nt.548 ♦ Z7.?ahrgaag flusgabe A Nr. 157 drmn�&rct«; V«tmSbn.SO.— iM««leoatl t#.— SM. t*.' in* öan» oarau» abibar v»<>> beius Konail ib Ift.— Ml. ertt. ftn- kellnnqaa.vubr Uni««rn» band IM vonichlanb und Ml. im on» udng»«u.lanr->«> mallch »INN«»«.?lNiI.ll»N? Zl«"'f il.Ounara a»bm.i> an Ungarn, Tlch«ch»»SIo»nt*i. o-ne» niacb>eUano. u cmouca. rthowfitn and 5i» ecfcmm.— imartraani m dl» Pak» tttana*?w»liftt. S«.ftnrmm«*«» ftn Sonnt*«» Ml«at.Boll n. Sur*««bttni o-oa-n». tngiub»»Ol MO Sonn Ida. nnb Wo» tag»'inmal. Tmoaiamm-adroB» 3*ilal»*i**l(at Bcctta* Morgen Ansgabe Oerlitt er PoIIusblatt ( 3C Pfennig� Aiizeinenpret»; Die ochtgewalien, Slonooreintjeil» loftvtH.— Sil.. Seucrunci tjuid- lag 50 V «Dloin» Anzeigen- Da« iclt- gebtudtt War, U— Di.(»ulalfifl zwei ionffeOcutttt iliort«, edes weitete Wori 00 Big. Siellengesuche uns kchlaiftellenanzelgen so« erste Wart tt Big. ede« weitete Wort<0 Psg. Worte tldet 15 Buchstaden tihlen tut aoei Worte. Teuentnaoznichlaa 50°,» �«nniIien.Anüeigen wt Adonnenlen geile 2,— M. volitliche und ae- wettichatiliche Betein«» An'etgen l.— Mi. die geile ohne Ausschlag. Anzeigen iiit Die« c ttift e Rummet müssen Dt« 6 Ahr nach mittag» im HauvlgetchSii. Berlin ZW i, Linden- Ittage 3. adgegeoen wetden.»eSünel non S Uhr itllh bis 5 Uhr adend«. Tentralorgan cier so2ialäemokratiscken Partei veutfckiancis Neüaktion und Expeüittoa: TW.»S. tinüenftr. 5. »rrNivtrener! Ami Marinvlan, Sir. IM»n-|AI H7. Sonnabend, den 0. November 19*40 vorwärrsoverlag G.m.d. h.» Ew. bS, LinSenstr. 2. Krrnivreedrr! Ami Niatitivlan. Rr. II7S»— M. Wann kommt die kohlensozialisierung? �' Die sozialdemokratische ReichstagSfraktion hat gestern einstimmig beschlosstn. in der heutigen Sitzung deS Reichstags folgende Interpellation einzubringen: Ist die ReichSrrgierung bereit, �0 erNSren, wann sie de» schon wiederholt— und besonder? eindringlich nach dem Ab- kommen von Spa— zugesagten Gesetzentwurf über die So- zialisierung des Kohlenbergbaus vorlegen wird, und zwar einen Entwurf, der sich nicht etwa auf eine Gewin»-, Kapitals- oder E« tra gsb et e i l i. ung der Arbeiter besckiranke«, vielmehr die Boll- ozialisierung der Kohlenförderung und der Äohlenverteiluug urchsühre« wird. In diese? Interpellation wird in der geschöftSordnungS» müsiiacn ftragesonn der Regierung die einstimmige Auffassung der ReichStagSfraktion dargelegt, daß die SozialisicrungSvor» läge weder noch lange auf sich warten lasten noch sich auf die Irrwege eine? fadenscheinigen Kompromistlösung verirren dürfe. Die Regierung wird nach Wiedemufnahme der Plenar- bcratungcn, die am 18 November erfolgt. Farbe bekennen musten. Inzwischen meldet ein Nachrichtenburcau, dast. in Esten „vertrauliche Beratungen dcs aus dem Sozialisierungsaus- Ichust gewählten Verständigungsausschiisses" stattfänden, bei denen die Arbeitgeber durch Stinnes. Silberberg und Vögler, die Arbeitnehmer durch I m b u sch. Wagner und Wer- ncr vertreten seien. Es handelt sich in Wirklichkeit um jenen bereits bekannten Nnterausschust. der vom Reichs.» wirtschaftsrat und Reich skohlenrat eingesetzt worden ist. und der. um alle Unterlagen zur Hand zu liaben. seine Beratungen von Berlin nach Essen verlegt hat. Dast cS in diesem Unterausichust zu einer„Verständigung" kommen wird, scheint nach der bisherigen Haltung der Unternehmer wenig wahrscheinlich. Die Vertreter der Arbeitnehmer halten daran fest, jedes Ablenkungsmanöver abzulehnen und die Ueberführung des Kohlenbergbaues in die Gemeinwirtschaft zu fordern. Und die Mosten der Arbeiter selbst sind nicht gewillt, eine Ver« schleppung dieser brennenden Frage durch endlose Beratungen zu dulden. Ihrem Wunsche entspricht die Interpellation der ReulKtagsfraktion. die eine rasche und klare Entschei« d u n g verlangt. Die Delegation der Amsterdamer Gewerkschastsinter- nationale, bestehend aus deren Sekretär Edo F i m m e n Streik öer Hememüearbeiter. Gas, Voffer, Elektrizität! Wie uns in später Stunde gemeldet wird, hat eine Per- sammlung der Arbeiter der Städtischen Werke beschlostcn,»» den Streikzutreteu. Der Streik soll heute Nacht um 3 Uhr begiuucv. •• • Wir verkennen durchaus nicht, daß die wirtschaftlich? Loge der Berliner Arbeiterschaft eine sehr prekäre ist. und dast daS Streben, durch Lohnaufbesserung einen gewissen Ausgleich mit den immer mehr anziehenden Preilen aller Lcbensbedürf- nisse zu schaffen, nur allzu berechtigt ist. Das darf auf der anderen Seite aber auch nicht dazu führen, dast eine Arbeiter- gruppe. die nach einem bekannten Wort die Hand an der Gurgel des Wirtschaftslebens hat. diese Michtstcllung und» kümmert um die Interessen der gesamten Arbeiterschaft benutzt, den WirtsckaftSkörpcr abz« drosseln. Grost-Derlin ist eine sozialistische Gemeinde. Die gemein- samen Klalleninteressen leiten seine sozialistischen Vertreter bei ihren Beschlüsten. Soweit eS die miserablen Finanzen der Stadt zulassen, werden und müsten die�Vertreter Groß- Berlins die berechtigten Forderungen der städtischen Arbeiter erfüllen. Aber über die Leistungsfähigkeit hinaus kann Groß- Berlin nicht gehen, auch wenn ihm die Gurgel wieder ein« m a l zugeschnürt wird. Gerade die Arbeiter der lebenswichtigen Betriebe haben in ihren Entscheidungen doppelte Pflichten: Sie müssen bei ihren Kämpfen auch berücksichtigen, welche Wirkung ibr Handeln für ihre Klassengenossen, die Gesamtarbeiterschaft hat. Wenn die Eleftrizitötsarbeiter sich dicker höheren Pflich- ten bewußt sind, werden sie zu der Entscheidung kommen müsten. daß sie wie alle Arbeiter in lebenswichtigen Betrieben auf dem Verhandlungswege ihre Forderungen durchzusetzen versuchen. Dast da die Vertreter Grost-BerlinS bis znr äußersten Grenze entgegenkommen werden, dafür bürgt imS ibre sozialistische Mehrheit. Wir sprechen die be- stimmte Hoffnung aus, dast dieser Streik, der über die Aerm- sten und ihre Kinder die schwersten Leiden zu bringen droht— da Gas. Elektrizität und sogar Wasser stillgelegt und der ganze Wirtschaftsbetrieb einschließlich.deS Strostenbahnbktriebes zum Stocken gebracht werden soll— binnen kürzester Frist durch Verständigung zum Abschluß gebracht werden wird. Lür den Schiedsspruch l In tz«r ,ft!ltil((«f»anf* lagt« am fttoitag»in» Virkammtung aller sttitiftittnnr» und?»trt»fi»tötr dt?®»Tbotid»? d»»n»r f»6r»in- <-»&ntd»n D»dalt»»in»ti Briran d»r CrtfDrttvaltuKg d»r Tont. fornmiffinn an.«otfi dtm ff�fr ►»«®tdi»>'-,tz"»"i?i U t« h• ft! m m« p(>, deroenennmen werden soll D't Nrnbst'wmung soll am Tonnakiend oder Tonniag erfolgen Die ftunlkionärversomm- lung»mpftchl! für die IT obstimmung Annahme dt? S ch> t d»- s p r u ch t?. und zwar unter Berücksichtig ung der austerordentlich schwierigen Berbältnisse. unter denen sich die neue Beriiuer Regierung befindet. Die Angestellte« gegen den Schiedsspruch, aber für Urabstimmnng. Die AngestclltenrSte und Funktionär« der städtischen Snge- stellten(Hilfsarbeiter) nahmen am Freitag abend den Bericht über die EinigungSverhandlungen entgegen. Die Verlesung d«S Zchicd». spruche» tief allgemeine Enttäuschung hervor. Die äußerst geringen Zugcständmss« wurden als vZllig unzureichend dezeichnet. Räch lebhafter Diskussion wurde folgende Resolutwn an- genommen: Die Versammelten erblicken in dem Schiedsspruch de? Ein!» gungsamt? eine Ablehnung der eingereichten und vom Magistrat anerkannten Forderungen. Sie können der Kollegcnfchaft nicht empfehlen, diesen provozierend wirkenden Schiedsspruch anzu- nehmen Sie lehnen die 20 Pfennig Zulage, die ein« Summe von 8S.4V M. monailich beträgt, grundsätzlich ab, da sie es nicht verantworlen können, daß durch diese Bettelpfennige die Gesamt- heit der Arbeitenden und auch der im LuxuS erstickend« Teil d«r Bevölkerung darunter leiden soll., Weiter wurde festgesetzt, daß in den Betrieben bis Montag eine Urabstimmung. über den Schiedsspruch vorgenommen wird. Das Ergebnis der Abstimmung ist der Tarifkommission so- fort zu übermitteln. Sie wird je nach dem Ausfall der Abstimmung die Parole ausgeben. Achtung. Straßenbahner! Neber Annahme oder«blebniing de« ZcbiedSkprucheS tür die städlüch-n Arbeiier findet bei Den Straßenbahnern eine Urabstimmung statt. Räbere« wird noit> belannigeaeben. > Deutscher Transpor larbeiterye, band. Sektion Straßenbahner. Revision? Washington, st. November.(TU.) Senator Mac. Cor- mick gab folgende Erklärung ab: Wir haben kürzlich auf dem eine» oder anderen Wege, zwar nicht osfiziell, aber i«- direkt die Versicherung erhalten, dast die eurvpai- scheu Grostmächte mit uns bereit sind, die R e v i s i o» de« Bertraars vorzmiehmen. Bestätigung oder nähere Auskunft über diese sensativ- nelle Meldung war noch nicht zu erhalten. Pari», 5. November. tHollandsch NieuwSbiiro.)„ffcho de Paris" meldet ans New York, dah der versaillrr FriedeaSvertrag dem Senat nicht vorgrlegt werden würde, sondern das) der nene Kongreh nnmittelbar noch seinem Zusammentritt eine Er- Närung über die Wiederherstellung de» FriedeoSzu» stände» mit Deutschland abgebe» wolle. - i die Internationale. Londo», ü. Noucmber(MTB> Do? Erekntivkomitee der Zweiten Antetnotionale hielt eine Sivung ob, an der außer den englischen Delegierten teilna'imcti: Für Dtntschlond: W el S) für Belgien: Bandrrvelbe; für Holland: Troelftrn; für Schweden: Engberg. Die Berotnn-rn werde« loriqesetzt. London, b. November. lHoflnndsch NicuwSburegu.) Da» Exekntlvkomltee der Zweiirn Internationale ist heute in Londo» zu« lawmengettrten, n« die Mittel tue WiederherftrIInng der Einheit in der sosiolifti'ch n Ardritetbewriung zu drsprechen. Ei» Beschluß wurde nicht gesaßt nnd die Versammlung bis morgen »eriaot. Die Schwei|»lilche Sozioldemokrolie vereinioi die von ihr oe» vlant» inieiitationole ston'erenz mit der von Cri'pien-Lodebour ein- beiiifenen: sie toll am b. Deiemder in Bern»usommenireten. Auch die Unabhängige Arbeiterpartei England» wird an dieser Konkerenz teilnehmen._ Bolschrwistrn in Wien verhaftet. Dem..Neuen Wiener Abend- blatt" zufolg« verhaftete die Poüzerdirektion drei bol'chewistische Agitatoren, die in der Leitung der Wiener kommunistisch-ukraini- schien Partei. tätig waren, und auch Kurierdtenste zwischen Wien und Moskau versahen. Di« verhafteten werden au» Oesterreich ausgewiesen werden., werkschaftsbunid zwei längere Konferenzen abhielt, in denen u. a. auch die Frage eines internationalen Zusammenwirkens beim Wiederausbau der zerstörten Gebiete eingehend erörtert wurde und über die von gewerkschaftlicher Seite noch Mitteilungen zu erwarten sind. Genosse I o u h a u x hatte inidessen die Freundlichkeit, einem unserer Mtarbeiter eine längere Unterredung zu geivähren, in der er auf die einleitende Frage, ob mit der Möglichkeit einer Besetzung des Ruhrreviers zu rechnen sei. antwortete: „Ich glaube nicht an diese Möglichkeit und bestreite, daß die französische öffentliche Meinung einem solchen Unter- nehmen günstig gegenüberstehe." Auf den Einwand, dast es doch Tatsache sei. daß wichtige französisck>e Blätter, wie das„Echo de Paris", von dem man hier annehme, daß es die Meinung einflußreicher französischer Kreise widerspiegele, den Einmarsch in das Ruhrgebiet bei jöder Gelegenheit fordern, antwortete Jouhaux: „Diese Blätter vertreten nur ganz beschränkte Gruppen, die keinerlei Einfluß auf die wirkliche ö f fe n t l i che J0I e i n u n g Frankreichs besitzen. Die or- ganisierte französische Arbeiterklasse ist einmütig gegen die Anwendung dieser militärischen Mistel und für das brüch-erliche Zusammenwirken aller Völker. Sie weiß, dast eS Wiedergutmachungen gibt, die geleistet werden müssen, aber sie ist der Meinung, dast diese Wisdergutmochungen erfolgen müssen im Einvernehmen zwischen den Arbeitern beider Länder. .Sie ist ferner der Meinung, dast jede Politik, die zur Folge hat, dost der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete nnd das Wiederingangsetzcn des normalen wirtschaftlichen Lebens ver» zögert wird, eine Politik, die außerdem eine Erschwerung der finanziellen Lage mit sich bringt, und ein Land in Abhängig- keit anderer besiergestellten Länder versetzt,.ebenso u n« heilvoll fürFrankreich wie für Deutschland ist. In diesem Sinne betrachtet die französische Arbeiter» klaffe die Fragen, vor denen sie steht, und deshalb erblickt sie deren einzige Lösung in einer wiederaufbauenden Arbeit auf der Grundlage solcher internationalen finanziellen Garan« tien. die nickst nur diesen beiden Ländern, sondern ganz Europa und daher der ganzen Welt die Basis für einen wirk» lichen und fruchtbaren Wiederaufbau verschaffen würden." „Welche Formen von finanziellen Garantien schweben Ihnen dabei vor?" „Ich denke vor allem an eine internationaleAn- leihe durch den Völkerbund. Wir sind gegen alle Arten von Politik, die auf Grund veralteter diplomatischer Anschauungen getrieben werden, und die darin bestehen, die Völker gegeneinander zu Hetzen unter dem Vonvand, ihren natiionalen Interessen damit zu dienen. Wir sind der Ansicht, deh es ebensowenig einer einzelnen Nation möglich ist. allein zwischen allen anderen Nationen zu leben, wie dies einem einzelnen Menschen möglich ist. Die Welt und namentlich Europa, bedürfen einer Vefträndtgung- zwischen allen Völ« kern, um nicht nur daS eigene Leben zu sichern, sondern auch um die sozialen Fortschritte und die ökonomischen� Besserungen zu erzielens die die Volker berechtigt sind zu verlangen. Wir erklären daher, dast jede auswärtige Politik, die zur Folge hätte, daß irgendein Land isoliert und aus dem internatio« nalen Leben ausgeschalter wäre, ein« unheilvolle Politik für die Gesamtheit aller Länder sein würde: eine solche Politik muß daher verurteilt und bekämpft werden durch alle diejenigen, die klar sehen und gesund den« krn. und vor allem durch die Arbeiterorgani« s a t io n e n. Aus alledem können Sie schließen, daß unsere Haltung weit davon entfernt ist, dem deutschen Volk« übelwollend gegenüberzustehen. Wir sind übrigens die Ersten gewesen, die verlangt haben, daß die internatio- nalen Beziehungen zwischen den Arbeitcrklasien wieder auf« genommen werden. Das einzige. waS w i r verlangen. ist. dast unsere deutschen Kameraden die Notwendigkeit eines raschen Wiederau f« bau es der zerstörten Gebiete anerkennen. ebenso wie w'r unsererseits entschlossen sind, jede reak- t i o n ä r e Politik zu bekämpfen, die sich gegen das deutsch? Volk richten würde und namentlich jede Be« setz ii ng des Ruhrgebiete s." Im Awchlust an diese Erklärungen, die Wohl die schlagendste Widerlegung bilden jener von den Moskauer Ge« werkschafiszerstörern. u. a. von Losowski in seiner Rede in Halle verbreiteten Unterstellungen, dost in der Gewerkschaft s« internationale chauvinistische Strömungen gegen die. deutsche Arbeiterklasse herrschen, fragte unser Berichterstatter den Führer der französischen Gewerkschaften, wie er die Gegen- wart und die Zukunft der Gewerkschaftsbewegung ur Frank- reich beurteile. Jauhaux antwortete: .Die franzMchs GewerkschastSVewsgung hat eins be- trächtlich? Entwicklung erreicht und sie setzt ihr Werk der Organisation und der Schulung der Erzeuger fort. Zugleich prüft sie im Ralfmen des Nationalen Wirtschafts- r a t e s(Conseil 6conomiqae du Travail), jener von unserer C. G. T.(dem Allgemeinen französischen Ge>oerksck>afts- bund) ms Leben gerufenen Einrichtung, die die entstehenden wirtschaftlichen Fragen fortlaufend prüft. In diesem Sinne hegen wir die größten Hoffnungen: Wir hoffen, daß der Tag bald kommen wird, an dem die von uns geforderten Lösungen von dem französischen Volke in seiner Gesamtheit vertreten und die Regierung zwingen werden, ihre Politik in derem Sinne zu orientieren. Denn wir find überzeugt, daß dir sc Lösungen allein geeignet sind, die Gninib- lagen des Wiederaufbaues herzustellen." Sin Todesurteil in Ungarn. Der Deutsche Transportarbeiterverband und der Deutsche Eisenbahnerverband haben vom Sekretär des Internationalen Transportarbeiterverdandes, F i m m e n. folgendes Schreiben erhalten: Kameraden l Soeben erhakte ich ein von dem Vorstand dek. uns angeschlossenen österreichischen Eisenbahnerverbandes unterzeichnetes Telegramm folgenden Anhalts: .Wir ersuchen Sie, Nachstehendes allen Ihrer Föderation angeschlossenen Verbänden zu übermittela und uns durch ihre internationale Solidarität in dieser Sache wirksam zu unter» stützen. Unser ungarischer Berusskollege Josef Glatter, gewesener Obmann»es ungarischen Lokomotivführerverbandes, wurde vom ungarischen A u S n a h m e ge r i ch t S h o s wegeg Unter- stichung notleidender Kollegen zum Tadr durch de» Strang»er- urteilt, nachdem er schon früher durch die Horthy�Schergen va» zweiten Stock auf das Pflaster gestürzt«nd schwer»rrletzt wurde. Wir, österreichische Berufskollegen, bitten Sie. im Namen unserer BerufSsolidarttät bei Ihren Regierungen sofort dringend Bor- stellung zu erheben, damit die Vollstreckung des Urteils im Namen Set Menschlichkeit verhindert werbe.' Ich beeile mich. Euch die Bitte unserer österreichischen Kol- fegen hiermit zur Kenntnis zu bringen, und bitte Euch, in Eurem Lande alles zu tun, was in Eurer Macht steht, um durch Bei- öffentlichung dieses neuerlichen Beweise» für die weiße Schreckensherrschaft in Ungarn in Eurer Presse, wie durch Kundgebungen und Vorstellungen bei Eurer Regierung dahin zu wirken, daß die ungarische Regievung gezwungen werde, von ihrer Absicht, ihren Tausenden von Opfern ein neues hinzuzufügen, Abstand zu nehmen. Indem ich Euch bitte, ungesäumt alle jene Schritte zu unter- nehmen, die Euch im Interesse unseres ungarischen Kameraden möglich und nützlich erscheinen, und mir von diesen Schritten Mit- Willing machen zu wollen, verbleibe ich mit internationalem Gruß Für die I. T. F. Sdo Fimmen. Selretär. Aufgaben der Internationale. Es ist nicht unbekannt, daß die Bevölkerung der Sieger- 'tauten von den ungeheuren Härten, die der Friedensvertrag für die Völker Mitteleuropas bringt, loenig oder gar keine Ähnung. hat. Die Regierungen und die kapitalistische Presse haben es glänzend verstanden, nichts darüber zu sagen, vielmehr ihren Völkern zu erzählen, daß Deutschland und Oesterreich sehr wohl in der Lage seien, die Bedingungen vdn Versailles und Saint Germam zu erfüllen, wenn sie den guten Willen dazu hätten. Die mörderischen Maßnahmen der Ententekommissionen, die Deutschland jede Möglichkeit nehmen, sich wieder aufzurichten und seine Ähuld abzutragen. sind völlig inchekormt. So weiß der Genosse Lessien zu berichten, daß, als in der letzten Sitzung des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Amsterdam, in der«ne Beschwerde des Allgemeinen Deut- schen GewerkschaftSbundes Wer die wrrtschaiikichen Schäden, die der deutschen Arbeiterschaft infolge der willkürlichen Aus- legung des Friedensvertrages entstehe«, zur Debatte stand, die Gewerkschastsgenossen aus den Ententestaaten nichts von dem wußten, was man unS auferlegt hat. Weder von der Zerstörung der Diesel- und Flugzeugmotoren, noch von der Ablieferung der 810000 Mlchkiilie und der Drohung mit dem sofortigen Einmarsch ins Ruhrgebiet bei Nichterfüllung des Vertrages waren die Führer der Gewerkschaftsinter- nationale unterrichtet. Auf Grund der eingehenden Schilde- nmgen, die der Genosse Legier? von den furcktbaren Folgen. die die Durchführung dieser Maßnahmen für die deutsche Arbeiterschaft Ixrben müßten, gab, wurde dann beschlossen, die Untersuchungskommisfion zu bilden, die zurzeit das Ruhr- gebiet bereist und am 22. November dem Gewerkschaftskongreß in London Bericht erstatten soll. Die Absicht, die die Ententeregiernngen mit der Ver- heimlichung ihrer Gewaltpolitik gegenüber Deutschland hegen, liegt klar auf der Hand. Man will verhindern, daß das Solidoritätsgefühl der Arbeiter in ihren Ländern an- geregt toird und eventuell ihre Pläne durchkreuzt. Hoffent- lich trägt der Besuch der Internationalen Kommission nicht nur zur Ausklärung, sondern auch zur Lockerung der Fesseln bei, die man uns angelegt hat. Grgestbverbot in Sachsen und ffeffen. Das sächsische Ministerium des Innern bat folgende Verordnung an die Landespolizeibehörden erlassen: Nachdem die Organisation Escherich durch die Verordnung vom 20. August 1920 verboten worden ist. sind«llr Veröffent» lichungen der Organisattou Escherich mit de« z» Gebote stehen- den Mitteln zn unterdrücken. Dresden, den 5. November 1920. In der Chemnitzer Angelegenheit ist der feines Dienstes enthobene Hauptmann C o n r a d i wieder in seine Rechte eingesetzt.worden, während gegen den Leutnant Scholle wegen schwerer Verletzung seiner Dien st ob- liegen he iten die sofortige Entlassung verfügt wurde. « Darmstud», ö. November. DaS Tesamttninisterium erläßt folgende Bekanntmachung betreffend die Orgefch-Organisationen in Hessen: In letzter Zeit ist in Presseäußerungen.wiederholt be- hauptet worden, daß sich im Vokksstaat Hessen Orgefch- oder orgeschöhnliche Organisationen gebildet hätten. Ein Selbstschutz der Bevölkerung kann nicht zugelassen»erde«. Insoweit im örtlichen Interesse eine Sekbstschutzorganssatwn sich als dringend not- wendig erweist, bedarf sie der Genehmigung des Ministe» riums des Innern, Sollten trotz dieser von den nachge- ordneten Polizeibehörden wiederholt gegebenen Richtlinien im Lande Bereinigungen bestehen, welche polizeiliche oder polizeiähn- liche Zwecke verfolgen, müßte uunachsichtlich die Steeuge de» Ge. setze» in»nwenvauA gebracht werden. Zur Bildung von Selbst- schutzorganisationen ist um so weniger Veranlassung gegeben, als die Regierung über die nötigen Polizeikräfte ver- fügt, um die Ausrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Lande zu gewährleisten. »Grdnungsftaat� Sapern« München, 8. November. Im Verfassungsausschuß deS bade- tischen Landtages wurde heute der.von der p. S.�P, beantragte Gesetzentwurf betreffend die Am n« st i e f ü r politische Ver- .gehen mit.den Stimmen der bürgerlichen gegen dir Stim- men der sozialistischen Parteien abgelehnt. Zu« Fall Üiahde behauptet die.Dem. Parteikorrespondenz�, daß Minister Severing sich mit der Einstellung eines früheren Landrats tn das Handelsministerium einverstanden erklärt habe, nachdem zuvor sozialdemokratische Kreistagsabgeordnete für sein verbleiben im Amte eingetreten seien. Daran« ist zu ichließen, daß die unS gewordene Meldung, Rohde sei am Kapp-Putsch beteiligt gewesen, nicht stimmen kann. fttde einer Verleumdung. vor den ReichStagswahlen im Juni 1920 tauchte plötzlich in einer Reihe von unabbängipen Blättern eine Nanz auf.Erich Kuttner der StaiOrrchtler'.- In dieser Notiz wurde gegen unfern Redakteur Genossen Ä uttn er unter allerhand Schmähungen die' Anschuldigung erhoben, daß er im Januar 1919 bei den Spartakus» kämpfen einen Arbeiter ermordet hätte. Offenbar bandelte es sich um etn Wablmanöver, mit dem man absichtlich so kurz vor den Wahlen herauSrückre. daß bis zum Wahltag eine gerichtliche Klar- stellung der Sache nicht möglich war.' Genosse Kutiner stellte gegen ein Halbdutzend unabhängiger Blätter wegen dieser Notiz Sttafanlrag und leitete zunächst gegen einS' von ihnen, die.Hamburger VollSzeitung', die Privatbeleidigungsklage ein. Am Freitag stand dr« Sache vor dem Schöffengericht. Berlin- Mi�te zur Verhandlung. Der Angeklagte, Redakteur Wagner von der .Hamburger VolkSzeitung�, war vom persönlichen.Erscheinen ent- Kunden und zum Termin nicht erschienen. Sein Verteidiger. Recht»-, anwalt Roienield,«rtiärte, daß der Angeklagte den Wahrheit»- »ewei» für fein« Behauptungen nicht antreten löune. Nach lurzer Verhandlung kam ein Vergleich zustande, dem her Vertreter de» Angeklagten vorbehaltlich der noch einzuholende» Genehmigung feine» Mandanten zustimmte. Danach verpflichtet sich dieser zu folgender öffentlicher Erklärung: In der.Hamburger Volkszeitung' Nr. 94 ist, inier der Ueberschrift»Erich Kutmer, der Standrechller' behauptet wo« den, daßHerr Kuttner imJanuarl91Seinen Arbeiter ermorde« habe. Da ich nicht imstande bin. für diese Behauptung Beweis an- zutreten, nehme ich die Behauptung mit dem Ausdruck des Bedauern» zurück und trage die gesamten Kosten des anhängig gewordene» Privatflageverfahrens, Die unabhängige Ehrabschneiderei wird durch dieses Ergednk» für jedermann deutlich. Erst erhebt man die schwersten Be» schuldigmigen gegen den politischen Gegner und dann versucht mau nicht einmal den Bewe,S der Wahrheit dafür anzutreten. Spitzelmärchen ohne Ende. Durch die rechtsstehende Presie mackt der— wievielste?!— Aukmarschplan der.Roten Armee' die Runde. ES ist wirklich all« mählich langweilig, überhaupt noch über diese blöden Phantasie» Produkte Worte verlieren zu müssen, die von irgendeinem Zuhälter- Individuum am Schreibtisch einer Spitzelzentrale, wie der Schoper- Ziesenitzschen in Magdeburg, Woche für Woche das Siück iür 100 M. ausgeheckt werden. Die Pläne sind an sich so groieSl, � daß ein Menich mit fünf normalen Sinnen— wozu der deutsche Bier« Philister allerdings nicht gehört— schon an den Rieünzahlen, mit denen hier bedenkenlos operiert wird, den Blödsinn der ganzenSeschichte erkennen müßte. Da» neueste Spitzelprodukt billigt der Roten Arme« großmütig acht Armeekorps zu und folgende Bewaffnung: 209 schwere und leichte Artilleriegeichütze, 836 schwere und 1012 leicht« Maschinen-Gewebre. 486214 Gewehre. 34 Flugzeuge, 83 schwere Mmenwerier. 22 Flqmmenwerser, 17 Ausrüstungen für Gasangriffe. 3 Tanks, 13 Panzerautos. Man sieht: die Reaktion knausert nicht mit der Austeilung vo« Waffen an die Konunumsten. Da der Bericht noch unvollnäudig ist— er gibt nämlich nicht an. wo sich diel« Unmengen von Waffen befinden— so wollen wir ihn noch durch die Angabe de» Aufbewahrungsortes der Waffen ergänzen: die 200 Geschütze, die halbe Million Gewehre, die Panzerautos. Tanks usw. werden nämlich einstweilen für die Rote Armee von der.O rfl e s<6*.� aufbewahrt. Bin großer Teil der Waffen befindet sich.auch auf den oft elbischen Gütern, wo die Junker und Großgrundbesitzer. gleichfalls Depot» angelegt haben, natürlich für die Rote Armee! Beseitigung der Postüberwachung. Nach einer TU..Meldung wird die Postüberwachung, welche während des Krieges aus mili- tärpolitischen Rücksichten geschasfeu war und als Provisorium sur einen Zeitraum von noch zwei Jahren beibehalten wurde, mtt Anfang nächsten Jahres aufgehoben. Die Haupt- zentralstelle dieser Organisation in Berlin ist bereits in der Auflösung begriffen. Künstler und Verbrecher. ' Am Freitag abend find in verlin Georg Kaiser».Europa" die Ehren des Großen Schauspielhause» erwiesen worden. Der Dichter saß derweil in München im Gefängnis, gemeiner Unter- schlagungen und Hochstapeleien verdächtig. Seine»ntimen Kenner haben darauf hingewiesen, daß in seiner Art schon lange etwa« Ueberreiztes, KramppgeS gelegen sei. und die Zuschauer seiner Stückes werden bestäligen, daß die Unrast, die explosive Spannung der Zeit auch in feinen manche ablvegigen Probleme behandelnden Dramen sich kundgab. War er krank, als er die Paragraphen über- trat? ES ist hier schon darauf hingewiesen, daß im Künstler sich vieles abspielt, da» vom normalen Philistererleben weit abführt. E« scheint sogar eine Linie zu geben, die von dem Phantasten, äßigen Schaffen bi» zur Berwechilung mit der Ueberietzung in die Wirtlichkeit leitet. Der Berliner Irrenarzt Karl Birnbaum hat fie in seinem eben bei Juliu» Springer erschienenen Buche: Psycho- pathologische Dokumente aufgezeigt, einem Werke, da« «ine ungeahnte Fülle hochinteressanter Seldstdekenntnifle und Fremd» zeugnisse au» dem seelischen Brenzlande bietet und in alle Höhen m»d Tiefen seelischen Erleben» Einblicke gewährt. Birnbaum läßt über das Abnorme.. Abwegige, Pathologische, da», sich ja vorzüglich in den hochgesteigerten Menschentypen, besonders also im Künstler sindet, die Quellen selber reden. Im folgenden wird seine Dar- stellung dieser Problem« in stark zuzammenfassender Form geboten. « Einem ganz modernen Menschen von ungewöhnlicher Erlebnis- jähigkeit, dem Genfer Phi losophieprvfessor Henri A m ie l war es vorbehalten, die Eniäußerung dos eigenen Ichs in den denkbar mannigfachsten Gestaltungen zu«rfahren.(Seine Tagebücher geben Kunde von di«sem abartigen seelischen Geschehen.) Er ver- mag sich weitgehead in zahllose fremde Individualitäten hineinzu- fühlen uich hineinzuleben:.Wenn ,ch an die Intuitionen aller Art denke, die ich seit meiner Jugend gehabt habe, glaube ich. daß ich Dutzende, sogar Hunderte von Leben gelebt habe. Jede ausge- sprochene Individualität findet unmittelbar ihren Widerhall in mir oder vielmehr formi mich nach ihrem Bild«. So bin ich alles schon gewesen: Mathematiker� Musiker. Mönch. Kind. Mutter usw. In diesen Zuständen absoluter Selbstentäußerung war ick» selbst Tier und Pflanze.' Auch der viel nüchterner« und kühlere Schrift- steller K. P h. Moritz, der in seinem.Anton Reifer' eine Selbst- lnagraphie bietet, ein eigenartiger Zeitgenosse Goethes, hat ähn- licheS an sich erlebt. Er vencht«: von sich:„Die Art, sich in die Vorstellungen anderer Menschen hineinzudenken und sich selbst darüber zu vergessen, klebte ihm von Kindheit an.' Diese Gabe, sich in andere Menschen hineinzuverlieren, kennzeichnet in hervorragendem Maße den geborenen Schauspieler. Der Weg. den der echte Schauspieler geht, ber Seelenvorgang, vermöge dessen er zu natürlich lebenswahrer Darstellung keiner Rolle kommt, führt nur über dieses eigentümliche, hart an der Grenze des Pathologischen sich bewegende Hineinwachsen in die fremde Ge- stalt unter Ausgabe des eigentlichen Ichs. Bon M i tterwurzer, dem dies« PersönlichkeisSumwandlang besonders eigen war,- be» richtet Martqrsteig:.Es war im höchste« Grade überraschend, ihn auf einer allerersten Probe in einer hinreißend wirkenden Um» Wandlung zu sehen. Erscheinung und Ausdruck der fremden Wesenheit, die er darzustellen bat de, offendanen sich wie blitzartige Intuitionen; er stand ganz unter dem Banne des Charakters.' Dieses eigenartige Toppelbeioußtsein, dieser Gegensatz vom Spiel zum Leben, von echter und Rollenexisten� von bewußter Schauspielerei und vollem Aufyeaangensein beschränkt sich durchaus nicht auf oi« Kunstübung des Menschendarstellers. Diese Ver- bindung von visionär gesteigerter Einbildungskraft und weit- gehcndster innerer MiterlebenSfähigkeit beim bichterisch Schaffen. den hat sich psychologischen Beobachtern schöpferisch veranlagter Naturen immer wieder aufgedrängt. Es sei hier besonders an Kleist und Friedrich Hebbel erinnert. Diese psychisch« Erscheinung ist zwar dem Krankhaften nahe verwandt und kann doch zu dem menschlich hochwertigsten Vermögen gehören. Bon E. Th. L. Hcklf- mann ist cs bekannt, daß sich bei ihm phintastische Kunst und phantastisches Leben seltsam ineinander mischten. Krankhaftes Ueberwuchern der Phantasie im ganzen seelischen Leben, abnorme Beherrschung der Persönlichkeit durch die Einbildungskraft bildet den Kern im Charakterbild von K. Ph Moritz, oem Typus eines pathologischen Phantasten. Er erzählt von feinem Spiegelbilid Reiser, daß er so völlig von den eigenen Phantasieprodukten be- herrscht wurde, daß er traumverloren für Tage nur noch ein Leben in der Phantasie, nicht mehr in der Wirklichkeit führte. Der Höhe- Punkt pathologischer Phantastik ist erreicht: Das Spiel wird ernst, die Phantasie Wirklichkeit. Der Phantast wiro zum unbewußten Schwindler, der sich selbst und anderen die seldsterfundene Phantasierolle vorspielt, der selbst an den selbstinszenierten Be- trug glaubt. Birnbaum führt besonders aus dem 18. Jahrhundert, das für die Entwicklung solcher phantasttschon Schwindler- und Abenteuernaturen hervorragend geeignet gewesen zu sein scheint, eine Reihe von Personen an, die sich mehr oder weniger weit in die Truggebilde ihrer Einbildungskraft verloren. Als Groß- meistcr dieser Lüge wird der bekannte Cagliostro angeführ: und mancherlei Zeugnisse werden beigtchrqcht, die die hinreißend« Suggestwkrast vlefes Mannes bewerfen. Als weiterer Vertreter des geborenen pathologischen Abenteurers wird der Graf S t. Ger- m a i n vorgeführt. Unsere nüchternere Zeit— schließt Birnbaum dieses Kapitel— hat mit Typen dieser Ars i« gesellschaftlichen Leben aufgeräumt. Sie legt der Betätigung einer abartigen Individualität stärkere Hemmungen auf und fordert die reibungs- und restlose Einordnung de» Einzelnen in die gesellschaftliche Organisation. Damit sind diese Naturen in die Niederungen, vor allem in die Kreise des Verbrechertums herabgedrängt. Aber die Brücke, die von den phantastischen dichterischen Gestaltern aller Zeiten über die Abenteurer bestimmter Kulturepochen hinweg bis zu den fsichstapkerischcn modernen Verbrechteltypen führt, darf nicht übersehen werden._ Getzr, Knisers �Europ«". Im Großen SchauspieH. hau» ist wieder eine Pantomime aufgeführt worden, genau so wie im ehemaligen Zirku» Schuwann. Georg Kaiser, der sonst Tra- godien schreibt, hat den Text zu diese« ZirkuSsptel geliefert: eine Parodie auf antiken Msiihoö. den Raub der Europa, die Gott Zeu» als Stier verwandelt zu seiner Lust entführt. Im Großen schau» spielhaus hatte man die fünf Akte der Begebenheit ganz auf daS Parot istische eingestelli. Die Mänuer und Frauen kamein nach der Mode der Zeit halb nackt auf die Bühne. Moissi zeigte Tanzkunst- stücke, ein richtiger, schwergewappneter Schimmel stolperte über die Bühne. Em Bacchanal zwischcn wiloen Männern und sanften Mädchen beendigte das parodjstische Stuck, das von Gegnern und Freurhen Kaiiers bejubelt und zugleich ausgezischt wurde, �er Regisseur Karl Heinz Martin dankt« für den Dichter, den ein bitteres Schicksal fern von seinem halben Erfolge hielt. Von dem ganzen soll noch gesprochen werden. M. H Die deutsche Antwort on Crferd. Zehn dem Deutschen Reich»? tag angebörige Universitätslehrer haben folgende Antwort auf d« Kundgebung der Oxforder Gelehrten beschlossen: Die Wissenschaft kennt nur ein Ziel, die Erforschung der Wahr- hert. Zur Lösung dieser einzigen Aufgabe bedarf sie der gemein. sameu Arbeit über alle Grenzen der Siaaten hinaus Der Welt- krieg hat die gemeinsame Arbeit unterbrochen und viele persönlich« Bande gelöst. Wir sind bereit, sie wieder zu knüpfen und durch gemeinsame Arbeit vergessen zu machen, was in beiden Lagern Ver- ietzcndes geschrieben und gesprochen war. Auch unser Hoffen richtet sich auf die Zukunft. Ihre Aufgaben sind ndch den bitteren Er- fahrungen der Menschheit in der Vergangenheit größer und dring- licher als je. Möge die wissenschaftliche Arbeit das ihrige dazu tun» den Geist der Gerechtigkeit, der Versöhnlichkeit und der gegenseiltgeu nationalen Achtung zu fördern, ohne den der Wiederaufbau der zusammengebrochenen Welt unmöglich ist. Jugendvolksbühne. Die von der Volksbühne E. V. mit Beginn dieser Spielzeit aufgenommenen Kinder- und Jugendveranstal- tungen(Thcateraufführungen. Märchen-, Lichtbildernachmiüage usw.) haben so viel Zustimmung gefunden, daß die Volksbühne den Wünschen nach Abhaltung solcher Jugenddarbietungen nur schwer gerecht werden kann. Daß sie aber mit allen Kräften bestrebt ist. durch gute künstlerische Veranstaltungen den Kampf gegen den Schund und die Straße aufzunehmen, beweist die Tatsache, daß die eben erschienene Nummer des NachrichlenblatieS nicht weniger als 50 Veranstaltungen in den verschiedenen Stadtteilen und Vor- orten angekündtgi._ xbeater. In der BolkSbilbne funbrnf die(Mtniiffibruna von lktrinddersi»„Aach Damaskus II.»nd III. T-'l"(Bearbeilmig und Regie: Friedlich Kavhlei) bellte Sonnabend um 6'/. Uhr. BolkStonzerte der Ttoatsoper. In, Sause deS Winter» wird die Staatsover auf mini' k'iellc Änoiduuiig im Sinne oollstiiinlichcr Kuiiil» Pflege augcidalb des OpernbauicS in oei'ckiicdeiien Siadtte len Konzert« ve> äiiflalten. TaS erste findet Sonnlag. 14. d. Mls.. vorm. tl'f, Uer. tn der.Reuen Well". Haicnbeide. Halt. Dos Programm eulbä» nur Werke WagneiS. Preiie der Plätze: 2.50. 4..t0. 5 50 SR Voroeitaui bei Bote a. Bock, den Tbeatcrkassen Ä. Scrtheim und der Konzett.'aße öading. Neu. tölln, Lergitr. 43. Ei» Heine-«bentz findet im Schillersaal Charotlenburg Sonntag nachmittag 4 Ubr statt. .Overmve» im Zoo». De, Anpestellten-Auslchus! de« D e u l s ch e u vvernbauleS veranftaltet em Feil zugunüen der PcnfionSIasse a» IS. November m sämUichen Zeslräumen de» Zoologische»«arten«. Nr. 548 ♦ 37. Jahrgang Heilage öes vorwärts Sonnabend, H.November 1920 Groß?verüu Der Polizeiruf. Di« rasch« und erfolgreiche Tätigkeit der neuzeitlichen Groß. stadtpolizei ist heute von der sicheren Funktion einer Riesenzahl rein mechanischer Dinge abhängig. Bevor es zu dem Augenblick kommt. wo die Polizei dem Verbrechertum kampfbereit gegenübersteht. müssen aufs feinste abgestimmte Apparate höchst präzise arbeiten. um den Ruf nach der Polizei zu übermitteln. Dieses überaus wichtige Gebiet Der schnellstmöglichen Benachrichtigung und Herbei- schaffung der Polizei liegt zurzeit in Berlin noch sehr im argen. Der Berliner Polizeipräsident will hier grundlegende Anregungen durch Einführung einer modernen Polizeimeldeanlage der Firma Siemens u. Halske stbaffeu. die bereits in Amerika allge- mein erprobt worden ist und die gestern, nach einem einleitenden Vortrag des Polizeipräsidenten Richter, geladenen Gästen vorge- führt wurde. In Zukunft wird man danach auf den Straßen Berlins ähnlich den Feuermeldern die Polizeimelder sehen, schwarze aus Eisen sehr massiv gearbeitet« Kästen, die in der Mitte ein befände- res konstruiertes Schlüsselloch aufweisen, darunter groß und freut- lieh die Rumiper des MelderS. Zu diesen Meldern werden nume- rierte und registrierte Schlüssel an die Einiuohnerschaft mietweise abgegeben, außerdem besitzen Schlüssel sämtliche Polizeibcamte und die Streifen. In einem Hause sind Einbrecher. Ein Hausbewohner, der einen Polizeimeldcrschlüssel besitzt, eilt zu dem nächsten Melder, führt den Schlüssel ein und tweht ihn um. Der Schüsselbesitzer bleibt jetzt bei dem Melder stehen, denn eS ist unmöglich, den Schlüssel wieder loszubekommen und wartet auf die sofort mit Auto- mobil oder Fahrrad eintreffenden Beamten. In dem Augenblick, da sich der Schlüssel drehte, traten auf dem Polize'amt Signale in Tätigkeit, die genau die Rummer des getätigten Melders angaben. Das Pvlizciamt setzt sich mit der nächstgelegenen Revierwache in Verbindung und dieses entsendet Beamte, Der bei dem Melfrer zuerst eintreffende Beamte nimmt zunächst mündlich die Nachricht des Meldenden entgegen, schließt darauf mit einem eigenen Schlüssel den Melder auf und befreit so den bisher festgehaltenen Schlüssel der meldenden Privatperson, die ihn sofort zurückerhält. In dem Melder selbst ist ein weitere? Ruf- und Meloeshstem, sowie ein Telephon enthalten, da« der Beamte jetzt nach Ermessen in Tätigkeit setzt, um evtl. weitere Hilfe zu beordern. Di« ganze Anlage wird ergänzt durch ein« oberhalb des Melders angebrachte große Signal. glocke und durch ein« blau« sehr helle Signallampe, die dazu dienen, vom Polizeiamt au» sämtliche unterwegs befindliche Streifen zu alarmieren. Die hellen scharfen Glockenfchläg« sämtlicher Melder eine» BestrkS vollführen auf einen Hebeldruck im Polizeiamt«in ohren- betäubend«? Straßenkvnzert. gleichzeitig blinken die Lampen»n schnellem Wechsel auf. Die Streifen unterwegs werden aufmerk- sam und eilen zum nächsten Melder, wo sie durch dqs Telephon hören, wohin sie sich sofort zu begeben haben Es besteht also— wa? besonders hervorzuheben ist— die Möglichkeit, innerhalb weniger Minuten die auf den Straßen befindlichen SichcrheitS- Mannschaften über alle Einzessieiten ein«? verübten Verbrechens in Kenntnis ,u setzen und die Direktiven zur Verfolgung zu geben. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil liegt ferner darin, daß auf Wunsch jeder Einwohner direkt an die Anlage angeschlossen werden kann. In diesem Falle kommen Privatmelder in Frage, die gegen eine bestimmte Miete abzugeben wären. Be- sonder? wichtig dürft««in derartiger Anschluß für Banken, Juweliere u'w. sein. Das ganze Projekt wurde bereits vom Ministerium d«S Innern geprüft und ist dem Finanzministerium zur Bewilligung vorgelegt worden. Da seine Vorteile für die öffentliche Sicherheit unbestreitbar sind, ist eS zurzeit nur- eine Geldfrage, ob Berlin die Anlage zur Vervollkommnung seines Polizeidienstes erhält. Sie lostet nämlich etwa 33 Millionen Mark. Tie Einführunq deS neuen MassiffrakS soll nunmehr in einer zu Montag, den 3. November, nachmittags 5 Uhr einberufenen außerordentlick«« Sitzung der Stadwerord- netenvecfaminlung der Stadtgemeinde Berlin erfolgen. Zunächst I wird der Lberbürgermeister durch den Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg und von Berlin in sein Amt eingeführt. Die Ein- führnng des Bürgermeisters und der Stadträte erfolgt alSdann durch den Oberbürgermeister. Von den auf 12 Fahre gewählten 16 besoldeten Stadträten ist der für das Amt als Obcrstadtschulrat auSerjehene Dozent Dr. Kurt Loewen stein vom Oberpräsidenten nicht bestätigt worden. Wir erblicken in der Richtbcstätigung nichts andere? als eine Verbeugung von jenen Parteien und Volksschichten, die den Gewählten lediglich wegen seiner sozialistrschen Welt- anschauung bekämpften. Daß es zwei Fohre nach der Revolution überhaupt noch möglich ist. einem von der Mehrheit einer so großen kommunalen Körperschaft gewählten Mann die Bestätigung zu ver- sogen, rückt die soviel gerühmte Selbstverwaltung der preußischen Städte in ein sonderbares Licht. Die gleiche Auffassung müssen wir auch gegenüber dem zum unbesoldeten Stadtrat gewählten, ntchtbestätigten ReichStagSabgeord. neten Eichhorn zum Ausdruck bringen. Wir bekämpfen die politi- fchen Handlungen dieses Manne« in den Januartagen des vorigen Jahres auf da» schärfst«, ihn aber, nachdem er von der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung gewählt ist für das Amt eine? Stadtrats als untauglich erscheinen zu lassen, halten wir für einen unbegründeten Eingriff in das Recht der städtischen Selbstver- wa'tung. Di« Stadtverordnetenversammlung hat des weiteren noch ine Wabl einer lüglicdrigen gemischte» Depuwt'on zur Vorberatung von Fragen des llebergangs und der Bildung der amtlichen Organe vorzunehmen. Neue Siedlungshäuser. Ein« mnsteraültiae Siedlung ist in Wi'tenan mit kotkräktiaer llnierstüvnng durch die Gemeinde, den Krei? Niederbarnim und den WobnnnaSverband Groß-Berlin aeschnffen worden. Wo» wir kür da» Wenvollste an diese» schmück sich reprä'eniierenden Einkamilien- und Reibenbänsern a»>eh-n. ist das liebevolle Eingehen ans die Be- dnrsnisse des GroßstädierS. Im Gegen'atz»» vielen BairyvS von Siedliinaen sind nämlich alle Räume der einzelnen Wobnilboen in ihren Grörenverbä'tnisien»'cht aui Pnpvenn öbel.'andern aui normalen aroßssästischen ftanSrat b-rechnet. Wenn w r eiwikmcir. daß die Entwürfe>u der Siedlung von Herrn Prosessor Jansen herstammen so ist damit auch die Gewäbr dafür oeoeben, daß die Architektur bei aller Schlichrbeit doch künstlerisch und harmonisch wirkt, In den Einsamil'enhäusern besteht sede Wohnung au» drei Zimmern, einer Wohnküche und Spul-„nd Waschküche. Jede Wob- »nng bat ibre besondere Badeeinftchinng sowie einen Stall >nr Kleinvieb. Ganz selbstverftändl'ch gehört zn seder Wobnnng ein Garren. Bei einem Jgbalt von 860 Quadrat- meiern ist der B-ssyer in der Lage, einen arosten Teil seiner Küchenbedürkn'sse selbst an,„bauen. Auch dt« Reihenhäuser bieten in ibren Wohnnna-n die aleiwen Verbältniss« wie die Ein- kam-lienbätiler, nnr ist bei ihnen da» Bad für jede» Hau» ein gemein'ameS. Die Siedlung ist insgesamt berechnet ans 256 Banvarrellen, von denen bisher sreilich erst 10 Tinsamilienbäuler. 2 Zwe:fnmt(»«n- bänser nnd ein Reihenbau» mit 8 Wohnnnqen sertirgestellt w-rden konnten Auch d'ese nnr dadurch, daß der Staat nnd das Reich recht erhebliche Bankosten-Neber'e'iningsznschüsie bew ll'gte Diel« ttn'chliss? ernröil'chten es, daß d'e einzelnen Häuftr für rund 20 000 Mark an die Käufer abgegeben werden konnten. v zu erziehenden Kmder emirirt, eine Tanache. die auch vom kirch lichen Siaudpuntle nur begrüßt werden sollte. Die Geistlichkeit will nicht. Der Gemeindekirchen rat der evangelisch»« Stadtkirchen- gemeinde Nen'öll» hat aegen die vom Nenköllner Magistrat durch- geführte Sonderei' schnsunq Protest eingelegt. Dadurch ist inde» dem zu erwartenden Reichsaesetz ans Einlührnna von weltlichen Schulen in keiner Weite vorgear sten, znmal der Schnlve'waltuna jederreit das Recht aus anderweitige Regelung der Emschnlungs- berrke zusteht. Im übrigen weilen wir daraus bin. daß mit dieser Einrichiiing nnr dem Wnntche einer großen Zahl d-r Erziebunas- berechriaiei' rnt'vrocben worden ist. Daß die>n den tonenannten „welil'chen» Schnsen nnter'ichteten Kinder in»brer große,' Mehr- zabl ant den Ronsirmationsunterricht verzichten werden, steht außer Fraae. Der evangelische Gemeindekirchenrat übersieht vollkommen, daß durch die Eftrichiuiig von Schulen ohne Religionsunterricht nur eine im Jiieresse der»noestönen und geregelten D»rsübrm,g de» Sch'lbetnebe« liegende Scheidung der nach dem Willen der Er>'ebnii-i?b''recht>gten in zwei arnn�verschiedene W panschaunng-n Die Explosion in der Henni isdorirr Straße hat zu zwei Be r- Haftungen geführt. Wegen Diebstahls. Bergehen gegen das Sprencistoffgesey. sah, lässiger Tö nng»nd sahrlgisiger Körpcr- veiletznng wurden der Arbeiter Karl Ka ich übe, der Vater< e« tödlich verunglückten M-uglldrchers»nd der Manrer Paul Görsdorf, beide äuZ ber Heiinigsdorfer Straße 24 von der Kriminalpolizei'estgrnominen. Beide gäben zu, mit dem allen Kgschube aus dem Truppenübungsplatz Döberitz Granatzünder eniwen"?« zu haben. Äm 2. November, am veigangene» Dirnsiag, holten sie an» einem veriaüeiie» Unterstand 30 bis 40 Z ii n d i r iür 7,6 und 10 Zeniimeter-Art'llenegescbvsse heraus und nahmen sie mir in die Wobnunr Ka'chnbes. Alle drei nahmen bier�die Sprengkapseln und und da« Pulver heraus und verlau'icn dann da» Meiall>n der Hochstellerstraße. Spreu ikapseln und Pulver wollten sie gestern ins Wasser weifen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Während sich der juiige Kaschube bei GörSdorf in der unter der elterlichen be« legeuen Wohnung war. erolate oben die Explosion. � Im Berliner Erziehungsheim„Lindenhof" bei Lichtenberg ist eS zu einem bedauerl'chen K v n f l i k t �gekommen. Zwischen dem Direktor Dr. Karl Wilkcr nn>d den beamteten Erziebern waren Meinungsverschiedenheiten darüber entstanden, wie weit der Ein- sluß der von Wilker zur �lff-tarbeit herangezogenen außerhalb der Anstalt stehenden jungen Leute �Wandervögel und Fro'deuftche) gehen soll. Die Differenzen spitzten sich so zu, daß schließlich die Erzieher rund heraus erklärt haben soll.», sie würden ihre Tätig- keit einstellen, wenn jene Mitarbeiter b'eiben. Danach entschloß sich Wilker, sein Amt niederzulegen, wa? inzw'schen geschehen ist Seine Freunde und Verehrer haben sine Darstellung veröffentlicht. die voll überschwenglicher Begeisterung für Wilker eintritt und gegen das ErziebungSpersonal bittere Vorwürfe rcktet. Wir sind die letzten, die W lkerS pädagogisches Können verkleinern würden. Aber wir wollen doch auch nicht außer acht lassen, daß in einem folcben Erziebungshause eine evfo'greichc Arbeit an de- Juo. ud nicht ohne weitgehende Ueber ein st immun g aller beteiligen Erziaber mögl'ch ist. Bisher sind d'e Erzieher nicht mit einer Gegen erkläruna an die Ccfientlichkeit getreten. Die unentwegte Kaiserschwärmerei, mit der wir besonders die Po st Verwaltung-mmer wieder anprangern müssen, geht so weit, daß diese sich sogar noch ein„Kaiserliches Hof- Postamt" leistet. Vorgelegt wird uns der Umschlag eine? aus dem Ausland gekommenen Wertbriefes, der in Charlottenburg am 22, Oktober 1020, also zieaulich zwei Jahre nach der Revolution, den Avkunfts» stempel erhallen hat. Er ist durch das Hauptpostamt Berlin ge- gangen und hat von dort einen sechsmaliaen Sregellack-Siempel- »ufdruck mitgebracht, aus dem zu lesen siebt:„Kaiserliche» H o s- P o st a m t Berlin". Solleu wir glauben, daß die Bei- behallung diese» Stempel» nur au? Nachlässigkeit und nicht aus der Absicht einer dreisten Verhöhnung der repuhlikantschen Siaa s-> farm zu erklären sei? Wir sind neugierig, wann die Olrrvolt» drrektwn Berlin all den Plunder au» der Kaiserzeit endlich be« seitigen w'rd. Es ist doch geradezu ein Stück aus dem Toll- hau», daß man in der deutscheu Republik"eine Behörde immer wieder auf dies« D nge hinstoßen muß. Bei dieler Gelegenheit wollen wir verschiedenen Brielschreibern mitteilen, daß die von ihnen am östlichen Torgebäude des Potsdamer Tores bemerkte Inschrift„K a t' e r l i ch e s Telegrapbenamt". deren Anpam-ierung durch uns sie wünsckrcn, bor kurzem endl ch beseitigt worden ist Lange genug lig' sie an dieser verkehrsreichen Stelle sich in frecher Au fdritvilickkeit präsentiert, obwohl zur Herunterbolung der in geringer Höhe angebracl'.ten In- schrift schon eine Stchleiter genügt hätte. Heimstättenkost. Die tm„Vorwärts" fom 6. OkiobeO wieder» gegebenen stla en von Limg-i, kraiiten ans der allen Heimstätte Buch werden j-pt o»S der gleichfalls mit Lilngenk, ansei» veleiien neuen Heimstätte Buch' eigänzt Auch dort iir. w'e man »n« meldet, von dem den Ll>"ge»lra>'ken>o nö igen onten Essen wenig rU merken. Am Morgen niiv am Nachni t'gg oibi es do"'g« brot, dem Miitagesse» fehlt es au F'ii. die Milch müßte'e chl'cher sin. L'eoeknren'eien. wirfr bebgiipte». in de> n ne» H iii'siälle «'cht mörlich, weil Li« eballen lebten. Gellagr w'id auch daß der Paiienleiignsichust m t seinem Wiui'ch,>n petlöiil'cher Ilnierreviiug dem Ku>atoii»m durch Ber>n>liel>ing der Vorsitzenden stenutnis von den Beschwerde»»u neben abgewiesen worden sei. Wenn der Fromme küßt. Z» dem Beifabren aegen den krüh'reu Bureaudiretior Oebmke vo» der Berliner S> a d t l H i» o d �. der besg>t'Id'a' wird d�e erwgchinie Towier 68] Das Lichk der Helmak. von August hin' ich». Mit einem Rin? hielt er sein Pferd an und schrie wütend: „Und da besinnst du dich noch? Du bist doch wirklich— vor- rückt bist du. borst du?" Er gab zorn'g seinem Gaul die Svarfn r'nd ritt fas. Rher D'or-s n-r.„nd ritt ihm nach, T>el ihm in die Züael i'nd hiett die Pferde an. „Fch kann solche Geschäfte nicht im Sattel abmachen. steig ab." Fied sah nach der Uhr:„Eine halbe Stunde, gut. aber nachher heißt's dann Galopp reiten," Sie spranaen ab. koppelten rasch die Pferde zusammen und Dierk setzte sich ans eine Bodenwelle, mit dem Rücken � gegen einen mächtigen Baum gelehnt.„Jetzt sag mir, was ich tun soll." Jged blieb vor ibm stehon nnd zog seine Geldtasche heraus: „Zunächst: wieviel Geld bist du zur Verfügung?" „Fünftaiisend." „Da? ist wenig. immerlün—. Ich hgh hier allerlei Sicherheiten dam't achst du sofort nach B'ienos-Aires und b'pterftgst alles auf der Nationalbink.Bast du einen gntest Freund b'er, ich meine einen eingesessenen reichen Farmer vielleicht?" „Rur de» Eriollo von der Meirdovi-Fan«" „Herrlich— der kann afto Ruskunst über dich geben, ES kommt alles daraus an daß die Leute Vertrauen zu uns b-ckien. Dieier Punkt wäre allo erlediat. Nun w'iter: hier hast du e'n V''rl>e'chn's der aroß-n �eizcntwucr. Einige wirst du so versänlich kennen, n'�'t w�br?" Dierk koans? sogar mehrere, die gelegentlich bei dem alteki Criollo zu Gast gewesen waren. „llm w besser" sagte lried,„Suche sie g"f, so msch wie irgend mögs-ch,„nd kauft ihnen d'e ganz? Weizenernte ab. Rur die Leute n'cftt stutzia machen du mußt immer reden ats wenn dn ihnen noch einen Gefallen damit tätest. Aber kaufe um Gotteswillen alles, was du krieaen kannst." „Und wenn das Gelb alle ist?" Da lachte Fied:..Mensch— du wirst in deinem Leben kein Kaufmann. LicS einmal diesen Kaufvertrag. Wir kaufen gegen Barzahlung bei der Lieferung, aber jetzt paß auf. die L'öferung hat sofort bei Abruf zu erfolgen. Merkst du's jetzt?" „Nein," sagte Dierk ehrlich. „Dann hör weiter zu. Wir bezahlen den Weizen, wenn wir ihn abrufen, nicht wahr. Aber wir ruftn ihn erst ab. wenn wir ihn selbst schon wieder weiterverkauft und bezahlt er- halten haben. Jetzt verstehst du m'ckr hoffentlich." „Ja. aber— ist das nicht leichtsinnig? Wenn wir ihn nun nickst zur rechten Zeit weiterverkanftn?" „Dann rufen wir ihn eben noch nicht ab. Darüber aber mach dir keine Sorae, die großen Mühlen brauchen den Wei-cn und werden sich bald genug darum reißen. DaS alles kannst du ruhig deinem Freunde Fied Kasten überlasten." „Fit daS nicht so etwas, was man sonst eine Schiebung nennt?" „Na. jetzt hör aber auf. DaS ist ein durchaus ehrliches Handelsgeschäft. Wir setzen beide unser Geld und»nsern guten Namen ein— und unfern kaufmännischen Wagemut. Wmn wir diesmal bester vorguSsaben und klüaer sind als die anderen, so ftiben wir»vs den Gew-nn ehrlich genug ver» dieut, Nnd' jetzt sei kern Mftseveter und gib dem Glück keinen Fußtritt, wenn eS dir einmgl zu nahe kommt." Da svrana Dierk ans:„Gut, ich wills machen. Fied— aber, ich hob eine Bedingung�" „lind d°e wäre?" „Fetzt helft ich dir b-i deinem Geschäft Aber dann dann Hab ich ftkbst ein Geschäft, und dabei mußt du mir helfen ol? Kaufmann," „W'llst du bicr eine Fabrik einrichten—? Alle Achtung vor dir. Junge." Aber Dftrk wksirft ab:„Das ist es nicht, nein ober—" er bieft un'chlü'stg'Nie. Er schmte sich, ftinm großen Plan, ftin heisiaps Work,?„ offenbaren, doch wie ein B/itz ft'fte es ihn durchschossen: Fied wäre der rechft Mann dafür, die Ge'der zu beftfvften. die aav'en Vffhgridftmaen zu führen, übwbai'vs als Kaufmann d'e Sache zn leiten. Was verstanden er und Sommer von all dieftn Dingen? Da gab er sich einen Ruck und erzählte Fied lein Vor» Hab~n dos große Moor in se'ner Heimat auszuschöpfen und ein Rftsenwerk zu schufen, das Licht und Segen bringen sollte bis in die dunkelsten Hütten hinein. Fred hörte ihm schwe'gwd zu. aber je weiter Dierk sprach, desto gespannter lauschte er. Endlich schrie er auf:„Mensch, Junge, du bist ja ein Teufelskerl. Aber hast dn auch eine Ahnung, wieviele Hun« derttausend dazu nötig sind?" „Ich weiß, es wird vielleicht in die Millionen gehen. ober—" er biß hart d'e Zäßn? zusammen:«ich will es." Da legt? ihm Fied die Hand ans die Schulter:„Du, ich Hab dir allerhand abznb'tten. Junge. Junge—" So viel ehrliche Bewunderung lag in seinem Ton, daß Dierk ergriffen seines Freundes Hand" faßte. Aber Fftd schu'telte solche Geftihle ratch ab plötzlich lachte er bell auf und schrie:„Mensch, die ganze We'denstraße soll Kopf stehen vor Verwunderung, was wir beide noch machen." „Du willst mir also helfen?" frag'e Dierk. „Natürlich w ll ich— aber— ob ich me'in eigenes Geld da mit hineinstecke das kann ich noch nicht sagen." „Dein Geld verlang ich ja auch nicht" sagte Dierk. aber Fied meinte:„Wer weiß in ein paar Monatxn wirst du anders reden. Aber setzt beißt's Galopp." iint?Tbrach er sich. „sonst fährt mir das Boot vor der Na'e weg. Also auf!"" In aestn'ckftm Galopp ritten sie we'ter nur wenn die Pferde einmal verschrnnisen mußten und in Sftrift sielen, konnten sie miteinander reden, Fied gab D'erk Amaeist'naen bis ins kleinste, wi" teuer er kaufen durfte, und wie er sift in allen Fällen zu verhalten hatte, bis er selbst die Sache weiter» führen konnte., Zur rechten Ze't emichtm sie da? Damvibaot, und als sie sich zum Ab'chied die Hände drückten, sagte Fftd bedeutsam: „So, Jpime, setzt zaiae daß du ein ganzer Kerl b'st. Es geht um unftr beider Glück" „Was Glück," gab Ti-rk zur Antwort»nd �rückte hart seines Freundes Hand:„Es geht um mehr als G'iick— um mein? Arbeit geht es!" Dann bahnft er sich mit kräftigen S'ößen einen W�g durch dg? bnnft Gewimmel am Haftn. schwang sich mit einem Ruck in den Sattel und jagft davon. Und als er so mit leuchtenden Augen, über die freie Ebene stürmte, mußft er plötzlich den Hut vom Kopf reißen und einen gellenden Jubelichrei ausstoßen. tFortt kolaO «ine« Angestellten geKlfet zu Kaken, und vor Gericht den Äufc«ine« ebrenwenen fiommen Manne« al« keine Seletdlgung iür ein junge« Mädchen angesehen wisten wollte tvgl. unseren Bericht»n Rr. bS81, «nach« man uns darauf auiincrki'am. dab dem an« seinem Amt ge- schiedene» Oebmke»och«m Haushallplan der Sladrsynode«in warmer Nachruf gewidmet worden iei. Der Bureaudireklor a. D. erhält au« Mitteln der Ztad'iynode eine reichliche Pension— man behauptet sogar: da« volle Gebalt— und Hai noch eine Wohnung auf dein Zentralfrredbof der Sladtihnode bei Müstendelt. JmHrir» blick au'>ne Klage gegen Oehmke drängt sich auch die Frage auf, wie der Geschäslsführeiide Ausschuh der Stadisynode jetzt die Mab» regelungen rechtfertigt, mit denen er gegen einige an der Auf» deckung der Affäre beteiligte Personen der Beamten» und Ange- stellleiischafl vorgegangen ist. Die Maul» und Klauenseuche bat in der Mark eine solche Au«- dehnung erlanat wie noch nie zuvor. Keine Ort'chaft ist verschont geblieben. Immer weiter greift die Seuche um sich und ver» ursacht enormen Schaden besonder« unter dem Rindvieh. In Z offen, Trebbin. Mitlenwatde. Teltow. Nowawe« sowie den angrenzenden Dörrern und Kiiiern find beioiider« zahlreiche Fälle fkstgestell« und Gehö'ie und Ortschaften gesperrt worden. Die Au»- und Einfuhr von Lieh unterliegt einer schaffen Noitrolle. Dtr Flugpostverbindmigen Berlin-Wornrmünde— Malm»— Sovenhagen und Kopenbagen—Hambmg—Bremcn— Amsterdam find für die WiMernioiiate aufgcboben. Der Flugvoiiocrkedr auf der Strecke Berlin Bremen wird vorläufig noch ausrechte, hallen. Krstkonzert. Am Sonntag, den 7. November, vorm. It. Uhr, t» der Nene» Welt. Haicnheide. Richard. Strauh.«onzert, unter fceiinng von<>errn cienera I musi tdirektor Dr. Muck, Herrn Pros. Albert Fischer. M'twirlende: Da« aus llv Künstler verstärkte Blüthmr-Or. chester, der Berliner BolkSchor. Einzelkarten zum Preise von SR. an den Kassen. Das Metropol- Kabarett übt allabendlich einen starken Reiz auf da» fast immer vollzählig besetzte Haus aus. Eine rrsttlassige tkünftleischast und der mollige Raum machen dea Aufentdalt zu den angenehmsten nach voll- brachte« Tagewerk und fichei« dem Unleruehmeu semen guten Rut. Dle Donncrstag-Borstcllung brachte u. a. Kräfte wie Senta Söneiand, Ludwig Wolss-Sireele. Erna Alberly mit ibrem Partner Richard Senius. die mit ibrem Epilog:.Selb» im Himmel herricht grosse kuhlennot», immer wieder zir Beifall binreihen. An der Pause prickelnde Walzerweisen und im zweUen Programmleil den Lteppdeckentanz. die.srackwllrdige» Lola Gray, Jo Larle und Roy» türtische Liebesszene. Die wie Gummibälle springenden fünf OnirollS vollenden daS aus der Höhe stehende Barieläprvgramm. Der Reruvlitanischc Auhrerbund veranstaltet auS Anlass der Wiederkehr des RevowlionstageS am Sonntag, den 7. d. MtS., vormittag« l> Uhr, im Lehrernereinsdau» eine Ripublikanische Aedenk'eier. Als Feit- redner weiden spirchcn: der Rrichstagspräfident Genosse Löbe und der Bundesvoi sitzende Genosse Riefstadi. Mitwukende Künstler: Alexander M o i s s i und die Liedertasel Wost, Chormcifter Fritz Stempel. /lusklang öer Reichstagsöebatte. Zilmsthau. ZugkrSstige Lehrfilme. Di« Universum- Film» Aktiengesellschaft(Ufa) zeigte wieder einige neue Filme ihrer Kultnrabteilung ur einer Sondervorführung für die Presse. Au« der für diese Art von Filmen üblich gewordenen, nicht sekr glücklich gewählten Bezeichnung „Lchn'ilitie" braucht niemand den Schluß zu ziehen, daß sie trockenen Unterrichtsstoff bieten. Es gibt Lehrfilme, die in den dargestellten Vorgängen so.spannend" sind, daß sie in jedem Kino ihr Publikum fesseln würden. Wq« wir jetzt wieder bei der Ufa sahen, konnte selbst stärkere Ansprüche an.Sew'atiou" be» friedigen. Di« im Meere lebenden Quallen bei ihrer Fortbewegung und ihrer NahrnngSjagd zu beobachten, ermöglicht un« ein von Privatdozent Dr. v. Lengerlen bearbeiteter Film. Die Qualle hascht mit einem Fangurm nach einem vorüberschwimmenden Fischchen, spritzt in die Beute ein lähmendes Gift unid zieht sie dann bequem als Nahrung an sich und in sich hinein. Ein Film H o ch s e e- f i s ch e r e i, bearbeitet von Dr. Schön, zeigt in gut gelungenen Aufnahmen das Leben und Treiben auf einem Fischdampfer der Nordsee, den wir von seiner Abfahrt bis zur Heimkehr begleiten. Wir sehen ihn im Hofen, wie er Kohlen und(zur Kühlung der er- beuteten Fische) Eis einlädt, wir beobachten auf hoher See, wie das mächtige Schleppnetz ausgeworfen wird, wir staunen über das zappelnde Gewimmel des Berges von.Fischen, der dem eingeholten Netz entquillt, wir bewundern die Gewandtheit, mit der Sie Arbeiter das nicht angenehme Geschäft des Fischausweidens erledigen, wobei die den Dampfer ständig umflatternde Möwenfchar sich auf die ins Meer geworfenen Eingeweide stürzt. Ein von Dr. Schicke bearbeiteter sehr interessanter Film gibt Einblick in die Entwicklung und Arbeit des Seiden s pinners, dieses.Haustieres" unter den Insekten, das der Mensch durch Züchtung sich für die Seiden- getvinnung dienstbar macht. Die Freßleiswng der Raupe, ihre Spinnarbeit und die Verpuppung im Seidenkokon und schlietzlch das Ausschlüpfen de« Schmetterlings— alle diese Vorgänge, auis deutlichste erkennbar infolge sehr starker Vergrößerung, spielen sich vor unseren Augen ab. Sensationell wirkt der aus dem Kokon herauskletternde Schinetterling, der zunächst flügellos aussieht, sich dann aber abmüht, die zusammengerollt am Körper liegenden Flügel durch Ginpumpung von Luft aufzurollen und zu entfalten. Den Schluß machte eine Borführung oprischer Täuschungen in eurem Kilm des Studienrats Gentil. Auch wer diese seltsamen Mängel unseres Sehen« längst kennt, wird den Film nrit Interesse betrachten und sich der verblüffenden Wirkung nicht entziehen können. Gerade diese Darbietung, die ganz.lehrhaft" scheint, wäre des stärksten Erfolges bei jedem Kinobesucher sicher. Warum bemächtige» sich nicht alle großen und kleinen Kinos solcher Filme? Wir glauben nicht, daß sie dabei ein Risiko eingingen. Geschickt zusammengestellte.Lehr- fflmx" können ebenso zugkräftig sein, wie irgendeine verzwickt« De- tektivgeschichte. Aber die meisten Kino« sind in der Knechffchait derjenigen Filmfabriken, deren Geschäft aus Schundfi'm eingestellt rst Filmfabrikanten und Kino besser sollen sich nicht wundern, wen« die Gemeinden dem Treiben ein Ende machen. „ �e Dee'a.Bioscov 2t..®. legt Wert aus die Feststellmi». daß der .7? 6er Adnen", der irrtümlich als Moimmentakstlm an- gekündigt wurde, im Rahmen der Bioscop-Lurn«. Klasse er- scheint. � Sroß-Serliner Parteinachrichten. Hente, S. November: »7.»d«. VI, Mir. Sitzung der Funktionäre und BetriedSvertrauen«. leule bei Dobiohia o, Swinemünier Stiasse ll. 31. Ad». 7 Uhr bei Goldschmidt. Stolpische Strasse S6. lämttich« Be. zirlsiüdrer und BetriebSvertraucnSleute. Wichtige Tagesordnung. Nach- dem gemütliches Beisamm« n'em. Gruppe Südwest> Hollesche« Dor. BUdungsanSschutz. 8 Uhr bei Keusner. Hagelberger Strasse 20 a. Sitzung. Inngsvzialistiiche«rretnigung sZ.P.D.) ArbestDan«. ''«uss!« Udr im Zentral burea» de» BUdungsauSschnsse«. Lindenstrasse Z. 9. Hof IV.'~--■ Im Reichstag wurden am Freitag zunächst tleise Anfrage» erledigt. I sein famoseS Gutachten dabei HelferFdienst« geleistet, während die I Reichsregierung ihm sekundierte und Ge ßle r sich als parlamen- I tarischer Prügelknabe von Seeckts präsentierte. Die Konterreoo-- lution hat heute noch viel weniger Widerstand durch die Regierung Aus ein« Beschwerde de» Abg. Hammer(DnaA. Vp.) über � ixtvorten äli die Kapp-Putschisten. Sie brauchen heut« lediglich die hohe Einfuhr bewilligungSgebühr für Baumwollgarn« antwortet nUT �och di« Zustimmung de? Entent«. An« diese» Tatsachen die Regierung, daß eine Herabsetzung nicht in Frage kommen etgiBt � �e Notwendigkeit, daß dir Arbeiterschaft dauernd in Alarmbereitschaft gehalten werden muß. Die. Arbeiterschaft ist trotz allem einig, bei der Abwehr eines neuen RechlSputscheS wird sie zum Angriff übergehen, die reaktionäre Gewalt zerbrechen und die Herrschast des Proletariats für alle Zukunft sichern. Wir werden dahin ge- langen!(Zustimmung links.) Ein proleiarifches Deutsch» lcmd wird auch die Entente, die Deutschland heute nur als AuS» beutungSkolonie betrachtet, umzustimmen vermögen. Zu einem proletarischen Deutschland wird sie ander« sprechen, wird von Volk zu Volk gesprochen werden. Der nächste Schritt ist die Sozialisierung des Bergbaues. Dahin werden wir schritt- weise gelangen. Die Reaktion wächst von Tag zu Tag. Ob wir unsere Arbeit ohne große Krise werden beenden können, das hängt von unseren politischen Gegnern ab: ob ruhig oder katastrophal. Aber wir werden den Sozialismus zum Siege führen allen Gegnern zum Trotz(Beifall bei den U. Soz.) kann.. � Auf ein« Anfrag« de» Abg. Giebel(Soz.) antwortet ein Ver» treter des Ftnanzministeriums, daß allerdings bei der Steuerver- waltung Angestellte zugunsten der alten Beamten enllassen werden müßten, daß aber die Entlassenen dem Landesarbestsamt zu ander- »veitiger Unterbringung überwiesen werden würden. Auf Anfrage des Abg. Zörrgiebek ,Soz.) wird mitgeteilt. daß das Gesetz über die Schäden an Leben und Gesundheit, die durch Besatzungstruppen und Fliegerangriffe hervorgerufen worden sind, dem Reichstage möglichst noch in dieser Tagung zugehen wird. Die Verhandlungen über Gewährung von Entschädigungen an erwerbslose deutsche Seeleute aus Mitteln der Reedereien und dcS Reiches sind dem Abschluß nahe. Neber die unmenschlich« Behand» lung deutscher Seeschiffer in englischen Häfen hat die großbritanni. sche Regierung ihr Bedauern ausgesprochen: die Vorgänge seien ihr selbst ganz unerwartet gekommen. Die Zahl der noch in russischer Kriegsgefangenschaft befindlichen Deutschen beträgt zirka 22 000. Es besteht begründete Hoffnung, daß auch dieser Rest bis Weihnachten zurückkommt. Die Umwandlung der ReichsversicherungSanftalt— Anfrage de« Abg. Giebel(Soz.)— ist bereits Gegenstand einer gründ- lichen Prüfung gewesen. Eine gesetzlich« Aenderung des unzweckmäßigen Kontensystems ist in Aussicht genommen. Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Most(D. Vp.) wegen der schweren Borwürfe.skrupelloser Gewinnsucht" und.Betruges", die der „B«rwärtS" gegen die Sute-Hoffoung-Hütte>> gerichtet hatte und wegen angeblicher Schmiergelderzahlung an An- gestellte dieser Hütte durch vaS Reichsabwicklungsamt antwortet das Reichsfinanzmini st erium: Ueber die Anschuldigungen schwebt ein ErmittlungSverfabren, das demnächst zum Abschluß� ge- bracht werden kann. Die Reichsregierung beabsichtigt alSdann über das Ergebnis dem Reichstage zu berichten. Abg. Dr. Most(D. Lp.) verlangt in Ergänzung der Anfrage Vorlegung des gesamten amtlichen Material? bei diesem Bericht. sowie ein Gutachten des Reichsjustizministeriums. Der RegierungS- Vertreter ist darauf zu antworten nicht in der Lag«. Auf die Anfrage der Abg. Frau M a tz(D. Vp.), betr. Abliefe- rung von 810 000 Milchkühen an die Entente erwidert Staatssekretär Müller,«S sei nicht die Ablieferung von 810000 Milchkühen gefordert worden. sondern zunächst seien Milchkühe in dieser Anzahl zur Wiedergut- macknlng angemeldet worden. Aus eine entsprechende Anfrage � Abg. Dr. Levi(K.P.D.): Die Aussprach« hier im Parlament zeigt die HoffnungS losig- keit des deutschen Volkes. Auch die Ausführungen Schcidemanns sind nicht der furchtbaren Lage deS deutschen Proletariat» gerecht geworden. Ihm hat die Rechte viel zu viel Ehre angetan wenn sie ihn als großen Revolutionär feiert, denn sein Freund Roske hat so sogar schrfftlich betont, daß die Sozialdemokratie die Revolution nicht gewollt habe. Der Reichskanzler kennt nur eine Innenpolitik und für diese zwei Mittel: blaue Bohnen und Zuchthaus für die Hungernden oder die, die nicht feiner Meinung find. Auch dev Außenminister kam nicht über Antiquitäten hinaus. Di« Tragödie Deutschlands erstreckt sich nicht nur aus Deutschland, sondern auf ganz Europa, besonders auf Frankreich. Der Etat enthält 2Z Milliarden für Leistungen au? dem Friedensvertrag, während das französische Budget miit 20 Milliarden Franken rechnet. Angesicht» der heruntergekommenen ausgebluteten Wirtschaff mit ihrer dauern. den Steigerung der Arbeitslosen und Kurzarbeiter sehen wir die kapitalistischen Riesengcwinne und dauernde Vorstöße de« KapitoliS- muS gegen die Arbeiterschaft: dafür ist typisch der Fall Birsiz, wo man Arbeitern, die schon im Frieden eine Mark hatten, nicht einmal 6,50 M. Stundenlohn gibt. Der Redner weist auf beiremd- ltche AuSfülbrungen auf dem B a n k i e t'a q hin. wo von einer absichtlichen deutschen Senk»«» de» Markkurse« aesprochen wurde(Hört! hört!) Dann wendet sich der Redner gegen _________________.____.... � die angedrohten Maßnahmen gegen die Kommunisten und bringt der Entente habe die deutsche Regierung erklärt, daß die Ablieferung � eine größere Anzahl Belege für seine Behauptung, daß die Gerichte ..chSlagSpräsid.ent G nasse Löbe. « . E.-P.'D.-Ktttous-Austchuß»er«G®-Ve»rie»e. Montag, den & November, nachmittags 5H, Udr in der Aula des Sophien. Kymnafium». Wemmenterstraßc 15. Berlammlung sämtlicher Berttauen«, und Obleute der Angebellten uud Aibeiter der ASG-Verke. Bt ebterfeldk. Dienstag, den. S Novcmder.?>,, Uhr abend«,«n der Oberreatichiile, Rmgbioße 1, RroolutionS-Fe rr mit kiiiibleriichrm BroaramM und Feftaajprache des Gen. Frz. Klüh». Eintritt 1�0 Kinder frei. Deutscher.(Sehr wahr ff Wie viele Fortschritte verdanks Heu:« daS deutsche Volk der kurzen Perodc der pro'etari scheu D ktaiur knapp länger dauert die Besetzung des Rheinlandes, dauern di« übrigen Repressalien. Diesen Friedensvertrag werden wir in hundert Iahren noch nicht erfüllt haben. Im Namen der Menschlichkeit. Sittlichkeit und Gerechtigkeit fordern, wir dringendft die Revision. Das Verständnis für die deutsche Wirtschaftslage fehlt der Entente vollitöndig. Es fehlt auch einem großen Teile deS deutschen Volkes. DieieS mangelnd« Bcrsirndnis ist eS. welches daS Znsiandelommen eines gemeinsamen Willens verhindert. Wir dem ZifflwmenHnidi I Daß Dain" b"inL S13"15.i'tzcn, ver- beweisen, daß wir den Vertrag nickt erfüllen können. danken sie ebenfalls der kurzen Diktatur des Proletariats,(Zu---■---~—-- wir müssen mit einem einigen Willen und Entschlossenheit der Entente klarlegen daß wir auf dieser Basis nicht lebensfähig sind. (Beifall.) •fiaSÄ.«&JSÄ4-i--;.. Ä-'? ftimmunq l'nkS.) Sie ist ohne Gewalt ausgeübt worden, nicht einmal die Kriegsverbrecher sind behelligt wo»en. Wie ein« Dilta- tu? ausfällt, das wird von der Gewalt abhängen, die gegen sie andersetzung mit dem Proletariat vorbereitet, Herr»,n Geeckt wird seine» Putsch besser vorbereite» in der die Politik nicht»ach Macht, sondern nach Recht geht. Di« Vorherrschaft Preußens beirand in seiner� Dynastie und ihrem all e« Herr von Lüttwitz getan hat. Di« Orgesch ist über das ganz« Heere. Beides besteht nicht mehr. Wir Föderalist«? werden un» ' Reich netzartig verbreitet. Der preußische Justizminister hat durch. mit aller Macht gegen den Standpunkt einer allpreußischen Vor- «achtpokiti? wenden. A« der Gliederung de« deutschen BolkeS' in verschiedene Stämme darf auch die Demokratie nicht vorbeigehen. Berlin ist nicht Deutschland. Berlin ist eine u n»' deutsche Stadt..(Chorufe.) Wir wollen ein« gesunde gründ- liche Neugestaliung Deutschlands. Abg. Eisenberg(Bayer. Bauernbund) wendet sich gegen die Ausführungen Helfferchs und weist darauf hin, daß die Finanzkuh schon während des Krieges aus dem Stall gelassen worden sei. (Heiterkeit.) Redner wendet sich dann gegen die Angriffe Erispiens auf die Kirche und. weist auf die zahlreichen sozialen Werke der Kirche hin. Di« Sozialisierung nennt er eine gefährliche Opc- ration, für die der deutsche WirlschafiSkörper vielleicht nicht mehr kräftig genug sei. Allerdings sind an den heutigen Forderungen zu einem großen Teil die herausfordernde» Riesengewlnae der Industrie schuld.(Sehr richtig!) Der Schutz des Handwerker- uno Gewerbestand-S ist eine dringend: Notwendigkeit. Der Acht- stundentag führt besonders in der Landwirtschaft zu unmöglichen Zuständen. Ein Abbau der Lebensmittelpreise kann nur kommen, wenn die landwirt'chafilichcn Bedarfsar! ikel, besonders die Dünger- 1 preise fallen. Wir fordern unbedingt die Revision des Versailler Friedensvertrages. In der Sicdlungsfcage kann allerdings der j Großgrundbesitz mehr hervorbringen, al» der einzelne kleine Land- Wirt. Strittig ist dabei nur die Frage, wer feinen Beruf besser ausfüllen kann, der kleine Bauer, der immerzu hinter dem Pfluge hevgeht, oder derjenige, der seine landwirtschaftlichen Kenntnisse nur in den Offizierskasino« zusammengetragen hat. Die Berliner Wafferkopfpolitik darf nicht so weiter gehen. Nur dort, wo noch föderalistische Gesetze walten, wird das Volk zur Vater- landsliebe erzogen. Man sollte den Staaten nicht ihre Eigenart nehmen. Auch die Weimarer Verfassung muß einer gründ- lichen Revision unterzoyen werden. Eine? ist sicher: nur die Zusammenarbeit aller, sowobi der Handwerker als auch der Arbeiter und der Bauern, auf rein demokratischer Grundlage kann uns wieder empor bringen.(Beifall.) Nach persönlichen Aussprachen zwischen Levi— Ledebour und Dr Helfferich— Dittmonn schließt der Präsident die Sitzung um 6 Ubr 50 Minuten. Nächste Sitzung: Sonnabend 10 Uhr vormittags Wietfchast B»» der Börse. Fm freien Verkehr schwankte der Dollar zwischen 82 und 7g'/« Mark, der Gulden stieg auf 84,47 Mark. der schwei,. Franken auf 12,5» Mark, da» englische Pfund auf 278 Mark. Nene Vermehr«,« der Einlogen»ei dr» Sperkassea. Während die Monat« Juli und August ein Abflauen de» Geldluflusse« in den Sparkassen gebracht haben, führte nach den Mi«te>lungen der g-iifchrist.Di« Sparkasse" der September den Sparkassen wieder gewaltig« neue Mittel zu. Die Einlagen vermehrten sich um 7uv Millionen gegen 200 und 400 Millionen im September der beiden Borjahre und gegen 400 Millionen im Mona» August. Trotz der ungünstigen Ergebnisse in den eisten drei Mona'en haben st» die Svareinlaaen ieit FahreSbeginn um 5.8 Milliarden vermehrt, ssnd also um Vz Milliarde stärker al« in der gleichen Zeil im Vorjahr._ Stahnsdorfer Holzindustrie und Kleinhausbanqesellschaft e. G. m. b. H. Stahnsdorf, Kreis Teltow. Unier obiger Firma wird ein? K n n st st e i n f a b r i k und ein Sägewerk zur Förderung des Kl ein Hausbaues betrieben. Ein ausredendes Siedl unaSgelände ist am Platze selbst vor- hander». ES sollen Holzhäuier erporiierr werden. Deutsche Maschinenfabrik A. G. ia Duisburg, Deutschlands größte? Werk für Hebe zeuge Krane usw. In der Generalver- sammlung sagte Generaldirelior Dr. Reuter: Auftiäoe sind in Höhe von mebrercn 100 Millionen Mark vorhanden und gewählen dem Unternehmen sür e i n Fahr genügend Beichäktigung für alle Betriebe. Die Pmie sind befriedigend, entsprechend der großen Nachk'age. Für die Zukunfr kommt es darauf an ob eS gelingt, die Gestehungskosten zur Kaiiikrast der Kundschaft in Beziehung zu bringen. Die Ma'eriglpreiie sind herobgegangen, die Söbne jeeoch aestiegcn. Wenn die M a r k e n t w e r t u n g weiter so fort gebt: so sei z» befürchten, dnß auch die Materialpreike wieder in die Höbe geben werden. In den letzten Wochen und Monaten sind die Auf- träge reichl'ch gewesen. bekwiderS vom Ausland, wobei guck erhebliche Teilzahlungen eingegangen sind. Hierdurch ist die finanzielle Lage der Gesellschaft nicht so sehr angespannt, wie t ielfach geschildert wird. Soziales. Franenwahlrecht und Arbeitsgericht. Vom RsichSarbeitsministerium wird mitgeteilt: Presse- äußernngen. die in letzter Zeit anS Anlaß der Beratung des Ent- wuris einer Notverordnung zur Abänderung de« Gewerbe- gericktSgesetzeS und des Gesetzes, betr Kaufmanns- g e r i ch t e,«folgt sind, könnten den Anschein erwecken, als ob die ReichSregierung die Absicht habe. die F r a u e n von der Wähl- barkeit zu Beisitzern bei Kgnfmann«- und Gewerbegerichten allge« mein auszuschließen. Das ist wie dies bei der Beratung seitens der RegicrungSvcrtret« mebrfach betont wurde, nicht der Fall. Vielmehr soll diele giundfätzliche Frage in dem Entwurf eines ArbeitSgerichtSgesetze». der sich in Bearbeitung befindet und voraussichtlich bald den gesetzgeberischen Körperschaften zugehen wird, ihre Tkrledigling finden. Fn der R o> v e r o r d n u n g die durch den Uebergang von der Kriegs- zur FriedenSwirtschast ver- anlaßt wurde, konnte die Frage der Wählbarkeit der Frauen anS rechtlichen Gründen nicht geregelt werden. fius aller Welt. Ein grrmenhaftes Drama. Fn Agnetendorf im Rresengebirg« versuchte der Besitzer da» Hotel».Villa Alwine", Dürrenberg, seine Familienange- hörigen durch Beilhicbe zu töien und zündete dann da» Hotel an. Der 18 Fahre alte Sohn warsofvrt tot.. Tie Freru» die Schwiegermutter und die 18 Jähre alte Tochter wurden mit furchtbaren Verletzungen" aufgefunden. Dürrenberg selbst stürzte sich vom Balkon des brennenden Hauses hinab und sta rb nach einigen Stunden. Vom Hotel sind das Dachgeschoß und da? obere Stockwerk niedergebrannt. Das Motiv der Tat ist zur- zeit noch unbekannt, da die noch, lebenden Familienangehörigen bis nachmittag das Bewußtsein noch nicht wiedererlangt haben. Man nimmt jedoch G e i st e sg e st ö r t h e i t an. Raubmord in Bremen. Donnerstag vormittag 10 Uhr wurde die Näherin Marie R a p p in n n t in B r e m e n im Wohnzimmer ibrer Wohnung in der Papoelstraße ermordet aufgefunden. Die oder der Täter hatten die E> mordete unter ihrem Bett versteckt, io Qatz von den Hausbewohner» angenommen worden war, daß die Nappmunl verreist sei. Die soiort eingeleiteten Feststellungen er- gaben, daß der Mord am Sonntag in den Nachtstunden ge° schehen fein mutz Eine in Hast genommene frühere Freundin der Rapvmrmt anS Galizien. namens Eng el, gestand ein, daß der Mord von ihrem in Reethem befindlichen Ehemann, einem Rnssen. begangen worden sei. Die von hier aus umgehend nach Reelbem enliandten Kriminalbeamien konnten den Ehemann noch gestern festnehmen. Den Erhebungen zniolge dürste ein Ra u b m o r d seitens beider Eheleute in Frage kommen. Geldschmuggler am Bodcnsee. In Radolfzell hat die Polizei vier Holländer festgenommen, von denen jeder in so- genannten Schmugglcrwesten 25 Kilogramm holländisches Silber- qeld bei sich trug, in deutscher Währung nahezu 500 000 M. Außerdem trugen sie eine große Menge deutscher Banknoten bei sich, die vor dem Kriege anZgrgeben worden waren. Das Geld sollte nach der Schweiz verschoben werden. Im Zusammenhang damit dürfte die Verhaftung eines Holländers stehen, der in einem Automobil von Singen nach Schaffhausen gekommen war und dort übernachten wollte. Ihm und einem anderen in seiner Begleitung befindlichen Herrn wurden 87 000 meist belgische 5-Frankenstücke abgenommen. Papstspende. Der Papst übergab dem Kölner Erzbischof Dr. Schulte bei dessen Abschiedsbesuch eine.halbe Million Lire(eine Lira. gleich 2,88 M.) für bedürftig« Kinder in Deurfchland. Leutnant Lepper hinter Schloß und Megel.- Der deutsche Leutnant Lepper, der seinerzeit nach Unterschlagung von 750000 Frank mit seiner Geliebten aus Paris geflüchtet und in "San Sebastian festgenommen worden war, ist nunmehr nach Paris gebracht■ worden. Bei seinem Verhör vor dem Unier- suchungsrichter hat Leutnant Lepper e i ng e st a n d e n, daß er zum Schaden der deutschen Krieg» g e fang e» err k o mm t s s i o« jenen Diebstahl begangen und fast die ganze Summe des verun- treuien Geldes beim Rennen verspielt habe. Lepper sitzt im Sante-Gefängn'S Rattrn.„Vaterland". Der Dampf«„Leviaihan", früher .Vaterland", gerät immer mehr in traurigste Verwahrlosung und nicht mehr aufzuhallenden Verfall. Das Schiff ist eine Beut« n n- absehbarer R a l tens ch w ä rm«' geworden, die infolge Nahrungsmangels zum größten Teile tollwütig sind und Mensch und. Tier das Verbleiben auf dem Dampfer unmöglich machen. Die kostbare Ledereinrichtung des Dampfers ist überall angefressen und unbonuhbar gemacht. 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Preis M. 2,— m«»»»«» i Das neue Preußen. w«s"ns�Revoiution S RBinM�BaanMnnniHMRMnHnMMiaMHaiM h TclCntO. V t. U U 3 T Q I Die Brotwlnsel. f-ulchens L-rsiige poli- ? tischeLieder. Von Artur 4 Zicklei'. Preis M.«MM» f Geschichte derRewIutlonen. Ein pmcht- 4 VOUCS, TCXh S illustr. Geschich»8werk. Von A.Conrady. f Zwei Bände in Halbleinen, Preis M. 80,— 1 Sitten- und Charakterbilder fran- =..........■-........ M zosischen Re- | voluiion. Die Helden von 1789 im Negligd. Von Dr.John Schikowski. PreisM.7,50 «II»' Hierzu 20% Teuerungsznschlag«m» Oberlandesgerichtsrat —— noch Matz.——■ :■*' ReichHaltioes Lag« w' guten S, offen. Onne bedentend..herab- gesetzte Preise. Julius Fabian Gr. Frankfurter Str. 37». Metall ankaulsstelle Ostom. Grüner Weg 80 zahlt Tagespreise dir Kupfer, Messing, Blei, Zink etc. Sealmantel,-H» üd 39i)0,—, wunde« Kj■ Eilberstlch» Wu— 45N— 750 Verl SroHrnanv, Schön«. berg. Kulftemer SlraHe 2,>. Unlergrundb. Bayerischer Plag. 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Von ausländischen sozialistischen Parteien sind nur die deutschen Rechtsunabhängigen durch Henke vertreten. In seiner Eröffnungsansprache wies Sei« daraus hin, daß im Oktober 1918 die bürgerlichen Politiker hilflos am Grabe des Staates standen. Die Sozialdemokratie allein war ungebrochen und der großen historischen Aufgabe gewachsen. Nur p-nser Pflicht. gefühl gegenüber dem Proletariat hat uns bestimmt, die Zügel in die Hand zu nehmen. Die Sozialdemokratie gab der jungen Re* publik die provisorische Verfassung, sie stellte unter der Führung Viktor Adlers die Beziehungen zum Ausland wieder her. sie sorgte für ausländische Kredite und Hilfsaktionen. In der schlimmsten Zeit zeigte s i e den Weg. Die Wahlen vom Februar 1019 er- gaben das richtige Bild der Machtverhältnisse.. Die Sozialdemokraten mußten zur Sicherung dessen, was errungen war. in die Regierun g eintreten. Schweren Herzens und in voller Er- kenntnis der Folgen dieses unpopulären Schrittes gaben die Parteiinstanzcn ihre Zustimmung zur Koalition. Wenn tausende Zuläufer der Partei bei den letzten Wahlen nicht mehr zu uns standen, so ist das erklärlich. Wir sind weit davon entfernt, insbesondere den armen Frauen, die von Hunger und Mangel gequält. Krankheit undTod ihrerKinder vorAugen, jenen zugelaufen find, die ihnen Rettung und die rasche De- seitigung der Kriegsfolgen versprochen haben, einen Vorwurf zu machen; die Tatsachen werden sie schon belehren, sie werden wiederkehren aber mit politischer Erfahrung und Einsicht und sich wieder einreihen in die Kampffront der Leidenden und Unter- drückten. Ungebrochen und ungebeugt steht da? Banner des Proletariats. Eine Partei, die in diesem Jahre der Not ihre Mitgliederzahl ver- mehrt, ihr Bildungswesen und ihre Presse so ausgebaut hat, ist unbesiegbar und unwiderstehlich. Die Ausgabe des Parteitages ist es, die Richtlinien unserer Politik für die nächste Zeit und die Haltung unserer Vertrauensmänner im neuen Parlament zu be- stimmen.(Stürmischer BeisWl.) Zu Vorsitzenden wurden e i tz und To m sch i k gewählt. Ein Antrag, den außerordentlichen Parteitag als dritten or den t» lichen Parteitag zu erklären, wurde einstimmig angenommen, Den Bericht der Parteileitung erstattete Skaret. Er führt die Wahlniederlage der Frauen auch darauf zurück, daß«S i« u n- seren eigenen Reihen Leute gegeben hat, die gegen uns arbeiteten, riamerrÄich Dr. Frey und Rothe von den beiden „Arbeitsgemeinschaften revolutionärer Sozialdemokraten", die die Wahl zwischen Sozialdemokraten uad Kommunisten freigegeben oder sogar zur Wahl kommunistischer Kandidaten aufgefordert hatten. NamenS der Kontrolle beantragt« T o m s ch i? die Entlastu ig. Er forderte den Parteivorstand öfsentlich ans, darüber A u f k l ä- r u n g zu geben, wieso es komme, daß Frey und Rothe R e d a k- teure der.Arbeiterzeitung" sein könnten. In der Debat» beantoogte Leichin-Graz, der Parteitag möge den Parteivorstanh auffordern, diesen beiden, die gemäß dem Parteistatut schon längst hätten ausgeschlossen werden sollen, so- fort zu kündigen. Der(von uns bereits mitgeteilte) Awtrog Ludo Hart- mannS auf Volksbegehren für den Anschluß an Deutschland wird bei dem Punkt.Die politische Lage und die Ausgaben der Sozial- demokratic" behandelt werden. Referent zu diesem Punkt ist Ott» Bauer: Wie in Rußland und in Deutschland sei nach der Revolution auch in Deutsch-Oesterreich der Sozialdemokratie nichlS anderes übrig geblieben, als in eine Koalitionsregierung einzutreten. Die Bürgerlichen wären nicht imstande gewesen, allein zu «gieren; die Massen hätten damals eine bürgerliche Regierung nicht ertragen. Es wäre zum Bürgerkrieg gekommen und zu ähnlichen Vorfällen wie in Rußland, Ungarn und Bayern. Aller- dings haben wir übergenug Erfahrung mit dieser Koalition, als daß noch ein einziger"-Mensch in unseren Reihen Gelüste tragen sollte. diese Erfährungen noch einmal zu wiederholen.(Lebhafte Zu- siimmung.)_ 1' S- Holümark für unsere Kohle. Im Hauptansschuß des RoichStageS wünscht« im«eiteven Verlaufe der Freiwgssitzung Abg. Reichert(Duast Vp.) den Wortlaut der engl, scheu Verzichtnote zu kennen und erbittet neu« Aufklärung über die Dieselfrage und die abzuliefernden Milchkühe. Staatssekretär Müller erklärt, daß darüber nicht? Neues zu sagen wäre. Ministerialdirektor Fischer: Der Fünf-Goldmark-Aondv aus den deutschen Kohlenlieferungen bringt monatlich zirka 7 Millionen Goldmark ein. Bon den Ententeländern sind die Zahlungen erst teilweise . eingegangen. Die Goldmark wird für Ueberschichtenleiswngen und besonders für Lebensmittel- und Textilwarenlreserungen an die Bergarbeiter verwendet; ein Drittel zahlt der Fünf-Gold- mark- Fonds, zwei Drittel der Verbraucher. Hieran schließt sich eine vertrauliche Debatte in der Abg. Schreiber(Ztr.) fragt, ob über die Verteilung der Tex- tilien an die Bergarbeiter Richtlinien vorhanden seien. Ministerialdirektor Simson(Auswärtiges Amt) teilt den Wort- laut der bekannten englischen Note mit. Die britische Regierung erklärt, sie wolle auch im Falle einer vorsätzlichen Zuwiderhandlung Deutschlands gegen seine Verpflichtungen zur Wiedergutmachung auf ihr Repressalienrecht gegen das deutsche Einkommen in England verzichten. Dr. Schreiber(Ztr.) betont die Verpflichtung der Gliedstaaten, die elsaß lothringischen Beamten zu übernehmen. Zur Frage der Liquidation deutschen Eigentum? bemerkt Abg.». Lersner(Dt VP.), es könne nicht genug betont werden, daß England, der frühere Treuhänder der Welt, sich selbst am meisten schädige, wenn eS die deutschen Guthaben nicht freigebe. Hierauf wird der deutschnationale Antrags eine Denkschrift über die Leistungen aus dem Friedensvertrag« dem Reichstage vor- zulegen, und ein zweiter Antrag, be-i der Entente dahin zu wirken, daß aus Glockcnmetall hergestelltes Kriegsmaterial uns für die Herstellung neuer Kirchenglocken überlassen werde, angenommen. Ministerialdirektor Götz vom Reichsministerium des Innern sührr aus.«S fei der Grundsatz der Regierung, daß d.e Beamten auS den abgetretenen Gebieten dort aufgenommen werden, wo sie beheimatet seien. Mtnistenaldireftor» Sckiliebe« erklärt, daß die Versorgung der früheren Reicks beamten aus den besetzten abgetretenen Gebieten für die Reichsregierung Gegenstand ständiger Sorge sei. Und doch Zlugverbote! In Da« zig wmden die Flugzeuge der dortigen Lustreederei als„KriegSmiitel" beschlagnahmt. Die Fluqlini» Fiankknrt— Baftl kann«tnr bis nach Lörrach gekübrt werde«, da die Entente das Hebe, flwgen der Grenz» mit deuiichen Flugzeugen ve, bietet. Was hat sie aber an der deutsch» schwei-erilchen Grenze zu sagen? München, 5. November.. KrieS. Wenn ich mich ausschließlich gegen rechis wende, so heißt das nicht, daß ich mich mit den von der linken Seite ausgesprochenen Ansichten über Reich und Preußen identifiziere. Der preußisch« Staat ist nicht das Produkt einer organischen Entwicklung. Man kann auch nicht, erst den andern Staaten, z. B. Bayern zumuten, Hara- kirt zu machen, wenn Preußen in seiner überragenden Größe er- halten bleibt.(Zuruf Heilmann(Soz.): Nicht erst, sondern gleichzeitig!) Dieser Zustand bleibt aber erhalten, wenn die An- träge der Rechten angenommen werden. Ich vertrete eine Politik der organischen Weiterentwicklung. Aber ich kann nicht zugeben. daß Deutschland nur lebensfähig ist, wenn Preußen in seiner jetzigen Struktur erhalten bleibt. Der Zug der Zeit führt zu einer Stärkung der Reichsgewalt und zu einer Schwächung der Macht Preußens. Staatssekretär Dr. Freund wendet sich besänftigend gegen die Ausführungen des Vorredners über die Zurücksetzung ver katholischen Bevölkerung. Äbg. Heilmann(Saz.): Die Kulturpolitik, unter der die Katholiken gelitten haben, war nicht die Politik Preußens, sondern der Hohenzollern. Lassen Sie die Vergangenheit ruhen! Wenn Sie(zum Zentrum) im alten Preußen Stiefkinder waren: wir sind schlimmer als Hunde � behcmdeft worden.(Lebhafte Zustimmung links.) Wir wollen alle den deutschen Einheitsstaat, wir wollen, daß der Einheitsstaat von seiner unteilbaren Gewalt soviel Autonomie abgibt, wie ihm dien- lich ist. Sie hingegen(zum Zentrum) denken noch immer an einen föderativen Staat mit Reservatrechten seiner Glieder. Mit dem Einheitsstaat ist ein ewiger Bestand Preußens nicht vereinbar, flnser� Endziel ist die Beseitigung aller Einzrlstaateu. Oberschlesien will sich loslösen und sein Beispiel wird ansteckend tvirken auf das Rheinland. Das deutsche Volk bleibt trotzdem ein Staat, zusammengehalten durch das deutsche Nationalgefühl Ob Präsident Loebe den Ausspruch, den ihm Dr. Leidig vorwarf, in dieser Form getan hat, weiß ich nicht, aber richtig ist. daß alle Staaten durch Raub, Gewalt und Heirat entstanden sind. Alle diese Machtverhältnisse ewig au frech izu erhalten, daran hat kein Sozial- demokrat ein Interesse. Wir wünschen aber, daß Preußen noch einige Jahrzehnte zusammenhält, weil augenblicklich bei seinem Zerfall dier Gefahre» drohen würden: Reaktion, Kleinstaaterei. Abfall von Deutschland, mangelndes Durchsetzen der Reichsgewalt. Später, wenn die Reichs- einhcit gefestigt ist, mögen sich einzelne Staaten auch rückschriftlich regieren lassen. Wer jetzt würden die Kleinstaaten an der Grenze des Reiche? unter einer rückschrittlichen Bevölkerung dt« Reichs- einheit zerreißen. Was den Abfall anbetrifft, so glauben wir an die Treue der Rheinländer wie an uns selbst, aber nicht an ihre Macht, sich der Lostremrui-g zu widersetzen. Oberschlesien soll sich auch schützen gegen Polen und Tschechen. DaS kann eS aber nur innerhalb Preuß-ns. Die Schwäche der Reichsgewalt tritt deutlich zutage in der Ohnmacht des Reiches, sich gegen Bayern durchzusetzen. Mit dem Worte „Los von Berlin" soll man recht vorsichtig umgehen; es wird daraus sehr leicht ein„Los vom Reich I". Wir sind weder Träumer der Vergangenheit noch Romantiker einer fernen Zukunft, denen der Marschtritt der Leninschen Heere im Ohre klingt. Wir treten auf den Bode« der Wirklichkeit im Dienste der deutschen Einheit, die verlangt, daß der preußische Staat vorläufig zusammenhält, und daß in ihm Demokratie und Selbstverwaltung zum Durchbruch kommen.(Lebhafter Befall bei den Soz.) Abg. Dallmer(Dnatl. Vp.): Nur durch ein zentralisiertes Preußen kann man zum deutschen Einheitsstaat kommen. Die preußischen Könige haben für das Rheinland und die katholische Kirche außerordentlich viel getan. Abg. Dr Lauscher(Z.) hält gegenüber Dr. Freund seine Pari« tätsbeschwerden aufrecht. Damit schließt die allgemeine Aussprache über den Abschnitt Selbstverwaltung. Er)vird unverändert angenommen bis auf den§ 68«, der bestimmt, daß die Grundsätze für di« Wahlen zur Volksvertretung auch für die Wahlen zu den Provinzial-, KrerS- und Gemeindevertretungen gelten sollen. S 58a erhält auf Antrag der Demokraten den Zusatz, daß das Wahlrecht zu den Gemeinde- Wahlen von einer Aufenthaltsdauer in der Gemeinde abhängig ge- macht hrirb.(Zuruf: Echt demokratisch!) ES folgt die Beratung eines von den Deutschnationalen bean- tragtsn Abschnittes 7 a über die Beziehungen von Religion und Schule Mm Staat. Damit verbunden wird ein von der Deutschen Volks- Partei beantragter Abschnitt 8 a über die Beziehungen zur Kirch». Abg. Dr. Koch-Oeynhausen(Dnat. Vp.) verlangt, daß die Eni- scheidung über das religiöse Bekenntnis der Kinder von den Eltern getroffen wird. Nach Vollendung des 14. Lebensjahres steht dem Kinde selbst die Entscheidung zu. Abg. Dr. Berndt(Dem.) begründet einen Antrag über AuS- gestaltung des Patrormtsrechies. Abg. Oppeahoft(Ztr.): WaS in der Reichsverfassung geregelt wovden ist, soll nicht noch einmal in der preußischen Perfassung ge- regelt weiden. Abg. Dr. Leidig(Dt. Vp.) spricht gegen den deutschnationalen Antrag. Ministerialdirektor Dr. Fleischer legt als Vertreter deS Kults- Ministers dar, daß die Absätze in den Anträgen, nach denen die Kirchengesellschaften über die Rechte des Patrons beschließen sollen, während die Pflichten-der Patrone durch Staatsrecht geregelt werden, nicht angenommen werden könnten. ES sei eine«inhett- liche Regelung erforderlich. Mit Pflichten verbundene Recht« können nicht einseitig aufgehoben werden. Mg. Freymuth(Soz.): Wir unterstützen die Darlegungen des Regierungsvertreters. Den demokratischen Antrag können wir in Absatz 2 und 3 annehmen. wonach auf Antrag eines Beteiligten ein bestehendes Patronat auf» zuHeben ist, sobald die vermögensrechtlichen Veepslichtungen ob» gelöst find. Di« Anträge der Rechten lehnen wir ab. Abg. Berndt(Dem.): Wir ziehen de« ersten Absatz unseres Antrages zurück. Danach wird der demokratische Antrag angenommen. Aus dem Antrag H e r g t(Dnat. Vp.) wird die Bestimmung angenommen, daß die Stouerpflicht frühestens' mft Ende des Steuerjahres, in bttmfß die AuStrittSerklärung abgegeben wird, erlischt. DaS näber« wird -chuxch-:«inz Gesetz: bestimyi'ti.'?'"-M.-- ,; r''V-v- Es folgt der Abschnitt VI(§ 60 bis 66) über die Seamten. Wg. Hogiborn(Dnat. Vp.) begründet einen Antrag Hergt auf Schutz der politischen Meinungsfreiheit der Beamten. Beamten» kammern müssen sich der Beamtenrechte annehmen. Abg. Herbert(Soz.)- Wir lehnen die Anträge ab, weil sie schon Festgelegtes wieder» holen. Der Zutritt zur Beamten-laufbahn muß jedem Tüchtigen freistehen. SS ist gewiß, daß den Katholiken im alten Preußen Unrecht widerfahren ist, aber bei uns.war es noch viel mehr der till. Desbalb arbeiten wir doch an dem Aufbau deS neuen reußeus mit. Ministertoldirektor Dr. Meißner: Di« Rechte der Beamten sind durch die Reichsvermssuug hinreichend gesichert. Abg. Bartold(Dem.): Jetzt fordert die Fraktion Hergts für di« Beamten daS Koalitionsrecht; noch im Jahre lS18 wurde den Polizeibemnten von Herrn Hergt dieses Recht verweigert. Damals war er allerdings noch Minister! Wir werden die Rechte der Beamten durch ei« besonderes Beamtengrsey, sicherstellen. De» besten Schutz ihrer Rechte erhält die Beamten- schaft, wenn sie einig ist und von ihrem Koalitionsrecht Gebrauch macht. Abg. Freymuth(Soz.): Der sozialdemokratische Parteitag zu Kassel hat ein neues Beamtenrecht gefordert. Es kommt nicht darauf an, was man alles in die Verfassung hineinschrei-bt, sondern dar» auf. wie die A u s s ü h r u ng s g e s e tze aussehen. Nach weiterer Aussprachc. in der all« bürgerlichen Parteien ihre Beamtenfreundlichkeit betonen und sich gegenseitig Wahldema- gogic vorwerfen, wird K 60 unter Ablehnung aller Abänderungs- an träge in der Ausschußfassung angenommen mit einem Zu- satzantrage der Koalitionsparteien, daß die Staatsbeamten wider ihrcm Willen nur unter gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen und Formen entlassen oder versetzt werden können. Abschnitt 9 wird ohne Aussprache angenommen, ein Antrag Berndt(Dem.)' auf Aenderung der Fassung der Einleitungsformel zur Verfassung wird angenommen. Damit schließt die zweite Lesung des Verfassungsentwurfs. Ohne Aussprache erledigt werden nach den Borschlägen des Ausschusses die zur Erörterung im Plenum nicht für gee-gnet erachteten Eingaben, die Bevatung einer Mtteilunq des Ml''istcrS für Volkswohlfahrt-über die Ausführung des Gesetzes zur Förde- rung der Stadtfchaften und die erste und zweite Beratung des Ge- setzen-twurfs betreffend'die Dienststaatsgewalt über die in den Ro-chs- dienst nicht übernommenen Beamten-der früheren preußischen Ver- waltung der Zölle und indirekten Steuern. Montag, den 1b November, nach-mittays 2 Uhr: Nachtrags- cdat. ordentticher Etat. Abschnitt Handels- und Gewerbeverwaltung, Justizverwaltung usw. Slntige Siegesfeier. Verena, 5. November.(Stefani.) Eine vor dem Garibaldi- denkmal veranstaltet« patriotische Kundgebung wurde(angeblich! Red.) von radikalen Elementen in solchem Maße gestört, daß (vielleicht vorher! Red.) einzelne Patrioten den Plan faßten, sich zur Stadthalle zu begeben, um die rote Fahne, di« infolg« der für die Sozialisten günstig ausgefallenen Wahlen gehißt worden war, herunterzuholen. Vor dem Stadthause wurden sie jedoch mit Schüsse» echrp fange n. wodurch eine Reihe von Per- souen vettetzt wurde. Dieser Vorfall steigerte' die Entrüstung der Patrioten aufs höchst«, das Gebäude wurde gestürmt. Während im Innern des Gebäudes das Handgemenge fortgesetzt wurde, explodierte eine Bombe, die der sozialistische Depu- tierte Scabrabello bei sich trug. Der Deputierte wurde getötet, einige Manifestanten wurden verletzt. Die rote Fahne wurde vom Gebäude heruntergeholt, w o r a u f das Stadt- hau? von der Polizei, wetche die Ruhe und Ordnung wiederher» stellte, besetzt wurde. Da»AigS Obeekowwiffar soll der Norweger Erik Ca l b«» wert««. Gewe�schaftsbewegung Jüc ein zentrales Kaufmannsgericht. vom Zeiliralveiboud der Anfleslellten wird UNS geichrieben: Duich Verordnung vom 12 Mal 1920 wurde die Z u st ä n d i g- keit des Kau'mannSgerickleS aus alle diejenigen Änge- stelllen ouSgedebnt, die' mehr als 6000 M- bis �u lbOOO M. im Jabre verdiemem Zu gleicher Zeit wurde die Veruiungsiumine von 300 M. au» 1000 M. beraufgeseyt. Nachdem ans den entschiedene» Eiuipnich der Angestellien wegen der lln�ulänglichleii der sestgesetzten GebaltSgren�e sich die Regiernng veranlagt sah. erneut in Erwll- gnng�n e>Nl»»reten. ist n»»niedr das Ergebnis derselben durch eine neue �Verordnung der Oeksentlichleil bekanntgegeben worden Danach ilt da» Ka»sman»Sperichi zuständig sllr alle Streitigkeiten au» den, Dienstverirogc dcS Handlungsgehilfen, iosern der HgndlungS gebil'e nicht mehr al« 8 0 00 0 M. verdieni.'Dagegen »st ii b e r s e h e n worden, zu gleicher Zeil die kür die Be- ruiung in Betracht kommende Streits um me zu erhöben. ? ie Kali>mannSgersch»« sind seinerzeit geschaffen worden, um den wiri'chastlich ichwachen Äneeiiellien die Möglichkeit einer schnellen Rechrnrechiing zu gewährleisten und io z» verhindern. dab.Rcchiisireitigkriien lediglich dcShglb mchi anSgrsochirn werden löniien. weil der«ngcstcllle die jloslen der venreiung vor dem ÄmtS- oder Loi'dger cht nichl au»br>>igen bezw den langwierigen Gong der?ei Handlungen nicht abwarien lann. Die zur Zeit gel» tende ber»su»gSiähiqe Sninine»ir M 1000,—. Da es sich in ssällen von ungerech'.ieriigien Enilassungen>n der Regel um mindestens ein MouatSgehrlt bandelt, sevr häufig aber infolge de» längeren KündigungSirist um 2—3 MonaiSgebälier. so weiden die Kan'mannS rliwre zu eii'cm erfiebl'chen Teil unwirliam für alle diejenigen Ängestellten, deren Eiebalt monailich 1000.—#i. llber» steigt. Es wäre dringend zu empiehlen. den voistedend gekennzeichnete» Uebelstand schleunigst au» dem Wege zu räumen. D>e Wahl zn den 5lausma»n»gerichten kollie bi» zum 81. Dezember dlirchgcführi sein. So'ern dg» n chl geschehen ist, wird die ÄmlSdauer der bisherigen Beisiver bis zur Durch« fädruirg der Neuw itilen, jedoch längstens bis zum itl. Mäi i l92l. der- lä» ,erl. I» Berlin ist au»' Brnnd einer besondere» Besliinmung die Möglichkeit gegebc», die Geliungsdauer der Mandate in de» bisheiiaen Kau maiinSgerichlen bis zuin 30. Jnni 192l zu Ver» länger». CS liegt nichi>in Jnleresie der Gemeinde G oh Berlin, von die'em Recht Gebrauch zu machen. Wir haben aber bei der Neu» geiiallung des AauimgunSgerichlS Berlin den dringenden Wn»sch, dag mit der bisherigen Zersplitterung an f- g e r ä u in i und ein einheitliches zentral gelegenes KankmannSgericht Grov-Berlin geschossen wird, da», nach Zndustriegruvpen gegliedert eine acordneie Dnrch'llbrung der R.'chisvrechung erniö ilichl und Gewähr für eine verniiiiiligeNechl« sp-echung bietrt. Die Eo»ahr»i»ge»i beim SckllchlunflSanSschun zeige»»»S. dnsz verkehrSicchnnche Schwierigkeilei' nicht in Beirncht kom uen. Bei Gliederung Berlins in 20 Bezirle würde die Er- richiung von Bezirkskan'inagnsgerichten eine viel größere Er« s ch w e r n> s bringen, als die zenirale Regelung. Di« Ängestellien, die in der Hauptsache das Gericht in An- spruch»ebme», wohnen viel'ach nichi im Orte der Handelsnieder« kaffiina.»" der sie bei'chäfiirt»»'>, wäbrend sich die Zusläridigkei! de« KaukinannS erichi» nach d e>» Ort r>chie>, in dem die Handels niedcrlaii n ng ihren S»v Kai. Es düifir viel fach ichivieriger sein von einem biSheiipen Loiorl nach dem anderen zu aelaiige», nls bei'pielrwri« von die em vororl diirlt nach Berli» Hinzu lominrn Bctenlen bezüglich der B e i e y n n g der Bezirksgerichte ans den im Bezirk ansässigen, bzw. beschär» tiate» Brinzipale»»nd Gehilfen. Es hat sich vielfach t» kleineren Orlen beme'ki'ar gemocht, daß die per>viiliche'Bekaniiischasl der jerveilioen Richwr bzw Beisiver mil de» an solchem kleine» Oil on'äisigen.Gc'chä'lsinhabein zum Nachieil für die belroffenen An« grstellle» nusgeiwla.ien ist. Bei der zenirale» Regelung fallen derariige Möglichketien fort, und' eS wiid sich auch eine v'el eniheiitichereundnachbeslimm« «en G e i> ch i S p ii n l l r n erfolgende Rechtsprechung ergeben, als bei der l>e<>rllichen Gliederung»»d der inangeldaste» BeriihruiigSpuiilie der BeziikSgerichl« uniereinander. J»»beso»gere dnifie die ivrage der Eriiauuitg von Gntachien viel zweitmäßiger von hinein zentral anigebauien Kanimiiiiisgerichl erfolgen, als wenn jedes ein.«»»« Bez'ikSgericht, von ganz anderen Boraus» feyunge» ausgehend, zu andere» Sblüsie» gelangl, während bei der vereinheirli tning der Austanich der gegen'tiligen Meinungen die Mö zlichkeii einer einheitlichen s> e l l u» g n a h in e viel bcsier gewährleistet, als bei der Zerrissenheit in viele ei»zeliie Gerichie. W'r ersuchen deshalb den Magistca», auch ans Gründen der räuinn ven Erip irniS sich»ür da» z e n rr a l« KauimaiinSgerichi einzuieyen und von der bezirklich.'» Gliederung abzu'ehen. Achtung, Metallarbeiter und Funktionäre! Die Gewcrkicha'lskommiisio» Berlin und Umgegeud bat auf« geiorSeri den Gedenktag de>!»!evol.>t'oii z» Ehren der gefallenen TT» ii ii m n i■�ri--'»utljjrsr«iii«33Mi Opfer durch Arbeitörnh« würdig ,u begeben. Nm eine ein« beitliche Aliion zu ermöglichen, fordern wir uniere Miiglieder aui, der Aufforderung de« Berliner Gewerischa'tSkommission einmütig Folge zu leisten. Deutscher Melallarbeiic, verband. OriSverwaltung Berlin. Der Streik in der Herrenwälchebranche. Sicherheitspolizei als Streikbrecher. In einer außerordentlich stark bei'uchlen Versammlung der Streikenden in den Germaniasälen betonte in dem einleitenden Referat der Brancbenleiter O. Salewsky nach wie vor die Bereit« Willigkeit zum Frieden, der aber stets durch ein Unter-Angcbot und durch das Nichteingehen feiten« der Arbeitgeber aut die Wünsche der Streikenden unterbunden wird. In der Diskussion kam der entschlossene W lle in der Durchführung de« aufgedrungenen Kampfes zum Ausdruck. Allgemein wurde betont, daß als ver« bandlungsbasis nur der Schiedsspruch vorn 15. Oktober in Frage kommt. Tie Streikenden sind gewillt, den Kamps weiterzuführen, bi» es ihnen gelungen ist, ihrer gerechten Forderung zum Siege zu verhelfen. Eine Abstimmung über Annahme des Angebots der Arbeitgeber wurde einstimmig abgelehnt Ebenso wurde der Vcrhanolungskommission einstimmig da? Vertrauen auSge« sprachen. In der TiSkusston wurde auch von den Streitposten erwähnt, daß sie nicht nur am Tage, sondern auch de» Nacht» stehen m ü s s'e n. um da» Hinausschaffen von S're'karbeit zu verhindern. Die? ist der Kolleaenschakt wiederholt geglückt. Mit welchen Mitteln dt« Unternehmer arbeiten und wozu die Sicbei beitSpo'izei gebraucht wird, beweist folgender Vorfall: C? war .den Streikposten eine» Betriebes gelungen, in der Nachtzeit einen Transport von Fertig.FabriKten ,u verhindern Nun erschien am Mittwoch, oen 3. November, um 2Z4 llfir nachmittags, ein A n» o vom städtischen Fuhrami— es war die Nummer l& 2525 — unter B e g l e i t u n g von 3 grünen Sich erbe its, Polizisten vor der Wäickefabrik Gebr. B o r ch a r d t, Pappel- alle? 78/79 und transportierte in großer Menge versandtseetige Postpakete mit Herrenwäsche. Das abstihrende Auw wurde von der empörten Menge mit Hallo beowite'. worauf ein Sicherheitsbeamter seinen Revolver schußfertsg machte. Gehört denn die Einmischung!n wirtschaftliche Kämpfe neuer- ding? auch zu den Aufgaben d-r staatlichen Polizei? Hoffentlich sorgen der Polizeipräsident Richter und der neue Magistrat von Groß-Dcrlin dakür, daß die Beamten, die dem bestreikten Unter- »»fimer solch« Liob'-Sdiensie erweisen, entsprechend belohnt werden. Wenn die stggtkiche grüne Polizei unter Arbeit?mangel leidet. möchten wir ilw enivl-hlen. den kortgeseßten Dwhslählen auf dem Trnppenü bn ngsplgß Döbcrid siehe da? Unglück m der Hcnnia«. dorker Straße— ibr Augenmerk zuznwenden. Die Einmischung in wirtschaftlickie Kämpfe zilgnnsten des Unternehmertums aber möchten wir un» doch sehr verbitten._ 8«m Streit im Textilgrofthandel. veranlaßt durcki gewiss- Vorkommnisse leg« die Zentrakstretk- leittma im Texiilgroßbandel W-rt doran>. von sich an» zu erttzsien, daß sie allen Ausschreitungen oder Znsammenrot- »un gen. die im Zen-rum Berlin» in dielen Tagen vorkommen töiin'en. diirchaii» lern st eh» Die Auaestellton im Texnl« großhandel haben die We-sungen»rbalien, sich von ollem derartigen fernzuhalten und sich von keiner Leite provozieren>n lassen. __ Die Zenirolstreikleitung. Staatliche Bcamke als �wischcnunternehmer. We che un alibaren Z ist'>d« zuezert not bei eiiiz« nen st a a t- lichen Dienststelle» bei richen. dürfte auch die Oeffentlibkellinieieisieren. Die ini Hauplzollom« Süd, dem staailichen Packbos, dem LandeSsi» anzamt. Adilg.-kür Zölle und Ber- brauchiSabgaben. Zollamt Breslau Post. Finanz- am« Sladl und Finanzamt I und II de'chäfllalen Reine- innchesiauen werden, so schreibt mau un« au» Breslau, beul »i'ch mit eiiKiii Stundenlolin von 00 Ps. entlohnt. Die znstäudigel' M liisterien habe» iür die''« Frauen mil dem Verband der Geineinde- lind Slaoisarbeiier e'ne» Hohn larif geschlossen, der ober für die'e Behörden nicht ej;iiiietl. Um stw nntn den Vorwnls de» TarikbrucheS inochen zu niüssen, werden die ReinigungSa beiien dem AmtSaebilfen in Pauswale übertragen und dieser bellt dann als Z w i t>» e n u n» e r n e h ni« r die Relnemachesiouen»in. Prü't die B Hörde nach, ob der Pantchalübernebmer hlcrbei nicht noch einen verdienst bat f Der«stt'Sgchilfe ist doch aui Grnnd de» DemobilmachnngSgeieyeS ve-pflichtei, outer seiner AmiSiällg« keil s-ve U-be nah»« anderer Arbeil abzulehnen, oder will er glauben lassen, daß die Dienststelle weiß, daß die Ardeki nur durch andere Aideiterinnen ersiedigi werden sann? Die Dlkiisistelle Halle dann die Vervfl'chtung, daraus zu achien. daß nur loiif» mäßige Löbne gezabll werde». Wird diese Pflicht veriöumt, dann mackn sse sich de« TariforncheS m i t f ch u t d i g. Nimmt die Dienklstelle aber an, daß der Amtsgebilf» die Reini- oungsarbeiien allein auSsühien kann, dann dürkie eine derartige Mehrzulven'wig von SlaaiSgetdern an eine P rion sich mit de» beuligen WirischasiSlage und der großen "hbeilSwssglel' nicht in Eintlol g bringen lassen. Im Interesse der A beilslo'en nnd>»ach der Rechtslage tann eS nur die eine Löiung g ben: Beschäftigung van Frauen z u m?ar»slohn, ahne Einschaltung von Zwischen» nlernebni ein Wir benieiken noch, daß am 19. August der Verband der Ge- melnde- und SlnaiSai bester da» Finanzministerium eriuchi hat. dies« Angelegenheir zn klären. Aui Anmabnung vom 7. Sep» tember ging dann am 2l. September vom Finanzmintster der Bescheid ein. daß angemahnies Schreiben verlorengegangen sei re'p. dort nicht eingegangen lei. Anl Anmahnuiig vom 9. Ol- looer ging dann am lS. Oliober der Bescheid ein. daß die Er> debungen über diesen P.inti noi> schweben. Am 19. n»d 20 Oktober ist nochmals um Beschleunigung gebeten worden und hoffen wir. daß der An tSschinimel noch ankommt, bevor die jetzt mit 90 Pi. enllöhnien Flaue» verdungen sindl Vielleichl trage» auch diese Zeilen zur schnellen und gerechte« Erledigung bei._ ElrktrizitatSarbeiterstrrik t« Oberschlesle«. Die Arbeiter der obeijchiesii'chen ElelirizitäiSwerle in C h o r zow befinden sich wil Freilag voinriitag im Aussiand. Die Arbeiler deS Elellrizilälswerte« Z a b o r z e sind in einen Sympathiestreik eingetreten. Anlaß de» SireilcS sind Lohllsorderungen. Unternebmerkniffe. Die scharfmacherische Arbeitgebergrupp« de» chemi» scheu Großhandel» mit dem„Demokraten" Tr Engel ab» lretien Sachioaller an der Spiße hat die seit lßt Jahren eingeleiteten Tarifverbandlungen für die kaufmännischen Angestell- ten zu sabotieren gewußt. Durch die unmöglichsten fursstisck?«» Kniffe gtailbt« man den Angestelltenorganisationen da» Recht zur Führung der Verhandlungen streitig machen zu können, und bezcichnenderlveise hat sich in einer Verhandlung vor dem SchlichtungSauSschuß der.unparteiische" Vorsitzende Dr Sa- l o m o n(ein R.'cht?an>valt) von den.rechlichen" Ausführungen de» Herrn. Dr. Engel überzeugen lassen und durch«inen Beschluß. der mit Hilfe d.-r Ärbcitgeberbeisitzer zustande gclommen war. Ken Organisationen aufgegeben, ihre Mandai« nachzuweisen. Dieser Beschluß war mit Rücksicht darauf, daß bereits Verhandlungen der beiden Parteien stattyefunidcn hatten und dadurch auch die Vechandlungsberechtigung anerkannt war, unhaltbar. In e'nem neuen Schlichtungstermin am 29 Oklober unter dem Vorsitz eines vom Demobilmochung-kommissar ernannten Unpartniscl-cn wurde dieser Beschluß auch aufgehoben und in die sachlichen Verhandlungen einge'relen. Dies paßte den Herrschaften aber nicht in den Kram und sie verließen nach einer Erklärung des Vorsitzenden Morgenstern das Perhandlnngilokal. Die Verhandlungen werden in den nächsten Tagen auf Be« schhiß de».SchlichtungSauSsck�isirS auch ohne die Engel, Morgen- stern und Genossen iveitergeführt. ES scheint, daß den Herren nach einer Neuauflage de» im vergangenen Jahr« geführten sechswöchigen Streikes gelüstet: die Angestellten sind, durch die Hungerpeitsche getrieben, bereit, jeden Kampf anfzu- nehmen I_ Für die 9K»»nl«'»er de» Zrntialverbande» der vngeftrlltr» gllt Iür den k>. November der vcjihluß der KewelllchaliSlonimllslon Berlin und llmzeg nd �.. Deutscher DranSportarbetterverband tHandelShiltSarbeller. Ar- belleiliinen nnd Rulle macheihmen«nS ollen Bell iebcn des Z-rtilzroli» Kandels und der Belleidnugsiudutirlc l Am konnlag. den 7. Rorembcr, vo>m>/,tN Nbr. im gionen Saale der UnionSbranerel, Hajenhetde üL/Zl, Branchkiwerlammliing......... BerrtedSrnie der MetaNliidustrle. Heute. Sonnabend, lrüh S Uhr. stndel im l»ewe tlchatlSboilS. Enaelnlcr>5. eine Jitzung der Dblente»nd Bot Hände der B-liiebSräl- der Metallindustrie stall. J.«.: Schultz-Anon. bremi«. Zentralverdan»»er«ngeftellten. Augendgruvpe. Mttalleder- »erlammlimg: 7. November, nachmillagS 5 Uhr, Jugelidjät«, Rojenthal« Straße 83._ ?ugenüveranstaltunyen. vuchkolz. Im Vereint.zimmer von Hennig. P.llewalker Ltr. SS/Z7: Seneralprube zur RevolutlonSseier der S. P D.(« Uhr). Vorträge. Vereine unö Verfammkunaen. IrtedenSbund der Kriegstetlnrdmer. Heute abend s Uhr Kamel adenabend! Bezirk Kroß-rtichieifetde. Sleglt». Dahlem u umt. tm Neslauiani Walhalla, Hindenburgiamm, Ecke Molitestraßc. Bezirk Gr. r» .Ziergarien-Lüd und Schöneberg-Friedenau in der Kondiiorei BieSner, «.'ützowslr. 92. Wahl der. DclLgicrlen zum BuiideZta>; Ericheinen aller Uanieiadcn unbcdln Ie EijordernlS I— Bund deutscher Bodeiirctormcr». OliSgiuppe Itiro»Bc, Im. DoinicrSlag>8 Noaeinder. a>endZ 7'/, Uhr, itaidiv. Hochichnle, Hörmal lv. I-waiideniIr. H2. MitgilcSeelammliinz. Vortrag Dr K.ißncr:.Bllige» Land uns billiges Geld." Gejchä>llicheS. Miiglieder und Gäste wültom»en. Srtefkatten üer NeAaktion. geder fite den Briettaftea beülmmien Äolroae flge man einen Suihlt-b-n an« ein» Nummer bei. BeieUlche Auskunfi wird nichi«eiellt. Eilig» Au- «eaaen traue man in der Iuriliilchen Svrechüund« Lindentir. I. I. pal aar- ierr» lint» vor. Schrisiftüa» und Beriraae ünd miuudrinaea L. ÄS. Ja.— K. V<. 28. Ja. loiern der Lohn»«ßeruande ift, sich sclbii zu unlnballen.— M. H. Grnl» ÄS. 1. Die ÄluScinan.'er« s.tziuig tann tzdeizeit ae!o> de- t wer en. 2. Ihr Erbteil b'lrägi•(„ und da« der Kinder je Zum Nachia>i getören die von Ibrcr sirau emge- biachien wwie die Iür ihren pcijönl che» Gebianch beiiiminie» Sachen zKle der. Schmiriktacheu u. ä.>. DI« Gegenstände, die Sie iü> die wrrlios gewordeiien Slücke anaelchaft: haben gehören ebinjallS zum eingeblachien Gul Ihrer Frau.- S. P. Et». Slein. Gegen eine cio a rrwigie Veran. lngung müssen Tie aber Eiiisvruch einlegen.— G. 70. Slbebcn Sie Klage aui Herausgab«.—«.«. Od». Fragen Sie denn Hrch-cSabwIck. Inn.. Samt Preugen. Berlin, lleipziger Viatz lS. an.— Br, Lichterieide. Nach unierer Anüchi nein.- H. H 2. Ja. die Zablung müssen Sie de» wei en.— und 2. Ja. wenn der Mi lverlrag die» deiiimmt. 8. Da» WobnungSanit Hai mir der Sache nicht« zu tun.— SiavS. Erheben Sie Klage aul gahlui'g de« rückständigen Lohne«. SSetterauSfichlen tllr das in inn»a s von 10 Uhr ab. t27/lk Wx Oftl). fuM J 1 Jan. drei mddi. 3lmmer Gr cad«»--Liideri strafe iKaiNe u icr B eile> vff erd.» i. TIIm. P. 77,7«iidoli Mast,.. UMauimr. 27;> 3i"ti«.'�fei, Altmetall«, lauft au hohen Prei eil Awsla!«»!,». Priniesstunrnstr.>7 iMorlgpIagl e e Dr. mecf. DvIIaender, Sperial.nrl Iür Maul». Frauen» und Bl.sen'elden Behandiung ohne OuecKsilhe- oiine UeruKsiöi unc.| Bluiuniorsuchung. �utki. Broschüre dir. w dis rei verschlossen Mk UO Berlin W 8, Leipziger Stralte 108 II. Täglich(1— I, 5-J. Soiinises II—|. ,87,«»