Nr. SZS■» 37. Jahrgang Ausgabe � Nr. 130 cgi Bezugspreis: L»rteljähruN.— JJ?:,,monatl.lO,—-CÜH. frei ins vous. voraus- ahldar. Vost» deg«g Monatli» 10.— e?N. �u» ttellunqsqeoükr. Ilmer �rembanö für i/eutifblanc und OeüerteiA 16, 0 DIU, für'das ubngc AusianV oei läalich einmal. Zuüellun? 2150 IV?aü�e» fieUunqen nehmen«in Oesterreich Unzarr, Tfchecho- Slowakei, Dane» mar:. Holland, �uremourq. Schwede« und Iis Schweu.— Jimqetraoen tu die Post- eininas- Vre'sUste. Der.VorwaNs� mik der Sonmoas» beilade.Volt»L�eit� ectchetn? tromen» täglich zweimal 0onntaqe und Mon» tags"nmau Abend-Ausgabe Telearamm-Adrestr �Sozialdemokrat verlin-. berliner OolK�blntt Tentraiorgan der rozialdemokratifchcn Kartei Dcutfchlands (20 Pfennig � AnzemcnpreiS: Die achtqeipaltene Non�are'Uezielle kost, 13.— M�Teuerungszui ct. lag 50%. „Älcuic Anzeigen". da-'e:t» gedruckte Wort 1,— Wt. izuläisig zwei 'ettgedructre �orie). cdes wertere Wort 6v Pfg. Stellenqofuche uns LchlasstoUettan.zelaen das erste Wer: 63 Pfg� edes weitere Wort 40 Psg. Wone iider 15 Buchstaben �cistlen rük iwet Worte. Teuerunas.zuich!aa 50o� �amllten-'An�e'.gen für Abonnenten geile 2,— M., colltiiche und ae» werkichcmliche Pereins-?!n'eigen Z,— Ml. die geile ohne Aufschlag. An.zetgen für vi, n a chst e Nummer müssen bis 5 liste nachmittags nn �auotqrffbött. Berlin SW x Linden» strafe 3. abgegeben werden.®ecf{nei von 9 Uhr trül) bis 5 Uhr abends. Neöaktion unö«kxpeüition: EW. vS. Linücnltr. 5. !iernivre.1ier:«»,»«iorikvla«, Sir. l.'>>!><>- 17. l!>7 Freitag, den£9. Oktober 19�0 vorwärts.-verlag G.m.b.£j., EW. öS.Linüenstc.Z. Rfrniiircrtiet:«ml M-rwvlav. S!r. 1 ,7.»4. §all Hermes vor öem Mssthuß. Der HausbaltZausschuß d-S Reichstages nahm lr-- e seine Arbnien wieder auf. Zunächst findet eine längere AuS- spräche über Verwendung van GelScen für nick't ctalmäszig be- willigte Zivccke und über daS Vorgehen der Regierung gegen pflichtwidrige Beamte(Fall Augustin) im Er- n ä h r u n g s m i n i st e r i u m statt.— Abg. Mumm(Dnat. Vp.) betont«, das; möglicherweise die Schuld weit mehr bei den leitenden Beamten de? Preußischen L a n d w r r t s ch a f t o m i n i st e r i u m s als beim ÖUichfmimftertum liegen könne.— Vizekanzler Dr. Heinze berichtete zunächst über die drei Fälle, in denen c8 sich um die Verwendung van Geldern fiw n'cht etatmäßig bewilligte Zwecke bündelt. Aus der Kasse der NeichSausgleichäsrelle sei zu einer Zeit, a!S diese nach dem Wirtschastsministerium uitterstand, ein Auto zum Preise von 3S«K)0 M. angeschafft worden; d'e Betriebskosten icicn vom Wirtschaittminislerium gciragcn worden. Später sei das Auw auf das LandwiMfchaftsministeriuin übergegangen. Als das Ministerium gebildet wurde, hätte dem Minister keine Bureau- einr chtung zur Verfügung gestanden; eS sei dann c'nc Einrichrung im Wert« von 80 000 M. und ein Auto für den Minister im Werte ben 330 000 M. ycknuft worden. Die Gelder hierfür seien aus der R e i ch s a u s g le i ch s st e lll e genommen worden. Später sei das Finanzministerium ersucht worden, dies« Gelder zu e setzen. Das Ministerium habe dies jedoch abgelehnt, da es ohne«Äenchmiaung des Reichstages diese Gelder nicht verauAgaben könne. In einem dritten Falle sei Beamten des Ministeriums für bestimmte nebenamtliche Arbeiten eine nicht im Etat vorgesehene Sondervergütung in Höhe von insgesamt ,900 M. erfolgt. Der Minister schildert dann eingehend Vn. Fall Augustin, dosten Einzelheiten bekannt sind. Gegenwärtig schweb« gegen Augustin e'n'Strafverfahren wegen Veamtenb« stechung. Richtiger wäre ek allerdings gewesen, wenn Minister Hermes seiner- srits das Strafverfahren ringcleitrt bätte. Der Minister hatte aber auf Anraten seines Staatssekretärs Milde walten lasten, da sich lugustin bedürftiger Lage befältdc. Er sei dann aus dem Reicks- dienst enUussen worden. Das Reickskabinett habe alle Fälle einz.h.md geprüft' und sei enstimmig zur Auffassung gekommen, daß die persönliche Ehrenhaftigkeit das Ministers Hermes außer allem Zweifel stehe daß er aber Ausgaben gemacht habe, deren etatsmähige Siotwcndigkeit zweifelhaft sei.' Fm Anschluß an di» Ausführungen des Vizekanzlers gab M!» nister Hermes eine Reihe von Details über die zur Verhandlung stehenden Fragen. Abg.£wrtz(U.S.P.) erklärte, daß die Ehrenhaftigkeit des Ministers Hermes nicht an-gezweifelt worden sei, o- handle sich viel- mehr um eine politische A o r r u p t i o n. Das Verhallen des Ministers sei bedauerlich gewesen. Vizekanzler Heinze uerioahrt« sich gegen den Vorwurf des Ab- geordne.en Hertz, daß das KodineU den ganzen Vorgang verschoben hätte. Es seien gegen die Ehrenhaftigkeit des Ministers Hermes Vorwürfe erhoben worden und darüber habe das Kabinett zu untersuchen gehabt. Tie politische Seite der Tacke sei nun durch den H a u S h a l ts a u L s ch u ß und den Reichstag zu prüfen. Reickskanzler Fehrenbach äußerte sich zu der vom Abg. Hertz aufgeworfenen Frag«, wie Hermes Landwirtschaftsminister geworden sei, Hermes sei Minister gowordi», als er(Fehrenbach) noch nicht Kanzler gewesen sei. Hermes sei scinerzeit von der Zentrums- Partei als Fachmann für das Landtvirtschaftsministcriuln vorgeschlagen worden, weil Landwirie ihn hierfür geeigna gehalten hätten. Auch der Reichskanzler betonte, daß das Kabinett nur die angegriffene Ehrenhaftigkeit des Ministers zu prüfen ge- habt hätte, nickt die politische Seite der Sache Abg. Hoch iSoz.) erklärte zur Geschäftsordnung, daß der Haus- baltsoussckuß die E h r e n ho s r i g k e i t des Ministers nicht an- iweisie.. Nun ab-r soll, w, p.a i i>,•(-st c Sw• ggröf; werden» ob der Minister im Falle August in r'.chtlg gebändelt habe und ob die Gelder für die Autos zu Recht ausgegeben worden seien. Minister Hermes führte aus, daß ibm von. zuverlässiger Seite geäußert worden sei, daß. die Angriffe des Herrn Lavalke gegen ibp nur deswegen erfolgt seien, iveil er Lavalle nicht be» fördert bätte. Lavalle soll äbnlick,.' Aeußcrungen gemackt haben. Nachdem nock eine Anzähl weiterer Redner gesprochen hatten, Wurden die Verhandlungen auf Dienstag nächster Woche vertagt. Die Miinchener Morüpolizei. Aus den aufsehenerregenden Mitteilungen, die Genosse Timm im baherischen Landtag machte, ist noch folgendes nachzutragen: Der Ententeagcnt F-ackeur(nicht Braucheur) bat sich zu dem Tele- phonzespräch, das er mit dem Polizei'bcamten Glaser führte, frei- willig angeboten. Nach der Automobilfahrt, bei der- der Mordanschlag auf den cnrlasscnen Reichswehrsoldaten D o b I e r von den beiden Begleitern deö �-rack.eur verübt wurde, kanten Fracheur Bedenken. Fracheur gelaugte zu dem Entschluß, die ganze Sache aufzudecken, we.l er zwar ein käuflicher Agent sei, aber m i t Mordsachen nichts zu tun haben wollte. Fracheur hat das Telephongcfpräch vom GcwerkschasishauZ aus mit Glaser ge- führt, um zu beweisen, daß die München« Polrzeidirektion an der Angelegenh'.it beteiligt sei. Außer ihr soll auch noch der Bczirksfühver der Münchener Einwohnerwehr namens I e l l e r sein« Hand im Spiel haben. Das Telephon- gcspräch wurde von einem Rechtsanwalt an einem Nebenapparat stenographisch aufgertommen, und es ergab sich, daß der Bali.zcibvamte Glaser von der Münchener Polize kamen, zog längst den Schlüsiel von ieiner Weinstube. Ich weiß njcht, was au« den Berlinern nach der Hungerkur geworden ist, aber da« kann ich Ihnen lagen, wir in Köln wachsen un« jetzt zu einer Wasierblase au«, die sich sehen lasten kann. Sie baben allerband Pläne hier und wenn sie es feriig brächten, drehien sie am liebsten den Tom„m leine Achse, damit Play würde für eine gerade Autostraße und ein halbes Dutzend Wechsclhäuier, swiiack ausgerichtet wie die Prübßeu, wie sie ehemals zum Eigeistein bereintrommelten. Leben Sie wohl und behalten Sie Köln in gutem Andenken, wenn was davon übrig Bleibt.* • - Der Karneval ist abgesagt worden in Köln. Für dieses Mal und für kommende Jahre. Kriegsnot und fremde« Soldatenvotl baben die Lust am naiven, sinncnfroben Spiel der Väter vericheuivt. Wozu auch? Annabillche vom Severinstor drückt ihr Gamin- gestcht an den Hcldenarm eines KbaliiüsclierS au« Sbroptbire und fchiveult mit ihm über die Hohe Straße. Ist das nicht Karneval genug und praktische Völkerverbrüderung zudem? Ein vielbe'chäf- tigter Arzt und Geburtshelfer erzählte überzeugend, er habe allein in einer Wock>e einigen dreißig britrich-deutichen Mischlingen zum Lichte der Oeffentlichkeit verholfen. Beileibe nicht nur in den Arbeiterquartieren. ES seien auch gute, feine und allerfeinste Kreise bei dieser Volksvermehrung beteiligt. Als einst die Angeln und Sachsen die britischen Inseln überfluteten, suchten sie sicherlich bald innig-zärtliche Bande zu knüpfen. Nu» sind ihre Urenkel zurück- gekehrt und erneuern alte Verwandischait. Wenn sie neben« bei noch mehr angensälliger« al« geschmackvoller Weise die Straßen« fluchten mit Tüchern überhängen, auf denen Bor« und Erbauung«- stunden für waffentragende Gentlemen angepriesen werden, so wirkt das karnevalistisch genug. DaS eitrige Bemühen der eingeborenen Geschäftsleute, die Schaufenster mit britischen Anrufen aiiszuitasfieren. vervollständigt da« äußere Bild eine« richtigen �FastelovendS* von ehedem. Auch die zugehörige Kater sUmmung wird nicht weit sein. Westarp bgsonders, was in jenen kritischen Tagen die „K r e u z- Z e i t u n g"' schrieb, der er doch besonders nahe steht. Am 10. November 1918 war dort zu lesen: Haltlosigkeit, Schwäche, Furcht bei den Regierungs- stellen und im Lager der b ü r g e r l i ch e n P a r t'e i e n haben mit der unerbiülichcn Folgerichtigkeit weltgeschichtlicher Entwicklung dem Ende zugetrieben, vor dem wir jetzt stehen. Also das Blatt des Grafen Westarp bestätigte am 10. November die Furcht, die'heute Graf W.starp so energisch bestreiten möchte. Die„Kreuz-Zeitung" sÄber aber war nicht etwa frei davon. Am 12. November, dem Tage.' an dem sie zuerst ohne den Aufdruck„Vorwärts mit Gott für König und Vaterland" erschien, schrieb die ,Lreuz-Ztg.": Wir wolle» uns also zunächst auf den Bode« der Tatsachen stellen. 1 Das war damals die erlösende Formel für alle, welche die.Hosen bis oben hin voll hatten. Und nicht anders als HZ der„Kreuz-Zeitung" sah es bei den gesinnungsverwandten Blättern aus. Die„Deutsche Zeitung" bis Herrn W u l l e und die jetzt mit der„Post" ven'chmolzenen„Berliner Neuesten Nachrichten" erklärten übereinstimmend, daß sie sich jeder Meinungsäußerung zu den Ereig- n W s e n enthalten wollten, obwohl niemand anders sie daran verhinderte, als ihre eigene Feigheit. Tie „Post" pries die vom Berliner Solbatenrat als Abzeichen vorgeschriebenen Farben s chw a r z- r o t- g o l d. die sie jetzt mit Unrat begießt, die„Deuttche Tageszeitung" machte Verbeugungen vor der Demokratie und ve- scheinigte der Monarchie, daß die Unfähigkeit u-> d Schwä che ihrer Vertreter ihren notwendigen Unter- gang herbeigeführt hätte. Diese Zitate ließen sich noch in Dutzende vermehren. Also bitte, wenn der Herr Graf doch geruihen wollen, sich ein klein wenig zu erinnern. Eine Aktion gegen üie Teuerung. Hamburg, 29. Oktober.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wärts".) Der Ortsausschuß des Allgemeinen Dsu'schen Gc- werkichaftsbundes für Groß-Hamburg und das Ortskartell der Afa haben sich zu einer Aktion gegen die Teue- r u n g verein-gt. Sie erlassen in der Presse einen Aufruf an die Ortsausschüsse des Allgemeinen Deutschen Gewerkschasts- bundes und die Ortskartelle der Arbeitsgemeinschaft fre'er Angestelltenverbände in Hamburg. Oldenburg,"en Hansa- städ!>en, Mecklenburg, Schleswig-Holstein und Veaunschwcig, in dem es heißt: .Di« Not der Bevölkerung steigt, in» Ungemessene entwickeln sich die Preise für LebenSm ttel und Bedarfsgegenstände. Die bür» gerliche Regierung erweist sich immer mehr als unfähig, die Auswüchse des freien Handel«, die in einer schlimmen Bcwucherung der Arbeitnehmerschast Ausklang finden, zu b e» kämpfen. Die Verschiebung von LedenSm.tteln noch dem Aus- land nimmt zu, eine wilde erneute Auspowerung der minderbemittelten Bevölkerung hat eingesetzt. Daher erwächst den wivt'schaftlich n Organisationen der Avbeitnehmerschaft die Pflicht, in der Frage der Sicherstellung der Ernäh- rung, der Preissenkung, der Bekämpfung des Wuchers usw. sofort die möglichen Maßnahmen zu ergreifen. Zu diesem Zwecke berufen die Unterzeichneten zu Montag, den 3. November nach Hamburg eine Konferenz oin." � Die Organisationen weiden aufgefordert, zu dieser Kon- ferenz Delegierte zu entsenden.- Ein ungewöhnliches Verfahren. Genosse Max Cohen übersandte kürzlich der Redaktion deS „Vorwärts* einen kritischen Artikel zu den Parteitagsverhandlungcn, den diese mit folgender Bemerkung zurücksandte: Es scheint wenig zweckmäßig, die Diskussion, die aus dem Parteitag gctührt worden ist, jetzt im.Vorwärts" wieder aufleben zu lassen. Es würde dadurch nur zum Schaden der Sache das falsche Bild wiederholt werden, als ob Sie isoliert für die Ver« Die Pläne, von denen der Älie im Mariengaltengäßchen iprach sind imposant. Köln soll Seestadl. Hafenstadt. Weltmarkt, Millionen« meiropole werden. Ein vielarmiaer Haien bei Köln-Niebl nördlicher ein zusammenhängendes Jndustriegelände, eine Handel«- werit dazwischen, alle« eng an den Strom gepreßt. Es gibt Leute, die Schönheiten in meilenlang sich hinziehenden Schlotwälvern mit Ranch, Staub und BegetationSverdrängung entdecken. Die Stadt ielbit soll ihren innen an den Rh.-in gelehnten Halbmond üppig in da« Land wachten lasien, die Trabaniendörier verschlucken. Die Zeichner taten viel, malten«ine Menge Grün zwischen die Gebäude- gruppen de« bodeniresienden Hatbniige«. Möge etn gütige« G." schick und eine rechtzeitig eingreifende Hand die tauiendjädrige oolooin»xrippmn vor der Ausführung der in Lichtbildern nieder- gelegten archiiellonischen Veisteinerungen bewahren. « Aber e« webt ein heftiger Manchesterwind um die lieben ehr- würdigen Türme Köln«. In Rudeln drängt sich da« Berdienerium des In- und. Auslandes, der weite Westen mit feinen unbegrenzten HandelSmöglichkeiten öifnet sich verlockend, in grauen ElendSnebeln liegt hinterwärts da« zerdrückte Deutsche Reich bi« ,u den Sümpien der Polockei. die Gelegenheit ist günstig, da« Glück bei der Stirn- �ccke zu iasien. Möglich, daß e« gelingt. Tie Milliarden iür alle die stolze» Proiekte sind noch nicht da. Ob sie sich im a»s- gesogenen Deuischland finden? Antwerpen und Rotterdam als Vor Häsen, Köln, der große Kopf, von dem die VerioigungSnerven in den hungrigen, schlaffen Le>b recht» de« Rheine« ziehen— ein kühner Gedanke. Entschlosiene Finger suchen ihn»n Tat z» formen. Einst, al« noch herzeriri'chende. mitlelalietliche Siiten blühten, stand da am Flußuier ein niedliche« Türmchen. Dir biederen Vorfahren nannten e« die.Weckichnopp'. Staatsverbrecher und sonstige Uebeliäter au« gnien Familien, denen ma» nicht öffentlich den Prozeß machen wollte wegen de« Skandal« und des üblen Beiipiel«, sperrte man heimlich hinein und— gab ibiien nichl« zu esien. Oben an der Decke des Turmgeniach« aber hing ein leckere«, dufiendes Deißbrot. Sonst nicht« im Zimmer. Mit ber Hand erreichte der vom Hunger Gequält« den Weck nicht. End- lich sprang er und dann zeigte flch eist der ganze Sinn der nütz- lichen Eiiirichiliiig. Am Weck griff der Böieivicht noiürlich vorbei, trat jedoch notgedrungen am eine Folliür, die huriig»ach unten kloppte, in den dnrchstürzelideu Kö per bohrten sich«in Dutzend wohl..etchärfier Mesiei klingen und im übrigen sorgle die niner- halb fließende Flui für ein mistS»digeS Begräbnis. Weiß der Himmel, da« Her, rut mir weh. wenn ich daran denke, daß der bei fluchte allzu heftige Manchesterwind auch tinmal die verwegenste Begeisterung in eine Weckichnappe treiben ka»i». >» Vielleicht ist da« nur Sckwariseherei. Vielleicht besinnen sich die vom Schmugglerbazillu» ergriffenen sreundlichen rheinische» ständigung mit Frankreich kämpften, während wir sie doch olle wollen, und nur über die Art der zu wühlenden Mittel Me!nungsv:richicdcnheiten bestehen. Genosse Cohen vxröffentlicht setz! diesen. Brief in der„Voss. Ztg." Die Redaktion des„Vorwärts" braucht, wie man sieht, diese Vor- öffemts-chung nicht zu scheuen, sieht sich aber doch zu der Bemerkung genötigt, daß Genosse Cohen zu ihr in keiner Werse berechtigt war. Briese, die Parteigenossen einander schreiben, sind im allgemeinen Ausdruck eines Vertrauensverhältnisses; wenn sie in die gegnerische Press« gebracht werden, so ist das ein Bruch diese« parteigenös fischen Vertrauensverhält» n i s s e s. der seinem Urheber nicht zur Ehre gereicht. Demokratisierung öer Nechtspsiege. Dieses Thema behandelt in der„Deutschen Tageszeitung" der deutschnationale AnrtsgerichtSrat G f a e f, M. d. R., allerdings m-.t jener Sachunkenntnis, die beim Formaljuristen Voraus« setzung der urteilenden Tätigkeit zu sein pflegt. Herr Graes ver- teidigt die BcrusSrichter gegen den Vovwurs, kein Verständnis für die Psyche der arbeitenden Klassen zu haben und schreibt in diesepr Zusammenhang: Dem Richter dieses Verständnis kurzerhand abzusprechen, ist natürlich barer Unsinn. Wenn man eine Statistik darüber aufmachen nwllte, aus welchen Kreisen unsere Richter her- vorgegangen sind, man würde sein blaues Wunder erleben. Es würde sich nämlich ergeben, daß in Wahrheit das ganze Volk die Richter stellt, und daß es unter ihnen eine ganze Reihe gib«, die aus sehr Keinen Verhältnissen hervorgegangen sind. ?1un, Herr AmtSgerichtSrat Graes, die von Jonen gewünscht« Statistik existiert. TaS„blaue Wunder" bei dieser Statistik er- leben aber nicht wir, sondern Siel Gelegentlich des tuichert- jährigen Jubiläums der Berliner Umoersität wurde eine Statistik über die Herkunft der Studierenden aufgenommen. Dabei ergab sich bei den Studierenden der R e ch t» w i s s e n- schast folgendes: 75 Prozent von ihnen waren Sohne von Kapi- talisten(Fcbrikanten, Grohkauflcute, Großgrundbesitzer usw) und höheren Beamten. 25 Prozent stammten ab von Angehörigen de» Mittelstände» und mittleren Beamten. Söhne von Arbeiter« und Nnterbeamten wäre« überhaupt nicht darunter.' Die Sühne für Scapa§low. Paris, 29. Okiober. Tie WiedergutmachungS- k o m m i s s i o n hat die Ergänzungszisser zu den von Tentsch- land bereits geforderten 180 000 Tonnen, die als E n t s ch ä d i- flung für die V e r s e» k u n g der Flotte bei Scava Flow zu liefern sind, mit 83000 Tonnen festgesetzt. Amerikanische Liebesgaben. Gut 35 Millionen Dollar sind in achtzehn Monairn als Liebe-'gcben. für Kinteispeiiimgen. als Hilfe für Aiiitaiieii und ein, eine Bedüriiige nach Den lich land geflossen. 35 Millionen Dollar oder zum gegenwäili'.en KuiS über zwei Milliarden Mark! Am lt. November will da« amerikan-fwe Note Kreuz mit einer neuen großen Sammlung beginnen, der sich zedii Togo später und bis zum Christfest iortdanerlid die übrigen WohlindrlS- vereiiiigungen Ämeriia» anschließen werden, die Hocveriche Organisation, die Geiellichait der Freunde(Oiiäker). die Verbände deiit'cher inn.ier Männer und Frauen ID. M. C. A. und D W. C. Ä.i, Protestanten, NaibolAen. Inden, alle« wa« den i» der alten Welt unter den Nachwehen de» Kri-ge« L-ideiiden Hille bringen will. DaS Rote Kreuz verfügt, wie der TranSozemi-Nachrichtendilmst meldet, noch über alte Mittel in Höhe von 5 Millionen und will weitere 5 Millionen dazu sammeln. Die American Relief Admini. stration Hosver braucht iür die Weitcriührung ihres LiabtSwer.'» unter den lungernden Kindern Europas 15 Millionen Dollar. Man will zum Bett'piel in Deutschland die Zahl der zu versorgenden Kinder aus eine Million bringen. Regentschastswahl in Griechenlanö. Pari«, 2g. Oktober. Roch einer„TimeS"-Meldung an» Athen wurde Admiral Kondnriotis, ehemalige« Mitglied der provfseriichen Regierung In Saloniki, mit 137 gegen 3 Stimmen »um Regente« von Griechenland gewählt. Sofort nach der Wahl hat der Regent vor der Kammer den Eid abgelegt. Grenzorte balv wieder auf die ehrtiche Aibeit, die trüber so bei« milch in ihnen war. vielleicht setzen flch die unichuldigen Kiudiei« wieder zu ihrer Rechenfibel hin nach der Schulstunde, statt zu den Holländern binüberzulausen, um ranzigen Kaffee und ichleckten Tabak zu paichen. Der Dom schaut weit über die Dächer weg und steht, wo« in Vem ganzen schönen Gau vorgeht. Laß klingen, alter Dom. die große Glocke, daß ein'riicher Geist sich hebt, der den Maiicheiieroeruch wegvustet. Ich weiß nickt, wie e« in den Hinterhäusern und Armei vie>teln Köln« aussieht. Al« in vergangenen Zecken einmal die Stadt von fiemdem Alanb» gelüst, verbündet mit innerer Heriickbegier, hart bedroht war, ließ der zu Tode getroffene Angesehenste au« dem Geicklechte der Lverstolze, Mathia«. sich ani einem Sckild durch die Gaffen tragen, rief mit letzier Kraft Tuchmachergeiellen und Schnblnechte zur Hilie auf. Werden die von der Not Gebleichien nicht erneut ihre werk- gewohnten Fäuste eiheben zur Rettuna de« gemeinen Weicns, wenn der richtige Führer ruit? Sicherlich. Alaaf Kötlel Der Fall Kaiser. Der Dichter Georg Kaiser wird auf Ansuchen des Münchener Untersuchungsrichter« nach München überführt. Se.n Verteidiger betreibt feine Ueberführung in ein Sanatorium, da er nach ärztlichem Gutachten iür seine Tat nicht verantwortlich gemacht werden kann. Zu der„Tat" selber erfährt die„Voss. Ztg." au« München:. Der Verhaftung Georg Kais??« cstng die feiner Frau vorher. Da« Ehepaar bewohnte mit feinen Kindern feit dem Frühjahr da« Schollsche Landhaus in Tutzing am Starnberger See. Die Familie lebt« dort zurückgezogen, doch sollen sich schon bald nach dem E.nzug zahlreiche Glaubiger mit zum Teil sehr erheblichen Forderungen gemeldet haben und in der Fo'ge ständig dringliehcr geworden sein. Au« dieser Bedrängnis scheint das Ehepaar Kaiser keinen AuSwog gesehen zu haben als den der ihm nun zur Last gelegten Veräuße- rung und Verpfändung von Gegenständen, die zur Einrichtung des Hauses gehörten. V Erfreulich« rweiie wird die für nächste Woche im Großen Schauspielhaus« angesetzte Urauftühruna von Kaisers neuem Stück „Europa" ohne Rücksicht auf diesen Zwischensall vor sich gehen. In der Tat: was immer der Mensch Kaiser gefehlt haben mag— der Dichter steht unter Umständen dem„Verbrecher" näher als dem moralgesegneten Bürger—, man soll sein Werk nicht darunter leiden lassen. Karl Hofer an der Kunsthochschule. Karl Holer, der in Berlin wirkende Maler, bat einen Rur als ordentlicher Lebrer für Ma'erej an die akademische Hochschule für die bildenden Künste in C�ar- lottenburg erhalten. Die. Berufung de? heute lOjährigen Künstler». der als e ne der hervorragendsten Kräfte in der jungen Kunsibewe- gung steht, bedeutet eme krästige Verjüngung des Lehrkörper« unserer staat'ichen Kunsthochschule. Ho'er hat kürzlich für da« Stettiner Museum sein erste« MonumentalfteSko gemalt, den Ein» stürz der Mauern von Jericho. Wirtschaft die Stinnesschen Sozialisierungsvorschläge. Im ReichSwirtschaftSrat haben die Vorschläge, mit denen Hugo D t i n n e S jetzt hervorgetreten ist, die Spannung stark gesteigert. Da Siinnes zweifellos zu den auf dem Gebiet der Kohlenwirtschaft erfahrenst-n Sachverständigen gehört, so haben seine Ausführungen, unabhängig von der Parteistellung zu ihm. unbedingt Anspruch auf Beachtung- Auf Grunld des uns vor. liegenden Stenogramms können wir ttne folgt referieren: ..Bei weiterem Sinken der Kaufkraft der Mark werden wir zum reinen Warentausch gelangen. Dann kommt aber alles dar- auf an, daß wir genügend produzieren, um«auschen zu können. Diese Fähigkeit hästgt wiederum ah von 3 Schlüsseln. Kohlen» Produktion, TranSportgewerbe. Baugewerbe, die böchfte Leistungsfähigkeit erhalten müssen durch vorübergehende länger« Arbeitszeit. Gelingt das nicht, so bedeutet es den Tod von Millionen und Bürgerkrieg. Dast die zentral! st ische Verwaltung versagt, beweist nicht nur der Staatsbetrieb, sondern gegenwärtig wieder der M i tz. erfolg der gemeinwirtschaftlichen SiedlungStaiigkcit deS Reichs- ?ohlenrats. der Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hat. Was kann helfen? Wir müssen Produzenten und Verbraucher in direkte Verbindung hringen falsa Ausschaltung des fem- pss zierten VcrwaltungZapparaies), wie eZ durch die vertikalen Zu- fammenschlüsse der Industrie bereits geschieht sRhainisch-westsälisches dfleft�fzitatSwerk. Rhcin-Tlbe Urions. 17 Milliarden wenden für did neue dcu'sche Handelsflotte ausgegeben, aber für die ersten 'cizhgen Schiffe fehlt die Kohle, weil dt« Reedereien keine eigenen esi schickt die gefälschten Anweisungen ebenfalls von Berlin aus in die Provinz. In Brandenburg a. H. ist als Empfängerin eine junge Frau ermittelt worden. Die Namen der EmpfangSbeamten auf den eingeschmuggelten Anweisungen lauteten Müller und Henkel und sind wahrscheinlich tvillkürlich gewählt. Für zweckdienliche Mftteilungen zur Aufklärung deS ganzen verbrecherischen Treibens wird etne hohe Belohnung von dcr Obcrpostdlrehwn zugesichert Meldungen sind zu richten an die Kriminalpolizei, Zimmer 435a deS, Berliner Polizei- Präsidiums. Weitere Z?rvst»ächte in Zluösicht. DaS sonnige und schöne Herbstwetter erfuhr in den letzten baiven Tagen eine kurze Unterbrechung durch eine sich über ganz Deutschland erstreckende Trübung. ES kamen im Osten nrch längerer Zeit zum ersten Male wieder leicht« Regemälle vor, die aber bereits in der letzten Nacht wieder aufhörten und einer sehr raschen Aufheiteiung wichen. Die Winde drehten sich gestern tm Nordosten unter dem Einsluss eines von Skandinawen nach West- russland vorgedrungenen Hochdruckgebietes nach Südosten und führten dort starke Abkühlung herber. Bereits gestern traten in Ostpreußen Temperaturen unter Null Grad ein. In dcr Nacht kühlte es sich in ganz Ost-, Mittel- und Süddeutschland weiter ob, namentlich im mittleren Norddeutschland sanken die Tempera- iuren in derNachibiSaufSGrao unter dem Gefrierpunkt. Auch in Süddeuttchland wurden vielfach 4 Grad Kälte beobachtet. Heule früh ist der Himmel überall wolkenlos und es herrscht ausser nn Nordwesten gelinder Frost. In den Tagesstunden wird voraussichtlich die Temperatur wieder auf 3— 6 Grad über den Null- Punkt emporsteigen, doch htben wir, wie uns das Berliner Weiter- bureau mitteilt, für die nächstenNächteziemlich strengen F r o st zu erwarten._ So hilft man Arbeitslosen! Zn unserer Mitteilung in Nr. 522 vom 21. Oktober, dass in Charlotte»bürg emem ArbeiiSloien von einer ibin in seiner Wohnung anf'nchenden Beansiragien der EliverbSloseiitüriorpe ge- sagt worden sei: wer s o g e s u n d i e i w i e e r, d e r m ü ss t e dock, arbeiten, schreibt uns der Charlottenburger Magisttat durch seinen Pressedienst: D>e Stelle Erweibslosenifirkorge de« Magistrats Cbailoiien- burg st lli feit, dass in diesem Fall eure flonlrolle de» betreffenden EtwervSloien durch die ErweibSIoientüriorge nicht statt- gesunden hat. Der AibettSlole. dem wir diele Erwiderung dorlegien. hält seine Angabe» voll aufrecht und erklärt nochmals, die ihn besuchende Betsönlichkeit babe sich etnge'iihrt mit den Woiie»:«Ich komme tm Auftroge de» Magistrat» und S'e haben Unterstützung beantragt.' Auffällig ist allerdings, dass dieser Besiich zu einer Zeit gemacht wurde, wo der Arbeiislose die beantragte Umerstüyiing deieit« erdiert. wa» er der anaebliche» Beanftra nen auch iofori sagt«. Die Vermutung der Pieiiestelle des Magistrats, dass de, Arbeitslos« von einem Verband konttolliert worden ist, triff' nach dessen Versicherimg n r ch t z». Hiernach bleibt nur die Aiinabme übrig, dass der Arbeirelose von einer Schwindlerin aufgduchr woiden fei. Unllar wäre nur. welchen Sinn und Zweck ein solcher Schwindel baben iollle. Hai die Erwerbsloseiisülsorg» ibre Rechercheure angewieleu. bei Besuchen ihre Legitimaiion vorzuzeigen und zwar unaufgefordert? In dem betreffenden Fall ist eine Legiftmation Nicht gezeigt und leider auch nicht verlangt worden. Berichterstattung vom Parteitag. In den Berliner Partei- organifationen nimmt die Berichierstattung vom Parteitag in Kassel ihren Fortgomz. Wir danken den Schriftführern, die uns Bericht« sandten, müssen aber von der werteren Veröffentlichung wegen Raummangels Abstand rrehrnen, Neberfall mit Chloroform. Einen unheimlichen Besuch erhielt in der veMNgenen Nacht d-ie PostauShelferiu Witwe Agnes Erich in der L i n d e n st r. 77. Di« Frau wurde gegen S Uhr durch em Geräusch in der Küche ihrer Wohnung im vierten Äockwerk d«S OuergebäudeS geweckt. Als sie sich ausrichteie. um zu horchen, WaS eS geben könne, traten plötzlich zwei Männer ein und vor sie an das Bett heran Bevor sie noch um Hilfe rufen konnte, hielt ihr einer den Mund zu und der andere breitete ihr ein mit einer Flüssigkeit getränktes Tuch über daö Gesicht. Jetzt schlief sie sofort wieder ein. Als sie wieder zur Besinnung kam. waren die unheimlichen Männer verschwunden und mit ihnen«in Stück Kleiderstoff, eine WachSperlenkeite und einige Mär? bares Geld. Der Flngpostdienst zwischen Holland und England— Strecke Amsterdam— London— wird mit Ablauf des Oktober aufgehoben. Im Anschluß hieran wird gleichzeitig der Flugpostverkebr Amster- dam— Br. m e n---Ham bu rg— Kopenhagen und Berlin— Warnemünde — Malmö— Kopenhagen für die Wintermonate eingestellt. Tie Bäckermeister protestleren. Die dem Zeniralverband der Bäckermeister Groh-Berlins angehörenden Bäckerme ster iüblen sich bedrück! durch gewisse Zwangsmassnahmen und sortern Abbau des behördlichen ApparaieS und freiere Selbstverwaltung Sie sagen, die Behörde habe sich unfähig gezeigt gegen die massenweisen Uebertretungen der Kuchcnbackvcrordnungen in sausenden Geschäften, nur der Bäcker werde von einem Heer von Revisoren gehetzt, die an Kaffeeflavpe» usw. stillschwergend vor» übergehen. Gegen diese überhand nehmenden Polizeisch'kanen rufen die Bäckermeister zum Protest am Mittwoch, den 3. November, n-ackuntitags 2 Uhr, im Grossen Saal des Germaniahauses, Chaussee» straße 110. auf. -»Volk«nd Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt dcr heutigen Postouflage bei. Hroß-SerUirZr partemschrichten. Heute, 29. Oktober: Dreplow-Baumschnlenweg. Slbt. v— 13. AOtellungStasfiem nnd Vezirtssüln er wollen Thealcrlarlen bis zum Sl. Oktober sosort abrechnen bei schmolinsky. Nonndniir. st. I V rechts. gmigsgzlaltftische Vereinigung(2.13. X.)..Was möllert die Iunol ozlallslen?' Ueber vieles Thema Ipiechen 7'/. lldr In der Aula der 2ö. Gemeindclchiile, Rnpviner Sir. 48 Oim Ärlo.iap ah), in einer öffentlichen Piopngaiidaocriainmlung der Ollsgrnpp» N o r v e N kAen. Pros. Radbruch, Kiel, M. d. R., und Wen. Wegner, Berlin. — Ortsgruppe Süden. 7 Ubr,(Urriiirchc Sprechiunde. fmden- ftrnhe 8, 1. Hof linl«; Vortrag.— Üichtersclbt. Im Jugendheim, Aibrechistr. 14 a: Vo. trag.— S ü d w e ji. Mitglieder beteiligen sich an der Propagaridaversamnilung im Nor den. Morgen, 39. Oktober. LA.«dt. 7 Uhr bei W Burg. Prenzlauer Allee lSS: Nichtige Be- Iprechung der Bczirltjührer. Keiner darf fehle». OewerMastsbewegung tSefchloffenheit und Ausbau dcr Organt'atton. Eine Funkiionärversanimluug des Zeniralverbandes der An- gestellten(Bezirk Gross-Bcrlin) tagte am Mittwoch im„Deutschen Hof'. Schmidt rcserierie übet:„Unsere Kämpfe und der Zusammenschluss d?r Arbeitgeber'. Im Laufe seiner AuSjühcunaen legte er dar, dass die Unternehmer, deren Zusammenschluß rapide zunimmt, sich besonders die Angestellien dazu ausgcsuch: hätten, o-e neue Parole ihrer Spitzenorgani- sationen:„Abbau der Löhne!' zu erproben. Deshalb habe oie freigeiverkschastliche Angestellrenorganisation ihren E huppen empfohlen, nun erst reckt vorzugehen, um die ongesichrs der ganzen Verhältnisse dringend gebotene Verbesserung der Wirt- schaftlichen Loge zu erzielen. Das SchlichtiingSvtrtsahre« habe sich zu einem Bandwurm ausgewachsen. Schiedssprüche er- kennen die Unternolmer nickt mehr an, und um VerbindlichkeilS- crklärungen von Schiedssprüchen, wenn solche jetzt wirklich noch ausnahmsweise mal auSgesprockten werden kümmern sie sich nicht. Bevor dann durch das ordentliche Gericht die Vollstreckbarkeits- klausel gegeben ist, ist ein Vierteljahr und mehr verflossen. Und weil man wisse, dag unter den Arbeftgebern entsprechende ge- Heime Abmachungen beständen,' deshalb babe man sich beim Zeitungsftreik gesagt: Wir warten das SchiedSzerichtSver. ia-ren nickt erst ab, sondern treten tn dsrr Streik. Nach dem de» kernmen Ausgange dieses Streiks hohe sich dann auch in anderen Branchen bei der siiezelung von Lohnsragen ein schnelleres Tempo gezeigt. Redner geht dann auf die verschiedenen anseren Bewcgu.rgtn der Angestellter e'n unv erklärt, dag die freien Ge- werkchaften sich un'er keinen Umstanden darauf einlassen können, dass ste:» vor einem Streik ein Schiedsgericht anzu- rufen ist. und sass dann nach Ablauf einer Karenzzeit ein Streik nur zulässig sein.soll, wenn drei Viertel oder vier Fünftel der Belegschaft sich dafür aussprächen. Die Entschließung über das, was zu geschehen habe, und über den geeigneten Zeitpunkt müsse frei sein und das Kräftererbälinis müsse entscheiden. Im übrigen sei bei der heutigen Gestaltung der Wirtschaft«in Kampf mit günstigem Ausgang auch möglich urier an sich nicht ganz günstigen Verhästnissen Geschlossenheit und Ausbau der Organisation seien lcute mehr denn je vonnö.cn. Zersplitterungstendenzen. wie man sie schon kennen ge- lernt habe, seien entschieden zurückzuweisen. An den Vortrag schloß sich eine längere anregend« Diskussion über verschiedene soziale Probleme in Verbindung mir gettoerkschast- lichen Fragen. Der Bericht vom BetiiebSrätekongress wurde vertagt. Lohnregclung bei den Klein- und Privatbahne». Vom ReickSarbertSministerium wird mitgeteilt i Ack 26. Oktober iagte unter dem Vorsitz des Ministerialrat» Dr. Hausmann ein besondcrer SchlukftunzsauSschuss, der tt der Streft sacke betreffend Festsetzung dcr Bezüge der Angestellten der Kleinbahnen und Prwateiscnbahnen Entscheidung treffxii sollte. Es wurde ein Schiedsspruch gefällt, nach dem bei den weiteren Tarifverhandlungen die BesoldungSfr in der Weife gelost werden soll, daß mit Wirkung vom 1. Oktober 1920 ab in der Ortsklasse A SS Prozent, in den Ortsklassen ß und C 88 Prozent und in den Ortsklassen V und E 8 3 Prozent der in der ReichsbesoldungSordnung vom ZO April 1620 festgelegten Sätze gewährt werden Bei leistungSfähigert Bahnen kann b'S an die Grenze der ReichSbesoldungSordirunz herangegangen werden. Im Streitfall entscheidet hierüber ein paritatsch zusammengesetzter Sachv er stand ige nau>° ichu ss. Bei be- sonders leistungsschwachen Bahnen kann im beiderseitigen Einverständnis unter dre bewilligten Sätze herunter- «gegangen werden; die Anrufung eineS SchlickiungSauSsckyisse» in hie fem Falle ist ausgeschlossen. Die Varteien haben sich innerhalb zehn Tagen über die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs zu erklären. Der Streik bei den Vorpommer scheu Klein- bahnen ist laut..Stralsundischer Zeitung' beendet. Kündigung deS SteuerzufchlagS in Frankfurt. In der Sitzung des Gewerkschaftskartells Frankfurt a. M. gab nach einer Meldung der„Frankfurier Zeitung' der Vorsitzends d«S MetallarbefterderbandeS bekannt, dass die Arbeitgeberorgani- satwn auf den 1. November den lOprozentigen Steuer» zuschlag und die Entschädigung für Kurzarbeiter gekündigt habe. Da eS sich um«ine grundsätzliche Frage handele, werde e» zum Streik kommen, wenn die Arbeitgeber auf iüjrem Standpunkt beharren wollen. Die Metallarbeiter wür- den auf die Unterstützung der gesamten Arbeiterschaft zu rechnen haben._ Deutscher DranSportarbeiterverband. Bezirk Sross-Berfln. Agita« IlonSbezlrt Cövcnick und Umgegend Morgen 7 Ubr im Lokale von Slsppe- kohl. Cöpemck. Tchönerlinder Str. 5; Allgemeine Versammlung, Zadr- rejcheS Erscheinen dringend notwendig. Alle S.P.T.. Buchdrucker beluchen heul« abend 7 Uhr die I» Deutlchen tz o s, Luckauer Stratz«, tagend« Versammlung. Keruer darf sehleut w ©i V rufen Sie bifte /öD — hier die' B«w« 1. 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Stn» denlttage 2.__ Reparaturen, Stimmungen anPanod und Flügeln werden ichneüften» ousgeführt Eigene Sa.lenfpiniierei. Rlaoicttech- „ische ffierlftaU Mickem- strafte 85. Sütz0wSZ3.u(19 5D Waudcr-aözrl finden neue Iirie iiir ihr.«ahrlen>n Leisen, schönem„Wanderllnch-.(« M.) SartifiPerwäns, Slnöeuftraftei ft'/rnttmiTM Möblierte» tieinc» Simmet sermietet Werth, Iasmunder- strafte 3. 11» Arbeitsmarkt Tüchtige Uiiterstichnähe- rinnrn tut Samen- Strohhut- fabttl sofort geluchi. Landau iL Co., Dreisswalderslraß« 13. Schu'.mädchen, leichi# Hou»- «tbc.t, verlangt Barnljpluiec- strafte 8, vorn II link». Ich ��OSaI wdk�Owt .......'//''■ v::——/ Esvy'y//? Ju n ■ß ///////