flg. 538 ♦ 37. Jahrgang Ausgabe A Nr. 137 BezuqSvretS: 34«feliäljrL SO,—® u, monatUO,—®l. frei tn» Haus, ooron« �obttat.'Soft* • btjüB äßonatlidi 10,— Mi.«zN. pu- kiellullqsqroübr. linier Kreuzdand für Deullckwnv und Or'lerreidi lS/O Mi. für das übrig« Ausland de, lüglich e:umal. Zuktelluuo 2ijO K. Poiibe» bellunqe» nebinen an Ocsierreis> Uagarr. Tschrcho-Elowaiei, Dane» wart,'dalland..uremburg. Slüweden UNS die Sckiwe».— Cinqetragen t» die Vok»?l>wng»>Br«!»lii!e. Der.Parwärtd" mil der Ecnittaa» beilage.Boll u. Seit* erichein, rooriien» täglich lweima i Touniag» und Montag»-mmai. Leiegramm-Adrelse .Sozialdemokrat verlin-. Morgen-Ansgabe berliner OolKsblaN ZS Pfennig) Bnzetftenvrej«: Sie achtuelpatten« ilioiwarei�eiieile kalictS.-» Ä!. Teneruugazuschlaz Sit'lr Kleine Aazeigen-, dos ieti» gedruckte Man I.— M. lzuläijig zwei 'ettaedrncktk Borte), Ikdes weitere Bon HO Pfg. Ltellengeiache»nd Sch'afllellenanzeiqen dos erste Wort dd Vfg. rede» weiiere Wort<0 Pig. Worte über iä Buchliadr»»dMen für höh Warle. Deuerunaszuichlao 50»» ramilien-Ai>?etg«n für Abonnenten Zeil« 2.— M. volitilche und ge» werklchastliche Verein«»?!n, eigen S«— Mt. di, Seile oiiue Aufschlag. Allzeigen für die ll b chft e Zinmmer müssen di« S Ahr niicl niittag« im Hauvtgeschäft. Berlin EW 4, Linden- firaße L, abgegeben werden. Geöffnet mm lt Uhr früh di« d Uhr abend«. Zentralorgan der Cozialdemokratifcben Partei Deutfchlands Keüaktion und Expedition: 6tD. 6S, Lindenstr. 5. rteniflirerficr: Jlmt Morrnvia«, Nr. 151 90— 151 97. Vonvärrs-Verlag G.m.d. y., SW. vS, Lindenstr. S. Ker»s»>r?cher: Rurt Dforillpia«. Nr. 117 5»— 54. Jntemationale unö Ruhrgebiet.** RaÄ1.!nsfn0,<,nd* �(ütf-rrr&o.CVifo»ff frT«�Hn furvr Sorrr fllSrSiFir iirfti S. Avsterdam, 25. Oktober.(WTB.) Aut der MonatSversamm- luvg der Leitung deS Internationalen GewerlschaftS- Verbandes kam eS zu einer eingehenden Erörterung der Lage in Mitteleuropa nnd der Folgen, dir eine eventuelle Besetzung des RuhrgebietS durch die Entcntetruppen für die weitere Ent» Wicklung der mitteleuropäischen Lage habe» könutc. Auf Ersuchen der Bcrdandsleitung nahmen an der Kesvrechung L e g i e u und fiiraßmann vom Dcntschen Gcwrrkschaflsbiind teil. ES wurde beschlossen, daß noch im Laufe diesrr Woche eine Ab- o r d n u n g des BorstandrS des Internationalen Gewerkschafts- bandrS sich nach dem Ruhrkohlengebict begeben soll, um fich dort über den Stand der Tinge zu informieren. Tie Abordnung wird bestehen auö I o u h a u x("Frankreich), Mertens(Belgien), dem internationalen Sekretär F i m m r n und einem cuglischeu Gewerk- schaster._ De? Kampf um die Kohlen. Der aemeinsame Ausschuh teS Re ichöwirtschaftSrats lind des ReickiSkohlenrats begann am Montag unter Voisitz des Herrn Braun feine Sipungen. Werner(Arbeitnehmerver- ireler des Neichskohleiirats) erklärte sich für den ersten der vor« liegenden Vorschläge zur «ozialifierung des Kohlenbergbaues, der die Ausfchaltnng der Bureaukratie und die völlige Selbstverwaltung jedes einzelnen Betriebes vorsehe.— Kagemann(Verbrauchervertreleri schloß sich diesen Aeußerungen an, da die Annahme des zweiten höhung der Lohlrnprodnktiou zu sorgen, 3. wird die Regierung für Verbesserung, der Bergwerks» betriebe Sorge tragen. Diese Fordernngeu wurden nnvcr- züglich dem VollzngSausschusi der Bergarbeiter untcrbreitet, der o.m heutigen Nachmittag einen endgültigen Beschluß fasten wird. Zu RcgserungSkrrisrn gibt man sich der Hoffnung hin, daß eine Einigung aus dieser Basis zustande kommt und die Arbeiter schon am Mittwoch wieder ihre Schichten per» fahre«. Das freie Wahlrecht ist daS Zeichen... London,>25. Oktober.(Meldung des Hollandsch RieuwsbureauS). Die aejtern sorlgesetzten Berhandlungen der Vergarbeiier riefen zu- nächst eine optimistische Ausfassung hervor.. Hodge und T m i l l i e sprachen die Hofsnimg aus, daß der Weg zu wirk- lichen Verhandlungen mit der Regierung geebnet würde. Der Streik dürfte jedoch noch eine ganze Woche dauern, da selbst im Falle eine: Einigung eine neue Abstimmung w'ter den Berg- orbeitern notwendig iein würde. Man deutet eS auck als ein er- sreul che« Zciche», daß die Regierung nicht sokort das Notgeietz an- wenden will. Dos würde auch eiitichieden eine heftige Oppo- s r t i o n im Unterhaus« hervorrufen, da dre Aussichten aus eine Regelung damit noch geringer würden. T v o m a«(der Leiter der Eisenbahnergewerkschast Di« Red,) erklärte in einer Rede, er glaube, daß die Ardeiter alles durch ihre Stimmzettel erreiche» könnten. Er warnt« davor den gegenwärtigen Konflikt bis zum bitteren Ende durchzukämpfen, denn man dürfe sich nicht darüber täuschen, daß dies ohne blutige Aufstände nicht mäzlich sei. Weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer, die eine derartige Entwicklung der Dinge wünschten, vertreten die Raste des Volke». einfach nach Hause gehen. Löffler(Vertreter der Arbeitnehmer) führt« aus, es sei verständlich, daß die Arbeitgeber sich nur schwer in die Aufgabe ihrer herrschenden Stellung finden könnten, aber der Wunsch nach Sozialisierung. der in drei Millionen Arbeiterherzen glühe, müffr Wirllichkrit werden. Die Sozialisierung werde aller- orngs für den Arbeiter kein.Tischlrin deck dich" werden. Herr v. Bredow, Verbrauchcrvertreter au? dem ReichSkohlenrat. trat für eine weitere Ausgestaltung deS Reichskohlenrais ein. Die Frage, wie weit die Ueberführung in» die Gemeinwirtschast obne Störung der Lieferungen an den Verbraucher erfolgen könne, müsse ganz offen nach allen Richtungen hin besprochen weiden. Nmdreit bedauerte, daß noch kein Gesetzentwurf der Regierung vorliege, ko daß der Ausschuß nur zu einem Begutachter des Gutachtens der SozialifierungSkommiision geworden sei. Hauptsache sei Ver- b i l l ig u n g der Kohle und die könne die Privatwirtschaft uicht'erreichen. Cohen betonte, daß die Frage des»ob* erledigt sei. Die B e rg a r b e tter würde» ein Zurück nicht verstehen. Der Vorsitzende trat diesen AuSkührungen entgegen. Härtung(freie Berufe) bemerkte, daß ein gangbarer Weg, der einen Vorteil für die Volkswirtschaft biete, noch von keinem einzigen Redner ge- funden sei. Girbig(Arbeitnehmervertreter) meint, die Re- gierung hätte die Pflicht gehabt, ein Gesetz vorzulegen. Ein Vergleich mit Posi nnd Eisenbahn sei für den Bergbau unmög- l i ch.— Bernhard(Freie Berufe) führte aus, daß die beste Oetono- mifierung eines Betriebe» ohne die Arbeiter unmöglich sei. Dem SozialisierungSgedanken müsse in irgendeiner Form ent- sprochcn werden. Der Vorschlaa TT-ntbalte wenigstens einen An- klaug au Sozialismus.— Wcsset wies daraus hü», daß die B«> denken gegen die Sozialisierung sich als ebenso unbegründet erweisen würden, wie seinerzeit die Bedenken gegen die Aufhebung der Sklaverei in Amerika.— StinneS(Vertreter der Arbeitgeber) warnte entschieden vor Zentraltsicrung durch den Staat. Seine Freunde seien bereit, arff anderem Wege an der Erfüllung der Wünsche der Arbeiterschaft mitzuwirken.(Hoffentlich hält die br- ginnende Einsicht des Herrn Stinnes an. Anin. d. Red.). Wie wir bereit? in unserer Montag-Abendansgabe meldeten, hat die in Bochum tagende Revicrkonferenz des Berg- ar b e i t e r v e r b a« d e S sich für die Bollsozialisierung dcS Kohlen- bcrgbaues, also für den Borschlag I der SozialrsirungSkom- Mission ausgesprochen. Die diesbezügliche Rntfchließung hat fol- genden Wortlaut: „Die BertrauenSmännrrkonferrnj billigt die Vefchlüffe deS internationale« BergarbeiterkongresfeS„nd dee BezirkSlriterkonserenz deS BcrbandeS in der Sozialisiernngsfrage Sie ist der Meinung, daß diese z« lösen ist im S i» n e d e s B o r- s ch l a g e S I, der die Bollsozialisierung vorsieht. Nm daS zu erreichen, ist Einigkeit und Geschlossenheit aller Bergarbeiter notwendig." Solidarität der amerikanischen Gewerkschaften. Ncwpork, 25. Okiober.(Meldung des Hvllanosch NieuwS BurcauS.) Die„American Ceniral Federated Union" schlägt vor, den englischen Bergarbeitern bei ihrem Streik zu helfen und den Transport von Steinkohlen aus den Vereinigten Staaten zu verhindern. Die Vereinigung nahm eine Ent- schkrehung an, in der dir Regierung au kae fordert wird, Vor- teilungSmaßnahmen, die während de? Krieges getroffen waren, neuerlich einzuführen, so daß die Hafenarbeiter nicht mehr Kohle in die Schiffe zu verladen hätten, als für den Verbrauch an Bord notwendig wäre' Mac Swineps Hungertod. London, 25. Oktober.(WTB.) Dem Tode deS Bürgermeisters von Cork ging ein Zustand der Erschöpfung voraus, in dem er das Be- wußisein nicht mehr erlaniste. Sein Beichtvater blieb di» ganze Nacht bei ibm und verließ das Geiängni» erst mehrere Stunden nach seinem Tode. ES ioll die Verfügung geiroffeu worden sein, daß die Leiche des Bürgermeister« nach Irland übergeführt wird, wo die Beisetzung stattfindet. die Gärung im Sritiscken Veltreich. Amsterdam. 2S. Oktober. Eiyer Rsutermekdung aus Port Elisabeth(Südafrika) zufolge kam es dort noch der Verhak- tung des Vorsitzenden des Verbandes der eingeborenen Arbeirer zu ernst e n Ausschreitungen, in deren Verlauf eine große Menge von Eingeborenen mehrfach versuchte, ein großes Peirv- leumlager einzuäschern und die Telephonleitungen zu zerschneiden. Die Polizei eröffnete das Feuer. 22 Personen wurden getötet. 41 verwundet, darunter zahlreiche Frauen. Polizeiverstärkungen sind eingetroffen. Die Eingeborenen halten weiter Versammlungen ab. Einer Reuiermeldung aus Bombay zufolge iam eS zwischen ausständigen S t r a ß e n b ah n s ch a ff ne r n und Polizisten zu Zusammenstößen, bei denen IS Personen, dar- unter 2 Polizisten, verletzt wurden. Von Otto Hue. Genosse Hue ist knapp vor dem Ausbruch des eng- Irschen Kohlengräberstreiks ar»? England zurückgekehrt, urteilt also«ruf Grund uimilteübar erhallten er Eindrücke. Redattton deS„Vorwärts". Wer seine Sinne gesnnH bejsciminen Hot, wind leicht bc- streifen, daß iwutfche Interessen weder durch den Ausbruch ldes großen englischen B erg m a n n s str eik s nodz durch eine lange Dauer dieser Ärbeitseinsvellrmg gefördert werden. Es ist liborlMipt eine Wahnvorstellung, anzunehmen, das Nnglttck eines Volkes bedeute daS Glück des anderen oder uns erwachse ein nochlmltiger Vorteil aus den inneren Schwierigkeiten anderer Völker, die mit uns der europäischen L'kulwrgemeinschast angehören. Deutschland kenn alio nur die baldige Beendigung des englischen itohlengräberstreiks wünschen. Wenn indes unsere englischen K a- meraden zu der Ueberzeugung kommen sollten, die Hilfe der den t schen Bergleute nicht entbehrenz u können, dann werden wir in ter nationale Arbeiter solidarität durch die Tat beweisen. Aber ich kenne auch keinen wahrhaften eng- lischen Bergavbcitersiihrer, der über den Ausbruch des Streits erfreut gewesen loäre. Das Exekutivkomitee der Miners Fsderatimt dick monaie- lang über einen gütlichen Mschluh verhandelt, obgleich dre alten Praktiker wußten, daß während dieser Monate die Gegenseite, wenn sie den Kampf wollte, umfangreiche Vorkehrungen treffen konnte, und andererseits die Arbeiterntassen durch das lange Warten auf ein annehmbares Zugeständnis nicht friedlicher aefivnt wurden. Monatelan? k>at die große Presse sckiars Stinummg gegen di« Bergleute gemacht, sicher- lich kein guter Auftakt jut Verständigung. Troß seiner starken Bedenken gegen die Verguickung von Lohnzulage und Mindestsördenung(die sogenannte„Datum Line") trat No- bert Smillie die Bcrgarbeitermassen auch aufgefordert, den Vorschlag der Regierung probeweise anzunehmen. Durch diesen Appell hat Smillie nichts von seiner großen Popu- larität unter den Bergleuten verloren. Zwar lehnten sie die „Datum Line" ab. sprachen aber Smillie ihr volles Ver- trauen auf seine proletarische(SZinnung ans. Alle Konner des gegenwärtigen Zusrandes der Gruben (Nanbbaii wahrend de» Krieges!) und der Mentalität dr'r Bergleute mußten an der Annahme des Vorschlages zweifeln. der'Tat ist er ja auch mit 635 098 gegen nur 181 428 Stimmen abgelehnt worden.(Bei uns in Teutschland würde in einem gleichen Zolle die Ablehnung noch weit stärker sein.) Dieses Resultat nmßte lehreir, daß die Bergleute ungeachtet der gegen sie zweifellos gerichteten öffentlichen Mei- niing des Wartens müde waren. Es kann mich nicht zweifel- hast sein, daß, wenn die Z�rgleute in ihrem Kampfe für die Lohnerhöhung um 2 Schilling pro Schicht unterliegen sollten, das englische Wirtschaftsleben wähnend dieses Kampfes un- geheuer leiden würde und noch dem Kampfe von den besiegten Bergleuten erst recht keine versöhnliche Stimmung zu e>- warten ist. Die Hoffnung, der Streik würde aus Mangel an geld- lichcr Unterstützung in ganz kurzer Zeit„von selbst" aufhören, kann doch nur auch jemand hegen, der nicht weiß, das; englische Bergarbeitermassen schon monatelang ohne Streif- gelder gekämpft haben. Man sagte mir, weder die Verhältnis- mäßig geringe Höhe der Lohnrorderung noch die Aussicht, eventuell um diesen Betrag die Kohlenpreife erhöhen zu müssen, könne die Ablehnung der Arbeiterforderung aus- reichend verständlich machen. Der Durchschnittslohn der Ge- samtbelegschaft steht auf 16 Schilling 6 Pen«? pro Kopf und Schicht; er ist seit 11)14 um 155 Proz. gestiegen. Nach meinen Beodachtungrn ist der Verkaufspreis dex wichtigsten Lebens- mittel im Kleinhandel belnrntend mehr gesteigert worden. Die Erzeugunaskostsn pro Tonne verkaufte Kohle sind seit 1913 von 11 Schilling auf 33 Schilling 10% Pence erhöht, inklusive der Gewinne der Grubenbesitzer.(In Deutschland stiegen die Kohlenpreise ab Grube bodeutend mebe.) .Kein Wunder, daß die englischen Arbeiterführer nicht glauben, die Regierung und Grubenbesitzer lehnten die Lohn- sorderung aus rein wirtschaftlichen Erwägungen ab. Di? Ar- beiter sind wohl geneigt, all? Kraft für die Erhöhung der gegen die Vorkriegszeit um 47 Millionen Tonnen im Jahre gesunkenen Forderung einzusetzen, verlangen aber eine Mit- konirolle der Betriebe. Die Psyibe auch der englischen Berg- «heiter ist durch den Krieg und seine Nachwirkungen sehr ! verändert worden. Die Nationalisierung der. Minen wird programmatisch gefordert. W'e auch der gegenwärtige Riesen- kämpf endet, eine dauernde Verstärkung des Privatwirtschaft- I lichen Systems wird sein« Folge nicht sein. Daß ich meinen Kameraden einen raschen Erfolg wünsche, versteht sich von selbst. 3fch weiß, daß es auch in ihrem Sinne ist, wenn ich boffe, daß die durch diese Arbeitseinstellung erfolgte Ver- schlechterung der europäischen Kolstenversorgung nur von kurzer Dauer ist. In den Kreisen der englischen Arbeiterführer. die ich nach langer Frist wieder zu begrüßen die Freude hatte, ist nämlich die Ueberzeugung lebendig, daß alle Kulturvölker eine groß«'Wirtschafts* famili« bilden. Vereinigt stehen wir. uneinig fM«n wirl SchwermöllftrieUe Moral. Äor einigen Tagen veröfsentlichten wir unter �em Titel „�chwcrindusmeller Wucher" einen Aufsatz, der sich mit den Revolutionsgesä» ästen der Gute°Hoff° n u n g S- H n t t e in Oberhausen bescksäftigte. Die Guts-Hoff- niings-Hütte sendet uns daraufhin eine„Berichtigung", die die Moral der S ch w e r i n d u st r i e in einem norl) krasseren Lichte zeigt. Tie Gute-Hoffnung-Hiitte schreibt nämlich: „1- Die Behcruptung, die Gutehoffnungshülte habe dem Staat die als unliranchvar zurückgewiesenen Geschohhütlen nack, dem Zu- sammenbrueb plötzlich als brauchbar angedrcbt, sie sich als övll- wertig bezahlen lnffen und so einen Extrazetoinn von mindestens Zs> Millionen Mark erziel:, ist in allen Teilen tatsächlich unwahr. Die Gutehoffnungshültc hat mir solche ßcschosfe in Neclmung gestellt, die von den swatlichen AbwahmekommandoS als t a:> g l i ck algenommen worden sind." „S. Die Aachprüsting durch die Beauftragten des Reichs- abwicklungsomls hat nichts Belastendes ergeben. ES ist unwahr, daß die GutehorfnungShülte sich für ihre Leistungen übermäßige Preise hat bezahlen lassen. Die der Hütte bezahlten Preise waren vom Waffen- und MuniLc�isbeschaffungsamr fest- gesetz: und galten für jeden Hersteller von beschossen in gleicher Höh..'. Es ist unwahr, daß die butehoffnungshiltte die Vor- Inge des Prüfungsmatcriuls verweigert hat. Die Hütte hat dem Beauficagten des Rricheabuncklutig samts, Kroutz, sämtliches Material vorgelegt, das er verlangte. Ten weiteren Be- austragt«! P r i e u r hat die Gutehoffnungshütte aus ihren Räumen verwiesen, als er einige Tage nach Beginn der Prüfung zugeben mußte, daß er der Hütte über den Ztveck seines Besuches falsche Angaben gemacht habe." Dieser Zuschrift fügt-die Gutr-Ho ff n» ngs-Hii tte mm noch die tolgeuHe Beiner tu ng an: „Die vorstehend« Berichtigung schließt sich eng an hie B-estlm- mungen des Preßgesetzes an. Wtc erwarten von Ihrem Gercch- : i g 5 e i t s s i n n, daß Sie freiwillig noch hinzufügen,>:in dessen Aufnahme wir Sie hiermit gleichialls ausdrücklich erstlcheu: 'i. Tie entlassenen Angestellten haben nicht aus„Willen zur Ehrlichteil" und im„Interesse des Volkes" gehandelt, sie haben vielmehr von dem ReichsabwicklualySamt für ihren Treubruch Tagegelder vvn lLö bziw. 150 iWarf und eine Abfindungssumme von je 100 000 Mrrrk verlangt." Um bei den: letzten zu beginmien: Unser Gerrchtistkeits- sinn zuingt uns, von der Bemerkung Notiz zu nehmen, die die k n p i t a l i st i s che Heuchelei in Reinkultur zeigt. Es ist nicht unwichtig. Au erwähnet». daß die„Berichti- giing" nri-t dein„Gercchtigkettsschivanz" sckwn äm Sonn- abend in der ganzen biirgerßchen Presse des Jndustrie- reoierS erschien, am Sonntag früh auch in dem Der- 1 i n c r Organ der Schwerindustrie, der„Post", zu lesen toar. deui„Vorlvärts" aber erst ini Laufe des Sonntag zuging. Die Bemerkung über die fäuflichcn Angestellten sollte äugen- sctvinlich erst in der Oeffentlichkeit Wirkung tun, bevor der „Vorwärts" darauf antworten konnte. Ein gleichlautender .Kommentar in der der Schwerindustrie dienstbaren Presse läßt vrrmutlm. daß er aus der gleichen Quelle entsprang, riis der die Berichtigung stammt. Dieser Kommentar deutet an, wir hätten uns von den„käuflichen" Angestellten hinein- legen lassen, denn die Anssührnugen des„Vorwärts" be- handelten nur„einigen Klatsch und Tratsch". D i e s e B e-» Ii n n ptu ng ist d r e i st e r l o g e nl Unsere Angaben stand- uieu von keinem der entlassenen Angestellten. Diend im Lehrervereinshaus eine Versammlung statt, in der Schriftsteller, praktische Politiker und Künstler sich über die Frage einer Sozinlisierung des Theaters uns spreche n. Als erster Redner sprach Julius B a b. Dab ist ein An- Hänger der Volksbühnenbewegung, die er im Gegensatz zu der rein kapitalistischen Richtung dös Theaterbetriebes stellte. Er fand großen Beifall, al« er die These verteidigte, das die Geschäftslheater immer mehr an Einfluß verlieren müßten, damit die wirklichen VolkSthraier zu stärkerer Macht gelangten. Er sprach nicht mir für die Konfmnenten, die sich in der Volksbühne vereinigt haben, sondern seine Rede ging weiter ins Kulturelle hinaus. Er der- langt, daß zusammen mit der Gesundung der polirischen und nürt- s.baftlichen Lage des deutschen Volkes auch die Gesundung der Theaiervitrhültniffe gelänge. Nach Bub ergriff Friedrich K a y ß I e r, der Direktor der Volksbühne, das Wort. Er behandelte das Problem der Themer- svzialisierung und der ethischen Gesichtspunkt« im Theater und f ocrhaupr. Im Theater und in anderen Kunststätten werden die Massen des arbeitenden Volkes zur Güte und zur Liebe aller edleren kulturellen Bestrebungen erzogen, und es gelte, diese gc- Winnenden Eigenschaften des Volkes durch die Volksbühnen zu erziehen ES handelt sich nicht darum, möglichst diel Menschen in rnöglichst große Theatcrhäuser hineinzustopfen, im Gegenteil.' die Volksbilhuenbeivegung müsse auch daraufhin arbeilen, in kleineren Theatrrhäuftrn eine verfeinerte und veredelte Kunst zu pflegen; denn, das Bühnenwerk, das einen immer stärkeren Ausdruck der Zeitftrömuiigen bilde, könne sich nicht in den ungeheuren Räumen eiitiallen. Man spreche tnel leichter und viel inniger zu dem kunst- empfindenden Menschen, wenn man ihn in einem kleinen Räume in nahe Berührung mit den feinen Seelenregungen bringe, die der moderne Dramatik«.! darbringe n wird. Kahßler gab«inen Ausblick in diese Volkskunst der Zukunft. Hans Kyser sprach im Namen der deuttchon Dramatiker und der Schrisssteller übcrtaupt. Er durfte im Namen der deutschen Schriftsteller sprechen, weil er gegentväriig den größten Verband der deutschen Schriftsteller, den gewerkjthafUich organi- l'ier.en Schutzverband bertritt. Auch er warnte davor, daß man sich ivilleiilos in die alte kapitalistische Organisation des Theaters«in- füge. Indem er an das Schillersche Wort von der Schaubühne als einer Anstalt der moralischen Erziehung des Menschengeschlechts cnnnvrt«, forderte er einen engeren Zusammenschluß zwischen Volk und Kuntzlerg, Das choll»üfle sich freudig und birezchMig der nunys-Hütte oinsach ab und läßt durch ihren Pressedienst ihre Unschuld in alle Welt schreien. Tatsächlich bleiben alle unsere Angaben trotz der Berichtigung bestehen. Wir sind nach dem Preßgesetz verpflichtet., eine Berichtigung abzudrucken, auch wenn deren Angaben nach unserer Ueberzeu- g ii n g u n tv a h r sind. In diesem Falle befinden wir uns heute. Die Gute-Hoffnungs-Hüttze behauptet,„nur solche Geschosse in Rechnung gestellt zu haben, die von dem stoat- üchen Abnahmekommando als tauglich abgenommen wor- den sind". Tatsächlich ist ihr mehrfach nur die Richtig- keit der Zahl der in Rcchnmig gestellten Geschosse bescheinigt worden, nicht auch deren Brauchbarkeit, wie das früher der Fall war. Wenn diese Bescheinigungen nicht plötzlich aus den Akten der Hütte verschwinden, können sie ja der Behörde vorgelegt werden. Aber die Hütte weiß wohl,»ves- halb sie dem Beauftragten der Zlbwicklungsstelle die Tür wies, sie weiß wohl, incchalb sie die Angestellten entlassen hat, die ihre Staatsbürg erpslicht höher stellten, als ihre Interessen an dem Werk, das in der Revolution sich beinahe in — Guie-Efliick-Hiitte umgetauft hätte. Sie haben ihre lang- jährigen Opfer für die Pensionskasse aufs Spiel gesetzt, um der Wahrheit die Ehre zu geben. Daß sie— ihre Entlassung und Boykottierimg vor Augen sehend— auch daran gedacht Itziben. nicht völlig brotlos zu werden, darüber kann nur ein eingefleischter Vertreter des Großkapitals zetern, der,»vie der Direktor der Hütte, Dr. Wedemever, offen erklärt, daß i h m für solche Dienste an die Allgemeinheit lOiOOO Mark z u »v e n i g sein würden!_ Das tzilferüing-programm. Die„Freiheit" veröffentlicht an leitender Stelle einen programmatischen Vortrag, den ihr Chefredakteur' Rudolf H i l f e r d i n g, aus Anlaß der Umgründung der Berliner Ü. S. P; vor den Funktionären der alt-neum Organisation gehalten hat. Hilferding feierte.Halle als„die erste große Niederllige der Moskauer Methode", mit der Schluß gemacht werden müsse ein für allemal. Der„Putsch- und Abenteurer- Politik" erteilte er eine gründliche Absage. Von der Politik der rechten U. S. P. sagte er. sie uwrde eine„Politik der Aktion" sein, ohne diesen Begriff jedoch näher zu erklären. Auf alle Fälle bleibt die Absage an Moskau, die freilich keine Ueberraschung mehr ist. erfreulich. Mit der Zeit werden Hilferding uitd seine Freunde logischerweise aber auch dazu kommen niüsien. ihr Urteil über die Vergangenheit zu revidieren- auf das sich hauptsächlich ihre Erbitterung gegen die Sozialdemokratische Partei gründet. Hilferding sagte, nach der Novemberrevolution iei seine Partei gegen die Nationalversammlung und für die Schaffung einer Arbeiterormee gewesen. Unsere Partei war bekanntlich f ü r die Nationalversammlung u n d für die Schaffung einer Arbeiterarmee zum Schutz? der revolutionären Errungenschaften, unter denen sie die demokratische Republik als die erste, grundlegende und für den Sozialismus aussichts- reichste betrachtete. Tie Schaffung der Arbeiterarmee scheiterte an den Kämpfen, die innerhalb der Arbeiterschaft für und gegen die Nationalversammlung entbrannt waren. Wenn die U. S. P. damals wirklich einheitlich gegen die Nationalver- sammlung wor— uns versicherten damals ihre Führer, sie wollten mir einen Ausickmb von wenigen Monaten—, so bat sie damals eben d i e M o b? a n e r M e t h o d r Vertreten und dadurch die verhängnisvolle Zersplittening und den blutigen Briiderbunpf in die Atbeiterbetvegiing hineingetragen, � und sie hat gar keine Ursache, gegen die damalige Haltung unserer Partei VoNvürfe zu erheben. Wickitiger indes als die Vergangenheit ist die Zukunft, und da wäre lebhaft zu wünsckieu, daß sich die rechte U. T. P. über sie etwas deutlicher ausspräche. Die Erkämpfung des Sozialismus durch die Demokratie ist ein Programm und die Moskauer Methode ist auch ein Programm, aber etwas, was dazwischen ist. läßt sich schwer denken, und es müßte zunächst Führung seiner Künstler anvertrauen. ES gehe nicht, daß die Künstler von Regierung� wegen vernachlässiHt»erden, auch sie müßten ihren Teil am Wohlergehen des ganzen Staates haben, urtp es sei Pflicht einer jeden Regierung, für die Künstler als die berufensten Bildner des Geschmacks zn sorgen. Nach dem Schriftsteller kam die Schauspielerin zu Wort, Fräa- lein Madeleine L ü d« r s ans Haucknrrg. Sie bezeichnete be- sonders das Ueberlandnchmen des Kinos als die große Gefahr für die Entwicklung dcS modernen und freien Theaters. Der Referent für Theaterangelegei'.heiten im Ministerium für Wissenschaft nnd Kunst, Dr. Seelig, hehandelie die ganze Frage der Tbeatersozialisierung unter dem Gesichtspunkt« des' rein Oeko- nomischen. Er ging historisch vor, indem er den Regierenden der Vergangenheit d,e Sünden eorrechncie, durch die sie dos deutsche Theaterwescn geschädigt hätten. Er meinte, daß die Polksbühnen- bewegung allein nicht säbig sein würde, ans eigener Kraft die Zukunft des deutschen Thealers zu retten. Auch der Staat müsse sich an diesem Werke mitbeteiligen und durch weitgehende Unter» stützung dem deutschen Thealer forthelfen. Solche Unterstützung wären aber nicht Luxussteuern und ähnliche Einschränkungen, die nur dazu geeignet seien, die kapitalistischen Anstrengungen der Theaterunternehmer ständig zu vergrößern und zu vergröbern. Zum Schlüsse erinnerte der Sozialist R. Seidel daran, biß der Bewegung der deutschen Volksbühnen eine ungeheure kill- tzurelle Bedeutung deswegen zukomme, weil das dentfche Volk sich nur dann in seinen politischen Rechten beseitigen könne, wenn es die Pflege der Kunst mit aller Macht auf fei« Programm fetze. Im alten Athen hätten die Bürger eine Schlacht versäumt, um im TKecier zu bleiben. Das deutsche Proletariat könne nur dann dte politischen Schlachten der Zukunft gewinnen, wenn es sich auch in dem knltur- und kunstpolitischcn Ringen durchsetze. Alle diese Redner traten für die weitestgehende Sozialisierung des TbeaterS ein und eine Resolution der Versammlung sprach sich in diesem Sinne ous. Es wurde besonders in dieser Enisckiließuiig die Luxussteuer für das Theater abgelehnt. Durch solche Maßregeln des Staates und der Städte würden die Kunst- statten in ihrer freien Entfaltung behindert, und Aufgab« der freien Volksbühnen sei es, solch« Fesseln«bzuichiiltefn Tee Neubau der ReichsorrsicheruugSausialt für Augrstrllle. Die außerordentliche Generalversammlung der Allgemeinen deutschen Kunstgenossenschaft, die Mitglieder aus allen drei Gebieten der bildenden Kiinst. aus Malerei. Bildbonerei und Archttettur umfaßte, hat einen einmütigen Protest gegen die leichtsinnig« und im- künstlerische An beschlossen, wie die ReichSderficherungsanstalt für Angestellte die Vorbereitung iür die Erstellung eines TienstgebändeS betreibt. Sie erwartet von dem ReichSarbeitSminifterrum, der vor» gesetzten Behörde der Versicherungsanstalt, daß die Planbearbeitung und iüustieriich, Mhm« die Haxi* im Ktoftkn» fffegt wird. wenigstens etwas klarer- dargestellt werden, bevor sick» darüber reden läßt. Die Unklarheit des Hilferding-Programms iu diesem entscheidenden Punkt bestätigt unsere alte Überzeugung- daß es sich bei der U. S. P. nur um eine taktische Konjunktur- gründung bandelt, deren Lebensdauer auf wenige Jahre zu berechnen ist._ Die<£,(>.£. spricht. Wie die„Freiheit" aus Eisenach erfährt, haben die dar- tigen Neukommumstcn Schisfbruch erlitten. Ms sie am 26. d. M. nncki Sckluß einer von dreihundert unabhängigen Mitgliedern be- suchten Partciversammlung unter komirruinsiischcr Flagge weiter» tagen wollten, kamen nur etwa 20 Personen ihrer Aufforderung nach, während die übrigen Versammlungsteilnehmer das Lokal verließen. Der letzte Satz des„Jrciheü"-Berichts lautet:„Tos Eifenacher Parteiblatt ist fest in unserer Hand." Die Unabkängigen haben es weit gebracht. Vielleicht ersteht auch ihnen eines Tages ein Generalquortiermeister, der die Siegesberichte verantwortlich zeichnet. Wir würden Lede- dour hierzu vorschlagen! * In einer Versammlung des linken Flügels der U. S. P. wurde Sonntag die endgültige Spaltung der Unabhängigen Partei sin Bremen vollzogen. Nach Vorträgen von G e h e r- Leipzig und Reich- Hamburg wurde eine Emschlietzung angenommen, in der man die sofortige Zurücknahme des Ausweisungsbefehls für die beiden Russen L o so w s k i und S i n o w j e w. fordert. versthworerposse in Sreslau. Breslau, 25. Oktober.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Die in Preußen verbotene O r g e s ch hatte, wie bereits am Sonntag gemeldet, eine geschlossene Mitgliederversammlung einberufen, die der Polizeipräsident von Breslau verboten hatte. Auf dem Programm stand u. a.: Tagesordnung Punkt 2, Rekerat de» Forstrats Dr. Escherich über„Unser Programm", als Punkt 3„Feier- liche Verpflichtung auf die Oberleitung und ihr Programm". Um das Versammlungsverbot kümmerte sich die Orgesch, die in öffentlichen Aufrufen ueuerdwgS„Schutz der Verfassung und der bestehenden Gesetze" als ihren Zweck angibt, nur insofern, als sie die Versammlung nunmehr als„Geselliges Beisammensein" ausgab. Die hiesige Ortsgruppe des Republikanischen Führer- buadeS erstattete dem Polizeipräsidenten Anzeige, daß die Ver» sammlung trotz de« Verbotes stattfinde. Gleichzeitig aber wurde in die Escherich-Versammlung eine Meldung gebracht, wonach unäbhängige Sprengkolonnen anrückten. Die mit ihren eigenen Zwiftigkeiten beschäftigten wenigen Breslauer Unabhängigen wußten m Wirklichkeit gar nichts von der heimlichen Eicherich- Tagung, und die Meldung war ein Angstprodukt der Escheriche. Diese ängstlichen Verschwörer schickten nunmehr zum Polizei« Präsidenten und ließen mitteilen, daß eine rein gesellige Veranstaltung von Arbeitersprengkolonnen bedroht werde. Als der Polizeipräsident einen Kommisiar mit mehreren Polizisten zum Versammlungslokal entsandte, löste sich die mehr als hundertköpfige, unter der Leitung des scklesischen Orgeich-(.Heimatschutz") Bor- sitzenden Dr. R o h n st o ck tagende Versammlung auf, an der u. a. mehrere ordentlich« Univers itätsprofessoren, wie der StaatSrechtler Professor Hellfritz und der literaturbistorssche Professor Mar Koch, sowie Studentenverbindungen mit und ohne Couleur teilgenommen hatte». Dem Kriminal- lommissar wurde erzählt, die Herren hätten sich zu dieser Massen- Versammlung rein gesellig zusammengefunden und keineswegs eine Versammlung gehalten. Vermutlich hat am gestrigen Abend donu noch eine zweite Lersammlmig in einem Lokal stattgefunden, in dem die furchtsamen Verschwörer sich vor den Arbeitern sicherer fühlten._ Eine ne«e Prüfung der Erzbrrgrrschen Steucrakten. Wie die „Düsseldorfer Nachrichten" melden, haben die jüngsten Angriffe aus Erz berger dazu geführt, daß auf Veranlassung des Reichs- finanzvtt nisterS die Steuerakten Erzbergers einer erneuten ami- lichen Prüfung unterzogen werden. Das Ergebnis der Prü- ning wird voraussichtlich dem Reichstag nnterbreiiet werden. die die Schaffung eines solchen Baues, der als Werl der Baukunst anzusprechen ist, gewährleisten. Vierzig Fahre deutscher VerlagSarbrit kann jetzt der Verlag von H r i ri r i cb R i n d e n in Dresden buchen. Er begann in dem Fahrzehnt, das den Aufstieg deS Naturalismus brachte, und waS er damals zu dieser Bewegung fördernd beigesteuert hat, soll nnver- gcssen bleiben. Er bat zu denen gebärt, die den großen russischen Dichtern der Neuzeit bei uns die Türen geöffnet und Wege gebahnt haben, und das hing mit einer besonderen persönlichen Neigung deS Verlagsbegründers zusammen. Bedeutsames von Dostojewski ist.zuerst durch ihn der deutschen Leserwelt zugeführt worden, und auch später noch, als die junge Generation der G o r k i und Andrej«» führend wurde, war seine Luft,- der russischen Lite- ramr bei uns Babnen zu schaffen, eifrig mit am Werke. Vor etwa zehn Fahren ist dieser Mann, dem das Bnchverlegen nübt bloß Geschäft war, gestorben: sein Sohn aber, der in- den Lehrjahren das alt» Rußland aus eigener Anschauung kennen lernte, will die Tra- dtlionen des Verlags leberrdig halten. Das hat er jetzt mit einer Reihe Neuausgaben vor allem russischer erzählender Dichtung, gleichsam Jubtläumsausgaben, angedeutet. Werke von Gogol, Lä'rgenjew, Tolstoi. Dostojewski, Gcrfi, Andrejew sind darunter» und ganz besonders freut es, den pshchologisch höchst reizvollen, ge- inüdszarten Roman„Arme Leute" von Dostojewsli in der Schar zu finden, dessen Zuhält Beziehungen hat zu Gogols jetzt in dem Bändchen„Kleine Welten" gleichfalls neugedriicktcr Erzählung„Der Mantel", dieser Sezierung der russischen Beamtenseele. Der Ernst des Minden- Verlags ist mit diesem Teil seiner Arbeit gut be- zeichnet. Er suchte sich mich in anderen, fremdländischen Lite- raturen zu bewähren, erinnert durch eine Neu-ausgabe der Erzählung „Der Dorfhausicrer" an sein Zntercffe für die Polin Orzeszko und bringt eben jetzt eine neue, von Liebesleidenschast tragisch bewegte Schärengeschichte des Finnen I u h a n i Aho„Schweres Blut" auf den Marli, die als ein Merkmal besten Wollens leibst in barter Zeit gelten mag. lieber dieses Feld hinaus hm der Nerboy natürlich auck der deutschen Erzählung gedient. Wie er aber auf anderen Gebieten nm gut«, kulturnützliche Griffe bemüht war. laßt etwa die Tatsache erkennen, daß er«nu Vorabend des Weltkriegs die Ueberietzung von CharlesRichets pazifistischem Buche:„Die Vergangenheit des Krieges und die Zukunft des Friedens" herausgebracht hat._ «iu Bovbeskouzert de« Ardeiter.?S»gerb«»de« findet am fit. Oktober, vormittags II Uhr, im Großen SchaiiibielSaus statt Mitwirken werden die Münnerchöre Flckitc-Georginia. Möimerchor Oft, Nomen- WS.«chnSerlchar. Berliner Volkschor und �»emiichter Chor Grotz-Brrlin. Eintritt 3,50 2ft. Dte Plätze werde,,»erwit. lbeater. Die iveaen Erkrankung des siräulcin Jvogün gkften» abgesetzte Vofflellung„Der Partner von Sevilla" wird am 1. Nooembet nachgeholt werden. Ansang 0,3 Uhr. Der Pia««lue» irrte» iiudcniiichrn Produttiousgrmeinichait. der zur Uolerftütznng der wirtlchastltch ichwachen Studierenden betrieben wird, konnte wegen der grotzen finanziellen Anlorderungen des Unternehmens nog, nicht, wie zuerst geplant, zum l. Oktober durchgesübrt werden. ES wird nun alles verinch! werden, um die Produktionsgemeinjchast zum An- tzmg de«»agKex Semesters p,»erwirkllch»» Nr. 52$ ♦ 37. Fahrgang Heilage öes Vorwärts Dienstag, 26. Gktober 1920 GroßSerün Mordtat am Schiffbaueröamm. Liebes Publikum, vernimm alljetzt voll Trauer, Wie die Radikalen am Schiffbauer- Damm dem USP,-Parteivorstand Nächtlich fast die Bude eingerannt. Wache schoben wohl Hilferdings Truppen (Und so mancher holte sich'nen Schnuppen), Aber nur am Hauptportal— Wie, Ahntet Ihr nicht DänmigS Strategie? Wußtet Ihr nicht, daß Neukommunisten Sind gewappnet mit des Satans Listen?" Während man am Hauptportal sich mopst, Seitab übers Gitter wird gehopst! Seht die Räuberschar auf Filzpantinen Schleichen nach dem. Zimmer von Crispienen! Aber eh sie noch die Tür geknackt, Wurden sie von hinten angepackt. Weh, jetzt Packt die Ueberraschten Reue, Doch gefaßt erklären sie voll Schläue, Daß sie Adolf Hoffmann hergeschickt, Leider sei die Sache nicht geglückt. Schleunigst wurden drauf sie abgeschoben Und das Unheil ist noch mal behoben. Aber die Moral von dei� Geschicht: Liebes Publikum, ach spalt dich nicht! Mich, e Ott Lindenhecken. Neuaufbau im Konsum. Zu dem in Nr. 250 veröffentlichten Ariikel über den«Neuauf» bau im Ron'um' und über die Notwendigkeit, in der Oeneralver» sammlung der Kousum-Genoslcnscbafl bei den Ergänzungswahlen zum«uifichtSiol die einseitige unabhängig-tommu» nistiscbe AufsichtSrat», usammenseyung durch Stimmabgabe für die Liste Gütiler ,u belämpsen, schickt uns die Konsumgenossenschaft gez. MiruS eine Erwiderung. Darin wird erklärt:«Bei der Anstellung von VorstandSnnt» gliedern wurde nicht Rücksicht aus die parteipolitische Zugehörigkeit, sondern auf die sonstige Geeignetheit genommen. Unter den neu eingestellten BorstandSmilgliedern befinden sich zwei, die sich in der Berliner Konsum-Genoffenichaktsbewegung durch langjährige Mit« arbeit bewährt' haben. Das driiie neu eingestellte VorstandSmit» glied war 27 Jahre in einem Bruderverein tälig.' Usber die Portenugehörigkeit der Mitglieder deS fünfköpfigen Vorstands im Ge'chäitSjahr 1919 20 wird gesagt, daß im ersten Bierteljahr alle fünf zur S. P D. gehörten, im zweiten Vierteljahr die S. P. D. mit vier vertreten war und erst vom vierien Vieneljahr ab vier bei der U. S. P. D. und eins bei der S. P. D. organisiert waren. Zu dem im«Borwärts'-Arlikel erwähnten Rückgang des Brotumsatzes wird bemerkt, daß es im ersten Viericljahr am größten gewe'en fei. Weiler wird über den Prozentsatz der kaufenden Mitglieder ausgeführt, daß von 1917,18 ab in Rückficht auf die Verhältnisse der Kriegszeit die Mitglieder, die Jahre hindurch keine Markenbläiter mehr abgeliefert hatien, nicht mehr auSgeschlofien wurden. In drei vorhergehenden Jahren habe die Zahl der Aui- zuschließenden durchschnitllich über S Proz. betragen. Bei gleich hober AuSichlutzziffer in den darauffolgenden Jahren bäite die Ge- noffenschaft jetzt statt 134 000 Mitglieder nur 113 000 und die kaufenden Mitglieder wären dann stait S1,5S Proz. noch 73,4 Proz. Warum macht man diese Rechnung nur für daS letzte Jahr? Bei regelrechten AuSschlüfien hätte eS doch auch für das vorletzte und da? drittletzte Jnbr emen Slb'chlag von den Mital!eder,ablen gegeben, so daß auch da die Anteilziffern der kaufenden Mitglieder sich höher als die im Geschäftsbericht angegebenen berechnet hätten. Der Bericht spricht von 36 53 Proz., 33.39 Proz., 31,63 Proz. für 1917/18, 1918/19. 1910/20. Wir bezweifeln, daß der in diesen Zahlen zum Ausdruck kommende Rückgang bei voller Durchführung der anderen BerechnunqSart sich wegbeweisen ließe. Bon dem unabhängig» ommunistischen„neuen Geist", der vom Beginn des vorletzten Ge» Heute Kreisversammlungen: 17. Kreis Friedrichsfelde, Restaurant Haberland. Wilhelmstraße 3?. abends 7�/,, Uhr. Thema:„Berichterstattung vom Parteitag"- Referent: Gen. Weimann. 18. KreiS Weißenfer, Restaurant Berliner Hok, LanghanSstr. 1, am Antonplatz, abends 7Vz Uhr. Thema:„Berichterstattung vom Parteirag". Referent: Robert Breuer. 20. Kreis Reinickeudorf-West, 2. Gerneiudeschule, Auguste-Viktoria-- Allee 94, Mitgliederveriommlung. Tbema�„Berichterstattung vom Parteitag. Referent: Gen. Nestriepke. schäftSjahreS ab den AufsichtSrat schon zu zwei Dritteln erfüllte und seit Beginn des letzten Geschäftsjahres diese wichtige Körperschaft völlig beherrscht, sollt« man erwarten, daß er sich jetzt bereits in einem Aufschwung ausgewirkt hätte. Bezüglich des B r o t u m« satzeS ist zu wünschen, daß der Geschäftsbericht nicht nur den Gelderlös(der bei Preissteigerung naiürlich gleichfalls steigen wird), sondern auch die Brotmenge(nach Gesamtgewichr und Stückzahl) für die einzelnen Monate angäbe. Wir berechnen z. B., daß verkauft sein müssen im Juni 1919 ber rund 1296 431 M. Gelderlös und dem Preis 1,34 M. für damals 2360 Gramm etwa 937 483 Brote, im Juni 1920 dagegen bei rund 3 960 152 M. Geld« erlös und dem Preis 4,60 M. für nur noch 1900 Gramm etwa 880 033 Brote. Der Geschäftsbericht erklärt den Umsatzrückgang daraus, daß viele Frauen auf Brorkarten Mehl lauken und Kuchen backen. Zurückgegangen ist aber vom vorletzten zum letzten Ge- fchäftsjabr auch der Roggenmcblumfatz von lt 837 712 Kilogramm auf 10 413 317 Kilogramm und der Weizenmeblumratz von 6 604 743 Kilogramm auf 2 914 929 Kilogramm(was man fast für einen Druckfehler halten möchte). Die Erwiderung auf den im„Vorwärts" veröffentlichten Artikel wird in der„Freiheit" wiedergegeben mit der Ueberfchrif, „Die Hetze gegen den Konsum". Bor drei Jahren, als die Un- abhängigen den Kampf um die Alleinherrschaft in der Konsum» genoffenschast begannen, wnrde ihre Kritik an den Leistungen der Genoffenschast als Pflicht hingestellt. Heute wird die Kritik zur Hetze gestempelt und obenein zur Hetze nicht gegen die Verwaltung, sondern gegen die Genoffenschafl überhaupt. Dadurch soll sich nie» mand irremachen lassen in der Erfüllung seiner Pflicht, dazu beizutragen, daß in der Verwaltung der Konsum» genoffenschast möglich st alle Richtungen nach ihrer Stärke vertreten sind. Wer diese Notwendigkeit begriffen hat. der stimmt am Mittwoch in der Generalversammlung bei den AufsichtSratSwahlen für die Liste Güttler. Zu dem Raubmord im Hotel Werckmeister. Der Mörder des Kaufmanns Kuienkampff aus Hamburg, der Kaufmann Gustav Longe, blieb auch bei seiner erneuten Ber- nebmung dabei, daß er seinen Geschäftsfreund nicht mit Borbedacht gelötet habe. Sange Hai 14 Jahre bei der Marine gedient und war zuletzt Steuermann. Nach dem Kriege blieb er weiter beim Militär und leitete, wie er sagt, die Abwickelungsstelle. Erst am 3l. Dezember vorigen Jahres trat er aus dem Heeres- dienste aus. Er wollle sich jetzt um eine feste Anstellung bewerben. In der Zwüchenzeit aber hatte er in Hamburg die Bekanntichafr Kulenkampffs gemacht und mit ihm gemeinsam Ber» miltetungSgefcbäfte berrieben. Seine in Hamburg begonnenen Ge- fchäfte, die sich mit der Vermittelung im Jmvort- und Export-Groß- Kandel befaßten, führten ihn auch vor secbS Wocben nach Berlin. Wie er angibt, fcheiterien jedoch alle jeiile Geschälte im letzten Augenblick wieder. Nur ein einziger großer Abschluß will ihm mit Kuienkampff zusammen geglückt sein. Sie beiden hätten die Liefe- rung einer großen Sendung Corned Beef von Frankreich nach Hamburg abgeschlossen. Vom Käuier sei ihnen dafür auch bestimmungsgemäß eine Vermiltelungsprovifion von 34 000 M ausgezahlt worden. Dieses Geld habe Kuienkampff an sich genommen. Vertragsgemäß ging dieses Geld erst dann irr den rineingeichiäukteir Besitz der beiden Vermittler über, wenn die Lieferung des Fleiichcs erfolgt. Das sei aber bisher noch nickt. geschehen. Wohl aber habe Kulenkampf schon das Geld angegriffen und mehrere Tausend Mark davon verbraucht. Er leibst ioill von dem Gelbe noch nichts erhallen haben. Lange befand sich ständig in Geldverlegenheit. Er wobnie zunäckst einige Wocken in einem Holel in der Potsdamer Straße, aus dem er dann plötzlich unter Hinterlassung einer LooiSsckuld von 1100 M. entschwand. Einige Wäscvestücks und feine Altenmappe mit feinen Papieren ließ er>m Horel zurück. Die Tasche und die Schrifistücke wurden gestern von Kriminalbeamten dort abgeholt. Durck Zeugenvernehmungen ist festgestellt worden, daß der er- mordete Kulenlampff im Begriff stand, an dem Tage, air dem er von Lange erichlogen worden ist, um 3. Ubr nachmittags wieder nach Hamburg zurückzilfabren, um dorr die bereits ausgezahlt er- baliene Provifion zurückzuerstatten, da daS Geschüft sich zerschlagen hatte. Die Bauarbeiten an dem neuen Spreetunncl, der für di« Nord» Süd-Bahn im Zuge der Weidendammer Brücke sich im Bau be- findet, sind nunmehr soweit fortgeschritten, daß der dritte Vau- abschnitt, der schwierigst: Teil der Tunnelarbeiten, in Angriff ge- nennmen werden kann. Die Fundennente der alten We.dendammer Brücke sind zum Teil durch Sprengungen beseitigt worden, ebenso ist auch der alte südliche Strompfeiler bis auf seine letzten Riffte beseitigt. Der Fangedamm, der zum Schutze des dritten Bau- abschnittS über ein Drittel des Spreebettes verengt, ist fertiggestellt und die erste Pumpenstaffel der zukünftigen Baugrube in Betrieb genommen worden. Der neue südliche Strompfeiler, dessen Fun- damente tiefer in das Erdreich reichen als die Fundamente der Tunuelsohle, wird nunmehr fertiggestellt. Durch diese Fundament: hindurch wird der Tunnel unter dem Spreebett geführt. Die ersten BetonnierungSanbeiten an den Fundamenten des Strompfeilers haben jetzt in Angriff genommen werden können. AntklSrung von Hotcldiebftählen. Dem Detektivinstitut Siebert tt Rasche gelang es, zwei gerissene Hoteidiebe, welche in letzter Zeit die HoielS in Hamburg und Berlin brandschatzten, zu ermitielir und sie der Kriminalpolizei zu überliefern. Am Montag, den 18 Oktober, verübten die Diebe im Hotel Fürstenhof einen Zimmer- diebitahl, indem sie in einem unbemerkten Äugenblick mittels Nack- ichlüssetS die Tür eines Zimmers öffneten und sich alleS Mitnehmen-- werte aneigneten, um unbemerlt wieder zu verickwinden. Am Donnerstag, den 2l, Oktober, suchten sie das Hotel Eiplaiiade heim. Hier sielen ihnen in dem Zimmer eines wohlhabenden Schweden für 170 000 M, Pelze in die Hände. Auch hier gelang es ihnen, sich unbemerkt aus dem Staube zu macken. Bor einigen Wochen gaben sie in Hamburg ein Gast'piel, Dort erbeuteten fie im Hotel Atlantic für 160 000 M. Pelzstolat. Die Detektive spürten in der Friedrichfiraße einen der Diebe auf. Sie kauften von ibm den im Hotel Esplanade versehen'lich ver- wechielien Hondstock, um keinen falschen Griff zu tun. Er wurde dann tn eine Falle gelockt und verriet in einem harmlosen Ge'vräch die Adresse seines Komplizen, welchen er selbst ans dem Hotel herausholte. Nachdem den beiden dann der Handstock vorgedalrm wurde, gestanden sie nach längerem Leugnen einige der Diebstähle ein. Der eine von ihnen ist ein Leutnant der Reserve und Student Maly. der andere der Stadireisende Bntzphal. Laukbetrüger versuchten unter Benutzung geiälschtcr Schecks und Akkredirive der Zweigstelle Gelseukinficn der Discoiito-Ge'ell'chaft inner- und außerhalb Berlins größere Beiräge abzuschwindeln BcirugS- versuche bei der DiSconto-Geiellichaft Berlin und deren Zweigstelle Potsdam mißglückien: beide verweigerten die Zahlung. In der PreiSprüsrmgsstolle Groß. Berlin, deren Vorsitz in Ber- tretung deS Oberbürgermeisters der Sbadwerordnete Hintze führt, sind eine Anzahl ehrenamtlicher Revisoren oiiS den Reihen der Arbeiterschaft tätig. ES ist Ausgabe dieser Rasisoren, durch Preic- 48] Das Licht der Heimat. Von August hinrich». Er feg cim Rande des Moores. War es nicht am besten, wenn der Sumpf ihn verschluckte, das schwankende Moor sein verpfuschtes Leben hinabzog, sein Dasein auslöschte und vertilate ohne Spur? Er raffte sich auf und ging in die Einöde hinein, um zu sterben. Er wußte, irgendwo würde sich die triiperische Decke unter seinen Füßen öffnen, würde die dimfle Tiefe sich auftun und ihn feutlos verschlucken. Der Boden schwankte, bei jedem Schrift hörte er daS Wirr- geln des Schlammes unter sich— da schloß er die Augen und ging geradeaus. Sank er noch nicht? Jetzt!- Nein, nur ein Schaukeln und Schwanken. Immer weiter noch trug ihn das Moor, immer weiter. Er ging und wartete auf den Tod. Da stolperte er über eine Eisenschiene— ein fester Tamm führte mitten ins Moor, ein Trupp Arbeiter schob auf schma» lem Feldbahngelcise einen Wagen Torf vorüber. Einer sprach ihn an:„Bist du verrückt, hier übers Moor zu laufen? Wenn du arbeiten willst, hättest du dich ja auch drüben melden können. Jetzt komm mit!" Willenlos folgte er. In einer Baracke bekam er einen Navf Essen und eine Schlafstelle angewiesen und wurde als Aibciter eingestellt, ohne daß inan viel nach seinem Namen fragte. Er ließ es geschehen, gleichgültig, halb verwundert über sich selbst. Miften im Moor stand eine Lokomobile, da arbeitet? er mm mit einem Dutzend fremder Menschen zusammen. Me- chanisch nahm er einen Soden um den andern von dem Breit der Torfgrabemaschine und schichtete üe zu lose aufgebauten .Bausen. Wenn Wind und Sonne sie dann getrocknet»ud« gefestigt hatten, wurden sie auf Feldbahnwogen gepackt und abgefahren... Tag für Tag dieselbe eintönige Arbeit in der tiefen Ein- iamkeit mit wortkargen und schweigenden Menschen zusammen. Tagelang stand er an der Maschine und machte die''?lb? Be- weguna— w-.T'MrtPn, fortnehmen, hinfengm. fortnehmen, von een bis Abend— gleichgültio. ohne Gedanken— kein Mensch mehr, selber nur eine Maschine. Bis eines Tages mit einem Ruck die Lokomobile stand. Der Maschinist fluchte und wetterte, riß und zerrte am Schwungrad, drehte an Schrauben und Verschlüssen, klopfte und hämmerte, aber das Rad stand still— unbeweglich. Da schleuderte der Maschinist wütend Hammer und Schrauben- schlüssel von sich:„Verfluchtes Teufelsding," schrie er,„quäl sich wer Lust hat mit dir ab." Das Werkzeug flog vor Dierks Füße, er nahm es auf und wog es in der Hand. Ein Werkzeug— es war ibm etwas Heiliges. Behutsam. fast zärtlich strich er darüber hin. Langsam trat er an die Lokomobile, untersuchte und lächelte,— so einfach war das zu beheben. Nur vollständig verdreckt war das Tina. Und nun schrob er auseinander, reinigte gründlich und setzte zu- sammen— dann warf er das Rad an— es lief! Brummend schob ihn der Maschinist beiseite und nafen seinen Posten wieder ein. Und Dicrk schichtete wieder Soden, einen nach dem andern, Stück für Stück— hinlangen— fortlegen, hinlangen, fortlegen— wie immer. Aber nicht mehr gedankenlos. Er verfolgte die vierkonti- gen Messer der Grabenwschine, wie sie an der Zugkette uifter dem langen eisernen Kasten entlanaglitten, jetzt hinabtanchtm in den braunen, zähen, nassen Schlick— der quirlte und gur» gelte, klammerte sich fest mit tausend Fasern im Moor—- ein Ruck der rasselnden Kette, ein letztes Planschen und Reißen, d,r tauchten die Messer auf mit dem losgerissenen Brocken und schoben ihn vor sich her den Laufkasten hinauf, indessen unten schon die nächsten eisern und unerbittlich mit gicrfeen Zähnen einen neuen Fetzen losrissen aus dem saugenden Grund. Und ein Brocken nach dem andern, triefend von braunem Saft, glitt herauf, kippte in den kurzen, dicken, eisernen Trichter und wurde vom Schneckcnmesscr gefaßt, zu einer formlosen Masse zerrissen und zerauctscht. zusammengepreßt, bis endlich das kantige, wassertr irrende Maul sie onssvie als nasse Soden. Wie das Moor sich wehrte, wie zäh es sick festsaugte und klammerte, wie es unten im gurgelnden Grund die Messer um- wickelte mit unzerreißbaren Fasern— ein Ruck an der Kette— ein Bolftrn und Klirren— stand sie? Die Lokomobile stöhnte, ein eisernes Rasseln— ein neuer Ruck— ba tauchten die Messe? auf mit der triefenden Beute— das Moor plantschte auf und schlug zurück, sich gegen die nächsten Messer zu wehren. Mitunter aber siegte dos Moor, dann reichte die Kraft der Lokomobile nicht aus. die im zähen Grund verfilzten eisernen Zähne zu lösen, und nur mit unmenschlicher Mühe gelang es. die saseriimschlunaenen Messer zu befreien. Solch eine Stockung aber rehie den Ingenieur, der in Strolchkleidern Soden schichtete� Er durchdachte und gliederte die Maschine. Welch ein armseliges Ding im Grunde genom» men— umständlich und unbeholfen und langsam. Noch dazu gebunden an die schwerfällige Lokomobile. Er grübelte über Verbesserungen, und als wären alle Kräfte nach wochenlangem Schlaf um so mächtiger erwacht, entwarf er die kühnsten Pläne. Er baute im Geist eine Maschine, die das zehnfache, ja zwanzig- fache zu leisten vermochte. Unendlich war hier das Moor— welch eine unendliche Möglichkeit, es auszuschöpfen! Gewaltige, ja ungeheure Mengen Torf konnte man herstellen, ein riesenhafter Schatz schlummerte hier und wartete nur auf den. der den Geist hatte, ihn zu heben. Und er, der armselige Strolch und Vaga- bund, der Ausgestoßene, hier an der Grenze der Menschheit im nassen Moor stumpffinnig Soden auffchichiend— entwarf einen Plan, der ihn schwindeln machte vor seiner Große. Freilich, dann kamen die Bedenken. Diese Berge von Torf— wer sollte die kaufen? Hier in der Nähe war kein Bedarf. Die Bahnfracht nach den großen Städten bin war zu teuer. Ein Kanal müßte gegraben werden nach Weser oder Ems— aber das erforderte Millionen—>ver sollte die geben? Und dann, selbst wenn der Kanal vorhanden wäre, würde der leichtere, viel Raum einnehmende Torf die Kohl: verdrängen können, wenn er erst weithin verschifft werden mußte? Schwierigkeiten über Schwierigkeiten. Aber das reizte ihn. Und während seine Hände unbewußt einen Soden nach dem andern fortnahmen und auf- schichteten, arbeitete sein Geist in einer fieberhaften Spannung. Eines Nachts fuhr er jäh von seinem Strohlager auf, blitzartig durchschoß ihn der Gedanke: hier am Ort muß der Torf umgesetzt werden in Kraft! Mitten im Moor ein Werk. das die ungeheuren Summen des billigen Brennstoffes ans- nutzt, fie umwandelt, etwa wie der Wasserdruck einer Tal- sperre umaesetzt wird in elektrische Kraft, die weithin im Land alle Werke und Anlagen versorgt. Aber— wo waren hier die Werke und Anlagen, die diese Kraft gebraitchken? Rundherum war flaches Land, fast ohne Gcwerke. Panern- bof reibt? sich an Bauernhof und dazwischen nur Dörfer und kleine Städte. Und dennoch— die Hunderttausende kleiner Bauern und Handwerker, die jetzt mühselig ackerten und werkten— war es nicht ein Seg-n für sie alle, wenn eine hillige Kraft ihre einfachen Maschinen bewegte und ibre Räder drehte? Und konnten nicht Millionen von. Glüh- lampen Licht bringen bis in die fernsten und dunkelsten Räume in Dorf und Stadt? Welch ein Geschenk des iffirn» mels konnte ein solches Werk werden gerade für die Armen und Kleinen. (Forts, folgt.) forttrollc nach Möglichkeit dem Wucher zu steuern. Die Arbeit der Revisoren wird Käufig seitens des Publikums dadurch erschwert, duz' in den meisten ställen für den Händler gegen den Revisor Partei genommen wird. Es sei darauf bingcwicsen, daß die Kon- trolle der Revisoren im Interesse des kaufenden Publikums ge- schiebt und die Preisprüfer in ihrer Tätigkeit nicht zu behindern, sondern zu unterstützen sind. Stockung in der Zuckerbelicferung. Tie Verarbeitung der Zuckerrüben durch die Fabriken hat sich zum Teil v e r- zögert, so daß es nicht möglich ist. den für die allgemeine Ver- teilung erforderlichen Anlandzucker aus der neuen Ernte rechtzeitig in ausreichender Menge»ach Berlin zu schaffen. Infolgedessen kann auf den für die 1. Hälfte des November gültigen Zucker- karienabschnitt der laufenden Zuckerkartc den ganzen Monat November üb»r Zucker bezogen werden. Einen Mißstand in der Buckowcr Markthalle, Dresdener Straße, behandelt eine Zuschrift aus Leserkreise». Wrr entnehmen das folgende: Ms ich am Sonnabend abend 7 Uhr in die Buckower Marktballe, Dresdener Straße, kam, sah ich vor einem Schlächter- stand zirka 1ö0— 200 Personen stehen, zwei Schutzleute regelten das Antreten der Leute. Bald stellte ich fest, daß in der Buckower Halle nur ein städtischer Verkaufsstand m-it Fseisch ist, wo 8000 Kunden eingetragen sind. Der größte Teil der Kunden sind Arbeiter, die Sonnalbends ihren Lohn erhalten nnd damit ihre Lebensmittel ein- kaufen. Am Sonnabend kam Cornedbcef zum Verkauf. Die Kunden wurden verhältnismäßig schnell bedient, gleichwohl war bei den Wartenden keine gute Stimmung vorhanden; diese Mißstim- muna muß sich zur Empörung steigern, wenn Fleisch verkauft wird und die Bedienung bedeutend langsamer vor sich geht. Durch eine solch? Regelung können leicht Tumulte entstehen, denn man kann den Frauen, die in der Kriegszeit lange genug haben anstehen müssen, nicht zumuten, diesen Mißständen wieder geduldig zuzusehen. Was gedenkt der Magistrat zu tun, damit Zustände der hier geschilderten Art beseitigt werden? Tie Belieferung der k�-Liter-Krankenkarteu mit Milch fällt von Dienstag, den 26., bis Freitag, den 20. d. M., einschließlich «US. Als Ersatz wird eine Büchse Kondensmilch auf die Dauer von I.Tagen zum Preise von M pro Büchse verausgabt. Die �-L.ter-Krankenkareen werden für Dienstag, den 26. d. M., mit Ii Leer Vollmuch beliefert Dir Religion im Kampfe gegen den Völkermord. Ueber diese» Tbema sprach in Nenlölln in einer großen Versammlung des Bundes religiöser Sostalisten Genosse Pastor Fronte. Noch einer kurzen Erörleiung der Ziele des Bundes, der all? sanimeln will, die die groß? Sache deS Sozialismus in den Tiefen der See!? verankern wollen, gina er mit der bestehenden Kiiche scharf ins Gericht, die es verabsäumt batie, lgl4 und während des Krieges nrit aller Macht gegen den Kriegswabirsinn anzukämpfen, und ze gte sodann, wie vom Siandpunkr der Religion jeder Krieg und jeder KneaSgedanke als etwas Meuschenuuwüidiges von Grund aus zu verabscheuen sei. Anschließend referierre Genosse Lic.Vie- chowskr über die kommenden Kirchel>wab>en. für die der Bund eine be'ondeie sozialistische Vertreierl'ste ausstellt. Auch wurde das Aklionsprogramm für die Wählen bekanntgegeben. Es fordert l.nn- bedingtes Bekenntnis zur sozialistischen Gestniruny. 2. das Ein- treten für die Ideen der Bölkerversödniing und des Weltsriedens durch die christliche Volkskirche. 3. die Pflege der Religion als Sache der Kirche und nicht der Schule. 4 die Durchführung einer flaats- freien Volkskirche sTrenuung von Kirche und Staats, 5. die Demo- kraiisierulig der Kirche, in der die rrligiwen Sozialiste» aller Richtungen volles Heimatsrechl und ihrer Slärke entsprechend Be- stimmungsrecht in allen kirchlichen Anaelegenbeiten erhalten. 6. die Anbahnung einer neuen rel'giö'en Lebenskultur in sinngemäßer Ausdeutung und Fortführung der überlieferten. Konflikt im MieteinigunflSamt Cl>arlottenbur«z. Die Mietcrhoisitzervercinigung nnd die Mieterorganisationen von Eharlottenburg haben schon wiederholt Veranlassung nehmen müssen, den Standpunkt der Einwungsamtsvorsttzende», die 30pro- zennKe Mietzinserhöhung mich aus laufende Verträge anzu- wenden, als gesetzwidrig zu bekämpfen. Tie Mieter stützen sich hierbei auf den völlig klaren Wortlaut der Preußischen Höchstmieten- anordnung und der Bekanntmachung des Wohnungsverbandes Groß-Berlin, solvie auf eine Reibe von authentischen Aeußerungoi. des Preußischen Wohlfahrtsministeriums, des Obcrpräsidenien und der Regierungspräsidenten. Trotzdem halten sämtliche Einigungs- amtsvorsitzenden von Chärlotienbura an ihrem in geheimer Sitzung beschlossenen gegenteiligen Standpunkt fest, obwohl gerade dem Mieteinigungsamt Eharlottenburg gegenüber der Woblsahrts- »tinisßcr in besonderer Zuschrift auf das Unhaltbare dieser Aufsassung binaewiesen lxit. Infolgedessen sind in einer ganzen Reihe von Fällen die Mieten auch bei laufenden Ver- trägen vom 1. August bzw. 1. Oktober 1920 ab auf die Friedens- miete zuzüglich 30 Proz. Zuschlag erhöbt worden, während nach dem Gesetz der alte Zuschlag von 20 Proz. bis zum Ablauf des bestehenden Vertrages durch Kündigung hätte in Gel'ung bleiben müssen. Dieser unhaltbare Zustand hat jetzt zu einem aktiven Protest der Mieterbeisitzer geführt, die in einer Reihe vou Kammern ihre Mitwirkung bei solchen gesetzwidrigen Beschlüssen ablehnten, indem sie durch Nichtteilnahme an der Abstimmung die Kammer beschlußunfähig machten, um sich nicht überstimmen lassen zu müssen. Infolgedessen verfiel eine Anzahl von Streitsachen der Vertagung, da sich bei der Solidarität der Mieterbeisitzer Ersatzmänner zum Einspringen nicht bereit fanden. Eine Gefahr für die Mieter entsteht daraus nicht, da bekanntlich .vmndiauiigen, Räumungsklagen und Ermissionen ohne Mitwirkung des Mieteinigungsamtes nicht durchgeführt werden können. Es ist� dringend zu wünschen, daß nunmebr endlich Wohl- fahrtsminister und Aufsichtsbehörden dem Sinn und Wortlaut des Gesetzes auch in Eharlottenburg Geltung vgxschasfen, wie dies in allen anderen EiniguitgSämiexn Groß-Berlins bereits der Fall ist. » Vom städtischen Pressedienst Eharlottenburg erhalten wir hier- zu folgende Auslassung: Das Charlottenburger Mieteinigungsamt stellt zu dem jetzigen Konflikt mit tan Mieterbeisitzern fest, daß eine bindende authentisch« Interpretation der in Frage kommenden Bestimmugen seitens des Woblfahrisminisicrinms noch aussteht. Diese Interpretation muß im Verordnungswege erfolgen, um bindend zu sein. Daß die Bc- stimmungen nicht klar und unzweideutig sind, geht daraus hervor, daß eine einbeitliche Rechifprechung der Groß-Bcrlincr Einigungs- ämter nicht besteht. So haben sich Wilmersdorf und Schöneberg aus den Charlottenburger«tandpunki gestellt. Ferner haben die ordentlichen Gerichte überwiegend im Sinn« der Charlottenburger Aufsassung entschieden. Es ist nicht zutreffend, daß die Stellung- nähme der EinignngSamtvorsitzenden von Charlottenburg aus einen in einer geheimen Sitzung gefaßten Beschluß zurückzuführen ist. Vielmehr haben sich die Vorsitzenden ihre Rechtsüberzeugung selbst gebildet, unbeeinflußt von der Verwaltung. Das Charlottenburger MicteinigirngSamt wird es ebenfalls begrüßen, wenn das Wobl- fahrtSminiflerium die Recht flog« durch eine bindende a-nthenrische Interpretation klarstellt Oberschlrfier t Dt« Zlbftimmung steht nnh« denor. Kommt all« zu f!,!?!- Versammlung am Tonnerstag. den 28. Oklobcr. abends 8 Uhr. in bn?:u!a der Ob«rcavckuilc. Emicr Straße. Namhafte Redner sind zur Wer letn? Urkunden noch nicht abgegeben bat, bringe sie mite. ?er Vorstand der beimattreuen Obcrschlesier. Ortsgruppe Neulölln. Sin der Volkshochschule Mroß-Brrlin beginnen am Mittwoch, den Ctfotar 1920. folgende Vortragsreihen: Prot Dr. Nu hl: Tirtlchasls- I-oen der Vereinigten Staaten. Oieorqenstr. 04/36. abends 8'/, Uhr— Dr. Sllannowskd ssür Pro'. Dr. Schubring)- Deutt-be Kunltstätten. �»validcnstr. 42. abends 7 Uhr.— Pros. Dr. Lampe:?lllg«mcine Wirt- IckaitSae.'grapbie. Gleimllr. 49. abends 7 Uhr.— Dr. Kurrein: Wege zur rationellen Ziibulation. Ebenda, abends 7 Uhr.— Sind.-Rat Seetfchi Die politische und wstsschasMche Twigmig Deutschlands im 19. Jahrhundert. Paneursir. 44/46, abends 7 Uhr.— Pros. Dr. Pilger: Ernährung und Wachstum der Pflanzen. Mittenwatder Str. 34/37, abends 7 Uhr.—'Dr. Tuzina: Grundbegriffe des bürgerlichen Rechcs. Neu- tölln. Berliner Str. 10, abends 7 Ubr.— Dr. E. S ch m i d t: Beteiligung des Volks an der Rechllprechung. Wilmersdors. Uhlandstr. 9l/92. abends 7 Uhr.— Karten an den bekannten Verkausssteven und an den Abendkassen. Proletarisches Theater. Die nächsten Vorstellungen sind am 27. Müller ltr. 142. am 28. Salenbeide 13. am 29. Dielcsslr. 24. Svielplan: .Ter.Krüppel'—„Vor dem Tore'—.Rußlands Tag», abends 7'/, Uhr. Beitrag 3 M. lArbeitslole 1 M.). Verband sozialistischer Leftrer. /deute 6 Uhr, Hinter der Marnison- klrche. t. Gelchästliches. 2. Weltliche Schule.— Friedensbiiiid der Kriegsteilnehmer. Oigiiatz W r o b e I stricht am Donnerstag, den 28. Oktober, abends 8 Ubr. in einer öffentlichen Versammlung in Friedrichs- feldc. Wilhelinltrafle 38 sHaberlandS-Feitsäle an der Friedrichsfcldec Kirche) über.Unser Militär', woran sich eine treie Ausstrache anschließt. DU. Ouittiing. Für die Kriegszermalmten ln Groß-Berlin sandten ferner ein: Bund jüdischer Frontsoldaten. München»00 M., W. Laos. Hörde 30 M., Personal Wcbram u. Lauter 54 M.. S. V. D. Berlln-BIesdors 116 M., Beamte und Anaeslellte des RcicksaiisglelchsamteS fl. Teilbetrag) 783 M., O. D. 5 M., Personal und Direktion der Deutschen Lichtbild- Gr- lellschnst 539 M.. Dr. V.. Prenzlau. Prämie für Ablieferung eines erbeuteten französischen Karabiners. 100 M., Maschinenfabrik o/üntber Hollmann t61 M., Deutscher Zigarrenbändler-Bund, Bezirk Schänßmiler und Prenz- lauer Vorstadt 123,55 M., Sammlung Lehrer und Schüler der 229. Ge» meindelchule 247 M. Uebertraa aus Nr. 514 des.VorwätrS' 16116.60 und 100 M. Kriegsanleihe. Summa: 18 77.».Iä M. und 100 Ls7. Kriegsanleihe._ Hroß-Oerline? parteinachrichten. Heute, 2K. Oktober: 34. Abt. Abends 7 Ubr: Zahlabend Bezirke 251, 252, 253, 254b it. 260 bei Goldbach. Binetopiak 7; Bezirk 259 bei Opitz, Bernauer Sw. 13; Bezirke 265 u. 266 bei Greulich. Gartenstr. 46. Bezirk Berlin-Mitte. Elternbeiräte der Gemeinde- nnd böberen Schule. Abends 7 Ubr im Gestngs aal des Sopdien-SttzeumS. Weinmeister- strare 15/16: Ber'omm una. Die Vertrauensleute der einzelnen Schulen werden drinaend ersucht, die Adressen der Elternräle umgebend dem Ob- mann Gen. Albcr« Bock. X 24. Johannisstr. 12. einzusenden rest. in der Versammlung zu überreichen. Treptow. Abends 7 Uhr bei Henlel. Am Park 67: Mitgliederver- lamm ung. Tagesordnung: u. a. Bericht vom Parteitag. Reteient: Gen. Karl Wermutb �. Friedrickisfrldr. Abends 7'/. Ubr im.Lindenpark' sGutzen): Mit- aliedeiocrsgmmvmg. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag. Referent: Gen. R. Weim.rnn.___ Karow bei Berlin. Abends 8 Ubr bei Bevndt, Dorfstr. 41: Mit- oliedei Versammlung. Toaesoidnung: 1. Kassenangelegenbeiten. 2. Unlere Revolutionsskler. 3. Verschiedenes. BSabl'retS Berlin«'OTitte. 7 Ubr im Gelangssaal deS Sophien- Lyzeum«. Weinweii'rrstr. 16: Sitzung der Eltcr-nbeiräte 7. KretS(Eharlottenburg). 7 Uhr Versammlung der KreiS- funkllonäre. Tempelbok. 7 Ubr erweiterte VorstandSsitzung im Lokal von Laff, Friedrich-Wilhelm-slr. 90. Morgen, Ä7. Oktober. 4.«bt. Donnerstag Vir. Funktionäre. Reuterstraße 47. Vortrag: Dr. Lobmann. 3. u. 4. Ab». Zablabend im.Nationalbof'. Bülowstr. 37. TageS- ordnung: Sleuerfrogen. Ref.: Gen. Möbius. Anfang 7'/, Ubr. lO. A b». Abends 7 Ubr Zablaber-de in folgenden Lokalen: �bei Mal, Reichenberaen, Ecke Nat'borslraße, bei Hebestreit. Reichenbergcr Str. 127, bei Wollt, Farster Str. 44. bei Brntz. Lausitzer Str. 52. Die Genoffen. welche Mitalieder der Konsumgenoffcnschast sind, treffen sich um 5 Uhr bei Walls. Förster Str. 44. 15. Abt. 71/, Ubr in der Aula der Gemcindeschulc. Kl. Frankturter Straße 6: Vortrag des Genoffen Franz«lühs über die Lehren von Kassel und.stalle. IS. Abt. AbcntS pünktllch 7 Ubr Mstglledeiversammlimg In der Schulauin Samariterstr. 18—20 Ta esordnung: Vortrag deS Genossen Dr. A. Siriemer über untere Wirtschaitspolltik. 43. Abt. Zablabend 7 Ubr in folgenden Lokalen: Bebrens. Tegeler Straße 22; Uthnchmer, Triststr. 49; Dose, Nordhasen 6. Erscheinen aller notwen�a. TPT. AktsonkanSschufi der«.E.K.-Betrtebe. Nachm. 5»/, Ubr Oblente-Konserenz, Restaurant Obligo, SIralsunder Str. It. Erscheinen dringend. Sckiwerhörigengruppe. Abends 7 Ubr in der Taubstummenschule Markusstr. 49. Hos lintS II: Veiiammlung. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Fnß. Erneuerter Vielhörer anigestcllt Schwerböri-e Partei- genossen. Gkwerkschaillcr und„VarwärtS'-Lcser sind dazu eingeladen. Kreis Dil(Eharlottenburg) 6. Abt.(12. u. 13. Gruppe). Abends 7 Ubr Abteilungsversammlung in der Aula der 22. Gcmeindelchule. Witz- lebenstr. 84. Tagesordnung: ,G: oß-Berlincr Schulfragen'. Reierent Gen. Rektor Blum.— 7.«bt.(14.. 15. u. 16 Gruppe). Abtetlungs Vers imnu Inno um 7'/, Ubr bei Arndt, Kanlstr. 51. Tagesordnung:.Wohin geht der Weg'. Gen. Sllßmann. Wilniersdorf. 5. Zlbt. 7'/, Ubr abends im Stadtgartenrestaurant, Wilmersdorf, Kaiserallec 51/52. Inhaber Rohr, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Verschiedenes. 2. Vortrag des Pfarrers August Bleier Ebarlottciiburg. über Religion und Sozialismus. Nrukölln, 7. Abt. 7». Uhr Funltionärsitzung bei Buchhelster, Doddin- straße 4. 6 Uhr Abrechnung._ BSetterauSsichten für das mittlere Norddeutschland bis Mit wach mittag. Zeitweise neblig, trocken und ziemlich heiter bei mäßigen nördlichen Winden. Mittags mild, in der Nacht zum Mittwoch im Binnen- lande noch vielfach leichter Frost. Wirtschaft Zur Versorgung mit Schweinefleisch. Eine Existenzfrage des deutschen Volkes. In Nr. IM des.Vorwärts" bemißt Herr von Hol- leusfer-KhPke in dem Artikel„Znr Frage der V.ehhalrnng" — keineswegs zu hoch— den Bedarf an Futter zur Erzeugung von einem Zentner Schweinefleisch Lebendgewicht auf 5 Zentner Körner oder 25 Zentner Kartoffeln: bei zweckmäßiger Mischung also auf etwa 3H Zentner Körner und 12>3 Zentner Kartoffeln. .Hält man nun für nötig, daß der Bevölkerung Deutschlands mit Rücksicht auf tan knappen Fleischertrag aus den Rindvieb- und Schafbeständen je Kopf und Woche— doch wohl sehr gering gerechnet— nur 250 Gramm heimisches Schweinefleisch znr Verfügung gestellt werden svor dem Kriege betrug der Fleiichver- brauch rund 1 Kilogramm je Kopf und Woche), so ergibt das bei 60 Millionen Menschen einen Bedarf von rnnd 15 Millionen Zent- nern Schweinefleisch oder von 20 Millionen Zentnern lebender Schweine. Ilm diese zu_ produzieren, müssen nach obigen Zahlen 50 Millionen Zentner Körnerfrüchte und 250 Millionen Zentner Kartoffeln verfüttert werden. Das bedeutet: für die äußerst knapp bemessene Schweinefleischerzeugung ist der Bedarf an Körnerfrüchten nahezu gleich dem halben, der Bedarf an Kartoffeln etwa gleich dem ganzen Bedarf für die Ernährung der Menschen. Selbst wenn nun das so erzeugte-Schweinefleisch zu gleich- mäßiger Verteilung käme, müßte bei den enormen Ausgaben für Brotgetreide einfuhr, die die VerfüttLrung von Körnerfrüchten verursach: nnd die bei dem Mißverhältnis zwischen Getreide- nnd Kartosfelpreisen sich noch besonders erhöhen wird, weil in der- mehrtcm Maße an Stelle der Kartoffeln die verhältnismäßig billigeren Körner verfüttert werden, mit allem Nackdruck ans Mittel nnd Wege gesonnen werden, den eine auskömmliche Volks- «rnährung geradezu unmöglich machenden Verbrauch an mensch- kicken Nahrungsmitteln als Schweincfutier einzuschränken; die Tatsache aber, daß das Schweinefleisch, mit heimischem 70. Merk- Getreide produziert, wegen seines Preises nnd wegen seines frag- loS steigenden Preises— die heute zum Verkauf kommenden Schweine find doch zum Teil noch mit dem billigeren Getreide und den billigeren Kartoffeln gefüttert worden— in kurzem nur noch den woblhabeuden Kreisen«rrcickbar wird, während d i« ganze Bevölkerung an den fürchterlichen Lasten für das infolg» der Schweitueproduktto» srfor- dsrliche, hier- oder fünfmal teurere Einfnhrs g e t r c i d e m i t t r a g est m u ß, ist eine schwere Ungerechtigkeit; es kann nicht angehen, daß der eine Teil der Bevölkerung auf irgend ausreichenden Fleifchgenuß verzichten, dabei aber die Kosten für das Fleisch des andern, besser situierten Teiles mittragen muß. In einem Artikel.Zur Versorgung nrit Fleisch" in Nr. 81 der .Deutschen Landwirtschaftlichen Presse", der in Nr. 516 des.Vor-- w ä r t S" auszugsweise wied'rgegeben worden ist, wird ein Vor- schlag zu einer durchgreifenden Aenderung der Schweinehaltung gemftrfjt mit dem Ziel einer gleichmäßigen und billigeren Versorgung der ganzen Bevölkerung mit Schweinefleisch. Bei der außer- ordentlichen Bedeutung der Sache muß gefordert werden, daß sofort in eine Prüfung darüber eingetreten wird, inwiefern die in dem Artikel gemachten Vorschläge realisierbar sind. An der Tatsache,-daß das Fleisch der Jungschweine schon bei Verwendung von Hörnern und Kartoffeln unvergleichlich viel billiger zu er- zeugen ist. als das von Mastschweinen, daß aber außerdem zur Fütterung der Jungschweme die Verwendung von Körnern und Kartoffeln, also die Konkurrenz der Schweine im Verbrauch von menschlichen Nahrungsmitteln sehr stark eingeschränkt werden kann, wird in unserer trostlosen Lage keinenfälls vorüber- gegangen werden dürfen._ Der Deutsche Bankiertag. Zum 5 Allgemeinen Deutschen Bankiertag versammeln sich in Berlin die Geldgewaliigen. �DaS.Bankarchiv' leitet dies« Veranstaltung mit folgenden Sätzen ein: .Der bevorstehende Bankiertag ist nicht als eine Kundgebung de« Kapitalismus gegen. den Sozialismus ge- dacht. Wie im 16. und 17. Jahrhundert der Streit um theo- logische Dogmen, so droht im 20. Jahrhundert der Zwist um volkswirtschaftliche Theorien zwischen Deutschen und Deutschen eine Scheidewand zu errichten und uniere nationale nnd polit'sche Einheit m einer Weise zu gefährden, wie dies im Kamp: um die gleichen Probleme bei anderen Völkern dank ihrer praktischeren Veranlagung niemals aescheben»st. Auf dem Bankieriaae werden Prakiftker zu Praktikern nicht von Theorien sprechen, sondern'von den Dingen, wie sie sind, und von den Folgerungen und Forderungen, die sich hieraus aus dem Gebiete der Finanz-, Währungs- und Wirtschaftspolitik mit Not- wendigkeit erneben.' Der Bankier, schreibt die.Börsenzeitung', ist ein nüchterner Zahlenmen'ch, ein Mann der Kon'equenz. der Ursache und Wirkung ,» unter'cheiden und in ibren Giößen abzuwerten versteht, er ge- bört zu den wenig zahlreichen Volksgenosien. denen der innerste Cbarakterzug der Deutschen die Sentimentalität, fremd ist, weil sie ihm aus beruflichen Rücksichten fremd sein muß. Die Arbeiterschaft wird auimertsam bören. w.rS die Geldfoch- leute zu sagen haben. Vielleicht behandeln sie auch die entschieden wichtige Frage, wie denen, die arbeiten wollen, die Mittel zur Kütererzeugung zur Verfügung gestellt werden, damit ihre 4- Arbeitskraft nickt brach zu lieae« braucht und sie vor der bitteren Not bewahrt bleiben. Wir fürch'en lehr, daß auch der Bankiertag sich zu der Erkenntnis nicht durchringen wird, daß die Wirtschaft nur in organischen Wirtschaftseinheiten zur höchsten Produktivität gelangen kann. Da? leichte Geldverdienen durch kapitalistische Spekulation nnd Börsen spiel ist nickt dnS Moment des Anreize« für die Massen der Hand- nnd Kopf- arbeiter. Diese Vorbilder lähmen die ArbeiiSireudigteit der Massen, die sich stark genug fühlen, um sich dagegen aufzubäumen, daß kleine Kreise um die Tribute aus ihrer Arbeit spielen köunen.* Sport. Grunewald lädt noch zweimal in vieser Wocke seine Gäste ein. Im Orienr-Rennen, das deute als Punlt 1 au' der Tagesordnung steht, rechnet man mit einem Vertreter der Ställe Weil oder Grabitz. Harfe und Anarchist II sollen im Preis von Groß-Strehlitz vor SiegesauSsichten stehen, während man im Hoppegartener Ehrenpreis Einsiedler-uiraut. daß er Skaiabae den Weg zum Sieg verlegen wird. Im Bergeisen- heit- Rennen spricht man dem Stall Grabitz Sieganssichten zu, hingegen müßte ctgentlich auch Oidensjäger Können zeigen. Herz- liebste und Dardauos müßten sich im Preis der M a r k be- merlbar machen, dasselbe eiwariet man im B 0 ck st e d t- R e n n e n von Dt« Wolke und Maust. Der Totalis ai or-AuSg.eich hingegen könnte in einen Endkamps Dronning Wilhetmina— Soldau ausktingen. Teutschlands knapper Fiistballsieg über Ungarn 1: 0. Ein inter- nationaler Wettkampf, der allein durch einen E i f m e t e r st 0 ß ent- schieden wird, hinterläßt meist einen bitteren Nachgeschmack, vor allem bei dem Besiegten. Tatsächlich hätte ein unentschiedenes Spiel eher der Stärke und den Leistungen der beiden Mannschaften entsprochen. Die Ungarn hatten vielfach Pech und spielten in her ersten Hälfte mit der üefl'cgendcn oonne vor den Augen, während in der zweiten Hälfte die Sonne, die nunmehr die Deutschen ge- rechterweise hätte behindern müssen, bereits untergegangen war. Die Stürmerlinie der Deut schon war der ungarischen überlegen, dagegen spielte die ungarische Verteidigung ganz erstklassig. Eine hervor- ragende Leistung boten die beiden Torwächter, namentlich der Fiixther Lobrmann, der nicht einen einzigen Fehler machte, dagegen manche höchst kritische Situaiton zu retten verstand, zumal in der zweiten Spielhälfte, in der die Ungarn das Uebergewicht zu haben schienen. Das Tempo war äußerst flott, besonders in der letzten halben Stunde, als die Ungarn ihre Anstrengungen verdoppelten, die Technik beiderseits hervorragend. Eine wahre Menschenwante- rung hatte sich nach dem Grunewald begeben und füllte daS präck- tige sonnige Stadion fast restlos. Es dürften 50 000 Menschen dem Spiel beigewohnt haben. In jeder Beziehung war es ein Großtag für den deutschen Fußballsport Sch. Mus aller Welt. Angehaltenes Schiebergnt. Am 23. v. MtZ. waren auf dem Fernbabnhof Ptauen im Vogtland neun mit Gefchützletlen, Brusticktldern usw. beladen« Eisenbahnwaggons. die über Eger nach der Tschechoslowakei geben sollten, angehalten worden, weil der Verdacht einer beabsichtigten Verschiebung deS wertvollen Materials in das Ausland bestand. Gestern wurde nun die vorläufige Ent- icheidung getroffen, daß die neun Waggon« nach Dresden zur Verfügung des Reichsbeaustragten für Ein- und AuStuhr zurück- gehen sollen, wo die nähere Untersuchung geführt werden soll. DaS amerikanische Hilfswerk in Sachsen. Die Verwaltung deS großen Hamburger Warenlagers des amerikanischen Hilfswerks (American Relief Administration Ware Hou'e) wird in Dresden ein Zwciglage r �errichten. Für die sächsischen Empfänger wird nun künftig eine beträchtliche Beschleunigung und Verbtlligung eintreten, weil die Anweisungen nicht mehr nach Hamburg, sondern nach D /es den geschickt werden können. Französische Offiziere als Wilderer. Die unberechtigte Au»- Übung der Jagd im besetzten Gebiet durch französische Cififtere. insbesondere in Hessen-Darm'tadt tübrt immer mehr zu schweren Schädigungen de« dortigen Wildbestandes. Man rechnet mit einer Vernichtung auf Jahre hinaus. An das Verbot der un- berechtigten Jagdansübung kehren sich die Franzoien nicht, sondern kontrollieren sogar die richtigen Jagdpächter auf ihre Jagdpäsie. Aus dem befreite» Elsaß-Lathringen. Unter der Ueberschrftt ..Sprachente rrorismns und Vrügzljustiz" veröffentlicht das.Metzcr Freie Journal" eine Zuschrift mit ungeiä-br folgendem Iuhaltt Zwei Kriegsinvoltden, der eine mit einem Kopfschuß und einäugig, der gtide« mir«rnem Handschutz, wurden von drei Männern angehen re» Bttb«efrötfE, we??alb ftc deutsch sprach«. Die FnpaHden be- merkt«, daß sie nicht französisch könnt«, worauf sie als Boches tituliert und einige Minuten später von den dreien mißhandelt und ffeschlagen wurden. Dabei mußte derjenige Invalide, der nur noch ein Auge besaß, blutüberströmt abgewaschen werden. Das Schönste ist aber nun, daß sich einer d« drei herzlosen Raus- bolde schließlich als Polizeitommissar legitimierte. Die zwei Invaliden und mit ihn« der ganze Verband der Kriegsinvalid« verlangen nun von dem Polizeikommissar eine öffentliche Recht- fertigung, sonst müsse die Affäre ein gerichtliches Nachspiel haben. Schweres Eisenbahnunglück. Aus Wladiwostok wird gemeldet, daß der Postzug von Wladiwostok nach Charbin bei Pograniohnajo verunglückie. 100 Personen wurden getötet, darunter die Schauspieler und Schauspielerinnen der Dorinstruppe, der be- kanntesten Truppe in Ostasien. Bekanntmachung! V. Nachtrag zur Satzung der Allgemeinen Ortskrankenkasse sür Berlin-Steglitz. Auf Grund der Berordnnng der Reichsregierung vom !0. April 1920, belreffend die Heran ffetjung de» Grundlohns und Ansdehnnng der Bersicherungspflicht in der Kranken- oerslcherung(Reichs-Desetzdiau Nr. St), wird folgende Satzungs- indernag beichlossen: b t. In Absah t wird �weitausendfünfhunderp' Mark ersetzt »noch„sünfzeyntausend� Marl. «W. Absatz 1 und 2 erhalten folgend« Fassung: Die baren Leistungen werden nach einem Grundlohn de. inessen. Als solcher gilt da, nach der verschiedenen Lohnhiihe stuirnweise sestgesetzte durchichnittliche Togesentgelt der Kossen- Mitglieder bis 30 M. für drn Arbeitsiaa. Zur Festsetzung des Grundlohns werden dir Sasscnmitglieder m 13 Stufen eingeteilt. Es gehören in Bture A alle ohne Entgelt belchäitigten Lehrling«, „ 1 Berflchertc mit tägl. Entgeü bis 2,— M. über t « 5 6 7 8 9 10 11 12 2/— 9.— 10,— 12,— 16,— 18,— 21,- 2ir- 27,- bls ir-VL m 6,— m '• . Ig,-. . 12.-. . 16.-. - xy-' ' Hc' Hiernach wird der Grundlohn bis aus weiteres sestgesetzt für die Stufe A auf „»» 2 » M M 6 *8 \r- M 2,— ir- 6- 8,- 10,- 12,- Dem Absatz 3 wird als zwe lür die Stuse 7 aus Ib.- M. 8 9 10 11 12 tet Satz angesagt: „ 18,-» . 21/-, * 24.—„ . 27,-. . 30,-„ .MUglleder über 16 Jahre(mit Ausnahme der Lehrlinge Ihne Entgelt) werden mindeftens der Sluie 2 zugeteilt," Im Absatz 8 letzter Satz heiht es statt M. 6,— M. 30,—. 8 49. Absatz 1 erhält folgende Fassung: Die Kassenbeiträge werden liir alle Verstcherte auf sieben rtntialb Hundertstel des im§ 19 festgesetzten Grundlohn, de- messen und silr se ewe Woche berechnet Sie betragen für Bcrlicherle l�/�er��ädun�� Unsere Kleiderwerke erzeug« Kleidungsstöcke, welche der Ma&arbeil nicht nur ebenbürtig sind, sondern diese noch vielfach Obertreffen. Tnetol* ln Schlflpfer-, Raglan-, Sport- und anderen Fauoos, aus nur C AA M. VOIwl haltbaren Stoffen..................... von an PalClOfS aus Cheviot Eskimo, Rafln« usv...........von SSO an nssliss Sportform, teils aus cnglisrhcn Stoffen, mit voraflgUdiem Feli- g er A A M. rCLLC tut: er und Kragen.................... von ISUVan BoEcncrMänlcUL Pelerinen �ef��n 300.n BOZCner MänlCl far jangunge. austergewOhnllA preiswert, von 175 an Joppen(ans sdiver, mit warmem Futter............ tob 175 an Knaben- und Burschen- Ulster, Joppen und Pijacken In all« Preislagen. 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März früb forderte ich in meiner Eigenschaft als Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und in Gegenwart des Hamburger Polizeimajors Dann er den Oberst v. Ledebour auf. sich wieder auf den Boden der V e r f a s- sungs massigen Regierung, der er den Treueid ye- schworen hatte, zu stellen. Wiederholt lehnte Ledebour dieS für sich und sein Offizicrkorps ab. Nach stundenlangen Verhandlungen stellte Ledelwur sich und das Offizierkorps dem Hamburger Senat zur Verfügung, jedoch nicht aus verfassungsrechtlichen Erwägungen oder unter Betonung des Treueide?, sondern nur zum Kampf gegen den Bolschewismus.— Und dies alles mehrere Stunden nach Wangenheims und seine? Stabes Amtsmedcrlegung! Nach dieser Weigerung Ledebours ließ er auf meine Bitte samt- kicke Vertrauensleute des Regiments rufen, die ich in Gegenwart Ledebours über die rechtlichen und politischen Ursachen des Rück- triiis v. Wangenhcims aufklärte; darauf sprach Ledebour, und dann stimmten die Vertrauensleute ab. Die große Mehrheit er- klärte sich gegen Ledebour. Am 17. März sprach das l. Bataillon des Regiments Ledebour ihm und fast allen seinen Offizieren das Riß trauen aus und bekirnnte sich zur v e r f a s- sunqs mäßigen Regierung; das Offizierkorps trat znrück. Das 2. Bataillon hatte bereits am 13. März sämtliche Kapp- Offiziere abgesetzt und vorläufig einen verfassungstreuen Oberleutnant zum Führer gewählt. Sämtliche Ver- wauensleute und Unteroffiziere des Regiments sind gerichtlich ver- nommen worden. Vorstohende Darstellung ist bereits im März 1820 ■m.Hamburger Echo" veröffentlicht worden. Ganz abgesehen von in Verbrechen des- Hochverrats, das hier vorliegt, hat der ichsivebrobcrst der Republik es abgelehnt, sich für ihre per- "ungsmäßige Regierung zu erklären, trotzdem sein unmittelbarer litärischer Vorgesetzter sein Amt gleich niedergelegt hatte und ' berst von Ledebour sich also auf dessen Befehle nicht mehr be- rufen konnte. Nach dem Gesetz dürfen Befehle strafbaren Inhalts "ickt befolgt werden. Gegenüber all diesen Tatsachen dürfte der ~ err Oberreichsanwalt die in der Presse veröffentlichte Aeußerung der Beschuldigte sei gegen jede gewaltsame Aenderung der ver- assungsmäßigen Zustäicke ausgetreten", nicht mehr aufrechterhalten 'önnrn. paascb e und tzeme. DoS vielbesvrockenz Schicksal des Kapitänleutnauts Laasche stand im Mittelpunkt einer am Montag vor der 8. Straf- mm er des Landegerichts I verhandelten Anklage deS früheren "i nisters. Rechtsanwalts Wolfgang Heine gegen den Schrift- eller Dr. G. Brcsien und den verantwortlichen Redakteur der .Berliner Volkszeitung". Karl Veiter. In der Nummer vom 1 1. Juni d. I. erschien in der„Volkszeitung" ein von Dr. Brei, f i e n verfaßter Artikel unter der Ueberschrtft:.Hans Paaschc, war er Kommunist und geisteskrank?" In diesem Artikel lvurden Behauptungen aufgestellt, durch die sich der Nebenkläger beleidigt fühlte, insbesondere durch folgende Behauptung: �Heine, als Rechtsanwalt des Paasch«, habe, anstatt diesem -ur Seite zu stellen und dafür einzutreten, daß pazifistische Ge- ''nmistg keine strafbare Handlung bedeute, und daß die gegen Paaschs erhobenen Beschuldigungen vollständig grundlos seien, „im Fahrwasser des Militarismus gesegelt" und, obwohl Sozialdemokrat, sich als eifriger Verteidiger des Militarismus entpuppt". Ferner: er habe als Verteidige r�Paasche den Rat gegeben, um einer Bestrafung zu entgehen, das Schutzmittel des 8 21 St.G.B. in Anspruch zu nehmen. Dadurch habe R.-A. Heine zwar erreicht, daß da? Verfahren auf Grund des§ 51 eingestellt wurde, trotzdem aber nicht vergessen, sein Honorar von 1000 M. sich auszahlen zu lassen.' Zur gestigen Verhandlung war nur der Angekl. Vetter unter Beistand des R.-A. Dr. Fritz Cohn erschienen. Der Vorsitzende, Landg.-Rat Dr. Keßler, verlas einen vom Angekl. Dr. Brcsien eingegangenen, von Beleidigungen gegen Mitglieder des Gerichts und gegen den amtierenden Staatsanwalt Dr. G e r l a ch strotzen. den Brief, der in das Gericht verhöhnender Weise erklarte, daß er nicht zum Termin erscheinen werde. Der Staatsanwalt befielt sich weiteres vor; das Gericht beschloß, gegen Vetter allein zu ver- bandeln. Gegen Paaschs war bekanntlich vom Reichsgericht das Verfahren wegen Aufforderung zum Hochverrat und versuchten Landes. Verrats eingeleitet worden, weil bei ihm F l u g b l ä t t c r mit Aufforderungen zum Generalstreik und Aufforoerung an die Sol- daien zum Ungehorsam gegen die Befehle ihrer Vorgesetzten mit Beschlag belegt worden waren. Im Verlauf der Voruntersuchung ist Paasche auf Beschluß deS Reichsgerichts zur Beobachtung seines Geisteszustandes der Anstalt des Geh. Med.-Rats Dr. L e p p m a n n überwiesen worden. Das Gutachten des Geh.-Rats Leppmann ging dabin, daß sich Paasche zur Zeit der Tat in einem Zustande krank- bafier Störung der Geisteskräfte befunden habe, die seine freie Willcnsbestimmung ausschloß. Auf Grund dieses Gutachtens ist Paasch« nach langer Untersuchungshaft außer Verfolgung gesetzt. Später ist er, wie bekannt, von Angehörigen der Reichswehr e r- s ch o s s e n worden. Der als Nebenkläger zugelassene Rechtsanwalt Wolfgang Heine erklärte zur Sache u. a. folgendes: Kapttänleutnant Paasche babe ihn seinerzeit ankgesucht. weil ein Ermittlungsverfahren wegen Wilddiellitalls. das beim Landgericht Schneidemühl geführt wurde, gegen ibn schwebte. Herr Paasche habe, als ihm vorgehalten wor- den. daß diese Sache doch recht böse aussehe, selbst erklärt:.Ich glaube, es ist wichtig, daß ich zunächst meinen Zustand, der «uS politischer Verzweiflung entstand, festlegen lassen mutz." Erst durch den Vater des Paasche habe er. Rebenkläger, erfahren, daß auch ein Verfahren wegen Ver- breitung der Flugblätter gegen den Sohn schwebe. Paasch« jr. habe diel« Flugblatt-Affäre wr� /ehr unbedeutend gehalten und er habe ihn erst belehren müssen, daß diese Sache äußerst g e- sä b r l i ch für ihn fei. Schon die Tatsache, daß ein Mann von solcher Erziehung und solchem Charatier bei klarem Verstände nicht imstande sei, solche Schriftstücke zu verfassen, mutzte lebhafte Be- denken über den Geisteszustand feines Klienten erregen. Es wurden diese Bedenken durch vielfache andere Mitteilungen über die Geistes- Verfassung des Herrn Paasche immer mehr verstärkt. Er hat selbst wiederholt«rklär!, daß er den.Ii eform- Fimmel" habe; er hat in krankhafter Feindschaft mit seinem Vater und seiner Mutter gelebt. Im übrigen sei Paasche ein fein gebildeter, rechtlich den- ler.bei»nd auch liebenswürdiger Mann gewesen. Nach den vor- liegenden Tatsachen sei eS die Pflicht des Verteidigers gewesen, die Frage nach Anwendung des§ 31 St.G.B. anzuregen. Die sonstigen im Artikel enthaltenen Anwürfe gegen ihn seien in jeder Beziehung haltlos. Er habe lediglich im Interesse feines Klienten, durchaus im Einverständnis mit dem Herrn Paasche und dessen Schwiegervater eine Unsumme von Arbeit aufgewendet und Herr Geh. Rat Witting, der ihm die Verteidigung übecrragen h.nce. habe die ihm zum Schluß übersandte Honorarrechnung von 1000 Mi. sofort mit dem Ausdruck des Dankes beglichen. Der Angeklagte Vetter erklärte hierauf, daß cr»ach dem Gange der Verhandlung sich davon überzeugt habe, daß d'.e in dem Artikel des Dr. Br. aufgestellten Behauptungen unrichtig sins der Robenkläger Wolsgang Heine nur seine Pflicht als Ver- Leidiger getan habe. Hierauf gab Wolfgang Heine stzlgcnde Erklärung ab: Ich selbst bin der Ansicht, daß Paasche zwar geisteskrank, aber in der letzten Zeit durchaus harmlos und nicht gemeingefährlich war. Ich bedauere sein schreckliches Ende. das auf ein meines Erachtens absolut nicht zu billigendes Vorgehen zurückzuführen ist. Gegen Herrn Redakteur Vetter nehme ich nach seiner Erklärung den Strafantrag zurück. Au dem, was Dr. B r e s i e n sagt, habe ich keinerlei Interesse und habe Strafantrag nur gestellt, weil es ibm gelungen war, feine An- würfe in einem angesehenen Berliner Blatte unterzubringen. Ich habe inzwischen brieflich andere Aeußerungen des Dr. B r e s i e n kennen gelernt. II. a. habe ich gehörr, daß er Herrn Staatsanwalt G e r l a ch gegenüber sich als den„künftigen Justizminister" bezeichnet hat und ihm gegenüber Drohungen ausgesprochen hat. Tics alles, auch der heute verlesene Brief, ist für Brcsien charakieristisch. Aus diesen Aeußerungen entnahm ich, daß Dr. Bresien höchstwahrscheinlich geisteskrank ist und daß jedenfalls gegen ihn nicht verhandelt werden könnte, ohne ihn auf seinen Geisteszustand zu untersuchen, um das Maß seiner Verantwortung festzustellen. Dadurch würde die Sache sich endlos hinziehen. Ich kann auch nickt den Wunsch haben, daß ein Mann, der meines Erachten» wegen Geisteskrankheit für seine Handlungen nicht verantwortlich gemackt werden kann, weiter zur Verantwortung gezogen wird. Ich nehme deshalb auch gegen Dr. Bresien den Strafantrag zurück.— Das Gericht erkannte hierauf auf Einstellung des Verfahrens. Deutstbnationaler Parteitag. Der sehr zahlreich besuchte zweite Parteitag der Deutschnaiio- nalen Volkspartei wurde heute in Hannover mit einer Begrützunzs- anspräche des StaatSministers a. D. Hergt eröffnet. Er rühmte das Wachstum der Partei, hinter der nach der Reichstagswahl vom 6. Juni fast vier Millionen ReichStagsivähler ständen, wenn man die drei Provinzen, die noch nicht gewählt haben, mitzähle. Der Tenor seiner Rede war, daß die deutschnatiomile Partei»Welt- auschauungspolitik" treibe, Politik„der großen Ziele und der weiten Sicht". Hergt hält es für förderlich, daß die Dautfchnationalen in der Opposition gebsieben waren. Unter der Herrschaft des parla- mentari scheu Systems sei es Pflicht der Partei gewesen, Oppositionzutreiben, damit dw Interessen der M i nde r- heit(also doch Minderheit?) gewahrt blieben. Dennoch habe die Partei positive Arbeit geleistet, indem sie durch ihre Anträge»das Schlimmste verhindert habe". Da? Positivste aber sei gewesen, daß sich die Deutschnationalen zu einer„einheitlichen geschlossenen Welt- anschauung" durchgerungen hätten. Sie hätten von allen Parteien daS„durchgeistig st eProgramm'(vgl. die Tat an Magnus Hirschfeld in München, das Attentat auf Erzberger, die Ermordung Kurt Eisners usw). Aber twtzdem könne man an taktischen und K o aliäi o n sfrg gen nicht vorübergehen. Klar und ziel- bewußt aber lehne die Partei jede K»mpr«mißp»litik ab. Die Parteitage der anderen Parteien seien bisher mehr oder weniger eine Enttäuschung, ja ein großes Fiasko gewesen. Der Generalvorstand der Deutschen Volkspartei bat sich nicht zu dem großen Schwünge erheben können, wohl. weil es die Welt zu beruhigen»«ifzukläreu und zu entschuldigen galt..Der Parteitag in Halle hat ein« Partei zerschlagen. Von Kassel her erklang Triumphgesang. Es scheint wie ein Sieg, aber wenn es ein Sieg war. dann war es ein Pyrrhussieg. Der Parteitag in Kassel hat es nicht vermocht, zu den brennendsten Fragen des Tages, wie sich die Soztaldemokratte zum Beispiel zum Erfurter Programm stellen wird, Stellung zu nehmen. (Darin täuscht sich Herr Hergt sehr, die Einsetzung der Programm- kommission war der klare Beginn dieser Stellungnahme, die aller- dings von uns nicht im Handumdrehen, sondern mit Gründlich- k e i t vollzogen wird.i Etwas voreilig sagte Herr Hergt voraus, daß der deutschnationale Parteitag keine Enttäuschung bereiten werde. In seinen weiteren Ausführungen wendet sich Hergt gegen die Sozialdemokratie und macht die Feststellung, daß es zwischen der sozialdemokratischen und der deutschnationalen Welt- anschauung kein Kompromiß gebe. Die nach dem 6. Juni zu- standegeiommene Koalition sei eine Rückoersicherung nach links, der das Nachlaufen hinter der Sozial de mokratre gefolgt sei. W Hergt an die.deutschen Stimmen" des Herrn Stresemann erinnert, ertönen Pfuirufe. Es folgen heftige Angriffe auf die Deutsche Volkspartei, die es unterlassen habe, eine Koaliti«« deS rechten Bürgertums zu bilden. Hergt fährt fort: ES ist ein merkwürdiger Gegensatz zwischen dem, waS die deutsche Volkspartei im W a h l k a m p s ge- sagt hat und ihrer jetzigen Politik.>-sie hat betont, daß sie nur eine gesamtbürgerliche. Koalition anstreben würde. Nun aber kommt Dr. Stresemann und spricht von einer Verständigung mit den Mehrhe-tssozialisten. Das ist eine Kluft zwischen uns. Es ist ein Unglück, daß ein tiefer Schnitt zwischen der Ar b e i t e r- schaft, die zu uns gehört, und den Massen, die zur Sozialdemo- kratie stehen, vorbanden ist. Wir müssen eine Brücke zur deutschen Arbeiterschaft erstreben.(!) Eine Mauserung der Mehr- bettssozialdemokratie wäre die Vorbedingung für ein Zu- sammengehcn mit uns. Weiter geißelt Hergt das Verlangen der Sozialdemokratie an die Koaliiionsparieien, sich auf republikanischen Boden zu stellen. Auf eine solche Forderung könnte die Deutsche Volkspartei nicht eingehen, wenn sie sich nicht selbst aufgeben will. Für u»S ist es unmöglich, mit dieser Halbheit, mit der Deutsche» Bilks- Partei in den Wahlkampf zu gehen.(Stürmischer Beifall.) Für uns ist der Ordnungsstaat das Ziel. Von Preußen aus wollen wir'das Reich erobern. Gemein. sam mit Bayern wollen wir den Ordnungsstaat schaffen. Hier- auf folgt ein Bekenntnis Hergts zur Monarchie.„Wir wollen einen starken Kaiser wieder haben. Zwischenrufs antisemitischen Inhalts werden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Hierauf spricht der Hauptichristleiter der„Deutschen Tages- zeitung" B a e ck e r über„die deutsche Frage" und wendet sich be- sonders gegen die Politik des früheren preußischen Ministers des Innern Herne und des jetzigen Innenministers Genossen S e- bering. Die Farben der Republik werden verhöhnt und im Zusammenhang damit alte Angriffe gegen ParvuS.Sklarz und Erzberger wiederholt. Der Redner wendet sich gegen daß von der Reichsregierung be- schloflene Autonomiegesetz für Oberschleneu. Zahllose Hochrufe ertönen, das Preutzenlied wird gesungen. Eine Entschließung„zur deutschen Frage" gelangt zur Annahme, in der der Anschlußw-lle Deutschösterreichs gegrüßt wird. Das frei« Selbstbestimmungsrecht für alle unierdrückten Völker wii;d gc- fordert.(Im Kriege hörte man es anders. D. Red.) Eine„stctzcke" preußische Verfassung wird gefordert und der gegenwärtigen preußischen Regierung der Kampf angesagt. Sodann spricht Herr v. Graese über den Vertrag von Versailles. Er bemübi sich nochmals, seinen gläubigen Hörern das Märchen von der e r. dolchten Front aufzutischen und bezeichnet die Annahme dc» Waffenstillstandes als schmachvolle nllterwerftrng. Für Hauptmann v. Stülpnagel wird eine Lanze gebrochen, weil gegen ihn Anklage wegen Benutzung amtlicher Aktenstücke erhoben ssi, da er eine Gegenliste der Kriegsverbrecher aufgestellt habe.—„Ueberau werden energisch« Männer an die Wand gedrückt. Luden- dorfs ist verfehmt, Lettow-Vorbeck und Siinnes wurden im Sticke gelassen. Und dann unser herrlicher Traub, dieser Prophet in traurigen Zeiten.(Minutenlanger, stürmischer Beifall.) Und aus der anderen Seite ein Mann wie Erzberger (lebhafte Pfuirufe), getragen wie eine Fcttblase auf der Bouillon. leider auch von uns zu lange geduldet, bis dieser elende Landvogt seinen Tell in Helsferick fand.(Minutenlanger, stürmischer Beifall und Hochrufe aus Helfferich.)" Dann ruft Herr v. Graes« den Geist des»siuror teutonicus" wach, ohne daß aus seinen Worten deutlich wird, ob er das deutsche Voll nochmals in den Schützengraben jagen will. Ein b� merkenswertes Eingeständnis enthalten folgende Worte:„Ich leugne nicht, daß ich und meine Freunde an die gepanzerte Faust appelliert haben, als wir noch eine hatten." Nachdem Herr v. Graes« die Hoffnung ausgesprochen hat, die Not werde die Massni deutschnational machen, schließt er mit dem Vortrag eines Rachegesanges. Im Anschluß an sein Referat wird eine Entschließung angenommen, in der gegen den Friedensvertrag von Versailles Protest erhoben wird. In der Diskussion macht der bayerische Justigministgr Roth ReName für die bayerische bürgerliche Regierung. Wir regieren ohne die Sozialdomokraten, aber nicht gegen die Arbeiter.(?) Die Festigkeit unserer Regierung wird gestützt durch unsere Einwohnerwehren. Wir brauchen sie nicht bloß für uns, sondern auch für das Reich. Solange es die Ruhe und Ordnung erfordern» lassen wir uns nicht davon abbringen, komme» was wolle.(Minutenlanger stürmischer Beifall.) Höchst charakteristisch ist der folgende Ausspruch desselben Redners: Zu unseren Idealen gehört der allmähliche Abbau der Reichsverfassung. Wir in Bayern wären vielleicht mit den Herren S i n o w j e w und Genossen ganz anders verfahren.(Stür- Mischer Beifall und Heiterkeit.) Westarp holt sich ftüvmischen Beifall durch antifemitische Aus- fälle gegen„die Rofeufelds und Löwensteins". Den preußischen Geift der Pflichterfüllung wollen wir wieder in den Dienst von Kaiser und Reich stellen.(Stürmischer Beifall.) Eine Entschließung gegen die Zerstörung der Diesel- motoren wird angenommen. Man schwört, Berlin zn„rci- wögen" und sich„durch die jüdische Mehrheit nicht weiter mit Skor- pionen züchtigen zn lassen". Nachdem noch mehrere Redner gesprochen hatten, werden samt- sich« beantragten Entschließungen angenommen und die Verband- lung auf Dienstag 8 Uhr vertagt. Aufhebung öer ölockaüe Sowjetrußlanös. Kopenhagen» 25. Oktober.(O.E.) Ein Moskauer Funkspruch meldet» daß die englischen Kriegsschiffe» die fich im Baliischen Meere aufhielten,«»«»ehr»ach Euglaud abgegangen find» da die Blockade Rußlands»ach Zustandekommen des rusfisch-poluischeu Borfriedens endgültig aufgehoben sei. Warschau» SS. Oktober.(Fuukspruch.) Au der antibolsche- wistischen Front wurde« die Operationen nach der llnterfchreibung des Waffenstillstandes eingestellt. DaS polnische Parlament hat den Waffenstillstands- und Borfriedrnsvertrag mit Sowjet- rußland einstimmig angenommen und das Oberhaupt zur Ratifikation ermächtigt. Moskau, 25. Oktober.(Funkspruch.) An der Westfront «erden unsere Truppen umgruppiert» um die Waffenstillstands- linie zu besetzen. Tie Kampftätigkeit ist eingestellt worden. Amnestie? Kopenhagen, 25. Oktober. sO.E.) Bo« russische« Volks- kommiffar für Justiz wird ei« A m n e st i e g e s e tz vorbereitet, das am 3. Jahrestag der Sowjetrepublik verkündet werden soll. Urber den Umfang der geplanten Amnestie ist noch nichts Genaueres bekannt. Jllnsioue«. Petersburg» 25. Oktober.(O. E.) Die Petersburger.Prawda" meint, daß der Anschluß der Mehrheit der U.®. P. D. an die Dritte Internationale den Sieg der Revolution in Deutschland gewaltig fördern, das Bündnis zwischen Sowjetrußland und Sowjetdeutsch. land beschleunigen und der Prolog siegreicher Aufstände in London und Paris sein werde. Moskaus Werbekraft. Paris» 23. Oktober.(WTB.) HavaS berichtet aus Lille: Die Delegierten der Sozialistischen Partei im PaS de Calais haben fich mit großer Mehrheit für den Anschluß an die Dritte Internationale angeschlossen._ Vilna— Kowno. kowtt«, 25. Oktober.(TO.) Die Rächt auf Sonntag ist ohne wesentliche Veränderung an der Front verlaufen. Die Lage gilt als ernst. Die Regierung ist entschloflen, nicht nachzugeben. Die Bildung von freiwilligen Truppen wird fortgesetzt. Der polnische Reichstag bat fich vertagt und alle Maß- nahmen für die L e r t e i d i g u n g des Staates einem Ausschuß von sieben Abgeordneten übertragen. Brüssel» 25. Oktober.(Hollandsch Nieuwbureau.) Der Völker- bundsrat hat den Bericht des Militärausschusses entgegengenommen. der nach der litautsch-polnischen Grenze gesandt war. um do« die Lage zu untersuchen. Paderewski und Waldemar sollen am DienS- tag der Versammlung des RateS beiwohnen. AuS Paris wird übrigens gemeldet, daß Paderewski erkrankt sei. In Polen erklärt man Wilna, die GeburtSstadt deS größten Nationaldichter« Adam Micktewicz. für unzweifelhaft polnisch und denlt gar nicht daran, eS wieder aufzugeben, trotzdem der Oberste Rat eS Litauen zugesprochen hat. Paderewski wird sich also wohl nicht besonders beeilen, so gesund zu werden, daß er vor dem Völierbundrat erscheinen kann. « Berliu» 25. Oktober.(Amtlich.) Nachrichten aus Ost- preutzen bekunden, daß trotz der Maßnahmen des Oberpräsi- deuten Bewaffnete die Grenze nach Litauen über- schreiten. Hiervor muß immer wieder nachdrücklich gewarnt wer- den. Abenteuerlustige sollten sich nach den Erfahrungen im Aal- t« k n m klar sein, wohin solche Unternehmungen führe», und wie musicher die Vorteile sind, die sie sich auf Grund interessierter Zn- Sicherungen von ihnen versprechen. Die Regierung wird weiter alleS tun, um Grenzübcrschreitnngen zu verhindern. Vom Reichswehrministerimn wird hierzu mitgeteilt, daß k e i- nerlei Reichswehrangehörige an diesen Vorkommnissen beteisigt waren. OewerMsfisbeVegung Sittere Wahrheiten. In dem Teil de? unabhäniiiflen Blätterwaldes, in dem seit dem 12. Oktober nickt mehr dos hohe Lied MoSlaus gesungen wird, findet man jetzt täglich eine Unmenge von Blüten, die einen wunder» baren antibolichewistischen Straub abgeben wurden, wollte man sie alle sammeln. Allen voran marichierl die Berliner „Freiheit. In einer der letzien Nummern finden wir eine„Kritil* aus der Feder eines alten Parleigenosien, der sich in der Haupt- sache mit der BetriebSrätezentrale in der Münzstraße beschäftigt und in der es u a. heißt: Die Miinzstraßenlente arbeiteten systematisch. Ihre Parole war die von Rädel empioblene, die Flibrer der Partei zu diölreditieren und sie zu verdächtigen. Ein anderes Register war die Bekämpfung des Parlamentarismus, den fie in Bauich und Boge» grund- sätzlich verurteilten. Als der Wahltermin deiannabte, stellten sich diele.Grundsotziicuen" schnell um. Sie fanden fick urplötzlich mit dem Parlamentaiismvs ab und bewarben sich überall e i l i g st li m M a n d a t e; sie setzten ihre Leute ein, um unter Umständen an aussichtsreiche Stellen zu gelangen. Nicht viel ander« war es mit den von der Münzstraßenzen» trale piotccierten Kommunalen Arbetterräten. SSaS da alles für Blörsin» verzapit wurde, ist kaum zu sagen. Eine Ueber- Hebung Hub an, die im umgekehrten Verhältnis zumKönnen stand. Diese Gesellickaft schimpfte in alle Versammlungen aus alle, die ihr nicht ohne weiteres zu Willen waren. Sie geizten nach dem Beitoll der großen, durch den Krieg leicht erregbaren Mafien. Die„Bonzen" harten alles verschuldet. Neben den Paricibonzen mußten vor allem die Gewerksckaflsbonzen her- ballen. Eine Zetilang Hörle man in Versammlungen nicktS anderes als von dem Bonzeinum reden. Die M ü n z st r a ß e n> leute haben dieses Register zum Erbrecken ge- rogen. um schließlich selber Bonze zu sein. Und Nachbeter gab es genug. SS wurde Mode. daß die Redner ihre» ScklageS ihr revolutionäres Empfinden dadurch betätigten, daß fie in jedem Satze ein halbes Dutzendmal das Wort revolutionär anwendeten. Jedermann weiß, daß die häufige Anwendung dieieS Wortes noch niemanden zum Revolutionär macht. Und wer diese Worthelden genauer und bei Lickte beiah, fand in den meisten Fällen, daß nichts, auch gar nickt« hinter den großen Worten steckte Viel'ach mußte man seststellen, daß diejenigen, die den Mund am weitesten ausrissen, nicht zu finden waren, wenn es ernst wurde. EineS noch, was der Schreiber vergessen hat, möchten wir an dem irefflichei, Cbaralterbilde der„Münzstraßenleule" ergänzen: Jdre Bedeutung nämlich erhielten fie durch die„Freiheit", die sich zum Tummelplatz für die Müller, Malzahn. Neu- mann und Konsorten hergab. Wenn wir früher aus die die Ar» beiterbewegung zersetzenden Machenschaften der Münzstraßenzentrale hinwiesen, war es die ,F r e i h e i t", die sich als Schützer der jetzigen„Worthelden" aufwarf und gegen die.Scheinsozialisten", „Ärveiterverräier" und„überlebte GrweikschoftSbureaukraiie" grim» mig vom Leder zog. Den Mut. den heute die Berzweiflung der .Freibett" gibt, hätte fie vor Monaten aufbringen müfien. Da» malS hätte die„Freiheit" den„Grundsaytieuen" da« Löwenfell iort- ziehen müfien, mit dem sie die Dummen schreckten und der Oeffent- lickkeit zeigen müfien, daß unter dem Fell nur Zettel, der närrische Schreiner steckte.__ Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafs- angestellten. Die Em-heitsorganisation der gastwirtschasUichen Angestellten ist gegrürÄietl Von den drei Verbanden, welche zur EinheitSorgani- sation zusammengetreten sind, ist allerdings nur der Verband der GastwirtSgehilfen restlos in dieselbe aufgegangen. Den anderen beiden Verbänden, und zwar dem Verband der Köche und dem Bund der Hotel-, Restaurant- und Cafeangestellten, wurde das Zugeständnis gemacht, daß sie als Fachvercinc mit Aus- fchluß jeder gewerkschaftlichen Tendenz weiter be- stehen können. Es geschah dieö deswegen, weil in den genannten beiden Verbänden bisher eine große Anzahl von Arbeitgebern nicht nur Mitglieder gebliebon waren, sondern teilweise auch bis zu einem gewissen Grade die Führung innegehabt und die Tendenz der Vorbände öeeinflußt hatten. Gerade unter Würdigung dieser Tatsache aber sind erst recht die Schwierigkeiten zu verstehen, welche dem Schmitt vom Harmonieverband zur freigewerk- schal tlichen Kampforganis a.tion«ntgegenstandey. Da nun das große Wert gelungen, können die Schöpfer des- selben mit stm so größerer Befriedigung auf dasselbe zurückblicken, als sie sich ja dessen bewußt sein dürfen, nicht nur im Interesse der eigenen Berufsangchörigen gehandelt zu haben, sondern im Jnter- esse der allgemeinen Arbeiterbewegung ein« reinliche Scheidung zwischen Kapital und Arbeit vorgenommen zu haben, um die un- vermeidlichen Kämpfe mit gewerkschaftlichen, aber reinlichen Mitteln durchfechten zu können. Zum Streik in den gemeinnützige« Krankenanstalten Berlins. Der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter schreibt uns: Die Charlottenburger„Neue Zeit" bringt in ihrer Sonntags- ausgäbe einen Bericht, worin unter anderem auch die EntstehunyS- yeschichte des Streiks vvn dem Leiter des Augusta-Biitoria- Krankenhauses, Prof. Tr Lang st ein, gegeben wird. Prof. Dr. Längstem stellt es so dar, als wenn das Personal nur deswegen in den Streik getreten ist, um dieselben Löhne zu erreichen, wie sie die städtischen Arbeiter gegenwärtig laben. Das entsprickt keines- weg« den Tatsachen. Vielmehr muß darauf hingewiesen werden, daß der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter mit dem Vor- band der gemeinnützigen privaten Krankenanstalten bereits seit Anfang Juni sich in Verhandlungen befindet, um eine zeit- gemäße Erhöhung der außerordentlich niedrigen Gehälter des Personals zu erwirken. Forderungen in bestimmter Höhe sind überhaupt nicht gestellt worden, da den Arbeitnehmern die schwie- rige wirtschaftliche Situation, in der sich die Krankenanstalten be- finden, sehr wohl bekannt ist. Es ist aber andererseits unmöglich, dem Personal zuzumuten daß es noch länger unter Verhältnissen lebt, die einem Vegetieren gleichkommen. Auch vom Verband der gemeinnützfgen An'iaitcn muß zugegeben Wersen, daß gerade die Arbenuehmciorgcnnahcmrn alles getan haben, um eine Subvention seitens bei StaS asmeind«. Berlin für die gemeinnützigen Anstalten zu erwirken. Daß das bisher nicht möglich war. rst lediglich den Umständen zuzuschreiben, aus Grund deren der neue Magistrat noch nicht zustande gekommen rst und somit die Subvention nicht bewilligen konnte. Einen recht merkwürdigen Standpunkt bei dem Streik hat der Polizeipräsident von Charlottenburg eingerrommen, indem er unier Umgehung de? Wohnung?- als auch Mieteinigungsamtes auf Ver- anlassuna deö Prof. L a n g st e i n das streikende Personal durch Sicherheitswehr au? seinen Wohnungen heraus- treiben ließ. Der Professor il als auck, der Polizeipräsident sind der Meinung, daß eine Krankenanstalt einem Privatbausbalt gleichzustellen ist, in dem bei Lösung des Arbeitsverhältnisses auch gleichzeitig die Wohnung geräumt werden müsse. Demgegenüber müssen wir betonen, daß ans Grund tariflicher Bestimmungen das Personal Mieter der Wohnung ist nnd dafür auch einen bestimmten Betrag zahlt. Infolge der Maßnahme de? Polizei- Präsidenten ist das Personal obdachlos. Besonders erschwerend dabei ist der Uwstond, daß die Sachen des Personals in der Anstalt zurückgehalten werden. Unsere Vorstellungen, die getroffcneu Maßnahmen rückgängig zu machen, sind bisher erfolglos geblieben, weil der Polizeipräsident die Bestimmungen der Zivilbehörden sWohnungs-, MieteinignngSamt) nicht achter und andererseits der Leiter der Anstalt, Professor L., nur den Weisungen des Polizei- Präsidenten nachzukommen gewillt ist. DaS Verhallen der beiden ist durchaus nicht dazu angetan, um'die erregte Stimmung, die sich der Beschäftigten in allen gemeinnützigen Krankenanftallen bemächtigt hat, zu beheben. Die Verantwortung für alles weiter« sind wir gezwungen den Leitern der gemeinnützigen Anstalten zu überlassen._ Ein bedeutungsvoller Schiedsspruch. Am 14. Oktober 1020 wurde in Sachen des Betriebsrates des Landkreises Niederbarnim, vertreten durch den.„Zentralverband der Angestellten", Bezirk Groß-Berlin. gegen den Landkreis Nieder- barnim folgender Schiedsspruch gefällt: „Sämtliche Kündigungen, welche gegen die Hilfsangestellten des Landkreises Niederbarnim ausgesprochen worden sind, werden ausgehoben, weil die Vorauchetzungen des§ 74 des BRG. nicht erfüllt sind. Begründung: Aus der vorgelegten Korrespondenz zwischen dem Landrat des Kreises Niederbarnim und dem Betriebsrat der Kreisverwaltung Niederbarnim geht hervor, daß die beabsichtigten Kündigungen dem Betriebsrat nur angezeigt worden sind, daß sich aber der Landrat mitdem Betriebsrat nicht in s Benehmen gesetzt hat, wie Z 74 de» BRG. ausdrücklich er- fordert, obwohl der Betriebsrat die? besonders in seinem Antwort- schreiben gewünscht hat. Eine mündlich« Verhandlung. insbesondere über die Art uns den Umfang der beabsichtigte» Kündigungen hat auch nicht stattgefunden, bevor diese ausgesprochen wurden. Die Kündigungen können daher schon aus diesem Grunde nicht als gültig anerkannt werden ganz ab- esetzen von der mangelnden Zustinimung ver Betrieibsvcrtrctung in czug aus die Angestellten, welchc Mitglieder des Betriebsrats find." Erbauliches von einer Austenhaudelsstelle. In der Autzenhandelsstelle für Metalle r z a u g» nisse schaltet die Reaktion in unübertroffener Weise. War es möglich, schon vor einigen Wochen zwei Angestellte, die sich wegen ihrer Zugehörigkeit zum Zentralverband der Angestellten mißliebig gswacki hätten, mit Hille eines erz- reaktionären Betriebsrats auf die Straße zu setzen, so hat sich jetzt ein Slückkein ereignet, das verdient, der Oeffentlichkeit nicht vor- enthalten zu werde». Ein Angestellter, mttürlick» auch wieder Mitglied des Zentralverbandes, befaß die Kühnheit, dem ungesetz» mäßigen Betriebsrat etwas auf die Finger zu gucken, dessen zweiter Vorsitzender im Telephonbuch als Direktor ausgeführt ist. Die Folg« dieier Vermessenheft war eine Denunziation deS Betriebsraieö bei der Leitung, die ohne Nachprüfung der Angaben dos Betriebsrates dem Angestellten wegen Hetze- ri scher Redensarten kündigt« und ihn sofort vom Äenfte suspendierte. In der kürzlich stattgefundcnen Verhandlung vor dem Schlictz- tungsausschuß wurde, wie nicht anders zu erwarten war, die Wiedereinstellung des Angestellten entschieden. Bei dieser Verhandlung erfuhr der Betriebsrat gebührende Würdigung seiner hinterhältigen Handlungsweise und auch von dem organisatorischen Aufbau der ÄußcnhandelSstelle wurde von dem Vertreter der Leitung in naiver Offenherzigkeit ein« interessante Schilderung gegeben. Es wurde festgestellt, daß die Entlassung nur auf die B e- schuldigung deS Betriebsrates hin erfolgt ist, ohne daß die Leitung sich die Mühe genommen hatte, diese Denunziation zu untersuchen. Es tonnte nicht festgestellt werden, daß der betr. Angestellte durch seine„hetzerischen Reden" seine Arbeit auch nur tm geringsten vernachlässigt hätte. Dahingegen wurde von dem Vertreter der Leitung ausgeführt, daß der Personalchef Herr H a h n nicht in der Lage sei,'die Arbeit der einzelnen Angestellten zu übersehen oder durch Unterorgane übersehen zu lassen. Ver- mutlich liegt das daran, daß Herr Hahn, der als Personal- chef ein Gehalt von rund 70 000 M. bezichen soll, neben diesem fürstlichen Einkommen ein lukratives Papier- g e s ch ä f t betreibt, das sein« Gedanken wohl sehr in Anspruch nimmt. Es wird Aufgabe der gesetzlichen Instanzen sein, sich diese Personen einmal näher anzusehen, die eine derartige Doppel- existenz führen, während Taufende von Arbeitslosen aus der Straße liegen und kaum ein Unterkonruren finden. Sache der Angestellten der Außenhandelsstelle ist«S aber, einen Betriebsrat, der sich zum Büttel derDirektion macht, der seine Sitzunas- Protokolle der Direktion zur Verfügung stellt, damit sie in den SchlichtungsauSschußverhandlnngen gegen die Arbeit- n c h m e r verwendet werden können, einen solchen Betriebsrat, der nicht Angestelltenvertretung ist, sondern Angestelltenverrat übt, wegzuräumen._ Sympathiestreik in Bremen. Das teckniscke Personal am Stadnheaier und an beiden Schou'pielhäuiern»st Sonntag in den Sympathiestreik mtt den StaatSarbeitern geireien. so daß an den Bühnen nickt ge'pieli werden kann. DaS Personal hielt gestern morgen eine Verinmm- ab, um über»eine Iveiiere Haltung zu beraten. Außerdem haben noch gestern morgen 250 Werkstättenarbeiter der Siraßenbahn die Arbeit niedergelegt. Im übrigen ist die Streiklage unverändert. Zum Streik in der Herrenwäschebranche. In einer Bersamm- lung der'.n der Branche Beschäftigten erstattet« am Montag Fr. Schumacher einen Bericht über die Streiklage. In längeren Ausführungen streifte er nochmals die Gründe, die den Streik ver- anlaßten. In der Diskussion wurde das Verhalten einiger Arbeit- geber scharf getadelt. Schumacher teilte uoch mit. daß mehrere Firmen dt« Forderungen bereit» bttvilligt haben und sich fast täglich die Zahl der Firmen, die den Taril anerkenn«» wollen, vermehre. Es wurbr folgende Resoluiion'cht einstimmig angenommen: Die am Montag, den 25. Oktober im großen Saal der Germania- Festsäl« tagend« und von etwa 8000 Personen befucbte Versamm» lung aller in der Herrcntväschebrancke beichästigien Kollegen und Kolleginnen protestiert gegen die Rechtsprechung des S ch I i ch t u ii g? a u s s ch u>' s e s Der Schlichtungsausschuß hat am 22. Oktober ein« Protokollierung seines Schiedsspruches vom 14. Oktober vorgenommen, igid den Arbeitnehmern ist eine schrist-- lichc Ausfertigung verwe-aert worden mit der Begründung, daß der Vorsitzende einige Abänderungen an dem Inhalt varzu- nehmen wünsche. Tie Versammelten erblicken in dem Verhalten des Unparteiischen eine Verletzung des Gesetzes über die Schlich- tnngsausscBüsse vom 23 Dezember 1918. Sie legen hiergegen schärfsten Protest ein und sprechen dem Vorsitzenden ihr Mißtrauen aus. Bei den Nationalrntswalilen in Oesterreich wurden ans sozial- demokratischer Seit» u. a. 7 Mitglieder des Oc st erreicht- scheu Metallarbeitcrverbnndes gewählt, und zwar die Genossen: Domes, Geßl, Schlager, Stika, Tuller, Wiedenhof er und Wikany. Deutscher Hutarbeiter» Berband. Mittwoch 5 Nhr bei Schulz, Ellsabcthstrliße 30, Bc'foinmlmig der Sttohbutnäbcriuncn.— Donnerstag 5 llbr bei rchulz. Elimbetbitraße 39. Versammlulig der BetflebSräte und Obleute der Damenhut- und Umpreßbctriebe. GenchtsZeitung. Die Abenteuer öes Generaldirektors. Die aufregenden Abenteuer, die der frühere Generaldirektor der Villoria-Versichernngsgeiellichaft. Gerstenberg, im August vor. Js. in Karlsbad erlebt ha», beschäftigten gestern da« Sckwur- gerichl des LandgerichlS III unter Vorsitz des LandgericktodirektoiS Dransfeld. Wegen räuberischer Erpressung und Freiheitöberauvung sind der Autoschlosser Erich Hem» mann und der Reisende Franz Thiele angeklagt. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Simon, die Verleidiaung führen die R.-A. WiSlock und Dr. Kurt PincuS. AIS Sachverständiger ist Geb. SaniiälSrai Dr. Otto geladen. Der erste Angeklagte ist unbestraft, Thiele ist mehrfach, auch mit Zuchthaus, vorbefttalt.— Der Uebcrfall aus Herrn Gs,stenberg. dem in Karlsbad eine Falle gestellt worden war, ist von den beiden Angeklagten in Gemeinschaft mit einem dritten, in«wischen durch Selbstmord au« dem Leben geschiedenen Mann namens Mottbes nach sorgsam vorberettelem Plan ouSgeführl worden. MaitbeS ist der spirttu« rcotor des ganzen Unlernebmens gewesen. Der Zeuge Gerstenberg ist, wie noch erinnerlich sein bürste, durch eine falsche Vorspiegelung in daZ Hotel„Kaiser Karl"»n Karlsbad gelocki worden. Ivo»bm, nachdem Thiele die Tür verschlossen hatte, Hemmann und MatiheS. letzterer durch eine blaue Brille und gelbe Gesichtsmaske unkenntlich gemacht, plötzlich enigegentraien und unter Vorbaliung von Revolvern und Dolchen ihn zwangen, nach Diktat eine Anweisung an die Deutsche Bant in Berlin auf Zahlung einer Summe von l'/g Millionen Mark an den Ueberbrinper auszustellen. Kaum hatten die Verbrecher de» Sckein in den Händen, als sie die Fensteijalounen herunterließen und Gerstenberg befahlen, sich völlig ruhig zu verhallen. In 24 Stunden würden sie mit dem Auto wieder aus Berlin zurück sein, bis zur Abhebung des Geldes müsse er im Zimmer gefangen gehalten werden und Thiele würde zu feiner Bewachung bei ,hm bleiben. MailheS und Hemmann fuhren, dann im Auto davon. Als Thiele einen Augenblick in ein Nebenzimmer ging, glückie es Gersienberg, in seiner Todesangst an das Fenster zu springen, die Jalousie hoch- zuheben und trotz seines hoben Alter« aus dem Fenster der ersten Ela.re auf einen Mauervoriprung zu klettern. Im ersten Augen- blick hielt das vorbeikommende Publikum ihn für einen Geisteskranken, bis der Vorfall aufgeklärt und G- mittels einer Leiter von der Mauer heruntergeholt wurde. Die Karlsbader Polizei setzte sich sofort mit der hiesigen Kriminalpolizei in Verbindung, und als Hemmann der Denischen Bant den Schein vorlegte, wurde er verbaftet. Einige Tage später traf der Kriminaloberwachlmeister Riestmann den Angeklagten Tbiele im Casö Woerz. Thiele ergriff die Flucht und ionnte erst nach einer längeren aufregenden Jagd festgenommen werden. Auch Maitheö wurde bald darauf aus der Grunewald- Rennbahn verhaftet. In einem unbewachten Augenblick zog M. eine Pistole hervor und jagte sich eine Kugel in den Kopf.— Trotz des schwerwiegenden BeweismaterialS haben die Angeklagten bisher noch kein Geständnis abgelegt, sondern behaupten, Matlbes babe ihnen vorgespiegelt, er habe gegen die„Victoria" Ansprüche in der erwähnten Höbe. Außerdem»st Tbiele auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Kurt PincuS auf den Geisteszustand unter- sucht worden. Die Geschworenen billigten beiden Angeklagten mildernde Umstände zu. Der Gerichishos verurteilte den Angeklagten Hemma» zu vier Fahren Gefängnis unter Anrechnung von einem Jahr Untersuchungshaft, und den Angeklagten Tbiele zu fünf Jahren Gefängnis unter Anrechnung von sechs Monaten Unter- suchungshaft. Beide Angeklagten wurden zu fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. �ugenüveranstaltungea. Heute, DienStag: Zeutraljusendhrim, Sindenftr. 8. MSdchcnabend...Die Gefahren der Grofftadt pir die Jugend.—• Britz. Schule, Cbauffeeftr. 183. Mädchevabend.— Edarlotlrorurg. BvIISHauS, Roünenflr. 4, Vortrag: ..Logend und Parle»".—(vetundbrunnen. Schule, Gotbenbmger Straße 2, Mädchevabend.— V> oadit. Sctnl«, Waldcns« Str. 20, DiS- lulnonsabend:„Vera lllmcnschcn zum Sozialilien".— Niederfchö»- bauie». Schule/ Bianlenburger Str.«3, 70. Mädchenabend.— Süden. SilniSitr. 10, Schule. DiSkusiionsabend:.Die politijche Lage"-'.— Staacke». Gartenstadlschiil«, Vortrag:„Erste Hilsc bei UnglückSchllen". Sriefkakken üer Rsöatticn. «. 91. 139. Kommen,?!e in unsere jlirisliiche Svrechsiunde.— B. 9«. Der ZahlungSansvnich ist versähet.— K. 95. vl« 81. Dezem- der ISIS.— Gtegliv. Wenden ZI« sich an eine Buchbandlung.— A. Z. Nein.— M. W. 167. 1.»od 2. Ja— M. H. 1. New. Unter be- stimmten VorauSietzungen tann aber Witwenrente bzw. Witwengeld und Snilenrcutc bzw. WaiienauSslruer gewährt werden. 2. Ja. S Unter Um- ständen ja.— A. P. 14. Unteres Wissen« nein.— E. ft. Treu» Prämie. Der Antrag ist an Ihren Truvventetl zu richten.— H. 2. 99. Wenden Sie sich an dai Kleingarten- SiedlungSamt beim Magistrat Verlw.— y. Z. Treptow 1. Ja. 2. Nein. Aerantw. tür den redatt. letl Dr. Srr»e» Petler. üdarloilecidiirgi«arNnz«i»n: Td. ÖUitc, Berlin, vertag?v:Ioärlc>Verlay III b. H. tzcrim Druck B�r» mdrls-Buckdruckerei u LerlagSonsiall Paul klnaer u. To.. OerlU öinbentlr. 3. _ Hierzu 1 vetlaac 2 � Kühnerciiigsn Schwielen u. Wanden schnell, sicher u. schmerz/oj miklfOi looooookacnoewährt Pneis M. 3,-Jn Apotheken u. Drogerien erhiiriictJ VbreichtvorMächahmunqen.Kukiool sieht einzig da.