Nr. 539 ♦ Z7. Jahrgang Msgade B Nr. 132 VezugSVeet«» B«UmBBalU#.— SB. frei in« öau.. voran» lablbot. Poft- dexuq Jlonallidi 10.— MI» erfL Rn» Rraimafvebüht. Untrt üminbonb-für Deutichlanv und DtOttnidi 16, 0 M!» für Da« übnqt Busland o«, laaiich sinlnal. Rullrlluns 21 SO VvO-ir- Oellunarn n.dmrn an OrRrrreich. Unzarn, Tschrcho-LIowalri, Dan». wart,'bvllano..uremvurz.!»deu und>1» Sanne».—£mqmaacn» dt» Post»'titunM-StrtlHu. ®n.Vorwärts' mit#« Tonnraz» fceilagt.Voll u. S»tt* er che-, m woibrn- täglich zweimal Eonniaqe and Mo» tag»-mmat. Trearamm-BdreB» .S»zl»>l>»m»kr»I Berlin". Abend Ausgabe Berliner Bolltölilcitl (20 Pfennig) AnzeiftenvretS; ®ie achlgeioallene Oionvorrwrzell» tottrtS.— ZI!» Trurrunzszuildlkg SO«/» .»lein» Uazeizen' da, ru- zeötucftf ffior 1,— M. izuläih? zw» •ettzedruefte W»ne>. edes tuttlete Wo« 60 Pfg.©tellenzeiuche im) 6e Tagesordnung des Brüsseler BerbandeS, derzufolg» der Kongreß nicht den Beitritt zur Dritten Internationale befürworten aber den Austritt auS der Zweiten Internationale beschließen solle, verworfen und beschloß das Verbleiben in der Zweiten Internationale. Brüssel, l. November. Vandervelde h-elt gestern hier eine Nede gegen den Bolschewismus, in der er die Jnkonse- quenz CachinS und Frossarts verspottete, der beiden französischen Sozialisten, die— zur Information nach Moskau gereist— sich demütig einen Teil des Fluches geholt hätten, den die Diktatoren von Moskau über die Sozialisten aller Länder, besonders über di« 22 Millionen organisierter Arbeiter der Jnter- nationale von Amsterdam, ausgesprochen hätten. Bänder- Velde hielt zum Schluß die These vo» der nationalen B er» te i d i g u ng ausrecht._ Die Meöergutmachung. Paris. I. Nrvrmber. Ter„Matin" glaubt zu wisse«, daß die Berhandlunge» zwischen der französischen und der englifcheu Regierung Aber das Wiedergut» machungSproblem so weit gediehen srien, daß Lord Terbv wahrscheinlich morgea oder übermorgen am Linai d'Lrsav die enb- gültige Antwort überreichen werde. Einig sei man sich über die Sachverständisrakonferenz, die in lürzester Felst in Brüssel zusammentreten soll«ad der alsdann sehr rasch eine Konferenz der Finanzminister und anderer lllrgierungSvcrtretrr in Genf folgen werde. Tort würden die Deutschen'mit de- ratender Stimme§natur, heißt, ins Smybolische übertragen. Mangel an Vcr- trauen; der birgt Sehnsucht nach Unerfülltem, Unerlaubtem in sich. Blaubart, vom ersten Weib betrogen, weigert mit dem Recht deS Verbrechers den Nachfolgerinnen oen Eintritt im jene Schreckens- lammer, in der die toten Häupter der Gemordeten um Rache schreien. Warum aber überläßt er ihnen den bluttriefenden Schlüssel? Er nötigt sie, verführt sie, indem er ihnen das bren- nende Sexualsymbol(.Verführer" nennt es Judiths in die wider- strebende Hand drückt, ein Blutberauschter.>:n gieriger Psychopath, ein Sadist. Er straft menschliche Schwäche, ein harmloses Unrecht, durch eine grausame Leidenschaft. Er hängt seine Liebe an einem Schemen, ein Wort, ein zynisch verfochtcneS Recht, nicht an ein Weib, das er auf nie gewollte Abwege der Sohnsucht stößt. Neugier ein tragisches Motiv? Diese undeutliche Psychologie wird auch nicht klarer und möglicher im Schicksal des l e i d e iU> e n, am Verhängnis seiner Veranlagung krankenden Ritters, weil kein heißes Mit- leid es ertragen hist, das Zwingende seines Mißtrauens, seines paranoischen Menschenhasses nicht glaubhast wird; sicher nicht im Drama, das da mit einem läuternden Bekenntnis und einer erst- malig reinen Liebe zusammenbricht. Tod ist das natürliche Siegel unter so viel Unnatur. Nur die Opfer heischen Teilnahme, nicht der Held, der aus seinem EheerlcbniS keine Entschuldigung für solche Verteidigung seiner Mannesehrc herleiten darf. Eine Tra- xödie der Krankheit, ein Drama ohne Tragik, nur voll des Schauerns und Entsetzens, das an Zacharias Werner mahnt. Ein einziges Inferno von Zersetzung und Dämonie, von fatalistischer Gewalt, die schicksalsmäßig abwärtszieht. Gegen die mit geradezu tierischer Wucht hingeschleudcrten Sprühfunkcn einer psychiatrischen Seelen- vcrirrung hätte Senn«. Licht, Frohsinn ausgespielt werden müssen. Statt dessen: Dunkel, Qual, Ekel, wohin ihr blickt. Da» Drama ist gerichtet. Unglücklich der Musiker, der an die Fürchterlichkeit diese? Stoffes geriet. Nur dem Spötter Offenbach lacht« einmal der Sieg über diese Materie. Dem pathetischen Komponisten blieb die Auf- gäbe, dem Gleichmaß der Spannungen eine Gradkurve abzulauschen oder anzudichten, dem Anlimenschlichen einen versöhnenden Schim- mer von mystischer Syrnbolbedeutung zu leihen, da» Zersetzende Minna Bauers 80. Geburtstag. Die Vorkämpferin der deutschen Frauenbewegung. Minna Ca u e r> begeht h-uie in voller geistiger und körperlicher Rüstig- keit ihren 80. GeburtS:ag. Von den Millionen Frauen, die seit dem Siege der Revolution ihre staatsbürgerliche Gleichberechtigung gewonnen haben, weiß leider nur ein kleiner Teil, was er der jähr- zehntelangen unermüdlichen Tätigkeit dieser Frau verdankt. Minna Cauer ist für dos gkeiche Recht der Frauen in jahrzehnielanger un- ermüdlichcr Arbeit eingetreten, sie ließ sich nicht abschrecken durch Hohn und Spott und die schier unübcrste! gliche Höhe der Hinder» nisse, und so konnte sie schließlich noch den Triumph ihrer Idee er- leben. Ist Minna Cauer die Aührerin der.bürgerlichen" Frauen. bewegung in Deutschland, so ist sie da« doch niemals in dem Sinne gctncscn, daß sie sich von der proletarischen, sozialistischen Frauen- bewegung in Klassenhochmut abaeschlossen hätte. WaS sie im Ge- gcntcil auszeichnet, daS ist llr offener Sinn für alles Neue, das zu» gleich mit der Frauenbewegung m der Welt herauskommt, und ihre k.are Erkenntnis, daß die von ihr leidenschaftlich vertretene Sache mit der der Arbeiterbewegung und dt.» Sozialismus in lebendigem, untrenftbaren Zusammenhang stcbt. So hat die Republik und die Acdciterklasse allen Grund, oieje ausgezeichnete Frau zu ehren, die.stets eine Vorkämpferin fortschrittlicher'Ideen gewesen ist und uns als solche hoffentlich noch lange erhalten bleiben wird. Vom Ncichspräsieentcn und zahlreichen Korporationen und Einzelpersonen sind der Jubilarin die herzlichsten Glückwünsche zu- gegangen._ Gryesck und Strafaejetz. Das Gutachten des preußischen JustizininistcrS. Im Reichstag hat der Abgeordnete stresemann be- hauptet, daß ci» Gutachten des p r c u ß i s ch e n I u st i z- m i n i st e r s zu d-?m Schluß komme, daß gegen die Orgesch keinerlei gesetzliche Handhabe gegeben sei, da sie durclxnis auf dem Boden der Gesetze stände. Die„Tag- liche Rundschau" veröffentlicht heute, offenbar auf Grund einer schweren Indiskretion, dieses Gutachten im Wortlaut. Dieser Wortlaut ergibt aber doch etwas wesentlich anderes. Der preußische Justizministcr am Z c h n h o s f geht von der Voraussetzung aus, daß die Orgesch nickst gegen die Strafgesetze vexstößt und dalxr nach Artikel 12st der Reichs- verfassung nicht verboten werden kann, falls sie ui.be- waffnet ist. Ter Minister erklärt, daß das ihm vor- gelegte Material für eine Bewaffnung der Orgesch keinen Beweis erbringt. Aber er sagt auch: Ich hebe hierbei aber ausdrücklich hervor, daß mir für die Beurteilung de? tatsächlichen Wirke»? der Orgesch nursehrwc» nige Unterlagen mitgeteilt sind, und möchte anhcim- stellen, wenn der Herr Minister dcS Innern noch im Besitze weiteren belastenden Material? bezüglich dieses Wirkens ist, mir auch dies zu übermitteln. Es ljandelt sich hiernach also um eine Tatsachen- frage, deren Beantwortung nicht zweifelhaft sein kann. Herr am Zehwhoff wird sicher auch inzwischen die Bilder vom Miinchener Königschießen geiechen haben, wo man 49 999 Orgesch-Leute bis an die Zähne bemakf- n e t und alle im Besitz von Gewehren erblicken kann. WaS die Bewaffnung der Orgesch in Preußen betrifft, so er- innern wir nur daran, daß der Vorsitzende des brarvdenbur- gifchest Selbstschutzes, Gras Kalchreuth, erst vor kurzem seine Mitglieder aufgefordert bat, sich zu bewaffnen.w o m i t es auch immer sei". Weitere? Material über die tat- sächlich? Bewaffnung der Orgesch stccht— nicht nur uns� sondern aiich der preußischen Regierung— in Hülle u n d F ü l l e zur Verfügung, so daß das Gutachten des Herrn am Hehnhoff doch schließlich darauf hinauslaufen muß, daß die Orgrlch zu verbieten sei, weil ihre Bewaffnung nachgewiesen werden kann. Dieser Standpunkt ist auch für >das Verhalten des preußischen Staatsministeriums entschei- dend gewesen, in dem. wie wir erfahren, hierüber keinerlei Meinungs-versch'edenbeitzan besteben._ und Zerreißende des Slojses durch die Farbe» der Oper zu ballen. zu teilen, zu tönen und zu klären. Das ist dem Orchcstermeister Reznicek in zwei Äklen so stark gelungen, daß sich Text und Musik in ihrer Wirkung geradezu voneinander trennen. In dieser Musik ist grundticfe Gcisterstinimung; lodernd rote Brandung der Leidenschaft. zarleS Blau von Mörchenklang und Frauenliebe ist das blasse Grau der menschlichen Alltäglichkeit in zwingender Art eingcfangen. Sie ist voll von motivischer Gebärde, kargt mit Noch- malcrci, bleibt nur halbstark in der thematischen Phantasie, die Wagnergläulng wird, sie scheut in ihrer Ehrlichkeit nicht das alte Opcrnensemblc, nicht die Einfalt eines Lautenliedes oder Zech- gesanges. Sie versucht, diesen zwei hochgeladcnen Akten einen künstlerischen, wenn auch dynamisch sehr verhaltenen Aufstieg zu geben, sie läßt dem Augenblick musiksreudig die Macht über Wahl und Farbe der Mittel und sorgt durch liebevollen Blick auf Teil- szcnen, durch sinfonische, nur gar zu long und schritt gewordene sinfoizische Zwischenspiele, durch meisterhaft« Jnstrumentalkombi- 'Nationen für eine scharf grundierende Gesamthaltung. Diese Musik, nicht alt und nicht hypermodern, ist kaum spezifisch, aber in ihrer Eklektii lebt die Tot und das Bekenntnis eines Vollmusikers. dem es gelingt, den Schrei der Kreatur, das Klagen der Jcnseiti- gen, ein Klingen der Natur, ein hastcnd-erregteS Gegenspiel von Menschen verschiedener Temperamente mit treffendsten Tönen zu charakterisieren. Der Tondichter deS..Traumspiel«", ein von Maeterlinck und Strindberg Dezouberler und Angeregter,«rkühlte die Mystik und durchgeistigte das Seltsam-Spukhafte. das Luftdünne, Gespenstische eines Märchens, da» im Uebcrsinnlichen so seine Sinnlichkeit abwerfen konnte. Dieser Klang, dem stofflich leider viel an Lust und Süße, alles an Humor genommen wurde, tönt auf zwischen Wagner und dem Tonsymboliker Scholker. Deshalb wirkt er gegenwärtig wie kaum ein anderer. Was die Psychologie des Stückes an Lücken ließ, versckstießt auch die Musik nicht, aoer sid versucht sie durch Erlebniskraft zu decken: sie befreit den dra» malischen Gesang, schafft dem Wort offene Bahn und endet erst im dritten Akt mit einer flammenden Erstarrung, die sich auf einen Atemlosen legt. Hier ist nur noch Spiel mit dem Orchester, nicht mehr Erleben und Offenbarung. Das Drama war gerichtet, die Musik schien gerettet; am Schluß sichert nur noch dt« Szene einen Erfolg. Von diesem Gefüstl zeugte die AuMhvung, die dem Theater ggb. was deS Theaters ist. Blech umarmte diese schwerste Par- titur mit inbrünstger Liebe und verteilte die erregten Akzente mit ebenso scharfem Griff wie e-r dem schwülen, unterirdifchen Sehauer seine Farbe ließ. Die Szcnenbcurtcn des Griechen ÄravanlinoS zwängten die fchnurtge Lust in enge, atemraubende Räume, deren düstere Farben, räsielhaftcn Steine und verwitterte Baumriesen von Unwirtlachke ten sprachen. Licht und Schatten tanzten gespenstisch. In der Regie hätte da» gar zu schnell« Fuickttoniercn Die Prenzlauer tvaffenfunöe. Zu der Prenzlauer WaffenablieferungSaffäre erfahren wir, daß die des Diebstahls Beschuldigten sich noch immer in Unter- suchungshaft befinden. Der Frau dcS ArrcstaufseherS, die vier Kinder zu versorgen hat, und der Frau des 75jährigen Kaserneu- wäeters ist die Wohnung mit einer Räumungsfrist von 14 Tagen gekündigt worden. Da? Sparbuch des Arrestauf- scherz mit der Tienstprämie, da! seinerzeit beschlagnahmt wurde, ist noch immer nicht freigegeben worden, so daß die Frau ver- hungern müßte, wenn sie nicht gute Freunde unterstützten. Be» kann'.lich haben die Beschuldigten seinerzeit im guren Glauben Waffen, dt« in geheimen Räumen der Kaserne verborgen worden und nicht gestcinpelt waren, der amtlichen Ablieferungsstelle aus- gehändigt. Dadurch wurdtz das geheime Waffenlager der Reichs- wehr in Prenzlau anS Tageslicht gezogen. Wie es scheint, bemühen sich gewisse reaktionäre Kreise in Prenzlau darum, an den»Eni- hüllern" ihr Mütchen zu kühlen. �taöemische Reaktion. Man schreibt unS: Poofesso- Dr. Schuck i ng, bisher Völkerrechtslehrer an der Universität Marburg, folgt einem Ruf an die Handelshochschule Berlin. Nachdem der Pazifist Friedrich Wilhelm F o e r st e r, müde des Kampfes mit der aladcmischen Reaktion, fein Münchener Lehramt niedergelegt hat. scheidet nun auch der Pazifist Walter Schücking aus dem llmkieise der deutschen Universitäten. Keine Universität der deutschen Republik hat sür den fülrenden, vor dem Kriege fast alleinstehenden Vorkämpfer eines Friedensbundes der Völker Verwendung gefunden! Zu der gleichen Zeit, da der Außen. minister Dr. Simons die Idee einer Rechtsordnung über den Slaaten als den Gedanken preist, durch dessen ehrliche Vertretung Deutschland eine geachtete Stellung unter den Völkern zurück- gewinnen könne, muß gerade der Hochschullehrer aus unserem Uni- versitätsunterrichte ausscheiden, der wie kein anderer die studierende Jugend mit diesem Gedanken erfüllen könnte. Wie lange noch soll diese reaktionäre S.lbstabkpaselung dauern, durch die sich unsere Universitäten nachgerade zu Fremdkörpern im geistigen Leben unse. r«S VolksstaatcS machen würden? Die§einöe der Sieülung. In der„Deutschen Ztg." veröffcnllicht Hanns Fischer. Si'vdler am Weißen Moor, einen Jegen d e Soz'aldemokrat.'N gerichteten Artikel, der mit folgenden Aussützrungen schließt: Unsere Partei hat ferner darauf hingewirkt, daß au? den Kreisen ihrer dein Großgrundbestz angehörenden Anhänger Land in großem Umfang für StedlungSzweckc durch hie LandlieferungSverbärlde angeboten worden ist. So fielst der penncinHrche Feind der Siedlung bei Lichte au». Aber die Demokraten und Sog ia Idemok rate n lehnen ab... Jeder. mann sieht klar! Links stehen die Feinde der Sied'unyl Ich werde ncht ruben bis dies« Ta-stache in allen Kreisen der Siedsir bekannt sein wird. Ich werde auch n'cht eher ruhen, bis der Reichstag zu .dieser Lebensfrage des d e u t>' ch g e r m a n i s ch e n Volk s end- gültig Stellung genommen taten wirb. Ich werde nicht ruhen, bis sich uns de verkappten Feindß der Sied'eing zu offenem Kampfe gestellt haben werden. Visier hoch! Ihr Verdächtiger, d e Ihr die größte und crgiab>site Kraftquelle der deutschen Zukunft verstapst! Und von der v ö l k i s ch- d e u t s?> e n Presse muß er- wartet werden, daß sie Mann für Mann die S cdlung als vac.er- ländische Pflicht betrachtet und ihr den Raum yTht. dessen sie bedarf. Demi mit der Siedlung steht und fällt die deutsche Zukunft. Von einem Dautschnatiorialen kcmn man ja eine and-re Sprache nicht erwarten. Vielle'cht ist aber der Herr Verfasser so frelmdl'ch und gibt nns bekannt, w o dar Großgrundbesitz zu Siedlungszwecken wirklich geeignetes Land angeboten bat. Das Siodlungswerk stockt völlig, weil der Groß- grundbesitz eben kein Lond oder, wenn er es tut. nur zu phontastischcn Preisen hergibt, jener Groß- grunbbesijf, der allein mit d~m Msttel der roh e st e n Ge» walt das Land an sich gerissen und seßhafte Bauern ver- trieben hat. der an- und abgehenden Spieler bemerkt werden dürfen, auch wurde viel zu viel mS Parkett hinein gesungen. Die Judith der Vera Schwarz ließ bei ciucm schauspielerischen Nafsincment, da? im zweiten Akt tragische Größe cinpsin� an dst: Rauhheit ihrer©i.mme vergessen; die Agnes von Frau Mar Heer bli.eib kindlich, zierlch, sangschön. Henke als blinder Diener wie stets spiclsichex, emp- findunnSstark der väterliche Graf H e l g e r S', wstch und gefällig der junge Tenor N o e 8. Die Seele de# Stückes, Blaubart: Braun. Wie ein Bild von VelaSqucz, EiShauch um sich bve tend, starr und frierend, geschüttelt von Aeugstrn, doch unbämenisch in der Bewe- flung. Er sollte eim Verdammter, in sich Schauender, ein ewiger Jude sein, ausgestoßen aus der Menschheit, ein Fürchtevlich-Einsamer, sirggesttv in je!) im Bl.ck, in dunkler R de, in der kreischenden Wucht feiner verzerrten Seele. Er blieb oft tragender Baß. Sänger. Aber mit Höhepunkten: wie er litt, schrie, bettelte, polterte und büßte: ein stärkerer Abglanz des Elend? und Teelenjammers. als eS der Text ahnen li.iß, ein Opfer ster Veryanzenheit und de? Erb- blutes. Tier und doch beinahe gla-ublxrst als Märtyrer, als tod- weihender, ent-zötterter Liebe ertretzcnder Vampyr. Der Schauer seines Lebens versteinte die Hörenden und Sehenden in starken Minucen; noch mehr Dämoue des Blicks, mehr Fesvnation der Stimme: und aus dem Stein schlug die Flamme der Begeisterung für eine in jedem Fall hcichwcrtige Leistung. Der Erfolg der Oper war groß; sie wird nur steitl-en können am Leichenhauch ihres Stoffes. Kurt Singer. Konzert de? Arbeitersllngrrl'unde« im Grossen Schoufhielho»?. Der Deutsche Arbeilcrsängerbund hatte am Sonntag vormittag in? Große Schauspielhaus zu seinem ersten Konzerl eingeladen. Di« vereinigten Arbeilcrchöre von ganz Berlin sargen unter der Führung von Hermann Schcrchen rmd Dr. Zander ein Programm, das sich in jeder De Ziehung sehen lassen kennte. Das Bogleitorchester, das zusteich unter Scherchen da? Vorspiel zu den„Meistersingern" und in ganz prachtvoll er Weise den„Don Juan" von Richard Strauß spielte, war unser rühmlich bekannte» Blüthner-Orckester. Nach d.m Meistersinger-„Wachaus" der Gc- vmnlchöre sang der gsmiscbte Cbor Groß-Berlin zwei von Schcrchen bearheitet« russisch: Nevostttionechörc, von deren taS.Brüder, zur Sonne"" gan� einfach und cnrsPauchSloS sich gebt, der„Trauer- marsch" in seiner interessanten rhythmischen Unter mal! mg in den Männerstimmen aber schon ernste Kunst darstellt. Die Ausführung war recht gut, mußte aber vor den vortrefflichen Männerchor. txubietungen zurücktreten. Zirar ließ d r �-espella-Ehor Bee« thovcnS»Die Himmel rühmen" in etwas die gewohnte wuchtige Breite vermissen, aber die beiden Männerchörc mit Orchester.„To:d Foleson" und„Erntelied" waren Glanzpunkte des gelungenen Kon- zcrtS.„Tord Foleson",.eine Komposition dcS jüngst verstorbenen ..Hogor unter den Acbeitermännerchorkomponisten, G, A. Uthmann, ist nicht sehr tiesgehend, aber sehr sanglich und famoS aufgebaut. Die eigentlich revolutionären Töne aber pachten so recht erü au» dem Erntelied von LSkar Fr. cd da» die Dehrn«Asche Dichtung Wirtschaft Die arbeitende Fra«. Um irfe arbeitende Frau ist in der Arbeiter- rrnd Bnge- steMenschaft ein hefliver Kampf entbrannt, der mit Hilfe deS De» mabilmachurgökommissarsauptauSschuß von ll führenden Gelehrten au» den verschiedensten Gebieten gewählt. Außerhalb der Wissenschaft stelend« Sachver- ständige und Freunde werden in besonderen Kommissionen der Not- gem inschast zur Lösung der allgemeinen Fragen- mitwirken. E n« solche Kommission übernimmt den Verkehr mit den Vereinigten Staaten.-_ äprfirlfiflcncr mid Gewerkschaft. Der stilbere RetckiSwi, tschasss- mitiiüfr 91 0 6 c r l Schmidt und der i�rchäsiSsiilw r del Bundes der technüchrn kli gebclllen nnd Benm'en Karl S o d l i ch ireidenjn der Bcilimr Lr Sgnidpcniirilanimlimii de? Lchutzveibiiiide» Denllcher Sch>!>- fteller. die ani 2. N vrinber.«brndS 8 llbr. im Kenseienütaal der Piesse» «btetliirg der Reichsreabruiw, Wilbe>msplal> S. I. Siock, Über»Theorie und Praxi? der Gewertlchaft" ivrcchen. v>>äüc willkommen. Theater. AIS EiöffmmaSuorWllung der 51 n r m- nnd Drang- » ü b n e ltlbiftl. iteiiung giih LberS». die am 30. November im Lycenm- Klub itattiindet, wird das Drama.. F e u e r« b> u n»" von Ei nit Seyer zur Uraiifiührnng gelangen. Die Regie fllh I Walter SchmidlvStzler. lieber den Geist des Kubismus und die Künste spricht Rudolf B I ü m u e r am 3. November in der KuuslauSslellung Der Ilurm. Pol«. damer Str. lölv. abei d« Tl, Uhr. Die Beisetzung der Asche Srn» HaeikelS fand gestern Im Warten deS Däckrl-HauIeS bei Fena halt. Da« von Prof. Enrelwann aefchaffene Denimai eiü>ieinei»er Heime« mit Broiizekopf wurde von einer pro e» Bnzabl von Vertretern der llnivcriilät und der Korporationen, der Be- Hörden, der Regierung und de« deutschen Moiiiheubmp eS enthüllt. Gin Tclma. Lagerlöf> AI r»d wiid von Merd Meurer am ll. November, abend« d Uhr, tm Saale der Berliner Dezcssioa veranjlaitet. fassung der Gemeinden. Mit Recht betont Lindemann in seinem Artikel»Die kommunalpolitischen Forderungen" in dem vom Parteivorstande herausgegebenen Gutacktenbande die Notwendig- keit, gleichzeitig mit dem allgemeinen Programm oder wenigstens sofort nach seiner Erledigung die Reform eine? kommunalen Pro- grauimS in Angriff zu nehmen. Di« Kommission hat sich diese For- derung zu eigen gemacht, eS ist dadurch die Gewähr geboten, daß Unstimmigkeiten nach Möglichkeit vermieden werden." In derselben Nummer der„Konrmunalen Praxis" bieten die Genossen K l e m m- Harburg a. E. und Hermann Mücke» Breslau für die praktische Lösung des Erwerbslosen» Problems wertvolles Material. Raubansthlag auf einen ftttwaeenhchröle?. Eierhandgranate» als Mordwaffe. Ein gräßliches Verbrechen wurde gestern abend in Spandau verübt. Zwei bisher noch unbekannte Soldaten machten dort mit Eierhandgranaten einen Mordanschlag auf den Altwarenhändler Mahnkopf vom Hohen Sieinweg 2 und verletzten den betagten Mann so schwer, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. U.bcr den Mordanschlag werden folgende Einzelheiten gemeldet: Am gestrigen Sonntagabend gegen 7 Uhr erschienen bei dem Altwarenhändler Mahnkovf zwei Männer in Soldotenklcidung, von denen der eine die Uniform des in Spandau liegenden Reichswehr- Jnfanterie-Rcgiments 115 trug. Dieser war dem Althändler von früher her schon bekannt, da er von diesem eine Hose gekauft hatte. Beide Soldaten machten dem alten Manne den Vorschlag, mit ihnen nach dem Bahnhof Jungfernheide zu kommen, wo sie ihm mehrere Entlassungsanzüge sehr preiswert verkaufen könnten. Der Händler ging darauf ein und verließ mit den beiden Soldaten kurz nach 7 Uhr seine Wohnung. Kurz darauf entfernte sich der Soldat, den er kannte, mit der Begründung, daß er morgen zur Entlassung komme und deshalb noch schnell zu seinem Hauptmann gehen müsse, um sich zu verabschieden. Der Altwarenhändler fuhr dann mit dem anderen Soldaten mit einem Straßenbahnwagen der Linie 5 in Spandau nach dem Bahnhof Jungfernheide. Dort führte der Soldat ihn einige Zeit planlos umher, um den alten Mann plötzlich zu versetzen. Nun stieg diesem der Verdacht auf, daß er von den Männern aus der Wohnung gelockt worden sei, damit diese sie unter. dessen ungestört ausplündern können. Er fuhr deshalb so schnell als es eben möglich war zurück und gelangte gegen S Uhr wieder zu Hause an. Durch die Türritze vernahm er Lichtschein. Ent- schlössen wollte er die Tür öffnen, um den Räubern, die er noch in der Wohnung vermutete, entgegenzutreten. Dabei verspürte er einen Widerstand und um diesen zu brechen, drückte er mit seiner ganzen Kraft gegen die Tür. Diese gab dann auch nach, die Folge aber war entsetzlich. Es enstemd eine heftige Detonativa und Eisensplitter flogen im Zimmer umher, Durch diese wurde der alte Mann an der rechten Hand und der rechten Seite so erheblich verletzt, daß er sofort in das Städtisch« Krankenhaus überführt wer- den mußte. Dort vermochte er bei seiner Vernehmung noch kurz vorstehende Angaben zu machen. Zur Aufklärung des schändlichen Verbrech, ns wurde sofort Kriminalkommissar Trettin an den Tat- ort gesandt, der noch in der Nacht die ersten Ermittlungen einleitet«. Es wurde festgestellt, daß tatsächlich heute etwa 200 Soldaten des Neichswchrinfanterie-NcgimentS IIS zur Entlassung kommen sollen. Tie Kaserne wurde jedoch sofort gesperrt. Daß der eine die Uni» form dieses Regiments trug erkannte der Altwarenhändler bestimmt an dem früheren Gardestern aus dem Rockärmel. Geraubt worden sind, soweit sich bis jetzt feststellen ließ, zwei EntlassungSanzüge, ein neuer und ein älterer. Tie Besichtigung des Tatortes ergab, daß die Räuber, bevor sie die Wohnung deS Althändlers verließen, an der Tür zwei Eierhandgranaten so befestigt hatten, daß bei deren Oeffnen sich die Schnur am Zünder herausziehen und vi« Hand- granaten zur Explosion kommen mutzten. Durch dies« hätte der alt« Mann völlig zerrissen werden können. Rätsel- hakt bleibt, warum die TäteHzdieses noch getan haben, obwohl ihnen ihr Plan bereits geglückt war. Ermittelte Zeugen babcn in der Nähe des Tatortes um die fvaglich« Zeit ein junges Mädchen mit einer bordeauroten Strickjacke und hohen braunen Schnürschuhen in Be« gleitung eines Soldaten gesehen. Zwischen beiden stand eine Har- monika-Scgeltuchtasche. ES wird vermutet, daß dieses Pärchen mit dem Verbrechen eiwaZ zu tun hat. Wer über cieseZ oder sonst zur Aufklärung des Mordanschlagcs irgendwelche Mitteilungen machen kann, Hoird ersucht, sich umgehend bei Kriminalkommissar Trettin im Zimmer 103 deS Berliner Polizei-PräsidiumS oder bei Kriminal- kommissar Schulz im Zimmer 106 des Spandauer Polizeiamtes zu melden. Ein Stcnerdircktor für daS nc«e Berkin. Der Berliner Magistrat hat die Stelle eines Direktors der Hauptverwaltung der Gemeindesteuern ausgeschrieben. Als Gehalt sind ls— 28COO Mk. pro Jahr zuzüglich 50 Proz. Teuerungszulage und Kinderbeihilfe ausgesetzt. Ter neue Direktor wird dem Kam- mcrer des neuen Berlin unterstellt. Tie Schaffung eines solchen Amte? wurde mit Rücksicht auf die gewaltigen Umwälzungen der Steuer- und Finanzverhältnisse in der neuen Stadtgemeinde als dringend notwendig betrachtet. Tie Korrespondenz„Groß-Berlincr Nachrichten" benutzt natür- lich auch diese Ausschreibung, um sie als Folge der„unsachvcrstän- digen" Besetzung de? neuen Magistrats darzustellen. Tiefe Schluß- folgerung ist ziemlich das Dümmste, was sich der Herausgeber der Korrespondenz in der ganzen MagiftratSfrage geleistet hat. Wenn der Kämmerer deS neuen Berlin die Anstellung einer solchen leitenden Hilfskraft für erforderlich hält— ein Verlangen, daS wir im Hinblick auf den bedeutend größeren Umfang feines TätigkettS- nebictS sehr wohl verstehen können—, kommen die Groß-Berliner Nachrichten und führen sie auf den ncugcwählten Magistrat zurück. Tie Deutsche Volkspartei kann gerade nicht stolz darauf fein, daß sie einen Mann in ihrer Mitte hat, der mit so wenia Geschick und Umsicht ihre politischen Anschauungen verficht. Raubmord in der kottbuse? Straße. Sonnabend abend ist in ihrer in der Koltbuser Siraste ge« lege»«» Wohnung die 47 J.'hre alte unven-helichle Hausbesiverin. Fräulein L» c i e Belitz c r m o r d e t o r d e n. Ter Mörder ist veimiiilicti ei» Mann, dessen Bekanni'chosl F-äulein Belitz nach ibrer Aussage vor einiger Zeit aen'acvt bat U"d der sie am Sonn- abendabend nach S Uhr beiucktte. Ein junge« Eh p'ar, an da? die Eimordele ein Zimmer ihrer Wobnung obg�lrelen bat. verli tz Sounabeiid»m 6 Uhr abend« da« Hans nnd kehlte oegen Miller- »acstt-zninck. In der Zwiswenzeit muß die Tat v«ll- brachi worden sei». Die am Sonniagvoriiiitiag in der Wohnuna er'ckn nene Portierfrau mackue die Entdeckung, daß Fräiilein Bet'tz tot'm Beil lag. Tie Leicde batie einen Knebel im Munde, der Kovf zeigt eine scbwere Berlepung. Ter Mann muß die Tat i» dem Augenblick veiiiln haben, al« Fräulein Bel'v>m Bear'ff wae. im Wohnzimmer eine Tore an-uickineiden. Nackidem er lein Ovter ermordet vaite. dürft« er die L ickie a»t Po« Beit getragen haben. Das Moiio dir Tat'st Raub. Die Brstanbauftiahme. die gestern abend beendet wurde, ergab. daß dem Täler eme ganze Reibe febr werivoller Scknniick'iücke in die Hände gefalle» Und. Geraubt woiden sind, ioweii b>S jctz' feststeht. n. a. eine Slaborv'cke mit einem Oval in der Mitte, ei» Obrrin zu der Bro-cbe passend, ein Rinft. den der Mörder fr nein Opter vom Finger gezogen bat. der eine» Br-llanlen zwischen ernem ginnen»nd einein roten Stein trägt, einen zwe ien Ring mn Perle» und Brillanien. einen dritte» Ring mit einem Rnb'n. ein Blillant» kotier, eine lauge Dameniihrkette,»ine goldene Damenuhr, eine alpaltasilber»« Handtasche, rm« flold/S# Brosche von runder Form nnd mit goldener Schleife und ein Armband, ein altes Erbstück. daS eine Perle mit goldenen Blättern irägl. Außerdem nahm der Rnubmöider auch noch verschiedene schwersilberne Bestecke mit, io sechs Eßlössel. einen langen Bowlenlöffel und einen Gemüielöffel, alle« mit den Buchstaben L. B. Außerdem sind dem Tärer an 7000 Mark bares Geld in die Hände gesollen. Nach den leyien Er- mittelntigen der Kriminalpolizet ist daS Verbrechen zwischen 7>,z»nd 8'/, Uhr ain Sonnabend abend verüot worden. In dieier'Zeit haben Iliilerniieier in der Belitzschen Wohnung Poltern und Hilie» rufe gehört, die aber bald verstummten. Der$!d der Gräfin Wartensleben. Zu der vom Genossen Hermann Müller im Reichstag zur Sprache gebrachten Affäre der Gräfin Warten Slebeu, die ru der Tiergartenstraße eine 24-Zlmin«r-Wohnung besitzt, die seit zwei Jahren völlig leer steht, teilt da« Wohnungsamt Berlin mit, daß diese Angaben zutreffen. Die bisherige Beschlagnahme der Wohnung sei daran gescheitert, daß die Gräfin Wartensleben die eidesstattliche Erklärung abgegeben habe, daß die Woh- nung an den Prinzen Solms und eine Frau von Thiede- mann abvermietet sei. Auch diese haben das eidesstattlich bestätigt, daß sie die Wohnung gem.wet hätten und ste bewohnten. Die Erkundigungen des Wohnungsamtes haben aber ergeben, dag diese Erklärungen falsch sind. ES handelt sich um bloße Schein- Verträge; weder Frau von Thiedemann noch Prinz Solms haben in der Wohnung gewohnt, sondern tatsächlich hat nur eine Be d i e- nerin darin gehaust, die beim Nachfragen des Wohnungsamtes stets erklärte, daß die Herrschaften»gerade verreist" seien. Infolgedessen ist vom Wohnungsamt schon vor 10 Tagen die A e- schlagnahme der Wohnung ausgesprochen worden. Jetzt sind wir gespannt, was der Staatsanwalt ju diesen eidesstattlichen Erklärungen sagt._ Arbeiter-Sängerbund, Ga« Berlin. Da die Nochfrage nach Ein» trittSlaiten zum B im des ko» zeit am LI. Oklober auch nckt annäbernd befriedigt werden konnie. hat sich der Ganvorstand zu enier Wieder« boluiig desselben am 14 November vorm l l Ubr im Großen Schauspiel- bauS entschlossen. Mitwirfen werden wieder die Männerchore: Fichte- Georginia, M.-Cb. Ost. Namenlos, Schuberi-Cbor. der Bolkschor»nd Gem. Cbor Groß-Berlin, sowie das verstäikie Blüthner-Orchester. Künsilcrische Leitung die Herren Hermann Sivercken und Dr. Zander. Die Ausgabe von Karlen kür Veieine vom TienSIag ab beim Kassserer I. Steffens. Langenbeckstr. 8. oder in der Generalversamm» lnng am 7. November. Vom Sonntag ab in den angegebeneu Vetkaufsstcllen(siehe SonntagSinrerat). �er Republikanische Fiibrerbund veranstaltet am Sonntag, den 7. November, vorm. II Ubr, au« Anlaß de? Diedertebr de« RevoluIionS- tage« im großen Saal de» ltebrerveretiibailsc«, Alexr dervlalf. eine revii- bl taniichc Kedcnlseier. Die Feßreden werden vom Präsidenten de« Reich«- tage« Lobe und dem ersten Porsieendcn de» Bunde«, ZI l e I st a d I, ge» Valien. Jbre Milwirtung baden zilge'aot: Alexander Moilsi vom Deutschen Tbealer nnd der Männerchor.Lledertasel West"(M. d. A.» S.-B.), llhor« mclster Fritz Stempel. Karten zum Preise von 1.50 M. InN. Steuer sind In den Geschält«» stellen der Fiima A Dcrtbeim»nd in den GeschästSilellellen de« R. F.-B., Cöpenicker Straße 64a. und Luisenßr. 3Id zu baben. Aibcit-Iole Mitglieder de« Bunde« erhalten Fieikaiten für diese Veranstaltung nmer Borzeigunz chre« ArbeitSlosenauSweile» tn der tScschäftSstelle Cöpenicker Straße S4». Grosi-öerliner Parteinachrichten. Morgen, 2. November: KS. Abt. Abend« 7 Uhr bei Schmidt, Wiclefstr. 17, anßei ordentliche Konferenz der BclricbS- und Vavleijimflwäie. Wichtige TageSm d- unq. S.P.T.-Frakiiou des Bc.ri andeS>sz. Lehrer. Nachm itag« 4 Ubr Hinter- der lSainiloniirchc Sitzung. Thema: Bei band»de, Arbeif«» gemcinlchafi l Widitige Eiitiche dmig. Jeder Parteigenosse muß erscheinen. Aerbaude Mitglieds!« l« legitimiert. Zrauenabenöe Dienstag, i. Nov., abends 7% Uhr: 80. Abteilung i In der Schule, Senefelderstr. 6. Referenlin Genossi» Bürgncr:„Die Fiau uls Staalsbürgcrin". Ad erehof: im Zeichrnsaal der Gcmeindeschule, Rabickestraße. Res. Grnolfion in Lobdal:.iloninmivefen". Siiedcrlchvubanfen: bei Becker, Ka!sei-Dilhelm-Str Sl. Res. Vv» nosse Uchrcr Ziechcrt:„Schule nnd Hau«',. Vorträge, vereine und Versammlungen. Zcniralverbaud der Invalide« und Witwen DentkchlaudS, Oltöinuppe Wioß-Äerlin. Oesseiilücht Petsammfunge» aücr I.vatwili und Renleiicnwsänger D en«tag. 2. Aoocmbet, abends 6 Udr, in der Schulaula. Wildelmftr. 117 und Gneiseiiaußt. 7. Referenten: Leiden«- genossen Hollschewsty und Sudle. Tkema: Wie kann den Rentenemoläiig-'tn geholfen weiden? Fieie Sln«ip:achc?- R. F. 8)..Heuic, 1. Rooimber, Bezirk VII 7»/, Uhr abend» Verfammlung bei Slrauß, Pappel.llce 2». GewerMastsbewegung DieTarifverhandlungen deröuchdruckerunterbrschen Der Tarifausschuß der Deutschen Duchdruckc? ist seit dem 2S. Oktober in Berlin versammelt, um in erster Linie über SchaffungeineSneuenLohntarifSzu verhandeln, nach» dem der bisherige Tarif von bc.den Tarifparteien gekündigt worden ist und mit Ende dieses JahreS feine Gültigkeit verliert. Daneben steh.» unter anderem zur Beihandlung die sofortige Erhöhung der Teuerungszulage; die Festsetzung einer für das Buch» dreitägiger PlenarverhandUmg. in' der keinerlei Verständi» Lehrlingsordnung. einer Lahnausgle.chSkasse für Gehilsen mit kinderreicher Familie zur Arbeitslosigkeit, zur Urab» stimmung üver den Tarif und Stellungnahme über Schaffung. eines W i r t sch a f t Sa m t S und eines Manteltarlfs für das graphische Gewerbe. Die Verhandlungen gestalten sich äußerst schwierig. Nach dreitägiger Plersarverhandlung, in der keinerlei Verstädi» gu ng zwischen den Parteiverlretern erzielt wurde, kam eS zur Bildung von drei paritätischen Kommissionen, zu- sanunengesetzt aus den VerhandlungStcilnehmern. Auf diese Kom- m.ssionen ist das g.famte Bcratungs Material zwecks Vorberatung verteilt worden. Die Kommissionen haben am 4. Verkxn.VlungStage ihre Arvert aufgenommen, aber am Abend desselben Tages lagen irgendwelche, die Verständigung wesentlich fördernde Resublat« nicht vor. Na- m.-ntlich in der Hauptkominissirm, die über Lohnfragen, Arbeitszeit und dergleichen zu verhandeln hatte, wurde irgendein E r g e b n, S, daS dem Plenum als weiteres BeralungSmateriol vorgelegt werden könnte, nicht, erreicht. Daraufhin traten beide Parteien am S VerhandlungS�ze früh zu getrennter Sonderberatung zusammen, um zur Lage wiederholt Stellung zu nehmen. Ein« Klärung der Situation erfolgte aber auch durch diese Sonderbevatung nicht. Infolgedessen traten am Nachmittag d«S. selben TogeS die Kommissionen w.eder zu gesonderter Beratung der ihnen gestellten Aufgaben zusammen. vor Schluß de« Verhandlung stoges war jedoch in der Hauptkomm-ission eine völlige Stockung m der Beratung einyctreten, di« zu erner entscheidenden Stellungnahme drängte. Di« Folge davon war. daß die Vertreter beider Parteien gegenseitige Erklärungen abgaben. au* denen mi-t Beft.mmchcit zu entnehmen war, daß nach Ansicht der Prinzipalität eine Einigung über die Höhe der Teuerungszulage nicht möglich sei, weil nach ihrer Auf- fassung die Voraussetzungen dafür nicht vorhanden seien. Die Ge- Hilfenvertreter erklärten demgegenüber, daß dann auch ein« Fort» beratung in den Kommissionen zwecklos wäre. Das Plenum wurde hierauf sofort zusammengerufen und ihm von der neuen Sachlage Kenntnis gcgciben. Im Vcvlauf der Ver� Handlung wiederholte der Geschäftsführer nochmals feinen bereits früher gemachten VermittlungSvorschlag, begründete dcnsellben ein- gehend und ersuchte die Partien, die Verhandlungen noch nicht als abgebrochen zu betrachicn, sondern am nächsten Tage noch- malZ zur Beratung zusammenzutreten. Das ist zwar geschehen, aber zu einer Verständigung ist eS nicht gekommen. Die Gehilfenvertrcter erklärten deShaUb, daß sie nunmehr das Reichsarbeitsministerium zu einem Schiedsspruch über Festsetzung einer Echöhung der TeucrungS. zutage anrufen werden, nachdem pvinzipalssc-ittg abgelehnt wor- den war. dem Gehilfenantroge, das T a r i f a m t mit der Anrufung des Arbeitsamtes zu beauftragen, zu entsprechen. Damit sind die Verhandlungen zunächst bis nach Fällung de? Schiedsspruchs unterbrochen. Akkordarbeit im Baugstverbe. Der Zweigverein Berlin des BauarbeiterverbandeS hat sich vor längerer Zeit durch Gener ilvelsammIungSbeschlutz grundsätz- lich gegen die Akkordarbeit erklärt. Er will aber gegen die Ilk.'ordarbeitcr nicht organisatorisch« Zwangsmaßnahmen an- wenden, sondern sie durch Aufklärung für die Lohnarbeit ge- Winnen. Das schein! jedoch wenig Erfolg gehabt zu haben. Di« Putzer, bei denen die Akkordarbeit seit Jahrzehnten die Regel bildet, haben sich diesem Spltem so an f ißt, daß an eine Beseiti- gung derse.ben corläufig nicht gedacht werden kann. Bei dea Maurern ist die Lohnarbeit die Regel, doch macht sich auch in dieiem BerufSz-weige die Akkordarbeit so bemerkbar/ daß die Gegner � derselben energische Maßnahmen seitens der Organisation für nochvcudig halten| Am Soni- ag fand die Frage der Akkordarbeit auf der TageS- Ordnung einer Fnnktionärversammlung deZ Zweig- veronS Berlin des Bauarl-eiterveobandcS. Vom BctriabSrat eines größeren Bauunternehmers war beantragt, die Maurer, welche in Akkord arbeilen, aus dem Verbände auszuschließen. Da sich der Referent, der Leiter der Putzerorganisation ist. nicht grundsätzlich gegen die Akkordarbeit der Putzer erklärt hatte, so ge» i staltete sich die Debatte hauptsächlich zu einem Redekampf gegen die Akkordarbeit der Putzer, die scharf oerurteilt und als gemein- schädlich bezeichnet wurde. Natürlich wurde auch die Akkordarbeit der Maurer ebenso entschieden verurteilt.— Einen Antrag, der von der Putzerfeftion verlangt, sie solle ihren Mitgliedern die Akkord- arbeit verbieten, bezeichnete der Vorsitzende T h ö n S als nn- diskutabel, weil der Tarifvertrag die Akkordarbeit der Putzer zu- läßt.— Andere Anträge veerlangen die sofortige Einstel- lung der Akkordarbeit bei den Maurern und die Abberu- fung des SektionSleiterS der. Putzer, weil er kein Gegner der Akkordarbeit ist Zur Abstimmung kam eS nicht. Di« Versammlung wurde nach vlersründlger De-lwitte vertagt. Der Verband Svorsitzende P a e p- low(Hamburg), dcr als Referent vorgesehen, aber am Erschei- nen verhindert war. soll in der nächsten Versammlung über die Frage der Akkordarbeit sprechen. Zpr die Einheit der Gewerkschaften. In einer von zirka>000 Buchdruckern besuchten Versamm- lung gab Kollege Otto Krautz, 2. DcrbandSvorsitzender, eine kurze Uebersicht über die Gründung der deutschen Gewerkschaften. Er zeigte an Hand von Taisachenmaierw!, wie die deutsche Arbeiter. bewegung, trotz Bismarck und Sozialistengesetz, zu einer Macht wurde. Durch di« Zerrisicnhcit der politischen Arbeiterparteien ist die Arbeiterschaft jetzt zur Freude der Unternehmer zur Ohn- macht verurteilt und nun ist eine Bewegung im Gange, das ein- zige Bollwerk gegen da? gecignigte Kapital, die deutschen Gewerkschaften, zu zerlrümmcrn. Redner warnt die Ar- beitcrschaft. die russischen Methoden in Deutschland einzuführen und ruft zum Sch'uß seiner mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen zum festen Zusammenschluß aller Kol- legen auf. die auf dem Boden der praktischen GewerkichastSarbei« stehen. An der recht lebbaftcn Diskussion beteiligten sich auch von den in Berlin weilenden Gehilfenvertretern die Kollegen K ö n> g(Halle) und Klein(Stuttgart). Beide Gäste zeigten an Beispielen aus ihrer �He:mat, wie die kommunistischen Keimzellen die Sp ren. gung der stolzen deutschen Gewerkschaften vorbe- reiten. Ihre AuSführuiigen klangen auZ in den Ruf:.Mag nach Mokkau gehen wer gehen will, wir blcibcn hier und wollen alle helfen en der großen Aufgabe der Erhaltung, Gesundung und Kräftigung unserer alten, in schweren Zeiten geschaffenen Organi'ation." Folgend? Entschließung fand einstimmige Annabme: .Tie historische Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Organisationen der klasienbewußten Arbeiterschaft zeigt, daß nur die geschlossene, einheitlich und zielklar. geführte Organisation auf politischem als auch auf wirtschaftlichem Gebiet wirklich aufwärts und vorwärts führen kaM. Das lehrt auch in besonders eindringlicher Form die jüngste Vergangen» heit in bezug auf die politischen Arbeiterparteien. Die Versamm» lung der auf dem Boden praktischer GewerkschaftS» arbeit stehenden Berliner Buchdrucker sieht in der Erhaltung und zeitgemäßen Fortentwicklung der bisher noch ge- schlossenen und starken Gcwcrkschaiten daS Mittel, um die sozialen und wirtschaftlichen Jnteresien der Arbeiterschaft zu wahren. Alle Bestrebungen, diesem Ziel entgegenarbeiten, müssen auf das Schärfste bekämpft werden.— Aber auch aus politischem Ge. biet muß schnellstens auf dem Boden der bisher erfolgreich an» gewandten Kampfmethoden die Einheitsfront mit aller Kraft angestrebt werden. In diesem Sinne geloben wir zu wirken als Sozialisten der Tat." Schiedsspruch im mftteldeutschen Braunkohlenbergbau. V.'m ReichSarbeitSministerium wird mitgeteilt: Der Schlich- tnngsaukschuß, der im ReichSartbeitsministerium zur Regelung von Löhnstreitigkeiten im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau eingesetzt war, hat am Sonnabend unter dem Vorsitz des BergmeisterS B- tz« r vom ReichSarbeilSmini- fterium einen Schiedsspruch gefällt. Danach wird unter Fest» setzung eines LohnunterschicdeS von B Proz. in gewissen Bezirken eine Erhöhung des Kindergeldes von 2 M. auf 3 M. und des H a u Zst a r d sg e l de e von 3 M. auf 4 M. je Werks» ardeftstag scwie eine Erhöhung sämtlicher Sätze der zuletzt gükt'gen Lohntasel ie Schicht mit Wirkung rom l. Novmsber d. I. ab ausgesprochen. Zum 1. Dezember sollen die Parteien darüber verhandeln, ob auf Grund des Ergebnisses der amtlichen Prüfung der Rentabilität der Wert« eine weitere Lohnerhöhung angezeigt ich Deutscher Trausportarbeiterverbaud. Sektion l Textil« brenche. Sämtlilt e Perli auenstciite und BcNiebZlätc beute 5 Ahr im Resimnuni des ffittmfiitjafislcufe*, voin pailcrie. Bilichterklaltung der a'nbnlcw.miiflrn.— Ticnsiag d llbr bei Mite. Poll r. LS. Äelliauens- männc>ntilan inlimg der Kruppe III Ca» l- und Seicenwaicn.— Dienstag 6 libi bei Aille, Pvichr. LS, Vnuppenvciinv mlung der Krurpe 4 Wolle, vlmi e. Trilciaac».— Sektion il sPerlrauciisleuIe, iveiriebS- obleule ui.d!t?etticbsiöle der Lronibc tbau- und Arbcilsiunqcr Tienölag 7 Ubi bei Fev'u-.u, Metchioillr. 15, Veikauendmänneiiitzung. ?eraniw. für den redall. Teil Tr.»erner Veiser, Cbartottendurg: für i..>ze>gsn: Th. Glu-te.«'erlin. Leriag. Lorwörls-Pertag c». m d. H.. Berlin. Druck tief >värt»-f'uckidrucktrei u Setlaaäanfiali Paul Sinaer u. Co. iverlui ßinoen'tt. 8. ÜchrcastraSe i»:4 7*'4 Uhr Resuss S Resvesi Senia Säüelaid Paoi Steinitz Lola Qray 5 On'roits Ya Lnrte& Roy Alberty• Scniu« und C w: tcrcAt rak>lon?n| Admirals-Paiastj ''' F.inln Si. M\\i. Sr. ineä. ürälcrmo rlaut Hain. Unteiieiosie.Jfn .Mina. u. Frauen, Blufunteis 'nvaltdenstraUe 85, tcke hausseesti-stett uht Spr. Vochemäd'ch im.>/ ,7. 7 ebunI 5. u.S. kfcuEmber Seid-Lolterie zur Wiederherstellung der St Lerenzklrche in KUrnberp 200000 Loee.rsoo Geldeewjd. ZGWLL I 60006 130000 - 20000 Lose zu Mk. 4.—, Liste n. l'orto t MS. extra. Ueberau erbit tlclu Die von utr ir.ütei hehammeanoerfe nurtsniii.iclt. Klini der Char.id, Ben n. Fiau Anna Hein. tau endf. erprobter IV'.ensirual-TiOn en ddnen Keiner Frai. ehren. F.ascheM 5 i P iverM.I.Vcrsanc skr tp.Nachn.von FpasÄnnailej�;"?; L Dln. 120, Potsdamer jtr.!d6a..Etr. .-rosrektiral unter ärztlicher Leitung. die t9u8 pienije- pekrönten Men- struations■ T ropien IS.- und 24.- M, Fee 4.-, Bade 5.-M Grothe, euKOIin 83 Hcrmannstr. 198. «TOip.> ai s )3,n 98.|B «K Behandlun Hauti rKiankurgen icd r Art. BesHahlunten, mediz. Bäccr, Höhen- onre. Mas«a e usw Nettetbeckatr. 14,1. Etage. Am Dlcnatar, den 2. 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