V Nr. 514 ♦ 87. �ahrgMg Misgabe A Nr. 120 Bezugspreis: Ni«UÄiShrI.Z0.-Mt..monat>�0.-Mi. fret in« Haus, voraus-ahlbar. Poft» bezugi MouaUich 10,— Mi» exIl.Au- ftellungsgebühr. UnierKreurdand wr Deutschland und Oesterreich lk�O Mi» für da» üvrige Auslano bei iagllch einmal, gnltellu»? 2150 R. Poftd». ftelluuge» nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tfchecho- Slowakei, Dane» mar!, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen m dl« DofWeitnngz- Preisliste. Der.Sonvfitls* mit der Sonntag». t> erlag«»Polt u. Zeit" erschein! wochen- täglich zweimal, Sonntag» und Mon- tag» einmal Tditgraunn-Adreffe � M M ll � A»».» ch � t■ i■ f■, M» Ol ij U i»O Sonntags Ausgabe Derliner VolKsblkttt ( Zvpkonnig Sl�zc:at'lu?rels Die achtgeivatlicn« �ionu0?elÜe?eitt' kokt.t3.— M..Teuerungszmchtae »Äleine An-ek?en' ta?"- gec>ruct:e Wer' l.— M. i-iulplnr, Awc fcrtgeönjflie worie� edvs uieitcnc Sior Sj Pjg. EteNenqeiUchr uiK" Schlv<'iteUenanzewLN das Dor« Lö Pfg.. ,edes welkere Won 40 P«g. Wort? über 13 Bu� Kaden zak-en''ü? iwe: Worr?. Teuerunas�llschiaa 9V�> FamiUen-Äuzelgen jür Abonne»:ten geile 2,— volülmze aiu. wertsch«rltlictlL Verems» Anleinen S.— MI. die geiie ohne?lufscdlaq. Anzeigen für die nächste Nummer müssen dis s Ahr naä mütags im loauptgeschäft. Berlin SW z, Linden« frraße 3. abgegeben werden. Geöstnel von 9 Ubr rrüh die 5 Uhr abends. .» Zentralorgan der rozialdcmokratirchcn Parte» Deutfchlands Ott. NeSaktion und Expedition: SM. 6$, Linden str. 5. Fernsprecher:«m» Mortuvlatz, Nr.».»1»«— ISI»7. Sonntag, de« 17. Oktober IvÄO vorwärts-verlag S.m.d. tz., Vw. öS, Lindenstr.?. Fernsprecher: Nmt Moripplai!. Nr. 117 33—.M. Parteitag öer Kraft. Kassel, 16. Oktober.(Eig. Drabtbcr.) Es sfenti uns nickt, über den Verlauf des Parteitages in Kassel Jubelchöre anzustimmen. Das Beste, was wir heute er- leben, bleibt ja doch nur ein Lichtblick in trüber Zeit. Wohl aber muß uns gestattet sein, unsere mehr oder wen:- ger guten Freunde in Teutschland und iin Auslande zu fragen, ob sie nach diesem Parteitag noch aufrechterhalten können, was sie über Wesen und Schicksal der deutschen Sozialdemo- kvatie geweissagt hatten? Es ist gesagt worden, die deutsche Sozialdemokratie reprä- sentiere die Kerenski-Periode der deutschen Revolution und später: sie werde zu der gleichen Bedeutungslosigkeit berab- sinken, wie der Flügel Renaudels in der französischen Partei. Andere prophezeiten den nahen Tod aller politischen Par- teien, deren Erbe die Gewerkschaften übernehmen wiir- den. noch andere betrachteten auch die Gewerkschaften als ster- bensreif und die politischen Räte als ihre Nachfolger. Darf man heute sagen, daß dies alles duinmes Zeug gewesen ist? Jedenfalls, wer den Parteitag von Kassel miterlebt hat oder wer seinen Verhandlungen von ferne her mit Aufmerkssm- keit folgte, der zuckt über solches Geschwätz nur noch die Achseln. Die Lügen gestraften Propheten retten sich min hinter die AnSrede: die deutsche Sozialdemokratie stehe jenseits der großen Probleme, die die Arbeiterklasse bewegten. Sie konier- viere sich nur durch diese Unbeweglichkeit und sei kein aktiver Faktor für die Befreiung des Proletariats. Auch das ist nur lächerliches, törichtes Verlegenheitsgeredc, das keiner ernst nehmen kann, der miterlebte, mit welchem Eiser der Parteitag von Kassel um die letzten Probleme der Arbeiterbewegung rang. Will mag in dem wirren Treiben von Halle ickerbaupt noch einen Rest von Sinn suchen, so findet man ihn höchstens in der Erörterimg der Frage: Wie kommen wir zur Macht? Darüber lxit man sich in.Kassel nicht gestritten, gc- schweige denn die Köpfe eingeschlagen. Denn hier war man einheitlich der Ueberzeugnng, daß dieses Problem spielend ge- löst werden kann, wenn das Proletariat nur will. Das Proletariat braucht nur einig zu sein, dann hat es die Macht. Und so zeigen Halle und Kassel durch Beispiel und Gegenbeispiel obne weitere Sluseinandersetzungen, wie man Mackt verspielt und wie man Macht erwirbt. Die Frage, die in Kassel im Mittelpunkt aller Erörte- rangen stand,' läutet: Wie brauchen wir die Macht? Und darum ist Kassel aus dem Wege wirklich revolutionärer Eni- Wicklung dem gärenden Rückstand von.Halle mit Siebenmeilen. stiefeln voraus. In Halle kam man noch nicht eipmal dazu, sich darüber zu streiten, was man mit der Macht eigentlich a n- fangen soll, wenn man sie bat. Und doch ist das die Frage aller Fragen, denn daß mit der Eroberung der Staatsgewalt. sei eZ auf gewaltsamem oder demokratischem Wege, noch nicht alle? getan ist, daß dann erst der eigentliche, unendlich schwie- rige Kampf um die Gestaltung der Gesellschastsordnimg beginnt, dos eben hat der Parteitag in Kassel allen denken- den Arbeitern mit einleuchtender Klarheit gezeigt. Die Verhandlungen haben das Bild einer sozialistischen Partei geboten, die das Ncbelmeer einer agitatorischen Politik bereits durchschritten bat und den Aufstieg zu klaren Givfcln beginnt. Man war bestrebt, alle Redensarten bei- seite zu lassen und an die Tinge so nahe wie möglich heranzukommen. Für denkträg? Liebhaber bloßer Phrasen gab es eine geradezu erschreckende Fülle von Sachlichkeit und auch für geistig Regere vielleicht mehr, als was in ein paar Tagen verdaut werden kann. Da wird das Studium des Protokolls nachhelfen müssen. Alles in allein eine gewaltige Summe geistiger Arbeit, konzentrisch auf ein Ziel gerichtet: Tie Be- freiung des schassenden Volkes aus den Fesseln des nationalen und internationalen Kapitalismus. Eine solche Summe von Arbeit kann nur geleistet werden, wenn die t i e f e B e g e i st e- r u n g für eine große Sacke die Spannkraft allfreckterbält, und so kann man behauvten, daß gerade in den sachlichsten Reden des Parteiiaaes in.Kassel mehr echte Begeisterung steckte, als in den oberflächlichen Tiraden über die Wcltrevolution und den blutigen Terror, die anderswo gehört und behandelt wor- den sind. Es war in allem ein brennendes Bestreben, den G e i st wissenschaftlicher Forschung walten zu lassen und ihn für die Sache der Arbeiterklasse praktisch zu machcm To gab baS Bewußtsein, festen Boden unter den Füßen und klare Wege vor sick zu baben. dem Parteitag die Kraft, Eigenbröte- leien auf dem Gebiete der Außenpolitik, der Wirtschaftspolitik, ja selbst der so beiklen und brennenden demokratischen Grund- fatzfragen mit Ruhe aufzunehmen und mit Bestimmt- heit zurückzuweisen. Meinungsverschiedenheit� gibt es eben auch dort, wo man sich ihretwegen nickt mit Fausten bedroht, und es ist noch lange kein Zeichen von geistigem Still- stand, wenn man sich nicht gegenseitig niederhrnllt und vrügelt, Der imvoremgenommene Beurteiler des Kasseler Parteitages kann sich nickt mehr darüber täuschen: Die deutsche Sozialdemokratie steht nicht still, sondern sie marschiert vorwärts, zahlenmäßig, organisatorisch, geistig. Sic ist noch immer aufsteigende Macht, und was mit ihr aussteigt, das ist die Macht der Arbeiterklasse und des Sozialismus. Freilich, was stcht nicht alles gegen siel Die Väter und Nutz- nießer des Gewaltfriedens von Versailles, der ganze heimische reaktionäre und kapitalistische Jnteressenkliingel, die Denkträg- heit noch nicht erwachter Klassengenossen und schließlich nicht zuletzt'die selbstverschuldete Ohnmacht eines Teiles der Arbeiterklasse, der in seiner elenden Zerrissenheit zu nichts anderem mehr die.Kraft findet, als dazu, die deutsche Sozialdemokratie, die Schätzerin der Repicklik, die Trägerin. sozialistischen Fortschritts und Bannerträgerin der prolctari- scheu Einigkeit rücklings anzufallen und zu be- schmutzen. Von allen trostlosen Bildern der Gegenwart ist dies das trostloseste, und doch dürfen wir uns nicht dabei aufhalten, uns für die anderen zu schämen, wo wir doch bei aller Be- scheidenheit wahrhaftig Grund genug haben, auf unsere eigene Arbeit mit einiger Genugtuung zurückzublicken. Kassel war ein Hort der Kraft und Zuversicht für die deutsche Arbeitertlasse, Kassel bleibt ein allen Feinden der Republik und des Sozialismus, allen Ouertrcibern und Arbeiterzersplittern ins Gesicht gejchlendertes Trotz alle- dem! Tie Schlußsitzung des Parteitages am Sonnabendvor- mittag hob die Verlxmdlnngen zur Höhe ernster Feierlichkeit. Hermann Müll»rs Schlußwort gestaltete sich nach eint- gen unumgänglichen Auseinandersetzungen mit, den Fraguien. tcn von Halle zu einer großen.politischen Rede, in der er die unverbrüchliche Treue der Sozialdemokratischen Partei zur ein- Zeitlichen Republik hervorhob. Dabei kam Müller auch auf den dritten Band der Bismarckschen Memoiren zu sprechen. aus dessen Inhalt er interessante Mitteilungen zu machen wußte Als Zeugnis für die Dekadenz der einstigen Preußen- dynastie lxit man dieses Buch bisher der Ocffentlichkeit vorent» halten. Müller richtete an die Anhänger des eN'ig Gestrigen, die Monarchisten und Junker, eine dringende Warnung, nicht mit dem Feuer zu spielen. Deine Rede machte einen nn- gewöhnlich starken Eindruck, und das Hock auf die inter- n llnd will das große Glück verstehen, das au? der Ferne winkt. Ich darf im Tagentschwinden, dem Glut und Glücke fehlt. glutvoll die eigne Seele finden, die sich der Welt vermählt. Die Straßen gehn zur Ruhe, mein Blut braust wild und voll. Ich weiß in allem, was Ich tue, die Zukunft, der ich dienen soll. Ich seb' zu meinen Füßen mein Schicksal, dumpf und hart. das Leben aber will ich grüßen, den Tag, der meiner Kräfte harrt. Ich fühle mich dem Heere der Brüder eingereiht. Wir schaffen.— daß uns niemand wehre! � aus eigner Kraft uns unsre Zeit I Das Reklamewesen als kulturspiegel. Reklame und Kitsch, das waren früher zwei Begriffe, die an- d«» als vereint gar nicht gedacht werden konnten. Wir wiffen aus Großvaters Mund: Wo Reklame schrert, da heißt's vorsichtig sein. Das waren die stillen Zeiten. Das Gute, laßt nur, das preist sich von selbst an, ohne Anpreisung! So hätte ein Witzbold sagen können. Trotz des logischen Widerspruches, es war so. Ta kam plötzlich mit der raschen technrschen Entwicklung ein Jahrzehnt herauf, in dem ein Ausbruch vorherrschend wurde— die Künstler künden ihn!—: der Schrei. Nicht von Rachbar zu NachbG:. sondern von Erdteil zu Erdteil wurde gehandelt. Und auch m den Städten, wo noch keine elektrischen Drähte Verkehrs- -ragen antrieben, wo die Lüste noch nicht durchsurrt �wurden von ostflugzeugen, auch in den stillen Gassen schoß der Schrei.empor nd kündete. Und wo die Wand nicht Träger der Reklame, da ist S der Mensch. Lächelnd denke ich an einst beim Durchschreiten der Friedrichstraße, wenn in der engen Gaffe die mit Schildern be- hänsten Zeitungsverkäufer das Neueste anpreisen. Moderne Flagel- lant.«, die vom Tagesstur, der Mcnschenmaffe gepeitscht werde«. gemeinen unter großer Ruhe, mir als Kunert«Halle gegen die Bedingungen stimmte, setzte ein ohrenbetäubendes Pfeifen seiner neukommunistischen Hallenser Parteigenossen von der Galerie ein. wußte Hermes...! Schwere Anklagen im Z?all Augustin. Zu den aus dem Reichsministerium für Ernährung und Land- Wirtschaft gemachten Angaben erfährt vie B. L.-Korrcspondenz noch folgendes: „Dr. August in war mn NcichSVirtschaftsministerium und später in dem davon abgezweigten Reichsernährungsministerium zuerst als Referent, dann nach seiner etatsmäßigen Anstellung als Geheimer Regierungsrat und»ortragender Rat, später auch als Ministerialrat ausschließlich und nur unter Dr. Hermes, der damals zuerst SektionSleiter, dann Dirigent, darauf Mini- sterialdirektor der landwirtschaftlichen Abteilung unio ab 1. April dieses Jahres Minister war, tätig, so daß der Umstand, daß die Ber- fehl» ngen Augustins vor dem 1. April dieses Jahres liegen, keine Entlastung für den Mini st er Hermes darstellt, zumal Hermes, obwohl er von dics-n Verfehlungen wußte, Dr. Augustin die Leitung der Abteilung V seines Ministeriums als Dirigent an- vertraute und ihm die Beförderung zum Ministerialdirektor zugesagt katte. Staatssekretär Dr. Huber wurde bereits im Mai d. I.— bor d c m am 21. Mai erfolgten Antritt des U r l a'u b s durch Dr. Augustin— auf das Bedenkliche der Uebertragung der Leitung einer Abteilung an Dr. Augustin unter diesen ilmständen aufmerksam gemacht, und gab hierbei selbst zu, daß er, der Minister, diese Bersehlungcn konnte; er kann also nicht erst Ende Juni diese Dinge erfahren haben." Zu diesen Anschuldigungen wird sich Minister Hermes nun wohl ganz unzweideutig äußern müssen. Untersuchung gegen Hermes. Durch das offiziöse Telegraphenbureau wird soeben folgende amt- liche Mitteilung verbreitet: Gegen den Reichsministcr Dr. Hermes sind in der Ocffentlichkeit Angriffe sachlicher und persönlicher Art erhoben worden. Soweit diese Angriffe sich auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik bewegen, wird Gelegenheit fein, bei den Verhandlungen deS Reichstags die er- forderliche Klärung herbeizuführen. Soweit rS sich um Vorwürfe handelt, die gegen die Person des RcichSministerS gerichtet sind und Maßnahmen seiner Geschäflsführnng in Zwciiel zu ziehen suchen, hat der Reichskanzler auf ausdrückliche» Wunsch deS ReichS- niinisterS Dr. HcrmeS im Einvernehmen mit dem Kabinett deu Reichs � justizminister und den RcichSfilianzminister beauftragt, die Sach- und Rechtslage feftzi, stelle». Durch diese ministerielle Untersuchung wird sich hoffentlich der Reichstag nicht abhalten lassen, srinerscitS die Dinge»achzuprüfe»! Tie Einfuhrsabotage. In umserer Darstellung über die Tätigkeit des Reichs- ernährungsministers Dr. Hermes in der Oel- und Fett- Wirtschaft haben wir bereits darauf hingewiesen, daß von diesem Sachwalter der Wirtschaft eine Plan- und ziel- lose Einfuhrpolitik getrieben wurde. Nun werden uns Gerüchte bekannt, die zu verzeichnen nicht lohnte, wenn sie nicht in ganz bestimmter Form auftauchten und in ganz gleicher Richtung lägen. In Bankkreisen, die darüber informiert sein müßten, wird nämlich davon gesprochen, daß das Ernährungsmini- sterium volle drei Monate, die Zeit des günstigen Valutastandes, hat verstreichers lassen, ohne ein klares Einfuhrprogramm für Lebensmittel aufzustellen. Die Devisenbefchaffungsstelle habe sich gegen dieses Verhalten des Ernährungsministeriums wenden müssen und sei sogar ge- zwungen gewesen, wiederholt Eingaben an die Reichsregierung zu machen, auf die e r st i m O k t o b e r von „Der Dlensch wird zum Reklameschrei und trägt sein Schild auf Brust und Rücken", sagt ein junger Dichter vom Jahre 1920. Damit ist nicht gesagt, daß Reklame eine Geburt von heut« wäre. Oh, man wußte schon immer, die Masse irgendwie anzu- ziehen. Die Wahrheit, daß— nach Polenz—«in pikanter Titel bereits ein Drittel Erfolg bedeutet, kannten viele, die davon lebten; auch Shakespeare. Was anderes als die geschickteste Lockreklame ist hinter Dramenüberschriften wie: Was ihr wolltl oder: Wie eS euch gefälltl zu suchen? Wie naiv! möchte mau ausrufen. Wir Betriebsamen, wir empfinden dieses i, leise Geschrei" der gemütlichen Vorsahren gar nicht mehr als solches, wenn wir keine Autos mit Schildern, keine Plakatsäulen, keine elektrisch-farbenreichc Scheinwerfer dazu denken. Das ist der Jahrhuudertsprung vom leisen Gestüte: WaS ihr wollt! bis zum Europa-Posaunenton: Salem Aleikum! Die Ent- fernung schrumpft zur Stecknadelkoppe zusammen. Vorteilhaft für die Weiterentwicklung war die rege Anteil- nahine der Künstlerschast, zur Ausgestaltung und Veredelung war somit ein Anstoß gegeben. War man ehemals möglichst-darauf sie- dacht, den Gegenstand hinauszuruien, so erlangt heute das„wie" doppelte Bedeutung. Wirkung wird gefordert, nicht zunächst durch die dahinter verborgene Sache, sondern durch den Ruf als solchen. Vielleicht ist hier ein Ansatzpunkt für eine Kunstt der Zukunft, eine Klassik der Großzügigkeit! Neue Wortbildungen entstehen, eine Plakatstenographie: A.E.G., Delag usw. Das Telephon, der Telegraph, der Flugschiffpropeller, die Nervigkcit des Geschäftsmannes: überall Schnelligkeit und kurze Klarheit. Sternheim, der geniale Zeitsatiriker, gibt auf der Bühne seiner Zeit ihr Spiegelbild. Nur fehlt noch der eine, der diese herrliche Auswuchtung des neuen Jahrhunderts gestaltet zur geradlinigen Großkunst einer hoffnungsvollen Zukunft. Dann wird auch an den Säulen in großer Ruhe der Stempel prangen: So bin ich!>1. K. Maria Jvogrün«18„Martha". Die Lieblingsoper unserer Großeltern und Mütter, das erst« TbeaterereigniS unserer eigenen Jugeno, unvergessen, unvergeßlich, hat gestern in der Staatsoper umt neuen Reizen gelockt und bewegt. Dieses Gemisch auS Pariser Grazie und deutscher, tränenfeucht r Gemütstiefe bleibt das Muster einer Spieloper und bleibt in der sauberen, feinen Orchesterarbeit, im Schmelz der Romanze, in der Rbstthinik der Bauornchöre, in der Klangfarbe des Quarletts ein Bravourstück für die Stare und ein Meisterwerfchen für die Nicht blasierten. Dos Stück, in dem der„letzten Rose" ein schmachtendes Lied ge- widmet ist, lebt hundert Jahre von uns entfernt. Aber wir haben es lieb. Maria Jvogrün singt dieses Lied, und ein Kunstioerk klingt von ihren Lippen. Selbst wenn sie, durch ein starres Orchester vom Publikum getrennt, mebr Gebrauch vom Kopfton macht, als sonst nötig erscheint, bleibt der Duft, der süße Glanz, die rosa Farbe ihres Koloratursoprans herrlich. Vollendeter noch wirkt ihr Spiel, das sich in hundert koketten, zierlichen, ironischen Einzel- herton gefällt und hinter das dem kleinen, lächelnden Gefichtchen eine größere, atem schwere Seele aufblicken läßt. Auch in der leichten Schonung des Gesanges«ine Schauspielerin von bohem Rang. Ihr zur Seite, in schönstem Zusam-menklang. die Arndt- dem Ernätzrunpsimnisiernim reagiert worden sein soll. So sei das maßgebende Organ der Devisenpolitik außerstande gewesen, in den Verkehr mit fremden Zahlungsmitteln in einer Weise einzugreifen, die eine planmäßige Sicherung des Einfuhrbedarss zur Zeit billigen ausländffchen Geldes mög- lich genta cht hätte. Treffen diese Angaben zu— der Reichstagsausjclmß hat Gelegenheit, sie nachzuprüfen—, so wäre Dr. Hermes mit scinen Amtsberatern als Sachwalter der deutschen Ernäh- rungswirtschaft völlig gerichtet. Ein Ernährungsmimster, der mit der Zahlkrast de- deutschen Eleldes Schindln der treibt zu einer Zeit, wo sich der' Einfuhrbcdarf auf Milliardenwerte beziffert, der damit der Reichskasse bei der Verbilligung der Lebensmittel neue Lasten auferlegt, hat für alle Zeit ausgespielt._ De? Luöenöorff öer presse. Oberst Nikolai als Organisator der alldeutschen Preffe. Nach einer Zeitungsnieldung gedenkt Oberst Nikolai aus der wohlverdienten Versenkung, in der ihn das unselige Kriegsende und die Revolution hat verschwinden lassen, wieder aufzutauchen und ein« aktive Pressetätlgkeit zu entfalten. lieber Nikolais verhängnisvollen Einfluß aus dgs gesamte dculsche Pressewesen der Kriegsjahre noch viel Worte zu verlieren, hieße Eulen nach Athen tragen. Sicht man einmal ganz von seiner ureigensten Schöpfung, dem famosen Kriegspresse- quartier, dessen Leistungen zum Gespött der ganzen Welt wurden, ab, so genügt schon allein der Hinweis daraus, daß Nikolai letzten Endes der Verantwortliche für jene amtlichen Berichte des deutschen Generalstabs geivesen ist, die in so fti- voler Weise die deutsche Ocffentlichkeit über den wahren Stand der militärischen Lage in der letzte» Phase des Krieges getäuscht haben. Nikolai war es, der der Presse und der öffentlichen Meinung in Deutschland systematisch suggeriert«, daß die Fachs che Reserve- armee vollständig aufgerieben sei, die dann zum all- gemeinen Entsetzen am 8. August 19l8 mit fürchterlicher Wucht in Aktion trat. Dieser Mann, in Pressedingen ein Harsardeur wie sein Chef Ludendorff, hält nun die Zeit für gekommen, eine neue „segensreiche" Tätigkeit zu entfalten in Verbindung mit all- deutschem Großkapital. Er plant nicht mehr und nicht weniger als einen Zusammenschluß nationa'er Zeitungen in Deutschland zu organisieren und diesen Konzern durch ein von ihm geleitetes Berliner Bureau zu beeinflussen. Solche Absichten können den nicht überraschen, der bereits im methodischen Aufkauf großer Zeitungen durch einen S t i n n e s den ersten Schritt zur Dienstbarmachung der deutschen Presse für bestimmte Jnteressentengruppen erkennen mußte. Die Pläne Nikolais setzen diese Absicht der Verfälschung der deutschen öffentlichen Meinung nur fort und fordern im Volks- interesst den schärfsten Protest aller derer heraus, denen die Rein» Haltung der Presse am Herzen liegt. Differenzen im Oraunkohlengebiet. Halle, 1k. Oktober. Verhandlungen, die haute hier zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern des nritteldeuffchen Braun- kohlenbergbaues stattgefunden haben, sind gescheitert, da die Ar- beitgeber erklärten, keine waiteren Zugeständnisse in der Frage der Lohnerhöhung machen zu können, ohne eine Kohlen preis- erhöbung eintreten zu lassen. Es wurde«ine 22gliedrig« parnä- tische Kommission gebildet, die die Verhandlungen mit dem Reichs- arbeitSministerium fortsetzen soll. Der Streik in Leipzig beenüet. Leipzig, 16. Oktober.(WTB.) Die streikende« GaS«. und ElektrizitätSarbeiter haben heute nachmittag mit großer Mehrheit die sofortig« Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen; damit ist dex eine Woche danernde Streik be- endet. Ober, Kirchner und die HelgerS; dar Tenor Kirchners, zuerst mit gebundener Kehle, sparte sich sein Bestes für die glanzvoll ge- jungen« Arie des dritten Aktes. Ihm und der Gastin schallte Be- gsisterung und herzlichster Beifall entgegen. kos. Wiederanknüplung internationaler Zusammenarbeit von Schrift« stellern. Im Verlag Ernst Rowohlt. Berlin, ericheint dieser Tage eine Scklifr über den Stand der Kunst uud der Dichtung in England, Frankreich, Deutschland, Italien und Holland, durch welche die Kenntnislücke ausgefüllt werden soll, die durch den Krieg in dem wechselseitigen Voneinanderwissen der Völker entstanden ist. Je«in Angebvriger der fünf Länder führt das Wort, Markus Hübner sDeutschland), Paul Colin(Frankreich), Dirk Goster(Holland), Romano Guarnieri(Italien), Douglas Goldring(England). Das Buch er» scheint gleichzeitig und in den betreffenden Sprachen in den an« geführten fünf Ländern. Aus dem Reich der Mode. Die Zeit des kurzen Rockes scheint vorbei zu sein. Vielleicht kommen jetzt die Tage wieder, von denen Verlaine sagt:„Tie hohen Hacken stehen im Kampf mft langen Röcken!" Schon in diesem Winter werden die Röcke länger seite wenn vielleicht auch noch nicht bis zu den Absätzen�herab. Die fran- zösische Mode diktiert eS. und die Modeftauen werden wieder einmal dieser Tyrannin Folge leisten. Die Herrschast der kleinen, zier- lichen Frauen bat damit ein Ende. Das Geheimnis der plötzlichen Verlängerung des Rockes ist nicht unlösbar. Die Schneiderinnen haben herausgefuwoen, daß zu den kurzen Kleidern zu wenig Stoff verbraucht wird. Und in Amerika und England sind große Stoff- Vorräte vorhanden, die abgesetzt werden sollen. Der Reickswirtschaftsrat. Am 29� Oktober spricht Otto Keinath. Mitglied des ReichtagS und des ReichSwirtschastZratS, über das Thema „Der Rcichswirtschastsrat' im großen Sitzungssaale des Vereins Deutscher Ingenieure, Sommerstr. 4 a, abends ö1/, Uhr. Dheater. Maria I v o g ü n fingt in der Staatsoper am Dienstag die Gilda in.Rigolelto-, am Donnerstag die Mimt in»Bohöme- und am Montag, den 25. die Rosine in„Barbier von Sevilla". Bon Jobannes B. Jensen erscheint soeben unter dem Titel„DaS verlorene Land"(S. Fischer, Verlag, Berlin) ein neuer Roman, der den einleitenden Band zu einer Reihe von süns Büchern bildet, wovon der „Gletscher" und das„Schiff" bereits erschienen sind. BerwaltiingS-Akademie. Das dritte Semester der Verwaltmigs- Akademie beginnt am 18. Oktober. Neben den Vorlesungen über Staats-, Vcrwaltungs- und Rechtswiffenschasten sind besondere Lehrgänge vorgesehen für: Fmanz-, Steuer-, Kommunal-, Justiz«, Post-, Telegraphen-, Eisenbahn-, Sozial- und technische Beamte. Alles Nähere von der Geschäfts- stelle, Charkottenftr. 50/51. Uebrr Impfzwang oder freiwillige Schutzpockenimpfnug spricht Dr. Breuer aus Veranlassung des„Vereins für Voltsbhgiene" am 22. Ok- tober, abends 8 Uhr, im ZeMraitniiilut für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Str. 129. Zutritt unentgeltlich. Heinrich Deffenow, der Helleraucr Baukünltler, ist als Nachfolger Poelzigs zum Leiter der Architektenschule an der Dresdener Kunstakademie ernannt worden. Der Maler Paul Klee, einer von der jungen Generation, wird im kommenden Mörz als erster deutscher Maler m Parts ein« Ausstellung seiner Werke zeigen können. Das ist durch die Zusicherung erzielt worden, daß sei» Vertreter einige junge jranzöftjche Maler in München ausstellt. Nr. 514« Z7. Fahrgang 1. Seilage öes vorwärts Sonntag, 17. Gktobe? 192» Altt Beschwerde Honraths- Aachen cm den Parteitag, Wer tne wir in der gestrigen Abendausgabe berichteten, erklärte der Zdommiffsionsberichterstatter B r o l at. Berlin schließlich: Wir sind ernstivmiig zum Beschluß gekommen, diese Boschwerde zurück- zuweisen. Der Parteitag erklärt sich ohne weitere Aussprache mit dieser Entscheidung einver st ander», Hievaus wird in die Debatte über öle Wohnungsfrage eingetreten.. Fellisch- Chemnitz: Die Kernfrage ist: wie bauen wir am raschesten Wohnungen? Die Baustoffe werden durch das Ein- schieben der Händlervereinigungen bis zu 1500 Proz. verteuert Im Ziele sind wir uns ja außerordentlich einig. Wir brauchen ein Arbeitsprogramm für die allernächste Zeit zur Bekämpfung der Wohnungsnot.(Lebhafter Beifall.) Silberschmidt-Derlin: Die Partei muß die Führung in der Bekämpfung der Wohnungsnot übenoehmen. Di« nächste Baukonjunktur darf keinesfalls versäumt wenden. Deshalb muß das Reich weitere Mittel zur Verfügung stellen. Di« Sozialisierung des Baustoffgewerbez und der Bau- betriebe wird den Eifer der Bauarbeiter bedeutend fördern. Die Bauarbeiter haben es sali, für den Kapitalismus zu arbeiten. Der Partnivorstamd und die Fraktion sind mit großen politischen Auf- gaben überlastet, wir sollten daher ein« besondere Kom» Mission schaffen aus Vertretern der Reichstagsfraktion, des M- gemeinen Deutschen GewerkschastSbundes und anderer Sachver- ständigen, die die Gesetzentwürfe ausarbeiten und die Agitation fördern. Unser« Partei muß der Mittelpunkt des Kampfes gegen die Wokmungsnot und der Agitation gegen die kapitalistische Wirtschaft im Bau- und Wohngewerbe sein, l Lebhafter Beifall.) 'Demmer-WieSbaden: Im besetzten Gebiet muß jede freie Wobnuing zunächst den französischen Behörden mitgeteilt werden, äk> sie nicht Anspruch darauf erhebt.(Hört, hört!) 10 Prvz. des Hausbesitzes im besetzten Gcibiet sind schon in französische«nd englische Hände agen.(Hört, hört!) Die Hausbesitzer in ihrer bielfach mißischen Sage sind zum Verkauf genn bereit und erzielen hohe Preise. Wir müßten die Wohnungssteuer nicht ablehnen, sondern umgestalten, daß die Baugenossenschaften daraus Gelder er- hatten.(Beifall.) Frau Slhumann-©tettin: Große Wohnungen sind rücksichtslos zu teilen. Wir müssen möglichst die leeren Schlösser und Kasernen zu Erholungsheimen für proletarische Kinder umgestalten. Dx. Grein-Nmrnmchen: Auch im Sacnbergbau ist der Woh- mmgöniangel geradezu ungeheuerlich. Die Enteignung sollte auch die luxiöjen Privatbauten erfassen, deren Inhaber oft drei- und vierfache Wvhnungsgelegenheit haben. Scharfe ZwangSringuartierung wird dem Bürgertum den Hohn über die WohroungSnot abgewöhnen und eS zum größeren Eifer für die Lösung der Wohnungsfrage an- spornen.(Beifall.) Ein Schlußantrag wird angeiwmuiem. DaS Schlußwort erhält Paul Hirsch: Es wird nicht möglich sein, in diesem großen Kreis« zu einem abschließenden Urteil über die Einzelfragen zu kommen. Ich emp- fehle daher, den Antrag Sillberschmidt der einzuberufenden Konr- Mission zur sofortigen Erledigung zu überweisen. �Die Forderungen der Bauarbeiter machen wir uns selbstverständlich zu eigen, die Partei wird rasche und entschlossene Arbeit auch auf diesem Gebiet leisten müssen.(Lebhafter Beifall.) Gemäß dem Antrag SWerschmibt wird die Einsetzung einer Sonderkommission beschlossen, die sofort Anträge am die Gesetzgebung ausarbeiten und die Bewegung für die Wohnungsreform fördern soll. ES folgt die Erledigung v e r'sch ied« n e r A n trag e: Ein Antrag auf energische Förderung des Genossenschaftswesens wird einstimmig angenommen. Eine Reihe Anträge auf Neubestätigung des TchnirvöboykottS und die Resolution gegen den AlloholismuS werden den Parteigenossen zur Berücksichtigung empfohlen. Di« Anträge auf Einführung einer Weltsprach«, namendlich für die sozialistische Internationale,»Verden den» Parteivorstand überwiesen. Eine Resolution, die den Ausgesperrten des Berliner ZeitungSgewerbeS die Sympathie auSspvicht, ist sachlich überholt, sie wird indessen angenommen, da sie im all- gemeinen erklärt, daß die gegenwärtige Wirtschaftslage Abzüge vom Lohn nickrt gestattet. Es folgt di« Bestinrmung des Ortes des nächsten Parteitags. Borgeschlagen sind: Altona, Kiel, Düsseldorf und Mannheim. Di« Auswahl bleibt dem Parteivorstwnd und dem Parteiausschuß über- lassen. Die Kontrollkommission hat zu ihrem Boisitzenden D r ü hne gewählt. Damit sind die Arbeiten des Parteitages erledigt und«» folgt hoch die Partei! Hermann Müllers Schlußrede: Er dankt den Kasseler Genossen fiir die Aufnahme und fährt fort: Der Parteitag hat sachliche Arbeit geleistet. Wir wollen es an Sensation mit Halle nicht aufnehmen. Auch bei»rnS hat es Gegensätze geyeben, das darf und muß sein, aber sie werden kameradschaftlich ausgetragen. Nur so kommen vür vorwärts. In Halle ivar Kameradschaft nicht mehr vorhanden.(Sehr richtig!) Rechter und linker Flügel haben sich gegenseitig beschimpft, rv-ir aber bcfmden uns in aufsteigender Entwicklung. Da? neu« MtttetlumgSblatt der Linken in der U. S. P. nermt die .Freiheit".eine neue Giftspritze".(Hört, hört!) Damit hat die .Freiheit' zugegeben, daß sie selbst die alte Giftspritze ist. (Sehr richtig!) Wir sind so stark geblieben, weil wir bei der Spal- tung unserer Partei das Gift aus dem Partcikörper ausgeschieden baben.(Austimmung.) DaS ist daS einzig Erfreuliche an der sonst so bejammernswerten Spaltung. Frau Z i e tz hat in Halle unge- heuerliche Angriffe gegen uns gerichtet. Wir sollen am 13. Januar vom Fenster des Reichstages auS dem von uns veranstalteten Blut- bad ruhig zugesehen haben. Das ist einfach gelogen.(Hört, hört!) Mitglieder der Regierung waren damals von der Frivolität und Feighsit der Anstifter dieser gewissenlosen Demonstration gleich- mäßig überrascht. Frau Zietz hat»veiter behauptet, di« Unab- hängigen hätten beim Kapp-Puisch z u e r st pie Parole des General- stveiks ausgegeben.(Lachem) Auch daS ist eine GefchichtSfälschong. Die Unabhängigen haben den Kapp-Putsch genau so verschlafen wie die Revolution vom 9. November.(Sehr richtig!) Bereits auf dem ersten Rätekongreß ist festgestellt worden, daß die Unab- hängigen die Revolution auf den 11. November festgesetzt hatten. Sie brach dann am 4. November in Kiel, am 6. in Hamburg, am 7. in München und am 9. in Berlin aus. Und auch in Berlin wurden die Unabhängigen völlig überrascht. Hofft „die klcineSchäkerin von Halle" s Große Heiterkeit.) durch ihre Lügen beim AuSeinombeibersten der U. S. P. die Arbeiter bei ihrer Fahne zu halten? Sie»vird sich täuschen! In immer steigerrdem Maße werden die Arbeiter zu uns komme», weil sie wissen, daß unsere Partei für sie arbeitet, daß wir immer nur da? Mittel zur gesteigerten Vertretung der Arbeide»- mtevessen sind.(Sehr wahr!) Das ist besonders notwendig, wenn die Partei gegen ihren Willen und durch die Verhältnisse ge» zwunyen an einer Koalitionsregierung teilnimmt. Nie- mand sieht die Berechtigung mehr ein als diejenigen, die den Di»»- gen am nächsten stehen, die Minister, die unsere Partei in die Regierung gesandt hat. Niemand von uns hat Sehnsucht wieber in die Regierung einzutreten. Nur zwingende Gründe könnten die Partei dazu veranlassen. Man hat in diesem Zusammen- hang viel von der Zwangläufigkeit der Verhältnisse gesprochen, die der unglückliche Ausgang des Krieges mit sich gebracht hat. Wir spüren täglich die Fesseln deS Versailler Friedens(lebhafte Zu» stimmung), aber wir dürfen uns deshalb nicht zum Fatalismus treiben lassen. Wir sind dazu da, di« Ditige zu ändern, unb unser Volk ist verloren, wmn wir sie nicht meistern könnem (Lebhafter Beifall.) Wir haben Richtlinien für die Rettu»»g unseres Volkes und für die Sicherimg der Arbeiterklasse aufgestellt. Wir haben damit unserer Pflicht genügt, Wege zum Ziel zu suchen, aber in einer Zeit, in der die ganze Welt revolutioniert ist, kann man nicht alles a»rf Richtlinien abstellen.(Sehr tvahr!) Der Re- voluKonSprozckß»st noch lange nicht abgeschlosseil.(Vielfaches Sehr richtig!) Täglich können in der Uniwälzung des«uro» pKschen Wirtschaftsleben» neu? Tatsachen auftreten, die uns zwingen, Umwege zu machen. ES können sich aber mich Dinge ereignen, die den Weg kürzen helfen. Hauptsache istz daß wrr nie daS Ziel aus den Auge» verlieren. s Bravo!) Und wenn die Verhältnisse so stark werden!, daß st« alle Wegweiser umstürzen, bann wirb der wissenschaftliche Sozialismus als Kompaß mrS vorwärts führen zum Ziel.(Lebhafter Beifall.) Wir hakten fest am wissenschaftlichen Sozialisnrus, das hat die Programm» Debatte gezeigt, aber wir halten auch fest an der Ansicht, ine schon Wilhelm Liebknecht ausgesprochen hat, daß Reformen und Endziel keine Gegeusätze find.(Sehr tvohrl) In diesem Sinne haben»vir zu einzelnen Reformfragen Stellung genominen und den Weq gewiesen, um auS dem fürchterlichen Elend herauszukommen. Die Kernreform der nächsten Zeit»st die Sozialisierung, und wir haben keine Zweifel daran gelassen, baß Kohlengewinnung, Kohlenverteilung. Stahl- und Eisenerzeugung fiir Bollsozialisierung reif sind.(Leb- Haft« Zustimmung.) Auf diesen Gebieten können wir uns nicht mit irgendwelchen Zimsdienreformen abspeisen lassen, die nie- monden etwas nutzen, auch dem Unternehmer nicht. Die Sogiali- sierung ist nottoendig. um die Arbeitstveubigkeit zu steigern und die Produktion zu heben,«nd davon hängt Deutschlands Leben und die Wiederguiwiachung ftir Europa ab. Die Kohl« ist di« Grundlage aller Industrien, und wir kommen auch aus dem Fi» namz- und Währungselend nicht heraus, wenn wir nicht in alle» Industrien zu Höchstleistungen der Arbeiter und Angestellten ge- lange.».(Sehr wahr!) Auch in der Landwirtschaft muß es mit der Sozialisierung vorwärtsgehen, zunächst bei den großen Privat- wastmitgen. Wir müssen die Stützen der Reaktion auf dem Lands brechen und werden damit gute Erfolge erzielen, nicht nur bei den bevorstehenden Wahlen im industriereichon Sachsen, sondern auch in Preußen. Nach den Erfahrungen, die daS Volk mit der rein- bürgerlichen Regierung gemacht hat, vertraue ich fest auf neue Siege.(Stürmischer Beifall.) Für eine preußische Reaktion ist im neuen Deutschland kern Platz.(Sehr tvahrl) Einmütig haben wir uns für die eine und unteilbare deutsche Republik erklärt.(Erneuter Beifall.). Die junge Republik hat ihre Anziehungskrast erwiesen. Die Abstimmungen in Schleswig, in Ost- und West- Preußen haben ihre werbende Kraft gezeigt, und die Abstimnnrng in Oberschlesien wird hoftentlich mit dem gleichen Erfolg« für Deutschland und die deutsche Arbeiterklasse enden.(Stür- mtscher Beifall.) Ich dank« hierbei auch an die KSrtner Deutschen (stürmischer Beifall und Händeklatschen) nad will haften, daß der Völkerbund daS SelbftbestimmungSrecht unserer deutschen Brüdoc in Oesterreich und der deutschen Südoftmark achtet und dies« sich bald mit der deutschen Republik»ereinigen könne»».(Langmv- haltender Beifall und Händeklatschen.) Daß wir dies« Republik zu schützen bereit find, kerben wir an den Iden des März gezeigt. Beifall.) Die Republik kann nicht. wie Cäsar, durch Dolchstrche getötet werden. Leider sieht man die Zeichen der Republik noch diel zu wenig. In den öffentlichen Lokalen hängen und stehet noch überall Kaiserbiider und Kaiserbüsten. Ich kann es begreifen, daß die Bourgeoisie, als es ihr gut ging, mit dem Kaiser zufrieden lvar, aber ich kann es mir nicht vorstellen, daß jetzt noch starke Sym» pathien, selbst in nationalistischen Kreisen, für den feigen De- serteur, den entthronten Narren bestehen. Die ästen Bilder hängen nur nach dem Gesetz der Trägheit(sehr wahr!), denn eine Begeisterung für diese degenerierte Hohenzollernfamstt« ist dock, un- möglich Aber so lange so often und so zahlreich monarchistische Symbole auShärrgen, wird unser« Arbeit für die Revision de? Ver- sailler Friedens gehemmt und geschädigt.(Lebhafte Zllstimmung.) Die deutsche Republik hat bisher»veder eine republikanische Na- tionalhymne,»»och einen Nationalfmertag. Unser 1. Mal soll einmal gafttzlickvr Feiertag werden, afrsr nicht von der Gnade der bürgerlichen KoalitionSregierutt« der deutsch»» Volks Partei. (Sehr gut.) Am 1. Miri muß daS Proletariat mobil gemacht werden, damit es mich auf dem Lande der Reaktion zeigt, daß wie unS auch durch ihren„Selbstschutz" nicht bangemachen lassen. (Sehr ivahr!) Die Junker sollen wissen, daß sie mit dem Feuer) spielen, wenn sie«inen neuen Putsch versuchen.(Lebhafte Zu. stimmung.) Wer diese Republik mit Gewalt beseitigen will, der ist vogelfrei.(Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Die Mai- seier muß in Stadt und Land den Gradmesser unserer Kraft bilden. Die Maifeier ist da« einzige, was den sozialistischen Pur- teien»»och gemeinsam ist und deshalb müssen wir sie besonders hochhalten. Wären die Arbeiter in allein so einig, wie bei der Mai. frier, sie würden unwiderstehlich sein.(Lebhafter allgemeiner Aeifall.) Im Inland: und Auslände hat man unsere Partei oft totgcsa»«: sie hat all« Stürme überdauert und wird auch»rmter de« Beweis lirfern, daß sie«« v e r w ü st l l ch ist. Jetzt sind unS die ver- treter der vrudrrpartrieu, ist un» die Zweite Internationale dankbar dafür, daß wir auf dem Boden der Demokratie unser« sozialistische Partei s» stark erhalWn haben und sie in geschlos- feuer Stärke mit den Brudrrparteieu de» Auslandes wieder vereinigen. Jetzt wollen wir ewig zusammenbleiben für die Sicherung de» Friedens der Weit«nd den Wiederaufbau der MenschhritSkultur. In diesem Sinne fordere ich Sie auf, mit mir einzustimmen in ein Hoch auf die iutrrnativnale völkerbefreiendr Sozialdemokratie! Di« Delegierten haben fich erhoben und stimmen begeistert drei- mal in den Hochruf ein. Dairn stimmen sie die deutsche Ar- Heitermarseillaise an, die brausend durch den großen Saal schollt, »rnd singen außer dem ersten Per? zum erstenmal auf einem deut- schen Parteitag auch den dritten Der», der das freubige Bekennt- nis zur Deirwkratie uird zum gleichen Recht für all« Men- schen enthält. Vorsitzender Hernrann Müller: Der Parteitag ist geschlossen. Stürmischer Beifall dankt dem Präsidium und verkündet die hoffnungsvolle Vefriadigung der TÄegierten über den Verlauf dcs( Parteitages. Schluß: Li Uhr. Trl!lot»5cI»liipter (Jumper) TransportableÖfen BERLIN C, Sparufäaer Str, 16 Gegründet I8i5 BERLIN C Königstr. lUH Wirkwaren kleiöerstosse Seiöe u. Samt tzanösthuhe Mira. Schlüpfer«u« reinwollenem T rlkot, (arbig btück. .285- Dar«. Schlüpfer am reinwollenem Trikot, (arbig OQtS Stück.... Herren-BamkleiJer Trikot mit warmem_ A Futter, MittelgröBe. iJb.üü Herren-Stricltjaclen Halbwolle.graumeliert 45.00 Sel»lupfl>einklat(ler (öl Damen, marine__ �- Trikot, Winterqualitkt 29.50 Blusensckoner Reinwo le,»cbwarr,_ Ocker farbig......... 42.50 Kinder- Leikkooekea meliert. 60-90 cm lang 12.75 Sweater- Anzürfe Reinwolle f. 1-9 Jahn''»50 Damen— Strü»npfe achwan Baumw.IWinlerquaIitSt 22. 50 Reinwolle............ 28 75 BlusenstoHe(arbig geatreift. 70 cm. Mit. 19.50 h. 38.00 Karierte Stoffe Schotten, 90.|30em,M 39.00b. 78.00 Reinwoll. 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Es ist ihr gelungen, die gcheimniSpollen Zufammtn« hänge zwischen den verschiedenen Leichenteil funden im Landwehr« !aml, die zunächst unentwirnboo�sch.enen, festzustellen und die Persönlichkeit der Toten, die in der Tat das Mordopfer eine? Sadisten geworden ist. zu ermitteln. ES handelt sich um ein in der Friedenstraße wohnhaft gewesenes 33 Jahre altes Straßen- madchen Frieda Schubert. Der Täter hatte die Leiche zerfetzt und zerstückelt, so daß eme Feststellung der Personlchkeit der Toten fast unenoglich schien. Aus den ausgefuird'nen Leichenteilen rvar ursprünglich kaum feststellhor, cd xs stch un, eine mannliche oder weibliche Person handelt. Nur kleine Merkmale an der Haut des Leibes, die Gerichtsarzt Modizinalrat Dr. Stoermcr als Schwanger- schaftSnarden erkannte, wiesen daraus h.n, daß es sich um ein Mädchen handelt. Der lohte Fund. M dem, wie wir herichieten, auch ein« at* getrennte Hand lag, brachte eine weitere sehr wesentliche Ausklärung. Wie wir mitteilten, wurden die Finger der Hand dakthlos kopiert, und so gelang es, die Person der Toten fest- zustellen, ein neuer großer Erfolg des vorzüglich eingerichteten Er- tennunaSdienstoS der Kriminalpolizei. Die To!e ist eine 33 Jahre alte aus Dresden stammende Frieda Schubert, die in der Friedenstraße wohnte. Krimonalkomm-iffar Lehnerdt, der mit der o leren Aufklärung des neuen Kapitalverbrechens betraut ist. ' eilte weiter fest, daß die Schubert ein Straßenmädchen ist. das eit Sonnabend abond rrm 8!-$ Uhr au» ferner Wohnung svur- los verschwunden ist. Die Schubert, die in der Gegend des schlesischen Bahnhofes Mäituerbekanntschaften zu machen sucht«, st't in ihren Kreisen wegen ihre? dreisten Auftretens seh: bekannt. Wahrscheintch ist das Verbrechen bereits in der Nacht vom vir- oangenen Sonnab'ntd zum Sonntag verübt worden. ES liegt -weisellos ein sadistischer Mord vor. Die Zerstückelung der Leiche, «, wie wir schon mitteilten, in der robeiten Weise vorgenommen vo-rden ist, muß unbedingt in einer Pri vatbrhausung vor» genommen worden sein. Zur Verpackung Oer einzelnen Leichen- edle hat der Mörder braunes Packpapier und starken. -nrhrmalS geflochtenen H a n fb i n d f a d e n benutzt. Papier und h-indsaden scheint er sich eigens zu dem Zweck gekauft zu haben, 'vabrscheinlich erst nach der Tat. Geschäfte, in denen diese Sachen gekauft worden sind, werirn gebeten, darüber Mitteilungen zu machen. Ebenso werden alle Personen, die die Schubert kennen Und über ihren Verkehr irgendwelche Witteilungen wachen können. ersucht, sich umgehend bei Kriminalkommissar Lehnerd:, wdn» mög, lich noch heute Sonntag vormittag, im Zimmer 80 des Polizeipräsidiums zu melden. Diskretion wird ans Wunsch zugesicho«t und Fabrkonen erstattet. Die ausgesetzte Belohnung von OOOO Mark wird am dse Personen aus dem Publikum verteilt. die zweckdienliche Angaben machen. Pielle.cht ist auch in irgend- einem Hause das Berbrechen wahrgenommen oder beobachtet war, cvn. wie ein Mann mehrere in braunes Packpapier eingewickelte Pakelc fortgetragen hat. Tie Schubert, die die sächsische Mundart sprach, war nur 1�6 Meter groß und hatte dunkelblondes Haar. Bei ihrem letzten Aus- gehen, trug sie einen tierdunkelblauen gerivpton Cheviorrock, einen schwarzen, bis an die Knie reichenden Pchmtel mit Gürtel,«inen schwarzen Strohhut, der vorn mit zwei bochstebenÄen schwarzen Relberstielem garniert war, und schwarz« Schnürhaibschube. Bei sich trug sie eine schikfsarbene Handtasche aus Segtlleinen. Bei' den Leichenteilen am Luisenusrr wurde auch ein Stück eines- M ä n n e r t r i* o t b e m d e Z gefunden, das jedoch nicht der Totsn gehörte. Es trägt ein Wäschersiabzeichen. einen roten Anden, der � acgefärbt ist und den Stempel F. A. R. 11 sFeldartillerieregiment Nr. 11).' Wäscherinnen oder Waschaustalton, die dieses Wäsche- zeichen haben oder sich entsinnen, ein Hemd mit diesem Stempel gewaschen zu haben, werden ebenfalls ersucht, sich umgehend bei Lr: in i nalkomm i ss ar Lehnerdt zu melden. Oer Spanöauer Millionenraub vor Gericht. Der Diebstahl mehrerer Millionen rumänncher Lei in der Spandauer Zitadelle gelangte gestern zur Verhandlung vor der t. Strafkammer des Landgerichts III. Allgemeines Aufsehen er- regt« seinerzeit die Nachricht, daß aus der Spandauer Zita- d e kl e etwa 47 Millionen Lei gestohlen worden seien. Es hon- delie sich um Geldscheine, die in Deutschland hergestellt und für die Armee Mackensen in Rumänien bestimmt waren. Die Zita- Kreisversammlungen. Mittwoch, den SO. Oktober, in folgenden Lokale«: Thema in allen Versammlungen: öerichterstattuag vom Parteitag. l. Wahlkreis. Berlin Mitlc: 7 Uhr, Aula des Sophien-Real- gymnc.siums. Steinst,. 31 34. 2 Treppen. 4. Wahlkrciö. Prenzlauer Tor: 7 Uhr, Biaueui Königstadt, Scvönhauser Allee 11/12. 0. Wahlkreis. 7 Uhr, Kliem.s Festsäle, Haienbeide 12/13. 8. Wahlkreis. Spandau: 7}l2 Uhr, Meiropolsöle, Schönwalder Snaß« W/ö8. 0 Wahlkreis. Wilmersdorf. Viktorio-Luiseschule, Uhland-, Ecke Gasteiner Straße. 10. Wahlkreis. Zehlnidorl. Restaurant Lindenpark. 12. Wahlkreis. Steglip. Aula der Nealickule. Florastraße, Ecke Stubeniauchplatz. 14. Wahlkreis. Neulölln, Schultheiß- Ausschank, Hasenheide lWinrerrarten j. 13. Wahlkreis. Nil-del'chöneweide. Schulaula, Berliner Str. 31. 10, Wahlkreis. Eöpenick. Siadttbeater. Am alten Markt. 17. Wahlkreis. Lichtenberg. Cäeilikii-Lyzeum. Ralhautstroße. >0. Wahlkreis. Pankow.(Zioßer Sitzungssaal deS Rarbauie». 20. Wahlkreis. Reinickendorf-Ost, Restaurant RheinAold, Hau«- otlenstraßo 43. Dienstag, 10. Oktober. 3. Wahlkreis. B.rlin, Fiiedrichshain, Comem'uSiäle. Memtler Straß« 37. 7. Wahlkreis. Charlottcnbnrg. Volksbaus. Rofinenstr. 8. Donnerstag, 21. Oktober. 2. Wahlkrc s. siirchncr Sberrcalichnle, Zwinglistr. 2(Tiergarten). 3. Wahlkreis. Wcdding. Aula des Schiller-LyzeumS, Pank-, Ecke Böttckerstraße. � Freitag, SS. Oktober. 2. Wahlkreis.(Tiere, arte« 3. und 4. Abteilung.) Rationalhof, Bülownr, 37. Dienstag, SO. Oktober. 20. Wahlkreis. Rcinickcndorf-West, 7 Uhr. Lokal wird noch an- gegeben, 18. Wahlkreis. Weißensee, Berliner Hof. Longhansstraße 1, am Äntonplay Mittwoch, 27. Oktober. 16. Wahlkreis. Friedrichshagen, Lokal von Schulz, Friedrich- straße 8l. 1Z. Wahlkreis. Schönrberg, Hohenzollernschul«. Belziger Straße 48/52. 11. Wahlkreis. Friedenau, Bürgeriaal de« Rathauses, am ---------Pamerptatz.----------......— ss belle bzv!. der Juliutturm, wo die Scheins in HolzJisiMi zu j« 5 Millionen Lei lagerten, ist offenbar von mehreren Diebe S» g ru pp e n bestohlen worden. Di« jetzt zur Verhandlung stehende Anklage richtet sich gegen den bisher unbestraften Händler Heinrich Peschges, den frübe- reit Former Paul Kühn, den Dreher Paul Elsner, den Zi- garrenhändler Lea Denra, die Eb�fran W« n t a, die Ehefrau Peschg es. den Plötiereibesitzer Erich Urban. Die Angeklag? ten Peschges, Kühn und Elsner sind des gemeinschafilichen Ein- brucbSdiebitallS beschuldigt, Wenta der gewohnheitsmäßigen Heh- lerest die übrigen Angeklagten der Hehlerei bzw. der Anstiftung, der versuchten Nötigung uiw._ Die, Vernehmung des NlngeAagten P c s ch g e? mußte u n- terbrachen werden, da P. von einem h y st e r i s ch e n Wut- kramps befallen wurde. Er ftürzie in der Anklagebank zu Boden und schlug mit Händen und Füßen um sich, so daß er kaum zu bändigen war. Die hierdurch entstandene Ausregnng haue zur Folge, daß auch der Angeklagte E I S n e r von einem ahn- lichen Anfall heimgesucht wurde. Die Verhandlung mußte aus Ersuchen des GescngniSarzteS Dr. Hirsch auf längere Zeit unterbrechen werden. Nach Wiedereintritt in die Verhandlung spielt« PeschgeS den wilden Mann und gab allerlei konfuse AnNvorren. Um eine Ver- tagung der ganzen Sache zu vermeiden, beschloß da? Gericht, erst die übrigen Angeklagten zu vernehmen. Es ergab sich die Not- wendigkeit eines Lokaltermins, den das Gericht beschloßt am Montag, um 10 Uhr, an der Spandauer Zitadelle abzuhalten. Keine Stromgefährdung für Berlin. Die Sicherung einer einigermaßen ausreichenden Beliese- rung mit elekiru'chem Strom für Groß- SV-tin ist zum guten Teil davon abhängig, daß das Reich aus der großen Zentrale in Biiterield die gleiche Menge wie in den letzten Monaten deS JabrcS, etwa 40 000 Kiloivait, nach Berlin überleitet. Die Möglichiert, daß das Reich etwa ein Viertel des bisher nach Berlin geiieierten Strome« nach dem Freiitaat Sachsen an die Stadt Le'pstg abgeben wolle, bat in den Kreisen der Berliner Arbeit- nehmer und Arbeitgeber die größie Beunruhigung hervorgerufen. Durch Verhandlungen rrnl dem preußiichen Handelsministerium uno dem Reichskohlenkommissar ist eS jetzt gelungen, den Reichskohlenkommissar von den schweren wirtschasllichen Nachteilen zu über-eiigen, die eine Siromminderung für Groß- Berlin zur Folge baben würde, Der Neichskohlentommissar hat darauiein dem preußischen Handelsminister zugeiagt, daß er unter allen Umständen Odrairs dringen werde, daß die Strombeliese- rung auch fernerhin im bisherigen Umfange aufrechterhalten bleibt. Ter Reichspräsident i», Johannisthal. Ter Reichspräsident be- suchte gestern die Anlagen der Deutschen Luftrcederei in Begleitung deS ReichspostministerS GieSberls, des Staatssekretärs Honiel, deS Ministerialduekiors Dr. Meißner und deS Staats- fekrelär« Euler vom Reichslustamt. Aktendtebktahk. Auf der Fahrt zum Landgericht 1. Grunerftraße, wurde einem(Serichtsaskesior auf der Stadtbahn in dreister Weise eine Handlaich« eiilwendet, die«. a. mehrere Alien de» Landgerichts I enthielt. Der Tä:er sprang aus der geöffneten Tur des RebenaSleilS aus dem Zuge vnd konnte entkommen, obwohl er erkannt wurde. Der Finder der für Dritte wertlosen Akten wird ersucht, sie gegen Belohnung bei der Gerichts» Ichleideret der 10. Zivilkammer. Landgericht Gruncrftraßc(Bahnhgs Alexanderplatz) 1. Stock, abzugeben. BezirkSbildungsausschust. Theatcrausführungen:»Die Weber- tm Zentral-Tbeater, Alte Aakobilr, 31/32, nachmittags 3 Uhr. Eintritt einschließlich Kleiderablage und Thegterzetiel 3,30 M /Kalten sind noch bei dxn Kontrolleuren am Eingang des Theaters fzu haben.— Soziall kl ijche Kildungsschule Am Sonntag, den 17. Ok- tober, beginnen solgeiide Vortragsreihen:«DaS Ersiirter Vroaramm". Hörgebübr 6 M., Dr. Lobmann, Aula 0er 60. GememOefchuIe. Klaffe G, Franliurler Ätr. 6, abends 7 Uhr..EnrwickelungSgejchichtc des Sozialismus", Arbeiterieiretär Hermann Müller, im Saal der jimituchen Sprechstunde. LinOenstr. 8, abends 7 Uhr.(Für Funglozialisien Hörgcbühr 3 R.).Staat und Kommune". Dr. Bruno Boichardt, im Zentral-Jugendheim. Linden- straße S. atenps« Uhr.(Für Frauen HSrgcbübr 3 M.)— Nieder« ichönbausen:.Geschichte deS Sozialismus", Dr. Max Schulte, abends 7 Uhl im Eelangslaal der 1. Gcmeindeschule, Blankenburger Str. 7 t, kl. Zimmer lg. Hörgebühr SM.— Steglitz:.Die politischen Parteien und ihre Proaiämme*, Redatteur Erich Kuttner, Gymnasium, Heesestrasic(Unter- setiznda 0). abends 7 Uhr. Hörgebübr 6 M. Sonntag, den 3l. Oktober: Einsührungsabend zum Rich ard- Strapß-Konzert in der Festhalle des Berliner Stadthauses. Eingang Kloklerstraß«. Beginn abends 7 Uhr. Vortiag mit Demanstrationen am Klavier: Pv. Aljred Guttmann. Eintritt 0,75 M. I« Zoologischen Garte».schreien' jetzt die H i r i ch e. Das hat bei ihnen etwas Besonderes zu bedeuien. weil unser Rotbirich und seine Bersyandten diesen tief brummenden Rus nur zur Brunslzeli, d. h zur Foripfkänzungszeit Seplember— Oklober ei schaUen laffea. Die Nachmittags- lonzcitc deginnen jetzt täglich um 1 Uhr und dauern«in den Wochentagen bis 7 Uhr, Sonntags bis 10 Uhr abends. Sonntag großes Konzert der Kapelle der Balm er Sicherkcilswedr unter Leitung von Mnsikdireltor Brase. Eintritt 3 R., Kinder uiiter 10 Jahren die Hülste. Schultheis!- Vaücnhvsor Hand- und Kopfarbeiter? Montag, den lv. Oltover, 50. Uhr, Haienheide, Schnlthciß-Bvaiiem: Versammlung. Tagesordnung: Ist'das Berliner Brauereigewerbc reis zur Sozialisierung? Referent: Dr. Stilemer. Das Lichl der Heimat. k'i Don August yiorichs. Tie stonßen auf der Bühne. Törner spmck). und Dierk s-H, wie tausend Köpfe sich hoben und lauschten.� Er lehnt? an eirsem Versatzsil'ick, an einem dieser dünnen Leinwandgestelle. tzas in grettc? Malerei ein glänzendes Schopf) mit einem » S* 4- r\ IT /\ v4* ,a TT T r, csich>en Park darstellen sollte.... v.«« r-a- Bitter empfand er einen Vergleich: To wie das Volk sich segnügt hatte. Schloß imd Park in schlechten Bildern auf der Bühne zu sehen und sie doch mit seinen Traumen belebte. ,s iittc es auch vom wirklich reichen Leben nus einen schlechten llbtlatsch genossen, nur von fern zugeseben, wie wenige ander« schwelaten. und hatte sich mit seinen Träumen begnügt. Törntzr. der in leidenschaftlichen Säßen seinen Gent ikdem ?'n.zelncn dieser Menge in die Seele goß. trgt mitten in semer Vedc nlit großer Bewegung auf der Bühne zu Dierk heran. „Wer sagt, daß sich die gesamte bürgerliche West gegen uns zusammenschließen wird? Auch aus den Reihen der Gc- bildeten w'rden sie uns zuströmen, wenn wir unser Banner der freetheit entrollen. Herr Ingenieur Folkers. der sich berausgtzarbeitet bat vom gewöhnlichen Arbeiter"—»w da ow Stimmung im Saal umschlug—„cr wird Euch sagen, daß unsere Sache aertzcht ist. daß er bereit ist. ups zu führen, und Fbr selbst wolltet feige sein? Wer sich beugt, der verdient scme Ketten, wer Sklave ist, will der sich wundern, wenn man rh» peitscht?" � � Wilde Rufe gellten durch den Saal, geballte pauste rechten sich hoch. Tömer faßte TierkS Hand und zog ihn nach vorn: „Jetzt— jetzt!" raunte er ihm zu.„Ihre Stunde ist dal Dierk sab herab auf dies Macr von roten erregten Ge- sichtern das ihn umbrandete— sah all diese Augen, die ihn anstarrten in zitternder Soffnung. Nie hatte er emvfunhen. haß es so viele waren, daß der Strom, der die Menschheit Tag für Tag in die dunkeln Tore der Fabriken trspb. so viele tausend Schicksale.in seme schmutzigen Wirbel zog. In jedeiii dieser Menschen sah er plötzlich daS Elend seines Vaters, das er rächen mußte. Und das trostlose Leben der Mutter, sein eigenes zerarbeitetes Leben— das Blut schoß ihm zu Herzen— die große, gewaltige Tat, die er gesucht hatte— hier war sie! Rächen und befreien! Da fühlte er eine ungeheure Kraft in sich und eine jubelnde Sicherheit. Er trat ganz vor an die Rampe, er reckte die Arme hinein in diese Menge, und die Worte strömten ihm von sesbit auS der Brust. War daS seine eigene Stimme, die donnernd bis in die fernsten Winkel drang? „Mut! das ist es. was uns gefehlt hat. Mut. eimml die Wüste zu ballen. Mut. mit den jrüßen zu stampfen und zu fordern, statt immer zu betteln! Die Macht-haben wix, weil wir die Menge sind, di? ungeheure Menge, die man vertrieben hat von der weiten, schonen, grünen Erde und hineintrieb in dunkle Mauern und Löse. Haben wir nun auch den Villen. unser Recht zurückzufordern! Und haben wir Mut, Weunde—" er reckte beschwörend die Hände,„haben w'r den Mut!" Ein D urm brach los, der Beifall brüstte und pflanzte sich fort durch d'cht gedrängte Gange bis in©arten und Straße. Die Menge, denen er eben noch ein Gleichgültiger, ja ein Wind gewesen war, bewunderte ihn im jähen Ilmschlag der Stim- mung und jubelte ihm zu. Tie draußen standen, drängten herein, gstes wogte und wirbelte durcheinander, bis durch den Lärm Törners scharfe Stimme erklang:„Abstimmen!� � Wer widersprach, wurde niedergeschrieen. Dorner �stellte die sssragen, und fast einstimmig nahm nun fsine Forde» 0$icrf, nach der ungeheuren Amtvmmmg erschlafft, wußte kaum, was da eigentlich beschlossen wurde. Er fühlte nur. kr hatte gesiegt. Hände reckten sich ihm entgegen, die er lächelnd orückte, dann zerrte man ibn herunter von der Bühne, hob ihn mit nervigen Fausten hoch in die Luft und trug thn jubelnd durch den Saab In wohligem Taumel empfand er die Dank. barkeit, das grenzenlose Vertrauen dieses Volkes und suhlte, wie zum erstenmal in seinem Leben ein tiefes, reines Glucksgefühl seinen ganzen Körper durchdrang. Tief und traumlos schlief er m dieser Nacht. ch Alle großen Maschinenfabriken standen still. r<. Die Fabriken hatten schroff jede Verhandlung abgelehnt (Vestfetzima der Löhne und der Arbeitszeit ausschließlich durch die Arbeiter selbst. Leitung der sisabrik du rcki Vertrauensleute. die durck die Arbeiter gewählt werden solltxn, restlose Ver- teilung des Gewinns an alle Werksangehörigen— me zuvor waren solche Bedingungen ausgestellt worden.. > Dierk hatte mit drei gewählten Arbeitern den Derckwr nui..Ujj i.j—..------------ 1.................—--------------- ' feiner Fabrik ailfgejucht. aber man hatte ihn nicht einmal vorgelassen.' Als er die leeren Hallen, die stillstehenden Räder. die unbeweglich hängenden Treibriemen iah�gab es ihm einen Stich ins Herz.?lber er warf den Kops in den Nacken, ein freieres, glücklicheres Geschlecht würde hier demnächst sckiajfen. Und als er in einer Versammlung am Nachmittag wieder die Menge der Menschen sah, diese unübersehbare Menge, die mir einen Millen hatte, da wußte er, daß sie siegen würde. Wenn diese Masie zusammenlsielt, wer wollte ihr widerstehen? Streikposten wurden ausgestellt, aber sie standen umsonst? niemand fand sich, de.r die verlassene Arbeit fortgesetzt hätte. Die Kessel waren gelöscht, die Tore blieben geschlossen— eine unheimliche Ruhe lag über den Riesenwerken. Dierk hatte die ganzen Tage über viel zu tun. Er schrieb Aufsätze für die. Zeitungen, kurze, kühle, sachliche und andere, di? begeistert das Rccfit der unterdrückten Menschheit-verfochten. Dazwischen waren täglich Versammlungen. Listen wtirden auf- gestellt, mit den anderen Führern mußte verliandelt werden vom Morgen bis Abend war er rastlos tätig. Die Zeitungen hatten sich der Sache bemächtigt, scheinbar sachlich, aber zwischen den Zeilen wurden die Arbeiter ver- dächt igt. Kleine Versammlungen aus der Straße wurden zu großen Unruhen aufaebanscht.— Dierks Aufsätze hatte niemand gedruckt. Er suchte die Schriftleitiingen auf. man empfing ihn höflich, versprach, sie zu bringen, aber am nächsten Tage standen andere Aufsätze da. die offen gegen die Arbeiter gerichtet waren. Ms ein paar Betrunkene, die sicherlich nichts mit dem Streik zu t>m hatten, irgendwo einige Fensterscheiben zerschlugen, brachten die Zeitungen lange Berichte und forderten Schutz durch die Soldaten gegen die Aufrübrrr. Dierk war empört: er verlangte eine Berichtigung, aber sie erschien nicht. Er beschwerte sich bei den Schristleituugen, man zuckte die Achseln. Da begegnete ihm auf der Straße der Ingenieur, untev dessen Leitung er anfangs in der Fabrik gearbeitet hatte. Dierk trat ihm rasch entgegen, aber der sah. kalt an ihm vorbei und tat. als hätte er ihn nie gekannt. Dierk blieb stehen und sah ihm nach. Zuerst bodenlos bestürzt, dann lachte er laut und gellend auf. Mfo so war das? Gut. so wollte er kämpfen. Unb er reckte sich auf, kraftvoll und entschlossen. Jetzt wußte er, daß eS nicht leicht sein würde aber jetzt wollte er erst recht feine ganze Kraft einsetzen. Nun'gerade! (Forts, folgt.) Tl. Quittung. Für Sic Kriea-Zzcrmalmicn üt Krob-Berlincr Lazaretten sandten ierner ein: Saniw.lung der Providentla-VernchoungSangeftellten Hl M, VolkSkraslbund 342 AS, Reich«wirtschaftSverband deutscher Beruf«. soldaten, Bezirksgrutipe SO., tüü M., Arbeit«stube Sch. u. L. 4lX> M., Hermann Cvüin, Nordbausen, 50 M., Ortsgruppe Berlin de« Zentral. verbände« christlicher Maler 4t!, S0 M., Hamburger. Solwger Str., 40 M., Wilhelm Ludwig, Steinmehstr., t0k> M. Kriegsanleihe sowl« S M, Zinsen, Peter Berkessel, Charlottenburg, 5 M.. Personal der Allgemeinen Orts» krankenkasse Adlersbos 142 M.. Sammlung von Angestellten der Darm- städter Bank SS M. Dazu lebte Quittung in Nr. S0Z de«.Vorwärts» 15 043,80 M., in Summa I«1lk.«v M. und 100 M.«rtegsanleihe. /. Ubr im Paradienscarten. Landsberger Allee 155, Sitzung der Parleifunkiiönäre und Beiricbsuerirauevsleule. Werbeausschust sozialdemokratischer Polizeibcamteu. 7 Uhr Haberland« Festsäle, Neue Frledrichstr. 35, Sitzung sämtlicher Ob- und Vertrauensmänner. Empfangnahme von Handzetteln für die Mitglieder-Verilg. am 26. lv. 20. Jeder muß ericheinen oder Vertretung entsenden. Ver- ireier schristiichcn Zlusweis vorlegen. Arbeitsgruppe Treptow-Baumkchulenweg. Genossinnen und Ge- Nossen, die gewillt sind, an dem Kursus des Ge» Wissest über„Volkswirt. schasi» teilzunehmen, werden erluchi, sich zu einer Vorbesprechung am Montag 7>/z Ubr bei Kläber(Vlesferstr. 8) einzufinden. Der Kursus findet statt am Freitag, 22., 29. Okt. u. 5. u. 12 Nov. in der Schule Wildenbruch- straße(Zcichensaal). Hörgebühr sür Gruppenangehörige 3 M., auswärtige 4 M. « Neukölln, 9. Abt. NbieililnqZvorstanS mit Bezirkssü hrer und samt. ruhen Funktionären Dienstag abend 8 Uhr Emserhof, Ems er Str. 102, Ab- rechnuiig der Bezirke. ?ugenüveranftaltungen. Heute'/,7 Uhr abends findet!m Zeniraljugendheim, Lindenstraße 3, 17. Hos III 1 ein Lichtbildervortrag über„Das Wunderland Indien» statt. (rintntt 0,50 M. Montag» 18. Oktober: Königswustcrhitusen. Schule, Kirchpkatz. Mitgliederversammlung.— Süd-Ost. Köpciiickcr Bierrel. Schule, Wrangelstraße 128. Vortrag: .Fremdenlegion». Wietsthaft Rheinisch-Westfälische Kalsverke in Dornap.'» Der Abschlug für 1919/20 stellt sich im Vergleich mit dem Vor- jähr wie folgt: 1919/20 .. 9 80Z 665 M. .. 504 940„ .. 4 S7ö 109„ .. 125 137. Bus aller well. Auf der Grube Franksnholz im saargebret Frühschicht fünf Bergleute durch schlagende Bergarbeiteriod. wurden während der Wetter getötet. Japanisches Geschenk für Llopd Oleorge. Der japanische Bcst- schaiter übermittelte Lloyd George ein prächtiges Paravent (Windschirm), ein Geschenk des Kaisers von Japan. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Arbeiter-Tamaritcr-Kolonnen Berlin e. B. Neue Lebrkurse in der ersten Hilfe beginnen: Montag, den 18. Oktober, 7 Ubr, in der�Schule Annenstraße 2, Montag, den 13. Ostoder, 7 Ubr. in der Schule Schiller. straße 125/27 in Ebgrlotteiibiirg, Montag, den 18. Oktober. 7 Ubr, im dem Realnvmnastilm in Friedrichsbagen. Dienstag, den 19. Oktober, 7 Ubr. in der Schule Withelm'traße in Weitzenlee, Dienstag den 19. Oktober. 7 Ubr, in der Rubensstraße in Scköneberq. Neue Kuriusteilnehmer weiden anige- Nammen. Kursusbeilraa 10.— Mk. Der Besuch de« ersten Abends steht Irei.— Abtlg. Wedding— Prenzlauer Tor: Montag, den 18. Oktober, abends 7 Uhr, Mitaliederversamm!unq. Schule. Bernauer Straße 89/90.— Außerordentliche tM-tgliederversammlung der Kolonne Berlin, Mittwoch, den 20. Oktober, abend« 7 Ubr, im Gammnum zum araue» Kloster. Klosterstraße. Eintritt nur gegen Mitaliedsbuch. Es ist : Pflicht eines jeden Mitgliedes zu erscheinen.— R. B. e. K., Bezirks» griivvc X.O. Montag, den 18. Oktober, abend« 7'/, Ubr, in den Union«. Festsälen, Gre ismatder Straße 221/223, Bollverlainmlunq. Anschließend gemütliches Beisammensein.— Bollsiüriorge. Die BertraucnZleute und sämtliche Fmiktsonäre der K o n s u m g e n o 1 s e n s ch a s t der 1., 2., 3., 10. und 11. Abteilung werden zu den untenstehenden Sitzungen eingeladen. Thema: Der Kamps gegen das vrivate Bersicherungsiapita! durch die Funk- tiovärc der Konsumgenossenickasi. Zleserentcn: Genossen Lobmeyer, Bläsing «nd Jessatb. 18. Ollober. 9. Abt, Lichtenberg. Psarrstraße 74 bei Kurlowski. 18. Oktober. 2. Ab:.. Bertin, Gerichtstraßt 44 bei Fredrlch. 19. Oktober, 3. Abt.. Berlin. Bastianstraße 2 bei Bierbanm. 19. O!tob-r. 10.?lbt.. Cö- denick, Bahnbosstraße 47 bei Kurii«. 20. Oktober. 1. Abk..- tin. Rostocker Straße 42, Bierballen. 20, Oktober, 11. Abt., Adlers uzs. S-di.straße 3 bei Baschin. Beginn 8 Uhr. Fabrikationsgewinn. Zinsen und Pachten. Unkosten..... Zinsen...... Kursveriust......— Abschreibungen..... 663 993 Reingewinn...... 4 844 371 Reingewinn einschl. Vortrag 5 951426 Dividende....... 3 375 000 Dividende in Proz.... 25 1918/19 8 140 727 M. 297 584„ 1420 389, 143 156, 370 563. 774113, 1 521949. 2 253 055. 945 000, 7 Der Bericht sagt: Trotz einer etwa 50 proz. Einschränkung der Friedensproduktion, Hervorgeruten durch Kohlen» und Fach- a r b e i t e r m a n g e l, ist es gelitngen, eine angemessene Verzinsung des Attientapitals zu erzielen. Ebenso klar gestaltet sich die Preisbildung für unsere Erzeugnisse, da wir an den im sozial- und ivirtschaftsvolitiichcn Interesse.dringend erforderlichen Abbau der Verkaufsvre'se erg'r herantreten können, wenn endlich die Forde- rungen der Arbeiter auf Lohnerhöhungen aufhören. Sport. Karlshorst bringt heute a!« Haupimimmcr da? H.e l d e n> Gedächtnis-Rennen, da« über 7500 Meter führt und für das ein Ebrenvre's und 40 000 M. ausgesetzt sind. AI« Hauptanwärter sür den reichen Pres gelten die ihr letztes Rennen lausende Eiders Glorie, die eine Klasse für sich vorstellt und der zähe. 14jähriqe Jrländer Tory Hill II. Im T r o st a u s g l e i ch mügien eigentlich Ribiiel und Orku« vor guten Aussichten sieben' und im Winterpreis Suta und Einbart. Mit Zarin, die auch schon mebr als ihren Winterbaser verdient bat. rechnet man stark im Jagdrennen der Dreijährigen, jedoch lönnen Enzian, Finboge und- 6)alecre ihr das Leben sauer machen. Falls Minor im Hubertus-Jagdrennen an den Start geschickt wird, müßte er cS eigentlich auch gewinnen, während w seiner Abwesenheit stark mit Kiittz und Peredur zu rechnen ist. Im Oktober.Hürdenrennen dürst-n Kronjuwel, Tanz und Daereghem Proben beachtenswerten Könnens zeigen. Im Ultimatum werden womöglich die dreijährige Migneia und die zweijährige Margarete um den Sieg tämpsen. Der Preis der Favoriteu auf der Otpmpiabahn. Mit einem guten Propramm wartet die Olympia-Rodrennbabn am Sonnlag, den 17. Oktober noch vor Torestchluß auf. Ter Preis der Favoriten, ein Dauerminen hinter Motoren über 10>i Kilometer, in zwei Läusen üver 40 und 50 Kilometer bringt tzlpvelbans, Lelvanow, Bauer gegen die besten Holländer Snoel und Vermeer an den Start. Der dreijährige Glimmer brach sich am Donnerslag in seiner Box das rewie Hinte: bei». Er mußte dieserhaib getötet werden. Glimmer, der April 1919 ans der Graditzer Auktion mit 89 600 M. bezahlt wurde, war kein glückliches Pferd._ Wetteraussichten für daS mittlere Norddeutschland bis Montag mittag. Ziemlich kühl, zeitweiie etwas aust arend, jedoch über- wiegend trübe und nebelig. Im Nordosten öfter wiederholte, in den anderen Gegenden mebr vereinzelte, mestt geringe Negenfälle. NW" ZNiges Angedot! So I»nz« Vorrir! 55 45 cla Fettseife...... 250\ Porzelianteller oä 39s 4 AlieiKlMeller i,«m r 2 iSoSSll weiß, hohe Form 2 2 Tassen weiß, Sehe, enform 2" 3" gMsbslltpapISs fett dl cht 2" UNIONsBAZAR c.m.b.n. 14(ieschafte unter gleicher Firma Cliarloiteiibnrjtz, Wilmersdorfer Str. 54/54». lsolierflasclienv.u,.,...18" Elektrisi!lisKocliersr,'l4500 Handwagen mit und ohne Federn in verschied. Größe u. Austilhrung. Großes Lager. Mäßige Preise. Georg Wagner, JJSpenicker Snv. 71. Kein Ladengeschätt. 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Wenn wir in aller Ruh« prüfen, was uns die russischen. Genossen vorschlagen, dann müssen wir sagen, daß ihre Bedingungen ein Ausfluß svezi fisch russischer Phi- I o s o p h r e sino, die den ande.en Ländern nicht eigen ist. (Sehr richtig!) Was die russischen Genossen uns bringen, ist eine russische Internationale. Wir wollen aber eine i n te r n a' i o n a l e Internationale.(Leb- hafter, sich wiederholender Beifall'rechts.) Wir brauchen keine Internationale der Sekten, sondern«ine Internationale der Klassen.(Stürmischer Beifall rechts.) Tvrum sind die Be- dingungen Rußlands unannehmbar für Frankreich, Eng- l a n d und. wie ich glaube, auch für D e u t s chl a n d.(Sehr richtig rechts.) Wenn heute die Anhänger der Bedingungen die Mehrheit haben, so sage ich: Es ist leicht für Euch, die Bedingungen anzu- nehmen,'Kber es wird u n m ö g I t ch sein, sie durchzuführen. (Lebhafter Beifall rechts und vereinzelt links.) Unannehmbar ist für uns Franzosen und wohl auch für alle europäischen Länder die von Rußland empfohlene Stellungnahme zu den GeWerk- schatten. In Orleans bat selbst die Minderheit erklärt, daß sie den Punkt über die Gewerkschaften nicht annehmen könne.(Hört, hört!— Lebhafter Beifall rechts.) Wenn beut« Lo- sowsky sagt, er hätte keine Beleidigungen gegen die Amsterdamer International« ausgesprochen, dann muß kb ihm antworten, daß der Vorwurf der„Gelben' der schärf st« Vorwurf ist, den man dem klassenbewußten Arbeirer machen kann.(Lebhafter Beifall rechts.) Und wenn die Russen sagen, sie wollen die Gewerkschaften nicht zerschlagen, warum haben sie denn.eine eigene k o M m m- n i st i s ch e Gewerkschaftsinternaiionale gegründet?(Sehr richtig! rechts.) Wenn Ihr die Mehr hei: in den Gewerkschaften habt, könnt Ihr auch Lcgien beseitigen. Tann braucht man nickt den ganzen Apparat zu zertrüm- viern.(Tosender Beifall rechts.! Redner wendet sich dann sehr scharf gegen das Agrarprogramm der Bolschewiki, das er für die westeuropäischen Länder als ver- altct und längst übeicholt bezeichnet. Gegen die Bauern können wir nun und nimmer eine Revolution machen, ohne dasselbe zu er- leben wie in Ungarn und in Bayern.(Hört, hört!) Redner wendet sick dann gegen d e Annahme der Russen, daß die Wsltrevolution nahe bevorstel«. Taß sie noch nicht kommt, ist nicht Fehler oder Versagen einzelner jjührer, sondern es fehlen die ökonomischen Bedingungen.(Sehr richtig! rechts.) Aber wenn Sie die Arbeiterschaft spalten, dann säuert die Stunde der Revolution nock viel länger.(Lebhafter Beifall rechts.) Ich sag«: Alle Genossen, die nicht nur die Worte von Marz im Munde führen, sondern Gedanken im Kopf haben, müssen erkennen, daß es nicht möglich ist, überall die Revolution in dergleichen .Weise.durchzufübren wie in Ruhland.(Lebhafter Beifall rechts.) Tort konnte eine kleine Sekte von ein paar hundert Leuten die Führung übernehmen, ober bei uns sind solche kleine Gruppen nicht das Proletariat.(Tosender Denall rechts.) Wir haben gewiß den Willen, uns mit allen Genossen, auch den russischen, zusammen zu- schließen, aber zur Vereinigung gehören zwei. Und wenn die Frau Schwierigkeiten macht, dann muß die Heirat hinausgesck-oben werden.(Heiterkeit.) Darum bitte ich die Genossen von Rußland, die BedingunHcm derart' a b z u ä n d e r n, daß eS dem westeuro- pässchen Proletariat möglich ist, sie anzunehmen und durchzuführen. (Stürmischer Beifall rechts.) Ich schließe mit den Worten von Dkarz: Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Und nicht: Proletarier aller Länder trennt Euch!(Brausende Hochrufe auf Longuei und stürmsscher Beifall rechts folgten diesen Worten. Die Linke schwieg.) Martoff betont in einer persönlichen Bemerkung, daß es zuerst die Kommuni ften waren, die gegen � die Regierung der Menschewiki in schonungslosester W/kise vorgingen. (Hört, hört!) � .Hieran schließt sich eine Kontroverse zwischen Ledebour und Adolf Hoffmann, in der Hoffmann in persönlichster Weise Lede- bour als ein„hysterisches Weib männlichen Ge- schlechts' bezeichnet. Als Frau Toni Sender einen Satz, der aus der Rede Longuets angezweifelt wurde, im genauen Wortlaut wiedergibt, ertönt von der Galerie der Ruf: Raus mit Longuct! Es ist ein seltsames Zeichen, wenn man dem E n k e l�v o n Karl Marx aus einer Persammlung einen solchen Zuruf mache, ohne daß er gerügt wird. der Nach einer längeren Reihe persönlicher Bemerkungen wind Bericht der MandatSprüfungskommissiou erstattet. Von 393 Mandaten werden 36 angezweifelt. Es sind die aus Hannover, Hamburg und Württemberg. Die Mandatsprüfungskommission schlägt vor, die Hamburger Mandate im Verhältnis 7: 3 und die Württemberger 7: 2 auf Befürworter und Gegner zu verteilen, da dort keine Urwah- l e n stattgefunden hätten. Im Anschluß hieran entspannen sich lebhafte Ausein- ander setzun gen. Für die Rechte gibt Rosenfeld eine Erklärung ab, daß sie angesichts des Fehlens einer gemeinsamen Grundlage des Wahlverfahrens auch dem Parteitage eine gemeinsame recht- liche Grundlage abspreche. Es kommt zu stürmischen Protest- rufen der Linken. Ms dem Redner' in schimpfender Weise „Rechtsanwalt" zugerufen wird, antwortet er: Dem Rechts- anwalt Lcvi laufen Sie doch nach!(Stürmische Heilerkeit.) Die Rechte legt zum Schluß„vor aller Welt" feierliche Rechtsverwah- rung gegen. die Mandatverteilung ein.(Beifall rechts, tosender Lärm links.) Demgegenüber spricht Koeaen für die Linke der Erklärung Rosenfellds jede Wirksamkeit ab(Beisajl links) und betont, daß das Recht auf der linken S e i t e' stände.(Lebhafter Beifall links.) Redner beantragt sämtliche Wahlen für gültig zu erklären und wirst der Rechten vor, daß sie die gleichen schmachvollen Mittel anwendet, die die Rechtssozialiften seinerzeit angewendet hätten.(Stürmische Protestruse rechts und Beifall links.) �Redner ruft mit Betonung aus: Wir sind die U. S. P. D.! (Stürmische Proteftrufe rechts, tosender Beifall links.) Weiter erklärt Redner: Alle Beschlüsse dieses Parteitages sind rcchtSver- bindlich.(Stürmischer Protest rechts.) Ein Antrag Adolf Hoffmann auf Schluß der Debatte wird angenommen. AIS es zur Abstimmung gehen soll, scheiden sich die Geister wieder in schärfster Weise. Die Rechte verlangt, daß die angezweifelten Mandate nicht mitstimmen dürfen, was die Linke nicht gelten lassen will. Die Linke muß sich aber durch die Mandatsprüfungskommission überzeugen lassen, daß sie unrecht hat. Als die von der Abstimmung ausgeschloyenen Per- treter die Absicht aussprechen, doch mitzustimmen, ruft Adolf Hoffmann seinen Freunden zu: laßt doch, es langt ja! (Heiterkeit.) Em tragikomisches Schauspiel enKwickelt sich dann, als die Abstimmung vorgenommen wurde und man immer wieder zu keinem oder einem falschen Ergebnis kam. Erst bei Er- öffnung der Nachmittags sitzung wird das Resultat be- kanntgcgeben: ISO gegen 124. Damit sind sämtliche Mandate für gültig erklärt. In der Nachmittagssitzung kommt es zu einer lebhaften Ge- schüftsordnungsdebatte. Ms Theodor Liebknecht(rechts) seine Haltung verteidigen will, wird ihin auf Vermllassung der Linken das Wort entzogen. Vor der Schlußabstimmung über die beiden vorliegenden Re- solutionen beantragt R e m rn e l e- Stuttgart(linksss getrennte Abstimmung, auch über die Leitsätze und die Be- dingungcn. Ebenso fordert er namentliche Ab st im» m u n g über die Resolutionen. Ledebour wendet sick dagegen. Der' 2. Vorsitzende Diltmann triiit den Ausführungen Ledebours bei, was Lärm und Unruhe auf der Linken hervorruft. Der Wort- Ou mußi frieren «NM vir Obnschl-flc» vnllen» W Mit Silfe der � Grenz- Spende sind Ost- und Westpreußen gerettet|| Jetzt L geht e« um Oberschlesien Zanken, Sparkassen, Postämter ff(Postscheck- Konto Lettin Rr. 7Z17S) jgy \ i (Postscheck- Konto Lettin Nr. 73276) nehmen Seiträge für die _ Grenz- Spende Mi» entgegen V«. führe? der Linken. K o e n e n, zieht darauf den Antrag Rcmmele zurück unter der Feftsiellung. daß die Rechie sich drücke.(Stür» misch« Protestrufe rechts, lebhafter Beifall links.) Tarauf wird in die namentliche A b st i m m u n g über die Resolutionen Ledebour uud stöcker eingetreten. Die Abstimmung besiegelt das Todesurteil„der einigen U. S. P." mit dem crtvarteteu Sieg der Moskowiter. Tie Auschlnstresolution Täuinig-Stöcker wurde mit 237 gegen 150' Stimmen angenommen. 3 Stimmen waren ungültig. Erispien gibt als bisheriger Vorsitzender der U. S. P. D. und auf Beschluß des Zentralkomrdces folgende Erklärung der Rechten ab:„Ein Teil diese» P irteitages bat die 21 won der Dritten kommunistischen Internationale vorgeschriebe nM Bedingungen angenommen. Damit hat sich dieser Teil verpflichtet gemäß § 16 und 17 der Aufnahmebedingungen in die aus Grund der Beschlüsse der Kommunistischen Internationale bereits konstituierte K.P.D.-Sektion der Dritten International« einzutreten. Der Anschluß an eine�andere Partei bedeutet aber nach dem Beschluß des Parteitages der U. S. P. D. von 1919, wonach kein Partcigeuoste gleichzeuig einer anderen Partei angehören darf... Die Fortsetzung geht im st ü r m i s ch e n Tumult unter. Als es dem Redner gelingt, wieder zu Wort zu konunem, fährt er fort: Deshalb haben diese Mitglieder dem Interesse der Unabhängigen Partei zuwidergehandelt und den organisatorischen Zusammenhang mit den Mitgliedern gelöst, die auf dem Boden der Leipziger Beschlüsse in der N. S. P. T. bleibe« wollen. Die Versammlung hat mit Annahme der Resolution Däumig-Stöcker anfgehört, Parteitag der N. S. B. D. zu sein. Hier setzt ein>: n g e h e u r e r T u m u l t ein. Alle Delegierten springen auf. Die Linke heult und macht höhnische Zwischenrufe. Crispieu sucht innner wieder zu Wort zu kommen und fordert schließlich die Mitglieder der U. S. P. D. auf, den Saal zu verlassen und als einziger riästiger Parteitag der Unabhängigen Partei sich in einen anderen Sitzungssaal zu begeben. Mit einem Hoch aus die Unabhängige Partei verläßt die Rechte den Saal. Die Linke antwortet unter stürmischem Tumult mit Hochrufen und mit dem Mstngen der Internationale. Nach Sprengung des Parteitages erklärt der Versammlungsleiter Braß und der ehe- malige zweite Vorsitzende der U. S. P. D. Daum ig, daß diese Erklärung des rechten Flügels keine Geltung habe, sondern daß die Mchrheit dieses Parte, tages nach wie vor der Parteitag der Unabhängigen Partei Deutschlands sei. Däinnig verliest darauf eine Erklärung SinowjewS, worin dieser zum Ausdruck bringt, daß das Exekubivkomrtee von d« U. S. P. D. nicht den Uebertritt zur K. P. D. fordere. (Lebbaster Beifall.) Dos Exekutivkomitee ist überzeugt, daß durch das Weggehen der Opposition die U. S. P. D. eine ein» hcitliche Kommunistische Brudcrpartci mit der K. P. D. und alle« wahren revolutionären Parteien bilden wird.(Brausender B«l«lb) Hierauf ergreift Sdnowjew persönlich das Wort und gibt seiner Befriedigung Ausdruck, daß die„Agenten des Bürgertums" dahin gegangen wärer» wohin sie gehören, nämlich zum Bürgertu m. und begrüßt di< neue kommuniftifche Bruderpartei, die er auffordert, eimn Vertreter in das Exekutivkomitee zu entsenden. Das vorhin mitgsteiil!« AibstfmmungSevgeüniS zeigt, daß die Befürworter des Anschlusses an die Tritt« Internationale noch einige Delegierte auf ihre Seite hinübergezogen haben. Der Parteitag der Linken gibt sich sofort einen neuen Vor- st a n d und wählt in das Zentralkomitee als Vorsitzende D ä u m i g tind Adolf Hoffmann, als Sekretäre Stoecker, Koenen, G ä b e l- Potsdam, Berta Braunthal, al» Beisitzer Eich- Horn, Goyer jun., Richard Müller, Martha Arend- s« e. In den Beirat werden gewählt Braß, Remmcle- Stutt- gart, Oelß er-Halle, H e r z fe l d- Berlin. Thelemann- Hamburg, Noack, Boyer- Nürnberg. In die Kontrollkommifsirm werden neben 3 andeven gewählt: Geher-Vater, Deubler, Fries, R« i ch a r d t. Ein Vertreter der norwegischen Kommunistischen Partei über- mrttclt darauf deren Grüße und begrüßt das neue Mitglied der Internationale.— Der Vorsitzende der Kammunistsschen Jugend- organifation in der Schweiz schließt sich diesen Worten an. Die Rechte hat inzwischen sofort eine eigene FraktionSsitzung ein» berufen und für morgin vormittag den Parteitag der U.>orioni,Tnoii..xii3rrirqooacrM:«Kioonwanoooofjxw.nr>i w»»oopooennfWoUW Opernhans. Palestrina. 5 Uhr. Schaaspieliians. JVi* Fuhrmann HenscheL i ühr; Die Journalisten Deutsches Theater. PI, Uhr Wa» Ihr wollt. p/auhr; Einsame Menschen. Montag: Kaufmann v.Venedig Kammersplele. 5tg. Zllt: Frühlings Erwachen, p/sUhr Biielise derPanilora. Montag: Stella. � Sr. Schauspielhans (KarlstiaBel »lg. 2'l, Uhr: Danton(auß. Ab.) Kinig Oedlpus(auB.Ab) Montag: Jedermann. Theater I. d. [öuiggrätzerStraße I Uhr: OestMndnls. /.SUhr: Raaach. Maria Orsaa. Alfred Abel, joh. Riemann, Frieda Richard, {ose Ve dtkirch, E. Dernburg, K. A. Römer.) Montag: Erdgeist. Maria Orska, A.b. Stefnrflck) Jienslag: Rausch. Mittw.; Baumeister Solnesa Albert Sie nbrück, Erika ülässner.) Donnerstaa: Rausch. :rcitag: Mlrandollna. Else Heims, Saliner, Brandt. {iemann. Pröckl. Behmer.) ionnabend: Rausch. ionntag; Rausch. Montag: Erdgeist. KomSdieuhans I Uhr: Der Biberpelz. lUS Uhr: Der Herr Minister mit Max Palienberg Sonnabend, zum I. Male: )ie Sache mit Lola bchwank in 3 Akten m.t Max Palienberg. [Josefine Dora a. ü.). Emmy stürm, Heinz Stieda, Herrn. 'icha, Leonhard Haskel, Herbert Kiper.) Berliner Theater I Uhr; Wie einst Im iMal. '/jk: Der letzte Walzer mit FritziMassary Centrai-Theater P/»: Frail BärbCl(Operette) Dentschea Opernhnna »/tunr: Der Prophet. Friedr.- WIlhelniHt.Th. p/a v.: Holieit die Tänzerin. Kleincis Theater. l'/sU.: Diu Pfarrhauskomßdle. llt.'r: Die Plarrhauskomödie KI. SchBDOpieilinns. P/z Uhr: KnmlHclte Oper p/.: Liebe im Schnee. p/t uhr: Liebe im Schnee. Laatspiolhaas P/t Uhr; Familie Bannemann P/i Uhr: Arnold Riech in Zwangselnquartlerung. nctropol-Theater. Stg. 3 Uhr: Charleys Tante mit Uuido Thielscher. i). Hollandweibcben Neues Central.Theater Die Barne im Frack. kenen Operettenhaan P/� Uhr: Der Obersteiger. P/z u.: Die Csikösbaroness Kenes Tolknthcater p/.uhr Der Biberpelz Rehlller-Thent. Charl. t Uhr: Der Meineidbauer. V] Die guigeschnittene Ecke Morgen: Reitinas Verlobung. Thalia-Theater I Uhr: Die närrische Liebe. p/.u.: Der dumme Franzi. Di. am\roIle>iln(R P/2 Uhr: Der VielgeHebte. 1 uhr; Wenn Liebe erwacht Theater den Westeno P/.Uhr: Die Frau im Hermelin. �DererstenLIebegoilZeit IVallner-Theater IV4 Uhr: Eine Ballnacht. g7: Der Geiger von Lugano. Walhalla-Theater Hachm. 3'/» u abds. 7VtUhr: tiantap. Hartstein il Täglich abends VzS Uhr; Die Freundin filla Durieux, Toelle, Bildt, Albers, Valien tin. Casino-Theater lothringer Sir. 37.— Tgl."/.g; Knorps sei. Witwe und„Anschluß verpaßt". Singspiel mit Viktor Litzek. Neul Ernst Waller, Humorist. Sonntg. 3'/,: DerHausdrache- Blüthner- Orchester f'-owstr. 76. Blüthurrrs-!'. H-uie KliPlZSrt. T-,, Uhr: CWW-»--* Dirigent: S. Meyrowitz. 6ol.: Konzm. LambiaOB(Viol.) Volksbühne 3; Der Richter von Zalamea. 'u.DasKatbchenv.Ileiibronn Lessing-Theater. Direktion: Victor Barnowsky. 3Uhr: Frau Warrens Gewerbe Heute und Montag 2.'! Das Gelübde (Konstantin, Loos, Klöpfer, Lind.) Dienstag 7V,: Liebe. (Lossen, Götz, Loos) Mittwoch T-J,: Das Gelübde. Donnerstag 7; Peer Gynt. (Loos, Grüning, Lossen.) Freitag?>/,: Das Gelübde. Sonnabend 7, zum I. Maie: Flamme. Schauspiel In 3 Aufzügen von Hans Müller. (Dorsch, Grüning, Fe>slng, Hartmann, Hillebrand, Götz, Pröckl, Und.) Sonntag u. Montag: Flamme Deutsches Künstler-Theater 3 Uhr: Pygmalion. Allabendlich V28 Uhr: Die Scheidungsreise mit Max Adalbert und Trude Hesterberg. Täglich abends VaS Uhr: Der Roman einer Frau Rose-Theater. Vi, Uhr: Kater Lampe. «Massage-* 1*� Theater» { Uit<(rticn£inbcn 22/23 J t Dir.: M. Solimann» Ii Uli IDr.EiliolUagser; Folies Gaprice. Täglich VßS Uhr abends: fersieherunggeg. Ehebruch Eine unruhige Nacbt Lea s Ohnmacht mit Ferd. Grünecker. jldtnirals-falast. 3>/z: Die lustige Puppe. 7>/z: Flirt in St Moritz. Morgen: Flirt in St. Moritz. Apollo- Theater Dir. James Klein. 1 | VU Allabendlich V/A Die Sensation der| Wintersaison Orient- Naiura- j listische Ilusstaltungs-Pantom.! in 3 Bildern Harems- Nächte 1! 1 Unt. Mitwirkung von I OH Original- uU Kamerunern Ort Bajaderen- uv Tänzerinnen sowie exotischen Darstellern und die übrigen Okt-Sensadooeii SonntagS1/, Ungekürztes Programm mit Harems- Mäphlnll i s* h --- i Sheotetom�DenliotW Leitung: Herman Haller. Freitag, den 22. Ntober. llvvs. 7 llhr Zum Male: Unter»ersSnlWer MnU Ski MWillen! ervsW 66 ODO vpsrstto in 3 Akten nach T. Schönthan n. Koppel-Ellfeld r. Hcrman Hallcr und Ridcamus Musik toq Eduard Künnedce Bühnenbilder: Emst SteiK In Steno gesetzt von Tänze: Herraan Heuer Robert NeOrel Mitwirkende: Grete Freund Lori Leux Claire Watdoff Erik Wirl Carl Seppert Schütz Milte Huppertz Garnis.- Kirche. Mo., Zä.Gkl�SU. Lrakms' k.: 3. 6.», 12 M. Bote& Bock. A. Wertheim, Küsterei. gequiem Almil am. PI. aw Biüthncr-Orchester, Dir.: John Petersen äKduuUl. VUOr, Soli: Joh. Behrend, y.Raatz-Rockmann. Voraufführung Sonn,'Ärt2e4« WW»»Wa» Konzert-Leitung Hann Adler Blüthnersaal Mitiwoch, den 20 Oktober.abends;'/,Uhr 1. Sinfonie-Konzert m. d. Blüthner-Orchester BEETHOVEN«ABEND H, iE, Theodor Müngersdorf s«i: Alfred Wittenberg Proor.: Otivcrißre l.eonore 3, Smtonie Nr. 7. \To!ii-kor.zeii und Romanzen. Karten 3—10 M. bei Bote& Bock und A. Wertheim. proletarisches I Theater. 20. Okt, 7 Uhr Müllerstr. 142 Genen IweiSetireckeg. für Sowjet-Rüßlanil Uente, Sonntag, SVa und 7 Vß Uhr nur noch bis einsebi. Dienstag/< Uhr Neue Welt(großer Saal), Hasenheide 108—114 I.Opemaafführung.BefithoyeD-Oedenkfeief K7SrlolJrk vper in 2 Akten nilCllU von L. v Beethoven Musikalische Inn B'oph Spielleitung: Herrn. Bach- Leitung; UCU DlCLll. mann(Staatsoper). Solisten: Melanie Kart und Mitglieder der Staatsoper; Marie Escher, Ernst Kraus, Leo Schüfzendorl, Otto Heigcrs, Wäldern. Henke, Karl Ziegier. Karten zu 15.50, 13,30, 11,10, 8,90, 6,70 M.(einschl. Steuer u. Sozialabgabe) bei Bote& Bock, Wertheim und E. Bading, Neukölln. Bergstr. 43. Auleilzeichner bedeutende Ermäßigung! Verlangt Prospekte! 1I2K Winter-Garten Heute! 2 Vorstellungen S'/a Uhr Kleine Preise Kind d. Hälfte! Ii* ühr Variete-Spielplan Rauchen gestattet! nlenspiegel- Kabarett. JHgerstraße 58 Täglich Anfang Vit Uhr: Martin Kettner Edler und Nicki Motfl und Willi Melsel Doa Castella a. das übrige Programm. Nach dem Kabarett; Ball.~V1 Volkskonzerf am Dienstag, 19. Oktober 1920, abends T�Vbr, in der Brauerei KSnigstadt, Schönhauser Allee 10-11, Wagner-Abend. Leitung: Theodor Witt muß. Kapellmeister: Przywarskl mit dem Deutschen Ton- kün Motette: Ich lasse dich nicht— Heinrich Schütz: Zwölfjährige Jesus im Tempel. Motette: Herzlich lieb. Karten zu 5, 4, 3, 2 M. an der Kasse der Sing Akademie. -- bei Bote u. Bock und Wertheim.--- Jesu : Ich m ihrige■ 2637b■ er�J Celly de Rheidt m. ganz neuem Progr. Orosteii.LMa äacha.G. Paula Holl/ Toni von Sukovics I Rehia von Postema I William Semer/ Dick Dougson Robert Klupp Jul. u. Adalbert Lleban Am Flügel: Niklas Kempner Erstkiass. Restauration solide Preise/ Eröffn 7 Uhr. Beginn 810 Uhr B Nollendorf 4156 H Schönheitstänze Tanzkabarett ii Ausschneiden! 3iüolÄos Sondervergünstigang nur für die Leser des„Vorwärts Residenz-Tiieater Trianon-Thcater Sonnta-, 17. OkU 4 Uhr: Der Roman einer Frau, Mittwoch, 20. Okt, 4 Uhr: Rotkäppchen, Donnersta<,21.0kt ,4Uhr: Max und Moritz. Freitag, 22. Okt., 4 Uhr: Rotkappchen, Sonnabend, 23 O* t,4Lihr: Max und Moritz. Sonntag, 2t. Okt, 4 Uhr: Der Roman einerPrau. Mittwoch, 21. Okt, 4 Uhr; Rotkäppchen. Donneistag, 2-.OKt, 4Uhr: Max und Moritz. Fteiug. 29. Okt, 4 Uhr: Rotkäppchen. Sonnabend,30. Okt., 4 Uhr: Max und Moritz. Sonntag, 31. Okt. 4 Uhr: _______ DerRoman einerPrau. Aasschneiden 1 Dieser Schein gewährt zu alten ——--—• oben angezeigten Auflührungen die Entnahme von 1—6 Billetts im Parkett und 1. Rang zum bedeutend ermäßigten Preise Die Ermäßigung beträgt die Hälfte des Kassenpreises. Die Ausgabe der Billetts erfolgt nur an der Theaterkasse am Tage der betreffenden Vorstellung 1 Stunde vor Beginn Sonntag, 17. Okt.. 4 Uhr: Die Freundin. Mittwoch. 20. Okt., 4 Uhr: Struwelpeter. Donnerstag.21 Okt, 4 Uhr Schneewittchen. Freitag, 22. Okt., 4 Uhr: Struwelpeter. Sonnabend, 23 Okt.,4Uhr: Schneewittchen. Sonntag, 24. Okt.. 4 Uhr; Die Freundin. Mittwoch, 27 Okt., 4 Uhr: Struwelpeter. Donneistac.28 Okt.,4Uhr; Schneewittchen. Freitag, 29. Okt, 4 Uhr: Struwelpeter. Sonnabend, 3o.Okt. 4 Uhr: Schneewittchen. Sonntag, 31. Okt., 4 Uhr: Die Freundin. Trabrennen in Marisndorf. Montag, 18. Okt., nachm. 12'/, Uhr; Ö Rennen, u.a.: Christian Schaurte Erinnerungsrennen 20000 M. % Sonntag, 17. Oktbr., nachm. 1 U. • �*£25/ I pn.Rprmar»n.(fnn7orto« yinpimor-Vanolip FprVn Viirnn?. Tfintralminkt riflr FrNrinfistarjt ffir nuto Miwik Str. 514 ♦ 57. Jahvgzng 4. Heilage öes vorWärts Ssnntag, 17. Oktober Geheimnisvolles Walöseben. Von N. G e r i' ch. An einem der i'onnevollen Zao.e, die un>? der Zeptember brochle, lag ich{jeBettet im weichen ä'iooie deS hochstämmigen Kiefernwaldes. Ein felrencs Veigimgen. so spät im Inhre von Hochsommer- leniperaiur umgeben noch einmal mit volle» Ingen Natur kneipe» ?» lönnen. T er Wmd ho.tie voruriltagS leichr otttl Süden geweht, nus einer Gegend, in der»och reine Schlote anfragten und die SClmospbäre mit ihrem C»3!»t verpestete». Taber verhüllte den Horizont kein Tu» st. olles rrot ktar und scharr hervor und der wolkenlose Hinmrel erstrahlte in reinstem Via» von einer Tiefe, Wie eZ in unseren»ordüche» Breiten nur felre» austritt. SSüclch ein Genutz, durch das licht« Grün der hohen Kiefernwipfel hin- durch sich in dieses Blau zu versenken, es mit den Bugen und der Seele zugleich einzusaugen. Der lcile Luftzug war über Mittag ganz eingeschlafen, der Sedoiniee lag Plank wie ein Spiegel da, die ganze?>at»r ruhte in lautloser Stille. Plötzlich sah ich. wie eiuer der starken, trockenen Aeste an der nächst« stehenden Kieser sich heftig auf und nieder bewegte, ganz in der Weise trie Zweige schwingen, wenn ein Vogel sich von ihnen abschnellt. Aber ich hatte keinen Vogel gesehen. JCder waren mir vielleicht, über dem Sinnen und Denken an ver- gangene schöne Stunden, die ich hier einst verlebt hatte, gar die Augen etwas zugefallen: Was für ein Vogel sollte da oben ge- sesien haben? Eine Krähe? Sicher nicht, denn die hätte mit dem Nückstotz beim Abfliegen den stark-» Ast nimmermehr in solche Schwingungen zu versetzen vermocht. Aber welch gefiedertes und geflügeiies Geichöpj konnte eS sonst gewesen fein- Während ich noch darüber grübelte, geriet mit einem Nuck ein starker, trockener Ast an einer anderen Kiefer in die gleiche Bewegung, und als ob ei nur eines Anstotzes bedurit hätte, singen wie auf ein Signal hin immer mehr Aeste an sich in Bewegung zu setzen- Soweit ich den Ufersaum nach rechts und links überblicken konnte. schaukelten sich an den alten hohen Kiefern die starken vertrockneten Aeste, wie wenn sie euren vcrhatzien Zwang abwerfen und sich frer iin Raum bewegen wollten. Im ersten Augenblick war ich über dieles Schauspiel wie man zu sagen pflegt„bafs*. Im Walde aufaewach'en und in steter inniger Berührung mit der Natur alt geworden,— dah Zweige eines Baumes ohne irgend einen Aistrotz von autzenher selbsttätige Be- wegungen auSsühtlen, so etwaS hatte ich doch noch nicht wahr- genommxn. Und die einzig mögliche Einwirkung von außen, ein starker Lnsizug, fehlte gat'zlich. Herrichte doch totale Windstille, so vatz sich weder die kleinsten, elastischen Zweige in den W'pteln de: Kiefern, noch die Blauer>n den Elienbüichen rüdrren. Wie kamen nun ausgerechnet die abgestorbenen Aeste, die man als Sinnbild des Starre». Uubeioeglichen zu betrachte» gewöhnt ist, dazu, sich so ungewöhnlich zu benehmen? Die Uiiachen der Erscheinung konnten nur physikalischer Natur sein. Seit mehreren Tagen schon herrschte eine ungewöhnlich Hobe Temperarnr. Die vom Givkel mit der Sonnenbestrahlung ein- diuigende Wärme machte den Zellen auf der oberen Seite der Aeste ihre aus der Regenzeit Heuuhrende Feuchtigkeit entzogen haben. Die Folge war ein Zusammenrücken der vordem gequollenen Zellen, wie das unmer beim Trocknen des Holzes stattfindet. Die Unelallizilät des starren abgestorbenen Holze? verhindert« eS nun. datz der Ast dieser allmählichen Aenderung in den Geweben der einen Seite mir seiner ganzen Stellung folgte. Die obere Seile zerrte, die untere widerstrebte hartnäckig. Da die Wärme anhielt, wuchs die Spannung immer mebr, bis die zusammenziehenden Kräsie den Widerstand auf Lagenänderung brachen. und der Ausgleich sich mit einem Ruck vollzog. Daher der energische Schwung nach oben, mit dem die Aesie ihre Bewegung begannen. Merkwürdig blieb bei dem Vorgang nur da? schnelle Fortschreiten der Erscheinung von Baum zu Baum. Hatte die ge- ringe Luilerichütteiung bei dem ersten Schwingen, das ich wahr- nabm, hingereicht, um auch bei dem nächsten Baum und dann immet so weiter die Spannung auszulösen? Oder wurden bei dem Ausgleich der Spannung in dem ersten heftig schaukelnden Äste electrische Wellen erzeugt, die sich im Räume fortpflanzten and als Anstotz bei den anderen vielleicht auch schon mit magnetisch-ele'lrischer Energie geladenen Zellen wirkten? Wer will eS sagen, da wir wohl gelegentlich die Wirkungen dieser unS ständig umspielenden Wellen und Ströme sehen, sie selbst aber nicht zu erkennen vermögen, weil uns die Natur jedes Organ zu ihrer Wahrnehmung versagt hat. Gehen wir doch oft genug achtlos an Erscheinungen vorüber, die sür unsere Sinne gerade noch wahrnehmbar sind und bei näherem Zusehen zu höchster Bewunderung iwingen. Das erlebte ich sofort selbst wieder. Bei dem Beobachten der Aeste nahm ich auch einen kleinen. schwarzen Körner zwiichen zwei Kiefern wahr, eine Spinne. Von ihrem Netz sah ich zunächst im Schatten der Bäume gor nicht?. Doch bald darauf siel bei dem Weiterrücken der Sonne ein ganzes Bündel ihrer Strahlen durch ein« Lücke im Astwerk gerade in den Raum, in dem die Spinne ihr Netz auigtipanul halte. Hellauf leuchteten nun die Fäden im Sonnenlicht und hoben sich von dem dunklen Schatten- Hintergrund so scharf ab. datz ich das Werk der Spinne bis in die kleinsten Einzelheiten übersehen konnte. Zunächst siel mir die grotze Spannweite de? Netzes auf. Mir dem Matz meines kleine» Boote?, dessen genaue Länge ich kannte, stellte ich die Entfernung zwischen den beiden Bäumen, an denen daS Netz befestlgr war, auf reichlich drei Meter fest. Eine tüchtige Leistung dsS kl-incn Geschöpfes, so wert die seinen Seile z» ziehen, an die c5 in der Milte die noch viel feineren Fäden des Netzes knüpfte. Spinn« und Mensch, in ihren Körpergrößen gegeneinander gehalten, hatte die Spinn« mit ihrem Werk die van Menschenhand errichteten längsten Hängebrücken weit überflügelt. Was aber noch viel mcdr frappierte als die Ueberwindung des Raumes durch die horizontal gespannten Seile, waren die Befestigungen dc? Netzes nach, oben, unten und schräg nach allen Sciien. Je länger ich diese Bin-- strebungen mit ihren Verbindungen untereinander betrachtete, desto mehr wuchs mein Staunen. Kein Zweifel: such der gewiegteste Ingenieur bätie mft den feinsten Berechnungen nicht besser die Punkte feststellen können, an denen die Befeitiziungen anzusetzen upd dann miteinander konstruktiv richtig zu verbinden waren. Das Ganze war em technisches Meisterstück, das durch die Exaktheit in Anlage und Ausführung auf das geschulte Auge einfach verblüffend wirkte. Hätte ich nicht schon längst gswutzt, daß viele Wexe Handlungen auSfuhrsn. die verstmldeSzemäß Erwägungen voraussetzen, ganz wie wir Menschen sie anstellen, das Werk der Spinnen wurde eS mir überzeugend demonstriert haben. Zweifellos wird die Ver- erbung solcher allmählich erworbenen Fähigkeiten dabei eine große Rolle spielen, ober ihre praktische Anwendung im Einzelfall mit seinen Besonderheiten ist ohne ausgesprochene geistige Tätigkeit nicht denkbar. Das sollte uns bestimmen, der Natur immer mit offenen Sinnen gegenüberzutreten und auch dem Kleinsien in ihr unsere liebevolle Ausmerksamleit zu schenken. Dia geheimnisvollen Fäden, die durch das ganze All gehen, verbinden uns auch mit ihm. wollene Kosttii-nstokfe meliert u. gemustert, Breite 130 cm, von M. Jzßt" an Römische Streifen Fensierliaros u. Liniengtreifen, besonck.--,0 für Röcke geeignet, Br. 130 cm... von M. �O»*' an Schotten kür flinckerkleicker und K'orke, größte Auswahl in schönen Fvrbcnsieiiungen, Breite 100 cm. von vi. an Warme Ratines u. andere Neu- neiten!. iVlorger.t.Ieicker B' 130 cm, von M. h>9»�an Reinwollene Flanelle schöne starke Qual., besond. f. Morgenröcke geeignet, Br.?K)-130 cm.. 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Neuüsbaüsr, Chartottenburg, tVi!ti»er»liotfpc5'tu deren Kandidaten Ottokar Czernin gehört— kräftig den bolschewistischen Lappen schwangen. Man müßte eigentlich annehmen, daß diesem Beginnen um so weniger Erfolg winkt, da die Sozialdemokraten von den Kommunisten seit Jahr und Tag als Bourgeois und Verräter beschinipst werden. Die Kommunisten selber haben auf Befehl von Moskau ihren ursprünglichen Beschluß auf Wahlenthaltung revidiert. So. stehen die Sozialdemokraten zwischen zwei Feuern, sozusagen in der Drecklinie; die Partei, die das Opfer gebracht hat, in diesem grenzenlosen Zusammenbruch zu regieren, ist aber für den Spießer, für den schwarzen wie für den blauen und den allerrötesten, an allem schuld. Dazu kommt noch, daß unsere Genossen die Wiener Stadtverwaltung übernehmen mußten. Zwar hoben sie die Republik gesichert, aber sie haben es der- standen, eine zuverlässig antireaktionäre Wehrmacht aufzustellen. Das ist für den Geldsack ihr Hmiptverbrechen— an der Repicklik liegt ihm ja nichts. So dürsten auch drüben zahlreiche Mitläufer abfallen und die Stimmenzahl der Sozialdemokratie die Stärke ihrer überzeugten Anhänger- wiedergeben. An eine schialdemo krötische Mehrheit ist in dem überwiegend agrari- scheu Alpenland nicht zu denken, andererseits wird Wien eine reaktionäre Mehrheit verhindern. Vielleicht werden die Deutschnatumalen aus der Korruption der Christlich- sozialen und aus der Aufpeitschnng des Nationalgefühls durch das Diktat von St. Germain erheblichen Gewinn ziehen. Das Resultat dürste sein, daß auch weiter irgendeine reine Partei- und Klasseuherrschast unmöglich ist. Aber nicht die Wahlen und ihre Folgen sind die Haupt- frage, sondern die Gefahr für die Republiken Deutschöster- reich und Tschechoslowakei, die von Horthy-Ungarn und seinen französischen Hintermännern droht. Sie schweißt die beiden Republiken zusammen, und daraus können noch Früchte erwachsen, über die man in Pari- staunen und anderswo sich freuen wird. Der Süüslaweneinmarsth befohlen! Belgrad, IS. Ottober.(MTB.) Zur Entsendung zweier sild» slawischen Bataillone in die VolkSabstimmungS'ione Kärnten hat die serbische Regierung der Interalliierten VolkSabstimmungS- kommission mitgeteilt, s i e habe diese Maßnahme getroffen, um der jugoslawsschen Verwaltung in dem Augenblick zu Hilfe zu kommen, wo sie ihre» Dienst der VolksabstimmungSzone ein- st e l I t. Durch die Entsendung der Truppen soll die Sicherheit derjenigen Bewohner gewährleistet werden, die aus ihrer Zuneigung zu Jugoslawten kein Hehl gemacht haben. Trotz dieser Erklärung hat die Interalliierte Kommission die Zurückziehung der beiden Bataillone gefordert. Man beachte: es handelt sich um die reindeutsche Zone A, in der gar nicht abgestimmt wurde. Slagenfnrt, 16. Oktober. lT.U.) Heute wird endlich in allen Ort« schasten eine zweisprachige Proklamation der Interalliierten Kom- Mission mir dem amtlichen Abstimmungsergebnis angeschlagen werden. Die Zahlen lauten 02b sür Deutschösterrrich und 15 278 für Südslawien. DaS AbstimmungSprotololl ist von dem südslawi- scheu Bevollmächtigten vor seiner Abreise anerkannt und unterzeichnet worden. Die südslawischen Zeitungen in Laibach und Belgrad»rklären. daß Siidslawien das Abstimmungsergebnis nicht anerkenne und.beschuldigen die englischen und italienischen Offiziere, 3000 gesälichle SlrnrmzeUel sür Deulschösterreich während des Transportes der Wablurne» in diele hineinge« schmuggelt zu haben. In den südslawischen Städten finden große Demonstrationen und kriegerische Kundgebungen gegen Italien statt, welches verdächtigt wird, bei der bevorstehenden Grenzregulieruug ungerechte Ansprüche für sich zu erheben. Die Interalliierte Kommission hat die deutschösterreichtschen Behörden verständigt, daß die deuischösterreichische Gendarmerie in die Zone A vorrücken und im Falle der Säuberung diese« Gebietes die deutschösterreichischen Behörden bereits am Dienstag wieder die Verwaltung des ganzen Abstimwungsgebieles übernehmen sollen. Sieger Nepp. L» n d« n, 1k. Oktober.-Telunion.) Tie„T a i l y N ew S" berichten, daß sich Paris kürzlich über die hohe» Bezüge der Mit- glieder der verschiedenen interalliierten Kommissionen in Teutschland aufgehalten habe. Nach Angaben der„Dnilq NewS" bezieht ei» Präsident einer interallierten Souimisslo» fünfmal mehr als der deutsche Reichskanzler und siebenmal mehr als der Reichswehr- minister. Ein Oberst bekommt dreimal mehr als der Reichskanzler und viermal mehr alS der Reichswehrminiitcr. Ein Leutnant wird 2'/z mal besser als der Reichskanzler und Zp/,« a l besser als der Reichswehrmini st er bezahlt. Ein Offizier ohne besonderes Kommando erhält 1>/z mal soviel alS der Rcichewehrminister und 5000 M. jährlich mehr als der Reichs- kanzler, ein einfacher Soldat der interalliierten Kommission ebcnsooiel wie der deutsche Rcichswehrminister Die von Teutschland für die interalliierte» Kommissionen z« zahlenden Unter- Haltungskosten betragen schäonngsweise 2 00 Millionen Mark, was zwei Drittel der Unkosten gleichkommt, welche Deutsch- land sür dir Unterhaltung seines Heeres vor dem Kriege jährlich zu zahlen hatte.— Es ist festgestellt, daß fast jeder der den interalli- ierien Kommissionen in Berlin anjsehörcndc Soldat auf Berliner Banken ein schnell anwachsendes Konto besitzt und daß viele Ossi- ziere ohne besonderes Kommando, unzufrieden mit den ihnen von der deutschen Behörde zugewiesenen Wohnungen, moderne Villen in de» feinsten Borortc» der Stadt Berlin gemietet haben. Deutjchlanü liefert. Paris, IK. Oktober.(Havas.) Ter Wiedergnt- m a ch u n g s a u s s ch ii ß teilt in einem' Bericht über seine Arbeiten u. a. mit: Die deutsche Regieninff sei ihren Bcr- pslichtungen aus dem Abkommen von Spn nachgekommen und habe annähernd die verlangte» Quantitäten ge- liefert; im September: 1477 829 Tonnen an Frankreich, 165 262 Tonneu an Italien, 197108 an Belgien und 98 66/ an Luxemburg. Diese Mengen hätten bestanden aus 1 145 477 Tonnen Steinkohlen, 498 490 Tonnen Koks und 126 734 Tonnen Braunkohlenbriketts. Die Schabbonds für Teutschland in Höhe von 20 und 40 Milliarden Goldmark seien am Sitz der Wiedergutmachungskommissiou niedergelegt worden. yolzNeferungen fgr öle Entente! Berlin, 16. Oktober. In diese» Tagen haben in Paris Berhand- lungeu begonnen, in denen über die H» l z li ef e r«» g r« an dieEntente auf Grund des Friedensvertrages beraten werden wird. Ein pole Gberbürgermeifter in Hamborn. Wie die„P. P. N." erfahren, hat die sozialdemokratische Stadt- verordnetenfraktion in Hamborn ein Telegramm an den sozial- demok-otischen P a r t e i t a g in Kassel gesandt, in dem sie sich dar- über beschwert, daß in Hamborn mit Hilfe des Zentrums mit 13 gegen 10 Stimmen der Kandidat der Polenfraktion, ein junger unerfahrener Assesior, zum Oberbürgermeister gewählt worden ist. Sie bittet den Parteitag, im Hinblick auf die Ab- stimmung in Oberschlesien dieses Treiben des Zentrums im Auge zu behalten._ Der tzanüftreich von Vilna. Warschau, 10. Oktober.. Der Vizeministerpräsident Daszinski erklärte Krakauer Pressevertretern gegenüber, daß sich alle An- streugungen der Regierung und deS Landes darauf richten müßten, den Konflikt mit Litauen zu vermeiden. Die Besetzung WilnaS durch die litauisch-tveitzruthenische Dwision sei eine vollzogene Tat- fache, es läge nun der polnischen Regierung ob, die politische Lösung zu finden, die es erlaube, in gutem Einvernehmen und in engem Bündnis mit Litauen zu leben, daß mit Polen durch die Ge- meinsamkeit der Jnteresien verbunden sei. Entweder werde Wilna einen unabhängigen Staat bilden oder aber rS werde sich mit Polen vereinigen. Damit sei jedoch das litauische Problem noch lange nicht gelöst. Litauen hätte fich über seine zukünftige Politik zu entscheiden: Entweder sich in die Arme Deutschlands zu werfen oder in Freundschaft und im Bunde mit Polen zu leben. London, IS. Ottober. Times meldet aus Warschau, daß die Vertreter Englands und Frankreichs Marschall Pilsudstt eine ge- meinsame Note ihrer Negierungen bezüglich der Wilnaftage über- reicht haben. Man vermute, daß die Allierten die polnische Re« gierung für die Besetzung Wilnas verantwortlich machen wollen. Der polnische Staatspräsident und Marschall Pilsndski selbst ein Wilnaer, hat seinen Rücktritt erklärt und bleibt nur auf Bitten der Regierung Witosch, deren Demission aber gleichfalls angekündigt wird. Paris, 16. Oktober. Wie der„Chieago Tribüne" gemeldet wird, werden die Bereinigten Staaten den Bertrag zwischen Polen und Ruyland nicht anerkennen, weil über russisches Gebiet ohne Einwilligung der interessierten Bevölkerung verfügt worden sei. Heber Millionen Deutsche hat Amerika ohne ihre Be- fraguny verfügt, aber das waren ja— Deutsche. Eine Million Kohlenftreiker. London, 16. Ottober. sReuter). Die Zahl der am Streit beteiligten Bergleute übersteigt eine Million. Schon deuten An- zeichen darauf hin, daß die zwangsweise Feiernden nach vielen Tau» senden zählen werden. So meldet man, daß allein in einem Distritt 21 000 Metallarbeiter ohne Arbeit find. London, 16. Oktober.(MTB.) D-r BollzugSausschuß der englischen Eisenbahnervcrcinigungen beschloß mit Rück- ficht auf die Lage im Kohlenbergbau die Einberufung der beson- deren Delegiertenkonferenz am 20. Oktober. Die Zweigstellen sollen bei ihrer Beschlußfassung auf der Konfkrenz dar- auf Rücksicht nehmen, wie ernst sich die Lage im Falle eines Unter- l i e g e« S der Nsrgleutr gestalten würde. Zwei Parteitage. Zwei Parteitage sind am Sonnabend zu Ende gegangen: In Kassel der Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands,, der in ernsten und sachlichen Erörterungen zu den Fragen des Augenblicks und der Zukunft Stellung nahm. In Halle nach wüsten, noch nie auf Parteitagen erlebten Szenen Spaltung der U. S. P.. Uebergang der Mehrheit zu den Moskauer Kommunisten. In Kastel Aufbau, Wachstum, positives Schaffen. In Halle Zerstörung. Niederbruch, volles Versagen.» Diese Gegenüberstellung zeigt den großen Unterschied zwischen den beiden Parteien. In Deutschland gibt es n u r noch eine Sozialdemokratische Partei in altem Sinne. DaS Organ dieser ernsthaft arbeitenden, auf dem Boden der Demokratie für den Sozialismus schaffenden Partei ist der „vorwärts". Wer sich über die Grundsätze der Sozialdemokratie, über ihre politische Haltung informieren will, wer sich gleichzeitig ein Bild von den Vorgängen im Reich und im Ausland machen will, der abonniert öen„vorwärts*. Der„Vorwärts" kostet mit der wöchentlich erscheinenden illustrierten Beilag«„Volk und Z e i t" monatlich frei Haus nur 10 Mark, für die zweite.Hälfte des Monats Ok- tober 5 Mark. Folgenden Zettel wolle man ausschneiden und ausgefüllt der Expedition des„Vorwärts", Berlin SW. 68, Liniwnstr. 3, zusenden. < Jck> abonniere ab heute den.Vorwärts" mit der > illustrierten Sonntagsbeilage.Volk und Zeit" in Groß-Berlin < täglich zweimal frei ins Haus für 5 Mark für Oktober. I Außerhalb Groß-Berlins Wohnende wollen beim Postamt < ihres Wohnortes bestellen. t Name-—---— 5 Wohnung:'--—;---- <__—--—.Straße Nr.- \ vorn_ Hof— Ouergeb.— Seitenfl.— Tr. links— rechts. I bei--- OewerMastsbewegung Die Sabotage öer Arbeit. Vor etwa vier Wochen, am 22. September, kennzeichneten wir in einer Zuschrift aus Organisationskreisen die Methode, die bei der Berliner Oberpostdirektion herrscht und die geradezu auf eine Sabotage der Arbeit beim Bau de§ Postscheck- amteS am ReichstagSufer hinauslaufe. Einer der Herren Ge- Heimräte, der eine sonderbare Vorliebe für Holzdecken in dem feuersicher zu erbauenden Postscheckamt hat, kann sich nicht dazu entschließen, endlich zu einem klaren Entschluß zu kommen, ob der Bau mit Holz- oder Massivdecken auszuführen i st. Trotz der Dringlichkeit der Bauausführung und der von Tag zu Tag zunehmenden Arbeitslosigkeit ruht der größte Teil der Bauarbeiten seit Anfang September. Arbeiter mußten entlassen werden, denn— der Herr Geheimrat geruht zu erwägen, ob er nicht doch lieber Holzdecken verfügt. Obwohl das Landesarbeitsamt, Abteilung Ar- beitsbeschaffung, Anfang Oktober beim Reichspostmiuisterium um schleunige Entscheidung gebeten hatte und diese ausdrücklich zu- gesagt wurde, ist die Angelegenheit bisher noch keinen Schritt vorwärtsgekommen, denn der Herr Geheimrat geruht zu erwähnen, ob nicht er doch... Inzwischen wird es Winter, das gute Arbeitswelter des Spät- sommers und des Herbstes verstreicht ungenützt, aber das macht nichts, der Herr Geheimrat geruht zu erwägen, ob er nicht doch.... In einer gesunden Verwaltung, die nicht bis über den Hals in Formalismus und Bureaukratendllnkel steckt, würde man Beamte, die durch ihre Unenlschlosienheit der Volksgemeinschaft Riesensummen kosten, schon längst in den wohlverdienten Ruhe st and befördert haben. Vielleicht geschieht das endlich auch hier, da- mit die Arbeiter nicht länger beschäftigungslos auf der Straße liegen, während der Herr Geheimrat geruht, zu erwägen, ob«r nicht doch... Wenn man den Hörer anhängt. Die Berliner Gewerkschaftskommission hatte in einer von unS am 14. Oktober veröffentlichten Notiz.Unverschämtheit der.Roten Fahne" dem Bezirlssekretariat der K. P. D. die unerhörte Beleidi» gung zugefügt, dieses sei in der Frage der vermeintlichen Aus- Weisung der russischen Gewerkschaftsdelegation mit der Gewerkschaftskommission einer Ansicht über die zu ergreifenden Schritte gewesen. Durch eine mit mehreren Unterschriften versehene Zuschrift an uns protestiert das Bezirkssetretariat der K. P. D. gegen die un« glaubliche Unterstellung der Berliner Gewerkschaitskommiision. In der Zuschrift heißt eS u. a.: .Die Gewerkschaftskommission Berlins nimmt hier mit U n- recht die Gefolgschaft'des Genossen vom Sekretariat der K. P. D. in Anspruch, und zwar deshalb, weil es dem Genossen durch s o- fortiges Anhängen des Hörers am Telephon im Bureau des Gewerkschaftssekretariats gar nicht möglich war, sich auf die Anrwort de« Genossen von der Berliner Gewerkschafts- kommission zu äußern." Unsere Anfrage bei der Gewerkschaftskommission ergab fast die gleiche Behauptung, nur sei es umgekehrt gewesen: der K. P. D.- Mann habe den Hörer angehängt. Hoffent- lich wird durch dieses kleine Satiripiel nicht etwa gar dauernd das innige Verhältnis in die Brücke gehen! Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Im Hinblick auf die außerordentlick umfangreichen Kämpfe i» die der Kerbdnd zurzeir verwickelt ist, hat der Verbandsvorstand und der Berbandsaussckuß die Erhebung vonExtrasteuern beschloLen. An Extrasteuern sind vorläufig wöchentlich zu zahlen: In Beitragsklasse s 5 M.. II 4 M.. III 2 M.. IV 1 M. Die Marlen geben den Beitragssammlern umgehend zu und sind wöchentlich abzurechnen. Die Extrasteuern sind obligatorisch und mststen von jedem Mitgliede, entsprechend seiner Beitragsllasse gezahlt werden. Die Organisation appelliert angesichts der gewaltigen Kämpfe an die Solidarität aller Gemeinde- und Staatsarbeiter. Die Ffleischergesellen rüsten. Eine vom Zentralverband der Fleischer einberufene öffentliche Verscnn ntlurrg, die am Freitag rn den Musikersälen tagt« und stark besucht war, beschloß, eine Lohnbewegung einzuleiten. Wie der Referent Rosin ausführte, leiden die Fleischergesellen besonders stark unter der Arbeitslosigkeit. Maßnahmen zur Linderung derselben sind seit zwei Jähren von der Ortsverwaltung des Ver- bandes vorgeschlagen, von den Innungen aber abgelehnt worden. Die Meister sagten immer, wenn ihnen nur erst die Wurstfabrikation freigegeben sei. dann könwtcn sie Gesellen einstellen. Jetzt ist die Herstellung von Wurst seil 14 Tagen free- gegeben, aber nur die Wurstfabriken haben einige Gesellen ein-- gestellt. Die Ladenschlächtermeistcr arbeiten Tag und Nacht, stellen aber keine Gesellen ein. In manchen Fällen ist der Grund, daß der Meister allein arbeitet, der, daß nicht unter» suchteS, von heimlichgeschlachteten Tieren herrührendes Fleich verarbeitet wird. Ein Geselle würde sich nicht daz-u her- geben. Die Fleische rmeister machen glänzende Geschäfte und erzielen riesige Gelvinne, während die Gesellen noch Wochen- löhn« von 80 bis 100 M. erhalten und der bekannte Arbeits-- vermittler T rädert q-ualifiz-ierte Gesellen für 180 M. anbietet. DaS sind Löhne, mit denen heute niemand auskommen kann. Auch die bis zu 12 nnd 14 Stunden ausgedehnte tägliche Arbeitszeit entspricht den jetzigen Zeitverhältnissen nicht. Die im Fleischer- gewerbe Beschäftigten wollen deshalb in eine Bewegung ftir Ver- besserlmg ihrer Lohn- lind Arbeitsbedingungen eintreten. Die Be- wegung wird insofern unter günstigen Verhältnissen eingeleitet, als eine vollkommene Solidarität zwischen den auf dem Schlachthof und den in den Ladengeschäften Beschäftigten her- gestellt ist. Der Lohnkamps wird mit allen gewcrks ch a st- l i ch e n Mitteln durchgeführt werden. Aus die Unterstützung der gesamten Arbeiterschaft wird gerechnet. Der zweite Referent G e b l e r sagte, die VevlinndSleitung be- mäht sich seit längerer Zeit mit den im Zweckverband vereinigten Innungen über den Abschluß eines Tarifvertrages zu verhandeln, alle dahingehenden Versuche sind aber von den Innungen abgv- wiesen worden. Jetzt soll der Tarif für die Ladcnschlächiereien den einzelnen Meistern unterbreitet und seine Anerkennung ge- fordert werden. Der Tar-k enthält in der Hauptsache folgende Forderungen: Achtstundentag. Neberstunden sind nur in dringen- den Fällen zulässig und mit einem Aufschlag von 30 Proz., Sonntag Sarbeit mit 50 Proz. Aufschlag zu bezahlen. Logis im Hause des Meisters ist nicht zulässig. Wenn der Beschäftigt« Kost ver- langt, kann dafür der Toig«ssatz von 8,50 M. angerechnet werden. Wochonlohn: Lehrlinge 15 M. im ersten, 30 M. im zweiten. 45 M. im dritten Jahre. Gesell«» im ersten Jabre nach der Lehrzeit 220 M.. Gesellen ohne Verantwortung 260 M., Gesellen mit Ver- an-tworiung 280 M., Ladengesellen 300 M. Verkäuferinnen rm ersten Berufsjahre monatlich 550 M., während 10 Jahren um je 50 M. steigend. Qualifizierte Verkäuferinnen 750 M., während 5 Jahren um je 50 M. steigend.— Ausschließliche Benutzung des paritätischen Arbeitsnachweises. Urlaub-m ersten Iah« 8 Tage, im zweiten Iah« 6 Tag«, dann jede» Jahr 2 Tag« mehr bis 12 Tage. � Nach einer«gen Disfusion nahm die Versammlung«mfnmmig eine Resolution an. die den Zentralverband der Fleischer beaiif tragt, den Tarifvertrag den einzelnen Meisiern zu»ntzerbrr'ten und mit alle» Mitteln zur Anerßennmng z« baingen. Achtung, Töpfer! ®«r Streik ist beendet. Die Arbeit wird am Montag, den iL. Oktober, wieder aufgenommen. Der neue Stundenlohn von 7,7b M. resp. die Teuerungszulage von S7ö Prozent bei Mordarbeiten wird rückwirkend vom 1- Oktober gezahlt. Wo höhere Löhne gezahlt wurden, darf kein Abzug erfolgen, lieber die noch ausstehenden Forderungen, wie Handwerkszeugentschädigung, Ferien, Fahrgeld, Le'hrlingsfrage usw. wird weiter verhandelt. Wegen des Nachweises toerden die Parteien in nächster Zeit zu- sammen treten. Die Streikunterstützung wird vom nächsten Mitt- woch an im Bureau während der üblichen Bureauzeit ausbezahlt. Die Kollegen, die zurzeit nicht im Beruf tätig sind, werden im eigensten Interesse ersucht, sofort das Bureau zu_ benachrichtigen, wo sie arbeiten und seit wann sie dort beschäftigt sind. Der Vorstand der Filiale Berlin. Betriebsrirteversammlung der Afa. Am Ii. Oktober wurde in einer Versammlung der Betriebsräte. Angestelltenräte und Betriebsobleute der Afa über den Betriebsräte- kongretz berichtet, und zwar von den Delegierten Eilenberg und Luck. Ersterer referierte über die beiden wirtschastsvolitischen Re- fcrate von Wissel! und Hilferding und gab gleich ein Stimmungsbild vom Kongreß. Der zweite Referent beschäftigte sich mit den Aus- führungen von Dißmann, Nörpel, Brolat, Richard Müller und Brandler. In der nachfolgenden Diskussion wurde vor allen» auf die Beschlüsse des Kongresses Bezug genommen, die sich mit der Organisation der Betriebsräte beschäftigen. Die Meinung der meisten Redner ging dahin, daß die Streitfragen nim endgültig auszuschalten seien und diepraktischeArbeitbeginnen m ü ss e. Wenn die Betriebsräte in den Stand gesetzt werden sollen, ihre vornehmste Aufgabe, die Kontrolle der Produklion, zu lösen, so müsse der Richtungsstreit begraben und auf Grund der maßgebenden Beschlüsse des Kongresses gearbeitet werden. Die Stimmung der Versammlung zeigte, daß man keineswegs mehr gewillt ist. diese Organisationsdebatten fortzusetzen. Vom Versammlungsleiter wurde darauf hingewiesen, daß der Nenaufba» der Berliner Zentrale der Betriebsräte erfolgen wird, sobald auch die Berliner GewerkschastS- kommiision endgültig zu den Beschlüfien des Kongresses Stellung genommen hat. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde von F l a t a u über die gegenwärtigen Lohnbewegungen der Angestellten in Groß-Berlin heriwtet. Es wurde zur pralliichen Unterstützung der„Viktoria" und der„Reiffeisen-Gesellschast" aufgefordeit, sowie ausführlich auf den Ausgang des Zeitungsangestellten-Streiks eingegangen. Debatte- loS wurde einstimmig eine dementsprechcnde Resolution angenommen. Achtimg. Einsetzer! Di« Sperr« über die Siedlungsbauten Virken st ein bei Hoppegarten ist aufgehoben, die Differenzen find beigelegt. Dagegen ist die Firma Mit t a g, Belle-Alliance-Str. 79, wegen Lohndifferenzen für Organisierte gesperrt. Deutscher Holzarbciterverbmid. Ortsverwaltung Berlin. Ter Schiedsspruch im Einzelhandel, der lediglich den verhei- rateten Angestellten eine Aufbesserung ihrer Gehälter um 10 Proz. brachte, im übrigen aber die bestehenden Lohnsätze bis zum 31. De- zember 1920 verlängerte, ist auf Grund einer Abstiminung in den Betrieben von den Angestellten mit überwältigender Majorität abgelehnt worden. Am Dienstag, den 19. Oktober, abends 8%' Uhr, nehmen die Funktionäre des Zentralvcrbandes der An- gestellten aus dem Einzelhandel lWaren-, Kaufhäuser und Spezial- geschäfte) im Klubhaus, Ohm strafe. Stellung zur Sachlage. Fu nktio n ä r aus me i s und Mitgliedsbuch legitimiert! Zentralverband der Angestellten. Zentralvcrbaud der Angestellte». Versammlungen am Montag abend: Post- und Telegropbenangestellte. Mtaliedcrverlammlnng 7 Uhr, stugendläle, Rofentbolerstr, 36.— Sbedition: Zlktionausschiiß-Sitznna 7 Uhr, Vcrbandslokal Bclle.Slllwnce'w, 7/10,— Waren-, Kaufbäufer und Spezial, Mitgllederoersammlung, VI, Ulm, Dresdener Kasino, Dresdener Str. 36,— Unteraruvpe Ekektrogrohbandel: Mitgliederversammlung, 7 Uhr, Verbands- lokal, Belle-Alliancestr. 7/10. Deutscher Dransportarbeiterderband, Branche holzlndn- st ri e. Montag, den 18. Ottober, abends 7 Uhr. bei W egener, Seidel- straße 30. Versammlung sämtlicher in der Goldleisten., Kisten-, Piano- sowie der geiamten Holzindustrie und im Möbcihandel beschäftigten Betriebsräte iArbeiterrätc) und Betriebsobleute.— Texlilbranchc, Am Dicns- tag, den 13. Oktober, nachm. 5 Ubr, bei Witte, Postsw, Lg, Gruppen- Versammlung, Grupve I, Tuche, Filze.—, Mittwoch, den 20, Oktober, nachm. 5 Uhr, Schule Riederwallstr. 12, Kruppenversanunlung, Gruppe III Samt, Seide,— Vertrauensleute, Betriebsobleute und Betriebsräte der Branche Bau- und Arbeitskulscher, Dienstag, den 19. Oktober, abends 7 Ubr, im Lokal von Karl Konifl, Langestr, 53, Vertrauensmäunersttzung. — Chemische Branche, Gruppe Oele und Fette, Dienstag, den 19, Oktober, abends 7 Ubr. im Lokal von Prasser, Michaelkirchsw, 29, Versammlung, Angestellte deS Glas- und Keramik GrosihandclS l Die streikenden Angestellten versammeln sich am Montag, den 18, Oktober 1920, nach- mittags 2 Ubr, lm Restaurant zum Alexandriner, Zllepandrinenftr, 37», um den Bericht über die Verband Imigen vor dem Demobilmachungskoinmissar entgeqenzunebmen, .Solzarbeiterverband. Die augenblicklichen Verbältnisse machen die Emberuiung einer Gcsamlvertraueusmännerverfamm- l u n g notwendig. Dieselbe wird darum am Freitag. 22. Oktober, abends 6 Uhr, in derAeuen Welt, Hakenheide, stattfinden. Da eine Veräkientllchung durch daS„Mitt,-Bl." nicht eriolgen konnte, wird ersucht, für den Besuch weiter zu agitieren.— Tischler Südosten und Süden, Montag, 18. Oktober, nachm. 4'/, Ubr, im Rcichenberger Hof, Rcichenberger Str. 158.— Tischler Cbar- lottenburg. Dienstag, 19. Oktober, abends 7 Uhr, im Lokal von�Thunak, Wielandstr, 4, am Babnhoi Savignvplatz.— Maschinenarbeiter, Schneide- müller, Arbeiter und Arbeiterinnen, Mittwoch. 20, Oktober, abends 6'/, Uhr, in den Prachtsälen„Alt-Bcrlin", Blumenstr. 10.—— Modell- uni Fabriktischler, Mittwoch, 20. Oktober, abends 61/, Uhr, in der Schul- aula, Weinmeisteritr. 16/17,— Rahnienvergolder, Montag, 18. Oktober, nachmittags 5 Uhr, im Lokal von Hedmann, Engelnser 1o.— Tischler Obericböneweide. Dienstag, 19. Oktober, abends 6 Uhr, im Lokal von Pophal, Wilheiminenhokstr. 18,— Tischler Neukölln, Dienstag, 19.� Okt., nachmittags 4'/, Uhr, im Lokal von Balewski, Boddin- Ecke Jjaritrahe,— Tischler AdlerShos, Donnerstag, 21. Oktober, abends 7 Uhr, im Lokal von Schmidt, Friedenitr, 14.— Einsetzer. Donnerstag, 21. Oktober, abends 6'/, Uhr, im Verbandsbaus. Rungeitr, 30 iArbeftslosensaal). ' Jndnftriegrilvpe Solz. Zur Vorbereitung der vom Magistrat Berlin ausgeschriebenen Neuwahlen der Arbcitslosenräte iindet eine Periammlung der arbeitstosen Mitglieder des Deutschen Holzarbeitervcrbandes, Zahlstelle Berlin, am Montaq, den 18, Oktober 1920, mittags 1 Uhr, in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11, statt,, Zingcstevte des Textilgrosthandels. Montag, den 18, d, M. abend? 7 Uhr, im Lehrervercinshaus, Aleranderftratze 40/41, öffentliche Vcrfammlunq, Achtung, Arbeitslos« des Fabrikarbeiter- Verbandes! Am Dienstag, den 13, Ollober, vormittags 10 Ubr, im Saal l des Gewerkslbasts- Hauses, Engeluser 15: Versammlung aller Arbeitslosen, Wahl von Arbeits- loscnrätcn."Erscheinen aller Arbeitslosen ist unbedinat notwendig, Achtung, Entlassene der Firma Goerz! Die bei der Firma C. P, Goerz. Friedenau und Zehlendorf, seit dem 18. A u g u st cutlassenen Kollegen machen wir daraus auimerksam, daß am Donnerstag, den 21, Oktober, nachmittags 4'/, Ubr. im Restaurant„Schloß- park" in Steglitz. Schwßstr, 48, eine Betriebsversaminlung stattfindet, in welcher über den Ausgang des SchlichtungsoersabrenS in Sachen der Entlassungen Bericht erstattet wird. Es liegt im Interesse eines jeden Entlassenen, zu erscheinen. Als Legitimation ist die EntlaffunoSbeicbciniauna miizubringen._ Vcrantw, iür den rednlt, Teil: Dr, Serner Peiser, Tharlottenburg: ilrr Anzeigen: Tb, Glocke, Berlin. Verlag: DorwärtS-Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vor- wärtS-Buchdruckerei u. VerlogSan'talt Baul Singer u. Co.. Berlin. 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