Nr. 530 ♦ 57. Jahrgang Misgabe A Nr. 12$ Bezugspreis: 55' ectrilB�rL 30�— 3RL, ÄonotLlO,— 9RL fzti ms Sans, voraus ,ichU>ar. Pok- deyrg! Monatlich 10�- Ml. erkl. Zu» ftellungsgebühr. Unter Kreutband flu Demfchland uud Oesterreich lS�S MI. für das übrige Ausland bei täglich »nnnal. stukelluna 21.50 M. Dostve» stellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. rschecho-SIowalei, Däne- Marl, voll and..uremburg, Schweden uud die Schwei,.— Singetrageu t» die Post-�eitungs-PreisIifte. Der.Borwärts� mit der Sonntag»- beilage.Boll u. Zeir" erfcheint wache» täglich jwelmal Sonntags und Moa- tags einmal. kelegramm-Adreff«: �»»ztaldemotral Brenn'. Morgen Ausgabe Berliner Volksblntt (30 Pfennig� Anzeigetiprcis; Die»chtgelpaltene Nonvareilletell« lostrtZ.— M..T»uerungszulchlagä0<>/o. .Sleiae Uujeigea", das iett- gedruckte Wort 1.— M. lzuläfsig zwei lettgedrultte Worte), ledes weitere Wort M Pfg. Stellengesuche und Schlafslelenanzeigen das erste Wart Sä Pfg. iede« weitere Wort<0 Psg. SBocte über 15 Buchstaben, üblen fiir twei Worte. Teucrunqszuschlag 5l>°» Familien-Bn, eigen für Abonnenten geile 2— Ac. politisch« und ge- werlschaftliche Vereins- Anzeigen Z.— Ml. die geile ohne Ausschlag. Anzeigen für die nächste Stummer müssen bis 6 Aste nach mittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 3, Linden- strage 3, abgegeben werden. Seösfuet von 3 Uhr srüh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdcmokratifchen partet Dcutfchlands Redaktion und Expedition: EW. SS, Linüenstr. Z. aernspreistee: Amt Moriuvlast, Nr. t.sISv— KStS7. Mittwoch, den Ä7. Oktober 1VÄ0 vorwärts-verlag G.m.b. h.» SW. 6$, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morinplast. Nr. 117 SS— 54. fin öie Partei! Der Parkeikag von Kassel hat im Dienste des werktätigen Volkes sachliche Arbeit geleistet. Seine Verhandlungen waren ein Beweis für die ruhig wachsende Kraft unserer Partei, die allen Stürmen standgehalten hat und der nichts anzuhaben vermochte, weder die Verfolgung, die sie im kaiserlichen Deutschland erduldete, noch die Verwilderung und Verwirrung, der jetzt gewisse Teile der Arbeiterbewegung anheimgefallen sind. Am Ende einer Periode beispielloser Erschütterungen steht unsere Partei stärker und gefestigter da, als sie es jemals gewesen ist, sie mustert in ihrer Organisation eine ond eine Viertel Billion erprobter Kämpfer und Kämpferinnen. In einer Zeit,, in der für so viele nur das Heute und das Ich gilt, opfern diese Männer und Frauen, ungeachtet der eigenen persönlichen Bedrängnis, für die Allgemeinheit und arbeiten sie für die Zukunft. Ihr fester Zusammenhalt bietet uns die Gewähr, daß weder die Sache des deutschen arbeitenden Volkes in der Welt, noch die Sache des Sozialismus in Deutschland verloren ist. Als Ausdruck dieser Kraft erschien der Parteitag von Kassel. Er hat für die auswärtige Politik der Partei. für ihre Wirtschaftspolitik, besonders auch für ihre Agrarpolitik, wichtige Richtlinien aufgestellt. Er hat für die Wohnungspolitik wertvolle Anregungen gegeben und eine Kommission zur Erneuerung unseres Parteiprogramms bestellt, die ihre Arbeiten bereits aufgenom- men hat. In keinem Punkte hat er die Grundsähe des wissenschaftlichen Sozialismus aufgegeben, sondern es konnte sich für chn nur darum handeln, sie schärfer her- auszuarbeiten und alte Erkenntnisse mit den Erfahrungen der neuen Zeit in Einklang zu bringen.- Die Partei bleibt treu der Politik des Weltfriedens ond der brüderlichen Zusammenarbeit des internationalen Proletariats. Sie bleibt treu der Erkennwis, daß nur die Verwandlung des kstapilalistischeu Privateigentums an Produktionsmitteln in gesellschaftliches Eigentum, nur die Umwandlung der kapitalistischen Produktion in eine sozialistische, für und durch die Gesellschaft betriebene Produktion dem arbeitenden Volke Vefteiung aus den Fesseln der Not und der Menschheil eine neue Blüte der Kultur bringen kann. Sie bleibt nicht minder treu ihrer hohen Auf- fassvng von dem Recht der Persönlichkeit, das niemals durch Unterdrückung der staatsbürgerlichen Freiheit und Gleichberechtigung eingeengt werden darf. Die demokratische Republik vor allen reaktionären Anschlägen zu schützen— mögen sie auch in scheinrevolu- tionärer Verkleidung auftreten— und auf ihrem Boden für den Sieg sozialistischer Grundsähe zu wirken, das ist die Aufgabe der Sozialdemokratischen Partei. Wir rufen die Genossen im Lande auf, uns behilflich zu sein, um alle reaMonären Verschwörungen gegen die Republik aufzudecken und im Keime unschädlich zu machen. Helft uns, das letzte reaktionäre Waffennest auszunehmen! Seid wachsam! Wir wollen aber nicht nur Errungenes bewahren, sondern mit seiner Hilfe für unsere Ziele weiterkämpfen. Die Regierung hat einen Entwyrf zur S o z i a l i s i e- rung des Kohlenbergbaues angekündigt, aber die Art ihrer Zusammensetzung rechtfertigt die stärksten Zweifel, ob es ihr mit ihrer Ankündigung ernst ist und ob sie die Kraft und den Willen finden wird, ihr Versprechen durchzuführen. Die Vergesellschaftung der Bodenschätze Nefert die Grundlage für den Aufbau einer künftigen sozialistischen Wirtschaft, darum ist der Kampf um die Eozialisierung des Bergbaues von entscheidender Bedeuwng. In den sozialen Kämpfen der Gegenwart nimmt er eine ähnliche überragende Stellung ein wie einst der Wahlrechtskampf in den pofitischen Kämpfen der Vergangenheit. Unsere Aufgabe wird es sein, durch den Vrulk der öffentlichen Meinung den Widerstand der Grubenherren und des ganzen mit ihm verbündeten Privatkapitals zu brechen. Das wird keine leidfte Arbeit sein! Genossen, haltet Euch bereit! EinharterWinter steht vor uns, dessen unvermeidlichen Röte durch die falsche Ernährungs- und Wirtschaftspolitik der Regierung noch verschärft werden. Er wird schwere Kämpfe bringen, aber unsere Partei wird auch sie siegreich bestehen, wenn unsere Genossinnen und Genossen im Lande mit derselben Hingabe wie bisher dahinwirken, sie stark und groß zu machen, auf daß sie allen Feinden trotzen kann. Niemand ist verloren, der sich nicht selber aufgibt! Das arbeitende Volk Deutschlands kann ond will sich nicht aufgeben, es kann aber auch seine Ziele nicht erreichen im Anschluß an Gruppen und Sekten, die sich immer wieder spalten und untereinander wütend befehden. Darum schare es sich fest um die alten Banner der Demokratie und des Sozialismus! Vorwärts! Hoch die Sozialdemokratie! s erlin, den 2H. Oktober 1920. Der parteivorstanü. Sartels, flöolf Sraun, R. 5i scher, Frank, Heinrich, Hilöenbranö, Marie Juchacz, Krüger, Molkenbuhr, Hermann Müller, pfannkoch, Ritter, Elfrieäe Rpneck, Heinrich Schulz, Stampfer, Stelling, Wels. * Alle Postsendungen sind zu richten an Wilhelm Pfannkuch, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, Geldsendungen unter Postschecknummer 7918, an Fr. Bartels, Berlin NW. 7. Kermes und fiugustin. Aus der Darlegung des Staatssekretärs Dr. R a m m. die wir in der letzten Abgendausgabe wiedergaben, ergibt sich, doh Minister Dr. HermeS bereits am 8. oder S. Mai d. I. mit Ramm eine Besprechung in der DcstechungZangelegenheit Augustin hatte. Andererseits wurde von Dr. Hermes in der Oeffcntlichkeit wieder- holt ausgeführt, dah die Mitteilung, Dr. Auzustin sei trotz der Kenntnis des Ministers Dr. HermeS von dessen Der- fehlung mit der Leitung einer Abteilung im ReichSernährungs- mrnisterium betraut und für den Posten eines Ministerialdirektors in Aussicht genommen, frei erfunden ist. Merkwürdig I Am 8. oder 9. Mai d. I. hatte HermeS Kenntnis von der Bestechung und vom 29. Mai d. I. ist der GeschäftsverteilungSplaa des Reichs- ernährungSministeriums. unterschrieben von Dr. Hermes, datiert, der am 27. Mai d. I. in Kraft trat, in dem man auf Seite 11 fol- gendes liest:„Abteilung V, Leiter: Geheimer NegierungSrat Dr. Angustin, Ministerialrat. Diese hier angegebenen Tatsachen stehen in direktem Wider- spruch zu der vom Rcichsernährungsmimsterium veröffentlichten Darstellung über den Fall Augustin. Wie stimmt das, Herr Minister? Die Schließung der Schncidemiihler Eisenbahnwertstatt. In der Angelegenheit der Schneidemühler Eisenbahn-Hauptwerkstätle ist bisber keine Aenderung eingetreten. Tie LrganisalionSvertreter hallen am 25. Oktober der Zweigstelle Preusten-Hessen den Bor- schlag gemackt,«ine Kommission, bestehend aus Vertretern des Ministerium», de« Hauptbetriebsrat« und der Organisationen, nach Schneidemühl zu enlienden. um die Vorgänge an Ort und Stelle zu untersuchen. Zu einer Aussprache mit dem Slaatssekrelär B o d e n st e i n ist eS noch nicht gekommen, weil angeblich die Fest- stellungen, welche die Zweigstelle Preusten-Hessen machen läßt, noch nicht abgeschlosien find. „Gute Hoffnung/ Zu der von uns bereits erwähnten merkwürdigen„Be- richtissung" der Gutehoffnngshütte wird uns heute in Er- gänzung unserer eigenen Bemerkungen aus dem Reichs- abwicklungsam t geschrieben: Die„Post" und eine Anzahl Zeitungen des Westens, welche der Schwerindustrie nahe, stehen, haben unter der Ueberschrist„Befremdliche Geschäftspraktiken des Reichsab- wicklungsanfts" einen Artikel gebracht, der ein unlauteres Verhalten dcS Reich-zchwicklungsamts gegenüber der G u t e- boffnungs Hütte beweisen soll. Der Artikel ist eine Häufung von Unwahrheiten und Entstellungen nnd gibt die Entstehungsgeschichte, Verlans und Ergebnis der Angelegenheit vollständig unrichtig wieder. Um der Oeffent- lichkeit Sand in die Augen zu streuen, wird von der Gute- hofmungshiitte ein großes Geschrei über den angeblich bii- spiellosen Treubruch eines Angestellten erhaben. Der angeb- liche Treubruch ist in Wirklichkeit die A n st ä n d i g k e i t und Ehrlichkeit eines Ange st eilten, der die, man darf wohl hoffen, in der Industrie bisher beispiellosen Schiebungen einer Riesenfirma der zuständigeri Behörde zur Anzeige gebracht hat. Alles, loas die Gutehon- nungshüfte über die angeblich geheimen Abmachungen des Reichsabwicklungsamts mit Angestellten vorbringt, damit diese als Angestellte der Gutehos mungshütte das Reichsab- wicklungsaint mit zweckdienlichen Angaben versorgen sollten, ist Sckvrnmschlägerei. Richtig ist folgendes: Seit fast Jahresfrist, November 1919, sind die Verfeh- langen der Gutehoffnungshütte in Arbeiterkreisen West- deutichlands Gegenstand öffentlicher Besprechungen gewesen. In einer Versammlung der S. P. D. in S te r k r a d e, Mitte November 1919, ist die B c h a u p t u n g ö f f e n t l i ch a u s- gestellt worden, die Gutehosfnungshütte habe dem Kriegs- amt schlechte und unbraucksbare Werkzeuge in Reckmung ge- stellt! Es wurde ein Betrag von mehreren Millionen ge- nannt. Dieser Betrug wurde von einem Versammlungsteil- nehmer einer öffentlichen Behörde angezeigt. Diese griff die Anzeige pflichtgemäß auf und untersuchte sie. Diese vorsichtigen Nachprüfungen der Anzeige dauerten mehrere Monate. Schließlich wurde das Neichsabwicklimgs- amt im März 1929 amtlich mit der Angelegenheit befaßt. Das Rcichsabwicklungsamt, dessen Aufgabe u. a. in der kriti- schen ist ach Prüfung von Kriegsverträgen bc- steht, griff die Anzeige pflichtgemäß auf. Es hat auch, wie es sein Recht und seine Pflicht war, sich von den Ange- st eilten Informationen geben lassen. Die Auf- d e ck u n g eines strafbaren Verhaltens als beispiel- losen„Treubruch" zu bezeichnen, ist der Gutehoffnungshüfte vorbehalten geblieben. Richtig ist, daß das Reichsabwick- lungsaint mit einem Angestellten der Gutehoffnungshütte über eine Anstellung verhandelt hat. Es sei jedoch festge- stellt, daß dieser Angestellte mit der Anzeige nichts zu tun hatte, und daß der Angestellte erklärt hat. er wolle ohnehin aus den Diensten der Gutehoffnungshütte aus- scheiden. Die Anstellung der Angestellten als Prüfer war be- absichtigt, nachdem sie aus dem Dienst der Gutchoffnuiigs- hütte ausgeschieden waren. Bei Erstattung der Anzeige ist von irgendeiner Vergütung nicht gesprochen worden. Erst im Juni 1929 hat einer der Anzeigenden, nachdem er erfahren hatte, daß durch die Auslobung des Reichs Prämien für zweckdienliche Angaben zur R ü ck e r I a n g u n g von W u ch e r g e w i nn in Aussicht gestellt waren, eine solche Prämie mit der Begründung beansprucht, daß er sich Wirt- schaftlich gegen die Entlassung seitens der Gutehoffnungs- Hütte und die Boykottierung durch die Schwer- industrie sichern müsse. Mit Recht, denn diese Befürchtung hat sich seit jener Zeit in vollem Umfange bestätigt. Nachdem die in Aussicht genommene Anstellung seitens des Reichsabwicklungsamts wieder fallen gelassen war, haben die beiden in Frage kommenden Beamten privatim die Ab- rode getroffen, die Prämie zu teilkn. Das Wesentliche bei der ganzen Angelegenheit sind aber nicht die durchaus ordnungsmäßigen amtlichen Verhandlun- gen des Reichsabwickelungsamtes mit den Angestellten, son- dern die Bewucherung des Reick es durch die Gute- hoffnungsbütte und die Ausbeutung der Notlage wäbrend des Krieges und den Revolutioustagen. Alle die bisherigen Behauptungen, daß die Gutehosfnungshütte dem Reichsfiskus unbrauchbare Geschosse angedreht bat, werden aufrecht erhalten. Trotz aller Abnahmebescheimgungen hat die Gutehoffnungshütte minderwertige und un- b r a u chb a r e Geschosse zur Ablieferung gebracht. Jnwie- weit die Abnahmekommandos fabrlässig gehandelt haben oder durch die GuttehcffnungShütte selbst irregeführt worden sind. wird die Untersuchung ergeben. Zu einer ordnungsmäßigen strafrechtlichen Untersuchung ist es bisher noch nicht gekommen. Der Versuch des Reichsobwickelungsamtes, eine Unter- suchung durch seine eigenen Prüfer auf Grund der Verord- itungen über die Auskunftspfticht vorzunehmen, ist durch die Gutehoffnungshütte vereitelt worden. Die Gutehoffnungshütte hat die Vorlage des Prüfungsmaterials verweigert, nachdem sie zuersi die Vorlegung zugesagt hatte. Bereits die er sie Stichprobe ergab, daß die Gute- Hoffnungshütte für zirka 800 000 Mark zur Gra- natherstellung erhaltene Kupferbänder bisher keine Zahlung geleistet hatte. Ms die Gutehoff- nungshütte merkte, daß der Braten brenzlich für sie wurde, hat sie die Untersuchung, die gerade erst begonnen hatte, in schroffer Form unterbrochen. Unwahr ist die Behauptung, daß die Gutehoffnungshütte dem Beauftragten des Reichsabwickelungsamtes sämtliches verlangtes Material vorgelegt hat. Tie Gutehoffnungshütte hat im Gegenteil ni ü n d l i ch und schriftlich die Fort- führung der erst eingeleiteten Prüfung ver- boten. Daher ist auch die Behauptung der Gutehoffnungs- Hütte,>die Nachprüfung durch das Reichsabwickelungsamt habe nichts Belastendes ergeben, unwahr. Im Gegenteil, alle Behauptungen des ersten Artikels des„Vorwärts" über den schwerindustriellen Wucher werden sachlich aufrecht erhalten. Wenn die Gutehoffnungshütte in dem Gefühle der Unschuld sich mit Händen uird Füsten gegen eine Unter- suchung gesträubt hat, so werden objektiv Denkende darin das schlechte Gewissen erblicken. In ihrer Erwiderung hat die Gutehoffnungshütte auch schamhaft die Art und Weise per- schwiegen, in der sie sich in den Besitz des angeblichen Be- lastungsmaterials gegen das Reichsabwickelungsamt gesetzt hat. Diese Art und Weise stellt einen„wohl im Rechtsleiben beispiellosen Rechtsbruch" dar. Cbert unü öie deutschnationalen. Wir haben schon im gestrigen Abendblatt die Behauptung deS Herrn Hergt auf dem deutschnätionalen Parteitag wieder- gegeben, wonach zwischen d»m Reichspräsidenten und .Htzrrn Hergt durch Vermittlung des Gesandten Dr. Riezler Varhandlungen über die Dau erder Präsidentschaft gepflogen worden sein sollen. Die deutschnationale Presie gibt diese Behauptung in folgendem Wortlaut wieder: i. Bei den Verhandlungen w den Kapptagen, in denen ich zwi- schen beiden Parteien vermittelt«, lieh Präsident Ebert durch den Gesandten Dr. Riezler erklären, es entspreche dem Geist der Verfassung, daß sein Amt sieb automatisch erledige, wenn der neue Reichstag zusammengetreten sei. Hierzu erfahren wir, daß der Reichspräsident den Ge- sandten Dr. Riezler niemals beauftragt hat. eine der- artige Erklärung abzugeben. Es ist aber schon möglich, dag sich Riezler in ähnlichem Sinne über die Absichten des Reichspräsidenten ausgesprochen hat, denn, wie erinnerlich, hat der Reichspräsident in Ausführung dieser Absichten tat- sächlich nach den Reichstagswahlen die Regierung gebeten, die Präsidentenwahl ehestens auszuschreiben. In der Ant- wort auf das Schreiben des Reichspräsidenten vom 23. Juni hat der Reichskanzler mitgeteilt, baß das Kabinett beschlossen hätte, mit Rücksicht auf die bevorstehende Entscheidung in Oberfchlesien die Wahl des Reichspräside n'len noch einige Zeit hinauszuschieben. Damit hat der Reichs- Präsident sich einverstanden erklärt. Wenn die Deutschnatio- nalen jetzt eine Entschließung angenommen haben, die Fraktion möge mit allen Mitteln eine tunliche Beschleunigung der Präsidentenwahl herbeizuführen, befinden sie sich also aus- nahmsweise in voller Ueberemstimmung mit dem Reichs- Präsidenten. Im übrigen können auch die Parteien den Deutschnatio- nalen dankbar sein, daß sie an dieses über kurz oder long doch bevorstehende Ereignis erinnert haben. Die erste Volks- wähl des Präsidenten der Deutschen Republik ist ein politi- scher Vorgang von nicht leicht zu überschätzender Bedeutung. Tie Deutschnationalen sind auf der Suche nach einem gemein- samen bürgerlichen Kandidaten. �Wir jedoch hoffen das Reich vor der Katastrophe bewahren zu können, daß ein Mann Präsident wird, der durch die Zustimmung der Deutschnatio- nalen zu seiner Wahl gekennzeichnet ist. Klingenöe Münze und klingender Garten Von Konzerten nnd Bücher». Die Not der Musiker ist groß. Unbekannte, die sich konzer- üerend durchsetzen wollen, brauchen Geldgeber, die ihnen für einen simplen Sakistenabend 4000 bis 5000 M. vorschießen. Die großen Virtuosen schenken sich, nicht zum Besten der Wirkung, nach und nach das Orchester, das allein 9000 M. kostet. Dirigenten, die mehr Proben brauchen, also gerade die, welche Neues wagen, können einschließlich der Reklame, Saalmiete, Druckkosten, Agenturgebühr mit-20 000 M. rechnen. Am schlimmsten sind die Chöre dran, weil sie meisten? noch einen Stab von Berufssängern engagieren müssen und meist mehrere Solisten brauchen. Smd das— zur Attraktion — Berühmtheiten, so dürften sich die Unkosten eines gewiffenhaft vorbereiteten Chorkonzerts in der Philharmonie auf SS 000 M. stellefn. Nun rechne man, daß selbst 1500 Billetts wirklich verkauft iverhen bei einem Durchschnittspreis von 10 M., und man kann sich errechnen, wie groß das zu deckende Dcfizst ist. Kein Wort des Vorwurfs gegen die Orchester: sie müssen nicht nur für den Lebens- unterhalt der Familien, fle müssen auch für Fahrt, Garderobe, In- srandhaltung der Instrumente jetzt Unsummen bezahlen. Daß aber ein'berühmter Solist für einen Abend 4000 bis 5000 M. auf einmal erhalten mutz, ist Ausbeutung der Konjunktur, nicht mehr Kunst- Jinn. Auch hier gibt es Gott sei Dank noch weiße Raben. Unsere Zahlen aber lebren: nur ein Kapitalist kann noch große Konzerte geben, außer den Festengagierten und den wenigen Auserwähl- testen: die kleinen Chöre gehen sterben; die Ausländer können bei jinS für einen einzigen braunen Lappen konzertieren; wer 5 M. für tzin Billett bezahlt zu einem Orchester, oder Chorkonzert, be- kommt vom Veranstalter 10 M. geschenkt. A« solchen harten Tat. fachen stoßen sich die Begabungen das Gehirn ein; die Unwahrhas- tigkeit herrscht, das Kapital regiert die Kunst, die Korruption und die Beziehung ersetzen das Talent. Zehnfach ist Aufmerksamkeit not, aus Halbmast ist die Fahne der Konzertburg gehißt. Bei aller krampfhaften Hast zur Mustk stirbt ihre Weihe und Andacht ah. Von wo soll Hilfe kommen? Staat und Stadt sind arm. Erst die Radikalgesundung der Volkswirtschaft und der Politik werden die Musik wieder freimachen vom ekelhaften Geruch der klingenden Münze. Unser Herz ssbnt sich nack dieser Auterstehung. SeBbst� der aliehrwürdige Chor der Singakademie ist ge- zwungen, im ersten Abonnementskonzert auf ein Orchester zu ver. zichten. Man braucht eS�inem Musiker vom Formal Georg S ch u- m a n u s nicht zu sagen, daß der Versuch einer so schnellen Um- stellung auf den unbegleiteten a capella-Geiang scheitern mußt«: Das geht nicht von heut« auf morgen, kaum von Jahr zu Jahr, geht überhaupt nicht hei einem Massenchor von 400 Stimmen. Die wundervollen Kraft», otetren„Ich lasse dich nicht" und vor allem ..Jesu meine Freude"(Bach) mit ihren klaren, einfach gerichteien Linien verlangen eine Präzision der Einsätze, eine minutiöse Schal- Ententenote gegen Einwohnerwehren. Bei dem am vergangenen Sonntag in Memmingen stattgefundenen Preisschießen der bayerischen Einwohner- wehren führte der Kreishauptmann Rindelang, Großkauf- mann in Kempten, in semer Ansprache u. a. an, daß sich am näcksien Sonntag sämtliche E i n w o h n e r w e h r f ü h- rerBayernSin München versammeln würden, um gegen eine Note der Entente zu protestieren, in welcher die Entwaffnung und A u f l ös u n g der Einwohnerweh. ren gefordert wird. Nachdem bisher der Anschein erweckt worden, als ob die Entente mit dem Fortbestehen der bayerischen Einwohner- wehren stillschweigend einverstanden sei, überrascht es, jetzt von einer Ententenote zu hören, die gegen den Fortbestand der Escherich-Wehr gerichtet ist. Was dem einen recht ist. muß dem andern billig sein. Wenn in ganz Deutschland die Einwohnerwehren aufgelöst werden mußten, können sie in Bayern nicht als Reakt'wnsherd geduldet werden. Das sollte die Regierung Fehrenbach schon von sich aus einsehen, ohne erste die Note aus Paris abzuwarten. Ostpreußens Sorgen. Berlin, 26. Oktober. Auf Anregung des Reichspräsidenten fand heute im Reichskanzlerhaus unter dem Vorsitz des Reichs- kanzlerZ eine Besprechung über wirtschaftliche Fragen Ostpreußens statt. Neben den ressortmäßig beteiligren Ministern des Reiches und von Preußen, nahmen unter Führung des Oberpräsidenwn von Ostpreußen, Siehr, Vertreter der Städte, der Landwirtschaf: des Handels, der Gewerkschaften und der Konsumenten? kreise Ostpreußens an der Besprechung teil. Der Reichskanzler er- klärte im Namen der Reichsregierung im Einverständnis mit der preußischen Staatsregierung, daß die durch die geographische Trennung vom Reich geschaffene besondere Lage O st Preußens vielfach eins besondere Behandlung und Unterstützung in wir:- schafilichen Fragen erfordere. Im Anschluß an diese grundsätzliche Frage wurden von den ostpreußischen Vertretern eine Reihe von Einzelwünschen zur Sprache gebracht. Soweit die RegierungS- Vertreter in dieser informatorischen Besprechung bereits Stellung nehmen konnten, wurde die Erfüllung dieser Wünsche zugesagt, sa insbesondere in der Frage eine rgrößeren Selbständigkeit des ost- preußischen Kommissars für Ein- nnd Aussuhr. Die autzerordeir» liche Härle, die in der jetzigen teuren Belieferung O>t- Preußens mit Kohlen. Düngemitteln, Benzin und Benzol lieft, wurde von den beteiligten Ressorts anerkannt. In eine Prüfung der in dieser Hinsicht zu treffenden Maßnähmen wird alsbald ein- getreten werden. Ein Steinchen aus dem Turm! Berljn, 26. Oktober. Mit Bezug auf§ t8 der Anlage 2 zu Artikel 244. Teil 3 des FriedenSoeltrageS, der lautet: .Die Maßnahmen, zu denen die alliierten und assoziierten Regierungen, falls Deutschland vor'äylich seinen Berpflichiungen nickt nachkommt, berecktiat sind und die Deutschland sich der- pflichtet, nicht als feindselige Handlungen zu betrachten, lönnen in wirlschaillicken und finanziellen Sperr- und Vergel- tungSmotznahmen, überhauvt in solchen Maßnahmen be- stehen, welche die genannten Regierungen al« durch die Umstände geboten erachten," hat die g r o ß b r ita nn i sch e Regierung durch die biessge Bot- sckaft dem Auswärtigen Amt am 16. Oktober«ine Note zugehen lassen, nach welcher sie für den Fall einer voiiätzlicken Nickt- erfüllung der deutschen Verpflichtungen unter Teil 8 deS Friedens- vertrage« nicht beabsichtigt, von dem ihr nach ß 18 der Anlage 2 zu diesem Teil des Vertrages zilstebende» Rechte zur Beschlagnabme deS Eigentums deutscher Staatsangehöriger in Großbritannien Ge- brauch zu machen. Weiler wird mitgeteilt, daß dieser Verzicht sich auf in Großbritannien oder dritlsver Gewalt befindliches deutsches Eigentum bezieht, ob dieieS nun in Bankguthaben, oder in aui britischen Schiffen befindlichen Waren, oder in nach Großbritannien zum Berkauf geiandten Waren besteht. tierung der Stimmen, ein auf die Sekunde gestelltes Parieren der Singenden, wie es eben nur ein mittlerer, intim gegliederter und zusammenhaltender Chor zu geben vermag. In der Singakademie waren vor allem die Soprane merklich unsicher, oft fassungslos. Daß trotzdem— und trotz allerlei JutonatwnSschwankungen— die genaimten Chöre und ein unbekainnter Schütz— die biblische Szene deS 12jährigen Jesus brachte Ochs schon— viel Packendes und Zartes erleben ließen, ist bei der Tradition diese? ältesten Muster- chorS nur von selbst verständlich. Das gleiche ist, den Maßstab entsprechend den aufgebotenen Kräften verkleinert, von der.EliaS"-Au'führung in der Heilands- kirche zu sagen. Die Chöre waren durch Rernhold Klatt klar disponiert und auf feste dramatisch« Nuancen gestellt. Auch der Baß Krengemanns verdient Förderung. Hier unterstützte das Berliner Sinsonis-Orchesier. Holger P r eh n darf sich das Phil- harmonische Orchester leisten, weil er Däne, nicht weL er ein Genie ist. Er dirigiert mit einem starken, aber monotonen Aufgebot an Rumpföewegungen. weiß aber seinem Willen nachdrücklich Gehör zu verschaffen. Seine eigene sinfonische Dichtung.HammerShus" ist ein Spiel mit den Instrumenten, gar nicht übel klingend trotz der Bevorzugäng stärkster Masseneffekte, aber weder thematisch noch in der Form lebhafter interessierend. Die Sängerin Erna Olsen wurde als dramatische Kraft gerühmt. Die hat Paul Bender nicht. Er singt eine feingeschlisfene, moderne Weise von Thießen. ein musikalisches Kleinod von Mathiesen und drei bei aller Pracht- vollen Sangbar km doch stilistische Haltung wahrende cla capo- Gesänge von Rasch mit der ihm eigenen Feinheit der Darstellung. Aber gibt er sich nicht, die Hälfte der Töne rn die Kehle hineiwdrän- gend, mit der anderen Hälfte kokettierend, schon ein wenig deutlich einer Backnichliebkaberei zum Opfer? Wie weit ist hier— mit Vorbeugung und Vorbehalt sei's gesagt— der Weg zum feinen Ka« barert, wenn das Lied gerade eine schauspielerische Gebärde möglich macht? Man gehe einmal, um den künstlerisch noblen Kabarettstil kennenzulernen, zu Nelson. Der leiht sich von der beste« Zi- garertenfirma den besten Titel(.Total Manoli"), schleudert mit gallischer Rhythmik und tänzerischer Springlaune ein Dutzend feinst geschliffene Schlag« auS den Fingerspitzen, und da? unterhaltsamst« Spiel verkürzt zwei Stunden, die künstlerischer wirken, alz zwei Tage der allgemeinen Konzertsaallüge. Aehnlich wirst es uns gern einmal von der gehörten zu der gedachten, nacherzählten Musik. Sänger und andere an Lied oder Oper interessierte Menschen seien auf Steinitzert Buch.Mcisier de» Gesangs"»erwiesen. Hier lernt auch der Ausgclernteste noch, und der Laie schau: m die Werkstatt eines wirklichen Fachmanns, die zudem die Fähigkeit bar, vom Nebeneinander der Erscheinungen oaif tiefe Problem« der Theater- und Konzerigeschichte neues Licht zu breiten. Wirklich, eine umfassende Umschau! Kann üher Musik geschrieben werden? Akustik, Harmonie, Rhythmik, Kontrapunkl lassen die gläubige Ge- lohrsamkeit ungekränkt über sich ergehen, vor 300 Jahren diese, Zado �artmanns Rücktritt. Berlin, 26. Ott. lWTB.) Prof. Dr. Lud« Hartman«, de» deutschöslcrreichische Gesandte in Berlin, hat im Zusammenhang mit dem Rücktritt dcs Dr R e n n e r alS Staatssekretär für Acußeres, sein im August 1919 eingereichtes RücktrittSgrsuch erneuert und den Stoatssclretär M a y r. der provisorisch das Staatsamt lür AeußcreS in Wien leitet, um rasche Ernennung seines Nachfolgers gebeten. Wenn uns auch die Abficht Dr. HaltmanuS, wieder dauernd in seine Wiener Gelebrtenarbeit zurückzukehren, bekannt war. und wenn wir es auck wohl begreifen, daß er als Sozialdemolrat nicht der Gesandte einer ckristlichsozialen Regierung sein will, so bedauern wir doch auf das lebhafteste seinem Entschluß. Hartmann ist uns nicht nur der bedeutende Historiker, der unermüdliche Förderer oller Volks- bildungsbestrebungen und der Vorkämpfer für die Trennung der Schule von der Kirche— er ist vor allem der überzeugten« Ver- treter des AnschlußgedankenS. dessen Bei w'rkl chung nichts weiter fein wird als die Erfüllung des feierlich versprochenen und schnöde vertagten Selbstbestimmungsreckis für einen Teil des deutschen Volles, der nie und nimmer in den ihm zuge- wie'enen Grenzen ein selbständiges staatliches Dasein zn jühren vermag._ Die neuen Saltikumer. London, 2K. Oktober.(Hollaudsch Nieuwsbureatu) „Times" meldet aus Warschau, dasi in den letzten Tagen ein heftiger Kampf zwischen den polnischen Truppen und den Litauern stattfindet. Die ersteren sind augenblicklich im Vor. teil. Man fürchtet, daß Zeligowski, von seinem Erfolge trunken gemacht, versuchen wird, gegen K o w n o vorzurücken, um so mehr, als er dort seine Nahrungsmittelvorräte er- ganzen könnte. Die„Times" behauptet sogar, daß in Kowno deutsche Hilfe gegen Zcligowski eingetroffen sei! P a r i s, 26. Oktober.(Hollandsch Nlruwsburcau.) Die französischen Blatter melden, daß die alliierte Kommission am 18. Oktober einen großenTransportvon Soldaten und Munition, der von Ostpreußen nach Litauen transportiert wurde, angehalten und die Soldaten nach Deutsch- land zurückgesandt habe. Durch die Warnung vor Uebertritten nach Litauen hat die Regierung gezeigt, daß ihr die neue Baltikumgefahr auf- gegangen ist. Litauen ist in Verzweiflung über den d'An- nunzio-Streich des polnischen Generals Zeligowski. hinter dem alles steht, was heute in Polen Macht und Einfluß hat. Es ist möglich, daß ein litauischer Volkskrieg gegen die Polen entbrennt: sie haben trotz Völkerbund und Waffenstillstand Gebiete besetzt, lue Litauen zugesprochen sind. Ob deutsche Freibeuter etwa wiederum durch Versprechungen nach Litauen gelockt werden, ist unbekannt; es kann sie nuch der bloße Wunsch, verborgenes und verschobenes Kriegsmaterial der Beschlagnahme zu entziehen, geleitet haben. Vielleicht bietet Ostpreußen auch nicht mehr Platz genug für die neue Kapp-Armee; schließlich mag auch die Gelegenheit zum Re- quirieren locken. Die Teilnahme deutscher Freischärler an' Kämpfen in Litauen würde natürlich das deutsche Volk schwer zu büßen haben; wenn auch das Ententerccht auf litauischer Seite ist. so wird Frankreich immer Polen beisteben und vor allem jede Gelegenheit zu neuem Druck auf Deutschland benutzen. Die Verrmgerung der Reichswehr und der Polizei macht ein« hermetische Grenzsperre unmöglich— im Osten ebenso wie in den Schmugglerparadiesen an den Neutralgrenzen. Kann es aber die Regierung bei den Mitteln der Warnung und des Zuredens bewenden lassen, die schon bei den Baltiknmern ihre Ohnmacht erwiesen haben und gegenüber dem Drang zu Abenteuern, die aus dem deutschen Elend hinausführen, erst recht nutzlos sind? Wir erwarten, daß die Reichsregierung heute im Reichstag erklärt, sie werde es nicht wieder so weit kam- men lassen und das Mittel der Aberkennung der Staatsangehörigkeit diesmal zur Vorbeugung ernst- lich anwenden! heute und morgen eine andere. Aber das sind ja Elemente. Musik selber ist Inbrunst, Schwärmen, Anbetung, ist Rausch, Beglückung. Kamps der Sinn«, ist Klage. Sehnsucht, Beben uns Weinen, ist Liebe, Erotik. Die schreibt sich nicht, die wird erfühlt. Sie lacht der Feder, schiebt daZ Wort beiseite, überbrückt die historischen utch die Stilkomraste, überglückt noch die satteste, unbewußteste, lebenS- und liebenswerte Hingabe m den lodentzden Rausch. Die Lüg, d«* Bürgertums fällt ab unter ihrem wirbelnden Takt, Masken und Hüllen sinken, Musik macht uns reif zum Genuß, zur Bejahung, zur Umarmung des UnauSsprechlich-Dämonischen in der Kunst mit unseren Sinnen. Adolf Weißmann leitet uns in den Garten der Genien. aus dem hold und selig befruchtend die jungen Blüten der musi- kalischen Erotik sprteßen. Mit geschlossenen Augen, im Dämmerlicht der nervösen Feinfühligkeft. im Brand der Ekstase, die künstlerisch bleibt, tastet er behutsam die Jahrhunderte ab und die sieghaftesten Kräfte der musikalischen Erotik: Mozart, Wien. Chopin. Berlioz. Bizet, Wagner, Pucciyi und die Lebenden. Was ist historisches Sezieren und wissenschaftlich« Gründlichkeit dem Genießenden gegenüber solcher Stimme! Ein Schemen, eine Gehirnbelastung. notwendig, aber pocsseloZ, trocken, schal. Hier ist Wort zum Klang, Sprache Hymnus, Gelehrsamkeit Nachdichtung geworden. Die Seele der Musik freut sich ihrer wahren Nacktheit, ihre Schönheit froh- lockt, ihr Sinn ist entfesselt: Liebe, Eros Weib. Kann über Musik geschrieben werden? Ja. aber nur in Musik. Weißmann schenkte unS diesen„klingenden Garten", einer der bestc» Schriftsteller unter den Musikern in seiner besten Stunde. Und was andeutungS- reich die Noten dieses Sehnsuchtsliedes noch verschwiegen, zwingt Michel Tingesten, der Radierer, mit fühlendem, bacchantischem Griffel in seine Bilder. Klingende Münz«, klingender Gartcn— der Weg ist unendlich, die Wghl ist leicht! Frohen Herzens lockt uns die kommende Arbeit. KurtSinger. Die Verhaftung Georg Kaisers, des erfolgreichsten Dramatiker« der jungen öeneratron, soll also Eigentumsvergehcn zum Anlaß haben. Welcher Art sie sind, mirb zunächst nicht mitgeteilt, aber sie sollen ungeheuerlich se-n. und Freunde des Dichiers meinen. mir ein Zustand völliger GeisieLÄ-rwirrung mache sie erklärlich; sie wollen versuchen, Kaiser in ein Sanatorium zu retten. Sonderbarerweise wird in Verbindung mit diesen Nachrichten angedeutet, die sür den nächste» Monat vom Großen Sch.ru spiel- Hans vorbereitete Urausführung de? Ka scrschen Dramas„Europa" werde vielleicht„gestört" werden. Das wäre ein Sieg des Spießer- standvvnkts, den man um so mekr oerwerft'ch nennen müßt«, wenn wirklich geistige Wirrnis den Dichker aus dem Gleise gebracht hätte. was das Urteil über seine Vergehen mildern könnie. Es wäre absurd, wenn ein Theater die Entscheidung über die Aufführung eines Dichterwerkes von persönlichen moralischen Oualitäten des D'chterS abhängig machen wollte. Nur airf den Kunstwert kommt es an, und Kaiser, an den sich"nun das Odium eines gleich Tau- senden unserer Zeit auk üblem Wege Gestrauchelten heftet, hat allerding» Werke geschaffen, die künstlerisch gelten. Nr. 530 ❖ 37. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Mittwoch, 27. Gktsber 1920 GroßGerün Die lungenkranken im Kampf gegen die Tuberkulose. Mitarbeit am Rcichstuberkuloscqesetz. Der Grotz-Berlnier Verband der Lungen- und Tuberkulosekranken will den Liranken selber Eimslutz auf die Maßregeln zur Bekämpfung der Tuberkulose erringen. Am Montag erörterte eine von ihm einberufene öffentliche V e r- sammlung(rn den Sophieitsöfeti) die Stellungnahme zu de m Plan eines Reichstuberlulosegesetzes. Der Arzt Dr. Meyer berichtete über den kürzlich in Berlin abgehaltenen Kongreß des Deutsche« Zentralkomitees zur Bekamp- fung der Tuberkulose, auf dem auch über das geplante Tuberkulose- gesetz verhandelt und der Gedanke einer gesetzlichen Regelung der Tuberkulosebekämpfung gebilligt worden ist. Zur Freude der Ver- sammlung konnte Dr. Meyer mitteilen, daß er beim Vorstand des Zentralkomitees brieflich angeregt hat, zu den Porarbeiten des Zentralkomitees für das Gesetz auch Vertreter der Kran- ken hinzuzuziehen, und daß der Vorstand sich hierzu bereit erklärt hat. Die Notwendigkeit gesetzlicher Regelung begründete der Referent mit dem Hinweis auf die Dürftigkeit des Grfolges, den der bisher fast nur mit privaten Mitteln und„milden Spenden" geführte Kampf gegen die Tuberkulose gehabt hat. Das Reich soll den Kampf übernehmen und genügend Mittel hergeben, und als Zentralstelle aller dieser Be- strebungen ist ein NeichSgesundheitsamt zu schaffen. Der Redner forderte als Ergänzung der Heitstättenbehandlung mehr Für- sorge für die hungernden Familien der Patienten(lebhafte Zustimmung), Beschaffung geeigneter Arbeit für die Geheilten, gesundheitschutzende Besse- rung des Wohnungswesens. Das Reichstuberkulosegesetz müffe auch vorschreiben, daß jeder Lungenkranke frei« Kranken- bausaufnahme hat, während Deute Krankenkassen nickt zur K ranke nhaus übe rwe isung verpflicktet find und sie nicht selten der Kosten wegen verweigern.(Entrüstete Zurufe.) Vorzuschreiben sei auch die Schaffung von Fürsorgestellen, von denen eS nn Deutschen Reich erst 3000 gibt, die überdies oft sehr mangelhaste Einrichtnn- gen haben und eigentlich eher„Beqnatschungsstellen" genannt wer- den müßten. Das Gesetz habe auch die Rentenfvage zu regeln. damit die Hungerrenten, diese größte Schmach der Tuberkulosebekämpfung, verschwinden.(Lebhafte Zustimmung.) Wo die Reichsschulden sich auf Hunderte von Milliarden belaufen, dürfe es beim Kampf gegen eine Volksseuche auf eine Milliarde nicht ankommen. Nur wenn endlich die Kranken in den Kampf eingreifen, werde das Reich seine Pflicht tun. Schreien Sie, schloß der Referent, Ihre Leiden und Ihre Em- pöruny in die Welt hinausl(Stürmischer Beifall.) In der Diskussion äußerte Prof. Dr. Kayserling alz Ver- troter der Lawdcsversicherungsanstalt Berlin seine Freude über den Plan gesetzlicher Regelung, die er schon vor vielen Jahren gefordert bgbe. Auch er mahnte die Kranken zur Mitarbeit. Dr. Moses teilte mit, daß auch in anderen Städten Deutschlands solche Ver- bände von Lungenkranken entstanden find. Im Kamps gegen die Tuberkulose rechnet das deutsche Volk auf den Beistand des Prolet wriatS der Ententeländer. An der Diskussion beteiligten sich viele Kranke und Invaliden. Sie trugen ihre in Anstalten gemachten üblen Ersahrungen vor und schilderten die bittere Not der Rentenempfänger. Todesopfer eines Cifenbahnunfalles. Auf der Zehlendorfer Fernbahnstrecke. Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich gestern bei Zehlendorf ereignet. Auf«inen haltenden Personenzug fuhr ein Arbeitszug auf, wobei drei Personen getötet und eine schwerverletzt wurden. Heber den Unfall wird folgendes gemeldet: Ein in der Richtung Wildpark fahrender Personenzug hatte BremSschaden und mußte infolgedessen am Fernbahn- bof Zehlendorf halten, inn den Schaden wieder auszubessern. Ein zu der gleichen Zeit herannahender Arbeitszug bemerkte im Nebel den haltenden Zug nicht und fuhr auf ihn auf. Der Ge- Packwagen wurde vollständig zertrümmert. Die tödlich verun- glückten Personen heißen: Karl H e u n e aus Düpeldorf(und anscheinend dessen Ehefrau) sowie Karl Weidcnberger, Berlin. Naunhnstr. 40. Schwerverletzt ist Max M a r k w a l d- Potsdam. Die Tisrnbahndirektion Berlin gibt folgende amtliche Darstellung der Ursache des Unfalles. Am Vorortzug 418 war etwa 400 Meter hinter dem Bahnhof. Zehlendorf-Mitte auf der sogenannten Siammbahn(Berlin— Potsdam) die Bremsleitung gerissen. Jrrtümlickerweise wurde von Zehlendorf ein Arbeitszug abgelassen, der auf den auf freier Strecke haltenden Vorortzug auffuhr. Der Betrieb konnte eingleisig auf- recktgehalien werden. Bereits gegen 2 Uhr waren die beschädigten Wagen von der Strecke entfernt. Durch den Unfall wurde Haupt- sächlich der Fernverkehr Magdeburg— Potsdam— Berlin gestört, auf welcher Strecke die in Berlin eintreffenden Achtung! Konsumgenosienschastsmitglieöer! Der Ausickuß der S. P. D.«Genossenschafter mahnt Euch, zeitig und zahlreich in der am beutigen M i t t w o ck, 27. Ottober.'/?? Uhr. in der„Neuen Welt' lHasenbaidei. statt- sindenden Generalversammlung zu erscheinen und Eure Reckte zu wahren. Der Genoffemckattsrat bat einen Antrag, die Kandidatenliste für den Aussichtsrat paritätisch zusammenzusetzen, aboelebnt. Der jetzt rein nnabbängig-kommunistische Aufficktsrat soll also verewigt werden, die nicht unabhängig-kom- munistischen Mitglieder sollen dauernd von einer Vertretung im AufsichtSrat ausgeschlossen bleiben! Dieser ungerechte Zustand muß beseitigt werden. Sorgt dafür, daß in der Verwaltung der Genossenschaft alle Richtungen vertreten sind, und stimmt bei den AuffichtSratswahlen für die Liste Friedr. Güttler! Zutritt boben nur einnetragene Mitalieder gegen Vorweisung der braunen Legitimationskarte. Die„Freiheit' gibt übrigens den Beginn der Versammlung fälschlich auf Uhr(!) an. Also seid aui der Hut! Fernzüge Verspätungen von mebr als einer Stunde erlitten haben. Erst in den späten Nachmittagsstnndou konnte der fahrplanmäßige Verkehr wieder mifgenommen werden.— Sofort nack Bekanntwerden des Unfalles begab sich der Präsident der Berliner Eisen- babndirektion, Wo l f f, mit einigen Dezernenten an die Unfallstelle und leitete die ersten Untersuchung Sverh-andlungen, die zur Stunde noch nicht abgeschlossen sind. Grostarbeitstag der Fenerwchr. Die Berliner Feuerwehr wurde gestern in der siebenten Abend- stunde etwa ein d» tz e n d m a l nack verschiedenen Stellen alarmiert. U. a. mehrere Male nack der Ecke der Carmen-Sylva- Straße, wo Greikswalder Straße lS6/1öS in dem dortigen großen EckbauS, einem Jndustrieaebände. angeblich durch Fahr- lässigteit Feuer in der Pianomechanikfabril von E. Köhler A.- G. ausgekommen war. Brandinspeltor Gempp war schnell mit mehreren Sölchzügen zur Stelle, und eS gelang, obwohl der Zug 20 auf der Fahrt zur Brand- stelle seine Gasspritze durch einen Kabelbnich zurücklassen mußte, eine weitere Ausdehnung des yesnhrlichen Brande? ,u verbäten. Gleichzeitig wurden mehrere Löschzüge nach der Gr..tz> a m b u r g e r Str. 6/11 gerulen, wo in der Apotheke des St.-Hedwia-KrankenhanseS, Feuer entstanden war. das natürlich Unruhe verursachte. Auch hier gelang es. die Flammen durch kräftiges Sö'chen auf die Apotheke in Nr. tOttl zu beschränken. Sie sollen durch die Heizung entstanden sein. Die Patienten des Krankenhauses waren nicht geiäbrdet und blieben rubra. Der 5. Löschziia rückte auf Alarm nach der O r a n i e n b r ü ck e aus. Dort sollte nach Angaben der Sicherheitswehr ein Kind durch die schadhafte. Bohlendecke in den mit Walser gelüllten Schacht der Schnellbahn Gesundbrunnen— Neu- kölln gestürzt sein. Alles Suchen in dem dunklen Schacht war vergeblich. Die Leiche des Kindes, das schon gegen 5 Uhr in die Baugrube gefallen sein sollte, wurde gestern abend nicht gefunden. Ein Ausweg aus Neuköllns Schulnot. Wir wiesen unlängst daraeif hin, daß der Magistrat von Neukölln zur Milderung der Schulnot dieser Arbeiterstadt den Magistrat von Berlin um Aufnahme von etwa 1600 Kr n- d e r n in Berliner Gemeindeschulen ersucht hat. Nicht nur der„Berliner Lokalanzeiger" hat aus Anlaß dieses Verlangens sich die Albernheit geleistet, den Schulmangel in Neukölln auf das Konto der sozialistischen Stadtverordnetcnmehrheit zu setzen, die dort seit 1019 besteht. In der«Deutschen Tageszeitung" konnte man ein ähnliches Geschwätz lch'en, das mit dem Mut völliger Un- wissenheit behauptete, hier zeige sich der„Erfolg der sozraldemo- kratischen Mißwirtschaft rn 1 Jahren." Auf eine M i ß w i r t s ch a f t im Schulwesen ist der Schulen« Mangel � Neuköllns in der Tat zurückzuführen. Aber die Schuld trifft die frühere bürgerliche Stadtverordneten- Mehrheit, die in der langen Zeit ihrer Herrschaft ungeachtet aller Mahnungen der Sozialdemokraten möglichst wenig für die Vermehrung der Schulhäuser getan hat. Was damals die Volksschulfeinde aus der bürgerlichen Mehrheit ge- sündigt haben, konnte natürlich von der jetzigen sozialistischen Mehrheit nicht schon in 1!~ Jahren wieder gutgemacht werden. Die Errichtung neuer Schulbauten stößt, wie ja jeder weiß, jetzt auf ganz andere Schwierigteiten als vor dem Kriege. In Zteuiölln hat man auch noch nicht alle Schulräume, die infolge der Wohnungsnot an Obdachlose überlassen werden mußten, wieder freibekommen können. Ueber Grund und Zweck der an Berlin gerichteten Forderung Neuköllns erfahren wir noch folgendes. Die durchschnittliche Klassenbesetzung der Gemerndeschnlen beträgt zurzcr: i n Berlin etwa 40 Kinder, in Neukölln aber 47 Kin- der. Weil Neukölln nunmehr ein Teil der großen Einheits- gemeinde Berlin wird, drängte sich der Wunsch aus, daß hier ein Ausgleich geschaffen werden möge, der einstweilen eine Milde- rung der Schulnot bringt. Der Gedanke, einen Teil der Gemeinde- schulkinder Neuköllns an Berlin zu überweisen, lag um so näher, weil gerade in den an Neukölln angrenzenden Teilen Berlins d>e Besetzung der Gemeindeschulen unter dem Durchschnitt bleibt. Bei dem Umzug von Neuköllner Kindern nach Berliner Schulen würden besonders diejenigen Kinder bevorzugt werden, denen dadurch der Schulweg verkürzt wird. Dieser Vorschlag Neuköllns hat freilich seine zwei Seiten: eine gute nir Neukölln und eine schlechte für Berlm. Daß in Berlin die durchschnitliche Klassenb-setzung sich bis auf jetzt 40 gesenkt hat, können wir nur mit Freude begrüßen. Wünschenswert ist, daß auch in Berkin die Senkung noch fortschreitet; denn bei dem aus allen Klassen errechneten Durchschnitt 40 gibt es in der Unterstufe immer noch Klassen, deren Besetzung über 50 hinausgeht und riicht viel unter 60 bleibt Die Uebernahme von 1500 Neuköllner Kindern Härte für die davon betroffenen Schulen Berlins die üble Folge, daß dort hie Klassen besetz ung rv i e d e r sehr merklich hinaufginge. Man kann es daher begreifen, daß Neuköllns Vorschlag bei den Bewohnern der angrenzenden Teile Berlins ge- mischte Gefiihle weckt. Gibt es denn keinen anderen Ausweg? Platindiebstähle bei der RcichSPost. Vor kurzem sind irr dcnr Apparat- und Materialienlager des Tclegraphenapparat- am t s des Reichspostmintsteriums in der H alz ma r kt st ra ß e in Berlin größere Diebstähle an Platjn au fAedeckt worden, die bis in den Herbst des vorigen Jahres zurückreichen dürsten. Einigen dort beschäftigten Lagerarbeitern war es ge- l-u ngen. von den lagernden Apparaten, hauptsächlich von den aibge- brochenen Fernsprechämtern herrührenden Relais die an den Kon- raktfedern befindlichen stecknädelkiropsgroßen Platinkon takte nach und nach unbemerkt abzulösen und sich anzueignen. Das- betrüge- rische Vorgehen konnte längere Zeit unbemerkt bleiben, weil jedes Relais mit einem besonderen Schutzmantel umgeben ist, nach dessen Abnahme erst Veränderungen an dem Apparat selbst wahrgcnom- men werden können. Die Täter fanden für das entwendete Platin dessen Wert etwa 50 000 Mark beträgt, bei Altbändlern willige Abnehmer. WeihnachtSfreude und Zrnsurrnschreck. Um mehrfach geäußerte» Wünschen aus beteiligten Kreisen Rechnung zu tragen, gestattet der Minister für Wissenschasl, Kunst und Volksbildung künftig, daß die zu Weihnachten üblichen Zeugnisse an den höheren Lehranstalten und Mittelschulen überall da, wo Lehrkörper und Elternbeiräte einen solchen Beschluß fassen, bereits am 1. D-ezember aus« gefertigt und den Schülern ausgehändigt werden können. Die Provinzialschutkollegien und Regierungen sollen berichten, ob in ihrem Amisbereich das Bedürfnis, die WeihnachtSzeugnisse für die die Zukunft ganz auszuschalten, vorliegt. Ein Zusammenstoß zwischen Postwagen und Straßenbahn führte gkstern an der Kreuzung der Fürst-Bismarck-Straße und Alfenstraße einen schweren Unfall herbei. Ein in voller Fahrt o:- frndlichcr Straßenbahnwagen der Linie 24 stieß dort auf einen Postwagen, der umgeworfen und vollständig zertrümmert wurde. Der P o st s ch a f f n e r, der von seinem Wagen geschleudert wurde und einen schweren Schädelbruch erlitt, wurde so- fort nach der Charite geschafft. Es besteht wenig Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten. Das Licht der Heimat. 49� von August hinrich». Immer gewaltiger wuchs der Plan vor seinen inneren Augen auf, da hielt ers nicht mehr aus im Dunst der engen Baracke, zwischen den schlafenden und schnarchenden ruppigen Genossen. Er schlich hinaus aufs Moor. Das lag im silbernen Mondlicht, blossen Nebelglanz gebreitet über dunkeln Grund. Weiße Schwaden brauten über den Sümpfen und trieben, voifliWind getragen, feierlich und ernst vorüber— weiße Geheimnisse, die schon seine Kindheit mit heimlichen Schauern umsponnen und seine Seele gefüllt hatten mit Rätseln und Märchen. Er stand lange und schaute schweigend über die Oede. Unendlich still. tot und einsam schlief das Moor unter dem schimmernden Dunst— eine verwunschene Prinzessin, in tausendjährigen Schlummer versunken. Er dachte an das Märchen der Mutter. Da leuchtete eine ernste Freude aus seinen Augen: sein Kuß sollte die Prinzessin lösen aus ihrem Schlaf, seine Kraft sie befreien und wecken zum rauschenden Leben. In dieser Minute wuchs Dierk Folkers empor vom Land- streiche? zum Schöpfer und Führer. Noch einmal stand er als Strolch auf dem Moor an der Torfgrabemaschine. Da kamen auf dem Damm, der in die Einsamkeit führte, zwei Menschen daher, ein großer, auf- reelyter Mann und ein junges Mädchen. Tie Torfgräber hoben die Köpfe, um sie rasch zu senken und eifriger zu arbeiten als zuvor, der Herr und Besitzer kam, um nach seinem Werck zu sehen. Dem also gehörten olle die unge- heuren Schässe. dies Land der Zukunft. Dierk fragte einen nach seinem Namen, aber der zuckte die Schultern, was fragte ein Heimatlaser, in wessen Diensten er stand? Dierk aber faßte ihn fester ins Auge und erschrak. Den Mann kannte er.— so ging nur einer, aufrecht und stolz und herrisch— der Boßbauerl Der Boßbauer, von dem eine dunkle Ahnung ihm sagte, daß er sein Feind war. der heimliche Widersacher seiner Mutter, der Mann, der sie in bie Fremde getrieben und sein Heimathaus an sich gebracht hockte, um es verfallen zu lassen. Blitzartig durchschossen ihn alte Andeutungen der Mutter, die er als Kind unverstanden gehört hatte— ja. dieser Mann war sein Feind. Und jetzt trat er von neuem in sein Leben und ihm war es, als wüßte er seine kühnen Pläne und käme ins Moor zu dem einzigen Zweck, ihn zurückzuschleuöern ins Nichts, durch seine bloße Gegenwart zu zeiaen: ich bin der Herr. mir gehört dies alles, was willst du Strolch hier auf meinem Grund und Boden? Der Soden, den er fortlegen wollte, zerbrach in seiner Faust, der Haufen, den er schichten sollte, polterte zusammen — heftig fuhr der Vorarbeiter ihn an. Der Boßbauer war an die Maschine getreten und warf einen mißbilligenden Blick auf den ungeschickten Arbeiter. Der lag auf den Knieen im nassen Moor und raffte den umgefallenen Hausen wieder zusammen. Als er endlich aufsah, traf ihn der Blick des jungen Mädchens. Jäh erkannte er sie— des Vzßbouern Tochter, dieselbe, die zweimal freundlich gewesen war zu dem unbeholfenen Jungen. Groß, schön und schlank stand sie da, das Haar noch so hell wie früher, und obwohl sich ihre Augen nur eine Sekunde lang trafen, glaubte er zu selten, wie sie leise erstaunte. Da empfand er, wie ungeheuer tief er gestürzt war— er. der Sohn seiner stolzen Mutter— daß er dem Voß- dauern Knechtsdienste leistete als ein vom Wege aufgelesener Landstreicher. O, welche Schmach tat er damit seiner Mutter anl Tränen der Wut näßten ihm die Augen. „He, Holla?" schrie plötzlich der Voßbaue-r,„kannst du nickt aufpassen?" Dierk mußte an die Maschine springen, wo sich die Soden stauten: seine Zähne knirschten, ein Blutstropfen sickerte über die zerbissene Lippe, seine Arme, seine Fäuste krampsten sich eisern— aber mit ungeheurem Willen zwang er den aufbäumenden Körper in seine Gewalt. ' Und ein Entschluß brannte in seiner Seele:„Abwaschen will ich die Schmach dieser Minute— kämpfen mit dir um dies Moor— aussehen sollst du zu mir, ja, aussehen zu mir als zu deinem Meister, der mehr kann und größer ist als du!" Als her Boßbauer und seine Tochter fortgingen und er ihnen tiefatmend mit brennenden Augen nachsah, machte ein r der Arbeiter mit spöttischem Lacken die andern aufmerksam und rief ein schmutziges Wort über ihn und das Mädchen. .Er schleuderte ibm den Soden, den er gerade in der Hand , hielt, an den Kopf und reckte sich auf, so drohend und un- heimlich mft seinem blassen Gesicht, daß den andern jäh das Lachen verging. Sic grollten, aber sie ließen den ungemüt- lichen Gesellen in Frieden. In der nächsten Nacht war er verschwunden, ohne seinen Lohn gefordert zu haben. Wer fragte danach— viele kamen, arbeiteten ein paar Tage und gingen— Zugvögel der Landstraße, die heimatlos bleiben und ruhelos schweifen, bis"e. irgendwo am Wege verderben. Dierk aber,' da er das Moor verließ, war ein anderer geworden, als da er kam. Wohl noch ein Strolch in zerrissenen Kleidern mft leeren Taschen, aber zitternd unter der Last des Reichtums in«einer Brust. Er hatte gefunden, was inehr war als alles andere — die große Aufgabe seines Lebens— das Werk, las er schaffen wollte mit seiner gansen Kraft. Und nun stand er vor der Tür seiner Mutter und legte die Hand auf die Klinke. Lange Wochen hatten sie beide nichts voneinander ge- hört, sie wußte nichts von ihres Sohnes Kampf und Sturz und langer Wanderung— sie glaubte ihn fern bei seine» Prüfungsarbeiten. Und jetzt kam er so wieder zurück! Er sah an sich herunter und das Elend wollte ihm als ein Knäuel in die Kehle steigen— aber dann biß er die Zähne zusammen und öffnete die Tür. O wie grau war der Kopf, der sich da übers Bügeleisen beugte— arme Mutter! Nun richtete sie sich auf und fah fragend nach der Tür— müde waren ihre Augen geworden und tiefe Falten üigen um den Mund. Da reckte der Strolch die Arme nach ihr und schrie auf: „Mutter!" Sie hielt sich am Tisch und starrte ihn an wie ein Ge- spenst. unbeweglich. Ein Entsetzen kam in ihre Augen, er trat ihr näher:„Mutter!" Da hob sie abwehrend die Hand und stieß einen Schrei aus, einen Wehelaut, so erschütternd, daß es den Sohn zurückschleuderte von ihr. Da taumelte sie und sank kraftlos zusammen— sie. die aufvecht gestanden hatte die langen, schweren Jahre hindurch — sie warf die Arme über den Tisch, ließ den Kopf sinken und weinte bitterlich über die verlorene, letzte Hofi-lung ihres Lebens. (Forts, folgt.) HauSsammlunge« für OVerfchlrske». Die i» Oberschlesien steh! bcvor. Etwa 300 000 obcrschlesische Aosii«- nrun'gSberechtigte, die in allen Teilen des Reiches wohnen, müssen zur BolkSabstimmnng cm ihren Geburisori befördert werden. Außerordentlich hohe"Mittel sind erforderlich, um ihnen die Reise und die Verpslcguny für die Dauer des Aufenrhalts in der$e?ntat zu bezahlen. D> Regierun« kann nach dem Friedensvertrag; keine Hilfe leisten Die Vereinigten Verbände heimattreuer Obsrschlesier wenden sich daher in Gemeinschaft mit dem Deutschen Schu&bund, bei auch an den bisherigen Volksabstimmungen so erfolgreich mit- gewirkt hat, mit der dringenden Bitte um Unterstützung an das Mutterland. Von heute an bis 6. November finden umfassende Haussammlungen in Groß-Berlin statt, die am W. Oktober 1320 vom Polizeipräsidium genehmigt sind. Um sie nicht durch wilde, schwindelhafte SammlMgen zu gefährden, sind alle Sammellisten mit dem gelben Kollekten stempel rür das Jahr 1220 des Pol! z�e, Präsidiums Berlin versehen. Nur ihre Inhaber haben Sammelberechtigung. Außerdem werden Einzahlungen en'gegengxnonrmen an sämtlichen Depositen- hassen des Diskonto-Gesellschaft auf das Konto„Berliner Grenz- spendenrag für Oberschlesien". Hoffentlich werden hierbei kioinc Kinder als Sammler beschä-- itgt, gegen deren Tätigkeit hier dar kurzem energisch Front gemacht wurde. Diebstähle an wertvolle» Arunzefigure« wurden in der Nacht zum Dienstag i« der Wohnuna eines Generalkonsuls im Westen der Stadt ausgeführt Die Einbrecher stahlen� u. a. einen siebenden Hirsch, einen äsenden R e h b o ck und einen liegen- . bcn Rebbock, alles Bronzen nach den Entwürfen des ÄünUerS I. R. Korn. Bor Ankauf dieser Kunstgegenstwnde wird gewarnt. Mitteilung über ihr Auftauchm nimmt Kriminalkommissar Dr. Schuvpe im Zimmer 51a des Berliner Polizeipräsidiums entgegen. — Schreibmaschinendiebe wurden von dem Palizeiamt Lichtenberg unschädlich gemacht. Zwei gestohlene Maschinen konnten noch böi ihnen beschlagnahmt, die Eigentümer aber nicht ermittelt werden. Es handelt sich um efine Continenialmaschin« mit der Nummer 32 914 und um eine zwefte umgearbeitete Maschin«. Die Eigentümer können sich bei Kriminalkommissar Dr. Görsch, Zim- mer 77 de§ Pokizenamtes Berlin-Lichtenberg, melden. Vom Eispalast zum Variätä. Der Eisvalasi in der Martm Lntber-Stroße ist jetzt nach der glücklichen Hinan»besörderuna des Kr'ei'siani'ätsdevotS. da? sich dort verewigen wollte, in ein Riesen» vor�etöib�ater umgewandelt worden. Man hat anßer dem eiaend lichen Theaterraum, der die Stelle der früheren Eisbahn einnimmt, eine aanze Anzahl anheimelnder Nebenräume ge- schaffen, deren iünsileri'che Bewertung berei'S an anderer Stelle de? Binttes ge'chab. Durch breite Wandelaänge. die in die Garderobe- anlangen tssbren, kommt man in den überraschend bebnal'ch an- mutenden Tbeaterranm. Die ffarben sind in Rot. Weist»nd Koldaelb obaestimm» Von 2ö0gmimeriert?nKlotqintzen»ndvo»500Sooenstübl,n sieht der Beincher von allen Pläpen da« gesamte Bühnenbild. Die Bübne bat einen Ausschnitt von 20 Meter»nd ist so gestalten, dast die größten Barietö-Nummern darauf arsteiten können. Numerierte Sip- werden bereits zum Preise vqn 3 Mark zn haben sein. Di» kkröffnimasvorbelliing ist rnr den 2. November angesetzt. sozialistische Bilvnuaeschnl». Zur Vortra�sreiste über»B o I k ch» wismuS und Sozialdemokratie' lKenass» De Lo-we)»erden noch k»rer zttpelaflen. Der Unterricht nndet jeden Donnerstag von 7>l< bis g Itstr abends im Saal der JXitriili'djen Svrechstunde. Lindenüraste 3, statt. Ebenso können noch.dörer Alltnabm« finden in der?ortraasr-lh« über.DIe Meichichte der flnternationale' lRedaktenr Erwin Barlbt. Tieie findet statt ffre'tags von 7— S1/-. Uhr abends in der Aula der SS. Semeindeichul«. Kleine frankfurter Str. S. Härgebühr betrint SM.— Am Sonntag, den 3t Dktober. abends 7 Nbr. in der Veitballe de« Stadtbanies, Eingana Klofier'traße. EiniübrnnaSabend zum Richard-Straust- Konzert. Bo' trag mit Demonstrationen am Kkanier: Dr. Alir. Guttmann. Eintritt 75 Bs.— siesttonzerte: Sonntag,, den 7. November, vormittag« 1l Nbr. in der Neuen West, Haiensteid« 108-14. Richmd.Strniifi-Konze>t. Nsttwstkende: Gencralmnfik- direltor Dr. Muck. Prot. Albert fiicher, das Blütstner-Orchester. der Ber- iwer Volkechor. Wir b'tt-n. unverzfialich die Marken einzulösen.— Bor» anzeiget Am Ionntaa, den S8. November, vorm. tl Ubr. in der Neuen West. Hasinbeide 108—14, EnaelS-GedächinIsieier zm Wiederkeir seines lsttfährigen GebmtsiaaeS. Miiwi'kende: Dr. Wünlch. Rezitationen. Genosse Eduard Bernstein. Gedächt- isrede. Da« BIütbuer-Orchester unter Leitu g de« Kapellmeisters Herrn Seimar Mevrowip und des Männerchors ..AamenioS' unter Leitung des Cbeimeister« Herrn Tbilo. Einirittskarien ». a M. bei allen Abteilunaska fierern. in der Vo-Wärts-Buchbandlung, de! Horich, Engelusir 15, und im Bureau de« Bildungsau slchuise». Linden- straße 3(Geöffnet von 9—4 Uhr. Donnerstags von 9— l und 4—7 Uhr.) Hroß-Serliner parteinachrichten. Heute. 27. Oktober: 6.«bt. fHallelche« Tori. Aus Beschluh der funktlonärkonferenz findei der Zahlabei d in den bekannte» Lokalen statt. Der 93. u. 9«. Bez. muß vollzählig vertrelen sein. 42. Abt. inichl, wie irrtümlich 43. Abt.) 7 Ubr, Zablabend in folgen- den Loialen.'. Bebrer.«, Tegeler Straße LS; Uthnehmer, Tlijtstr. 49; Dos«. Nort Haien S. Ericheinen aller notwendig. 45. Rbt. Der Zoblabend findet wegen der K-nfumversaminImig nicht heute, sondern Sonnabend, den 30. Oktober, 7 Uhr, in de» bekannten Loialen statt. 48.«bt. Der Zablabend findet wegen der Generalverfammkung der Kon'umgenoffcnschatt nicht Natt. Estorlottenburg.>5. Abt) 7'/, Ubr im Restaurant Jakob, Sesen- deimer Straße öS: Soziaiifierung und Bkderauibau. Referent- Genoffe Möglich.— Elternversammlung?»/, Uhrtnder Aula der Leibniz. Oberrealichule. Kreis II. Schöneberg-friedena«. 4.». L.«bt. lfriedenau und Friedenauer Ort-t-U): 7-/, Uhr im Büraerf-al de«' friedenau«? Rat. hausr»: Mitgliederverfammlung. Tagesordnung: Bericht vom Barteitaa « Kastel. Schöneberg.?>/. Ubr in der Sobenzollernichille, Beiziger Str. 4S/S2: Berl-i terilattung vom Parteitag. Beserent.- Genosse Bruns. Rirderschönewetde. 7>/, Uhr bei Rötel. Grünauer Straße 8: viki lkijahi es.Generawel iammlung. Wichtige Tagesordnung. Ericheinen aller Mitglieder erwünlcht. littglieder erwünscht. Morgen. 28. Oktober. 8. Abt. Zahiabend'1,8 Uhr. 123./124. Bez. bei Reim. Urbanstr. 29. J2.5./t26. Bez. bei Eidam. Hornheide 58. 127./IL9. Bez. bei Schulz, Urban» straße 84. 128. Bez. bei Kniep, Ha'enhcide 11. UB. Bez. bei Droga« Diesten bochftr. 57. 1SI./132./134. Bez. bei JBolf, Gräseftr. 26. 133. Bez. bei Rohde. Dieffenbachstr. 36. 135./>36. Bez. bei Bogt, Boppitr. 8. 137./lS8. Bez. in Schölt. er, Gräseftr. 8. 12. Abt. Zablabend in dem bekannten �Lokal. 17. verwaliungsbeztrt. 7'/, Ubr. Sitzung der Ellernbeirät« in Lublenverg, Gesanglaa! des lläcilien-Ly-cums. RatbauSslraße. 1. Gartrag des Gen. Lehre» Greinert:.Die Erziehung des KindeS". 2. Aussprache. 8. Gerjchiedenes. 2 l. Abt. Zablabend in den bekannten Lokalen. 24. Abt. Am Mtllwoch fällt der Zahlqpend wegen der Wahle» zum Konsum aus. Dasö» am Douucrstag f'l, Ubr für die I. und Ii. Gruppe m den Lokalen von Rösner. Jmmanucltirchftr. 24. urrd Winzer, Christ- burger». Ecke Winsftroße. Zahlabend. Der Zahlabend für die lll. Gruppe wird noch bekanntgegeben. 32� Abt. 7»/ Uhr gemeinschaftlicher Zahlabend bei Bleffin, Star- aarder str. 3. Ref. Ken. Scheibe: Die politische Lag«.— Billett zum Kamilienabend am Sonnabend, den 30. Okt. ftud noch zu habe». Abt. Zahlabend. Für Gruppe l de» Hirichselder. Loltgftr. 50; Gruppe 2 bei Krüger, tzussitenitr. 3t; Gntpp« 3 bei Holder, Schulzeu- dorter Str. l5. 39. Rbt. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Berger. yagow-. Eck« Levedwirage. Res: Gen. Jakob über.12 Jabre Sozialisten gefttz-. »v.«bt."•••-■--......-»v.. I straße____ gegenwärtigen politischen Lage."»«!. Gen. Karl 3 tisch.' Grämte»nd«ngeftellte der Verwaltungsbehörden: DI» Monalsveriammlung muß wegen Loialschwierigteiten am Montag, den 1. November, abends 7 Uhr. in der Aula Kochstraß- 13. stattfinden. Gen. Äutt»ein ig(Beauftragter des preug. Fiuan Ministers) spricht über .Di» Kleuergefetgebung der Repuvlii. Sintommensteuer— Veranlagung Sleuerabzua und Befreiung.-— Haadzeltel find im Sekritartat, I» den Zell« 23, Zimmer 7. abzuholen. Wirtsthaft Vom Baukiertas. Als elftes Redner sprach Dr. S o l m s s e», Geschäftsinhaber der Discontoges ellschaft, der die finanzielle Lage des Reichs und der deutschen Wirtschast als auch die Steuerpolitik kritisch beleuchtete. Dr. S i n t e n o s, Geschäftsinhaber der Ber- liner Handelsgesellschaft, unterzog die Stouergesetzgebunz einer eingehenden Kritik. Durch die Umgestaltung der gesamten Orga- nisation haben die Behörden wider ihren Willen Steuer- s.a b o t a g e getrieben. Di« Anleihepolitik behandelte Bankier DreyfuS-Frankfurt. Darauf wurde folgende Entschließung vorgelegt: ..Der Bawkieriag' ist der lleberzeugung, daß die in ihrer gegen- wältigen Gestalt unerfüllbaren wirtschaftlichen und finanziellen Bestimmungen des Friedensvertrags zum finanziellen Zusammenbruch' de? Deutschen Reichs, feiner Länder und Gemeinden führen müssen. Erst nach Revidierung dieses VerkrageS kann der innere Aukbau der deutschen Fitwmzen erfolgreich durchgeführt werden. Der Bankiertaa hält, was Deutschland betrifft, die Konsolidierung der öffentlichen Schotld ohne vorherige durchgreifende Revision des Derfailler Friedensvertrags für unmöglich. Das Reich kann in soiner jetz'gen Lage weder ftohe ol rekle ober hohe indirekte Steuern erheben. Die direkte Be- steuerung darf nicht bis zu dem Grade überspannt werden, daß der S P a r s» n» ertötet, die Steuermoral zerstört und die Produktionsfähigkeit gelähmt wird. Die hierdurch gebotene Grenze ist von der jetzigen Steuergesetzgebung vielfach be- reitS überschritten. Unter diesen Gesichtspunkten begegnen die angeblichen Plöns der Regierung betreffend einer neue» Ber- mogenszuwachsfteuer und sofortige Erhebung eines be- trächtl'chen Teiles des Reichsnotopfeks erheblichen Volkswirtschaft- lichen Bedenken. Eine ZwangSanleihe kann als neue, neben da« ReichSnotopfer tretende selbständig« Vermögensabgabe � nicht in Frage kommen. Der Bankiertag fordert dringend die Wiederher- stellung des Bankgeheimnisses, dessen Aufhebung geradezu in verhängnisvoller Weise die Aufspeicherung in- und ausländischen Bargeldes sowie andere Formen der Kapnalverheimlichung fördert und den bargeldlosen Zahlungsverkehr geschädigt hat. In gleicher Weise sind sich die auf dem Bankieriag versammelten Bankleiter und Privatbankiers über die allgemein volkswirtschaftliche Schäd- lichkeit des sogenannten Depotzwanges einig." Die Nachmittagssitzung wurde eingeleitet durch den Vortrag des bekannten Hamburger Finanziers Max M. Warburg, der als Finanzsachverständiger bei den Friedensverhandlungen in Versailles fungiert hat, über.Die notwendigen Vorbedingungen für die Gesundung der deutschen Währung". Ter Redner legte dar, daß der Stand der Währung die Folgeerscheinung der privaten und staatlichen Wirtschaftsführung eines Landes, des ZahlangS- Verhältnisses zu den anderen Ländern sowie deS staatlichen Krediis ist. also von der gesamten innen- und außenpolitischen Lage ab- hangt. Die Gesundung der Währung könne daher nur durch Heilung des Wirtschaftslebens, nicht durch währungS» technische Maßnahmen erfolgen. Die Gesundung sei nicht in der Wiederherstellung der alten Goldparitäten zu erblicken, da die Währung deS politisch und volkswirtschaftlich geschwächten Deutsch» landS auf unabsehbare Zeit hinaus nicht die des starken Deutsch- tondS vor dem Kriege sein könne. Unerträglich sei aber daS Schwanken der Währung in dem Wechselkurs. Infolgedessen müsse man unter der Gesundung d:« Stabiltsierung per- stehen. Unbedingt abzulehnen seien weitere Vermögens- steuern. Der fteuerliche Mehrbedarf des Re'cheS müsse durch indirekte Steuern und Steigerung der Einnahmen au» de» werbenden Anlagen de» Reichet gedeckt werden. Gerichtszeitung. Cfo Sestechvngsprozeß. Forgänge bei der KriegSleder-A.-G. Die R'esengewinne des Renn er-KonzernS, der eine Monopol- stellung in der Gerbstoffderwertung ,n ganz Deutschland einnimmt� unterliegen einer genauen Nachprüfung in einem umfangreichen Strafprozeß, der gestern vor der 7. Strafkammer des Land- gerichts I begann und voraussichtlich zwei Wochen dauern wird. Die Anklage richtet sich gegen den früheren Prokuristen der Gerb- stofswbteilung bei der Kriegsleder-A.-G� Kaufmann Eduard Spoeri aus Hamburg, und den Fabrikdirektor Kommerzienrat Hermann Renner au» Nienstädten bei Hamburg. Die vom StaatSauivalt Dr. Jaeger vertretene Anklage lautet aus Ver- gehen gegen§ 12 deS Gesetzes betr. Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes(Annahme bzw. Gewährung von Geschenken oder anderen Vorteilen im geschäftliche» Verkehr zur Erreichung einer Bevorzugung im Wettbewerbe). Als Rebenkläger hat sich der "erein gegen das Bestechungsunwesen, vertreten durch seinen Geschäftsführer Dr. Pohle, dem Verfahren ange- schloffen. Den Borfitz im Genchishofe führt Landgerichtsdirektor Dr. Weigert; als Verteidiger SpoeriS fungiert Rechtsanwalt «'ifinipach; für Kommerzteneat Renner treten die Recht»- Fritz lotdon und DartniuT- anwafte Geh. Iustizrat Dr. von Hamburg auf. Nach Eröffnung der Sitzung teilt der Vorsttzentve mit. daß das Gericht auf ein« eventuelle Veränderung de» rechtlichen Gesichts- punkte« in der Beurteilung der Sachlage emtreren könnt«, und zwar komm« bei Spoeri und Renner eventuell«ine Verurteilung wogen gemeinschaftlichen Betruges und schwerer Urkundenfälschung, schließlich auch eventuell ein Pergehen §egen die Wutherverordnung, d. h. unerlaubte Preissteigerung in -rage. In»er Verhandlung bestiitten beide Angeklagte sehr energisch die Richtigkeit der gegen ste erhobenen Beschuldigungen. Rechtsanwalt Fritz G r ü n s p a ch kündigte einen umfangreichen Entlastungsbeweis an, welcher die Einzolbefauvtungen der Anklage in sich zusammenfallen lassen werde.— Landgerichtidirektor Dr. Weigert stellte au» den Akten fest, daß das Rennersche Unter- nehmen 1S14 10 Broz. Dtvidenoe, ISIS und ISIS dagegen 2g Pcoz. bzw. 26 Proz. Dividende abgeworfen bade. Ferner wurde zur Sprache gebracht, daß Spoeri von Renner neben einer besonderen Gratifikation von 10000 M. eine Weilmachtsgrattfikation tum 6000 bzw. 3000 M. erhalten habe. Außerdem hat er von Renner ein Darlehn von 30 000 M erhalten welches er allerdings schon nach 3 Wochen mit 108 M.(1) Zinsen zurückgezahlt hat. Schließlich hat Spoeri mit seiner Gattin«ine» länge«« Sommeraufenthalt aus dem Gute des Renner genommen. Der Angeklagt« Spoeri wies in sein« Vernehmung darauf hin. daß«r bei Antritt feint» Posieit» bei der.Klag" nicht im enr- eintesten daran habe denken können, seine gutbezahlte Stellung wi dem Renner-Konzer» aufzugeben, da er als Prokurist der Gerd- toffabteilung der-Klag" nur ganze 720 W. pro Monat verdient »äbe. Auch der Angekläffte Renner erklärte, daß er nicht im ent- emtesten daran gedacht habe, daß bte Weiterzahlung des Gehalts an Sp. möglicherweff« al» eine unzulässig« Handlung aufgefaßt werde» könne. Er habe Spoeri nur sebr ungern zu der„Klag" aelen lassen, und durch Weiterzahlung des GehaliS habe er sich ediglich einen feiner tüchtigsten Angestellten erhalten wollen. Zu der Vertandlung sind als Sachverständige geladen t Oderleutnant Middelmann. Hauptmann Lindner. Ober- ingenieur Mauritius und Bücherrevisor Großmann. Als „—"" r a. D Exzellenz v. Möller Direktor Sanobera. Korn Zeugen sind geladen: StaatSwinist-r a. D.' Exzellenz v. Möller. Direktor der-Klag" Kosterlitz. Direktor Sanobera. Kom-.aa, n...rT ,mwamr„ menzienrot P f a ff- Warm». Prositrift Ielner, Ledtw�abri�anl>n brr Tla' Jean Baptist- Coupienne-.i0!ülhe«m(Ruhr) u. t-mas Frost. Der Mord an der Krauketchflegeria. Nach dem Spruch der Geschworenen wurde vom Potsdamer Schwurgericht der Angeklagte Ludwig des Mordes und de» Diebstahles für schuldig befunden und der Angeklagte zum Tode. lebenslänglichem Ehrverlust und einem Jahre Gefängnis verurtetlk- Rach dem Urteil sprach der Angeklagte folgende Worte:.Da» Urteil läßt mich vollständig kalt. Durckt dieses Todesurteil wird Gleiches mit Gleichem vergolten. Zuchthaus hätte ich entschieden abgelehnt" ms aller Welt. Pros. Euckens Austritt auS dem Borstand der Luthergrsellschaft. Prok E'ickrn Hot den Vorsts der Ltitbrrar'ellsibaft. die am 30. und 81. Oktober in Berlin ihre diesjährige Jahresversammlung abhält, niederoelegt. Beim Schmnggekn erschossen. Ww aus Oberstauken ge- meldet wird, kom es an der bonrriich-öslerreit keinem verstorbenen AmtSvorgänger Ernst Höckel wegen des Phylesitchen Mu'eumS. Wieder eine Hinrichtung. Da» gegen den Mörder Sti-ber an» Fürth in Bayern w-aen ErmorNing des Schutzmann« Horneber aus Nürnberg vom Volk«oericht Nürnberg gefällte Todesurteil ist vom Ministerrat bestätiot worden. Sonntag nacht 1 Ilbr wurde dem Stieber da« U teil eröffnet. Der Mörder-uabm die Mitteilung rnbig und gekaßt entneaen. war aber nachber gebrochen und der- langte nach geistlichem Zuspruch, auch ließ er sich Wein und Zigarren reichen. Da« Urteil wurde Montag morgen 6.30 Ubr im Hok de? StrakvollsireckungSgeiängniste» durch Er schießen vollst-eckt. Die Leiche wurde nach der Anatomie in Erlangen gc- bracht. Lessin läßt sich i« Stein mrikek«. Die englikche Porirätbild- banerin Clara Sheridan, die sich durch Büsten der Frau Akqn'lh und zahlreicher anderer Damen der Londoner s.Bnreichui"-) Geiellkchakt einen Namen aemacht bat. bat von Kamen ew wäb- r-nd keine? Londoner Aukenlbalt» die Einladima erhalten, noch M o« k a n»u kommen, um eine Porträtbüffe Lenins zu schaffen. Mrs. Sheridan ist der Einladung gefolgt und arbeilet in Moskau an der Lenin-Büste. Kessrlexpkosion mtk hoher See. Nach einer Meldung de« .Petit Par'sien" ans Cberbonrg ereignete sich an Bord des PaskggierdamprerS»La France" auk bohem M-er eine Ke k>'» l expl o si on, die neun Heizer tötete und vier 'chwer verletzte.__ ?ugenüveranftaltunyen. Pente'Ifi Ilbr finde» im Zenlralfnaendbeim. Lkndenftr. 8. der erste BorrragSar'end des Genofien Dr. Ztzolstr»a-inliidrung in de« Sozialismus- statt. Teilnehmerkartcu h 8 M. sind am Eingang erhältlich. « Ctiarlottenbnrq. VolksfmuS. Rosinenffr. 4. Mädchrnobend.— Erkner. Höhere Schule. Adleritroße. Goetbe m der Mnfik(Klanier- beoleitiinat.— Grunewald. Schule. Deldrückfir. 20. Vortrag:.Untere wirtlchaitliche San»-— Brrnz'auer Borstadt. Schule.?enese>derstr. 6/7. Leleabend:»Vom Arbeiter zum Astronomen".— Südost, Köpenicker Biertel« Schul«, Wrangelstr. 128. Bortrag:.Erziehung zum Lebens- kämpf". vorträae. Vereine unü Ver�ammknnsen. BolkSküriorge. Die Vertrauensleute und sämtliche Funktionäre der KonlumgenoffenichalllSder S, 8. und 14. Abteilung werden zu den unten- stehenden Sitzungen etngrladen. Tbema:.Der Kamvl gegen da« vrwat« Vetfichertingskapital durch die Funltionäre der Nonsumgenoffenlchallt" 5. Abt. Donnerstag, den 28. Oktober, bei Klnzcl, Medomftr. 22. Reierent Genosse Lodmeher; 14 Abt. Donnerstag, den 28 Oktober. Im Keller- reitaiirant Engeluter 16, Reterent Genosse Bläfing; 3. Abt. Freitag, den 29. Oktober, bei«lästng, Gubener Str. 24. Reier-nl Genofie Lohmeher. Beginn der Sitzungen abends 8 Ubr.— Der Ortsverband»G> an- Berlin- de« Reichsbunde» Deutscher Dechnik. Ortsoruvpe Oft. Südost, veianilaltet heule abend 7.30 in der Aula des Andreas« Realahmnaliums. 0 17. Koppeultr. 76. einen VDtrasstznbend über das Tbema»Unsere SeizungSsorgeu und ihre Belämpsung" mit ertäuternden stich tbUdern._ Sport. «enne»„«rnuewald. Dienstag. 2«. Okioder. I. Orient. Rennen Pieiie 16000 R. Distanz 1400 Meter. 1. Landratte(Bebr). 2 Brise(Zachmeiert. 3. Wachtel(Eichler). Ferner liel-n: Georgia(4.). Grundilein. Vulwa, CaroluS, Wächter, Fee. Haubitze II(stebengebl.). Per- seus lstehengebl.). Toto: Sieg: 25:10. Ptatz: 19. 18. 34:10.— 2 Brei? von Groß-SIrehlitz 27 000 M. Distanz ,000 Meter. 1. Harfe(Kasper). 2. Roseniel« lTarrass, 3. Prüsuna(Rastenbecgeri. Ferner Uesen: Humboldt(4.), Anarchist II, Snob. Münze, Slyr. Halbmond, Bi: kenrei«. Konventton. Tote: Sieg: 30: 10. Platz: 16, 35. 17: 10.— 3 Hoppegarlener E Aren preis. Ehrenpreis und 27000 R. Distanz 2000 Meter. 1. Einsiedler(Janck), 2. Skaiabae(Zimmermann), 3. Halunke(Schläft«). Ferner liesen: Artig«(4.), Lorbeer, Belerwardein. Toto: Sieg: 14: 10. Platz: II, 15: 10.— 4. Bergeslenheit- Rennen. Preise 16 000 M. Distanz 1400 Meter. 1. OrdenSjäger (Olefniki. 2. Geigerin(Zimmermann), 3. Wasserschlange(Kaiser). Ferner Uesen: Abendfturm(4.). Terek, Pan Robert. Dana«. Bett«, Bannstein(gef). T o I o: Sieg: 42: 10. Platz: 16, 23. 2l: 10.— 5. P r e i s d e r M a r t. 40 000 M. Distanz 1800 Meter. 1 He,, liebste(Brown). 2. Orne(Zimmer- mann), 3. Romanze(SchIafte>. Ferner liesen: Mciiiko(4>. Pa,tber, Heiitgen- roda, FriedensrNler, Don Biniou. Konrad, Seedauien. Zivilist, Sverber. Armener, Ulan II, Jndling, Bannwart. Toto: Sieg: 74: 10, Platz: 21. 24. 15: 10.— 6.«ackstadl.Ztennen. Presse 22 000 M. Distanz 1200 Meter. 1. Paize iKawec), 2. Die Boite(Zimmermann), 8. Maust lHellebrandt). Ferner I,efen: Sarras(4.). Drachme. Piätat. Toto: Sieg: 48: 10. Platz: 20. 13: lE— 7. T o t a i 1 1 a t o r. Ä u« g i e i ch. Presse 30000 M. Diitanz 380-, Meter, l. Sleubeim(Rastenberger). 2. Anemone(O- Schmlsl). 8. PeriieuS(Kasper,. Ferner lieten: Luft- fabrt(4.), Marmaro». Fobn, Itamii. Occutta. Revelin, Soldat», Raoom, Grotte. Dronnmg. Wilhelmina. Lonssa. Rodertch. Auderlea. Toto: Sieg: 35: 10, Platz: 34, 47, 53: 10. Bei de» deutigen Rennen i» KarlSborft soll« eigentlich im Preis vom For sthauS der in letzter Zeil so brav gelaufene Kran» uwel mit den Vertretern des Stalles Linden,>aedt Lorijsa oder Ezardas- "ürstm iertig werden. Im Driezener Jagdrennen lönnt« da« nd« sich zwischen Mechow und Parodie abspielen und im Preis vom Kessetse« zwsschcn Zabszem. M,IIon und Lssttg. Rinaldo und Wollen- schieber, die zuletzt gut lieien. tönnen. ebenso wie Ordenstitter sich ,m Gaugrate, i-R ennen bemerlbar machen, was man im Rohr- bruch-Jagdrennen von Eapitaiist und Mardonlus erwartet. Im Spitzmüble- Jagdrennen müßi« es doch endlich mal illr W.iereg- dem zum Siegt re'chen, der in Lauscherin und Radiola zwar aut«rnuhalte Gegner stoßen kann. Im Aaiserturm-Jagdrenuen muß mau schon mtt Feierabend, Sk,gneur und Rosendaal rechnen. WetterauSslchien ssir vas miitlere Rorddenlkchlaud bi« DouurrStag mlttaa. Zeitweite neblig, sonst größtenteils trocken und viel» lach heiler bei meist schwachen veränderlichen Winden, in den Tagesstunden *!-----"' z'M, Tonne,«tag partelnackrlchten. Rote Woche! llm neue Streiter für den BefreiunqZfampt de« arbeitenden ZZolke» au« den volitiicben und winickaitlichen Fesieln der kapila- � listiichen Wirtschaftsordnung zu werben, um neue Mitglieder für �ie Partei und neue Leier, für untere Preiie zu gewinnen, de» onitalten die Genossen Hannover-LindenS vom 24. bis V0. Okiober eine.Rote W o ch e\ In der Woche zuvor fand im LgitalionSbezirk Giehen-AlSfeld'Lauter- Vach eine ähnliche Werbeveranftaliung für die Partei und ihre Presse statt._ Bezirkspartettag für Hessen-Nassau. Ein Bezirksparteitag für den Agitationsbezirk Frankfurt a. M.. der gut beschickt war. fand am 23. und 24. Oktober in Frank- furt a M. statt. Vom Parieivorstand waren Genossin Juchacz, von der hessischen Partei Genosse W i d m a n n und vom Bezirk Kassel die Genossen Struve und W i t t r o ck anwesend. Die Verhandlungen leitete Genosse Graf- Frankfurt a. M. Den ollgemeinen Geschäftsbericht des Vorstandes gab Sekretär Rühle, der über eine erfreuliche Zunahme der MitsNederzohl im Bezirk berichten konnte. Diese ist um 7847 auf 38 321 gestiegen Während im Reich sich der Zuwachs der Parteimitglieder auf 15,3 Proz. stellte, beträgt er im Frankfurter Bezirk 28,6 Proz. Rühle besprach eingehend die politische Situation und bedauerte, daß die Durchführung der Demokratisierung der Verwaltung im Bezirk nur langsam vorwärts geht. Es ist bisher nur gelungen. einen einzigen sozialdemokratischen Landrat(in Höchst) zu bekommen. Die Reaktion ist stark am Werk, sie ist mächtiger, als wir uns einbilden. Di«..Orgefch' ist zwar in Sessen-Rassou verboten, sie blüht aber um so mehr. Zu ernsten Maßnahmen gegen sie ist Oberpräsident Schwander aber nicht gekommen. die Sozialisierung der Verteilung die Propaganda für die rheinische Republik, wird im Bezirk von zahlreichen Führern de? Zentrums eifrig betrieben. Der Ausgang der ReichStagSwahl hat zwar für uns«inen Rückgang gebracht, wir hoffen aber zuversichtlich, bei einer Neuwahl die ver» lorenen Stimmen wieder weit zu machen und in verstärkter Zahl Abgeordnete in den Reichstag zu schicken. Dann können wir auch wieder die Verantwortung der RegierungSteilnabme übernehmen. auf keinen Fall dürfen wir aber zusammen mit der Bollspartei in eine Regierung. Unsere Aufgabe muß sein, die Organisation fester zusammenzuschließen, unsere Mitglieder zu wirklichen Sozialdemokraten erziehen. Ein msitiakeik im Hanbek«. Treue und Opfermut soll unsere Losung sein. Kaiser- Frankfurt a. M. berichtete über die Press«, die nach der' Revolution einen erfreulichen Aufschwung ge- nommen hat. Es wurden im Bezirk eine neue Zeitung und ein Kopfblatt der Frankfurter„Volks stimme" gegründet. Mir Empörung wurde die Mitteilung aufgenommen, daß gegen die Bestätiauna des Genossen Zimmermann als Landrat von Höchst zahlreiche Proteste aus bürgerlichen Kreisen bei der Jnter- alliierten Kommission tu Koblenz eingelegt worden sind.(Diese hat trotzdem keinen Einspruch gegen Zimmermann erhoben.) Uober die Agrarfrage referierte Hoch- Hanau. Er ver- trat den Standpunkt, daß Hand in Hand mit der Sozialisierung der Erzeugung der landwirtschaftlichen Produkt« die Sozialisierung der Verteilung gehen müsse. Den Kleinbauern müsse yran Licht und Luft geben, und Land zur Verfügung stellen, damit sie ihre Arbeitskraft voll ausnützen können. Die Berichte über die Parlamentstätigkeit erstatteten Genosse Landtagsabgeordneter W i t t r o ck- Frankfurt a. M. und Genosse ReichslagSabgeordneter Hoch-Hanau. Nach kurzer Dis- kussion fand«in Antrag Annahme, der für die Kandidaten für die Gemeinden sowie für die Kreis- und Provinziallandtage nach Mög- lichkeit eine zweijährige Mitgliedschaft, für die Wahl zum Land» und Reichstag unbedingt eine dreiz ährige Mit- gliedschaft fordert. Bei dem Punkt Statutenänderung wurden die Bei» träge erhöht und ferner beschlossen, in Berücksichtigung der kommenden Wahlen Extrobeiträge zu erhaben. Mit Erledi» gung der Neuwahl de» Bezirksvorstandes war die Ta- geSordnung des Bezirksparteitages erledigt. Soziales. Die DrittelungSgrcuze. Bei Bsgru-rdung der sozialen Unfallversicherung, deren Träg«: bekanntlich die Bel'usSgenossensckjaften sind, ist man zu der Auf- fassung gelangt, daß mn Arbeiter, welcher einen Unfall erleidet, ein Drittel seines Schadens selbst zu tragen habe. Man glaubte nämlich, daß es viele Arbeiter geben würde, welche vorsätzlich einen verfall herbeiführen, nur um in den Genuß einer Unfallrente zu gelangen und dadurch eine Lebensversorgung zu erholten. Diese Voraussetzungen sind aber— wie die BerusS- gcnossenfchaftcn selbst zugeben werden— niemals in Erscheinung getreten. Aber noch heute'st die Vollrent« eines Unfallverletzten auf 66# S.$ de« anreSmungSfähigcn JahreSarbeitSd«, dienste» beschränkt.(§ BE0 der RVO) Dies« Beschränkung hat sich unter dem Einfluß der heutigen Geldentwertung aber weiter zum Schaden der Arbeiter ausgewachsen. Räch§ 663 Abs. 2 der RVO. wird bei der Renten- bercchnung der JahrcsarbeitLverdienst, soweit er 1866 M. über» steigt, nur mn einem Drittel angererbnct. Ein Unfallverletzter mit einem Jahreseinkommen von 9600 M. würde also ein« Vollrente von(1806+ 7800: 3) X#= 2033,33 M. jährlich— 244,46 M. monatlich erhalten. Selbst wenn man die Grenze, bei welcher dt« Drittelung be- ginnen soll, statt 1800 M. aus 3600 M. oder, wie es jetzt beabsichtigt wird, auf 5000 M. erhöhen würbe, wäre damit die U n g e r« ch t l g° k e i t nicht aus der Welt geschafft. Totsächlich trägt ein Unfall- verletzter heut« nicht mehr nur seines Schadens selbst, sondern weit darüber hinaus muß er 50 b i S 60 V. H. selbst tragen. Das ArbeitSmini st erium hat einen Entwurf zu einem Notgesetz vorbereitet, welches in Kürze dem Reichstag zugehen wird und in welchem als Trittelungsgrenze ein« Summ« von 5000 M. vorgeschlagen ist. Den heutigen Zeit- und Geldverhältnissen ent« sprechend fehlt einer Gesetzesbestimmung, wonach von einer be» stimmten Summe ab eine Drittelung vorzunehmen und nicht der volle Jahresarbeitsverdienst eines Verletzten der Rcntenberechnung zugrunde zu legen ist. jede innere Berechtigung. Pwl jedem, der sich heute noch soziales Mitempfinden mit den durch Unfall erwerbsunfähig gewordenen Arbeitern bewahrt hat. muß gefordert werden, dafür einzutreten, daß die Drittelung«» grenze in der Unfallversicherung in Wegfall kam m t. Di« Ortsgruppe Berlin de? Zentralverbandes für Angestellt« erfüllt diese Forderung und hat in einer Eingabe an das Reiche arbettSminifterium die Aushebung jeder Drittelung beantragt. _ Fr. Jt Reform des Schlichtungswesens. Zu unserem in Nr. 486 veröffentlichten Bericht über die Tagung der Gewerbe- und Koufmannsgerichte i« Bamberg wird un« vom Stadtrat Dr. Fälsche(nicht Hülle. D. R.) mitgeteilt, daß«r den Ausspruch:„Beim SchlichtungsauSschuß Berlin spielt man Lotterie durch die Schuld des un- parteiischen Vorsitzenden", in diesem Sinne nicht getan hat. Er habe vielmehr nur bemängelt, daß beim SchlichtungS» auSschuß Groß-Derlin infolge des Fehlens eines un- parteiischen juristisch geschulten Vorsitzenden gewisse formelle Fragen, wie die Zuständigkeit, oft nicht sachgemäß ent- schieden würden, so daß infolge der verschiedenen Auffassung der wechselnden Vorsitzenden in den verschiedenen Kammern eine höchst unsichere Rechtsprechung eignetreten sei, die er mit einem Lotterie« spiel verglichen habe. Freitag. S. Roobr., lo uhrvorm.: varstelgerung von pl-rven, aueschl. gut au» voll>m Betrieb» «twa 40 ute« Material wegen Be- triebaeinschrSntung Außerdem ein gröberer Posten gnler ceder-Arbeitogeschirre. Allflem.BerllDerOinnibas-A.-G., Berlin N., Watts! r. 22/24. mnmL eCfll.lN C'2/MEMC PrOIMEWACf I C C K»-«A L-l e> e»A»-|i�|»-iOF=• DasChPlslDsprohlEingBlöst!5�;����?«'») In einer alten orientai scnen BibiioiheK ist ein Dokument Cef und worden, das ganz genau mitteilt, wer Jesus Chtistus war; ein Bundesbruder des EssSerbundes, einer Art Freimaurervereinlgun«. Es Ist der Bericht des Aeltesten dlesesBundes inJerusalem an denAeltesten In Alexandrien. Ein christlicher Priester versuchte bei der Entdeckung das Dokument zu vernichten, da sich dieganzen mystischen Wundergesenichten auf einmal ganz natürlich erklären. Die Vernlehlung geiane ihm aber nicht Dieser Bericht ist von Perd. Schmidt Ins Deutsche übersetzt. Kein Denkender wird das Werk unbefriedigt aus der Hand legen M» Preis Mk. 6,S0 und Mk. 1,10 fr. Nachnahme. V Qr. BOcherkatalog rratls. A'brechf Donath. Verla». Leipzig 42 Everth& Mittelmann Uegr. 1875 Bankgeschäft Berlin C 19, Petriplatz 4 gegenüber der Pelrlklrche. Gegr. I87S Pcrnsptecher Zentrum 2373, 7103 u. 11541. in- unii Verkauf von Effekten unii Coupons Oeschiftsaclt 9—3. erhalten sie in kurzer Zeit purch meine Spezialmethode. Sommersprossen. Pickel. Mitesser. Leberflecke, Warzen, Gesichts- und Nasenröte, lastige Haare, schlechter Teint usw. »ersehwindet bald. Au. Wunsch Blutuntersuchung. C.WeisserUnvalidenstr.M? I, Eoitg Bergstraße. Viele Jahra in Kliniken und KranKenhäusern tfitig gewesen. Sprecnsfurrden: V«» I2u 4-8. Sonntags 1(M. Auskunft Kostenlos t/eäe ktuye Hausfrau _ wäscht mit fct SUin* Ub/c/u ofuie JlZu/le Neuer Peel» M. I.OO, 1.20. Wieder In seiner rOhmllchsr bekannt Quallt. Oberall erhält I.SO. Hohe Belohn ng!"MW Verloren b.utldj.r Borer(fletfroml), auf den Samen B 0 b b y hörmd Abzugeben«brist.«runewaldNrabe 45. 11753 Dr. med. Hollaender, Sp.zlal.rzt rar Kant-, Frauen, und Blasenleiden 1 Behandlung ohne Quecksilber, ohne Berufsstörung. Blutuntersuchung. Aufkl. Broschf-e Nr. ff diskret v-r-ch'ossen Mk. 3 50 Berlin w n, Leipziger StruB.' ty» II. Tdgllch 11—1, S-'I, oonntag» II— I. 187/4- Qeffentliche kostenlose Englisch/ Französisch/ Spanisch/ Italienisch/ Holländisch/ Russisch SlWen m. b. y. SM Sonnabend, 30. Oktbr., um 4, S und 6 Uhr telMlStt. 123o Ecke WIP-eMstraBe Snezialarzt Dr. med. Laabs behandelt schnell, gründlich, möglichst schmerzlos u.ohne Berufsstörung Syphilis, Haut., Harn», Frauenleiden, Schwäche. Erprobteste Mi thoaen. Hnm- und Blatantersnch. KönigslP. 8A-88, aÄW Sprechstunden 10— I u 5—8, Sonntags 10—1. IAeußerst praktisch I Palenl- B J\ A- staunend billig. Preise. Cusi. Pleske& Co., Holzwarer-Fabrik Berlfn Zossener SnaBe 50. Platin Gold Silber Bruch, Zahngebisse, Brennstifte us*. MufftOr�Irln�enden Bedarl zu besonders Silberzentrale Qotzkowskystr.IS CS tu HZ SU® Si« •= iS Oi 2(2 3 2" OJ u» � E £sEw-5 � - z Ii aS AÄ leisen M sämtliche Metalle j kauft und zahlt zu 4 Tagespreisen p» Wahn. S, Alte Jukoo.tr. 54 3S TeL Moruzpl 8804. 1 ««««««««««««««» Platin Ablälle Qold.Kontaktc Silberbruch ZahnBeblssc Quecksilber Brennstifte kauft zu höchsten Tagespreisen Adolf Frledläniler Kommand.itr. 29 I Treppe rechte. Moriirplatr 4502.* Bicuüje mgm alte Zahngebisse Solbbruch- eigene Btrwtr. fung. flahl» habet bbchlle Tagenreiie. Langstiiizabn 13 bis 800 Mt. Bei Anlauf Bai. gelb. Fahrgelb Täglich 10—6. feonmag 9—12. iitOMi. s,';s"'Ag ?ianos ffrieb947. I0SSD BncliftlhPiinK gründliche Unterweisung.» F. Simon, Berlin W 35, Mag«. burger Straße«.-««langen Sie gratis Prodedrief N. BonDüitsflteDende Wh NM?? j Suli.- rdie.i H'chatten! ZZutllärung und Üinrer nun gebende Stoichüre; Ein ücast es eist 2 sendet gratis» ». Erbtnann& Co, Berlin, Kdnlggrätzrr Str. 71. einielverksul? slsskasvedaa, Xeaue- füchze, Pelzkragen von 100 M. an, Pelzmäntel, Herren-Sportpelze S. Schlesinger Neue Königstr. 21 (Ordonnanz-Haoa) kein Laden, II. Stook Bitte genaa auf Finna M HausnumraertJ und L zu achten! Spezialarzt Dr. Haedicke Haut.Geechlechtsleiden. Bloh Untersuchungen, Salvarsan- kuren. Frledrichstr. 187, a.d Mohrenstr. II 1,3-6, Stg.l 1-1, Spezialarzt Dr. med.WockenfnB FrleilPiclistr.128 T0on?M«S Sonnt. 11—1. Sqphilie. Korn», Frauenleiden. Btuwnlerluch. Schnelle, stchere.lchmerzloleHeilä ohne Berulsstörung. Tzilzahig? Vr. med. Krvterwg Haut, Harn-, UnteHeldsleiden b.Männ. u. Frauen, Blutunteis InvoIldenstraBe 38, Ecke Chausseestr., StetL Bhl. Spr. Wochemäglich ll-l,■/t5-'/sT. �"mMschlas in Hüften, Geräß und Beinen Da schwere Fälle in 18 Tag. beseitigt werden, hierüber unantastbare Heilerfolge bm sieben und Referenzen Invalldenstr. 106' von 6—2. Seit ist Or'strahl* MüM u. Hauieusschlag, Fisch- 1 len, Bein- u. Krampf- 1 sdcrgcschwüren, Frost- 1 Schäden, Hämorrhoiden I ein bestbewänrtes und I schnellheilendes Mittel. I Orgl-Dose6.2Su.l2.00M.| Elelanten-Apothckc, Berlin 213 SW, Leipziger Sir. 74 Dönholfpl.l Klavier ober Sluystllgal siecht Kur- fllrst 5139. 86/8» LuckMkrunx Brlell. Hnterr. gar biianz» Frnspeki u. Begutachtg frei. tiähler» c»., fteleneee 82. 1«Bnmml- t aZ/füllri, I«challplartca., ünchswalitn-. I liutta-jcrcho• Aiifßilc tauft j Orbomec, Friedrichftr. 45, I Ecke-slmmerstr. und Veoraen. lirchstr. 50, nahe dem Alexander» 9-12'I* v/t-l ÜUli' [Thaaler.lichtspgeie etc. Opernhaus. Sinfonie-Konzert 7'/j Uhr. Volksbühne Theater am BQIowplatz. DasttbenUeilbfonn Schauspielhaus. Die Journalisten. 7 Uhr.____ Deutsches Theater. i uhr: Kaiilwaiin tVenetlig Oonn.T'/z! Einsame Menschen Kammerspieie. iu.;EristanalleiiiSGtiiilil. Oer Spieler. Donnerstag lll2: Stella. Sr. Schauspielhaus (Karlstraite) führ: Danton(23. Abt. 1. Ab,) bo.7; Danton(24. Abt, 1. Abd.) Theater 1« d. LesslBp-Tbeater. Direktion; Victor Bamowsky. Heute und Donnerstag: 7v. uhr: Flamme. (Dorsch, Grflning, Götz, Pröckl.) Freitag 7: Peer Gynt. (Loos, Grüning, Lossen.) Sonnabend bis Montag 7>/,; Flamme. Deiitsehes Hiinstler-Tbeater Allabendlich*/# Uhr: DieScheidnngsreise mit Max Adalbert und Trude Hesterberg. Theater i. d. W» a. a« WniggrätzerStraße W ff. VjSUhr: Rausch. Orsxa Abel, Riemann, Richard BeldtKirch, Dem bürg, Römer.) Donnerstag. Rausch.' Freitag; Mlrandollna {Heims, Saliner, Riemann, Brandt, Pröckl, Behmer.) Koinödienhans' Täglich VjS Uhr: Die Sache mit liola mit Max Palleaberg. Berliner Theater VtSUhr: Der letzte Walzer. Central-Thoater p/, Frau Bärbel(Operette) OcutMrhe» Opernhaas 'UhrMignon. Prledr.-tvillietmst.Tli. u.; Boheit die Tänzerin. Kleines Theater. iv, u.: Oriselda. Kl. Schauspielhaus. »uhr Bilebse derPacdora. Komlsr.he Oper p/, uhr: Liebe im Schnee. Lastspielhaus P/. Uhr: Arnold Riech in Z wangselnq uartie rung. Metropol-Theater. je Hoilandweibchen Heues Operetteuhaos f/j u.: Die Csikösliaroness Neues Voikstheater Der Tor und der TV, Uhr: Xod. Elektra. Behlller-Theat. Chnrl. Sü Die gutgesehnitiene Ecke Thalln-Thcater f/.u.: Der dumme Franzi. Di. am\'ollendorf|>latK il/4 Uhr: Hamlet. i uhr: Wenn Liebe erwacht Theater des Westens ZV« Uhr: Schnee*, u. Rosenrot ü'iDererstenUehegold.Zeit rh. i.d.Kommandaatenstr« früher Ilerrcfcld-Theater, % Die Dame im Frack. Wallner-Theater Gf! Der Geiger ton Lugano. W alhalla-Theater muGastsp.Hartstem Residenz-Theater. »/«» Uhr: Die Freundin Tilla Ourieux, Toelle, Blldt, Albers, Vallentin. Sonntag 4 Uhr: Die Freundin. Trianon-Theater. «/«S Uhr: Der Roman einer Frau Ida Wüst, Burg, Limburg, Valettl. Falkenstein. Stg. 4: Roman einer Praa, Theater Dir. James Klein«| | Vf* Allabendlich 7' 2 1 Die Sensation der f Wlntersalson Orient- Natura-I listische jtnsstattungs-Pantom| in 3 Bildern Harems- Nächte!! 1 Um. Mitwirkung ron I Oft Original- liU Kamrruncrn Oft Bajaderen- i>U Tänzerinnen sowie exotischen Darstellern und die übrigen EM-Semtim �onntaffSVs Ungekürztes Programm mit Harems- Nächteü Ta�iicn Sonntags 3'/, u. 7'/, Uhr: WUh. Hartstein Nur noch bis einschl. Sonntag, den 31. Oktober ige Witwer nnd das Rönigstadt-Theater Bahnhof iannowitzbrflcke Tägl.T�O Gala. Sänger. Im Ballsaal TANZ. BeicbshalL-Tlieater Abenb» 7'/» unb Sonntag Zita.» Stettiner Sänger. �Z!m. Halbe Preise Vxrietä- öönhosl-Brettl.Ani Rose-Theater. 7V, Uhr: Kater Lampe. Folies Gaprice. V,»: Heute u. morg. z 1. Male: Versicheruog geg. Ebebmeli mit Ferd. Qrünecker. In Vorbereitung: Sanatorium Steinacli. Casino-Theater Lothringer Str. 37.— Tgl.'/«»: Nur noch bis 4. November Seil August aui dem Spicipla» Kflorps sei. Witwe Freitag, s. November, z. l. Maie Der Fehltritt einer Frau. Sonnig. 3'/,: DerHausdra che. roletsdsehes Nlsster. Heute Müllerstr. 142 7'/, Gegeo 1 weiß.SetireckßD, Für Sowjet-BiiSlaail f ücnrensiraöe; 13 Attraktionen. Sehall tmdjtaneb Dir. Hans v. Wolzogen. Wlederaoflreten Paul Qraetz Mady Christians und d.gr.Oktober-Progr. Balalalka'Orchester. Konzert 7V« Beginn SV, Theater a.Kottba«.Tor Tel.: Moritzplau 14814. Täglich 7V, Uhr und Sonntag nachm. 3 U. Elite-Sänger BIüthgen-Konzert Beginn 7 Uhr. Vorv H-F). 4-6Uhr OerBiaoia-PraehisHlB C. Richter, N 4, Chausseextr. na Jeden Mittwoch: Hoffmanns jNordd. Sänger (stets neues Progr.) Anfang 7.45 Uhr, i Beg. d. Konzerts 7.15 PhUtiarmonle. Sinfonie-Konzert des Fblibarm. Orchesters uirlg. Richard Hagel unter gefl. Mitwirkung ron Jascha Spiwakowski. Anf. 8 Uhr. Eintritt 3 M. Safe•iiatiert• Eaft leiigmeg Crattienftratie 53-54 Gastspiel Ernst Petennaini ? Kalo? 3 Perandls unb bd» große Barietd» Programm. UkA-?AI.A57 AH �00 Uraufführung 29.Qktober Oer Golem wie er in die Welt kam SllEer nach Segebenheiten aus einer alten Chronik von Paul Weg en er ZLnf Kapitel mit einem Dvrspruch von Paul Wegener Sinfonische Musik von H. Landsberger * Hauptgestalten: Paul Wegener �yda Salmonova Ernst Deutsch Albert Steinrück/ Lothar Müthel Hans Sturm/ Otto Gebühr Lauten: Hans pölzlg GevSnder: Rochus Gllese Ghren- and Urtikarien ungültig Vorverkauf von 11 bis 1 Uhr i Dukätcil-Ti'Miug 900 gestempelt 150 Mk. an 565„ 105,. 333, 65,. inkl. Luxussteuer. Jeder Ring ist tugenlos aus massivem Golde hergestellt bei voller Garantie für Feingehalt I Jede GröBe am Lager Q. Alb. Thal Erstes Berliner Spezlal. geschalt für Trauringe. O. 19. Seydelxtp. 5 (Splttälmarkl) Eigene Fabrikation. Mn ßrillanten' Juwelen jeher Art Heine u sehräroße Ob- fette, weit über b;a hüchsten Zog esfUM, Brachgold blsSBPL Brnchsliber bie 1,40 M.. Platin 150 bis 170 ZA. per Gramm (frttbl.). liniere direkte Berwrrtung ermöglicht uns, sehr hohe Preise an�uiegen, die von söge» nannlen Anfanssstrllen selten gezahlt werden können. Unser Stich- ' wort: Wir ftlhrrn, andere folgen. Edelsteiiiver- vertaogsstcDe Kochstr. 16-17, (Kein Laden)., (9-7 Uhr). DER RICHTER Jl m i MWÄ« 1• NACH■ I CALOERON l| j|l REGIE DR LUDWIG BERGER XUJ' LljÜ [PAS EREIGNIS' jj y fiSOKI l-'-il• Y HAPHOPIIMS . B E.R.I I>l III ALBERT DAGOVER"'"h.on jrEINRLKK // �. wTS ('tw/ fl-iZL VP( './-r 1 CtreurSiMi | Heute 3 u. 7.15 U: Das gr| SarrasanU Piogramm. Nachmittags 1 halbe Preise für Kinder.[ Vvk Tief u Orcnskissf Winter- Garten Täglich 7.>s IJhp: Variete-Spielplan Rauchen gestattet 1 Concordia Palast- Theater 64 Andreasstr. 64 Anfang? Uhr, Sonntags 5 Uhr Filmschau: Harry Fiel ..Izaltplraten" Henny Porlea „Die(-uld. Krone*1. Babnenschaa t Erstklassiges Varlett. Ädmlrals-?alast Flirt in St. Moritz 5." Morg.: LJB Die lustige Puppe. Piatl. Akad. Hochschule für Mnsik| Charlottenburg, Fssanenstr. I.• Opern chorschule teitg. Prok.HugoROdei Die Opernchorschule, aus der sich der Chor der Staatsoper bisher eiganzte, ist vom November ab der StaatU Akad. Hochschule f. Musik angeßliedert Auf r.ahme- lesuche sind ah das Bureau der Hochscrule zu richten. ie Aufnahmeprüfung findet am 6. Nov., nachm.4 U. Juwelen, Edelmetall- bruch l.'aufen zum Sagespreii ]S.WoIosiJ.Rilfln, Dorothrenstr. 74,*| (Ede Frtebrichfttaße.' Brillanten Ankauf DemsclLlnr.Haadefsiu. Taubenstr. 43. I Ersuche V. 19 zu de-, die BT-"" achten I Kupfer Messing Blei Zink Zinn usw. Zahlen stets Tagespreise! oa Metallschmelze ot Ol Straosberger Str. Ol Kupfer Messing, Zink. Biel Quecksilber Pellen. Nägel, Schmirgel wirklich höchster Preis Wafimannstraße 22 AnkIamerStr.58,floI Aerztlich geleitete, modern eingerichtete Heilanstalt für ambulator. Behandlung Modernes, erprobt Heilverfahren: Naturheilverfahren, Elektro« und Lichtheilmethode, die wlssenschamicli anerkannnte und glänzend bewährte „Künstliche H6hensonnen"-Behandlung Röntgen-Behnndlung und-Untersuchung, Wasserheil verfahren, Pflanzen- und Kräuterkuren und Bäder, Sauerstoffkuren, homöo- patische und mechano-therapeuthische Behandlung.— Nach- wcilzbar gute und dauernde Heilerfolge bei sämtlichen Krankheiten, inneren u. äufzeren, speziell chronischen, z. B. Lungen-, Hals-, Herz-, Magen-, Darm-, Leberleiden; Nervenschwäche, nervösen Kopfschmerzen, allgemeiner Nervosität, allgemeiner nervöser Abspannung, Ischias. Gicht. Rheumatismus; sämtlichen Ausschlägen, Flechten, Wunden; Lähmungen, sowie Kinderlähmung, Stoffwechselkrankheiten, Zuckerkrankheit usw. Freiwillige briefliche und mündliche Anerkennungen früher behandelter und geheilter Patienten, die angaben, vor der Behandlung in unserer Anstalt anderweitig ohne Erfolg behandelt worden zu sein: 1. Frau M. Richter, Berlin-Moabit, Waldstr. 33, Lungenleidert, Blutarmut, Nervenschwäche gebeilt.— 2. Herr Georg Heinrich, Baumschulenweg, Baumschulenstrafee 29 EL Lungenleiden gebellt.— 3. Frau Berta Dachow. Neukölln, Emser Stra&e 138. Von Bronchialasthma, nervöser Herzschwäche und Neurasthenie geheilt— 4. Herr K. Ensle. Restaur., Charlotlin- burg, Huttenstralze 12, Chronischer Mittelohrkatarrh- geheilt.— 5. Frau Käte Tschoepe, Bln.-Südende, Lichterfelder Str. 37. Von aUgem. Nervenschwäche, Herzneurose und Unterleibsleiden geheilt— 6. Frau M. Zafke, Berlin. Nollendorfstr. 40. Rheumatismus n. steife Schulter geheilt— 7. Herr E. Ehrhardt, Gr.-Lichterfelde, Ringstrafze 52a. Chronisches Hüftgelenkleiden wiederholt erfolgreich behandelt— 8. Frau E. Hohdorff. Berlin, Kolberger Str. 28-29. Nerven- ti. Knochenhautentzündung— vollständig gelähmt— geheilt— 9. Herr F. Nayda, Berlin, Prinzenallee 72-73. Von Kopf- und Kreuzschmerzen, trockener Brustfellentzündung nach Influenza geheilt.— 10. Frau E. Herz- mann, Schöneberg, Feurigstr. 61. Eiternde Fistel nach Blinddarmoperation geneilt— II. Herr E. Ritter, Friedenau, Spon- holzstr. 56. Von Kniegelenkleiden geheilt.— 12. Frau A. Rohrmoser, Berlin, Breslauer Str. T. Altes fünfzehn iähriVes Herzleiden geheilt— 15. Herr M. Aufcner. Reinickendorf- West, Antonien st r. 3. Kiefervereiterung geheilt— 14. 5?rau H. Hagel, Sachsenhansen b. Oranienburg L M. Untcrl-Blutungen und Nervenleiden geheilt.— 15. Frau Wwe. Fritschler, Berlin, Ma- rienburger Streike 48. Darmgeschwulst geheilt— 16. Frau des Herrn Inspektors O. Heinrich, Berlin-Friedrichsfelde. Magerviehhof. Von Geb.-Knickung geheilt— 17. Herr Erich Bock. Berlin, Havelberger Strafee 15. Von Nieren- und Blasenleiden, Wassersucht, allgemein, gross. Schwäche geheilt— 18. Frau Restaur. Hering. Berlin, Schönhauser Allee 87. Von Basedowscher Krankheit geheilt— 19. Herr A. Brose, Berlin-Tempelhof Friedrich» Wilhelm-Strafze 14. Schweres Rückenmarkleiden mit Lähmung der Beine vollständig geheilt— 20. Frau E. Popp. Blm-Lichfen- berg, Gärtnerstr. TO. Von chron. Frauenleiden. Herzschwäche :rg. Verstopfung geheilt.— 21. Herr A. Schlabitz, Berlin, Caprivi- stralze 24. Von Gesichtslupus geheilt; vorher mit Radium erfolglos behandelt— 22. Herr A. Hellwig, Bin-Borsigwalde, Emststralke 25. Von Mngengeschivulsf, Verstopfung und Nervenschwäche geheilt— 23. Herr Milchhändler Eckert, Berlin, Greifenhagener Str. 26. Von gichtisch-rheumatischen Schmerzen in Bein und Fufkgelenk geheilt.— 24. Herr Gastwirt C. Michaelis, Charlottenburg, WaUstr. 87. Von chronischem Leberleiden und Gelbsucht geneilt— 25. Frau M. Knorr. Berlin-Lichtenberg, Scham weberstrafze 62. Von Herzschwäche. Leber-Anschwellung und Magenkrebs geheilt— 26. Sohn Paul des Weichenstellers Herrn Wilhelm Haffner, Berlin- Westend, Beamtenhaus. Von schwerem Beinleiden geheilt Bein sollte abgenommen werden. m Briefliche Original-Anerkennungen von uns geheilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt auf Wunsch zur Einsicht Sprech- tt Behandlungszeit; 9—1, 4—7�, Sonn- u. Feiertags 9— L Heilanstaltsbesitzer Profenor P. Mlstelsky Arzt approbiert im Ausland Berlin S0 16, Briickenstrasse 10 b am Bahnhof JannowllzbrOcke Kelna brleflithe Behandlung, nur nach genauarUnlar» »uchung In dar Hellanalalt 30 Jährige Praxis » Axaa ■ gesut � Die Ai tuen, ü =4 Sehenswürdigkeit von Oiiariottenburg> Kcltmunn's Grottcnsaal Scharrenstr. 34." Inh.: F. Mnswleck. Der baai gleicht einer Tropfsteinhöhle« i Jeden S o n n t a 5 Uhr, jeden Mittwoch 7 Uhr Großer intimer Ball« Jugendliche unter 18 Jahren haben zum öifentlichen Tanz•3Wr- keinen Zutritt' SM'17 D Ankanf von Brillanten, Perlen, Ähren, Platin nnd 4 G. Sehliephaeke, Uhren, Platin nnd Goldbrnch. FriedrlehstraSe 210, Ecke KocbstraBe. Prozesse, Rat, Beistand, mäSige Preise, Teilzahlung, Ehe-. Alimenten-, Straf Sachen. Steuern, Gnadengesuche, Landgerichtsrat Dr. v. K i r c h b a c h, Gesellschaft m. b. H., AlexanderstraSe 48(am Alexanderplatz, gegenüber .—— Tel- KBnigst 3S9S. Tieu) 0—7) OUuiz. Erfolge l Beoöachtg. (Jnlon-Klnb, Berlin. Annabme für Vorwelten für Rennen In Berlin nnd Im Reiche SchadovstraOe 8 für persönliche und Postauftrige. Kurfürstendamm 234 1 Neukölln, Bcrgstr. 43-« Bayerischer Platz 9 Potsdamer StraSe 23 a Oranienburger Str.48/49 Kurfürstendamm 65 Schoneberg, Hauptstr. 9 1 und Theaterkassen der Firma A. Werthelm t Leipziger Straüe 126 Rosenthaler Straße 29/31 Morlizplatz Könlgstraöc 31/32 3 Z = E f. Tauentzlenstraöe 12 a Nollcndorfplati 7 Ratbenover Straüe 2 Planuter 24 AnaafameschlaB: Für Berliner kennen 3 Stunden vor Beginn des ersten Rennens. Für auswärtige Rennplätze abends vor dem Renntag. Postau'träge werden nur Schadowstraße 8 angenommen. Ausführliche Wetthedinonngen in allen Wettannahmestellen erhältlich.• V erkaufen Sie nichts, bevor sie unser Gebot büreo >9 t VI IVII9— »-� allerhöchste Preise.-MG 101/15 Bruch-Platin l"5'00 M,-Gold bis 36M.,-Silberbis l,40.M. Wollsohn i Keaniann, Unter den Linden H 8 bis§. Brillanten maragde höchsten Surs Weisager, (r Brills Perlen, Si tonft zum höd W. Wes � Ccipiifler ä'ratze 117 BtiMen, Platin, ffiolö, Simei- Bruch und Sachen, Mm, mm und Millellilvlllvlk lauft unb zahlt dir höchst rn Tagrspreife S. Degen, Linienstraste 77, am Rosenthaler Tor. Telephon: Norden 1588. Kupfer, Messins Rotguß, Zink, Blei, Zinn, Qnecksiibei kauft zu Tagespreisen, Fr. Nenmann jr., Bestes Absatzgebiet für Fabrikanten nnd Höndlet Nntzeisen jeder Art: Rund», Flach», Quadrat» u. Bandeisen» Gas-Siede-Rohre» I'-Trägern.ll-Eisen, iVeldschnneden und Ambosse sofort ab Lager lieferbar Felix Kokte, Berlin C. 23. Dircksenstr. 12, Morittplah 12072 Ecke Bollairestratze. Morlgpian I2M3. ZtsUemangehot« NA?" ZKaurer'HM 137, Eingang Manerstra sstriger weniger Trustkönige geopfert werden. Tie Arbeitnehmer- schrst hält demgegenüber an der Zentral organisation der KoHl:nwirtschast fest, da die Kohle Gemeingut der ganzen Volks- Wirtschaft sein und bleiben muß, und sie erkennt nach wie vor nur in der soziahfierten Wirtschaft die Gewähr, daß alle Privatinteressen dem Gemeinwohl in jeder Beziehung untergeordnet werden. Sie lehnen deshalb diese Vor- schlüge ab.' Wagner(Arbeitnehmer) betont, cuS den Reden der Herren Silverberg und StinneS spreche goch immer der Geist der. B er» n e r» u n g. Der Arbeiter wolle nicht mehr Arbeitsobjekt sein. Er wolle seiner Arbeit froh werden. Mit Lösung dieser psycholv- gischen Frage würden sich auch alle übrigen Fragen lösen. Die Auffassung des Herrn StinneS, daß er nur mitmachen wolle, wenn er bleibe, was er sei, könne uns nicht weiterbringen. Den Ge- danken der Gemeinwirtfchaji preiSzuaeben für Gewährung von Privatvorleilcn, dazu geben sich drc Arbeiter nicht her. Generaldirektor Bögler(Eisenhüttenvertreter) verweist auf die Bedeutung der Kohle, die Vorbedingung jeder Arbeit und jedes Ledens fei. Und gerade dies«(wolle man zu Experimenten be- nutzen. Bon einer Vertrustung der Kohle ist gar keine Rede. ES kzll nur die Verteilung der Ko/le auf Grundlage der Einteilung des Reiche? in Wirtschaftsgebiete erfolgen, damit jeder einzelne Betrieb die Garantie dafür erhält, auch Kohlen zu bekommen. An dieser Verteilung sollen Staat und Gemeinden Anteil haben. damit haben die Arbeiter das. was sie wollen, und der Unter- nehmer bleibt seinem Betrieb« erhalten. ».--------- „parallele." A«S den.Münckiencr Neuesten Nachrichten': Der«eiste». kraute, ter am Sanntag snib balbnackl tm Babnhof«rag. hefleiabe ein« Fahrkarte nach Verdun verlangte, ist ein LS Mabre alter Elektrotechniker auS München, der schon öfter in einer Heilanstalt untei gebracht war. Die N leider hatte er in den Werllanal getrorscn. wo sie auch ausgesunden wurden.— Im.D'.Zug, durch silinmendeS Räderratreru, hört ich Aaiernenbolstimmen schnattern. und in meine schweifenden Träume klangen Gespräche, die mich zum Aufmerken zwangen —.Ganz sicherlich sind Sie auch Lrgeschmann?'-- —.Natürlich.'--.UebrigenS, Sensation, der Ludendorff kauft sich bei München an, wird Schloßherr und-- Was. Sie wissen schon V-- Ich hatte genug, und da sie nicht schwiegen. begann ich die Zeitung zu übe, fliegen. Da las ich, so ganz unter andeim verborgen. ein Irrer wollte om Sonnlog morgen, halbnackt die Kleider vom Leibe gerisien, sich nach Verdun eine Karte iS'en-- (bei München ist auch das gewesen—) — Gut, daß wtr ihn jetzt Ilt der Ansialt wissen. _ Alexander Seidel. Rest Langer lprscht von heute. Miltwoch, ab bis zum kommenden Zonnlag im Schillersaal,»Eharlottendurg, jeden abend die ganze .Fromme Helene' mit wechselndem Velin ogrimm von Wilhelm Vusch. Eng. n Zabel spricht Im Ksinsllerhau e am LS. Oktober, abends 7 Uhr. über das Tdeina.Friedrich der Sroye und Katharina IL*. Er wird aus neuen Fwsch.ngen berichten, lieber nervöse Störunge« und ibre Veliaudsung spricht im Visicnlckaststchen Verein am r7. ilkt. im Höisaal«eorgemtr.»4/36. abdS. 8 Uhr. Prof Dr. Stier. Sinlagtarien beim Pförtner und« der Nhinphaea-Btideijoige erheblich bereichert. ■SM Sammlung soll eine eigene würdige Siälie erhalten. Eine konimilntstisrbe Universtiat wurde in Moskau gegründet, die kommunistische Umveri.tät Sweidow. welche mit ihren Borleiunae» berettS am Dezember beginnen soll.»>e soll nur Arbeiter, uichi Personen mit höherer Ludung aujuehmet». Geheimrat Dulsberg(Chemische Industrie) beton! den ernste» Willen zur Mitarbeit, erwartet aber auf ieiten der AiOeimchmer unbedingtes Vertrauen zu den AuSfütrungen der Arbeitgeber. Auch die Kohlcnwirtschast sei nicht rmmer gewinnbringend, was er durch einige Beispiele belegt. Redner polemisiert sodann in länge- ren Ausführungen gegen die Arbeitnehmer und betaut, daß hier Glaube gegen Glaube steh«, der Glaube, der Arbeitgeber aber durch die Erfahrung ge- stärkt werde, während alle Versuche der Arbeiter in der Richtung der Svzialisierung bisher schief gegangen seien. Redner tritt für eine individualisierte G ernein Wirtschaft ein cm Stelle der durch den Sozialismus bedingten Massenwirtschaft und lehnt beide Vor- schlüge der Sozialisierungskommission ab. Jmbusch(Christi. Bergarbeiterverband) meint, eine Verständi- gung werde lichter sein, wenn sich alle auf den Standpunkt stellten, daß � die Sozialisierung komme. Die Arbeiter häften den gleichen Drang nach Freiheit und Selbst- betätigung wie die Unternehmer. Der Vorschlao des Herrn Silver- borg wegen der Vertrustung laufe nur auf eine Verankerung des alten Systems hinaus. Zu den Unternehmern batze er das Vertrauen, daß der größere Teil von ihnen sowie! Gemeinsinn haben werde, auch mitzumachen, wenn es ihnen einmal gegen den Strich gehe- Lösfler(Kaufmännischer Angestellter) sieht in der Schaffung von WirtschastSprovinzen den ersten Schritt zur Zertrümmerung der Reichseinheil. Das würden die Arbeiter nie zulassen. Di« Massen streben nach der Umformung, treffen wir daher die Eni- scheidung. ob wir in den nächsten Tagen uns auf bestimmt« Richtlinien im Sinne der Sozialifierung zusammenfinden können. Weirerberatung Mittwoch nachmittag Uhr. Deutsämationaler pogromtag. In'»er Schlußsitzung des Deutschnationalen Partei- iages in Hannover hörte man nach den„Enthüllungen" des Vorsitzenden Hergt über die Präsidentenwahl(siehe Dienstag- Abendausgabe sowie an anderer Stelle dieser Nummer) das Referat«rneS Dr. Ritter(M. d. Pr. L.) über„Das Volkstum und die deutsche Zukunfi". Dieser führte die Niederlage Deutschlands im Weltkriege darauf zurück, daß die deutsche Ar- beiterschaft längst„völlig der undcntschen Jdcologt« des Marxis- muS" verfallen sei. die man nicht verstanden habe zu überwinden, „weil auf der Seite der Industrie eine genau so uadeutsche Jdeo- logie des Kapitalismus(Z'inneS? Donncrsmcrrck? Krupp, Hugenberg?) gestanden habe. WaS die Deutsche Volks- Partei an nationalem Geist habe, sei besser bei den Deutsch- nationalen aufgehoben und die Deutsche Vol-partei sei daher vollkommen überflüssig geworden. Das Preußen- tum sei daS apolitische Gewissen Deutschlands. Warum'assen wir uns jüdische Literatur, Kunst und Thealer aufsränzen und damit die deutsche Kunst ersticken? Als nächster Redner sprach Reichstag Sabg-ordneier Lambach vom Deutschnatwnalen Handlungsgehilfenvere'n iiber:„Unser Weg zur deutschen Volksgemsinschafr". D'.e Kluft zwischen Arbeitern und Unternehmern sei erst durch den an» deutschen Marxismus unüberbrückbar geworden. Wenn nicht Marx mit seinem undeutsche«, jüdischen Geist dagewesen wäre, dann würde da» Drängen(nach Sozialisierung) zu einer germanischen("?!) Aufwärtsbewegung geführt haben. Der Redner wendet sich gegen R a t h e n a u, der ejn ausgeklügeltes System schaffen wolle, durch das das nach reine deutsche Wirtschaftsleben am Niederrhei»(Aha!) auch den Juden in Berlin ausgeliefert würde. Im Marxismus liegt die Ver- elendung. Wir führen die Arbeiter auf den Weg zum Aufstieg. In der organisierten ProduktionSgemeinschaft werden wir auch zur Verwirklichung der Arbeitssolidarität kommen und damit die Sklavenketten von Versailles brechen. DaS ist unsere deutschnational« Sozialpolitik.(!) Der Kampf muß auf der ganzen Linie aufgenommen werden gegen die Hetze für Sozialifferung. (Stürmischer Beifall.) D.eser Kampf wird uns sicher zum Siege unter der>' cht» arz- weiß-rotenFahne führen, jum Siege mit dxm Kaisertum, mir dem Kyffhäusertraum.(Stürmischer Beifall.) In der Dis- kussion wurde wacker auf die Juden losgeschlagen. Bor allem der Abg. Wulle, mit stürmischen Heilruf.'n empfangen, erklärte, es müsse ruhig das Wort.Judentum" in den Mund genommen wer- den. Der Fall Löwenstein habe dem Blindesten d.e Augen öffnen müssen. DaS internationale Judentum werde unser Volk erwürgen, wie es daS russische erwürgt habe. Wir bekennen uns geschlossen zum völkischen Gedanken. Ein Direktor Winkler- Oesnitz, der den jüdischen Geist am besten durch daS Alte Tssta- ment bekämpfen will, und der es wagte, zu verlangen, daß der völlige DnmmheitSkampf der Rassenfrage gegen das Alte Testament aufhöre, mußm unter Schluhrufeu abtreten. Ein Kaufmann S i ege r Sh au s-EIberfeld erklärte, die Duldsamkeit gegen die Juden könne den Todeskeim in die neue B-llSgemeinschaft tragen. Es freue uns, daß ein Hohenzoller, Prinz Heinrich, den Ausspruch getan hat: Soll Siegfried siegen, muß Inda untergehen. t Stürmischer Beifall.) Studienrat Dr. Ander!- Friedenau ver- langt den Rücktritt Haenischs von seinem MinisserstuhL(Zu- ruf: All« müssen weg!) ES ist uö.tig, daß daS Alte Testament verschwinde. Wir brauche««««« deutsche Bibel. < Stürmischer Beifall.) Graf K a n i tz- Podangen erklärt: Der LandtagSfraktion gebühre Dank, daß sie dauernd gegen de« s o- genannt«« Landwirt schafrsmini st er Braun den Kampf geführt habe. Dr. Knöchel- Charlottendurg: Die Par- teileitung muß Sorge tragen, daß der jüdische Geist ver- schwinde. Der dritte Parieitag muß die RassenfraAen scharf umgrenzen. Otto- München lädt �den nächsten Parteitag unter stürmischem Beifall nach dem Süden Deutschlands ein. (Und wir dachten, daß gerade das Preußentum— siehe oben— das politische Gewissen Deutschlands sei?) Ein Redner aus GoZlar wendet sich an die Parteileitung mit den Worten: Wer vom Juden ißt, stirbt daran. Wir verlangen, daß die Partei- leitung es ablehnb, auch im guten Sinn gemeinte Gelder au? jüdischen Händen anzunehmen.(Stürmischer Beifall.) Partervorsitzender Hergt erklärt, daß er nocki niemals Geld aus jüdischen Händen ongenomme« habe.(Die deutschnatio- nckle Abneigung gegen das Alte Testament erscheint unS sehr ge- rechtfertigt, denn darin steht ja da! ominös: Gebot:„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden...") Ein Antrag der Ortsgruppe Neukölln. der verlang:, daß Juden nicht m die Partei gehören, und jüdisch Versippte ein'Parteiamt nicht herleiden dürfen, ist zur ü ck- gezogen.(Zuruf: Leider!) Hergt hebt in der Schlußrede her- vor, daß der Parteitag die G e f cb! o s s e n h e i t in seinen(soll wohl heißen: pogromlüsrernen?) Anschamungen bekundet habe. Der frühere ÄriegSm. nister Wild V. Hohenborn sprach der Partei- leitung den Dank für ihre umssch.ttge Tätigkeit auS, mid unter dem Gesang:„Deulschkand, Deittfchland über alleS!" ging der Pogrom- tag auseinander._ Perbv ktung eine« Münchener Neukom,»»nisten. DienStrg früh ist ter V o 1 k S f ch u l l e h r e r Lübeck in München wegen Auf- reizung zu Gfcwalltätigkeiten verhafler worden. Er h.n kürzlich als Delegierter des kommunistischen Teils»er IL S. B. D. an ter Tagung in Halle teilgenommen und"soll daraufhin in einer Sek- tionsvusammlung in München das Umbrintzen der Revo» luitonsgeprter einschließlich der RechtZsoziakisten nach ' russischem Vorbild: alS notwendig eriläri haben.(Das schein:� ja wieder mal ein« rechte Spitzelnochrich. zu se'n. auf die die Mün- 1 chener Polizei hereingefallen ist. Red. d.„Vorw.".) Robert Cedl im volterblmüe. Paris, 28. Oktober. MTB.) Nach einer Havasmeldung auS London soll General Smuts Lord Robert Cecil gebeten haben, Südafrika aus der Tagung des Völkerbundes zu vertreten. Eecil habe den Auftrag angenommen. Sir Reginald Blanckenberg, Oberkommissar für die südafrikanische Union in London, werde sie als ihr zweiter Delegierter in Genf vertreten. Wir deutschen Sozialdcmolraten, die stets auf den Völlerbund, gedanken große Hoffnungen gesetzt baben und die nur gegen die einseitige Karikatur des Völkerbundes, die in Vcr'ailleS gezeichnet wurde, entschieden Protest erbeben, können dieie Wahl des Lord Roberl CerilS nur lebhaft begrüßen. Cecil bat sich feit jeber als einer der mutigsten und weitberz'gsten Verfechter dcS wabren Völkerbundgedankens erwiesen. Er hat in zahlreichen Reden sich für die s o f o r t i g e Z u l a i s u n g der Zentralmächte eingeietzt. Möge seine Ernennung zum Vertreter Südafiilas dazu beilragen, daß endlich ein neuer Geist in dieie Körperichafi einziehe, die sich bisher unter der Leitung des franzörrfchen Senat!» Präsidenten Löon Bourgeois lediglich als ein I n st r u m e n i der siegreichen West mächte erwiesen hat, wie z. B. bs Bestätigung der skandalösen Volksabstimmung von Eupen und Malmedy._ Repreffalien gegen polem, Infolge der unentgeltlichen Nutzbarmachung zahlreicher deutscher Weichielschiffe durch Polen sür Kriegs- und sonstige Zwecke und in- folge Fortiktziing dieses Vorgehen? während der Verhandlungen über ieine Einstellung hat man sich in Deutschland, nach der& S.» Korrespondenz zu einer Antwort mit ähnlichen Mitteln«nischlvsien: Die drntiche Regierung habe zunächst sür Polen bestimmte Transporte SuperphoSphat aus Schweden, die in Stettin eingetroffen waren, angebalten. Da das schwa- dirchs Superphosphat von den Polen dringeizd benölicP wird, haben die zivilen polnischen Behörden in Blomberg erklärt daß sie ihrerseits alles tun würden, um von den militärische« Stelleir eine Aufhebung der Schifferequisilionen zu erlangen. Da» gegen zeigen sich die Polen nach wie vor nicht geneigt, die N e tz etz» sperre auszuheben, so daß der H e r m t r a n s p o r t der deutsch«, Schiffe, selbst wenn hre Freigabe erfolgen sollte, praktisch Jehr stagf lich wäre. Eine Kommission von Vertretern de? ReichswirlschaftS- und des Retchsverlehrsministerium« hat mit den ihrer Fabneuge beraubten deutschen Schiffseignern über die Entichädigunge'ragc verhandelt. Man wollte ihnen ursprünglich eine tägliche Emichädi- gung von 26 M. zahlen. Die RegierungSverlieter' erlläne» sich ichlreßlich bereit, täglich 41 M. zu zahle». Die Schiffseigner bracheu daraufhin die Verhandlungen ab. Der englische Streik. London, 26. Oktober.(Meldung des Hollandsch NieuwshureauJ Die Borschläge, über welche jetzt die Minister mit den Kohlen- arbeitern beraten, werden geheim gehalten, weil eS sich vor- erst nur um eine gegenseitige Annäherung handelt nnch keine.der beiden Parteien sich binden will. Gestern abend war die Verwaltung des Bergarbeiterverbandes noch nicht mit der Unter- ffrchung der neuen VerhandlungSunterlageu fertig geuwrdeu. Ein Beamter des GltwerkichaftZverbandes erklärte später, daß bis jetzt noch nichts geschehen ist, waS einen Abbruch der Verhandlungen ver, Ursachen würde. Die Bericht« der örtlichen Abteilungen des Na-, tionalverbandeS der Eisenbahner bestätigen, daß unter der'. Mitgliedern eine starke Abneigung gegen den Sym.« pathie streik herrscht._ Zwischen Deutschland und Dänemark ist ein Vcrtxgg über er- leichterte P a ß b e st i m m u n y e n mr das nordschleSlmgsche Gebiet und den kleinen Grenzverkehr zustande gekommen. Das Neueste mutz jeder heute wissen. der sich über die Geschehnisse dar Gegenwart auf dem Laufenden halten will. Er kann das nur. wenn er eine Zeitung hält, die den Nachrichtendienst aus dem Reiche und dem'Ausland, aus dem Staat und der Stadt, aus dem Gebiete der Kunst wie der Arbeit gleicher- maßen pflegt und die doch gewohnt ist. die Dinge zu würdigen aus dem Gesichtswinkel der sozialistischen Grundsätze. Das einzige Blatt Grotz-Berlins. das sozialdemokratische, Betrachtung niit gutgrpstcgtcm Nachrichtendienst verbindet, ist das Zeiitraiorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutsch- lands, der „vorwärts". Es ist notwendig, ihn zu lesen und ihm weitere Leser gewinnen. Der bevorstehende Monatswechsel bietet die be Gelegenheit, sür den„Vorwärts" neue Leser zu werben. kostet frei ins Haus gebracht mit der wöchenlllch erscheinentHm illustrierten Beilage„Volk und Zeit" nur 10 Mark hpn Monat. Unsere alten Bezieher bilten wir, unserem Bltztt auch fernerhin ihre Unterstützung zu gewähren, indem sie zr»n Monatsichlutz jeder mindestens einen neuen Abonnenten gj'» winnt für den „vorwärts". Folgenden Zettel wolle man ausschneiden und auSgesiSJlt der Expedition des„Vorwärts", Berlin SW. 68. Lindenstr.�3, zusenden. Ich abonniere ab heute den.Vorwärts' mit der � illustrierten Sonntagsbeilage.Volt und Zeit' in TroßrBerlin s täglich zweimal frei ins HauS für 16 Mark für November. Außerhalb Groß-BerlrnS Wohnende wollen beim Postamt ihres Wohnortes bestelle». Name Wohnung: -Straße Nr. vorn- Hof— Ouergeb.— Deitenfl.—„Tr. link»— recht». bei. Wahl öer Groß-Serlinee /irbeitslosenräte. zur der Bekanntmachung! Auf Grund der Bekanntmachung der Richtlinien Wahl der Arbeitslosenräte, sowie der Bekanntmachung Wahltage, findet am Donnerstag. Ä8. Oktober, nnd Freitag. SS. Oktober, die Wahl der Arbeitslosenräte statt. Jeder Arbeitslose hat die P f i ch t. sich an dieser Wahl zu beteiligen, da durch die Arbeitslosenräte die Interessen der Arbeitslosen vertreten werden. Die Wahl erfolgt in den unten angeführten Wahllokalen in der Zeit von vormittags 9 Uhr bis nach- mittags 3 Uhr. Bei der Wahl ist folgendes zu beachten: Jeder Wähler hat e i n e Stimme. Die Wahl erfolgt nach dem L i st e n s y st e m. Folgende Listen sind eingereicht: Lifte 1 aller freigewerkschaftlich organisierte« Arbeiter«nd Angestellten Groß-Berlins, beginnend mit: Paul N e u e n d o r f. Dreher, Hobrechtstr. 7. Seinrich Kunz, Tischler, Wiener Str. 59. ustav Schneidereit, Stuckatcur, Tunckerstr. 5. Liste S der nicht organisierten Arbeitslosen Berlins, Gormannstraße, beginnend mit: Fritz Schmidt, Arbeiter, Waisenstr. 20. Ferdinand Krets chmer, Arbeiter, Borsigstr. 32. Liste» der unorganisierten Gastwirtsgehilfen Berlins, beginnend mit Oskar D u d c et, GipSstr. 6. Hermann Böttcher. Genter Str. 68. Liste 4 'der Kommunistischen Partei Deutschlands(Sektion der Dritten Internationale), beginnend mit: Ferdinand Schlüter, Glasmaler, Goltzstr. 45, Franz Fischer, Kaufmann, Neue Winterfeldtstr. 8. Liste 5 der unorganisierten Arbeitslosen des Gemeindebezirks Ober- schönewcide, beginnend mit August K r e ß. Stinimzettel, die auf andere als die vorerwähnten Listen lauten, sind ungültig. Die Stimmzettel, auf denen die Listen verzeichnet sind, sind am Eingang des Wahllokals zu entnehmen. Der Wähler überreicht seine Arbeitslofen-Stem- sielkarte und Invaliden- oder Ange st eilten- verstcherungskarte mit dem Stimmzettel dem Wahl- Vorstand. Der� Wahlvorstand prüft die Legitimation des Wählers und trägt den Namen, Beruf und die auf der Stempelkarte vermerkte Arbeitsnachweisnummer in die Wahl- liste ein. Sodann wird der Stimmzettel durch den Wahl- vorstand im Beisein des Wählers in die Urne gelegt. Die Stempelkarte wird mit dem Vermerk„gewählt" .versehen. Nach Schluß des ersten sowie des zweiten Wahltages Hat der Wahlvorstand die Stimmen auszuzählen, in das Wahlprotokoll einzutragen und dasselbe mit den Stimm- zetteln in geschlossenem Briefumschlag an den Wahlausschuß, Engelufer 14/15, Zimmer 13, abzugeben. Von denjenigen Wählern, deren Kontrollstelle oder Arbeitsnachweis nicht als Wahllokal benannt ist, müssen die ihnen am bequemsten liegenden Wahllokale benutzt werden Bezirks-Kontrollstelle«. 1 Bellc-Alliance-Platz 5.— 2. Turmstr. 75.— 3. Müllersir. 48.— 4. Putbuler Str. 22.— 5. Kastanienallee 81.— 6. KreiiZwalder Strage 221/223.— 7. Memeler Str. 24/23.— 8. Engelufer 15.— 9. Ckiarlottenburg, Berliner Str. 81.— 10. Köpenick. Schloststr. 27/28.— 11. Lichtenoerg, Marltstr. 10/1L— 12. Achtenberg. Gürtelstr. 21.— 13 Neukölln, Mahlower Strage.— 14. Neukölln, Berliner Str. 93(Städt. Nochweis).— 15. Neukölln, Jiarstr. 12(Stöbt Nachweis).— 16. Ober- schönewcide, Luisenstr. 33.— 17. Pankow. Stistweg— 18. Reinickendorf, Kriis-Robern-Allee 1.— 19. Tegel, Veithstraste.— 20. Wittenau, Haupt- straste, Rathaus.— 21. Schöneberg, Grunctvalbstr. 19.— 22. Steglitz, Schlotzstr. 36.— 23. Weißcnsee, Streuftr. 35.— 24. Wilmersdorf, Gasteiner Stratze 11.— 25. Tempelhof, Dorfstr. 13.— 26. Grotz-Lichterfelbe, Teltower Str. 9/10.— 27. Treptow, Neue Krug-Nlle« 4.— 28. tzohen- Schönhausen, Hauptstr. 43.— 29. ftriedenau, Niebstr. 41.— 30. Britz, Chaussceftr. 51.— 31. Buchbolz, Berliner Str. 24.- 32. AdlerShof, Rabickeftr. 44.- 33. Schmargendorf, Berkaer Platz. Städtische Arbeitsnachweise. 34. Gormannstr. 13.— 35. Gormannstr. 30.— 36. Marinehaus, Brandenburger Ufer.— 37. Rückertstr. 9.— 38. Friedrichstr. 110/112.— 39 Linienstr. 83/85.— 40. Wusterhausener Stratz«.— 41. Charlottenburg, Siemensstadt, Nonnendammallee.— 42. Christlicher Nachweis, Blumen. stratze 75.— 43. Kriegsbeschädigten, Poststr. 5. Ter Wahlansschust. Neuendorf. Wangerin. Piatowski. VollmershauS. /lrbe!ter, Arbeiterinnen, Angestellte! Am Donnerstag, den 28. Oktober, und Freitag, den 29. Oktober 1929, in der Zeit voit 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, finden in den Wahllokalen, die noch an anderer Stelle bekanntgemacht werden, die Wahlen für die Arbeitslosenräte Groß-Berlins statt. Um eine geordnete Vertretung der Arbeitslosen zur Wahrnehmung ihrer Interessen, z. B. einer schnellen und gerechten Erledigung ihrer Anträge uud Beschwerden zu schaffen, hat die Berliner Gewerkschaftskommission die Wahl der Arbeitslosenräte s e l b st in die Hand genommen. Es wird nun Aufgabe der freigewerkschaftlich organisierten Arbeitslosen sein, jetzt auch dafür eine rege Vropaganda zu entfalten, daß die von den Gewerkschaften aufgestellte Liste der Arbeits- losenräte gewählt wird. Die Liste der organisierten Arbeits- losen ist auf Vorschlag der für diese in Betracht kommenden Organisationen zusammengestellt und beginnt mit den 5!amen: Paul Neuendorf, Metallarbeiter, Heinrich Kunz, Tischler, Gustav Schneidereit, Stuckatcur. In dieser Liste sind alle Berufe und die Kriegs- beschädigten je nach dem Umfange der in ihnen vorhandenen Arbeitslosigkeit vertreten. Kein Arbeitsloser darf eine andere Liste wählen, als die. die mit dem vorgenannten Namen beginnt. Als Legitimation für die Wahl gilt die S t e m- pelkarte und die I n v a l i d e n k a rt e oder die Angestellten-Versicherungskarte. Versäume kein organisierter Arbeitsloser, sich rechtzeitig an der Wahl zu beteiligea, damit die Liste der organisierten Arbeiter erfolgreich aus dieser Wahl hervorgeht. Gewerkschaftskommisfion Berlins und Umgegend. I. A.: G. S a b a t h. Gewerkschaftsbewegung Echt öeutschnational.z Der Deutschnationale Hand lungsgehilfenver- .band sendet an seine Geschäftsführer und Fachvertreter ein „streng vertrauliches" Rundschreiben, in dem er mitteilt, daß vom Reichsarbeitsministerium ein geheimer Erlaß ergangen ist- der bestimmten Kategorien der behördlichen Angestellten eine Er- keichterung für Vorschußrückzahlungen gewähren soll. Dann heißt es in dem Rundschreiben wörtlich: „Wir haben der Erlaß nur erhalten auf Grund unse- rer guten Beziehungen im RAM. und müssen bitten. uns diese guten Beziehungen nicht zu verscherzen. Es könnte aber möglich sein, daß der beim R. A. M. angestellte Urbath vom Z. V(lies Zentralverband der Angestellten), welcher auf der Tagung des Z. V. in Weimar gewesen ist, und jedenfalls diesen damals in Arbeit befindlichen Erlaß gekannt hat, in Weimar davon gesprochen hat. Das wäre eine Verletzung des D l e n st g e h e i m n i s s e s, und es wäre uns sehr angenehm, wenn Sie durch vorsichtige Umfragen bei Leuten des Z. V., die in Weimar waren, erfahren könnten, ob dies der Fall ist. Wenn unsere Vermutung zuträfe, so würden wir diesen Spion am R. A. M. los werden und andererseits ja unserer Schweige- Pflicht hinsichtlich dieses Erlasses entbunden sein." Ein tieferes Niveau des Kampfes ist nun wirklich nicht m c h r m ö g 1 i ch. Man vergegenwärtige sich. Der deutschnationale Verband unterhält zu einem Angehörigen des Reichsarbeitsministeriums unerlaubte Beziehungen, die er sich nicht verscherzen will. Um nun die Spux von sich abzulenken und gleichzeitig das ihm unbequeme Zentralverbandsmitglied im Reichsarbeitsministerium los zu werden, veranlaßt er seine Mitglieder,„streng vertraulich" zu schnüffeln, ob etwa der Vertrauensmann des Zentralver- bandes diesem auch Mitteilung gemacht hat. Dann will man diesen Mann, den man als Spion bezeichnet, als den Urheber der Indiskretion denunzieren, um ihn so zu beseitigen. Die Mitglieder des Deutschnaiionalen Handlungsgehilfenver- bandes werden umsonst schnüffeln, denn das erwähnte Mitglied des Zentralvevbandes hat nichts über den Erlaß berichtet. E s steht nicht auf dem Boden echt deutschnationaler Moral! Der Streik bei den Raiffeisen-Genossenschastea wurde nach 3g Tagen mit Erfolg für die Angestellten beendet, Die Arbeit wurde am 23. Oktober wieder aufgenommen. Durch die bewunderungswürdige Geschlossenheit der Streiken« den und die Opferfreudigkeil der Angestellten und Arbeiter wurde nickt nur eine 35— 65 prozentige Erhöhung der Gehälter erzielt sondern ganz besonders der Widerstand des Arbeit- g e b e r v e r b a n d e s und der Direktion gegen Ab- schluß eines Tarifes gebrocke n. Der hierfür in Betracht kommende Arbeitgeberverband trägt infolge seiner Hetzpolitik allein die Schuld an der langen Dauer dieses Kampfes. � Auch die Giftpfeile gegen den Zentralverband der Angestellten in der„Deutschen Zeitung" vermochten die Streikenden nickt zu zersplittern.� Es lohnt sich nicht, auf die Dreckspriyer der Arbeilgeber in der bürgerlichen Presse einzugehen. Die Angestellten haben sich nicht allein höbere Löhne, sondern auch die Anerkennung ihrer Organtsa- iron und die Gleichberechtigung gegenüber dem Arbeitgeberverband erkämpft. Schließung der Hamburger Werfte«? Hamburg, 26. Oktober.(Telunion.) Die Zahl der aus- ständigen Nieler auf den Hamburger Weriten hat sich auf etwa 200V erhöht, die von den übrigen Weritaibeitern durch frei- willige Lohnabzüge unterstützt werden. Der Metallarbeiterverband. dem auch die Nieter angeschlosien find, steht auf dem Boden deS in Geltung befindlichen Tarifvertrages und verhält sich deshalb durch- auS ablehnend gegen den wilden Streik der Nieter. Die Arbeiten auf den Werften erleiden durch den Ausstand eine empfind- liche Störung, und muß mit der Möglichkeit einer Schlie- ßung der Werften gerechnet werden. Ende des Bremer Staatsarbeiterstreiks. Bremen, 26. Oktober.(Eigener Drahtbericht de? ,V o r w ä r t s".) Der Staatsarbeiterstreik ist auf Beschluß der Streikenden beigelegt. Durch Verhandlungen mit dem Senat wurden Zugeständnisse erzielt. Der Sympathiestreik der übrigen Arbeiterschaft hatte nur geringe Ausdehnung. Die Straßenbahner lehnten in geheimer Abstimmung eine Slrerkbeteiligung ab. Die Kommunisten hatten zwar mit allen Mitteln versucht, den rein wirtschaftlichen Jälreik ihren Zwecken drenstbar zu machen, fielen dabei aber glänzend herein. Wagen- und Karosseriebranche! Zwischen dem Arbeftgeber- verband Groß-Berliner Wagen- und Kacosseriefabriken E. B. und der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände, Ortskartell Groß-Berlin, ist am 8. Oktober ein neuer Tarifvertrag für die Angestellten der genannten Branche abgeschlossen worden. Die Lohnsätze sind im Vergleich zu den bisherigen erhöht worden. Der Vertrag ist am 1. August 1920 in Kraft getreten. Kaufmännische Angestellte des Butterkleinhandels. Der am 29. Juni 1929 abgeschlossene Tarifvertrag ist seitens des Reichsarbeils- Ministeriums allgemein� verbindlich erklärt worden. Die allgemeine Verbindlichkeit beginnt'mit dem 1. September 1920. Alle Butterfirmen sind verpflichtet, die kaufmännischen Angestellten nach diesem Tarifvertrag zu entlohnen. Tarifverträge find im Bureau erhältlich. Zcnlralverboiid der Angestellten, Bellealliancestr. 7/10. Achtung, Buchdrucker! Freilag. 7 Uhr, im„Deutschen Hos", Luckauer Straße: Versammlung der Buchdrucker. Schristgießer und Stereotypeure, welche auf dem Boden der vraltischen GewerkschaktS- arbeit stehen. Tagesordnung:„Die deutschen Gewerlschaften und die politischen Parteien". Sirferent: Kolleg« Otto Krautz, zweiter Vorsitzender. Der„Korrespondenl"-Redakteur Willi Krabl und die anwesenden Gehilkenvertreter find eingeladen.' Zahlreiches Erscheinen unbedingt erforderlich. BezirkSkarte legitimiert. Die Kommission: A. Blumenthol. R. Herrmann. A. TbomaS. Deutscher Tronsportarbeiter-Berband. HlMdelSbilsSarbeiter und Rrbeiteiinnen auS der Texiiibranche und Bekleidungsindustrie! Donners» tag 6 Uhr im großen Saal des GewerlschaftsdauseS, Engelnler 14/15, Branchenversammlung. Tagesordnung: Berichterstattung über die stau- gesundenen Tarisverbandlungen und Beschlußiäsfung.— Branche: Reichs- organisationen. Heule 5 Uhr im Kewerlschaslshaus. Engeluser 14/ l5, Saal I, Vollvcrlnmmlmia. Tagesordnung: Bericht der Verhandlungs- kommission und Beschluszsassung. Bcrband der Saitler. Tapezierer und Portefeuiller. Donners- tag 7 Uhr Generalversammlimg in BoekerS Festsälen, Weberltr. 17. Zentralverband der Angestellten. Heute. Fachgruppe 4»(Ver- filbcrungseinnedmer). Mi.gliederocrsammlung 6 Uhr Rosenibaler Hos. Rosen- lbalcr Stratzc 11/12.— Fachgruvpc 7s(Leitende Angestellte deS Einzelhandels). Oesfentliche Versammlung 7'/, Uhr Haverlands Festsäle, Neue Friedrich- stratze 35.— Fachgruppe 9a— e(Lederindustrie und Handel/. Mitglieder- vcr'ammlung 61/, Uhr Dresdener Kasino, DieSdener Steasji 96.— Fach- giuvpe 14,(Auw-, Karosserie», Lust- und Wasscr-Fabrzengbau und Handel). Mllgliederversaminlung 7 Uhr BerbandSlolal. Bcllr-Alliance-Str. 7/10.— Morgen: Fachgruppe 7(Waren-, Kaushöuser-, Spezialgcschäste). Mit- gliedei Versammlung 7'/, Uhr, Böhmisches Braubaus. Landsberger Allee 11 /13.— Fachgruppe 14b(Gcldichrankiabrilen und Grotzlchloss-rcien).� Mitglieber- Versammlung 7 Uhr, Havellands Festsäle. Neue Frtebrichstr. 35. Angestellte im Grost-Berliner Zettnugsgewerbe: Montag, 1. Na- vember, 6 Uhr. im„Deuvchen Hos, Luckauer Straße 15: Oessentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Di« Lehren des Kampfes im Zeitungs» gcwerbe. Referent: Kollege HanS Mever. 2. Freie Ausiprachc. Tentfcher Werkmeister- Bervand. Fachgruppe Elsenkonstruktion, Bauschlosserci, GeldschranksabiUation. Velfammlung am Donnerstag 7 Uhr im S1 iiltbeiß. Neue Jatovstr. 2 /25. Hier»» 1«ellage. Msvardsmllris« stellen Wir wieder unser„Urbin* aus Terpentinöl und ersrKlassiqen Edel- wachsen her und bringen diese ganz hervorragende Giualiter unferder Bezeichnung Terpeitfinölware Itrtin Rajanol Haulcrßme vornehm parfilmiert, nicht fettend, macht die Haut zari und weih. Eleg Porzellan- dose 7.50 M.. Tube 3 M Zu haben in Drogerien und Parfllmerien. wo nicht, vom Hersteller: Bln.- Oberschöneweidr Fernsprecher: Oberschw.W Pelz Haus Qiesc FriccfoftS'GLuftUrff ist In Allen Geschäften tu haben. FabriK- Urban u ternm. Charlottenburg. osu&r K ZaiiluDgserielehteriin!] Leipziger St». 58 Achtung; I Ausschneiden I DeutscHands größtes Spezialgeschäft für Trauringe 1 Bing, Dukaten, 900 gestempelt.,, von 145,— 31k. an 1„!>/, 900... Stück Ä60,-„ 1 ,, 2„ 900„... ,, �„ 1„ 685 gestempelt von 100,— bis 175,— M. l je nach 1„ 333„„ 38,50„ 100,- B f Gewicht Alles Hz und fertig zum Mitnehmen. Versand nach AuBerhalb. Riesenauswahl aller in der Uhierv und(uwelenbranche vorkommenden Waren. Stets Gelegenhei siäufe in Brillanten. RICHARD BONNECK Hauptgeschäft• Berlin SchSnhaaser Allee 45 i Hochbahn; Danziger Straße). Tel.: Hnmb. 1344.— Filiale: ÄO., I,an«isbcrger Allee 41. Ecke Petersbargcr Str. TeL: Alex. 439a— Telegramm-Adresse:«oldonkel, Berlin. Ankauf von Gold und Juwelen.— Fahrgeld wird vergütet. i lütt. ZlgateffeuiabrU ttanbiha liefert kündig an Hü" dl er. Kantinen. Dastw.rte usw. Billlgst siofsbamet Sfc. 80a, Hof paterre. 27196 Laden fiir Leden»m!ttel. auch anderes, (mit Wohnraum und Einrich. tung) viel Induftriezulans. So- lort Hertel. Marchstr. 21. Swn-Mntei»as Ohnjelocttanf zu Engtospreisen direkt an Prloalp Selinxer, ciiSflollendUfg, _ Welmarer Sit 31. hochpar«. 11743 Neue Teppiche Tebrfehl.r». ipott* billig im Leihhaus, Berlin Cm Rosenthaler Str. 10. Kemn-Stoste ❖ Ulster-, flnzng für Damen: Kostümstoffe. und JtosenstoJfe* !,71ausebe n. Gabardine Billige Preise AM Ikne,« -— Laster werden nicht veranndt.■