Nr. 51? ♦ 37. Jahrgang Ausgabe l£ Nr. 122 BezuqSvret« t <5 ectdtttbn. 80,— ä:», cionat! JO.— �Dll fvt' in«>>ou« norm« abibat. oemq Monatvc! 10.— Sit. ertL Air •icllunaacieniibi. Unrcr S\reu>.banD fiii Deutschland and Oefttcreich 16/0 JRU fiii das ttdriyr Susiant nei icmlich einmal. AuOellun<- 2130" ft-ilunqen nehmen an OeOerrei Uuzarr., Tfchecho» Slowakei. Dane» mark, mllanc»..u ewourq. rwweden und)ie Schwere— trnaetraaen m die BoO- e�rnna« �rrsIHt». De? Jl?orTDan«* mti Der Sonmaas» beilagr ,Bott a. Aett4* erxbtinr moctien» tagiich �weim" Sonnraas und Montags Abend Ausgabe Teiearamm-ÄbreOe �So?ialde«»otrat Verl»«- Bciiiucc Polhr�lilatt (" LSNkQKRts) Anzeinenpre..Teurrung«üUiS?wg „(llem« tlnjcißin" C09 ktt» Iforuiitt 1S.it: L— ii'- jmf: etttieomfitf itove).»dm weil»» Br.f 60 71«.£tencnfl»fu(*)e sno 4 Worte. Settettmtusuirfi'aa W.'y ?am>Iten-An,ei«i« fflr Kbonnenten Relle 1b— M.»eiitiiibc itnc' ae» weriichoillithe Vereine- An>ei««a ».— ViL die Seile ohne Luilchiag. Anzeigen iiir die» ar einfachen, dem Bauersmann ohne Lesekunst auch berstendlichen Ärt gegen den Schnaps. Gogol geigelt akaldemilcher, höher greifend, da» Problem als überlegener Stadlherr ansehend und nicht eis entrüstet deichender Gutsherr, das Spiel„Er ist an allem schuld", der Schnaps nämlich, das ist Tolstois Komödien- titel. D«» klängt wie Predigt, es ist auch Dorfkanzel, eS ist nur wenig im Löerke Tolstois, und ei eignet sich doch, obwohl eS als HetlSermec- und Katechi&menstil gedacht war, zum Kammerspiel für wohlerzogene Parkettbesucher. Der Pag«ch»nd, der Varfiitzer, der Findling, der Lump kommt in ein Bauernäzus«'S Bettler. Di« junge Bäuerin ist voller Wut aus den N«nn, der zur Stadt fuhr, Heu verhandeln. Er kommt nicht und kommt nicht heim. Er wird wieder allen Erlös versaufen und auch Zucker und Tee nicht mitbringen.die im Hause fehlen. Der Bagabund ist ein Philosoph, alle Vagabunden lieben Landstraßenpbilolotchie. Indem er also eine verlauste Sprache mit französischen Gofinchen redet, schwatzt er seinen Charakter aus. Sitzt ist« der Srl-navS erst im Kopfe, dann wird er, der ehrliche Pagnibund, zu* Spitzbuben. Er stiehlt. Er wird ein Expropria- ieur, sagt er, de er ein Landstrostenphilosoph, Landstrastenjurist, Lamdstregcnp»iin?u» ist. Und er säuft, er macht die besoffenen Bauern noch besoffener. Alm nächsten Viorgen kriechen sie von der Ofenbank mit dickem Schädel herunter. Zucker ist fort, Tee ist fort. Wer hat g-stohlen? Der Expropriateur wird angefchleppt. E r hat wirklich gestehen, weil er besoffen gewesen ist. Aber nun kommt de» Trauerspiel nach dem Satirfpiel. Die alte moralffche Ordnung wird immer bei Tolstoi umgedreht. Der Vagabund ist unzufrieden, bist er nun entlarvt wird. Er ist verwirrt, dah die Dauern barmherzig sind und ihn laufen laffen. Seine Säufer- ehre ist gekrankt, weil seine Glieder noch Herl bleiben. Mir Ge-- flenne stüizt er hinaus. Neuig? Für einige Angstminuten wahr- scheinlich nur. Denn selche Natur sitzt tiefer im Blut. Denkt Euch nur, ein Mensch macht sich fast blind, um der ge- niakste Falschspieker im zaristischen Rußland zu werden. Er, dem alle Kunst de? Betrügen? wirklich al? Kunst vertraut ist, er, der Aestbet, der reich sein will, um ein Leben in SchönheitSvcllendung zu führen, er. der Schwärmer, der LiebenSwürdtg«. der Held, er wird von ganzen schöbixen Schubia?» über? Ohr gehauen. Selbst Vri den Spielern siegt nicht da« Genie, bei den Spielern allein siegt nur die All:-az handeln, mit welcher Skruvellosigkeit sie ihre Stimmungsntache in der Oeffentlichkeit betreiben, indem si? nicht einmal vor der Verschweig ungwichtigerBe ich l ii sseeineroffi- ziellen Körperschaft zurückschrecken. Möge der Reichstag daZ beachten!_ der SoWjetmonn als po!nifcker Kommissar. ?liis Dan zig wird UN? geschrieben: Der Führer der U. S. P. in Danzig Johanne? Man ist vor einigen Wochen über die Grenzen des kleinen Zwerg- staatcs Danzig und zugleich über eine entsprechende Gewichtig- kcit seiner Petson hinaus bekannt geworden, als er sich über die Ilnlerrednngen mit dem Sowjetvertreter Kopp in Berlin in der Danziger Verfasittnqgebenden Versammlung äufferte. Die polnische Presse griff diese Mitteilungen auk und münzte sie schnell zu ihren Zwecken für Paris, wo gerade die Verhandlungen über die gemäß§ 104 des Friedensvertrages zwischen Danzig und Polen zu schließende Konvention und über die Danziger Staatsversasiung begannen. dahin um. als hätte Herr M a u im Auftrage des Vorsitzenden des Danziger Staatsrates, Oberbürgermeisters S a b m. heimlich gegen die Entente intrigiert. Als Herr Mau einsah, was er. dessen.Herz an Mo?kan hängt, zugunsten Polens und zum Schaden, nicht etwa DanzigS, sondern der zukünftigen Wahlpropckganba seiner Partei, die sich immer noch II. S. P. nennt, angerichtet hatte. korrigierte er sich durch einen Artikel im„Freien Volk", dem Danziger Organ der Linksradikalen. Sein Parteigenosse Genoffe Gebauer, der kürzlich erst aus der Redaktion des»Freien Volk" abgedrängt worden jst, ging nock einen großen Schritt weiter und veröffentlichte im Pariser„P o p u l a i r e" einen Artikel über die' ungerechtfertigten Polnischen Ansprüche auf Danzig, der sowohl im„Freien Volk" als auch in der Danziger Wochenschrift»Die Brücke" sowie jetzt in der„Danziger Zeitung" abgedruckt ist. Darin heißt es u. a. wie folgt: „.Mehr als 90 P r o z. der Bevölkerung Danzig? sind deutscht eme Anerkennung der polnischen Forderungen ans Danzig würde allo nichts anderes bedenien, als einen Schla.r gegen die Mehrheit der Bevölkerung. Alle politischen Parteien unterer NepubUk— ausgenommen natürlich die Polen— sind darin einig: Danzig muß ein souveräner und autonomer Staat werden. ES ist klar, daß die Rechte der Bevölkerung polnischer Sprache reipekliert werden muffen, doch deshalb kann man nicht Polen die Verwaltung de? Hafens, der Eisenbahn und der Weichsel übertragen, ohne ein schreiendes Unrecht gegen die Danziger Bevölkerung, übe- gehen. DaS Leben der Republik würde dadurch bedroht werden; denn der Ha'en, die Eisenbahn und die Weichsel sind die be- deukendsten Eniuahnrequellen. Jedenfalls muffen aber die Voken zu gemeinsamer Arbeit mit den Danvgcrn in dieser Benvaltung herangerogen werden. Der Völkerbund soll aus Danzig eine freie Stadt machen, nach innen wie nach anßen. Dann wird Danzig bald Tolstoi, der Moralist, Gogol, der halbe Nomantiker, hecheln' das Laster. Stolz und witzig der Gogol, väterlich Tolstoi. Ge- schleudert zwischen Witz und Väterlichkeit, wenden wi-r zu zwei ruffischen Welten getragen. Die Welt des Intellektuellen Gogol ist nationaler als die priesterliche Welt Tolstois. Also ist da, Herz wohl eher zu begreifen als der Kopf. Wir sitzen im nebligen Herbste 1920 in Berlin aüf Polstern, die allerdings schon etwas schäbig werden, und verstehen den zeitlosen, heimatlosen, familien- losen Landstreicher besser als die Komödie„Der Spieler". Tol- stois Spiel ist Weltspiel, obwohl es ein wenig verkrüppelt wird und erlahmt. Gogols Spiel ist Provinz, die uns sehr fesselt. Moissi feiert eine kleine AuferftÄunz. Wo er sich in den Landstreicher verwandelt, trifft er auf Verwandtschaft seiner eigentlichen Begabung. Langsam, tastend, wird sein Spitzbuben- Moralist entlarvt. Der verkommene Adel, die Zwischenstufe zwischen Baron und Lump, da? Gebrochene, das schön Zerschellte. daS ist feine Natur. E» wird langsam aus einem verlausten Edelmann«in Philosoph, ebenso lässig, aber humorvoll dann wieder ein Lump. Dieser moralische Lumpenhumor wurde da? Beste seiner Leistung. Als Gogolscher Spieker hatte er nur kluge Gesten. kluge MaSke. Er übersetzte Russische» in Münchener Slawinier- tum. Gulstorff war der schurkische Spieler, der spießige Spieler mit Klai'pkragen und Spitzbauch, prächtig, ungeheuer humorig. Max H o ch d o r f. Die Deutsche Ttudentenfchqft zum Fvll Einstein. Der Bor. stand der Teutflbcn Studentenschaft erläßt folgend« Erklärung: Die wissenschaWiche Forscher- und Lehrtätigkeit gehört nicht in den po- litischen TageSkampf. Der Vorstand der Deutschen Studentenschaft verurteilt die unsachlich« Art, in der sich die Oeffentlichkeit mit der L.'bre und der Person des UniversitälSprofessorS Dr. Einstein be- ichäftigi. Deutsche Hochschule für Politik. Die Mängel der politischen Schulung deS deutschen Volke? werden in dieser Zeit schwerer Not triel schärfer gesehen, als jemals vorher. Und wer sie sieht, sucht nach Mltke-ln,-ibnen zu begeziietk. Uns fehlen in Deutschland Menschen, die gleich-zeitig mit starkem Erlebnis aus dem Flusse der Dinge die Fähigkeit verbinden, sich, die Materie ße stig bch-rrschend, als politische Ordner selbständig und führend iibcr die Füll« der Erscheinungen zu steilen. Die Zahl der politisch selbständigen Menschen rst;n Deutschland zu Nein. Eine große Masse eriebi intensiv das Geschelen in Staat und Wtrtschaft, ohne ausgeb'det zu sein, das Erlebte in sich zu ordnen, onwrcn mitzuteilen und im Fübrersinne auf sie einzuwirken. Ein and-rer kleinerer Teil des Volkes ist in ausreichendem Maße-ormal beschult, aber ihm fehlt da? lebendtge Verständn!?- für die Kräfte, die sich in Staat und Wirtschaft auswirken. Tie fehlende Brücke zu bauen, bemüben sich vielerlei Kreffe in Deutschland. Der erste größere praktische Ansatz ist jetzt durch die Griinoung der„Deutschen Hochschule ütr Politik" von bekannten Mannern au? Politik und Wissenschaft einer der bedeutendsten Häfen der Welt werden. Dieser gwergsiaat mit seinen 850000 Einwohnern itt vazu besttmmt, ein Staat von mehreren Millionen Seelen zu werden, der einen cinflußretche« und nützlichen Platz in der Welt einnehmen soll." Man kann jedes Wort unterschreiben, wenn man Danziger ist. und sollte annehmen, daß die Il.S.P. diese Politik gerode im Interesse der Danziger Arbeiterschaft und als Gegnerin des polnischen Imperialismus betdehalten würde. Nun muß man sich an die Kritik de? Redakteurs G u st a v Schröder von der„Elbiiigcr Volksstimme" erinnern, der den Danziger U.S.P.-Kenosscn wegen der Mauschen Führer- Politik den Rücken gekehrt hat und nach Elbing verzogen ist. Schi öder nannte diese Mansche Führcrpol'.tik„Firlefanz- Politik" und hat dies schon oft in seinem Blatte gründlich nachgewiesen. Auch diesmal sollte Schröder wieder recht be-- halten. Mau ist nämlich vor einigen Tagen von einer längeren Reise anS Polen zurückgekehrt. Auf sein Anstichen erhielt Mau einen politischen Hauptmann als Reisebegleiter und Schutzengel. In Warschau hat er mit der Regierung über Danzig der- handelt. Man muff Maus Talente als Autzenpolitiker so kennen, wie wir Danziger, und wird wissen, daff er Ivieder einmal, wissentlich oder unmissentlich. Wasser auf die Mühlen. Warschaus gebracht hat. Die in Paris verhandelnden Danziger und die polnischen Vertreter werden bald davon Wirkungen verspüren, dte den Gebauerschen Wün>chen, die sich mit den Interessen DanzigS und mehr als 00 Proz. deck Bevölkerung decken, nicht förderlich sein dürften. Allerdings sollten diese Darlegungen genügen, um der Konferenz in PariS zu eigen, wer der S ch ä d I i n g ilt und wie man solche Schaukelmänner nach dem Muster Mcht zu bewerten l>at. Die Danziger Arbeilerichaft wird aber dem Vertrauensmann der Sowjets und gleichzeitigen polnischen R.-gierungskommissar zur rechten Zeit das erforderliche Mifftrauen entgegenzubringen wissen., Tie Verhandlnngen in PariS. Paris, 20. Oktobor.(HavaS.) Der B o t s ch a f t e r r a t genehmigte den Entwurf d.S Abkommens, welches zwischen Polen und der Freien Stadl Danzig abgeschlossen werden soll. Wahr- scheinlich wird am nächsten S-amStag d.e Ucberoinkunst gleichzeitig mit dem Beickviuise der Mächte, wonach die Stadt Danzig unter dem Schutze des PölkerH-undeS zur Freien Stadt erhoben werden soll, uneerzeichnct werden. Wilhelm ll. alo Steuerzahler. Unter den vielerlei Geschichten, die in Holland über den deulschen Exkaiser erzävll werden, ist jene, die ihn in seiner Rolle als Steuer, ahler zeigt, besonders bemerkenswert. Wilhelm II. batte sich nach feinem Zuzug nach Nmerongen für die Gemeinde- stener mit einem JabreSeinkoinmen von 250000 M. ein» geschätzt. Die Gemeinste war anfangs darüber zufrieden uns zog die entsprechenden Steuc, betrage ein, ohne viel darüber nachzudenken, ob die Steuereinschätzung den wirklichen EtiikommenSverhältniffe» de? Exkaiser? eni'ptach. Al? aber die deutzche-Paluta immer tiefer sank,-o daß Wtlbclm icklietzlich in Gulden nicht viel mehr zu be- zahlen halte als ein mittlerer Bauer, fing man an, sich für da? exkailerliche Einkommen etwa? näher zu interessieren uud fand, daß es mit 500 000 Gulden entsprechend einzuschätzen sei. Ehe jedoch diese neue Einschätzung sich steuerlich auswirken konnte, verzog der Exkaiser nach Haus Doorn. SOOOOO Guheir sind nach dem heutigen Kurie mehr als 10 Mtlliouen Mark.'Damals, als die Etnichätzung erfolgie, mag der Kurtwert noch niedriger gewesen sein, immerbin besteht zwischen der exkaiierltchen Einschätzung und dem von der Gemetttke Ametongen errechneten Betrag eine überaus peinlich wirkende Spaiinutiq. Haue Wilhelm II. beim Regieren die-elbe Vorsicht be» wiesen wie beim Steuerzahlen, so wäre dem deutschen Voll heule ! wobischeinl'ch wohler. gemach: worden. AIS Lehrer wirken wissenschaftliche politisch ge» bilde.e Männer aller Kreise. Tai Ziel ist nicht nur,„Kenntnisse" über das Eewordene zu vermitteln,„sondern Sinn für daS Werdens spüren, Willen wecken' und„Menschen aktiv" machen. DaS soll erreicht werden durch eine größer« Re he von SSotlcsiingcrt, die sich nt folgende vier Abtetlungen gliedern: 1. Allgemeine Politik �einschließlich Auslandskunde). 2. Soziologie und Soz'al» volilik, Z. Kulturpolitik, polnische Pädagogik und Staatsbürger» künde 4. Staotswisscnichaftl che Forbüdang. DaS erste Wintersemester beginnt am 1. November 1920. lieber die Bedingungen für die Hörer unterrichtet ein Prospekt, der auf Verlangen vom Bureau der Hachsckmle für Politik, Berlin E., Bouakademte, Schinkelplatz, versandt wird. D-e Anmeldungen sollen b s zum 15. Oktober, müssen btS spätestens 15. November erfolgt fein. Ter Studienplan ist recht«miassend und geeignet, eine sichere Grundlage für die Erreichung des gesteckten Zieles abzugeben. ES ist natürlich nicht mögl'cb, heute schon rorbeyaltloS ein endgükitar» Urteil über den Charakter der Schwle zu fällen. Es muß erst die praktische Arbeit abgewartet werden. Eine Fricdensiaube der Wissenschaft. Ein Schreiben der Pro- fesisren und Doktoren der I1»-veisttär Lxivrd an die Professoren der Kurckt und Wfffetischast, sowie die Mitglieder der Uu-versstäteu und lirffenichattliche» Grsi-llschaflen in Deutschland und Lesterrerch iautrl nach eurer. TinieS'. Meldung: »Da viele unter Ihnen fein werden, die vollauf untere herz» lich-? Trauer uns untere sorge weaen des Bruches, den der Kricg in unterem sreundichafUichen Verlehr verursacht hat. teilen, und t« Sie. nicht an der Aiifrichiigkeil des Gefühl? zweifeln lönnen. da? jene alte Freundschaft erzeugte und pflegte, werde» Sie unfer« Hoffnung tüt die baldige Wiederherstellung dieser Freund'chakr teilen. Daher treten wir uiiterzetchneten Doktoren, HaiiSvorstände. Professoren und übrigen Beamten und Lehrer der Universitär Oxford jetzt persönlich mit dem Wunsche an Sie heran, die Er- binerung und'eiudt-lige Gesiniiniig, die un'er dem An- triebe loyaler Vaterlandsliebe zwischen uns eiiiflonden fei» mögen, zu zerstreuen. Auf dem Gebiete, wo wtr ein gemeiniames Ziel und gemeinsame Begeisterung haben, und wo unser Wclterfer und unter Sorget, edelmütig sind, können wir sicher auf B.-r. löhuunq tosten, und die Kamerad ckast der Gelehpamkeit bietet einen Weg. der zu einer wciteien Sympathie und zu einem besseren BeistündiiiS zwi, che« unsere» verwandten Nationen rühren tann und. wenn untere oeiltigen Ideale lebendig sind, führen mn«. Wäh-end uoliii'che Z w n iracht die edle Hofiichkeil der großen enro» väiichen Siaate» I a i- liegt die non Erich Schmidt au-gekundene und deraiisgegebene Sochhausenschc Fassung de» verlc« unaejtUchen und ungekürzt zuzrund«. Der erste tzolz-Prszest. Unkr der Anklage.der gemeinschaftlichen Brand- stiftung haben sich e'nge ehemalige Hölzgardisten ouS dem SSogtkmb vor dem Dresdener Tchmurgericht zu verantworten. Tie Bcrhchndlunz begann am Mittwoch vormittag und dürfte voraus- fichtlich bis Sonnabend andauern. Die Strafsache führt die Akten- beznchnung„Seidel und Genossen". Als Angeklagte wurden au» der Untcrsuchungshzft vorgeführt: Bergarbeiter Paul Seidel, Mechaniker Karl Weiß, Fleischer Alfred Ptlch. Bauarbeiter Kurt Singer, Vergarbc�ter Albin Dürrschmidt, Hand- küngSgehils« Otto S t i e h! e r, Eieschirrfülrer Georg N ö ß l e r, Weber Emil Pohl and und Techniker Karl F r a a ß. Zur Auf- klärung des Sachverhalte? sind gegen 50 Zeugen geladen, die in der Hauptsache er>t für Donnerstag und Freitag Vorladungen er- halten haben Eine ganze Anzahl Leumundsveugcn usw. sollen die Beschuldigten entlasten. Im übrigen sind alle anderen Delikte, selbst bei den Brandstiftungen vorgekommene. Plünderungen, mit unter die allgemein« Amnestie gefallen. Der Prozeß wird die erregten politischen Vorgänge im Früh- jähr und besonders im März aufrollen, bis sich an den Namen de? bekannten Kommunisten Hölg knüpfen. Die Vorgänge wurden iu der Presse hinreichend erörtert. Erwähnt seien nur, daß am Ifi. März die Ausräumung des Amtsgericht? zu Fal- konftoin, Verbrennung von Gericht takten und dergleichen, am 22. S)?Srj) die Verhaftung des Oberstaatsanwalts Dr. Hubert zu Plauen im Vogtlande, am 28. März die Zerstörung der„Neuen Vogtländischen Zeitung" in Plauen stattfand, und weiter die ver- wegen« Verhaftung des Kaufmanns Beck aus Chemnitz, die am 23. März mittels Automobils erfolgte. Letzterer wuito, wie seinerzeit berichte!, am l3. April in Klinacntba! erst wieder in Freiheit gesctz!. Fe sin ah in« n von Gsisoln, Auferlegung von größeren Zah- luiigsverpflichtungcn usw. bildeten fortgesetzt den Gegenstand oft sehr erregter Zwischenfälle im Vogtlande. Ueberall im ganzen bleiche wurden die Vorgänge im vogb'onde aufmerb'am verfolgt. In der zweiten Woche de? Apiul rückten Reichöwehttruppen von allen Seiten, gegen das Vogtland, um Hölz, der im Schlosse zu skalkcnstein residierte, auszuheben. Der Höhepunkt der Erregung Ileigerte sich begreiflicherweise am 10. April, als große Plakate mit der Aufschrift„Wenn die Reichswehr kommt" in Falkcnstcin engeschlagen wurden, und auf welchen Hölz drohte, daß- er die Villen der Besitzenden in Brand stecken werde. Am gleichen Tage kam es in Wauen zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen. Am 10. April wurde plötzlich in Falkenstein Gfurm geläutet, ungeheuer stieg die Erregung der geängstigtcn Bevölkerung. Hölz, der vorher erst in einer Versammlung in Plauen gesprochen, versammelte seine Earde im Schloßhofe zu Falkenstcin und hielt eine Anlprache. In seiner bekannten temperamentvollen Art führte Hölz au?, daß die Reichswehr mit starken Krästen und modernsten Kampf- wirteln im An morsche sei, und daß ein Widerstand keinen ZwecT hätte. Es gelte aber jetzt zu zeigen, wer von lcincr Garde aus (iieldzier oder cntS wirklicher RebolutionSbcgeisterung mitmache. Wer mich verläsil. so hatte Hölz unter anderem gesagt, der riskier: den Kopt! Nach dieser Ansprache fordert? Hölz sein Brandkomitee auf, in Aktion zu treten, er beteiligte sich auch selbst an der Aus- gab» von Benzin, Benzol und Schtvefciläther. Kommandos von 6 bis 12 Mann rückten vor die schönsten und wertvollsten Villen in Falkenstein. erzwangen sich gewaltsam Zutritt und jagten unter den Worten»All« Lebewesen heraus!" oder„Jetzt geht's loS!" d.e be- treffenden Bewohner hwau». ES gab die denkbar erregtesten Szenen, alles Bitten wa-r vergeblich,, die Rotgardisten führten die l l u f träge ihres Führer? aus, und binnen wenigen Minuten standen dann die vorher bestimmten Grundstücke in Flammen. Um Mitter- nacht glich die Stadt Falkenstein einem Flammenmeere. Damit kein« Löscharboittn vorgenommen werden konnten, hatte Hölz die Straßeki mit Maichiucne,«wehren absperren lassen. Die unter Anklage stehenden cl>emaligep Hölzgavdisten bekennen sich nur teil- weise schuldig, sie wollen nur im Austrage ihres Führers Hölz gc- t.sndelt und. soivoit sie sich aktiv beteiligt haben sollen, nur in der Hcruiptsach» Posten gestanden haben oder aber überhaupt nicht dabei gewesen sein._ RcichstaitSprogramm. Ter Tonnerstag bleibt sitzungSsrei, um dem Aw's.buß für ouewärliqe Angrlegenhciten Zeit zur Becaiimg�üu geben, es soll u. a. über d-e A u t o n o m i e f r a g e Ober- s cki l e i i e n S verbandelr werten. Am Freilag kommt die I n t e r- pellation über die besetzten Gebiete zur Verbandlung. sodann wird bis eiilichießlich TienStag der kommen? ett Woche eine Pause eintreten da an diese» Tagen der Parteitag der Deutsch« rationalen stallfindet. Tie schöne deutsch« Stadt. In der Urania hielt Prof. G o e r k e e,nen mit zahlreichen farbigen Lichtbildern ausgestatteten Bor- ,rag über„die schöne deutsche Stadt". In früheren Vorträgen hatte er die Schönheit der Landschaft u.id die Beziehungen des Menschen zu derselben geschildert; gestern zeigte er die Schönheit der Stadtbildes an zahlreichen Beispielen aus Nord und Süd, von den Gestaden der Ostsee bis zum Alpenwall. Tie prachtvollen Kirchen und Rathäuser der Hansestädte, die Schlösser und Burgen Süd- und Westdeutschland?, besonders die noch heuce wöblerhalte- nen mittelalterlichen Bauwerke Frankens fanden in Wort und Bild Erwähnung. Im zweiten Teile feines Vortrages zeigt« er an Einzelheiten die Geschlossenheit, die organische Gestaltung des StadlbildeS. Bei Vorführung und Schilderung der alten Harz- stftdte Goslar. Halberitadt, Ouedlinburg usw. könnte man sich so recht in vi« Schauplätze von Raabcs Ebronik der Sperlingsgasse versetzt fühlen. Malerische Brunnen, Beseitigungen mit Tor- türmen, stimmungsvolle Friedhöfe zeugten von dem Kunstsinn deS mittelalterlichen Bürgertums. Der schreckliche Krieg hat Tausend« Millionen verschlungen, mit denen man die Welt zu einem Para- diese hätte gestalten können, aber Schätze sind unS geblieben, und st« wirken mit, uns auf eine geistige Erneuerung des deutschen Volke» hoffen zu lassen. Der von warmem Heimatgesühl durchwehte Vortrag fand freudige Ausnahme. Zur Frage der EinbeitSkurzschrist wurde in einer Konferenz de» Stenographenverbandc» Stolz«. Schrep, di« soeben im ReichStagsgebäud« stattfand, folgende Entschließung angenommen: „Die Vertreterversammlung de? SlenographenverhandeS Stolze- Sclvrev ist der Anschauung, daß di« kurzschrftliche» Einbeit-Z- bestrebungen als gescheitert betrachtet werden müssen. Es bleibt daher nichts übrig, als für den notivenisiaen kurzschnftlicken Unterricht in den Schulen eines der beflek:nd«n Systeme zu wählen. Die Ersahrungen im Unterricht und in der Anwendung haben uns in Uebereinstimmung mit hervorragenden Schulmännern in der Ueberzeugnng gefestigt, daß die Kurzschrift Stolze-Schrey in der heutigen Gestalt den Anforderungen der Schule und des OebcnS voll entspricht."_* Grobe BolkSoper Berlin. Am». AovemSer veginnen die eiaenen Opernvorstellungen. Für die erbe AnSsübrun, ist in der.Neuen Welt". Haleribeide, als Beethoven- Gedenkfeier„Fidelio- aiiqe'etz-. tür die mnliwlilcbe Leitung tlt Generalmufitdirettor tkeo Blech gewonnen, die Spiel» leitung bat Hei mann Bachmann von der Ctaatsoper übernommen. Ter Borltuor Lebrerveretn veranstaltet in diesem Winter einen Zhstiis tömtltcher Sinfonien von Beethoven mit dem Llülhnerorchcster mit Solislen unter Leitung von Dr. Feist M. Gab. welbräu-Müucben-Akl.-Ges. beritten-weckS Betchlußsasiung über eine Verscvinelznng mit der Akt.-Gel. Hackerbläu in München Geileialv-r'amnttungen ein. Verichmelzumi Nvrdstern-Dentonia. Im Zusammenhang milderVcr- ichmeizuna der?! o rd sie r u-Leben sveisichernngs-A.'G. in Berlin mit der Teutonia- BersicherungS-A.»K. in Leipzig beantragt die Nordllcrngesell'chuft nunmebr die Erhöbnng des Aktienkapitals von 7,2 aus 9 Mill M. duich Auspobe von 6eb angegeben wird, der auf dem Städtischen Viehhof erfolgte, nicht angegeben wird der Zluftvieb, der auf dem Magerviehhof in FricdrichSfclde und auf den verschiedenen Bahnhöfen um Berlin. Der Auftrieb an Schlachtvieh auf dem Magerviehhos ist ganz erheblich größer als der Auf- trieb auf dem Zcniralviebhof. Es waren z. B. am letzten Freitag auf dem Magerviehhof 3700 Rinder ausgetrieben, davon mindestens zwei Dritte? Schlachtrinder; auf dem Zentralviehhof nur etwas über (300 Stück. Ebenso findet Mittwochs immer ein großer Auftrieb an schlachtreifen Schweinen auf dem Magerviehhos statt. Dann muß berücksichtigt werden, daß in den vielen kleinen Schlacht- Häusern., die in Weißcnsee. Nemickendorf, Lichtenberg, Friedrichs- ielde usw. liegen, sehr viel Vieh geschlachtet wird. Die Folge da- von ist, daß verhältnismäßig viel Fleisch in den Schlächterläden vorhanden ist. Die Preise«ms dem Zentralvichhos am Sonnabend waren dementsprechend erheblich gesunken. Schweine sind um 2,50 bis 3 M. das Pfund gefallen; es wurde gezahlt für gute voll- fleischige Schweine 200 Pfund und darüber— 18 bis 13,50 Mark pro P f u nd Lebendgewicht; dieselben Schweine haben am vorhergehenden Sonnabend und Mittwoch 3 M. pro Pfund mehr gekostet. Mindettvertigcre Sebwein« sind mit 11 bis 1,50 M. bezahlt worden, je nach Oualität. Gute vollsleischige Rinder(Stiere und Bullen) wurden m t(5biz7MarkPro Pfund Lebendgewicht verkauft, Kühe, mit 5 tr's 6 M. und Rinder 2. und 8. Klasse sind mit 3 b i s 4. 5 0 M a r k v e r k a u f t worden. Hammel und Schafe, wovon zirka 8000 Stück aufgetrieben waren, waren fast gar nicht zu verkaufen. Prima Hammel sind mit 5 bis 0 Mark pro Pfund verkauft worden.(Siebe dagegen die Preikc in den Fleischerläden. D. Red.) W'nn hier und d« mal höhere Preise gezahlt worden sind, dann nur für'ein- zclne. ganz besonder? gute Tier«. Es wäre zu begrüßen, wenn der Auftrieb von Schlachtvieh in den kommenden Wochen noch so groß wäre wie in den letzten Wochen— hauptsächlich Rinder, Schweine waren im Verhältnis immer noch zu wenig— dann würden die Händler gezwungen sein auch dem Besitzer weniger zu zahlen. Ei ist jedoch zu bekürchten, daß der starke Auftrieb von Rindern schon in Kürzester Zeil nachlassen wird, weil jetzt sehr viel Vieh von der Weide gekommen ist. Bei den Preisen, die am letzten Sonnabend auf dem Schlachthof für Vieh gezahlt Ivorden sind, wäre eS den Schlächtern schon möglich, auch mit den Fletschpreisen h-r-uarterzugehen; jedoch auch hier wird sich in den messt«» Fällen das zeLjen, waS man im Ge» schäftSleben so häufig sieht, näml ch: daß die oft sehr großen Preisschwankungen auf dem Markt nur zwischen EngroS- und Detailhandel ausgeglichen werden und da? Publikum wichts davon merkt. Di« vorstehenden fach�indiqen AuSfsihwlngen zeigen, daß«im reichliches Angebot von Ware die Tendenz zur PrelSscnkung zurzeit hervorruft. Wie lange iviVd sie aber noch andauern? Sobald die Ware knapper wird, erfolgt wieder da? volkswirtichaittich so ungeheuer unheilvolle llebcrbieten der Händler, um Ware für sich zu erhalten. Tann werden die Preise bis zur?luS« nutzuirg der letzten Kaufkraft in die Höhe getrieben weiden. Die Reichen werden die Ware bezahlen können, die Minder» brmftelten werden sie in den Schaufenstern bewundern dürfen. Nur bei auS reich.» dem Warenangebot wirk: die„freie" Wir!- schast sozial, bei Warenknappheit aber im höchsten Grad- antisozial. „kok'enrevisoi" unü �urvs!enöjeb. Ein gefährlicher falscher„Knhlenrevisor" ist wieder in Berlin an der Arbeit. Am 23. v. M. entsprangen mehrere Häftlinge. darunter auch der Schlosser Wtchmann, der bei einer Geheim- rätin Friedini-uu im Westen eine PcrlenhalSkctte im Wert« von einer halben Million gestohlen hatte. Während die anderen Eni- sprungcnen bereits wieder hinter Schloß nnd Riegel sitzen, ist es noch nicht gelungen, Wichmann wieder zu ermitteln und festzu- nehmen. Er hat unterdessen sein altes„Gewerbe" wieder aus- genommen und sucht jetzt die Villen in den Vorvrrcn heim. So erschien er in Grünau unter dem Namen Ingenieur Gebauer von der A. E. G?ltis diesen Namen führte er auch Ausweise bei sich. In einer Villa stellte er sich als Beauftragter der K o h l e n st e I l e Groß-Bcrlin vor. Er„revidierte" und fand alles in Ordnung.?luS BerufSintcresse, wie er sagte, sah er dann auch noch die clektritchcn Leitungen nach, die durch alle Zimmer führen, besonders auch durch da? Schlafzimmer. Weil die Dame de? Hauses keinen Argwohn mehr hcgtc, so gelang eS ihm jetzt, ans dem Schlaizimnier ein Schmuckkästchen zu stehlen, das mit dem Inhalt an Ringen, Armbändern, Ohrringen usw. 600 00 M. wert ist. TaS Kästchen ist alivenezianische 5>rbcit und mit rotem Samt ausgelegt. Zu den Schinncljachen gehören besonders auch eine Perlenhalskette mit Brillantschloß und eine goldene, strickartig gebundene Halskette. Tie Beftohlene hat nach der Beschreih■•o Wtchmann bestimmt als den Dieb wiedererkannt. In Saarow am Scharmützelsee wurde der lange gesuchte GcrichtSassessor a. D. Henning Böhmer, früher SvndikuS der Niederdeutschen Handelsakticngescllschaft in Berlin, Potsdamer Straße 133, der Ricsenfchwindeleien mit gefälschten Ein- und AuSfuhrscheinea begangen hat, verhaftet. Böhmer war vor einigen Monaten schon einmal festgenommen worden, wurde jedoch auf Grund von Attesten, die seine Haftunfähigkeit bekundeten, entlassen. Auch diesmal versuchte sich Böhmer durch ?lttcste wieder freizumachen. Die Untersuchung durch den Ge- richtsarzt ergab aber die Haftfähigkeit, so daß er in Unter- suchuugshaft genommen wurde. Mit ihm ist der Geheim« Hoftnleudanzrat Höhn verhaftet worden, der als Mittäter in Frage kommt.— ES handelt sich bei den Straftaten um F ä I- jchungen von Einfuhrbewilligungen und AuSsuhrscheincn. Tie Fälschungen sind mit einem gefälschten Stempel deS ReichskommissarS Trendclenvurg versehen worden und haben die notwendigen bureautechnischen Zahlen und Bezeichnungen von Böhmers Hand erhalten. Eine der aufgedeckten Fälschungen hat die Stadt E l b e r- selb um 20 Millionen Mark geschädigt. ES sollte für diesen Betrag Benzol und Spiritus eingeführt werden. Die Ein- künste, die Böhmer au? den Fälschungen bezogen hat, zählen nach vielen Millionen. Er verlangte für Besorgung der Ein- oder Ausfuhrscheine gewöhnlich 10 Proz. deS Fakturawertes. Telephon hinten her»»». In letzter Zeit wurden von der Postbehörde bei vielen Sprech- stellen angeschaltete Apparate fesl-gestellt. die dem zuständigen Per- mitllungSamt nicht gemeldet waren. Meist hatten die Sprech- stelleninhaibtr sich eigene Apparate in mehr oder minder fach- Verständiger Weise heimlich an die AmtSleitungcn an- geschaltet, um dadurch ihre Sprechmöglichkeiten unter Nichtzahlung der bcstimmungSmäß.gcn Gebühren zu vermehret:. Die Postibehörd« wendet sich nun in einer Wirurtn: dieses„Hintenherum-Telephon" und will den Teilnehmern erttär» licherweise nicht da? Recht einräumen, mit Umgehung der Vor- schriften billig und schnell zu einem Talephoei zu kommen. Es liege •darin, eine Gefahr sowohl für di«'Amtscinrichttmgcn und die Fermsprechbeamtinnen, als auch für den Teilnehmer selbst, weil den amtlichen Stellen die Möglichkeit entzogen w.rd, di« ohne ihre Mitwirkung hergestellten Anlagen betriebstechnisch zu prüfen. Nach den AuSführungSb.stimmungen zur Ferniprrchgr�bührenordnung ist die Telegraphemwrwaitung bei Einschaltung von sellbstibesehafsten Apparaten berechtigt, den Anschluß ohne Kündigung aus» z u h e b e n; untor Umständen wird sogar st r a s r e ch t l i ch vor- gegangen. Da unberechtigte Anlagen cmf die Tuner nicht verborgen bleiben, ist d.Slmlb den Beteiligten dringend anzuraten, daß sie den früheren Zustand wiedavherstellen oder die vorgenommenen Aendcruugcn unverzüglich ihrem Ferusprechantte mitte. len. Wieder ein Attentat ans einen Lokemotivfütirrr. Während in Moabit zurzeit der Prozeß gegen drei Kominnniüe» ivegeii Morde? an dem Lokomoliviührer Reicknnulh ftatisiodet, kommt die Meltiing von etilem»euen Attentat mii einen Lotoii'ottviiihrer, der sick» in Ausübung ieineS Dienstes beiand. Am gestrigen Dienstag»och- mittag wurden in der?!äbe des Bahnhof? Geiundbrnniie» aus eine vom Steitiner Bahnhof nach Buch fahrende Vorort- loko motive, von der Humboldibrücke herab, einige Sckmsse abgegeben. Eine Kugel traf den Lokomotivführer D u s i e auö der Bellermamistr. 03 und verletzte ibn am Auge. Die sofort angestellten Eriittlllllngen nach dem Urheber dieses Attentats sind bisher obne Erfolg aeblieben. Tie Geschäftsstelle dez DemobilncachunaSausschusseS Groß-Serlin Unterausschuß für Arbeitsvermittlung, bisher Stralauer Str. 33, befindet sich von heut? ab Neue Fnedrichstr. 7Gb, Hof IV link». Mirtcrvrrband Aroti. Berlin, Orlegruppe Zrdöneberx. Ob» Männer- u, d Mieterails ivusttitzung am Dounersiaa, d. St. d. Wi., abend» 8 Uhr, im.WilhelmShos"(langer Saal). Cbersltr. 80a. Im Kmderhau» Btnmenli raste findet wieder Unterricht in Säugliiigsvilege mit vraUiichen Uebungeu wöchei»ich einmal statt. Meldungen Ichriiilich oder mündlich Montag..Tienslag mid Freiiag vor« mittags von 10— 1 Uhr. nachmittags täglich von 2-6 Uhr im Bureau des Kinde, Hauses Blumenn,. 97. Tie Teutiche«eirCetinft zur Betämplnng der VVci■(<}« kranibette» bäil idne Jadresoerlammliing om Sonnabend. 23 Oktober, abends? Uhr. in der.ViibeIm-»Mdernie(.höis.inl 1). Schar n borst str. 38, ab. Der Vorsitzende, Pro!. Vlalchko, wird über den demnächst d-nr Ziejcks- läge zur Beiatong zugebenden neuen Keietzenlwuri zur Vekärrpiung der (Seichiechtstrontdeileir Bericht erstatten Aichimitglieder können iSantarten durch die GrschäslSstelle, �ilhelmftr.<ö. erhalten. Grofi-Serliner Heute, ÄO. Oktober. Lchöneberg-Kriedenau. 7'/, I!h>: Oesscntiieste Ber, iau mlnng in der i ula der Hvve,,zollrr»lklj«te. Briziger Ttr Ii?, öS. Thema i ,M o s k a u und wir." fllef.: Tr. N c ft r t e P k e. Morgen, Lk. Oktober. Reinilkendsrt-Ost(S. P D). Die äangesbrüder virlammSIll iich ?>,, ttbr beim Ken. Liiidftädl. Aefidenzstr tS0. Ztemvelliof. Frone nabend 7ll, 11 br be! knie..Däiiceriie m-, Veiderstrane. Ecke.Ka!iei.?ttldeln>-r trage. Ziel.: Genoisi» Lch.'ibrnhnber: „Bericht über den Frauentag in Kasse!". >!e �llzsperrungö« f tober aS ein H a u S sta n dS zeld von je S Mar! pro � f'-i a*0'tt}O ff z? Schickt, das nach den Grundsätzen des ÄiniergeldeZ behandelt J* 4*� Ajj*»* Vfr w rd. Das Kindergeld wird um 1 Mar! j: Schicht und Kind .Vlktsrie�fto aestelltev beevöet.' erhöht. El»zclh«i:e» d«r Durchführung sind in der ArbätSze-ne-n. > schaft zu regeln. Fn einsr ern-cuieti Srjzung d:Z SHIichtzunffsallsschujjZ?, Obgleich der SchIichtung? Ceplemoer eine D'e Direktion erklärt endlich, daß wegen der Borkommnisse bis beute Entlassungen oder gleichartige Maßregelun. gen. insbesondere Versetzungen, nicht vorzunehmen sind. Die Angestelltenverbände sind, grundsätzlich der Aus. fassung. daß die Aussperrung in der„Viktoria" und der Anlaß dazu Angelegenheiten sind, die zwischen der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat zu ordnen gewesen wären, sie haben es aber für ihr« Pflicht empfunden, an den EinigungZverhandlungen mitzu- w'vken. um auch zu ihrem Teil zu der Einigung beizutragen. Die Angestelltenverbände b i l l> g e n die Vereinbarung zwischen Direktion und stirem Betriebsrat und werden ihn bei der Durch. führung unterstützen. Die Anaestelltcnvcrbände haben die Vor» gang« bei der„Viktoria" nicht gebilligt und billigen sie nicht. Sie werden eS avck künftig für ihre Pflicht erachten, von ihren Mitgliedern die Einhaltung tariflicher und gesetz- I icher Verpflichtungen zu verlangen und Zuwiderhand. lungen nach den Verbaudssatzungcn zu ahnden. Ssr EchleKsspruch fü? ösn NuhrbergbLN. Im ReichSarbcitSm in i strri um tagte am Dienstag, den IS. Ok- tober, unter Leitung de? Ministerialrats Dr. S i tz l e r der zur Regelung von Lohnstreitigkeitcn im Ruhrbergbau eingesetzte SchlichlvngSaLSschutz. Als Le'sitzer nahmen der preußische Mi- «lster des Inner« S e v e r i n g und der Vorsitzende des Reich-- kehlenverband«?, Generaldirektor Köngeter, teil. Der Schlich- tungSau-fchuß fällte nachstrhenden SchicdSspruck, zu dem die Par- teien bis zum M. d. M. endgültig Stellung nehmen werden. Die Löhne werden mit Wirkung vom 1. Oktober 1920 ab um 2 Mark für jede Schicht für die unterirdisch Beschäf» ffsten und um 25 Pf. für die Stunde für die Arbeiter über Tage erhöht. Für die Arbeiter unter 20 Jahren beträgt die Er- höhung die Hälfte dieser Sätz-o. Verheiratete Arbeiter und alleinige Ernährer ihrer Familie im Sinne des§ 8 Absatz 8 des Tarifvertrags erhalten vom 1. Ol- e-oeroxi»!» /■.vmrvFr�rrvVtj;- einen Lohn von ll'jl.öö M. pro Wocke erhallen. DichArw'-igeber der Over uns märkischen Wassel strotzen eatilen ab 1. Odovcr 195 M. pro Wocke und nickt Sie duick vaS ReicksarbeitZniinülerium den Sck'.ffahrlSbei'atzungcn zugesprochene Lobncrtöhung, sondern rednzierien den bisher g-zabllen Lohn um | 22 50 M. pro W o ck e. Die Sibeitgeber der E.be zahlen iinicr i Poibe all den alic» Lohn von 217,50 M. Tie dadurch heivor» ! gerufene Erregung unter den Schiffsbesatzungen ist grotz. auch auf I der Elbe, da dort die Schiff-deiayungeii nach dem Verballen der Urne; nebmcr mit späterem Abzug der unier Vorbehali auSgezahiien! ! Summen rechnen. Ein Streik der Schiffsbesatzungen zur jetzigen Feit i würde von katastrophaler Wirkung für die Wirtschaft DeutichlaiidS j !'ein. Die Ernte und die für den Winter zur Äiisrechterhaliimg der � Beiriebe bcnöligten Liobnialeiiaüen müssen befördert werden, die i ! Bahn kann zur-eit nur den Tagesocdaif besrirdigtii. Arn schwellten würde die Verliner Bevöikelling durch die Slockung ter FkohIen- ! und LebrnSmiiielzu'nhr betroffen. Um d e'e tchiveren wirtschaitlichen Schädigungen zu vermeiden. haben die Arbeitnehmerorganiiationeli beim Reich larbeilSministerinm die Verbinditchkei'Serklärung de? Schiedsspruch; beantragt. Der NeicksarbeitSlni» ister kann die durch ArbeitSelustellung in der Binnen Der RcichSverbirnd der Kommunalbrmnten und-vngesiesftsn TeutschlaubS hielt am lö. und 17. Oktober m Hall« a. S. eine Vertreterversammlung ab, die von den Delegierten aller deutschen Kommunalbsamten-G clrerkfckasten beschick! war. Nckben Be- sokdungS- und OraanisationSfragen, bei denen die von der Prcu» ßifchen Ccwcrtfclast vorgelegten Richtlinien Annahme fanden und die den direkten Anschluß des Z! e i ch S b u n o e S an dze n Deutschen Beamte nb und zum Beschluß brachten, nahmpn die Pcrfand.'unaen über Cemeindebeamtenkammern und Dd, emtcnräle den größten Raum ein. Im Ergebnis der Aussprach« wurde eine Resolution gefaßt, die besagt, daß di« Anwendang des BetrictkrctrgesetzeS auf die öfsentlich rechtlichen Beamten söge» lehnt wird, weil dadurch das Berufsbeamtentum beseitigt werde und ferner der öffentlich rechtliche Arbeitnehmer durch seine Stel» lung zum DolkSganzcn in einem ganz anderen Verhältnis zu seinem Arbeitgeber siebe als der private Arbeitnehmer. Die Regelung der Vertretung für di« Kommunalbeamten ftll im kommenden Gesetz entsprechend den eigenartigen Verhältnissen de: Äommunalbcaulten und besonders im Hinb'ick darauf, daß sie nicht einen, sondern viele mit den Rechten der Selbstbertcaltunjfc ausgestaltete Arbeitgeber haben, durch Zusatzbestimmungen er» � fvlg-n._ -Vctrieb? üte brr Kommun llverwaltangen G o';- Berlins. Dornerslag. den Sl. Oltoder. nbeiiv? 7 lll», in Sc? Aula NS i uölnifchcR ffinmuapiimi, Nnlelür. 2— 5;'JJ.'rsmmluiig Tagc�ordliung: D« Rrnqcstallimg Glotz-BcUinS. Rejcrcnt: Stadlverordneler Äazistrats» ieklctär H c rr m a n l?. Bund ver trchnikche» Rngektelltei» und Beamte«. Heut« abend 61!, Uhr im.Blauen Saal". Noidlschee tos", Anvaliden'wr 126: Ver ammiunz aller FacharuvbenauZutüsse.— �onncrStag. abend? 7 llbr. m Ber.llier' WlibdauS, Odmstr. ll: stachirnpsenoersammlung Kataster- weien.— Donnerstag, abends 7 llhr, im AbterlignngSraiim des Aenlra!» Verbandes, Belle»Atlumce» Str.: Oblelilcvcrsammlmig Brauereien.— Antzei ordentliche IRitzficbcroerfammlung(Norden I); Donnerstag, abends ' 7 st, Udr, im Zieslaurant Schwärt, Feidslr. 3. �kentralverband der Angestellte», verlammlnngen am Donners- tag; dtechlZanwallSanaciielltc 7st, Udr im Englischen»dos. tilezaudeistr. 27«. .pochbabiianeeitcllte öffen'itche Beriammlung 7*1, Uhr, QaverlandS ireftsäla, Neue srriediich r. tld. Unlcr-iriippi Kraileizeuiiung 7 Udr VerbandSlo.'al BcNe-?lMagce-Ztr. 7/l>). ftuaendiiche Vertrauensleute Volloerjauimlung 7 Uhr Biergtccke, Lelle-lllliauce-str. 106. a!!e? Veit. Aufdeckung einer inwfjejt Anckerunterfchlagung. Bei der Le» benSmiiteleinIaussgesellsckaft für den KreiS Groß-Gerau wurde ein Z u ck e r f e h l b e t r a g von 900 Zentnern festgestellt. Es ist ungewiß, welcher Art die Unrogelmäßigkeit ist. Fort aus Elsast-Lothringen. Wie die ,Saa> brückener Zeitung" ans Ltratzburg ersährl, sind im August lnsgciamt 73 Personen aus Elsatz-Lothrliigen ausgewieien worden. Freiwillig ans« gswanverl sind unter dem Druck der volitischen und wirtickaftlicken Verbältnisse im gleichen Zeitraum 1352 Personen. Nachdem im Monat Juli 123 Perionen ausgewiesen worden waren gegenüber nur 058 freiwillig Abgewanderten einhenmicken Tculschen, sckemt es. daß der oifizielle AiisweisungsmodliS jetzt durch eineu in- offizielleil. sanften Druck" ersetzt welden soll. TaS amerikanische Hilfswerk für Dentschland. Wie�die P. P N. aus»nie: richteten Kreisen erfahren, bat Llvingstone F a r r a n t. �' daS der Letter des amerikanischen Roten ilceuies, erklärt, daß ickifsahrl entstebende Schädigung des Wirtschaftslebens abwenden anierikaniscke Hilfswerk in Eurova nickt eher beendet weiden würde, o*» S/er» ,>»»> 5 fC-i»« v F i CTll i*4,* S<�!. j. rw«»v.......____«». c ensi rr. � � iveiin er den Tarif für verbindlich erklärt. Bei ibm liegt jetzt die gstz Enisckeivimg über Krieg und Frieden in der Binnen- > ch r f j a h r t. Ei« Gegner der Organisation. Ter Deutsche Musikerverband schieibt uns: In der Brauerei Kölligstadt, Schönhauier Allee, finden Konzelte statt, die vom Deutschen Tonkünstlerorckester ausgefühil werden. Tic Arbeiterschaft bat ein Interesse daran, zu wissen, daß dieses Orckefler zum Seil aus Beamten und Mil.tärnmsilern besteh, und von dem reißen T e r r oV zum Opfer gefallen ist. allbekannten Klackow, einem Ausbeuter der Musiker ickliinmiler Sorte, zusammengestellt wird. Die'er Klockow bat jetzt einen bis den Ii Millionen KnegSwaiien und 5 Millionen unter- ernährien Kindern Tculschtandö Hille geleistet worden sei. Tee erste Schnee ist gestern in S p a gefallen. Au? Merd-Nngarn. Das amkliche ungarisch« Nachrichten- burccru teilt mit, daß die Zahl der Selbstmörder jm laufen- den Jahre auf 1258. d h. das achtfache des bisherigen Jahres. durchsonitts, gestiegen ist. B.kgnnilich besteht die Vermutung, daß eine große Zall der„Selbstmörder" in Wirklichkeit dem iWiminss-n rw„k>kc"biiiid aentütide» um die oeicklossen» Einbeitskennt �?eramw. lör den eednlt. Teil: Dr. Weriicr Prilcr, Cbarlotlenbiirli: tür ilnj-izen! lialionaten»a,nrerouno gegründet, um die geiajumtn. w.nizeilsrroni � �!u(tc.z„!in.«erlag: Z-orivärlS.rierla« m. d. H.. Verl in. Druck Bar- der geweilickasllich orgainsiertin Musiker zu zersplillcrii. wrv I n>SrtS willigen Eoinmcr- oreiien! Leihhaus Warschauer- ür.iSe 7.• Der Betrieb rnscrer Direktionen, Derlln SW, Uniienstr.0—25, vmd mi, Grund der bereits verolfentlichien Einigung mit der Vertretung der AAgesielitenrchait und den Organisstionen am Bcncerstag, 1I2« 21. Oiüo'üeriSSO wieder eröi'net Berlin, den ZQ. Oktober 192S. V?clor!a zu Esrliu Allgeaelse Vcrsichcronts-AklicB-öesenscb. Moria Feuer- Versieht tengs• Ahtica■ Gesellschaft. AÄ-i 2Ui! S. JDEÄZBltjrfX» tsckt? 3,73 vi», p. Stck.� lzochschäumcttd A «»» Aetedrirstiir. ZU«,«taz Der«?. kUwi. v. 1 Sock � PelzgnruUr!- 350,-, Geal- ni«««, Ztreuzillchse. Rodelsüchle, Ae.'.staiuchtr. Llaulüchfe, SN Llchwnz! vaedlnen l Ab Connaveiid, den rfi. bis 23. Ot> tober, ctbi'Jt Borzeiger diese, Znicrats S Peez Stada tt auf jeden<5 inkaut. Wir affeiteren breiteii-a« Sardinen in nur galea Onalitären?.n TZ.—. 1,30—,)25— M. Lrückwar« schnio.i 7�0, tadpelbreit IS.— auswart,. Reiche, Lager In Bettdecken 7S.— a». Store, 7ö.—. Hochelegante Seinen- gardinen ISO.—. 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