Nr. 556 ♦ Z7.?obrga«s Ausgabe A Hr. 140 BeznftSvretS: B etteliaörL 30,— JH u. monotl.IO,— 3IÜ. frei ms»aus. voraus lailbat. Poft- bnnq MonitU» 10,— Ml. erfL Zu- Kellun-zsfleoüdr. Um« Sltnuboni) für ©entltbloitc unb Oeftenctdi 16," 0 M!., für Oos übrige äuelanc oei laglich »TnmaL SufteUunc 2150 Voiis«. BrBungnt nrbmm an Oesterreich lwgarn. Ttchicho-SIowalei, Oaue. wart, sollano,.Ulemburg, schwebe« lmb sie Echwe«.— iragetraant i» bie Post- euungs Dre-slists. Der.Borwärts� linl der Soumag» beilage.Boll u.?eit� erichein» wache»- tSgüch zwllwo> Eonnlag» mib Mo» tags-inmal. Telegramm-Abrest«: �»«zialbemolra! Bactta", Morgen Ansgabe Verl in ev Volksbleitt Z» psennig) AnzetgenpretS- Die achtgeipallene Nonoareille,eil« tostktZ>— M.TeuerungsiUschlagSO«/� »ftleine Anzeigen", das irtt- gedrucile Won L— M.(julätfig zwei ieitgebruckte Warle). I«i>es weller« Wori«0 Big. Sielleugetuche und Lchlatstellenanzeigen das erste Worl «ö Pig. ledcs weitere Worlne Beinebsversammliing der Cbar- lottenburger städliickeo GaSarbeiter statt, an der auib zäh reiche Srbeiislole teilnahmen. Nacv längeren Verband- langen unter Mitwirkung des Pol'ieipräsidenten Richter erklärten sich die Gasarbener bereit, verstärkie Notüandsarbeiten auSin'nhren, d b. für die Füllung der Gasbehälter und die Be- leuchtung deS Gaswerkes zu iorgen. Jede werrere Be- tätig un g wurde von den Arbeitern abgelehnt. Die ersten revolutionären ,?aten�. Die von unverantwortlicher Seite fett einigen Tagen mit großem Eiier betriebene General streik Propaganda hat bisher den einen Erfolg gehabt, daß es zu A u s l ck r e itun- gen gekommen ist. Man bat es verstanden, arme Arbeits- lose, die auf Grrmd ihrer trostlosen wirtschaftlichen Lage an sich schon in einer sehr verzweiselten Stimmung sind, zu miß- brauchen. Wir meldeten schon gestern abend, daß in dos VerwaltungSbureau des Deutschen Metallarbeiterverbandes eine Anzahl von K.P.D.- und Ärbeiterunion-Leuten eindrang, um die Verwaltung zur Proklamier ung des Gene« r a l st r e i k S zu zwingen. Als die Helden einen Iievolver sahen, zogen sie sich wieder zurück. Leider ist dieser Zwischenfall nicht der einzige des gestrigen Tages geblieben. In der Mittagstunde drangen an verschiedenen Stellen Arbeitslose in Betriebe ein. in denen gearbeitet wurde, um die Arbeiterschaft zum Streik aufzufordern.' Wie schon in einem Teil der letzten Abend- ausgäbe berichtet, drang eine größere Anzahl fremder Arbester in die Gasanstalt IV in der Danziger Straße ein. um eine nochmalige Abstimmung der dort Beschäitigteu über den Streik zu fordern. Dem Verlangen kvurde nachgegeben. Resultat: Erneute Ablehnung deS Streiks. Kurz darauf drangen etwa 1000 Arbeitslose in den Betrieb ein, setzten den Betriebsratgew alt-' s a m a b und erzwangen die sofortige Wahl eines polt- tischen Arbeiterrates, der daraufhin den Streik für die Gasanstalt proklamierte. Aber nicht lange währte seine Herrschaft. Er wurde wieder abgesetzt und die Arbeit wieder aufgenommen. Zur selben Zeit drangen etwa 150 Personen in die Charlottenburger Elektrizitätsiverke ein und verhinderten die Arbeiter an der Wciteraibeit. Als SicherheitS- Polizei erschien, flüchteten die Demonstranten. In den B er g m a.nn- WerkeninReinickendorf- R o s e n t h a l sah sich die Arbeiterschaft ebenfalls auf Grund des von 4- bis 500 eingedrungenen Personen ausgeübten Terrors veranlaßt, den Beirieb zu verlassen. Sic erklärte jedoch, heute die Arbeit wieder aufnehmen zu wollen. Auch die Firma Ludwig Loewe erhielt um 11 Uhr vormittags den Besuch von tausend Arbeitslosen, denen sich eine große Anzahl von streikenden Straßenbahnern in Uniform angeschlossen hatte. Die Demonstranten ver- langten von den Heizern der Kraftzentrale dieser Firma' den sofortigen Eintritt in den Streik, Als diese sich weigerten, rissen die Arbeitslosen die Feuer aus den Kesseln heraus, brachten so den ganzen Betrieb zum Stillstand und zwangen 3000 Arbeiter, gegen ihren Willen zu feiern. Ein großes Aufgebot von Sicherheitspolizisten, mit Automobilen herangeschafft, stellte die Ordnung wieder her. � Wir haben schon oft die Arbeitslo'en davor warnen müssen, sich von unverantwortlichen Elenienten verhetzen und zu deren dunklen politischen Zwecken mißbrauchen zu lassen. Leider sind dieie Warnungen immer eifolglos geblieben. Die� Arbeitslosen mögen bedenken, daß sie durch solche Gewaltakte ihre Lage keineswegs verbessern, sondern sich höchstens die in der Bevölkerung für sie noch herrschenden' Sympathien verscherzen und unter Umständen ihr Leben einsetzen für Interessen, die nicht die ihren, sondern die einer Handvoll machthungriger Schreier sind, die sich in dem Augenblick, indem es anfängt brenzlich zu werden, immer noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht haben. Streik-Jnterpellatio» im Reichstage? Der Berliner EleltrizirätS streik mit seinen ver« schiedenarligen ftolgeericheinungen wird, wie das Slinnes-Orga« .Deulscke Umschau" meldet, auch im Reichstag ein Nach« i p i e l habe». Bei der HauShaltSberatung wird die Frage der obligatorischen Schlichlungsaus schüsie und des Schlitzes der Arbeitswilligen eingehend erörlerl werden,. ebemo die Frage des Schutzes gegen kommunistische Gewalimatznahmen, wie sie angedroht worden sind Man bat es hier scheinbar mit einem Veriuch der Stinnes« Pariei, den Erlaß des Reich-präsidenten zum Schutze privat- apitalistlscher Betriebe auscunuyen, zu lun, wogegen wir schon im letzten Abendblatt rechtzeitige Matznahmen forderren. » Sylt nicht verhaftet! Die Nachricht von der Verhaftung des Komuiunisten Sylt tiiffl nicht zu, ebensowenig wie die, datz er sich zurzeit in Magdeburg befindet. Neue Negierung Groß-Thüringens. Weimar, 10. November, Heute abend wnrde nach fünf» stündiger, zvm Teil errrgier Debatte, dir Rcgieruugsbilduns für Thüringen vollzogen. Äewäiilt wurde die sozial- demokratische Liste mit Hilfe der 4 Demokraten und der 11 Unablängigen; die Kommunisten verhielten sich neutral, die ver- einigten Rechtsparteien st.mmlen dagegen. Die neue Regierung für Thüringen setzt sich zusammen aus den Herren: Tr. Paulsscn(Demo- trat), Dr. Benz und von Brandcuiiein ipartcilvsi. Fröhlich(Soz.). Als Staatsräte wurden gewählt Hartmann-Rudoljtadt lSoz.j, Dr. Biel- fckd-Sondershau'e» and Pro». Krüger- Gotha«Dcmokraiens. Hie EmteUnoa der Muüfcrien erfolgt in einer der«ächtte»»itznn,«. die Sowjet-Lokomotiven. Erklärung Wigdor Kopps. Der Berliner Sowjetvertreter, Wigdor Kopp, sendet dem TU.-Bureau eine lange Erklärung zum Kapitel„S o w- jet-Lokomotiven"(„Vonuärts�Zlbendblatt v. 5. d. M.), die wir wörtlich nicht wiedergeben können, da uns der wilde Dtreik der Kopp-Genosson zu Einschränkungen nötigt. .�err Kopp erzählt darin, daß die Deutsche Oekonomirgesell- schaft, wie er sagt: die„Firma Legten", 2 Proz. Provision verlangt habe, was den Betrag von 40 Millionen Mark aus- tiipchle. Das ist richtig. Herr Kopp verschweigt nur, was die Deutsche Detonomicgesellschast ist. Diese Gesellschaft ist niit einem Kapital von 5 Millionen Kronen von den schwedischen und dänischen Gewerkschaften gegründet. Genosse Lechen ist dem Namen nach Teilhaber, das auf seinen Namen gezahlte kleine Kapital ist aber vom Llllgeni einen Deutschen Gewerkschaftsbund eingezahlt und wird diesem verzinst. Aehnlich verhält es sich mit dem An- teil des schwedischen Bankiers Aschberg. Weder Legien noch ein anderer Gewerkschafter war persönlich auch nur mit einem Pfennig an der Sache interessiert. Die ausbedungene gc- schäftsübliche Provision sollte restlos der deutschen Arbeiterschaft zugute kommen, ebenso hätten die Ge- werkschaften bei Abschlug des Geschäfts durch die Oekonomie- gesellschast Einfluß auf die Arbeitsbedingun- gen erlangt, unter denen die Lieferungen vollzogen werden sollten. Der Allgemeine Gewerkschaftsbund hat also darauf hin- gearbeitet, daß die Vorteile der in Aussicht gestellten Liefe- rungsn unter Ausschaltung privatkapitalistischer Interessen den Arbeitern zugute kommen sollten. Die Vertreter der Sowjetregierung haben es indes vorgezogen, mit den Privatfirmen direkt zu vcrbandsln. Ob jemand außer diesen Privatfinuen Vorteil davon hat, wissen wir nicht, daß Nußland dabei billiger wegkommt, glauben wir nicht, daß � die deutschen Arbeiter geschädigt sind, wissen wir. Die Erbitterung der deutschen Gewerkschaften über die a n t i- jst> z i a l e, privatkapitalistische Handelspolitik der f Sowjetleute ist daher begreislich und berechtigt. Hanüenüberfälle in öraunschweig. Arbeit von Lockspitzel«? Braunschweig, 10. November.(Eigener Tralstbcricht deS „Vorwärts".) In dem Vrannichweigischen Orte Lennep ist in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch von einer bcwafsnetcn Bande in der gleichen Weise, wie in der vorigen Woche in Braun- läge ein U c b c r f n l l veranstaltet worden. Seltsamerweise war auch diese Band« vollkommen mit der Ocrtlichkeit vertraut nnd suchte nu r das Postamt auf, ans dem sie sich nnter Waffrnbedrostnng die Postkaffe von 27 000 Mark herausgebe» ließ. Die(gleichartig- kcit dieses UebrrfaltrS mit dem auf Vrnuiilagc ergibt ein eigenartiges Bild. Hier wie in Brauulage richteten die Banditen ihre Schritte nur zu einem st a a t l i ch c n Gebäude. In Braunlage z. B. versuchten sie die Braiiiilchwcigischc Staatsbank zu beranben, während sie gar nicht den Versuch machten, ein daneben gelegenes .ftaushans,� das vollkominen unbewacht war, zu berauben. In Lennep wie in Brannlage wurde die Telephonleitung von sachk»ndiger.>öand durchschnitten. In Lennep wie in Brannlage verschwanden die Banditen, ohne eine Spur zu hinter- lasse». �Jn Braunschwcigcr Nrbeiterkreiscn besteht die Vermutung, dah eS(ich in beiden Fällen um eine L o ck s p i tz e l m a ch e handelt, um der Braunichweiger � sozialistischen Negicrulig Zt n ii P p e l zwischen die Beine zu Wersen, bzw. die Braun- schwciger Polizei, die unter der Leitung eines Gcnosie» steht, in Misitredit zu bringen. Dieie Slnffassuiig ergibt sich auch ans dem Studium der brannschwcigischen Rechtspresse, die diesen Fall bcnuht, um gegen die Auilösung der Einwohnerwehren»nd die von dem braunschwcigischen Lniideskommissar sehr energisch detriebene'E n t- wafsn ung der Bauern n»d Gutsbesitzer Stellung zu nehmen. Die ganze Art, w c die beiden ltutcriichmiingen diirchgefntirt wurdrn, bestätigt auch nach der Ansicht von Kriminalisten, daß sie n i ch t von gewerbsmäßigen Banditen ousgesührt wurden. Noch cinmitl das gleiche Mufter. Brauns chweig, 10. November. Als gestern abend von der Konsumanstalt V o r w» h l e ei» größerer(Geldbetrag beim dortigen Postamt eingezahlt worden war und der Ueberdringer des Geldes bas Postgebäude verlassen hatte, drangen plötzlich etwa sieben m a s- tierte Männer in den Die»st räum des Postamtes »in, hielten der Schalterbeamti» eine» Oievolver vor und raubten die gesamte Kasse im Betrage von etwa 17 000 M. Vor dem Ncdersall halten die Räuber sämtliche Telrphonlritunge« abgeschnitten. Der �Wanöerklub" vor Gsncht. Lasspl, 10. November.(Eigener Drahtbericht de«.Vorwärts'.) Das Sondergericht im Bereiche des Reichswehrgruppen« kommandos 2 zu Kassel trat am Montag, den 8. November, zum erstenmal in Tätigkeit. Den Vorsitz führte LandgerichtSrat Haas« mann, als militärische Beisitzer waren ein Major und ein Ritt- melster des NeichSwehrgluppeiiiommaiidoS 2 zugezogen. Die An- klage wurde durch Staatsanwalt Dr. Mcycr-Berlin vertreten. An- geklagt sind drei Arbeiter aus Düsseldorf. Die Anklage wlr't alle» dreien vor, es unternommen zu haben, ohne Genehmigung der zu- ständigen Dienststelle Personen zu einem Verband miliiärischer Art zusammengeschlossen und an die'em Verband teilgenommen z» haben. Tie Antlage beruht auf folgenden Ermitilungen: In verschiedenen Düsseldorfer Betrieben wurden im Sommer dieieS Jahre« sogenannte Wanderklubs gebildet, so auch unter der Belegschaft des in der Lu'tschiffhalle in Düsseldorf untergebrachten Rückgabelagers, wo sich im Juli 1920 der Wanderklub.Einigkeit' bildete. ES traten etwa 25 Personen bei. Der Klub sollre zunächst den Zweck haben, die Belegschaft zusammenzuschließen durch gemeinsame Ausflüge, Turnen usw. Der Angeklagte L'bner wurde zum Führer gewählt. Die Anklage wirft Laßner vor. mit den An- gehörigen deS ÄlubS auch militärische Uebungen u. a. auch regel- rechtes Exerzieren veranstaltet zu haben, allerdings ohne Waffen. Wie Laßner zugab, soll der Wanderklub.Einiakcit' ein korporatives Mitglied eines gleichnamigen Wandccllub-VetbandeS im Düsseldorfer Bezirk gewesen sein. Diese Wanderkiubs HSiten den Zweck verfolgt, die Diktatur des Proletariats selbst unter Anwendung von Gewaltmitteln zu verwirklichen. Der dritte Angeklagte wird beschuldigt, unter den Miigliedern der Be- leg'chast Feuerwaffen gesammelt und in einem Heiz- laual des Werkmeisterraumes veiborgen zu haben. Der Beklagte be- streitet dieS und will die Waffen gesammelt haben, um sie später an die zuständige Behörde abzuliefern, auch habe er die gesammelien Waffen später vernichtet. Auf Grund der Erniiltlunge» wurde der Wanderklub.Einigkeit' als ein unzula'sig-r Verband militärischer Art angesehen und da« Soiidergericht in Kassel mit der Ab- urteilung betraut. Die Angeklagten bekannten sich als Mitglieder des rechten Flügels der U,S P. Nach zweitägigen«ingsheuden Verhandlungen und Vernehmung von etwa einem Dutzend Zeugen wurde gestern in später Abend« stunde da? Urteil gesprochen. DaS Gericht kam zu einem F r e i f p r u ch der Angeklagten, teilweise wurden die Bestimmungen des Amnestiegesetzes bei der Urisilsprechung berücksichtigt. Niichnotbeöarf und Auckerwirtfthaft. Im Hauptausschuh deS Reichstags führte ReichsernährungZ- minister Hermes weiter aus: Die Bebaupwng des Abgeordneten Dr. Herz, daß sich infolge der Abzweigung des Reichs- Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft von dem Reichswirtschaftsmintsterium der Ausgabsbcdarf um mehr als lös Millionen Mar! erhöht habe, ist unzutreffend. Dieser Be- trag erscheint in dem Haushalt in voller Höhe als Mehrbetrag gegenüber dem Haushalt für 1S19 aus dem Grunde, weil im Jahre 1913 das ErnährungLminisierium noch nicht bestanden hat. In Wirklichkeit sind diese Kosten bei dem Haushalt des ReichZwict- schaftsministcriumS, in welchem sie sonst erschienen wären, er- spart worden. Der Mehrbedarf von 194 Millionen Mark setzt sich fast ausschließlich aus allgemeinen Bewtlllgungen sowie auS einmaligen Ausgaben zusammen, die unab- hängig davon, ob ein eigenes Ministerium hir Ernährung ge- schaffen worden wäre oder nicht, hätten angefordert werden müssen. Die Deckung deS MilchnotbedarfS ist im allgeme-- nen nicht ungünstig, was Hauptsächlich auf die günstigen Futter- Verhältnisse diese? JahreS zurückzuführen ist. izür tue Milch- verforgung Groß-Berlins ergibt sich ebenfalls ein der- bällniSmäßig günstiges Bild. Immerhin ist zurzeit m Berlin ein Fehlbedarf an Milcb, dessen Deckung aus der Kürzung der Kran- kenmilch erfolgt. Die Säuglinge, die hoffenden und stillenden Mütter erhalten die ihnen zustehende Frischmilch. Wa? die KriegSorganisationen betriffst fo sind von von 38 Knegsorganisationen, über welche das E c n ähr urigs miii>- stcrium bei seiner Errichtung am 1. April 1920 die D'enstaussicht übernommen hat, der Großteil in Liquidation begriffen, so daß mit einer über den 1. April 1921 hinausreichenden Dauer nur noch mit fünf K r i« g S o r g a n i s a t i o n e n zu rechnen ist, nämlich bei der Zieichsgetreide, stelle, ReichSkarloftelstelle, Reichs- fleischstelle, Rcichsstelle für Speisefette und bei der Reichszucker- stelle. Der Stand der Beamten und Angestellten bei den Kriegsorganisationen wird sich bis auf 0908 gegenüber der anfänglichen Zahl von nahezu 12 000 vermindern. Tie Frage, ob die Bewirtschaftung deS ZnckerS für ein weiteres Jahr unbedingt notwendig sein wird, kann nur im Zusammenhang mit der Betrachtung der Weltlage deurutlt werden. Vor dem Krieg« deckte Deutschland an Rübenzuck-r dw Hälft« deS Weltverbrauchs, heute macht der Rübenzucker nur etwa ein Drittel der Weltzuckerernte aus und von diesem Drittel de- trägt die deutsche Erzeugung nur etwa ein Fünftel. Der Welt- zuckermarkt befindet sich in cincm solch labilen Zustande, daß eS gefährlich wäre, unsere deutsche Zuckerindustrie den Konjunkturschwankungen des Weltmarktes auszusetzen. Würde sie dem ausländischen Kapital auSge- liefert, so würde dies den Verlust der VerfügungSmacht über eines unserer wertvollsten Exportgütcr bedeuten. Die Jnlandspro- d u k t i o n hat im abgelaufenen Wiri'chaftSjahre nicht zur Deckung des Inlandsbedarfs ausgercickst. Von einer Einfuhr von Zucker kann, wenn die Schätzung der Produktion erreicht wird, wohl in Zukunft grundsätzlich A b ,t a n d genommen werden, nur die Zucker verorbcitcnde Industrie soll für ihre Bezüge im� we- sentlichen auf Auslandsgucker verwiesen werben. Der Unterschied gegen die bisherige Bewirtschaftung wird darin bestehen, daß von der amtlichen Bcwirtschaftungsstelle in Zukunft kein Zucker mehr zu Lasten des Reiches gekauft werden soll. Die Einfuhren für die verarbeitende Industrie sollen durch die In- d u st r i e und nichi, wie im ablaufenden Wirtschaftsjahr, durch das bleich erfolgen, Abg. Schmidt-Berlin(Soz.): Ich hin gegen die Einfuhr von Bananen und ähnlichen Genuß Mitteln. Auch die Gemiüseeinfuhr von Holland ist wegen der hohen Kosten für die arbeitende Bevölke- rung nicht von Nutzen. Zwar bin ich ebenfalls für Lockerung der Zwangswirtschaft, doch verkenne ich nickt, daß bei der jetzigen Handhabung in einigen Monaten schwere Begleit- er scheinungen wirtschaftlicher und politischer Natur zu be- fürchten sein werden. Sodann folgt eine lebhafte Geschäftsordnungs- d e b a t t e über einen Antrag Dr. Rokenfeld, Dr. Herz und Frau Wurm(U. Soz.) dahingehend, die Diskussion über das Ernäh- rungsministerium in der morgigen Sitzung zu unterbrechen und an Stelle dessen den Etat des Reichspräsidenten zu berate», um hierbei zu der Verordnung dcS Reichspräsidenten auf Grund des Art. 48, die soeben durch die MittagSblätter bekannt geworden sei. Stellung zu nehmen.(Verordnung gegen wilde Streiks und wilde Aussperrungen in lebenswichtigen Betrieben.) Abg. Müller-Franken(Soz.) widerspricht einer Unterbrechung der Verhandlungen über den Etat des ErnährungSminifteriumS. Die betreffende Verordnung ist demReichstagvorzulegen und von ihm zu behandeln. Der Haushaltausschuß ist nicht be- rechligt, dem Plenum vorzugreifen. Nachdem sich zur Sache noch mehrere Abgeordnete geäussert haben, wird der Antrag der Unabhängigen abgelehnt. Oeutsthlanös Aufrichtigkeit. Llovd George erNärte auf dem Lordmayor. b a n k e t t in der Guildhall, der Prüfstein der Auf- richtigleit Deutschlands, daß es den Friedensvertrag auszuführen gedenke, sei die Entwaffnung. Er habe vor einigen Stunden einen Bericht des StriegSministers bekommen, der befriedigend laute. Die deutsche Kriegsmarine sei tatsächlich entwaffnet; niemand in Deutschland sei deshalb beunruhigt. DaS deutsche Herr schreite rasch zu seiner vorge- schriebencn Ziffer von 100 000 Mann herab und die schwere Artillerie sei fast vollständig abgeliefert. ES be- fänden stch nur noch viel Gewehre in den Händen der Bevölke. rung, dieS sei aber eine viel größere Gefahr für Deutsch- l a n d selbst als wir für feine Nachbarn. Teutschland tönn: nicht mehr aggressiv fein. Die deutsche Regierung fei aufrichtig be- müht in dem Bestreben, die Frledensbedingnngrn auf das best« auszuführen. Tie zweite Frag-»,n größter Bedeutung sei die Frage der Wiedergutmachung. Teutschland sei bereit gewesen, in Spa gewisse Vorschläge zu unterbreiten, wie eS seinen Verpflichtungen nachzukommen gedenke. Er sei darüber sehr befriedigt gewesen, nicht wegen d« Vorschläge an sich, sondern weil sie ihm den Beweis geliefert hätten, daß die deutschen Staats» männer und Finanzleute das Problem der Wie» dergutmachung mit der Absicht erwägten, Mittel und Wege zu finden, wie Deutschland seinen Verpflichtungen nachkommen kitnne Diese Vorschläge werden nunmehr auf der Konferenz geprüft. Wenn in allen alliierte» Ländern oer Rat derer befolgt würde, deren einziges Ziel cs fei, die verwüsteten Erbiete wiederherzustellen, und nicht der Rat derer, die die verloren gegangene Reputation wiederherstellen wollten(eine deutliche Spitze gegen die französischen Scharfmacher Poincarö, Tardieu, Loucheur n. Eo. T'e Red,), dann zweifle er nicht daran, daß der Friede» längs des Weges zu finden sei. der zu einer guten Per. stäodignng führe. Lloyd Grorgr sprach sich daa» für den Friede» mit Nußland ans, der ebenso notwendig sÄ, Der Bokkche« wiswus ist ein wahnsinniger Glaube. Er kann vorübergehen. Wen» aber Rußland der Anarchie versällt, dann dauert es vielleicht ein ganzes Menzchenaltcr, bevor es erlöst ist. Zur inneren Politik betonte Lloyd George, daß die Atmosv'iäre von Mißtrauen unter den Arbeilcrn selbst und gegrniiver ihre» eigene» Führern nicht wegzuleugnen sei. Doch mehrten sich die An- zeichen, daß dir Loge sich beruhige. vertrauen nnö Mißtrauen. Während Lloyd George in der Guildhall Deuisch« lands Entwaffnung und sonstige Bereitwilligkeit zur Diktat» erfüllung aneikaunte, teilte Churchill im Unterhause mit, daß die britische Besatzung in diesem ehrlichen und ohn-- mächtigen Deutschland 1920 nicht weniger al6 3.6 Millionen Pfund kostet(1035 Millionen Mark). Die Olesamtausgaben ii'ir vas uns erwürgende Besatzungsheer betragen vom Waffen- stillstandsabschkiiß bis zum 30. September 1920 ungesahr 61 Millionen Pfund, da? sind heute 17 690 Millionen Mark. Und das muß das friedensbereite, gedcmütigte und ruinierte Deutschland zahlen I Wieöergutmachungsöiktat. Paris, 10 November. Neber den Inhalt der Antwort der britischen Oiegicrnng auf die französische Note bezüglich deS Verfahrens in der WiedrrqntmachunqSfrage meldet Hava«, daß die alliierten Sachverständige» die Vorschläge der deutschen nach- verständigen anliörrii n»d enigegennchmen werden, worauf blinn> m Februar 1021 die alliierten Finanzminister in Genf zu- sammenkommr» werden. Danach erst werde der Wiedergut- machungSausschuß den Betrag der Schulden Dentichlands festsetzen, wvrauf dann endlich die alliierten Rcgiecungschcss Sanktionen für die Erfüllung bestimme» werden. Frankreich rügt. Wie die.Dcna" zuverlässig ersähet, hat der fra»-. zösische Botschafter den Minister dcS Aeußeren, Dr. Simons, in freuiidschaftlicher Weise daraui ausmerlsnm gemacht, daß die Einfuhr von Luxusartikeln aus den Nachbarländern eine Umgehung der Artikel 204 und 205 deS Friedensvertrages darstellt. Weiter hat der Botschafter darauf hingewiesen, daß man in Erfahrung gebracht habe, 2.5 000 Flaschen Likör seien fälschlicher» weisc als französische Marke eingeführt worden, waS ebenfalls gegen Artikel 274 des Vcrsailler Vertrages verstoße. Nach In- sormationen der„Dena' ist dieser Schritt des Botschafters nicht als »sfizielle Beschwerde, sondern als Rüge der von ihm beanstandeten Vorkommnisse anzusehen. Die Einfuhr von Luxnsariikeln und Schnäpsen für die Knegs- qewiniier ist vor allem auch ein Berdel b unierer Wirtschaft. Minister Hermes bat die'e Einfuhr aus da? Loch im Westen zurück geführt und die Regieiung crllärt. daß die Entente»ichl e>ne genügende Zaol bewaffneter Zollbeamter gestalte, um den sonstigen Schmuggel zu hindern. Franlreich wird diese Tatsachen wohl nicht übersehen lönnen._ Mslanüsrunöschan. Als am Sonntag etwa 200 Kommunisten durck Danzig marschierie» und der Führer der Ausiordeiung eines Schutzmaiines, die rote Fahne zu senken, nicht Folge leisteie. wurde er von einem englischen Sicherbeitsbeauitc» mit dem Säbel zu Boden ge» schlagen, so d»b er blutüberströmt liegen blieb. Eine Schillerfeier in Wien am gestrigen GebürlStagc deS Dichters hatte 80 000 Teilnehmer und wurde zu einer impojan- len Demonstration für den Anschluß an Deuilchiand. Auf dem Sozialdemokratischen Parteitag zu Wien wurde die internalionole Konferenz der weder zur Zweiten noch zur Tritten Internationale gehörenden Parteien nach Wien ciligelodeii. Da die Schweiz den Delegierten nur 4 Tag« Aufenthalt bei Verzicht auf alle politische Tätigkeit ailßcrbaib der Konierenz gestatien will. kann eS zur Annahme der Wiener Einladuiig kommem Henke versprach gleich, dafür zu wirken. Dazu tritt noch der Valuta- vorteil. Die deutschen und tschechischen Genoffen im ErnährungS- auSschuß des tschechoslowakischen Pe.ilamei,tS haben eine ArbeilSgemeinschaft gebildet. Beide Richtungen der lschechuche» Sozioldemolraiie begrüßen die Anregung un'erer deui'chcn Genossen auf Abhaltung eines Proletarierkongreiies. Im tschechoslowakischen Abgeordnetenhaus kam es bei der Besprechung der LeglonSrausichreituiige» von Tepliy zu slürmiichen Protesten der Deuischen, von denen eine ganze Anzahl durch den s o, i a l d e m o k r a l> s ch e n Präsidenien Tomaichek aus mehreren Sitzungen ausgeschlossen wurden. Zu Tumultszenen in der sranzösischenKammer kam es bei der Eröffnung der Herbsttagung, als bei der Beratung über die Krediie iür die Gedenlseicr her drillen Republik der Sozialist Bracke der Regiming vorwarf, sie wolle der Feier einen rein militärischen Charakie: verleiben. Der Redner wurde am Weileripicchen verhindert. Die Sozialisten rcoanchierien sich, iiivem sie einen Abgeordneien der Rechten ebenfalls nieder» brüllten. Nach englischem Vorbild wurde beschlossen, einen Ge» fallcnen unter dem T r i u m p ti b o g e n z» bestallen. Die Sozia« listen halten das Abgehen von der ursprünglich geplanten Beisetzung im Paiitheon als einen Kotau vor dem KlerilalismuS belämpsr. Da? Schwurgericht der belgischen Provinz Hennegau Hai einen Holzliändler, der für die deutsche Verwaltung Holz geliefert hatte, zu 5 Jahren Haft, zur Aberkennung der bürger- lichen Ehrenrechte für Lebensdauer und zu einer Geldstrafe von 125 000 Franks verurteilt. Wrangel räumt d,e Krim. Französische Schiff« sollen die Reste seiner Armee nach Kaukasien bringen. Daraus kann eine Verletzung der Reutralirät Georgiens entstehen, welcher sozialdemokratischen Republik die Sinowjsws sowieso nicht grün sind. In Rumänien wurde ein Generalstreik niedergeschlagen. Die secha steten Arbcitersüsrer sollen wieder freigelassen sein. Die vatilanischen Museen in Rom sind wegen Lohn- streikS der Angestellten geschlossen. Kohr Vier Orgesch. Im bayerischen Landtag erklärte Ministerpräsident v. Kahr, Bayern denke nicht an eine Sonder- potilik»no treibe nur auswärilge Politik, wenn die besonderen Verbältiiisse da« im Interesse de« Reiches eisordere. Die Einwohn e r w ehr hingegen könne der bayerische Staat nicht e n t- behren, da er webrioS pem.icht wo, de» sei. Sie falle auch nicht unier die vo» dem Fricdensverlrag aufzulösenden Oigam» saiionen. Daher habe die Regierung auch gegen das Eni» wafinungSgesetz Einwendungen erhoben, das den ordnuiigS- mäßigen Waffenbesitz mit dein»iierlanbten Waffenbesitz aui eine Slufe ste'V Er hoff? es werde sich in dieier Frage ein Kam» proniiß finden, mit dem auch die V e r b a n d S in ä ch t r einverstanden iein. Genosse Lndv Hartmann verabschiedete sich als Gesandter' DeutschöstcrreichS vom ReichLvrästdemen und vom Außenminister. — Deutschösrerreich hat offiziell um Aufnahme in den Völkerbund gebeten, ebenso Ballgaiuen. Nr. 556 ♦ Z7.�ahrgakg donnerstag, 11. November 1926 Greß-öerlmer parteinachrichteiu Süerbcaiisschui; derlbzialiktifchen PolizeibcamtenGrosz-Berlins. Die sür den 12. i. Mis. augcfcBte Cb= imö Berlrauensmännersitzung fällt wegen der Bereilfchaft aus. Nächste Sitzung wird noch dekanntgegeben. Heute, lt. November: 18. Abt. T'/z lldi Sitzung der Partei- und Betriebsdertrauensleute gemeinsam mit dem Vorstand im Lokat Llumenstr. 88,,' 17. Abt. Bezirtsführer und Funktionärel 6'/, Uhr bei Murrer, CavriMr 8:" Abholung der Billelte zum Wilhelm-Busch-VortragSabend. 7 Mi:■ Sitzung iämtlichcr Eltcrirbrrratemitglicder. Pank ow. 7 Ubr bei Engel, ÄUHIcnstr. iö: Sitzung sämtlicher Elternbeiräte des IS. Kreises. Morgen, 12. November: Cbarlottenburg(18. Gruppe). 71/, Uhr bei Prill, Knescbeckstr. S: Gruppenvcrsammiung. VSnhltreis Prenzlauer Tor und 27. Abteilung. Die Abteilungs- kaisiercr werden ersucht, 6'/, Uhr, im Lokal von Bl cssin, Stargarder etr. 3, mu Genossen Seelbinder die Silldts von der Rcvolulionsfeier zu vcr« rechnen. Pankow. Kreisvorslands fitzung des 19. Kreises bei Engel, Mühlen« Pratze 15: Wichtige Tagesordnung. » Wahlkreis Wcddiug. Die Ansführung der„Weber" findet am Büß- lag, nachmittags 3 Uhr, im Zentral-Thealer statt. JugenÜveranstaltungen. TonncrStag, 11. November. Achtung i?andera»sschufiwitglicder. Die für beute, Donnerstag. angeletzte Besprechung findet erst am Donnerslag, den 18. November, abends 7 Ubr. im.yugcndhcim", Lindenstr. 3, 2. Hos links III, statt. Tages. ordnung: Voilrag„Die Arbeit des Wanderns". Referent: Gen. Albrecht. Marienfelde. Schule Dorsstraßer Vortrag„Schiffsbrand aus hoher See'— Ttralauer Viertel. Schule Naglerstr. 3: Vortrag„August Bebel".— Reiuickendors-ISeft. Eichbo nilr. 60: Vortrag„Schiffsbrand aus bober See".— Schönhauser Borstadt I. Sonncnbnrger Str. 20: Mitgliederveriammlung.— Stcglin-Ztzriedena». Offenbacher Str. 5a: Vortrag .T:e Geschlchtc ker deuljchiN Arbeiterbewegung L"— Tegel. Bahnhosslr. 15: Mitgliederocisanimlung.__ vortrage, vereine und Versammlungen. Retublikanischer Fübrcrbund. Bezirk 24(Ncukölln-Britz). Freitag, den 12. November, 7 Uhr, Ber'ammlung bei Pretzel, Roseggerslr, 17. Arbeiter. Tamaritcr-Kolonnen Berlin e. V.: Abteilungen Hallciches Tor und�Ncukölli, gemeinsame Mitgliederversammlung Donnerstag, den ll.?!oo., 7 Uhr, im Lolai von Vogel, Kottbuser Ufer 45,— Verband der Lungen- und Tubertulosr-Erkrankten Tculjchiands. Am Dicnslaq.den 16. Nov., abenvs 7 Ubr. öffentliche Versammlung in„Felbels Fcsliälen", Kolberger Straxe 23. Thema:„Massensterben beim Proletariat".— Bund religiöser Sozialisten. Heute 7'/, Ubr in Cbarlotlenburg, Leibnizst:. 7g, Gartenbaus, Vortrag des Genossen Psarrer Dr. Aner:„Der Komm»- nismuS in der Geschichte des Chrrileniums." Gäste willkommen. Mus aller Welt. Zur Erinnerung. Gerade in der Aller'eelenwocke. wo die Kalbo- liken der Toten gedenken, sind bei Erdarbeiten in Floridsdorf, dem nördlich der Donau liegenden Stadtteil Wiens, vergessene Grab- ställen. gefunden norde». Tie Skelette darin sind höchstwahricheln- tich Kriegerreste aus der Napoleonschlacht von 1309. Und man kann über den großen Forlschiitt nachdenken, den die Welt von dem einen bis zum anderen Weltkrieg gemacht hat. Tos norwegische Liebeswerk. Der Vorsitzende des norwegischen Hungersnotkomitees für das Ausland teil: mit, daß in Rortvegen mechr als bO Millionen Mark eingesammelt wor- den find, um die Not in Deutschland, Oesterreich und Ungarn zu lindern. Nach Wien und Budapest sind 2SL Waggons Lebensmittel gesandt worden. In.diesem Jahr sind 2589 Kinder aus Oester- reich, 1162 Kinder aus Deutschland in Norwegen aufgenommen worden. Dazu kommen viele reichsdeutsche Kinder, die von Pri- baten ohne die Mitwirkung des Hungersnolkomitees eingeladen worden waren. Der Vorsitzende äußettch' daß wahrscheinlich kein anderes Land verhältnismäßig io v'el um die Rot- in Europa zu lindern getan hätte wie gerade Norwegen mit fernen nur zweieinhalb Millionen Einwohnern. Künstlich hcrgestclltcs Radium. Die chemische Fakultät der Misioüri-Unioersität kündet an. daß es gelunaen ist, eine Metbode zu finden, mit der man Radium ant künstiichem Wege herstellen kann. Möglich soll dies sein durch Raffinierung von Mesolorium. Sport. Kartell der freien Sportvereinigungen. flfrele Turnerichast Grotz-Berlin. Sonntag: Vcrcinsversammlmrg Stralauer Straße 3. Aniang Punkt 9 I!br. Turn-Sport-Percin Norde». Sonntag: Juaendabteilnng. Turn- fahrt nach Strausberg, Stienitzsce, Nüdcrsdors, Kalt-, Flakensce, WoltcrSdoif, Erkner, Freier Wandcrbund. Sonntag: Wannsee, Sakrow, Aamisee. Ab- fahrt 7 Uhr Alexandcrplatz._ Berliner Schwinim-lluio». UebungSftundcn deS Vereins jeden Montag von 5—6'/, Ubr und jeden Freitag reserviert von 6»/,— 7°/. Uhr in der Schwimmhalle Schillingsbrücke. Dasselbe gilt sür den Arbeiter- S ch w i m m v e r e i n Südost. Nächste Jugendsidung am Sonntag, den 14. d. M., vorm 10 Uhr, im Verernslokai von Prasser, Michreikirchstr. 29». WetterauSstchten irir das mittlere Norddcutschland bis TonncrStag mittag. Im Küstengebiet meist stärker bewölkt und stellen- weise etwas Regen. Im Binnenlande zeitweilig nebelig, sonst trocken und vielfach heiter. In den Tagesstunden überall ziemlich mild. Pelzwaren ITZIG Kurschnermeister Charlottenburg Kantstr. 50»hochp. im Hanse oer Post Gegr. 1891 Füchse in allen Farben und Fellarten HerrensGeh= und Sportpelze Damenmäntel in allen modernen Fellarten l'morbeltan Reparatur In eigener Werkstatt Ortskrankeutoe der BnebiiißilerLVErv. Gew. za Kerün. ®lc Mitglieder des«»»■ Muffes werden hiermit zu der am Ä. November 1930, abends 7 Uhr. tm Laubre-Ausschank, Stralauer Straße 3—«, llatt- findenden 150/ t ordentlichen Ansichuftsitzung eingeladen. Tagesordnung: 1. Prowwllverlesmia. 2. Peschiutzsaffung über den Boranschlag ilvs>921. 3. Wahl der Revisoren zur Prükung der. Iahresrechnung 4. Lerfchtedenes. zugleich teilen wir mit, daß die In detUstztelff twtzerordent� lich Au-ichutzfftzunz beschwffene Eatzungsandcrung(K dl) vom Oberverpcherungsgml geNeh- migi ist und-ist dem Taae der Beröffentlichung in Nrast tritt. Der Vorstand. K. flotiesmann, Ponitz ender, Fr. Kcese, Echrichührer. Eiptieiiii- GieilelMeWMddslt äEKriüiieöSBe, Zeeseo. Aittzcrordcutliche SenelWttsWMW am 3V. Ravember d.J., abends N-z Ubr. im Nestourant„Zum Patzenhoser, in Bln.-Trevtow, Plesseustr. 8, Ecke Erätzliraße. Tagesordnung: I. Neuwahl des Borstandes. ?. Neuwahl. des. An'ffchtsrats. 3. Wahl ran drei Ersatzleuten iür bin Auffichlsrat. 4. Stafntcnäiibciang:§ 14. 5. Eraiulenäirdenmg:§ 11. 8. Sratiitenänderung:§ 28. 7. Berschfedencs. gjijp- Eiidatmnjen find mitzubringen. lbt'8 Der Aufslchtsrat. Franz IWaix, Vorsitzender. fSSKr SeaTmantel,"läaSI Brach! stück S3IW.—, wunderv. «re»z■ öilbctfuihs 23v-4j:t—, 730 occt(Stofimann, Schöneberg, ftutftcmer Straffe 2, 1. Unterarundb. Bäuerischer Platz. fiiscli meinem in allen Mteilunxen vorgenommenen i Preis- bbau ■i ferser und EesiiliefEppitte Vöbelstolfe, Cardinen Läufcrstofle, Tisch- und UiwandecKen, Tüllbettdecken, Sleppdecken, Treppenläufer• Teppich-Sceziate Beilin-Sfid. Seit I8S2 nur . 158. Ortölrankenkaffe für das Maurergewerbe zu Berlin Berlin C 25, Hantestraße 4, SinloCmug zu her am Frertao, den 1». Raobr 1920, abends püuktttch 7 Uhr, im Gasthaus Schulz. Berlin L 25, Am Ztönigsgrabeu 2 ttteiner Eingang, I Tr.) stättfindenden Ausschuftsitzung der Bertrcter der Arbeitgeber und Kaffemnllglledcr. Ta g es o't dnnng: 1. Festsetzung und Beschluß- fnffung Uder den dem Lersiche» rungsämi einzureichenden Bar». anschlag der Einnahmen und Ausgaben silr das Geschäftsjahr 1911. 2, Wahl de« Rechnungealls- schusse» zur Prüfung derZahres- rcchnung für das Geschästsjahr 1930 gemäß§ 91 der Kassen- satzüng. 2720b 3. Deschlußfafiung über die tüi-Sirtzunasabaüderitng, vetr. §z 33b und 39.' 4. Milieilirngen-d-Borstandes. - 9Hs Answer» dient dir Iib&> miilelle Einladung Berlin, den ll. Noobr. 1920. ?er Borstand der Ortskranlen. iaff« für das Maurergewerdr zu Berlin.' ' A Bogel. Barsitzender. R. Freund, Schriftführer. MemNlsMleii- lasse st!rZerliii'blegl!S. Bekanntmachung! Der auf Grund der. Reichs- gefetze vom 38. 6. 19(91®.®! Seite- 615), 26. 8. 19(51.®.®! Seite 1737) in der Fassung der Pekannlmachung vom 22. 5. 20 (R.G Bl. Seite 1069) und der Reichsverordnungcn vom 22. It. 18(RG.PV Seite 1321). z. 2 19(RS.Bl. Seite isr), 5 2. 19(R G Bl Seite l8t) und -30. 4. 20(R® Bl Seite 769) vom Ausschuß am 8. 9. 20 bc- chloffme Vl. Nachtrag zur Satzung vom 22. Wal 1913 ist am" 20. O'toder 1920(B. K. 776 20) vom Sderverstcherungs- omt Groß-Betlin genehmigt worden. Geändert werden die?§ l, 2, S, 4. 5, 10, 11,!4. 15, 30, 82. ■36, 363. 39, 46, 60, 62, 63, 6t,: 83, 85, 98 und 103. Die K 61 und 84 fasten weg. Beriin-Äegi'tz, den 6. Nov. 1920. Der Vorstand. ® Big alte. H. P i l a n zh Borsitzender. Schriftführer. IS-SS Mark ; garantiert dauernd täglichen < Verdienst für jedermann, trotz der hohen Portosvelen. Leichte, ! saubere, angenehme, häusliche Ardeil.— Kein Wicderoerlauf. Bitte um Adresse. Für Rück- j porlo 20 Pf erdeten. 88/17 Glimnierkapten- Zentrale, R. Itach, Chemnitsi. StraßenliäaiÜEP nnfl Slanil- intialier aul Märkten können durch Verl rieb eines ichr begehrten Konsumariiiets reid>en Verdienst finden Näh. »ünäelzgezeilzeiiäll Iür Industrie- und Rotpdakte Berlin W 57, Bülowstr. 21. (lÖtD-, 511081" Ben*. Wser. Nkssiag. Biel.! 3iro. Zivl m. staiste stets Tagespreise! Jne'ollstfjmefze SleTOen»- ftrafje 6, Bahnhof Beuffel- |- straffe). Mode schau veranstaltet vom Verßand der Oeutscßen Mode' Industrie e. V, unter Mit wir fang van 3o führenden Damen- und Herren- Modefirmeu am Diehstag, 16. hlovemSer, S Ubr aßends im Marmorsaaf des Zootogisden Gartens Eintrittstarten a Mt. 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Lenin: Rede anl dem 3. Allrussischen Kongrea des Russischen Kommunistischen Jugendverfcandes(Moskau. 4. Oktober 1920)./ P F. Kudriascnew; Wege des bowjetauf- baues. 1 W. P. Miljutin; Soeialismus und Landwirtschaft./ A. Anlkst; Organisation des Arbeitsmarktes in den ersten zwei Jahren der Sowietnerrschaft./ W Posner; Die Ein- heiis Arbeitsschule./ W. Pusner: Bdricht über die Tätigkeit der Abtei'ung Einheits- Arneitsschule im Kommissariat fßr Voiksaulklärung./ W. Lasarew: Die Arbeitsleistung in cet Kor.fen- und Toifindustrie.! Das F.schercigewei be im Gouvernement Astrachan./ Karl Radek: Kongreß der Ostvölker/ VV. Miljutin; lieber Panelaroelt/ O, Sinowjew: Detter die Sanierung der Partei/ Krrl Radek: Die Organisationsideen der Kommunistischen Pa tei Rufilarils./ A Prasalow: Die Lage cer Gold- und Platin- gewlnnurg-industtie im Ural./ Prof.*4. Gredeskul: Die Krisls in der Intelligenz./ IllustiatJonen: Acht Menriarbendrucke nach den uriginalpfakaten aus Sowjetrußland; fünf Zeichnungen nach den russischen Publikationen. 180 Selten. Preis 8.— Mark. Alte Gebisse aueb zerbrochieiie, bis 30,00 Mk. J Einzelne Platinstiftzähne 1 von 12 bis 300, jedoch nicht unter 12 Mk. pro Zahn Knopfstiftzähne nicht unter 7 Mk. PlatinsBrennstifte,Kontakteetc. bis 165 Mk. pro Gramm[* Qoiä-Brach u..Gegenstände 42 Mk.p Gramm Silber.„„ mo„. 1000/000 Brillanten, lose und gelaBt, kauft JW_S„ Febrbelliner Str. S2 • S£ � Ü Ju) nahe Brunnenstraße Fernsprecher H imbo'dt 439 CBBBBH »«iiiiiiii 1— 3ch0 Meier hoch, waggon. und schockweise, rechtzeitige Lieserung. Vorbestellung mit Anzahwng. Mt& Btoiftien Haiti!., SleM. ttärnerslr. 12. Sei: Steglitz 85. 1220$ Bestellungen sind zu richten an die Ausliefeningsstelle für Deutschland: A. SEEHOF& CO., VERLAG, BERLIN C. 54. MelairiS* Gruner Weg SD zanlt Tagespreise für Kupfer, Messing, Biei, Zink etc. Zinn u. 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Deni Leser der neuen Vorschläge wird zunächst ausfallen. das; ein Arundgedankc von Ttinnes, die Bildung von Wirt- s ch a f t S v r o v i n z e n. in dem Entwurf der Mehrheit über- lxiupt fehlt. Warum— bis ist nicht gesagt. Aber gerade die� Bildimg solcher Verbrauchergebiete war ein wesentlicher Bestandteil des Programms, das sich— etwas kühn— die Bezeichnung„S o z i a l i s i e r u n g" beilegte, und das ernit- bast den zwar dezentralistischen, im Grunde aber noch gemein- wirtschaftlidben Gedanken der neuen Kohlenwirtschaft nach rheinisch-wcstsällschem Rezept betonte. Denn was übrig blieb, trägt kaum noch Spuren von dem, was man als G e m e i n w i r t s ch a f t bezeichnen bann. Die K l e i n a k t i e ist das einzige, kärgliche und in seder Beziehung zweifelhafte Zngeständnis. Seit wann aber ist die Interessengemeinschaft unter gesehlichcr Obhut eine Svzialisicrung? Und auf die Konzernbildung, auf die verti- kale Konzentration des Kapitals, auf die Verbindung von Ur- Produzenten und Endverbraucher läuft ja der Vorschlag der Mehrheit hinaus! Auf fssinanzoverationen, wie wir sie heute im Zeichen des Hochkapitalismns zu Tutenden erleben— zu Nutz und frommen des Industriekapitals! Merkwürdig! Noch merkwürdiger ist es aber, dasi man die Kapital- beschaffung für den Bergbau in den Vordergrund stellt!md den Verbrauchern— der verarbeitenden Industrie und den Geineinden— die Sorge um das Bergbaukapita! überlasten will. Ter Bergbau, der durch den Versa iller Der- nichtungsvertrag auf Jahrzehnte mit Aufträgen übersättigt ist. bat im Durchschnitt sein Kapital trotz der Geldentwertung und trotz Neuanlagen kaum zu verdoppeln brauchen. Die vcr- arbeitende Industrie dagegen bat schon ihr Kapital auf das drei-, vier-, ja fünffache erhöhen müssen und soll nun auch noch die Anlagekosten des Bergbaues bestreiten, lind die Ge- meinden, die an diesem Werke teilnehmen sollen, sind bis über �ie Ohren verschuldet! Wie man die Ausführung einer solchen Transaktion als Sozialisierung ansprechen kann, ist nns schleierhaft! Dasi man es im Ernst tut, beweist nur, daß die Unternehmerseite im Sozialisieruirgsgusschuß und mit ihr einige Arbeitnehmer, die sich offenbar von dem großzügigen Organisationssystem deS neuen Planes blenden ließen, den Begriff der SoUalisierung weiter gespannt haben, als daß die Arbeiter da folgen könnten! Demgegenüber hat dar Bergbauangeftelltenvertreier. Steiger Wernes einen Vorschlag ausgearbeitet, der dem ' Gedanken der.Trustorganisation Rechnung trägt und sich im großen und ganzen ans den Bodw der Vollsoziali si«- r u n g mit genossenschaftlichem Einschlag stelli. Auch diestr Entwurf, gegen eine starke Mehrheit in aller Eile aurgesiellt, dürfte noch mancher Kritik unterzogen werden. Er trifft aber den Kern der Sache insofern, als er eine wirklich gemeinwirt- ichaftliche Organisation an Stelle der bisherigen Kohlenwirt- schaft setzm will. Die jetzige Debatte zeigt erneut, baß man einen großen svehler gemacht hat. indem man die Kohle gesonidert als Problem der Sozial'sierung behandelte, und die anwachsende Vertrustung der Jndnstrie ü'b e r dem Gedanken Hes � ach Verbandes vernachlässigte. Möge es deli catungen der nächsten Zeit gelingen, hier endlich die Lösung w finden, die die sozialen und wirttchgstlichen Erfordernisse der Gegenwart, der Wunsch von Millionen von Arbeitern, gebieterisch verlangen! -» Der Unterausschuß d''S ReicklswirtschaftSrats und Reichskohlenrnts setzte am Mittwoch ctbend die Verhandlungen über die Sozialisierumg des KoblenKergbaues fort. Die Essener Verhandlungen, an denen die Harren Dr. Bart ho Id. Stinnes. Dr. Vogler, Dr. Silveraderg, Jmbusch, W a gner und Werner teilnahmen, haben dwM geführt, daß die erstgenannten sechs Herren sich gemäß einem Gutachten verständigt haben unter besonderen Vorbehalten und Zusätzen, deren Dar- legung sich die betreffenden fiir die heutige gemeinsam« Vollsitzung des lSgliedrigen Ausschusses de? ReichSwirtschaftSratS und Kohlen- ratts vorbehalten. Das Gutachten im Sinne der erstgenannten sechs Herren lRe- ferent Dr. S i l v e r b s e r g) betont, daß die �ragc der Sozialisie- rung besonders für das besiegte Teutschland keine Frage des Berg- baueS allein, sondern der Gesanitwirischaft sei. Für den Kohlenbergbau, der die Grundlage jeglicher Produftionchildet. muß zuerst die organisatorische Weiterentwicklung der Wirtschafts- form eintreten. Dabci müssen folgende Grundsätze durchge- führt werden: Konzentration der Produktionsmittel. mit dem Ziel der Schaffung höchster Werte im Inland. Den Zwi- schen- und Endindustrten müssen die Bv.wnstoffe in ausreichenden Mengen, richtigen Sorten und zu angemessenen Preisen.zur Ver- fügung stehen. Zugleich muß dies«, Industrien die Möglichkeit u n- mittelbarer fördernder Einwirkung auf den Kohlen- bergbau gegeben werden, und zwar dadurch, daß unter Ablehnung aller Trustbildungen aus lediglich finanziellen Gewinntindenzeu durch B.ldung von natürlichen Interessengemeinschaften zwischen Kohlenbergbau und weiierverarbeitenden Industrien die höchste Produktiv. tät gewährleistet werden kann. Den Endindustrien muß die Verpflichtung auferlegt werden, den Bergbau in jeder Hin- ficht zu fördern iAuffchhiß neuer Bergwerke), und nach der sozialen Seile durch Ausgestaltung des Wohwungs. und Schulwesens das Erforderliche zu tun. Soweit nicht da? eigene Interesse dar fs zusammengefaßten llntcrnehmuagen ausreichen sollte, muß durch geeignete Kon- trolle der an der Produktion beteiligten Volkskreis« in den Auf- sichtsräten dieser Unternehmungen darauf hingewirkt werden. Da- bei ist zu beachten, daß ohne die Arbeitsteilung zwischen freier Führerarbeit und ausführender Arbeit ksine Produktion ge- deihcn kann. Das Gutachten schlägt vor eine ausreichende Beteiligung der Arbeiter- und Beamtenschaft am Kapital der großen unpersönlich gewordenen Unternehmungen und an ihrem Ertrage in Form von K l c i n a k t i e n zu tOO M. oder iu der Uebcrgangsform von Genuß scheinen. Diese Kapital- beteiligunq der Arbci'er und Beamten gibt auch die Grundlage zur Vertretung in den Aufsichtsräten ab. Für die in Förderung stehenden Bergwerksunternehmungen ist die Aktien- aesellschafi die geeignete Gesellschaftsform, die jedoch durch Schaffung von Aktien mit Dividendenbeschränkung und von Kleinaktien neben den gewöhnlichen Stammaktien zu vor- bessern ist. Tic Beteilignng der Allgemeinheit an den Erträgnissen des BerMaueS ist im Woae der Besteuerung zu verwirklichen. Die bestehende Kohlenstener ist nach Wirtschaft- l-chen Gesichtspunkt cu zu tndiv'dnalisscren und auszubauen. Die Auffassung der von der Sozialisierungskommislion vorgelegten Bor- schlage, daß der Kohlenbevabau osti von der Gesmutwirtschart nn- abhäiigfges Eigenleben in sich führen könne, trägt den tatsächlichen Verhältnissen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten nicht Rechnung. Sie führt dazu, daß die natürlichen Zirsa-mmenlbrnge zwischen Berg- ban und weiterverarbeitendeu Industrien und Borbritinfi gelöst oder gefchwächt, mindestens nach Vorschlag 2 stfigelegt und erstarren werden. Werner(Vertre'vr der Bevssbauanaestellfen) bat folgenden Gegenvorschlag zu dem midget'Äten Bericht sGut- achten) der Mehrheit der Siebcnerkommission der beiden Soziali- sierungsaus'chüsse eing-reicht. der in der Einleitung sich zunächst mit dem oben erwähnten Borschwae deckt. Der Gegenvorschlag Werner betont dann aber ausdrücklich, daß im Bergbau die Ar- beitsleistung des Menschen die Hauptrolle spielt. Die Leistung steigt am meisten, wenn die ArbeitSfreildigkeit geweckt wird. Dies läßt sich durch Beteiligung der Arb-itncbml'r. schalt an der Leitung deS Werkes lBetriebsrat) erreichen. Bestehende Verbindungen zwischen koblenvenbrauchenden Industrien und ein- zelnem Bergwerken sind, falls dies in gemeinnürtschaltlichem Inter- eise liegt, durch Verträge aufrechtzuerhalten. Empfohlen wird eine Verbindung der Leitung beider Werke durch gegenseitige Vertretung im AufsichtSrat. Weiter besaßt sich der Gogenvonschlag mit v-'m Ausbau der Organisation, indem er betont, daß die Uebcrführnnz des Kohlenbergbaues in die Gemeinwirtschast auf genossenschaftlicher Grundlage zu erfolgen bat. deren Träger die von der Gesetzgebung bestimmte deutsche K o h l e n g e m e i n s ch a f t ist, bei deren Organisation sich gegensätzliche Interessen der Verbraucher, Produzenten und Allgemeinheit auSxelchcn. Ten führenden Persönlich- leiten muß Selbständigkeit und Initiative im weitesten Um- fange erhalten bleiben. Jede Bureaukratisierung und bindernde Ueberordnung ist auszuschalten; wie in den Konsumgenossenschaften ist die oberste Körperschaft die Generalversammlung, der Reichskohlenrat. Er ist das gesetzgebende Organ. Ihm folgt als Kontrollinstanz der Reich Skoblenaufsichtsrat. An driiter Stelle kommt das Reichskohlendirektorium als fül>- reridos Organ, dem Generald'rektionen in Zall von etwa 20 unter- geordnet sein sollen. Der Ncichslohlenrat soll sich zu gleichen Teilen auS Arbeitnehmern deS Bergbaues, Ver- brauchern uitd Vertretern der Allgemeinheit zu- i'cmmenietzen, die von �tn gesetzgebenden Körperschaften oder von der Regierung»u bestimmen sind. Seine Mitglieder sind außer- dem Aufstchtsräte in den einzelnen Gencraldirellionen.� Der K o h l e n a u f s i ch i s ra t soll aus mindestens 24 Mitgliedern bestehen. Seine Befugnisse sind durch Satzungen festzulegen. Er ist kontrollierendes und beratendes Organ des Reichskohlcn- direktoriums. des ausführenden Organ», das aus mindestens fünf Mitgliedern bestehen muß. Das Reichskohlend irekto- r i u m bestellt die Generaldirektoren und erledigt alle Dinge, die nur an zentraler Stelle erledigt werden können, wie: Schulfragen, soziale Fragen usw. Es ist auch Kontrollin st anz der Lei, stungen und muß seine Zustimmung zu allen geplanten Neu- anlagen geben, die über lautende Bctriebsauslagen hinausgehen. Ten Generaldirektoren ft't?in AufsichtSrat ans den Kreisen des Reichskohlenrats beizugeben. Diesem Aufsichtsrat ge- hören die Arbeitnehmer im gleichen Generaldirektionsbezirk an, ferner jene Verbraucher, die von den Kohlenwerken im Bezirk be- sonders stark beliefert werden und die Mitglieder des Reichskoblen- rateS sind. Den einzelnen Werken ist ein weitestgehendes Eigen- leben zu gestatten. Eingriffe in den Betrieb dürren nicht auf Grund bureaukvatischer Bedenken gemacht werden. Für den Aufbau der Betri?bsräteorvpnisatisn wird auf Vorschlag 1 der Soziali- sierungskommission verwiesen. Silversberg: Die Kommission hat ihre Erwägungen nicht lediglich auf den Bergbau beschränkt, sei) gern ist zu dem System einer Plan- Wirtschaft gekommen, wodurch im Bergbau die höchste Vertei- lung sicheraestellt werden soll. Die Schwächung der grossen Vermögen durch das Rcilsssnotopfer, die hohe Einkommensteuer usw. machen es notwendig, daß die Kapitalkräfte auch der kleinsten Kreise heran- gebogen werden müssen. Die gegebene Form hierfür ist die klewe Aktie. England ist hierin erfolgreich vorgegangen. Dt« Zu- sainrnensetzung der beaufsichtigenden � Organe der Kohlenunter- nebmungen rnnß dementsprech-nd natürftch eine andere werden. Alz Bctriebesorm bat sich die Gewerkschaft bewährt. Ich habe die felsenfeste Ueb-'rzeugung, daß wir wieder hochkommen werden, wenn m loyaler Weise von ollen Teilen zusammengearbeitet wird. (Beilall.) Herr Wagner, Arbeitnehmer aus dem Reichskohlenrvt: T«r Produktionsprozeß vom Ursprung bis zur fertigen Ware muß einbeitlich gestaltet werden. Von d-r Arbeiterbewiligvng am Kapital verfvreche ich mir nickt viel. Der Vorschlag Werners, der auf genossenschaftlicher Grundlage au so-- baut ist, bringt die Gefahr einer großen bureankrttischen Zentrali sat-on. Herr Nmbreit fArbeiinehmer) beantragt, einstweile.» die Be- ratungen abzubrechen, da die Arbeitnehmer unter sich zu einer Ver- ständiguna kommen müßten. Der Antrag wird nach kurzer Geschäflsortrnungchebafte angenommen. Doch soll Herr Jmbusch noch zum Wort kommen. Herr Jmbusch(Christl Aibeiiervcrband): Es handelt sich hier »m ein Kompromiß, daS mir nicht le-cht gefallen ist. Auch der Antrag Werner kann die Interessen der Verbraucher nicht sichern, ebensowenig die Bedürfnisse der Industrie. Dr. SiktwrSberg betont, auf dem von Herrn Werner vorge- schlagenen Weg« der Verträge sei nichts zu erreichen; nur der Zusammenschluß könne hwr Mfen. Damit schließt die heutige Debatte. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. Groß-Aerün folgen der Kohlenknappheit. Die Stromentnahme bei Tage und bei Nacht. Der Kohlenmangel zwingt zu einschneidenden Vorschriften über die Stromentnahme. In einer Besprechung, an der außer den beteiligten Bebörden Vertreter der Arbeilgeber» und Arbeilnehmei-verbände der Berliner Industrie teilnahmen, wurden für die bisherigen Stadtkreise Berlin. Chorlotienbiirg, Neu- kölln. Schöneberg, Lichtenberg, Spandau, die Landkreise Teltow und Niederbarnim und die in die Stadtgemeinde Berlin eingemein- deten Gebietsteile der Landkreise Teltow und Niederbarnim sokgende Notstandsbestimmungen beraten, die mit dem 45. N o» ö e m 6 e r 1 9 2 0 in Kraft treten: Industnelle und gewerbliche Betriebe, die on öffentliche Strom- versorgnngSnnlernebmen angeicklossen sind, oder mittelbar von solchen versorgt werden, dürken nicht mehr eleftrikchen Strom ent- nebmen, als sie durchschnittlich vom 1. Januar bis HO. September 1920 von der damals znläisigen Menge monatlich tatsächlich verbraucht haben. Verbroncher von monatlich bis 250 Kilowattstnnden werden von die'er Bestimmnna nicht berührt. Industrielle und gewerbliche Besiiebe. die au die Elektriz'tätSwerke St. E. W. Berlin. Neukölln, Weiß-nsee. Lichtenberg, Eöpenick. B. V. E. W. Stealitz. Tempelbos, Pankow, Schönow, Heegermüble anaeschlosien sinv, dürfen foftrtt ihneu monatlich mehr als 2k>0 Kilowa'tstnnden bis zu 1000 K'lo- Wattstunden zustehen, von 6Ubr vormittags bis 10 Ubr vormitrags fSverrzeit) elektrischen Strom außer zu Be- leiichtnnnSzwecken nicht entnehmen. Die in mehreren Schichten ar- bettenden Betriebe sind von der Sperrzeit bekreit. Industrielle und gewerbliche Betiiebe, die an vorgenannte Elektrizitätswerke ange» schlössen sind, müssen, iokern ihnen monatlich mebr als 1000 K'lo» walistunden zustehen, bei täqlich weniger als drei Schichten minde« stenS die Hälite, bei täglich drei Schichten mindestens 35 Prozent der jeweiligen monatlichen Strommenge in der Zeit von 10 Uhr abends bis S Uhr morgens entnehmen. Die früheren Anordniiiigen der KohlenwirtschakSstelle über böbers Stromentnahme in den Nachtstunden bleiben in Kraft. Iitdustiielle und gewerblich« Betriebe, die nicht an voraenonnis Elektrizitätswerke angeschlosien sind, dürftn, soiern ihnen monatlich mebr als 1000 Kilowotlstnnden zusteben, nichr über 80 Proz. der Strommenge eitinefimen, die sie durch'chniltlich vom 1. Januar bis 30. September 1920, von b Ubr vormitraos bis 10 Ubr abends, von der damals ziiläisiaen Menge monatlich tatsächlich verbraucht baben. Dies« Einschränkung a'lt nicht lllr Betriebe, die mindestens 35 Proz. ihrer zulässigen Gesamtstrommenge in der Nacht ent- nehmen. Die KoblenwirtschaftSstelle kann Ausnahmen bewilllaen oder weitere Einschränklinaen festsetzen. Die Stromentnahme ist nach Schichten lunler Zeitangabe) in den monatlichen Sirommeldekarten anzugeben. Bei Zuwiderbandkungen aegen die Borschristen über Strombeichränkung kann die Koblenwirtschaftsstelle obue Verwar« nung Strom-verrnngen von mindesten? ochi Tagen verhängen. Die Bekanntmachung vom 8. September 1919 wird gnßer Kraft geseyr. Alle damals erlassenen Ausnahmebestimmungen über Elektrizilät verlieren ihre Wirksamkeit.'' D:eie Maßnahmen bezwecken die Ausnutzung des zur,eit in den Nachtstunden nach unauSaenntzt ,«r Veringima siebenden Brauukchleufernstrom?. weil der in den Tagesstunden vorhandene Strom nicht mehr ausreicht, den vollen Bedarf der Industrie zu decken. Die Elektrizitätswerke Berlin, deren Stein« kohlenvorräte nur noch für wenige Tage aus- reich en und die in Zukunft iniakge de? Spa-AbkommenS nur noch mit starkvermiilderten Steinkohlenzukuhren rechnen können, sind nicht mehr in der Lage, die für den vollen Tages« bedarf fehlen de Elektrizität selbst zu erzeugen. Um nicht einen großen Teil der Industrie der Gesabr e'ner Plötz- lichen Stillegung auszusetzen, muß die gleichmäßige Ausnutzung de« Stromes in den Tagcs- nnd Nachtstunden schleunigst durchge- führt werden._ .-Vie heilige 5ranziska�. Chloroformierte Kavaliere. Sittenbilder aus dem Berlin von heule entrollte eine Ver» Handlung, welche die 12. Straikammer des Landgerichts I be- 'chäftigte. Wegen Diebstahls bzw. Hehlerei waren ver Schlächter Ianlowski, der Kauimann Iackisch, dessen Eheirau und der Galdwarenhändler Wilhelm Brandenburg angellagr. Die Ehefrau des Angeklagten JankowStt ist eine Dirne, welche als eine Art.moderner Sireue' ihre Op'er in einen toienädnlichen Schlaf verienlie und sie dann ausplünderte. Die Ermittlungen des KrimiiialkommisiarS Dr. Riemann deckten erschreckende Sitten« dt er auf. In etwa 100 Fällen war der Frau IaukawSli, die in Vervrecherlreu'en den Spottnamen.Die heilige Franziska" trug, gelungen,' sich in Bars, Dielen, Weinlokale» an Herren beran- zudrängen, bei welchen die sichtbaren Brillantriuge Schlüsie auf den Inhalt ihrer Brieftasche zuließen. S'e gab sich dabei als.unver» staudeue Frau' oder als Arziwitwe aus, und— am nächsten Morgen fanden sich die Opfer in dem Rinnstein der Ziegelstraße. ,n einem Hausflur der Friedrichstraße oder in einer Droschke in Haleniee. aus einem narkotischen Schlaf- erwachend wieder. Unter den Opfern befazid sich u. a. ein mebifacker Millionär und ein Ädgeordueier der U S.P.D.— Wie die.beilige Franziska' zuaab, haite sie>bre Opfer mit Ehloroiorm, das ibr angeblich der Mit« angeklagte Jacknch besorgt, betäubt bezw einen Giftstoff m den Wein getan. Die Jankawsli wurde, nachdem sie das Geständnis abgelegt balle, infolge eines Veriebeus des Nuieisilchiingsrichlers Wiederaus der Haft euilafien und ist seitdem spurlos verschwunden. Welchen Ilmsang dieses verbrecheiifche Treiben der I. gehabt haben muß, gebt daraus beivor, daß sich bei dem Kriminollommisiae Dr. Rcimaun noch eine große Anzahl goldener Ubren und Brillanirnge befinden, deren Besitzer sich a»S gewiffe» Gründen noch nicht gemeldet baben. Das Gericht erkannte gegen Ianlowski auf 2>/, Jahre Zucht« h a u S. gegen Frau Iackisch aui 3 Monate un'i gegen Brandenburg, der die eibeuielen Schmucksachen angekauft harte, wegen Hehlerei auf U, Jahre Gefängnis. Die Lehrergebälter. In aemeiusamer Sitzung de« Besoldung?- ausschusies und de» AnSichuffeS für das VolkSschullehrer-Diei sl- einlommenqeietz mit den VerireielN der Lebrer- ui-d Beamten- organisalionen wniden die Wünsche«ür die Gestaltung der Lchrergehälter formuliert. Seitens der Regieriliig wurde mi geteilt, daß die Regierungen angewiesen ieien, die Votbereiiun ten zur sofortigen Auszahlung allen ondeieii Ai beiten voran zustellen Angenommen wurde ein Antrag, den Lebrern, tue am 1. Dezemdei die Restbeträge noch nicht erhalten haben, das Gcbalt für das nächste Vierteljahr bereits am 1. Dezember auSzu- zahle«. BrolcrarischrS Theater. Wege» des St-eik? find-t d!c Erstanfsührung de? Schm.i'neis.D i e Feinde' van M g x j az g r k i am 12. Aotiember, abends 70. Uhr, Wiclesitr. 24, statt. Karten zu 3 und 1 Mark an der Kasse. Henry Dbvde, einer der fruchtbarsten d.'uOchrn Kunitbiüoiiker, Proscssoc an der ereidrlberger Univelsstät. Ist in Kopenbaqcn nach einer Operation, K3 Iahte alt. geüorben. Er stand in veiwandlschastlichen Bc- ziehunge» zum ftanle Wagner in Bayreuth. Zu si-ineu Albeiten gehört auch eine Nebet seyi ng der Gedichte Michelangelos. Er war ein geschätzter Redner seines Gebiets. Kadcllmcister Otto Heft vom Miwchener Nalionaltheoter. einer der ersten Dirigenten Deutichlands, ist in München au etnem Herzschlag im Mter von 49 Jahren gestorben. Durch den Infolge Strommangels bedingte» geringeren l'mfang de?„Borwärt" kSiinrn wir eine grSsserr?l,izahl Berichte über die Ncvolutions'cier sowie andere wichtige Einsrnduiigen leider nicht mehr zum Abdruck bringen. Mir bitten die Einsender der Manuskripte, nnsrre Zwangslage bcd cksi jligen zu wollen. Schleunige Fortführung des Untergrundbahnbaues. Angesichts der Verhällmffe auf dem Aibeitemoikt und de» Fordetungen entsprechend, welche auS Atbeitnchmerkreiien laut ge« worden find, hat der Magistrat sich der Noiwendiglei» nicht per« schloffen, auch der schteunizen Fortsühning des Untergsundbabn« baueS zur Iliiterbriug'ing von Erwcrbeloscn sein Bemühen zu wid- mcn. um so mehr, als eine Bezuichussung durch das Reich auS den Mitteln der produktiven Erwerbsloscviüriorge in Aussicht steht. Die Ansichreibuna-n sind auch beieitS er'olgt Zwecks Erwerb von Rechten zur dauernden Inanipruchuadme von Vorgärte» in der Gneiienaiistraße für den Tunnel der Nord« Südbahn und Robileitungen im Wege der Enteignung Hai der Magistrat der Siadtverordnelcil-Vctsammlung jetzt eine Vorlage zugeben lassen mit dem Antrage, zuzustimmen, daß die in der Gneiienauslraße 2 bis Sa. 65, sowie Hajenheide 58/69 belegenen Grundstücke für Einbauten im Wege der Enteignung erworben werden. Die Verleihung des Enteignungsrechts ist bei« Mobil» macbungSksnmnssar fflt bWen gtoei«oAgesvAt. da da« Evt�g- nunqsrcchl tür die Nord-SLdbab» durcki Erlatz vom S. Novem- ber 1912 nur bis Belle-Alllance-Straße, Ecke Gneisenauslratz« ver- liehen war._ Freitag und Sonuabeud Stadtverordnetensitzuugeu. Die am Sonnabend und Montag durib den Streik verhinderten Stadtverordnelensitzungen tollen nun Ende dieser Wocbe stanfindsn. Die Mitglieder der alten Berliner Stadtverordnetenversammlung sind zu Freilag. S Uhr, und die der neuen zu Sonnabend, S Uhr, einberuten worden._ Die S.P.D.-Fraktio« der neuen Berliner Stadtverordneten- Versammlung hält heute Donnerstag, abends �/,6 Uhr, im Zimmer S3 eine wiiblige Sitzung ab._ Unsere Toten. In Bernau verstarb nach langem, schwerem Leiden unser Parteigenosse G u st a v Krüger im Alter von öS Jahren. Von Beruf Weber, lernte er im Verkehr mit seinen SrbertSgenossen schon früh die Arbeiterbewegung kennen und wurde bald einer ihrer ersrigsten Förderer. Namentlich in der viel ver- kannten Kleinarbeit der Partei leistete er AuherordentlicheS. Schon unter dem Sozialistengesetz war er als Kreisvertrauensmann iür für Nieder barnim namentlich in der Landagitation tätig. Seit IVOS gehörte er mit kurzen Unterbrechungen dem Stadtparlament an, seri lülS war er Kreistagsabgeordneter. Weder die Wirren des Krieges noch der Revolution haben in dem Verstorbenen das Ver trauen und den Glauben an die gute Sache der Partei zu er» schütter» vermocht. Mit Krüger ist einer unserer Besten dahingegangen, der stets in der aufopfernsten Weise unter Hintansetzung jeder Rücksicht auf seine eigene Geiund Bett, für die Sache des Sozialismus wirkte. Noch von seinem Krankenlager aus versuchte er. ratend in die örtlichen und nament lich kommunalen Angelegenheiten einzugreifen. Die Parteigenossen obren sein Andenken am besten durch Nacheiferung in der Pflicht« erfüllung und Treue zur Partei. Die Partei von Reinickendorf-Ost hat einen schweren Verlust durch den plötzlichen Tod des Genossen August Viezenz zu be- klagen. Seit über 20 Jahren in der Partei tätig, war auch er jederzeit ein eisriaer Mitarbeiter gewesen, Seine Pflichttreue wird namentlich den Jüngeren immer ein nachahmenswertes Vorbild fein An der Beerdigung, die bereits am 9. November, nackmi. 8 Ubr, von der Halle des GemeindesriedhoiS. Reinickendorf-Ost. Humboldtstraße, aus stattfand, nahmen die Parteigenossen zahl« reich teil. Uusere S.P.D.-ChSre. Die Gekamtvorstände aller S.P.D.-Cböre und solcher Chöre. die aus dem Boden der S.P.D. stehen, werden zu einer Konierenz am Bußtag, vor mittags 10 Uhr. im Lokal Blessin, Berlin N., Star- garder Straste 3(Nähe Ringbahnbof Schönhan'er Allee), einge- laden. Aus den Krei'en. wo noch keine Chöre bestehen, werden die Kreisleitungen um Erscheinen gebeten. Die Einladung gilt für Groß-Berlin. Der neugcwählte Kreistag Teltow trat zu seiner ersten Sitzung im KreiSbau'e zusammen. Er besteht aus 24 Vertretern der ver- einigten Bürgerlicken, die sich zum Grundsatz gemacht haben, die Politik bei den Verbandlungen auszuschalten. Alio auch hier: Zusammenschluß des gesamten Bürgertums von Badewiy bis Nathan auf der einen und Zeripliterung der Arbeiter auf der anderen Seite. Der ganze Wirtwarr in der'o,ialistischen Arbeiterbewegung trat denn auiv reckt augenfällig bei Erledigung der wichtigsten Tagesordnungspunkte in die Er- scheinung. BeiderWabl der Kr e i S a u S s ck u hm i t g li e d e r. dieser wichtigsten Körperschaft der ganzen KreiSverwaltung� wurden für die Bürgerlichen bei 22 anwesenden Vertretern 2t Stimmen ab- gegeben, für die S.P.D. 10 Stimmen(ein Genosie fehlte wegen Krankheit), für die U.S P. 5 Stimmen. Der Neukommunist hatte nach ieiner eigenen Aussage einen weißen Zettel abgegeben, so datz eine Stimme aus dem bürgerlichen Lager für diell©.P. abgegeben sein rnustte! Bon den 6 KreiSausschustmitgliedern erhalten demnach die Bürgerlichen 4. die S.P.D. 1(Genosse Wauer- Thyrow), während das S.Mandat mit Htlre der Bürgerlichen und durch LoSentscheidung der U.S.P.(Neiimann-NowaweS) zufiel.— Zu Provinzial- landtagSabaeordneten wurden gewählt: Landrat von Achenbach. Oble und v. Görtzke von der bürgerlichen Fraktion und Genosse Wauer(S.P.D.). Auch bei dieser Wahl wurden 2 weist« Zettel abgegeben, die von der Linken des HauieS stammten, einer von dem Neukommunisten und einer anscheinend durch ein Berieben aus dem Lager der S.P D. Trotzdem erhielt die Liste der U.S.P. 5 Stimmen(also auch hier wieder 1 Stimme auS dem büraerlicken Laaer). während die S.P.D. nur 9 Stimmen erhielt. Bei geschlossener Stimmabaabe für die verbundene Liste der S.P D. und U.S.P. seitens der anwesenden Arbeiterver- treter wäre den Bürgerlichen ein Mandat weniger zugefallen. Zu Kreisdeputierten wurden gewählt Dr. v. B a d e w i tz und Genosse Ernst B ü S n e r. Im.stcntrol- Tbeater in der Alten Aakobstr. 3S finden infolge eiaener Lichtanlagen die Aufführungen der Operette»Frau Bärbel� nach wie vor allabendlich statt. Anfang 7'/, Uhr. Bcrei« Arveiterpresse. Freiiaa. den 12 November, nachmittags B Uhr. Berlamrrlung im GewcrlscholtSbauS, Engelufer tä, Saal 6: Tagesordnung i 1. Ersatzwahl zum Vorstand. 2. Verschiedenes. Setrkebs-, Hewertsthosts- imö Parteifunktionäre, Setriebsräte üer S.p.d. Wichtige Sitzung Donnerstag, den 11. November, pünktlich nachmittags i Uhr, in der Bockbrauerei, Fidicinftr. 2—3. Tagesordnung: Stellungnahme zum Elektrizitätsstreik. Wir ersuchen um vollzähliges, pünktliches Erscheinen, da der Saal nur beschränkte Zeit zur Verfügung steht. Wichtige Beschlüsse sind zu fasse»! Der Bezirksvorstand. Graste öffentliche Elternversammlung am Freitag, den 12. November, abends 7 Uhr, Bülowstr. 87. für die Elieru aller Schulkinder des Kestens. ES sprechen Dr. Löwenfteln und Lehrer G. H a e d t ck e über die»weltlich« Schule'. Massenbesuch erwarten die Elternbeiläte der S.P.D. und U.S.P.D. OewerGhajwbewegung Beendigung der Lohnbewegung im Textil-Grohhandel. In einer vom TranSporiarbeher-Velband einberufenen Branchenversammlung der Handelsat beiier im Zexlil-GroßHandel und der Bekleidungsindustrie gab Wolter Bericht über die am 30. Oktober vom SchlichlungsauSschust der Bekleidungsindustrie stattgefundenen Lobnverbandlungen. Von der Fällung eines Schiedsspruches wurde Abstand genommen dast die Parteien sich letzten Endes auf emen Vergleich auf folgender Grundlage einigten: Der Mmdestlobu beträgt ab 1. Oktober 1920 für Handels- arbeiter im Alter von: 14—16 Jahren... 60 M. pro Woche 16— 18 m... 90 p m m 18— 19 �... 135 m0 0 19—20 0... 150 00 0 20-23,... 200„,. über 22„... 220,». verheiratet..... 235,«» . mit einem ver- sorgungsberecht. Kinde 250..» Die Parteien verpflichten sich, inneihalb 4 Wochen in die Be» ratung des ManlelianfeS emmweien. Bis dahin bleiben die Be- stimmungen deS alten TarifeS in Kraft. Nach einer regen Aussprache stimmte die Versammlung gegen eine starke Minderheit dem Abkommen zu. Lebhafter und erregter wurde die Versammlung, als Schacht berichtete, dast die Bekletdungs-Jndustriellcn bisher in keiner Ver- Handlung zu den Lohnforderungen der Handelsarbeiter Stellung genommen hätten. Da der Textil-Großhandel mit der BekletdungS- industrie gemeinsamer Tarifkonirohent»st, erwarten die in dieser Branche beslbäiligten Handelsarbeirer umgehende Erklärungen der Arbeitgeber. Ein Vertreter der streikenden A n g e st e l lt e n dankte für die bisher bewiesene Solidarilär und erwartete weiterhin die tätigste Mithilfe der Handelsarbeiier. Die streikenden Angestellten des Textil-Grostbondels veran- stalteten am Mittwoch einen Demonstrationszug. Sie sammelten sich im Osten und zogen am Ratbau« vorüber nach dem Stadlinuern. Die Streikenden führten Swilder mit sick>, mit Inschriften wie.Ter Hungerstreik im Textil-Grohhandel". Alle Gruppen trugen Plakate, auf denen die Firmen bekanntgegeben wurden, bei denen gestreikt wird. Der Zug� löste sick,� ohne daß es zu irgendwelchen Zwischenfällen gekommen wäre, auf. Ter Streik auf den westdeutschen Lkanäle«. Freitag iand in Dortmund nnter dem Vorsitz des Reichs- kommissarS M e h l i ch eine GchiedSgerichtssitzung zur Beilegung deS KanalschiffahrtSstreikS statt. Nack längeren Verhandlungen wurde ein Schiedsspruch gefällt, der die Löhne für die Äanaischiffahrt vom 1. August ab u m 5— 2 5 M. pro Woche erhöht, lieber die sonstigen tariflichen Be- stimmungen ist den Parteien ausgegeben, innerhalb 14 Tagen eine Verhandlung herbeizuführen. Führt diese Verhandlung zu leinem Ergebnis, so wird baS Schiedsgericht von neuem zusammenireten und auch drese tariflichen Bestimmungen durch einen Schiedsspruch regeln. Obwohl der Schiedsspruch hinter dem am 28. September ge- fällten Sch edsipruch des SiellvertreierS des Re>chSkommissarS zurückbleibt, und obwohl das staatliche Sckleppamt Monopol seinen Angestellten, die von der Organisation geforderten Löhne bewilligt bat. haben die Arbeirnehmer-Organisationen sich bereit erklärt, ihre Mitglieder zur A n e r k e n n u n g des Schiedsspruchs aufzufordern. Dogegen ließen sich die Arbeirgebervertreter von ihiem einmal gefaßten Standpunkt, überhaupt nickt zu bewilligen nickt abbringen. Bereits vor Eintritt, in die Verhandlung erklärten ne. daß sie fick keinem Sckiedsiprnck fügen würden. Nack Fällung desselben erklärten die Arbeitgeber, daß fie den Sckiedsipnich und ebenso die neuen Verhandlungen über die strittigen Tariffragen ablebnten. Auf die hartaefottenen Arbeitgeber fällt aber alle Verant- Wartung für eine etwafg« Sllkkegnng einet Snzahl»»» Ueberland-Zentralen im Oldenburgischen, die auf die Zu- stihr von Kohle durch die Kanalschiffahrt angewiesen und mit ihren Borräten am Ende find. Arbeitslosigkeit für Zehn- taufende von Arbeitern wäre die Folge. » Aus dem Dortmund-EmS-Kanal sind die Schisser weg?« Lohnstreitigkeiten in den AuS st and getreten. In dem Hafen von BergeShoevede liegen 150 Schiffe, die nickt ankern können. Der Wasserschutz und die Teckni icke Nothilfe sind eingesetzt worden. Bisher ist eine Störung der Ruhe nickt eingetreten. Der Handelsminister hat Maß« nahmen getroffen, um durch Verhandlungen den Streik zum Abschluß zu bringen. Schiedsspruch im Aachener Bergbau. Die Verhandlungen unter Vorsitz des Ministerrats Dr. Boden- stein vom ReickSarbeitSministerium über die L o b n st r e i ti g« keiten im Aachener Beroban endeten mit einem Schieds- s p r n ck. nach welchen vom l November 1920 ab die Unverheirateten über 20 Jahre eine Zulage von zwei Mark, unter 20 Jabren eine solche von einer Mark, ferner die verheirateten Arbe'ter eine Lohnzulage von drei Mark erhalten. Da? Kindergeld wird von zwei auk drei Mark erhöbt. Bezüglich der bisher im Ueberschicktenabkommen gewährten 1 50 M. bezw. 1,60 M. soll die bisherige Einschränkung wegfallen. Für den Siebenstundentag. Die alle Vierteljahr stattfindende Bezirkskonferenz des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands bat folgende Entschließung einstimmig ange- nommen:.Die am 7. November tagende, von über 700 Deleaierten besnckte BezirkZkonkerenz des Gewerkvereins ckristlicker Bergarbeiter des B e z i r k S E> s e n richtet die dringende Forderung an die Regie» rung. die Sieben st undenarbeitSzeit im Beraba« gesetzlich sefi zulegen. Begründung ist, daß fast alle Be- triebe den Achtstundentag eingeführt haben. Der Bergarbeiter arbeitet abaescklossen von L-ckt»nd Sonne und verfährt sieben Stunden. Diese sieben Stunden liegen nickt gesetzlich fest. Nach all den Opkern, die die Bergarbeiterschgit in den langen Jahren brockte und hinweisend aus die Schwere ihre« Berufes fordern die christlich organisierten Bergarbeiter, die Siebenstundenschicht sofort gesetzlich festzulegen.'_ Setzerfirrik im Bergischrn Land. Ein Teil der Setzer deS DnppertaleS ist wegen Lohnstreitigkeiten in den Streik ge- treten. EinlanngSperhandlungen über die EinkommenSreaelung der Ver« fichernngSangestellten fanden nnter dem Vorsts deS RegierunaSrateS Dr. M. Weigert im ReichSarbeitSmini st erium am 8. November statt, die zu einer beide Teile befriedipenden Ver« st ä n d i g n n g geführt haben. Das Verfahren betr. Verbindlich- erklärirng deS am 21. Oktober 1920 im ReickSar beitSnnriisterium ergangenen Schiedsspruches bat damit keine Erledigung gefunden. Verband der Steinsetzer und Berufsgenosse«. Allen Kollegen ans dem Tarikbezirk Groß-Berlin nx Kenntnis, daß unsere Ackt-Srunden-ArbeitSreit mit den alten Paulen bestehen bleibt, insbesondere keine Stundentouren vormittags zulä'sig sind, also jedes andere Anpebot der Arbeitgeber iowie der Behörden abrulebnen ist. Am Tonntag 10 Ubr in der Harmonie. Jnvalidenstraße 1. Sitzung aller Vorstandsmitglieder iowie sämtlicker Betriebsräte und Betriebsobleute, auck aller Bertrauensleute aus dem Tanfbevrk Groß-Berlin.— Filiale Berlin! Montag 7 Uhr außer- ordentliche Versammlung. Wir fordern alle Kollegen zum Besuch dieser Versammlung ank, da ein Referent sowie ein Kor- referent über die allgemeine Lage sprechen. Acktnng, S.B.D.- MetnIIardeit-r! Sonntag 9 Uhr Berlamm- lung im LehrervereiuShauS, Alexanderplatz. Nähere Bekann machung er- folgt noch. Tcuticker Transportarbeiter-Verband. Einkaifierer. Kassenboten und Bureaudiener aus den Abzahlung'», Nähmalchinen». BerffcherunnS-, EpeditionS- und Baugefchäffen. Heute 7 Uhr.Zum Einn-dler'. Neue Promenade 9/10, Stadibabnbogen. am Bahnhof Börse: Gruppenver'amm« lung.— Kaflenboten und Bureaudiener auS dem Berliner E ienbondel. Elekti o-Jnduftrie, Maschinenfabrilen iowie Lagerarbeiter und Hausdiener der Singer-Eo. irreilaa 7 Ubr im selbe» Lokal: Gruvpenvcriammlung.— Sektion II. Fensler-, Meifing« u. Tepb'ckireiniger. Heute b Uhr Branchen» verfammlung im Englischen Hos, Alexanderstr. 27«. Allgemeiner Verband drr deutschen Bankanaektellten. Freitag TI, Nbr. im großen Saale der Brauerei Bötzow. 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