Nr.SZZ� Z7. Jahrgang Ausgabe B Nr. 129 vezugSprei« t S erttliaiitLSO,— ani-menatl-IO,— WL frei INS Saus, voraus lahldar. Polt- bezuq Monatlicki 10.— M!» n�U ftu- ltellungsgebühr. Unter Rteujbanö für Deutichlanv und Oeltetreid! 16,10 M!» (fit Oos übrige Ausland bei laglich einmal. Huftettuno 2150 JJI. Pofiae- ltellunqen nehmen an Oesterreich. Ungarn, Tschecho-Elowalei, Dane- wart, öollano..uremdurq.-chweden und die Sdimeri.— Stngelraaen in die Post- Leitung» Preisliste. Der.Pormäri»' mit der Sonntag» ieilnge.Boll n-Reit* etidjeint roortien- laglich zweimal Soirmag« und Montags-inmai relegiamm-Ädrestri .Sozialdemotral verNn- Abend-Ansgabe berliner VolksblsN ssopksnnig) Anzetgenprets: Die achtgrivalieni Nonvarrilletelli lostctZ.— iv!..Teuerilngstuichlag50°/» »Kleine Anzeigen" Oos rtt- gedruckte Wori l,— Al. izulailig zwe> ieNgedruckte Woriel. edes weiteri Wori SV Pfg. Etellengesuchc und Schlalstellenanzeigen aas erste Wor> S5 Pig» edes weitere Wori 4V Pfg. Worie über 15 Buchstaben iSblen ffii iwei Worte. Teuerunastiilckstaa Familien-'Anteigen(fit Abonnemen geile 2,— 3)1, polittidie unc u«- werilchattliche Vereins- Anieigen 3,— Mt. die geile ohne Auklchlag. Anzeigen(iir die n u et, st e Ziummei Müllen bis S Astr nack mittag» im z>auorgelchii». Berlin SW i. stinden» Krabe 3, abgegeben werden. Sebänei von 9 Übt iriih bis ä Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemobratireben partei DeutPcblands Redaktion und Expedition: SW. b8, Lindenstr. Z. aernivrertier: Am« MortNvla«, Nr. t.'»!»«— IZ K«7. Donnerstag, den Oktober 19�0 Vorwarts-Verlag G.m.b. h., SW. öS. Lindenstr. Z. Aernivreefirr: Am« Morinvia«, Nr. 117 23— iU. tzelgolanöer i London, 28. Oktobrr.(Denn.) Der Brrkiner Korrespondent der„Times" sendet seinem Blatte eine längere Darstellung über die Wünsche und Beschwerden der HclgolSndcr, in der sehr merkwürdige Dinge zur Sprache gebracht werden, von denen die deutsche Oesfentlichttit bisher wenig oder gar nichts gewußt hat. So berichtet er u. a.,'daß eine Abordnung von führenden Helgoländern.die die ganze einheimische Bevölkerung der Insel zu vertreten vorgab, in Berlin ge- wesen sei, um dem britischen Botschafter, die„durch die deutsche und preußische Ncgierungspolitik schwer bedrohte Lage" der Jnselbevölkerung darzulegen. Die Deputation bestand aus 4 Ein- geborenen, die alle noch unter der britische» Herrschast geboren waren, sich ihres heimischen friesischen Dialektes bedienten und nur zur Ergänzung das Englische zu Hilfe nahmen, obwohl sie, wir de» Korrespondent betont, auch daS Deutsche be- Herrschte«. Die Deputation traf zwar den Botschafter selbst nicht an, wurde jedoch vom britischen GeschäftSttnger mit großer Sym- pathie begrüßt, der sich bereit erklärte, die Wünsche und Beschwerden der Helgoländer an die Londoner�zuständige« Stellen weiterzuleiten. Der„Times"-Korrespondent berichtet weiter, daß schon am 3. März die Helgoländer an Lloyd George, an das Auswärtige Amt in London und an den Bölkerbund eine Denkschrift gerichtet haben, in der sie schwere Angriste besonders gegen die preußische Regierungspolitik richteten, die ihrer Auffassung nach dazu angetan fei, die eingeborene Bevölkerung auf Helgoland„auszurotten" und durch eingewanderte fremde Elemente völlig nach dem Binnenlande zu verdrängen. « Daß ein immerhin noch zum Verbände des Deutschen Reiches gehöriger Volksteil, sei er auch noch so klein, sich hier unter Um» gehung aller deutschen unld preußischen Regierungsstellen einfach an die diplomatische Vertretung eines fremden Landes wendet, um seine Wünsche und Beschwerden vorzutragen, ist em so ungeheuerlicher Vorgang, daß man nicht recht begreift, warum die Regierung diese Diwge, die ihr doch zweifellos bekannt gewesen sein müssen, bisher mit Stillschweigen beantwortet hat. Der»Vorwärts" hat bereits vor einigen Wochen auf das hochverräterische Treiben Helgoländer Kapitalisten hingewiesen. Was gedenkt die Regierung jetzt zu tun, nachdem der Landesverrat offen zu- tage liegt?_ Die Ejcberiche in Sachsen. Dresden, 28. Oktober. Tie„Dresdener BolkSzeitnng" knüpft an die Enthüllungen der EHemniver„Bolksstimme" folgende Bemerkung:„Wie uns mitgeteilt wurde, hat der Minister deS Innern, Genosse Kühn, die sofortige Entlassung der zwei Offiziere der Sicherheitspolizei, Hauptmann Eonradi und Leut- nant Scholle, verfügt. Weitere Maßnahmen werden hoffentlich folgen."— Die unabhängige„Boltszcitung" teilt in ihrer Abend- auSgabe mit, daß sie ebenfalls im Besitz von Material sei, wonach die Organisation Escherich im September in Dresden eine geheime Sitzung abgehalten habe. Kommunisten unü Erwerbslose. Hamburg, 28. Ottober.(Eigeurr Drahtbericht des.„Bor- wärts.) Die ErwerbSlosenräte von Hamburg und Altona hatten für gestern nachmittag rine große ErwerbSlosenver- s a m m l u n g einberufen. Sir war sehr überfüllt und wurde von Kommunisten beherrscht. Diese setzten den Borstand sofort ich und erklärten die ErwerbSlosenräte überhaupt für abgesetzt. E« wurden einige Anträge angenommen, in denen unter anderem gefordert wurde die Höhe der Erwerbslosenunter- stützung biS zur Gleichstellung mit den Lohnsätzen der in Arbeit stehenden Genossen. Im Anschluß an die Versammlung wurde ein Demonstratiousversuch unternommen, jedoch zerstreute die Polizei die Ansammlungen bereits in ihrem Anfang. Die von der Hamburger OrdnungSpolizci im größeren Umfange getroffenen Sicherheitsmaßnahmen waren unnötig. Die Zorüerungen üer Deutsch-Döhmen. Prag, 28. Oktober. Die.Bbhemia" veröffentlicht eine Jnter- pellotion, die der deutsche parlamentarische Verband in der heutigen Sitzung der tschechischen Nationalver- s a m m l u n g einbringen wird. Die Interpellation verweist auf die zahlreichen Fälle der Knebelung und Vergewaltigung des deutschen ValkeS durch die tschechische Bevölkerungsmehrheät in kultureller und wirtschaftlicher Beziehung. Die Enttäuschung und die Erbitterung der Deutsehen über diese Lag« habe in manchen Be- »ülkerungsschichten den Wunsch wachgerufen, daß sich die deutschen Volksvertreter nicht mehr an den Arbeiten der Nationalversamm- lung beteiligen. Indessen wollen die Interpellanten nochmals ver- suchen, zu einer Besserung der Verhältnisse zu gelangen, untd wende« sich deshalb an die Regierung und an die National ver- sammlung, um zu erfahren, ob wenigsten? für die dringendsten Forderungen der Deutschen ani Verständnis und Berücksichtigung gerechne» werden kann. Hochverräter. Um öen versailler frieden. PariS, 28. Oktober.„Journal des DebatS" veröffentlicht eine halbamtliche Erklärung über den Beschluß des eng» tischen Ministeriums, auf A 18 Teil 8 Abschnitt II de? Vertrages von Bersaillrs zu verzichten. Das Londoner Kabinett habe den Botschafterrat durch seinen Vertreter in Paris von der ge- troffcnen Entscheidung und der der deutschen Regirrung gemachte» Mitteilung in Kenntnis gefetzt. ES fei deshalb sehr wahrscheinlich, daß der Botschafterrat in einer seiner nächsten Sitzungen mit der Frage befaßt werde. Er werde zu prüfen haben, ob der Schritt der britischen Regierung rechtlich begründet sei, und er werde«ruch die Folgen dieser Entscheidung, indem er sie in den allgemeinen Rahmen des Friedensvertrags und in das durch den Friedensvertrag vorgesehene System der Zwangsmaßnahme» stelle, abzuwägeu haben. Der gut unterrichtete„Evening Standard" wendet sich gegen die Kommentare, die die französische Presse an die Nach- richt von dem englischen Verzicht auf Beschlagnahme deutschen Eigen- tumS geknüpft hat, und betont, die englische Regierung habe b e- reit? im Dezember vorigen Jahres bekanntgegeben, daß deutsche Eigentumsrechte, die nach Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen erworbr» feien, der Beschlag» ithmc nicht unterlägen. Tie neueste Entschließung der englischen Regierung gehe noch weiter; daS fei hauptsächlich auf die immer dringender werdende» Vorstellungen der englischcn Interessenten- kreise zurückzuführen. Daß diese Bestimmungen des Berfaitter� BertrageS, soweit sie sich auf England bezögen, aufgehoben worden feien, sei hauptfächlich geschehen, um die Räder des eng- lischcn Handels zu öle«. Das Blatt fügt hinzu, einsichtige Persönlichkeiten des französische« Handels würden es gerne sehen, wenn die französische Regierung in dieser Beziehung dem Beispiele Englands folgen würde, der ein Schritt vorwärts aus dem Wege der Wiederherstellung normaler Wirtschaftsbeziehungen in Europa sei. Es läßt sich nicht leussnen. daß Frankreich formal im Recht ist, wenn es bemängelt, daß England einseitig auf einen Paragraphen des Versailler Friedens verzichtet. Aber faktisch liegen die Dinge doch so, daß Frankreich wieder einmal durch seine Buchstabenreiterei die Anbahnung f r i e d- licher und geordneter Verhältnisse auf dem internationalen Wirtschafismarkt zu verhindern sucht. Der in Betracht kommende Paragraph gibt den Entente- mächten das Recht, im Falle eines Vertragsbruchs von deut- scher Seite>deutsche Guthaben im Auslande zu beschlagnahmen, so daß der deutsche Kaufmann, der Waren nach dem früher feindlichen Ausland liefert, stets gewärtig sein muß, um den Erlös seiner Ware düpiert zu werden. Wie lähmend diese Aussicht auf den internationalen Warenverkehr wirkt, braucht nicht betont zu werden. Es entspricht also nur dem g e s u n- den Menschenverstand, wenn England den§ 18, der von anständigen Kaufleuten sowieso nicht zur Anwen- dung gebracht worden wäre, in der Versenkung verschwinden läßt. Nur ein verknöcherter Militarismus, wie er augenblick- lich in Frankreich herrscht, kann eine derartige Angelegenheit zur Kabinettssrage machen, anstatt die Gelegenheit dazu zu be- nutzen, mit dem völkerverpestenden Geist von Versailles end- lich einmal aufzuräumen._ Ententekontrolle über Gesterreich. Wien, 28. Oktober. Der englische und der französische Ber- trete, in der österreichischen Sektion der Reparattonskommiffion reisen in den ersten Novrmbertagen mit ihre» Gittachte« über die Hilfeleistung für Oesterreich z«, Berichterstattung an die Reparationskommission nach Paris. Die beiden Gutachten weichen ziemlich stark voneinander ab. Da? englische Gutachte» sieht die Errichtung einer Art Dette pultlione mit de, Berpfändung der gesamten Aktiven, der Staatseinnahmen usw. vor. Die Errichtung einer Bank mit dem Rechte zur Ausgabe von Roten für den Export ist nicht beabsichtigt. Der englische Bertreter verlangt ferner den radikale» Abbau der österreichischen StaatSwehr bei entsprechender Berstärkung der Gendarmerie und ein System von Ersparungen auf alle» Gebiete»». Der Sanicrungsplan des französischen BertrezerS verlangt keine so weitgehende Kontrolle und nimmt etwas mehr Rücksicht auf die Erhaltung der wirtschaftlichen Nnabhängigkeit Oesterreichs, soweit daS mit den z« gewährende» Kredite» vereinbar ist. Neue Schwierigkeiten in Englanü. London, 28. Oktober. Es wird versichert, daß in den Ber. Handlungen zwischen den Bergleuten und der Regierung infolge neuer Forderungen der Bergleute Schwierigkeiten entstanden feie»». Das Kabinett wird heute zu einer Konferenz mit den Bergarbeiterdelegiertrn zusammentreten. Der Ausfuhrzoll für holländische Butter soll, wie»Telegraaf" erfährt, von 20 Cent für das Kilo auf 12 Cent herabgesetzt werde». Katastrophe der Reichsfinanzen. Zur Rede des Reichsfinanzminifters. Bon Ludwig Ouejsel. Zn der gestrigen Sitzung des Reichstags hat Reichs- finanzminister Wirth in einer eindrucksvollen Rede seine Stellung zu dem Rcichshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1920 dargelegt, der klar erkennen läßt, daß sich die Finanzen des Reichs der Katastrophe zu bewegen. Die Ausgaben des Reichs werden danach die phantastische Höhe von 110 Riilliarden Mark erreichen; davon entfallen Z9,8 Milliarden aas den ordentlichen. 52,5 Milliarden ans den außerordentlichen Haus- halt und 18 Milliarden auf Zuschüsse, die nach den Erklärungen Dr. Wirths in der Sitzung des Reichsministcriums vom 23. September für die Eisenbahnen(16 Milliarden) und für die Post(2 Milliarden) zu leisten sein werden. Geht man bei Betiachtung des Finanzbedarfs deS Reichs vom letzten Fricdensjahr aus, so ergibt sich ein lawincnhaftes Anschwellen der Ausgaben: Gesamtausgaben 1913 1919 1920 des Reichs.. 2,6 Milliarden 03 Milliarden 112 Milliarden Jede Partei, die es mit der Verantwortung den Wählern gegenüber ernst nimmt, wird die Gestallung der Tinge einer unvoreingenommenen und sachlichen Kritik unterziehen müssen, auch wenn diese Mißfallen bei so starken Wäblerschichien wie den Staatsangcstellten und Beamten erregt. Wer Gelegen- heit gehabt hat, mit Kaufleuten und Industriellen zu sprechen, der weiß, daß Industrie und Handel in Teut'chland schon stark unter dm Eindruck der am Horizont der Zeiten auf- steigenden Gefahr der Einstellung des Zinsendlenstes für Staatsanleihen steht. Im Grunde ist diese Auslassung aber reickilich kindlich. Ein offener Staatsbankrott wäie allerdings gegeben, wenn das Reich für kürzere oder längere Zeit den Zinscndienst' einstellte. Aber was wäre mit dieser Maßregel gewonnen? Ter Zinsendienst erfordert in diesem Jahre 12,6 Milliarden, die Gesamtausgaben betragen aber 110 Milli- arden. Es ist ein Aberglaube, anzunehmen, daß der Staats- bankrott eine Erscheinung ist, die sich ausschließlich in der Spbäre des Besitzes ab'pielt. Der Staatsbankrott, den wir fürchten und der kommen muß, wenn nicht größere Sparsam- keit in derReichsverwaltung vlatzgreift, Post und Eisenbahnen saniert werden und die Siegerstaaten ihre Forderungen aus dem Friedensvertrag herabsetzen, besteht darin, daß das Reich infolge leerer Rassen den Staatsarbeitcrn. Staatsangestellten und Beamten nur noch einen Bruchteil des ihnen zustehenden Lohnes wird zahlen können. Gegenüber dieser weitaus wichtigsten Seite des Stäatsbankerotts,. die sich ausschließlich in der Sphäre des Proletariats der Kopf- und Handarbeiter vollzieht, hat die Einstellung des Ziiiseitdienstes eine verhältnismäßig ge- ringe Bedeutung. Es kann daher(far nicht scharf genug be- tont werden, daß der Staatsbankerott eine Erscheinung ist. die in erster Linie die Grundlagen des proletarischen Ledens bedroht. Wenden wir uns der Frage zu. ans welchem der drei Haushaltspläne die Katastrophe der Reichsfinanzen uns am stärksten droht, so wird man zuerst zu dem außerordentlichen Etat greifen müssen. Hier hat Dr. Wirth für die Aussübrung des Friedensvertrages 41 Milliarden Mark einstellen müssen. Dazu kommen dann noch 4 Milliarden für die Abwicklung der alten Wehrmacht. Im ganzen betragen die im außer- ordentlichen Etat eingestellten Ausgaben 52,5 Milliarden Mark. 50 Milliarden sollen davon durch Anleihe ausgebracht werden. Nun weiß man aber, daß freiivillig dem Reiche niemand etwas borgt. Die im außerordentlichen Etat angekündigte Anleihe im Betrage von 50 Milliarden Mark könnte also nur die von der ReichSbank geforderte Zwangsgnleihe sein, über die im Börsenteil der bürgerlichen Presse schon viel geschrieben worden ist. Furchtbar ernst ist auch die Gefahr, die unseren Reichs- finanzen aus dem Haushalt der Reichsbetriebe droht. Derselbe liegt allerdings dem Reichstag noch nicht vor, aber wir erfuhren aus der gestrigen Rede des Reichs- finanzministers, daß der Fehlbetrag der Eisenbahnen 16 Milliarden, der Post über 2 Milliarden betiögt. Die bürgerliche Presse, insbesondere das„Berliner Tageblatt" und die„Frankfurter Zeitung" haben für die Verlustwirtschast der beiden Reichsbetriebe die Ueberbureaukratie ver- antwortlich gemacht. Bei der Post sollen 50000 Staatsangestellte zu viel beschäftigt werden. Tie Zahl der überflüssigen Staatsangestellten bei den Eisen- bahnen beziffert das„Berliner Tageblatt" auf 100 000, die„Frankfurter Zeitung" auf 300 000 bis 400 000. Die Or- gani'ätionen der Angestellten. Beamten und Arbeiter haben gegen diese Angaben Einspruch erhoben. Die Eisenbahner und Postangestellten führen die Vcrlustwirtschaft auf die viel zu niedrigen Tarife zurück. Die Post, so argumentieren sie, erhielt vor dem Kriege für die Beförderung von 100 einfachen Briefen im Fernverkehr 10 Goldmark, heute erhält sie dagegen nur 4 Goldmark(40 Papiermark). Ein Reisender mußte früher für eine Fahrt in der dritten Klasse von Frankfurt a M. nach Berlin rund'20 Goldmark zahlen, heute fordert man von ihm nur rund 8 Goldmark(KO Papiermark). Zu einer Zeit. wo alle privaren Unternehmungen sich ihre Leistungen in Gold- niark berechnen, wofür sie dann regelmäßig den lOfachen Be- trag in Papiermaik erheben, sei cc unmöglich, bei Post und Eisenbahn anders zu verfahren. Hätte die kaiserliche Post in der Fricdenszeit lOO Briefe im Fernverkehr für 4 Goldmark, die königliche Eiicnbahn einen Reisenden in dritter Klasse für 8 Woldmark von Frankfurt a. M. nach Berlin befördert, so hätten diese beiden Staatebctricbc auch damals enorme Fehl- betröge zu verzeichnen gehabt. In Goldmark berechnet sei nicht eine Erhöhung der Tarife, sondern eine Reduzierung derselben auf fast ein Drittel ihres Friedenssta ndes eingetreten. Es ist beachtenswert, daß auch Dr. Wirth in seiner gestrigen Rede sich die Ausfassuttg der Eisenbahner und Postangestellten zu eigen machte. So viel ist zweifellos an seinen Argumenten richtig, daß eine Sanierung der Eisenbahn und Post sich durch Ver- Minderung der Staatsangestcllten allein nicht erreichen lassen wird. Eine allmähliche Annäherung der Tarife an die Golopreisc der Kriegsvorzeit wird wohl platzgreifen müssen, wenn die Verlnstwirtschaft der Staatsbetriebe überwunden werden soll. Wie in diesem Jahre das Reichsfinanz- minislerium den Rieiensehlbetrag der Verkehrsbetriebe zu decken gedenkt, ob durch Ausgabe neuer papierner Zahlungs- mittel oder durch Anleihe, ist noch unbekannt, Aufichluß darüber werden uns wohl bald die Verhandlungen des Reichstags geben. Zu schweren Sorgen geben auch die Zahlen des ordent» lichen Etats Anlaß. Hier liegen die Dinge freilich insoweit günstiger, als den Ausgaben von 39.8 Milliarden Einnahmen von gleicher Höhe gegenüber stehen. Dr. Wirth hat aber in der Sitzung des Reiichsministeriums vom 23. September selbst zugegeben, daß die, Einnahmen in der Höhe von 39,8 Milliar- den„nur auf dem Papier stehen". In der Tat rechnen her- vorragenoe Finanzsachverständige auch beim ordentlichen Etat mit einem Fehlbetrag von 10 Milliarden Mark. Sollte sich diese Annahme bestätigen, so ergäbe sich folgendes Bild: Fehlbeträge 1S2 0. . 1. Ordentliiber Etat..... 10 Milliarden Mark 3. Auherordenlücher Etat... 50,, 3, Etat der Verkehrsbetriebe.. 18 Zusammen.. 7L Milliarden Mark ES ist klar, daß diese Summe weder durch die Ver- mehrung der papiernen Zahlungsmittel noch durch eine Zivangsanleihe aufgebracht werden kann. Wollen die Siegcr- staaten die Henne, die ihnen die goldenen Eier legen soll, nicht abschlachten, so werden sie ihre Forderungen aus dem Versailler Vertrag auf ein vernünftiges Maß reduzieren müssen. Dem Zteichstag aber bleibt die furchtbar schwere Aufgabe, Eisenbahnen und Post zu sanieren und durch rigo- rose Sparsanikeit auf allen Gebieten Deutschland vor dem vollkommenen finanziellen Zusammenbruch, der ja in erster Linie und am schiversten die Besitzlosen treffen würde, zu bewahren. öapern unü 48. Die bayerische Regierung hat auf Grund Abs. 4 deS Art. 48 der Reichsverfassimg eine Verordnung erlassen, die den Schleichhandel oder die Preistreiberei mit Z ii ch t h p u s von 1—15 Jahren und zugleich mit Geld- strafen von 100 090 M. bis 1 Million M. bedroht. So sehr sckiarfe Maßnahmen gegen den Wucher auch wünsdhenstoert sind, so ist doch fraglich, ob die bayerische Verordnung ver- fassungsmäßig zulässig ist. Art. 48 sagt in Absatz 2: Der Reichspräsident kann, wenn im Deutschen Reiche die öffentliche Sicherheit und Ordnung erheblich ge�, stört oder gefährdet wird, die zur Wiederherstellung der öffent- lichen Sicherheit und Ordnung nötigen Maßnahmen treffen, er- sorderlichenfalls mit Hilfe der bewaffneten Macht einschreiten. Halbgötter. Nicht aus grauer Vorzeit will ich Euch berichten— nicht von griechischen oder römischen Höldengesterlten erzählen, die man bei Lebzeiten oder nach dem Tode heilig sprach— nicht von germanischen Recken, die als Lohn für ihre Taten in Walhall am Tische der Göller speffen dursten— nein, von modernen Halbgöttern, von Wesen, die unter Euch.leben und wirken, will ich schreiben. Die modernen Halbgötter sind meist ganz allerliebste Wesen mit lieblichen Gesichtern und wohlgepflegter Haut. WaS„echt" an ihnen ist und was falsch. daS ist oft schwer zu entscheiden. Sie tragen kostbare Spitzen, hauchdünne Seidenstrümpfe und raffi- nierte Schuhchen von erlesenem Geschmack und sind in phantastisch hoch zu bewertende Pelze gewickelt. Oder aber— eine Abart— sie schauen mit geschminkten Gesichtern und etwas verächtlichem Lächeln durchs Einglas aus die andächtig zu ihnen emporblickende Menschheit hinab, mit unnachahmlicher, zweifellos oft geprobter Grazie dann und wann den Zylinder ein wenig lüftend. Anstelle der Pelze trägt diese Gattung endlos lange Halswärmer(zu deutsch Shawls!) aus weicher Wolle oder schmiegsamer, schmeichelnder Seide. Wißt Ihr nun, wen ich mein«— wer diese Halbgötter sind?— Der Großstädter, der Deutsche, nennt sie kurz„Filmstars".— Ein hübsches Wort, nicht wahr— und passend— wenn man nicht „Star" mit der Gattung der Vögel fälschlicherweise in Zusammen- hang bringt. Ist es nicht lächerlich, mit welchem Tamtam der„persönliche Besuch" irgendeiner Diva, eines PublikumSlieblings. angekündigt wird. Nicht nur in Anzeigen und Plakaten, in Zeitungsnotizen und Programmheften, sondern auch durch besondere Lichtbilder auf der Lcinewand.„Fräulein C. hat soeben das Theater betreten!" löst eine enthusiastische Ovation auS. Das Orchester spielt einen Tusch. Der Film ist Nebensache. Das Spiel de? Fräulein C. gleichgültig. Hauptsache: sie weilt mit der Menge unter einem Dache, herrscht in irgendeiner Loge und beherrscht von hier aus die Masten. Ein andere» Bild! Der Beginn der Uraufführung im... Lichtspielhaus wird verschoben. Von einer Rangloge hängen bunte Tcppick)« herab. Diener laufen geschäftig hin Und her. Bringen riesige Blumenkörbe, Kränze mit blauen, roten und lila Schleifen, Blumen, Blumen und wieder Wumen. Ist eine Blumenaus- stellung geplant, wird eine Er- oder Durchlaucht erwartet? Ach nein— danach würde keiner gucken. Der Hauptdarsteller, Herr K. und Fräulein L. werden erscheinen. Das Publikum wartet geduldig— auf Halbgötter muß man Rücksicht nehmen! Letztes Bild! In dem... Theater(natürlich Lichtspiele!) hat die Vorstellung bereit» begonnen. Alle» blickt gespannt aus Und dann in Absatz 4: Bei Gefahr im Verzug« kann die Landesregierung für ihr Gebiet einstweilige Maßnahmen der in Abs. 3 bezeichneten Art treffen. Die Maßnahmen sind auf Verlangen de» Reich SP rast- denten oder des Reichstags außer Krafr zu setze«. Es ist eine offene Frage, ob der Begriff der Störung der öfsenffichen Ordnung und Ruyc soweit ausgedehnt wer- den kann, wie es durch die bayerisch� Verordnung geschieht und ob ein gegenseitiges Sichüberbieten der Landcsregierun- gen einem gemeinsamen Vorgehen auf dem Reichswege vorzuziehen ist. Unbestritten ist das Recht des Reichspräsidenten und des Reichstags, die bayerische Verordnung aufzuheben, wenn sie zu der Auffassung kommen, daß durch sie die Rechtseinheit deS Reiches mehr als erträglich gestört wird. Rechte und linke U.S.P. K.P.D. und linke U.S.P. fordern in einem gemeinsamen Aufruf ihre Anhänger auf, den 7. November als den brüten Jahrestag der bolschöwistischen Revolution durch Volksversammlungen.und Straßendemonstrationen zu feiern.� Die deutsche Arbeiterschaft bÄrachtet, von einer kleinen Minder- heit abgesehen, den Tag, an dem die Moskauer Diktatoren zur Herrschaft kamen, nicht als einen Feiertag für daS internasionale Proletariat und wird sich von den kommu- nistischen Kundgebungen fernhalten. Der Zeitungsdienst der rechten Il.S.P. erläßt fol- gende Warnung: Auf Grund festgestellter Tatsachen hat sich ergeben, daß von linksradikaler Seite versucht wird, durch Putschversuche und Heber- rumpelnngen die Arbeiterschaft in eine Aktion zu treiben. Wir warnen die Arbeiterschaft, sich an solchen törich- ten Unternehmungen zu beteiligen. Ganz besonders ergeht diese Warnung andie Arbeitslosen, die von den Put schiften als Stoßtrupps ausersehen sind. Die Arbeiterschaft kann nicht durch solche, aus dem Arsenal spießbürgerlicher Revolu- tionsromantik stammenden Putschversuch«, sondern nur durch zielbewußten Klassenkampf zum Siege kommen. Solch«, von un- klaren, unsozialistischen Elementen unternommenen Putsche dienen nicht der Sache des Proletariats, sondern nützen mit der Konterrevolution. Das neu.« Organ der linken U.S.P.,„Die Jnter- nationale", nennt diese Warnung em.verleumderisches Angst- probukt", dessen Zweck sei„den Staatsanwalt mobil zu machen". Zu gleicher Zeit veröffentlicht die„Freiheit" einen Artikel, in dem sie bie Auffassung des Vorwärts" bestreitet, daß zwischen den Spalworgängen von 1916 und 1920 eine verblüffende Aehnlichkeit bestel)«, danach sei alles ganz anders gewesen, denn die sozialdemokrotjschs Parteipresse habe da- mais„direkt oder indirekt"(!) die Revolutionäre und Kriegsgegner denunziert. Wir finden, daß der Artikel der ..Freiheit" die Aehnlichkeit nur noch vollkommener macht. Damals hat die sozialdemokratische Press« genau so vor Torheiten gewarnt, wie eS jetzt die rechtsunabhängig« tut, diese berechtigten und notwendigen Warnungen wurden damals zu Denunziationen umgedeutet— genau so, wie jetzt von den Linksunabhängigen die nicht minder berechtigten War- nungen der Rechtsunabhängigen zu Denunziationen umge- deutet werden. Die Spaltungsparteien arbeiten eben immer mit den gleichen Mitteln. Die„Internationale" veröffentlicht ferner einen Be- schluß der K.P.D.-Zentrale, der die Rechtsunabhängigen für „Gegenrevolutionäre" und„Verbündete.der Bourgeoisie" er- klärt. Sie kündigt zugleich einen Vereinigungsparteitag an und bemerkt dazu: Die llebcveinstimmung in den Grundsätzen wird daS veber- gangSstadlum für dir revolutionäre Entwicklung in Deutschland er- träglich gestalten. Wir hoffen, daß«S recht kurz fein möge, und sind mit unseren Freunden von der K.P.D. der Meinung, daß organi- satorische Hemmungen den Zusammenschluß nicht unnötig verzögern dürfen.' die Leincwand. Plötzlich stammt in einer Loge Licht auf. Eni- rüstet ob der Störung blickt man sich um. Ach so: Die Diva ist erschienen! DaS entschuldigt. Mit Mühe verfolgt man da» Stück. Paus«. Wahrhaftig, dort sitzt Frau A. mit ihrem Anhang. In einem blühenden, duftenden, kostbaren Garten. Sie lächelt. Einige klatschen. Im Dheatersaal wird es unruhig. Der zweite Akt steigt. Der Film— ein Erzeugnis der Frau A. ist Kitsch— überschwangliche Sentimentalität. Man würde ihn ablehnen— aber die schöne Frau sitzt ja dort oben. Man darf sie nicht er- zürnen, darf den Halbgott nicht lästern. Licht flammt auf. Die gut disziplinierte CIaque beginnt ihre Arbeit— alles fällt ein. Lächelnd erhebt sich die Diva, zerpflückt die teuren Blumen, wirft sie ins Parkett, das Publikum jauchzt, balgt sich um die Blüten. Extravorstellung. Die Diva thront in erhabener Höhe. Lächelnd, siegesbewußt, selbstherrlich. Sie weiß, sie ist ein Halbgott. Ist da? nicht lächerlich? Oder vielmehr: ist dieses Gebaren erwachsener Menschen, die«in tätiges Glied der Gesellschaft find. nicht zum Heulen? Menschen, besinnt Euch! Erniedrigt Euch nicht vor Euch selber! Freut Euch, wenn Euch der„Star" gefiel, huldigt ihm still für Euch, empfehlt daS gesehene Stück, aber macht den Gegenstand Eurer Begeisterung nicht zum Halbgott, der Eure Huldigung als schuldigen Tribut verlangt, provoziert— und arrangiert. E. E. Aus Frensseus dichterischem Schaffe«. Die tagebuchartigen Aufzeichnungen au? den Jahren 1890—1905, die Gustav Frensten soeben unter dem Titel„Grübeleien" bei der Groteschen Verlags- buchhandlung in Berlin veröffentlicht, gewahren einen tiefen Ein- blick in die Wesen S-rrt und die künstlerische Werkstatt dieses Dichters. Er bekennt:„Ich wäre ein größerer Künstler, wenn ich dunkler und dümmer wäre oder wenigstens mehr dunkle und dumpfe Tiefen in der Seele hätte." Aus Dchmerzm werden seine Bücher gebaren. Als man ihm sagt, wie glücklich er dock über den Erfolg von Jörn Uhl sein müsse, meint er:„daß das Buch ein schweres Erlebnis und Bekenntnis war und aus einem schweren Sorgengeist ge- kommen und bei dem Verfasser ein Gefühl hinterließ, das aus Trauer und Scham gemischt war." Dennoch ist ihm sein Dchten das Höckste:„Die einzige reine Freude, die ich habe, ist das Fabu- lieren: das liegt außerhalb deS Leides, ja außerhalb des Menschen. dasein?. Man schaltet und waltet wie Gott selber." Die Entstehungsgeschichte seiner Werke erzäblr er folgender- maßen:„Meine Geschichten beginnen mit dem Interesse an Selbst- erlebtem und an mir bekannten Pe'sonen und deren Erlebnissen. Aber bald erschaffe ich, daneben oder darin, erdichtete Personen, di« jene Erlebnisse in sich aufnehmen, sie verschlucken Diele erdichte- ten Personen haben zuerst ein schwache», schemenhaftes Leben und wollen immer wieder zerstießen. Um ihnen mehr Blut und Farbe zu geben, nimmt man wieder von der wirklichen Welt Einzelheiten und leg: sie ihrer Seele und ihren Erlebnissen zu. Es geschieht das alles aber unbewußt. Allmählich finde ich mich wie mit höherer Kraft begabt; ich herrsche fast übermütig und sicher in allen Geheimnissen dieser selbstgeschaffenen Persönlichkeiten."' Das Wort„Uebergangsstadium" läßt daraus schließen. daß auch die Linksunabhängigen die Stunde der entscheiden- den Aktion nicht für gekommen erachten. Dann aber sollen sie den Mund nicht so weit ausreißen und ihre Anhänger nicht durch großartige Redensarten irreführen. Jede Dummheit, die infolge dieser Irreführung begangen wird, kann� zur schlimmsten reaktionären Schweinerei führen, mit der wieder aufzuräumen dann der sozialdemokratischen Arbeiterschaft überlassen bleiben wird. Die Erfurter„Tribüne", die mit polizeilicher Unterstützung von den Rechtsunabhängigen zurückerobert worden war, ist jetzt durch einen Schiedsspruch den Linksnnabhän- gigen zugeiprochen worden. die peinlichen Fechengewinne. In der„Finanzpolitischen Korrespondenz" zitiert Dr. Ku- czinski, Mitglied der SozialisierunzZkommission, folgende Aus. jührungen, die Rathenau dort gemacht hat: „Wie ist es denn heute? Heute wird zwischen dem Unter nehmer und dem Kohlenverband ein Verkaufspreis arrangiert, e" dem der Unternehmer bestimmend ist. weil der Reichskohlen- verband und der Reichskohlenrat ja doch überhaupt- verzeihen Sie mir, Herr Unterstaatssekretär, wenn ich das sag.. Sie sind ja nicht schiUd an dem ganzen Laus der Dinge, ich muß das aber sagen— heute reine Farcen sind. DaS sind doch Kinder- spiele, die hier veranstaltet werden. Wir haben uns auS den Proio- kollen informiert, und ich habe mich auch sonst insormieri über da» Gebaren und komme zu dem Schluß: das ist ja doch eine Sache, die überhaupt im merkantilen und im ftaaiSrechllichen Sinne eine Lächerlichkeit ist. Heute sieht die Sache so aus: es wird im Dun. kein Blindekuh gespielt, und eS wird irgendein Kohlenpreis ver- einbart, der natürlich mcht nur eine gewöhnliche Unternehmerreu. e en-öhält, sondern«ine Unternehmerrente, die so dick ist, daß die Unternehmer selbst anfangen, sich zu genieren. Ich habe vor zwei Tagen mit einem der größten Interessenten des Kohlenver- bandeS gesprochen und habe ihm das einmal gesagt. Darauf hat er mir geantwortet:„Ja, glauben Sie nicht, daß die Sache mir auch sehr peinlich ist?(Heiterkeit.) Glauben Sie nicht, daß ich jn AussichtSräten oft genug zur Sprache gebracht habe, daß die Dinge so nicht weitergehen können?" Dann habe ich ihn gefragt:„Was Hakten Sie denn nun vom Reichskohlenverband?" Da hat er mir Dinge geantwortet, die ich hier wiederzugeben unterlasse. Also ich kann nur sagen: heute liegt die Sache so, daß einfach ein Kohlen. preis festgesetzt wird, der nicht nur eine Rente enthält und eine Rente garantiert, die angemessen ist, so wie ich sie mir senke, sondern eine Rente, die ich ungefähr so einschätze, daß der Unternehmer sehr unzufrieden sein und sich vor seinen Angestellten genieren müßte, wenn er nicht in«inigen Monaten das Aktienkapital verdient. Ich glaube aber: er braucht, sich nicht zu genieren.(Heiter- keit.) Also die Dinge liegen wirklich so. wie sie nicht weitergch-n können." Der Rttachs im Sallhaus. Hamburg, 37. Oktober:(TU.) Jn der französischen Presse beschäftigt man sich gegenwärtig, wie aus Pari» gedrahtet wird, sehr erregt mit einem Zwischenfall in Hamburg, bei dem der Attachö de« französischen Konsul» in Hamburg t ä i. lich angegriffen worden ist. DaS„Hamburger Fremden. blatt" erfährt von der Hamburger Polizeibehörde dazu folgendes: Jn der Nacht zum letzten Sonnabend hielt sich der Attache in dem Hamburger Ballokal.Farm" auf. Jn feiner Begleitung befanden sich zwei andere Franzosen, ein jüngerer und ein älterer Kaufmann. Als die Franzosen das Lokal verließen, sahen sie sich ooy einigen Herren und Damen, die vorher im Ballhaus gewesen sind, umringt. ES kam zu«einem erregten Wortwechsel, in deren Verlauf man mit Spazier stocken aufeinander ein- hieb. Am schlimmMn kam der Attache davon, der mehrere Ver- wundungen erhielt. Wachtmeister machten dem unliebsamen Streit «in Ende und sisticrten verschieden« der Beteiligten. Gegen einen der Sisttexten, der Reserveoffizier ist, ist Strafantrag gestellt worden. Wie lange noch! -Wir haben die Republik, die Demokroiie— DeS Volkes Verächter erheben die Häupter wie nie. Sie wetzen die schimmernde Wehr, sie putzen die Helme, und sammeln allmählich>m Lande die Narren und Schelme Mit Mammon find sie versehen— eS rann der Quell al» Kriegessegen den Armen von Rücken und Fell. Die eifrigen Hetzer wußten ihn klüglich zu schöpfen, nun brauen sie wieder Unrat in schmierigen Töpien. Verpesten die Luft mit Dummheit und gräulichem Lärm. erbrechen Zwietracht und Bosheit aus kurzem Gedärm. Wir haben die Demokratie, die Republik, und dennoch wird Orgeich und ähnliches Hehlertum dick. Für schmähliche Sündenlast fordern sie gnädige Richter, mit großen Mäulern quittiert darob da« Gelichter. Wenn s i e nicht erkennen den stinkenden Berg ibrer Schuld, warum denn nur allzeit und ewig für sie noch Geduld? _ S ch l a r a s I BanquoS Geist in der Wissenschaft. Den Ausschluß der Deutschen von dem in Poris abgehaltenen„internationalen" Pchsio'ogciikongrcß der Ententeländer, der damit dem Mathe- matiker- unlo Chirurgenkongrcß nachfolgt, beklagt und tadelt Antonino Anile im„Rcsto del Earlino"(Bologna). Unmöglich könne man über Physiologie reden, ohne zahlreiche deutsche Namen zu nennen. Frankreich gehe es mit Deutschland wie Macketh mit Banquos Geist. Di« Personen auszuschließen, wenn man sich aus ihre gcisti ien Leistungen immerfort stützen müsse, sei lächerlich und gehässig. Frankreichs Versuche, die deutsche Führung in der Wisienschaft»u Überneimen, seien bisher mißglückt. Die blühende Straßburger Universität sei ruiniert durch die Art der Besetzung der Lehrstühle. Anile schließt mit einer Mahnung an die Jtalie- n-r, die Gemeinschaft de»- Wissenschast wiederherzustellen, da Italien mit deutsch«: Wissenschast und Hilf« groß geworden sei. Der Kampf- um Bismarck»«rtnnerunqrn. der beut« vor dem Landgericht I auSgelragen melden mllte. muhte verschoben werden Kläger tst bekaiinltick Wilbelm von Ameiougen. der die Cottaich- Verlags- buchhandlung bindern will, den?. Sand von Bismarcks Erinnerun)en der. auszugeben, indem er ein Urheberrecht an fernen darin euthattenen Brief ea geltend macht. Jakob Wassermanns neuer Novcllcndand.Der Wendekreis" ist so- eben bei S. Fischer. Verlag. Berlin erichienen. Neue Opern. Die ZItünchencr Over b: ingt»Das Svlelwerk" von Franz Schreier in der sogenannten.Münchener Bearbeitung" zur Uraussührung. In der ursorünglichen Fassung hieß das Werk„DaS Spiel- werk und die Priozelfm".— DaS Hamburger Stadttheater erwarb daS Recht der reichsdeulschen Urauijührurrg der drei neuen Einakter von In ccini. Ruf nack üer Zwangswirtlckast. Honniver, 28. Oktober. lDwa.) 40 Stadtverord. «etrnkoll egiea der Provinz Haanover haben die Luffassung vrrtrrtrv, dah nvr durch die sofortige Wirbereittsühruitg der Zwangswirtschaft die mangelhafte Nahrungsmittel- beliefenmg für das Land Hannover verbessert werden tSnuc. f!us GberstKlesien. Veuthen. SS. OitcLer. Gensval Le Rond hat die vsn deut- I ch e r Seit« gewählten Vertreter für den paritätischen Beirat in Oppeln, den Landrat v. Brockhussn-Tdrnowch sDeutschnat.) und den Schulrat Sckeponif-MhZlotvip(Zentrums mit du Begründung abgelehnt, daß sie Beamte seien. Em ungarisckes Panama. Budapest, LS. Oktober. In der.gestrigen Sitzung der Nationalversammlung kam ei zu wüsten Lärmszenen gelogentlich der Beantwortung einer Interpellation wegen der Zuckerpreise. Wgeordneter E r e l i machte den Finanzminister A o r a n h i für die hohen Zuckerpreise verantwortlich und erklärte, daß Korcmyi den Zuckerfabrikanten ein Geschenk machen wolle. Finanzminister Koranvi ruft: Tat ist eine Schurkerei, so etwa? zu behaupten. Großer Lärm. Uog. Ereki: Ich mutz den Minister offen erne! Panama anklagen Koranhi: Wenn man den Minister öffentlich eines Panama beschuldigt, so mutz man diese Anschuldigung sofort beweisen können. Ereki bleibt bei seiner Behauptung. Es kommt zn einem heftigen Wortwechsel zwischen Ereki und Koranhi. Eraki erklärt, sein« Behauptung vor einer unparteiischen Kommission beweisen zu wollen. BerkehrSbesprechnngen in GoSlar. Der ReichSverkehrSminister hatte für gestern die Präsidenten sämtlicher deutschen Eisenbahn- drrektionen nach GoSlar berufen, um mit ihnen hier wie vor einigen Wochen in Würzbura die laufeusen Fragen aus allen Dienstzweigen zu erörtern. Autzer Gegenständen auf dem Gebiet des Personalwesens. deS BetrieoeS und Verkehrs(Kohlen-, Kar- toffeln. und Rübenbeförderung) wurden namentlich die f i n a n- « i« l I e und wirtschaftliche Lag« besprochen. Dabei wur- den auch die Vorschläge berührt, die dem bestehenden Mangel organisatorischer Matznohmen abhelfen soll. Erweiter» ng der FlüchtlingSfürsorge in Preußen. Noch immer ist der Strom der Flüchtlinge aus den Grenzmarken nicht ?um Stehen gekommen, indem täglich neue Scharen Obdach- oser einireffen, die der Hilfe dringend bOurscn. Die Hilfe des Staates und des Noten Kreuzes reichen nicht aus. In Anerken- rnrng der furchtbaren Notlage der Flüchtlinge hat der Staats- kommissar für die Regelung der KrieqSwohlfahrtsPflege in Preutzen dem Bunde der deutschen Grenzmarkenschutzverbände Sammlungen zugunsten reichsdeutscher Flüchtlinge aus de« deut- fchen Grenzgebie'.en genehmigt. Frastati Botschafter In Berlin. ES bestätigt sich nach einer Meldung der TU. die Nachricht, datz S.'nator F r a s sa t i, der Direktor der Turiner„Srampa". zum italienischen Bot- schafter in Berlin ernannt wurde. Seine offizielle Ernen- nung wird in einigen Tagen erfolgen. Frasiati war während des Krieges Neuträlist. GroßGerlw Oer ftürmlfthe Liebhaber. Ein durchtriebener Gauner, ein. kaum neunzehn sährigee Jüng- ling, der den stürmischen Liebhaber spielte, um sich Gelegenheit zü Diebstählen zu verschaffen, wurde gestern von der Kriniinal- Polizei unschäolich gemacht. Rudoli Sebastian ist der richtig« Name dieses jungen Tan Juans, d-r aber sich die Künstlernamen Egon Nordeck und Fred Orlando beilegte. Seinen Damen, deren Be- kanntschaften er suchte, stellte er sich bald. als Schauspieler, bald als Tanzmeister, dann wieder alz Filmschausvieler oder auch als T'eaterinspizient vor. Satte so eine Kleine Feuer gefangen, dann erklärt« der junge Don Juan ihr nicht nur seine grenzenlose Liebe. sondern wünschte auch sofort zu ihren Eltern geführt zu werden. um auch diesen seine Liebe zu ihr zu gestehen. Damit fiel ja nun d-r jugendliche Liebhaber aus der Roll«. Werl die„Herren Kava- £«<• gerade diesen Weg am meisten scheuen, und weil eS doch ..so' auch viel interessanter ist. Dennoch schicklen sich dw jungen Mädchen gern in diese unerwartete Wendung, und bald stand der junge Lieblaber vor seinen SJ-wiegereltern. Der stürmische Liebhaber lietz sich gastlich bewirten und empfahl sich dann mit dem Besprechen auf baldige? Wiedersehen. Nun Uetz sich Sebastian aber gar nicht mebr sehen Denn mit dem jungen Mann war auch dieser oder sener wertvolle Gegenstand, meistens aber die �amen- Handtasche mit Inhalt verschwunden, und die Vermutung, dag dieser sie mitgenommeil haben könnte, wurde dadurch.zur Getmfehctt— Aber Sebastian war nicht so einseitig. Auch andere Kniffe brachten ihn zum gleichen Erfolg. So suchte er«ine Damenschneiderin auf, bestellte bei die'er für seine Partnerin,«ine Tänzerin, ein neues Kleid, lietz sich Proben und Muster zeigen und in der Zwischenzeit ein Mas Waffer bringen, um während de? Alleinseins einzusehen, was er für mitr.chmenSwert hielt. Gestern wurde der vielgei Uchte jung« Mann ans dem Sophie-Etarlotte- Platz von Betrogenen er- mittest, der Kriminalvolizei übergebe» und von dieser dem Unter- suchungSrichtcr vor�efütrt. Kriminalkommiffar Gennat, der die Schwindeleien des jungen Liebhabers..bearbeliet''..'st jedoch der Ansicht, datz er noch«ine aanze Reihe von Betrügereien dieier Art bedangen hat, die noch nicht zur Kenntnis der Kriminawebärde ge- langt sind._\ Ein eingeschlafener(beschworener. Ein nicht alltäglich vorkommender Zwischenfall ereignete sich Mittwoch in einer Sitzung des Potsdamer Schwurgerichtes. Zur Verhandlung stand ein- Anklag« wegen versuchter Tötung gegen vier Angeklagte, die sich bis gegen Mitternacht hinzog. RewtS- anwalt Schröder stellte fest, daß während der Verlesung des Be- schluffe? der Geschworenen ein Geschworener mehrmals eingenickt fei. Er beantragte, diesen Vorfall zu protokollieren. Der Staats- anwalt scblotz sick diesem Antrage an. Der Vorfall wurde proto- lolliert. Der betreffende Geschworene wurde in der beutigen Ver- Handlung bei d-r Auslosung von de„ Staateanwaltschaft abgelehnt. «�ftt 600 000 Mark Stoffe beschsagnahmt. Beamte der Schutzpolizei fanden heute morgen gegen 4 Uhr vor dem Hanse Würittmberaische Stratze 40 einen großen Ballen Stoff im Werte von v 0 0 0 0 0 M. Sie beschlagnahmten die Ware, dt« wahrscheinlich von einem Einbruch herrührt. Trotz eifriger Nachforschung ist es bisher nicht geglückt, den Besitzer zu ermitteln. Antisemitische Hetze in den Gemeindeschnlen. Uns liegt ein Flügblalt vor. welches handschriftlich in einer hiesig«, Gmeindeschul« verbreitet wird und rn übelster Weise unter Zuhilfenahme der üblichen deutschnationalen Redensarten zur Judenhetze auffordert. Hl wird darin gleichzeitig zum Bei- tritt zu einem Deutschnationalen Schülerbund aeivorben. Aus dem Inhalt sei namentlich hervorgehoben, datz darin'von der Einrichtung eines DetektivbureauK di« Rede ist, dos die Mitglieder de« Bunde« beobachien soll, od sie nicht mit Juden reden. Tann heitzt eS: „Folgt uns und nicht den verfluchten Judenhunden!' Zum Schluß wird mit groben Schimpfworten gsgon einen bestimmten Juden gehetzt, der elender Lump, Betrüger, Schuft, Schweinehund, Schieber und Mörder genannt wird. DaZ Blatt zirkulierte in der Oberstufe der 31 Gemeindeschulg in Akt-Moabit, Ecke Wilsnacker Straß«. E« ist dies dieselbe Schule, in Ivelcher ein sozialistischer Lehrer seiner Gesinnung wegen dauernd den ärgsten Dvangsa» lierungcn ausgesetzt ist. An der Spitze der Schule steht Rektor Meitze, ein Mann von ausgesprochen reaktionärer Gesinnung. Fern« tut sich ein Lehrer namens S'stver: besonders bei der reaktionären Hetze hervor. Es ist die Vermutung nicht von der Hand zu weisen, datz diese Herren bei der Bildung her Vereinigung, von der das gedachte Flugblatt ausgeht, nicht unbeteiligt sind- J�-n falls haben sie nichts getan, um derartigen Hetzereien, die ge- eignet sind, das kindliche Gemüt zu vergifien und mit Haß zu er- füllen, in irgendeiner Weise entgegenzutreten. Bnreaukratismus. Wir erhalten folgende Zuschrift: Seit ca. 2 Jahren wird mir als Kriegsteilnehmer Krankenürot vom Magistrat Berlin auf Grund ärztlichen Attestes gewährt. Nun besteht m der Zentralstelle für Krankenernährung die Hebung, datz den betreffenden Kranken das Krankenbrot und die Nährmittel für vier Zllonate gewährt, die betreffenden Karten jedoch mittels Einschreibebrief nur für drei Monate zugesandt werden. Dann folgt mit einem zweitenEinschreibebrief nach Ablauf der ersten 3 Monate eine einzelne Brotkarte. Für diesen Brief mutz man jetzt autzer dem hohen Porto von 00 Pf. auch noch 10 Pf. Strasporio zablen. Es scheint den Beamten der Zentralstelle Wohl noch niemals der Einfall gekommen zu sein, daß hier eine Vereinfachung der Geschäftsführung möglich wäre. Ja, diese Vereinfachung mutz er- möglicht werden, da es den Kranken, die nur über äußerst gering« Einkünfte verfügen, außerordentlich schwer fällt, das doppelte Ein- schreibeporb? für die betreffenden Näbrrnittel zu tragen. Wir sind bekanntlich drauf und dran, unsere Wirtschaft— und dazu gehört auch der Verwaltungsdienst— so rationell wie möglich zu gestalten. ES ist deshalb nicht ersichtlich, wie man mit diesem Grundsatz es vereinbaren kann, in vielen tausend Fällen eine erhebliche Mehr- belastun« der Post und auch noch eine Mebrbelastung d« Steuer- »ahler so gedankenlos vorzunehmen. Hätten wir einen wirklich denkenden Beamtcnapparat, müßte es doch sehr einfach sein, die Nährmittel je nach dem vorhandenen Kartenbestande ebenfalls aus ein Vierteljahr statt auf 4 Monate zu gewähren und sie dem Kranken zuzusenden. Dem Kranken würde eS sicherlich gleich sein, ob er nach 3 oder nach 4 Monaten«inen neuen Antrag auf Weiter- gewährung der Nährmittel stellen mutz. Ich richte deshalb an die Zentralstelle für Krankenernährung auf diesem Wege daS höfliche Ersuchen, diesen Mißstand abzustellen, da persönlich« Beschwerden sich bisher als zwecklos erwiesen haben. vevet Millionenbetrug bei einer Abwicklnngsstell berichtet ein MirtaMatt. ES handelt sich um die AbwicklungSsieste deS Sturmbataillons III.in Potsdam. Die beiden Be- antten der Abwickluligsstelle, der Feldwebel Teubner und der Zahl- meister Berndt, sind in einem Halbwelt lokal verhaftet worden. Der Feldwebel Teubner führte die Kaff« der Abwicklungsstelle deS Sturmbataillons III, die aus der Eisernen Division hervorgegangen ist. so unordentlich, datz man«hm als Koittrollbeantten den Zahlmeister Berndt, dor sich gleichfalls der Eisernen Division ange- flössen hatte und im Munsterlag« saß zuteilte. Berndt ist ein vielfach wegen Betruges und schwer« Urkundenfälschung vorbe- straffer Mann, der nie das Zahlmeister«amen gemacht hat. Die beiden habe» daS Reich um viele Millionen geschädigt. Diesen Leuten solle« Beträge bis zu 800 0 00 M. in barem Beide in die Hand gegeben Word?« sein, ohne daß sich eine Stelle darum ge- kümmert habe, ei diese Gelder auch bestimmungSzsrnätz verwandt wurden. Eigentlich sollten damit die EntkaffungSgelder der aus dem Heere ausscheidenden Soldaten gezahlt werden. Jetzt stellt sich heraus, datz nur die Leute ibr Geld bekommen haben, d>« mit Beschwerden und Anzeigen drohten. Das Opfer ein« Olasvergifwog ist«in 46 Jahre after Schau- spiele« Willy Möller geworden, der in einem Privathotel in per Maurrstratze 92 wohnte. Man fand ihn gestern abend entkleidet in seinem Zimmer tot auf dem Fußboden liegen. Das Zimmer war mit Ga§ gefüllt, das, wie die Ermittelungen ergaben, der fchadsaft gewordenen Leitung entströmt war. Seine Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Die Leiche des Kaufmanns Kulenkampff aus Hamburg, der von seinem Landsmann Gustav Lange im Hotel in der.Mittelstraße erschlagen und beraubt worden ist. wurde gestern nachmittag von dem Gerichisarzt, Medizinalrat Dr. Stoermer im Leichenschau- hause obduziert. Dabei erogab sich, daß der Mörder sein Opfer auch am Halse gepackt und gewürgt hat. Der Top ist jedoch durch Zertrümmerung de? Schädels eingettet. n. Durch drei wuchtige Schläge ist die Schädeldecke an drei verschiedenen Stellen zer- trümmert worden. Warnung! Ter Bund heimattreücr Obcrschlesier ersucht uns um Aufnahm« folgender Zeilen: Die vom Deutschen Schutzverband veranstaltete Sammlung der Spende für Oberschlesien wird, wie wir vor zuverlässiger Ouell« erfahren, von den polenfreundlichen Oberschlesiern geinißbraucht, indem sie unter dem Namen„Ober- schlesische Volkspartei.und Bund heimattreuer Oberschlesier' Sammlungen veranstalten. Ihre Betätigung bezweckt eine Los- trennung von Deutschland. Die Bürgerschaft Neuköllns bitten wir, nur die mit Polizeistcmpel verseb.-nen Sammellisten als echt an- zuerkennen und alle anderen zurückzuweisen. NowaweS. Gemeindevertretung. Ein vorgelegter Entwurf zu einem Miewerliag für die E'edlungSbäufer der Ge- ineinde rief eine mehrstündige, lebhafte Ausspraciie hervor. Genosse Alperstedt(S. P. D.) wünschte verschiedene Aenderungen, da der Verirag sonst für seine Fraltion nicht annehmbar!ei. Der Vertrag wurde zur nochmaligen Beratung an den SiedliingSausschntz zu- rückverwiesen. Für den Bau von 4 weiteren SiedliingShäuiern wurden 250000 M. bewilligt, auch die Maurer- und Zimmerer- arbeiien sollen in eigeiier Regie der Gemeinde anSgeiührl werden. Zur Errichtung einer Küche für Erwerbslose wnrden 30 000 M. zur Verfügung gestellt, trotzdem eine Reiolmion der Erwerbslosen vorlag, die Küche nicht zu errichten, sondern Mittel bcreitzu- stellen für Naturalien und billigen Zucker. G.-V. Nathan(Dem.) machte die Mitteilung, datz eine Sitzung der hiesigen Industriellen sich mit den Erwerbslosen beschäftigte und durch 13 Herren 42 000 M. gezeichnet wurden. Er hvstt, diese Summe ans 10 00)0 M. zu bringen, da einige Vertreter größerer Beiriebe noch leine bindende Erklärung abgeben konnten. Für bauliche Veräliderungen in dem für die Zwecke eines Kinder- und Altersheims erworbenen bisherigen Jnvalidenheim wurden 30000 M. bewilligt, ebenfalls 10 000 M. für Beschaffung von neuem Schlauchmaterial für Feuerlöschzwecke. Grünau. In einer Beamten« und Angestelltenversammlung referierte Genosie AlbinuS über das Thema:„Die Beamten und Angestellten und die ietzige Regierung'. In überzeugenden AuS» ftihrungen legte der Referent dar. daß es die Pflicht der Beamten und Angestellten fei, sich mit der freiorganisierten Arbeiterschaft zu- sammenzuschlietzen. denn nur die alle Sozialdemokratie trete allein für die restlose Erfüllung der Beamienrechte ein. Der Leiter, Gen. Lehrer Streichelt, schloß die gntbestichte Versammlung.mit dem Appell:„Heraus au« der Passivität, hinein in die Sozialdemo- kratische Partei'. Beitrittserklärungen können im Lokal von lverner und Baeda abgegeben werden. Groß-Serliner Parteinachrichten. Morgen, 29. Oktober. Neukölln. 7. Abt. 71/, Uhr Funkttonärkonferenz bei Malsch, Zielhciistr. 40. 47. Abt. Für di« am Lanntag, den 7. Nevunber, sjattfindende Thcalervorstellung sind noch Mntriitsicitten i 930 M. heim(Ben. AohS. Zig-r rvrqcschäst, Ese Müller, und Utrechter PSmß«, gn haben. Sdensav-« dort Karten zur ReoolutionSseicr. Vorträge, Vereine unö Versammlungen. Saarlöndervereinigniig. Derlammlung am Freitag. ZS. vktoder. abends 7'/, Uhr, im Saale des Löwenbrill-Aueschanf. Bettln 83 30. Rallen- dorsplatz 6. Vortrag des Leiter» der GeschästSItelle-saar-Dereln. Herrn Tb. Bogel über:„Die Gcfch'chle und die wittlchastllche Bedemuna des LaargebicteS und der Saarlnnde Not unter der französischen Fremdherr. schasl'.— Gtl>isch-soztaiisiisch<> Slrbeitsgcmeinlchaft(El.,). Montag. l. November 7 Uhr, öffentlicher Vortrag ln der Aula der LZ Gemeinde. schule, Berlin W, Pallasstr, 15. Dr. P. Krische: SszialtSmu» und Familie. Sport. . Renne« zu KarlShortt.«7. Oktober.(SUchtr«,.)«Pitz« ühl«- Jagdrinnen. 1. Larissa iUnfinger), 2. Landrat(H. Te'chmann), 3. Roloremie sThaleckc). Tot.: Siealti): 10, 831. SS. 30, 86:10. Ferner lieien: Radiola, Flieger, Lauscherin, Rote, Barbelse, Waereghem(4.), Rolen. rot, Rosendoru iget).— W a s s e r t u r m- I» g d r e n r.«». I. Feierabend(H. Telchnrann). S. Netierscheldc(! hielt, S. Minimal iBaitag). Ter.: eteg 16; 10, PI. 12, 16; 10. Ferner Ileieii: Rolaiid(4.), Moses(auSgebr), Rosendaal sangeh.).— Der Lehrling T ü p e I, d«r mit Mondnacht zu Fall tarn, zog sich erhebliche Ouetschungen zu, wührind G t a» d i n g« r, der im Gaugrasen-Rennen gegci,«ine Stange ritt, einen Britch»es llerken Unterarm« davontrug.— Der«lt« A o I« n» a a l. der tm llöaslertnrin- Rennen zu Fall kam, brach sich ein Vorderbein. Er muhte dlcierhalb erschossen werden. Seaeralversammlung Ser ff.snfmngsnossenschuft. Unter ungeheure�, Andvcmg hielt die Konsumgenvffenschast Berlin und Umwogend am Mttiwock ihre Generalversammlung in der Neuen Welt ab. Der große Daal reichte kaum aus, um die Massen aufzunehmen. Wie in den letzten Jahren, so spielten auch diesmal wieder die Partcigegensätze in die Erörterungen hinein, aber es kam nicht mehr, wie früher, zu tumultuösen Austritten. Trotz lebhafter Debatten nahm die Versammlung«inen geovdneien Verlauf. Den Bericht für das abgelaufene Geschäftsjahr erstattete der Geschäftsführer Mirus. Er sagte unter anderem: Die hohen Ladenmieten und Einrichtungskosten waren der Einrichtung neuer Verkaufsstellen sehr hinderlich. Es konnten nur 0 Verkaufsstellen für Lebensmittel und 7 Spezialgeschäfte eröffnet werden, außerdem das erste Manufakturwarengefchaft in der Brunnenftratze, ivelches einen Umsatz von 3 300 000 M. erzielte. Es ist beabsichtigt, nach und nach 12 bis 1? derartige Geschäfte zu errichten. Schon in den nächsten Tagen wird in der. Reinickendorfer«-trotze das zweite Manufakwrwarengcschäft eröffnet werden, dem dann ein drittes in der Rofinenstratze in Ebarlottenburg folgen wird. Der Gesamtumsatz der Genossenschaft bclicf sich auf 140 Millionen Marl, das ist eine Steigerung von 207 Prozent gegen das Vorjahr. Die Beteiligung dcr� Mitglieder am Einkauf ist noch nickt befriedigend. Rein zahlen- mäßig ergibt er für das letzte ljsahr ein ungünstiges Bild. Der Redner erklärt das mit den Gründen, die er bereits in einer Entgegnung guf nnfcre Besprechung de? Jahresberichts im„Vorwärts' gegeben hat. Die Erübrigung beläuft sich auf 351 065 Mk. gegen 230 000 M. im Vorjahre.� Es wird eine Rückvergütung an die Mftgliebcr von 2 Prozent vorgeschlagen. Da der Warenbestand einen Wert von 28 Millionen darstellt, das Betriebskapital aber nur 4 Millionen beträgt, so ist eine Stärkung des letzteren notwendig. E? wird vorgeschlagen, die Geschäftsanteile der Mitglieder auf je 150 M. zu erhöh««. Den Bericht de? Aufsichtsrates erstattet« dessen Vorsitzender Lange. Hierauf setzte die Diskussion ein. Sie dreht« sich vorwiegend darum, datz durch die vorjährige Wahl die der T.P.D. angehörenden Mitglieder vom AuffichtSrat und«dadurch von der Mitarbeit-n der Genossenschaft ausgeschlossen sind und der Genosscnschastsrat«ine paritätische Zusammensetzung des Aufsichtsrais abgelehnt bat. linier Parteigenosse Schlegel sagte, ans dem Geschäftsbericht gehe her- vor, datz sich die Genossenschaft in einer gewissen Krise befinde. (Mirus bestreitet das.) Die Gründe dafür seien zu suchen in der einseitig nach parteipolitischen Gesichtspunkten unter Ausschluß der S.P.D.-Mitglieder zusammengesetzten Verwaltung. Etwa die Hülste der Mitglieder hätten von ihrem Geschäftsanteil erst weniger als 20 zum Teil noch gar nichts eingezahlt. Das zeige, wie Mangel- hast der genossenschaftliche Gedanke unter den Mitgliedern entwickelt sei. Deshalb habe man alle Ursache, die politischen Streitigteiten beiseite zu lassen und jedem, der in der Verwaltung mitarbeiten wolle, die Möglichkeit dazu zu geben. Genosse G ü t t l e r rügte ebenfalls die einseitige Zusammen- setzung der Vernmftun?. Lediglich die Mitgliedschaft der U.S.P. sei matzgebend bei der Besetzung von Aemtern. An die Stelle von drei ausgetretenen Vorstandsmitgliedern, die der S.P.D. ange- hörten, seien U.S.P-Mitglieder berufen worden. Der Geschäfts- führer Junger sei abgegangen, weil er die unter der Leitung von U.S.P.-Mitgliedern eingerissene Verwaltung nicht habe verant- Worten löniien. Lang« und Mirus bestritten diese Angabe ganz e: il schieden. Nicht die Parleistellung, sondern nur die Befähigung sei bei der Besetzung der Aemter berücksichtigt worden. Junger habe schon vor einigen Jahren seine Absicki, eine andere Stellung anzutreten, ge- äußert. Auf Zareiden von MiruS sei er während des Krieges nicht abgegangen. Dann habe er gekündigt, was er aber nachträglich bedauert babe. Mit der Zusammensetzung des AufsichtsrateL habe Junger? Ausscheiden nichts zu tun. Fast einstimmig wurde dem Borstand Entlastung erteil:, die Bilanz, die vorgeschlagen« Verteilung deS UeberschusseZ und die Zahlung einer Rückvergütung von 2 Proz. geiiehnrigt. Die von der Verwaltung beantragte Erhöhung des Geschäfts- anteils auf 150 M. lourde nach langer Debatte gegen ein« kleine Minderheit beschlossen., G ü t t l e r beantragte, den Vorstand und Auff'ichtsrat zu beauftragen, unverzüglich Schrille zu tun. um eine Aenderung des ttlerross e n schaf tsgese tze S berbeizuführen, die es ermöglicht, daß da? Delegiertensvstem für die Generalversammlung eingeführt und die Delegierten sowie der AussichtSrtt nach fem Verhältnissystem ge- wählt werden. Lange erklärte, der Vorstand und der AussichtSrai seien m'l dem Antrage einverstanden.— Einige Ganzradikoüe wandten sich gegen den Antrag. Einer derselben rief mit Emphase auS:„Wir werden der S.P.D. zeigen, daß die Demokratie nicht zum Siege kommt" Der Antrag wurde, soweit er daS Delegiertensystem fordert, mit großer Mebrheit angenommen, soweit er die Verhältniswahl befürwortet, mit äußerst schwacher, vielleicht sogar zweifelhafter Mehrheit abgelehnt. Ein Antrag, in den Aufsicht? rat die Hälfte der Kandidaten von jeder der beiden vorliegenden Listen zu wäblen, da ein« nach politischen Gesichtspunkten erfolgende Wahl dem GenossenschaflS- gesetz widerspreche, wurde gar nicht zur Abstimmung gebracht. Wer nach diesem Vorschlag« wählen wolle, könne«S hin, sägte der Vorsitzende. Nach dem in später Nacktswnde festgestellten A-chkergevniS sind auf die Liste G ü t t l e r(S.P.D.) 2011, auf die Liste Wallher(US.P.) 2304 Stimmen abgegeben. Die letztere ist damit gewählt. Durch eine sehr geringe Mehrholt find also die Mitglieder der S.P.D. auch für dieses Geschäftsjahr tarn der Mitarbeit im Auffichtsrat ausgeschlossen. GsWerMaftsbewegung Anwachsen öes Werststreiks in Hamborg! Die HamburFsr Betriebsräte, Vertrauensleute und Werkstottdelegierten der Werften hielten gestern abend, wie uns ein eigener Drahtbericht meldet, eine von den Gewerkschaften einberufene Versammlung ab, um zu dem Nieterstreik Stellung zu nehmen. Von den Gewerkschaftsvorstän-den wurde erklärt, daß man sich mit dieser Bewegung nicht ein- verstanden erklären und dementsprechend auch nicht unter st ützen könne. Die Versammlung war aber anderer Meinung. Es ergab sich eine kleine Mehrheit gegen die Annahme der Vor- schlüge der Gewerkschaften, die sich gegen den Streik crnSsPrachen, sowie auch gegen den Vermittlungsvor- schlag der Betriebsräte der Reiherstiegwerft, die eine ge° mäßigte Stellung zu dem Streikvorschlag nahm. Angenom- men wurde mit geringer Mehrheit ein- Antrag, der folgendes besagt: Die Versammlung der Betriebsräte, Obleute und Delegierten der hamburgischen Seeschiffswerften fordern die Nieter auf, in ihrem Kampfe auszuharren und verpflichten ihre Gewerkschaften, die Bewegung mit allen Mitteln zu unterstützen, erstens durch die Zahlung von Unterstützungen an die Ausgesperrten, zweitens durch Aufnahme des Kampfes auf der ganzen Linie. Von den GewerkschnstSvorständen wurde darauf die Erklärung abgegeben, daß unter diesen Umständen die Gewerkschaften ge- nötigt seien, die Angelegenheit ihren Zentralvor- st ä n d e n zu unterbreiten. Trotz der Annahme dieses Antrages wird eS kaum auf den Wersten zu einer allgemeinen Arbeitsniederlegung kom- men, denn dazu wäre zunächst eine Urabstimmung er- forderlich, die einen Beschluß mit Dreiviertelmehrheit fassen muß. Es ist kaum zu erwarten, daß die hamburgische Ar- beiterschast sich mit den Beschlüssen der kommunistisch per- hetzten Betriebsräte solidarisch erklären wird, denn eine der- artige wilde Bewegung kann nur zum Schaden der Arbeiter- schaft ausschlagen._ l gleich wir als Fahrpersonal, von dem das Wohl und Wehe Tausender Reisenden abhängt, sicherlich eine große Verantwortung zu tragen haben._ Gemeinde- und Gemeindeverbandsangestellte. In Magdeburg tagte die erste Reichskonferenz der im Zentral- verbände der Angestellten organisierten Angestellten der Gemeinden und Gemeindeverbände. 51 Vertreter aus allen Teilen des Reiches waren anwesend. Die Konserenz nahm entschieden Stellung gegen Vi« Absätze 4 und 6 des prcußi- schen Gesetzes vom 3 Juii 1920 betreffend vorläufige Regelung des Genreindebeamtcnrcchts und die Ausführungsbestimmungcn des Ministers des Innern vom 2. August 1920. Sie verlangte Klärung des Begriffs„Dauerangestelltcr" unmitiellxrr durch das Ministe- rimn unter Hinzuziehung des Zentralverbandes. An'oer Regelung der Anstellungsbedingungen durch Tarifverträge wurde fest- gehalten und gegen die Unterstellung der Angestellten unter die Beamtenräte entschieden protestiert. Der Abschluß eines Reichstarifg(Manteltari�s) mit dem Arbeitgcberverband deutscher Gemeinden und Kommunalverbände wurde zwar nicht grundsätzlich abgelehnt, seine Annahm« aber von dem Perhand- lungscrgebnis abhängig gemacht. Besonderer Wert wird dabei auf ein verbess-rteS Mitbestimmungsrecht gelegt. Die Konferenz hielt chie baldige Schaffung einer frei- gewerkschaftlichen Beamtenorganisation für dringend notwendig. Eine Zusammenfassung in Jndustrieverbände wuvoe abgelehnt, dagegen wird ein enges Zusammenarbeiten mit den Gemeindcarbeitern für unbedingt notwendig gehalten. Protestiert wurde gegen die Versuche der Auffich'Sbehörden. den Gemeinden und Gluncinbcvecbänden Pen Teiltarif für die Ange- stellten bei Reichs- und preußischen Staatsverwaltungen aufzu- drängen,«ni dadurch den Abschluß günstigerer Ortstarife unmöglich zu machen. Ein Antrag auf Schaffung von Berwaktungs- schulen für Angestellte fand Annahme. MietsehM Streik bei der Berlin-Ttettiner C'üschiffahrt. In Verhandlungen am 8. September im ReichSarheitsministe» rium verpflichteten sieb pie Mitglieder des ArbeügebervcrbandeS für Binnenschiffahrt, Gruppe„Märkische Wasserstraßen", schrist- lieb, ab 1. August den Lohn um 22,50 M. zu erhöhen. Fast alle Mitglieder des A. V. haben diese Vereinbarung eingehalten. der Vorsitzende des A. V. Brandenburg, Inhaber der Firma� Berlin-Stettiner E i l slchslosigieit aus eigener Hilie sich Heim lind Görtven schaffen wollen. Es ist vorgekommen, daß Hailsbesiyer, denen es in der eigenen Wohnung nicht gefiel, die sie besser verwerten konnten, mit hoben S t a a l s z u> ch ll s s e n in der Heimstättensiedlung Villen gebaut haben. Man mag denen, die ihr Geld für' die Errichtung von eigenen Heimstäiten verwenden, irgendwelche steuerlichen Bergünstigungen gewähren,»m einen besonderen Anreit zu bieten, die Hauptsache ist. daß die Bau- läligkeit ohne Rücksicht auf die Jahreszeil so schnell als möglich in 1 Gang gebracht wiid, denn wir brauchen vor allem A r b e» t! Eine ; solche private Bainäiigkeit könnte sich auch frei von den furchtbaren bureaukratiichen Feffeln machen und damit in kürzester Zeil inS Leben treieu. Das Kabinett sollte sich baldigst mit dieser Krage ! befassen und zu Beschlüssen gelangen, man braucht nur zu wollen, Wege zur Arbeitsbeschaffung sind vorhanden. Dr. Alfred Striemer. Mus aller v?elt. crumdicbstahl. Großer , vrakliichcn Arztes Die Not der Bauarbeiter. < Der Bau von Heimstätten soll nicht nur der W o h n u n g s- not steuern, sopdern auch dem gesamten Baiigewerbe Arbeitsgelegenheit schaffen, das es dringendst benöiigr. Um die Erbauung von Heimstätten �u fördern, sind Gesellschaften gebildet—- wotden. die mit staatlichen Mitteln nach gemeinnützigen Grund- � iäyen arbeiten sollen. Leider criolat die Verwendung der ans den-.....~~• Ans der Wohnung de» Hamburger Dr. G o l d i ch m i d t sind bedeute»de Menge» Serum im Werte von mehreren bnnderltauiend Mark gestohlen worden. ES handelt sich um Cholera-, Typbus-, Tiiberkiiloic- und Grippcseruin, das in der Hand von Verbrechern großen Schaden anrichten kann. Berurteilung einer Falschmünzerbande. Das Frankfurter Schwurgericht verurteilte die aus 14 Per'oncn bestehende Falschmünzerbande, dii Fianksun a. M. und Umgebung mit falschen 60- Markscneinen llberschwciilml bat. zu 3'/., Jahren bis 16 Monaten Gefängnis»nd Ehrverlust von 3 bis 6 Jahren. Der Hauplangellagte, Geichäitösüdrer K r e h e r auS Zwingenberg, wurde zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die deutsche Luftpost im Schneesturm. Dos P o st s l u g zeug der Deutschen Luftreederei, welches vor einigen Tagen von Angermünde über Königsberg— Libau nach Riga, mit dem Oberbürgermeister von Riga, einer größeren Postladung uvd Kuriergepäck an Bord, geflogen war, ist am Dienstag, 20. Oktober, mit lettischer P o st für Deutschland wieder in Königsb»rg eingeiroffen. DaS Flugzeug staltete bei Schnee- stürm um'/.II Uhr vormittags in Riga und traf trotz je ein- stündigem Aufenthalt in L'bau und Memel schon um 4 Uhr 40 Min. iinchininags, also nach sechs Stunden zehn Mlnulen, in Köniasberg ein. It. iotrnet Vclftt, Chlirietlenbutg! für Hnjeiflfn: ZiorwäriS.Perlaq Ä in i>. H.. tzeriin Ttuck wiittS-viichdriickerei» Perlalisantiall Paul Slnaer u. Co Perlia iior- Linsenitr Z. und kornpl■WopinungselnridTfungen ßSerreo- iLSpelfezlnamer Wolwti- tx. Sc�nlAfzlnuner Hervorras�nd scfiOn und preisten In allen IT&SnIe&gen uuSniaxten Klubsessel und Sofas In Oobelln und Leder 5 r�eui-.-AZs'leMxmgr LVerrnle-tunq kompletter Einrichtungen, daher stets viele Gelegenheitskäufe Kostenlose Lagerung für beliebige Zeit M. MötrloewiCÄ Oj».«». ÖL. BerUo ri'S«rKow»«e««»0,-4« Stoffe für ffetrten-Vnsüge, Alster. ■pntetof», Samen-ftostüme. 9JMct 60.-. 100.-, ISO.-, 200.- Mari. Nur iangsitlirige Verdindungen mit altbewllhrten ibritaiilen bürgen vir preiswerte, gute Oualiiäten. OQK&SSvZsnd?.'?' (Benr.1893. Gertraudtensir. 20.21. 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