ttr.SZS ♦ Z7.?ahrgmtg Msgabe A Nr. 132 BezugSvretS t ««ctel)iIitL30�-dRt.mBnatU0/— 91t frei uu 6aua. üartms-ahllxir. Dost» be/mq Monatli» 10.— Mi. e?N.??>- kellunasq-düdr. Unirr Kreuüdand kür Deutichlano nai» Oefterrei» IS/O DJ!. für ooä iibctgt Ausland b« laglich •tnmaU Suftellimo 21 50 fl». Tnftit» Aellunq«, nehmra an Offt erreich Unzarn. Tschecho-Slmoalei, Saney nsact. öenono..u�embutfi, ö cd weder und»te SdiineU.— Ämaettaaen to, die BoO» Jeitunad-Pre»liile. Der.SottBätM* mit der£on»ace> beilade.Doli o. Seit* endietn» mod« rtu tdgUch»weiinal conntaqs und M ta» tags«mmml Sonntags Ansgabe Telearamm-Adrelle aSojiaUieaatrat Berdt f, Berliner BolKsblntt ( 30 Pfennig) SlnzeltjenVr-tS: Sit achtgetoaltene Nonvareilldzel!, tofirta.— M.Teuerungszuschlag S0°l» v&Xeine Anzeigen", das>c!t- aedru-tle Won 1,— M. lzuiäifig i«e! letigedruckte Worle), iedes«eitere War! SO Pfg. Eiellengeiuche und öchlastiellenanzeizen das erfte Wart 55 D!g. ede» wettere Wort<0 Pfg. ZLorte über 15 Buchstaben jäMen für (Jmi Sorte. Teueru»asz»!chlaa 50°,. �amilien-Aniieigen für Abonnenten Keile Z— M. polttilch« und ge- merttcbartliche Vereins• Anzeigen S.— Mb die Keile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Zlummer miiffen bis S Ahe naä ntittaas im Sauvtgefchäft. Berlin SW Z. Linden- Krage 3. abgegeben werden. Geifffnel oon g Uhr früh bis 5 Uh�adends. Z�niralorgan der rozialdcmohratifcben parte» Deutfchlands Neüaktion und E? peöition: EW. SS. Linöenste. Z. nernivrerberi An», Mortnpla«.«r. I.'.I»a-IS»»7. msmBmBBBBm Sonntag, den 31. Oktober 19�0 Vorwärts-Verlag G.m.b. h., EW. öS, Linöenstr. 3. i?er»fvreclier: Amt Äioritivlav, Nr. 117 33— 5 t. Die Ilugzeuge freigegeben. Seelt» i 30. Oktober. Tie Gefahr einer Ttillegnug de» deuti'chen Luftverkehrs ist, wie wir hören,«bge. wendet.. Räch AufklSrung verschiedener Mihverständuifle hat die intero? Sterte Luftschiffahrtskontrollkommission daS über ver- schiedene s große deutsche LuftverkehrSkirmen verhängte Verbot der Ausführe gg weiterer Flüge in Teutschland zurückgezogen. Sie hat sich fern/ r bereit erklärt, die in Wien und Königsberg b e s ch l a g- nahm/een deutschen Flugzeuge freizugeben. Auch dagcgc» t, daß mit rein zivilcn Luftfahrzeugen weitere Flüge ins AuSlch„ch ausgeführt wcrdcn, erhebt ste keine lfinwendungen. Auf- rechts yhalteu bleibt hiernach nur das Verbot von Auslands- flitizen für diejenigen Flugzeuge, die früher Militörflug- z e r l, g r gewesen sind, und deren Verwendung für den zivilen Luft- de/�ehr di« Kontrollkommission aus Entgegenkomme» gestattet h/ctte. Für den Jnlandsverkehr können auch dilfe Fahr- »Luge ungehindert weiter benutzt werden. TaS Neichsluftamt wird f/tt Forderung der Kontrollkommission entsprechend den Auslands- verkehr der obrnbezeichnkten früheren Militärluftfahrzeuge unter- sagen. ES bat sich hierzu bereitgefunden, um weitere Schäden von der deutschen Flugzeugindustrie und dem deutschen Flugverkehrs- Wesen abzuhalten, ohne dabc, seinen grundsätzlichen Standpunkt aufzugeben, daß die Kontrollkommission nicht berechtigt gewesen wäre, die einmal erteilten Sonzefsioneu wieder zurückzuziehe«, nach- dem sie monatelang die Ausführung von AuSlandsflügen mit den damals freigegebenen Fahrzeugen widerspruchslos geduldet hat. Nitteleuropäische Wirtschastskonferenz. Wien, 30. Oktober. Die„Rene Freie Presse� meldet au» Pari«: Die Meldung deS„Journal dos Testat�' über ein» Wirt- schaftSkonferenz der Rachfolgestaateu und der an diese grenzenden Staaten,' soweit sie durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen wurden, wird bestätigt. An der Konferenz sollen teilnehme«: Oesterreich, Teutschland, Polen, die Tschechoslowakei, Svdslawieu, Italien, Rumänien und Uihgarn, letzteres jedoch nur, wenn der Friedensvertrag ratifiziert ist und dessen Vedingungen durchgeführt werden. Als Sitz der Avnfcrenz dürfte wahrscheinlich Preß bürg in Vetracht kommen. Jeder Staat wird aufgefordert werden, folgende Vertreter zu ent- senden: einen Regierungsvertreter für Handel, einen für Transportwesen, einen für Finanzen, ferner zwei ver- treter der Großindustrie, einen des Haadclz«nd einen des Bankwesens. Zur Verhandlung sollen kommen: Ein- und AuS- führ, Tarifsrogen, Lizenzen, Abgaben und Gefälle, Maßnahmen zur Regelung des Unterschiedes von Inlands- und Ausfuhrpreisen, Epldverkehr und Scheckwefen, Eisenbahnverkehr, Gütertransit, Post-, Telegraphen- und Fervsprechfragen. Hervorzuheben sei, daß Amerika, England unV Frankreich an dieser Konferenz nur inoffiziell in beraten- dgm Sinne teilnehmen werden, so daß die«itteleuropäischoi» Staaten die sie berührenden Angelegenheiten durch freiwillige, «nberinflutzte Uebereinkommcu regeln sollen. Ter Zusammentritt der Konferenz in Preßburg wird voraussichtlich im Dezember stattfinden._ Die Reichsftimmen in Gefterreich. Wien, 30. Oktober. jEigener Drahtbericht deS„BonvSrtS".) Die Hanpiwahlbehörde bat die Mandate auS den Reftstimmen folgendermaßen verteilt: Großdcntsche 7, Sozialdemokraten 4, Ehrist- lechsozialc 2«nd Vauernparlei 1. Ein Waffenlager verschwunüen. Linz(Donau), 30. Oktober. Wie die„Linzer Tagespost- meldet, sind aus dem Waffendepot der Artillerickaserae in Stehe 10 Maschinengewehre, 400 Gewehr« und 7000 scharfe Patronen entwendet und auf einem Auto weggeführt worden. Die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich mit dem Borfall. StreikaEnöe in Eaglanü. London, ZV. Oktober.(Reuter.) Die Sberwiltigeade Mehrheit der englische« Vergorbeitrr ist zur Annahme der im englischen KohlenstreU getroffenen Vereinbarungen bereit. Ein stbwerer fllb. London, SO. Oktober..West», inster Gaieite' schreivt: Die Angaben über die Schulden Deuischlands ivfrkien wie ein schwerer Alb aus dem Traume eine« ZUchiiiiiigsführerS. Das sei, kurz und deuilich gesagt. Bankerott, auch wenn Dr. WirlH sich gebütei Hab«, dieses Wort auszusprechen. Deutschland müsse die Folgen des verlorenen Krieges tragen; die Leute aber, welche glaubten, da» in absehbarer Zeit von Deulichland Wiedergut- machungen geleistet werden könnlen, würden gut tun, sich das Rechenexempel anzusehen. SS sei unwahrscheinlich, daß eine Ration, die zwei Jahr« nach Beendigung de» Kriege» vierzig Milliarden Mark borge« müsse, viel hergebe« könne, auch wenn »och so ties i» ihre Tasche» greif«. Um wilna. Sowuo, 2S. Oktober.(Lit. Tel.-Agent.) Die Polen haben gestern aus dem rechten Wilija-llter Widzrnilchki und Poselvi be- setzt. Die Truppen Z e l i g o w s t i S führten auf der ganren Front» linte Angriffe ans.— Ter litauische Minister P u r i ck i S halte in London eiw lange Unieriedung mit dem englischen Minister Lord C u r z o n über die V o I k S a b st i m m u n g in Wilna. Curzon gab„u, daß sie unzweckmäßig wäre. Purrckis wird demnächst vom englischen Mtnisterpräsidenlen Lloyd George empfangen werden. Polen bleibt sterüstet. Warschau, SO. Oktober.(Telunion.) In hiesigen franzö' fischen Kreisen ist man der Meinung, daß auch nach Unlerzeich- nung de» HauptfriedenSvertrageS Polen fein Heer an der Ost- front nicht vermindern dürfe. Die Gefahr eine» An» griffeS oder etwatger Unruhen in den Grenzgebieten verlang« be- ionderS im Osten ein starkes volmicheS Heer, da sonst leicht neue kriegerische Verwicklungen eintreten dürsten, besonder» da in den »eu geschaffenen Randstaaten sich bereits jetzt Sxs'ansionSgelüste be- merlbar machten._ Rußlanüs letzte Hoffnung. Rotterdam, SO. Oktober. Wie Nieuwe Rotterdamsch« Courant au« Sewosiapol meldet, bilden die Boll' chewi sie n ein inter- nationale» Heer an der Wolga, da» au« Chmeken, Madjaren. Deutschen und a-.deren nichlriissischeit Truppen besteht. Die MamtschaHsstarke betröge 10000 0. Mann. Angeblich sollen vier ähnliche Heer? in Sorbrreirung fem. Der Wohlfahrt entgegen Amsterdam. 80. Oktober..Telegraai' betont auf Grund auS- fübrlichev statistischen Material» über di« Entwicklung der f r a n- z ö fischen Ein- und AuSktihr und Erzeugung, e» sei unzwetfelbaft. daß bereilS jetzt die wirtschaftliche Wiederherstellung Frankreich» sich mit einer Schnelligkeit vollziehe, die kaum von jemand elwatiet worden sei. Frankreich gebe einer Zeit blühender Wohlfahrt entgegen, nicht zuletzt durch da» von den Deutscheit zu großer wirtscha'tlicher Blüte gebrachte Elsaß-Lothringen. Deshalb müsse jeden Franzosen, der sein Land lieb habe, ein gesunder Optimismus erfüllen, die Zu» fünft Frankreich« könne nur durch Mangel an Vertrauen geschädigt werden._ Ncc Swineps Ueberfühnmg. London, 80 Oktober. Die Leiche SwineyS ist ins Rat» hauS von Cork überführt worden; ungeheure Menschemnassen bildeten Spalier. Morgen wird die Leiche aufgebahrt. Zwischen» fälle haben sich nicht ereignet._ Konigmacker venizelos spricht. Athen, 30. Oktober. In der Sitzung der Kammer, in der, wie gemeldet, Admiral Kondurioti» zum Regenten gewählt wurde, erlläite VenizeloS in einer Ansprache, nach der Ver» sassung werde Prinz Paul König von Griechenland, aber seine Abwesenheit mache die Wahl eine» Regenten elforderlicb, um io mehr, als es erst unzweiielhaft gemacht werden müsse, daß. Prinz Paul allein der legitime Nachfolger König Alexander» sei. bevor die Krone dem königlichen Hau!« übertragen werde. Für den Frieden Griechenlands sei e» unbedingt ersorderlich, daß König Konstantin seine Intrigen einstelle, und daß er im Prinzen Panl nicht nur den Platzhalter sehe, dessen Ausgabe e» sei, thm den Rückweg auf den Thron zu erleichtern. Die flufteilung öer Türkei. Leadon, SO. Oktober.(Sieuter.) Der Wortlaut de» Fri«. denSvevtrageS mit der Türk-xi sowie des a« lO. August usterzsichnetsn ZlAommen» zivischcu dar britischen Regierung, Frankreich und Griechenlatid öetrrfscnd Anatolien ist gestern veräffelttinhi word«.. Die kpntrahiereadeu Mächte.erhalten i» der Turlei volsiommen gl.. che Rechte bei der Zusammenfhtzuag all-r internationalen Kommsssioneu. die mit der Neuregelung der öffentlichen Dienste betraut sind. Die kontrahierenden Mächte genießen die gleichen Rechte in bczug auf Handel und Schiffahrt. Die anatolische Dahn, die MersinoTarsus-Adano-Brhn und ein Tech der Bagdadbahn auf türkischem Gebiet wird von einer Gesellschaft in Betrieb ge- nommen, deren Kapital von einer britisch-französisch- italienischen Fiaanzgruppe gezeichnet wird. AnSschuhsitzung der Zweiten International«.„Het BoU" meldet, daß der BollzugSauSschutz der Zweiten Internationale am«. November in London«i« Sitzung abhalte» wirb. Cntscheiöungskampf. Im Reichstag ist gestern die allgemeine politische Aus- spräche nach einer klugen und kräftigen Rede des Genossen Hermann Müller leider nicht geschlossen, sondern aus Donnerstag vertagt worden. Das deutsche Volk, ohne Unter- schied der Partei, wünscht sich eine Volksvertretung, in der nichts Ueberflüssiges geredet, aber Notwendiges getan wird. Darum sollten alle Parteien sich weise Setbstbeschränkung auf- erlegen und dafür mitsorgen, daß der Parlamentarismus nicht tot geredet wird. Es ist in dieser Debatte viel über Vergangenes und Zu« künftiges gesprochen worden. Soweit sie vom Zukünftigen handelte, trat das Problem der künftigen Gestaltung unserer Kohlenwirtschaft entscheidend in den Vor- dergrund. Es hat sich dabei gezeigt, daß es seh? schwer sein Wird, gegen, die kapitalistischen Widerstände eine Lösung durch- zusetzen, die den Wünschen der Arbeiter entspricht und die für die Umgestaltung unserer ganzen Wirtschaft in der Richtung zum Sozialismus etwas Grundlegendes schafft. Um so mehr ist es zu bedauern, daß nicht einmal hier eine vollkommen ein- heitliche Arbeiterfront erzielt werden kann. Obwohl sich die Sozialdemokratische Partei in Iassel für eine Lösung im Sinne des Vorschlags I ausgesprochen hat, glauben die Rechtsunab- hängigen ans taktischen Gründen den aufrichtigen Willen der „RrformsozioHvn" in Zweifel ziehen zu müssen, die Links- unabhängigen aber erklären durch den Mund Dänmigs, aus der„Sozialisierung" machten sie sich überhaupt nichts, sie wollten„den Sozialismus". Ueber die Schönheit des Wortes Sozialisierung läßt sich streiten, aber dieses Wort lxtt sich nun einmal eingebürgert für den Begriff eines wirtt'chaftspoliti scheu Handelns, das die Umwandlung der kapitalistischen Wirtsckxiftsweise zu einer sozialistischen bewußt einleitet. Der bescheidene Karl Marx feierte schon die Einführung des Zehnstundentags in der eng- lischen Tertilindustrie als einen„Sieg des Prinzips". der unbefchcidenere Ernst Däumig bat für das Bestreben, die Grundlagen des industriellen Lebens gemeinwirtschaftlich zu orbnen. nur ein verächtliches Lächeln. Das ist eine Kurzsichtig- keit. die sich an der Sache der Arbeiterbewegung und des Sozialismus noch hftter rächen kann. Wir alle sollten uns dessen bewußt sein, mn was es hier geht. In Rußland ist— dagegen hilft keine Selbsttäuschung— dem Sozialismus die Siegerionne nicht aufgegangen. Sie kann ihm in Deukschland aufgehen, wenn das Werk der Kohlen- sozialisierung geluzgt und wenn sich die schwarzen Prophezei- ungen, mit denen eS von kapitalistischer Seite bekämpft wird. als falsch erwttisen. Ter Koblanbergbau muß sozialisiert werden, und der sozialisierte Kohlenbergbau muß vom ersten Tage ab besser, arbeiten, mehr produzieren als der privat- kapitalistisckse. Tsazu brauchen wir die Mithilfe der Arbeiter vor der Sozialisilerung und nach ibr. Wer den Arbeitern die Sozialisierung sd'wn im vornlnnein zu verekeln sucht, wie Däumig es htt, ck-Jer mag sich selber für einen schrecklich revolu- tionären Soziälz/ten halten, aber in Wirklichkeit sabotiert er den SozialismnfZ. In RußlanZukann der Sozialismus ein? moralische Nieder- läge ertragen, dtwn Rußland ist eine Welt für sich. In Deutsch- land könnte er sie n i ch t ertragen, denn Deutschland ist ein Stück des hoch'jndustriellen, kapitalistisch reifen Westeuropas, seine Niederlagi> in Deutschland wäre sein? Niederlage i n d e r ganzen Wet'jt. Mit Triumvhgehenl würde der internatto- nale Kapitalist.lnus aus ein fehlgeschlagenes sozialistisches Er- veriment in Deutschland verweisen und er würde damit eine noch viel stärssTe Waffe in die Hand bekommen als durch den Hinweis ank>7ie nissifchen Fehlschläge, die zu beschönigen ein in seiner Art frommes, aber törichtes, weil gänzlich aussichts-. loses Bemühen ist. Wenn ni an einen Bahnhof umbaut, um den Verkehr zu erleichtern, drnf man die Sache nickst so anpacken, daß in der Pnt d's Umscho"«s der aanze Verkehr stillsteht. Und wie die Ziiae sabren. müssen, während der Bahnhof umgebaut wird, so muß, währeizd der Bergbau sottal'siert wird. Kahle Produziert Werden und nach der Sozialisierung ert reckst. Hinter drr Soz'alisi-'rt» na des deutschen Kohlenbergbaues steht die Entente mit der Pcl tsche. sie zäblt zu iedem Monatsende die gelieferten. Donnen, med wenn etwas daran fehlt, wird einmar- schiert,'�llenn wir trotzdem, um den Einmarsch zu ver- meiden, Wilbst das Notwmdmste h-rgeben, das wir zur Aufrcchterij/iffiing unserer Wirtschaft brauchen, dann stoben so und soviol Werke mebr still, werden so und soviel Proletarier mehr arbckstsloS. Welch?? Sozialist wünschte die Stunde zu er- leben, in der sich die Arbeitslosen hungernd und frierend vor die Fabriltore drängten, und die Unternehmer ihnen höhnisch sagen köq ntcu:„Seht ibr. das kommt von eurer Sozialisie- rnng!"? DaS- Calles muß gesagt werden, um auch den Gegnern zu zeigen, b aß wir uns unserer gewKtigen Verantwortung bewußt l sind, und um den sozialistisch denkenden Arbeitern zu seilen, was für sie auf dem Spiel stobt. Die Koblcnsozialisie.? mit der Zweiten Internationale eudgiiltlg brechen und den xung darf kein Experiment werden, das gelinkicn oder schief Weg nach Moskau wenn irgend möglich weiter beschreiten: gehen kann, sondern sie muß eine Wirtschaftsmaßnabme sein, die anderen möchten die Zweite Internationale, die ihnen terlZ die sich bewährt und die durch ihre Bewährung balm> � zu sozialt'atriotisch, teils zu reformistisch erscheint, unter einem brechend wirkt. Tos zu erreichen, es durchzusetzen gegen alle| neuen Namen oder oincr neuen Ziffer neu beleben und Widerstände, das ist die nächste praktische Aufgabe, vor die sich>„wiederaufbauen": sie haben nach dem Moskauer Kommu- Äie Arbeitcrklasie Teutschlands gestellt sieht.?ln ihren Lebens- nistcnkongreß und nach der Bekanntgab« der 21 Punkte eiid interessen, an der ganzen Sache des Sozialismus versündigt sich, wer ihr dabei in den Rücken fällt! Bor dieser Aufgabe sollte, müßte aller kleinlich« Richtungs gültig darauf verzichtet. MoSkau iiachznlanfen Tie Führer der Indrpendent Labonr Party, vor allem H........ RH............... P Mac Donald und Snowden, sind davon übcr�ki'qt. daß jeder streit schweigen. Auch die Rechtsunabhängigen tollten be-l Versuch, eine neue Internationale ohne die übrige englisch" greifen, daß man da erst wägen muß, bevor man wagt, und Labour Party, von der ihre Partei nur ein Beitandteit ist. sie sollten darauf verzichten, jedes Wort der Erwägung von wder ohne die deutschen Mehrbeitsiczialisten, ein Unding ist. sozialdeinokratischer Seite, das ihnen nickst in den Kram vaßt. Ihr ZW ist also, irgendeinen Weg zu finden, um eine>.,nttr- gleich als Verrat mtszuschreicn. Und selbst den Kommunisten, den alten imd den neuen, müßte es einleiicksten. daß sie sich ziiit der Vcrekelnngspolitik. die sie gegenüber seder praktischen Inangriffnahme sozialistischer Probleme leisten, picht vor. son» dern hinter dem Wagen der weltgeschichtlidKN Eiitwicklnng spannen. Tä n m ig mag sich darauf verlassen, daß Herrn S t i n n e s ein praktischer Vorschlag, Kohlenwirtschaft ohne privatkapitalistische Unternehmer zu treiben, viel unangeneh» mer ist. als seine aus dem blauen Himmel hcrubgeholte„Note Armee". Die Sozialisierimg des Bergbaues ist eine internatio- ual e Forderung der Bergarbeiter. Durch ihre erfolgreiche Durchführung kann das' deutsch? Proketariat zum Vorkämpfer des Weltproletariats werden, und dies wäre wahrhaftig eine Tat von größerer revolutionärer Bedeutung als irgendein? gewonnene Straßenschlacht. Darum soll man nickt immer ans die brutale Gewalt stieren, sondern vorhandene Macht dazu ausnützen, um etroas Nützliches. Vorbildliches für die Arbeiter- schart der ganzen West zu schaffen. Denn für die Lehre, es tnüfse alles noch diel schlechter werden, bevor es bester wird, i für diese elende Berelendimgs p r a r i S, die viel schlimmer ist als jede Verclendn�gs t b e o r i e, kann man allenfalls eine kleine religiös fanatische Sekte gewinnen, nickst aber die Ar- b«it«rk lasse, die dirrck die Hölle de? Weltkneas nickt gegangen ist. um sich noch tiefer stoßen zu lasten, sondern die durch den Sozialismus praktische Besserimg. Mcnschenglück, Personlichkeitsalück gewinnen will. Iiir die Arbeiterklasse heißt es:„Nie Rhodas, hie salta!"—„Hier ist Rhodus, hier wird getanzt!" Hier muß sie zeigen, was sie kann, hier geht es um Sieg oder Niederlage. Don der Entschlossenheit, mit der sie die Widerstände d�s Kapi- jalismnö überwindet, von der Gestaltungskraft, mit der sie die praktisch? Lösung formt, von der Klarheit, mit der sie allen kommunistischen Verwirrrmgsmanovcrn widersteht, liängt alles ab. Internationale 2'/?« Die.Freiheit" veröffentlicht in ihrer Sonnabend-Abend- ausgab«-gvei Telegranime aus London und aus Zürich, aus «denen heivorgeht. daß sowohl die englisch? �Indcpendent Labour Party"(Unabhängige Arbeiterpartei), wie auch die �Schweizer Sozialdemokratie nach London b-w. nach Bern je eine internationale Konferenz sämtlicher Parteien einbe- rufen wollen, die Mischen den zwei Stühlen der Brüsseler und der Moskauer Internationale sitzen. Während aber die Schweizer in ihrer Einladung offenbar noch immer an dem Wunsch de? Anschlusses an die Dritte Internationale unter anderen Bedingungen als den 21 Punk- ten festhalten, scheinen die Engländer diese Absicht endgültig ausgegeben zu haben. Im„Popusaire" vom 29. Oktober nimmt Gen. L y n g u e t, der ewig Schwankende und Per- mittel n de., zu dieicr doppelten Einberuffing Stellung und oittet die englische Partei, auf ihre Absicht zugunsten der schweizerischen Initiative zu verzichten. Unter den Parteien, die fiir diese Konferenz in Betracht kommen, gibt es nämlich Awi Tendenzen: die einen wollen nationale zu bilden, der neben den Parteien der Zweiten Internationale auch die deuffchen Nechtsunabhängigen. die französischen Longnettisten und der italienische Turatiflüge! angehören würden. Auf keinen Iall wird die.Internationale 2%', wie man sie im voraus ironisch getai'ft hat. in Wtviesmitte Mischen Moskau und London lange stehen bleiben können. Reaktionäre Nachtwächter. Dt« rechtZstehcndc Presse tut sich auf einen Zwischenkall im Re'.chZiag viel zugute. Al» am Frcilag Genosse Scheide- mann der Rechten Zurief, daß unter dem Regiment der Hohen. zollern ein Sozialdemokrat nicht einmal habe Nacht- Wächter werden können, da rief der Abg. Mttelmann da- zwischen:„Aber Sie waren doch Minister unter Wilhelm." Wenn die reaktionäre Presse meint, daß Scheidemann daraus keine Antwort gewußt habe, so liegt die Sache böchstenZ so. daß Genosse «Scheidcmann die Intelligenz der rcchlSstehenden Abgeordneten überschätzt bat, als er meinte, daß diese die Blödsinn'gkeit dcS Zwischenrufs von s e l b st einsehen würden und daher eine Entgegnung nicht notwendig sei. Daß Scheidemann im letzten Monat der Regierung Wilhelm? Minister wurde, zeigt nur. daß der ertrinkend« Wilhelm im letzten Augenblick an der Sozialdemokratie Halt suchte, an derselben Sozialdemokratie, die er einst beschimpft hatte als „eine Rotte Menschen, nicht wert den Namen Deuffch« zu tragen". Die Rechte möge aber einen einzigen Fall vor dem Kriege an. führen, ans der Zeit, in der Wilhelm noch ungefährdet auf seinem Thron saß, wo ein Sozialdeinokral auch nur im klein- sten StäatSamt geduldet worden wäre. Wenn Herr Mittel. mann und seine Getreuen diese Zeit bereits völlig vergessen haben, so kennzeichnen sie sich selber damit als reaktionäre Nachtwächter._ „Oruder Steuerüefrauüant/ Daß ist der neueste Vusenkreund der Alldeutschen. DaS Finanzamt in ffossel bat den Personen Vclohnnngen ausgesetzt, die bei der Ausdeckung von Steuerhinterziehungen oder von Vergehen gegen die Steuer'! uchtgesetze oder gegen die Kapita lfluchtgesetze wirksam Hilfe leisten. Darüber empört sich der Redlicbkeitdsinn der»Dcuiicben Zeitung", die tränenerftickt tragt, ob wir denn wirklich so weit sind, daß der Velohnungen er- halt, der ieiiren.deutschen Bruder" denunziert. Daß die »Deutsche Zeiiung" gerade im Sleuerdefrandanten und Kapitals. schieber de» gegen Anzeigen zu st-utzenden»deutschen Bruder" steht, verwundert uns nickt. Tag hängt mit der Struktur der D e ut sch n a t i o n a le n VolkSpartei zusammen. Auch sab gende Sätze der»Deutschen Zeitung" erregen nickt unser Er» staunen: Wer war dock»der grZßte Lump im deutschen Land?" Der DeNunzianik? Man w>rd ganz verwirrt bei dem Wettbewerb um diesen moderen Ehrenname». Weltbewerb um diesen Ehlennamen? Offenbar denkt die »Deutsche Zeitung" an lbre eigen« Denunzian tenroll« gegen Erzberger wegen dessen angeblichen Steuerhinter» ziebunqen. Sie hat sich ganz treffend tituliert. Arbeitsplan öes Reichstages. Im AaltestenauZschuß.V« Reichstages wurde die Frage der Abkürzung der Rednerlihzi in der politischen Aussprache e.n- gehend erörtert. Man war i»ch ss-n der Ansicht, daß, nachdem ein- mal die sogenannt« zweite LVdne-garnitur begonnen hat.»im auch die einzelnen Fraktionen das Recht haben mugten, tocuer zu Wort« zu kommen. Ferner einigte man sich dah'-�- am-r o n u c r S l a g um 3 Uhr wieder eine Plenarsi�iMl! abzuhalten Aran hofft, m i dieser Sitzung die politische NiiSjiV'nchc beenden zu können.>.m i Freiing werden die In t c r pc l lzstl! o n c n über da? be-etz-e Ge. ! biet und über E u p e n- M a I m c.d h sowie kleinere Vor. agcn behandelt werden. Jim Sonnabend I»nmen weitere klcinere��or« lagen, vielleicht auch die AcndcrumK des Vcsol�ung--ge» s e tz e s zur ersten Beratung. Tie dann solgende Woche vom 7. lV 14. November loll wegen der Sachsenwahlen ganz freibleiben. Eine fibfuhr öes Zeck wverbanöes. Ter Tchiedsfprnch im Bergbau für verbindlich erklärt. Dom ReichSarbetttministeiium wird un.? mitgeteilt� Nachdem die RiichSregicrung die vom Reichskohle» verband kürzlich be- , schloffeue Erhöhung der Preise kür Stemlohle b c a u« «nandet batie. bat der Zecheuverband den ScÄ edSspliick über die Regelung der Löbne im Rubrkohleubcrgbau vonz � Oktober lb20 abgelehnt. Das ReickSarbeitSmiiiisteriiim bat hierauf den Schiedsspruch nach der MobiliiiachungSVerotdnuiig dom!2. Februar l9'20 für verbindlich' erklärt, zugleich aber betont, h damit dem Bergban außerordemlich« Lasten auferlegt werden.. deren Tragung nur möglich sein wird, wenn alle am Produtlioit� Hrozeß Beie'- ligtcn niit vollen Kräften und uiiler AuSnutzu.> 1 Mog» lichkeiten an der vrlrtngerung der Prolz uktions» kosten miiwilien._ SchZeüsspruch im öerline? portierge�ierbe. Berlin, 30. Oktober. Vom Reichsarbeiisministerium t»'fd mitgeteilt: Der Schlichiungsausschuß im Ncichsarbci:»mi!ft. hat unter Vorsitz deS Referenten Tr. Brahn einen Spruch der den ohne Nebenberuf in großen Häusern beschösligleir Boll- Portier» aus ihr Gehalt von 323 bis LM Mark vom 1. No.ra'■njt:r an einen Zuschlag von öll Proz. gewährt. Auch die nicht. �"l" beschäftigten Portier» werden wesentlich bessergestell!. Di« � treter de» Hausbesitze» im«Schlichtungsausschuß gaben zu Pr»>°' koll, daß sie den Vorschlag de» Vorsitzenden, Sll Proz. Zuschlag h u gewähren, für berechtigt hielten, acker bei der so schwierigen La%' de» Hausbesitze» einem höheren Zuschlag als 20 Proz. nich: zu» stimmen könnten. Die Parteien haben sich binnen einer Woche über d:e Annahme des Schiedsspruches zu erklären. „der Preußenrache golöene Zeit/ In der»Deutichen Zeitung" wettert ein Herr F. v. I. gegen die preußische Regierung im allgemeinen und die Sozialdemokiatie im beionderen in der unveifälichien Tonart des preußischen Junkers, der soeben die dritte Fla'che Schampu» hinter die Binde gegos.eu hat. Don»Niedertracht",.Gaunerstück",»Leichenfledderei" und ähnlichen Krasiaur drücken wimmelt der Lrttkel nur so. der am Schluß sich sogar zu ungeheuer komischen Knittelversen auSlwSckst, in denen»der Preußenrache göldene Zeit" angekNn'iigt wird. Nur an einer Stelle veirät der Artikel eine gewisse Nüchternheit, nämlich wo Herr F. v. I. ickrribt: E» gibt ja heutzutage keinen MajestätSsieleidi. gung? Paragraphen, deshalb darf ich frei vor» der Leber schreiben und tue die« auch nach Herzenslust. Alio dock eine revolutionäre Errungenschaft. m>t der ieibfl Herr F. v. F. sehr zu'redeu ist, wenn er auch besser getan hätte, nicht so deutlich die Quelle seine» ungeheuren MuteS zu verraten. Der Präsident den Mexiko. Alraro Obrcgon wurde zum Prä- fldenlen gewählt. Er wird sein Amt am 1. Dezember antreten. „Die yaaö.� Bon Willi Birnbaum. schichte der politischen Bewegung 1830 biS 1815* ausgegraben hat. Der Brief stammt auS der Zeit Marx' als Miiarbeiter der.Mheim. scheu Zeitung", diese» Organe der westdeutschen Demokratie, da.' zu Beginn der vierziger Jahre die Fahne der Opposition erhob und bald durch Marx' Oberleitung zu einem polltisch und geschieht- lich bedeutsamsten Blatt werdcn sollt«. In jen«m Brief kehrt« Marx sich gegen»in« Arnlelreih« Edgar Bauer», die in radtlalisti« schem Draufgängertum den KonstitutiorntliSmu» befehdete, über den natürlich auch Marx hinausgehen wollte, der aber doch im Kampf der Zeit al« ein nächste» Ziel Bedeutung besap. In dem an Dägo�ert Oppenheim gerichteten Brief steht ein Satz, der be» merkenswert ist, weil er Marx al» praktischen Politiker zeigt. Marx hatte jene Baucrschcn Artikel abgelehnl, weil sie Anlaß geben kann- ten daß die Zensur verschärst, die„Rheinische Zeitung" wamögl ch unterdrückt wurde. Dieser Befürchtung fügte nun Marx hinzu: .»Jedenfalls aber verstimmen wir ein« große, and zwar die größte Menge freigesinnler praktischer Männer, welche die müh. same Roll« übernommen haben. Stuf« um Stuf«,-nnerhilb der konstitutionellen Schranken, die Frsihei! zu erkämpfen, während wir von dem beguemen Sessel der Abstraktion.hre Widersprüche ihnen vordemanstrieren." Marx schrieb diese Sätze, eh« er sich zu dem soziaastisch m Re- volutionär entwickelt hatte, der im Geistesleben der We'r über da» Jahrhunderl hinaus erschütternd und bahnbrechen» wirken sollt«. Aber man wird sich der Sätze erinnern müssen wenn man daS Verhältnis von Doktrin und Praxi» im jMlilischen Deute.! und Handeln Marx' gerecht bewcrirn will.,lle tu Stuttgart. Aul»rund umsaflender Rackiottchungen ist man jrtz, ,»»"-in ü gcbnis geiouimen. dost die im irltitiembcrgl chen StaalSirchio aufbeivahrle Pcigarnenldnndtchrisl mit an- dängendem Vlelsteqel wahrtche'nllch die einzige erhallene UrschUft der Bannbulle gegen Lutber tft. jene« denkwürdigen Dokumente», da» der Papst 15») gegen den vermessenen«ugusttmrmönch rlchiete, de, drei Jahre vorder am Abend vor Allerbetligen an da« Tor der eben«iiizuweibenden Schlohlirche zu Gillenberg in lateinischer Sprach« seine ich deutsch« Thesen festnagelte. Nr. 53* ♦ 37. Jahrgang 1. Heilage öes vorwärts Sonntag, 31. Oktober 192» Hermann Müller gegen rechts! In««'gestrigen Reichs agSsitznng sprach nach Daum ig (II- Soz.-Link«) Wg. Müller-Franken(Soz.): Herr Schiffer lhat darauf hingewiesen, dast die Debatte schon vier Tage läuft und man nicht immer auf Einzelheiten zurückkommen soll. Gewiß, wir haben Dauerreden gehört, namentlich von solchen, die Gegner des Parlamentarismus sind. Diese Reden verlocken mich nicht, näher auf sie einzugehen. Auch die Rod« Däumigs nicht. Wir sehen unsere Ausgabe darin, die Interessen der Ar- beiter zu wahren.— Den Protest des Kasseler Parteitags gegen die Zerstörung der Dieselmotoren wiederhole ich auch hier im Reichstag. Dem Protest gegen die Uebcrgrifse der De. satzungStruppen schließen wir unS an, wie wir auch mit anderen Ausführungen des Herrn Außenministers einoerstMidmi sind.— Auf dem Gebiete der inneren Politik erwarten wir baldigst das Schulgesetz und hoffen, daß ihm bald ein Lehrer- anSbildungsgesetz Holge n möge.(Beifall links.) Im sozial- politischen Ausschuß hat man wieder den sssrauen das Wahlrecht zu den KaufmannSgerichten vorenthalten. Höchst sonderbar ist daS Verhallen der Deutschnationalen, die als einzige Partei in diesem Hause gegen die Autonomie von Lberschlesien Stellung nehmen. DaS zeigt, daß sie das alte konservative Unverständnis für die Volksseele übernommen haben.(Sehr richtig?) Falsch ist auch die Parallele, die Graf Westarp in der oberschlesischen Frage zwischen dem Autonomicgesetz und der Proklamation des Königreichs Polen im Jahre 1SIK gezogen hat. Wir hoffen bestimmt, daß die Volksabstimmung das Verbleiben ObcrschlesienS beim Reich ergibt.(Beifall.) Eine Revision des Friedensvertrages von Versailles in seinen undurchführbaren Bestimmungen muß und wird kommen.(Sehr richtig!) Aber die Politik der Deutschnatio- ualen ist wohl der falscheste Weg, den man überhaupt einschlagen kam«. Das hat schon der.Erfolg" der deutschnationalen Politik bei den Friedensverhandlungen in Brest-Litowfk bewiesen, wo ein Antrag ihrer Partei«ine große Kriegsentschädigung forderte. Aber die Deutschnationalen haben eben nichts gelernt und nichts vergessen.(Sehr richtig!) DaS hat auch ihr Partei- tag deutlich gezeigt.(Sehr wahr!) Wenn wir eine Revision des Friedensvertrages herbeiführen wollen, müssen wir immer und immer wieder zum Ausdruck bringen, daß ein neuer Geist im deutsch«» Volk« eingezogen ist.(Beifall.) Wesentlich ist hier unsere Haltung in den Fragen der Wiedergutmachung. Sie muß über den Rahmen eines bloßen Ersatzes hinausgehen. Redner weift dann die Angriffe des Grafen Westarp gegen das Verhalten der deutschen Delegation auf der Internationalen Sozialistenkonferenz in Genf zur Schuld- resolution zurück. Wir hatten keine Veranlassung, uns schützend vor die Verbrecher der Wilhelm st raße und am Ballplatz zu Wien zu stellen.(Sehr richtig!) Wir haben aber ausdrücklich festgestellt, daß der tiefere Grund für den Ausbruch des Krieges im kapitalistischen System überhaupt lag. Für die damalige Kopf- losigkeit der deutschen Regierung ist der best« Kronzeuge der Ad- miral Tirpitz, der in seinen Erinnerungen genauer darstellt, wie diese Regierung in den Weltkrieg.hineingeschlittert" ist. Der Tod von Millionen war die Folg«.(Sehr gut!) Herr Geßler hat gegen Scheidemann ein Temperament ausgebrocht, das wir im Reichswehrministerium an Ihm leider sehr haben vermissen müssen.(Sehr gut!) Er Hot die Vorwürfe DcheidemannS nicht entkräften können, und wir werden beim Militäretat noch im ein- zelne» auf sie zurückkommen. Die Reichswehrfrage ist die Kernfrage der Zukunft der Republik Wenn die Reichswehr kein Werkzeug zum Schutze der Republik ist, hat sie ihre DaieinS- berechtigung verloren.(Sebr richtig!) Ein neuer Kcmp-Puffch würde letzten Endes zwar ebenso erfolglos verlaufen wie der erste, aber er würde neues Elend über Deutschland bringen, und das muß von vornherein verhindert werden. Wir bekämpfen alle reaktiv- nären Bestrehungen, die im Hakenkreuz ihr Symbol finden. Wir bekämpfen den Revanchegcdankcn auf da» alleren tschiedenste, denn die Revanche ist vollkommen aussichtslos und würde nur neue Ge- fahren und neues Elend über Deutschland bringen.(Lelchaftcr Bei- fall bei den Soz.) Die Arbeiterschaft wird trotz der augenblicklich beklagenswerten Zersplitterung jeder KriegSbetze erfolgreich begegnen.(Beifall.) Der Völkerbund wird erst dann vollständig sein, wenn Deutschland und Rußland in ihm aufgenommen sind. W'r müssen alles tun. den VölkerbundSgeift bei uns zu stärken.(Beifall.) Der Redner belegt dann an einer großen Reihe von Aeußerungen der Rechtspresse, daß die Rechtsparteien im November I9>8 das monarchistische System preisgegeben haben. Gegenüber dem Grafen Westarp stelle ich fest, daß Wilhelm II. die Beamten, also auch den damaligen Staatssekretär Scheidemann. am 9. November vom Treueid entbunden bot: dt« Herren Helfferich usw. würden sonst sicherlich kein« Penhonen von der Republik annehmen.(Zurufe: Nana! und Heiterkeit.) Zu einem lebhosten Entrüstungssturm der Rechten kommt es dann, als Redner den früheren Kaiser als Deserteur von Amerongon bezeichnet. Nach Wiederberstellung der Ruhe verlangt der Redner von der Regierung, daß sie sich die Fülffung in der Frage der Neugestaltung Preußens mcht entreißen lassen soll«. Herr Heim hat sich gestern ganz auSgeschwtegen über das Bamberger Programm seiner Partei. Wenn in Bayern die Monarchie ausgerufen werden sollte, dann wird das die bayerische Arbeiterschaft zum schärfsten Kampfe herausfordern. Tie Ausrufung der Monarchie in München würde die Ausrufung der Nordbayeriscken Republik zur Folge baben. Dabern hat kein Recht, Verträge mit auS- ländischen Staaten abzuschließen.(Sehr richtig!) Was die Orgesch betrifft, so gibt e» nur zweierlei! Entweder sie ist verboten, und dann muß das Verbot auch durchgeführt werden, oder das Verbot kann nicht durchgeführt werden, dann lasse man es fallen, dann müssen a I h das Recht auf„Selbstschutz" haben, und dann wird auch die Arbeiterschaft sich ihre Selbstschutz- organisationen schaffen.(Zuruf rechts: Die bestehen doch schon!) Nein, sie bestehen nicht, aber wir behalten uns das Reckt vor. sie zu schassen, wenn die Orgesch als zulässig anerkannt wird. Das,>nas die Leiter der Orgesch jetzt als ihr Programm verkünden� läßt stck mit ihrem Vorleben ganz und gar mcht ver- einen.(Sehr richtig!) Wir hegen darum daS größte Mißtrauen gegen sie und fordern, daß sich die Regierung unser Mißtrauen zu eigen macht. Größte Aufmerksamkeit erfordert das neue Baltiknmabenteuer in Litauen, wo Major Bischoff wieder sein Unwesen treibt.(Zu- rufe rechts: Für wen ist das bestimmt? Wohl für dt« Entente? Lärm rechts. Zuruf links: Für Siel) DaS find die Leute, die auf den ostpreußischen Gütern gesammelt wurden.(Sehr richtig!) Auch Werbungen für die Armee Wrangel sind festgestellt worden. Warum wird die Reichswehr nicht zur Verstärkung der schwachen Grenzbesatzung verwendet?(Sehr richtig!) Wenn die vollziehend« Gewalt, repräsentiert durch General Dassel, nicht einschreiten will, dann muß sie eben an die bürgerlichen Gewalten übergehen.(Sehr richtig!)— Bei der Besprechung des Entwaffnungsgesetze» fordert der Redner Maßnahmen gegen die bayerischen Einwohnerwehren und fragt an, was auf die Note des Generals Rolle» hin geschehen sei. Di« Anwesenheit Ludendorffs in Bayern zeigt die Gefährlichkeit dieses reaktionären Herdes. Die herrschende Korruption ist eine Folge des Krieges. Am schlimuisten find Wucker und Korruption im Wohnungswesen. In der Tiergartenstraße steht seit zwei Jahren«ine der Gräfin Wartensleben gehörige 2t>-Zimmer-Wohnung leer, weil es die Besitzerin, die eine halbe Stund« von Berlin auf einem G-ute lebt, verstanden bat. sich der Beschlagnahme zu entziehen. (Unruhe rechts.) Der Redner nimmt dann Stellung zu der Be- hauptung TrimbornS, daß die Sozialdemokraten die Regierung stürzen und Neuwahlen erzwingen wollten. Die Bewährung»- f r i st der Regierung ist unseres Erachtens nach noch nicht abgelaufen.(Zurufe.) Der Deutschen Volkspartei wollen wir erst noch Gelegenheit geben, ihr Wiederaufbauprogramm durchgu- führen.(Beifall links. Unruhe rechts.) Gegenüber der Auffassung Dr. Heims halten wir die Sozialisirrung der Kohlengruben für notwendig, weil die Kohle das wichtigste Produktionsmittel ist. Daß wir nicht an«ine Verstaatlichung denken, zeigt doch unser Kasseler Beschluß deutlich genug.(Sehr richtig!) Di« Ernährung?- nöte der Bergarbeiter sind groß, baldige Beruhigung der Arbeiter- schast ist notwendig. Der Arbeiter darf nicht nur Objekt, sondern er muß Subjekt in der Produktion und in der Wirtschaft werden. Diesem Ziel muß unser Kampf in diesem Winter über die Etappe der Sozialisierung des Kohlenbergbaues entgegenführen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Reichs toehnninister Geßler: Hebert ritt« von bewaffneten Banden, wie sie der Vorredner erwähnt«, mit einer derartigen Ausrüstung, ohne daß die zu- ständigen Behörden Ostpreußens davon etwas bemerkt hätten, wären unerhört.(Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Ick wiederhole, ich würde es als unerhört bezeichnen, wenn es der Fall getvesen ist.(Abg. Hoch: Ist es nickt festgestellt im Reichswehr- Ministerium?) Ich bin über diese Dinge beständig unterrichtet durch den WehrkreisbcfehlShaber uick den Oberpräsidenten Sichr, den ich heute früh gesprochen habe. Er hat diese Mitteilungen als weit übertrieben bezeichnet. Von Uebertritten mit Geschützen ist ihm nichts bekannt.((Hört, hörtl) Ich stehe auf dem Slandpunkt. daß.�wenn in der Tat Uebertritte auch nur von annähernd dieser Stärke erfolgt sind, dies in der Tat unerhört wäre. Ich wiederhol« aber, daß«f_der Oberpräsident b e- stritten hat.(Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Nach allen Berichten der maßgebenden Zivilstellen sind diese ScnsationSmel- düngen übertrieben. Räch meinen Informationen ist jeit dem 15. Oktober niemand mehr übergetreten. Mit dem Oberprasidenten habe ich vereinbart, daß bei irgendwelchen Bedenken sofort militä- rischc Grenzsperre verfügt wird, trotz der für die Truppen damit verbundenen außerordentlichen Anstrengungen.(Beifall in de Mitte.) Der Präsident schlägt vor, jetzt die Beratung abzubrechen, den.Haushaltsplan dem Ausschuß zu überweisen und die politische Aussprach« auf nächsten Donnerstag zu vertagen.— Da» HauS ist damit einverstanden. In einer persönlichen Bemerkung erklärt Abg Wull« fDnat. Vp.), daß er sich niemals für die sckwarz-rot-goldene Fahne ausgesprochen hätte. Der betreffende Artikel wurde geschrieben auif Grund deS Beschlusses deS österreichischen Parlament», sich mit Deutschland zu vereinigen. Die.D-utsche Zeitung" konnte damals nur Nachrichten bringen, da die Arbeiter do» Betriebes erklärten. keine anderen Artikel setzen zu wollen. Donnerstag 3 Uhr Weiterberawng. Schluß 3 Uhr. Preußens Verfassung. In der LanideSversammluing sprach am Sonnatz.'nd zu den Br- fassungkHestimmungen über den Staatsrat, 24a bis S4c) Abg. Heilman»(Soz.): Der Staatsrat ist der Kernpunkt der Vorlage. Die Be- �-umungrn über den Staatsrat und die Autonomie der Provinzen können uns durchaus nicht befried �gen. Der F i n a n z r a t hatte wenigstens«inen Vorzug, er beugt« der Gefahr vor. daß allzu leicht imgedeckbe Ausgaben beschlossen würden. Der Staatsrat leistet nicht einmal daS. Jetzt wird jede einzelne Provmzvertretergrupp« mit neuen Sonderförderiingen kommen. TaS berührt ober noch nicht die grundsätzlich« Frage. Wir wollen Durchführung der wahren Demokratie und Anbahnung der einheitlichen Gestaltung Teutschlands. Keines dieser Ziele ist durch diese Be- schlüss« erreicht oder überhaupt etwa» Positives für sie durchgesetzt worden. Der Staatsrat ist geradezu «in Abrücken von der Demokratie. Gerade die kleinen Parteien werden in ihm gar nicht oder ganz einflußlos vertreten sein. Das sollton sich die Demokraten doch sehr überlegen. Dagegen hat die Rechte von vornherein dafür ge- sorgt, daß ihr einig« Sitze sicher sind. Die Demokraten scheine» den SiaaiSrat für notwendig zu halten als Mndemittel zwischen link! und rechts. Diese Annahme ist ober irrig. Daß den Be- wohnern der R ftprovinzen von Posen und Westpreußen fünf- fache» Wahlrecht gegeben w.rd, ist ein Verstoß gegen die Demo- kvatie, und wir glauben, daß die Bewohner der Grenzmark selbst eine solche Bevorzugung ablehnen, sie wollen nur Glaichberech- trgung. UebriaenS ist die Sache des Deutschtums in der Grenzmark nicht ausschließlich ein« Sache für die Betätigung der Deutsch- nationalen, sondern sie ist unser aller Sache. lSebr richfcg! bei den Sozialdemokraten.) Gewiß beherrschen 300 000 Kapitalisten ganz Deutschland, da» braucht uns Dr. Cohn nicht erst zu er- zählen. Wir würden dadurch, daß wir ihnen das Wahlrecht ent- ziehen, die Aufklärung der Massen nicht fördern, sondern hemmen. (Widerspruch bei den U. Soz.— Abg. O b» ch(Rechte II. Soz.}: Diktatur d.S Proletariats!) Damit könnte ich mich abfinden, wenn nicht der Terror damit verbunden wäre.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Für die Provinzialvertreiungen muß dasselbe Wablrecht galten, wie für den Landtag. Der Staatsrat dient auch nicht der Einheit des Reiches. Di« Autonomie der Provinzen kann weder Preußen zusammenhalten noch das Reich. Das zeigt da» Schicksal OberschlesietiS: noch ist sein« Autonomie nicht einmal beschlossen, und doch ist e» für Preußen schon verloren.(Bewegung.) Gerade weil wir dies« Aushöhlung Preußens nicht wollen, haben wir den Staatsrat von vornherein abgelehnt. Die Deutschnationalen aber find sofort für ihn gewesen, obwohl sie diese seine Wirkung kannten, nur weil sie eine Art Zweite Kammer haben wollten. Da ist es unehrlich. unS die Zertrümmerung Preußens vorzuwerfen.(Sehr richtig! tivtk», Unruhe rechts.) Je eher alle Einzelstaaien verschwinden und das Reich sich nach freiem Ermessen in Unterbezirke teilt, unbeirrt durch die Staatsgebilde der Vergangenheit, um so tnehr wird meine Partei es begrüßen. Aber dieser Weg führt nicht über die Auf- t ei l u n g Preußens. Ich wunder« mich, daß Dr. Preuß den Plan der Reakt.on nur halb erkannt hat. Die Rechte will möglichst diel selbständige reaktionäre Einzelftaaten schaffen. Deshalb ha«len ja auch die rheinischen Demokraten erst kürzlich beschloycn: Unbedingte Voraussetzung für die Aufteilung Preußens würde die Aufteilung der anderen großen deutschen Länder, namentlich Bayerns, sein.(Hört, hört! links.) Vor allem darf der Rhein n.cht die Grenze eines der neuen Länder werden.(Sehr richtig! links.) Die größte wirtschaftlich« Einheit Deutschlands ist das Ruhrrevier, das heute in zwei Provinzen zerrissen ist. Durch die Autonomie werben sie es in noch einer Anzahl Provinzen mehr zerreißen Soll Preußen-Deutschland nettgegliedert werden, dann ist daS wichtigste die Kohlenprovinz von Aachen bis Hamm. Alle hisherigen Provinzen sind durchaus ungeeignete Grundlagen für die Neugliederung des Deutschen Reiches, sie würden nur einer wirklichen Neugliederung den härtesten Widerstand entgegensetzen. Wir stimmen dem StaatSrar in der dv-rgeschlagenen Form nur des» halb zu, weil er uns die Stellung Preußens möglichst wenig zu schwächen scheint. Befreunden können wir uns mit diesem Staatsrat nicht. Wir nehmen rhu nur an, weil er weder gegen die Demokratie noch gegen den Zusammenhalt Preußen» zu schroff und unerträglich verstößt. Aber daS ist ein rtesengrvßes Opfer, auf das ich bei den anderen Parteien gebühvenid Rücksicht zu nehmen bitte.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Preußen war im alten Deutschland der Hort der Reaktion, im neuen Deutschland ist e? der Hort der Revolution. Wir arbeiten für die neue Einheit Deutschlands, wenn Preußen nicht zerstückelt wird, sandeni rn das Einheitsreich möglichst bald hinübergeführt werden kann.(Ledhafter Beifall bei den Soziaiidamokraren.) Wg. Dr. Preuß(Dem.): Eine berufsstündische Vertretung lehnen wir ab. Um der Ge- fabr vorzubeugen, daß das Band mit den Provinzen gesprengt werde, muß sich zunächst der demokratische Gedanke tonsolidierem Dem soll der Staatsrat dienen. Nach dem Schicksal Elsaß-LothringenS müssen wir Oberschlesien, solange es noch Zeit ist, freigebig daS gewähren, was doch einmal gewährt Werden muß, Mit dem Prinzip der Demokratie versteht sich«ine Zweite Kammer sehr wohl. Die Grundlagen für den Staatsrat find demokratischer Natur. Staatssekretär Freund: Di« StaatSregientng begrüßt den Staatsrat und wirb freudig und ohne Mißtrauen die Mitarbeit der Provinzen aufnehmen. Abg. Mentzel--Söettn!(Dnat.): Je einflußreicher da» pari«-- mentarische System auf die Geschicke des Staates einwirkt, desto notwendiger ist eine berufsständische Erste Kammer. (Beifall rechts.) Abg. Obuch(Rechte U. Soz.): Wenn man den Staatsrat in irgendeiner Form zuläßt, stärkt man die Reaktion. Dr. Preuß hat den Nagel auf den Kopf getroffen, als er sagte, Preußen sei als Hort gegen die Revolution anzusehen, nur weil hier die Sozialdemokraten hohe Aemter innehaben,(fei die alte preußisch«! Wirtschaft von dem umgekehrten Ende. Die Mach i des Pro- tetariats muß di« Ideen des Staate» wenigstens in einer UebsogangSzeit bestimmen. Der Staatsrat hat viel zu weitgehend« Rechte. Besonders gefährlich ist der Verzicht auf den Volksentscheid in finanziellen Fragen.(Beifall bei d:n U. Soz.) Abg. Dr. Lauscher(Z.): Der treudeutsche Sinn den Rheinländer hat sich trotz aller Bodrücku-ngien durch die Be- satzung als unerschütterlich erwiesen. lStürmischcr Beifall.) Der Staatsrat ist nicht ein reaktionäres, sondern ein fortschürtlicheS Ge- lulde. Die gegenwärtigen Sorgen um Obcrschlesten sind die Folgen einer falschen Politik, unter der auch die Rheinlande gelitten haben. Der Rhein darf auch nach unserer lleberzeugung keine Staatsgrenze werden.(Zustiiinnnng.) Will der Landtag einen Einspruch des StaalSvacS unwirksam macken. so muß sein Beschluß mit Zweidrittelmehrheit aller Mitglieder gefaßt sein, itickd nur der Anwesenden.(Widerspruch links.) Das gleiche Wahlrecht wünsch:» auch wir, aber wir wollen es an eine gewisse Wohnsitz- dauer knüpfen. Wg. Heilmann(Soz.): Die Zweidrittelmehrheit de? Landtages gegen einen Einspruch deS Staatsrats braucht nur eine solche eines beschlußfähigen Hause» zu sein. Eine absolute Zweidrittelmehrheit ist ja überhaupt nicht zusammenzubringen. Da» zeigt di« Abstimmung dieses Hauses tu der Frage deS KirchencmStrittS. Ein aus der Unabhängigen Sozialdemokratie jetzt allerdings auSgo- schlossener Herr hat jüngst eine rheintscherepublikayischg Selbständigkeitspartei gegründet.(Lebhaftes Hört, hört!) Im Gegensatz zu Obuch hat einmal dessen Parteifreund Henirig die Pläne auf Zerschlagung Preußens hier mit aller Schärf« zurück- gewiesen. Nur der unglückliche Zufall, daß heute gerade Obuch grs redet hat, hat dazu geführt, daß di« Unabhängigen Seite an Seit« mit dem Zentrum für die Autonom ie eintreten. �Die Herren v o n d e r U. S. P. haben übrigens am dieser Verfassung wirklich nicht viel mitgearbeitet.(Zustimmung.) Wir sind ge- zwungen, die alten preußischen Machtprinzipien fallen zu lassen. Wir wenden uns nur dagegen, daß bei den Provinzwün scheu mit soviel unbestimmten Worten gekämpft wird.(Sehr licbtigl links.) WaS sind z. B. �beachtliche Wünsche". Herr Lauscher? Ich habe den Verdacht, wenn Teil« des Bürgertums aus Furchtvor einer sozialdemokrattschen Mehrheit weitgehende Selhstön- digkeit der Proviftzen wollen, daß daS immer ein beachtlicher Wunsch ist. Wenn aber umgekehrt Sozialdemokraten gegen e.ne reaktionär« Gewaltregierung Selbständigkeit verlangen, ist das nicht beachtlich. (Sehr richtig! links.) Das Versagen der Reichsgcwalt gegenüber den bayerischen Verfassungsbrüchen macht die Erhol, tung Preußens als Hort der Errungenschaften der Revolution not- wendig und unerläßlich.(Abg. Lauscher}Z.}: Dann stärken Sie die ReichLgewalt!) Dazu sind Nur jedcu Tag bereit. Wir gehen bi« zur äußersten Grenze de» Unitarismu� wenn Sie wollen, heute. Aber wir wollen Preußen nicht rre» schlagen, ehe wir die Sicherheit haben, daß diese deutsch« Einheit auch im Süden verwirklicht wird.(Sehr rtchpgl bei den Sozialdemokraten— Unruhe rechts.) Die P:o» v:nzcn lassen sich di« Einsetzung der Beamten von der Zentrale aus nicht gefallen, wenn aber Berlin sick selbst seine Beamten gibt, dann macken Sie ein Ausnahmegesetz Als die Oryefch auf den Plan trat, war die Reichsvcrwaltung zu schwach, die demokratische Freiheit zu sichern; Preußen war dazu stark genug, und diese Stärke Preußen» wollrn wir erhalten.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. Leidig: Die Reichsgewalt muß gestärkt werden, nicht diejenige Preußen«, denn diese ist nur ein starkes Hemmnis für dte Reichsgewalt. Preußen ist brüchig geworden. Das beweisen die Ablösungsbestrebungen. Wir müsse« uns nach ■rfit« anSeren palttischen Form umsehe«, dmmt Deutschland«halten bleibt.(Beifall im Zentrum. Zischen recht».) Abg.». Arie»(Dnatl.): W,r wollen Preußen aufrechterhalt«, al» Hort der Ordnung, als Rückgrat de» ganzen deutschen Later- temde».(Beifall recht».) . Abg. Kilian,? Uhr, sonder» um'1,10 Uhr. Sammelpunkt: Bob strafe«, Ecke Schwede» strafe«. Montag, deu 1. November: Sozialistische Tchülersektiou. Verauftaltung kann nicht stattstnde«. 2 ähna 4 u. 7 M. mit Triedenskautsehnk 5 Jahre schrifü. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zflhne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn-Praxis Hatvani, teiger Straße 1. Kreitestrabe RUDOLPH HERTZOG Brüdcrstrabc BERLIN C2 Pelzkragen Wickelform ln Skunlukanln. K Ü4,— Wickelform m r.fg. Kanm.. m. 175.- Widcelform In Nalurkanln,. M. 112. Wickelform m Fehj««jn.... df 143- Wickelform pumaB�rdi.. m. 413.- Wickelform Stal«leeir. M. 550.— Damen-Pelzhüte Langhaarig'Kanin Solide Kappenkormen. grau oder sdiwex*. M. 85." 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Seidel als Verteidiger zur Seite stand, während als Kläger der von R.-SL Dr. Jacques Abraham vertretene Bureaureiniger Alexander F i e b i g auftrat. Der Angeklagte war Bureaudirektor bei der Berliner Stadt. synode und hatte, da er in Müh'enoeck wohnt, die Erlaubnis er-' halten, an den Tagen, an dcnut die ri�nnge» der Synode bis in den späten Abend dauerten, in den Räumen der Synode in einem extra dort aufgestellten Bett zu schlafen. Nach der Behauptung nnd eidlichen Aussage der Iftjährigen SC echter des Klägers habe sich ihr der 64jShrige Mann wiederholt, als sie chm deS Mar- genS den Kaffee an das Bett bringen muhte, genähert und sie ge. wallsam an sich gezogen und g e k ü h l. Noch erheblich schwerwie- gender war die eidliche Aussage der Ehefrau des Klägers, die be- haupret, dah Oehmke sich an ihr eines gewaltsamen Sittlichkeits- Verbrechens im Sinne der 17g, 1 und 177 St. G. B. schuldig gemacht habe. Wegen dieser Beschuldigung schwebt bei der Staats- cmvaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Notzucht gegen O- Auf die Anzeige des Vaters des Mädchens war das jetzige Verfahren wegen tätlicher Beleidigung eingeleitet worden. Das Schöffengericht brachte in seinem Urteil zum Ausdruck, dah der Angeklagte es in seiner sozialen Stellung an der nöligen Zurück- Haltung habe fehlen lassen, und nur mit Rücksicht aur seine bisherige Unbescholtenheit und sein Alter habe das Gericht nicht auf eine Freiheitsstrafe, sondern auf nur 5l> Mark Geldstrafe erkannt. Gegen dieses Urteil legten beide Parteien Berufung ein. Der Angeklagte vertrat in Anleynnng an das Sprchwirt von„dem Kuh in Ehren" den Standpunkt, dah unter der Vor- auisetzung, er habe das Mädchen wirklich geküht,„der Kuh eine« ehrenwerten frommen Menschen für ein junges Mädchen keine Beieidigung" fei. Von Rechtsanwalt Dr. I. Abraham wurde demgegenüber dar- auf hingewiesen, dah der nur ehrenhalber küssende alte Herr auch eine Hilfsarbeiterin und die Telephonistin bei der Stadtsynode wider ihren Willen geküht Hab«.— Das Gericht kam zu einem überraschenden Resultat. Es entschied in der Sache selbst nicht, sondern beschloh, bei der Staatsanwaltschaft anzufragen, ob diese nicht im öffentlichen Interesse die Klage erheben und diese Sache dann mit der anderen schwebenden ErmittelungS- fache verbinden wolle._ Die Elektrisierung öer Staötbaha.* Das Ergebnis der Probefahrte«. Die Frage der Betriebsmiitel der Berliner Stadt-, Ring- und Voroitbadnen ist nunmebr endaültig enticbieden worden. BiSber bestand nocki immer der W-itbewerb zwifckien den sogenannten Triebgestellzügen und den Triebwagenzügen. Erster« sind gewöhnliche stadtbähnzüge, deren Sagen mit elekmicher Heizung und Beleuchtung ausgerüstet find; vor und bimer diesen wird eine zweiachsige Sokommive gespannt, die jedoch vom Zug« au« gesteuert wird. Die andere Betriebsart verlangt eine Reibe von neu zu erbauenden Triebwagen ähnlich wie die Hock- bahiiwagen, zwiicheu denen alle Wagen taufen können. Tie Probefahrte» mit den vor einiger Zeit fertig- gestellten Triebwagenzügen baben die Verwendungsmöglichkeit der Triebwagenzüge im Bollverkehr zwar erbracht, leider können sie aber trotzdem im Berliner Verkehr nicht verwandt werden, weil '»■i« Triebwogen für die Stadibahn viel zu schwer sind. Der ganze Triebwagen wiegt nämlich leer rund SS Tonnen, vollbesetzt würde »r etwa 7l Tonnen wiegen. Diese« Gewicht verteilt sich auf nur 4 Achien. der Hochdiuck würde al'o etwa 18 Tonnen betragen, eine La st die für die Stadtbahnbögen zu schwer ist. Außerdem würde sich der Bau der Triebwagen unter den heutigen Berhältnissen auherordenilich teuer stellen. ,'o dah sich ihre Einführung schon auf finanziellem Rücksichten verbiete!. Dagegen haben die Triebgestelle den Borzug, dah bei gleicher LeistungS- sähigkeit die bisherigen Stadlbahnbetriebsmiitel mil Ausnahme der Lolomollve in vollem Umfange verwendet werden können. Kohlenfreigabe für Zentralheizunge». Vom 1. Xovember ab werden zur Belieferung freigegeben; Aur.Kohlenbezugsschein für Zentralheizui'. gs- u n d Warwwass erbereit ung-anlagen" für G c- schäftSräume der Behörden, der Beruksgenossenschaften und Krankenkassrn, sowie für die Räume von gemeianützigqn Speisean.- stalten und Hospizen weitere 10 Prozent der im Bezugsschein fest- gesetzten Koblenmenge. Für öffentliche und private Schulen weitere M Prozent. Für Krankenhäuser, Un-allst�rtionen usw. weitere 20 Prozent. Für Kirchen, Kapellen, Synagogen weitere 20 Prozent. Für alle übrigen Verbraucher weitere 20 Prozent. Ausgenommen von dieser Bestimmung sinid Zentral- heiznngsanlagen, durch die lediglich Fabrikräume und gewerblichen Zwecken dienende Räume beheizt werden, deren Kohlenbelieferung nur zulässig ist, wenn der Bezugsschein den Vermerk der Kohlen- stelle Groh-Berlin trägt:„Belieferung hat gemäh§ 2 Abs. 1 der Verordnung des Kohlenverbonides Groh-Berlin vom 2S. März 1020 zu erfolgen." Ferner sird von dieser Freigabe ausgenommen: Museen, Theater, Konzertsäle usw.. deren Kohlenbelieferung nur nach Mahgabe der auf dem Bezugsschein vermerkten Genehmigung der Kohlenftelle Groh-Berlin zulässig ist, soweit diese Genehmigung nicht inzwischen durch besondere Anordnung abgeändert ist. Ausserdem werden zur Belieferung freigegeben: Auf „Äohlenbezugs schein für Ofenbrand" lrosa Bezugsschein) für die im 8 50 der Verordnung des Kohlenverbandes Groh- Berlin vom 6. März 1010 genannten Verbraucher, mit Ausnahme der Kirchen,.Kapellen und Synagogen, weitere 20 Prozent der im Bezugschein feftgesettzen Kohlenmenge. Auf.Kohlenbezugsschein für Warmwasseran- lagen" erfolgt keine weitere Freigabe. Die Belieferung dieser Anlagen ist deshalb wie bisher nur bis zu 30 Prozent der im Be- zugschein festgesetzten Gesamtkohlenmenge zulässig. Schulhausbenutzung durch die Erwerbslosenfürsorge. In Nr. 534 brachten wir Angaben aus einer Beschwerde, die von den Elteinbeirälen der Berliner Gemeindeschulen 133 und 140(Bergmannstrahe) dem Provinnalichulkollegium übeisandt worden war und um deren Veröffentlichung man uns bat. Fetzt antwortet der BetriebSral der Erwerbs- losenfür sorge mit einer Richtigstellung, wobei er auch Be- bauptungen richtigstellen zu sollen glaubt, die zwar gleichialls in der Beschwerde stehen, von uns aber gar nicht wiedergegeben worden sind. Wir können nur auf das eingehen, was unser Artikel wiedergab und wofür im übrigen die Beranlworlung selbstverständlich den Elternbeiräten überlasten blieb. Hierzu erklärt der Betriebs- rat, dah die Aibeilsloien nicht die Aborte der Kinder, sondern be- sondere Aborte benutzen, dah der Hof durch einen Latten ,aun ge- trennt ist. in den Pou'en die K'nder nicht mit den Arbeitslose» in Berührung kommen können und von Belästigungen nicht die Rede lein kann, dah der verkleinerte Hof für die in dem Hause ver- blieben« eine Schule ausreicht.(Der Zaun ist allerdings erst vor etwa IV, Wochen ausgestellt worden. Red. d. Borw.) Die Zuschrift des Betriebsrats gibt die Wünsche der Eitenbeiiäte aus Ent'crnung der Erwerbslosenfürsorge aus den SchnlhäuielN als verständlich zu, weist aber darauf hin, dah die Erwerbsloieniülsorge trotz erdenklichster Mübe bisher keine andere geeignete Unterkunft finden konnte und man dem Recht der Kinder bis zu einem gewissen Grade das Recht der unverschuldet in die elend« st e Lage ge- raten« Arbettslofen entgegenhalten kann. Wir selber hatten sir un'erem Artikel bereits gesagt, bah Rücksicht auch aus die Arbeitslosen genommen werden muh. Mit allen diesen Erklärungen der Elternbeiräte und des Betriebsrates wird weder der aus ihrem Heim verdrängten Schule noch der Unterkunft brauchenden Erwerbslosenfür'orae geholfen. Elternbeiräte und Betriebsrat sollten liieber gemeinsam darüber beraten, wie zu helfen ist. Zu unterem Borichlag, die BuieauS in eine der Ka'ernen vor dem Halleichen Tor zu legen, änhert der Betriebsrat stch nicht. Nachdem Elternbeiräte und Betriebsrat zu Worte aekommen sind, schliehen wir einstiveiien die D'Sklisston bis zum Erntreffen eines Bescheides des Provrnzial- schulkollegiumS._ Fahrplanändernnge« bei der Straffenbahn. Die während des Krieges eingezogene Linie 34 wird vom 1. November ab auf der Strecke Pank-, Ecke Badstratze— Äreuzbergstrahe wieder in Betrieb genommen. Zwecks Herstellung regelmähigerer Fahrabstände wer den vom 1. November a» für die Linien 7, 15, 21, 27, 28, 20, 53, 55, 58. 65, 80, 8t, 114 und V neue Fahrpläne eingeführt bei denen die Abfahrtzelten von den Enidpunklcn geringfügige Verschiebungen gMn die bisherigen aufweisen; ebenso treten mit diesem Tag-' für die Linien 43, 90, 01, 02 und C neue Fahrpläne in Kraft. Nö'cktliches Tribunal. E' n Schulbeispiel für die in letzter Zeit so häufig erörtw.ir nnmähig- Belastung der Strafgerichte und die Notwendigkeit der Schaffung neuer Ricktcrstcllen bildet der Prozeh wegen der bei der Zivilverwaltnng der Provinz Hsnnegou(Belgien) begangenen Riesenunterschlagungeir. Wie schon berichtet, waren der mehrfach vorbestraft« Kaufmann Link weiter und der.Kaufmann Zirkenbach wegen umfangreicher Unterschlagungen und Ur- tundenfälschungen vor dem Schwurgericht des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsrats Krahne angeklagt.— Die Verband- kfng entrollte ein trübes Bild von der Unordnung, die bei dem Rückzüge aus Belgien geherrscht hatte. Staatsanwaltschc�tsrat Ramelow trat für Bejahung der Schuldfragen unter Bersägung mildern. der Umstände ein, da die Beweisaufnahme ergeben habe, dah sich Linkweiler allein 820 000 M. Dienstgelder angeeignet habe. Nach 1-12 Uhr. der Polizeistunde, bekam der Zuschauerrowm ein ungewohntes Aussehen und es verbreitete sich ein leichter Alko- holduft im Saale. Es waren Nachtschwärmer, die, vom Licht des Schwurgericktssaals angelockt, erschienen waren und dann trotz der abgestellten Heizung im Saale, dank der„innerlichen Heizung b'S zum Morgen aushielten. Gegen 3 Uhr morgens stellten die Rechtsanwälte Bahn und Dr. Frey den Antrag, feststellen zu lassen, ob die Beratung der Geschworenen bald beendet sei. End- lich, gegen 4 Uhr morgens, kam es zu der Urteilsverkündung. Linkweiler wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu 4 Jahren Gefängnis, 3 Jahren Ehrverlust verurteilt, Z i r k e n ba ch wurde dem Antrage seines Verteidigers entsprechend freigesprochen. In der fünften Morgenswnde muhten sämtliche Prozehbetei- ligten be! 6 Grad Kälte zu Fuh den Heimweg an:re:en. Die Be- amten hatten gerade noch Zeit, Kaffee zu trinken, da sie um 8 Uhr wieder im Dienst sein muhten. Der Schlaueste war der Gerichts- schreibcr, der gestern nickt erschienen war— er streikte. Vorsicht beim Ofenanheizen. Durch eine Koblenoxhdver- giftung hat die 20 Jahre alte Arbeiterin Martha Goebel aus der Choriner Strasse 33 den Tod gefunden. Die Frau erhielt vcm der Pförwerfrau des Hau'es Prinzenstr. 42 den Austrag, den ein-- gemauerten Ofen für die Hausheizungsanlage anzu- heizen. Man fand die Arbeiterin besinnungslos neben der Feue- rung liegen. Die binzugerufene Feuerwehr stellte Wiederbelebungs- versuche an, die sich jedoch erfolglos erwiesen. Ein Arzt stellte fest, dah die Arbeiterin an Kohlenoxydgasvergistung gestorben war. Millionenschwindler. Ein Schwindler, deir sich FabriMesitzer Paul Schmidt aus Gelsenkirchen nannte, hat eine Leipziger Bank durch gefälschte Schecks um 700 000 Mark beschwindelt. TagS darauf hat der Gauner versucht, boi zwei Berliner Banken eine Million auf die gleiche Weife zu erheben, jedoch ohne Erfolg. Auf Ergreifung des Täters und Hevboifchaffung des Geldes sind 01 000 Marl Belohnung au sg: setzt. Die Gemeinde Reinickendorf hat grohzügige kommunal« Einrichtungen geschaffen. Mit grossem Erfolg werden dott auf verschiedensten Gebieten Verkaufsstellen betrieben, Ebentso stehen die von der Gemeinde eingerichteten Holz- und Kohlenplätze mit ihren maschinellen Anlagen(Sägewerk, Holzspaltmaschinen) konkurrenzlos da. Wir verweise« auf das Inserat in der heutige» AuSgabe.„>« Groffe Volksoper Berit». Am Mittwoch, den 3. November, abends Vif llbr. veranklallet die Grosse VolkSoper Berlin im grossen Saale der „Reuen Welt',©afenbeide 108/114, ibre eiste grosse Overnoorstellung. Zur Aussübrung durch Gräfte der Staatsover gelangt Beethovens„Ftd el to'. Eintrittskarten zum Preise van 4.S0M. sinn im Bureau des BolkSbilduugs- amteS, Zimmer 218 des Rathauses, erhältlich. Märkische Vorträge. Mittwoch, den 3. November, S'l, Uhr, wird Oskar Bolle im Hörsal deS Kunstgewerbemuseums, Prinz- Albrecht- Ztr. 8, seine heiter gestimmte Monographie„Die malerische Spree" vortragen, die, wechselvoll belebt durch Erinnerungen allerlei Art und US prächtige Natur- tarbenlichtbitder, die Landschaft der Spree von der Quelle bis zur Mündung schildern wird. Die Redototionsknndgebtuig de« FriedensbundeS der Kriegsteilnehmer am 0. November, abends TL Uhr. in den Kammeiiälcn, Teltowcr Sirasse, wnd Rcscratc von Heinrich Ströbel, Hell- mut v. Gertach. Karl Vetter. Ignatz Wrobel und Ärtur Zickter bringen. Das Lichk der Heimat. 63) von August Hinrich». ,Äch mutz einen AnHoll Hoden." sagte Somm«?.„ich mutz Land und Menschen sehen, damit alles lebendig wird beim Schaffen." Sie sahen die Gegend an, überschlugen ungefähr die er- forderlichen Vorarbeiten, und zuletzt führte Dierk ihn aufs Moor und zeigte ihm. wie er mit einer einer Maschine den Torf gewinnen wollte. Als sie auf dem festen Damm zurückkamen, begegnete ihnen der Votzbauer.„Das ist der Feind, den wir besiegen müssen," sagte Dier?—„er darf um Gotteswillen nichts erfahren, was wir hier wollen!" Da bückte sich Sommer, ritz ein paar der merkwürdigen blatzroten Pflänzchen aus, die hier massenhaft standen, und vertiefte sich in Betrachtungen über die Eigenart der fleischigen Blätter, kleine Kerbtiere festzuhalten und aufzusaugen. Der Votzbauer warf nur einen flüchtigen Blick auf die eifrigen Pflanzensammler und netz sie unbehelligt vorüber. „Ein forscher Kerl." meinte Sommer, als der Votzbauer fort war.„wird der uns das Moor überlassen?" „Er muß!" sagte Dierk und warf den Kopf hoch, eiserne Entschlossenheit im Gesicht. Sommer sah erst ihn, dann den fortschreitenden Votz- dauern an. „Sind Sie nicht auch in dieser Gegend gebaren?"_ „Dort drüben." sagte Dierk und wies nach dem niedrigen Dach, das weit über die Heide sah. Da wiegte Sommer seinen Kopf und dachte:„Eine harte Sorte Menschen, die hier wächst. Das wird noch einen bösen Kampf geben.". Die wenigen Tage bis Zur Abreise benutzte Dierk, um noch verschiedene Fabriken zu besuchen, die für Lieferungen nach Südamerika in Betracht kamen. Sommer konnte ihm raten, und als er endlich nach Hamburg abreiste, hatte er einen Vertrag mft einem tüchtigen Werk abgeschlossen. Fred, mit dem er in Hamburg zusammentraf, war ganz drtwundert, daß er schon Abbildungen und Preise aufweisen könnt« über elektrische Anlagen und Maschinen, di« fertig zum Verfand standen, und die Summe hörte, die Dierk an jedem verkauften Stück verdienen würde. „Mensch," sagte er in ehrlicher Bewunderung,„am Ende wirst du noch ein ganz guter Kaufmann— das Zeug dazu hast du wohl!" Aber am letzten Abend hatten sie noch ein Erlebnis, nach dem er grollend versicherte, aus Dierk würde nie ein ziel- bewußter Kerb Sie hatten alles eingekauft und verpackt. waS nötig war, und ließen sich nun von der Menge auf den Straßen ohne Ziel treiben, um noch einmal das Hamburger Leben zu betrachten. Wo ist man einsamer als in der Großstadt? Der Strom von Menschen glitt an ihnen vorüber, tausende von Gesteh. tern, jedes ein Schicksal, und doch alle fremd und unbekannt. Dierk war es, als stände er einsam am Ufer, und als rauschte da eine fremde Well, die ihn nichts anginge, als wäre er losgelöst von allem und hätte nichts mft diesem lauten Leben zu tun. DaS sichere Gefühl, das keiner ihn hier konnte, machte ihn fast froh. Was verknüpfte ihn denn mft dieser Mensch- heit, die haftend und gelassen, leidend oder lachend, in bunten Wirbeln vorüber trieb? Nichts! Ungestört sann er inmftten der Taufende über seinen Plan. Da hörte er plötzlich seinen Namen rufen. Erstaunt wandte er sich um. Aus der Menge löste sich ein Mädchen und streckte ihm die Hände entgegen,— verwundert sah er sie an. Ein schmales Gesicht, dunkle Ringe unter den Augen und ein paar scharfe Linien um den feinen Mund— aber die Haut weiß und Wangen und Lippen rot. Er blieb steben und starrte sie an, da zog Fied ihn am Arm:„Tie ist ja bemalt, komm doch weiter." Verächtlich sagte er das und wandte sich ab. Aber das Mädchen hatte Dierks Hand ergriffen. angsvoll wollte sie ihn nicht entfliehen lassen:„Dierk— ach Dierk— endlich einmal ein Mensch von daheim—" Da schrie er auf:„Hanna— k" und erkannte seine erste Jugendliebe in ihr. die ihn so grausam betrogen hatte. Un- willig wollte Fred ihn fortziehen, aber sie hielt ihn fest:„Ach, lauf nicht gleich wieder weg, laßt mich doch nicht allein— bitte, bitte—" Unschlüssig ging Dierk weiter, aber sie ließ seine-Hand nicht los und blieb neben ihm.„Wie kommst du hierher?" fragte er endlich. .Ach bin hier doch schon lange, ein paar Jahre schon. „Und bist—?" Er sah sie an, ganz entsetzt, da senkte sie den Kopf und errötete. .Ach hob keine Lust, so durch die Straßen zu ziehen—*- sagte Fied und blieb stehen,„entweder, oder." „Fied— es ist doch Hanna—" sagte Dierk, aber Fied blieb fest:„Was wollt ihr also?" „Wenn ihr doch nur eine einzige Stunde--" bat sie—„nur eine einzige Stunde— ich habe nie femand wiedergesehen von daheim." Da faßte Dierk seinen Freund am Arm:„Komm?" sagte er so befehlend, daß Fied sich fügte. So traten alle drei in eine der großen Wirtschaften. Hanna sprach mit dem Kellner, der sie zu kennen ichien, dann ging sie den anderen voraus eine Treppe hoch und führte sie in ein kleines Zimmer. Der Kellner stellte Wein und Gläser auf den Tisch und verschwand wieder. Eine Weile schwiegen alle drei betreten still, bis Hanna plötzlich die Hönde vors Gesicht sÄug und bitterlich weinte. Die anderen beiden rückten unruhig auf ihren Stühlen. Endlich legte Dierk ihr die.Hand leicht auf die Schutter: ...Hanna— ich weiß nicht, ob wir dir helfen können— aber — wie ist denn das alles gekommen?" Sie warf den Kovf hoch und sab ihn wild an:„Du— du bist schuld!— O. Gott, was sag ich— ja— ja, aber es ist so— du bist schuld— I" Ganz erschrocken nahm Dier? seine Hand von ihrer Schulter, aber sie griff mit beiden Händen zu und hiell sie fest.„Warum hast du mich nicht genommen, damals— dann wäre ich wohl gut geblieben, trotzdem, ja! Warum mußte das gerade so ein Whuft tun?" ,Ach— ich dich nehmen?" stotterte Dierk verlegen.. Sie nickte.„Ich Hab dir doch genug gezeigt, daß ich dich mochte—. aber du— du warst zu dumm, und ich. das Tanzen— ich wollte, wollte—, ich hatte so eine Lust in mir, zu leben." Dierk schüttelte den Kopf und fand sich nicht zurecht— das Mar ja der größte Schmerz seiner Jugend gewesen, daß dies Mädchen ihn betrog, und jetzt sollte er sie betrogen haben? Sie kramvfte ihre feinen Finger um seine Hand.„Dich Hab ich doch lieb gehabt— aber nachher— och, das war ja immer was andere»." (Forts, folgt.)' fit M« OnToflentetfung wird ö« 6««Sendkasse ein«(HnWittflrfiDJt von Mirl erhoben. Zeniralverband der Angestellte«. Montag. 1. November. -Fvchgruppe 7o«Waren, und Kauihäulcr, Spezialaeschäitt). Milgiiederver- v<� ammlung 8 Ubr Havellands �eftiäle, Neue Filedrichirr. 35.— seach- »>uivpe 8b tNoenturen, Son'minwnSgelchäste). Milalledci Versammlung 7 Uhr, Ncslaiirnnt Weaner, Srvdelstr. ijy».— Facharupvc 12g(Hohlen). klefienllichc Berlammlung 7s/t Uhr, ZchnUheik. Neue Jatodltr. 21>25.— llachgruvve 15-1(il E. M.'Hvnzeln). Milaliederverlanimumg 7 Nbr Musilersäle, Kaiser Wilbelm-Tt'. 31.— Fachgrupvc 16b(Zeitunqsbe triebe und Anncnceiierpedilionen). Lcfsenlliche BÄammlung 5'/, Uhr Deulicher -Hof. Luckauer Str. 15.— Dienstag. 2. November, zachgruvde 10 IIa. Mitgliedelveisanimlung Tj, Uhr Nosenthaler Hos. Ro'cnthaler Otrnb- 11/12. BezirksbildungSanSichust. 2. Ftnlührungsabend. Heute abend 7 Uhr in der syeslballe de« Berliner Stadthauses, Eingang Kloiier- «rahe, Einsühiungsabcnd zum ZIikba> d-Strau((-Konzert. Vortrag mit De- monstiationen am Klavier: Dr. Alircd Kuttmann. Eintritt 0.75. Karten ünd noch an der Kasse zu haben.— Feittonzerte. t!m Sonntag, den 7. November, vorm. 11 Uhr, in der Neuen Welt..Haienbeidc 108/11. Rilbard. Straug-.Konzcrt. Mitwirlende:«aencralmusildirettor Dr. Karl Muck, Pros. Albert Fischer, das verstärkt« BIüthncr-Orchestcr(110 Mann), der Berliner BoUschor. Wir bitten, unverzüglich die Marken einzulösen, da sonst über M« Plätze anderweitig verfügt wird.— Engels-KedächtniZfeier. .'(m Sonntag, den 28. November, vormittags 11 Uhr, in der.Neuen Welt", Hosenbeld« 108/11: Engels-Kedächliil-seier(zur Wiederkehr seines lOOjäljugcn KcduristagcS. Millvnkende: Krnosic Eduard Belnstcin, Dr Wünsch, das Bllltbner- Orchester unter Leitung des Herrn'Kapell- Meisters Sclmar Meyrowitz, der Männerchor.Namenlos' unter Leitung eines Cboi meistcrs Herrn Tbielo. Einlrilt 3 M. Karten zu haben bei allen Ahteilungskaisicrein, den Bildungsausschüsfen, in der.Vorwärts'- Buchhandlung, Llndenstr. 2. bei Harsch. Engemscr 15. und im Bureau des BezirkSbilduugsausschnfles, Lindenstr, 3, 2. Hof, 4 Tr.(Scöfmet von 0—4 Uhr, DnnnerStags von S— 1 und 4—7 Ubr.) Im Zoologischen Garten� findet heute von 4 Ubr nachm. bis 10 Ubr abends Konzert der Berliner Sicherbcitswehr unter Leitung des Musik- dircltors Brase statt. Eintritt 3 M., Kinder unter zehn Fahren die Hälfte. Das Aquarium ist von 9—8, in der Woche von 9—7 Uhr geösinet. Tic. Scala', Lutbcrstrahe 22/24, wird demnächst a!S Varietö in den Räumen des früheren Eisvalaite» eröstnel werden. FuliuS Einöds- h o s e r Kai die Leitung des grohcn Orchesters übernommen. Fm Pro- gramm befinden fich unier anderen die 5 Geschwister Birke»«der mit rdrem Hochscilatt, der noch nie in Berlin gezeigt wurde, und die Gebrüder T« r r a s aiS Sleilläuser an einem bohcn Eiiengerüst. Auch die Vortrags- iunst tollte nicht veruachlässigl weiden. Paul Morgan hat für die .Tcala' einen sehr komtichni Jkctch gelchrieben, in dem Rosa B a l e t t i und Ma� Adalbert ihren Humor zeigen. Tie belieble Helene B a i l o t ist glcichjalls sür das Eröffnungsprogramm engagiert. Außerdem fei der Dresdner Kammersänger Lußmann von der Sächfischen Staatsoper genannt. Ziimsihau. Der Golem. Ein neuer W ege n e r- F i l m. .Ter Film ist weder T�sma, noch Roman, noch Bild,, ru'ch pholographierte Schauspielerei- sondern er ist alles ldieses zu- sammon. Er ist ein neue» Gesamttunslwerk- dessen Möal'chkeiten fieure noch nicht im entierntesien ansgetostet sind... Der grosse Filmschriiisteller fehlt uns noch." Also sprach Paul Wegcner(in der Filmliga) und war in der Erwartung des kommenden grossen Jilmiünstlers inzwischen sein Wegdereiter. Wegener tat uns den köstlichsten, ia den einzigen Märchenfilm. Rübezahls Hochzeit- beschert und seinem ersten Golem jetzt einen zweiten folgen lassen. Bei der Uraufführung im U k a- P a l a st hat er uns erzählt, wie er vor 7 Jahren mit seinen Ideen über Stil und Kostüm im Film keinen Beifall fand, wie er seinen Stoff modernisieren muhte. Jetzt haben wir den richtigen'Goleir, mittelalterlich und pban- lastisch eine Filmgestaltung, du der literarisch oft behandelten. tiefsinnige, jüdischen Sage wundervoll gerecht wird. Ja, das Mittelalter wird lebendig vor unseren Augen, mit all seinem Wua- derglauben und seiner mystischen Verfunkenheits Astrologie und Kabbala berücken die Menschen. In der höchsten Not seines Volkes, dgs der Kaiser austreiben will, gelingt es dem jüdischem Wunder- rabbi Low, den Golem mit Hilfe des geheimnisvollen Wortes zu schaffen, den mit übermenschlicher Kraft ausgestatteten stummen Diener, der den Kaiser und damit die jüdische Gemeinde rettet. Aber die einmal gerufene Kraft— man dcnkF an den Zauber- lebrling— artet, nicht rechtzeitig wieder inS Nichts versenkt, auS. Während die Judenschaft im Tetnpel ihr Dankfest abhält, wüstet der■ Golem in der verlassenen Staut, mordet und stiftet Brand. In einem Volksauflauf von unerhörter Leidenschaft wird der Rabbi beschworen, den Feuerzauber auszusprechen. Wunderbar ist die Bildwirkung, wie er gegen das Feuer schreitet und eS mit grosser Geste bändigt. Aber den Golem bezwingt erst vor dem Tor ein kleines Kind, das die Gefahr gar nicht ahnt und spielend dem Un- geheuer den sechsseitigen Stern mit dem lebenspendenden Zauber- Wort von der Brust nimmt. Der Koloss sinkt tot zu Boden und wird im Triumph in die Siadt getragen. Festszenen am kaiser- lichen Hole bilden den Kontrast zur Golemhandlnng, die durch eine f zweitklassiges Liebesgeschichte(des Rabbis Tochter Mirjam und iwisckien einem Junker und des Vaters FamuluS) belebt wird. Wegener, sein eigener Dichter, Regisseur und Hauptdar- i stellet i'der Golem), hat die Handlung restlos ins Bild las te üver- setzt und Szenen von stärkster Einprägsamkett, gesteigertster dra- matischer�Belebtheit geschaffen. Der Stimmungszauber der engen düster» Stadl mit dem hochragenden Eingangstor. die unheimliche Raummystik der Gemächer mit ihrem Helldunkel ist von Hans Boelzia mit einer Suggestionskrafl gefühlt und gestaltet wor- den, dass vicse llmwelt im tiefsten Einklang mit den wundersamen Ereignissen steh:. Den darstellerischen Ftlmstil trifft Wegener als her riesige, steifbeinige, stumme Golem(ein lebendig gewordener Roland!) unvergleichlich; in die scktvere, dumpfe Masse bringt ein Blick, eine Miene gelegentlich ein Aufdämmern menschlichen De- wuhtseinS Machtvoll als Beschwörer und Volksführer ist Stein- rücks Rabbi Low, der manchmal an Michelangelo» Moses ge- wabnt. Das scböne Rabbitöckterlein ist Lhda Salmonova. In der Massenregie ist Wegener seinem Meister Reinhardt voll gewachsen. Dass alle andern Künste(Kostüm, Musik) verständig in den Dienst des„Gesamtkunstwerkes" gestellt sind, versteht sich. Die Technik des Films ist jetzt so entwickelt, dass das Film- kunstwerk möglich ist. Die Szenenzerreistung(durch den Wechsel allzu kurzer gleichzeitiger Vorgänge) empfinden wir störend. Manches schön« Bild huscht davon, eh« wir es voll ausgekostet. Vordergrundfiguren sind in den Hoftzenen zu gross geraten und verdecken die Haupifigur-n. DaS sind kleine Fehler. Auch dass die Darsteller sich(im Applaus erfreuen wellen und im schwarzen Wichs in den Pausen biuter der Filmwano erscheinen, stört die Illusion. Aber bezwingend ist der Gesamteindruck. Hier ist wirkliche, phan- tasiebeflügelte Kunst geschaffen in der eigenartigen Form, wie sie uns der Film bietet. Sorgen wir dafür, dass der gute Film die sensationelle, grobe Marktware verdräng« und dass endlich Reper- Wiretheater auch für daZ Filmstück erstehen.— r. .Ins Tobpelgeficht" CM o t t v b a u s. Hardenbergstrasse.) Es III eine ganz unteihaltsame Dctekilogeschichte, die durch OdinnchöKIeu und verruiene Dinkel einen Mann führt, der durch einen Fehltritt gezwunaen. «in Dovvellcben schlevpt— ein in der Literaiur bekanntlich durchaus nicht nencS Thema, aber hier ohne wesentlich seelii-be Begründung durchgeführt. Mnn komm! out den Gedanken. Meier Mnnn hätte es eigentlich nicht nötig gchgbt, fich io zu verstecken, wenn dem Deteltv der Detektive PfuniomaZ (nach dem F lmkiichee von Rolf Loer dargestellt) nicht dadurch ein hervor- ragender.Fall' entgangen wäre. Die Regie: sachlich, eigllt, wie man eben so was Im Film macht.— Vorder gab es einen Sketch.BenuS und der Astronom', bütkch anzusehen. Da darin Damen auktreten, die wenig anhaben, diu sie da« Programm auf d-e Heuer so sehr beliebte?- Zeichnung.Naluralifiischcs Ballelt' nicht verzichten. Groß-Serliner parteknachrkchtea. Morgen, t. November. Z. n. 4. Abt. Sitzung sämtüchcr Bezirksfübrer, Betriebs- und Ab- tellungssnntt!onärc 7'/, Ubr bei Rickcrl. Steinmetzstr. 37». Erscheinen sämtz lichcr Vcltrauensteute unbedingt crfordetlich. 8. JUit. 7 Udr BezirtsiUbrersttzung bei Eidam, öaienbeld« 58. 12. Kreis.(Steglitz, Lankwitz. Lichterselde.) Hz8 Uhr Vorstand- sitzung bei Element. Steglitz, Düvvelar. 7. 80. Öl 6t. 7H. Ubr bei Bombe, Strassmannsw. 7. Sitzung der Funkiio närr und BewiebsöeitraucnSleule. Abrechnung der Billetts. 37. Abt. 7 Ubr Kouscren, der Bezfitssührer und BetriebSoertrauens- leute bei Hübner, WilSnacker Sir. 84. 4l. Abt. Sitzung der Bezirk iübrer und BeiriebSvertrauenSleute beim Kcnosien Müller, Birkeuslr. 33, 7 Uhr. 48. Abt. Frauenabend 7'/, Mr bei Grunswald. Kameruner Str 19. Res. Genosse Lehrer Hennickc:»Soziale Probleme.' Elternbeiräte des Kreises Tiergarten. 37.-41.. 3. n. 4. Abt. bei Ttümpcr, Flcnsburger Str. 3, 7 Uhr, Vortrag des Genossen Hädicke. S.P.D.-Lclirer sind hierzu eingelaoen. Beamte und Augcfteete sämtlicher Verwaltungsbehörde«. 7 Uhr in der Aula Kochfir. 13 grosse össcutliwe Veriammlung. Da in der Tagesordnung die Beamten ausserordentlich interessierende Fragen bebandelt werden, ist eS Pflicht eincS jeden einzelnen, in dieser Vetiammlmtg zu er- icheincit und auch die Frauen mitznbiingen. Der S.P.D.-SerbeauSschuss für die Beamten. txharlottenburg tBezirt V!l). 7'/, Ubr im Jugeudbeim, Rosinen- ilrasse 1. vorn l. Vei lrauensmännerlouscrenz der A r b e i t S g e m e j n- schalt der Elternbeiräte. Ilellunqnabmc zur Einsührunz eines EtsatzunlerrichtS für die vom Religionsunlerrtcht befreiten Kinderc Jede Gcnieindeschu!« muss oertreten sein. Friebenau. Frauenabend'(,8 Ubr in der Luisenschul«, Kossler- strasse. Genosse Swaper spricht über die Jugendbewegung. Vollzähliges und pünktliches Ericheinen wird etwartet. Laulwitz. 7'/, Uhr Botstandssitzung bei Kirchner, Kaiser- Wilhelm- Strane 53. fiZieberschöneweide. Frauenabend VI, Ubr In der Schule (Zeichcnfaal) Berliner Str. 31. Res. Genosse Puls spricht über:»Religion, Staat und Sozialismus.' Potsdam. Oeffenillche Volksvetsammlung 3 Ubr im Konzerthause in der Äatier-Vilbelm-Slrasse. Vorwag des Genossen Richard Schwarz-Budapeft über den»roten und weissen Terror in Ungarn'. Spandau. Fortsetzung der Kreisoeriammlung Tj, Uhr Restaurant Roter Adler. Potsdamer Str. S. « 7. Abt. Dienstag abend 7 Uhr BezirkSführer z«r Abrechnung bei Dogeler. Mittenwaidc'. Sir. 16. Hallrscher Tor-KrriS. Dienstag, den 2. November, 7 Ubr, Sitzung des Kreisvoritande«. der Abteilungsleiter. Adleittlngskaisierer und Bertreterin der Frauen bei Reim, Urbanilr. 29. BünttlicheS Erscheinen notwendig. Steglitz. Karten sür den Kunftabend am 9. November in der Aula des Lyzeums, Rothctiburgstr. 18. find im Votverkaus bei allen Le» zitlssübrern, serner in der ZeiiungS-Zentral«, Schilddornstr. 12, w den Restauialionen Stowaffer, Slepbanslrage 1, Müller, Alvtechlilr. 52,»Zum Lenbach', Knaus-, Ecke Lenbachsttasse, und Karl Brand, Birlbusch-, Ecke Schützenstrage, zu haben._. Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Bezirk II Osten. Ausser- ordentliche Milgliedeivetsommlung Montag, 1. November, abends 7 Uhr, Restaurant Bürgerhos. Küsuinrr Platz 10. Ziejerat:..Der Gautag".— Rrpublttanischrr Fnhrcrvuud. Bezirk 9(Norden). Versammlung am Tienslug, 2. November, 7 Ubr, Boltasli. 41, Schlossbräuguelle. Bezirk 21 (Neukölln). Moiuao, 1. November, 7 Ubr, Funllioiiätvetsammlunq Katset. Friedrich-Swassc, Ecke Janiatnage, bei Maricnseid.— Poltsfürsorge. Die BcrlrauerSlcute pnd Fmiklionäie der Konsumgenossenschast der 10. und 16. Abteilung werden zu den untenslchenvcn Sitzungen eingeladen; Thema: Ter Komps gegen dos pttvale Bctsicherungekapitai durch die Funktionäre der Konsumgenossenschast. Rrserenlen: Genossen Lvbmcyer und Bläsing. 10. Abtei ung am 2. November bei Kursi» in Eöpcnick, Bahnhojslr. 17. 16. Abteilung am 3. November bei Werner in Schöncberg, Ebetisiir. 26.— Alchiietienvenrin zn Perlin. Montag, 1. November, 7l/T Uhr. Porirag Becher:»Ter jetzige Stand unserer Bau- wtittchail, die Votickläge zur Besserung und tzeren Würdigung'.— Freie Strnograpliitchr Prrciuiguug Stolze. Tchretz Bnlin. Ansänget lurlu« scdei: Sonntag von 10—12 lldr vormittags. FortschrittSiutsuZ jeden Mtll- :voch von 7—9, ausserdem Mittwochs, an Um der Zadlabend slattfindei. Aumcldiutgen zum tzlnlönger- sowie ForlschittlSunletricht, vor oder nach Un Unie:t:chits.urtzen jebr etnünschi. Lo'al Lehmann, Adalberivr. 21. Ecke Eugeluser. Kälte und Eienographlesreutide hetziich willlommen.— Arbeiler-Samariier-Kolounc Bcrliu. Sitzung des Z. V. und T. A. am Mittwoch. 3. Nommtzer,, brncs 7 Uhr, Schule, Hinter der Garnison- tirche L, an der Neuen Fiiedtsthstrasse. Mus aller Welt. Dem Kassenbote» der Gewerkschaft Emmagrube bei R y b n i k wurden heute vormittag auf dem Weg« von der Bank zu den Bureauräumen 205000 Mark geraubt. Die Tat führten mehrere Banditen aus, die das Geld nach gewohnter Art mit vorgehaltenem Revolver an sich brachten. Wirtschaft vaterlanü und Valuta. Auf dem Bankiertag mar der Hamburger Devisen- Händler Steinschneider das snkant terrible, das unartige Kind, dos die behäbige Ruhe dieser Tagung störte. Wie wir von cinein Teilnehmer erfahren, hat er folgendes ausgeführt: Nach der Aufhebung der Devisenordnung im Septem- der 1919 begann die S P e k u l a t i o n. an der Banken und Bankiers auf Kosten der Allgemeinheit Hunderte von Millionen, wahrscheinlich Milliarden verdient haben. An der letzten Hausse hat die deutsche Spekulation schuld, indem man aus die L e b e n s m i t t e l k ä u f e des Reichs für den Winter spekulierte. Da sich im Ausland sogar Markkäufer fanden, war eS sogar durchaus nicht leicht, den MarkkurS im Ausland herunterzube- kommen. Das sollten die Kreise wohl hören, die immer- fort das Wort.Vaterland� im Munde führen. Warum ersaßt man diese Spekulation nicht steuerlich? Der Umsatz ist vollständig steuerfrei, die Umsätze sind grösser als eine Milliarde täglich. Bei einer geringen Stempelsteuer hätten Milliarden vereinnahmt werden können. Die Bank- geschäfte schiessen wie Pilze aus der Erde. Der Bankier setzt vielfach seinen Ehrgeiz darin, seine Intelligenz bei Steuerhinterziehungen für sich und bei der Beratung seiner Kunden spielen zu lassen. Wieviele neue Firmen haben sich o und 19 Telephonanschlüsse anlegen lassen für ihre Spekulationsgeschäfte. Anschlüsse auf Kosten der Allgemeinheit, da die Post mit Untcrbilanz arbeitet. Tie Aufhebung der Dcvisenordnung im September 1919 ist von vielen Fachleuten als schwerer Fehler bezeichnet worden, der Markknrs senkte sich von da ab rapide. Der Bankier hat vielfach durch den Schieber Ge- schäfte gemacht, ist also in solchen Fällen sogar Schmarotzer am Schieber. Man kann sich wohl vorstellen, dass solche Ausführungen. die ins Schwarze trafen, für die Herren Bankiers, die sich in gegenseitigen Bcweihräucherungen über ihre Ver- d i e n st e um die deutsche Wirtschaft nicht genug tun konnten. gerade kein Ohrenschmaus waren. Aber es ist doch erfreulich, dass sich wenigstens so ein kleiner Dcvisenmakler gefunden hat. der den Mut zeigte, das Kind beim richtigen Namen zu nennen. Kein Wunder, dass darob auf dem Bankiertag Tumulte der Empörung entstanden, die den Redner mundtot machten._ Verein der Zigarettenfabriken, Tabakschneidereir« und Hülse»- fabriken Deutschlands. Am Freitag, den 5. November, findet eine Versammlung mit folgender Tag cs Ordnung statt: 1. Beratung und Beschlussfassung über eine Arbeitsgemeinschaft zum Zweck der Bekämptung derjenigen Elemente, die unbanttzirolierte Zigaretten, falsch banderolierte Zigaretten, Zigaretten mit ge- räl schien Banderolen und Zigaretten mit falschen Firmen fabrizieren und verkaufen. 2. Schaffung von Rtchllinten, nach denen di? Ortsgruppen der beschlossenen ArbeitZgcmeinschaft mit den Zoll- und Strafbebörden gemeinsam das Zigarettengewerbe von den unlauteren Elementen zu reinigen versuchen. PreiScrmäfiigung der Mauersteine in Thüringen. Der sächsisch- thüringische Ziegelerverkaufsverein in Gera er massig te zum Zwecke eines allgemeinen Preisabbaues die Preise für Mauer- stein« von 335 auf 300 M. für je 1000 Stück. Bauholz zu ermössigten Preisen I« Mecklenburg. Der mecklen- burgische SägewerkSverband, dcr Verein ostdeutscher Holzhändler und der Verein mecklenburgischer Holzimporteur« haben sich bereit erklärt, den ihnen vom Siedluttgsamt und dem LandcSwohnungs- amt zugewiesenen Bauluftigen und Ansiedlern, die aus Staats» forsten Bauholz zu ermäßigten Preisen beziehen, gwjen Uefrt- Weisung der Bezugsscheine 00 vom Hundert der Masse in Fest- meiern frei Bahnwagen zu liefern. 1 Festmeter Schalware 400 M., 1 Fesimcter Bauholz der geringsten Klasse 600 M., sowie Fußbodenbretter(itttlbeaiibc'itet) 800 M. für den Festmeter. Sport. KarlSb-rst labet zum Montag feine Freunde ein. Preis von Kogel könnte es für Nolbremie zum Siege reichen, wenn sie Etipmo» und Irene Ichlägt. Maro, Milton und Wardonins"nd ernsthafte Bewerber um den Preis von Werneuchen was man im Preis von Biesdorf von Galeere. Tanz und Takifeit behaupten kann. Fm Kurpark-Jaadreiinen milsste eigentlich ein Vertreter des Stalles Sello, ganz gleich ab Kitt? oder-a-broereuöther. vorne sein, vor Slgnorelli und Ützmimar. Malachit ist, wenn er ehrlich gebt, im Preis von A l t d u ch b o l z ein aussichtsreicher Bewerber vor Feuerbach und Wetterscheide. Nculfiss. Torlnne und Savpe lönnen im Preis von Grossbesten eine Rolle spielen. F!m Preis von Wilkenborf (ällt Mitton auf. geradeso Eoco, dessen Siallgesährten in letzter Zeit von Sieg zu Sieg eil n; Etsetturm ist aber auch nicht zu oergesfen. Arbeiter Tchwimmfport am Sonntag. Heute veranstalten 3 vereine de« Kreites l der A W.V. Hallenschwimmsest«, da« zwei« tügige Meeting der»Freien Schwimmer Neukölln' begann bereUs gestern im Stadlbad Neulölln. Da« Wettschwimmen der»Freien Schwimmer' Chor- lottenburg findet im dortigen Volisdad in der Krummen Strasse statt. Hierzu sind von 14 Vereinen 110 Meldungen einaegungen. Neben 2 Wasserball« spielen sind es besonder» Slasettenlämpse. Reigen und Tiuchvolsübrungen, welche ledr inteiressant zu werden versprechen. Das 3. Fest veranstaltet der Berliner S. T. Welle w der Volksbadeanstatt an der Schillingsbrücke. Hier sind eS neben den Wassel ballwielen. Stasettenlämvsen und Einzel- Wettschwimmen besonder» der eteltrische Lamptonreigen. Der Segum aller Feste ist nachmittag» 3 Uhr. WetteranSstchtcn für das mittlere Norddentschlan» bis Montag mittag. Trocken, überwiegend heiter und kalt, mir im Nord- osten zeitweise stärker bewölkt und etwas milder. Ohne Beranlioortimg der Redaktion. M Weiser, de» Sie We» Me». ist der L o h m a n n- K n e i f e r, denn er hält fest, drück: nicht und sitzt orthozentrisch. Ihr Kneifer bält ja gar nicht fest. Sie müssen ja beim Lesen steif ausgerichtet sitzen, damit der Klemmer nicht hctabiällh noch weniger fiält er bei Bewegungen fest. Beim Lohmann« Kneifer dagegen wird der außernewöhniich teste Halt nicht durch seitlichen Federdruck auf die Naienwände, wie bei den veralteten Klemmetn miS Urväterzeit oder int? beim»Finger-Klemmer' erzielt, iondein durch «ine ganz andere ntechani'che Konstruktion. Ob die Gläser dünn oder dick, ungleichmäßig oder ungleich schwer, ob Sie tanzen, retten, springen, niesen oder schwitzen, der Lohmann-Kneifer hält unver- rückbar fest. 5)ält Ihr Klemmer aber wirklich einigermaßen o macht er seinen Namen mehr Ehre, als ge- rade unbedingt nötig ist; er.knetst' Ihne, nämlich die Nase wund. Den Lohmann-Kneifer da- gegen könmin Sie Tag und«acht ohne lästiae« Gefühl, ohne entstellende wundgeriebene Druckstellen Aogen, Sir spüren ihn gar ntcht. Ihr Kneiier aber versucht Ihnen Kopfschmerzen nicht nur durch den obichenlichen Druck, sondern mehr noch duich den nicht richtigen Sitz.»Fester Sitz' und.guter Sitz' sind nämlich zwei ganz ver- ichicdene Dinge. In der Regel hängen die Gläler seitwärts nach unten, was dem Gesicht immer einen schlaffen, wehleidigen Zug gibt. Bei engem Augen- abstand wird, was man häusiq aerade beim»Finger- Klemmer' beobachten kann, seitlich aussen und bei iebr breitem Augenabstand seitlich innen durch die Gläler geieben, anstatt durch den Btetnipunlt. Hier- durch aber werden die Augen sortacietzt zum Schielen gezwunaen. Kopfschmerzen, Sehstötungen und Nervosität sind die Folgen. Für den Lohmann-Kneifer ist ektz be- deuiungSlo-S, ob die Naie griechisch schmal oder ob sie. wie beim Lappländer, vrettplump ist, ob die Aitaen tief liegen oder hervorstehen, ob der Augen- abstand weit oder eng. gleich Over ungleich ist. stets sitzt er orthozentiisch. d. h. die Pupillen der Augen durchschneiden den Brennpunkt der Gläser senkrecht >m richtigen Abstand. Der Lohmann-Kneifer unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Kneiier, wie tadellose« Schuhwert von Hühneraugen hervorrufendem. Gleichwohl ist er nicht teurer olS andere Klemmer gleich hochwertiger Materialbeschaffenheit, gleich iorgfälliger Herstellnug. Di« Lodmann-Kneiftr-Gelellschatt kann dies alles bieten, weil sie ihre Kneiierfasiungcn i e l b st sabrizierr. und zwar nach dem reellen Grundsatz: »Für die Augen ist das Beste nur gerade gut genug". Das Beste ist hier näml'ch zugleiw au/b das Billigste, denn ein guter Kneifer toll ja nicht nur e i n Jahr, sondern ein Leben lang halten. Wer den Lohmann-Äiteifer tiä.ft, ist deshalb jenes unleidlichen AergerS enthoben, den .billig' erstandene, int datternden Gebrauch, ach, so teuer weidende Kneifer verursachen. Tagegen ickütze» auch keine Anpreisungen,»alle Reparaturen timioiist'. was beim Lohmann- Kneifer für etwa vorkommende Material'ebler ganz selbstverständlich i st. Denn die in Sil von 109 Fällen zerbrechenden Gläser. Horn- teile u'w. sind von solcher scheinbar alle« kostenlos ersetzenden.Garantie' wohlweislich stets aus- geschlossen. Hören Sie nun. wie Benutzer der Lohmann- Kneifer urteilen: Herr Oberstabsarzt Dr. Z. in Eh.. gewiss«in Sachverständiger:»Bin mit dem de- zögerten Klemmer sehr zufrieden. Abgesehen von dem immer korrekten, immer bequemen Sitz, möchte ich die aussergewöhttliche Haltbarleir betonen.' Herr H. Hollborn, Essen:»Ich bemerke gleichzeitig, dass ich die Ausführung deS Klemmer» gegenüber den jetzigen Finget knetfern für eine be- deutende Berbesietung balte.' Herr Leutnant P i cke rt. A. St.. 20. Allen stein:„Ich habe den Knrifer— wobl 1017— von Ihnen gekauft. Er hat sich auSgezeich- not bewährt und voll erfüllt, was in Ihren Reklamen versprochen wurde.' Nur an einer Stelle aber ist der L o b m a n n» Kneifer käuflich, nänttich Berlin W, Potsdamer Straße 134a. geöffnet von S— 6 Uhr unnnterbtochen; gründlich« Angenpi üinng während d>eser Zeil tosteimei und ohne Kan'verpflichiung. ZioeiggeichSsie oder Niederlagen in andere» optrschen Geschäften weiden nicht unterhalten. Auswärt« Wohnende wollen Prospekt 2A ein« foidern, der über alles Näbcre für den Benig vassender Lohma nn«Kneiier Auskunft gibt. Derselbe wird lostenfrer und ohne 5laufzwa»g zu» gesandt. Seilage öes vorwärts Sonntag, ZI. Gktober Kr. ♦ 37. 5 ahrgaoy Kirchenwahlen in Sicht! Ihre Bedeutung für die Arbeiterschaft. Von P-rstor H. F r 0 n k«. Wir»eröffentlichen die folgenden ÄuSführunzen in Ver- folg nnfersr beZanniten Äuffasimig: Wer sich mcht mehr zur Kirchs gehörig fühlt, mng sich von ihr trennen, wer ihr an- � gehört, soll als Sozigldetnokra: auf seine Rechte in ihr nicht »erzichten. Red. d..V.". Zur Vorüereriung der im Januar 1321 vorgesehenen Er- Neuerungswahlen für di» gesamte evangelische Preußische Lcmdeskirchc hat eine Wählliewegung eingesetzt, die sich bis jetzt unter dem Ausschluß der Oeffentlichkeit vollzieht. Und doch geht diese Wahlbetoegung die allerbreitDen Bevölle- rüngsschichten an, auch die Arbeiterwölt, Es handelt sich darum, in wessen Hände die Zteugestaltung der evangelischen Landeskirche gelegt werden soll. Mindestens 75 Proz. der sozialdemokratischen Arbeiterschaft gehoten noch immer dieser Kirche an. Und doch sieht es so aus. als wollten sie die Be- siimmung über die künftige Verfassung der Kirche den Bürger- lichen überlasten. Warum? Weil man den Sozialdemokraten so und so oft gesagt hat. sie schlössen sich durch ihre Partei- zugehörigkeit vom Christentum aus und dürsten keinen An- spruch auf• Mitarbeit in der Kirche erheben. Beispielsweise erklärt man ihnen jetzt wieder: weil sie, entsprechend ihrem � für die weltliche Schule eintreten und den Rest« fflonsunterricht aus der Schule entfernen wollten, seien sie Feinde der Kirche und Gegner der Religion. Tos ist nicht joabr. Em Sozialdemokrat kann ein sehr religiöser Mensch sein. Und wenn irgendeine Partei als solche durch ihre Forde- rungen dem Christentum innerlich nahesteht, dann ist es die sozialdemokratische. Die Entfernung des Religionsunterrichtes' aus der Schule aber fordern wir Sozialdemokraten nicht ouS Haß gegen die Religion, sondern weil wir der Ansicht sint daß aller Religionsunterricht den Kirchen überlassen bleiben und die staatliche Einheitsschule durchaus ihren Charakter als Staatsanstalt bewahren müsse. Es ist deshalb ein dringendes Gebot der Stunde, daß alle Sozialdemokraten sich jetzt einmal ernstlich überlegen, ob sie eS nicht als ihre Pflicht erkennen müsten. sich an den kommen- den Kirchenwahlen intensiv und vollzählig zu beteiligen, damit die Kirche der Zukunst nicht wieder eine Burg der Re- akston werde, wie es die Kirche der Vergangenheit gewesen ist. . Venreincn kann diese Frage eigentlich nur. wer mit dem Christentum und mit aller Religiosität überhaupt innerlich zerfallen ist, so daß ihm alle Fragen dieses Gebiets vollständig glkichgültig geworden sind. Ein solcher Mensch müßte aber konsequentevveise die Kirche längst verlassen haben, und es ist geradezu eine Charakterlosigkeit, aus Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit einer Organisation anzugehören, zu der man im Innersten keinerlei mehr Beziehung hat. Wer in der Kirche verblieben ist, weil ihn ein irgendwie geartetes reli- giöfss Bedürfnis an dieselbe bindet, hat auch die Pflicht, sich um ihre Entwicklung zu kümnrer«. Er sollte diese Entwick- lung sticht denen überlasten, die sie in einer vielleicht entgegen- gesetzten, vielleicht geradezu irreligiösen Srichrung fördern. Vieljach wird man denen, die an der bisherigen Kirche viel auszusetzen hatten, entgegenhalten, daß ihre Kritik an der Kirche sie disqualifiziere', in der Kirche mitzuwirken und also auch in der Kirche mitzuwählen. Man wird ihnen vorhasten, daß sie sich dem bisherigen Kirchentum gegenüber ablehnend verhalten hätten; also hasten sie auch nicht das Recht, auf die zukünftige Kirche bestimmenden Einfluß zu üben. Das trifft nicht zn. Es kann jemand sehr herb und sehr bitter über die Kirche der Vergangenheit geurteflt haben. Er hat das diel- leicht ans sehr christlichen Acotioen heraus getan. Dann ist es sein gutes Recht, sich am Neuaufbau der Kirche, der mit den Wahlen einsetzen soll, zu beteiligen. Die Kirche der Zukunft soll ja dock? eine Darstellung des wirklichen Christentums wer- den, was sie bisher nicht war. Dazu beizütrogen, hat jeder ernste, wirklich christlich gesinnte Mensch nicht nur das Recht, sondern die Pflicht?' In dieser Lage dürften sich die weitaus meisten Anhänger der Sozialdemokratie befinden. Männer sowohl wie Frauen. Deshalb ergeht jetzt der Ruf an sie, sich an den kirchlichen Wahlen, die in sämtlichen evangelischen KirchengemSinden Preußens die sogenannten kirchlichen Ver- tretungskörperschaften erneuern sollen, zu beteiligen. Um dies zu können, ist das Nächstnotwendige, daß sich jedermann sein Wahlrecht sickert. Dies geschieht durch An- Meldung zu den kirchlichen Wählerlisten, die setzt neu aufge- stellt werden. Und zwar muß dies in der allernächsten Zeit geschehen. Es gibt Gemeinden, die die Anmeldefrist zu den Eintragungen in die kirchliche Wählerliste schon am 1. No- vember, am 111. oder 13. oder 20. November schließen. Der alleräußerste Termin, der ccher nur von einzelnen Ge- meinden innegehalten werden dürfte, ist der 27. November. Man erkundige sich in seiner Wohngemeinde, wie lange dort Aufnahmen in die Wählerliste noch angenommen werden. Meist ist es durch Anschlag an den Kirchtüren zu ersehen, sonst auch bei den Küstereien oder Pfarrämtern zu erfragen. Die Anmeldimg selbst kann aus zweifache Weise erfolgen. Der Betreffende kann zu einem Pfarrer oder Kirchenältesten gehen und dort seine Zlnmeldung zu Protokoll erklären. Dies ist für die meisten aber der zeitraubendere und darum um- ständlichere Weg. Einfacher ist die schriftliche Anmeldung. Man verschafft sich dazu ein Formular(Ei, indem man es für sich und feine erwachsenen Famfl'enangehörigen evtl. auch für Bekanw.e von der zuständigen Küsterei, vom evangelischen Pfarramt oder von einem der Kirchenältesten seiner Gemeinde unentgeltlich erhebt. Dieses Formular muß dann für jede sich anmeldende Person besdnders ausgefüllt und von ihr eigenhändig unterschrieben werden. Zu adressieren ist es an die zuständige Kirchcngemeinde resp. an das Pfarramt der- selben. Die Erwähnung der Stiminbezirke innerhalb einer Gemeinde kann durchstrichen werden: von den Berliner Gr« meinden dürsten nur ganz wenige Stimmbezirke eingerichtet haben. Es folgt dann die Angabe der Personalien, die sich von selbst verstehen. Bei der„Dauer des Wohnsitzes" genügt es anzugeben, ob jemand länger als 3 Monate in Berlin wobnt. Bei den Angaben über Kirchensteuer ist entweder das Jahr einzufügen, für welches der sich Meldende zuletzt Kirchen- steuer bezahlt hat. Dann ist die Zeile„Zur Kirchensteuer bin ich nicht veranlagt" zu durchstreichen.— Oder letztere Zeile ist stehen zu lassen und dafür sind die zwei vorhergehenden Zeilen zu durchstreichen, von denjenigen nämlich, die sich nicht entsinnen können, in den letzten Jahren Kirchensteuer gezahlt zu haben. Niemand glaube, daß seine diesbezüglichen An- gaben Veranlassung geben könnten, ihn nachträglich zur Kirchensteuer heranzuziehen oder ihn etwa dazu neu zu veranlagen. Wer nicht zur Kirchensteuer herangezogen worden ist, bann damit rechnen, daß er— entsprechend seinem geringen Einkommen— zur Kirchensteuer nicht veranlagt wor- den ist. Die Frage nach der Konfirmation ist am zweckmäßig- sien mit einem einfachen Ja zu beantworten. Wer tatsächlich nicht konfirmiert ist, bespreche sich mit onem Geistlichen oder Kirchenältesten seiner Gemeinde, ob» ihm nicht trotzdem das kirchliche Wallrecht zusteht. _ Wichtig ist die rechtzeitige Wiederablieferung deS so aus- gefüllten Anmeldeformulars. Und zwar kann jedermann seine Anmeldung durch die Post oder durch Boten an das zu- ständige Pfarramt seiner Gemeinde schicken. Er kann sie auch evtl. mit den Anmeldungen seiner Familienangehörigen oder Bekannten an einen Kirchenältesten oder an die Person gelangen lassen, von der er die Formulare erhalten hat. lieber Einsichtnahme in die nach dem 27. November öffentlich auszulegenden Wählerliste kann vielleicht später daS Nähere gesagt werden, desgleichen über die Vorschlagslisten, die von den verschiedenen Parteien zu erwarten sind. Einst- weilen kommt alles darauf an, daß sich jedes evangelische Gc- meindeglied, ohne Unterschied des Geschlechts, das am 23. Januar 1921 24 Jahre alt ist, sein Wahlrecht sichert. Tie in die Wählerliste Eingetragenen werden das gleiche, geheime und direkte Wahlrecht haben. Gewählt wird eventuell nach dem Verhältniswahlsystem. Laste sich niemand durch du Um- ständlichkeiten der Anmeldung zur Wählerliste, die in der Tat ersonnen sind, um den Kreis der Wahlberechtigten nach Mög- lichkeit einzuschränken und die Verwaltung der Kirche den Privilegierten zu erhalten, in deren Hängen sie bisher gelegen hat,.— lasse sich niemand durch diese Umständlichkeiten ob- schrecken Er erfüllt eine Pflicht, wenn er sich den ihm als G-emeindcglied zustehenden Einfluß auf die zukünftige Entwicklung seiner Kirche sichert! 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Die Schuhpreise Die Schuhpreise steigen und werden� wenn nicht alle Anzeichen trügen, bald wieder eine unerschwingliche Höhe erreicht haben. Bs war von Jeher unserGefchÄfls- prinzip, Preissteigerungen nicht zu untersfüfzen, deshalb bringen wir unsere großen Lagerbestände und die In Arbeit befindlichen Schuhwaren mil bekannt bescheidenem Nutzen zum Verkaut "Wir werden nach Räumung der vorhandenen Vorräte, teils bis dahin kein Preisabbau eingetreten ist, unsere Jetzigen, in 4 Etagen befind? liehen Verkaufsräume wieder auf ein Minimum einschränken, wenn nicht ganz schlteßen. Aug enhllGk lieh dürfte für Jedermann der geeignetste Zeitpunkt zur Deckung seines Bedarfs sein.— Unter anderem bringen wir Damen-Schnürschuhe fKirTo™" 6550 Damen-Lack-Sch n ü rsch u he ifÄ'-ÄS 88S0 Damen-Schnürstiefel»VÄSa*: 9850 Damen-Schnürstiefel Zfö'ZWZ.T 113°° Damen-Hochschaft-Schnürstiefel i�oso prima R.-Chsvraaux, tadsllose PaBformen mit Laekkappe........ 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Kls dann die große Hetz« gegen sie einsetzle, hat sie in einer Spandauer Zettung erklärt:„Tie Behauptung, dag ich Polini in den Unterricht trüg«, ist eine Lüg« und wenn die hiesigen Eemeiudevorstände sich Wirklich dazu hergeben sollten, solä>« Unwahrheiten weiterzugeben und ans Grund solcher Un- Wahrheiten ein Disziplinarverfahren gegen mich einzuleiten— nun dann wird eben die Pia cht de x L ü g« gegen die Macht Her Wahrheit stehen," Daraufhin hat das Provinzialichulkollegium in seiner uner- grstndlichen Weisheit folgende» Bescheid erteilt: „Sie haben in einem Eingesandt der„Spandauer Bolls- zeiiuna" vom 9. Juni 1920. in dem liste sich in einer durchaus zu mißbillige ndeu Art und Weise auch gegen die Schülerinnen der Klasse II des tLberlneeumK wenden, die bewiesene o e n'cht vcchf heraus: man traut# ihm uicht zu, daß ex aus eiojv'er Kraft vom Findling fe� Weg zur Höhe gemacht habe. Gut.war Helen« Äonschewska; eine warmherzig-sympathtschc Barba.«>- Uesterhaupt wirkten die Szenen in der Heilsarmee- barock!.. in denw.weitaus mehr als in den reichlich sophistischen Tiskusst. onen steckt, stes der Aufführung durchaus iestonfeig: die ent- schlössen� bis A»r Ekstase f.ortgetricbcne Güte der Major:», das SchmaroA das sich mix heuchlerischen Phrase» vordrängt, wie die rohe.» nge zähmte WÄcheit, letztere durch Herrn H e r m beson. d�rs mark» ut vertrrten. Auch sonst stot die Ausführung mancherlei erfreulich. Zh reneirnenlwerteS.—dt. ®i»c Her ol» Gcdächtvisitier fand Freitag ab»»d anläßl'w des 150. TodeSia.» � des Pvitotopbe» u, der Berliner UnwersiiZ« stall. Tie Reouer tbes Abends Ware« G. Lassan und Professor F. F. S fe Ärsion suchl« erneu U berdl ck über die Giund- lagen de» Hege.� si«« Svstem«, Schmidt über die h i st o r i i ch e Elilwicklim« Ler Philosophie zu geben. Lasions Polemik gegen die Äuffasil.'»*» Hegel i, inner„och den preußlichen SlaatspPlosoohen.t'dUckl,«mV»eine Bebaupiring, m.ni Iö»n«>« gleiche», Sinne Ka�.n t» Pdilo'opble als ein««erte'diglli'g. der sil o u s>» a u i ch e n»Tlaateioee» anieheil. war rechl unglücklich W NN SchiNld, seststelfee, öoß dl« tSegeuwarl ein Maximum an Eischülterung de»>%♦'»•#» Lesteii« enihalie. so ist ibm b criii zlioistiminen.. Ter Auistieg lann jedoch nicht durch meldopvynsche fe p«'u>a»oue>l und durch die Idee de» Wel»ge>stes im Sovi �'rze.uer tteberrageiider erfolge», sondern Hegel» Fdeenlehie von der Entwicklung de, Re'che, de, Geiste» al, des Reiche» der Fre'hei� bgl>u seiner unigestallelen Foi», als Eii'iv cklung deS organiickwn.Wirtichasts ,e>chebens nud der die, in Wechsel»« kimg beeiiistiisseilde n peistigen Strö»>unge»Fäiigst in For», der», a t e r i a I ist i» ch en G' s ch, s a u f f o i> u n g da, Proletariat üsternommew Daß hier Wurzeln lünfliger Krafl l'eg'n. übersehen beid« Redner � e,«llstndS, und man geworm de» Eindruck, daß an einer vrenß'schi,' llniversitgt Lgsialle, Btnrx und Enaels. deren liirirre Zu'ainnienl:�»gs mit Hegel von stesoudereni pbilofophlschen Fnieresie sind, noch' immer nicht genailiit werden dürlen._■wp. «orlekuug.»riedri» Mo«» lleli au, Srn» Lissa.,--, Werken am Monla?, l. Äovbr., 7 Uhr, ln der Ä„d a LH,» ir.-iist. KSthe Huan pölfnelam I. November tzlbend, S ybr i« ältesten?»rlin, ~. 4.,.■« m> g � r__ rw. a__ �4. � ,*<■ A4, Die neue Neichsschule. Berkin,?0. Oktober. Der Reichsjchulausschutz hat heute seines viertägigen Verhandlungen beendet. Den wichtigsten Gegenstand der Tagung bildeten die Beratungen über das gemäß Artikel 146 Abs. 2 der Ne:chsverfassung zu erlassende Reichsgesetz über B e- k e n n t n i s sch u l e n, weltliche und Gemein schafts- schule«, dessen Tringlichkeit nicht in Zweifel gezogen werden kann. Z.m Verlauf de« Verhandlungen schein: auf der Grundlage des.vorgelegten Referentenen wurfs ein Weg gesunden zu fein, der eine baldige befriedigende Lösung des gestellten Problems und damit zugleich eine Beruhigung aller an der Entwicklung des Schulwesens interessierten Kreise der Bevölkerung erhoffen läßt. Insbesondere würde damit auch den Schul st re: k s, die bedauer- licherweise in letzter Zeit zum Schaden deL gesamten Schulwesens immer häuiiger als Kampfmittel angewandt werden, im wescnt- l ichen ixr Boden entzogen sein. Tie Verhandlungen über den Arbeitsunterricht ergaben«ine Verständigung über allge- meine Richtlinien für die nach Artikel 148 Abf..8 der ReichSver- fafsung geforderte baldige Einführung des Arbeitsunterrifets in den Schulen unter Berücksichtigung her gegenwärtigen finanziellen Schwstriglcilcn von Reich. Ländern und Gemeinden. Tie Ar- betten einer einheitlichen R e i ch s s ch u l st a t i st i k, die durch den Krieg unierstrochrn sind, sollen auf allgemeinen Wunsch der Unter- richistenvallungen der Länder unverzüglich wieder aufgenommen und allmählich möglichst weit ausgebaut werden. Für die Frage der Neuordnung der Rechtschreibung wird ein aus b Sach- verständigen und je einem Vertreter her Buchdrucker, der Buch- Händler und der Schriftsteller zulammengesetzter Ausschuß Vor- schlüge auKarleiten. Neber den Beginn des Schuljahres wurde vereinbart, daß die öffentlichen allgemein bildenden Schulen für das ganze Reich einheitlich im Frühjahr beginnen sollen, wobei es nicht als notwendig erachtet wurde, daß im ganzen Reich derselbe Tag als Schnlsteginn gewählt wird. In der Frage der körperlichen Erziehung wurde über die Spielplatz- frage und die Leitsätze der Reichsschnlkankrenz' über die Leibesübungen beraten. Zum Schluß der Tagung wurde die Frag« der Aufbau- und Oberschule erörtert. Es handle sich vor alleni darum, ob und unter welchen Voraussetzungen, vorbehaltlich dex endgültigen Ausführung deS Artikel? 116 Abs. 1 der Reichs- Verfassung, diese beiden Tchultvsten schon jetzt in der Form von Versuchsschuleu einzuführen find. Grundsätzlich wurde der Einführung dieser Schultypen zugestim-mt. kun» ouiiienommen werfe- n lollcn. vaS belo>>d-r, der Hill« unersahrener Künstler obdachttojer SUrnp diene» soll. Siula.Pmge» daselbst echaUbch. Stärke von öO Mann auf zwei Lastautos anrückte, um die Revision vornehmen zu können. Die Mühe wurde geschlossen, der Sohn des Besitzers verhaftet. Tie Bestandaufnahme ergab große Unregelmäßigkeiten. Es ist eine unglaubliche Kurzsichtigkeit, wenn die Bevölkerung die Lebensmittelwucherer noch in dieser Weise unterstützt, anstatt den Behörden den Kampf gegen sie zu erleichtern. Republikanische Gröen? Nachdem der Schlußtermin für Anträge auf Verleihung von Kriegsauszeichnungen verstrichen ist. glaubte man. daß mit dem OrdenSschwindel endlich ein Ende gemacht wird. Dies scheint leider nicht der Fall zu sei«, denn, wie wir höre», ist der ReichsderkehrSminister drauf und dran, ein, E r i n n e« rungszeicken* aus Anlaß der Vollendung einer 25- und 46 jährigen Dienstzeit einzuführen. Naiürtich will sich Herr Keßler als W c h rm i u i sie r den Ruhm, LrdenSst'fier gewesen zu sein, nicht entgehen lasten und wird ebenfalls ein„Erinnerungszeichen" ein- 'übren. Dies läßt wiederum den Postminifter GiesbertS un- möglich schlafe«, und so beeilt auch er sich, einem„dringenden Be- düisnis"»bzuh-lse«, und ebenfalls et".Erinnerungszeichen' zu sliften. Jnterefianl ist, daß nivt etwa die Beamten auf diese hiöden Ordensgedaiiken gekommen siud, sondern daß die Anregung hierzu von d.y Vollsministerri ausgegangen ist. Wir boffen, daß, wen» es nichl gelingen iollr?, die Minister von ihrer absurden Fde? abzubringen, es genügend Beamte geben wird, welcke die Annahme des Ordens verweigern werden. Der Köder ist doch zu plump, als daß freiheitlich Gesinn'e daraus anbeißen. Das Bewnßisein, dem deliische» Volke jahrzehnlelang treu gedient zu haben, ist eine wirklich schöne Eiimrernug, die aber eines äußeren Zeichens nicht bedarf.__ Cstberick in Glatz. Aus einem Bepicht d«?.Glatzer Volksstimme" geht hervor, daß Forstrat Esche eich nach dem verunglückten Versammlungsversuch in BrMau i« Glap fein Glück versuchte. Der o-uch hicr gebildete Heimat schütz hatte die Leirurg der Veranstaltung in den Händen und schichte einen Majör namens Bilk« als sogenannten Sinbcrufer vor. Dt« Lertoeter der Sozie-ldemokmt.schen Partei und des Ortsausschusses des GewerkschaiftSlmndes in Glatz hatten sofort nach Bekanntwerden des Planes Schritte beim L a n d r a t und bei dem Polizeibürgermeister der Stafet unternommen, um das Ver- bot diejer Eschevich-veranftavung zu erhalten. Das ist auch ge. lungen•, sowohl dem Laufe rat wie dem Magistrat ging als Anweisung vom Breslauer Rezetei-ungspräsidenten der telegraphische Besch« d zu: Escherich ist zu verbiet:«, sofern er nur daran denkt. irgendwelche Veranstaltungen 5» treffen, sein Programm zu ent- wickeln. Infolgedessen werden die geplanten Beranstaltunigen polizeilich überwacht. ♦ Geyen den H e i wo tsch u tz v e r ba nd v« r fa s su n gS- treuer Gchlesier lOrgesch) wurde, wie MTB. meldet, vom Polizeipräsidenten eine Sirafanze ge lrfeiglich wegen Fortsetzung riner durch Verordnung des vlcichkpräsidcnten verbotenen Organi- siltio« erstattet und zum Nachweis d�r besteücnden Organisation da? erforderlich« BeweiSmateria. /Satzungen und L istenj. das fei« Prvp nziallcstnng freiwillig auSiieserte. sichergestellt. Di« Pressenachrichten, wonach Haussuchungen statt fanden, wobei in hohem Maße belastendes Material gefunden sein soll, werden von zuständiger Sei« ui» unzutrefi«�«rklärt. Schiebers Krieasaufgebot. Ein unglaublicher Vorfall wird uns au? Steinheim bei Brakel(Kreis Höxter) berichtet. Durch hamsternde Frauen auf die Spur geleitet, wollten zwei Beamte der Reickstgctreidestelle bei dem Mühlcnbesitzer L ö w e n st e l n, in dessen Betrieb sck)on öfter Un- regelmäßiykeiten porgckomwc« waren, revidieren. Während der S stiften fiel et auf, daß sich der Sohn d«» Mühlgubesitzers und ein üllergeselle mehrfach entfernten. Zu welchem Zweck, das sollte sich bald zegen. Ei» Hansen von jungen Leuten rückte heran und stürmte die Mühle mii dem Rufe:„Was, Ihr wollt unZ unser Mehl wegnehmen? Schlagt die Hunde totl" Vergeblich suchien die Beamten den ausgehetzten' Leuten klar zu machen, daß st« gerade im Interesse hex ärmeren Be- Völkern ng handelten. Sie wurde» g« wungen, die Mühle zu verlasse« �... Nachdem auf ielephonischem Wege gon der Lberstaalöant>.�!t- schaft in Paderborn die Genehmigung zu? sofortigen Verhaftung des Besitzersohnes erwirkt worden war. begaben sich di« Beamten, durch drei Polizeiwochttncister verstärkt, wieder nach der Mühle. Jetzt setz!« Löwenstei» jun. s«nrr Verhaftung tätlich»» Wider- stand entgegen, wobei er einen Vollzerwachtmeister blutig schlug. Die Menge nahm wiederum für den Mühlenbesitzer Partei, so daß die Polizei machtlos war. Es bedurfte erst des Aufgebots von Sicherheitspolizei aus Paderborn, di« in Um öie Lanölieferungsverbänöe. In dem für die Siedlung grundlegenden Pmißischeir Ausführungtgesttz zum Reichs siedlungsgesetz vom lö. De- zember 1918 hatte, wie uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, der Regierungsentwurf vorgesehen, Laß die Satzungen der neu zu bildenden Landlicserungsverbände vom Preußischen Landwirts chaftsmini st eri um nach einheitlichen Grund- sätzen erlassen werden. In der Preußischen LaufeeSverstrmmlung wurde unter Führung der rechtsstehenden Parteien der Ent- Wurf dahin abgeändert, daß jeder LandlieferungS» verband s i ch seine Satzungen selbst geben soll. Land- wir. schaftsminister Braun hat wiederholt nachdrücklich gewarnt, diesen Schritt zu tun. Gelegentlich der ersten Lesung über den Entwurf eines AusfüheungszesetzeL zum ZteichssiedlungSgeietz führte er laut Bericht des 14. Ausschusses der Verfossunggobenden Preußischen Lcmdcsvcrsammlung u. a. wörtlich aus: „Man vergegenwärtige sich, wer denn berufen werden soll«, das. Statut zu machen— die Interessenten, die Großgrund- b e s i tz e r, die Las Land hergeben sollten, unter denen viele nicht sehr geneigt sejeu, Land an den Laudlieserungsverband abzu- geben. Glaube man, daß diese wirklich mit der gebotenen S.. rn'lligkdt dos Statut fertigstellen würden? Und selbst wenn der gute Wille dazu vorlauten sei. so bestehe doch die Gefahr. daß das S:atui mit einer solchen Gründlichkeit durchberaten werde, daß Monate darüber vergingen und die Regierung zu einer Beschleunigung der Sache nichts tun könnt e." � Diese Befürchtungen sind leider restlos in Er- f ü l l u n g gegangen. Nachdem das Ausfiihrungsyefetz zum Reichs- siedlungsgesetz am 26. Januar 1920 in Kraft getreten ist, bestehen — ngch neun Monaten also— Lmifelieferungsverbände bislang erst in den preußischen Provinzen Ostpreußen, Pommern. Branden- bürg, Sachsen, Niederschlesien, Oberschlesicn und SchteSwig-Hol- stein. Wenn somit für die Siedlung sehr wertvolle und kostbare Zeit verloren gegangen ist, so müssen sich die Beteiligten darüber bei den rechtsstehenden Par- teien der Preußischen Landesversammlung beklagen, die. ent« gegen dem Regierungsentwurf, es unmöglich machten, auf dem Gebiete der Lmidbeschaffung in denkbar kürzester Frist endlich zu positiven Ergebnissen zu gelangsn und damit dte Bahn für eine großzügige Siedlung freizulegen. Eine„Partcigründung". Tie.Tägliche Rundschau" bat eine- Spaltung der Sozialdemokratie entdeckt. Emil kluger, ein früherer Berichterstatter am„Vortvörts", hat eine.Partei für Reform» h sozialismuS" gegründet, deren Zentralorgan die„Westliche Vorort»' zeitung" ist. Diese Partei besteht aus Emil llnger und einem ge»« wissen Richard Köpsch. ES ist aber nichl ausgeschlossen, daß sich noch; ein Dritter dazu findet.— Der Vorstand dos Bezirksverbandes der S. P. D. weift daraufhin, daß selbstverständlich jedermann die j Mitgliedschasl in unjercr Partei verliert, der sich an, dem Ulk dieser Parteiyründung beteiligt. Beziehungen unserer Partei zur.Westlichen Vorortzeitung" bestelwn u i ch t.., Schlicht»!»isezwang im besetzten Gebiet. Wie die P. P. N. er».? fahren, führt die Interalliiert« Kommission des Rheingebicts vom. 1. November ab in allen lebenswichtigen Betrieben(Eisembabnrepa-- rattirwerkstätten. Straßenbabnen. Bergwerken, Post, Schiffahrts� wcscn. Gas-, Etektrizitäts- und Wasserwerken ufw.l und in den für den Heercsbedarf nötigen Unlernehmungen bei Arboitsstreitigkeiten; den Schlichtungszwang ein. Dil- erste Instanz sind die" deutschen Bebörden oder die Persönlichtriten, die das deutsche Gesetz vorsieht. Von dieser Instanz kann Bcrusung ein- i gelegt werden an einen SchlichiungSau-zschuß. der von der Jnter». alliierten Kommission ernannt wird, und der sich aus einem Präsidenten und zwei Wiigliedern. zusammensetzt. Nene Deutsche nvcrhnstiing in Polen. Der Voisitzende des Ver- eins für Fürsorge der in Polen lebenden Deniichen, Major v. Mecke in Broinberg. wurde wegen angeblicker anttvoliii'ckcr; Propaganda plöylick verbafier und nach Polen»raneporiiert. Das Bureau des Verein? ist zwangsweise getcklosien worden, ivettcre Verhasiungen werden erwartet. Die Presse dursie über die Ver« Haftung Herrn v. Mcckes nickts berickten. ................... Taufenöe von Lesern sind in den letzten Wochen neu zu den Reilieu der alten in Treue bewährten Abonnenten des„Vorwärts" gestoßen. Das ist ein erfreuliches Zeichen von der, siegbasten Kraft des sozialistischen Gedankens, der auch in den Wirren der letzten Jahre nicht ertötet werden konnte und sich selbst brnw den linlsradikalen Wortrevolutionarisnius nicht eldriicken(um. Der Monatswechscl ist die beste Gelegenheit, die Schar der neucn Leser»ech tu vergiösein. llnterlcsse ttuier von unseren alten Fiennden. noch zum l. November einen neuen freund für den„Vorwärts" und daniit für die Sozialdeinokratie zu geivinnen. Er leistet der Sache des Volkes, insonderheit der arbeitenden Bevölkerung den heilen Dienst, wenn er sorgen Hilst für die immer größere Ver- breitung des Zentralorgans der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, des „vorwärts". Folgenden Zettel wolle man ausschneiden und ausgefüllt der Expedition des„Vorwärts". Berlin SW. 68, Liudenstr. 3, zusenden. Ich abonniere ab heute den„Vorwärts" mit der illiisirierten Sonntagsbeilage.Volk und Zeil" in Groß-Brrli» täglich zwekmat frei in§ Haus sür 10 Mark für November. Außerhalb Groß-Berliiis Wohnende wolle» beim Postami ihre» Wohnortes bestellen. Rame Wohnung: -Straße Nr. vorn- Hof— Ouergeb.— Seitenfl.— Tr. links— rechts. bei- tü-- GeVerMostsbeivegung Atassenentlossungen bei öer �Victoria". ' inel' SHeeifscn der Sictoria hat ihre sämtlichenEi»- » eh'yz.« r mit' deyl 31. Ofiph%t d. entlassen, Äbgloich ein Reichs- tMifvertaiA ffyt. Üjc Emnehmer noch bis zum 31. Dezember Enist. Sit mill den Mnne�mern durch gml.ches Zureden und teil- tnzik cnjch durch Drohupgcn. einen neuen Vertrag auf. z w: o(t tu, welcher den>Ei«nehmey, ein(TKnimiimcn von nur 200 M. bis 4 70 M. p r o Monat gxMädrleistet. Der Haupt- zpM der. EnÄass�ng�besteHt. darin, daß die Gesellschaft den ihr un- h<'qU.eyi. gerpondenen Re ichs.rari fve r trag für die Einnehmer. l'er dieftn ein RonstSgchaki' von S7S M. zusichert, Vensucht los zu chcövn... ' Tiefen offensichSichen Tarifbruch lgtzt sich kein Einnehmer «Phallen mch bestHt«mrf Kartsetzung des BertvagSverKAtuisseS bis zilm Nblaüf.' Ter größte Teil de? Eutlasienen steht seit 20 6 t.S z'uiM'I ahre n in d e n D ih n sie n der Gesellschaft. Di« Direktion gsaacht, daS MgentvSrÄge Tarifgehalt nicht zahlen zu fotrNcn, dp das' Millionengoschäst der Victoria diesen Betrag für dw Einnehmer nicht abwirft und die. Direktion nur Verwalter der Gelder' der Versicherten sch. EI ist noch' in Erinnerung, daß die Sircftion,.ohne'den Betriebsrat und ihre Angestellten zu fragest, 4(�00 Angestellt,: drei Wochen ohne sachlich Gründe aussperrte, wo- disrch der Gesellschaft' ein r.oftger Schoden entstanden ist. Die Ein- Sie.chrrig der.Fschissobe. tröge, durch die. Einnehmer ist mit dem Lst. Tktctber dt Ii eingestellt worden. Ein Schiedsspruch des Reichs- öpheitsmiuisteriums vom 26. Oktober hat die Kündigungen «l-u'fge hohen. ' Diese Maßnahmen sind auf das Verhalten des in diesem Jahre hei der Victoria' eingetretenen furistrschen Direktors T i e d k e zu- rstchzufübren, welcher glaubt, mit furistischen Zwirnsfäden operieren zsr'dürfoni obivohb diese gewagten Operationen niemals im'Jnter- elfte dch Versicherten liegtn können. Seitdem- dieser Herr in der Sindeiftrroß- residiert, sind die Angcftcllten noch nicht zur Ruhe ge- kommen. Die Einnehmer halten nach roi« vor fest zu ihrer Organisation, dem Zentralvortband der Angestellten. Trotzdem sind schon einzelne Kollegen, z. B. in Tegel und Umgegend sowie in Potsdam und Pankow, ihren kämpfenden Kollegen in den Rücken gefallen. Am Dienstag wird der SchlichtungsauSschuß Groß-D.rtin er» neut zu diesen Entlassungen Stellung nehmen. Die bei der Victoria Versicherten bitten wir, den Einnehmern weiterhin ihre Sympatbie zu beweifen und nur Beiträge zu zahlen an Einnehmer, welche sich als M i t g l i e d e r d e s Z c n t r a l v e r b a n de s d e r A n g e st-e.l l t e n ausweisen können. ' erwarten sei. Dnne er in Verhandlung«« mit der Ge«!« stcheuhsiql!«»» schart eintreten, soweit es die Schwrerigkettsn der Uebergangizeit irgendwie zuließen.'; Es sollen nunmehr am Mittwoch neue VerHand lun- gen staltfiudgn. an denen Stadtperordnete de,r neuen Berliner .Stadtverordnetenversammlulsg teilnehmen werden. Es besteht die .Hoffnung/ daß mgn-'sich bei dem Bestreben, sich gegenseitig'entWgen- zukommen, einigen tm.rd._' Zur Lohubeweguug im Te�etilgrofthandel. Den Unternehmern gefällt es, in eigener Befürchtung o'neS Streiks ängstliche Gemüter unter den Angestellten von vornherein einzuschüchtern mit einem AitShang, der nicht in allen Punkren den Tatsachen entspricht. Gr bringt zur Kenntnis,.daß die Arbeitgeber bereits ihre Bereitwilligkeit erklart hätten, in neue Verhandlungen über den Schiedsspruch hinaus einzu- treten".. Von einer Absicht nach dieser Richtung ist den Arbeitnehmer- organisationen bisher nichts bekannt geworden, im Geyen- teÄ, ein Versuch der Arbeitnehmer, in nochmalige sofortige Per« Handlungen einzutreten, wurde von den Arbeitgebern mit einem Schreiben beantwortet, das von böswilligen Gemütern als B c- ginn eines Verschlepp ungSmanövers betrachtet wer- den könnte. Man setzt in demselben noch nicht einen bestimm«« Termin fest, sondern stellt diese Festsetzung erst i n A.u s s i ch t, obgleich man weiß, daß die EntschcidungStage herangerückt sind. Man stellt sich ferner so naiv, nicht zu wissen, welche Wünsche und Anregungen denn die Arbeitnehmer den erneuten?rr- Handlungen zugrunde legen wollen, obgleich man durch die Ab- lebnung des Schiedsspruches auf Arbeitnehmerfeite klar zum Aus- druck gebracht hat, daß die darin enthaltene« Zulagen nicht ge- nügen, sondern daß man auf der ursprünglichen For- derung beharrt. Wir bitten die Angestellten, sich lediglich nach den Jnformatio- nen zu richten, die ihnen ivahrhe'tsgemäß durch ihre Vertretun- Tie Lohniorderuugen der städtische« Arbeiter. Im Berliner RatibquS fand Sonnabend unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters' W e r m u t h eine Aussprache der Vertreter des Magistrats und der Stadtvcrordnetenjraktionen mit den Ver- treter« des, Zenrralvcrbandcs der Gomeiudearbofter und des Tronö- portnrhc-tcrverbandes über die Einwirkungen der neuen Lohnforde- rungen auf die Finanzen der Stadtverwaltung statt.. Diese Forde- rwngen bedingen, wie gemeldet; für die neue Staotgemeinde Berlin «me jährliche Mehrbelastung von nicht weniger afs 3-00 M i ll i one n. ES handelte sich gestern, wie betont sei. rcickit um eine Verhandlung über die Lohnerhöhungen, sondern um ein« Aufklärung der Arbeiicrsckast über die wirkliche Lage der städtischen Finanzen. Der Stadtkämmerer Boeß gab eine eingehende Darlegung der finanziellen Verhältnisse der Stadt und betonte mit allegi Nachdruck, daß diese eine weitere Belastung auch nicht an- nähernd m der Höhe der Lohnforderungen ertragen könnten. Ebenso wiesen die Vertreter der bürgerlichen Fraktionen auf die gegen- wartig besonders schwierige Lage der ins Leben kretenden Groß- Berliner Stadtverwaltung hin. Die Vertreter der Arbeiterschaft führten demgegenüber aus. daß den Gemeindearbeitern mit diesen Darllflungc.il zunächst nicht gedient sei, sie wollten vqr allen Dingen mit dem Magistrat verhandeln. Der kommissarische Magistrat erklärte, die Verantwortung hierfür nicht übernehmen zu können; er müsse dies unter allen Umständen dem neuen Magi- strat überlassen. Da dessen Bestätigung in den nächsten Tagen zu den Wert zu schätzen. Eiuigupg in der Lohnbewegung der Portiers. Die gestrigen Verhandlungen im RciaSardeiiSministerium über die Lohn'oiderungcn der Wohiibaus-Port'erS hoben wie die B-C.- Korrespondenz meldet, zu einer Est n r g u n g zwi'chen Arbeitgebern und Albeltnebmern getübrr. Ten Poriiers winde für die Zeit vam 1. November bis zum 31. Deiember 1920 als Provisorium eine Erhöhung der Grundlöhne von 5V Prozent zugestanden. Innerhalb dieier Frist soll ein n e u e r T a r i k ge- schaffen werden, der dann am 1. Januar 1921 in Kraft treten soll. In den Berhandlnngen versuchten die Hausbesitzer die Ab- wälzung etwaiger Lohnerhöhungen auf die Mieter zu erzielen, stieben dabei aber auf den energischen Wider- stand des Vertreters des Preußischen WohlfahrlSministeiiums, der darauf hinwies, daß Minister Stegerwald eine solche Ab» tyälzung nnd die damit verbundene Mieispre-Sei höhung auf keinen Fall genehmigen würde Beiden Parieien ist eine Woche Frist zur Stellungnahme zu dem Verbaiidlungsergebni» gegeben. Die Verhandlungen über die Lohnforderungen der Geschäfts- und Jndustriebaiis-VortierS werden Anfang nächster Woche ebenfalls im Reichsarbeitsministerium stau- finden._ Die Lohnbewegung im Einzelhandel. Die Freiiag slaitgefundene Beihandlung über den Gehalst«- taris der kauimännischen Angestellten im Einzel- Handel führte zu einer Verständigung der Parteien. ES wurde nachstehende Vereinbarung getroffen: .Die Dauer deS GehaliSabkommenS währt vom I. Oktober 1920 bis 31. März 1921; der Manteltarif wird bis zum gleichen Tage verlängeri. Für die Bemessung der Höbe des prozentualen Zuschlages gilt das Ultimo September fällig gewesene Gebalt. Der Aufschlag beträgt: Für die Gruppe I und II.. 10 Proz. mm m lll••.• 12Vj. ... IV.... 15. Gegen die allgemein» VerbindlichkeitSerklärung dieses Zusatz« abkoimnens beim Reichsarbeiisministerium wird von keiner S«L» Einspruch erhoben." Zu'diekem Abkomnch« wurde protokollarisch folgendes festgelegi '.Die heute vereinbarten Zulagen sollen auf die Torifgehälter gewährt werden, jedoch sollen freiwillige Leistuugs« zulagen, die am 30. September bestand«« haben, im all- ggmeinen nicht berührt werden." Die Funktionär« der Fachgruppe 7 nahmen Freitag abend zu die sein Verhandlungsergebnis Stellung. Sämiliche DiSkuisions- redner drückten unter dem Leisall der Versammelten ihre Enr- täusibung über d e u gertngen Aufschlag aus. Trotz- dem die Angestellten mit dem Gebotenen nicht ganz zufriede» waren, gaben sie fchließliai ihre Zustimmung. Wir bitten die Kollegen im eigenen Interesse, auf die kommen- den Veranstaltungen der Fachgruppe 7 zu achtem Zentratveiband der Angestellten. Zum Streik im Augustc-Biktoria-Krankeuhaus. Vom Verband der Gemeinde- und Siaatsarbeiter wird»nK geschrteben: Im.Berliner Tageblett" vom 28. d. M. wird de- richtet, daß die Angestellten des Kronkenhauses den Streik in allen feinen Teilen beendet haben, weil sie dessen AussichtSlosigkSit ein- sehen mußten, nachdem das Mieteinigungsamt die Ermission der Angestellten aus der Äüftalt für rechtmäßig erklärte. Dazu möchten '.vir bemerke«, daß die Arbeit- aufgenammen worden ist. weil die Arbeitgeber zu Verhandlungen sich bereit erklärten mit der ausdrücklichen Bemerkung, daß Lohnerhöhungen gar an- tiert werden. Die Verhandlungen hierzu sind aus Montag, den 1. Rsvenider, anberaumt worden. Den Angestelltes ist auf die Erhöhung der Löhne nach Aufnahm« der Arbeit ein sasortigsr Vor- schuh von 150 M. bis 200 M. gezahlt worden. Maßresselungen aus Anlaß de? Streiks httben nicht stattnefunden. Einige Eni- lassuirgen, die vorflenrurimen werden mußten aus Anlaß von straf- baren Delikten, sind mit Zustimmung der Arbeiter erfolgt. Daraus dürfte ersichtlich kein, daß die Arbeftgeber keinerlei Ursache haben. eine Siegermiene aufzusetzen. Wen« sie sich jedoch nur deswegen Sieger wähnen, wril das MiejeinigungSamt Eharlottenburgdie an- erhörte Maßnahme des Prof Langstein, der das Porsonak durch bewaffnet« Gewair aus den Wobnunaen treiben lieh, angeblich für .rechtmäßig" erklärte, so überlassen wir ihnen den traurigen Ruhm recht gerne. Das Eharlottcnbuvxrw MieteinigunaSamt fübrt aber seinen Namen, wen» eS die ungerechtfertigte Maßnahme wirklich sanktioniert haben sollte, zu Unrecht. Es befriedigt uns aber, daß eS auch objektive Einigungsümter gibt, wie beispielsweise dasjcmge in Zc Hiendorf, welches das Unterfangen der Direktion de? Oskar- Helene-HeiniS, in glescher Weise verfahren zu wollen wie der re- aktionäre Prof. Langstein, energisch zurückwies. Streik in de« Konditoreien in Aussicht. Nach monatölangem Verhandeln war es bis jetzt nicht möglich, mit den Arbeitgebern zu einem Tarifobfchluß zu kommen. Am Montag, den l. No- vembcr finden a>!s letzter Versuch E i n i g u n g Sv e rb.a ndl u n- gen vor dem Schlichhing setusschuh Groh-Gerlin statt. Sollten auch sie zu keiner Einigung führen, so wird die am Dienstag, 7 Uhr, in den MiUrkorWon. Kaiser»W>lhelm-Str. 31, stattfindendS außer- ordentliche Mitgliederversammlung de? ZeniralverhanbeS der Bäcker und Konditoren über den Streik Beschluß fas s en. Wir biiteu dos organisierte Personal der Konditoreien vollzählig zu erscheinen. Zentralv�rband der Bäcker und Konhitoren. Achtung. Eisenbahner! T«s ehemalige Mitglied des Deutschen Eisenbahnervetvandes(D. E. V.) Kollege Ottomar G e s ch k e. stellt an die Ortsverwaltmifl Berlin des D E. V. das Ersuchen, ihn vor verleumdender und bösartiger Nachrede zu schütze«. ES ist von ver- schiede neu Seiten das Gerücht kolportiert worden. Geschre sei Wege» Veruntreuung und Unregelmäßigkeiten auS dem Verband ausgeschlossen. Zur Steuer der Wahrheit erklären wir, daß Kollege Gaschke sich solch« Berfehlumz nicht hat zuschulde» komme» lassen Die OrtSverioaliung Berlin des D. E. B. Bnckibtnder Vertrauensleute und GetriehsrSte. Rontac, 4 Uhr im Alexandriner, Alkxatidnncniträtze, Vertrauensinannerveitammluna, in der Scricht von den Verdandlungen mit den Aibeitgebetu gegeben wüd. Ss ist Pflicht aller Vertrauensleute, zu erscheinen. Rohrleger«ud Helfer. Dienstaq K Uhr frn Gewerkf ba'tSbauS s großer Saall Vranchenvertammblng. TagcSorduung: Die Sewerkschchte» und die Di Ute Anternatiauale. Serantw für den redatt. leil' Tr. Sernrr Vclscr. Cbarlollenbura: tür Siizeiaen: Tb. Gl»«-. Berlin. Üfcla«: Bon-SriS-VeUag Ä m d. H. verllN Zuid£.f wärts-Buchdriuterei tt Berlag�aoti�i, V.m, Sinuer u. E-.. öetlia. eindenftt. 3. _ Hierzu 4«c-logen. LEIPZIGER STRASSE KÖNIGSTRASSE ROSEN THAIER STR. lO RITZPLATZ A.WERTHEIM Der neue Wcihnachiskaialog wird nach ausuiäris kostenfrei zugesandt VERSA N D• ABTEIL U N Q BERLIN W. 9 LEIPZIGER STRASSE Mantelkleid ,»>»«.« offen und geschlossen zu tragen, aus festen Schottenstoffen..... Crepe de Chine- Kleid, aparte Formen, helle u. dunkle varben aus kariertem Stoff. mittelfarbig, offen und geschlossen zu tragen Fescher Mantel (Abbildung 2) aus Cord-Velvet, feine Farben, farbiger Unterkragen... Bluse bunt gemusterter 75 �7�9� Barchent, mit Stehkragen, mo- OQ mm B%eß deme Form........ Ww BIUS0 aus Baumwollflanen, in verschiedenen Streifen, moderne, Form........... 00 375 395°° 00 625 oo BlUSe aus Crepe de Chine, mit Handstich verziert, In verschie- denen Farben, jugendliche Form.' 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