begegnet bei der Zusammenstellung de» Programm« bwon. derm Schwierigkeiten und Bodenklickket-ten. Wir wollen unsere letzten Hoimungen nicht aufgeben, aber wir müffen auch der R e» alität der Tatsachen und der EntwicklungSrrchrung entsprechen, die beut« auch der Weiseste der Weife« nickt Aar zu erkenn«, der. mag. Wir unterkiegen aegenwärtig einer ZwangSwl r t f ch« f t, die da? Ergebnis eines Versailler Friedens rst. Wir unter- liogen Notwendigkeiten, die von außen kommen, die ertragen Wersen müssen, von denen aber nieenand beurteistm kann, was sie bringe» und waS sie geben, wie weit sie unsere Entwicklung stören«erden, «eil sie nicht m- unser or Hand sind....., � I» d« Arbeitorhewegung sind mancher? vi Tchwterigkeito.n uns SiiSmungen, die sich nicht auf«ine Linie bringen lassen, auch wenn diese großzügig gedacht ist- Wir habe» un» vorgenommen, vte zu» 1. April kommende» Johrr« da« Parteiprogramm fertig vorzulo�». absr vielleicht sind die Dck Gierigkeiten so groß, d-ß wir eingefteben müssen, daß wir«ehr versprochen hoben, al« wir zu leisten un. stände sind._ ,,' MS wir das Erfurter Programm Mächten, war das Ende deS Sozialistengesetz«« fle'omi««*. Vmsiurzvorlage und ZuchihauSgesetz standen un« bevor. Wilhelm II. hatte durch seine Erlöste die Arbeiter zu ködern ven- sucktt. Damals waren wir Objekt der Gesetzgebung, beute sind wir ihr S u b j« k t, heute müssen wir ein Programm schmfen für unser eigen"? Wirken und Entscheid««. In zahlreichen Gemeinden haben wir die Mehrheit, in den meisten Ländern sind wir d!« stärkste Fraktion. l?A> gab tS- schon Unabhängige, aber sie waren in unserer Partei. Heut« stehen sie außerhalb, und da? gibt oan, neue Magitäbe und Ausgänge der Kritik m,t taktischen Rull. sichten. Wir werden nickt mehr auf drei kurzen Seiten da« Gesamt- Programm der Sozialdemokrali« zusammenbringen können. Wir brauchen ein besonderes Faneaprsgramm, ein Schulproaramm,«in Gesundheitsprogramm, ein Arbeiterschutzprogramm. ein Kommunalpra» g r a m m. und wir werden mit einem Kommunalprogramm gar nickt auskommen, sondern werden nach den Größenklassen Jter Städte verschiedene Kommunalprogramme schaffen müssen. Jede Regierung, an der wir in absehbarer Zeit teilnehmen werden, wird eine Koalitionbregierun« sein, aber wir werden unser Programm ohne Rücksicht auf die Erklärungen de« k ü n f» tiaen sozialdemokratischen Reichskanzler» auf» stellen, wi««» der Parteitag und die deutsche Arbeiterklasse w'll. Wenn dann unser Reichskanzler mit d«n anderen Parteien die künf» sige Regierungserklärung aufstellt, wird er versuchen müssen, möglichst viel von unserem Programm in diese Erklärung btee'nzutrinflcn. Insofern wird unser Programm auck t'ür die künstige Gestaltunz der deutschen Politik von praktischer Bedeutung veber«we Reihe allgemeiner Srundfätz, werden sich alle E�ialdemolrate» rasch einige», vir alle anerkennen unbedingt uns««,«llgenmin» Friedenswille» med sinfenen Haß und Wdev» will«, gegen jede»benteurerpolitik, gegen jede, R ev a n ch e a eda n ken. Wir wollen auch«it aller Klarheit und Deutlichkeit Grenzlinien ziehe» gegenüber dem andere» Parteien, aber trotzdem bleibt die Schwierigkeit der Programmarbeit riesengroß. Das Erfurter Programm bestimmte hi« wirtschaftliche Eut- wicklung ganz im Geiste von Karl Marx. Damals tvar daö durch. aus richtig und kaunte gar nicht anders sein. Aver heute trifft dte von Kapital nicht mehr zil. widentden einiger Industrie- lassen. Auch dies« Dividenden werden nicht mehr in festem Gold ausbezahlt, sondern in schwankeirdem Papier. Viel« Schornstein« stehen in Deutsch- lanit, aus denen kein Rauch mehr hcrauSweht. Unsicher für jeden sind die statistischen Schlüsse, weil dte Gesetze der Bergleichbarkeit aufgehoben sind. Selbst da? schernbar feststehende.Kapital, Gebäude und Maschinen, verliert seinen Wert, wenn die Wirtschaft- Bodens ist(Ktnjs anders geworden. Di« scheinbaren Riesengewinne der Landwirtschast bedeuten in Wahrhoit ihren vollständigen Niedergang, da« schrecklichste Uirglück unseres Landes in einer Zott. wo wir furchten müssen, ksgrarstaat statt I n d u ft r i e- staat zu tvech«». Die Erkenntni? dessen, wa« tst. ist außervrdsnt» lich schwer, noch schiv«r«r hie Erkenntnis de« Ausgang» für die kommende Zeit. Unsere Stellung fti der Weltwirtschaft vor dem Kriege war glänzend. Jetzt muffen wir aller» an notwendigen Nahrungsmitteln doppelt soviel einführen, al« vor dem Kriege der Betraa unserer gesam-ie« Ausfuhr ausmacht«. Unsere Ausfuhr an Zucker, Tertilwaren. Porzellan und Glas hat fast ganz aufgehört, dastir ist di« Einfuhr mn fo stärker gewachsen. Aber selbst in dieter überaus schwierigen Lage wolle« wir nicht in Pessimismus verfallen. Staatawirtschast nrtb Privatwirtschaft geben vielfach dem Bankerott entgegen mch doch wird dies« schwer« Erschütterung trtcht der Untergang de» Abemdlande« sein. Auch wenn dsS Kapitel zugrutede geht, behält Deutschla-nd einen Besitz von höchstem Wert, di« qualtfiziert« Arbeits-- kraft seines Volke?, die kein« andere Vokkswirtschaft auftveiseet kann.(Sehr wahr!) Allem dies« Oualstrkation unserer Arbmt kann un««tten. Zur Hoffnungslosigkeit liegt kein Anlaß vor. aber da? neu« Deutschland mutz ein« gai* andere Wirtschaft haben. Die deutsche Arbeiterschaft, d,e einztge.Hoffmlng unseres ganzen LanjdeS. muß auch, die Macht und die Herrschafts. ge.walt über die Volkswirtschaft haben. Dessen müssen wir ein- gedenk sein, de« müssen wir i» Programm klaren Ausdruck gelben. Das Erfurter Programm war c r« nehmen am Sann!««, mittag«:2 Ul>r, unter Leitung no» Prot. Bernhard Dessau ihre« Aniang. Da» Pragramm biingt Ahaplodie» ti»n Dehnan« und da» Sä udertich« Ouimrtt in C-äur ap l»»- «honrentenlSteft« fflr sünl Konzert« 15 Vi.— Ter erbe Klavier-Abend v« Konrad A» l» r g« am 22. Cftobtr Ift«In Verthoven-Ablnd. DnS Kailerftrlevrtch-Mnsen« erwarb soebe» durch«lnkans«l» Wert de« slän.iichen Grotzmelfters Latob JardainS, lden Triumph d«I Kbendlande« über den. Gopendienft) und den Flügelaltar an« der Küche i» ftläd.«in narddeuilche« Werl»u« dem«nfang de» Ib. lladrhundertS. Vv» dem flblian ort höheren Schulen wird die berüdmie Lande»- schul« Pjorla nigl berührl werden, im Gegenteil, sie(»U nach ausgebaut «erden. Auch da» alte Tomghmnastum m Naumburg ist nicht gesäbrdet. «in»»»«« Kbeate« wird im alt«®«jt(fro»»|«Wul>««rn Kttrsürfleo- kMM a«PUat Nr. 511 4 Z7. Jahrgang Beilage öes Vorwärts Irektag, 15. Oktober 1920 Mus alier Velt. Verhafteter Eifenbahndieb. In Msmmingsn waren feit einiger Zeit große Eisenbahndieb st ähle vorgekonrmen. Gestern wurde der verheiratete Sirnionsg�hilfe Ludwig Binder verhaftet. Eine Haussuchung förderte gestohlene Waren im W rrte von SO 000 Mark zutage. Ankunft von KriegSkindern. Mit einem Donderzug kam Mittwoch früh ein Transvort von 614 deutschen und 522 österreichischen Kriegskindern aus Mittelschweden sowie etwa 90 Kindern aus der Provinz Blekinge in Malmö an. Gestern abend wurde die Fahrt nach Trelleburg fortgesetzt. Die Kinder sahen frisch und gesund aus und befanden sich in bester Stimmung. Gründung eines englische« Klubs in Köln. Nach der„Times" ist mit einem Kapital von 500 000 M. in Köln ein Klub für b r i. tische Zivilderioren begrünoel worden, der ihnen Gelegen. beit geben soll, d'e Geselligkeit unter den Angehörigen der britischen Kolonie zu pflegen. Bsmbenexp.'rsion in Irland Ein offizielles Kommunique meldet die Explosion einer Bombe in Tinteragh(Irland). Sieben Per, sonen wurden getötet und zahlreiche verletzt. Man vermutet, dag sich die Explosion anläßlich der Demontierung von Bomben er. eignet hat. Eine Anklage gegen Wiener Berztc. Heute begann in Wien die Verhandlung gegen den Hosrat Professor Wagner und mehrere Aerzte, welche beschuldigt werden, während deS Kriege? zur Behandlung von Nervösen elektrischen Starkstrom verwendet zu haben. Profesior Wagner erklärte die Anwenduna des Verfahrens, welches bereits die größten Heilerfolge erzielt labe.?im übrigen habe er nicht Starkstrom zur Anwendung gebracht. Die Verhandlungen dürsten erst Dienstag ihr Ende finden. fiTtU Briilanteo Pialina ÜjQolfi IlSlSftSQP lüjrttt.ftcUcn, Sevissc ic.\ kaust zum hijchst. Tagespr. I SeiiasiiaQ& Eraiilke| Eharlotteuburg. TanUelmaunstr. 55. Sei 9SUI). 6538. 1025831. Klavier sucht dringend flutriitfl 5139. Elektro-Motore Settunas-Dynamo-Drähte. In- stallar-Malerial kauft laufknv Elc!troulech..Zliltrun». sAtcr. «782s. gur,« Ztr 18 lV-I-VU. AnisteFösnier [JuwBlen-ileöErlassüDgj kauft Juwelen JutüP i!. linden 11-18. Nake Kranzter Pinnn«! ff,äSC'. Harmo- riauUo, Qi.iraz. Sunsi. sp>«Ip>a»o».SpicIappozlz!«, tll: jcdcs»arnwntum passend. 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Räch einer Meldung des„Telcgraaf" aus Lonoon hat L l» h d George in einem Schreiben an Smillir die Hoffnung ausgedrückt, daß der Streik der Bergarbeiter noch vrrmicdra werde. völkerbunösprotest gegen Polen. Pari», 15. Oktober. Ter Bölkerbunbsrat hat gestern dem Vertreter Polen? Paderewfki durch feine» Borsitzenden Bourgeois eine Rote über die Ercignissx in Wilna überreichen lasse«. Paderewfki wurde ersucht, seiner Regierung den grostcn Ernst der Lage vorzustellen. Die polnischen Truppen Hütten die dem Völkerbund gegenüber übernommenen Verpflichtungen verletzt. Wenn Wilna nicht in allerkürze st er Zeit geräumt»verde, müsse der Völkerbund eiligst zusammentreten, um die Lage zu prüfen, die man nicht ernst genug ansehen könne. Eisenbahnerstreik in Warschan. Kopenhagen, lb. Oktober. Wie der Korvespondeiri der ,SerIina»k« Titeride" au» Warschau telcqrQvhiert, hält der Streik der Eise*bahnb«dienstete« m Warschau an. Ter Zugverkehr ruht vollständig. Die Lage wird als sehr ernst emgesehen, da die Hauptstadt durch den Streik vollständig von alle» LebenSmittelzufuhren abgeschnitten«st. Den ganzen gestrigen Tag haben Verhandlungen zwischen den ver- tretern der Regierung mvd den Eisenöahnhsdiensteten stattgefunden. Die Forderungen der letzteren betreffen hauptsächlich eine Lohn- erhohung. Warschau, 15. Oktober. lTN.) Der Gisenbahnerstreik umfaßt die Eisenbahrudireklionen Warschau, Radom, Tschenstochau, LembeeA Krakau und Siodlce. Italien streikt für Nußlanö. Rom, 15. Oktober. Gestern nachmittag wurde in Befolgung Beschlüsse» der sozialistischen Parteileitung und de» allgemeinen GewerkschaflSbunde» von S bis S Uhr die Arbeit«ingestellt, um die Solidarität mit Ruhland zu bekunden und gegen die polilischen Verfolgungen zu protestieren. Die ArbeitSernstellung in Rom war nur«in« wiZweise. Die Straßen hatten säst da? gewöhnlich« Aussehen, nur die Straßenbohnen hatten den Verkehr eingestellt. Nachrichten aus andere« Städten zufolge haben sich nirgends Zwischenfälle ereignet, außer in Bologna, wo während eines Umzuges eine Gruppe Extremisten«ine Polzetwache angriff. N§ wurden "chujse gewechselt, wodurch eine Person getötet und mehrere ver- .. tzt wurden._ �rankreicks fwfmarstbaelänüe. • Nierstcin, 16. Oktober. Wie da» hiesige AmtZblatsi die.Nier- .'cner Warte", melbTt, sollen bei Nackenheim u�> Niederinzelheim durch die französische Militär behövde über ZOOst Hektar besten AckergeländeZ zu Reserveübungsplätzen be- chlag nahmt werde«. Fum Slowenenemfall in Kärnten. Wie«, 15. Oktober. Die politische Korrespondenz schreib!: Das ' ußenamt hat von dem Einmarsch jugoslawischer Bataillone in die Kärntner Abstimmungszone der Botsch-:fterkonserenz ,n Pari? Mitteilung gemacht und die österreichische Gesandtschast in Belgrad beaustragt, bei der jugoslawischen Negierung Ein- s p r u ch zu erheben._ Dir Wohnungsnot in Halle ist«nifs höck'ste gestiegen. Die Zahl der vergeblich wohnungsuchenden Familien beträgt annähernd 9000. Di« llnterbringungSmL�ichkeiten sind erschöpft, weshalb der Magi- strat vor Zuzug nach Holle dringend warnt. Zahlreiche Familien, inSlbesondeve Flüchtlinge, wohnen bereits in Not- quartieren, in Klassenzimmern der Schulen, Kellern und auf Dachböden. Zwangsweise Belegungen größerer Wohnungen mit Ob- dachlosen sind in weitestem Umfange durchgeführt worden. Zuzügler haben auf Unterkunft nicht mehr zu rechnen. Die Verabschiedung einer Anzahl Landräte, über die wir heute morgen berichteten, ist wogen ihrer kappfteundlichen Haltung wäh- rend des Kapp. Putsche» erfolgt. Der Friedensvertrag zwischen Rußland und Fi»"'--'' wurde gestern in Dorpai unterzeichnet. GroßGerün Eine proletarische kleiöerschau. F« Anschluß an die Ausstellung«Geschmack im Alltag" veran- staltete der Gemeinnützige Verband..Hausrat" im Schöneberyer Rathaus eine K l e i d c r s ch a u, in der das einfache Hauskleid mit geringen Mitteln Herzussellen gezeigt wurde. Einige Mädchen und Kindt r hatten die verschiedenen Sachen angelegt. Am besten gefielen die Arbeiten des Nürnberger Verbände» für Frauenkullur uwd Frauenkleidung. Di« Leiterin dieser Werk- statten, Magda Egcrmanu, brachte ein« Menge Alltagskleider und Blusen die praktisch und hübsch zugleich waren. Da sah man z. B. ein grakgrüneS, ganz einfaches Hauskleid, der Stoff, schwarz ge- puukl, ist durchaus zweckmäßig verarbeitet, große schwarze Knöpfe k'ldcn den Verschluß und gleichzeitig die Verzierung. Der Schnitt erinnert an die Jettchcn-Gebert-Tracht, halblange Aermel, kurzer Rock, kurze Ta'lle, an die der Rock angesetzt ist. In dieser Art waren viele und eigentlich die besten Stücke gehalten, auch die Pesta- l»? Z i- F r ö b e l s ch u l.' bracht« leichte, graue Leinenkleider in diesem Schnitt, sie sind n.il waschechten, bunten, sehr schlichten Häkel- spitzen am HalSauSschni t geschmückt. Sebr hübsch sind zlvei Kinder- tleidchen. die aus dem roten Teil einer Fahne hergestellt worden sind. Diese originelle Verwendung verdient Nachahmung, denn Fahnenstosf ist waschecht und fest. In bunter Reihe sah man hell« Sommer, und dunkle Winterkleidung; einige Mädchen, die sich für diese Vorführung zur Verfügung gestellt hatten, schienen indessen nicht recht begriffen»u haben, day der»Geschmack im Alltag" es verbietet, zu hellen Bastklcidern, die ausschließlich im Sommer gr- tragen werden sollen, dunlle Sammetwsi'.terhür« zu trage«, man trägt auch zu solche« Kleidern, am wenigsten bei Vorführungen, keine Riesenbeutel au» dunklem Stöfs. Hier wären doch wohl unauf- ßiAve. helle Pompadours' geeigneter gewesen. hilferömg gegen Sinowjew. Unabhängiger Parteitag, Halle. 15. Oktober. Zu einem Korreferat gegen Sinoiojeiv erhält Hilfcrding(rechts) das Won: Die Rede, die wir gestern gehört haben, bat sich ganz von russischen Gedankengängen leiten lassen. sSebr richligl recküs.) Es ist eme ganz falsche Betrachtung, wenn man in Deutsch- laiid und den westeilropäischen Ländern die gesamte'Lrbeiterve- gegen den Vorwurf, daß die Amsterdamer Gewerkschasts- internationale«ine gelbe sei und daß ihre Füh:er von Sinowjew mit den Mördern deS Proletariats auf eine Stuf« ge« svellt werden. iPsui-Rufs rechts) Das ist nur ein Vorwaad, um die Gewerkschaften ebenso zu spalten wie die politischen Partsien zur Stärkung der Moskauer Gewerk- ichaftsintcrvationale. Ihr jnach links gewendet)» seid ja selbst zum ivegung auf«inen Gegensatz zwischen MenschewiSmuS und Bolfchc- j-großen Teil M-tglieder der Amsterdamer Internationale, Ihr wiSmuS zurückdrängen will. ES sandelt sich darum, wie man d'.e i nennt Euch ja dann selbst Gelb«.»Sebr richtig l recht»,» Wir babi Grundsätze des wissenschaftlichen Marxismus auf die Revolution in Deutschland und ganz Europa anwenden kann. Bestimmte, auswendig zu lernende Formeln und Richtlinien nützen da gar nicht».(Sehr richtig» Wir müssen unser politisches Problem selbst losen und können nicht ein ein« heitliche» Rezept von außen her erhalten. iBeifall rechte)) Redner lveudet sich dann gegen den Vorwurf Sinowjew, daß der rechte Flügel der Unabhällgigcn nicht an die Weltrebolution glaube. Die unabhängige Partei Deutschlands bat alles getan, um die Revo- lutionierung der Arbeiterschaft, d. h. deren geistige Umstellung her- zustellen. Mein« Freunde und ich haben stets gegen Kautsky die Meinung vertreten, daß in Deutsch'and die Vorbedingungen zum -Sozialismus gar wohl vorhanden seien.(Beifall rechts.) Es war gerade in Rußland, wo die Kommunisten dem Kapilalis- mus groß« Konzessionen wieder einräumen mußien bzw. oder wollten.(Hört, höril rechts, Widerspruch links.) Redner be« tont, daß gegen die einige straff organisierte Frcnt des deutschen Bürgertums die große geschlossene Front des Proletariats notwendig sei. iBeifall.) In Deutschland ist keine Politik der Arbeiterklasse getrieben worden, sondern eine Politik der Fraktionen.(Beifall rechts.) Redner wendet sich dann gegen die Prosezeiungen Tinow- jews, daß die Balkanläader, Deutschland und Oesterreich in nächster Zeit zu Räterepubliken werden würden, Redner weist daraus hin. daß ausgerechnet Sinowjew es war, der vor Jahren auf dem ersten .Kongreß der Dritten Internationale das Gleiche versprochen hat. Eine solche Taktik ist die Taktik de? Hasardeurs. (Beifall rechts,) Demgegenüber brauchen wir eine Taktik, die auf alle? gefaßt ist.(Beifall rechts.) Redner betont dann di« Difft. renziertheit der politischen und ökonomischen Verhältnisse in West- europa und Teutschland, wobei er sich scharf gegen ein Praktieren mit dem Bürgertum ausspricht, wie«S i» der Äcra Scheidemann- NoSke verkörpert ist. Trotz dieser von uns nachgewiesenen falschen Politik ist die S. P. D. noch heute eine große Partei, und es ist eine bedauerlich« Tatsache, daß ihre Zunahme in der letzten Zeit größer ist als die der revolutionären Parteien. Das gleiche Bild in Schweden und Dänemark, während in England und Frankreich kommunistische Politik überhaupt kein« Nolle �spielt. (Sehr richtig I recktS.) Redner wendet»ich dann in aller Schärfe T.t~— zrjssmmsssmrn, i Euch ja dann selbst Gelb«.»Sein richtig I rech!»,» Wir haben den Kampf gegen den alten Geist in den Getoertjchaftrn aufge- nommen. und in diesem Kamps« war gerade Dißmann, den Jdr jetzt soviel schmäht, dejonders tätig.(Beifall rechts und Widerspruch links.) Gerade die Gewerkschaften find«S. die Rußland durch die Verhinderung der Waffen» und MunitiimSlransporte direkt unter- stützen.(Beifall.) Zu stürmischen Auftritte» kommt es. als Hilfcrding die Aus- führunge» SirwwjuvS über die Gewerkschaften Falschmünze- rei nennt. ES entspinnt sich«ine Rededuell zwischen den Vor- sitzenden Braß und C r i s p i e n. Nach längerer Zeit gelingt es dem Redner fortzufahren: Es ist in unserem Lebensinkereff« als Arbeiterpartei, die Ge- werkschaften zu erhalten,(Beifall rechts.) Redner wendet sich dann gegen die Ileuerjchotzung«er Mackt, die«US den Aus- fühcungen Sinowjews sprich: und zeigl gerade an dem italienischen Beispiel, daß in Westeuropa eine oerartige Vabanque-Politik nicht möglich sei. Kein Wort hat Sinowjew vom Lgrarprogramm gesagt, daß dt« Bolschewisten zum größten Teil von den Sozial- revolutionären genommen haben. Di« Konimnnistisch« Revolution hat gerade ba» Privateiqentu«»ee Bauernschaft gebracht, was vielleicht noch in Süditalien möglich werden kann, in Deutschland nnd Westeuropa aber ein ganz falsches Mittel ist. (Beifall rechts.) Wir in Deutschland und überbaupt in Westeuropa, stützen uns auf die Jndnstriearbeiterschaft, nicht auf die Banern« schuft. Zu stürmischen Protesten nnd gehässigen Zu- rufen kommt es dann, als Hilfrrding sagt, daß er und seine Freunde gegen Ludendorfs sich nicht so mitleidig gezeigt bätten, wie Sinowjew gestern von den Kommunisten gegenüber den rnsiischen Generalen erzählt bat. Daß Exekutivkomitee der Dritten Jnter- nationale ist ja nur daS Exekutivkomilee der russischen Kommuni- stischen Partei, und die paar ausländischen Vertreter sind ja nur hineingekommen, weil sie zu allem Ja sagen.(Beifall rechts.— Widerspruch links.) Redner wendet sich dann gegen de» von Sinowjew propagierten Ossensivkampf gegen die Entente und wetst auf das polnische Beispiel hin, wo der Fehlschlag darauf zurück- zuführen ist, daß die Männer in Moskau aus dl» polnischen Kom- munisten nicht gehört holen. (Fortsetzung in der Morgenausgabe.� Indessen, derartige Fehler dürften schon auf der nächsten Kleiderschau wegfallen, denn sicherlich wird dann eine strengere Jury einsetzen, die sorgfältig alle Kleider ausmerzen sollte, die irgendwie mit dem Titel.Geschmack im Alltag" nicht'm Einklang stehen. In diese Rubrik gehören alle Kleider, die mit bunten Blumen, wie ein Sofaftssen, bestickt sind, im Gegensatz zu solchen dürf. tigen Erzeugnissen muh die KonscktionSstickerei von Magda Sger. mann erwähnt werden, die wirklich begriffen hat, worauf es an- kommt, denn die Schneiderei ist eine rein handwerkliche Angelegen- heit. Hier ist für mißverstandene» Kunstgewerbe kein Platz. Sehr interessant ist die Beobachiunz, daß die Kleider aus den Betriebswerk st ättenderStadlBerlin, die zu billigen Preisen warme Winterfachen hergestellt haitbn. den besten Absatz fanden. Solch praktisch« Vorführungen, mit ettvaZ mehr Routine betrieben, sollten von Zeit zu Zeit wiederholt wenden, sie würden sicherlich auch sii der Provinz ein dankbares, interessiertes Publikum finden. Unbegründeter Mordverdacht. Durch einig« seltsam zusammentreffende Umstände ist ein Kaufmann F. aus der Jnvalidenstrasze in den dringenden Verdacht geraten, einen Mord begangen zu haben. F. meldete am 1. Oktnber auf der zuständigen PolizciU'ache, daß der Kellner Reinhola Bie l« ck i au» der Rastenburger Str. 20 in seiner Woh. nung plötzlich gestorben sei. Die Revierpolizei nahm den Befund auf und ein Arzt gab als inntmaßlicb« Todesursache Herz- und Gehirnschlag an. Die Leiche wurde beschlagnahmt und zu be» stimmter Feststellung der Todesursache obduziert. Hierbei ergab sich nun, daß Bielecki deutlich wahrnehmbare Würgemale am ta I S hatte. So bestand der Verdacht, paß F. den.Kellner in seiner (ohnung ermordet und berrmbt habe. Die Mordtommission ließ die Wohnung F.S, der nicht anwesend war, besetzen unö nahm ihan vorläufig fest, als«r zurückkehrte. Die weiteren Ermnrlungen ergaben jedoch, daß der Verpackt unbegründet war. Bielecki stand mit dem Kaufmann in Geschäfrsverbindung. Bei einem Besuch war er angetrunken und wurde Frau F. gegenüber zudringlich Darüber kam eS zwischen den beioen Männern zu einem Streit und zu Tätlichkeiten, wobei Bielecki ptötziich t o t zusammenbrach Auch diese Tätlichkeilen, die bei dem Angetrunkenen große Er- regung hervorriefen und Herz- ans Gehrn schlag verursachten, hatte F. bei der Todesanzeige verschwiegen. Umwandlung der Bellevuestraste. Die Bcllevuestraße, früher ein« ruhige vsrneome Wobnfiiaße, hat diese? AuSieben gegenwä-tig schon eingebüßt und wird es vor- ouSstchtlich in absehbarer Zeit ganz verlieren. Duck der Verkehr bar heuce ein anderes Gesicht, Die Bellcvuestraße leite« ihn nicht mehr nur über in den stillen Tiergarte», sondern vermittelt auch den äußerst lebhaften Kraklwagen- und FubriverkSverkehr zwi'cheu dem Potsdamer Platz und dem Westen und Norivcsten. Diese E»t» Wicklung der Bellevueslraße muß ol» unabänderliche Tatsache bin» genommen werden. Anzuerkennen ist dann aber, daß der Fahr- dämm mit seiner Breite von 8 Meter nicht mehr den Anforderungen entspricht. Die Verbreiterung de» F a h r d a m m e s er- icheint daher dringend geboien. Sie sann zunächst' nur nach den Bürgersteigen hm und, da deren Verschinälrrung keineswegs angeht, letzten Ende?»ur auf Kosten der Vorgärten er, iolgen. Der M a g»'t r a t hat nunmehr mit Rücksicht hieraus im Juni einen neuen Fluchtlinienentwnrs autiiellen lassen, der eine Abänderung der Bmflii.chi- linie auf der Nordseite von den Grundstücken Nr. 7—10 vorsieht. Die Straßenfluch>linie dagegen ist derart sestgei-tzt, daß die jetzt im allgemeine» etwa 10,00 Meter breiten Vorgärten um noch nicht ganz 2 Meter, nämlich auf 8,60 Meter und noch dem Kemper Platz zu noch werrer verschmälert werden. Die nun für die Straß« lelbsl verbleibenden 2 l Meier� ergebe« außer 16 Meter Fahrdamm je 5,ö Meier Breite Bürgersteige, Bon den Eigentümern der anliegenden Grundstücke haben sich schon meh-ere durch bindende Angebote zur Hergabe des erforderlichen Geländes bereit erklärt und sich zum Teil auch verpstukitet, zu den Gesamtkosten der Verbreiterung nach Maßgabe der Front- längen ibrer Grundstücke beizusteuern. Der Magistrat hat der Stadtverordneten-Beriammlvng eine entsprechende Vorlage zugehen lasse«.. ordnetcnoerscrnrmlung euren Antrag einzubringen, der auf Grund des 8 ss? der Städtcordnung über die Kontrollrechte der Stadtver- ordnetenversammlung über die Stadtverwaltung die Einsetzung eine» Ausschusses von 25 Mitgliedern zur Kontrolle der Groß-Berliner Gemeindegeschäfl« für di« Uebcrgangszeit fordert. Zu den Gutachten über die Fachdezernenten, wurde aus der heutigen Pressekonferenz mitgeteilt, daß der O b« r prä s i den t von Brandenburg pftichtoemäh bei derrisnigen Steven, bei denen Dr. Adler bisher befchäftigr war,»m ein Gutachten über sein« Tätigkeit nachfesiicht hat, so z. B, bei der A. E, G. und beim Ver- band Groß- Berlin. Ter stellteriretend« Versiandsdircklor, Pro- fessor Gies«. hat sich iosort für besangen erklärt und bei der Abssattung des Gutachtens nicht w st gewirkt. Wegen der Befähigung Dr. Löwen steiftS ist die Technische Hechschule nicht um ein Gutachten angegangen worden und das Provinzialschui- kollegtum hat sein Gutachten ebenfalls noch gar nicht erstattet. Freigabe der Sammelhrizungen. Wie UNS die Koblenstelle Groß-Berlin mittel tt, ist die Inbetriebnahme der Sammel- heijungen von myrgcn. dem 16. Oktober, ad gestaltet. Volksbochschnle Sichtender« nnd Um«e«eu». Leute, srellaa, abends b Uhr, beginnt im Kant-Realgymnasium, KaelShorst. TreSkowallee zz. der VortragSkursuS Oder.Wirtttalttpolitische TageSslogen", Bortiagendcr ist der ehemalige RelchSwirtschastomiiiisler Rsderl Schmidt. Groß-öer!»ner Partemachrichte a. Heute, 1». Oktober. S8., 84., 8V 88.-83. Ab». Zoziaidemokratilcher Mänverckir l.Klei» Prenzlauer Tor), Uebungsjiunde 7';, Uhr bei Alejfin, Ztorgarder Straße S. WWW«e«0Mrw»WW»»>W>>»WMW>UzWDM>WWNiW>»lW»Il»W>—— f der Wieöeraufbau öeutschlanüs Die besten ßsrmer unseres Wirtschaftslebens sind einig in der Auffassung, daß neue Wege dejchntren werden müssen, um den Wiederaufbau unseres Vater- landeS zu ermöglichen. Der„Vorwärts" sieht als Zentral organ der sozial de rnofrarijchen Partei seine vornehmste Aufgabe darin, seine Leser über die brennend! Frage der Sozialisierung dauernd auf dem Laufenden z» halten. Wer Interesse an den wirtschaftlichen und politi- sehen Kämpfen des werdenden neuen Deutschland hat. muß den„V o r w ä r t s" le'en. Daneben unterrichtet der„V o i- über alle Vorgänge des geistigen und warts"«ingebend kulturellen LcHens. Der„Vorwärts" illustrierten Beilage SanS nur 10 Mark, tober 5 Mark. kostet mit den wöcheiftlich erscheinenden „Volk und Zeit" monatlich frei für die zweite Hälfte des Monats Ok- Folgenden Zettel wolle man ausschneiden und ausgefüllt der Expedition des„Vorwärts". Berlin SW. 68. Lindeustr. 3. zusenden. Ich abonniere«b»ente hen»v«rwärtS" mit der illustrierten Sonntagsbeilage.Volk un» Zeit" in Groß-Berlin täglich zweimal frei in» Hau« für S,— Mark für Oktober, Außerhalb Groß-Berlin»»ahnen de wollen hei« Postamt ihre» Wohnorte« bestelle». Käme Wohnung; -Straße Nr, vor» Hof— Luergeb, öeitenfl,— Tr. tinl»~ rechlS, Ein Ausschuß für Groß. Berlin» UrbcrgangSzeit? Sämtliche bürgerlichen graltioneu haben sich in einer gemeinsamen l< bei. Besprechung darüber zur sächsteu Sitzung dar Stadt«.' GewerGhastsbewegung Unparteiischer oöer Schützer ües Kapitals. Jtn letzter Zeit«ehreR sich die Fälle gang»uherorde ertlich, dag Zchiedösprüche do« den Sck>lichtnnas St Ein Schlich- tungSa uSschutz kommt«tia. brr und beschlietzt, die klrbeitrr haben einen geringeren Lohn zu bekommen wie bisher, trotzdem die Arbeiterschaft den SchlichtungSauSschutz angerufen hatte zweck? Lohnerhöhung. Ja, glaubt denn der Herr Dr. vigeliuS, mit dies«« Schiedsspruch die Zlrbeiterschaft zu verhöhnen s Etwas anderes kann man kaum annehmen. Ein derartiger Schiedsspruch wäre allenfalls zu versteh«.«, wenn die Arbeitgeber einen Antrag an den SchlichtungSauSschutz aus Lobnabbau gestellt hätten, aber ii diesem Falle ist doch ein derartiger Schiedsspruch geradezu wider- sinnig. Die Mehrheit deS GchlichtungSauSschusseS mit dem Herr«« Dr. BigeliuS an der Spitze hat auch für einen derartigen Unsinn eine � Begründung. Nach der Verkündung des Schiedsspruches war bei tretern erklärt, der Lohn betrage zurzeit 4 M. und 3,60'M. reip. 8,90 M. Gin Mann, der als unparteiischer Vorsitzender so offensichtlich einseitig Unternehmerinteressen vertritt, der gehört nicht dahin. Wir erwarten, datz hier die Aussichtsbehörde recht schnell einen anderen Vorsitzenden für den SchlichtungSauSschutz in Delgard be- stellt, aber einen solchen, der auch in Wirklichkeit unparteiisch ist. Zur Drinkgeldfrage im GastwirtSgewerbe. Der Verband der GaftwirtSgehilfen schreibt unS: Die TageS- presse durchläuft ein Bericht, nach dem der VerwaltungSrat des Verbandes Deutscher Hotelbesitzervereine auf seiner Tagung in München sich mit der Entlohnung deS Bedienungspersonals und der Trinkgeldfrag« beschäftigt und dazu beschloffen hat, ein« neue Regelung der Entlohnung in der Weise durchzu führen, datz den betreffenden Angestellte« zwar ein monat- sicher Lohn vom Arbeitgeber bezahlt werden soll, im übrigen aber zu dem früheren Modus zurückzukehren, Zahlungvon Trinkgeldern den Gästen zu überlassen. Das heitzt mit anderen Worten: die Hotelbesitzer wollen einen großzügigen Abbau der L»hn« vornehmen, um nach und nach die Entlöhnung de? Be- dienungSpersonalß wieder wie ehedem, trotz der gewaltig gestieg«- nen Preise, auf das Publikum abzuwälzen und die Angestellten wieder zu Trinkgeldrmpfänger«, zu Menschen zweiter Klasse zu degradieren. Wir sehen uns auf Grund der in diesem Bericht enthaltenen. da? Publikum irreführenden Ausführungen veranlaßt, zum Wohle der Allgemeinheit wie auch im volkswirtschaftlichen Interesse zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Schon lange vor dem Kriege war«i« großer Teil der Angestellten und als deren Vertreter der Verband der GastwirtSaehilfen beftröbt, sich an Stell« des in moralischer uich siftlicher Beviehung verwerflichen S tzst« m S der Trinkgeldentlobnung durch den Gast die feste Entlohnung durch den Arbeitgeber zu erkämpfen. Nach dem Kriege setzten uie Kämpfe der Angestellten auf Abschaffung deS Trinkgeldes in verstärktem Matze ein und«S gelang den Ange- stellten auch, i« Laufe der letzten zwei Jahre in den meisten Grotzstädten Deutschlands das Trinkgeldsystem zu be» seitigen, entweder durch die feste Entlohnung, oder wo ihnen dieses auf den ersten AnMeb nicht gleich glückt«, durch das Prozent- shstem mit GarantieMnen oder durch da? BedeenungSgeld. Wenn die Hotelbesitzer die Gelegenheit als Sprungbrett be- nutzen, datz tatsächlich von einem Teil der Angestellten noch Trink» gekder genommen werden, um deshalb dos Trinkgeldsysiem wieder einzuführen, so geschieht daß nickt etwa, wie sie eS hinzustellen be- lieben, zum Vorteil deS Publikums, sondern ausschließlich auS dem Grunde, weil das Trinkgeldshstem nur sie am vorteil- b a s t e st e n und bequem st«n ist und sie im Gegensatz zu den Unternehmer« anderer Gewerb« und Industrien die Bezahlung der Angestellten dem konsumierenden Publikum überlassen wollen. Wir stellen vor aller Lcffentlichkeft fest, datz die Unternehmer von Anfang an die Abschaffung de« Trinkgeldstsiiems shstemaiisch und mit Vorbedacht sabotiert Hoden, indem sie sick bei VerHand» lungen über Abschluß von Lobntarifen steiß hartnäckig weigerten. der Zeit entsprechende angemessen« Löhne zu bezahlen. Daß die Hotelbesitzer sehr wohl in der Lag« sind, den htr! L Vertrete r rT' der Arbe?»"als"'rnnfi" bei�dei�n 1 cM�cb« jTeue rufig Sderhältnissen entsprechende Löhne zu zahlen, beweften allgemeine Ueberrasckung. Denn auch die Arbeitgeber bafte« sich iöie�fast durchweg gu t e n G e sL a N» b e rr ch t e.der KokelO«'«� wohl nicht träumen lassen, datz sie einen SchlichtungSauSschutz finden würden, der noch einen gerirmercu Lohn festsetzt, als die Unternehmer selbst zahlen»vollen. Nachdem man sich j-doch ob dieses salomonischen Urteils von dem Erstaunen etwas erholt hatte, gaben die Vertreter der Arbeiter ihrer Entrüstung einen ziemlich beredten Ausdruck. Daraufhin«rklärSe der Herr Dr. VigeliuS,«» stände nicht aktrnmätzig fest, was zurzeit für ein John gezahlt wird. Dabei ist bei den Verhandlungen wieder» chai�von den Arbeiigebervertretern als auch von den Arbeiierver- ichaften. wie auch die riesigen Einnahmen der Unternehmer durch die Valutaauf schlage, welch« restlos in ihr« Taschen fließen. Sagt dock selbst der Internationale Hotelbesitzerverein in einem Zirkulorschrerben vom Juni d. I.:.Das Hotel» gewerbe hat sich von der wirtschaftlichen Not der KriessSiohr« recht schnell erholt. Die Angestellten werden sich jedenfalls das Vorhaben der Unternehmer nicht stillschweigend gefallen lassen, wie schon vor kurzem die Bewegung der Angestellten anläßlich der Erneuerung der Tarifverträge im Rh ei n isch-W estfilisch en Jndu- striebezirk gezeigt hat. Auch die übrigen Angestellten im ganzen Reich werden den Kampf gegen das Trinkgeld mit aller Energie aufnebmen, und es ist deshalb notwendig, datz de« Angestellten in ihrem Bestreben, das Trinkgeld zu befestigen und an dessen Stelle fest« auskömmliche Löhne treten zu lassen, die weitestgehende U n t e r st ü tz u n g der Presse und des Publikum» zuteil wird. Diese Unierstutzung oon Seiten des Publikums wird am wirksamsten sein, wen» sie vea Angestellten keine Trinkgelder mehr anbiete»._ Buchdrucker!(Bezirk Köpenicks Sonntag, den t7. Oktober, var- mittags 10 Uhr, in Niederjchöneweide, Brückcnstr. 15(Restaurant): Wichtige Besprechung aller in den Votortdruckereien deS BezstckS Köpenick beschäftigten Buchdrucker. Jede Druckerei mutz vertreten sein. W. Klein, BezstlSletter. Zentralverband der Angestellten. Versammlung sämtlicher An- gestellten deS TextilgrotzhandelS am Montag, den 18. d. M. abends 7ft,l1hr, im LehrervereinShauS, Alcxanderplatz. _t_ Wivtfdyaft Der Fleisch- und Fett-Konzer» zur Fleisch» und Jettversorgung Deutschlands. Die Aufhebung der Zwangswirtschaft von Fleisch und Fett hat dazu geführt, datz unier Führung der Firma Secht, Pfeiffer u. Co., Berlin, sich in diesen Tagen ein neuer Konzern gebildet hat, dem große Kölner und Berliner Firmen, darunter beispielsweise die Firma Laboruö u- Grieff, Rotterdam-Köln, die Firma Salm u. WiÄ, Köln, die Firma David Mayer, Köln, und die Firma Ernst Bisold u. Sohn. Berltn, angehören und der unter der Firma.Fleisch- und Fett- Konzern G. m. b. H.' die Einfuhr und die Verteilung von lebendem Vieh, Fleisch» und Fettwaren betreiben wird, indem er sich dabei speziell der großen ausländischen besonders überseeischen Ver- bindungen der Firma Hecht. Pfeiffer u. Co. und der sachmännischen Erfahrungen sowie der BerteilungSorganisaiion der übrigen an. geschlossenen Firmen bedienen wird. An Fleisch und Wurst fehlt eS nicht, daß zeigen die gefüllt«« Schlächterläden, aber an der Kaufkraft der Masse«, die die LebenSunterhaltSmistel sich in den Schaufenstern wohl«stehen, sie aber nicht erstehen können._ Pctroleumpreise. Für die Oktoberverieilung 1920 stellt sich der Preis des Petroleums für je 1 Kilogramm bei Berkaus von 100 Kilogramm und mehr auf 6,33 M. pro Kilogramm im Kesselwage« frei jeder deutschen Station. Bei Bezug in Eisenkejseln beträgt der Preis 6,46 M. für je 1 Kilogramm ab Lager deS Verkäufers, bei Bezug in Holzfässern 7,06 M. ab Lager des Verkäufers einschließlich Solzfatz. Bei Lieferung von 100 Kilogramm und weniger darf der Preis für je ein Liter Petroleum 5,95 M. nicht übersteigen. Bei Lieferung auS Slratzentankwagen ist der Verkäufer berechtigt, ohne Rücksicht auf die abgegebene Menge für«inen Liter Petroleum bei Lieferung frei inS Haus des Verkäufers bis zu 5,50 M., wenn der Stratzentankwagen oder Petroleum aus ihm vom Orte der Be- füllung abgeholt wird, bis zu 5/15 M. fordern. Tie Kleinhändler dürien bei der Oktoberverteilung 1920 das Petroleum ab Laden nicht höher als 6 M. das Liter und bei Lieferung frei Haus des Verbrauchers nicht höher als 6,13 M. das Liter berechnen. Die Bereinigung her Feldberegner veranstaltet während der Landwirtschaftlichen Woche am 21. Oktober eine Besichtigung der vom »Rohrleitungsbau Phönix" G- rn- b. H. in Lichtenberg erbauten und von ihr im Betrieb vorgeführten Beregnungsanlage auf dem der Sticht Lichtenberg gehörigen Gute Tasdorf bei Rüdersdorf. Berantt». sür vtn tevnlt Seil: tr. Wer»» Charlottenvurg:(fit Bnaeigtii: Th.(Siecke, Berlin. Verlag: Vorwöris-Verlag s m. t>. H.. Verlin. Druck: Lue- wirlS-Luchdruckerei u. LeclagSanttall Vau! Singer u. tte.. Veclia, üintenftr. J. Hier»» 1 Beilage. LACHMANN& SCHOLZ Turmstraße 76 WARENHAUS Ottostraße I Neu e i n g e Damen-, Kinder-, Äaby- WÄSCHE in jeder Preislage vom einfachsten bis vornehmsten Geschmack außergewöhnlich billig! ....... 3m Hansa-Diertel Man versange Rabattmarken! Einzige Verkaufsstelle!