Nr. 532 ♦ 37. Jahrgang Tlusgobe A Nr. 129 Bezugspreis: S nrt«lto!)ri.30,— UM. tt«i in» Sau», oormrs lolilbot. Pofl-. benig äHonotlrib 10,— Ml.«cfl. flu- kellungsgebuhc. UmttS?teu>bcnb na Deutichland und Deiwtrttdi IS. 0 JJIt, für da» übrige Ausland oei lugllch einmal. Ruftetlunc 2150 1'?. 7>nft-.e. fiellungm nehmen an Oeftetretdk Ungarn, Tfchecho- Elomakei, Dane» wart, öollano,.uremburft,-chweden und Die Schwert.— �ingetroaen m die DoO» �eitunga-PreisIiite. Der»Borwärt«' mt! der Eanntag» beilage.Boll u.?ell� erichein' wochen- täglich zweimal Sonniaq» und Man» tag«»intnai. Sei e n romm»Abt«ffe- aSojial&cniotcal Bertin". Morgen Ansgabe Berliner BolIiöDIatl (30 Pfennig} ZlnzetgenpretS: Sie ochigeipnltcne OionoareiUejeTle koit. iL.— M. Tmerungszui chlag 50°/» .Stein» Anzeigen" 0a>- lett» gedruckte Won 1,— SDl.(jnläfBg Zwei lettgedruckte Sorte), lebe? wniere Wort HO Pfg. Stell engeiuche und Schlailtelleiiangeigen das erne Wort Si Big. lebe« weitere Won 40 Big. Worte über 15 Buchliaben jäl.ien jlir zwei Worte. Teuerungszuichiaa SV°I. gamilien-Anieigen jllr Abonnenten Zeile Z— M. polittiche und ge» werlichaftliche Vereins- Anreigen 2.— Ml. die Zeile obne Aufschlag. Ameigen Ar die nächste Siummer miifien bi« S Uhr nachmittags im Sauvtgefchöst. Berlin SW 5, Uinden» ftrage 3, abgegeben werden. Sieoffnet von S Ulli früh dl« 5 Uhr abends. �entfalorgan der fozialdcmohratlfchcn parte» Dcutfchlandg Redaktion und Expedition: EW. 6$, Ämdcnßc. 3. Reminreffter:«mt Mortnvlnn, Kr. 15190—15197. Vonvarts-Veriag G.m.b.H.. 6X0. t$, Lindenstr.3, acntfurreftet: Amt Monnvian. Sir. 117 53—54. Reichskanzler ßehrenbachs Etatreöe. Die Neugierigen, die sich ciestern auf den Tribünen des Reichstags einfanden, um zu hören, n>as feit dem Ausscheiden der Sozialdemokraten aus der Reicksregicrung in Deutsch- land etwa besser geworden sei, fanden sich enttmischt. Der Reichskanzler, Herr Fsbrenbach, hielt eine reckit trübe Mde, deren nebelgraue Tönung von keinem Lichtstrahl durchbrochen wurde. Man hatte, wie bei Herrn Fehrenbach immer, den Eindruck eines redlichen Wollens, hinter dem aber, keine große.Kraft steht, weder einer Idee noch einer Massenbewegung. Von der Kampfnatur, die vor sieben fahren in der Zabern- Debatte die Linke zu frenetischem Beifall hinriß, merkt man in seinen Kanzlerreden nichts mehr. Herr Fshrenbach soll ober aufpasien, ob es nicht einen neuen Oberst v. Reuter gibt. der eines Tages ganz Deutschland in ein großes Zabern ver- wandeln möchte. Zur Höhe des Teinveraments erhob sich die Rede Fehren- bachs nur an einer Stelle, da nämlich, wo sie sich gegen den kommunistischen Terror wandte. War diese Kriegs- crklärung nicht etwas überstürzt? Die äußerste Linke ist in einer Umbildung begriffen, die sie keineswegs gefährlicher zu machen braucht, man möge also doch abwarten, was aus ihr wirdl Und wenn sie eine Gefahr ist. dann ist sie es doch sicherlich nicht für das Bürgertum und den Kapitalismus. sondern nur für die Arbeiterbewegung, die unter ihren Torheiten schon genug gelitten hat. Daß die kommu- nistische Maus nun aus dem Loch kriechen wird, vor dem. wie sie ganz genau weiß, lauernd die monarchistische Kotze sitzt, sollte man bis zum Beweis des Gegenteils für unwahr- tdjcinlich halten. Nicht mit Unrecht hat man gestern den Reichskanzler daran erinnert, daß es nicht nur einen Spartakus-Aufstand, sondern auch einen Kapp-Putsch ge- geben hat. Ter Reichskanzler kündigte für„demnächst" die Vorlage des K o h l e n f o z i a l i s i e r u n g» g e s e tz e s an, ohne auf Einzelheiten einzugehen. Nach ihm sprach Neiäisfinanz- minister Wirth, dessen Rede trotz der Trostlosigkeit des Stoffes etwas mehr von der frischen Farbe der Entschließung zeigte. Heute kommt Günosie Scheidemann als erster an die Reihe, später wird für das Zentrmn T r i m b o r n. für die recht« U. S. P. C r i s p i e n sprechen. Im Laufe der Debatte werden auch Minister Simons und Reichskommisiar Peters das Wort nehmen, um sich zu den Interpellationen über die Dieselmotoren und über die Entwaffnung zu äußern. »» ch- Präsident Löbc eröffnet die Sitzung um l�l) Uhr. Er teilt mit, daß die ersten Sitzungen des W ahlprü fungsge rieht S des Reichstages am 2. und 3. November stattfinden. � Weiter gibt er Kenntnis von einem Danltelegramm des Frankfurter MeßamtS für den Desuch des ReichSiages... Auf der Tagesordnung stehen zunächst die Interpellationen über die Enitvassnung der Bevölkerung und über die Vernichtung der Dieselmotoren. Sic werden mit dem nächsten Puiftie der Tagesordnung, der ersten Losung des Haus- balisplaneS, verbunden. Reichskanzler Fehrenbnch: Wir frnd in einen TagungSabschnitt eingetreten, der schivere Anforderungen an unS alle stellen wird. Lassen Sie mich der Hoffnung Ausdruck geben, daß die mübevollc Arbeit dem Reiche zum Segen gereichen wird. Als«vir im Sommer auseinander- gingen, hatten wir die Aussprache über Spa dinier uns. Unheimlich lastete aus uns allen der Druck des neuen Abkommens. Jeder trug in sich die Gedanken, wie das deutsche Volk die furcht- baren Anforderungen bestehen würde, die wir nach dem Verlangen der Suropa regierenden Mächte auf uns nedmcn mußten. Harte Arbeit war einem ohnehfn schon bis zur Grenze belaiieten Teil icverer Bevölkerung zugemuiet. Es war ein Moment, wo mit unbarmherziger Klarheit unserem Bolle vor Augen trat, unter welchem drückenden Joch eS gebeugt war. Damals wurden Ver- fügungen getroffen, die endgültig festlegten, daß wir aus der Reihe der tapferen, mächtigen Völker gestrichen waren. Was man uns lieh, genügte noch allgemeinem Urteil nicht einmal, um die Ruhe im Innern zu sichern. Was unS blieb, war nichts anderes, als eine kümmerlich« Polizeimacht. DaS Schicksal lastet stfur« auf uns. Wenn da? deutsche Volk sich gegen die chm auferlegten Laste« in Verzweiflung aufbäumt, so sollie man doch drauhen ihm den kalten Sohn sparen. lZtritim- muna.) AuÄ in seiner setzigen Lage hat unter tapfere» und schwer- geprüfte? Volk nach allem, was es in jahrelangen Kämpfen ge- leistet hat, Anspruch auf die Achtung der anderen Völker.(Zustimmung.) ES liegt uns ob. unS unsere Lage ganz klar zu vergegenwärtigen. Es ist völlig zwecklos, sich in irgend- welchen Wahnvorstellungen zu ergehen/ welche notwendige Eni- schlüsse und Maßnahmen nur erschwerew Unsere Lage ist die: Wir sind militörisch gebrochen, politisch stillgelegt. und ringen wirtschaftlich nach dem kärgste« Leben. Ei« Volk in dieser Lage darf keinem Abenteuer ausgesetzt,«erden. Jeder kleine Fehler kann die schwersten Konsequenzen zur Folge haben. Daraus ergibt sich die Mahnung zu ruhiger und wachsamer Besonnenheit. Der Friede von Versailles bringt es mit sich, daß zahllose Kommissionen in deutschen Landen tätig sind. Ihnen sind Aufgaben gestelll, deren Durchführung viel Peinliches für unS hat. Im Ertragen dieser Dinge können wir würdig sein. Wir dürfen niemand gegenüber disse Würde außer Acht lassen. Verstöße gegen diese Fmocrungen, insbesondere gegen die intcr- ngrional gewährleisteten Siechte von Vertretern fremder i-caaten, müssen wir bitter büßen. Leider sind sie nicht vermieden worden. Auf ihre Folgen weise ich warnend hin. Eni Fehler, der unS in den politischen Abgrund gestürzt hätte, wäre es gewesen, wenn| wir uns hätten verleiten lassen, in den r u ss i sch- p o l n i s ch e n K ti e g einzutreten. ES gab nur eine Parole für uns, die Paräle der st r e n g st e n Neutralität. An Versuchen hat es nicht gefehlt, Deutschland von den Wegen abzuführen, die es im eigenen nationalen Jnter- esse gehen mußte. Heute werden auch diesenigen Schichten der De- völkerung, die mit sicbcvhaftcm Anteil dem Vormarsch der Sowjet- truppen gefolgt sind, es der deutschen Regierung danken, daß sie, unbeirrt durch Phantasmagorien. ihren geraden Weg verfolgte. (Sehr richtig!) Mancher wird wohl auch erkannt haben, daß es nicht wohlgetan ist. durch ungeregelteEingrisselokaler Stellen, die in den großen Gang der Dinge keimen Einblick haben, der Reichsregierung die Hand zu binden und eine über- legene Staatspolitik zunichte zu machen. Das war nichr wohlgetan von denen, die guten Glaubens waren, verbrecherisch war CS von solchen,>ie als Werkzeug in fremden Diensten und im fremden Interesse tätig waren.(Sehr wahr!) Die Reichsregie-. rung hat-eS- für ihxc Pf l ich: erachtet, solchen Bestrobungen mil aller Entschiedenheit entgegenzutreien. Nun, wir haben gegen- über allen Anfechtungen unsere Politik durchgehalten, und dem deutschen Volk ist es erspart geblieben, zu all dem an- deren Jammer auch noch zu«rieben, daß cS die Lasten sremder Gewalihaber auf seinem eigenen Boden hätte tragen müssen. Viel» leicht ist auch heute noch diese Gefahr nicht ganz überwunden. Jedenfalls haben wir Anstrengungen gesehen, um die deutschen Arbeiter vor den russischen Srlegswagrn �zu spannen. Ter gesunde Geist unseres Volkes, das ist meine ' aste Zuversicht, wird sich stark genug erweisen, um diesen Ver- suchen auf die Dauer zu begegnen. Man hat«S in manchen Kreisen unserer Bevölkerung, deren Wckhl und Wehe mit den Vorgängen im Osten besonders eng der- knüpft ist, nicht genügend beachtet, daß noch immer drohendc Wolken an unserem westlichen Himmel stehen. Viel- leicht haben sich auch diejenigen da? nicht ganz klar gemacht, die sehnsüchtig danach verlangten, daß wir dem Gewaltckkt der Polen in Oberschlesien mit Gewalt begegnen sollen. In der Kette, die uns drückt, greift ein Glied in das an- dere, und wenn im Osten an ihr gerüttelt wird, fühlen die Glie- der im Westen um so schneidender ihren schmerzhaften Druck. Das ist ja das Entscheidende in unserer ganzen Lage und nötigt uns. unsere äußere Politik in vielen Beziehungen nach einer Zwangs- läufigkeit zu gestalten, gegen die man große Worte machen kann, die zu beseitigen aber bisher noch niemand Mittel und Wege gefunden hat.(Sehr richtig!) Innerhalb dieser Grenzen glauoe ich, daß wir nicht» versäumt haben, was unser« auswärtige Lage verlangt. Dann noch etwas Weniges über den biSderigen Gang der Dinge. Unsere Ubrüstungsmaßnahmen gehen chren ge- ordneten Gang, so schwierig dieses Problem auch ist. Wir haben j uns genau an das halten müssen, was uns auferlegt ist. Einen deutschen Militarismus gibt eS nicht mehr.(Lachen bei den Unab- HSagigen.) Wenn draußen in der Welt noch immer gelegentlich versacht wird, den blutlosen Schemen deS deutschen Militarismus zu beschwören(Zuruf bei den Unabhängigen: Er ist sehr blutig!), um eigene militaristische PlSar zu decken(Sehr gut!)» so möchte ich glauben, eS wird heute niemand mehr getänscht damit, es s« denn, daß er ein Interesse daran hat, sich täuschen zu lassen.(Sehr gut!) Militärisch sind wir gegenwärtig bedeutungslos und jeder Machtpolitik fremd. Dagegen bestchi wohl kein Anspruch Frankreichs auf die Hegemonie aus dem Kontinent,©ie haben die Ziffern gelesen, die neulich übc> F r a n k r e i ch s Heeres- stärke mitgeteilt sind. Es ist eine gewaltige Militärmacht, ver- stärkt durch die Rechte aus der Mtlilärkonventton mit B est g i.c n. und aus dem engen Verhältnis zu Polen. Daß alle dies« milt- tärischen Entfaltungen notwendig wären, um das zerschmetterte Deutschland niederzuhalten, das wird die Welt nicht mehr allzu lange glauben.(Sehr wahr!) Von deutscher Seite ist jedeilsalls kein Hinderuts mehr, um dem großen Gedanken der Abrüstung überall zum Siege zu verhelfen.(Beifall.) Wir warten darauf, daß die großen Militärmächte von heute dem Deifpiei folgen, das wir nach ihrem Willen kundgegeben haben. Nach den Bedingungen des Friedensvertrages soll die deutsche Abrüstung nur die Einleitung einer allgemeinen RLstungsbeschrSnluug sein. Wir haben ein Recht darauf, daß im Geist dieser Bestim- mung gebandelt wird. Unser« Zuversicht ist, daß es gelingen wird. den gestellten Anforderungen zu entsprechen. Mit Befriedigung möchte ich immerhin feststellen, daß gerade der Fortgang der Ent- wassnungsaltion als ein Zeichen innerer Beruhigung u»« seres Volkes zu unseren Gunsten gebucht werden kann. Sodann die Kohlen frag«, diese harte Prüfung, die unse- rem WirtschaftÄeben auferlegt ist. Wir find bisher nicht hinter dem z n rückgeblieben, was verlangt wird. Unablässig ist im, Kohlen- öergdau gearbeitet worden, di« deutsche» WirtschaftSipteresse» habe« zurücktreten müssen, und was sehen wir jetzt? Ganz Frankreich ist überreichlich mir Kohlen versorgt. (Lebhafte Rufe: Hört, hört!) Dagegen wird bei uns ein Hoch- ofen nach dem anderen ausgeblasen, leiden die Industrie und des Verkehr schwere'Rot, wächst die Zahl der Arbeitslosen oc- denklich Wohin wir auch blicken, überall die schwersten Be- drängnisse, überall schwere, unlösbare Ausgaben. Am handgreiflichsten zeigt sich immer wieder in der Okkupaiion unsere Bedrängnis. In Strömen fließt aus diesec Wunde das deutsche Leben. Sie kennen die geradezu trostlosen Zahlen, die, ziffernmäßig den Aufwand darstellen, den wir für die Okkupation zu leisten haben. Geht so weiter, s» srjtzt der französische Mili- tariSmnö mit dem Rest beS deutschen Wohlstandes auch die lehten Hoffnungen Frankreichs auf Reparation auf. Welche entsetzlichen Prüfungen für große Teile unserer Bevölkerung sich aus den Zu- ständen der Okkupatioii ergeben, dafür habelj wir eine Neberfülle von Belegen. Ich will nicht die Schmerzen wieder aufrollen, welche die Verwendung schwarzer Truppen mit allen ibren Folgen über die Bevölkerung bringt.(Pfui-Ruse.) Zerstörte Mcnschensckicksale erheben erschütternde Anklagen. Wann wird die Welt sie hören! llnseren Nachbarn im Westen aber möge gesagt sein: Mit diesen Mitteln werden sie die Zuneigung der Bevölke- rung im Westen nicht erringen. Sie säen die Saat des Hasse? für eine so barbarische, kulturschändende Methode der Okkupation, (Sclhr richtig!) In Spa wurde uns zagesagt. daß auf einer neuen Ronfe- renz die Frag« der Reparation behandelt werden sollie. Noch heute warten wir aus die Erfül.ung dieser Zusage.(Hört, hört!) Inzwischen sind Verhandlungen einge- leitet worden- deren Gang und EvgeimiS uns darüber aufklären wird, ob diese wichtige Frage, die entscheidend für das Wirtschafts- leben ganz Europas ist, im Sinne einer Verständigung e'incr Lö- snng nähergebracht werden soll. Jedenfalls bringen wir zu ihr den guten Willen mil, der dann allerdings vergeblich eingesetzt wäre, wenn auf der anderen Seite auch nur entfern: die Forderungen aufrecht erhalten würden, die sich in ge ra d e z u p h a n t a st i- scheu Zahlen in der letzten Zeit angekündigt haben. Die völlige Unsicherheit, in der sich Deutschland noch beute, sechzehn Monare nach Beendigung deS Krieges, befind«, spricht sich auch darin aus, daß wir noch nicht wisse«, welche Grenzen das Deut'che Reich nun endgültig Haiden wird. Das Schicksal Obrrschlesiens barrt noch der Entscheidung. Der polnische Bergröße- rungSwahn, der nach allen Seiten aggressiv vorgebt, macht sich mit den brutalsten Mitteln um diesen alten deutschen Besitz bc° müht. Vielfach besteht die Sorge, daß Kräfte am Werke sind, die den Versuch machen, die unbeeinflußte Entscheidung der Bcvöllc- rung auszuschalten, und das Land durch einen Gewaltakt in pol« nischen Besitz zu überführe«.(Hört, hört!) An die Alliierten er- geht die Aufforderung, die Gewalt abzuwehren und dem Versailler Instrument auch da Gellung zu vckschassen, wo es in einem letzten Anklang an die Bedingungen, unter denen wir die Waffen nieder- gelegt haben, und um die man uns gegen Treu und Glauben ge- bracht bat, ein Recht des Besiegten wahrt.(Sehr wahr!) Unsere LandSleitte in Oberschlesien aber werden fest sein, so hoffen wir zuversichtlich, in der Treue zum Reich.(Bravo!) Den b e- sonderen Verhältnissen Oders cht« fienS werden mir Rechnung tragen. Dem Reichstag wird demnächst em Gesetzentwurf zugehen, der der vbersihlesrschen Bedötterung das Recht einräumt, in unbeeinflußte? Abstimmung über ihre bundrS- staatliche Drlbständigleit zu beschließen. Was die Oberichlesier von den freigebig ausgeteilten polnischen Versprechen zu hallen haben. wissen sie selbst. Als Bsstandreil Polens würde Oberschlesien di« Aufgabe zufallen, die Wirtschaft und die Finanzen eines Staates zu sanieren, dem die eigentlichen Grundlagen des wirtschairiichen ulld finanziellen Ausbaues fehlen.(Sehr wahr!) Wir stehen m it te n in einer E r n ä h r u n g s t r i s e, und cd wird vieler Müden bedürfen, um unserer Bevölkerung über die Schwierigkeiten deS Winters hinüberzuhelfcn. Die Angriffe, als trage das gegenwärtige Kabinett die Schuld daran, greifen völlig fehl: In der Reichspolitik ha: dieses Kabinett lediglich dh: Erb- schast seiner Vorgänger übernommen. Sodann der Abbau der Zwongsw rtschafl! Wir wollen uns doch nichts vor- machen. Dieser Abbau ist, soweit er beschlossen wurde, dock» nur der Ausdruck für die Tatsache gewesen, daß die ZwangAmrtschast längst zusammengebrochen war.(Sehr wahr!) Keine Regie- rung besitzt die Mittel, sie gegenwärtig w- c d e r aufzubauen.(Sehr richtig!) Die sehr interessanten Anscin- andersetzungen zwischen den Herren Schmidt und Wissel! in Kaffef entheben mich weiterer Ausführungen. Lassen Sie mich in dieser Stund« an alle Landwirte den Appell richten, das Ihre zu tun. daß unser Volk auch diesen Winter glücklich übersteht. Wer den Hunger des Volke? in Geld ummünzt, schafft sich TeofelSgeld. lSehr wahr!) Dabei darf nicht vergessen werden, daß wir in einer katastrophalen Wirtschaftskrise sind, die wir auf Schritt und Tritt im Haushall und in der Familie verspüren. ES gibt keine Regierung, kein Parlament, da? beute dem deuischen Volk« ein Dasein d«S Auskommens, der Behaglichkeit, der Fülle schaffen kann.(Sehr richtig!) Rur Scharlatane dürfen die De- hauptung wagen, daß sie die Mitte! besäßen, nach ihrem Rezept alles besser z» machey.(Sehr richtig!) Ein Teil unserer Bevölkerung hat leider den Lebren beb russlschenTerrorijte» das Ohr geöffnet. Was es mit dem bcc Sowjet Verfassung auf sich fsat, haben deutsche Arbeiter selbst erfahren: in tiefer Enttäuschung sind sie hdmgetehrt. �(Sehr wahr!) Ach glaube trotz der Hallenser Majorität sür den Anschluß an die Tritte Internationale, daß nur ein kleiner Ter! bet> deutschen Voltes Neigung haben wird, die russische Me- tbode am deutschen Volke fortzusetzen. Unsere Ausgabe aber wird es fein, solche Methoteu der Geirali mit allen M it t e l n de r (Äew alt abzuwehren.(Sehr richtig!) Wir denken nicht daran, dat- Recht der freien PUlitisilsen Betätigung anzutasten, aber dieses Recht machi Halt vor der S ch r a il! e des Gesetzes. Tie Koniznunistische Partei tritt handelnd aus, bekennt� sich zu Moskauer Gewaltgrundiätzea» der kommunistischen Despotie. Der Weg zu diesen Grundsätzen aeht nur durch den Bürgerkrieg. lSehr richtig!) Wer zu Moskau schwört, muß sich Kar sein, daß er damit die Verpflichtung auf sich nimmt, den Umsturz des R e ich e s durch blutige Gewalt und Bürgerkrieg herbeizuführen. (Sehr richtig!) Er stellt sich damit außerhalb der Rechts- ordnung, die wir mit den gesetzlichen Mitteln zu schützen der- pslichlet find. Für russische Agitatoren, die sich anmaße«, den Vür- «ertrieg in Deutschland zu predige« und zu leiten, ist auf deut- ichem Bode« kein Plab. lLebhaftcö Bravo!) Wir:oerden allet- daransetzen, von unserm Volke das Unglück des Bürgerkrieges scrnzilhrt'ieii. Wir werden der Gewalt des Unrechts die auf das Rech: basierte Gewalt des SiaateS entgegensetzen.(Bravo!— Lebhafte Zuruf« links.— Rufe rechts: Ruhe!) Sparsamkeit ist ei« Gebot für eine pflichtbewußte Regierung. Zuruf Lede- {'cur; Und Dr. Hermes?) Wir mühen auf Genüsse verzichten, die beute auf Soften des kargen Nahrung sfpielraume» fehle n. Meine Aufforderung richtet sich an alle, in erster Linie aber au die Ret- chcu. Wir müssen uns aus Tätigkeit konzentrieren, die das Not- weiidigc schasft und das Nützliche sucht. Vor allen Dingen müssen wir daran festhalten, es gibt bei uns kein Vorrecht aus unveMenten Genuß. Das deutsche Volk kann heute kein faules Glied in seiner Wirtschaft dulden. Das Kabinett hat all: Tragen der Wirtschafts- und Finanzpoltli? erörtert. Die einzelnen Minister werden im Verlause der Aussprache über ihr Arbeits- gebiet Auskunft geben. Unser Programm gebt dahin, in In- dustrie und Landwirtschaft alle Kräfte zur Wieder- Herstellung der deutschen Arbeitsfähigkeit mobil zu machen und den böchiten Nutzeffekt zu erzielen, unsere Verkehr?- Politik zu sanieren, unsere Finanzen zu ordnen und eine A r- beiterpokilik nach modernen und sozialen Grund- s ä tz e n zu treiben. Die Frage der Soziali fierung deS Koble nberg- baue? ist Gegenstand eingehender Erörterung im Reichskohlenrat nnd im ReichSwirlschaftsral geworden. Eine Borlage wird Ihnen nächstens zugehen. Die noch ausstehenden Ergänzungswah- teil zum Reichstage sollen gemeinsam mit den preußischen Landtagswahlcn stattfinden.(Zurufe rchtst Wann?) Sollten die preußischen Wahlen sich verzögern, so würden in den Äbfnmmuugsgebieteu die ReichstagswMen früher stattfinden müssen. Wir müssen alle Kräfte zu poi'tiver Arbeit zu- sam m eu fassen. Wir brauchen die Treue und einmütige Mitarbeit aller Parteien. Dann werden wir erreichen, was wir alle wollen, das Wohl von Volk und Reich.(Lebhafter Beifall.) 'Schluß des ReichstagSbcrichls in der Beilage.) Wann war es? In feiner Darstellung des Falles Auguskin bat Staatssekretär Ramm vom Preußischen Landwirtschaftsniinisterium erklärt, daß er a m 7. Ma i dem Minister Hermes brieflich und am 8. oder 9. Mai mündlich Mitteilung von-der Bestechlichkeit des Dr. Augustin gemacht habe. Diese Datenangaben sind, »vir mir luieits hervorgehoben haben, für den Minister sehr gravierend, weil daraus liervotgÄhen würdei daß.Minister. Hermes in Kenntnis dieser Ding? den Dr. Augustin auf. dem am 27. Mai in Kraft tretenden Geschästsverteillings- plan zum Leiter der Abteil u n g V gemacht hat. Hermes bestreitet nun die Richtigkeit dieser Daten. Er behenchtet in einer langen Erklärung des MTB., daß der Brief des Staatssekretärs Ramm zwar vom 7. Mai dotiert, aber erst ,.s Väter" abgefaßt sein könnte. Ebenso habe«die Unterredung erst„gegen Ende Mai" stattgefunden. Die /lrbeiterüichter unserer Tage. Da? Streben der Arbeiterklasse nach Wissen, geistiger und seelischer Kultur feiert in den Arbeiterdichtern einen Triumph. Karl Bröger sagt in seinem Buch„Die singende Stadt",»daß der gleiche Boden, der so viel Not und unverschuldetes Schicksal ausreifen lasse, auch Kräfte keimen sehe, die zum Aufbau einer neuen Gesell- schaft' notwendig seien". So sind die Arbeiterdichtungen zu Doku- menten geworden, in denen ein ungestümer, echter und wahrer Drang nach Licht, Menschlichkeit und Glauben lebt. Tie stärksten Ersch-inungen unter den dichtenden Arbeitern find Karl Bröger. Max Barthel, Gerrit Engelke, Alfons Petzold, Bruno Schöiilank und Paul Zech. Unbarmherzig und hart hat daS Leben sie olle in die Schule genommen. Not und Elend, jede Qual deS Daseins fühlten sie überreichlich. Karl Bröger, der Sohn eines armen BautaglöhnerS, der täglich 1.3 Stunden Steine und Mörtel schleppte, während die Mutter im dumpfen Fabriksaal arbeitete, gibt in seinem Roman .Der Held im Schatten" eine ergreifende Schilderung von seinem Werdegang. Bröger bat ein ganz besonders hartes Leben hinter sich. Mit 14 Iahren mußte er Geld verdienen, wurde Kaufmann, Taglöhner, Kohlenschipper. In kalten Winternächten lief er, weil das Geld zu einem Obdach fehlte, vor Hunger und Kälte zitternd durch die Siraßen der Stadt. Heute ist Bröger Redakteur einer großen Zeitung. Er ist der Sänger de? Prolerariat« geblieben. Daß nickt alle unserer dichtenden Arbeiter, selbst wenn sie in weiten srreisen bekannt find und ihre Bücher gekauft werden, der äußeren Not entrückt sind, beweist Alfons Petzold. der heute eis trauter Mann in Tirol sein Leben mühsam fristet. Als sich der Schreiber dieser Zeilen vor einigen Tagen mit einem zufällig in Berlin anwesenden Arbeiterdichter zu einer bestimmren Stunde tressen wolle?, fragte er den Dichter, wo er zu Mittag esse.„Ge- wöhnlich gar nicht." war die Antwort. Kurz vor dem Waffenstillstand fiel der unter den Arbeiter- dichter», der berufen war, ein geistiger Führer des deutschen Volke?, ein leuchtender Stern am deutschen Dichterhimmel zu werden: Gerrit Engelke. Auch seine Jugend war hart und düster. Aber er füllte das Dunkel mit dem Leuchten seiner Seele und dem Fühlen seines Herzens. AuS dem Reichtum seines Erlebens schuf er sich eine herrliche Welt, in der ein Klingen und Brausen war. An Beethoven, Bach, BrahmS, Shakespeare, Schiller, Goethe, Dante, Homer wuchs er. trank die Schönheit ihrer Werke in seine sehnsuchtZ- volle Brust. AIS Max BarthTel geboren wurde, wartete eine Jugend voll bitterster Not auf ihn. Früh stirbt der Vater. Kaum ist Barthel aus der Schule entlassen, muß er in die Fabrik. Lange erträgt er dieses Leben n,cht. er geht auf die Wanderschaft. Nach Italien zieht e» ihn. Genua. Florenz, Rom. Neapel. Er schläft im Kolosseum oder in der Nähe der Peterskirche. Hungert und bettelt sich durch. Aber in ihm ist ein Jauchzen, eine selige Trunkenheit erfüllt ihn: er kann die Werke RaffaelS sehen, die gewaltige grandiose Kunst Michelaugelos bewundern, neht leuchtenden Auges das Forum und vieles, vieles mehr. Die Kunslschätze Belgiens locken ihn. Er wandert hin. Bald aber greift man den Handwerksburichen aus und schieb: ihn nach Deutschland ab. Hier sammelt er sich, wird Dichter und Schnstfteiler. Herr Hermes wird selber zugebe» müssen, daß seine Entgegnung nicht den Schein der G laubwür- digkeit für sich hat. Wer den Dag eines datierten Briefes bestreiten will, muß b e st i m m t e Tatsachen ins Feld führen. Zum mindesten wäre Herr Hermes der Welt die Angabe der genauen Daten schuldig, wann er seiner Meinung nach den Brief erhalten und t«mn die Unterredung stattgefunden hat. Redensarten wie„später" und„gegen Ende Mai" sind doch sehr vieldeutig. Dagegen scheinen uns denn doch die bestimmten und v o s i t i v e n Angaben des Staatssekretärs Ramm weit verläßücher. Es würde im Jnter- esse des Ministers Hermes selber liegen, eine Situation zu schaffen, in der diese Frage restlos geklärt lverden kann. veutsthnationale Nethoüen. In ibrer iinerfchöpflichcn SckwNckelkampague gegen den Land» wirtschaftsmimiter Genossen Braun hat die»Deursche Tageszeitung" ein neues Stück ausgeheckt. Zum 19. An in waren Vertreter der Landwirtschaftskammern tu das Mtaifterinm zur Beratung des neuen Landwirtschaftskaiumergefetzes geladen. Osfenlorr auf Per» abrcdmrg lehnten die Landwirkschaftskammcrn es a b, an der Besprechung teilzunehmen. Die„Deutsche Tageszeitung" behmrptet nun, die? sei yeschchen, weil den Kaminern keine hin» reichende Zeit zu einer Strllungnchme zu dem neuen Entwurf ge- lassen worden sei. Demgegenüber ist festzustellen, daß der Entwurf bereits am 11. Mai, als» volle fünf W»ch«n vor der Beratung, nicht nur der Presse, sondern auch den Amtsblättern der samt- licheu preußischen L a n d w i r t scha f t s! a m m e r n im besonderen zugestellt wurde. Fünf Wochen sind den gleichen Herren nicht Zeit genug zur Vorbereitung auf einen einfachen Entwurf. die sich erst neulich cm'neischg gemacht haben, m vierzehn Tagen die preußischen Neuwahlen vorzubereiten. Seltsam, seltsam! Entlassener Kappist. Schwerin, 27. Oktober.(WTB.)' Auf Grund des Urteils der Disziplinarkammer ist der Amtsverwalter Dr. Albrecht Mendt- hausen, der während der K a p p- P u t s ch t a g e mit der Bil- dung einer vorläufigen Regierung für MecklenÄurg-Schworin be- auftragt war. aus dem mecklenburgischen Staatsdienst auSge- schieden. Der Kampf um Sie Kohle. Der Unterausschuß des. Reichswirt schaftL- und Reichskohlenrates setzte am Mittuwch nachmittag die Beratung der sozialifierungSfrage im Kohlenbergbau fort. Der Vor- sitzende Edler von Braun schildert, wie er durch jahrelanges Beobachten der K r i e gS gese Ik scha fte n zur lleberzeugung gekommen sei, daß sie weder hinsichilich der Leistungen mxb der finanziellen Ergebnisse den Erwartungen entsprochen haben. Dabsi laufe Z'owohl Vorschlag l wie II aus Gründung einer neuen Kriegs- gcsellschast hinaus. Redner empfiehlt, erst eimnal zu prüfen, was bei einem Ausbau deS Bestehenden zu belassen und was abzu- ändern sei.— Paul Müller, Angestelltenvertreter der Schiff- fabrt, schlägt vor, daß Arbeitgeber- wie Arbeitnehmer- gruppcn in gesonderten Kommissionen zusammen- treten, um prakfisibe Vorschläge zu finden, und dies? dann erst in der gemeinsamen Sitzung ,Vs Unteraussebusses zv prüfen.— Ilm breit lArbeitnehmer) hält an den Forderungen der Arbeit» uehmer fest uird lehnt die Lorschläge Silverberg und Stinnes auf Gewinnbeteiligung und Gemeinwirtschaft ab, zumal diese Vorschläge höchst im klar seien. Dein Antrag Paul Müller schließe:r sich an.— Generaldirektor Silverberg legt gegen jede Verguickung ron Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik Ver» Wahrung ein. Zu der Resolution Um breit vom gestrigen Tage betone er, daß er gax. nicht von einer thewi nutze teiligung der Ar- beiierschaft, sondern von einer Kapitalbeteiligung ge- f ctochen.— Paul Müller ändert daraufhin seinen Antrag dahin ab, daß an die Stelle der getrenuleu Kommissionen eine ge- mischte Kommission treten solle. Es wird beschlossen, einen Ver- ständi.gungsausschuß. bestehend aus sieben Personen, zu bilden, von denen je drei den Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu entnehmen sind, während als siebenter«in Vertreter der Ab- Eine eingebende Würdigung der Arbeiterdichter wird der Ar- beiterdichter-Abend bringen, den der Schriftsteller Fritz Droog und Hans Brockmann vom Deutschen Theater am Freitag im Schar- wenkasaal veranstalten. Fritz Droog hält einen einführenden Vor- trag, HanS Brockmann lieft aus den Werken der Arbeiterdichter. Wie ma« Antiseptika anwende« soll. Professor Charles Riebet, der berühmte fvwuzösische Gelehrte, beschäst-gr sich in letzter Zeit nrit Forschungen über den Gebrauch antiseptischer Mittel, ein Ge- biet, das weiteste Kreise interessiert: dein, jeder kommt in die Lage, Antiseptika zur Auswaschung von W.nnden oder zur Haut- desiufektion zu gebrauchen. Riebet hat die seltsame EmSeckuug ge- macht, daß sich die Mikroben, die man Löten will, nach und nach an ein antiseptisches Mittel gewöhnen, und daß sie nach einigen Generationen dem Mittel völligen Wlt«rstm«d craflegen setzen. Es ist ihm gelungen, gewisse Rassen von MikrcBen herzustellen, die gegen ein bestimmtes Mittel tuiderstandssäbig sind. Eine Wunde, in der Streptokokken leben, wird, wenn uton sie z. B. mit«iner Lösung von Phenol auswäscht, am ersten T.rge fast vollständig sterilisiert sein, ohne daß man jedoch alle Mikroben und ihre Spuren zerstören konnte. Wenn man nun mit der gleiche» Dosis fortfährt, so stellt sich nach eitrigen Tagen tierauS, daß die Slrcvto- foffen umberwinmreln, als ob nichts geschehe» sei. lind man iaun die Dosis nicket vermehren, denn das würde dem Zellgewebe schaden. Aus dieser Tatsache und aus anderen ähnlichen schloß Professor Richet, daß man daS Antiseptikum, mit dem man arkviret. oft wechseln muß. domi: den Generationen von Mikrobe» keine Zeit gelassen wird, sich dem ersten Mine! anschaffen. Das gilt iowobl für die in der Medizin angewandten antiseptischen Mittel, wie für die. die man zur täglichen Toilette gebraucht, ivie z. B. Zahn- toasser. In jedem Falle wird es vorteilhaft sein, nicht immer das- selbe Antiseptikum anzuweichpln. Die englische Filmzensvr a» her Ardeit. Vesser die Tätigkeit der englischen Filmzensur gibt ein Bericht des FilmzensuramteS Auskunft, der soeben erstattet worden ist. Danach wurden von den 2ZU Filmen, die im vergangenen Jabr zur Zensur vorgelegt waren. 14S4 zur öffentlichen Vorführung zugelassen. Die 857 unterdrückten FilmS wurden aus den verschiedensten Gründen verboten. Be- sonders sieht der Bericht eine schwere Gefahr in den Verbrecherfilms. .Die Zensoren", heißt eS da,.fanden sich mit Film» überflutet, die in manchen Fällen bis zu 20 Akten oder Teilen umfaßten, in denen .unmenschliche Ungebeuer asser Arten geheimnisvoller Verbrechen und Mordtaten ausführten". Di« englische Filmzensur hat sich auf den Standpunkt gestellt, jeden Film zu verbieten, in dem Ver- brechen eine Hauptrolle spielt und irgendwelche Sympathie für den Verbrecher mirklingt. Des weiteren enthielt eine große Anzahl von Film«.Schlafzimmer- und Badezimmerszenen von anreizendem Charakter". 25S solcher Films wurden unterdrückt. Andere Gründe für das Verbot waren:.Gegensätzliche Beziehungen von Kapital und Arbeit und Szenen, die die beiden Gegner im Konflikt zeigten. Zweifelhaste Charaktere, die zn Helden erhoben werden. Aufreizende politische Titel und Text«. Szene». die geeignet waren, den Cbaralter des Publikums zu verderben und öjsciuiiche Einrichtungen herabzusetzen. Schmutzige Sitze. Film«, teikung III des RestliswirtschaftsratZ bestelli werden soll. Es t»ws den darauf von feiten der Arbeitgeber Stinuss, Dr. Silvev- berg und Generaldirektor Vogler bestimmt, von feiten dex Arbeitnehmer Wagner, Werner und Jmbusch und als Vertreter der Abteilung III Dr. Reißhold-t. Darauf vertagt der Unterausschuß seine Verhandlungen bis zum ll>. November, nachmittags 4 Uhr._ deutsche Zabrikation von Registriertaffen. Der Wirtschaftspolitische Ausschuß de« vorläufigen ReichSwirt'chflstsrats beschäftigte sich mit einem Antrag der Ratio- nalregistrierkasiengesellschaft au: Genehmigung der Einfuhr von Präziflonswerkzeugen. Die Gesellschaft, die ihre Ma- ichinen bisher nur in Amerika hergestellt hat. will jetzt eins eigene Produktion für ganz Europa in Deutschland be- ginnen und glaubt, dazu die»öligen SpezialWerkzeuge nur aus Amerika beziehen zu können. Bon der Außenhandels- stelle ist der Antrag der Gesellschait abgelehnt worden, weil auch die deutsche Maschinenindustrie diese � SpezialWerkzeuge gut herstellen kann. DaS Reichswirischaslsministerium bat die Angelegenheit aber dem Reichswirischaftsrai zur Begut« a ch r u n g vorgelegf. Bisher baden nur die Ankerwerke in Bielefeld auch schon vor dem Kriege Registrierkassen hergestellt und damit im scharfen Wciibewerb mir der amerikanischen Gesellschaft gestanden. Nunmehr hat auch die Firma Krupp die Herstellung von Registrierkassen begonnen. Als Vertreter deS Aus« wärtigen Amtes erklärte Geheimrat Bücher, daß politische Momente nicht mitsprächen, denn mit Amerika bestände kein geordnetes vertragsmäßiges Verhältnis und ein Entgegenkommen in einer Spezialfrag« habe keinen Einfluß auf die politische Lage. Amerika erschwere zwar die deutsche Einfuhr sehr, ober in einer so rein wirtschaftlichen Frage sollten wir interne Wirtschaftspolitik treiben. Amerika verhalte sich»nS gegenüber oifiziell durchaus ablehnend. Bemerkenswert waren die Mitteilungen des Geheimrats D u i S- berg von den Farbfabriken Bayer u. Ko. über � die unangenehme Art, wie die Amerikaner der deutschen Industrie begegnen. Sie lassen nur berein, was sie unbedingt brauchen, hätten aber zu U n r e ch t die Bayerschen Erzeugnisse und Patente an sich gerissen, womit sie sogar in England den Deutschen Konkurrenz machen. Aus den Verhandlungen und der Befragung der als Sachverständige erschienenen Vertreter der a m e r i k a n i« schen Gesellschaft sowie der Ankerwerke und der Firma Krupp ging hervor, daß die deutsche Industrie die Konkurren, der National- registrierkassengeiellschaft nicht zu fürchten habe. Der deutsche Vertreter der amerikanischen Gesellschaft gab die bindende Erklärung ab. daß die Registrierkassen seiner Gesellschaft in allen Teilen au« deutschen Robstvffen mit deutschen Maschinen und deutschen Arbeitskrästen hergestellt werden sollen und daß nur die erwähnten Werkzeuge zurFabrikation ausAmerika bezogen werdensollen. Deutich- land soll das Zentrum dieser Fabrikation sein und den Absatz auf dem europäischen Kontinent besorgen, später vielleicht auch in England, sür welches vorläufig wegen der anderen Währung ge- wisse Aenderungen an den Maschinen notwendig sind. Der AuS- schuß genehmigte daher schließlich einstimmig die beantragte Einfuhr der Werkzeuge in diesem einen Fall, obne jedoch damit eine allgemeine Smscheidung sür etwaige ähnliche Fälle treffen zu wollen. Von einer Seite wurde ausdrücktich betont, daß dadurch in keiner Weise die amerikanische Industrie bevorzugt werden soll. ES wurde Weiler festgestellt, daß dieser Beschluß nicht im Widerspruch zu der ersten Entscheidung der A u ß e n h a n d e l S- st e l l e stehe, da vor dem Ausschuß neues Maieriol vorgetragen worden sei. Schließlich erklärie der Vertreter de« Auswärtigen Amtes, daß aus der Diskussion für die WirtschaftSpoliiik gegen« über Amerika keine prinzipiellen Folgerungen zu ziehen seien, da eS sich nur um die Erledigung eines Einzelfalles handle. Dr. Hamm gestorben. Die..Kölnische Zeitung" meldet auS Bonn: Obertandcsgerichtspräsiden t o. D. Dr. Cmxt Hamm ist, 81 Jahre alt. beute nachmittag gestorben. Hamm war der älteste Führer der einstigen Nationalliberalen Partei. Hugo Prenh, der als demokratischer Minister �deS Innern Hauptscköpfer unserer republikanischen Staatsverfassung wurde, begeht beute seinen 60. Geburtstag. Wir wünschen ihm, daß er noch lange und daß sein Werk, das auch dem Sozialismus die Möz- lichkeit freier Entfaltung seiner Kräfte bietet, in seinen demokra» tischen Grundtenbeuzen noch länger loben möge als er. die.die Minderwertigkeit der farbigen Rassen predigen" oder„bie Lehren der freien Liebe anpreisen," wurden ausnahmslos verboten. Man sieht, die englische Filmzensur unterdrück: nicht nur Filme, die grobe Spekulationen aus Sensation find, sondern waltet darüber hinaus als Polizeiorgan alten Stils. Tie neueingertchiete deutsche Filmzensur wird dank ihrer Zusammensetzung hoffentlich nichr in den gleichen Fehler verfassen. Dichter und MSrivrer. Der Bürgerme'ster von Cork, der Max S w i n e y. der am 72. Tage seines Hungerstreiks im englischen GesängiiiS gestorben ist, war nicht nur ein glühender und opferbereiter Vorkämpfer irischer Freiheit und Selbständigkeit, ! sondern auch ein politischer Dichter. Wie die.Köln. VolkSztg." in ihrem Rachruf berichtet, stellte der ehemalige Buckhalter in einem Warrnhause, der durch eigenes Studium emporstrebte, seine Begabung von vornherein in deir Dienst seiner Sache. Im Fohre 1007 veröffentlichte er anonym eine Sammlimg Gedichte, der er den Titel gab: FreiheitSmufik. darunter die bardische Harfe mit der Unterichrifl:.Fch bin neu gestimmt, meine Töne werden gehör: werden Später wurde er nationaler Theaierdichter, und bei den vom gälifchen Verbände in ganz Irland veranstalteten Bühnenaufführungen kamen und kommen heut« noch mit Vorliebe Dramen und Trauerspiele zur Geliimg. worin sich die wichtigsten Episoden der stürmischen irischen Ge- schichte widerspiegeln. Bon Ostern 1S16 bis zum Frühjahr ISIS war MaeSwiney mit kurzen Unterbrechungen im Gefängiii» oder Konzentrationslager. Bei seiner Amtseinsetzung sprach er daS schöne Wort:.Nicht denen, die in den Stand gesetzt find, die schärfften Strafen aufzuerlegen, sondern denen, die in der Lage find, sie auSzuhalten, wird der Sieg lächeln." Eine Forschnngsreisc nach den Affenmenschen. Der Wunsch, daS .sehlende Glied" tn der Entwicklungsgeschichte vom Affen zum Menschen zu finden, hat einige amerikanische Millionäre dazu ver- anlaßt, die Summ« von 250 000 Dollars für eine wissenschofilich« Forschungsreise zu stiften. Die berühmte Auffindung des.Affen- menschen", die Dr. DuboiS zu Trinil aui Java gelang, sowie eine Reibe von Funden in Europa hat ja die Wissenschaft bedeutend ge- fördert; aber eS fehlt noch viel an der eiidgüliigen Lösung der Frage. Die neue Expedition is: für eine fünfjährige Arbeit aus- gerüstet und nimmt von Peking ihren AuSgang. Ihr Forsdiungs- gebiet soll in Mittelasien liegen, denn man nimmt an, daß bier die Urheimat deS Menschengeschlechtes zu suchen sei. I.....»......... IIB- Frankreich für Litauen. K» w»«. 27. Otwter., Litauische Telegr.- Agentur). Der französische Ministerpräsident L e h g u e S hat dem litauische« Minister des Arußerrn PnrickiS erklärt, daß dir französische Regie- rung die polnische Politik tadele und alle Mittel zur Hintanhaltung imperialistischer polnischer Be- st rebnngen»»wenden würde. Die französische Regierung spreche sich für ei» unabhängiges Litauen« i t W i l n a und M e« t l(?) aus. Litauen dementiert. Wolff schreibt: Zu den in der Presse gemeldeten Uebertritten von deutschem Militär nach Litauen teilt die litauische Ge- s a n d t s ch a f t in Berlin mit, daß die litauisch« Regierung diesen Uebertritten nickt nur v o l l k o m m e n fern steht, sondern, daß diese gar nicht in ihrem Interesse sind. Weiler heißt eS in der Mitteilung: Bei diesen Uebertritten find im übrigen keine An» gehörigen der deutschen Reichswehr betejligt gewesen. ES handelt fich um«benteurer deutscher Slaatsangrhörigkeit. die bereit» wieder über die Grenze abtransponiert find bezw. deren Abtransport eingeleitet ist. Die litauische Gesandtschaft hat in dieser Angelegenheit schon vor einiger Zeit die strikte Weisung aus Kowno erhalten, die zahlreich an fie von früheren Angehörigen des deutschen Heere« ergangeneu Gesuche um Aufnahme in das litauisch« Heer abzulehnen. Dieses Dementi steht sehr bestimmt aufgestellten veschuldi- gungen gegenüber._ Der Kohlenstreik beigelegt. London, 27. Oktotrr.(MTV.) Der„Mauchester Gaardian" schrribt: Der Strrik der Bergleute ist b e i g r l« g t. Dir Bergleute werde» die Arbeit am 1. November wieder aufuehmen. Di« Regierung gewährte»iue sofortige Lohnerhöhung»oa 2 Schilling. Das Exekutivkomitee der Bergleute erklärte sich bereit, die»er» autwortung für die Steigerung der«ohleuförbrrung aus sich zu«rhmen. London, 27. Oktober.(Reuter.) Die Bergarbeiter von Okdhill (Etaffordshire) haben beschlossen, für die Grubenpumpen keine Koblenlieferungen mehr zu gestatten, wa« zur Folge haben würde, daß die Gruben in einigen Tagen unter Wasser stehen. Lohnzulage« und Produktion. London, 27. Oktober.(Hollandich RiewSbureau:) Nach dem »Daily Telegraph" wird bei den Verhandlungen erwogen, durch Schacht- und D'striktSausschüsse. einen Besitzerrat und einen nationalen Lohnrat bis Jahresschluß zu ergründe», ob fich die KoHUnproduktioa Stahlhelm. Gegen die Juden- gebe es nur ein erfolgreiches Mittel: Aufhängen! Es wurden noch eingehend Fragen der Mobilmachung besprochen. Im Falle es losginge, würden- überall in der Sticht Plakate mit Sammelplatz, Formation usw. angeschlagen sein. « Schließlich noch ein drittes Beweisstück für den militärischen Charakter der Orgesch, das zwar etwas älteren Datums ist, aber im Original hier wiedergegeben fei. Bürger und Bauern von Groß-Hessen! Lrait»i ein es Amtes als Landesleiter der Groß-Büogerlich- Bäuerlichen Vereinigung spreche ich im Einversständnis mit dem Bezirksleiter tn Müncke u. Herrn Cffch�rirh, den Aufruf zum Selbstschutz der Verfassung aus. Alle Schutzwehren haben sich in das Abwehrverhältnis zu setzen, die Bezirksräte treten in allen Orten i u s a m m e n, die Verbindung mit den übergcordnetenDien st stellen ist über- all mit allen erdenk! ich e n Mitteln aufzunehmen. Ueberall, wo die Verbindung nicht möglich ist, handeln die Orts- und Landichaflsleitungen selbständig unter Vsramtwortung. Die Anwendung der wirtschaftlichen Druckmittel ist über- all, wo es notwendig ist. in Angriff zu nehmen. Ihre Durchführung«leiten die W i r t s ch a f t s r ä t e. Die Leitung oer ge- sarittcn Schutzwehren liegt in den Händen des Stabes von Selchow-Marborg. Die gesamte wehrfähige bürgerlich-bäuerNcht Maonsckaf» hat zu den angegebenen Befehlsstellen einzurücken. Drückeberger werden mit allen Mitteln der Vergeltung gebrand- markt. Die Durchführung der durch die Wtrtschaftsräte getroffe- nen Maßnahmen wird mit allen zu Gebote stehenden Mitteln erzlrnngen. Die Aufrechierhaltulng der verfassungsmäßi- gen Zustände bzw. ihre Wiederherstellung ist unser Ziel. M a r a u n, Landcsleiier von Groß-Hessen der großbürgerlichchäuerlichen Vereinigung. Artur Maraun, Kassel, Schlangenweg 21. Fernsprecher 5 WO. Fregattenkapitän Selchow und Hauptmann Maraun find alte Bekannte. Selchow war Kommandant des berüchtigten studen- fischen Zeitfreiwilligen- Bataillons, dem die Mordtat von Mechterstedt anhaftet. Maraun war im„Vorwärts" mehrfach porträtiert als Führer des»Jungdeutschen Ordens" und der»Deut- scheu Brüderschaft", als Bcsolder eines in die U.S.P. geschickten Spitzels Marbach, der dort Morde anzustiften suchte usw. lieber den Charakter seiner Mobilmachungsorder braucht wohl kein Wort verloren zu werden. » Das vorstehende Material liefert den erdrückenden Beweis, daß die Lrgefch mir allen ihren Filialen nicht nur ein« bewaffnete, sondern e-ine im vollsten Sinne des Wortes militärische Or- ganisafion ist, die im strikten Widerspruch zum Gesetz und zur Verfassung steht. Es ist erwiesen, daß sie den Bürger- krieg im Innern, den Revanche krieg nach außen vorbereitet. Wir baben nun ein Entwaffnungsgesetz, wir haben eine rechtsgültige Verordnung des Reichspräsi, Kenten vom 31. Mai, welche beide die Bildung privater bewaffneter militärischer» Organisationen mit schweren Strafen be- drohen. Wo st eckt hier die Staatsanwaltschaft? Man kann doch nicht annehmen, daß alle Staatsanwälte Deutschlands, wie der Leipziger Staatsanwalt Mühle, mit den Verschwörern unter einer Decke stecken? Man kann es doch wirklich nicht an- nehmen! Verfahren— gegen wen? Herr Eschetich läßt verkünden, dag er gegen die Breslauer Polizeibehörde wegen Verbotes seiner Versammlung das Verwaltungs- streitverfahren eingeleitet habe. Wir erfahren dazu, daß am Tage vor der Versammlung das Breslauer Polizeipräsidium bei den Ein- berufern Haussuchungen bornehmen ließ und dabei so gravierendes Material vorgefunden hat, daß es an die Staatsamoaltschafi zwecks Einleitung eines Strafverfahrens weitergegeben wurde. Während also Herr Eschcrich auf der einen Seite das Verbot der Versamm- lung anfechten will, wird andererseits sich die Staatsanwaltschaft mit der Sache zu beschäftigen haben. gehoben oder verringert hat; im ersteren Fall sollen die 2 Schilling Scbichtzulage für Erwachsene und 1 Schilling für Jugendliche er- höht, im anderen herabgesetzt werden. Deutschlanüs Kohlentribut. Paris, 27. Oktober.(DA.) Dir deutschen Sohlenlirferungen an dir Entente belleten sich in der ersten Dekade dieses Monat« auf SLvlXX) Tonnen. An Frankreich lieferten Rhein- land-Westfalen 27000(1 Tonnen Kohlen und 19k 000 Tonne« Kols, der Aachener Bezirk LV00 Tonuru Sohlen und 140000 Tonne« Koks; dazu 3ö 000 Tonnen Braunkolilenbriketts aus der Kiluer Gegend; insgesamt erhielt Frankreich 521 500 Toourn. An Belgien ge- liefert wurden 66 500 Tonnen, nicht einbegriffen dir Braunkohlen an Italien 32 000 Tonne», nicht einbegriffen dir» b« r s ch l e- fische Kohle._ Diesel. London, 27. Oktober.(WTB.) Von unterrichteter Seite wird mitgeteilt: AuS verschieb: men Artikeln der deutschem Presse geht hervor. daß in be.zug auf die Zerstörung von Diesel-Motoren be- trächtliche M i ß v e r st ä nd n rsse heroschen. Es besteht keine wie immer geartete Absicht, fich mit anderen Diesel-Motoren zu befassen oder solche zu beschädigen, als mit U-Boot-Diesel-Mvtoren; auch besteht keiner- l e i A b s i ch t, die Diesel- Industrie Deutschlands zu vernichten. Die Angelegenheit ist übrigens den Verbündeten Regierungen überwiesen, befindet sich also sub jndice(in Rechtsprechung). Solange die Entscheidung der Verbündeten Regierungen schwebt, ist die Zerstörung aller U-Boot- Diesel-Motoren ein- gestellt und aufgeschoben worden. Die Sache' liegt nach deutschen amtlichen Erklärungen so. daß seder Diesel»Motor sowohl für U-Boote wie für alle anderen Antriebszwecke gebraucht werden kann. Poris taöelt Lonüon. Paris. 27. Oktober.(Hollandsch NienwSburean.) Me Pariser Blätter bespreche» de» e«» l i s ch r n B« r z i ch t ans gewisse Wirt- schaftlichr Strasmittel gegen Deutschland. Sir machen der englisch«» Regierung den B» r w» r f, daß diese Tatsache der deutschen Regle- rnng früher Mitgeteilt wordeu sei als Frankreich und sehe« darin ei« Anzeichen der Kluft zwischen beide« LundeSgenoffru. „Echo de Paris" berichtet, die französische Regierung werde bei« Auswärtige»»wt i» London eine» Protest erhebe«. Das Blatt lögt hinzu, der«»genblick fei ernst. Zwischen Um«nglifchS» HnnbelSgeist, der rücksichtslos fich sofortige Borteile verschaffe, aber de« politische« B o r t e i l, der erst in zehn oder sün>zehn Jahre» fällig sei, übersehe vnd der französischen Politik vergrößere sich die Kluft und die Uneinigkeit mit jedem Zage. Diese Stellungnahme war zu erwarten: England will den Handel mit Deutschland wieder ausleben lassen— die weitsichtige Politik Frankreichs gebt auf Deutichlarfds Ruin los und übersieht dabei nur, daß Frankreich mit zugrunde gebr. wenn es Deutschland verdirbt. London, 27. Oktober. Zu der Mitteilung, daß England auf das Recht der Beschlagnähme deutschen Privateigentums verzichte, führen die Blätter aus, es sei der Wunsch der Regierung gewesen, die II n- g ew i tz he i t deutscher Privatpersonen betreffs ihres in England befindlichen Eigentums zu beseitigen, ebenso wie die dadurch für die englischen Handels- und Schiffahrtsinteressen sich ergebenden Nachteile. Die Aufhebung der betreffenden Bcstim- mungen des Versailler Vertrages durch England sei in keiner Weise auf Agitation oder Druck von deutscher Seite zurückzuführen. Moskauer Kompromißler. Zürich, 27. Oktober.(WTB.) Nach einer Meldung aus Moskau hat das Groß« Russische Zentralexekutiv» k» m i t e e am 23. d. M. die Beratung über die Ratifizierung des Borfriedensvcrtragcs mit Polen und des Friedensvertrages mit Finnland begonnen. Aus dem von Tschitscherin erstattete» Bericht ist folgendes hervorzuheben: „Der Friedensvertrag ist für uns zweifellos sehr hart, aber Pole» verzichtet darauf, W ran gel zu unterstützen und der russischen Reaktion Beihilfe za leihen. Um de» Preis territorialer Konzessionen, die Polen gemacht werden mußten, ist man zn einem Kompromiß gelangt. Zwar lasse» gewisse polnische Parteien noch eine kriegerische Haltung erkennen, doch werden die polnischen Arbeitermassen die leitenden Kreise Polens znr Annahme des Friedensvertrags bewegen. Für Sowjetriifiland würde die Fortsetzung des Krieges neue Opfer bedeuten, die schließlich Rußland daran hindern konnten, mit dem Wiederaufbau deS Wirtschaftslebens zu beginnen." Der Bericht Tschitscherin» rief eine lebhafte Erörterung hervor. Das ist um so sicherer, als auf die Kriegs- und Siegesreden der Sowjetbouzen diese.Kompromißschalmei, aus die wütendste Brandmarkung der Regenten Polens diese Zuversicht in ihre Ver- sprechungen gefolgt ist— da die russischen Massen die ganze Zeche bezahlen müssen. Das beweist auch die Moskauer„Jswesfija", in deren Nr. 227 vom 12. Oktober der Vorsitzende des revolufionären Militärtribunals Dänischem ski(«richtet, daß dieser Gerichtshof vom 23. Juli bis zum 31. August d. I. 1188 Todesurteile gefällt hat— angefangen vom Verrat, der Spionage, der Gehorsamsverweigerung und dem Aufstande bis zu gemeinen Verbrechen und bis zum groben Unfug und der Trunkenheit. Die immer wieder auftauchenden Gerücht« von Erschütterungen der Moskauer Gewaltherrschaft finden eine gewisse Stütze in einem Tagesbefehl des Kommandanten der Moskauer Garnison, den di« „Jswestija" laut„Ost-Erpreß" veröffentlicht. Es werden darin ein« Reihe von Polizeimaßnahmen schärfster Art vorgeschrieben, wie sie der Zarismus als ,Lu stand des verstärkten Schutzes" bezeichnete. Vor allem wird die strengste Beobachtung aller Fremden, die sofortige Vorlegung ihrer Pässe und die Ovgani- sterung eines durch verantwortliche Kommunisten aus- zuübenden Beobachtungsdienstes in allen örtlichen und zentralen Einrichtungen befohlen. Die Bolschewisten haben die Macht an sich gerissen, indem sie die N a t i e na lv e r i a m m lu n g auseinandersprengten; zu desi Hawptwaffen ihrer Gegner gehört die' Forderung nach der Na- tionalversammlung. Auch W r a n g e l verspricht ihre Einberuruhch' hat aber Pressevertretern gegenüber geäußert, daß die Wahlen indirekt und vierstufig sein sollen. Er hat also von den Bolschewisten und— von den preußischen Junkern gelernt, zwischen denen ja im Endeffekt kein allzugroßer Unterschied besteht. keine Ruhe in Rußland. Wenn auch an der polniich-ruisiichen Front nicht mehr ae- schössen wird und tnfolae det Vorfriedensschlusse. die in Westfalen iiilernieten Polen nach Haufe geschickt werden— Polen erkennt an. daß eS keine Klagen über ihre Behandlung zu erheben bat—, i'o kommen jetzt die„N a t i o n a l- U t r a i n e r" mit großen SiegeS- berichten. obwohl das Oberkommando Waffenstillstand bekohlen bat. Die entlastete Rote Aimee dürste hier und bei Wrangel das Blatt wenden. Die Kaufmannsgerichte. Kein passives Frauemvahlrecht! Den 6. Ausschuß des Reichstags beschäftigte am 27. Oktober er. ein neuer Entwurf, der lediglich die Zuständigkeit bei Kausmaiiiis- und Gewerbrgerichten auf 25 000 M. hinaussetzen will. Unsere Ge- Nossen Giebel, Hoch. Bohm-Schuch beaniraglen, diese Grenze auf 30 000 M. zu«rhähen, das Wählbarkeilsalier der Lei- siyer auf daS 25. Lebeiisjabr zu ermäßigen und vor allem den Frauen auch dle Wählbarkett zu Beisitzern einzu- räumen. Den sachlichen Gründen des Abg. Giebel(Soz.I iür das palstve Frauenwahlrecht vermochten die Abgeordneten Wciubanken (Dem.). Thlel(D. B.!, Teusch(Z.) nur rechtliche Boi wände entgegen- zustellen, weil angeblich hierfür der Berordnungsweg nicht ausreiche. tlmere Gen. Bohm-Schuch und Hoch wiese» dem- gegenüber auf die Tatsache bin. daß auch das aliive Wahlrecht der Flauen auf dem gleichen Berordnnngswege geschaffen sei. Abg. Thiel(D. V.) wünschte eine GehaltSgrenze von 50000 M., stellte aber keinen Antrag, obwohl ihn Abg. Giebel(Soz) dazu ein- lud.— In der Abstimmung wnrde nach dem iozialdemokraifichen Antrage die GehaltSgrenze auf 80 000 M. einstimmig iestoeietzt, während die Einführung der Wählbarkeil der Frauen mit zwölf gegen zwölf Stimmen abgelehnt wurde,»eil wieder einmal ein Ausschußmitglied der Unab- hängigen in der Sitzung fehlte! Alle bürgerlichen Fraktion:.- Vertreter, mit Ausnahm« zweier demokratischer Albeite, abgeordneten, stimmten dagegen und suchten für diese Preisgabe eines ver- sassungsmätzigen FrauenrechlS Deckung hinter einem Ver- legenheitSantrag Teuich(Ztr)- Thiel(D. V.), der die Reichsregierung auffordert, schleunigst«inen entiprechenden Gesetzentwurf zu beiden Geietzen einzubringen. Dabei hatte der Regierungsverireter erklärr, daß an einem ArbcitSgerichtSgesetzeniwurf schnell gearbeüer werde, der wohl im Frühjahr 1S21 an den Reichstag gelangt. Seine Repressalie» gegen Polen? Die P.P R. erfahren von zn- verläfsiger Stelle, daß der auch von uns wiedergegebene Bericht der L. L.-Korrespondenz über die Angelegenheit der Weievielschiffe Boll» ständig unzutreffend und irreführend sei. Am 30. d. M. könnten laut polnischer Erklärung die Berbandlmtgen in Bromberg, die Deutschland vorgeschlagen hat, beginnen. Demgegenüber hält die B. 8.-Korrespo»denz ihren Bericht voll- kommen aufrecht und erklärt, daß die Ausführungen vock ver- antwortlicher Stelle auf einer Konferenz mit den„enteigneten" Schiffern im ReichSwirtsckastSministerium entnommen worda«. wa» kau» auf die weiter« Entwicklung gespannt fei»!: EewerMojwbeWegung Deutsche kinöerhilfe. Aufruf zur Volkssammlung für das uotleidende Kiud. K i n d-e r in Not! Diese Tatsache hat die acht großen Zentralorganisationen für Wohlfahrtspflege zu einem gemeinsamen Hilfswerk ver- einigt, um durch Aufbringung privater Mittel der Wohlfahrtspflege neue Kräfte zuzuführen, vie einzig und allein der Erhaltung und GesunÄuug unserer Kinder dienen sollen. Der Krieg hat unerhörte Verluste an Menschenleben und schwere Einbuße an Gesundheit bs> Männern und Frauen gekostet; furchtbar sind aber die Folgen jahrelanger Nahrungsnot für unsere Kinder. Hier droht der Zukunft ernsteste Gefahr. Kindertuberkulose und Säuglingssterblichkeit sind in erschreckendem Maße gewachsen, unermeßlich ist die No!, die sich zum Teil verschämt »vor jedem Auge verbirgt. Viele Hunderttausende von Kindern sind krank und gehe» mit Ui�t erernähr- tem, geschwächtem Körper ins Leben, die kümmerlichste Kleidung muß verbergen, daß kein Hemd den abgezehrten Körper decke Der kommende Winter wird diese Leiden noch un- endlichver in ehren. Reich. Staat und Gemeinde sind zurzeit allein außerstande, diesem Notstand zu wehren, deshalb muß die freie Liebe.S« tä t i g! e i t einsetzen, um dem Schlimmsten vorzubeugen. An unsere- Gewerkschaftsgenofsen in Stadt und Land, beson- ders aber an alle Ortsausschüsse, wenden wir uns deshalb mit dem Ersuchen, die in den nächsten Wochen erfolgenden Samm» langen der„Dcuischen Kinderhilfe" nach besten Kräfte« zu unter- stützen. Tie Noi ist groß und nur ein Zusammenwirken aller gibt die Möglichkeit einer wirksamen Hilfe. Die Verteilung der gesammelten Mittel liegt in den Händen eines zentralen Ausschusses und bietet Gewähr einer sachgemäßen Verwendung. Wir erwarten, daß die Soli- daiirät unserer Gewerkschaftsgenossen zur Rettung unserer not- leidenden Kinder nicht vergeblich angerufen wird. Der Borstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunde«. P. Graßmann. Nach öer Partei Sie Gewerkschaft. Aller Ecken und Enden beginnen Neu- und Altkommunisten ihre Tätigkeit in den Gewerkschaften nach dem berüchtigten Mos- tauer Diktat einzurichlen. Daum ig hat die Berliner aufgesor- dert, in den Gewerkschaften strikt« nach dem kommunistischen Pro- gramm zu arbeile«.„Die Mitgliederversammlung beS Sozial- demokratischen(!?) Vereins für H a l l e- Saalekreis(U. S. P, D.) verpflichtet ihre Mitglieder, in de« Gewerkschaften für ein klares Bekenntnis zur 3. Internationale von allen Vor- standsmitgliedern der einzelnen Gewerkschaften sowie der Kartell- Vertreter sofort Sorge zu tragen, diejenigen GewerkschaftSfunktio- näre, welche uns politisch bekämpfen, aber sofort veranlassen, ihre Posten niederzulegen." Also zu lesen im neu- kommunistischen.Volksblatt" für Halle. Die Leitung der K. P. D. Essen erläßt folgendes Rundschreiben: „Bon den Ortsgruppen ist sofort festzustellen, welche unserer Genossen im Transportarbeiterverband organisiert Ind. Diese Genossen haben sich sofort zur Fraktion zu. am menzu schließen. Von ihnen ist in den örtlichen Zu- ämmenkünsten des Transportarbeitcrverbandes Antrag auf so- ortige Einberufung eines VerbandStageS zu stellen und als Tagesordnung vorzuschlagen:„Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft". Alle Adressen der im Transportarbeiterverband zur Opposition stehenden Genossen und zuverlässigen Genossen der U. S. P. sind sofort an vie Bezirksleitung mitzuteilen." In'ver Duisburger kommunistischen„Freiheit" vom Id. Oktober ist folgendes Inserat zu lesen: Achtung! Achtung! Ortsgruppe Q)r»tz-D»iSburg. An die schisfahrtireibenden kommunistischen Ge- Nossen des Rheins und der Duisburger Häfen! Zur Bildung einer größeren kommunistischen Fraktion schiffahrttreibender Genossen des Rheins und der Duisburger Häfen sei folgendes mitgeteilt: Genossen, die gewillt sind, der Fraktion beizutreten, werden , dringend ersucht, sich...«inzuzeichuen... Außerdem ladet der vrovimrische Fraktionsvorstaud zu den zweimal wöchentlich stattfindenoen FraktionSversammlungen ein. Die auch in anderen Orten gegen den Bestand des Trans- porterbeijerverbandcs einsetzende Agitation der Moskauer wird von der Verbandsleitung mit den schärfsten Waffe» be° kämpfr werden. Augenscheinlich wollen die Agenten des Kapitalismus nunwehr beim Transportarbeiterverband der- suchen, was ihnen beim Metallarbeiterverband vorbeigelang. Da ober der TranSportarbeiterverbaud nicht gewillt ist, den frühe» ren Gelben und heutigen Maulhelden auch nur die geringste Konzession zu machen, ist uns um den Ausgang des Kampfes nickst eine Minute bange. Die„kommunistischen Genossen des Rheins"(?) mögen sich gefälligst erinnern, daß kaut Tarifver- trag auf dem Rhein nur Mitglieder des Deutschen Transportarbeiterv-rbandes beschäftigt werden dür- fen. Die Rheinschiffer werden streng darauf achten. Gnügültige Regelung im Zettungsgewerbe. Ein vom ReichSanbeitSmrnisteriuim eingesetztes Schiedsgericht hatte darüber zu entscheiden, ob den im Zeitungsstrsik entlassenen Arbeitern der Lohn voll zu zahlen sei. Es wurde vom Referenten Dr. Drahn als Vorsitzenden geleitet, be. stand aus Universitätsprofessor Dr. Kastel und Schriftsteller Dr. Potthoff als unparteiischen Beisitzern und aus je zwei Bertretem der Unternehmer und Arbeiter. In einem Streik, so lautet der Schiedsspruch, liegt in der tatsächlichen Verweigerung der indirekten Streikarbeit eine Arbeitsverweigerung, die zu fristloser Entlassung berechtigt. Die bloße Erklärung aber, daß ein Arbeiter indirekte Strei? arbeit nicht leisten werde, berechtigt zur Ent- lassnng nicht. In dem vorliegenden Falle werden die Unter- nehmer trotzdem zu voller Bezahlung der Strciktage verurteilt, weil sie den vom Buchdruckertarif vorgeschriebenen Schlichtungs- weg nicht erschöpft hatten, ehe sie Entlassungen vornahmen. Rettet de« Holzarbeiterverband! Von den Berliner Gewerkschaften sind es nur die Hdlzarbeiter, die sich gegen die Beschlüsse des Betriebsrätekongresses auSge- sprachen Hofen. Die Beauftragten und Anhänger der Betriebsräte- zentrale in der Münzstraße werden also weiter an der Revolutio- nierung der Berliner Holzarbeiter arbeiten, nach ihren eigenen Worten an der Aushöhlung und Zerstörung der Ge- werkschaften von innen heraus. Nachdem die im Vorjahre gewählte imabhängige Leitung als nicht mehr radikal genug von Liren eigenen Anbängern„abberufen" worden ist, beginnt schon wieder ein neuer Kampf um die Leitung. Jetzt wird dar- auf hingearbeitet, die Beowaltungsmitglieder„abzuberufen", die gegx» die Moskauer Thesen sind. Zurzeit ist das die Mehrzahl der Verwaltungsmiiglieder. Eine kommunistische Frak- tion der Verwaltung hat sich bereits gebildet. So soll auch der persönliche Zank in der Gewerkschaft geführt werden, bis diese auseinanderfällt, wie die U.S.P.D. Die Aufgaben der Gewerkschaftsorganisation werden dabei völlig vernachlässigt. Die Holzarbeiter Berlins stehen mit ihren Löhnen heute schon nicht mehr in der Klasse 1 des Tarif- vertrage? für die Holzindustrie. Die hiesige Verwaltung ist den Unternehmern gegenüber ohne jeden Einfluß, Zur Be- kämpsuna der Arbeitslosigkeit wird nichts unternommen. An eine Unterstützung der ausgesteuerten Arbeitslosen ist bei den her- untergewirtsch asteten Kassenverhältnissen nicht zu denken. Gegen die Mißwirtschaft müssen alle Mitglieder zusammen. stehen, denen an dem Fortbsstehen ihrer Organisation etwas ge- legen ist- Um diese Mitglieder zusammenzufassen, haben S.P.D.- Holzarbeiter zu Frei tag 7 Uhr eine Versammlung im „Englischen Hof", Alexanderstr. 27c. einberufen, zu deren Besuch alle Genossen aufgefordert werden. Ter Streik bei de« Wachgesellschaften. Der Streik bei der Nachtwackgeiellschafl Charlottenburg und bei der Berliner Racblwackxiesell'chast Aren st einAlliance.Str. 7,110. Sattler. PortefenNler. Sapezierer. Heute 7 Uhr Lei Böker, Weber. strahc 17. Generalversammlung. Der wichtig en Tagesordnung wegen ist vollzähliges Ericheinen dringend geboten. Deutscher Transpottarbeiter-Berband(Bezirk Grotz-Berliu). Rollkutscher, Tpcditionsarbeiler usw.! Morgen Fieitag, 6 Uhr. bei Böker, Weberstr. 17: Bronchenversommlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom Betiicbsräiekongretz. 2. Disluision und Branchenangelegenheiten. Mit- glicdsbuch legitimiert.-— Laboranten. Apolbekenarbeiter und-arbeiterinnea, Lausburfchcn uiw.! Morgen Freitag, 71/, Uhr, in Mikes Feilsäten. Sebastianktr. 33: Veriammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über die Ver- Handlungen vor dem DemobUmachungskommifsar. bzw. das proookatoriiche Verhalten der Arbeitgeber, insbeiondere des Herrn v. Lagie viki, Besitzer der Palnien-Apothele in der Schlesischen Straße, und unsere Stellungnahme hierzu. 2. Berich» der Diftriktleiter. 3. Verschiedenes. Deutscher siScrkmeisterverbnnd. Fachgruppe Auto-, Wagcnbau- und Kaiosseriebranche: Freilag, 7 UKr, Schultheiß, Neue Jakobitr. 24/25.— Sämtliche in Normest wohnenden Werlmeiiter versammeln sich Freitag, ö Uhr, im Lokal.Nordloeit-Kasino', Att-Moabit 55,'58. Soziales. Produktive Erwerbslojeufürforfle. Aus Landsberg /Warthe) wird uns geichrieben: Die dauernd steigende Zahl der Entlassungen»n den m e t a l l i n d u st r i e l l e n Unternehmungen unserer Siavt verbunden mit der ent- sprechenden Zunahme der Zahl der Ertoerbsloien namenllich auch aus den Reiben der OualitätSarbeiter veranlaßt« den Magistiat, eine großzügige Einrichtung der produkiiven Erwerbs- loiensürsorge zu ichaffen. Auf einem von der Eifenbahnverwaltung bereitgestellten Stück Land wurde noch Herstellung eines GlciSan- schlusies eine Eisenbahnwagenrepararurwerkstatt errichtet, deren Abmessungen derartig gehalten sind, daß täglich etwa 169 bis 240 Arbeiter zunächst, später auch mehr beschäftigt und monatlich eiwa 100 bis 120 Eisenbahnwagen, später auch mehr repariert werden können Seitens der' Eiienbahnvetwaltung sind der Siadt für dieses Unternehmen Reparaturausträqe für zwei bis drei Jahre zugesagt worden. Da das Unternehmen sür die Eisenbahn lediglich in Regie arbeitet, ist das Risiko Verhältnis- mäßig gering und mit einiger Sicherheit schon setzt übersehbar, mit welchen Einnahmen und Ausgaben wird gerechnet werden können, und in welcher Zeit man mit voller Abschreibung der An- lagen fertig sein muß. um obne Verlust abzuschneiden. Leitend war bei Schaffung des Unternehmens der Gedanke, daß die Arbeiter nicht nur gegen EnUodnung in einem reu» städtischen NolstondsarbeitSbetrieb beschäftigt sein sollten, sondern auch als Mitträger des ganzen Unternehmens an Gewinn und Verlust beteiligt und so direkt daran intereffiert sein sollten, daß. soviel es ans sie ankomme, alles geschehen müsie, um den Betneb daueind rentabel zu gestalten und zu erhalten. Bon dieser Be- teilignng der Arbeiterschaft versprach man nch vor allem Erböhiing der Arbeitsfreudigkeit der Arbeiter. Zur Erre'chung dieses Ziele« wählte man den Weg der Gründung erner Genossenschaft mit beschränkter Hastpflicht, an der Stadt und Arbeiterschaft als Genossen beteiligt sind. Das GründungS- kapital des Unternehmens beträgt entsprechend den Vor- schlügen Sachverständiger 1 Million Mark, von denen 700000 Mark die Siadt, 200 000 Mark ein industrielles Unternehmen und 400 000 M. die Arbeiterschaft aufgebracht haben. Das so geschaffene Unleruehmen bildet also einmal ein Schul« beikpiel sür die Schaffung von Einrichtungen der produkiiven Er- werbSlosensüi'orge, enthält aber dann in reinem ganzen Autbau in- sosern etwas Neuartiges, als, um die Arbeitslust der Arbeiter zu heben, es nicht alS rein städtisches gedacht ist. sondern als eine Art sozialisierter Betrieb, an dem allerdings die Stadt Landsberg iWarthe) in der GeichäflSiübrung und durch Vertretung im AussickiSrat entsprechend ihrer starken Beteiligung vertreten ist, und durch den die an dem Unternehmen beteiligte Arbeilerichafl geradezu dabei mithilft, ihren erwerbslosen Kollegen ihrer Vorbildung entsprechend Aibeit zu schaffen und zstgleich die StaatSbahn bei Beschleunigung der Wiederherstellung ihres Wagen« parkeö zu unterstützen._ Der Sitz der Angestelltenversicherung. Etwa ein Jahr� lang dauert der Kampf zwischen iden drei Städten Dresden, Nürn- berg Mid Stuttgart um den Sitz derReichSversiche- rungsanstalt für Angestellte. Wie die„Münchcn-Augsburger- Abendzeitung" meldet, hat die Nngclegeicheit nunmehr ihre Erledigung dadurch erfahren, daß weder Dresden, Nürnberg noch Stutt» gart die Reichsversicherungsanstalt erhält. Diese bleibt vielmehr in Berlin, wo nunmehr auch das neue Verwaltungsgebäude er- richtet werden soll.__ vortrage, vereine und Versammlungen. FrirdenSbund der«riegsteilnebmrr. B-zirlSgruppe Lichter» selbe. Heule abend 8 Uhr: Ocssentliche Bersammlimg in der Aula der Lberreglschule. Riiigitraße. Referent: Kam. Psaircr Bieder. Tbeina: Krieg oder Frieden?— Bezirlsgruppe Lichtenberg- FriedrtchSselde- Karlshorft. Heute abend S Ubr: Oesscntliche Versammlung iu FriedrichSselde, Wilbelm/tr. 38(Habcrlands Feasäle). Referent: Ignatz Wrobel. Thema: linier Militäl— Slkieterverbaud Groft-Berlin(K.B. Ortsgruppe Zchöneberg. Oessentliche Protesloeriamm ung gegen die Spruchviapls deS �ck öneberger Mieiseinigungsamtes, heute abend 8 Uhr in der Aula der Fichte-Rcalichule. Koiomienilr. 22/23. Vortragender: R.-A. Dr. H. A. Meh er. Verbandssondikus.— Arbeiter-Gsperanttite«. Man« tag. den 4. November: Monatsversauunlung im Sophlen-Lyzermr, Dein- meistcrstr. 16. Veranlw. für den redatt. Teil: Tr. Werner Peiler, Charlottcnhurz: für Anzeigeu: Th. Glocke. Berlin. Vertag: Vorwärts-Vertag S. in. d. H., Lerlia. Druck: Bc» wärtS-Buchdeiickerei u. Vertagsgasiait Voul Zingsr u. Co.. Berlin, ßmiente. 3. Hierzu 1 Beilage. Ata reinigt und scheuert alle Geräte aus Porzellan, Emaille, Holz, Metall, Glas, Stein, Marmor Usw. Bestes Scheuerpulver für Haushalt, Gewerbe u Industrie. Vorzüglicher Herdputz Ueberall erhältlich. Henkel& Cle., PGsweldorf Fabrikanten von>,511* und H en k«1*8 Bleich« Soda«* 1 SpeziaE'Arzt für Haut- u. alle Harnleiden, Harn« and Blutuntersuchungen» Dr. med. Karl Reinhardt, Potsdamer Straße 117,.�zows"«�. Sprechstunden;!/sl2— 2,>//>— 8 abds., Sonmags'/all— 1 ühi Aufklärende Broschüre mit Beschreibung sämtt Heilverfahren in verschl. Kuvert aes Einsend, v 2,— M normfrei Bekleidungsstelie der Stadt Neukölln Bergstr. 29. Mdsuk Med SU Mt-NenkÖlIner. oeottnetS-ÜHIir. Hin Posten KemdeiM, Nessel Trikotstoff, Handtücfier NM" besonders günstig"HNV Hemdentuch, 80 cm breit............ Meter I6.50 Nessel, 140 cm breit.............. Meter 26.2S Trikotstoff, ca. 100 cm breit........... Meter 35.50 Handtücher................. Stück 8.75 Herren.Trikot.Hemden in allen Größen........ 4550 Damen.RefortmBeinkleider....... von 42°° bis 57»° MädchenaTrikotcBeinkleider, 50—60 cm lang, von 27s0 bis 3050 ■■■■■■■■■■■••an m.»».»,»»»»MMMi.»»»»»» UMaBmazMiraaMaii.«.«»»»».«■*«»••• j Hiesige Auswahl!"MS NV Sehr billig!-MU• ' ftloderne Herren- u. Damen-Garderoben- Schuhwaren.». Strümpfe; 4" Spezial-Behanrilung+ o. Saut., Harn., Antrrleibeleideu, nervöser Schwäche ErStzt« Heiterfolge! Besonders i.»ranke, welche anderwärt« nicht ans- geivUi warben sind. Siutnatersuchnna, Höhensoune-Beltrahlg. Dir.Hermanns,EDijeiflL42 ■WichtigfürPriyale!-� Müller lnpens und Reste usw, aus meiner llonfeftlvn llam- mend, sollen zu Lnirroapreiaeu jetzt et.» e« l n adgeael-en werden. Es gelangen zum Bertous Stoffe sllr Anzüge, Ulster. Kostüme, Kleider, Binsen in U Quniitöten; ferner Cammer. Vörie, Schürzen- und Wäschestoff sowie andere Baumwollwgren. lUixroohaus für Tuche u. Manufaktur W. flampel. Königstr. 62B Ne„--C»?s.s.r.. AM, M psleiots, Cata.vays, Hosen, Alaska- und Krcazfüchsc, Muiien,(Keine Lombardware.) Verkauf zu enorm billigea Preisen, Leihhaus Friedrlchstr. Nr. 2 ie!zwaren Ä'ÄraÄ 1 r'.kunks, Marder usw.(Jarnitu en»on Ivo M an. Nacn beend. Engros Sait bedeut herasies. Preise O R- Michaelis, QroBe Frankfurter Strasse 99. GQKOOOD Am SirauUberner Platz GOQOQOG Kapitän-Kautabak wieder reichlicher in der früheren euren Oualrtät zu beziehen durch die bcianntcn Bertau»stellen ckrelär Stall zur Wahl stellten. Samt- iiche Vorgeschlagenen sollen entsprechend deS gestrigen McbrheitS- beichlusses im Ausschuß der Heuligen Stadtverordnetenversammlung als besoldete Stadträte empfohlen werden. Der Mordprozest Wendelstadt, dessen Verhandlung am Freitag vor dem Schwurgericht des Land- gerickts III beginnen wird, crluctfi mit Rücksicht auf die Persönlich- kest des Ermordeten und die Tatsache, daß der eigene Sohn des Ermordeten als Täten auf der Anklagebank sitzt und es sich um einen Jndiz'enbeweis handelt, ein großes psychologisches und ju- ristischcs Interesse. Am Morgen des 14. Mai 1910 wurde der Kauf- mann Wenoclstadt, ein sehr begüterter Mann, der als Vertreter einer alten französischen Sektfirma ein Jahreseinkommen von mehreren hunoertlausend Mark hatte und am Kurfürsten- dumm 183/89 eine kostbar eingerichtete Zwölfzimmerwohnung be- wohnie, in der Wohnung tot aufgefunden. Es wurden an der Leiche 11 Stichverletzungen festgestellt. Tie Leiche lag völlig be- kleidet hinter der Korridortür auf der Diele in einer Blutlache. Es lag ztoeifelloS Raubmord vor. Die Brieftasche war aus der Joppe herausgerissen med entwenoet, serner fehlte die goldene Uhr, eine goldene Börse mit Eloldstücken und das Schlüsselbund, welches der Ermordete stets bei sich zu tragen pflegte. Es wurde weiter festgestellt, daß jemand ein Geheimfach in dem Schreibbureau des Erinobdeten geöffnet und darin gekramt haben muhte. Die Wohnungötürcn waren ordnungsmäßig verschlossen, der Angeklagte !var von dem Dienstmädchen, che es sich zur Ruhe begab, abends 10M Uhr in dem sogenannten Bilderzimmcr lesend gesehen worden; was dann sich ereignet hat, ist völlig dunkel. Die Nachforschungen nach dem etwaigen Täter blieben lange erfolglos. Dann fiel der Verdacht auf den eigenen Sohn des Angeklagten, den 24iährigeu Hans Wendelstavt, einen früheren Reserveoffizier, der erst drei Monare nach dem Verbrechen in Haft genommen wurde. Zwischen dem nunmehr unter der Anklage des Mordes ftehendm Sohn und dem Ermordeten soll zeitweilig kein gutes Verhälln:s geherrscht haben, der Vater hatte eine. Zeitlang ganz mit ihm ge- brachen; erst nachdem der Sahn ins Feld gezogen und zum Offizier l»cfördcrL worden war, halte sich das Verhältnis zum Guten ge- ändert, und der Vater soll ein früher zuungunsten des Sohnes ge- machtes Testament zu dessen Gunsten geändert haben. Dieses Testament wird in der Verhandlung eine größere Rolle spielen. Der Angeklagte hatte sich mir einen: vermögenslosen Mädchen ver- lobt, damit aber den Unwillen des Vaters erregt; es soll darüber wiederholt zu Zwistigkeiten gekommen sein. Zu diesen Momenten werd.ai von der Antlagebehörde noch zahlreiche Verdachtsmomente ins Feld gefiihrt, so namentilch die Talsiiche, daß er sich schon vor- her, als noch keinerlei Verdack: gegen ihn auskommen konnte, einen Alibibeweis sichern wollte, indem er wiederholt seine Wirtin, bei der er wohnie, darauf aufmerksam zu machen suchte, wann er am Abend des 13. Mai nach Hause gekommen sei, ferner daß er bei der Ankunft tn der Wohnung deS Vaters am 14. Mai nach dem Morde furchtbar verstört ausgesehen habe, daß er die Leiche seines Vaters nicht habe ansehen wollen, daß er beim Lokaltermin ohne Aufforderung sofort betom hatte, wo er am Abend des Mord tage s gewesen, daß er nach dem Morde vtcl alkoholische Getränke zu sich �enommei�i�w��Ta�utreten�i��iiie�mn��llcihe�ndere��er� dachtSmomente, die schließlich zur Erheb ing der Anklage geführt haben. Der so schwer Belastete bestreitet mit Entschiedenheit, den Vatermord begangen zu haben. Das neue kkohlenamt Berlin. Das Inkrafttreten des Gesetzes über die Bildung einer neuen Stadlgemeinde Berlin bar. wie schon mitgeteilr, auch die Auflösung des Kohlenverbandes Groß-Berlin noch sich gezoaen. Rechte und Pflichien des Kohlenverbandes sind mit dem 1. Oktober out die neue Stadlgemeindc Berlin übergeoangen. Damit ist auch die Koblenstellc Groß-Bertin. Linlstr. 25, der die Bearbeiiung der laufenden Geichäfle des KohlcnverbandcS auf die Vorbereitung und Allssührung seiner Beschliisfe bisher oblag, feit dem 1. Oktober ein Organ der neuen Stadlgemeinde Berlin geworden. Die Kohlen- stelle Groß-Berlin ist im Fahre 1917 aus der»Roblenabteiluiig des Krregsamles in den Marken" hervorgegangen, alio ursprünglich eine miliiärische Dienststelle gewesen. Nach einem Beichluß des kommissariichen Eron-Berliner Magistrais wird die Kohlenstello Groß-Berlin ihre Geschäile fortan unier der Bezeichnung. K o b l e n- amt Berlin" im Namen der neue» Stadlgemeinde fortführen. Die Werbearbeit für Gberfchlesien. Der Verband heimattreuer Oberschlei ier, Be« zirkSgruppe Groß-Berlin, der in Berlin und Vororten und den angrenzenden Landkreisen für Oberschlestens Verbleiben beim Deutschen Reich wirbt, bat seine Organisation in der letzten Zeit weiter ausgebaut. Es ist gelungen, von den in dieiem Bezirk lv ahnende nOberschlesiern bereits SSOOO zu erfassen, die zur Teilnahme an der Abstimmung be- rechtigt sind. Die Hauptgeschäilsstelle der Bezirksgruppe Groß- Berlin befindet sich in Berlin, Schöneberger Sir. 9; dort sind die einzelnen Geschäftsstellen der 57 Ortsgruppen des Bezirkes zu er- fahren. Jeder Heimattreue Oberichtesier, der Oberichlesiens Zu- geHörigkeit zu Deutschland am AbstlmmungStage verteidigen will möge sich schleunigst bei seiner Geichäitsstelle melden. Zur Aufbringung der gewaltigen Mittel, die dieser Kampf für die oberschlesiiche Heimat erfordert, muß der Ver- band sich an die gesamte Bevölkerung wenden. Ansang Dezember werden in Groß-Berlin drei Grcnzsp endentage veronstalier, für die aus die Opserwilligkeit aller Volkskreise gerechnet wird. HauSsammlungen finden in Groß-Berlin bereit« jetzt stair. wobei die Spender darauf achten müsicn, daß sie n u r f ü r den Verband und nickt sür eine gleichfalls sammelnde gegnerikche Organisation mit ähnlichem Titel ibr Geld bergeben. Man darf diese Veranstaltungen nichr in eine Reihe stellen mit den Betteleien, die oit von Wohliätigkeilsvereinen veraiistaltel worden sind, damit die Gemeinden, der Slaal und das Reich sich ihrer Pflicht zur Be« kämpsung sozialer Not entziehen konnten. Die Beschaffung der Mittet für die Volksabstimmung in Oberschlesien ist dem Reick. dem Staat und den Gemeinden durch die Vorschriften der tEnteme unmöglich gemacht, so daß hier nur private Hilfeiübrig bleibt._, Sein« Frau erstochen hat der Auiomateneinrickter Otto Plu'cher in der Sch.irnweverstraße S zu Lichtenberg. Pluscher lam ange- trunken nach Hauie, atS die Frau in ihrer Kücke im vierten Stock grade dabei war, Kartoffelpuffer zu backen. Er stieß der Flau dichr oberhalb der Brust ein Messer in den HalS, Der Stich traf die Schlagader und die Getroffene starb an Verblutung. Plu'cher wurde festgenommen und nach Moabit gebracht. Die Erstochene war 4l Jahre all. Im Grunewald erschossen aufgefunden wurde eine unbekannte Frau von 20 bis 25 Jadien. Die Leiche lag im Jage» lO»na wurde nach dem Sckauhause in Charlolienburg gebiackl. Die Un- belannte ist l.65 Meter groß und unierietzi, Hai blondes Haar und vollständige Zähne und lrug e»ne weiße Bluse mit blauem Seiden- schtipS, einen grauen Gummiregenmaniel, einen schwarzen Filchnt mit schwarzem Band, und schwärze Schnürschuhe. Ihr Taschentuch ist K. E. gezeichnet. »irchencinbriiche und Gemäldediebstähle beschäftigen wieder die Kriminalpolizei. Aus der evangelischen Kirche zu Witlenau wnideir zwei>/z Meier hohe Bionzeleuchter pestohten.— ÄuS einer hiesigen öffentlichen Galerie stahl ein uiibekaniiicr Dieb ein 2o X 30 cm große» Aquarell, das ein zerschossenes französisches Dort i» einer tonnigen Frühlingslandjchaft darstellr. ES ist im Kriege entstandeir und von Lndtlssa Ronver aemali. ES ist möglich, daß das Bits Das Licht der Heimat. i 60] von August hlnitch«. In diesem Augenblick lief es wie Feuer durcki den Körper des Sohnes und brannte seinen Willen stahlha'.t. O, er hatte hier ein Erbe anzutreten— ein Erbe an Kraft, das die Mutter mit unmeirsckfficher Tapferkeit getragen hatte, für ihn— und unter desfen Last sie fetzt zusammenbrach. Eine brennende Scham durchglühte sein Herz, und cm heißes Terlangen, sie zu umfassen, seine grenzenlose Liebe in wilder Zärtlichkeit zu verströmen, riß ihn zu ihr hin. Er'tiiizie neben ihr nieder, er legte die Hände um den oim.'n Kopf— sie fuhr zusammen, als er sie berührte, aber sie ließ eL ge» schehen und hielt ganz still, als seine zittrnoen F mg er über ihr Haar suhrew— panz still, als sein'Koos sich in den ihren schmiegte und sein Mund nur immer das e'ne Wort flüsterte. bittend, flehend und unendlich zärtlich:„Mutter— Mutter!� Da tpurde ihr Schluchzen ruhiger, und sie weinte'till und lautlos vor sich hin. Endlich raffte sie sich auf und ging in die Kammer, er wollte ihr folgen, aber sie wies Um stumm ab. Dann kam sie wieder, müde, gebrochen, und ihm war, als hätte alle Kraft sie in dieser Minute verlassen. Sie trat an den Tisch und schüttete ein kleines Geldbeutelchen aus— ein Goldstück und ein paar Taler rollten über die Platt': „Nimm!" sagte sie mit zitternder Stimme:„mehr Hab ich nicht." „Nimm!" das war das erste Wort, das ne zu ihrem Sohn sagte. Keinen Vorwurf und keine Frage, nur: nimm — wie er immer genommen batte von ibr. Das erschütterte ihn. Er fühlte, sie hatte den Sohn aufgegeben, ihre Hoffnung war tot. Für den sie alles ge- opfert hatte, den ihr Stolz auf die.Höbe deS Lebens Zellen wollte, der kam wieder als Bettler— und dem Bettler gab man ein Almoien. O. das brannte tief. Er umklammerte ihre Hand, Sie wollte sich wehren, eigensinnig, aber er hielt sie fest. Und nun berichtete er mit fliegenden Worten. Von dem großen Streik und wie er zu- sammenbrach von seiner Wanderung durchs Elend bis zur tiefsten Erniedripilng. Sie statte das Gesicht abgewandt, und er wußte nicht, ob seine Worte sie überhaupt berührten. Nur als er sa«te, wie.er aufs Moor ging, um zu sterben, zitterte ihre.Hand in der seinen. Dann sprach er von seinem Plan, erst zögernd, aber bald vergaß er die Mutter und leyre fachmännisch auseinander, entwickelte und baute auf, selbst entflammt von dem großen Gedanken. Und merkte im eige- nen Feuer nicht, daß die Mutter den Kopf hob und lauschte, daß ihre Finger sich fester um seine schlössen. Nun erwog er die Schwierigkeiten und stellte den Voßbauern hin als den Feind, der ihm im Wege stand, den er bezwingen wollte mit der Macht seines Geistes und seiner Tatkraft— da richtete sie sick auf und stand da, gierig lauschend, mit zitternden Nasenflügeln und halbgeöffnetem Munde. Er sah auf und erschrak vor dem hingerissenen Ausdruck in ihren Augen. „Mutter." schrie er.„kannst du mir noch glauben?" Sie sah ihn an, fest und durchdringend, lange, und er fühlte ihre forschende Qual, fühlte, wie ei in ihrem Herzen zuckl«. sich an seine Brust zu werfen, und stand envartungs- voll stist. Aber sie kam nickt, stumm verharrt« sie und sank in sich zusammen.. das Feuer in ihren Augen crlofck. „Piellcickt." sagte sie müde, wandte sick ab und griff nach dem Bügelcistn.„Glauben kann ick dir vielleicht— aber hoffen— noch wieder hoffzn?—* Langsam schüttelte sie den Kopf und begann zu plätten. Und in ihren Be- wegungen war jetzt etwas so Hilflose?, MüdeS und Gee- q»altes, daß es ihn tief erschütterte. Sie hoffte nicht mehr auf ihren Sohn. Jetzt war es an ihm, sie aufzurichten und die Hoffnung ihres Lebens weiter zu trogen. Da besann sie sich, daß er hungrig sein würde, hiest mit Plätten inne und holte ihm zu essen. Eine Ecke des Tisches mochte sie frei: da saß er nun, wie er so oft in seiner Lehrzeit aetan hatte, und sah ihr zu. Hin und her glitt das Eisen, die Wäsche dampfte, es war olles wie sonst. Er sah nach dem Wecker auf der kleinen Borte und wurde unruhig:„Wo ist Vater?" fragte er.„Tot!" wgte sie leise und sah nicht auf. Er sprang auf:„Tot? Vater tot? Und ich— ich Hab nichts erfahren?" „Ich hatte dir geschrieben, aber es kam keine Antwort— ich glaubte, du hättest wohl keine Zeit wegen der Prüfung— da hob ich denn alles allein fertig gebracht— den Sarg und das Grab— es ist alles in Ordnung." Da kam ihm dock der Jammer hock, und er umschlang i st« mit Inbrunst.„Mutter— arme Mutter!" Sie ließ es geschehen, daß er sie zu sich niederzog und saß still auf seinem Schoß, während seine Hände sie streichelten. .„Erzähl mir," bat er,„erzähl mir alles I" „Wozu, Dierk?" sagte sie.„er hat seinen Frieden. Es war wohl nicht recht, daß ich ihn antrieb, vom Lande fort- zugehen— vielleicht hätten wir uns doch heraufgearbeitet. Du weißt ja, wie es war, zuletzt wurde es immer schlimmer mit ihm, bis er in der Trunkenheit einen bösen Fall tat. Sie brachten Um mir ins Haus, und ich bob ihn noch ackt Tage pflegen können." Sie hielt inne, faltete die Hände und fuhr dann mit ganz leiser Stimme fort:„Es>var unsere schönste Zeit. Er war wieder wie damals, als du geboren wurdest, und er wollte mich gar nicht von sich lassen. Da Hab ich denn an seinem Bett gesessen und seine Hand ge- halten und mußte ihm erzählen. Immer von dir mußw ich erzählen und ihm alle deine Briefe vorlesen. Ja, er hat dich doch— sehr lieb gehabt, trotz alledem, und hätte dir so gern alles abgebeten— das sollte ich dir sagen. Wir haben auf dich gcw'artet. jeden Tag— weil wir doch glaubten, daß du wohl deine Prüfung machtest— ja— bis zuletzt haben wir— gewartet." Wieviel Bitterkeit mußte er schlucken. Während sein sterbender Pater nach ihm verlangte, um ihm noch einmal nahe zu kpmmen im Leben, während die Mutter ihn in gläubigem Vertrauen schon am Ziel wähnte und in ihren schwersten Stunden geduldig sein Schweigen ertrug, war er Landstreicher geworden, heimatloser Strolch und Vagabund und betrog den Vater um die Versöhnung, die Mutter um die Frucht ihrer ganzen Lebensarbeit. Und sich selbst— hatte er sich selbst nicht auch betrogen? Ein leiser Troß glomm in seinem Herzen aus. Nein, erst in der tiefsten Tiefe hatte er sich wiedergefunden. Erst als er den ganzen Wust von unreifen Gedanken, die Menlckbxit ,u beglücken, abgestreift battze, als er selbst ans der n'edersten Stufe ana'longt war, an der Grenz« des Menschlichen überhaupt, erst da fand er den Sinn des Daseins, den goldenen Kern des Lebens— arbeiten und schaffen! Schäften das große Werk, das die Kräfte der Tiefe hcrauszieben und ihren Segen ausstreuen sollte über die Menschen. Ein Werk, das wert war Vater und Mutter darüber zu vergessen. „Und jetzt." fragte endlich die Mutter,„was willst du jetzt anfangen?" lFortf. folgt.) auf der Rückseite den Namen Berndard Köhler trögt.— NuS einer latholischen Pfarrkirche wurde ein Bild von sehr hohem Kunstwerl aus dem Rahmen geschnitten. Es stellt den seligen Bartholomäus Holzhäuser dar, eine ManneSfigur mit einem Buch in der Hand� neben der links ein Kruzifix steht. Die Bildfläche ist 6» X 78 om groß. Die Leinwand ist durch ein gröberes Stück verstärkt. Vor Ankauf dieser Kunstwerke wird gewarnt. Das Hauptversorgungsamt der Provinz Brandenburg ist mit dem 22. Okiober 1820 nach Berlin-Schönederg 1, G e ne- ral-Pape-Straße- sunmittebbtar am Ringbahnhof Pape straße) verlegt worden. Alle Zuschriften sind an diese Adresse zu richten, ausgenommen Angelegenheiten, welche die gesetzliche Versor- g u n g der Witwen und Waisen betreffen; diese sind zu senden nach Berlin N. W. 6, Schifsbauerdamm 5. DaS Staatstheaier im Schauspielhaus Neukölln brachte am Mon lag als 13. Vorstellung Hebbels Trauerspiel„M aria Magda» lene". Pohl bot in der Rolle des Meister Anton eine Glanz- leisiung. Leider war Johanna Mund als Klara den Anforderungen, - die der Dichter an diese Rolle stellt, nicht ganz gewachsen. Die Regie hätte auch ans den ersten Teil des dritten Aktes etwas m�hr Sorgfalt verwenden dürfen. Der Besuch, der. nebenbei bemerlt, erst wieder um 7 Uhr, anstatt, wie angekündigt, um 68/i Uhr be ginnenden Vorstellung hat gegen die vorhergehenden Male nach- gelassen, was wohl daruuf zurückzuführen ist, dah der hintere Teil des Saales keine Möglichkeiten bietet, von der Vorstellung etwas zu sehen oder zu hören. Im ganzen fand die Aufführung eine bei- fällige Ausnahme. »Was wollen die Jungiozialisten Uever dieses Thema sprechen am ifreitag. den 29. Oktober, abends Ihz Uhr, in der Aula der 25. Ge- meindeichule, Rnppiner strahe 48(um Arkonervlatz) in einer öffentlichen Vropagaudaveriammlung der OrtSipuppe Norden der Jungkozialistischen Vereinigung(S.P.D.) Gen. Pros. Radbruch- Kiel, M. d. R.. und Gen. Kurt W e g n e r- Berlin. Kein Jugendlicher darf fehlen, insbei andere muh allen jungen Parteigenossinnen und-genossen das Erscheinen Pflicht sein. Tie Religion der Siozialiften lautet das Tbcma, über das Genosse Lie. Dr. Auer in einer dritten öffentlichen Versammlung religiöser Sozialisten in Neukölln in der Aula des Realgvmnasiums tn der Kaiier- Friedrich- Straffe 208 Freitag, den 29. Oktober, abends 7h, Uhr, spricht. Auschlicffend referiert Genosse Ltc. PiechowSki über die kommenden Kirchenwahlen, für die aer Bund religiöser Sozialisten eine beiondcre«ozialistische Kirchenliste ausstellt. Dozialtitische Bildungsschule. Zur Vortragsreihe über»Boliche- wiimus und Sozialdemokratie-(Genosse Dr. Loewe) werden noch Hörer zugelassen. Der Unterricht nndet jeden Donnerstag von 7�,-9 Uhr abends im Saal der Juristischen Sprechstunde. Lindcnstr. statt.' Ebenso können noch Hörer Ausnahme finden in der Vortragsreihe über.Die«üeschichtc der Jnlernationalc-(Redakteur Erwin Barth). Diese findet statt Freitags von 7— Kst, Uhr abends in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Franko surter Str. 6. Hörgebübr beträgt 6 W. 'Am Sonntog, den 31. Ollober, abends 7 Uhr, tn der Festballe deS Stadlhouses, Eingang Kloslerslraffe: Einsührungsabend zum Richard» Slrauff-Konzert.'Vortrag mit Demonstrationen am Klavier: Dr. Alfred Gutimann. Eintritt 75 Pf. Festkonzerte:«onntag, den 7. November, vormittags 1t Uhr. in der„Neuen Welt-, Hujcnheide 198/14: Richard- Slrauff- Konzert. Mit- wirkende: Generalmusikdirektor Dr. Muck. Proscssor Albert Fischer, das Llütbner-Orchester, der Berliner Volkschor. Wir bitten, unverzüglich die Marlen einzulösen. Voranzeige! Am Sonntag, den 28. November, vormittags 11 Ubr. in der„Neuen Weit", Hascnheide 108/14: Engels-Gedächlnis'eler zur Wiederkehr ieines 109 jährigen Geburtstages. Mitwwkende: Dr. Wünsch, Rezitationen, Genosse Eduard Be:..>lein. Gedächtnisrede, das Llüthncr- Orchester unter Leiinng des.Kapellmeisters Herrn Sclmar Mctirowitz. Eintnttskarten ö. 3 M. bei allen Abteilungskasstcrern, in der„Vorwärts"- Buchhandlung, bei Harsch, Engernser 15, und im Bureau des Lildungs- . ausschusscs, Lindenstr. 3.(Geöffnet von 9— 4 Uhr, Donnerstags von 9—1 und 4— 7 Ubr.) f Vortragsabend: Am Freitag, den 29. Oktober, abends 7% Uhr, im Klindworth- Scharwenkaiaal, Lü owltr. 76: Arbe:ter-Dichter unserer Tage. Vortrag: Fritz Droop, Rezitation: Hans Brockmann. Eintntt: 5,40 M. inkl.«teuer. Karten zu haben am Eingang des Saales und in der„Vorwärts"-Buch Handlung. Lindenstr. 3. ____ An der Volkshochschule tstrosi-Berltn beginnen am Freitag, den �9. Ollobcif solgendc VöitragZreiben: Pros. Cunow: Liberale und sozialistische Staatslehren. Universität, Neues Nulagebäude, abds. 6'/, Uhr. Dr. G u t t nr a n n: Wie orientiert sich de: Mensch milleis seiner Sinne .' stisiffier Well? Hcssilche Str. 3/4. abds 7 ff, Uhr.— Vroi. Dr. Norden: Verfassung und Autgaben unserer Stadtgemeinden. Glcimstr. 49, abds. 6ff, Uhr.— Dr. Kr o h n: Die sü ddeutschen Landschaften und Stämme. Miltenwalder Str. 34—37, adds. 8 Uhr.— Dr. Leubuscher: Arbeiter- bcwegung und Sozialismus in England. Wilmersdorf, Uhlandstr. 91/92, aodS. 7 libr. Am Sonnabend, den 30. Oktober, beginnen folgende Vortragsreihen: Dr. Rosenberg: Die groffcn Revolutionen der Neuzeit. Gteimstr. 49, abds. 7 Ubr.— Lie. Dr. K e I s e I c r: Pädagogische Charatteriopse. Treptow, Neue Krugallee 6. abds 7 Uhr.— Dr. Volbach-L. Gies: Das Weien der Bildnerei. P:inz-Alb:echt-Slr. 8, abds. 6ff, Uhr. Karten an den bekannten VerkausSstellen und an den Abendkassen. Tic Grosse Bolksoper Berlin veranstaltet am Freitag, den 29. Ol- tober d. IS., abends 7ff, Ubr, im groffen Saale der„Neuen Welt" ein Nikffch-Konzert mit dem Philharmonischen Orchester. Eintrittskarten zum Boizugsvreije von 3.40 M. lind noch im Bureau deS Neuköllner VoliS- bildungsamlcs, Zimmer 218 des Rathauses, erhältlich. ztomminialrr Bolksbildungs- Zlusichuss Reinickendorf. Der Kultus von Dr. Rosenbcrg:„Bersassungssragen", beginnt am Freitag, den LS. Oktober, abends 8 Ubr, in der V. Schule, Reinickendors-West, Auguste- Vitloria-Allee. An die Genossen aller Richtungen ergeht der Appell, diesen wichtigen Kursus zu belegen. Beteiligung M. 6,—, für Erwerbslose frei. Sroß-Serliner parteinachrlchten. Unsere SPT.-Chöre! Alle Vorsitzenden schon bestehender Chöre Groß-BerlinS, und in solchen Bezirken, wo noch keine bestehen, die Bezirksleiter, werden bis 3. November um Angabe ihrer Adressen an den Unterzeichneten gebeten. Zweck: Herbeiiübrung einer Aussprache über das Ergebnis der Bezirlssitzungs mit dem Ä S. B. am 23. Oktober. Paul Hüntzschel, 1. Bors. SPD.-Cbor Prenzl. Tor, Dirig. SPD.-Cbor HallescheS Tor, Berlin X 58, Schliemannstr. 17, II. Heute, Ä8. Oktober: KreiS VII. Ghariotlenburg. Auf die heute abend 8 Uhr statt- findende Forlietznng des Vortrages Dr. Bendincrs„Von der kapitalistischen Wirtichast über die Kriegswirlschast zur Gemeinwirtschast" im Sitzungs. saal 4 des Raibauses werden unsere Gei ossen erneut hingewiesen.— 4. Abt.(cbcm. Gruppe 5, 6 u. 7). 7ff, Uhr im„Birnbaum". Galvani- ftraxe 5: Ablel!ungsve:sammlung. Wege» der Wichtigkeit der TagcS- ordi-wig ist vollzähliges Erscheinen Pflicht. Sämtliche Funktionäre werden gebeten, zwecks wichtiger Besprechung eine Stunde jrüher zu er- scheinen. Steglitz. Abends 8 Uhr in der Aula der Oberrealschule, Elisenstr.: Ocffentlia.c Vermmmlung Tbema: Taten der bürgerlich� Regierung. Rescrent: Genosse Heinrich Stiöbcl. Haiensce. 7 ff. Uhr. Florasäle. Johann- Georg- Straße. Thema: Er- lebnisse im Saargebiet. Resercnt: Gen. Assessor v, Harnact Rrniickendorf-Of». 7 Ubr in der Zlula der 3. Gcmcmdeschule. Lette- Allee: Mitaliederversammlnng. Thema: Warum müssen wir sozialisieren? Rcserent: Genosse Dr. Eassan. Jungsozialiftische Bereinigung. S. P. t. Ortsgruppe?frie- drichshngr». l1!, Ubr bei Scholz, Friedrichslraffe, Ecke Lindenallee: Bor- trag über„«owjet-Ruffiand".— Ortsgruppe Neukölln. 7 Ubr im Jugendheim. Nogatslr. 53: Unterha tungsabend,— Treptow. 7 Uhr im Jugendheim, Elsenstr. 3:„Die Frau im neuen Delttschland".— Norden und Südwest. Veranstaltung tällt ans: die Mlglieder beteiligen sich morgen an der öffentlichen Propagandavcrsammlung(siehe Lokales). Oberschöneweide. 7ff, Uhr in der'Aula des Realgymnasiums, Humdowlschme, Zeppelinplatz. Thema: Sozialismus und Bolschewismus. Referent: Gen. Dr. Neiiriepte. Morgen, ÄS. Oktober. L. Wahlkreis(Tiergarten). AbendS 7ff, Uhr pünktlich Kreisvor- standSsitzung mst den ülbteilungsführeru, Kassierern und Vertreterinnen der Frauen bei Wimper, Flensburger Straffe 3. 17. Abt. und Stralau.'Abends 7 Uhr Sitzung der Funktionäre und BetriebsvertrauenSleute bei Pärchen, Beymeftraff« 2. j Etatreöe öes Reichsfinanzminifters. Nach dem Reichskanzler sprach Reichsfinanzminister Dr. Wirth: Es ist unorhört, daß noch so lange nach Unterzeichnung des Friedensvertrages unsere Lasten noch nicht bestimmt sind. Kein Wunder, wenn nicht nur die deutsche Finanzlage sich von Monat zu Monat schwerer gestaltet, sondern auch die inter- nationale Finanzlage und das ganze Getriebe der Weltwirtschaft, die nicht in Gang kommen kann, solange die Unsicherheit hier besteht. Auf der Konferenz von Brüssel wurde we- nigstens- erreicht, daß über die großen Finanzfragen und ihre Zu- sammenhönge mit der Wirtschaft im allgemeinen eine internano- nale Aussprache erfolgt ist. Es wäre gut gewesen, wenn die Welt gehört hätte, was Deutschland bereits all es geleistet hat durch Beschlagnahme der Auslandsguthaben, durch die Weg- nähme von Schiffsraum, die Requirierung von Milchvieh, die Lie- serung von Steinkohlen usio. Das deutsche Spar-Pro- gram war schon vor Brüssel fertig, an Steuerbewilligungen hat kaum ein anderer Staat soviel getan wie wir. Eine Gesundung ist erst möglich, wenn eine klare Festsetzung der deutschen Leistungen und der d eu t s ch e n L e i st u n g s f ä h i g I e i t gegeben ist.(Sehr richtig!) Leider fehlen in dem Etat noch die Auswirkungen des Besoldungsgesetzes, und ich möchte an die Mitglieder aller Parteien die dringende Bitte richten, die Beratungen im Besoldungsausschuß zu fördern, damit wir unsere Beamtenschaft aus dem Zustand einer sehr be- dauerlichen nervösen Unruhe herausbringen. Ich der- mag heute noch nicht abzusehen, welche Zluswendungen dem Reich für die Ernährung unserer Bevölkerung noch zu Lasten fallen werden. Grundsätzlich muß mit der Bereitstellung von Reichs- Mitteln hier möglichst bald gebrochen werden. Es ist nicht möglich, von der Geldseite her,»nd zwar durch Neudruck von Noten, die ökonomische Lage Teutschlands zu bessern.(Sehr richtig!) Wir kommen um zwei Grundprobleme nicht herum: wir müssen für unser Volk das nötige Brot schaffen. Außerdem müssen wir dafür sorgen, daß das geistige Leben Deutschlands, seine Wissenschart und seine Forschungen, nicht ganz zum Stillstand kommen. ES ist eine höchste Tragödie der Wirtschaft der Völler, daß in dem Augenblick, wo die deutsche Arbeiterwelt auf den po- litischen Gang der Dinge großen Einfluß bat, der Mehrwert in einem gewaltigen Umfange an die Alliierten abfließt. Mit der Notenpress«, der Erhöbung der Löhne und Gehälter kann der Abfluß nach außen nicht ausgeglichen werden.(Sehr wahr!) Die Schuld Deutschlands setzt sich heute aus folgenden Beträgen zusammen: Fundierte Schuld 91 Milliarden, schwebende Schuld 157,3 Milliarden, darunter diskoniierte Schatzanweisungen 138 Milliarden, Zablungs- Verpflichtungen mit Schatzanweisungen IIB Milliarden, Sicher- heitsleistungen mit Schatzanweifungen 7,3 Milliarden. Dazu kommen die Aufwendungen des Reiches gemäß§ 39 des Steuer- gesetzes mit 14,5 Milliarden, das sind zusammen 252,9 M i l- l i a r d e n. Hinzuzurechnen ist nock der zu verziirsende Restbetrag der Eiseubahnschuld mit 23 Milliarden; also alle zu- sammen abgerundet 288 M'i l l i a r d c n beträgt heute die Schuld des Reiches. Zu den 87 Milliarden Fehlbeirägen, die teilweise heute schon in die schwebende Schuld übergegangen sind, werden mindestens bis Ende dieses Jahres noch 30 Mtl- liarden hinzukommen. Noch nicht genannt sind die für die Erhöhung der Beamtengehälter, Ruhegehälter usw. benötigten Milliarden. Bis Ende des Rechnungsjahres wird sich die Schuld um etwa 40 Milliarden Mark erhöhen. Entsprechend der Entwertung des Geldes war der Bedarf des Reiches inzwiscken gestiegen. Abzüglich der Ueberwersungen an die Länder stellt sich der Bedarf des Reiches auf 30,3 Milliarden Mark. Z u Lasten des Krieges sind im ganzen 19,7 Milliarde» anzusetzen. Das uns aufgezwungene Söldnerheer wirkt der so notwendigen Sparsamkeit direkt entgegen. Ein Volksheer ist sparsamer als ein Söldnerheer. In der Vorkriegszeit betrugen die Gesamtkosten für einen Soldaten 1200 Mark; gegenwärtig 24 800 Mark.(Lebhaftes Hört, hört!) Schon diese wenigen Bei- spiele zeigen, wie der Rcichsbedars durch die Kriegswirkungen emporgeschraubt ist. Die ausserordentlichen Ausgabe» des engeren Haushaltes zeigen eine» Bedarf von 11,2 Milliarde» Mark. Die Ausgaben für außerordentliche Heerestosten 1,7 Mil- liarden, für Wohnungsbauten, Bergarbeiierernäh- r u n g usw.(3 Milliarden) werden im nächsten Etat sich wesentlich verringern. Die Ausgaben für E r we rb sl os e n s ü r s o r g e, Wohnungsbauten usw. werden erheblich steigen. An fortlaufenden Steuern und Abgaben sollen 32b Milliarden aufkommen, an ein- maligen 4,3 Milliarden, insgesamt 39,9 Milliarden, so daß sich ein Ausgleich der ordentlichen Einnahmen und Ausgaben— auf dem Papier— ergibt. Das Aufkommen der Einkommen steucr ist aus 12,9 Milliarden veranschlagt. Von der Entwick- lung der Einnahmen im nächsten halben Jahre hängt die Frage der Beschlietznng neuer Steuern wesentlich ab. Außerordentlich erschwert wird die Lage des Reiches durch die Forderungen des Friedensvertrages. 41 Milliarden sind aus der Durchführung des Friedensvertrages und an Kosten der Okkn- pation erforderlich.(Lebhaftes Hört, hört!) Die Fertigstellung des dritten Etats des Haushalts der Betriebsverwaltungen ha: sich immer wieder hinausgezögert. Die P o st rechnet mit einem Fehl- betrag von 2 Milliarden, die Eisenbahn mit einem solchen von 15 Milliarden. Die Betriebsverwaltungen müssen ferner vielfach Aufgaben auf sozialpolitischem Gebiet erfüllen. Sie leiden außerordentlich an der schematischen Durchführung des Ach:- stundentages. Unbedingt notwendig ist die Bekämpfung des Schmuggler wesens und der Korruption. Seien Sie versichert, daß ich ohne Ansehen der Partei und der Person diesen Kamps führen werde. Die großen Anzeichen einer Weltwirtschaftskrise sind nicht mehr zu verkennen. Ans irgendeine Weise muß das Reich ans die Haupterwerbszweige und Naturgüter, soweit sie zur Erfüllung des Friedensvertrages in Frage kommen, Einfluß ge- Winnen. An erster Stelle steht da die K o b l e. Ernster Erwägung bedarf die Frage eines allgemeinen D i en ftj ah r es; ein solches wird infolge des Diktats von Versailles aus die Tauer nicht Umgänge:: werden können. Als Volk werden wir viele Jahre Fronarbeit leisten müssen. Aus dem Gebiete der Wirtschaft müssen wir zu Taten schreiten. Vorwärts, dem Lichte und der Freiheit entgegen.(Beifall.) Das Haus vertagt sich. Donnerstag, 1 Uhr: Weiterberatung. Schluß nach 4 Uhr. HZ., 24. n. 36., 28.-32. Abt. Sozialdem, Männerchor(Kreis Prenzlauer Tor), ff ,8 llfjr, Uebungsstunde be: Blei sin, Slargarder Str. 8. Wahlkreis Wedding. Abends 7 Ubr in der Aula deS Schiller- Lyzeums, Pank-, Ecke Böltchcrstraffe, Foitietznng der Mitgliederversamm- lung. Tagesordnung: Berichterllaltung vom Parteitag. Kreis 7(Eharlottenburg) 3. Abt. 7'/, Uhr Abteilungsverlamm- lung bei Arsand, Beussclitraffe 32. Tagesordnung:„WirffchaflSsingen und Wicderausbau." Wittenau. Oeffentliche Volksversammlung, 7ff, Uhr, Borsigwalder Festsäle, Konradstraffc. Tbema:„Die politische Mach: der Arbeiterbc- ivegung." Referent: Gen. Franz Krüger, Rosenthol. 7 Uhr im Reiiauranl Petran. Hauptstraffe 15. Thema; „Politik und Zeitungswesen." Reserent: Dr. Benöiner, • 16. Abt. Die für Sonntag, den 31. Oktober, geplante Führung durch die Nationalgalerie muff auf einen späteren Termin verschoben werden. Nähere» in der Mitgliederversammlung, Die Konzertmarken sür das zweite Abonnementsloozert werden in der Funktionärsitzung, Donnerstag abend, ausgegeben. Enne Sitzung der erwachsenen Mitarbeiter deS Vereins „Arbeiterjugend" findet am Sonnabend, den 30. Oktober, 7 Uhr, im Zentraljugendheim, Llndenffr. 3, Hos II, links 3 Treppen, statt. TagcS- ordnung: 1. Vortrag:„Selbstverwalwng der Jugend". 2 Diskussion. 3. Bericht über die Lage des Vereins. Alle interessierten Genossen und Genossinnen sind zu der Sitzung eingeladen. Mus aller Welt. Spartakistenscherze. In der neuesten Nummer der Mannheimer„Roten Fahne" Organ der Kommunistischen Partei Deutschlands vom 19. Oktober d. I. finden wir folgendes niedliche Inserat: Friedr. Peter Die glückliche Geburt eines kräftige» Spartakisten der in richtiger Würdigung der politischen Lage die bestehende Weltordnung mit dem Allerwerlesten zu- vorderst begrüßte, zeigen hocherfreut an Franz Avenius«nd Fra» geb. Schambach. Mannheim. 17. Oktober. Wir wollen über den Gescvmack, den Franz AveniuS mit Frau geb. Schambach hier entwickeln, nicht weiter urleilen und wollen ilpr soviel sagen, daß der junge Spartakist Friedr. Peter d i e politische Lage des 17. Oktober 19 2 0, an welchem Tage der Anschluß der U.S P,-IinkS an die- Partei des Franz AveniuS bekannt wurde, durchaus richtig beantwortete. Fabrikfeuer in Brandenburg. Ein Großfeuer zerstörte das V i e r�it ö ck i g e Lagerhaus der Ledeifabrik Spitts u. Söhne. Der Schaden an Fellen und Oelen ist erbeblich. Millionendiebstähle auf der Eisenbahn werden in Halber- ladt am 28. Oktober vor dem dortigen Landgericht zur Ab- nrteilung kommen. Dem früheren Volksschullehrer Georg Richard in Ransel(Westfalen) wirb zur Last gelegt, in vier verschiedenen Fällen ganze Eisenbahnsendungen mit Hilfe von Eifenbahnbeamten nach Halbcrstadt und Thal« verschoben und dort verkauft zu haben. Es handelt sich um euren Waggon Speck, der Ende Juli 1919 von der Firma Scharr in Duisburg an die Firma W Tietz: in Breslau zusammen mit noch sieben anderen Wagen versandt werden sollte. Aus Grund eines falschen Frachtbriefes wurde der Waggon an den Vater lies Richard in Thalc geliefert und der Speck an die Gemeinde T h a l e verkaust. Um die gleiche Zeit versandte die Spedttions- und Lagerhaus-AM. in Köln einen Waggon holländische Z i. g a r r e n an die Firma Brasch und Rothenstein:n Berlin. Dieser Waggon ging auf Grund eines neu ausgestellten Frachtbriefes eben- ialls nach Thalc und wurde dort verkauft. Ende August 1919 kam in gleicher Weise eine weiter« Waggonladung Speck, für die Firma Karl Becker u. Co. in Breslau bestimmt, in Tbale an und wurde an den Kommunalvcrband Quedlinburg-Land verkauft. Ende August endlich wurde ein Waggon mit anderchalb Millionen Z i- ga r e t t e n, der für die Ilse- Wohl fahrts-Gesellschaft bestimmt war. nacb H a l b e r st a d t verschoben. Dem Zigarettenhändler Pein« in Halberstadt kamen jedoch die Steuerbanderolen ver- dächt ig vor und er ließ eine Nachprüfung anstellen. Dabei stellte sich dann Henaus, daß zwar die Banderolen echt, aber die gesamte Ware gestohlen war. Der Verdacht richtete sich sofort gegen Richard, der im Zstwember 1919 in Haft genommen wurde. Der Angeklagte will die gesamten Waren von einem Holländ:r Witt- k ä m p e r, der ein fliegender Holländer gewesen sei, gekaust haben. Die geschädigten Firmen haben bei der Eisenbahnverwaltuin Schadenersatzansprüche in Höhe von mehreren Millionen Mark gestellt. Schieber ans der Wohnungssuche? In einer Leipziger Zei- tung findet sich folgendes Inserat: „Junges Ehepaar, kinderlos, mit Bediemmg, sucht für sofort. 1. Dezember oder 1. Januar eine balbl: große Wohnung als Untermieter. Bedingung: Herrschaftliches Haus und große Zimmer. Eigene Möbel vorhanden. Eventuell über- nehmen ganze Wohnung, möbliert oder unmöbliert, gegen Ab- stand. Zahlen jährlich bis 10 090 M. Miete." Man geht wohl nicht fehl, wenn man in dem Jmerenteri einen Schieber ober Kriegsgewinnler vermutet. Und dabei laufen sich 7000 Leipziger Familien die Sohlen durch nach einem Obdach! Sport. Rennen zu Karlshorst, 27. Oktober, t. Preis v om Forstkau§. IS 000 M, 2899 Meter. 1. E'ardas-Fürstin(Emfingeri. 2. Syoille (Posch), 3. Erda(Lewicki!. Tot.: Sieg 45: 10, Pl. 13, 26. 24. Ferner liefen': Elga(ausgebr.). Sttymon(ansgebr.), Salvador«. Oberon(stehen- gebl eben).— 2. Wriezener Jagdrennen. Ehrenpreis dem siegen. den Reiter und 16 000 M., 4209 Meter. 1. Ist gemacht(Frhr. v. Berchem«, 2. Mara iBeck), 3. Demetrius0, Pl. 65, 17, 2l. Ferner liefen: Anrui, Wall, Weh: mann II. Rusa. Major-'»osn. Zabszem.— 4. Gaugrasen. Rennen. 16 000 M.. 1200 Meter. I. Wolkenschieber(Baich), 2. Rmaldo (D. Schmidt). 3. Prinzeff Pumfia(Kohl). Tot: Sieg 36: 10. PI 13. 12. 2t. Ferner liesen: Margaiele, Colberg, Trompeter ll, A'olar. Pauken- schläger, Quälgeist, Saraitro. Silbertaler, Brandenburg. Parstmonia.— 5. Robrbruch-Jaqdrennen. 16000 SR., 3400 Meter. 1. Mar- donius(Ditlmar). 2, Merkur(Sichler), 3. Mißmut(Edler). Ferner liefen: Figaro(4.), Erbschleicher(ges.), Capitalist(ausgebr.). Mondnacht(ges.), Irene II(ges.). Tchwimmkest der„Freien Schwimmer Neukölln� am Sonnabend, den 30,. und Sonnlag, den 31, Oktober. An diesen beiden Tagen werden die Nibeilerschwimmer im Neuköllner Hallenbad zeigen, wie mannigsaltig der Schwimmsport sein lann. Geschwommen wird ein Jugend- reigen, em Männer- und ein Frauenreigen. Aber auch die Anhänger des sportlichen Schwimmens werden aus ibre Rechnung kommen, da das Pro- gramm noch Staffelten, Wasserballspicle. Springen und Weh: kämpfe aus- weist. Da zahlreiche Meldungen der Arbciterschwimmveieine vorliegen, so i>t ein guter Sport zu erwarten. Eintrittspreis Sonnabend 2 M., Ansang 8 Uhr abends, Sonntag 2,50 M., Ansang 3 Uhr nachmittags. Kartell der freien Sportvereinigunge«. Kartell. Sonnabend, du: 6. November, nachm. 5 Uhr: Filmvortrag. „An den Uiern deS Rheins." Sternwarte Treptow. Billetts: HauplauSichuff, Bavrenlber Str. 13. Freie Turnerschaft Berlin. Sonntag, vorm. 9 Nhr: Stafetten- läuse. Groffer Spielplatz. Treptow. Treffpunkt daselbst. Freier Wanderbnnd. Sonntag; 1. Wandlitz, Liepnitzsee, Bevemee, Bernau. 2. Zeuthen, Freienbrink. Störitziee. Erkner. Abs.: 6.30 Uhr, Görl. Bhs.— Freitag: Versammlung be: Diele, Boycnstr. 19, püntttich ffzk Ubr. Lieder zur Laute Tourissenverein„Naturfreunde», Ortsgruppe Berlin- Ostbabn- Vororte. Sonntag: 1. Wannsee, Sakrow, Spandau. Abs. Schlei. Bahnboj. 7.43 Ubr, Alexanderplatz, 7.49 Uhr. 2. Wildpark, Teuselssee, Rehbrücke. Abf. Schles. Bhs., 6.45 Uhr, bis Potsdam, umsteigen nach Wildpark. BSetteranStichte« für das mittlere Norddeutfchland bi Freitag mittag. Zeitweise aufklarend, jedoch lühl und überwiegend b> wöltt, vtelsach neblig, im Nordosten stellenweis« leichte Niederschläge. Hanöels- und Gewerbeetat. Die Preußische Landesbersammluna überwies am Mittwoch das Gesetz über weitere Beihilfen für die Kriegs- wohlfahrtsausgaben der Gemeinden dem Hauptausschuß, die Mitteilung des Justizministeriums über die Dien st verhält- nis se der Justizsekretäre dem RechtSausschuß. Darauf wird die zweite Beratung des Handels- und Gewerbe- etats forlgesetzt. Abg. Wiglow(Dem.): Das Handwerk leidet sehr unter den hohen Gswerbeste-uern. Deshalb treten wir für den Zentrumsan- trag ein, wonach die Zuschläge für Gewerbesteuern eine bestimmte Höhe nicht überschreiten dürfen. Der Vorschlag eines Arbeits- d i e n st j a h r e s ist zu erwägen. Die Löhne und Gehälter sollten auch bei uns nach Indexziffern festgesetzt werden, damit die Wirtschastskämpfe endlich aufboren. Abg. Esser(Z.): Wir stehen auf dem Boden der Reichst»«- sassung, die eine Sozialisierung nur für gseignete Privatbetriebe vorsieht. Der Zusamme-nschluß des Handwerks zu einem Reichsverband ist zu begrüßen. Abg. Hammer(Dnat.): Diesenigen, die nicht? haben, sind in der Steuerbewilligung aus dem Einkommen und Vermögen anderer immer sehr rasch bei der Hand.(Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Der Kinanzmtnister will sein Dreimilliardendefizit durch eine neu* Belastung des Haus, und Grundbesitzes ausgleichen. Gegen diese ungerechte Verteilung von Steuern erheben wir nach- drücklich Einspruch. Man sollte im Reiche und in Preußen so- fort eine Reihe'Ministerien zusammenlegen. In der Steuergesetzgebung sollte man endlich die Handwerker und Gewerbetreibenden mehr berücksichtigen; wir verlangen ein Hand- werkskammergefetz in der Art des HandelSkammelgesetzes. Danach vertagt sich das Haus auf Donnerstag 1 Uhr. Ber- sassung, Weiterberatung._ parteinackrichten. Oskar Fröhlich, der frühere Redakteur uns«eS Kieler Partei- organs und jetzige Parteisekretär des 2. Unterbezirks der Provinz Schleswig-Holstein, ist nach einmonatiger Krankheit gestorben. Dem tapferen Streit«, der allezeit treu zur Partei stand und nicht wenig« als 4 Jahre hinter schwedischen Gardinen verbringen mußte, ist ein ehrendes Andenken in der deutschen Arbeiterbewegung gewiß. 47 000 Mitgied« mustert nach ein« Mitteilung des Landes- kassierers Genossen Hahn in einer Mannheimer Parieide ri am in- Ittttg die Sozialbemskratische Parsek Badens. Wir schließe««nS der Freude unserer badischen Genossen über den Beweis der und«- wüstlichen Lebenskraft ihrer Parieiorganisotion an und wünschen, daß ihre Hoffnung auf weiteres Wachstum der Partei und ihrer Presse in Erfüllung gehe. Wirtsthafi Vom Bankiertag. Geb. Rat Dr. S ch w a r k führte aus, daß sich der Kredit der Hypothekenbanken außerordentlich gefestigt habe. Durch den Zu- i a m m e n s ch l u ß der Hypothekenbanken konnten für ISIS/20 rund 100 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden. Doerten- dach«Stuttgart sagte, daß das eigentliche Feld v« Privatbankiers die individuelle Behandlung der Kundschaft sei und die Heran- bildung der Lehrlinge. Zuletzt empfiehlt er eine geschäftliche Ver- ständigung aller Kreditinstitute untereinander als im Interesse des Publikums liegend. Im Anschluß an die Referate entwickelte sich heute eine lebhafte Aussprache. Zunächst wandte sich der Bankleiter Louis Jacobi. Dortmund, gegen die Sozialisierung, insbeson- dere gegen die Sozialisierung des Bergbaues. Sodann erregte der Hamburger Bankier Steinschneider das lebhafte M i ß- fallen der Versammlung, indem er dem Bankiertag vorwarf, rmr Gemeinplätze zu verzapfen, und indem er weiter den Bankiers einen Mangel an Hingabe für das Gemein- wohl vorwarf. Er selbst, Devisenhändler, kritisierte scharf die R i e s e nkg e w l n n e, die die Bankwelt aus den, Devisengeschäft nnd aus dem Spiel an der Börse ziehe. Der Redner w»rde von der Versammlung wiederholt unterbrochen. ES antwortete ihm in aller Kürze Dr. Solmssen, indem er darauf hinwies, daß auch Gemeinplätze manchmal so lange wiederholt werden müßten bis ihre Wahrheit bereits erkannt sei, und daß alle Gewinne bei anständigen Banktet? buchmäßig in Erscheinung treten und entsprechend versteuert würden. Gerade die Bankwelt mache es sich zur höchsten Pflicht, daran mitzuwirken, daß die Gesetze auch durchgeführt werden. Den Spieltrieb zn unterdrücken, würde niemand gelingen, aber man müsse über- mäßigen Verbranch durch Steuern entsprechend treffen. Sollte uns der stenographische Bericht zur Verfügung gestellt werden, so werden wir die Ausführungen des Kritikers, der sich auf dem Bankiertag anscheinend sehr unbeliebt gemacht hat, eingehender prüfen können. Die Schönfärbereien helfen uns nichts, es müssen auch offene Worte gesprochen werden über die von den Geldgewaltigen verfolgte Politik, die sich natürlich auf sachlich zutreffende Unterlagen stützen müssen. Marktbericht. Butter. Das anbaltend schlechte Wetter zwingt zur Einstellung des Weideganges. Infolgedessen sind die Ablieferungen äußerst gering. Lediglich SchleSwig-Holstein lieferte größere Mengen ab, während die übrigen BersorgungSgebiete beinahe ganz versagten. Auslandsbutter konnte wegen des tiefen Standes der Valuta nicht eingeführt werden. So sind die Aussichten für die Butter- Versorgung sehr trübe. In der kommenden Woche findet eine Verteilung nicht statt. Margarine. Infolge der Knappbeit an Rohstoffen, hauptsächlich Oelen, sind viele Margarinefabriken stillgelegt. Die Regierung wird gezwungen sein, die freie Einfuhr von Rohstoffen zu gestatten, soll nicht eine K a t a st r o p h e in der Margarineindustrie eintreten. Die jetzige Produktion genügt bei weitem nicht zur Deckung des Bedarfs. Schmalz. Die Ankünfte am Platze find nur spärlich, da die Transporte durch die zu beobachtenden Formalitäten bei der Einsuhr sehr verzögert werden. Bei dem Mangel an Fetten jeglicher Art ist die Rachfrage sehr stark, und die eingehenden Partien genügen bei weitem nicht, um die vorliegenden Austräge ausiühren zu können. Auch an den H a f e n p l ä tz e n sind die Eingänge ungenügend, und ist Lokoware bei Eintreffen sofort der- griffen. Die hiesigen Rotierungen sind für raffiniertes Schmalz und Berlin« Bratenschmalz 1950 M. per Zentner. ________ Gebr. G ause- Berlin. Jugenüveranstaltungen. Heute, 588. Oktober: Stralauer Viertel. Schule, Naglerstr. 3. Vortrag:»Der Wert der Bildung'.— Schönhauser Borstadt l. Schul«, Sonnenburger Str. 20. Vortrag:»Was ist Spiritismus'.— Südwest. Zentraljugendheim Lmdenstr. 3. Vortrag:.Jean JamöS'. Sriefkasten der Redaktion. ?el>««r den Briestasten beMmmten Anstaa- füge man«inen Duchstaben und eine Rummer bei. Briefliche Austunft wird nicht erteilt. Eilige An- tragen trage man in der Juristischen Sprechstunde. Lindcnstr. Z. 1. Pol parterre link», vor. Schriftstücke und Bertriige stnd mitzubringen. W. K. 114. Die Notiz ist vom Pressebureau des Magistrats; an- scheinend baden Sie die für den Bezug massgebenden Bedingungen nicht ersüllt.— M. 15. Wenden Sie sich an Herr« Frenze!, RO., Köpenicker Str. 3. Pelzwaren ITZIQ Gegr. Kfiracbnerrnelster 1891 Charlottenburg __ Kantstr.SO.hochp. im Hause der Post Gegr. 1891 Füchse in allen Farben und Pellarten HerrensGehs und Sportpelze Damenmäntel in allen modernen Feüarten Umarbeilong:. Reparatur in eigener Werkstatt Unser lieber Kollege und Mitarbeiter, der Falwr Herr Max SchrStep ist am Dienstag friih 8,l, Uhr zu den Toten gegangen Er war ein Mensch wie leiten einer, sein weicher, ge- mlllsreicher Sinn, seine Rechtfchasienhett, die Reinheil seines Wesens, bildeten das versöhnende Glied in unserem Arbeilsoerhällnis.'Das grausame Schicksal bat fem Ende durch«ine tückische Kranlhett dellimmt Uns bleibt er unoergessen als ein Bardild treuer Pflichtertlllluna, idealer Gesinnung und sreundschastlicher Hilssbereilschast. Sei» Andeate» allzeit tat Ehre»! Da» kaafmännische und tecbnlscbe Personal der Buctadrockercl Bajanz A Stnder. Die Beerdigung sinket am Sonnabend, den 30. Oktober, von der Sali? des Emmaus-Friedhofe». Reukölln, Her- mannftrosse 120—1 7, um 3 Uhr nachmittags, au» statt. belWieöeljllzSllhlroseii. eWelr. Gen. m. ö. 9. Freitag, den 5. November 1920, abends 71/, Uhr: MemöenlWe MnoMnuiliiiig im BereinSsaaldeS Gastwirts E. F.Krohne, Charl«Uenstr.8. Tagesordnung: 1. Bericht de» Borstande» über Entwicklung Genosse Alten— 2. Bericht de» Autsichtsrate». Genosse Buch weih.— 3 Ab- änderuugen llder die Firma de» Unternehmens. Gen. Alten.— 4 Gründung eines Finanz« bzw. Banwnternehm, n». Genosse Alten, Herr Berg.— ö. Dahl des Verstandes der Beirieds« und Baugenossenschaft, des Aufflchtsrates, der Revisoren.— 0. Wahl de» prov. Borstandes der Bank-Scnoflenscha|t— 7. Verschiedene». 27l»b ver vorstand. Georg Alten. Art» Heinzelmann. In lerem Genoieu Stadt- 1 verordneten Hermann Rathmann nebst Frau die herzlichste» Glückwünsche zur Sllbrr- hochzctt. Die IZ. Abteilung. 1— Buchdrucker! |?rcikafi, den 589. Oktober, abends 7 Uhr, im„Teutschcn Hof", Luckäner Strafte: Versammlung Amtlicher Buchdrucker, die auf dem Boden der praktische« Gewertschaktvorbett stehen. Tagesordnung: 33/13 Hie deutschen Gewerkschaften und die Doli- tischen Parteien. Referent: Kollege Otto K r a u tz. 2. Verbandsvorsitzender. Sezlrt-kart« v«» Sommissioa. eglttmiect I«. Biumenthal. R. s�rrmann. A.Thomas.! Deutscher Porlierverband. Sektion 7 des Deutschen TranSpartarbeiter-Lerbandrs veschSstsstell»: V«2, Bayrruther Str. 31. Tel. Uursürft 9632. Freitag, den 20. Ottabrr, abends 8 Uhr: WSkSMAMlsWMWll Sranche der Wohnhausportiers im Ztotlonalhof, Blllowsir. 37. Bezirke Neukölln n den Yoheastausea-Zestsdlen, flottbufec Damm Sc. 76. Sranche der Sefchästshausportiers n der Aula des Sophien-Gtzmnnflnn,», Welnmetsterstr. 12. Tagesordnung: 67/3 1. Stellungnahme zum Streit. 2. Diskussion. 8. 9c- fchlichuiffun�« �„unzählige« Erscheinen ist notwendig. Ohne Mftgliedsduch oder Karte kein Eintritt. __________ Ol« Setti»n»leltnng. imM o.Mt. Mietet.«l«i it. Filiale Berlin. Freitag, den 29. Otlobec. abend»»>/z»Hr. in den Mnstkerfaten, antser-Ivilheln» Str. ZI: Mitglieder-Bersammlnug. Tagesordnung: 1. Bortrag:„Beritts- oder Industrieoerdände'. Referrnt: Genosse Nich. Seidel. 2. Dislusston. 3. Berdandsangelegen- heilen und Verschiedene». Der wichtigen Tagesordmmg wegen darf kriu Kollege in »er Versammlung sehlen. Mitgliedsbuch legitimiert IZJ® Die QrtSverwaltuog. Wollen Sie einen Teppich kaufen? Gehen Sie in das seit 50 Jahren bestenende Teppichhaus Brünn Hackescher Markt 4 am Bahnhof Börse Grosse Aosvaiil Billigste Preise Sneziatarzt l>r. med. Laab» behandelt schnell, giündlich, möglichst schmerzlos u.ohne Berufsstörung Syphilis, Haut«, Harn«, Frauenleiden« Schwäche« Erprobteste Methoden. Harn- und Blutuntersuch* Rönlgslr. M AiexÄt. Sprechttunden 10—1 u. S—S, Sonntags 10—1.* ötfstrcnfent. ö. Bteln- öni(rerü.£iti)Ofltflpi)en jn Berlin. «utzerordentltche ZlnSschuft- Sitzung am Freiing, s. Zlanemdee, abend» 6 Uhr, Im Restaurant Henning, Alezandrineustr. tt. Tagesordnung: l. Beschlussstissung über die dritte Abänderung der Satzung. 2. Beschlubfaslung über den neuen Tarisoertrag der Kassen angestellten. 3. Verschiedene».[2732b Oer vorstund. M. Stuhlmann, Vorsitzender. Fiatin Lciiß Tilden Bracv. Zahngebisse. Brennstifte ns�r. kauft für dringenden JMJohejr�JPreiseiijj Silberzentrale Gotzkowskystr.i3 Cotzinn, Zinn, Blei kauft zu höchsten Preisen Zinnschmelze Snsstrer. Schuizendorser Str. 13. Ankauf 9—8 ununterbrochen. /• Möbel I gegen bar o. Teilzahl. I 1 Herabgesetzte Preise. I 1 Kleinste An- a.Abzablg. I Landwehr. ■ MulleMje��WeddingJ 1 Dukaten-Traoring 900 gestempelt ISO Mk. an 585. 105,, 333, 65,, inkl. Luxussteuer. Jeder Ring ist lugenlos aus massivem Golde hergestellt bei voller Garantie für Feingehalt I Jede Grölle am Lager. Q. Alb. Thal Erstes Berliner Spezlal« xeschlfl für Trauringe. C. 19, Seydelatr. 5 (Spittdtmarkt) Eigene Fabrlkatlo». Metalle, Quecksilber, Zinn. Weißlagcr taufen laufend MlMMr Stt. 2, göslluer Stt. 8. Slvliiemülll!erStt.lvg. HunfiMtJ. nahe Potsdamer Strasse. Nrnkölln: 5(8iIlemioinennöe 23. erhält ergrautHaar die früher. Naturfarbe wieder d. Reichels Regenerator. Dunkeltallmähl. u. ist unverwaschöar. 9.50 u. 1 5 M. Olto Reichel, Berlin 43, SO, Eisenhahnstrafle 4. Ohne ieden Vorschuß (Provision zahlbar nur nach Erfolg) vermittle ich Teilhaber, Hypotheken Me auswärts, evtl. auch dritte Stellen. Grundstücks- und Oeschäftsverkäufe Paoi Michalke, Berlin C26� MünzstroBe 20 Fernruf: Alex. 3826. Zlügel, harma- TlllUVS, ninm».«nnst- fpielptnnns.Spielappnrnte, für jede» Harmonium passend. Ptnna-Mngnzin' h. Lehmann& Co Znh.:«vnnlenderg, Leipziger Skr. 116/210. Gr. Arnntfnrter Str. 106. »4 Urs ms Piano» zur Miete Ansbacber Straße I, BckeKnrtürstenstraBe Pistolen undJardwatlen kaufen F. W.VandreyiCo., Qewehrfbr. Berlin SW 65, Lindenstr. 90.* Kupfer, M-ffing, Zinn. sämtliche««meialle kaust zu Tagespreisen. IlleneHol!h8traSvZ8. Händler Extrapreise.' kür Kupier, Messing, Rotguß usw. spez Zinn und Weißmetall erzielen Sie Adalbertstraße 4 u. Prinzenstraße 101. Klavier oder Slndslügel sucht Kur- fürst 5139. 56/6' lilesLing, Kupfer, ginn. gink. Blei, Platin, Sold- und Silberbruch low. sämtl. Alt- und Edelmetalle taust höchstzahlend Metall- Etnkausszeutrnle, Kottbuser Damm 66 sHermannpIatz). Mpl. 13580. Kontormöbel, Kontortische, VIplomaten», Litton- n. MappenschrSnte in Kle'er und Eiche preiswert. Bureaumöbel-Speich« Max Goltz, ' Leipziger Str. tvö. 8. Hos. Neu erschlossen Garteniandparzellen in guter Kultur, zur Selbstbewirtschaftung und Kapitalsanlage besonders geeignet, In bequemer Lage zwischen Blankenburger u. Buchholzer Straße In NlederschSnhau« sen, verkaufe ganz außer- gewShnllcb billig; IIIID von 70 M. an die(~Rute. Auskunft, auch Sonntags, in Niederschönhauscn, Blanken- burger Straße Nr. 53 an der Endhaltestelle der Linie 49. S. Joseph. Moabit 8675. umm m 6 mi. empfiehlt Rostschlllchteeel, $clnei»borfcr Str. 23. Pianos gebrauchte und neue In m allen Holz- und Stil- atten. Stets Setegenhett»- käufr. Eigene Reparatur- werkstat!.' Piano-Haus Alexanderstrahe 37 II, am Alexanderplatz. Sanitätsrat Dr. Wegscbeiders Brust-Tee! sowie Tropfen nndpPastlllen nachOrig.-Votschr.geg. I Husten, Asthma| und Lungenleiden| '/, Kur 16,50, Vi Kur 24,-1 Elefanten- Apotheke. Berl. 213. Lelpzigerätr.74 j IDönhorfp atzL Ulsterstoffe, «nzngstalle,«askümstosse, Detailorrkauf zu Engrospreisen. Reste stein vorrStig. M. Böhm, Magazinstrasse U nahe Alexandervlatz._(26/11 ?lanos Frtedensarbeit,tonschön,aussertt pretsweit. Klaviertechn. Wiesner, Dircksenstr.3g, Al-xanderpl MGeld!!! (ür iede Wertsache. Höchste An« kaufspreise Mr Pfandscheine, Brillanten, Goldgegenstande, Teppiche, Bücher usw. Vollk. FrledrIchstr.4I III. EckeKodlstr. AKetsllbetten Stahl drahtmattatzen, Kinder» betten. Polster an jedermann. Katalog fr. ElseniuOdeliadrlk. Suhl in Thür. 83/13 SiimMe Altmetalle tauft stets zu Tagespreisen Bremer Str. 64, nahe Turmfte. Schrotmühlen! Mahlen jede Gelreidegrt zu leinst. Backmehl u. Fntteeschrot. Jede Grösse am Lager für Hand- betrieb, eieltrisch Oder Pserde- antrieb von 56 M. an. Versand per Post oder Bahn. Fordern Sie Katalog umsonst. Ganschow, Verlin, illöhe Stettiner Bahn- Hof,»astanien-Allee 39.' PelZr Hans 1 CfäiWP ZahlungseHeictiterung Leipziger Str. 58 l la STOFFE für Anzüge u. Paletots jetzt MG billig"AW Spittelmarkt 14 I.(Kein Laden.) Münzstr.24 Erste Etage 3 BERLOWITZ. Münzstr.24 Erste Etage Herrenstiefel Rindboi ms 139.- ms 149.- Victoria Leo-Bermann-Konztrte» Zigeuner-Kapelle Ferko Kurucz« Zentralpuokt der Frledrichstad! für gute Musik Unter den Ulnden 46, Eoke FrtedrlchntraBe Trclfpnnkt aller Fremden ♦ 2 Kapellen ♦ Tlschbcstellnng: Jßentr. 5490 ♦ Ueltnng: KURT HOFNAXjT Diele �Theater, Lichtspiele etc.� BKvVOTnriXjcxgaaccooKiiüUüOOMjLiCTO�� Opernhaas. Sllboueaen— Versiegelt KostnmbaU. __ TUhr.____ Scbaaspieiijaus! Sendervorsteflg Kein River k. Der Kronprinz. ___ Dentsches Theater. r/.ühriEjßsaine Hensclien. Freitag 1 Uhr: Urfaast. Kaiemerspiele. Tf, Uhr; St£llR. Freit SU.; Er Ist an allem schuld. Der Spieler. Kr. Schaaspielhans (KarlsttaSe) 7 Uhr: Panton(ZtAhtl.Ab) Prt7: C3nlon(ZS. Aht, I.Abd.) Theater I. d. EöaiösrützerStraße i�S Uhr; Fnusch. kÖ rasa Adei.kiemann, Pichard Veidlkirch. vernhura. KL Freilag: INirandoliaa pieima. Saliner, Kiemann, Erandl. Prockl, Behincr). Sonnabend: Rausch. Ronrädlenhans V-S: Cle Sache mit Lola IN>! Max Pullenberg. fjosefine Uora a. ü., Ernmy Sturm, Plcha, haskel, Stleda, Kiper) Berliner Theater '/-SUhr: Der letzte Walzer. Contra!-Theater Th--[füll Bärbel(Operette) V>entMchr8 Oiienihanii �eisterslngEfvIOniberg Ifrledr.-IVilhelniBt.Tli. p/§ u.: Hobelt die Tänzerin. Kleine« Theater. Ph u.t Qriselda. Kl. SchsnaplellinuK. a uhr Eilebse ilerPanilora. ßLo�iinrhe Oper P'a uhr: Liebe Im Schnee. Lnatuplellinua l'i Uhr: Arnold Rleck in Zwangselnquartlerung. Ketropol-Thoater. L fioiiandweibchen Neuea Operoctoniiniii» 7-/. o.; Die Csikösbaroness Acnes Volkstheater i, Der Tor and der ', Uhr: Tod> Elektro. Hehlller-Thest. Chart. [Ihr: Bettinas Iferlobnng. Thalln-Thcater puu.: Ber duniine Franzi. l'h.Hi»\olleu(iorf�ifttF. ZVe Uhr: Hamiete z uhr Wenn Liehe erTOhl Theater dem WeMtenn C't Der ersten Liebe goliLZeit Sbg Vit Schoecw. u. rtosenret Tl>. i.d. Kommandnntenstr. •rüüer Herrnfcld-Theatcr. Ph U,: Die Dame Im Frak. tVallner-Theater Volksbühne Theaier am Bülowolatz. 7 uhr KabaleD.Liebe Lesslug-ThEater. Direktion Victor Bsmowsky. Flamme. Grüning, Pröckl.) Götz, 7'/» Uhr; (Dorsch, Freitag 7: Peer Qyat. (Loos, Grüning, Lossen.) Sonnabend bis Montag 7>),: Flamme. Deutsches XDnstler-Tbeater Allabendlich Vj8 Uhr; DieScheidangsreise mit Max Adalbert und Trade Nesterberx. TayTicri z Um Sonntags ZV, n 7'/, Uhr: Wilh. ßartstein Nur noch bis einschl. Sonntag, den 31. Oktober Der Instige Witwer und das GroBe Programm. Folies Gaprice. Heute zum letzten Male: Yersicherong geg. Ehebruch Morgen Freitag, n Okl, 7'/.: ApoSio- Theater Dir. James Klein. |7»/| Allabendlich 7'/a! Die Sensation der f Wintersalson Orient- Naiura-I listische iussl attungs- Pantom. in 3 Bildern Harems- Nächte!! Unt. Mitwirkung von 7(1 Original- tiU Kair.rrunern •jn Bajaderen- üu Tänzerinnen sowie exoiischen Darstellern und die übrigen it-SensatioDen V/' Der Geiger von Lugano. U.: Vl'uihalla-Theater uL'r Gastsp Jartstem Residenz- Theater. Uhr: Die Freundin Till« purleux, Toeile, Bildt, /Aibers, Vailentin. Sonmagt Uhr: Die Freundin. Trianon-Theater. 'f# Uhr: Ber Roman einer Frau Ida Wüst, Burg, Limburg, VaiettL Fei kenstein. S)g.<■' Roman einer Fran. SonntaeS1/, L' nKClrQrztea Programm mit Harems- Nächte!! DER RICHTER vonZALAMEA nach Calderon de la Barca ;; REGIE: DR. LUDWIG BERGER:: mit LIL DAGOVER und ALBERT STEINRÜCK AGNES STRAUB:: HERMANN VALENTIN ELISABETH HORN:: LOTHAR MÜTHEL WWr" Verkaufen Sie Ihr"WD Platin, n. Jridiuni(pr. er. 190 m.) sowie simtiiehe Metalle aus der Plallngmppe, wie Rodium u. Ruthenium(p. Gr. 200 M.) Harren nnd IScstecke Gold= Mnd Silberbruch, Zahngebisse nur im Spezialgeschäft I Ständige BSrsenverbindung. Garantie daher für günstige Tagespreise. Heinrich Trapp, euthstraße 10(Laden) Am Spittelmarkt. URAUFFÜHRUNG 28. OKTOBER MARMORHAUS Vorverkauf für Freltaq: 11—1 Uhr vorm. ;t Frei- und Ehrenkarten aufgehoben II Direktion: Siegbert Goldschmidt KARTEN SÄoÄ ausverkauft CSnHftStaAh |Tägl 7.15. Sonnlag und| Mittwoch aucn 3 Uhr. Persönli hes Autfreien siVsc'. Sairasaui 1 Vvk T'et» u C'rcusk.sse| Köoigstadt-Tbeater Bahnhoi lannewliz brücke Tüpl.7.30 Gala-sanger. Im Ballsaal TANZ. Hose-Theater. 7'/, Uhr. Kater Lampe« Casino-Theater Lothringer Mr. 37.— Tgl.'/.8: Nur noch bis 4. November Seit August auf dem Spielplan Knsrps sei. Witwe Freka g,5 November, z. 1. Male Der Fehltritt einer Pran. Eonme. 3'/,: Dcrilausdrache. proletarisches T fbeafer. 28. Okt. Hasenheide 13. 71/. Oepn iwBiß.SeWEE, fbr Sowjet-Rußlanil {{eleliSball.-Tbeater Abenbs 7'/, unb Sonntag Rm. 3 Stettiner Sänger. Nm. HalbePreij» Variete DSnhoff-Bretfl.gnf 6' ,. 8o.5 Sehall tmilltaneh Dir. Hans v. Wolzogen. Wlederanftreten Paul Graetz Mady Christians und d.gr.Oktober-Progr. Balaluika-Orcheater. Konzert Vi, Beginn S1. Iheatet a.Kottbus.lor Tel. Moritzolaiz 14814. Taglich?>,, Uhr und Sonntag nachm. 3 U.t Elite-Sänger "lulbgeii-KonzeiT Beginn 7 Uhr. Vorv ll-l'i» 4 5 Uhr Winter- Gaden raglich T.15 Uhr: Ii Rancfaen gestattet 1 jldtnirats-faiast. Flirt in St. Moritz Concordia Palast-Theater 64 Andreasstr. 64 Anfang? Uhr, Sonntags i Uhr Filmschau: Harry Fiel „LaltpiriUcn" .Die Henhy Porten »Itl. Krone" b ge Bühncnscltau t Erstklassige« Vorietö. Bmieti Rfillanlen' Juwelen lebet Art Ueine u.febr große Ob* leite, weit übet t a nddjftenZogcsCucn. Bruchgold bissest. Bruchsilber bis 1,40 SR.. Platin ISO bis 170 SR. ptt®tnmm (freibl.). Unsere bieefte Perwertung ermöglicht uns, sehr hohe Preise anzulegen, die aon sogenannten Antausestelleu selten gezahlt werben tonnen. Ante» Stich» «ort: Wir fflbren, andere folgen. Edelstelmter- vertungssteüB Kochstr. 16-17, (Kein Laden), (9-7 Uhr). Zinn, Blei, 3l«t|d)laagan sowie fämIL Altm-falte düchftzhlb. Händler Extra-Preise! Zinnschmelzc Prinzessinnen. straOe 17(SRnritzpIag N.Werth.) Trabrennen in Mariendorf Donnerstag, d. 28. Oktober, mittags 12 Uhr 8 Rennen. Herbstpreis 154000 M. u. a. Zukunft'Rennen 40 OOO M. Ankanf von Brillanten, Perlen, Uhren, Platin and i G. Schiiephacke, Uhren, Platin nnd Goldbrneh. Friedriehstraße 210, Ecke KochstraBe. Verkanten Sie nichts, bevor sie naser Gebot hären Srite, Perlen, llsteioe Utf allerbSchste Preise.'JUQ 10L13 Brach-PIatin bis 160 M,-Qoldbis 36M.,-Silberbis l,40M. WoUsolm 5 Heumann, Unter den Liaden 14 11. 9 bis 5. ANKAUF von BRILLANTEN wele/? [Selepheitskäufe] Fried richstr. 95 (A. Bhf. I. H. CtSi Skandinavia) Hotgu weil über Tagespreis. Wiemev, Tlcnffilln, Caubefltaöc 8, 1, nähe Kaiser■ Friedrich- Straß«. Kupfer weit(Iber Tagespreis. Wemer, eichl-ab-rg. Zungstr 23, an ber Franliurtcr Allee. Kupfer well über Tagespreis. Wietner, putfbuser Strub- 30, am Pahnhos©ejunbbrunnen, Kupfer, Messing; Rotpß, Zink, Blei, Zinn, Quecksilber kauft zu Tagespreisen. Fr. Neumann jr.,'�'"No�d.�' Bestes Absatzgebiet für Fabrikanten und Handler AlteGebiffe.SoKA Einzelne pluüastiflzdhne von 12. 14i-2SO,— jedoch nicht.unter IZ.- pro Zahn Brennstifte, Kontakteusw.k �AIl«l»»Mbis 160 M Pro(Srainm Goldbruch n.»Gegenstände bis 3äM� P. Gramm Jilberbruch„„„ 1,40„„„ _ B rillanten ÜWP" tauft zu Tagespreisen-WRU J, Herz, Felirbelliner Str. 52 Borberhaus links parterre Fernsprecher Kmnboldt 439 ich vergüte es Ihnen beim Einkauf von Kupfer, RotgnC, Hessing, Zink und Blei. ?ritz Sehrens,"• Bitte genau attl meine Haiisniimmer achten! ♦ Blei ♦ weit über Tagespreis Wiemer, Mirbachstraße Nr. 4, Hof, am Zentralvtchhof. 272öb KotguA weit über Tagespreis Wiemer, Pankow, Wollankstr. 31, am Nordbahnhof.__ 2730b Messing weit über Tagespreis TIHel, Scbivelbeiner Straße 8. anBahnh Schönhai ser tlleci Zahngebisse 12 bis 260 K. VEx- auch Einzeiztthne-JIW; Piatin, Gold- und Silber- BRUCH kaufe zu höchsten Tagespreisen JtersfeinjBtamenstrJT"S" Nutzeisen Ankauf Verkauf Stabeisen, Bleche, I-TrSger, U-Eisen, Rohre, Ketten, Lagerböcke, Riemenscheiben, Fußstanzen etc. in verschiedenen Dimensionen haben ab Läget abzugeben Cobn& Borcbardt, Bln.-Lichtenbcrg Kittergutstr. 47/43. Tel.; Licmenberg 646/647. Nutzelsenableilang: 838b" Maybach-Ufer 18/19, Nähe der Kottbuser Brücke Stellenangebote Shu,.»,»,.v..,................................ Metalle Preiserhöhung Zinn 1 Lötzinn I Weißmetall I Blei/ Kupfer Messina! Zink I Alu minium! Nickel Stanmo- pap er i Quecksilber I aiflbstrump.asche bis 151.—, Salpeters. Sil her! Zabngebisse I Zahn bis h/O,—! Goldbrucht Silberbrach! Platinabfälle t Kau.t zu Tagespreisen, Edelmetall-Einkanfs- bllfeaD, Weberstr. 31. BtiOanteii, Biotin, sow. Slllin- Bruch und Zachen. Mm, kellen und MlNeMmS kmift und zahlt die höchsten Tazesptciie S. Degen, Liuienstraftc 77, am Stofenthaler Tor. Telephon: Soiden 1388. aWWWWWDW�aMWWWWWSWI—Wa�Si�WWS RZesZse Preise Z.HI- Ich Zhn-N für all-, nach z-rdrach-na QebZsse, QoI«I-, Silder-, Platinwbroen. Carl Willig, Kommandantenstr. 30, Laden. 1 mianle oom Moritzpl«». Spliuimactt n. vönhoftplah. Sul-s«bsuhg-dl-l Gr Händler und V-nllsl-n ____ ffahrgc doergütung bei Ankauf.__ 74)8 SsiilendMe 2 x Seide. GiüaiDeDcüöte. jede* Luauimn. lauft* Elektro-Büro, Grüner Weg 100. Metall"®? Qrflner Weg 80 zahlt höchst« Tagespreise für Rnpfer, Messing, Blei, Zink etc. Kupfer Messing, Zinn usw. ßuecksilhef. Zahngehlsss. Plaiiii-, Gold-, Silhepbrueb, weit über Tagespreis Brunnenstr. 11 Beusselstr 29 Feunstr. KS Weidenweg 72 Xfichtige Inseraten jlkguisiteure für die Illustrierte Wocben.Bellage einer groben Beniner Tageszeitung gegen hohe Piovision soiort gesucht. 11760 Ofierten unter N. 14 an die Geschäftsstelle des.Vorwärts". Berlin SW. 68, LindensuaBe 3, erbeten. OGOOOOOOGWGGGGQ Suche crftflafftgc unocthcirnlcre Mechaniker für Lokvmotiven-Repnrntnr für Mexiko. Offcrttn unter K. 14 an die SScmplembition des.Dorwilrts�. Zinn u. Blei sowie alle Altmetalle kaufen zu Tagespreisen» Mstalischnielzwerko, Waldemarstr. 76. Telephon:«iornzplatz 9956 für ffint»l. Zlelh/ Meldung daiflbit bei voller H-vk- ZKsurer"WZ «n. Bahnhoi v-l-sunz, sosori gelnchL _ 93/8 ' LieHrere pst-«« KrauzfUdiM 300 M. BloWMnnen d. SmSüAeüWg für Boiielleider unb Blasen hei hohem Lohn iofori geiuchL Stellung dauernd cveorg H-ymousohn, arouenslr. 4L. Alaaka-, Blan-, Zobel-, Kilber- nnd Weißfüchse, Oitmeii-Pelzmiintel, Ilccreit- tteh- u. Sportpelz: c bis zur Hälfte der Preise herabgesetzt. Ferner Cntaway». Paletot», Ulster, früherjris 1300 M, je tat 350 bis 45O 91. Große Post. Hosen, Stück ÄO-Tl. iKeme Lombardwaren.) Leihhaus Moritzplatz 58a(Größtes Spezialhaus dieser Art)