!tr.550» Z7.?abrgang Ausgabe A Nr. 13$ BezuqSpretS: ««tWläW.30.— aRt.monor! Vsg.>edes wehere Wort 40'i'tfl. Barre über 15 Buchstaben zahlen für iwei Warle. Teuenwaszuschlaa 50«» ifainilien-Anzeigen für Wonnenren steile 2,— JJI, aolirilche und?>- wertichastliche Vereins»An, eigen S,— Mi. die steile ohne Aufschlag. Anzeigen für dir nächste Nummer iniissen bis 5 Ahr nachmitrags II» Hauvlqeschüir. Berlin SB Z. Linden- strahe Z. abgegeben werden. Seonn«! von S Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdcmohratlfchen partci Deutfchlands Neüaktion und Expedition: EW. 6$, Linüenstr. 3. �ernforedier:«mt ivtorrhvlatz. Nr. 15190—15197- Sonntag, den 7. November vonoärts-verlag G.m.d. H.» EM. HS» Linöenstr. 3. Kernimdier: Aml Morilivlav, Nr. 117 55—5 1. Nothilfe gegen Der Streik der ElektrizitätSarbeiter deckt den Widersinn der politischen und wirtscliastlichen Strömungen der Jetzt- zeit in seiner ganzen Kraszheit auf. Nach jahrzehntelanger Organisationsarbeit ist es gelungen, eine sozialistische Re- gierung des Gemeinwesens Grofc-Berlm zu schaffen. Zur Begrüffung werden den neuen Männern, die die Hoffnungen, einen Teil der Proletarischen Forderungen in die Wirklichkeit umzusetzen, erfüllen sollen, von ihren eigenen Klassenqen offen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Die neuen Männer kommen von Anfang an in eine unmögliche Situation, weil sie aus innerstem Pflichtgefühl heraus nur einen Teil der Forde- rungen bewilligen konnten, weil nach ihrer Meinung neben den Lohnforderungen der städtischen Arbeiter auch noch andere ebenso dringende soziale Aufgaben von dem arm gewordenen und mit Schulden überlasteteten Groff-Berlin zu er- füllen sind. Seit Monaten lesen wir in den Prefforganen aller sozia- listischen Parteien, daß die reaktionäre Gefahr immer stärker wird, daß das Proletariat sich bereit halten muh, um den An- stürm und den Anschlägen der Reaktionäre zu begegnen. Man gewinnt aber den Eindruck, daß die Wirkung von Streits dieser Art weniger einer Stärkung der Einheitsfront deS Prole- tariatS als vielmehr ein Abschrecken weiter Volkskreise be- deutet./ Wenn Berlin im Dunkeln liegt und sich alle zweifelhaften Subjekte breitmachen können, wennTausende und aber Taufende von Familienvätern durch den Streik einer Arbeitergruppe gleichfalls zum Feiern gezwungen werden, dann wird mancher von ihnen z. B. in der Technischen Nothilfe nicht mehr den Fremdkörper' im Organisationsleben der Arbeiterschaft er- blicken. Und mancher wird auch der Agitation der reaktiv- nären Kreise, die solche Zustände als einen Ansfluh der sozia- listischen Denkweise hinstellen, geneigter sein Ohr schenken. Wir wollen nicht reckten darüber, ob' die städtischen Arbeiter mit den neu bervilligten Zulagen ihre Lebensbedürfnisse befriedigen können. Dazu ist heute kein Werktätiger in der Lage. Die furchtbare Schwere der Zeitverhältnisse lastet auf uns allen: wir wiffen aber auch, dah die Löhne der städtischen Arbeiter dank der Tätigkeit der sozialistischen Vertreter im Stadtparlament immer noch den Vergleich mit den Lohnsätzen in der Privatindustrie aushalten können. Nach den bisherigen Lohnsätzen hatten die städtischen Arbeiter einen Stundenlohn von 4,09—4,21 M. für un- gelernte Arbeiter. Angelernte Arbeiter erhielten 4.31— 4,40 M., Handwerker 4,57—4,69 M«. Zu diesem Lohn kamen bei Jugendlichen 65 M.. bei Ledigen über 18 Jahre 100 M. und bei Verheirateten 150 M. monatliche Teuerungszulage. Familienväter erhielten auf jedes Kind bis zum 18. Lebens- jahre 50 M. monatlich. Den Elektrizitätsarbeitern, die früher einen besonderen Lohnzuschlag von 8 Proz. hatten, ist im Laufe dieses Jahres durch einmalige Bewilligungen dieser Prozentzuschlag abgegolten worden. Die Forderungen der Arbeiter sind 5.60 M. fiir Ungelernte, 5,70 M. für Aügelernte und 5,80 M. für Handwerker. Weiter wird die Erhöhung der Lohnbeihilfe auf 150 M�auch für Unverheiratete und Erhöhung der Kniderzulage auf 75 M. verlangt. Ter Schiedsspruch sieht für GaL-, ElektrizitätS- und Wafferarbeiter eine Erhöhung des Stundenlohnes um 50 Pfg., für die anderen Arbeiter und die Bureanhilfskräfte um 20 Pf. vor und macht noch Ausnahmen für Jugendliche und Kpsiarbeiter. Weiter erklärte sich der Schiedsspruch für Aufhebung der Schwerarbeiterzulage. Um einen Legriff von den bewilligten Summen zu erhalten, muff man sich vor Augen führen, baff die Zulagen nach dem Spruch den Stadtsäckel mit 90 Millionen Mark belaste» und daff jede weitere 10 Pf. Stundenzulage eine Gesamtsumme von 18 Millionen Mark darstellt. Ihre Folge sind weitere Erhöhung der Tarife für Gas, Straffenbahn usw. Die Elektrizitätsarbeiter— so begründen sie ihr Vor- gehen— sahen in der Beseitigung' der Schwerarbeiter- zulage die Beseitigung einer Sondernergütung. die sie bisher für Sonntags- und Nachtarbeit erhielten, und da- durch nur eine scheinbare Aufbefferung. Das Einigungs- amt hat diese Zweifel beseitigt, indem es in einer Sitzung am Sonnabend den Spruch dahin auslegte, daff die Sonder- Vergütung dieser Arveiteri-.ruppe nicht unter den Begriff der Schwerarbeiterzulage fallen soll. Immer wieder, müssen wir betonen, daff die Arbeiter der lebenswichtigen Beiriebe eine aröffrre Veraniwortung haben, als andere Berufsgruppen. Auch wenn der geiällte Spruch den Wünschen der städtischen Albeiter nicht gerecht wurde, hatten sie die Pflicht, auf dem Wege der Verhandlung eine Verbesserung der Tarifsätze zu erstreben. Das war um so leichter möglich, als der Spruch die Entscheidung über die Annahme bis zum kommenden Freitag hinausschob. ES liegt aber leider sehr stark die Vermutung nahe, daff ein Teil der kommunistisch gerichteten Arbeiter weniger gegen den Spruch protestieren als der heutigen Feier der russischen Revolution eine paffende Umrahmung geben ivollte. »» * Ausdehnung deS Streiks. Di« zwischen den streitenden Elektrizitäis- und Transport- arbeiiern und dem Einigungsamt des Magistrats im Lause des Tages geführten Verhandlungen haben nicht zur Einigung ge- führt. Die Eleltrizitatsarbeiter verwahren sich gegen die Be- hauptung, daff ihr Streik als ein„wilder" anzusehen sei. Sie erklären, daff im Laufe des Freitagnachmittag ordnungsmähige Urabstimmungen in den Betrieben stalt�efundm haben, und sie wollen, nachdem sich SV Proz. der Arbeiter für den Ausstand er- klärten, die Genehmigung zum Streik vom Verband der Heizer und Maschinisten erhalten haben. Im Laufe des TageS sind die Gaswerke in Neukölln, Tharlottenburg und Lichtenberg lahmgelegt worden, da infolge deS ElektrizitätSstrieikS die automatffche Kohlenbefchickung der Retorten nicht mehr zu arbeiten vermochte. Man will vor- läufig versuchen, die Feuer durch Arbeiter notdürftig unterhalten zu lassen, um ein völliges Erkalten ver Retorten zu vermeiden. In diesem Falle würden die Ofenwände r e i ff e n und Neubauten, die drei bis vier Wochen Zeit erfordern, not- wendig machen. Der Verband der Gemeinde- und Staalsarbeiter steht auf dem Standpunkts daff er Notstandsarbeiten durch seine Mitglieder versehen lassen will, wenn di« Technische Nothilfe nicht eingreift. Andernfalls würden sämtliche Arbeiter aus den Be- trieben herausgezogen werden. Die Urabstimmungen, in den ein- zelnen Betrieben haben bereits im Laufe des Vormittags begannen. Da jedoch in Groff-Berlin etwa 705 bis 800 kleinere und gröh-re Be- triebe in Frage kommen, glaubt man das Resultat der Abstim- mungen nicht vor Montag mittag bekanntgeben zu können. In den Lebensmittelbetrieben der Stadt bat der Transport- arbeiterverband borläufig noch Arbeiter zurückgelassen, loelche die notwendigen Jnstandhaltungsarbeiten verrichten. Sollte eine Emi- gung mit der Stadt jedoch beute nicht zustande kommen, so sollen auch die NotstandSarbeiter aus dem Betriebe herausgezogen werden. Die Gewerkschaftskommission hat am Sonnabend nachmittag ver- mittelnd eingegriffen und hat auch Vertreter zu der Sitzung des Einigungsamtes entsandt. Wie uns mitgeteilt wird, haben auch die Straßenbahner mit großer Mehrheit den Streik beschlossen. Tie Technische Nothilfe eingesetzt. WolffS Bureau verbreitet folgende amtliche Meldung: Durch den wilden Streit einiger Gruppen städtischer Arbeiter ist unter anderem die ganze Elektrizitätsveriorgung Groß-BerlinS zum Still- st a n d gekommen. Auch die Notstandsarbeiten und die NotstandSvrrsorgung sind unterblieben. Dadurch sind die Krankenhäuser stromlos. Operationen können nicht ausgeführt werden, zahlreiche Menschen- leben sind in Gefahr. Ferner sind die elektrisch betriebenen Pumpen der R-rd-Südbahn außer Betrieb gesetzt, dadurch ist nach dem Gutachten der maßgebenden Behörde di« Möglichkeit des Einsturzes v» n H ä u s e r n an besonders gefährdeten Stelle« der Friedrichstraße gegeben. Tie Siromznfuhr von G o l p a ist durch Sabotage abgeschnitten. Die preußische Regierung hat deshalb im Einvernehmrn mit den ReichSdehörden dir Technische Nothilfe eingesetzt. Diese hat den Nuitrag, den nötigsten Strom zur Bejeitigung der geschilderten Gefahren herzustclleu. • lieber das Eingreifen der Technischen Nothilfe wird noch g«- meldet: Der Einsatz der Technischen Nothilfe ist zunächst für Elektri- ziiäiswerk Moabit, Elektrizitätswerk Rummelsburg und Elektrizitätswerk Oberspree angeordnet worden. Die Lage hatte ] sich für die Bevölkerung Groff-Berlins mit zunehmender Dunkel- l heit sehr bedenklich gestaltet. Bon allen Seiten waren dringende ! Hilferufe an m Leitung der Technischen'Nothilfe gerichtet worden. ' So hatte ein großes Berliner Krankenhaus folgendes dringendes I Telegramm gesandt: Durch das Versagen der Elektrizitätsversorgung ! außerstand gesetzt, unsere Heizanlage in Gang zu bringen, müssen wir eventuell die Kranken in ihre Wohnungen ent- lassen und lehnen jede B e i:a n t w o r t u n g für Schädi- ipiuligen der Insassen unseres Hauses alt- Eine weitere große Gefahr bedroht die in der nördlichen Friedrichstraffi: in der ' Nähe der Baugrube der Nord-Südbahn gelegenen Wohnhäuser. Durch Ausschaltung der Stromversorgung wurden die Pumpwerke dieser Grube stillgelegt, tvodurch die Grube sich mit Wasser füllte und eine große Gefahr mr die umliegenden Häuser be- deutet. Da die Technische Nobbüse ohne Anordnung� der maß- gebenden Reichs, und Staatsbehörden nicht berechtigt ist, einzu- 1 greifen, war sie nicht in der Lage, den vielfach Engenden Hilfe» rufen früher zu entsprechen. Die Verlegung des Einsatzes der Tech- niichen Nothilfe in die Abendstunden infolge Hinauszögerung durch die Verhandlungen hat für die technische Ausführung der Jnbetrieb- nähme der Werke außerordentliche Schtvierigkeiten mit sich gebracht, die Kessel sind zum� Teil ckerei iL erkaltet. Die Werke liegen ganz im Dunkeln und ssnd nur schwer wieder in Gang zu bringen. * lim 11 Uhr abends meldet Wolffs Bureau: Die Technische Nothikfe hat in den späten Abeudstunden die beiden Elektrizitätswerke R u m m e l s b u r g und Moabit über- nommen. Mit der Arbeit konnte ohne irgendwelche äußere Störung. wenn auch unter überaus erschwerten Umständen begonnen wenden. Die Nöthilfe hatte eigenes Brennmaterial mitbringen müssen. Wenn sich keine unvorhergesehenen Schwierigkeiten ergeben, hofft die Nothilfe, in den Morgenstunden mit der Strom- lieferung für die lebenswichtigen Betriebe beginnen zu können. Streikwirkungen. Infolge dps Streiks der Berliner ElektrizitätSarbeiter tann eine Reihe Berliner Zeitungen bis auf werteres nickt erscheinen. Hierzu gehören der.Berliner Börsen-Courier", die„Berliner Börsen-Zeitung". die„Tägliche Rundschau", die„Deuts, he Zeitung", die„Deutsche Tageszeitung" und die„Freiheit". Gegen die Putschisten. Der Vorstand de? Deutschen Eise�nbahnerverban- deS, unterzeichnet Franz Scheffel. Vorsitzender, erläßt folgenden Aufruf: i Wie uns aus Kollegenkreisen mitgeteilt wird, versucht man von unverantwortlicher Seite aus, die Eiseirbahner und ztoar in erster Linie das Fahrpersonal und die Beamten in einen General- streik zu treiben. Der Deiitsche Eisenhahnerverlxtnd als die größte Eiscnbah.ierorgantsation lehnt jede Mitwirkung und Beteiligung an solchen unsinnigen wilden Bewegungen mit aller Entschiedenheit ab, und wir warnen unsere Verbandskollcgcn eindringlich, sich in irgendeiner Weise daran zu beteiligen. Es ist unerläßliche Pflicht eines jeden Mitgliedes, jeder . unbefugten Einwirkung entgegenzutreten und nur der Parole der Verbandsleitung zu folgen. Zur Abstimmung über den Schiedsspruch. Vom Zentralverband der Aiigestellien wird uns geschrieben: Gegenüber den unklaren Berichten über die Versammlung?- beichlüsi« der HilMläfle des Magistrats ist cö notwendig sestzu- stellen, daß die Abstimmungen über Annahme oder Ablehnung de» SckicdSivrnäieS des EinigungsamteS der Slädkverardnetenvcriamm« lung am Montag, den 8. N o v e m b e r. in den Beirieben statifiliden sollen. Nack Feststellung des Ergebnisses wird von der Organiiat'vn Anweisung für das weitere Verhalten der Kollegen- schaft ergehen. Wir ersucken alle MagistratShilfSkräfte Groß-BerlinS, keiner anderen Parole zu folgen. « Alle Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre der städtischen Be- triebe, die Mitglieder der S. P. D. sind, ferner alle Partei- funktionörr. dir in städtische» Betrieben arbeiten, und der erweiterte Bezirksvorstand werden zu einer wichtigen Sitzung zu heute, Sonntag, nachmittags 2 Uhr, nach dem Jugendheim, Lindenstr. li, eingeladen. Mitgliedsbuch und Funktivnärkarte legitimiert. Bezirksvorstand Berlin S. P. D. Die l)ohenzoÜe?n-MiMaröe! Die gestrige Sitzung deS RechtSausschusseS bat endlich v»llt Klarheit gebracht: der dem Landtage vorgelegte Vergleich zwischen Krone und Staat ist als eine Ungeheuerlichkeit erwiesen worden, die unter keine« Um st änden Annahme finden darf. Er beläßt den Hohrnzollern ein durchweg zinstragendes Brr mögen, dessen Höhe man nicht genau kennt, das aber sicher t a u> send Millionen weit übersteigt, während er den Stasi mit einer jährlichen Mehrausgabe von S0 Millio n e» Mark belastet. Dem unermüdlichen Drangen unserer Ge Nossen ist es gelungen, herbeizuführen, daß von diesem lange genuz verdeckten Bild endlich der Schleier weggezogen wurde. Dieser eine Skandal vermehrt sich noch um einen zweite« Man hat dem Nechtsausschuß das für die Hohenzoller« sehr ungünstige Gutachten des Professors Schücking einfach unterschlagen. Trotz alledem versuchte, g die bürgerlichen Parteien noch iinmei den Vergleich durchzupeitschen. Ihre Taktik scheiterte aber jtn de« Widerstand unserer Genossen. Die Sitzung wurde auf den 16. Nm vtmb-r vertagt, ohne daß ein Beschluß gefaßt worden wäre. Wahri scheinlich aber wird das preußische Boll im kommende« Wahlkampf selber darüber zu entscheiden haben ob wirklich die Hohenzollern eine Milliarde oder nock mehr, der Staat jedes Jahr 50 Millionen Mark neu« Schulden bekomme« soll, damit Wilhelm, der Deserteur, i« Holland schlemme, während da» Boll hungert. demotraten und Kommunisten. Aus Thüringen wird uns geschrieben: Wie der�„Vorwärts" schon früher mitteilte, ist in Groß-Thürmgen die Regierungsbildung bisher infolge der unsicheren Mchrheits- Verhältnisse gescheitert. Nun tagt seil dem 3. er. der Thürin- gische Landtag, um am 10. definitiv dieRegierung zu wählen. In diesem Landtag verfügt bei insgesamt 53 Sitzen die Rechte über 23 Mandate(4 Deutschnationale, 8 Deutsche Nolkspartei, 1! Landbund), die sozialistische Linke über 26 Mandate(11 Sozialdemokraten, 11 Unabhängige, 4 Neukommunisten). Dazwischen stehen 4 Demokraten, die das Zünglein an derWage bilden. Nun haben sich die Unabhängigen— zum ersten Male in Deutschland— bereit erklärt, um eine Rechtsregie- rung zu vermeiden, an einer Linksregierung teilzunehmen, welche die Demokraten mit u m s ch l i e si t. Freilich würde eine solche Regierung zunächst nur 26 Abgeordnete hinter sich haben(4 Demokraten, 11 S.P.T., 11 U.S.P.), bei insgesamt 53, also nur eine Minder- heit. Nun aber haben auch die 4 Neukommunisten mitgeteilt, daß sie sich zu einer solchen Regierung wohlwollend neutral Verhalten, sie also nicht stürzen würden. Damit wäre die Linksregierung gesichert— wenn nun nicht plötzlich die Demokraten abgeschwenkt wären und erklärt hätten, es sei für sie u n m ö g l i ch, in einer Regierung zu sein, die die wohlwollende Neutralität der Neukommunisten genösse� Tatsächlich schweben jetzt Verhandlungen zwischen den Demokraten und den Rechts- Parteien zwecks Bildung einer Rechtsregierung. Eine solche würde Thüringen zu einer Verlange- rung Orgesch-Baverns machen. Alle Errungen- schatten wären gefährdet, namentlich auch die der- sassunfjstreue Sicherleitspolizei, die soeben unter Mawr Müller-Brandendburg eingerichtet wird. Gegen diesen hetzt schon die gesamte Rechtspresse, weil er in den Kapp-Tagen als Ehef der Sicherheitspolizei von Meckleburg- Strelitz die Lettow-Vorbeck-Meuterer mit der Waste in der Hand bekämpft hat. Ein weiteres Opfer würde der Minister Freiherr v. B r a n d e n st e i n werden(nicht zu verwechseln mit seinem reaktionären Namensvetter), einer der Haupt- mitschöpfer, Groß-Thüringens, der gleichfalls die Wut der Nöllktionäre gereizt hat, weil er in den Kapp-Tagen entschieden gegen die Rebellen aufgetreten ist. Auf den bürgerlichen Demokraten lastet eine ungeheure Verantwortung. Ihre Rolle als Partei der Linken würde jedenfalls vollkommen ausgespielt sein, wenn sie jetzt ohne Not der Reaktion in den Sattel hilft, obwohl die Möglichkeit einer Linksregierung besteht. Ganz abgesehen von der politischen Torheit, die in der Zurückstoßung der Unab- h ä n g i g e n liegt, gerade wo diese sich zur Mitarbett bereit erklären, würden auch die Folgen einer solchen Handlungs- weise so ungeheure sein, daß sie die Demokraten mit der schwersten Schuld und Verantwortung be- «asteten. Das vahre Gesicht. Dsr Vertreter der bankerotten KrrsgSpolittzt, Herr Helff«. rtch, der neuerdings den Mund wieder wesentlich voller nimmt, SÄ sich mit seinem Politischen Schuldkonto verträgt, hat es mit Z�schenspiolerkimst meisterlich verstanden, im Fall August in rechter Hand linker Sand alles zu vertauschen. Und die gesamte rechtsstehende Presse folgt natürlich prompt nach. Von der Bestech. lichkeit eines so hohen Beamten wie Augustin schweigen alle Flöten. Statt dessen fällt die ganze Meute über d i- Männer her, die d e n Skandal aufgedeckt haben. Jedes noch so verwerfliche Mittel ist recht, um einen„Fall Ramm" oder gar einen„Fall Braun" an Stelle des Falles Augustin zu unterschieben. Im HauptauIschuß des Reichstages hat unter dem Schutze der Paria- mentarischen Immunität Helfscrich die lügnerische Behauptung auf- stellen dürfen, Staatssekretär Ramm habe die Versuchung des keiligen Augustin a n g e st i f t e t, um diesen armen Mann zu Fall zu bringen. Gegenüber diesen Verfälschungen des tatsächlichen Sachoerhalls ist es notwendig, die wahren Triebfedern der wüsten Hetze auf- zudecken. Man darf es ruhig aussprechen: mit dieser Hetze wird nichts anderes erstrebt, als die immer näher rückende S o z i a l i- sierung der Düngemittelindustrie zu verhin- d e r n. Die Herrschaften wissen zu genau, daß vom preußischen Landwirtschaftsministerium aus die Hebel angesetzt werden, um diese lebenswichtigste Industrie aus den Griffen der profithungrigen Syndikate zu befreien und in den Gemeinbesitz zu überführen. Daß damit der deutschen Landwirtschaft der größte Dienst geloistet, die Ernährung des gesamten Volkes «ms der eigenen landwirtschaftlichen Produktion sichergestellt werden kann, läßt diese Nutznießer hoher Dividenden kalt. Indem man gegen die führenden Männer im preußischen Sandwirtschafts. Ministerium mit unsauberen Waffen kämpft, hofft man die d r o- hende Soziali sierungSaktion zu hintertreiben. Gleichzeitig sollte aber auch von der Bekämpfung der verfehlten Wirtschaftspolitik des Herrn Hermes abgelenkt werden. In zwei Sitzungen, von denen die eine unter dem Präsidium des Vorsitzenden dcS Stick st off sYnhikateS, Caro, die andere unter dem Vorsitz eines GeheimratZ aus dem Reichsernäh- rungLministerium in den Räumen des letzteren stattfand, wurde ausdrücklich beschlossen, den sachlichen Kampf gegen HermeS durch persönliche Angriffe auf„andere hohe Beamte" zu beantworten. Zweck der Hebung: den derzeitigen Leiter d«S ReichSernährungSmintstermms als den zuverlässigsten Schutzpatron des freien Handels auf seinem Minister, sessel zu erhalten. ES ist im höchsten Grad« beschämend, wenn man sieht, wie der.Kapitalismus glaubt, mit seinem G e l d e könne er die öffentliche Meinung dauernd irreführen und die Wahrheit ver'.älschen. Freilich, die Not und das Elend, hie durch die HermeSsche Wirtschaftspolitik über breite Volksschichten heraufbeschworen wurden, wird man duvch solche Mittelchen niemals verstummen machen! Jsi öas möglich! Unser Flensburger Parteiblott meldet: Die Gutsverwaltung Büge Ist uns be( Medelby hal int AuSsub- erlaubnis für Milch nach Dänemark erhalten und sendet regelmäßig auch Milch über die Grenze. Di« Erlaubnis ist erteilt von Gruppe 4 der Ausfuhrhandelsstelle. Berlin 35, Lützowstr. IL. Wenn Deutschland, wo noch immer Tam'ende von Säug- lingen und Kranken infolge Milchmangels sterben. Milch nach Dänemark exportiert, einem der milchrerchiten Länder Euro- pas. so wäre das allerdings ein kaum zu überbietender Höhe- Punkt in der Planlosigkeit unserer jetzigen Ernährnngswirt- schaft. Hier ist sofortige Aufklärung notwendig. die Regelung öer Arbeitszeit. Ein neuer Gesetzentwurf. Wie die„Dena" erfährt, befindet sich in den zuständigen Ministerien der Entwurf eines Gesetzes über die Rege- lung der ArbeitZzett der gewerblichen Arbeiter in Beratung..Der Referentenentwurf ist nunmehr fertiggestellt und vor einigen Tagen hat bereits eine Besprechung zwischen den Vertretern der Minffterien und den Arbeitgeber- ujid Arbeitnehmervertretern stattgefunden. Als gewerbliche Arbetter gelten im Sinne dieses Gesetzes alle diejenigen, die in einem gewerblichen Betriebe einschließlich der de? Handelsgewerbes und des Bergbaus und den Betrieben des Reiches, der Lander und der Kommunen auf Grund eines Vertragsverhältnisses als Gesellen, Ge» Hilfen, Lehrlinge. Werkmei st er, Techniker oder Fabrikarbeiter beschäftigt sind. Ausgenommen von dem Gesetz sind ausdrücklich Personen, die Vorgefetzte von mindestens 50 Arbeitnehmern stnu. DaS Gesetz findet weiter keine Anwendung aus Betriebe, in denen lediglich Fa- mi/ienangehörige besck»äftigt werden, aus die rn der Heimarbeit besck'ästigten Personen werden we Bestimmungen deS Gesetzes ebenfalls nicht angewendet. Auch diejenigen, die von der Verwaltung der Eisenbahn, der Straßenbahn sowie von der Telegraphen- und P� stverwaltu ng im eigent- „vorwärts" und Elektrizitätsstreik Das Erscheine« des„Vorwärts" ist durch den wilden Streik in den städtischen Elcltrizitötswerken in Frage gestellt. Die vorliegende Nummer lann nur unter außerordentlichen Schwierigkeiten und bei größter Einschränkung im Umfang herausgebracht werden» da samt- liche Maschinen elektrischen Antrieb haben und durch das Versagen des StraweS jeden Augenblick zu« Stillstaad tomwen können. Wir habrn deshalb manche wichtige Notiz nicht bringe» können, wie wir auch ein« ganze Reihe von Jnseratensciteu fortfallen lassen«nßte». Ob der„Vorwärts" in de« nächsten Tagen erscheinen kann, ist nn- bestimmt. Wir hoffe» zwar» daß es den Bemühungen der GrschästS- leitovg gelinge« wird, das Erscheine» ficherznstellen» bitten aber unsere Leser um Nochsicht, falls der„Vorwärts" in den nächste» Tage» ausbleiben sollte. lichen Verkehrsbetriebe beschäftigt loerdcn, fallen nicht unter die Gesetzesbestimmungen. Der 8 3 des Gesetzes bestimmt, daß im allgemeinen did Arbeitszeit die Dauer von acht Stunden ausschließlich der Pausen nicht überschreiten darf. Es heißt aber dann im Gesetz: „Wenn an einzelnen Werktagen, insbesondere an den Tagen vor Sonn- und Festtagen, im Betriebe weniger als acht Stunden oder iikberhjiupt nicht gearbeitet wtrd, kann das Fehlen an Arbeitsstunden dadurch ausgeglichen werden, daß die Arbeitszeit an den ü b r i g e n Werktagen der gleickM, Wochen verlängert wird, jedock» darf die Gesamtzahl der Arbeits- stunden an den sechs Werktagen einer Woche nicht mehr alz 48 Stunde» nnd an den einzelnen. Werktagen nicht mehr als nenn Stunden betragen. Eine längere Arbeitszeit, jedoch nicht über «lf Stunden täglich, ist ip solchen Fällen nur dann zulässig, wenn sie infolgs außergewöhnlicher BetriebSver. hältniss« unvermeidbar ist und ihre Einführung innerhalb drei Tagen dem zuständigen Gewerbeaufsichtsb«amten oder Berg. aufsichtSbsamten zur Kenntnis gebracht wird." K 6 untersagt den Arbeitnehinern, die in einem Betriebe voll beschäftigt sind, in ihrem oder einem anderen Berufe in ein dauerndes Arbeitsverhältnis mi: einem zwei t« n Arbeitgeber einzugehen. Die Arbeitgeber dürfen nicht gestatten, daß ihre Ar- beiter nach Ablauf der gesetzlichen Arbeitszeit auf eigene Rech- nung im Betriebe weiter arbeiten. Kinder unter 14 Jahren dürfen in den durch daS Gesetz bezeichneten Be- trieben nicht beschäftigt werden. Di« Arbeitsstunden der j u a e n d- lieben Arbeiter unter 18 Jahren und der Arbeiterinnen dürfen nicht vor fünf Uhr morgens beginnen und nicht über 13 Uhr abends hinaus dauern. Nach Beendigung ver tägl chen Arbeitszeit ist eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 12 Stunde» zu aewähren. Arbeiterinnen dürfen nach ihrer Niederkunft sechs Wochen nicht beschäftigt werden. Sie können auf Grund ärztlichen Zeugnisses sechs Wochen vor ihrer Nieder- k u n f t die Arbeit niederlegen. Während ihrer Abwesenbeit darf ihnen nicht gekündigt werden. Eine Untertagebeschäftigung von Arbeiterinnen ist durch daS Gefetz verboten. Besondere Maßnahmen sieht das Gesetz in N o t f a l l e n zur Verhütung erhebl'cher Störungen des Betriebes durch Naturereignisse oder Un- g l ü ck s f ä l l e, aber auch zur Verhütung vor Verderbung des Materials und der Waren oder deS MihlingenS von Ar- beitkerzeuynissen vor. Verstöße gegen die einzelnen Vorschriften werden mit Geldstrafen von 153 bis 3333 M. geahndet. �Technische Nochilfe" unü putkbo eruchte. Unter der Uebepschrift.Putschgerüchte in Magdeburg" brachten wir kürzlich einig« der„Magdeburger Bollsstimme" entnommene Aeußerungen über ein Schreiben der Technischen Nothilfe in Mag- deburg. Dazu erhalten wir von der„Technischen Nothilf« beim ReichSministcrium des Innern" folgende Richligjtillung: „Das betreffende Rundschreiben an die Effcnbahnpensionäre steht in keinerlei Zusammenhang mit den erwähnten Putschabstchten in Magdeburg, wie es von der„Magdeburger VolkSstimme" hinge- stellt wird Das geht schon daraus hervor, daß dieses Schreiben als Werbesch-eiben, wie es m ähnlicher Weise auch an andere Berufskreise zwecks Aufforderung zur Mithilfe bei den Notstands- arbeiten der Technischen Nothilfe versendet zu werden pflegt, be- reit? Anfang September angefertigt worden ist. Von den angefertigten Exemplaren wurden aber durch Verzögerung die letz. ten Exemplare e'.st Ende Oktober zur Versendung gebracht, Hierbei ist von der örtlichen Dienststelle versehentlich unterlassen worden, oen Schlußsatz hitisichü ch des WafsentragenZ entsvrechend den für die Technische Rothiif« im Verlaufe der Ent- wassnung rerändcrten Lesniu nungen zu streichen bzw. dahin um- zuändern, daß die Waffenfrage Privatsache des einzelnen NothelferS ist und sich die Dienststellen der Technischen Nochilse mit dieser Frage überhaupt nicht mehr zu befassen haben." der Kampf gegen Grgesch. Dep Oberpräsident von Hessen- Nassau hat einen Erlaß herausgegeben, m dem er den Regierungspräsidenten von Kasse! und die Polizeibehörden anweist, mit allen ihnen zu Gebote stehen. den Mittel» gegen de»„Jungdeutfchea Orden" und sonstige Orga- nisatiqnen EschenchS im Bereiche der Provinz vorzugehen und dere« zwangsweises Auflösung durchzuführen. Die Deutsche BolkSpartei beschwert sich in einer An» frag« in der Preußisch, n Lairdesversammlung über daS Verbot der Orgesch in Preußen. Sie will den Minister des Innern„zur Befolgung der Gesetze" veranlassen. Frechheit ist eben auch eine poUtffche Macht!., Dr. Herrn hat seine daher scheu Bauern zu sin're Kundgebung für die Orgesch veranlaßt. Natürlich will die Orgesch in Bayern nur Brandsliftul�, Raub und Mond auf dem platten Lande ver- hindern. In WirkKchkeil besteht eine ihrer Hauptaufgaben darm. die Lebensmittelkontrolleure mit bewaffneter Hand zu verjagen und die Schieber und Wucherer zu schützen. In Hamburg bietet sich die Provinzialleitung der Orgesch dar Polizeibehörde gegen Putschlbestrebungen an und erLart, daß sie sich zogen derartige Unternehmungen zur Wehr setzen würde. Wer zweifelt nun noch, daß sich die Orgosch keinerter polizeiliche Befugnisse anmaßt?_ Die Internationale. L« n d-»» e. November. sRcuter.) Aus der Sitzung de« Soll- zugsausschusscs der Zweiten Iuternatlvnale versprachen d»e britischen Delegierten, sofortige Schritte zur WtcdcrherstcUung Ver inttt- nationalen Einigkeit aus s o z i a l d e m o t r a t i s ch e r Grund- läge zu tun. Zu diesem Zwecke veranstaltet Hendersou, tu h ö m a n K und R a m s a y Maedoualb vorbereitende nternehmungeu in Deutschland, Oesterreich und htx Tschechoslowakei. Der Ausschuß belaßte sich mit der s ch l e s r s Ä e« Frage und beschloß, Huybmans nach Berlin zu seudnu Englisth-französische Einigung. Gens und eine.weitere Konferenz finden statt. Paris, 3. November.(W.T.B.) Eine Note Lord Derby» über die deutschen Äsiedergurmachungon, die gestern abend dem Ministerium des Aeußeren zugestellt wurde, hat zum grundsätzlichen Abschluß einer Ueberetnstimmnng geführt. Frage wird in folgenden vier Abschnitten verhandelt werden: 1. Zusammen- krnrft der Sachverständigen in Brüssel;»..Zusammen. kunft der F: na n zm in i st e r i n Genf; 8. Zupammeeckunft des Wiedergutwachungsausschusses und 4. Zusammen- kunft der Ministerpräsident«» für die endgültige Aktion. Der deutsche F.nanzministcr wird wahrscheinlich in Genf zu- gegen sein._ ftuslanüsrunöschau. Laut„Echo de Poris" erklärt das Ministetium der befreiten Gebiete, sobald Deuts-dlond S2000 Stück Bich an Frankretch ab- geliefert habe, verlange eS nur noch 613 333; die lönn« Deurtch- land gut leisten. Dl« Beiatzung habe Frankrerck, um 8llS333«-tuck gebracht. Dabei hatte das ganze besetzt« Bebtet nur KSS 1l3I Nach den Besprel&ungen, die Lord Derby in P a r i S hatte, wird verbreitet, daß in der WiedergutmachungSfrage England und Frankreich fast vollkommen einig seien.... Harding hät bisher 434 Wahlmänner, C 0 J 13?. � Hardir.gs Mehrheit wird auf 5 Millionen geschätzt. Die Sozialisten sollen nur 114 Millionen Stimmen erbalten haben; ob sie ihr nnzigeS Kongreßmandat(Victor Berger) behalten, ist nnucher. Hardt ng sprach in einer Rede vom to.en Völkerbund; ihn muffe eui»euer ersetzen, der Amerika volle Freiheit lasse. Ministerpräsident Delacroix dementiert die Nachricht, daß Belgien die Beschlagnahme deutscher Güter aufheben wolte, Laut„Morningpost" hat die b r i t i s ch e Regierung den an sie herangetretenen Helgoländern mitgeteilt, daß sie da nicht eingreifen könne. W ran gel soll die Hälft« seiner Artillerie verloren haben und Frankreich um die hunderte Millionen bangen, die Wrangel«S bisher gekostet hat. Er verspricht der Nichtsowjet-Mrain« die Unabhängigkeit, wenn sie die Rot« Armee angreift. Eine Kommission des B ot s ch a ft er ra teS soll die Ver» kehrSschikanen im polnischen Korridor beseitigen. Zeligowski hat in Litauen Parlamentswahles auf de» g. Januar ausgeschrieben. Der deutsche Arbeiterjugendverband in der T sche tbo f I o w q Je i ist trotz eindringlicher Warnung deS Par» teivor stände S mit 82 gegen 22 Delegicrtenstimmen der Kommunistischen Internationale beigetreten. Parteispaltung kann die Folge sein. Der Sozialdemokratische Parteitag in Wien hat das Ausscheiden der Partei aus der illegierung einstimmig ge- billigt. Die Entschließung führt anS, Laß bei den jetzigen Kräfte- Verhältnissen in Mittel- und Westeuropa die jungen Republiken wiener zu bürgerlichen geworden seien, denen gegenüber die Sozialoemokratie die Aufgabe habe, die Erkämpfung der_ sozialistischen Republik vorzubereiten. Ms Ziel der auswärtigen Polittk wird der Anschluß an Deutschland erklärt; bis vechin müsse alles unterbleiben, was ihn erschweren könnt«, wie etwa eine staatsrechtliche Verbindung mit Ungarn oder anderen Nachfolgestaaten. Gegen eine Wiedereinsetzung der Habsburger m Ungarn müßten die anderen Nachfolgrftaa.en auftreten. Normale Beziehungen mit Sowjetrußland und volles Ashlrecht wird verlangt. Generalstreik in Bologna; Wasfeiilagw nabe der Arbeitekainmer beicdlagnabmt. Aibeitskammer geschlossen. 36 Bei» Haftungen, darunter Abg. Buco sSoz.). Tie Folge» deS L'chtstreiks in Oberschlcsie«. Drei Be- wasfiieie».luvten un Pv>lainl Morgeilioih IvoUXI Gelv- uns Ein'chre»bebrtefe. Die Einziekinng des ReichSnotvpser». Wie verlautet, sieht die Vorlage über die Einführung des ReichSnotopferS die Erhebung eine» Drittels der Steuerschuld m zwei Raten vor. Die zu entrichtende Steuersumme soll jedoch mindestens 13 Proz. des steuerbaren Vermögens betragen. Alz erster ZahltunzStermin ist der 1. Februar 1321 in Aussicht genommen. Die vorläufige b«, schleunigte Veranlagung, die der Feststellung de» ersten Steuer« drrttels dienen soll, soll später aus Grund der allgemeinen Ver- anlagungsvorschriften Hgänzt werden. Ramm und die Ackcrbangesellschaft. Die„Deutsche TageS- zeirung" in ibrer Morgenausgabe vom 4. November stellt in einem Artikel„Ramm gegen Ramm" die Frage: Sind an der Ackerbaugesellschaft di« leitenden Herren mit Kapital beteiligt? Wie die P. P. N hören, ist nach den getroffenen Feststellungen der Staarssekrelär Ramm» der damit narürlich gemeint sein soll, mit keinem Groschen cm der Ackerbaugeiellschaft beteiligt.» Broh- Tflarz- Eichhorn. Gegen Justizrat B r o h(K.A P.D„ früher U.S.P.) klagte gestern vor dem Schöffengericht Ber'in-Mitte Heinrich Sklarz(ll.S.P.). Broh hatte in einer Broschüre und späteren mündlichen Verhandlungen im Reichstagsfraklions- zimmer der U.S.P. behauptet, daß Eichhorn als Polizei» Präsident un'autere Verbindungen mit Skiorz gehabt und von ihm eine Million Mark emp fangen hätte. In der Verhandlung sagte Eichhorn untrer Eid aus. daß Heinrich SUarz bei seiner Tätigkeit im Polizeipräsidium nicht«inen Pfennig verdienen konnte und auch ihm selbst nich: eilten Pfennig übergeben habe. Tie Behauptung von der Million sei reine E r»i n d u n g. Trotz. dem kam der Gerichtshof zur Freisprechung deS Angeklagten auf Grund deS§ 133(Wahrnehmung berechtigter Interessen), weil Broh damals als Mitglied der ll S.P. letdigltch im Interesse seiner Partei gehandelt Hab«, um das gegen Eichhorn vor- liegende Material prüfen zu lassen. Die Hamburger„Trikstne", das neue Organ der RcchtSunab- hängigen,»st nach kurzem B-stanb bereits wieder eingegangen. Ordnungsstaat Bayern. Eine Abordnung der sozialistischen Parteien und der Gewerkschaften Bayerns wund« vergeblich beim Mi w che-- Polizeipräsidenten vorstellig, um die'»rück- nähme des Verbotes eine? Ssfentlichrn Auszuges zu der Revolu- tionseriimerung-feier am Tonntag zu erhalten. Da dieS nicht ge- lang, erklärte schließlich die Abordnung, nun keilte Veranttoottung wehr übernehmen zu können. Nr. 550 ♦ 37. Jahrgang Heilage öes vorwärts Sonntag, 7. November 1020 Mrbeitsruhe am 9. November. Achtung, Holzarbeiter! Die OrtSverwallung Hai in ibr« Sitzunfl vom Freitag be- schlössen, den MUgliedern die Veacbtung des Aufrufs deS AuS» schnsfes der Gewerkiebaitskommiision nu empseblen, nacti welchem out Tage des 9. November ArbeiiSrube einireien soll. Ten Mugliedern wird dringend empfohlen, sich an den Veranstallungen der Parteien ,u beieiligen. Das Bureau ist am DienSiag, den 9. November geschlossen. Fällige Unlerstützungen können schon am Montag abgehoben werden. Deutscher Hotgorbeiterverband, Zahlstelle Berlin. Achtung, Bauarbeiter! Die Mitglieder des Deutschen BauarbeiterverbandeS und die des Zimmererverbandes. Zahlstelle Berlin— so« weit sie an und für-sich nicht durch die Frostperiode in Mitleidenschaft gezogen find— werden hiermit aufgeiordert. den 9. November, den Gedenktag der Revolution, zu Ehren der gefallenen Opfer durch ArbeitSrube würdig zu begeben. Die Berbandsbnreaus genannter Organisationen bleiben an diesem Tage geschlossen. Deutscher Bauorbeiterverband, Bezirksverein Berlin. Verband der Zimmerer. Zahlstelle Berlin. Achtung, Buchbinder! Für die Mitglieder des Verbandes der Buchbinder gilt kür den 9. November der Beichlust der Geweikschaliskommission Berlins und Umgegend und der BetriebSrätezentrale Grost-Berlin. Am 9. November, nachmittags 4'/� Uhr. kombinierte Vertrauensleute« und Betriebsräteversammlung sämtlicher Branchen bei Graumann, Naunynstr. 27._ Deutscher Transportarbeiter-Verband. Die Kollegen machen wir daraus oufmerlsam, dost am Diens- tag, den 9. November, die Bureau» der Bezirksverwoltung Grog- Berlin gemäy dem Beichlutz der Partei- und GeweikjchaftS- kommijfion geschlossen bleiben. Revolutionsfeiern. Lcffevtliche Versammlungen am S. Nov., vorm. tOllhr« Pallelchrs Dar: Fidicinltr. 2/3; Engeluler 15.— Friedrtchsdain* Landsberger twee 10/11.— Prenzlauer Dar: Tchönhauler Allee 10/tl' — BSedding: Cbausseesw. 61; Badsliatze.— Tiergarten: Turm«, Ecke Gtromftratze: Bülowsw. 37. »k unstabende abends K Uhr: PallescheS Tor: Fidicinltr. 2/3; Engetuser 15,— FrledrlchSbain; AndieaSktr. 21; LandSbticcr Allee 10/11.— Prenzlauer Tor: EchSn> bauler Allee 10/11.— Wrddtng: Voigt'» Theatet, Badftrahe.— Tier- garte«: Turm-, Ecke Stromstrage. Vororte: Edarlottrnbnrg. Nofinenstrahe 3. 10 Uhr.— StüpeniS. Stadt« tLealer, 10 Uhr.— Lichtenberg. Franlsurter Allee 99, 10 Uhr.— Rieber. fchSneweide. Beilincr Ztrahe 101, 10 llhr.— Rrnkölln. KItem« Feft« sät«, Halenbeide. 10 Udr.— Reinickendorf< West. Echarnweber- stratz« 101/101, 10 Uhr. tAn dieser VeianilaUuna beieiligen sich Tegel, HmnSdors, WeidmannSlust, Rosciilhat, Reinickendorf-!) st)�— Steglitz. Schultbcs, Südende, Lichterlelder Strotzet?. 10 Ubr.— Spandau. Neues Stlldllbcater, Potsdamer Stratze 6, 10 Ubr.— Schöneberg. Neue Rai- bausiäle, Marlin-Liitbcr-Slratze 69. 11 Ubr.— Wilmersdorf bei Robr, Kailer-Allee, 10 Ubr.— Tempelhos-Marirndork. Tivoli-Lichtsvielc, Tempcihos, Friedrich-Karl-Stratze. 10 Uhr.— Wildau. Kasino, 10 Uhr.— Nachmittags. Birtenwerder.<«esefllcM»sdniis. 7 Mr.— Blankenburg bei Klug. Dorlauc. 6 Ubr.— ftbarloteenbura. Raünenstratze 3. 5 Ubr— Falkrn- berg. Neswnrcmt Meier, 6 Ubr.— Karow. Pankgrajenüratze.?'/„ Nbr— 0?nb>sdorf. Reltonront Anders. Aabnbolllratze. 7'/, Uhr.— Nieder- ichenbansen. Sonioulsi». Kai'kr-Wildelm-Stratze. 6 Nkr.— Oberschöne- weide. jdumboldt-Realobmnasiilm, gevvel'nitratze. 7>/, Mr.— Pankow. Berliner Stratze 102. 8 Nbr— Svandan. Oberrealschute, Feftlaal, Frledrlchitratze. 7>', Nbr.— Wilbelmsbagen. Lokal Ollrowickb, 6 Ubr.— Weitzemre. Berliner Allee 211. 7 Uhr.— Tegel. S�nlmi'a Humboldt- schule. Strotze an der Oberieallchnle. 6 Nbr.— Rrinickendork-Olt. Re- ddenzstratze. 10 Nbr. Realavmnaüum Wcrnerilratze. 7 Ubr. /Es belelliaen /ich Dermsdorf. Vesdmannslnst Rolentbal. Neinick-ndori, Seillaenle«, Wilsenau.Borün»nIdek.— Lichtenberg. Cäcil>en.?vzenm, RathauS, 6 Ubr.— MablSdork fvitbahnt. E. Arders. Bahnbos'tratze. 6 Nbr.— Buch bei Pietrowski, 7 Uhr.— Berlin-Zldlershof. Ratskellersaal, 7 Uhr. Niederbarnim. Am v. November: Alt'andsberg. 8 Mr.«Vrkner. 7'/, Mr Im Lokal von Brodt Friedrichltr. 15. Nenenbaqe». 1 Mr Lokal von Richard Hetlcher. Petershaqe». 7 Ubr Lokal.Alter Dellauer-. Sdennlckendorler Stratze. Röntgentbal. Boi mittaaS 10'/, Ubr Lokat von Marx. ZüblS- darf. 7 Ubr Lokal von KorowSk!. stervenkchleule. 7 Ubr Lokal von BlallaS.— Am 7. November: Wqgersdorf. 6 Uhr Restaurant Llndenhos. Teltow. Am S. November: Abrenddorf. 3 Ubr Lokal von Lebmann.. Gallun. 7 Ubr Lokal von Schmidt. Gr.-Beeren. 6 Ubr Lokal von .fdeinze. Mahlow. 7 Ubr Lokal von Dommilch. Nehaaen. 8 Uhr. Teltow. 3 Mr Lokal von Rö/figer. Zolle». 8 Mr.— Am 7. November: Brniendorf. I Mr Lokal Becker.— Am 1Z. November: Sperenberg. 7 Uhr Lokal Gustav Präget._< Wetteranskichte» kür da» Mittlere Norbbenttchkand bis Montag mittag. Ueberwieaend trübe, nebelig und kühl, ohne erbeblichc Niederschläge. In der Nacht zu Montag Itn BImienlande verschiedentlich leichter Frost._ Groß-Serliner parteinachrichten. Heute, 7. November: Junglozialtstische Brreiuignn g. Di- Sitzung der ArbeitSaemeln- schalt für Rkdiübunnen kann wegen des ElektilkerftreikS nicht ftatlfinden Lichienbcrg. Di« angeküngigte Führung durch das Kronvrlnzen- PalaiS fällt aus. Tellnehmcrkarten behalten. ihr« Gültigkeit sür den 11. November. Karlshorft. Abends 7 Uhr findet unsere RevolnBonSkeier gemeinsam mll den ikriedrichsselder Kenosien in der Aula de« Realgymnasiums in der TrcSkowavee statt. Hervorragend künstlerisches Programm, gestrede: Reichstagsabgeordneter Robert Schmidt. Morgen, November: IN. Wahlkreis. 7 Ubr bei Wolf. Forster Str. 11, für sämtliche Funklionäic und BetrlcbsvertrauenSIeute.. >1.«de. 7 Ubr bei Getzler. Skalitzer Str. 59. Borstandssitzung. 12. Abt. 8 Ubr bei'Hentschel, Wrangelftr. 105: F»»kt!onärkonserenz. IZ. Abt. /Hallesche« Tor.) 7 Uhr bei Eteinke, Rittersw. 115: Funk. tionäre und vctrtrbsvertrauenSleute. 28. Abt. 7>/, Uhr bei Altmann, Rhkestr. 2, DezirkSführer und Partei» funktionär«. 33. Abt. Funktionärsitzung 7'/» llhr bei Gillwald, Putbusicr Stratze 21. 3t. Abt. Abends 7 Ubr bei Obligo, Stralsunder Str. 11: Sitzung der Partei- und Betriebisunktionäre. 33. Abt. 7 Ubr Sitzung der Funktionäre bei Krüger. Hufsitenstr. 31- 43. Abt. 7 Ubrjärnüichc Bezirkssührcr und Betriebsvertraucnsieute bei Schade. Kösliner Str. 9. 44. Abt. 7 Uhr Bezirkssührcr bei Kcrsin, Pankstr. 60. 43. 9lbt. 7 Uhr bei Marzahn, Utrechtcr Str. 29, BezirkSsührer« und Abteilungsleiterkonscrcnz. 47. Abt. 7 Uhr Bezirkssührcr- und AbteilungSvorstände bei Nadzap, Brüsseler Str. 13. 48. Abt. 8 Ubr Sitzung der Bezirkssührcr und Vertrauensleute bei Grunioald, Kameruner Slr. 19. Eharlottenburg, ID. tlruvpe. Zahlabend 7 Uhr im Restaurant Bohne, Schlotzstr. 15. KreiS 14. Neukölln, Britz, Rudow. Fiinktionärveisanimlung 7>/, Uhr Aula Realgymnasium, Kaiser. Fried: ich-Stratze. Vortrag! Geuosie Reumann, Die Komnuinglisicrung. Alle Partei- und BctriebsvertrauenS- leute nehmen teil. Abt. 191(Treptow). Versammlung sämtlicher Funktionäre um 8 Ubr bei Barne. Kicfbolzstr. 9. Lichtenberg. Abends 7 Ubr Funktionärkonserenz der Lichtenberger Abtcttungen bei Kurkowsti, Psarrstr. 71. Mitgliedsbuch und grüne Kar»» mitbringen. SicmenS-Konzern. Nachmittags 1 Ubr bei Marsandt, Nonnendamn» alle«. Ecke Möckeritzslratze: Versammlung aller aus dem Boden der S.P.D. stehenden Arbeiter und Arbeiterinnen des Siemens-Konzerns. Vortrag deS Genossen Heinig über die wtrlschastlichc Lage. * II. Kreis. 2, Abt., ehemalige 5. und 6. Abt., jetzige 78. Abt.: Zahl» abend am Mittwoch, den 1"., T/, Uhr bei Hendel. Vorbergstr. 11, Musall, Feurigsw. 22, Grunge, Gustav-Freitag-Str. 3. Rartsborft. Am 9. November: Gemeinsamer Ausflug nach Üblen« Horst. Insbesondere find die Jugendlichen herzttchst eingeladen. Trcls- Punkt: 2 Uhr Bahnbos. Am 10. November: Mitgliederversammlung beiHutb, TreSkowallee 66. .Die Zukunsl der deutschen Volkswirtschast.- Rejerent: Genosse Gratzmann. Beginn 7','. Uhr. 5ugenüveranftaltungen. Montag» den 8. November. Südost, Cöpe«ilter Viertel. Schule Wrangelftr. 128 Vortrag* �Sexuelle Hygiene." s* sc® 2 © Kopfschmerz •-Hokaporheken OK-o s,»» ärzllictl ifrovan ille Hinpl-Tablellen schützen vor Husten, Heiserkeit und Erkältung. Erhältlich in den Apotheken und Drogerien. Pabi�k t H. vonCiimbjrn A.» O., Pharm. 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Ziovember d. I. fällige ZludisahlMtg der � städtischen Erwerbslosenunterstützuug de« MetoklorbeitervelbandeS wird wegen Schließung der Bureaus auf Montag, de« 8. und Mittwoch, den 10. November, verlegt. 129/1» Die Grtsverwalttmg ües Deutschen MetallarbeiterverboaSes. IsgdsgWkn in �gsienlioss «»»at»», 7. Xovbr., rormlttMgm ll'l, Chr: 8 Rennen. Oesamtprelse 156000 Mark. Verloren <4S«t 99 o; mit weiß Schnauze, lufnom».Boslo". Belohnung. Sungc. Alte Zalobstr. 30, T. Mschmölttel Baumao». Baum seht aar 465 NU. Baqnuther Str. t. voelc- Wurst, Wienei' Wurst Ugllch abzugeben Roß-WorsüalirikClir.Licliffl Friedrich«tr.>44. 2771b »»chin»«»,y ______ mdbdjen mit guten Zeugnissen. gu«rsiagen im Arbe tsnachwels der Stadt «chdernkr. I. Llltzow 87öS. Kille--Zlliiinee.PIaß 5. M-ritzol. 14«. ZZgerstr� U. gentrm»»«... «cdsfnet« 7.»on»ob«»d» 6-2. _ t SRoobtt 9484 «ormanngr 16»erben 371*1 Friedeichftr. 110/112. Kr» 2168. ftopprnfti. L Alex. 22«. 118/2* Jugendliche Hausangestellte 14—18 jährla. filr velnere Kaushaltuns- flu eesrageu lm Ardettsnachweis der st.idl Berlin llI8 Z* Sichhornstr. 1(LUßow«788). Panlstr. 1(Meadit 9484). Be il«. Allt-nre-Plaßd tKlpl. 14«). Sormannstr. 13 tZlrd. 379.7». Zägezstr. 116« 118/110. WOHLFSIU WOCHE •IllllipillllllIlllllllllllllllillllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllillllllllllUlllllllllllllllilillllliiliiiiliiiiiiilliiil WAHREND DIESER WOCHE BRINGEN WIR AUS FAST AUEN ABTEILUNGEN WAREN AUFS WOHLFEILSTE ZUSAMMENGESTELLT WÄSCHE KLEIDERSTOFFE Da tuen- H e m d e n taso torziglkS, Mer Steg, MI SUcken* adee Longen«-JSE Damen*Beinkleid'y75og.Kt„ ,-7� ieMebloft, St tdurrlTOlanl, ollere Fofm�-' ken» J/ Damen-Nachlhemden#;Q5o Mo» Soll, m* nbanee Rutnpsitxkwot............ 02« 95°° Garniturenlä»'S •der M» SHl m6 Stkkwef.................... KORSETTE Hüfthalter Mbur guter Sleft, mit LongcNo...... 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Der Demokrat Üorell faßte die Klagen der bedrückten, aber trotz alledem reichstreuen Rheinländer zusammen. Jnnenminisrer Koch wandte sich gegen UebertreibungSpropaganda und gegen die schran- kenlose Willkür der Kriegsgerichte und der im Rhemlandabkomalen gar nicht vorgesehenen„Delegierten", die die ganze deutsche Behör- dentätigkeit kontrollieren und z. B. einen verhafteten Holländer be- freit und dafür den Untersuchungsrichter eingesperrt ha- ben. Die Rheinlandlommission hat die Rechtlosigkeit durch einen Z'�ani minderen Rechtes ersetzt. Di: AuSweisungSpraxiS wegen .lvefährdung der französischen Armee" geht weiter. Nun gilt eS gerade, im Rheinland zu wandern und zu tagen. Für diese treuen Deuffchen braucht es keine nationale Propaganda. Genosse Sollmann findet die Stimmung. der Belgier begreiflich, wenn man sich. an den Kriegsanfang erinert. Er dankt den paar hundert Bewohnern von Eupen-Malmedh, die sich durch nichts haben ob'chrecken lassen, zu protestieren. Ein wirklicher Bund der Völker, nickt der kapitalistischen Regierungen, wird dem Recht zum Sieg rerhelkei. Wir leben mit Frankreich im Frieden und fordern, nicht als Feinde behandelt zu werden. Die deutsche Besetzung Frank- reich? 1871 könnte, nach Dokumenten, die Sollmann vorlas, den Franzosen von beute als Vorbild dienen. Iwncken den Völkern wollen wir sozialistischen Rhe-.nländer die Brücke sein. Nach weiteren Reden OberfobrenS sDnat.) und WeidenauerS iD. Vp.) sprach Dr. Breitscheid(U. Saz.) in ähnlichem Sinne wie Sollmann und selbst Fries sNeukommunist) protestierte gegen die Sckmach von Euren-Molmedy. Sollmann hält er das Verhalten des deutschen Belagerungsheeres 1870 gegen die Pariser Kommune entgegen, und seine Hoffnungen setzt er natürlich auf die Weltrevo- lution. Nach AuSführunaenDeermaunS(Bayer. Vp.) begründete Schi«. melpfennig(Dnat.) eine Karioffelintervellatio». Zn der Beantwortung führte ErnährungSminister HermeS aus: Viele Kommunalverbände haben bei der Abnahme von VertraaSkartoffeln große Verluste erlitten. Frost ha! die Ver- lodung gehindert, trotzdem fast 80 Proz. mehr gedeckte Eisenbahn- wagen als im Vorfahre zur Venfügung gestellt wurden. Der Mi- nrster gibt einen Ueberol'ck über sein« Preispolitik und weist An- griffe L e i n e r t S in der preußischen Landesversammlung zurück. Die Nachrichten über die Ernte lauten im allgemeinen günstig. Die Regierung ist dauernd bemüht, ein überflüssigeZ Anziehen der Kar- toiielpreise auf dem freien Markt hintanzulvlten und wird ener- gisch gegen Wucherer und Schieber einschreiten. Donnerstag, den 18. November, nachmittags 3 Uhr: Sozial- demokratisch« Intervellation über di« Sonalffierung. Interpellation der deutschen Volkspartei über die Not des Mittelstandes. Deutschnationale Interpellation betreffend Kar toffellieferun dsver- träge._ Ungarn ratifiziert. Unter dem Druck der Entente, die die Nodembermitte als Schlußtermin festgesetzt hat. mußte sich auch die ungarische „Nationalversammlung" zur Ratifizierung des Diktats von Neuilly bequemen. Wir verstehen sehr wohl, daß dieser Entschluß den Madjaren schwer ankommt, denn er setzt das„frei- willige Siegel" unter den brutalsten Raub an Land. Volks- genossen und Bodenschätzen; aber das haben wir und Deutsch- österrcich, Bulgarien und die Türkei ebenso erdulden müssen und menschliches Mitgeiuhl wird man gerade mit der m a d- j a r i s ch e n Oligarchie am wenigsten haben, die all die Jahr- zehnte her die �sremdvölker schändlich unterdrückt und unend- lich viel zum Ausbruch des Weltverderbens beigetragen hat. Nun' sind alle Bestialitäten gegen Sozialisten und Juden nicht als Wiedergutmachung angerechnet worden. Der Vertrag von Neuilly schlägt einen Teil Deutsch- Westungarns zu Deutschösterreich und nach all der unsagbaren Knechtung, die Horthys Banditen an den sich zu Deutsch- österreich bekennenden Bewohnern des Burgenlandes verbrochen, werden sie es nun doch freigeben müssen. Es handelt sich um ein fruchtbares Agrarland und so wird der jammetvollste Krüppelstaat, den man in Versailles geschaffen hat und dessen Valuta unmittelbar vor ihrer restlosen Ent- Wertung und ihrer Streichung an der Züricher Börse steht, vielleicht eine kleine Besserung seiner ErnährungSver- Hältnisse aus eigener Kraft erlangen können.� Dies aber ist von der Entente als Voraussetzung weiterer� Hilfeleistung be- zeichnet worden. Freilich hat die von den Bürgerlichen durch- Theater. Schauspielhaus:„Richard IN." Die eigenartige und eindruckS- voll« Inszenierung von Intendant I- ß n e r drückte die Dauer der Zwischenpausen auf daS denkbare Mindestmaß herab, indem er sich auf andeutende und bei aller Einfachheit stimmungsvolle Skizzierung der Hintergründe beschränkte. Bor schwarz verhangener Bühne, schwarz gekleidet, steht, als der Vorhang hodv.ebt, Richard, das Ungebeuer, un« eine Bildsäule auf erlöhtem Sock«! und scheiider, funkelnden Auges. daS leichenblasse Antlitz von Konvulsionen übernächtiger Leidenschaft ver- zerrt, seine Dod und Verderben drohenden Wort« in di« Welt. Ein packender und mächtiger Strmmungsaustakt! Fast alle anderen Szenen spielen vor einer hohen, durch klein« Aenderungen den ver- schiedensten Situationen angepaßten Seinwond ab, die sich dann auch zur Zinne wandelt, von der herab der blutige Tvvarni vor den herbeizitierten Bürgern seine salbungs�lle Heuchelred« hält. Mit dieser Einfachheit in den Dekorationen verbchdei sich zugleich auch idas Bestreben, die Einfachheit des Zeitgeschmacks, für den Shake- svear« schrieb, anklingen zu lassen. Dem entsprach eS, daß die Regie Herrn Rudolf For.ster, dem Buckingham. den Spießgesellen Richards, in einer holzschnittmäßig simplen Manier mit einigen, svetS wiederholten typischen Theatergesten spielen ließ. So erhielt die Figur, kaum beackiei eine eigene Physiognomie; man ha te die Empfindung, ganz ähnlich müsse d'e Rolle auf der Shake- speare-Bühn« gemimt worden sein.� Sehr echt in diesem Sinne wirkten auch- da? grotesk-spitzbübische Mörderpaar der Herren Witte und Legal. Auch Winter st eins HastingS hatte, vor- nehm abgetönt, etwas von dem Gepräge solcher typisierenden Ein- sachheit. Linien und Farben in den Gruvpenszenen waren mit feinem malerischen Sinne auseinander abgestimmt. Indes bei aller Kunst der Leitung und der Darsteller ging von der Bühne nichj«in eigentlich zwingender Bann aus. Eben die Masse det hi- storischen StofteS liegt uns fern; der Apparat der Haupt- und Staatsaktion beengt in manchem den menschlich-dichterilchen unver- gänglichen Gehalt. K o r t n e r bot in seinem Rickard eine in gewisser Hinsicht glänzend« Leistung; aber er verhielt sich, schien mir. zur Shake- spearscken Gestalt wie etwa die HofsmannSthalsche„Eleklra" zu der des Sophokles. Das Naturalistisch-Pathologische, auch die Gluthitze des von der Selbstsucht aufgepeitschten WilftnS kam packend zur Erscheinung Ts kehlt? aber jener Zug der Ueber- leben-Zgröße�de! bei aller Verruchtheii doch imponierend Heide!.- haften. In der berühmten Werbeszene haue er in der Anna der Frau Hofer«ine ausgezeichnete, in Ton und Stimme das Ringen der Gefühle widerlvieoelnde Partnerin. Mathilde Süss in war gesetzte Einfsibrung der freien Wirtschaft in Deutsch- österreich die Getreideablieferung fast vollkommen beseitigt. Swinemünde— Libau. Der Norddeutsche Lloyd wird vorausficht- lich seine Ostseosahrt Swinemünde— Dan z�, die auch im Winter betrieben werden soll, durch eine neu« Linie Danzig—Pillau— Fibau erweitern. Abfahrten von Tanzig und Li bau zweimal wöchentlich. Auch Frachtstückgüter. In Pillou Anschluß an den Seedienst Ost- pveußen nach und von Swinemünde. GroßlBerlw öerlin ohne Strom. „Die Stadt hat für Straßenbeleuchtung zu sorgen." An den Magistrat der Stadt Berlin zu Händen des Oberbürger? meisters Mermuth ist gestern vom Berliner Polizeipräsi- d i u m folgende Verfügung ergangen: „Auf Grund von z 10, II, 17 des Allgemeine« Landrichtz in Verbindung mit 8 132 deS Gesetzes über die allgemeine Landes- Verwaltung vom 30. Juli 1883 wird Ihnen aufgegeben, biS' heute nachmittag sechs Uhr für die Straßenbeleuchtung in Berlin Sorge zu trage». Sollte der Auflage nicht genügt werde», so werde ich die Straßenbeleuchtung durch Dritte auf Ihre Koste» ausführen. Begründung: Tie vergenannte Verfügung rechtfertigt sich ohne weiteres dadurch daü das Ausbleibe» der Straßenbelench- tung in eiuer Stadt wie Ntrli« die Aufrechterhaltung der Sfsentlicheu Ordnung und Sicherheit aufs schwerste gefährdet." Offenbar kündigt diese Verfügung da? Eingreifen derb Technischen Nothilfe an. Die Wirkung auf den Verkehr. Der Betrieb auf der Stadt- und Ringbahn bat sich während des gestrigen Tages, namentlich auf den Nordringstrecken, außerordentlich schwierig gestaltet, weil infolge deS Streiks in den städtischen Kraftwerken die elektrisch bedienten Signaleinrich. tungen oer fugten. Die Folge war eine starke Verwgerung des Zugverkehrs, die wiederum zu einer Uebersüllung der Waggons führte, so daß die Trittbretter und Wagendächer voll besetzt waren. — Angesichts der außerordentlichen Uebersüllung, die infolge des Fehlens jeder Straßenbalmverbindung sich aus der Berliner Stadt- und Ringbahn, zum Teil auch auf den Vorortstrecken bemerkbar macht, hat bei der Effenbahnverwaltung«ine erneute Prüfung der Frage der Einstellung des Verkehrs wegen der außerordentlichen Gefährdung der einzelnen Transvorie mit 0ch gebracht. Nach einer uns vorliegenden Mitteilung wird eine Einstellung des Verkehrs auf der Stadt- und Ringbahn vorläufig nicht in Frage kommen."_ Die Hoch- und Untergrundbahn hat sich gestern mit Erkolg be- müht, ihren Verkehr dem außerorenffichen Ansturm der Fahrgäste an■»„nassen. De Zuae vermehrten»um Teil in Abständen von 2 bis 8 Minuten und waren bis zum Bersten gefüllt. Das Fahrpersonal hat sich mit großer Opferwilligkeit der aufs höchste gesteigerten Arbeitsleistung unterzogen, und eS gelang, den Verkehr ohne Störungen und Unfälle fortzuführen. Störungen im Postbetrieb. Jnfo'g« des Fehlens der Beleuch- tung hat die Oberpostdirektion Berlin die ihr unterstellten Post. anstalten angewiesen, die Aemier um 6'Uhr nachmittags bei Ein- treten der Dunkelheit zu In-'olgedessen erleidet die Briet- und Paketbestellung erheblich: Verzögerungen. Ebenso ist die Bestellung von Nachttelegrammen und Rohrposisendungen unmöglich gemacht worden. Notschrei-sine« Krankenhauses. Wie unhaltbar die Zustände durch den Streik der Elektrizitätsarbeiter in den Berliner Hoipi- tälern bereits geworden ist beweist ein Telegramm, das die Ver- walwnq des Jüdischen Krankenhauses an die Technische Nophilse gerichtet hat®nb das folgendermaßen lautet:„Durch das Versagen der Elektrizitä'Sversorguna außerstand gesetzt, unsere Heizanlagen in Gang zu bringen, müssen wir eventuell unsere Kranken'in ihre Wohnungen entlassen und lehnen jede Verantwortung für Schädigung der Insassen unseres Hauses ab."— Diese Zustände, die der Streik der Elektrizitätsarbeiier ae- schaffen, herrschen nach unseren Informationen nicht nur im Füdl- scheu Krankenhaus, sondern in fast allen modern eingerichteten Hospitälern Berlins._ Zugzufammenstoß am Lehrter Vahnhof. Der ElektrizvtätSstreik hat bereits einen glücklicherweise ohne ernste Folgen verlaufenen Zugunfall zur Folge gehabt. Gestern nachmittag fuhr gegen 4 Uhr kurz vor dem Lehrter Bahnhof ein Stadtdahnzug aus einen haltenden Zug auf. Personen sind bei dem Unfall nicht verletzt worden-, auch der angerichtete eine Elisabeth von edler königlicher Haltung, Rosa Berten« gab die aramgebeugt« Königin-Mutter. Wie bei der Aufführung deS Jtell* wurde auch diesmal ein böswilliger Versuch der Störung unternommen. Nach dem Fallen des Vorhangs ertönten Pfiffe von den Rängen. DaS ganze Haus -rahm einmütig dagegen Partei und demonstrierte in srürmischem Beifall für den Bühnenleiter und die Darsteller.astu»»'Vrc«ter« in der L oltSbühu« fand gestern abend wegen Lichtmanget nicht tzait. Materialschaden ist nur gering. Der Zusammenstoß erfolgte weil dem nachfolgenden Zuge das W i n k e s i g n a l zur Einfahrt, mit dem sich die Eisenbahn infolge der durch den Streik erfolgten Lahm- legung des elektrischen S-ignaldienstes bohelsen mußte, zu s r ü h gegeben wurde. Der Unfall führte zu einer Ginstellung des Stadt- bahnverkehrS zwischen Charlottenburg und Schlesischer Bahnhof. Am Potsdamer Platz wurde gestern abend infolge der he:?- schenden Dunkelheit eine Dame im Alter von etwa 85 Jcchreu von einer Autodroschke überfahren und in schwerver» letztem Zustande in die nächste Unfallstation geschafft.- Tie Stadtverordnetenversammlungen ausgeschobsn. Wegen des AuSstandeS der Elektrizitätsarbeiter ist die für gestern angesetzt« Sitzung der alten StadwerordneteNversamm- lung und ebenso die für Montag angesetzte Sitzung der neuen Stadtverordnetenversammlung zum Zwecke der Verpflichtung de- neuen Magistrais und schließlich auch die-m Anschluß daran an- gesetzte Sitzung des neuen Magistrats zum Zwecke der Einführung der neuen Magistvatsmitglieder aufgeschoben worden, da der Mangel der erforderlichen Beleuchtung und der Stillstand der Stra- ßenbahnen diese Sitzungen unmöglich macht. Damit ist auch die Berätung und Beschlußfassung des Schiedsspruches über die Lohnstrenigkeiten mit den städtischen Angestellten und Nrheitern durch die neuen Gemeindebehörden unavsführhar gemacht, Feuer im„ZZorwärts"gebSude. Die Berliner Feuerwehr Haiti: gestern im„Vorwärts"gebaud«, Lindenstr. 8, zu tun, wo bei einer Privatfirma im zweiten Hofgebäude ImPrägniernngS» masse, Bretter, Fensterrahmen u. a. in Brand geraten waren. Der Feuerwehr gelang es, die Flammen mit einer Scklauch- leitung zu löschen.— Der 4. Löschzug hatte in der Leipziger Str. i? l Herrenhaus) einen Brand zu löschen, der durch Neberkochen von Teer auf dem Dache entstanden war. Durch Ueberlaufen von Oel entstand ein Feuer in der Brandenburgstraße 7S. Fleisch brannte in der Rüdersdorf« Str. 20 und Lumpen, ein Hängebov«, u. a. in der Taborstr. 20._ ver neue Kreistag NieSerbarnim. llmer dem Vorsitz des LandratZ, Genossen Schlemminger, trat gestern der neugewählte Kreistag des Kreises Niederrarnim zusammen. Durch das Äesetz Groß-Berlin vom 27. April Hirt sich die Zahl der Abgeordneten von 68 aus 41 vermindert. Die bürgerlielwn Parteien bilden eine Arbeitsgemeinschaft. Sie haben das Glück, dank der Spaltung der Arbeiterschaft, hauptsächlich aber durch die von keinem praktischen Blick getrübte Taktik der Unabhängigen in der Wah'bewegung mit einer durch verbundene Listen erreich! cu Majorität in den Kreistag einziehen zu können. Der Landrat eröffnete den Kreistag mit einer Begrüßungsrede an die neugewählten Abgeordneten und mit der Bitte, in dtejer schweren Zeit den Kreistag nicht zum Tummelplatz politischer Leiden- schaften zu machen. Die Wahl Fi tsch- Erkner wird für ungültig er- k'ärt. Zu Mitgliedern des Kre'sausickusses werden Kühn, Jonas, Schramm(Bürgerl.), Kreuer ssS.P D.) und Knöischke (1X.S.P), zu fir«t«deputierten Kühn(Bürgerl.) und durch Los M-y (U-StP.) gewählt,— Ter Kreis beabsichtigt, einmal um der Woh- nungsnot, dann aber um der Arbeitslosigkeit zu steuern. Noistands- arbeiten vornehmen zu lassen. Zu diesem Zweck sollen eicva 170 Morgen im e i se n b a h n f i s ka l i sche n Gelände"n- mittelbar am Bahnhof Röntgental erworben werden. Di« Kosten für den Morgen sind auf 2000 M. vereinbart worden. Ein Teil davon soll zu einer Weidenkultur verwandt werden. Di« Bürgerlichen sprechen dagegen und beantragen Heber Weisung an den neuen Kreisausschuß zur Neuausarbeitung für den nächsten Kreis». tag. Nack AuSlührnngen vom Kre'Shaiimeisier und Abg. Schopf (U.T.P.) wird die Lorlage an den KreiSauSschuß verwiesen. Für WobnhauSbouten und N o t st a n d S a r b e i t e n bewilligt der Kreistag 2 Millionen. Für die KraiSkrankenbäuser AltlandS« berg. Kaffberge und L-ebenwalde lvird zur Ausführung von not- wendigen Bmilichkeiten die Summe vyn 1750 000 M. bewilligt. Für, die Krankenhäuser Bernau und Lübenwaldc hat sich durch die immer stärker werdende Belegung die Einrichtung einer Röntgenstation, einer Höh-nson-ne und von Lichtbädern notwendig gemacht. Di: Kosken in der Höhe von 275 000 M. werden bewilligt.— Schließlich wurde noch einem Antrage der bürgerlichen Parteien beschlossen, das Kreisausschußbureau aufzulösen. Die Konsumgenostenschaft Berlin und ttmqegeni» mn Dienstag, d-n g. November, ibre iämtlichen Berkanlsst'lle'i geschlossen Wir bitten dt« Genossen und Genossinnen, ihre Sinkäuse schon am Montag zu erledigen. Leben»msttelvers»rg«ng. Brotkarte.Lust". In der Woche vom 8 bis 14 November neiangen' aus den Ablchiitt 64 der Gro'i-Ber wer Lebensmittelkart« 250 Gramm Nindergefrlertleitch m-t Knoch-u oder 200 Gramm Bülblensieitch kToinedbees) ailS'chliesilich Büchüngemi cht oder 200 Gramm ameritantcher Sveck oder 250 Gramm Blut- oaer Leber- wursttonlerven«in'chltesilich Dosengenicht zur Anszabe.— Heute, Montag und Dienstag werden die& I Karten nur mit'I, Liter B o I l m i l ch be- liesert. Aus die>/, Liter Krantenkarte wird am Sonntag. Montag und Dienstag leine Mitch verausgabt. Als Ersatz dajür ein« Büchse Kondensmilch. «chtnug. Krankenkassenmttglieder 1 Am Dienstag, den 9. No- vember, bleiben lämiliche Kasseniokale geschlossen. Die Mitglieder werden nebeten. die am Dienstag fällige Krankenunterltäbnn g schon am Montag, den 8. November, zu erbeben.— Auch die Anstalt deS Verbandes der Krankenkassen. Wexanderür. 89/40. bleibt an diesem Tag« geschlossen. Da» beutige Rickard-Strauss.Sonzert in der Hasenbeide findet ohne Nückücht aus den Berkebr statt. Leitung:- Generalmusikdireklor Dr. Karl Muck, Prot. Albert F t' ch e r. Liedrr mit Orchester, da» aut IIS Künstler veiliärtte Bllllhner- Orchester, der Beniner Bolkschor. Einzel» karten zum Preise von 4 M.'an der Kasse. Im Glesautenhauie de» Zoologischen Wartens sind setzt nicht weniger als drei gwergflufpserde zu teben. die'erne der seltenllen und me> twürdigiten Tierarten dartiellen Zu dem dem Garlen geböriaen Weibchen iit noch ein Paar dazugetommen. daS Hagenbeck bei Schluß seines Tterpa-kr» hier eingestellt bat. Das Zwergfliißpierd iviid kaum giößer als ein tüchtwes Mastschwein und lebt im Urwald der westasrilanischen Neger. republll Liberia in kleinen Tümpeln, viel auch aus dem Lande, woraus schon seine längeren Beine bindeuten. Der Eintiitt kostet an diesem eilten Rooemderionntag einbeitlich 1,50 M. Da« Aquarium ist von 10 Uhr morgen» big 7 Uhr abend», in der Woche bi» 6 Uhr geöffnet. Achte Quittung. Für die Krieqszerma'mten in Kroh.Berliner Lazarette» sandten weiter ein: A. F, 50 M., Angestellte der Albinqta. VelsicherungS-Atlien-Gelellschaft, München. 40 M. Die Angetlelllen des Norddenlschen Zementoer bandes und der Portland-Zementiabrit Rüdersdors L05 M., Anaeiiellt« und Arbeiter der Firma Marschall, Rillerilraße. lSS M. Krämer. Fristduraer Straße, 20 M. Tellersammlung der 42. Abt. S P. D., Berti». 50 M. Georg und Eiich Heinrich. Kotlbnier User, 20 M. Malerei- Menossenschasl. Berlin SO. 650 M. Beamte und An estellte de« Re chs. auegleichamtes lRe'ibetraq) 5t9 M. Jnbaber der/ Firma Tb. Hiidebrand u. Sobn t000 M. Gewerbliches Perional der Firmr Th. Hildebrand u. Sobu 1238.75 M. Kauimännisches Perwnal der Firma Tb. Hildebrand u. Sohir <29,50 M. Friedr. Frisch. Neutölln. Teud tzer Straße, 5 M. Arbeiter dsr Fnma MbatroS. FriedrtchShagen, 100 M, Dazu letzter Ausweis in Rr. SÄ deS»Vorwärts-' 18 77S,l5 M. und 100 M. Kriegsanleihe, Summa» 28 1«0,40 Mark u u d 100 Mari Kriegsanleihe. vorträae. vereine unü Versammlungen. Republikanischer FLiirer-Band. Bezirk Friedenan-Halenlev. Wilmersdorf. Montag, den 8. November, ordentliche MilqUeder-Ber- iammlung m Wiimersdors, Lauenburger Str. 21.— Reichsbunv»er Kriegsbeschädigten, Bezirk 3(Süd- Osts. Kriegsbinterbliebenen- Beriammlunq am Montag, den 8. November, abends?>/, Uhr. in Schab- macherS Festsälen. Glal'tzer Str. 126. Bericht nom Gautag.— Bezirk Zentrum. Montag, den 8 November. Milgliederoerammlung im Lokal Ellsabethftr. 30.— Arveiter-Samariter-Kolonnen Berlin e. B. Abteilung Cöpentck. Mitgsiederoersammlung am Montag, den 8. November, abends 7 Uhr. im Lokal von Stipoekohl. Schönlinder Straße. — Abteilung Gchöneberg. Ritgltederveffammlnng am Freitage den 12. Nooember, abend? 7 Uhr. im Lokal von Händel. Bordergsw. 11. OewerMastsbewegung Zum Streik im Textilgrohhaudel. Je weiter der Streik im Textilgrobhandel ferlffireitet, desto mehr gestalten ihn die Arbeitgeber mit allen Mitteln zu einem reinen Machtkampf Sie scheuen dabei nicht davor zurück, effektive Unwahrheiten der bürgerlichen Presse zu übergeben. Demgegen- über se» hier festgestellt, dah die Arbeitgeber sich vor dem Demobil- inachlingskommiffar zu gar keinen Zugeständnissen be- rett erklärt haben, sorcrn nicht die Arbeilnebmer die gröhie Kon- Zession, die vorherige Wiederaufnahm« der Arbeit, gemacht hätten. l,,ür den Zoll allerdings wären sie bereit, nach Wiederaufnahme der Arbeit in Verbandlungen über kleine Gehaltszulagen über ihr letztes Angebot hinaus für die verheirateten Angestellten zu treten. Um den Versuchen der Arbeitgeber, da« Publikum irrezu- fähren, am besten zu begegnen, seien hier folgende Zahlen genannt: ig de» Gruppen I und II des Tarifs, in welchen die meisten der Angestellten untergebracht sind, erholten die i'iännliche» Angestellten in Gruppe I ein Grundgebalt von 62S M. die weiblichen ein solche« von 531.28 M., in der Gruppe II beträgt das Grundgehalt für die männlichen 700 M. für die weiblichen 595 M. Führen wir selbst noch die Gruppe III an, in der nur die leitenden Angestellten, wie Direktricen, Stadtvertreter, Buchhalter in selbständiger verantwortlicher Position ulw. zu finden sind, so müsien wir für diese Gruppe das Grundgehalt von 825 M. für männliche Angestellte nennen Die weiblichen Angestellten erhalten hier 701,25 M. Zu diesen Grundgehältern kommen in Gruppe I und II BerukSjahreSiuilagen von 5 Jahren in Höhe von je 30.— M.. in in Gruppe HI von je 40.— M., wovon den weiblichen Angestellten ebenfalls 15 Proz. in Abzug gebracht werden Aul diese Sätze haben sich die Angestellten erlaubt, ganze 25 bis 33»/, Proz. Erhöhung zu fordern! Die Zentral-Streikleitung. Gewerkschaft«- Unterkommission Lichterfelde. Morgen abend 7 Uhr findet unicre regelmäßige Sitzung statt, wozu sämtliche Betriebsräte Krox-LichlerieldcS zu einer wichtigen Besprechung zu erscheinen habe». Sitziingslokal 5. Gen eindeschnle, Dablemer Straße. Brrband der Brauerei- und Mühlenarbriter. Morgen abend K Udr General»« lammlung im Gcwcrllchastshaus, Engeluser lä(großer Saal). Vortrag des Kollegen Schifierstein-Zihich, Vorsitzender deS Verbände« der Handels-, Transport- nnd LebenSmittelarveit« in der Schwei über: Die Ausgaben der Gewerlichasien in der Gegenwart. Deutscher Transportarbeiter- Berband. Branche Einzelhandel. Die für Dienstag, den g. ds. MiS.. abend« 7'/. Uhr. angesetzte Funktionär. Versammlung findet am Donnerstag, den lt. dS. Mts.. abend« 71/« llhr. im Lokal von Schulz, Elisabethstraße 30, statt. Deutscher Werkmeifter-Berband. Bezirk 4. Fachgruppe Metall- industrie. Morgen, abends 8 Uhr. im.Böhmischen Brauhaus», Lands- berger Allee U—-13. lPcrantm. für den redakt. Teil: Dr. Werner Peiler. CSarwttenburg: kllr Anzeigen: zh. Glocke, Serliu. Verlag: VorwSHS.Vcrtag G.m.b.H., Berlin. Druck: Bor- ivärtS-Buchdruckirei n. SerlagSonklall Paul Singer u. Co.. Berlin. Llndenstr. 3. Hterz» l Beilage. 2 ahne 4 u. 7 Jtfh. mit Triedenskautachak s Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk, an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn-Praxis Xstvsni, Sanziger Straße t. LEIPZIGER STRASSE KÖNIGSTRASSE ROSENTHALER STR. 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