Nr. 55? ♦ Z7.?ahrga«g Kusgabe B Nr. 13$ VezugSpretS t S erteil JftrL 80,— 3Rt,mtmatlJ#,—Ä frei ms J>ou«. ootmis oiilbiu. Post- bemz Monatlich 10.— Rl> erfl.?ta> bellilnqsgedühr. Unter Kreuzband für Deutlchland und Oefterreidi 16�0 Ml, Hit da» übeiflf Ausland bei taalich einmal. Zullellunb 2150 Ol. Pokie- Ilellunqen nehmen an Oesterreich. Unzarn, Tschecho-Slowatei, Dane- wart. Holland,.utemdurg, Schweden und die Eckiwe«.— Stnzetraaen in die Dost- eitnnqs-Preisliite. Der.Dorwans� niii»er kanniaas- betiage.Boll n. steif erndemi wochien- tiiglich zweimal Sonntag» und Mo»» Wz»-mmai.» Tel ez ramm-A dretsn �oiialdemofrai Setita*. Abend Ansgabe ZZevlinev Dollisbleitt ( 20 Pfennigs AnzetaenvreiS: Die achtgelpaltene NonvareillezeUe kostetZ.— M.,JEeuerunzsiiusaa 50°. isamilien-Anzelgen Mi dlbomtente» steile 2,— M, oolitiiche und a-- wenichaitliche Derein«- Anteioeh 8.— Ml. die steile ohne Auischtaa Anzeigen Mr. die n a cklst e AuniNlet alüssen w« S Uhr nachniiitazs im DauotgeslbStt. Berlin SW i, Linden- strohe 3, abgegeben werden. Seoiine von 9 Uhr jrüh die 5 Uhr abend» Zentralorgan der rozlaldemokratifcben parte» Deutfchlands Neüaktion und Expedition: SW. b$. Lindensk. Z. Nernivreckier: Ilmt Mortnvla». Str. IZ»! SV— 1»! S7. Verhandlungen über den Streik. C"***<>/*«•?* Vjn»••♦.'S SrtP Tim««*-; /»am STJrtrmt+frtAS.StJtrPFv�r tff itn�S SRprTvitihTii'rtr�PTt it Im Laufe deS Sonntags unt> des heutigen Vormittags wunden die Versuche, durch Verhandlungen zu einer Eini> gung mit den städtischen Arbeitern und Angestellten zu kom- men. fsrtgesetzt. Bisher führten die Verhandlungen noch zu keinem positiven Resultat. Sie werden dadurch erschwert, daß das Ergebnis der Abstimmung aus den verschiedenen Betrieben der Stadt bis zur Stunde noch nicht vorliegt.� Im wilden Streik- der Elektrizitätsarbciter ist insofern eine gewisse Entspannung eingetreten, als die Arbeiter bei Verhandlungen mit dem Magistrat sich unterschriftlich bereit erklärt haben, die erforderlichen Arbeiten zur Aufrecht- erhaltung eines Notbetriebes zu übernehmen. Die Reichs- regierung hat sich danach bereit erklärt, die Technische Not- Hilfe aus den Betrieben wieder herauszuziehen. Eine höchst eigenartige Rolle spielt nach wie vor der von uns wiederholt schon gekennzeichnete„Führer" der Elektrizi- �ätsarbciter Sylt. Wenn eine von Wolfss Bureau ver- breitete Nachricht zutrifft— und wir haben bei dem ganzen Auftreten des Sylt keine Veranlassung, daran ju zweifeln— dann ist in den Berliner Elektrizitätswerken auf Veranlassung Sylts Sabotage getrieben worden, die verhindern tollte, dqß die Technische Nothilfe die Notstandsorbeiten ausführen köunde. Ein sosclzcs Vorgeben ist um so verurteilenswertcr, als es sich um Gemeineigentum handelt, das bei Nichtaus- führung der Notstandsarbeiten der Zerstörung ausgescht ist. Den höheren Interessen-der Allgemeinheit haben sich die Wünsche der einzelnen unterzuordnen. Die schwerbedrohten Interessen der Allgemeinheit aber verlangen, daß die Ver» tiandlungen zu einer Verständigung führen, um endlich dem neugewählten Magistrat nach all den Zwischenfällen ver-- tchkidenster Art die Möglichkeit fruchtbarer aufbauender Ar- beit für das neue Groß-Berlin zu geben. Die„ttothilfe* abgelöst. Durch 25X35 wird amtlich ftrmelbcl: Tie Ott den Streik in Ken ElektrizilStSwerkrn beteiligte» Arbeiter habe» sich in Verband. lungen mit dem Magistrat bereit erklärt, an Stelle der iazuiiichrn eingesetzten Technischen Rotbilke den sitr die Notvcrsorgunz Berlins er>'orderlichcn Strom durch Ausnahme der dazu erssrderlick'en Ar. briten herzustellen und sich hierzu durch Unterschrift unter die darüber aufgenommene Verhandlung vervllichtet. Infolgedessen wurde auf Grund riaer Besprechung zwischen der Reichsrezscrung und der Preuhischen StaatSregierung, die unter Zuziehung der Polizeipräsidenten und des Obcrbürgermcistcrs von Berlin am Smintagmittag stattfand, Anordnung grtrotscn, im Lause des Nach- mittags die Nothilfr aus den Werken wieder zuriilt- z u z i e h r n und den Betrieb den cintrcfscnden Arbeitern zu über- geben. DaS Werk M» a b i t war bei der vcbrrgabe in vollem Betrieb. so daß die Stromabgabe an die Nntcrstationen erfolgen konnte. Bei dem Werk Rnmmclsburg stand das Anfahren der Turbinen bevor. Das kleinere Werk in der B i r k b u s ck> st r a ß e war in Betrieb. Bei den beiden anderen genannten Werken waren dir 5>.csscl beim Einsetzen der Technischen Rothilfe bereits vollständig erfaltet, in Rnmmclsbnrg auch das Wasser aus den Kesseln abge. lassen. Dadurch hatte sich die-Inbetriebsetzung vcrzijgert. Sie war ober noch mehr dadurch erschwert worden, daß sämtliche höhere und niedere Angrstcllte auS Furcht vor Entlassungen und vor Nachc? aktcn der Streikenden dir Werke im Stich ließen. Tie beiden Ne- gierunge» dankte« der Technische» Nothilfe für ihre unter so er- schwrrcndcn Verhältnissen geleistete erfolgreiche und wichtige Arbeit. Der jetzt van de» Arbeiter« fortgesetzte Notbetrieb wird u. a. die Krankenhäuser, die Pumpenanlagcn der Nord-Tüd-Bahn, die Mi- Uistrricn und wichtigsten Behörden mit Strom vcrfVrgrn und da. neben die notweudigste Straßenbeleuchtung sscherstrllcn. Die Streiklage. Die El-ektrizitäksarbeiter haben, soweit sich bisher über- sehen läßt, das mit der Direktion der Städtischen Werke ge- troffene Abkommen, einen Notbetrieb für die lebenswichtigen Betriebe«inzurichten, eingehalten. In den Hauptwerken Moabit und Rummelsburg arbeiten je zwei Tur- dinen, welche den erforderlichen Strom abzugeben vermögen. Die Bahnhöfe und Krankenhäuser, bis auf das Krankenhaus Friedrichshain. wo jedoch eine technische Störung vorzn- liegen scheint, haben am Sonntagnaebmittag Licht erhalten. Die Lage ist stur Stunde noch nicht geklärt, da das Endresultat der Abstimmungen erst in dsn Spätnachmittags- stunden festgestellt werden kann. Heute abend wird dann erneut eine Konferenz d e r B e t r i e b s r ä t e und Vertrauensleute der städtischen Arbeiter zusammen- treten, um dos Abstimmungsresultat in Empfang zu nehmen und daraufhin zu heschließen, ob die gesamten städtischen Arbeiter in den Streik treten werden oder nicht. Der Ver- band der Gemeinde- und Staatsarbeiter will den heutigen Tag jedoch nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern im Lause des Vormittags mit dem Magistrot darüber ver- handeln, ab ein Entgegenkommen der städtischen Körper- schasten denkbar ist und ob neue Verhandlungen über die Forderungen der Arbeiterschast möglich erscheinen. Die Berliner Gaswerk? arbeiten sämtlich. Insbesondere waren diejenigen in der G i t s ch i n e r und D a n z i g e r Straße ununterbrocheir in Betrieb. Die Gaswerke in Schmargendorf und Tegel waren kurze Zeit unter- brochep, arbesten jetzt aber wieder: Im Gaswerk C h a r° iottenburg werden nur die Notstandsarbciten verrichtet, die endgültige Entscheidung über den Streik steht noch aus. Im Gaswerk Neukölln ist die Arbeiterschaft vollständig angetreten, das Werk kann aber wegen Strommangel nicht � arbeiten. In den Gaswerken von Tegel und Wessimd ist die Ab- stimmirng gegen den Streik ausgefallen. Auch die Wasserwerke Müggelsee und Lichtenberg arbesten in vollem Umfange. Die Arbeiter des Wasserwerkes Müggel- jee stimmten gegen den Streik. Schutz für Angestellte. Durch WTB. wird amtlich gemeldet: Der Polizei- Präsident von B e r l i n tat am Abend des 7. November folgen- des Schreiben an den Magistrat der Stadt Berlin, zu Händen des Oberbürgermeisters Mermuth, gerichtet: Bei dem Streik der städtischen Eiekrizitäilarbeitor hat sich geze.gt, daß. die Unterbindung der Stromzufuhr an lebenswichtige Betriebe, wie Krankenhäuser, Eisenbahn, und Straßenbeleuchtungs-rnlagen und anderes mehr, eine schwer« Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit darstell: Tic. wirksa.ue Abwehr dieser Gefahr durch Eingreifen der Technischen Notbilf« wurde dadurch in Frage agsiellt. daß die Angestellten der tect-nischen Betriebe ihre Werkstätten heim Eingreifen dcp Technischen Nechilf« verliehen, da ihnen vom. Magistrat nicht' der verlangte Schutz gegen wirtschaftliche Nachteile gewährt wurde. Zur Aufrechterhaltung der öffent- lichen Ordnung und Sichertest erscheint es bei dies»r Sachlage dringend notwendig, daß in Zukunft eine wirtschaftliche Sicher st ellung der iv lebenswichtigen Betrieben lätigen Angestellten festen? des Magistrats erfolgt. Auf Grund von§ 10 II. 17 deS Pretihi'chen allgemeinen Landrechts in Verbindung mit§ 132 de? Gesetzes über die allgemeine Landesver. waltung vom 30. Juli 1830 wird Ihnen daher aufgegeben, dafür Sorge zu tragen, daß den Angestellten der rechmischen Werke wegen ihrer Hilfeleistung im Jnter-.sse der Aufrechterhaltung lebens- wichtiger Betriebe kein wirtschaftlicher Nachteil er- wächst. Eine Verfügung deS Polizeipräsidenten. Amtlich wird mitgeteilt: Ter Magistratder StadtBer» l i n hat auf meine Anordnung hin sämtliche Angestellte der Eleltri- zitätkwcrke aufgefordert, ihren Dienst weiter zu verscchen und ihnen Schutz gegen Maßregelungen oder irgendwelche wirlschaft- lichen Nachteile zugesichert. Ich werde dafür Sorge tragen» daß die Angestellten gegen jede Belästigung und Bedrohung mit allen Polizei- lichen Mitteln nachdrücklichst geschützt werden. Der Polizeipräsident, gez. Richter.< Die Angestellten fürflblehyuna ües Spruchs Die Angestellten des Magistrats lHilfsiräftes haben heute vor- nnittag übet den Scbiedsspruch abgestimmt. Die Urabstimmung hatte folgendes Resultat: 16561 Stimmen für' Ablehnung des Schiedsspruches, 317 für Annahme desselben, 75 Stimmen zer- splittert. Dem Magistrot wurde heute nachmittag 2 Uhr dieser Be- schluh überreicht, mit dem Ersuchen, sich bis Dien? tag vormittag 10 Uhr zu äußern, ob er in nc»ie Verhandlungen eintreten will. Sollte dies nicht her Fall sein, so wird in den Betrieben sofort über den Streik abgestimmt. Sabotage in öen Elektrizitätswerken. Sonntag vormittag fanden im Anschluß an die Verhandlungen vom Vorabend VcrtrrruenSmännerversannnIlitigen der streikenden ElektrizitätSarbeiter statt. Mit übergroßer Mehrheit beschlossen die Vertrauensleute, di-e notwendigen Notstandsarbeiten auszuführen. Ter Obmann Sylt, der in den Versammlungen berichtete, teilte mit, daß e? diesmal der cingesetz-ien Technischen Nothilfe nicht gelungen sei die Maschinen zum. Lausen zu bringen. Wir haben nämlich, so erklärte Sylt, aus den frühmn Streik» gelernt und dafür gesorgt, daß notwendige Maschinenteile vorher entfernt wurden. Wie wir hören, hafou die beiden- Siadiräte Weise und Leid, welche die Erk ärung von Sylt in den Vertrauensmänner- Versammlungen mit angehört haben und denen die Sabotageakte bekannt sind, beim Magistrat die erforderlichen Maß- nahmen gegen Sylt veranlaßt. Durch Spaltung abwärt?. Durch vi« am letzten Sonntage statt- gefundenen Gemeinderatswahlcn in Jena, in der die Hälfte der Gemeinderatsinitglieder neu gewählt wurde, ist die bisherige sozialdemokratische Mehrheit gestürzt worden. Ter Gemeinderat setzt sich jetzt wie folgt zusammen: Bürgerlich« Fraktion 15 Mandate sim Vorfahr I2l Demokraten 6 Mandate sim Bor- jabr 7), Sozialdemokraten 1-1 sim Vorjahr 16), Neukommu- nisten und Kommunisten 5 ManEfte. Tie rechte U S.P. hat rein Mandat errungen. Sie hatte vor der Spaltung der Partei 5 Sitze inne, während die Kommunisten im Rathaule bis-ber nicht vertreten waren.» vorwärts-verlag G.ttt.b. tz., EW.$$, Lindenstr. 3. Fernivrccder: Amt Moritsvlau, Rr. 117 33—51. Wie Lenin ans Ruder kam. Bon 2. M a r t o w. Der folgend« Aufsatz des bekannten Menschewikt- FührerS ist uns durch das Bureau für Jniernai'ont''"* Meinungsaustausch zur Verfügung gestellt. Am 7. November feierte die bolschewistische Diktatur in Rußland zum dritten Male ihren Geburtstag. Während sie im-Anfang der Revolution von 1917 sehr schwach war und wur eine kleine Rolle in den M ä r z t a g e n spielte, als das von Blut und Schmutz befleckte Gebäude des Zarismus von einer grandiosen Arbeiterrebellton gestürzt wurde, fast ganz ohne Einfluß in den Arbeiter- und Sol- datenräten, die im März von der sozialdemokratischen(mensche- wistischen) Partei in? Leben gerufen und von der kompakten Mehrheit der Menschewisten und der Sozialisten-Revolutio- näre beherrscht wurden, wuchs die bolschelvislisch? Partei nach einigen Monaten zu einer Macht empor, die den ganzen Staatsapparat fast ohne Widerstand erobern konnte. Und das wunderbarste ist, daß die extrem'linke revolutionäre Partei, deren Programm eine unmittelbare Eroberung der Klassendiktatur des Proletariats bezweckte, an? Ruder kam in einem- Sande, in dem das� Proletariat selbst nur eine winzige Minderheit der arbeitenden Be- völkerung bildete und ganz schwach organisiert war, wo nicht die Arbeiter-, sondern-die Agrarfrage das ganze öffentliche L-cben beherrschte und die stärkste Triebkraft der ganzen Revolution bildete. Wie kam es. daß unter solchen Bedingungen die Bolsche- wisten ihr Ziel erreichen, konnten? Die Märzrevolution war von den A r b e i te rm a s s e n gemacht worden, die infolge des Leben smittelmangels per- hungerten und von den Soldaten, die d-eS Kriege? müde und von den andauernden Niederlagen entmutigt waren. Die Hauptaufgäbe der Revolution war, so rasch als möglich mit dem Kriege Schluß zu machen. Das bedeutete aber, da Rußland während der drei Jahre Krieg von seinen Ver- kündeten wirtschaftlich und finanziell vollständig versklavt war. die russische Revolution aus dieser Abhängigkeit von dei�Entente zu befreien und die äußere Politik des Landes. auiwsiisßlich vom Standpunkt der Interessen der Revolution aus zu bestimmen.• Nachdem die erste rein bürgerliche proviso lisch: Regie« rung in dieser Frage versagt hatte, wurde im Mai 1917 eine bürgerlich-sozialistifche Koalitionsregierung gebildet. Die Sozialilten-Rev-olutionäre, die sich auf das Bauern- tum, das revolutionäre Kleinbürgertum und die Arme-e stützten, und die sozialdemokratische Partei, hinter der die Arbeiterrät« standen, glaubten, daß gerade durch den Ein- tritt ihrer Vertreter in die Regierung ihre Unabhängigkeit -vost der alliierten Diplomatie erreicht werde. Sie setzten ihre ganze Hoffnung auf ein? international« Aktion des Proletariats aller kriegführenden Länder zugunsten des baldigen deuvokratischen Friedens und glaichten in der Regierung einen solchen Einfluß ausüben zu können, daß durch den Druck der Regierung auf die Ententedivlomatie der Er- folg einer solchen internationalen proletarischen Aktion be- schl-eunigt wenden könnte. Tatsächlich aber blieb in den Ententeländern wie in Deutschland jede Massenbewegung gegen den Krieg aus. In der Koalitionsregierung trieben die bürgerlichen Minister hinter den Kulissen eine eigene Politik, die die offizielle Friedenspolitik der provisorischen Regierung durchkreuzte. Sie intrigierten mit den diplomatischen Vertretern der En- tente gegen die Friedeasaktion der Arbeit-erräte und trieben in ihrer�Pvessc eine schamlose Hetze gegen die.Limmerwal- i disten" und„Internationalisten", die sie der Aufklärung der Armee beschuldigten und als Verbündete Deutschlands brand- markten. So kam es. daß die rücksichtslose Propaganda der Bolsche- misten für den sofortigen Frieden um jeden Preis ans die mehr und mehr kriegsmüden Soldaten. Arbeiter und Bauernmassen einen immer größeren Einfluß ausüben konnte. Tos Gieich? vollzog sich in anderen brennenden Fragen. llnter dem Vorwond, daß nur die Konstituierende Versamm- lung die von der Revolution proklamierte große Agrarreform durchführen könnte, sabotierte der bürgerlick»? Teil der Koa- litionsregierung jeden ernsten Versuch, eine großzügige Re- form durch radikale Maßnahmen vorzuberetten. die die Expropriation der Gxoßgrmröfcesitzer auf jeden Fall sichern sollten. So traten die ungeduldigen Bauern massen in eine anarchische Bewegung, um sich der Latifundien zu be- mächtigen, und als sie auf den Widerstand der Behörden stießen, wandten sie sich der bolschewistischen Partei zu. Auf der anderen Seite wurde in dieser Zeit bei den Proletariermasien die bolschewistische Forderung, die u n- mittelbare Produktionskontrolle durch die Ar- beiterschaft zu organisieren, sehr populär. Diele Kontrolle wurde damals durch die Bolschewisten in ganz syndikalistisch- ftmpNstischer Form propog:?rt. Da öle Koalitionsregierung nichts gegen die Lähmung der Produktion durch die kapitalisti- schen Interessengruppen unternahm, fand die syndikalistische Pärole der Volschewisten in der Arbeiterschaft den günstigsten Böden. Im August und Scptrmber 1917 eroberten die Bolsche- wisten die Mehrheit in den Arbeiterräten von Petersburg und MoSkau. Es wurde immer klarer, daß sie als die entschiedenste unter allen revolutionären Parteien die Oberhand gewinnen würde. Die Frage war nur, in welchem Sinne die bolschewistische Partei diesen wachsenden Einfluß ausüben werde, den sie dank einer besonderen historischen Situation gewonnen hatte. Der linke Flügel der Sozialdemokratie �die„inter- nationalistische" Fraktion), der sich in dieser Zeit auch die linke Gruppe der Sozialrevolutionäre anschloß, meinte, daß man die Koalitionsregierung durch eine geeinigte sozialistische Regierung ersetzen solle, die fähig wäre, den sofortigen Frieden zu schließen, den Großgrundbesitz unmittelbJT in die Hände der Sowjets zu legen, um damit den Bauern eine Garantie f?r die bevorstehende Reform zu geben, und eine strenge Staatskontrolle über die Produktion mit Hilfe der Betriebs- rate und Gewerkschaften einzuführen. Auf der Basis dieses Programms hofften wir die Einheit des soziülistischen Prole- täriatS wieder herzustellen und seinen revolutionären Bund mit dem Bauerntum zu festigen. Auf dem für den 7. No- vember einberufenen zweiten allrussischen Ar- be.it er- und Soldatenrätzekongreß sollte dieses Programm angenommen werden. Eine solch? Lösung der ltrisis entsprach jedoch nicht den Plänen der Mehrheit der Bolschewistischen Partei, die schon damals zu dem Glauben neigte� daß eins entschiedene revolu- tionäre Parteidikdatur noch Ergreifung de? Staatsgewalt von oben herab die völlige Neugestaltung der sozialen Verhält- niste de? rückständig agrarischen Landes im raschem Tempo vollführen könnte. Am Vorabend des Rötckongresses, in der Nackü auf den 7. November» bemächtigten stch nach einem sorgfältig vorbereiteten Plane die b o l s ch e w i st i s ch e n Truppenteile der Petersburger Garnison aller strategi- schen Punkte der.Hauptstadt, entwaffneten_ die Wachen, ein revolutionäres Komitee erklärte die Kerenski-Regierung für gestürzt und setzte bis zur Entscheidung des Rätekongresses keine eigen« Diktatur ein. So stand derJRätekon- greß vor einer vollendeten Tatsache, vor einer Diktatur, die bereits das Zentrum der Staats- g.cwalt in die Hände genommen hafte und sich auf siegreiche militärische Kräfte stützte. Der Kongreß tagte iü einem Ge- bände, vonKanonen umzingelt, mitMaschinen- gewehr�n�in jedem Zimmer, von bewaffneten Haufen vctn Soldatm und Matrosen überfüllt, die hinter den Delegierten imSitzungsiaale selbst standen und jeden antibolschewistischen Redner mit Schmähungen und Drohun- gen niederschrien. Bon einer freien Entscheidung des Kon- gresses konnte unbeOdiesen Umständen Wohl keine Rede sein, und die Sozialdemokraten und Sozialisten-Revolutionäre, die zusammen etwa 49 Proz. der Versammlung bildeten, ver- .ließen den Kongreß als Protest gegen die Ueberrumpelung der Sowjets durch den nächtlichen Staatsstreich Schon wenige Tage nach Eröffnung des Kongvestes, der, wie es unter den gegebenen Verhältnissen selbstverständlich war,'Ahne jede Diskusston die bolschewistische Diktatur- gur- hieß, begannen die. Gewerkschaften, vom den Enen- bahner-, Post- und Telegrapbenarbeiterverbäuden geleitet, ein? energische Kampagne für' die Wiederherstellung der fozia- listifchen Einheit. Es fanden Verhandlungen zwischen allen revolutionären Parteien statt, um auf Grund eines Mini- malprogramms eine Regierung von geeinigten Sozialisten -zu bilden. Das bolschewistische Zentralkomitee nahm an diesen Verhandlttngen teil durch Sinowjew. Kamen'w und Rykoff und andere hervorragende Mitglieder. Nach einigen Tagen verzichtete jedoch das bolschewistische ZeiMil- Komitee auf weitere Verhandlungen und rief damit Vne ernste Krise in deB bolschewistischen Partei hervor. Der Ausammenbruch. Von Bernhard Kell, rmann., Das neue Romanwcrk Bernhard Kellermanns, das erlle seil dem.Tunnel', der aar dem Kriege erschien, heizt.Der neuule NWember-, behandelt den deutschen Zusammenbruch und ist soeben bei S. Fischer a s Buch herausgekommen. Wir geben aus dem Werke solgendes Stück in dir Stimmung der Re> volulionsgedenkseier hinein.> Horch I .Das Feuer rollte. Sie zerrissen die Eingeweide der Erde. Tag und Nachl wühlten schweitzüberslrömte Leiber in den finstern«tollen der Tiefe, ohne Pause klirrten die Förderkörbe in allen Erdteilen auf und ab. Die Hochoien spien Feuer über den Kontinenten, Ströme von flüssigem Metall flössen in die Formen: Geschütze. Granaten. Sie zerrissen ihre Gebirne. Die Jugemeurc und Chemiker schliefen nicht mehr, neue Maschinen, neue Sprengstoffe, neue Gaie, immer fürchterlicher. Hunderte von Millionen sannen nur Ver- nichtung. brüteten nur Tod: Die Völker der Erde waren nur Mördervötker gemordcn. Tag unvNacht peitschten die Schrauben der Schiffe da? Meer— vorwärts� Tag und Nacht flogen die Züge durch Europa, vor- wärls. DaS Meer zittert und die Erde erbebt. Menschen, Pferde, Vleb, Wälder, die Hüter der Erde, die Schätze der Welt. Sie hatten alle das gleiche Ziel., � Die Wolke! Dort, dort, wo Menschen, Pferde, Vieh. Wälder, die Güter der Erde, die Schätze der Welt zu Staub zermalmt werden— dort... Schon färben sich die Flüsse rot und auf den Meeren treiben Inseln und Leichen.- Frankreich beiivandeli sich in eine Wüsle. Demschland in einen Friedbof, die Welt in ein Lazarelt. Vorwärts, Soldaten I Es soll sich enlschetden— die Kanonen sollen die Probleme löien. Die graue Limousine raste durch die glühenden Straßen Berlins. Konferenzen, Beiorechungen. Schlveidtfegcr wiichle sieden Schweiß vom schmutzigen Gesicht/ Auch er war um seinen Urlaub gekommen, aber schließlich war er nichts als ein Chauffeur und konnte Gott änk den Knien danken, daß er nicht da draußen fahren mußte, wo die Landstraßen sich öffnen und Feuer speien. Tie graue Limousine raste über die Linden. Müde amd abge- spannt blickte der General mit halbgeschlossencn Augen auf die Straße und gähnte.----' Vorwärts, Saldabens Die Schlacht brüllt, die Geschütze stampfen, kämpft, sterbt! Schon runzelt-der Dibisionäri am Telephon die Stirn, der Kam» niandeur erbleicht am Scherenfernrohr: der Aingrrff am rechten Flügel stockt! Vorwärts, Artillerie, wenn es sein muß, die eigene Artillerie soll euch vorwärts treiben, wartet! Kämpft, sterbt! Die Augen der ganzen Welt sind auf euch ge» richtet. Schon zittert die Börse, die Papiere fallen. Ihr werdet doch Am 17. November erschienen in der Presse zwei wichtige Dokumente. Das erste war von den Volkskommissaren W. N o g u i n e(Handel), A. Rykoff(Inneres), W. M i» ljt»tin(Lanbwirtsckfaft), I/ Teodorowitfch(Ver- provianfterung), A. S chliapn i koff und G. F e o- d o r o w(Aibeft), D. R i a s o n o f f(Transport), sowie auch von I. L o d i n und vom Kommissar, der Roten Garde I e r e n o f f unterfchrieben. Sie legten ihre Mandate als Mitglieder der Regierung nieder, weil sie nur in einer Re- gierung aus allen sozialistischen Parteien die Sicherung der Revolution erblickten und den Terror nicht gutheißen wollten. Ter zweite Protest wirrde von fünf Mitgliedern des Zentralkomitees der Partei unterschrieben. Nämlick von G. S i n o w j e w, L. Kamenew, W. Noguine, A. Rykoff und W. Miljutin. Sie erklärten:»„Die Taten der Führer des Zen- tralkcmritees haben bewiesen, daß sie fest entschlossen sind, die Bildung einer gemeinsamen sozialistischen Regierung s ch e i t e r n zu lassen.... Wir können keine Verant- wortung für die verderbliche Politik tragen, die dem Willen des großen Teiles des Proletariats und der Armee widerspricht, welche jeden blutigen Brnderkampf inner- halb der revolutionären Demokratie ablehnen." Die Unterzeichner sind aus dem Zentralkomitee auSge- treten. Noch früher legte der bolschewistische Volkskommissar für Volksaufklärung A. Lunatscharsky sein Mandat ni-'der, und einige Tage später wurde Losowskl aus ler bolsche- wistischen Partei ausgestoßm. weil er eine heftige Propa- ganda für die Einigung getrieben hatte und die Parteiführer- Politik entlarvte. m Lenin und T r o tzki waren es damals, die'dem ganzen Stab der bolschewistischen„Parleibonzan" zum Trotz, in dem sie sich vor allem cmf die breiten Soldatenmasten stützten, die Verantwortung für den Weg der Parteidiktatur auf sich nahmen. Bald beugten sich auch die oben genannten Protest- ler vor dem eisernen Willen Lenins und kehrten auf ihren Posten zurück. ?lbcr die Tatsache bleibt, daß sie im entscheid enden Moment die notwendigen Folgen lt?r Leninschen Politik für den Gang der Revolution ganz richtig vorausgesagt haben. Hrigaöe Er'harüt in Sapern! Zusammenarbeit mit der„j�rgesch". Aschaffenbnrg, 7. November. sEig. Drahtbericht deS«Bor- wärtS".) Tie„VolkSzcitung" veröffentlicht Dokumente, wonach die frühere Brigade Crhardt in Bayern illegal zusammrnge- st e l l t wird, Organisator ist der Oberleutnant Schmidt- Wil- hclmshnven, er arbeitet mit der bayerischen Einwohnerwehr zusam- men. Ter Lokemetioführerverband soll bei einem etwaigen General- streik den Betrieb der Eisenbahnen übernehmen. Hier zeigt sich einmal wieder, wie die„Orgesch" als„Partei der Mitte" den Umsturz von rechrs„Gekämpft"! Daß die bayerische Re- gierung Kahr diese Treibereien ruhig duldet, verwundert wohl ebensowenig wie das Zusan.mengehen der.Orgesch" mit RechtS- putschiüen. Verzichtet Bayern auf Einwohnerwehren? Die„AuSbur�er Bolkszeitung" läßt sich nach einem Telegramm der„Frkf Ztg." aus parlamentarischen Kreisen melden, daß di» rette Besprechungen zwischen einem führenden Mitglied der bayerischen- Regierung, dem Reichskanzler und General Rollet beabsichtig: seien. Dasselbe Blatt meldet, daß sich di« bayerische Regierung der furchtbaren Verantwortung bewußt sei und bei einem drohenden Einmarsch Frankreichs InS Ruhrgebiet sich bereit finden würde, die Einwohnerwehren nach dem Muster der übrigen Länder(??) einzurichten.(Dort sind sie aber abgeschafft und verboten!) Folgen der freien Wirtschaft. Wie die Düsseldorfer Stadtver» waltung mitteilt, bat nach Aufhebung der Fleischrationierung ein« derartige Massenschlachtung von Bich aller Art eingesetzt, daß die Viehbestände rapid abgenommen haben. Infolgedessen wird neuer« dings innerhalb der Regierung die Wiedereinführung der Zwangsbewirtschaftung von Fleisch erwogen. nicht, ihr geliebten Helden? Ja, Helden! Drei Marl, drei Fran- ken,-drei Schell inge und drei Dollar am Tage, Ausze ick, nungen, Triumphbögen, künstliche Gliedmaßen— ihr kennt doch unsere Tavise. Ihr werdet doch nicht—? Kali, Kohlen, Kolonien.... Der Börsen-ftlegraph tickt, Tag und Nacht, schon fit er erregt worden, es. bröckelt irgendwo ab, cS knistert, er tickt, ab, dieses snt» setzlich erregte Ticken, ihr könnt eS leider nicht böven im flmronen- donner, die Börsen von Berlin, London, Paris, Rom. New Dork— schon hat sich ein Bankrotteur eine Kugel in den Kopf geschoben— und ihr zögert? Die Kotier»nd Könige träumen vom Einzug in die jubelnde Haupistadt. die Präsidenien tiäumen von dem Moment, da sie den glänzenden Se-deuhiii bocbbebcn. umbraust vom Beifaliskloncben. Die LandeSfürstin, böcksieigeiihändig. die Geinabl n des Herrn Präsidenien, höchsteigenbäi�ig, wird euch die kleine Blechmünze auf die zerschossene Brust hefien— Vorwärts, ihr Gelieble», ihr Herrlichen, Unvergleichlichen!, Die Greife, die, die Geschicke dieser Well lenken, hüsteln hinter den aepolnerlen Türen in ihre kallen wäch'ernen Hände. Sie sitzen an langen polierten Tischen, mir rosaroien Kinderbäckchen, trommeln mit de» Fingernägeln, ungeduldig— die Sekreiäre. ohne Tadel. schleichen auf den Zehenivitzen über das glänzende Parkett. Die Greife kritzeln mit der Feder, werfen aebiereriich« Blicke, Jede? Wort, das sie sprechen, bedeutet Tod. jeder Federstrich, jedes Lächeln— Tod, Tod— sie aber leben. Seit Monaten, seit Jahren, flimmert himmelhoch die Staub- wölke über der Walstatt, es regnet schwarzes Blut— die apokalyptischen Reiter ziehen über den Wolken dahin und gießen ihr« Schalen aus über Europa. Gewogen, gewogen und zu leicht de- fnnden! Di« Feuerschrift der Geschütze»flammt am verfinsterten Firmament. Soeben est das Kabinett der Greis« zu einer neuen feierlichen Konferenz zusammengetreten. « Reserven!., Die Hönde de? Generals zittern. Erregt wirft er die Tele- gramine auf den Schreibtisch zurück. Fieberröte flammt über sein Gesicht. Slbon vor zwei Jahren hatte er eine Denkschrift eingereicht und erst kürzlich war er wieder darauf zurückgekommen. Er hatte den Vorschlag einer Patnolin ousgearisien, zwei Millionen Frauen in die Armee einzustellen, für Warbidienst. Etappe. Bureau, Zwei Millionen, zehn lWißionen, wenn man wollte! A»S den träsiigsten Frauen hätten sich auch Kampsbalaillone aufstellen lassen, ohne Fiage. Di« Frauen hätten vorzügliches Malerial abaegeben. lDer General war geivobnt.Material» zu sagen, wie alle Militärs.) Auch di» Frauen, ohne Zweifel, hätten ihre Leiber voller Begeiste- rung den Kanonen entgegengeworten! Seine Denkschrfit— sie verstaubte irgendwo, mit abfälligen Randbemerkungen vei sehen. Man hatte seilen Rat nicht beachtet — wie man Ratichläge übechaupt nicht zu beachten beliebte. Man wußte alles selbst, wnßte alles bester. „Ich klingle bereits das zweitemal und Sie kommen nicht!» jagte der General mit gerunzelter Stirn zu Seißbach. Revolutionsfeiern im Reich. Am gestrigen Sonntag fanden im Reich bereits eine Anzahl von Revolutionsfeiern statt, zum Teil von Linksradikalen, zum Teil aber auch von der Sozialoemokratie, namentlich in solchen Städten, wo die Revolution bereits am 7. November gesiegt hat. In Frankfurt a. M. wurde die Revolutionsfeier im Schu- mann-Theater abgehalten, an die sich ein großer Demonstralionszug anschloß. Genosse Kaiser wies in seiner Ansprache darauf hm. daß der neue Gesetzentwurf über Regelung der Arbeitszeit� für einzelne Berufsgruppen den Achtstundentag abschaffe, und soröerte zum Kampf hiergegen auf. Il.S.P. und K.P.D. seier- ten in anderen Stadtteilen. In Dresden veranstaltete die kommunistische Jugend nach ihrer Feier entgegen dem polizeilichen Verbot einen Demonstration»- zug, der von der Polizei auseinandergetrieben wurde, wobei es zu Verhaftungen kam. Im Hamburg fand eine Feier und Demonstrationen der Linksparteien statt, sie den Opfern der Revolution gewidmet war. Auf den Gräbern der Gefallenen wurden zahlreiche Kränze niedergelegt. In Hannover feierte die Sozialdemokratische Partei d:e Wiederkehr deS RevoluiionstageS durch Temonftrationszüge und Versammlung vor dem Siadttheater. Ter Präsident der Preußi- schen Lamdekversammlunss, Genosse Le inert, sprach über�„Die Errungenschaften der Revolution". Tie K.P.D. und die U.S,P,T,. feierten in geschlossenen Räumen. Im übrigen verlief der Tag ruhig: Das Straßenbild zeigte keine Veränderung. Feier in München. München. 8. November.(Eigener Trahtbericht de?„Voriväris».) Um bei der R e v o l u t t o n S f e i e r ernste Zwischenfalle zu ver- meiden, hatte die Polizei jeden Umzug verboten nnd zeigte am Sonnabend öffentlich an. gegen jede Uebertretung werde mit Ge- Walt eingeschritten werden. Es waren auch Polizeitruppen und Reichswehr mit Sturmhelm bereitgestellt. Trotzdem marschierten die Sozialdemokraten und die RechtL-U.S.P. aus den einzelnen Stadtteilen mit Fahnen nach einem gemein- samen Versa m ml ungSplatz im AuSstellungSparh» Dort murde gesungen und der sozialdemokratische Landiagsabgeordnete Roßhaupter und GareiS von der RechtS-U.S.P. hielten Ansprachen. Auch der Ruckmarsch in die Stadtviertel erfolgte im Zuge und mit Fahnen. Die Straßenbahnen hielten still, bis die Züge vorbei- marschiert waren. Die Polizei schritt nirgends ein. Die KPD. und die linke U.S.P. hielten in zwei Gegenden Versammlungen ab, Sie verzichteien auf jeden Straßenumzug. Im Hofe des Gewerk-- schafishaujeS wurde mittags eine schlichte Feier abgehalten und das Bronzerelief zum Gedenken EiSners, eine Arbeit aus Kstnstlerhand. wurde enthüllt. Nachmittags fanden sich die Arbeiter auf dem Ost- friedhof ein, wo unter kurzen Ansprachen vor dem Denkmal der Revolutionsopser Kranzspenden niedergelegt wurde.ai. Zrankreich unü üie Dieselaffärs. Paris, 8, November.„Journal* erklärt, nicht Frankreich fei es. daS die Zerstörung der Dieselmotoren gefordert oder diese Forderung auch nur unterstützt habe. Die französische Regie- rung habe sich unbedingt geweigert, die englische Ansicht zu unier- stützen und habe durchgesetzt, daß ihre Ansicht durchgedrungen sei. Vonzjas Schicksal. Paris, 8. November.(TU.) Die Botschafierkonferenz hat den neue» Wortlaut der Danziger Konvention angenom, men, die.am 15. November gleichzeitig mit der Konstitution der freien Stadt Danzig unterzetck n« werden soll. Ter Prozes, gegen die Stürmer deS polnischen und französische» Konsulats in Breslau begann heute morgen, 21 Personen sind wexen LandsriedensbruchS angeklagt- Eine groß« Anzahl Zeugen sind geladen. Der Andrang des Publikums und die Beteiligung in- und ausländischer Pressevertreter ist stark. „ES hat nur das eine Mal gellingeli, Herr General", ver« sicherte der Adjutant. Der General erbob sich— sein Auge wuchs. � „914. nun fangen auch«ie an zu widerforechen.» Der Ädjuiaiil schwieg und stand still.- Seine Miene war bleich. Der General streifte ihn mit einem Blick.„Nun sind ouev Sie beleidigt, Weißbaäi," toaie er einlenlend.„Es fehlte»och, daß auch Sie beleidigt sind.» Der Blick des Adjutauten strahlte Vergebung. Mit zitternden Händen ging der General hin und her. Dann blieb er vor Weißbach flehen und sagte ruhig:„Rufen Sie ioiort alle Herren teirgrapbi'ch aus dem Urlaub zurück.— Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln I" sügte er schreiend binzu. Reserven?' Als ob nicht alle« Grenzen hätte. Und welchen Ton sie neueidingS beliebten? Man balle alles, � was nicht umfiel, eingezogen, bane die Lazarette ausgefegt, Fiebeiude aus de» Betten gerissen, vom OreralionSttsch hatte man die Lcme fortgencmmien, ohne jede Rücklicht. Und Reserven? Ja. es oab einfach keine Reserven mehr, da« allein war die Wahrheit! Das Telephon schrillte... Im gleichen Angendlick wurde eS draußen stockfiusirr uud ein kitatienider Donuer tpiaug mit leuslischem Eclächier über daS Tachetmeer von Berlist dahin. Gott sei Taut, die Hitze war unerträglich geworden. Ein deutsches Feldgeschütz fuhr plötzlich mitten im Sandsturin auf. WaS wollicn sie? Waren sie wahnsinnig? Verschwunden ist daS Feldgeschütz— Furckibar rollt die� Brandung aus Eisen und Blut. Tie Kanonen knackten, als würden Knochen in der Luft zerbrochen. Die Front wankte, kein Zweifel, ktine Beschönigung mehr. Schon klamen breite Risse. Die Mauer» aus Menschenleibern, hundertkach aufgefüllt, hundertfach in Siücke geschossen, in jede Bresche stürzie» sich neu« Menschen leiber. ja. nun wankte sie. Diese Mauer aus Blut, auS menschlichen Gehirnen, aus menschlichen Herzen, die vor Liebe glühten und sich verzehrien— sie stürzte. Die Karte war ausgespielt, die letzte Karte, ausgespielt gegen alle Ge'eye der Wobricheiulichkeit. Sie balle verloren. Hunderte. Tanftnde von Granoten in der Sekunde, Einschlag neben Einschlag. Die Hachöien der Welt sind gegen dich im Kampf. Die erschöpsten, verbluteten Truppen sahen sich nach Unterstützung um. Die Kameraden, wo sind sie? In Finnland, Livland, Polen, Riimänien, Mazedonien. Syiien, in der Ukraine, im Kaukasus— weit, weit, sie können nicht helfen. Und jeden Tag entsteigen zehntausend frische, mutige, wohlgenährte Männer dem Ozean. Der Hagelstnrm von Eiien rast. Explosionen, Explosionen... Pulvermagazine fliegen in die Lust, GaSk-siel ervlodiere», Städte verschlingt die krochende Erde— daS Trommelfell btrst' Blut sickert aus den Ohren... Ucber die ganze Erde ist daS furchtbare Krachen der zusatymen- brechenden Mauer zu hören. Stellungnahme öer S.p.d.-JunktkonZre. Die auf dem Boden der S.PÄ!. stehenden Betriebs- und Ge- werkschaf�sfunktionäre der Städtischen Betriebe Groß-Beriins batten sich gestern nachmittag in großer Zahl versammelt, um zu dem Streik der Etektrizitätsarbeitcr Stellung zu nehmen. Genosse Ritter'gab einleitend einen Uebcrblick über die bisherige Lohnent- Micktunz der städtischen Arbeiter und Angestellten und macfjte insbesondere auch nähere Angaben über die schwierige Finanzlage der Stadt Berlin,, die der Bewilligung weiterer Lohnausgaben erheb- lichs Hindernisse in den Weg legt. Bis zur Grenze der äußersten Leistungsfähigkeit wolle die Stadtverwaltung gehen. Dazu sei aber auch eine geordnete aufbauende Entwicklung der städtischen Betriebe notwendig, die nicht durch politische Machtnation der Leute vom Schlag« Sylt gestört werden dürfe. In der Diskussion wurde von verschiedenen Rednern darauf hingewiesen, daß die städtischen Ar- b-eitnehmer zum großen Teil sich in einer Notlage befinden. Von fast»allen Anwesenden wurde aber der Streik der Elektrizitäts- arbeiter scharf verurteilt, insbesondere wurde auch auf die Schädigung hingewiesen, die dieser Streik der Arbeiterschaft in der Privatindustrie verursache. Folgende, von dem Vorsitzenden, Genossen Krüger, beantragte Entschließung wurde gegen 2 StimmKn angenommen: .Die Versammlung der auf dem Boden der S.P.D. stehenden Funktionäre her Groß-Berliner städtischen Betriebe würdigt durch- aus die schwierige Finanzlage der Stadt Berlin. Auf der anderen Seit« steht die Notlage eine» erheblichen Teils der städtischen Ar- beiter und Angestellten fest. Die Versirmmlung ersucht daher den Magistrat dringend. nochinalS zu prüfen, inwieweit insbesondere bei den schlechtest bezahlten Gruppen über die durch den Schiedsspruch bewilligte Lohnzulage hinausgegangen werden kann. Die Versammlung verurteilt auf das schärfste den wilden Streik der Elektrizitätsarbeiter, der in schwerster Meile die aesamte Bevölkernng, insbesondere auch die Arbeiter- schaft, schädigt. Dieser Streik ist durch den Stand der Lohnbewe- gnng nicht gerechtfertigt und nur erklärlich aus politi- schen Zielen, die seine Drahtzieher verfolgen. Tie Versamm» Inng fordert zur schleunigen Wiederaufnahme der Ar- beit in den Elektrizitätswerken auf und erwartet, daß dann in sofort einzuleitenden weiteren Verhandlungen zwischen den städti- scheu Arbeitnehmern und dem Magistrat die noch vorhandenen Streitpunkte beseitigt werden."_ Der Wiener Parteitag. Wien, 8. November. Ter Sozialdemokratische Parteitag be- a'lftragte den Partrivorstand, die Konferenz der sozialistischen Par- teien, die sich weder der Zweiten noch der Dritten Internationale angeschlossen haben, zu beschicken. Der Parteitag wltrdr eS lebhaft Begrüßen, wenn Wien als Konferenzort gewählt werden könnte. Ter Parteitag erwartet von der Konferenz nicht, daß sie eine neue, vierte Internationale gründe, sondern dah sie über die Mittel und Wege berät, nach welchen Methoden der Auf- Bau einer Weltorganisation der ArBeiterklosse mög- lich ist, in der die klassenvewuhten Prisietnrier aller Länder per» einigt sind. Ter Anlrag des Genossen Dr. Hartman«, dir Parteileitung zu Beauftragen, ein BolksBegehren wegen des Anschlüsse? an Deuts chlaad in die Wege z« leite«, wurde dem Partciporstand überwiesen. Die Genfer Konferenz. P-r'S, S. November. Wie.Temps" mitteilt, ist die Tatsach«. daß die Genfer Konferenz in der �Wwdergtltmachungssrage nicht bis nach der Volksabstimmung in Oberschlesien ausgeschoben. worden ist, rmf den Vorschlag der englischen Re- g i e r u n g zurückzuführen. Die französische Regierung wünscht ihrerseits, so erklärt das Blatt, daß die Konferenz der F-nanzminifter deS BerbaadeS mit den Mitgliedern der deutschen Regierung spätestens in der ersten Hülste de? Februar zu- sammentrcte._ Erzberger erklärt entgegen Meldungen der Rechtspresse, daß er auf sein Mandat nicht verzichtet, nachdem ihm sein« Wähler sm ft. Juni das Vertrauen ausgesprochen hätten. Nach den bis» herigen Erfahrungen lehne er e» weiter ab, mit Klagen gegen seine Gegner vorzugehen._ Die erdolchte Zront. vor zwei Jabren soll nach Bebaupluna der ReaMonZr« die Frotil ron vimen erdolcht worden sein. Die wirklichen Front. erdolcher Port' Stiert eine tieine Gedichtsammlung unseres Genossen S r i ch K u t t n e r, auS der wir nachstebend das.Müsch. iotenlied", da? nlei-ii anderen Stücken dieser satirischen Sammlung einen weilen Weg gemacht hat. als Piobe geben. Die Sammlung ist unter dem Titel.Di« erdolchte Front» im Verlag dar Buchbandluiig Vorwärts erschienen. Preis 2 M. Ich fockit drei Jahr ver dreckt, verspeckh kliid trage leinen Oidensstern. Die Orden sind für unsere Herr», Heidi, heida. Die Orden und der Sekt. Mckrickiert« baß und fror und sibwitzt, Fraß itüb und abend« Drabiverbau. Ten Broten hon dt« Herrn subttzt Heidi, beida, Für sich und ihre Sau. In Lehm und Schlamm der Nächte Oual, Als bester P'übl ein Kistenbrett.' Weit hinten kiebl ein Himmelbett Heidi, beida, Für unteren General. Und schmeißt man mich in? Massengrab. Stopft mir tnS Maul die Schau'el Kalk. Das Sargbol, braucht zum Katafalk Heidi, beida, Ein hoher Herr vom Stab. Soldaten schickt das Vaterland, Wenn vorn Kanmienfutter fehlt Bis sie den Leyien'totgequält, Heidi, heida, Die Herren halten stand. � Vugnü TtriudbergS.Schei erhaufen« Dkrd fn esner Neu- elnstiidier»ig in den Sv> kvian des Deutschen Theaters auf- g.'nominen. Die ersten Volstelllingen ünden am to. und lt. Ziooenioer statt. Eine KSiimann. Gedächtnisseter veranslallet am Ii. November, abends-« Uhr. der Serliner Zonkünstleiverein im Bechtteinsaal. «Jutta» von Bunge. Professor der physiologischen Chemie an der Universität Basel, ist im Älter von beinahe 77 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Er hat sich durch sein Lehrbuch der Pbysto- tonte, vor allem turch sein Eintreten für die«ikoholbelämpsung, dte er wissenschaftlich und agitatorilch förderte, oerdient gemacht. Kurt Tucholsky— oder Kaspar Hauier, oder Jgnaz Wrobel. oder Theobald Tiger, oder Peter Panier, oder s— Lest am 2S. November, abends 8 Uhr, in der Berliner Eece sion au» elgknrn Schriften. Neber Gartenbanschul« und Schulreform spricht am iE November, «bcndS 7 ntjr. in» öfsentticher versommlimg de».Bundes entschiedener Schulresormer» im Werner-Siemens.Reatgymna'ilim in Schöneberg, Hohen- ftausenstr. 47/48 EiartenschuUeit« Heyn- Neulöllu. WirtflHaft 1613 Millionen neue Zahlungsmittel. 7si,si Milliarden Paflicrgclduntlauf. Der RetchsbankauSweis vom 80. Ottober zeigt das furchtbare weitere Anschwellen der Popiergelcflat. Die Nachtrage nach papiernen ZahlungsiNitteln eni- zog der Bank»n Banknoten 1530 3 Miss M. und an Tailebus- kasseuschetnen 33.1 Mill. M., zusammen l6!3.4 Mill. M, so daß der Baiiknotcnumlauf aus 63 596.4 Mill. M., der Umlauf an DarlehnS- kasseuschetnen auf 13 024,1 Mill. M. anwuchs.* Eine weitere Rieseufusion in der Montanindustrie. Die Aussichrsräte der Gesellschaften Lothringer Hütten- und Bergwerlsverein A.-G, Rauxel t. W. Hasper Eilen- Und Stahl- werk. Haspe i. W...Köni:sborn" Äkiieiigesellschatt für Bergbau, Salinen- nnd Soolbadbeirieb, Unna-KönigSöorn. haben beschlossen, den Generalversammlungen folgende BerschmelzungSvor- schlage zur Annahme zu unterbreiten: Der Lothringer Hütten- und Bergwerksverein erwirbt das Vermögen de« H a s p e r Eisen- und Stahlwerks als Ganzes gegen Bezahlung von 700 Proz. für die Aktie. alio von öl 000 000 M. Gleichzeitig Wird den Aktionären an Stelle der baren Summe eine Aktie des Lothringer Hüttenoereins und 3000 M, in bar angeboten. Der auf diese Weise erweiterte Lothringer Hütten- verein schließt mit der Königsborn-Akitengesellschaft eine Jnter» e sse n g e m e i n s ch a s t auf 24 Jabre mit dem Zwecke, die Werke des erweiierien Lothringer Hüitenvereins mit Kohlen zu versorgen und kür eine regelmäßige Abnahme der Königsborn- Kohle Sorge zu tragen. Der Lothringer Hnttenverein garantiert für die Dauer deS Pertrages eine Mindest-Dividende von 20 Proz. Außerdem macht das Banten-Konsortium denKönigsborn-Aktionären ein mit drei Monaten befristetes Angebot für den Umtausch der Königsboriiaktien in der Weise, daß für eine KöiiigSbor»ak>te ent- weder 7500 M. rn bar oder eine Lothringer Aktie und 8500 M. in bar gezahlt wird. Der Lothringer Hüttenverein wird zur Durchführung dieser Transaktion sein Aktienkapital von 58 aus höchstens 72 Millionen Mark erhöhen, unter Ausschluß des BezugSrechts für die Aktionäte Hroß�erlln was kostet's! In der vergangenen Woche haben die Fleifchpreis«, an und für sich sehr verschieden und von beträchtlicher Höhe, keine Aenderung erfahren. Linsen kosten 5,50-7,20 M., Erbsen 2,50-3,50 M. das Pfund. Bruchreis kostet 5,50, während man für sehr guten Boll- reis 7,20 M. daS Psuad zahlen muß. Der Preis für Margarine, einige Sorten zeichnen sich unangenehm durch recht starken Salz- gehalt aus, stellt sich auf 13,30—15,25 M. für da« Pfund, Die Kartoffeln waren bereits selten. Teilweiie erfroren, faul und dick niii Erde umzogen, muß man 45—50 Pf. sür ein Piund ausgeben. Harzer Käse, nicht einmal vertrauenei weckend auslebend, kostet das Stück 1 M. und das Viertelp'uiid<2'/, Stücks 2.50 M. Schweizerkäse kann man sür 84—41 M. erstehen. Ein Liter Leinöl, als Feticriatz beliebt, erhält man iür 32 M. Nüsse sind wegen ihres Oelgehalls von bedeutendem Nädiwert, doch sind sie von Etkälieten tunlichst zu meiden, da sie in hohem Maße den Hustenreiz fördern. Die so gut schmeckenden Paranüsse sieht man, ohne Pretsangave, nur in Luxnsgeschäften. Erdnüsse, kurzweg sogt man oft Schiveinsiinsse oder Papageienfutter, kosten 14 M. das Pfund. In der vorkrieglicken Zeit belebten Kokosnüsse, mit bunten, diolligen Genchtern bemalt, zuweilen Schaufeiffterauskagen. Die Kinder von heute kennen dieie Nüsse kaum. Sie rauchen nnnmebr im Straßenbild« wieder auß kosten aber 14 M. das Stück, und«in Zehntel-Streit'en kommt 2.50 M. Ein Pfund Haselnüsse bekommt man für lg M. Die Haselnüsse hauen«n diesem Jahre gut an- ge'etzl, doch sind sie meisten» zu früh abgerissen worden. Walnüsse nehi man in den Läden nur vereinzelt. Maronen kann man sür 3,25—3.75 M. da« Pstrnd kaufen. Italienische Ki anzkeigen kommen durchschnittlich das Pfund 7 M,, es gab sretltch schon welche für 4 M., doch die waren lebendig. Bei ihrem Anblick konnte man sich an eine Parodie erinnern, die auf Käse gemünzt war r...d die wie folgt lautet: -Ich hatt' einen Käst mit Maden, Einen bessern kriegst Du nrt, Der Käs' fing an zu riechen. Die Maden an zu kriechen Im gleichen Schritt und Tritt." Die Verkehrsmisere. Der dritte Tag de? Elektrikerstreiks hat die geschaffen« Per- kehrSmisere noch vergrößert. Tie durch daS Lahmlegen der elef- irischen Signale stark behinderte Abwicklung des Eisenbahnverkehr» wurde durch den dichten Nebel, der heute morgen über Grotz-Berlin lag. noch mehr erschwert. Die Vorort-, Rtng- und Stadtbahnzüge hatten Verspätungen von 30 bis 45 Minuten, weil die Strecken völlig unübersichtlich geworden waren und die Weichen und Kreuzungen in der Nähe der Bahnhöfe nur im Schritt passiert werden konnten. Obwohl die Fahrdienstleiter auf den Bahnhöfen in aller Eile einen doppelten Sigrtal. und Ueberwachungsdienst eingerichtet harten, war eS leider trotz aller Sorgsamkeit des Fahrpersonals ntcht überall möglich, kleinere Unfälle zu vermeiden. Als in der neunten Morgen- stunde ein Vollringzug in den Potsdamer siiingbahnhof einlief, ver- mochte der Lokomotivführer infolge des dichten Nebels nnd fehlen- der Beleuchtung das End« der Bihnhofsball« nicht zu erkennen und fuhr mit voller Wucht gegen den Prellbock, der mit samt einem Teil der Schienen herausgerissen nnd ebenso wie die Maschine des Zuges stark beschädigt wurde. Obgleich die Tritbrettcr und Wagendächer voll beseLt wcrren, wurde glücklicherweise kein größeres Unheil ange- richtet, da die meisten Passagiere die drohende Gefahr erkannten und sich rechtzeitig durch Abspringen in Sicherheit brachten. Tie Fahrgäste der Abteike wurden durch den plötzlichen Ruck durchein» anderoeschleudert und einige Personen erlitten Ouetichungen. Die Fernbahnhöfe Verlins wie auch ein Teil der Krankenhäuser waren seit gestern abend wieder mit Strqm dersehän. Ein weiteres. Opfer der Granatenexplosio«. Im Kinderkrankenhaus ist in der letzten Nacht der siebenjährige Sohn des bei der durch seine Schuld entstandenen Explosion verun- glückten Munitionssammlers Kaschub« seinen Verletzungen erlegen. Auch der Zustand der Frau Kaschube, die jm Jüdischen Krankenhaus liegt, hat sich so verschlimmert, daß an ihrem Aufkommen ge- zweifelt wird.__ Ter Mordauschlag In Spandau. Die Reichswehrsoldaten, der 20 Jahre alte Füsilier Adolf Grünschel und der erst 18 Jahre al!e Füsilier Hermann Rennecke vom ReichSwehr-Jnfanteric-Reg ment 115, die. wie berichtet, den Mordanschlag mit Eierhandgranaten auf den Alihäriidler Mahnkopf in Spandazi verübten, sind nach ihrer Ueberführung nach Berlin mit den bereits in Berlin verhafteten drei anderen Soldaten, dem 20 Jahre alten Gefreiten Wilhelm Ebbecke und den 20 bzw. 21 Jahre alten Füsilieren Willy Siem und Walter Götze vom gleichen Regi» ment gestern, Sonntag, nachmittag von dem Kriminalkommissar Trettin im Berliner Polizeipräsidium eingehend vernommen worden. Alle Verhafteten sind geständig. Sie werden alle fünf hou!« wegen Mordversuch» der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Zur Feier deS FahreStageS der russischen Revolution veranstalteten gestern vormittag der linke Flügel der U.S. P.D., die K.P.D. und die kommunistische Jugend Deutichlands in Grotz-Berlin 20 öfientliche Versammlungen, die aber durchweg nur mäßig besucht waren und einen ruhigen Verlaus nahmen.. Von den Versamm- langen zogen in« Demonstranten nach acht bestimmten Treffpunkten und später zum Lustgarten, wo etwa zehn Redner der Kommunisten und Nepkommunisten ihre Ansprachen mit Hochlltfen auf die Jnier- nationale und die Wrltrcvolniion schlössen Plakate an Häusern und Zäunen, die heute in aller Frühe anaekleb! worden waren, for- dern zum sofortigen Gencvolstrerk auf. Sie sind unterzeichnet von den revolutionären Arbeite«. räten, den kommunistische» Parteien und von der allgemeinen Arbeiterunioa. Verhaftung eines Potsdamer Arztes. Auf Veranlassung her Potsdamer S'aat?anwalischast wurde gestern in Potsdam der vrak- tische Arzt und Geburtshelfer Dr. Friedrich Netto verhaftet. Sätnt- licke Kpankensournale wurden beschlagnahmt. E'nvn Tag vorher wuvde die Leiche der 82 jährigen Wertführerfvan T-eitel in Golm amsgcyraben, die an Bauchfellentzündung verstorben war. Der GesandtschaftSeinbruch aufgeklärt. Ginbrecher suchten, wie wir vor einigen Tagen mitteilten, zur Nachtzeit hie chilenische Ge- sandtschast in der Kurfürstenstraße heim Und stahlen für üb« 200 000 M. Teppiche. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei führ» ten rasch zur Aufklärung des EanbruchS. Zwei der Täter sind be- rcits dingfest gemacht die beiden anderen sind noch flüchtig. Zwei der größten und wertvollsten Teppiche konnten wieder herbeigeschafft werden. Mit einer Piertelmillion durchgebrannt ist der 25 Jahre alte. aus Altona gebürtige Bankbeamte Richard Schutt, der van der Kriminalpolizei in Berlin gesucht wird. Schütt erhielt erst Ansang Oktober d. I. eine Anstellung in einem Bankgeschäft in Wriezen. Nachdem Schütt eines T.rgeS dem Safe für 40 000 M. russische Werte entnommen und in seine ergvne Tasche gesteckt hatte, fuhr er mit einem Zwcirad die Kundschaft des Bankgeschäftes in der Um- gcbung ob und brachte bei Gutsbesißern für mehr als 200 000 M. Schatzanweisungen und Kriegsanleihen zusammen, alles angeblich im Auftrage feiner Dank, um sse dort anzulegen. Statt dessen ließ er sich in Wriezen n'cht mehr sehen, versch.vand vielmehr mit der großen Beute, wahrscheinlich nach Berlin, wo er früher einmal ge- wohnt hat. Auf seine Ergreifung und die Wiederbeichaffunq des unterschlagenen Geldes ist eine Belohnung von 15000 M ausgesetzt. SehausvieldauS Neukölln. Am MittwoiB. den 10. November, abds. •/.T Uhr. wird im neuen Saale der.Neuen Welt' Otto Ernsl'S.Flachsmann als Erzieher" zur Aufführung gelangen. EintriltZlarten zum Press« von 3 M. sind bei den durch Säulcnanschlag bekanntgegebenen VertautS- stellen und im Bureau des Volksbildungsamtes, Zimmer 218 des Rathauses Neukölln, erhältlich. KriegSfürsorgeamt Neukölln. Jm Interesse der Kriegsbeschädigten ist di« Abfertigung der Kriegsbeschädigten nach dem 1. Stock- werk deS neuen Rathauses verlegt worden. Die Expeditionen sind dort in den Zimmern 145, 14g, 147. 140, 140a untergebracht. Ebenso erfolgt die Anmeldung für die Abfertigung sowohl für di« Kriegsbeschädigten als auch für die Hinterbliebenen I Treppe vor Zimmer 140»._ Hroß-Serliner parteinachrichten. Morsten, S. November: 8.«. 4. Abt. Di« RevoluIionSseier findet am morgigen Dienstag, vormittags 10 Ut>r, im Nationalhof. Bölowstr. 37, statt. P'Milche Feier i An prache des Landtagsabgeordneten Heller. Abend? S Uhr beginnt im telben Lokai eint Kuniloeranstaltnng. 42. Zlbt. Morgen. Dienstag, Westen fich sämilich« Menosten vor» mittags 8 Uhr bei Bebrens, Tegeler Straße 22, zum gemeinsamen AB, marich. Abt. 101/103 sTrePtow-Baumichulenweg). Vormittag Kreis, verü eteroerlammlung in N i« d e r s ch ö n e« ei d e kLoreley). Trcfipnnkt an der Bavnuniertübrung am Treptower Park pünwtich 9 Ubr. Abend- veronstaltung im Bertiner Gewerlschasisbans. Friedrichshagen. Die Genossinnen und Genosten betelligen sich an der Fesiveiiamirlixng morgens Gl, Ubr im Staditbeater zu Chvenich Nachmittags 2 Uor: FamUtenausflug nach Ravenstein-Mübl«. Treffpunkt am A-urpart._ Jugenüveranftaitungen. Morgen, 9. November: All« Abteilungen des Vcretn« Arbeiterjugend tSroiß Berki» beteiligen sich an den RevolutionsseielN der Partei.— Di« Adteilungr» des Kreise» Prenzlauer Tor Westen sich zu einer Demonitration mit der Partei um 9 Ubr an der Normaluhr Danziger Straße. Ecke Papvel- allee.— Ta» Zrnttatjugendhetm, Lindenstr. 8, bleibt am 9. November geichloflen. Gcwinn-AusZug der 1«. Preutz.-Tfldd.(242. Preuß.) Klasseu-Lotterie 6. tuasie 2. Ziehuugslag s. Roveiuv« 1940 [knl Wd, rnoun, Kammer»te«>«» vev» ttiwlnue fefatln, j «ad ewai Ja«Uer»et 41* voi*(lelrtai, Cammer In 4mi be>4*a I Antetlenaea I an«* U_ I Ohne Gcwö.ir. Aachdrwt Verbote». gu»er tvoilnulagsziehung wurde»«ewir.ae ftboc Ui Sioit gez-gm: z Gewinn«(U 18000 M 110006 2 tiew.une>u lOoOO M 21oo60 6 Gew.nae xu 5000 M 41860 177852 189689 917680 100 Oew.nne«u 3000 M 1978 10776 21785 26013 37023 36781 87385 41893 46533 49772 30333 65,53 50343 59058 60157 64788 0�93» 67250 69273 73683 80283 85708 86830 88458 64349 105161 106384 11.0310 117803 124780 135571 151453 15jß32 158279 lo4076 174888 172127 182031 183335 187315 192553 192820 197160 200118 209111 209993 312253 218880 224399 232131___.......... 204 Gewinne-u 1000 U 5183 5544 8162 7298 16238 18756 21990 28811 29817 30373 31214 33234 34279 35928 89894 41780 47167 47382 60110 60179 51555 51773 53315 57021 57322 60843 60850 61533«160» 03144 69300 73003 70605 79009 83431 83527 94223 102828 103831 106486 112815 115404 116744, 117597 118382 113879 121000 124431 127266 127388 127403 128340 133595 134377 138553 137416 144094 144127 145403 146509 152198 155533 153494 158752 159914 161453 181827 163245 170535 170840 173730 178480 177295 178763 181485 18410« 184598 184602 137321 157845 109071 190503 192523 195901 198150 196967 204522 205903 203610 208383 208041 210203 211766 312930 213618 219220 221364»24335 225732 236291 227765 230151 225 Gow.noe*n 600 M 1407 1605 2532 3372 4374 10433 13449 18617 18861 19148 21344 27401 32007 35858 87317 38944 39973 41391 42859 43761 44393 47405 83079 53712 83783 54594 50022 60543 84281 84316 68131 74533 74731 75536 78959 73229 79183 80942 81118 82645 28704 92429 98987 69067 101935 103903 109793 113420 115113 115110 118204 118489 119277 119338 119542 119508 120713 120797 121373 124174 127773 127843 129139 129176 135597 140453 142702 143248 143559 144884 1460b0 147600 148500 149159 154419 156338 150380 162658 162988 195690 166939 158688 172385 173195 17374# 173816 174190 176033 130053 181227 184574 186164 191489 191568 192274 194487 195487 198129 198167 203699 203977 212138 218281 215005 220*14 221010 221783 328348 227438 227727 230635 221482 233401 L» der NachmiNagS-ichuna wurde»«ewwne über 644 Marl gezogen, 2 Gewivne in 5000 M 42859 70 Gewinne«u 3008 M 5025 8788 13938 13280 15138 15464 15572 17465 15800 22339 23195 35094 36017 43953 43369 62384 53213 56980 68147 80888 107613 115433 115322 120433 139033 139896 140550 154022 155063 171743 171763 195392 195749 207450 223431 227037 228037 233499 164 Gewinne tu 1000 M 8592 5703 7-41 21816 23271 24930 29787 30353 88030 43813 44343 49027 50011 51603 52192 53513 66330 57790 64001 6�672 67878 70229 71178 72975 TS603 80773 83163 88071 «3237 93455 100683 103375 104007 104254 107508 108808 109295 118677 118090 121327 123117 12370p 123432 126443 134335 135257 139405 140822 143835 144378 145470 148412 147509 146535 150054 182239 152679 153920 158108 181021 167170 158255 176392 177649 189349 189007 191033 191075 192478 193410 194563 197774 193320 207927 203552 212388 313208 213424 215359 228729 229188 230501 214 Gewinne m 500 M 2081 3025 4X82 6377 9737 8782 13488 17071 17243 17450 17833 20317 21574 21938 23933 24515 23389 27201 31397 84051 46840 47875 51504 52041 53737 57308 60418 68185 67218 72318 74652 75138 75542 76576 77889 79355 79353 82311 86249 88207 89003 89231 89498 02405 94803 96379 9*334 100125 105057 112-02 112868 115342 118134 119044 121723 122088 123345 124231 125488 128140 125438 127913 180151 134378 135514 136505 135825 187054 138798 142115 147553 152034 152052 152897 153781 159075 160214 180238 184917 185839 173487 174791 175572 179787 181210 181771 182096 184423 185020 185547 187281 189280 189593 161 037 192348 198985 190253 202398 268X41 203071 2X4859 2X5815 216587 2X744» 232044 226708 2270X9 OewerMsstsbeVegung vie Einheitsfront gegen Moskau» Solange die Unabhängigen noch nicht gespalten waren, bilde-- ten sie im Metallarbeiierverband eine Meljrheil, die ihre Macht rücksichtslos ausnutzte, so daß die unserer Partei angehörigen Ver- bandsmitgleder von der gewerkschaftlichen Mitarbeit tatsächlich ausgeschlossen wurden. Jetzt haben sich die Verhältnisse im ?.>!etallarbciterverband geändert. Die Moskauer Richtung hat mit der kommunistischen Zellcnbiidung eingesetzt und damit das von � Moskau vorgeschriebene Zerstörungswerk begonnen. Soll dies Treiben der Moskauer vereitelt und die Gewerkschaft ihrer Aufgabe als Kumpfinstruinent für die Arbeiterinteressen erhallen bleiben, dann iverden die Rech�sunabhängigen in Fühlung mit i b r e n Kollegen von der S.P.D die Abwehr gegen die kom- munistischen Gewerkschaftszerstörer aufnehmen müssen. Eine am Sonntag im Germaniasaal abgehaltene Ber- schnmlung der rechtsrnabhängigen Funktionäre des Metallarbeiter- Verbandes gibt Anlast zu der Erwartung, daß sich die Bewegung in dieser Richtung entwickeln wird. Die Versammlung war vom Bezirksverband der Unabhängigen Partei sErischen— Lodebour) einberufen. Durch einen Aufruf in der.Roten Fahne" und der„Internationale" hatten fünf Mit- glieder der engeren Verwaltung des Metallarbeiterverbandes, an der Spitze der erste Bevollmächtigte� R u sch, gegen die Abhaltung der Versammlung Stellung genommen. Das bat aber den Besuch" nicht beeinträchtigt. Dr. Kurt Rosen seid hielt einen Vortrag, worin er an der Hand der Moskauer Bedingungen nachwies, dast die Kommunisten trotz aller Ableugnungsversuche sich die Zertrümmerung der Gew�rssch asten zur Aufgabe machen. Der Redner forderte zur Abwkhr dieser Bestrebungen und zur Er- Haltung der Einheit der deutschen Gewerkschaften auf. Bevor die Diskussion übe? den Vortrag begann, mußte Rusch auf fast einstimm igen Beschlust der Versammlung den Saal verlassen, weil— wie der zweite Bevollmächtigte Z i s k a und das VerwaltungSmitzlied U r i ch betonten— hier ke ne Sonderveranstc-Itung von VerbaudSmitgliesern abgehalten werde, ' auch keine Fraktionsbildung beabsichtigt sei, sondern eS handle sich um eine von der politischen Partei für ihre Mitglieder einberufene Versammlung, in der Mitglieder einer anderen Partei nichts zu suchen haben. In der Diskussion über den Vortrag sagte Z i s k a. die fünf Verwaltungsmiigliedcr, die ohne der Verwaltung«in Wort davon zu sagen, den Ausruf gegen die Versammlung � veröffentlichten, hätten sich in Widerspruch zur Melrhcit der Verwaltung gesetzt die einen Antrag Rusch, der den Bc- such solcher Versammlungen verfvidern sclltc, a b a e l e h n t fr.rbe. Die fünf Mitglieder hätten sich außerhalb der Verwaltung gestellt und durch ihr Verhalten bewiesen, dast es eine Lüge sei, wenn sie behaupten, die Einheit der Organisation gehe ihnen über alles. Die kommunistische Zellenbildung finde bei der Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder keinen Anklang. Die kommunistischen Gewerkschaftszcrstörer suchten jetzt durch unterirdische Wühlarbeit � ihr Ziel zu erreichen. Um diese Tre.bereien abzuwehren, müsse eine Einheitsfront für dir Erhaltung der Gewerkschaften > geschaffen werden. Die Mitglieder der Richtung Crispien-Ledebour i würden sich in diesem Kampf unter voller Wahrung ihres grund- ! sätzlichen Dtandpuiültcs an �hre Kollegen von der S. P. D. anlehnen müsfsen. Jetzt habe keine Richtung eine ge- schlosscne Mehrheit im Verband.- Es müsse der politischen Auf- faffunfl aller Mitglieder, die aus dem Boden der Einheit der Ge- werkschaft stehen, inner'-aib der Organisation Rechnung getragen werden. Die Voraussetzung für ein Zusammengehen sei die An- erkennung der Besch üsse des Stuttgarter Verbandstages und die Bildung einer Einheitsiront gegen die Zerstörer der Gewerkschaft. Der schärfste Kampf sei zu führen gegen die kommunistische Zellenbildung und gegen die Bildung politischer Fraktionen im Verband. Diese Ausführungen fanden allgemeine Zustimmung Zum Streik in den Borsigtverkcn» Am Sonnabend fand eine Versammlung der Borsig-Arbeiter statt, in der über die Vorschläge der Firma abgestimmt wurde. Die' Vorschläge wurden einstimmig abgelehnt, der Streik geht in- folgedessen weiter. Die Kollegen, die im Mcl.llarbciterverband organisiert sind, müssen sich zur Eintragung in die Listen in folgen- den Lokalen melden: Tegel bei Leonhard. Berliner Siraste; Rci- nickendorf VolkKhauS, Scharrnweberstr. 114; Kristianiastr. 116 bei Schuckardt; Koppen- Ecke Friedenstraß?: Müller- Ecke Ofener Straße' im Friesenschlost; Ravsnestr. 6 bei Mecklenburg; Ackerstr. 45 bei Marjewski. Tie Kollegen haben sich täglich von 16—2 Uhr zwecks Kontrolle in den vorstehenden Lokalen zu melden. Achtung, Gastwirtsangeftcllte! In Anbetracht der von den Parteien anläßlich des 6. Novembers vorgesehenen Beranstoliungen hat die Orisverwaltung in ihrer Sitzung vom 6 Novewber ILA) beschlossen, dast in sämtlichen Be- trieben die Arbeit voll aufrecht erhalten wird. Verband der Gastwirtsgehilsen, Ortsverwaltlung Grost-Berlin. Achtung, Angestellte! Betriebsrätekurse der Afa. Die augenblicklich stattfindenden Betriebsratskurse werden von Mourag, den 8. November, ab ständig in Havellands Festsälen, Neue Friedrichstraße 3S, Gartensaal, abgehalten. Der Stundenplan bleibt für die 1., 2., 4. und 5. Reihe unverändert bestehen. Für die 5. Reihe findet eine kleine Veränderung statt. Die Vorlesung am Mittwoch, den 16. November, fällt aus, dafür wird die Reihe um 8 Tage verlängert, so dast die letzte Vorlesung am Mitlwoch, den 8. Dezember cr., stattfindet. Mir machen besonders darauf auf- merksam, daß auch am 17., Busttagabend, die Vorlesung stattfivdet. Eine beschränkte Anzahl von Hörerkarten ist noch in unseren Geschäftsräumen, Bellcalliancestr. 7— 16 III, und am Saaleingattzg gegen eine Hörgebühr von 3 M. pro Kursus zu haben. Afa-Ortskartell Grost-Berlin. In einer stark besuchten Branchenversammlong der Bau- und ArbritSkutschcr referierte Kollege P. John über die vom Schl:ch- tungsausschust Grost-Berlin zugesprochene Lohnerhöhung für jede Gruppe um etwa 46 M. pro Woche. Die Arbeitgeber vertraten den Standpunkl, nur dann einer Lohnerhöhung ihre Zustimmung zu geben, wenn gleichzeitig«ine Erhöhung der Arbeitsleistung eintritt, d. h. Durchbrechung des Achtstundentage-; was natür- lich von den Arbeitnehmern abgelehnt werden muß, wenn nicht das 'Heer der Arbeitslosen vergrößert werden bzw. die' arbeitende Klasse verelenden soll. Eine Antwort, ob die Arbeitgeber �den Schiedsspruch annehmen, ist-uns noch nicht zugegangen, angeblich wollen sie eine nochmalig« Revision des Schiedsspruches beim Schlichtungs�usschust durchsetzen, was einer Verschleppung sibnlich sieht. Wenn aucb der gefällte Schiedsspruch hinter� den gestellten Forderungen zurückblieb, wurde einstimmig beschlossen, denselben anzunehmen, und die Verbindlichkeitserklärung beim Temobil- machungSkommiffar sofort zu beantragen. Tie Arbeitnehmer sind auch weiter bereit, mit allen zu Gebote flehenden Mitteln die zugc- iprockene Lohnerhöhung zu erkämpfen. Es liegt in- der Entscheidung des DemobilmackungskommissarS, Komplikationen zu vermeiden, die für das ganze Wirtschaftsleben von weittragendster Bedeutung sein könnten.— Branck-enleiter S h d o w wies darauf hin, dast es Pflicht unserer Kollegen sei, den S. November durch Arbeitsruhe zu begehen, welcher Vorschlag einstimmig Zustimmung fand. Deutscher Vano rbeiterverband. DonnerStaa, den 11. November, obends K'l, Ndr. im Dresdener Kasino, Dresdener Str. 96 � Forl ietzung Für die Mitglieder des ZewralverbandeS der Angestellten gilt der am 31. Oktober vertagten Beisammlung. VerbandSoorsitzendcr Pacplo.v für den 9. Norencher der Beschluß der Gcwerkschaftskommission. svricht über die Frage der Akkordarbeit. Berlin und Ilmgeqend.!- --—-—- 1«Feronlir für den rednkl. Teil Tr. Vcrnrr PrIIrr, Cbarlottenburg: für Antillen: Td. VXockc. everlin. Äerlaa BorivürlS-Verlaa G.m.b.H.. verlin Truck Hör- -'~~~-Petli.i emiMennt 3. rrfafrnrMii 7>k-g--�ll anee,'tr' 7_ 1(1 fir-ifit n-rn fi November Veronlw für den rednkl. Teil Tr. Werner Pclfcr. Charlottenburi s-rlsoureau v-eueau.ancegr /— iu vieivt am 8. vcovemoer � onotfe, /Herlin. Verlan«orwürts-Veriaa G. m b. H. gefchlossen. i wnr»s-V,ilblvn!kere, n Verlgasansinil Vaul Tinner II Co �ei-.ri'iiäiraKe 54 IL Attraktionen. jldniira!s-?a!asl. u. s Flirt in St. Moritz, Pickel, auch die dort- näckigften, lellniänz.. ge Hanl iasisn sich nur durch die ieu»d Jahren sicher. remIftunZS-PAlver 4.-, üblich 3 Schachlein 11,50 Mark Otto R ichcl, Berlin 43 SO,(Eifrnbohnftr 4. Die von oer tr.Obei hebarnmeanoerpe nurtsnilfiich. KliniK der Chantd, Berlin. | Fiau Anna Mein, i | tau�endf. erprobten 1 Mensirual-Tiopfen | dünen Keiner Frau ettien Flasche M.ZS. P lverM.1.Versand J'skretp.Nachn.von, I FranÄnnaaeinS;�;! . Bin. IVO, Poisdanier Mr.lQfe.i,'.Et- 'roapektfrat.B Straßen Händler! Hausierer! Hohen, gewinnbringende!: Artikel! Grothe, Neukölln 4S, v'ermnnnstr. l98, Einqaäg Len'ektr.>8,11. macht clie lVäscsie frisch und duftig. Bes'ei« Wasch- und Bleichmittel i Reinigt und uieitht ohne RciDen, nur durcii einmaliges l.stündi es Kochen, Ein Paket kostet nut Ittk. 2,— und reicht iflr 60 bis 70 Liter Lauge. 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