Kr. SH�t�»r chemi wxaex- lagtich zweimal Sanniaa» und Mo»- tau»»mmol. Tel ea romm-s»reffe- �»azlolSemotral vor»»». Morgen Ansgabe Nerlincv Oollie»lilntt fsi�enREgJ Äuzeiae»xrstv: •i»«rtüottoaltrn» Ronvorrillezelie toftftS,— lI!i.,Teiierung»MU-lagS0°/» »Kleine Sinzeißcn" las tvt» groru«» Dor- T.— M.(juSi'h zwei ■cttgtontrtt» i'�utter.»des o'tMtrt Wvr: 60 PIg. etcüenoejndi« und Ccklarliel'.enanzsigkn Da;, etile Wrtt 65 Pig„ itdes a-.e;;ece Tori 10'$rg. Borie ki der K Buclistaden läfilon iür ■.■«ti War«. Teueruxaszuirli-aa SoTii!hen»Oin;.eigea für OlbonncBten Aeile 2,— 3S, xolitliffit und o,e- «ettU-aMiche verein»-Sn-etge» Z.— Kl die Aeils ohne Aufschlag. Anzsigen iül Di» n a lfcü i Nummer müiiro die S Sicht nati niltlag» im •Saanftldrtiiift. Berlin SW>, Sinden» fttafi» 3. odgegcotn werben, lbeaänrt dsii 3 Ubr icUt) dl» 5 Uhr adenos. Zentralorgan der rozialdemokratirchcn partd Dcutrchlanda Keöaktion und Expedition: Slv. öS. Lindenstr. Z. .ierutt>re-l,er:«ml Morwvla«. Str. l.»> iMi— 1.*>I i>7 Sonnabend, den IIS. November 19*�0 vorwärts-veriag G.m.b. Cw. HS. 2indcafh.5* wcrniarcrtiet: Am» Ptorüivia«. Nr. 117 HS— 51. Serufsspnöikat Der Unterauslcbuß des Reichswirtschaftsrats hat geftern ihber die Vorschläge deS Verständigungsaus- s ch u i i e s beraten imd ist zu dem Ergebnis getomwen, diese Vorschläge zur ncchiraligen Beratung an den Derstäudi- gungAausschutz zurückzisveilveisen. der zu diesem Zweck �irm weitere si.ben Mitglieder verstärkt worden ist. Man fühlt sich durch diesen Vorgang an dos tiefe Wort erinnert, das Paulchen einmal in diesen Blättern geprägt hat:„Der Weis- heit letzter Schlich, mein Sohn, heistt hierzulande K o m- Mission." Der ReichSwirtschaftsrat wählt einen Ausschuß. dieser wählt einen Unterausschuß, der wählt wieder einen VerständigungsauSschuß, und wenn man nicht weiter kann, wählt man einen verstärkten VerständigimgsauSschich. So geschieht es im— glücklicherweise in dieser Gestalt nur vor- läufigen— ReichIwirtschastSrat, von dem man gesagt hat. er würde praktische Arbeit verrichten und nicht, wie andere Leute, nur schwätzen. Der Unterausschuß des vorläufigen ReichSwirtschaftS- rats hat füiforglich sowohl das Für und das Wider wie auch das Wenn und Aber erwogen mit dem obenemvÄhnten Re» sultat. Wie sagte back) Paulchen: Die Kommission ist voll und gang Di« fleifchgewordene Toleranz. DaS heißt, sie sucht die Antithesen In Kuddelmuddel aufzulösen. Diese Verse waren einst aus die WahlrechtSkom- Mission des.Herrenhauses gemünzt. Heute geht eS in der Leipziger Straße nicht mehr um politische, sondern um so» z i a l e Arbeitcrrrchte. und es führen fetzt nicht mehr dw Krautjunker, sondern die KvhlenbaroNe das große Wort. Der „genius loci", der Geist des Ortes, scheink sich indes nicht we- sentl'ch geändert zu haben. Aber wie der demokratische Ge» danke das Herrenhaus überlebt hat. so wird der sozialistische Gedanke auch den vorläufigen Neichsmirtschaftsrat überleben! ch Der Unterausschuß des ReichSivirtschaftSrateS setzte am Freitag die Beratung der beiden Gutachten zur Goziali» fierungSfrage fort. Genosse Umbrrit erinnert an die Versprechun- gen der Regierung zur SozialijierungSfrag«. Auch die AuSführun- gen StinneS' ließen die Möglichkeit«ine» WegeS zu gemeinsamer Arbeit erkennen. Die Schaffung der Wirtschaftseinheiten, der Kleinaktien und die Auswahl der Tüchtigen schienen den sozialen Forderungen emgogenzukommen. Der Vorschlag verrät nur recht wenig gcmeinwirtschaftl'iche Gedanken. Der Kleinaktien- besitz ist nur geeignet, den P r i va t be s i tz z u st ä r ke n. ohne die Gemeinwirtfchaft zu fördern Zudem wird der D i n f l u ß dieser Kleinaktienbesitzer nur terschwindentz gering sein. Auch in den Jnteressengemeinichakten mit den Verbrauchern sehen wir kein Eemeininiercffe, sondern ein« Begünstigung von Montan» monoPolen Di« PlanwirtfchaktSorganisation ist mehr ge» eignet, unser Interesse zu wecken, der Gedanke der Gemeinwirt- fchast ist aber in dem Gutachten des Ausschusses völlig verslüchtigt. Der Plan erscheint daher nicht geeignet, die Arbeiter für da» Ausgeben der Sozialisierung zu eni'chädigen. Nicht nur die sozia» listi>chen, sondern auch die christlichen Bergarbeiter verlangen die Beseitigung des Privatbesitzes. Di« Erklärung des Pmstandes des Berga rbciterverbandeS läßt das erkennen. Die Dnrchsührung d.-s Abkommens von Epa hängt von der Arbeiterschaft ab: die ihr gemachten Versprechungen hänge» aber in der Lust. In dem Gutachten ist nicht eine Gp u i de» gemeinwirtschaftlichen Gedanken», deS Mitbesitze» und der Mitverwaltiuig am Bergbau entialten. Di« Zentralisierung darf nicht in eine Aiomifiermig aufgelöst werden zum Borteil ein- zelner Industrien Jedenfalls müssen dem gemeinwirtschastlichcn Gedanken mehr Konzessionen gemacht werden. Genosse Loeffler: Die Verfasser des Entwürfe» find Meister der Stilistik und des Wortes Sie verbergen damit ihre wahren Gedanken. Der Gedanke der Schaffung von Klcinakt,en kommt rrich'Iich spät. Bor l& Jahrer hätte man damit bei den Arbeitern noch Eindruck machen können Heute ist dieser Schritt unzeitgemäß. Die Schätze de? Landes gehören der Allgemeinheit. Ein be- sondere» Vorrecht für einig« Volksgenossen gibt es nicht. Nach dem Entwurf beabsichtigt man ein BcrusSstzndikat. Man will«inen riesigen Konzer» auf privatkapitalistischer Grund- läge aufbauen. Auk diesem Weg« ist keine Verständigung möglich. Da ist noch ein StaatSmonopol dem Privatmcmopol vorzu» ziehen. Mag die Organisation fein wie sie will, e» wird in den »cir weiteres überall durchführen. Vorschlag 2 nimmt dem Unter-! � Mch einunddreiviertclfiihrigcr Dauer hat im Freistaat nehmer die Freude an der Macht und damit am Unternehmen. Sach,ci, die D o l k L k a m m c r ihre Beratungen abgc,chlo!seii selbst Die kl-üien Aktien schassen nur A r be i t e r k a p i t a->md ist wahrickeinlich für immer auSrmander gegangen. Sie listen, ohne dem gemeinwirtschaft'.ichen Gedanken zu nützen. Die � war für Sachsen daS, was die Nationalversammlung für des notwendig- starke und planmäßige Oetonomisierung kann nicht> Reich war. In den rund 20 Monaten ihres Bestehens hat durch einzelne Konzerne, sondern nur durch eine U m so r m u n g sj« xsnc fruchtbare Arbeit geteistet, die sreilich zum größten de» EigentumebegrissS nach der Seite des Arbeiierrechts hin durchgeführt werden. Dr. Rathenau: Der Gedanke der vertikalen Verknüpfung be» gegnet sich jetzt mit der Horzornalen Deobiirdung.(Unter horizontaler Veubintäing" versteht Rakhenau den Zusammenschluß gleich- artiger Jndustriewerke zu Trusten und Syndikaten; unter»vcrti- valer Verknüpfung" den Zusammenschluß mehrerer aufeinander an- gewiesener Werk« von der Kshte bis zum Endprodukt, also z. B. die Angliederung von Kohlenbergwerken an Montanwerke usw., so wie e» StinneS vorschlägt.) ES wird sich um 12 bi» 2k> solcher Der- tikalen»industriellen Herzogtümer" handeln. Diese werden viel assimilieren können, aber nicht alles. Man darf nich, nur an Kohlen. Eisen und Stahl denken, man muß auch an die Textil-, chemische Industrie usw. denken. Die haben nicht Platz in diesen Herzogtümern. Nur der horizontale Trust erfüllt die zweite For Teil durch die politische Neugestaltung und den Wiediwaiifhau wie durch die Geldentwertung erforderlichen Maßnahmen bedingt war. Darüber. hinaus bat sie auch das B o t k s- schul Wesen neugestaltet und dabei einheitliche Volk: schule und die Unentgelilichkcit des Unterrichts gebracht. Em be- sondere» Gesetz hat den Ki r ch e n a u s t ri t t ausserordentlich erleichtert, ein anderes will die Grundstücks p e k it- l a t i o n dadnrch iinterbinden. daß man Grundstückoer- Faitfc aenehmigungsvflicktig macht, sowie ein Vorkanss- und EnteignungSrecht den Genieindeu besonders sichert. Kohlenwerke sind verstaatlicht. Kohler.selder augekauft und durch die Aenderung des Kelches über die Kohlenabbau- rechte die noch unerschlossencn Kohlenschätze de? Landes o h n e derung der Öekonomisierung. die Gesamtarbeitsteilnng im Innern Entschädigungsanspruch für die Besitzer de de» ganzen Landes, die Einigung de» gesamten Industriezweige» auf»in einheitliches Programm. Mit der horizontalen Ordnung wird auch zugleich die soziale Frage gelöst. Wir müssen den Ar- heitern praktischen Einfluß einräumen. Mit der horizontalen Glie- derung erreichen wir«inen Kollektivismus, der die Kräfte der Arbeiter dem Aufbau der Gesamtheit nutzbar macht. Die Klein. aktie hat keine allzu große Bcdeulung. Dr. EilverSbetg: Unsere Robeiter denken anders über die De» deutung der Kleinaktie als d'r Berliner. Die Verbindung der vertikalen mit der horizontalen Ordnung wird unser« Wirtschaft zu neuer Blüte bringen. Generaldirektor Dr. vvglcr: Wir haben den ersten Schritt zum horizontalen Ausbau ge.an, indem wir der Allgemeinheit da» Wichtigste, die Kohle zur Verfügung gestellt haben.(Zuruf Na- thenau: Und die Monopolvrotukte in der Hand behaltenl) Das Monopolprodukt ist ja die Kohlel(Rakhenau: Nein, Eisen, Stahl u'w) Ja, wa» hat da» m:t dem horizontalen Aufbau zu tun? (Rathenau: Darin liegt ja die Macht?) Wir verstehen uns noch immer nicht. Durch die Kleinaktie wird das Interesse der Arbeiterschaft an der Wirtschaft geweckt, und' dann werden viel- leicht kein« Hochöfen meir stillgelegt. Viele Arbeiter haben mir gesagt, über die Kleinaktie lasse sich reden.(Zuruf Loeffler: Kommunisten kSnaen Sie für jeden Uusinn kriegen!) Es waren alles sehr tüchtige Arbciier. Kaufmann(Konsumgenossenschaften) steht auf dem Boden des Vorschlages L. der eine gemeinnützige Gesellschaft bilden will und dem genossenschaftliche Erfahrungen zur Seite stünden. Er bittet die Verfasser des MehrheiiSgutachtenZ, einen detaillierten Plan auszuarbeiten, der auf dje im Laufe der Debatte geäußerten An- regungen und lbedenken eing-ht. «altrusch(Christliche Gewerkschaften) beantragt nochmalige Bildnng einer Kommission zur weiteren Erörterung. Die Pläne SrlverSberg usw. sind so ein- leuchtend, daß man sich ihrer Wirkung für die rationelle Entwick- lung unsere» Wirtschaftsleben» nicht entziehen kann. Andererseits ist es zu verstehen, ivenn bi« Führer der Arbeiterschaft etwas ihre Leute halbwegs Befriedigendes durchsetzen wollen. Hier muß ein Kompromiß gefunden werden durch Nachgeben auf beiden Seiten. Dr. SilvcrSberg: Bei der Klcinakti« handelt es sich lediglich um die Verbreiterung des B-fitzeS, nicht um eine Köderung der Arbeiter. Durch sie erhalten die Arbeiter auch Mitbestimmung»- recht in den AuffichtSrären. Da« wird auch zu einer Umstimmung der Geister führest� B-triebSsyndikaiismns liegt unS dabei völlig fern. Zw«: Tinge sind festgelegt: 1 d-e Grundlagen, auf denen die Öekonomisierung der Wirtschaft aufgebaut werden kann, und 2. die Anerkennung und Forderung des sozialen und menschlichen Fort- schritte» der Arbeiter in den letzten Jahren. �Harting(Frei« Beruke) kann sich für keinen der beiden Vor- schlage erwärmen. Sozialisierung läßt sich nicht mit Oekonomifie- rung vereinbaren. Beim MchrheitSvorschlag ist die Oekonomisic- rung so sehr in den Bordergrund gestellt, daß jeder soziale Gedanke erstickt wird. Irl(Handwerk) stimmt dem Melrheitsvorschlag zu und be- zeichnet den Vorsckilag Werner als ein Unglück für unser Volk. Kaufmann(Konmmoenossenschasten) beantragt, die Weiterarbett an die Sicbener Kommission zurückzuverweisen, die entsprechend zu verstärken sei. Der Antrag wird ange- nommen. Georg Bernharb erwartet nicht» von dem Mitbestimmungsrecht de» Arbeiters, das er auf dem Weg- der K'einaktis erlangt. Ein Arbeiter, der«inen StinneS im AufsichtSrat neben sich hat. wird gegen diesen nicht aufkommen IlnmSg'ich können Arbeiterführer rechen eine technisch« Unterordnung geben müssen. Au- i � den bisherigen Verhandlungen habe ich tz-« Eindruck gewonnen,' Oberfläche für den Staat enteignet worden. Die Hanptaufaabe war jedoch das neue Landtags wähl- g e s e tz und die neue Landesverfassung, die, wie int „Vorwärts" bereits näher dargelegt wurde, die politisch- demokratischen Forderungen unseres Parteiprogramms restlos verwirklicht. Die Volkskammer war ziisamniengessetzt aus 4L Sozial- demokraien, Ih Unabhängigen, 24 Demokraten, 4 Vertreter» der Deutschen Dolkspartei und ll Deutschnationaien. Es er- gibt sich darails, daß eine soztgldeniokratstche RogieruNgs- mehrboit ohne weiteres möglich gewesen wäre, wenn die U»- abhängigen cö nicht vorgezogen hätten, in reiner Agitationspolitik zu verharren und sich der Verantwortung zu entziehen, die mit einer Beteiligung an Vu: Neaiernng verbunden aewosen wäre. Da alle sozialdemokra- tischen Bemühungen, die Unabhängigen zu besserer Einsicht zu bringen, vergeblich waren, eine Regierungsmehrheit in der Kammer aber hergestellt werden mußte, kam eine solche durch Znsammengehen mit den �24 Demokraten zustande. Es traten daranfhin zwei Demokraten> in die bis dahin rein sozialdemokratische Regierung ein; dock haben bei nrnnchen wichtigen Entscheidungen die beiden sozialdemokratischen Par- teien die entscheidende Mehrheit gebildet, besonders bei den Geietzesvorlagen von wirtschaftlicher Bedeutimg und bei Durch- setziing der neuzeitlichen Gesetze über die Beseitigung des Sie- ligionsuntenichts und den KirchenauStritt. Oft aber pnachis sich die unabhängige Desperadapolitik sehr linangenchm be- merkbar und führte zu scharten Zusammenstößen auch mit den soziakdemokratischcn Vertretern, besonders in den Fällen, wo dit Unabhängigen die Streik- und Putschtaktik der Kommunisten zu decken oder ihr Vorschub zu leisten versuchten. Wie schon erwähnt, gehört die kürzlich geschlossene Volts- kammer bereits der Vergangenheit an. Die kommende Lolfs» Vertretung wird den Vorschriflen der neuen Verfassung cnt- sprechend wieder Landtag heißen. Die Neuwahlen finden am 14. November statt. Zwar ist die Wahlbewegimg im vollen Gange, doch wird sie auf allen Seiten stark von einer großen Wahlmüdigkeit beeinträchtigt. Das ist offenbar in erster Linie darauf zurückzusühren, daß die Landtagswahlen kurz hinter den ReichstagSwahlen stattfinden, zum Teil auch darauf, daß man der Landespolitik jetzt, wo deren tstrund- züge bereits durch die ReichSverfaffung festgelegt sind, u.vch weniger Bedeutung beimißt als früher. Wie dem auch sein möge, jedenfalls stehen jetzt noch die Anstrengungen der Par- teic'n in einem auffälligen Mißverhältnis zu dem Interesse der Wähler. Nach den seitherigen Beobachtungen mutz niit einer sehr schwachen Wahlbeteiligung gerechnet iverden. Die Wählerschaft des Landes scheint sich der Tatsache noch nicht bewußt zu sein, daß ganz Teutschland mit Spannung dem Wahiauöfall in Sachsen entgegensieht. An dem Aufmarsch der Parteien haben sich vier bürger- liche Parteien— Demokraten, Zentrum. Deutsche Volkspartci und Tentschnationale— und auch vier Gruppen der Sozialisten und Konimunisten verschiedener Richtungen beteiligt. Die Unabhängigen haben kurz vor dem Schlußtermin aus ihren Kandidatenlisten noch die Moskauer ausgemerzt, dagegen baden neben den Kommunisten alter Richtung, die besonders in Chemnitz größeren Anhang haben, auch die Neu kam- daß wir sehr schwer zu einer Emigung kommen werden. Ein entschiebener Schritt zur sozi''istischen Gemeinwirtschaft muß aber getan werden. Die bish«r:ae Ungetoißh»,! wirkt durchaus nichi Produkt ionsfördernd Die Versprechungen der Reichsregierung waren Aar und bündig Die NeichSregicrung mutz jetzt aus dem Versteck hervorkommen und eine t«are Antwort geben. Georg Bernhard(Presse): DaS MehrheitSgutochten läßt den Gedanken der Gemeinwirtschaft, das ander« den Gedanken einer verständigen Oetonomisierung vermissen. Die Kohle kann man nicht allein sozialisieren, ohn« auch alle» andere zu sozialisieren. Die Art de» Gemeinwirtschaft, die ich vorschlage, läßt sich oh« um tagen. D-'mit ichließi die AuSüracke. Tic Sieb-n-r Kommission w rd», u n i st e» noch in letzter Stunde Kandidatenlisten eingereicht, � � voraussichtlich wieder in Essen nn bl,r Spitze alle den Namen Geyer tragen. Dabei n. Schluß 6 Uhr. � j ist e| jetzt noch ungeklärt geblieben, ob sich Vater und Söhne ! in die drei Listen geteilt haben oder ob aus allen dreien Fritz Der Siebener-Kommission sind hinzugewählt: Euno, Bern- Geyer sen.,— der es fertig gebracht Hai, sich den Moskauern Harb, Paul Müller, Kleine. Rathenau. Kraemer. Klingen und Beck- anzuschließen, nachdem er erst gegen sie gesprochen hat—, in mann. In diesem Gremium wird neben den in Essen aufgestellten allen Wahlkreisen Zug- und Zählkandidat sein soll. Richtlinien noch der Entwurf eines Ccsetzez zur Soziolisierung des � Ueber den Ausfall der Wahlen läßt sich mit Bergbaues auf der Grundlage der Bodenreform von dem Sicherheit n! ch t s voraussagen. Einigen Anhalt dafür Mitglied des vorläufigen ReichSwirtjchaftSrateS Wilhelm Beckmann bieten noch die Ergebnisse der letzten Reichstagswahl, uin so zur Beratung komme».' mehr, weil, von unbedeutenden Abweichungeil abgesehen» die Wahlkreise dieselben find. Rechnet man die Ziffern der ReichStags>wahIen auf die LL Lnndtagssitzc um, dann würden auf die Unabhängige n"2ö, auf die Sozialdemo- 5r u t i s ch e Partei ÄS, die Demokraten 9, die D e u t i äi e Ä o l k s p a rtt e i 18, die D e u t s ch n a t i o n a- l e ri 17 und M o m m u tri ft e n 4 Vertreter entfallen. Doch sind.'nverläsfig? Voraussagen schon deshalb nicht angängig, jdl'U i'';-(lii ich ungewiß Weifet, wie die vorausfichrlich ge- ringe Wahlbeteiligung auf das Endergebnis einwirken wird Die Zahl der Abgeordnelen wird dadurch allerdings nicht bc stimmt werden, denn diese ist verfassungsmäßig mit 96 fest gestellt, wie seither, aber bedeutsame Verschiebungen können schon möglich sein. Ueberdies ist danmt zu rechnen, daß die lieue Struktur auf der radikalen Linken das Ergebnis bceiw sticht. Dort/ ist in den?teukormnunisten eine neue Partei aus getreten. Dadurch sind offenbar die anfangs übertriebenen ErwarlUngen der Unabhängigen etwas herabgestimmt worden. Hossemiich bat die bedauerliche Zersplitterung der Arbeiter- schall nickt die Folge, daß die»oKalisrffch gerichteten Vertreter die Mehrheit an die' bürgerlichen Pa«ei»u abgeben müssen. Dann würde eine Rückwärtsrevidierung wichtiger Gesetze und ein politischer Kampf von unberechenbarer Tragweite in Sachsen zu gewärtigen fein. Unsere Genossen sind mit allen Kräften am Werke; iozialdemokrutische Wahlverfanmilrmgen finden in großer Zahl statt; sie sind besonders auf dem Lande nötig, wo alles ge tan werden muß. das Interesse jür die bedeutungsvollen Wahlen wachzurufen.� Es gilt vor allem auch, alles aufzu bieten, daß der neue Landtag eine Mehrheit behält, die einen wei leren Ausbau der Errungenschaften gewährleistet. Das wird besonders für die Gemeindeverfassung von größter Bedeutung sein, die von dem neuen Landtage neu gestaltet werden soll. Die jüdische Eisenbahn. Folgendes tolle Zirkular. daS aus München an die der schiedensten Stellen der preußischen Eisenbahner versandt wird, flattert uns auf den Redaktioustisch: Eil:! München, Hbf., S. 11. SV. An alle pesutzifchen Kollegen in BerLn l Der jüdische Bolschewismus erleide! in Rußland seine Niederlage. Die Juden sollen dort bald massakriert werten. wenn-es ihnen nicht gelingt, im letzien Moment in Denischland «ine Gewaltredolution 3» schaffen und somit neue Blitz' ableitcr berbeizuftihren. Zu diesem Zwecke ist es unier anderem notwendig, daß die Eisenbahner streiken und die Bahnen zum Still- stand kommen, aber in der Hauptsache die Beamten. Der Grund zum Streik wird den Beamten dadurch �regierungsseitig) gegeben, indeni man die Beamten nicht wunschgemäß in die Be- sotdungSordnnug cinklassifizicrt. Spiritus rector dieser Sache ist der Staatsuntersekretär Lewald-Levitl! ein Jude I— der mit allen Juden in Verbindung steht, sogar mit Sinowjew alias Apfelbaum. Es ist bereits Vorsorge getroffen, daß bei ollen preußischen E. D. Juden sich in leitenden Stellen befinden und im geheimen auf den Umsturz hinarbeiten. Unter dein Vorwavde, alle bereckstigten Wünsch« der Eisenbahner «bz,-lehnen, alte Zucht und Ordnung wieder herzustellen usw. ge- -''che» Verbrecher üschcn. namentlich ■ cwi die Juden einen, so tritt das Winnen diese Juocnkelden und n 0 in Deutschland die Sympathie- der Rechtsparteien. Preußische Kollege? Gelingt es Ihnen nicht nem aus den leitenden Sit, VibiUi? mit mathematischer Sicherhen um Handeln Sie!! Gute» Erfolg wünschend, grüße ich Sie mit deutschem Gruß B a l l h 0 r n N. S. im bayrischen A. Ministerium. Dieses Hetzprodukt bedarf Wohl keiner näheren Charak- tepisieNlNg. Wir müssen aber zur weiteren Würdigung be- merken, daß das abgedruckte Zirkular auf dem amtlichen Beförderungswege ats»Effenbahndtenff- fache" an die einzelnen Stationen zwecks Bekannt» m a ch u n g an die Beamtenschaft geschickt wurde. Daraus muß gefolgert werden, daß entweder diese gewissen- lose Hetzarbeit sich der Unter st ützung des bayeri- schen Ministeriums erfreut, ober aber daß seine Ver- faffer sich einen schweren Mißbrauch ihrer dien st- liehen Befugnisse haben zuschulden kommen lasien. Das bayerische Ministerium wird sich unbedingt zu der Angelegenheit äußern müssen. Sachlich wollen wir nur eins bemerken: Es ist ein äußerst interessantes Eingeständnis dieses Hetzprobuktes. daß die Revolution am ehesten herausbeschworen wird durch reaktionäre Regiernngs- und Verwaltungs- Methoden und Wiederherstellung der„alten Zucht und Ordnung". Das wollen wir uns merken! Daß freilich durch die Juden absichtlich ein reaktionärer Regierungskurs zu diesem Zweck erzeugt wird, ist beinahe so schwer zu glauben. wie die weitere Behauptung, daß Herr Staatssekretär L e w a l d diese Stütze und Zierde des alten Systems, als ein verkappter„Levi" mit Sinowjew unter, einer Decke arbeitel Aber Herrn Lewald ist dieser„Dank" seiner reaktionären Freunde wohl zu gönnen._ Der Reichswehr-Geist. Ein seltsames Verbot des Wehrkreis-Kommandos Ml. Der Reichswirtschaftsverband deutscher Berufs solLaten, die wirtschaftliche Organisation der Reicbswehrmannschaften. begeht am 14. November ihren Grün dungStag durch eine Reihe offeutlicher Versammlungen mit dem Thema:„Das neue Deutschland seine Wehrmacht"(Der Soldat als Staatsbürger). Der R. d. B. steht in jeder Weise auf dem Boden der republikanischen Ver f a s s u n g und hat dies stets durch Wort und Tat bekundet. Umso ausfälliger berührt eS, daß das Wehrkreis-Kom m a n d 0 3 folgendes Verbot erließ: Wehrkreiskommando Hl Berlin, den 7. Skodember 1S2Y. Abt. l o Nr.(558. Der R. d. B. fordert in einer Einladung, die einzelnen Truppen- fllhrern zugegangen ist, zur Teilnahme an der am 14. November IÖ20 stallfindenden Feier seine» zweijährigen Bestehens bei sämtlichen Ortsgruppen auf. Der R. d. B. gefährdet durch Form und Inhalt der im Heere getriebenen Propaganda zur Abänderung des Wehrgesrtzes die Disziplin(f. 28. K. K. DI, I c 548). Ich verbiete daher allen mir unterstellten Angehörigen der Reichswehr die Teilnahme an der»» 14. 11. stattfindende« Feier des R. d. S. gez. Rumm schöttel. General-Leutnant. Dieses Verbot illustriert tresslich die reaktionäre Willkür, mit der gewisse Truppenkommandeure in der Reichswehr schalten. Der sachliche Vorwand ist so faden- s ch e i n i g wie irgend möglich. Zunächst beruht er auf einer glatten Verdrehung der Tatsachen. Wenn in dem Erlaß von einer„Propaganda zur Abänderung des Wehr- g e s e tz e s" die Rede ist, so dürfte selbst der General Rumm- 'chötiel wissen, daß es sich nicht um ein b e st e h e n d e S Gesetz, sondern einen noch gar nicht rechtskräftigen Ent- Wurf handelt, der aller Wahrscheinlichkeit nach in dieser Form nicht G e ße y werden wird. Die Propaganda der N. d. B. richtet sich nur gegen den schon mehrfach von unS gekennzeichneten§ 33 dcS Reichswehrgesetzentwurfes, der den ReichSwehrangehöngen jedes Koalitionsrccht, auch das Recht des Zusammenschlusses zu wirtschaftlichen Vereinigungen nehmen will. Gegen diese Bestimmung kämpft nicht nur der N. d. B.> sondern beispielsweise auch der Deutsche Ofsiziersbund, dem doch sicher niemand Radikalismus nachsagen wird. Weil die Organisation von ihrem selbstverständlichen Rechte Gebrauch macht, gegen eine Entwurfsbcstimmung anzukämpfen, gegen die auch die amt- liche Interessenvertretung der ReichSwehrange- hörigen, die Reichswehrkammer. Skellung genonime« hat. verbietet Herr Rummschöttcl die Teilnahme an den Versammlungen des R. d. B., weil dadurch die„Disziplin gefährdet" werde! Hier erhält man ein treffendes Bild, wie der berüchtigte ß33 in der Praxis gehandhabt werden würde, falls er Gesetz würde. Aber noch mehr! Wie bringt Herr Rummschöttel seinen Erlaß in Einklang mit der amtlichen Anerkennung des R. d. B. durch das Reichswebrministerium (Heeresverordnungsblatt vom Ü4. April 1920), unterzeichnet vom Rcichswehrminister G e ß l e r, dem Chef der Heeres- leitung und dem Chef der Admiralität, in der Reichswehr- minister G e ß l e r sagt: Unter diesen Voraussetzungen bin ich gern bereit, meinerseits die Hand zu einem gedeihlichen Zusammenarbeiten mit dem R. d. B. in allen Fragen von wirtschaftlicher Bedeutung, jedoch unter Ausschluß aller miliiäidiensilichen An« gelegen Helten, zu bieten. Ich ersuche die Truppeii'ührer der Reichs- wehr ihr Berhalteo gegenüber den Ortsgruppen des R. d. B. «eine« Gtandpnnkte anzup-assen und mit allem Ernst ans Berpändigung nnd gemeinsame Nntzbringung der Arbeit hin- znwirken. Hier hat Herr Reichswehrminister Geßler gleich ein Bild, wie sich einer seiner obersten Kommandeure„seinem Standpunkt anpaßt". Leider wird er es wohl kaum erfahren, da ihm ja die Lektüre des„Vorwärts" von seinen vorgesetzten Untergebenen entzogen wird. Sonst könnten� wir ihm auch noch mitteilen, daß infolge des Rummschöttelschen Erlasses bei einigen Truppenteilen die bereits offiziell zu- gesagte Beteiligung an den Stiftungsfeiern wieder ab- gesagt worden ist. Wir weisen bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß für Berlin die Versammlung des R. d. B. a m Sonntag im Zirkus Busch stattfindet und daß eS Pflicht aller Interessenten ist, als Protest gegen die reaktionäre Willkürtaktik des Herrn Rummschöttel zahlreich zu erscheinen. Ultimatum ües Seamtenbunöes. Der Deutsche Beamtenbund hat der Stegicrimg nach Meldung der T. U. ein Ultimatum gestellt. Er verlangt bis zum IS. November die Bewilligung der Forderung nach einer E r- böhung der Teuerungszulage. Sie beträgt zurzeit für die unteren Stufen 50 Proz. des GebattS. Die Folge würde sein, daß die nächstfolgenden Gehaltsstufen, die leer ausgeben sollen, unter den Gesamtbetrag der nledrigeren Stufen zu sinken drohen. Wenn die Antwort der Regierung keine Zusage enthält, soll in den Streik getreten werden. * DaS Preußische StaatSmiinstcrium ist sich, wie die Tena er« fährt, in seiner Freitagsitzung itblüifig geworden, an die Parteien der Landesversammlnng mit dem drn glichen Ersuchen heranzutreten, die Beratungen über die Bcanitendesoldungs- ordnuug mit grüßmöglichster Beschleunigung durchzusühren. Maß- gebend war für dreien Entschluß die Erkenntnis, daß der gegenwärtige Zustand der Ungewßheit in den Beamtcnlreisen über die Ausmaße der ihnen endgütlig zugebilligten Bezüge für die Beamten so verhängnisvoll ist. daß er nach Äräiien obgelürzt und den Beamtcnsomilien die Möglichkeit- keit gegeben werden muß, ihre wirtichasilichen Disvositronen so zu treffen, wie eS ihre neuen Geldverhältnisse ihnen er» lauben. Wie der Berliner Vertreter der„Frankivrter Zeitung" hört, werden die Forderungen der Beamteriornonisationen in diesen Tagen in einer Konferenz der Flnanzmwister der Länder und am onnabend in einer Sitzung des ReichslabineitS erörtert werden. Der ReichSrat wird sich in seiner nächsten Sitzung am Sonnabend u. a. auch mit dem Entwurf des W e h r g e> e tz e S beiaffen. Ferner liegen noch vor: Gesetzentwürfe über Verschärfung >er Strafen gegen Schleichhandel und Wucher, über einheitliche Regelung der Beamtenbesoldung und über den Volksentscheid, schließlich noch verichicdene Enlschädi- zuagSgesetze, BerdrängungS-, Kolomal« und Auslands« fchädengeletz. Sozialismus öer Gegenwart! Der Hilupivi-rßand des Verbandes der Arbeiterjugeud- Vereine DeuiichUmds(Berlin, Lnidenstr. 2) bat jetzt da 5 aus dem virichs-ugendlage zu Weima? im August beschlossene Gedenk» buch erschewen lassen.-.DaL Weimar der arbeiten- den 3 u g« n d Deutschlands.- Der Magdeburger zugendsührcr E. R. Müller hat es bearbeitet. ES umsaßt yi Seiten Text, 8 Seiten aus Kunstdrucko apier, mit vielen Bildern und Zei-bMngen, und lostet IS Ml. In viele Hände möge es kommen. Aus all den Reden unserer Parteigenojsen, aus uuzühtigen Zottuygsartikeln, aus den Perharrdlungen des ParreitageS in Kasse! und den DiSkusfionen der Parteioereme spricht eine tiefe Sehn- such': Wir wollen nicht nur theoretffieven über sozialistische Ziele, sondern auch sozialistisch leben, nicht nur eine schöne Zukunft erkämpfen, sondern auch die Gegenwart beller gestalten. Unser Gemein, chcrkrSleben soll xi««, freundlich« Formen bekommen, soll ein Drück Sozialismus sein. Das Streben geht dahin, nicht mir politisch- und wrrrschartlichs Dinge zu ändern, sondern-auch den Menschen m all seinen geistigen und seelischen Wollen und Be- dürft.:ssen. Das heißt, bei der Fori» des Zusammenlebens, bei der GeselligZert des Arbeiters ansangen. Gesell igkeiSstil und„Lebenskultur" des Arbeiters waren bis- her»primitive''Nachahmungen kleinbürgerlicher Gewohnheiten. Ganz auf individualistische Abgeschlossenheit und den Wettbewerb— ein Stbklacsch des Em rge rlichi« kapilabiftiche n Konkurrenzkampfes— gestellt. Tie Befriedigung wurde— und wird noch— darin gesucht, die Wirlichaslseinrichtung ein wenig„feiner" als der Nachbar zu haben, was durchaus rricht�bedeulei, daß sie geschmackvoller" ist; in der Kleidung sich schen lassen zu können. Dabei wird dem Gebot der Mode gehorsam gsiolgl. Die GesciUgkeit der Arbeiterschaft, ihre Pflege des Schönen, Gesang, Dichtkunst usw., hat noch Zu keiner besonderen, veredelten Form geführt. Der Gesellschaftsbill, auf dem keine seelischen Beziehungen geknüpft werden, ebensoloenig. Der künstlerische Bortrag, kür den man in dem dunklen Drang.: nach Schönheit und Licht willig fein Schärflein opferte, wurde nur zu häufig die kühle Bersdands-orbeit eines Künstlers, zu dem man in keine innere Verbindung kam, den jeder für sich anhörte, von dem. sich jeder still zurückzog, ohne mit dem Nachbar links und rechts einen Händedruck, einen Blick gewechselt zu haben. Und jeder trug wohl im Herzen das Sehnen nach tiefinr.erster Gemein- schaft.. Dieses T-hnen findet Ausdruck in unseren Diskussionen iiter sozialistische Kultur, über eine Lebensform der Gemeinschaft. Wie ist sie zu schaffen? Während wir suchen und flogen, entfaltet sich schon ein Leben. das cme Erfüllung verheißt. Tie Trägerin die' es Neuen ist die f 0 z i a l i st i s ch e I u g e n d. Wir heben den Reichsjugendtag in Weimar erlebt, die Tageszeitungen haben darüber geschrieben, die herkömmliche Zustimmung klang aus alle» Berichten, aber in ihrer Bedeutung für die gesamte sozialistische Arbeiterbewegung ist diese bistorisch wichtige Tagung noch nicht erkannt und gewemt worden. Vielleicht war das aus dem Wege der üblichen Berichterstattung auch gar nicht möglich. Die Arbeiter, die in Weimar die Tage der Jugend miterlebt haben, fühlen in tiefer, nie geahnter Freude. daß in diesem Zusammenleben junger, lebensmutiger Menschen ein Ideal zur Wirklichkeit geworben ist. Es war kein Wunder, das plötzlich, unvermittelt aufstieg. Im Lande wurde seit Jahren gegraben nach Quellen, und kleine Bachkein flössen durch Fluren und Qedlanp Nun wurden sie zusammengeleitet, wurden zum Strom, zum Wogen und Rauschen. Die Menschen erkannten nun erst die Kraft der Welle. So bedeutungsvoll wie dieser Jugendtag in der Kette geschichtlicher Ereignisse ist, so bedeutungsvoll wird ein Buch in der sozio Iffti schen Literatur sein, das aus Veranlassung des Hauptvor standes des Verbandes der.Arbeiterjugend-Vereine über den Weimarer Jugendtag geschrieben nnd zusammengestellt wurde und im November erscheinen wird. Es ist. weder ein« Er- innerungsschrif: noch ein Prorockoll in alter Art, geschrieben von einem berufsmäßigen Schrfftsteller, sondern ein unmittelbares Ausströmen von Leben, Freude und Willen zur scytaltstischen Tat. Daö Buch gehört psychologisch zu dem Interessantesten der deutschen Arbeiterliteratur. Es ist geschrieben zum überwiegenden Teil von jungen Arbeitern, die an der Tagung teilnahmen. Und wie hoben sie ihr Erleben, ihr Wollen geschildert! Die Weimarer Tagung stand im Zeichen junger Arbeilerdichler. Aus dem Kreis der spiel- freudigen Jugend find sie einfach hervorgetreten, noch heiß vom Spiele, halben ihre eigenen Verse ihrer Gemeinschaft entgegen gerufen. Aber das war nicht das Bemerkenswerteste. Viel inter- essanter war, wie die große Gemeinschaft die Gabe de? einzelnen aufnahm. Da war kein Bewundern und Staunen, sondern ein ganz selbstverständliches Mitgehen und ein Wiedergeben an seeli- schen Werten. Das Loben dieser Tage war wie eine Dichtung, die Masse" von Dichtern. Dickkung und Leben— ein Spiel, in ernster Beratung und begeisterter Kundgebung— eine erlbabene Synthese. Da war zum Beispiel ein junger Hamburger— 18 Jahre alt—, der rief diese klingenden, anftauchzenden Verse der J». gend zu: Wir schmlen in der Sterrnennacht, Wir schreiten hell zur Sonnenwacht. Wir schreiten stark im wilden Wind. Wir schreiten, weil wir Jugend sind? Wir schreiten! Auf, Brüder, wir sind Geist und Kraft, Wir schwingen Schwert und Fahnenschast! Ter Sieg bleibt doch dem Banner rot. Der Menschheit leuchtend Morgenrot! Wir streiten! Wir schreiten! Er las m» eine« Nachmittag«tat fliege fuget sMgbmgca. Ein junges Mädchen— 17 Jahre alt— schrieb darüber für daS Wcimar-Buch diese �Rezension": „Eine ganz kleine Schar ist«s. die sich Sonntag nachmittag im Volkshaussaal zusammengefunden hat. Willi Kagelmocher liest aus seinen Dichtungen. Wie sein Wort, sein eigenstes Selbst stürmt, wie es brausend wächst in die Unendlichkeit. Und die Sehn- sucht singt ihr Lied. Der Saal ist eng, aber Kagelmochers Worte reißen die Mauern ein. Wir hängen an diesen Worten, sie tragen uns. So klein sind wir, und- so groß, so weit ist die Welt. Einen Menschen erleben, heißt ihn lieben. Wir lieben Kagel- mncher! Sein Leben fft unser Sein. Sein Feuer ist auch unser Feuer. Und unsere Sehnsucht eint uns... Mit hellen Auge» ianfeu wir zurück in Weimars Sonne. Ich springe und lache. Tann sitze ich still mit der Grete auf einer Wiese... L. M." Sind das noch junge Arbeiter, Mer�chen,»er alten, gewohnten Art, die so schretben? ES soll ein berufsmäßig geschriebener Stimmungsbericht ge- sucht werden, der in diesen wenigen Sätzen so viel erschütterndes Erleben zusammenballt und dann so kindlich einfach, ohne jede Geste endet:„Dann sitze ich still mit der Grete auf einer Wies«." In dem Puch? spricht und leuchtet es von lauterstem Sonnen- gold, das Jugend ausstreute. Kein Sozialist wird e? in die Hand nehmen, ohne in riefer Rührung diese Blätter zu betrachten, aus denen ein« junge sogiakistische Generation ihr Innerstes, zu er- kennen gibt. Für die junge Arbeiterschaft wird das Buch wie ein flammendes Bekenntnis sein. Der Sozialismus will in den Menschen Gegen» wart werden, das Weimar-Buch der deutschen Arbeiterjugend ist ein Dokument dafür. Z beater.!kür den Bußtag bat die Direktion der Komllcken Oper das EnfetuBIe des Neuen VoltstheaterS für eine einmalige Auftübrunq von L>aIbeS„Jugend" gewonnen.— Ende November wird im Residenz- Thealer OSkar Bildes.Lady Windermeres F« ib e 1- au<-rr- lübrt. Carola Toekle. Adele Sandrock und Hanti Arnnädt stellen die weib- lichen Hauptrollen dar.— Im Role. Thealei findet d e Niausiübrlmg der dramalifchen Dlailungen.Das Weib zu Gibca' und»Die Brniitnacht der Königin* von Willy Dencker durch die»Freie literar. Bühne" am 14. Rovembtt, nachm. 3 Uhr, statt. Musik. Im Deutschen Overnbaus wird Sonntag, vorm.»1 Nbr, R-znlceckS Sinsonie D-Dur nnd Mozai ,S Jiiptter-Sinlome ausgeführt. Lilli Lehmann fingt MozartS Brief, und Rachearie aus Don Juan. Die Mobelcha». dl« am kommenden Dlenstay, abends S Nbr, im Marmorfaal des �00 beginnt, wird Tänze der jugendlichen Tänzerin Dorothea Slbu in(Semcinlchast mit 20 Lindern der Grimm-Reiter- fchule dielen, die einige besondere Modcschöpsungen zur Geltung brinaeu ollen. Geschäftsstelle: Friedrlchstr. 61. Die Jorufreie Kunstschau Berlin 1920 wird im Landesausstellimgz- gebäude am Lehrter«ahnhos Sonntag mittag eröffnet mid ist von 1 Uhr ab dem Publikum zugänglich. Ein«»he-bvr-Storm-Morgenfeier findet am 14 November. 11% Ubr. im Meistersaal ftatt. Heber den Dichter spricht T. Micha««» «ich.«»«»»« fingt»toan-Beder««ertommg von Sd. Schröder. Kr. 560 ♦ 37. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Sonnabenö. 13. Nsvember 1920 GroßGerlln Einberufung öer Sezirksversammlungen. Der Ma-iistrat der neuen Sladtgemeinde Berlin lral am gestrigen Freitag unter Vorsitz deS Oberbürgermeisters zu seiner ersten Sitzung zusammen. Er bes-bästigie silst innä-bst mit der Einberusuiig der Bezirkeverjammlunge» und beichlotz erstmalig zusammen zuberufen: I. zum SS. Nonember, neGmittags b Uhr, die VezirlSversnmmIunnen sür Beiwalliingsbezirl I nach l. Wemcin'-elchnle. goupenplab, 2. ssUkdrich-Jücrdnichcs car mnnfimn, 55»i)umfr Str., 3, 32 Kc-neindcirbule. Pansttr. 47, 6, sisium. M-ttenwalder Str.. 12, Gemeindeveltreicr-Sitzungssaal, Sieglitz, 9intbtm?, Stfjsofcflt. 30/37. IT. zum 23. November, nachmiltags S Uhr, die Dezirksnerlammlungen für vcrirallungebczirt 4 nach ssiemcindi-schnle, lZetbiemanelir. 4. k» S08.iS7S. Mfmeinde'efmle,'ranliurter ZIllec 37. 7. Siadt-�erln dneten-Sitzmigziaal. Ebarloüeiiburg. Berliner Str. 72/73, V. Nene Stadtiielle setemniiges stloachlMsthalcr Äymnafium), Wilmerstori. Kaiier-Bllee 1/12. � 1», Lyzeum, Tempeihof, Geimaniaslr. 4/7. Iii. zum 24. November, nachmittags SUHr, die Bczirk.'oeifammliingcn für Veiwallung»k>ezirk 3 nach Stadtnerordnelen-SitznngSiaal, Svandan. RatbauS, ir>. tMeinngSiaal de? Zehl�ndort. Schönalrer Str. 3, 44, Stadtveroi dnetcn- S'tziingsiaai, Ne, kölln. üinlfinnS, 10. Stadtnerordneien-SitzunnSiaal. CSvcniet, NmiianS, 18, Ecmeindcvlitrct�SitzungSIaal.Wcitzeniee, Ratbaus, Älbertincnstr.S. IV. zum 20. November, nachmittags S Uhr, die Bezirksverlanimlungen iür Bcrwaltangsbeznt 11 nach Stadt verordneten. S tzungSiaal. Schöneberg. Rudals-Wilde-PIatz, 15, ezemeindcvertreler-Sitzüngstaal. Trevtow. RatbanS, 17, Tladtverordn.-Sitzunvssaal, Li>bte»berg. RvibauS, Möllendorsstr., IS. Nemeindevcit eter.S'tzunassaal, Pan'ow, RalhauS. 20 m Aula des Ncalghmnaliums. Reinickendorf, Berncr Str. 8. Ferner beichäfiigte stch der Magistrat in seiner ersten Sitzung mit den Eiillvürien dreier Vorlagen, nämlich einer Vorlage be» treffend die Schaiknng zentraler Verwaltung»- Deputationen, einer Vorlage betreffend die Bildung einer UebergangS-Deputation für anstereiatsmästige Be- willigungen und mit einer Vorlage betreffend den Erlast eines OrtSstatutS über die Zuordnung von Magistrats- r S t e n und Magistratsbauräten. Der Magistrat beschlost. diese drei erwäbnien Vorlagen der am Sonnabend tagenden ge- mischten Deputation zur Beratung vorzulegen. » Zur Information unserer Genosstnnen nnd Genoffcn in den Bezirke» möchien wir bei dieser Kelegenheil daraus hinweisen, dost in allernächster Zeit«ine gemeinsam- Kanserenz der Beziiks- und Siadtv-rordneien zn den brennendsten Fragen der VerwallungS- bezirke Stellung nehinen wird. Mr die Besetzung der Bezirksämter und die B.soidnng der Bczir!SaintSin>igl>eder ist, einer Korrespondenz zitiolge, ein Entivnrr ausgestellt, der je nach der Gröste der Berirle eine ve ichiedene Ställe der Bezirkeämter eimöglrcht, während da? Geley 7 M>lglieder vorsiebt, die»in der Regel" beioldet lein mästen, deren Zahl aber durch Ort�gesetz erhöbt werden kann. De»>e»iipreche»d wird dorgeichlaae»: die Zahl der BezirksanitS- Mitglieder in den Bczirlen l, 7 und 14 fBerlin, Charlotlenbiirg »nid Reulöll») auf>5 zu erhöbenage kommt. Reaktionäre Flegeleien. Die Parteien der Rechten, Boltspariei und Rationale, ent- wtckelien bei der Einssihning deS neuen Magistrats am gestr'aen Freitag in der Stadtverordneienversammlung ein io rüdes Betragen. dast jeder Unbefangene darüber empört sein mußte. Nicht allein, daß es diese Vertreter von Besitz und Bildung stir geschmackvoll hiesten, der Einfübning de« ihnen verhaßten Obei büroer- meister" Mermuth ostentativ kernuibleiben, machten ste stch bei ihrem Ei scheinen im Saal durch unflätige Bemerkungen und un- Sezirksverbanö Serlin S.p.d. Landkreise Riederbarnim, Teltow und Beeskow. Die Keneralversaminliing der ländlichen Miiglied- sebgsten findet am Sonntaa. den 14. November, in Berlin. Bnbi'äle, Nene Königstraste W(am Aleranderplatz),»m 9 Uhr vormittags statt. Tageso-drinng: l. Bericht vom Parteitag. Referent Genosse s�ranz Krüger. 2. Abtrennung der länd- lichen Gebiete vom Bezirksverband Berlin. 9 Verschiedenes Jeder Ortsverein hat zivei Delegierte zu entsenden. Der OrtSvorstand. artitilverte Laute bemerlbar. Und da» find dieselben Leute, die fich empören, wenn Arbeiter, die doch tfichl dos Glück hatten, eine böbere Bildung sich anzueignen, sich nicht immer vorichristsmästig betragen. Ungebildete Arbeiter hätten, wenn nur bürgerliche Stadträte ein kfübrt worden wären, sich nicht so takiloS, ja zum Teil pöbel- Haft benommen, wie die(e Vertreter de» bonetien Bürgertums. Ihr Betragen war— das trat gestern drastisch in die Er- scheinung— lediglich der Ausfloß einer niedrigen reaktionären Gesinnung. Die Reaktion tonn eS nicht überwinden, daß die Arbeiterklasie stch'm neuen Berlin einen eni'cheidenden Einflnst errungen hat. Sie wird sich mit der Zeit daran gewöhnen müssen. Ein Gpfer schöner Irauen ist angeblich der Kauin'ann Ernst F a s s a ch« geworden, welcher stch gestern unter der Anklage der Untreue, de? Betruges und der schweren Urkundenkälschung vor der Strakkammer zn verantworten hatte. Milangeklaat war der inrwiichen flüchtig gewordene Kaufmann Biuno Felsch.— Der Ange'lagte Fastavt ist Schweizer Siaatsbüiaer nnd lernte hier eine» Tags im Adlon-Hoiel einen Arzt Dr. B. ans Bern kennen, welcher hier Rnkän'e von Motor- booten betätigen wollte. Im Verlaufe der weiteren Bekanntschaft bändigte Dr. B. dem Angeklagten insgesamt 380000 M. an?, mit dem Auftrage, dafür Boote anzukaufen. Um bie Ankäufe vorzu- täu'chen. t/illchte F. in Gemeinschaft mit dem flüchtigen Felkch Ouit- tilnqeii über angeblich aeiäiigie Käufe, während er da» Geld längst in Gesellschaft einher Damen, die er im Botel kennen aelernt Ba'te verjubelt halte. So batte er»,a. einer FrauM., welche denVorzng batte, be'ouder? schön geformte Beine autzuweisen. für viele«ankend Mark ieidene Sirümpke geschenkt. Außerdem war er ein Liebhaber von auten Meinen. Der Staatsanwalt beantragte 1 Iabr und 6 Mo- nate GefäiigntS. während der Berteidiaer des Angeklagten darauf binwi-s. daß er tatsächlich ein Opker von.Beinchen" und„Weinchen" geworden sei. nicht wegen Betröge» verurteilt werden könne, da da» Geld schon vorbei ausaeqeben worden sei Deshalb liege auch nur einfache llrkundemälichnng vor. Da» Geiiibt vernrieilt« de» Siiigeklazrcn nur wegen Untreue nnd einfacher Urkunden- fSIkchling zu vier Monaten Gefängnis, welche durch die erlittene UntetsuchungShaft als verbüß» angesehen wurden. Racht-Tchleminerlokale in Kartoffel- und Kohlenkellern sind«ine neue Erscheinung im Berliner Nachtleben, gegen die die Ab- teilnng W des Berliner PolizeipräsidiuinS vorgeht. Besonder» im Weilen der Stadl erwerben Unternehmer.Kartoffel-, Kohlen- und Plniikeller, um sie»aw der Straße unverändert zu lasten, innen aber behaglich und luxuriös einzurichten. Ohne irgendwelche Kon- zcision eröffnen ste in diesen Räumen eine Nachtbar, und eine Reihe von Schleppern iorgl für nächtliche Gäste. In der ver« gangenen Nacht wurde ein solche» Rachilokal wieder in der Eisenacher Straße auSrehoben, als gerade ein kehr reger Betrieb herrichte. In einem Schanklokal in der Pastauer Str..Ä wurden nachts um 2 Uhr etwa 60 Personen beim Sekt und Tanz ange« troffen Auch dieser Betrieb wurde geschlossen Totensonntag und Busztag au? der Eisenbahn. Wie glliährlich. so erwgrtet man auch zum kommenden Bußtag und Toteinonntali eine außerordeniliche Fülle aui der Berliner Stadt«. Ring- und Vororibabn. Leider ist die Ei'enbabnverwoltung nicht in der Laoe be- d-m zu erwartenden Andrang am Bui-tng, Mittwoch, den 17. d. Mis. eine besondere Vermebrnna der Züge vorziisebeit. Daaeoen w'rd arp Totensonntag eine Vermehiimg der Züge an» der Strecke Schlesticher Bahnboi kWriezener Babnste''i— Ahrensfelde vorgesehen wo zur Bn»p»b?.s»chsze!t nm frühen Nach» mitiga ,wei Zü'e. der eine nm 1 10 nach Bliirnbera'an 1.6l t nnd der andere um 1.60 nach Abrensfelde-Friedhok kan 2 32i ve» lehren werden. In d»'r Geaenrichtuna vert-brt von Ahr'nssel''e-�riedbof nm 346 und von Bliimberg nm 4 0? ie ein?.no der nm 4 t8 bzw. 4 16 nachmittaas in Berlin, Schl-si�t»er Babnbot. einlr-stt. D'es« beiden Züge werden auch gm Bnst- und Beirag gefahren. Im übrigen w'rd der B-trieb auf der Rinabastn NM einige Einserp-ü-e, d'e am Bar«»nd Rachmittaa zw'iben den bekannten Fr'edbots- Latten kWeißensee, B-rmannstraste. Tempi'lbos I,i»v i pen'eln' eme Vermebrnna der Zü"? die aus der Strecke Stahnsdmf-Fr»«�»? v-rkebren, ist. wie wir boren, noch»'cht in Au-sich genommen, ES ist an,nnebm-n. dar ank di-fer Strecke der Znaverkebr nach dem aewöbnitchen Sanntaoskabrvlan ae'-egel«»n rd— A"ch die Straßen» babn wird voransssch'sich au' den.Hauptstrecken, d b� nach Mar-en� dort Rndaw Britz Meißenseg Fr/edrichsfeld? uiw. vom Zentrum aus Einsatzwagen verkehren lasten. Ter„militärische" Ton des Branddirektors. Da? Verhältnis der Beamten zn ihren Vorgesetzten bat sich seit der Revolution in einem Punkt oeändert. Kein Beamter braucht beute noch zu dulden, daß er van einem bebandelt wird wie ans dem Kasernenhaf ein Rekriii. Man mag diel?.R-sorm"'ür eine Aeußerlichkeii ballen, aber mebr als>a» ist sie'ür Beamte, die den krüber üblichen Kasernenboston al» .Kränkung empkgnden. Auch die Mannscha'ten der im weien'lichen nach dem Vörbiid de? Mititärs oroan'sterten Pali, ei und Feuer» w-br haben seibstverfländlich einen Anspruch darank, wie sreio Männer bebandelt z» werden. Bei der Feuerwehr v o n S ch ö n e b? r a ist e?. lo scheint's, dem Branddirektor Flöter immer noch nicht recht"einnaen, stch mit dem Mandel der Dinge abzufinden. Nn? wiid a-sgat.»-aß d-r Berr Branddirektor'm B-rk-br mit einzelnen Mannschak'en">» weilen einen unnätia ian'en Ton anichiaat. Versprich" er sich eine Stärknna der..militärisch-» Disziplin" davon, einen Mann an,n» schreien? Einer, der einmal einen nnberecht-aten Vorinnr' de» Branddirektors m ritbi-en Mo'ten zurückwies, mnbt? sich tii"l'-ren lasten:»Sie krecher.Kerl!" Ei» anderer, d-r iin D'-nsi-immer de? Branddirektors bei Vorbrinauna eines perkö'iiig'en Anlieoens ,'icht stramm a-nng stand lind vom Berrn Branddirektor N'cht in der dritten V-rson sprach, wurde non ihm hinaus rewieken. Solche wobl a»is Nervoü'är de« Branddireltors z» erklärenden Anftriite stnd keineswegs lo bedelltiingSkos. wie sie deni Ilnbeieiiig'en scheinen könnten. Die Freud? des Feuerwehrma"»? nn s-'n-m Berizi wird si berlich nicht gesteigert, wenn er sich in die'er M-'ie bebandeln lasten soll. Bon der Bernfsfrendigkeit irde» ein>elnen Mannes bänat aber die Schlaakertiakeit der Feuerwehr und der Feuerschutz-in?« Ortes ganz gewiß nicht weniaer ab al» von der Dieustausbildiing und dem Exerzieren oder gor vom Strammstehen. Deutschbrafflianisches Liebeswerk. Zur Liiiderimg der Not in Deutschland wollen auch die AnS- landsdenlichen Brasiliens beitragen. Ein dort zusammeng-lretener Hil'sausschuß aus Deutschen aller Bevölkeninas'chichten ba« seit April lst2y im Deutschen Reich beirö-t ll'che Mengen Lebens« mittel verle'len lasten. Etwa 75000 Familien haben Ne>S, Mehl und Zucker im Gesamtwert von etwa l 6 Millionen Mark erkalten können. Bei einer aestern in Cbarlottenbnra durch die Ausländsabteilung deS deutschen Roten Kreuzes voraenommenen Svendenverteiliing erhielten 300 Familien je 20 P'iind Reis. Au der Spitze des brasilianischen, An tschnsteS sieht Oberst K a e i»er» Netto, der von einer deutschen Mutter abstammt. In Deutsch« land wird die AnSipahl der Bcdüifligen durch besondere Ort-anS» ichüste besorgt. In ihnen sind die verschiedensten Organimtionen verlieten._ Gegen die Durch fiihrung der Verordnungen über Kuchendack» verbot und der Bestimmungen über, d e Bew>rt>chafi»»g van Lebensmitteln und des damit zniammenbäi'genden Voroebens d-r Das Lichk der Heimal. von August hin ich». ,. MZ er auf dem Dampfboot bis zum nächsten Änleger stromabwärts fuhr, zog er sein Notizbuch hervor und überflog die Namen der Besitzer, die er aufsuchen wollte. Neben ihm am Heck lehnten ein paar jung« Leute, von honen einer gleichfalls ein Buch in den Härdben hielt und dem anderen leise Namen und Zahlen nannte. „Herrlich. Junge, du hast deine Sache fein gemacht," lachte der kleinere von beiden.„Aber jetzt steck dein Buch weg. der dicke Herr neben uns ist unser grimmigster Eigner und braucht mich just nicht zu erkennen. Nach seinem Gesicht hat er sich übrigens soeben den ersten Korb geholt und scheint den Braten schon zu riechen. Also komm." Damit faßte Fied, der gerade aus dem Norden zurückgekommen war und sich hier mit Dierk getroffen hatte, seinen Freund unter und schien- derle mit ihm übers Deck. „Und was machen wir setzt?" fragte Dierk.. „Reiten, rudern, spazierenfähren.— wa? du willst. Wie wär's mit einem Ausflug in die Covdilleren?" „Mach keine Witze, Fied. Ich muß etwa? zu tun haben." „Dann komm mit nach Buenos-Aires, da sitzen wir an der Quelle und können das- Weitere in Ruhe abwarten. Jlingcdi. das wird noch eine Hätz geben, wenn die anderen alle mit langer Nase wieder ankommen." Acht Tage später als die beiden Freunde langt« auch Mr. Thomsen in der Hauptstadt an. Er zittert«? vor Wut und Aufregung. So viele Vermittler hatte er im Lande sitzen, und keiner hätte aufgepaßt, alle hatten sie sich übertölpeln lassen von einem Grünschnabel, der angab, in Maschinen zu reisen und heimlich den besten Weizen in seine Hand gebracht hatte. £. jetzt wußte er freilich Bescheid. So viel hatte, er heraus- gekundickoftet. daß der kleine Deutsche dahintersteckte, der so olsen nach dem Norden gefahren war und jeden hatte wissen lassen, daß er em paar Monate wegblieb. Aber ein Mr. Thom'en gab daS Spiel so leicht noch nicht verloren. Der andere sollte noch ein blaues Wunder erleben. Und Mr. Thomsen schickte heimlich Telegramme nach allen Richtungen der Welt, einmal um zu retten, was noch zu retten war. nnd zum andern, um diesen Grünschnäbeln die Freude zu versalzen. O. er wußte, was zu tun war. Auf der Börse trafen die beiden Freunde gelegenttich mit ihm zusammen. Fied grüßte ihn immer mit ausgesuchter Höflichkeit, wobdi seine Augen freilich in boshafter Freude funkelten, während Mr. Thomsen nur mürrisch den Hut lüftete. „Du," lachte Fied dann,.chaß wir diesen ausgekochten Geschäftemacher mit hereingelegt haben, das freut mich bei-. nahe mehr als alle Taufende, die wir verdienen wollen." „Wenn wir sie nur erst hätten," meinte Dierk. „Sie werden schon kommen," versicherte Med und las eifrig die Notierungen von den großen Börsen. Vorläufig allerdings woll'e sich der Preis für Weizen noch nicht heben. Dierk wurde zuweilen ungeduldig, dann tröstete Fied: „Nur die Nerven nicht verlieren, das ist alles. Immer ab- warten." Aber das Geschäft blieb merkwürdig matt. Die Haupt- zeit für den Weizenhandel war gekommen, dennoch�war keine Nachfrage vorhanden. Niemand wollte kaufen. Emes Tages, als sie zur Börse gingen, begegnete ihnen Mr. Thomsen und zog den Hu»I tiefer als sonst, wobei ein höhnisches Lächeln um seinen Mund spielte. Als ste aber dann am Brett die Newyorkcr Telegramme lalen. erfuhren sie die Ursache:„Weizen gefallen," stand da. Betroffen starrte Dierk seinen Freund an. Was war das? „Ein Druckfehler," sagte Fied und ging aufs Tele- graphenamt. Achselzuckend kam er zurück:„Es stimuttl Es geht eben auf und ab. wir muffen warten." Dierk war bestürzt. Wenn sie zu diesem Preise verkaufeg mußten, der jetzt an der Börse notiert war. hatten sie keinen Heller verdient. Aber Fied blieb gleichmütig:„Er steigt schon wieder." Eine volle Woche blieb der Weizen auf demselben Punkt stehen. Dann kam plötzlich ein neuer Schlag: an ollen Haupt- börsenvlätzen sank er noch tiefer. Dierk wurde blaß, als er es las:„Wir hätten verkaufen sollen," sag»'« er,„wir hätten ihn ohne Schaden los werden können. Und jetzt—?" Er sprach es nicht zu Ende, aber wenn sie jetzt verkauften, verloren sie beide alles, was sie in den letzten Jahren verdient hatten. „Abwarten," sagte Fied mit unerschütterlicher Ruhe. Aber sie warteten emen um den andern Taa vergeben?. Da, als sie eines Tages wieder von der Börse zurück» kamen, gesellte sich beim Ausgange Mr. Thomsen unauffällig zu ihnen. „Faule Zeiten," sagte er und tat sorgenvoll.„Und dabei habe ich bestimmte Nachrichten, daß eS noch trüber werden wtrd. Mancher hat sich in diesem Jahr verrechnet." Dierk, den die Aufregungen der letzten Wochen ganz krank gemacht hatten, wischte sich den kalten Schweiß von der Stirn. Wer Fied sah Mr. Thomsen lächelnd ins Gesicht:„Man sollte eben keine gewagten Berechnungen machen, Mr. �Thomsen. Ich handle nach dem Grundsatz: nur totsichere Geschäfte, damit kommt man am weitesten." „Freilich— aber," rief Mr Thomsen,„was heißt tot- sicher? Schließlich fällt der Geichs' teste einmal berein. Und ich selbst— na. ich will nichts sagen, habe noch alles zur rech- ten Zeit abstoßen können." „Da haben Sie allerdings Glück gehabt," sagte Med mit einem ganz feinen spöttischen Ton. Aber Mr. Thomsen über- borte e? und fuhr fdrt:„Ja. mitunter hat man eben einmal Glück. Uabrigens fällt mir gerade ein, ich bekam gestern noch eine verhältnismäßig günstige Nachfrage nach Weizen, wenck Sie noch mit einem Posten festsitzen sollten— Sie könnten ihn jetzt vielleicht noch eben ohne großen Verlust loswerden." Dierk fuhr hast'g herum, aber Fied schob ibn zur Sc'te, stellte sich gerade Vör den Engländer hin beide Hände weit'in die Hosentaschen vergraben, und lach'« schallend auf. Der sah ihn verdutzt an. Vergnügt schmunzefte Fied und meinte behagfich:„Geben Sie sich keine Mühe, Mr. Thomsen, Sie kriegen ihn doch nicht." „Herr," brauste der Dicke auf,„was soll das bedeuten? Ich verstehe Sie nicht!" Da klopfte ihm Fied wohlwollend ans die Schulter:„Ich Sie desto besser, Mr. Thomsen! Und das ist schließlich die Hauptsache." Sprach's, schlenderte an Dierks Arm weiter und ließ den wutschnaubenden Engländer stehen. „Warum hast du ihn- so abgetan?" fragte Dierk den Freund.„Vielleicht war's ihm Ernst und wir hätten unseren guten Namen dabei gerettet." „O." sagte Fied,„eS war ihm bitter Ernst, daß ist sicher — und er wird uns noch tüchtig zu schaffen machen. Aber— wenn er alle Börsenmakler der Welt hinter sich hätte, mich soll er doch nicht reinlegen. Nur immer ruhig Blut, das ist die Hauptsache." Eortt. folgt.) Vehordsn gegen ekn,elne Hotels. Konditoreien uiw. soll auf Bescklutz 26 führender Verbände des Bäcker-, Konditoren», Gastwirts- und HoielflewcrbeS unter Führung des Hansabundes am Mittwoch, den 17. Rovemkx�, ll1/� Uhr chörmiltags, im Wintergarten, Dorotheen- strafe. Ecke Friednchstraxe, eine Protestvcrfammlung abgehalten werden,_ Zu den kommenden Kirchenwahlen. Wir werden um Aufnahme folgender Zeilen gebeten: Diejenigen Parteimitglieder, die noch Angehörige der ebange- ltschen Kirche sind, seien daraus hingewiesen, datz für die meisten Berliner Kirchengemeinden in den nächsten Tagen die Frist abläuft innerhalb deren alle Männer und alle Frauen von mindestens 24 Jahren ihre Aufnahme in die kirchliche Wählerliste beantragen können. Bei manchen Gemeinden läuit d'ese Frist am 16. November, bei manchen am 20. oder 25. November ab. Der äutzerste Termin ist der 27. November. Es verlautet aber, daß das Berliner Könsistorium den hiesigen Gemeinden ausgegeben hat, Anmeldungen durchweg noch bis �um 27. anzunehmen. Es besteht also die Möglichkeit� sich beim Konsistorium über verfrühten Schluf; der Wählerliste zn be'chwereir und so die nachiräaliche Eintragung in dieselbe zu er- reichen. Im übrigen verschaffe sich jeder, der sich sein Wahlrecht sichern will, von der Küsterei oder vom Pfarramt seiner Gemeinde für sich und sein? erwachsenen Angehörigen je ein Anmeldeformular fFormular E>. fülle dasselbe aus reip. iasie es ausfüllen und gebe es bald wieder da ab, wo er es erhoben hat. H. F r a n ck e. Pastor. Sozialismus»nt> Familie lautet das Thema, über welches Dr. Paul Krisch e am Äauiag. den 16. Novcmberj 7'!, 11 br, in der Aula der Oberrcadchule, Neukölln. Emser Straße, sprechen wird. Eiter» und Jugendliche sind herzlichst eingeladen. »v.cgweisnng durch dir deutsche Literatur seit Schillers KTadc» beißt das Thema, das Dr. Ausländer aus Veranlassun, der VolkSdochschule des t7. Verwaltungsbezirkes in zwei Vorträgen im Lichicn- Berget Cecitien-ityzeum, RaihauSstr. 8, behandeln wird. Der erste Vor- trag findet am Montag, den 15. November, abends 8 Uhr, statt, der zweite am 13. Dezember 1020. Der Eintritt ist ilnentgeltbch. — Des weiteren veranslaitct der VoliSbiidungsausschuß einen Operetten- abend.Bon Strauß bis Ledar". Hauptmitwii kcnder ist der Kapellmeilier Eduard Mörikc vom Ehar otlenbureer Opcrnhause, ferner Elfriede Dorp, Ida Mörike-Baßter, Eugen Briegcr, Gustav Werner, am Dienstag, den 16. Nouember, abciide. 71;, Uhr, im Feitsaal des Real- ahmnasiums, an der Parkaue. Eintriltskarien zu 2,60 M. für Vorzug?- kaltcnmhaber aller Reihen und zu 3,50 M.(auch au der Abendkasse) sind in den bekannten Verkanssslellen erhältlich, Ter vom Lichtenbrrgcr städtische» VolkötiuteryaltnugSausschus, für Sonntaguachmittag geplante Vortrag über.Arbeiterdichtungen in Dort und liied* nebst Rezitationen und Gcsangsoonrägen muß verlegt werden, da die rechtzeitige vorbereitende Propaganda injolgc dcS Etet- triziiätSfireiks nicht möglich war. Die gelösten Karten behalten für die kommende Veranftaiiuug Gültiglcit, tonnen aber auch in den belaimten Betlarissstellen zurückgegeben werden. Der AdmrralSpalast bringt zurzeit eine vorzügliche Neueinstudie- rung fes Ballett»„D i e roten Scbuhe" von H. Ltegel, Musil von öiaoul Mader. etwas umg-ändert für die Teckmtk des EtS- lauren». Die hübsche aitrussssche Fabel von den wunderbaren roten Schuhen, die, aus der Walfahrleiirche geraubt, die junge Diebin durch alle irdischen Freuden mid Schrecknisse der Geistelwetl, schlietz- lich in der Vereinigung mit dem Gelieblelt zu einem seligen Tode führen, fand in der EiSareua eine außerordentlich eindrucksvolle Inszenierung. Der beichwingie Schlittichuh verlieh de» großen Ballettizenen, die bis ins kleinste sauber ausgearbeitet waren, den Eindruck einer Leichtigkeit, wie sie auf der Bühne nie zu erreichen war. Hervorragend schöne Bilder boten besonders die der Phanlasie retchen Sptelraum lasieitden Szenen aus dem.Geisierwald* und im.Slerneiirelch", wo man mit Htlie der Projeklion neue Wege ging. Dr. FelixGünther wußte aus der etwas ober fläckitchen Mujik da» Beste herauszuholen Daistclleli'ch>st Fräulein Dora her- vorzuheben, die ihrer Schllllschuhlunst talsächtich eine eigene Art abzugewinnen weiß, ebeilio der vorzügliche Pailt K r e ck o w. der auch die Regie führte. Aber auck die andern Darsteller, die hier zum Teil vor neue Aufgaben gestellt waren, wußten sich dem fünft- lerischen Rahmen des Ganzen gut einzufügen. nach dem gleichnamigen Roman von Kurt Küchle? gelchnfsen. Dieter Schriftsteller liebt die See und die Menschen, sie täqü dru:.amr: mit ihr autnebmen. irnd er liebt Hamburg. dieser fleißigen,»er gnügüchen. durch ihre Fleete einen ganz eigenartigen Reiz habenden Hanhelsuadr rollt fich auch ein Teil dieses Filmschaiüpicis ab ES bietet Glanzrollen für Paul Wegcner, der den oiederen. ichwerbiütigcn Sleurrmann Holl spielt, und für" Alto Nielsen als aelchmeidiqe, leichtfimrige Kolottc, die ihm zum Verderben wird. Da das.Kino jedoch nur die Handlungen bringt, ohne daß man, wie beim gesrrochencn oder geschriebenen Wort, die i?el>- schen Regungen spüren lärm, hastet der ganzen Sache leicht die Ungloub- Würdigkeit an._____ Groß-Serttner paetewachrichten. Heute, 13. November: Wedding. Abteilungsleiter und.Tunklionärs der 44. Abteilung werden ersucht, fich heute abend die Sirellzellel jn der Versammlung am 16. November bei Keriin, Pankstr. 60. abzuholen. (Lliarlottenburg»iid Spandau. Sonnabend, von 4'/, bis 6 Uhr, Juristische Sprechstunde im Sekretariat, Ebarlott-nbiirg, Rosinciistr. 4. Weifieiiice. Sitzung des BildmigSausichuisi'S T/, llhr im FriedenS- gartcn. Wichtige Tagesordnung.— Der sozialistische BiidungSkursuS findet ausnahmsweise am Montag 7 Uhr bei Stacrke statt. Morgen, 14. November: 3. u. 4.?lbt. Elternbeiräte! Wichtige Besprechung mit den Genossen der U.S.P.D. vorm. 10 Ubr bei WicmerS, Büiowstr. 58. 17. Walilkrei» Wilmersdorf. Vormittags S'-z Uhr wichtige Sitzung sämtlicher Funktionäre bei Sckramm. Hohenzollerndamm 2. 4v. Zlbt. Vormittags 10 Uhr Sitzung der Funktionäre bei Schmidt, Wiclejstr. 17. S.P.D.-Kommunalbeamte des It». Verwaltungsbezirks. IlZUHr Besprechung in Niederschöneweide bei Rälel, Brückenstr. 15. Schiinebrrg- Friedenau. Nachm. 6 Uhr EomcniuSIchuIe, Franken- straße 10, Kino- und Lichtbilderabend. Kinder 50 Ps., Erwachsene 75 Pf. Lichtenberg. Vormittags& Uhr findet die Führung durch daS Krön- prinzenpalaiS statt. Die Teilnehmerkarten vom 7. November behalten ihre Gültigkeit._ Jugenüveranftaltungen. Heute, 13. November: N m 6'.', Ubr findet imZentral-Jngendheim, Linden- straße 3, 2. Hos, 711 links, eine Konserenz der AbtciliingSkalfierer statt. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist es Pilichl eines jeden KastiererS, dort zu erscheinen.—chäslssitzmtg. Ratba«. Zimmer 109. Tages- Ordnung, 1. Gcwcrk chast. 2. Lcbrcrtommcr. 3. Anträge und Borschläge. — Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, vorm. 11 Uhr, im Bütgcisaal des sttatbauscs. Köuigstraße. Vortrag des Her:» Dr. M. Brie: Die Kunst als Voikscrziehuna-mittel.- Am 17. November(Bußtag), abends 6 Uhr, im Stadtbaus. Klosterstr. 50. Vortrag des Herrn A. Hofimaml: Die büßende Menschheit._ Bus aller Meli. Verhinderte Schiebung. Wert von etwa 300 VOO M. Mmschau. Soziales. „Weltbrand." Bestimmte Themen, die beim Film anklingen, sollte man nicht mehr berühren: Tie Unmöglichkeit bildhaster Wiedergabe � psychologischen Geschehens, die Unübertragbarkeit echten, wenn auch romantaftew Leoens ins Bild. Deshalb sei jede Kritik der Umarbeitung des Wasjermannschen Romans„Christian Wahnschaffe" unter diesem Gesichtspunkt unterlassen. Die Terra- Filmdirektion führte den Film vor, und erste Kräfte mühien sich um sein Gelingen: Fritz Kortner, G. VaAcniiv, Th. LooS, Fräulein! Christensen. Frau Richard(hervorragend in einer klein:, i Rolle) u. a. m. Stimmen aus der russischen Revolution 1L0S wurden laut und erweckten— besonders im Ächlußakt— mächtigen Widerhall. Die Marseillaise ertönte. Hier ist ein Wegtveiser: der Film als Kündcr und Deuter sozialen Werdens. Hervorhebung ver- � dient die prächiigGtznnenarch itekiur, die nur leider nicht über starke � Unklarheiten hinweghalf. Ein Zug von Romantik liegt über dem � Film, die erfreulich wenig mit meist üblicher Süße gemein hat.' wp. »Tteuermann Holk« heißt der Film, der zurzeit im U. T. K u r- sürstendamm gezeigt wird. Vorweg kani d:e M e ß i e r- W o ck: e in «iner derarligen Zusammenstellung, dag man sich eine ungeschicktere kaum denken kann. Denn wenn man dw Abiie'eumgen und siunio'en Zerstörungen gretibar zeigt, die der jeden einzclüeu von ui,S belastende u„» drückende Friedensvertrag verlangt und oeinach Bilder von Enieule- Osfizierci: und sranzösiichen Flugzeugen, so ist das eine Reizung in unserer übe, nervösen Zeit, die bestimmt etwas zu stark ist. So blieben auch Lärm- und BeunrubigungSszenen nicht aus. Tie Meßter-Woche aber bat andere Ausgaben aiS die, den Nattonalboiipewiilcn woblicilcn Propagandaslofs zu licser:,. Man alniele ordeutlrch aus, a!s die ZcichenbumoreSke die Lein- wand iür fich in Anspruch nadm. Der Mayimstlm„Steuermann Holt' ist Deutscher und Preußischer Städtetag. Der Deutsche und der Preußische Städtetag haben ihre Haupt- aiiSschüsse zum 19. und 20. November nach Köln geladen. Auf der Tagesordnung stehen folgende wichtige Gegenstände: Wohnungsnot und Wohnungsbau. Abbau der Preise. Eolocrbskosgnfürsorge und Notstandserrbeiten. Die Finanzlage der Städte. Tie Behandlung der Gemeinden in der heutigen Gesetzgebung und Verwaltung. Erlaß des preußischen UnterrichiSministers vom M. Oktober 1920 über Gewährung von Beihilfen für das höhere Schulwesen. Nederschrritung deS Achtstundentages. Wie der Arbeitgeberverband Hannover miiiellt, hat kürzlich das Rerchsgericht in oberster Instanz eiltickneden. daß es zulässig ist. den Achtstundentag zu übenchreii-n, wenn der Wunsch dazu von Seiten des ArbeitnemerS geäußert wird. Praktischer Sozialismus in England. linier den Bruarbeitern Großbritanniens macht, wie„Fcde- rated Preß' mitteilt, der G i l d e n s o z i a l i s m u s erhebliche Fortschritte. In Nordengland und in Wales sind bereits Bau- arbeitergildcn fleißig am Werk und errichten Häuser für die Gemeinden. Die Londoner Bauarb eitergilde hat mit der Gemeinde Welthamstow(London-Ostl einen Vertrag auf den Bau von 460 Einfamiftenhäusern rbgeschlossen. Die Groß- cinkaufsgenossenschaft(Cooperaftve WholeSale So- cieth) liefert die Baumaterialien; der Gcnossenschaitliche Versiche- rungSverein(Cooperaftve Insurance Society)� übernimmt die Feuerversicherung und die Garanfte gegen Verluste. Ein ähnlicher Vertrag wird gegenwärtig zwischen den Gilden und dem Gemeinde- rat von Greenwich perfekt. Das Gesundheitsamt erklärte sich voll- auf zufrieden mit den von den beiden Vertragsparteien getroffenen Maßnahmen. Tie Gilden haben die volle Unterstützung des na- tionalen Verbandes der Bauarbeiter Großbri- t a n n i c n S. Mit großem Interesse blicken die englischen Sozia- listen und Sozialreformer auf die Experimente der Bauarbeiter- gilden. vortraae, Vereine und Versammlungen. Reichsbund der Kri-gsbekchäsigrrn und KrtegSfilnterbltebrnen. Berlin, Lindenstr. 1l4. Montag, den>5. November,„bcnos 7st. Mir. in: Bernbard-Ziose-Ihealer. Groge F:anksiirlcr Straße 132..Hochzeil aus Port' von Georg Enget. Eintrlltstarten sind noch mi der Kasse crbältlich— Zentralverbau» der Arbeitsluvalideu Deuttchlauds. Hezi.k Gesund- brunnen(Norden II). Sonntag, den 14. November. oowN:ita,s 10 Ubr: •PTSrns Der Motorkahn Zehdenick, der einen darstellt und von einem Griechen gekauft worden war, wurde vom Hamburger Rcichswasserschutz festgebalten, als er ins Ausland verschoben werden sollte. Wucher. Gegen die Hamburger Zigarrenfirma Heinrich W i e s n e r u. Co. wurde vom Wucheramt eme Umeriuchung wegen Betruges und Steuerhinterziehung eingeleitet. Die Firma hat ihre Zigarrenlieiergnten mit rationierten Lebensmitteln bezahlt und sie dabei bewuchert. Auch bei dem Weilerverkauf der Zigarren bat sie übermäßig bohe Gewinne erzielt. Gegen samt- liche Zigarrenlieferanten der Firma wurde e:n Verfahren wegen Vergehens gegen die Rationierungsbestimmungen eingeleitet. Gattcnmord in Kassel. Nach vorausgegangenem Streit er- mordete der Eisenbahnichaffner Ochse feine Frau, nahm alles im Hause befindltche Geld an sich und ging dann zum Dienst. In Bebra wurde er festgenommen. Vanknotcnfälscher vcrhaftet. In München ist eS gelungen, 14 Banknotenfälscher zu verhaften, die in einer Steindruckerci falsche grüne Rcichsbanknolen zu 30 Mark mit Frauenkopf, Ausgabe vom 24 Juni 1919 berstellten. Von den verausgabten Banknoten wurden iür 300 000 M. dem Verkebr entzogen, ein Teil des Restes wurde wegen Fehldruckes verbmnnt; für etwa 200 000 M. sind noch in München und Bayern im Umlauf. ZwailgSkäufer vor Gericht. Gelegentlich der durch die enorme Teuerung und den Wucher heraufbeschworenen Junikrawalle kam es auch in R ü st r i n g e n(Oldenburg) zu Ausschreitungen. Dieser Tage hatten sich nun vor dem dortigen Schöffengericht 33 Personen wegcu der in Lebensmittel- und Schuhgeschäften verübten„Zwangs- käufe" zu verantworten. Das Gericht sprach alle die Personen, die die Waren zu den von der Menge festgesetzten mäßigen Preisen entnommen und nachweislich befahlt hatten, frei und verurteilte nur fünf Angeklagte zu Gefängnisstrafen von drei bis zu''.rzehn Tagen. Einer erhielt wegen angeblicher FührertätiÄeit drei Mo- nate Gefängnis. Die Bestraften sind Personen, denen direkter Diebstahl n ichge wiesen wurlde oder die schon wegen ähnlicher Ver- gehen vorbestxast sind. Eine englisch-amerikanische Telephonverbindung. Bei einem von Laien gemachten Versuch mit dem drahtlosen Telephon glückte eS, zwischen Schottland und New Derseh eine Verstänin- gung herbeizuführen. Die menschliche Sftmme, ja selbst gewöhn- liche Grammaphcmmusik war deutlich hörbar. Die Strecke zwischen den beiden Endpunkten betrug 2600 Meilen und, was den Versuch noch abenteuerlicher erscheinen läßt, daß er mit kaum 100 Watt Stromstärke gemacht wurde. Da die englisch-amerikanische Telc- phvnverbiudung von außerordentlicher internationaler Be» dgutung sein würde, sind diese Versuche, wie es heißt, mit dem besten Erfolg sofort von Fachleuten weitergeführt worden, und man hofft in Fachkreisen, den Verbindungsweg noch verlängern zu können. Sport. Voxkampf im Zport-Paiast. In dem zu Boxkämpsen vorzüglich gecigncien Sport. Palast findet Donnerstag, den 18. Noocnider der erste Groß-Kampstag statt, und zwar verpflichtete die Direktion den Amerikaner Tom Cowler eegen den italicniickien Schwerqew chtSmeiilcr E:minio S P a l l a Die Vorverkaufskasse des Sport-Paiai'trS ist vom Montag, den 15. November 1320 ab täglich von 10—7 Uhr geöffnet. Ter Arbciter-Turn- und Sportbund, 1. Kreis, veranstaltet am kommenden Sonntag, nacbmlltaa« 2'/- Uhr, in der stäsiil'cben Turn- balle. Prinzeuftr. 70, ein großes Mn st erriegen- Wetturnen. Aus allen Teilen der P:oviiiz Brandenburg haben die namhaiiesten Vereine über 30 Riegen gemeldet, die fowobl in Freiübungen ivie auch an den Hang- und Sprunggerälen die Vielseitigkeit des turnerischen Ueenngsbettiebes zeigen werden. Ein ansa>i:eßendes Kürturnen wnd den besten Turnern außerdem Gelegenheit geben, den Zuschauern schwierige Gipielübungen als das Resultat lang- jähriger, vlanmäßiger Leibe-übung vorzuführen. Der Eintriltsprels beträgt 50 Pf. Ter Freie Turnverein Lichtenberg. Mitglied des Arbeiter-Turn« und Sport-BmideS, veranstalte: am San.tag. nachmittags 2'/, Ubr, in der Turndalle des Jabn-ZiealaqmnafiumS, Marliiraße. ein Schauturnen Iciner Schüle:», r chülerinnen-, Jugend-, Fi'auen- und Männer-Abtellnng. Im 'Anschluß daran Familicnabnrd bei Potczontet. Hauptstraße. Gäste will- kommen. Einen Wettstreit tm Ringen veranstaltet der Sportklub„Alt- Wcdding 83-. Berlin, Utrechter Strane 31/32. Turnballe(nnbe der Muller» i>raße> am Sonntag, den l2. Dezember, uachm 1 Uhr, ocken sür jeden Amateur, der Mitglied eines Sportvereins ist und am Ta:« der V-r-. anstoltung' das 18. Lcbensjabr nicht übeiichritten und ein Körpergewicht von 105 Pfd. lind>15 Pfd. dat. Ausschreibunaen gegen Einsendung von 10 P>. Porto crbältlich und Meldungen unter Beisilgung von 2 M. Start- geld von Vereinen iür ihre Mitglieder bei E. Maluhle, Bcrlm, Euter- straße 12/13, 2 Tr. links.__ Wetterau» sichren für das mt:t ere Norddeutkchland bis Sonntag mittag Ueberwicgcnd trübe und nebet g, obne erbebbche Nrcdcrichtäge, am Tage mild, an den Küsten stellerrweisc ausilarcnd. Am Donnerstag verstarb nach langem Leiden mrme mnigfigeliedle Frau, treue Kameradin, unsere hcezens» gute Mutter 27836 Ernestine Blankenstein geb. Daudet mann im vollendeten 4U. Lebens- lahre. Sie war ble Sonne meines Leben«. 3n tiefer Traner Adolf Blankenstein nebst Wnber. Berlin O, Echillingsw. 18 Beerdigung: Sonntag, den ll-Aov., mitt. I Uhr. von d. neuen Leichenhalle b. Iüd. �ttebvors in Werbew-e an- 8pe!islzf!l llr. kseöieikg Naur.oazcniecbtzleicken.klut. unieebucirunoen. Laivarsan. buren. priadrlcbzrr. 1x7, a a Mottrensir. 11 l.3�.Stg.n-i. (SQlD-, SiliM' Brach. kvsser. Mmg. Slel. Ziltti. Ml m. gable stets Tagesvrersel »««allschmelze Siemen,- straße S(Bahnhof Beuflel- Msiill!'. UöSiilliv' vRjj ZsslStkel» SeijleriOotf unö lliao. E®. m. b. H. Am Sonata-, den 21 Rovbr., nachmittags 4 Uhr, findet im „Kaiserdo,-, Zehtenoorf, Pols. damer Str. 49a, die vrdentl. Geucralverfaurmliing statt. löiia Tagesordnung: t. a) Gefchllttsbericht des Vorstandes d) Bericht de» Au'fichtsrat». 2 Entlastungserlcilung für den Borstand 1 3. Beststlußfaflung über die Ver- teilnnq des Reengewinnes. 4. Erhöhung der Geichätls- antetis auf l5v M., des Ein- trittsgelbes auf 3 M. 5. Ergänzungswahl des Auf- sichrsrates 6. Eenossenschastlich». Der Anfflchisrat. O. Fehlberg, �orsißenber. Oekkent!. VersammZunA Tirkus kusck, U. November, vorm. 10 Uhr Jas neue Sentscliland und seine lekmadit" Es sprechen führende Männer des öffentl. Lebens daus Pelz asum ZaMnngserieiclileryng i Leipziger Str. S8 Palelots, Cutaways, Hosen, Alaska- uock Kreuzlächse, Mafien.(Keine Uim5a:d\vate. Verkauf zu enorm dillizsu Preisen Lslbhans Fried richstr.Kr.2 Obcrlandssgerichisrat auherb. sachgemäß? Rechtsberaiung. Abwicklung:chwierigster Polle. Ehe, Alinrenien, Berirmlenssachen. Ermittelungen. olsckamer 8tr. IIS, Lühow 2494 Direktor FaMsch.• ..........""" Phorosan- Hei/Institut für tlaau und Geschlechtskranke OroBbeerenstr, ST.» Sorechrtunien V—S, außer Dienstag. Sonntags 10—12. Ooaorrböe-Behandlang nach dem neuen schnutzlostn Pnorotan-V erfahren. SyphiUskur. Streng Wissenschaft■ lieh. Spex.-Srxtl, Leitung. Separate Zimmer. Kurdauer siehe Broschüre.„Die Ooaorrboe and Ihre ZwBIf- terekur" Prospekt ,V gegen Porto. —JL— rat..- Kurf. 9979.' Dr. med. Hollaender, ' Speziakirzi iür Haut«. Frauen« und Blasenleiden 1 j üctiandlung ohne QuecKSiioer. ohne üerufsbtörirnß. Biutumersuchun«. Auf kl. Broschüre N'r. 10 dis ret verschlossen Mk. 2�0 Berlin W 8, Leipziger Straße IOS II. Tagüch 11—1, 5-7. Sonntags 11— l. 187/4* i mbsshsh �ssiltlsR-Aautaäak wieder reichlicher in der früheren rnten LualitSt zu beziehen durch die bekannten Vertäu»stellen T. TLOder. Berlin. Clchlcnbecr/rc S'r. 22. stonigst 3801 ■in«"--■"■BTHir-iri— _ � A A dek, leckixen in Qaali- M-fc■ äüh, 7t IC? 111 una Preisen- fi 4 tl'Q Oezugsquelien durch f(_ � füeinsTatiaklaiiriken T 3.03. IC© Walldorf lb. 212 Bekanntmachunft. Oer Stckdltfch« Zeledhot in der Seestrotze wird aus Grund des Beschlusses der Gnneinbebehijrben IN emei: Urnen- Hain umg. wandelt. Für die gärMerrsche Umgestaltung des trudhofes lammen zunächst die Armenadteilung sow:e die Abteilungen K, 7, 8, Z für Erwachsene und ble Abteilung 4 slir Kinder in Betracht. Altträge auf Bzlassung der Kllgel ober Neuerwerb der Stellen in diesen A'ctellnngen tönnen nicht genehmig: w.rben Alle, welche au: die in den bezeichneten Abteilungen belegenen Gräber und au: bi? daselbst bcstndli en Dentmäler Rechte haben, werden hierdurch anigeiordcrt, ihre Anspriicke unter Beibringung des Eiginlunisnachweifcs binnen Wochen de! dem.rriedhofsinfpeltor anzumeibrn und glaubhast nachzuweisen. Die Denimätec werden den rechtmäßigen Eigemllmim durch Srrrn Inipe tor LU d l« jajort gegen Emoiaagsbeschemigung ausgehändigt. Aach Abiauf bee angegebenrn Frist erfolgt die Einebnung der Grabhlig-I und die Befeitigunq nnb Vernichtung der nicht abgelangten Denkmäler dupch die Friebhoisoerwalttmg. Berlin, den II. November ISA. CtmtXAaw-CT WlWJXlf■■■■MM» ,1m. F,,M,Bp,pi,, Theater, Lichtspiele etc. J ceoriaioo............ r»r»iiTninii....... Opernhaus. Ritter Blaubart. 7 Uhr. Schanspleihsss. PI, Unr; Minna v. Barnhelm. 7 Uhr: Der Kronprinz. Deutsches Theater. T1/«: Einsame Menschen. Stg. V/2: Oer Scneitcrhaufen. Kammerspiele. zv.- Er ist an aliem scMI. Der Spieler. Stg. 21/,- Der WcibsteufeU 7. Er an allem schnld. Der Spieler. Kr. Schansplelhans (Karlsnaße) 8: Europa(außer Abonn) Stg.?. Julius Cäsar(auß.A.) 8: Eugipa(außer Abonn.) Theater I.«l. KönißgratzerStraße ,/2� Uhr: Rausch. (OrsKa.Abel.Riemann, Richard Veidtkirch, Dernburg, Römer.) Sonn ag; Rausch.* Nrn.: Baumeister Solness. Montag: Rausch« Ronrädienhans •/jS: Die Sache mit Lola mit Max Pallenberg. Berliner Theater Heute u. morzen letz'e Vorst. lltH Uhr. Der letzte Walzer llontral-Thcater vi,: Frsn Däriie!(Operette) Denthriics Opcrnhnnn 7 Uhr: TOSCa. Crledr.-Wilhelmst.Tb. 3 Uhr: Hänsel und tirctcl. vi, u. Hcheit ßie Tänzerin. Klei■« Theater. 7v, u.: üHselda. Kl. SrliannpielhauN. T-/.u.: Bietise ßerPanßora. Komlscbe üper. Allabertdiich iViUhr: Klebe liu Sehuee. Stg. nehm: Liebe im bcbncc. Zum 100. Male am Mon ag, 15 November. Mittwoch(Bußta•): Gastspiel Neues Voikstheater Jugend. buHttspleilitias H/.Uhr; Arnold Rleck in Zwau'Selnquiirtlerung. Sletropol-Tbeater. k Eollanduieibchen hieuc» tlprrettenhuui* vi, v. Die Csikcsharoness KeiiCM V«»lkstheater vi, u.: PeriRies tsnTiiyrns. mchlllrr-Thrnt.<*Uarl> 5 Unr; Wilhelm Teil. 7 uhr Bon Garlos. Th:ilin-Thont€kr 7v, u. Die närrisclie Liebe. Th.avn% oll endo rffilac» ä1/�: Judin von Toledo« /uhr Wenn Liebe erwacht Thenter de» Westen» i'l. Sc. neew. u. itosenrot C/4D£rers!cn Liebe püZeil Th. l.d.Kommandantcnstr« früher« cirnft'd-Theater. tvju. Derverjlnnte Änoiar Wallner-T heater u't Der Geiger von Lugano. iValhaUa-Theater uh'r GastspJartstem Residenz- Theater. Nachm 4 Unr, kleine P eise: Asohenhrtfdcl. "v.1: Die Frenntlln. Tilla üurieux, ioele, Bildt, Albtrs. Va i entin. Sonnabd. 4 U.. halbe Preise: Öle Freundin. Triaiioa-Theatcr. Na: hm. 4 Uhr. kle ne Preise: llliii»el Ii»d türctel. Tä ich 7> 4 Uhr: Ser Roman einer Frau. Son' tag 4 Uhr. halbe Pteise: Der Roman einer Frau. Rose-Theater. ZV, Die sieben Raben. vi, Heimat. Casino-Theater Lolhrlnger Str. 37.— Tgl. V48: Voils:är,dia neues Prooiamm Der Feliliritl einer Firn VotkssrLick n 4 Ulldern. rh hoatoriiebe. Op.-Sketch mit Viktor Litzek Sonnta: Z'/,. Der Hausdrache. RSaigstadt-Thester üahrnio: ianno» iübrücke Täzl.7.M Oala.Säns.r. Im Ralls.al TANZ. Ifolhsbühne 6", Uhr. zum ersten Male: Nach Damaskas. Ii. und III. Teil. Lesslng-Tlieater, Direktion; Victor Barnowsky. Heute bis Montag 7»/, t Flamme. (Dwsch. Grüning, Götz, Pröckl.) Dentscbes Rünstler-Tbeater Allabendlich VaS Uhr; DieScheidnngsreise mit Max Adalbert und Trade Hesterberg. Monat Willi. HartstelD. Täglich Vi, Uhr | Sonntags ZV, u 7'/, Uhr: Die neue große | Ansstattungsburieske Zs toller, je besser! ) i> Bilder von W. Hartstein j Außerdem die netten November- Attraktionen. Itnter ber künstlerischen C>berle!tung von Earl �Meinhard nnd Ludolf Bernauer findet die �Premiere von»Die spanische Dtachtigall", Text von!Xndolph Schanzer nnd Ernst Welisch, 5Mnfit von 5eo Fall, im Berliner Theater am Donnerstag, den 18. November, statt./ Hauptdarsteller: Fritzi tMassarp, Erik Wirl, Hans Waßmann, Julias Brandt, Emmr> Sturm, Glga Engl Dirigent: 5eo Fall/ Regie: Ernst'Welisch Dekorations- nnd L�ostümentmürse: Ernst Stern s/ Ehoreographie: Egon RTangelsdors �/ Rlusikalische Einstudierung: Hugo ÄZtoesge» Btllet«»orb-st»lla»z-n tSmun nut nach fnr Wtederholnngen öerSckflchttgt werben Bevorzugte Tsstsiiilen Berlin» lind die Tonndorf-Betriebe «».«»NO Saankarl u�Folies Gaprice Sailcriym Steinacii DefgehornteSiegfried mit Ferd. Grünecker. muell-Restlnmmt finaSnae: Hut. d. Sind. 44 Kiiedrichstr. 87.«äseiüa zerähmier Mit na» und «bendilich.— Pilsner Urquell— Spatenbter «el». Abteilung. Bupele PIrtnee. 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Älnawjew: Was d e Kommunistisch, Internationale bisher war und was sie nun werden muB.— J. Msrchlewskl■ Die Agrarfrage und die Weltrevoluiion.— W. Mac Ls'ne, Tom Qaelcli t Bericht über aie kommunistische Bewegung in England.— W.Mac Laie. t Dir gegenwärtige Lage in England.— Kl Leber die T.tigKeit der schottischen Arbeiterbewegung.- Tb, Dsrrashi Das revolutionäre Irland und der Kommunismus.— ProHsards Rede an das Exekuiivkomuee der Kommunistischen iniernanonale, — Cachin und Prossard: Erklärung an das Exekuilvkoml'ee der Kommunistischen tnier- nationale— Oer KRpp.Lüttwitz.Patscb und die Koramunlf tisetae Partei Deutsch. lands.— Berrull t Die sozialistische tlewegu ig in iia ien.— N. Bombaccil Die Opposinon der Reformi ten gegen die Kommunistische Revolution In Italien.— Zur Erneuerun der S-■ziaüst'Scncn Partei(Bericht der Turiner Sozialistischen Sektion an den Natinnalrat in MaiUnd)-••• Die Lage in Deuischö.terreicn— H. Werttaeimt Die Arbeit, rtäte in Deuischösterrelch.— K. Männer: Die Streikbewegung in Fiualand.— P. Dlnschun: Der revalutionäre Osten und die nächste Aulgahe der Kommunistischen Internationale.— Roy Die revolutionäre Bewegung in Indien.— K. Radek: Die polnische brage und die Internationale.— lllaslrotlontn: Marz/ Rosa Luxemburg Im Oelängnis z I Warschau /Jugendbilder Frieorich Engels/ Dobrodshanu-Qerea/ Jugerdbildnt« Karl Lieoknecnts. Ooknmente der Internationalen Kommunistischen Beweenng-— Von der Tätigkeit des Exekutivkomitees der Kommnulsllschen Internationale.— Die Internationale der komruunlst. Jugend.— Internatlon. Kommunist. PraucnbL wegung.— Bibliographie. S73 Seiten. Preis W. 7,5«.' den an die Z/bkb« Bckic'Iu- gen sind au____________... VerlagsbncliiianiilHng Sari Hofw Nach f. Louis Cabnbley, �arab�rg II Russische Korrespondenz Nummer 14*1«., J7Mb* Ans dem InhaHc i 7. Mavember 1917— 7. Kovcmber 1920. L. Trotzkl: Die Okiobenevolutioii./ N. Buchann Der Klassenkampf und die Revolution in RuBland./ A Jolle; Die erste proü«arische Regierung./ Die Verfassung(das Grundgesetz! det Russischen Sozialistischen Födeiativen Sowjet-Republik./ Aus den ersten Dekreten u. Kundgebungen der Russischen Sozialisilschen Föderativen Sowjet-Republik./ L. Trotzkl: Die Friedensverhandlungen In Brest-Lltowsu. i N. Lenin: tin Brief an die amerikanischen Amelter./ Ein dlplomatiscner Notenwechsel flher den weißen und roten Terror. /CMener Bnel an den Präsluggten der Vereinigten Staaten von NordamenHa, Herrn Woodrow Wilson. N. Lenin: Rede auf dem 3. Allrussischen Kongreß des Russischen Kommunistischen lugendvetbandes(Moskau,«. Oktober 102!)./ P F Knir asenew: Wege des Sowjetaul- ♦aues.' W. P, Miliutin; Soriallsmu« und Landwinsrhalt/ A Anlkzt Organisation des Arheitsmarktet in' den ersten zwei Jahren der Sowieth'rrscnaft./ w Posner: Die Ein- h«it» Arbeitsschule./ w. Fosner: Bericht über die Tätigseit der Abtei ung Einheits- Aroeitsschule Ins Kommissariat lür Volksauiklärung./ W. Ltsarew: Die Ubeitsleistung In det Kohlen- und Tarllndustrie./ Das Fischeteigeweibe Im Gouvernement Astrachan,/ Karl Radek; Kongreß der Ostvölker/ W. Miljutin: Lieber Parteiarbeit./ Q. Sinowlew: Leber die Sanierung der Partei.' Kml Radek; Die Organisanonsideen der Kommunistischen Fl tei Rußlands./ A Prasalow: Die Lage er Gold- und Platin- (ewinnungsindustile im Ural./ Pro! N. Oredeskul: Die Knsis in der Intelligenz./ Ulnntrotlonen: Acht Menrtarbendrucke nach den Dri inaip'akaten aus Sowjet- rußland; lüal Zeichnungen nach den russischen Publikaiionen. 180 Seiten. Preis 8.— Mark. Beetellungen iind sru richten an die Auslieferungsstelle für Deutsehland: A. SEEHOF& CO., VERLAQ, BERLIN C. 54. loreü3 Ugar etto bürgerliche und bergbaumonopol. Als 1900 infolge der relativen Kohlenknappheit ein starkes Anziehen der Preise erfolgte, veröffentlichte die konservative „Schlesische Zeitung" eine Artikelserie gegen den Kohlenwucher der Syndikate und forderte ein Einschreiten des Staates. Damals fchrted die konservative.Deutsche Tageszeitung": Tie Kohle gehört zu den schwer ersetzbaren Schätzen des Landes. Sie darf nich� dem Privatkavital zu Spekulationszwecken über- lassen werden. Unser Endziel ist deshalb: die Verstaatlichung aller Kohlenzechen.... Die Schätze des Bodens gehören der Allgemeinheit.. Der Führer deS Bundes der Landwirte, Diederich Hahn, befaßte stch in der Sitzung des Preußischen Landtages vom 16. April 1904 mit der Stillegung der Ruhrzechen und forderte scharfe Schutzmaßnahmen. Er schloß: „sollten diese Vorschläge nichts helfen, dann würde allerdings der Staat genötigt sein, auch hier zur Verstaatlichung zu schreiten, wie bei der Eisenbahn... Kein Schutzvorschlag ist Gesetz geworden, die Macht des bergbaulichen Privatmonopols ist enorm gewachsen. Auch die konservativen Politiker Professor Adolf Wagner und Graf Kanitz traten wiederholt für gesetz- liche Maßnahmen gegen das Privatmonopol im Bergbau ein. Der frühere preußische Handelsminister und nationaliiberale Abgeordnete Theodor Möller sagte am 29. November 1904 im Preußischen Landtag: „Sobald die Fusionen sich zu Monopolen auswachsen, wird die übergroße Mehrheit de» deutschen Volkes ganz ernstlich erregt werden. Und ist ein Monopol nicht mehr abzuwenden, dann wird die überwiegende Mehrheit de? Volkes ein Staatsmonopol dem Privat- «onopol vorziehen."(Sehr richtig! rechts) Es ist tatsächlich so weit gekommen, daß eine Handvoll Großunternehmer sich ein bergbauliches Privatmonopol verschafft hat! Bergbaufrerhcit und freiher Kohlenhandel ist durch die syndizierten Privatmonopolisten längst beseitigt. Man sieht, daß rechtsstehende Organe und Politiker schon vor dem Kriege lieber eine Verstaatlichung des ganzen Kohlenbergbaues, trotz der anerkannten Schwerfälligkeit des Verwaltungsapparats. sahen, als die Komplettirrung des sich entwickelnden Privat- Monopols. Im Württembergischen Landtag erklarte am 8. Februar 1908 der Zentrumsführer Dr. von Kiene, der „vom Liberalismus immer aufgestellte Satz" vom„freien Spiel der Kräfte" sei öffentlich verurteilt. Hinsichtlich der Kohle sggte er:„Es ist überhaupt höch st bedenk- lich, wenn man unentbehrliche Lebens- mittel in die Hände des großen Privat- kapitals legt..." Bei der Beratung des bayerischen Berggesetzes über Einschränkung der privaten Vergbaufreiheit <1907) erklärte d«r Zentrnmsführer Abg. I ä g e r- Dillingen, die„Folge der Lehre vom freien Spiel der Kräfte" sei die„Herrschaft einer Handvoll Großkapitalisten im Kohlen- syndikat..." Auch der„Baucrndoktor" Heim sprach sich wiederholt für ein Staatsmonopol im Kohlenbergbau aus, da es immerhin erträglicher sei als das Privatmonopol einiger riesiger Bergwerkstrusts. Und das führende Zcnkrumsblatt, die„Kölnische Volkszeitung", schlug im Februar 19l2 vor, sämtliche Kali iverke in Reichsbesitz zu über- führen I Aus all diesen Aeußenmgen und Urteilen bürgerlichvr Zeitungen und Politiker geht hervor, daß die Forderung der Beseitigung der privatkapitalistischen Bergbauwirtichäft schon lange vor dem Kriege, und zwar nicht nur von Sozialdemo- kraten erhoben worden ist. Man fühlte und sah auch in bürgerlichen Kreisen die großen Gefahren, die dem Geineinwesen durch das Privatmonopol im Bergbau drohen und zog diesem sogar die Verstaatlichung des ganzen Bergbaues vor, obgleich die schweren Mängel der staatlichen Bergbau- Verwaltung wohlbekannt waren. Jetzt tobt man über Sozialisierungsvorschläge, die den Nachteil der staatsbureau- kratischen Verwaltung ausschalten, und zollt Bestrebungen Beifall, die darauf hinauslausen, die Macht des Pri. apilals noch zu erhöhen!_ Vorschlag an Cscherich. Herr E'cherich hat in Hamburg erklärt, die Mehrzahl seiner bayerischen Mitglieder bestehe aus iibmeligtcn Monarlbislen. sie würden aber auch einen mouarciiistijcben Rechtöputsck verhindern. Wir schlagen Herrn.Eicherisch vor. die Sache anderwärts in ähnlicher Werfe aufzuziehen, also z. B. in Berlin und Rheinland-Westsalen zur Verhütung von Äomunistenputschen Abteilungen der Lrgesch einzurichten, deren Mitglieder zum über- wiegenden Teil aus überzeugten Kommunisten bestehen. Was meint Herr Eicherich zu unierem Vorschlag, der doch genau ebenso zweckmäßig und brauchbar ist, wie sein monarchi- stischer Republikichutz in Bayern?! Tie Kasseler Orgesch, der„Jungdevtsche Orden", desien Fübrer die bekannten K a p p i st e n sind, beschwert sich, daß in ihr Bureau eingebrochen worden sei und dabei politische Geheim- alten gestohlen worden seien. Wir dackten, daß es bei einer so„legalen" Organisation wie der Orgeich nichts zu verheimlichen gäbe. Im übrigen bot ja gerade die Neckte im Falle Erzberger den politischen Akiendiebstabl ausdrücklich sanltroniert. Die Einbrecher find offenbar Leute, die ihre Belehrung aus der Rechtspresse während dxS Erz- berger-ProzesseS geschöpft haben. Der Presiedienst der Oigesch verbreitet, daß die preußischen Behörden an vielen Stellen mit der Orgeich zusammen- arbeiteten, um der Organisation der Radikalen auf dre Spur zu kommen, was doch im Widerspruch zu SeveringS Vorgehen stände. Wir können dazu aus Grund besonderer Jiiformalionen mitteilen, daß nirgends mit Wissen oder Ermäckti- gung des preußischen Innenministers preußische Behörden mit der Orgesch zu dem genannten oder irgendeiiiein anderen Zweck zusammenarbeiten. Die Drgesck ist und bleibt in Preußen als eine staatSgesährliche Organisation verboten, und keine preußische Behörde darf diese Organisuvon durch ein Zn- sommenarbciten. gleichviel in welcher Form, auch nur iudirekt an- erkennen und legalisieren._ Tie Wahlen zum Pravmzial-Land- und SreiSiag. Der Wahl- rechts ausschuß der Preußischen Landesvelianunlung nahm in erster Lesung den Gesetzentwurf, betr. die Wahlen ,u den Piovinzial- landtagen und zu den Rrelsiagen an. Die Wahlen erfolgen auf demokratischer Grundlage. Die bestehenden Provinstallandiage nnd Kreistage werden mit dem Inkrafttreten de» Gesetzes aufgelöst. Die StaatSregierung soll ersucht werden, die Wahlen zum Landtag, zu den Provinziallandiagen und zu den Kreistagen an dem gleichen Tag« vornehmen zu laffen. Ernährungsfragen. Der Haupt ausschuß des Reichstages bewilligte am Freitag 2Vz Millionen für Höchstleistungen durch nichlbeamtete Kräsie für das Reichsernährungsministerium. Beim Kapitel Biologische Rrichsanstalt für Land- und Forstwirtichast meinte Abg. Dr. Rösicke(Dnat.): Dee Kosten für die statistischen Kommissionen auf dem Lande seien zu sparen und für die biologische Wissenschaft zu verwenden. Daraus wird die Regierung ersucht, die biologische Reichsan- italt im nächstjährigen Etat auszugestalten. Zu dem Antrag Dr. Herz lU. Soz. rechts) und Sch m td t- Berlin(Soz.), der die c-?iche- rung der Erfüllung der Absieserungspflichtca durch Gründung von Licserungsverbänden und Verhängung fühl- barer Strafen zu erreichen sucht, verweist Minister Hermes darauf. daß durch diesen Antrag eine neu durchzuführende Organisation gefordert wird. Man könnte wohl die Haftung für die Kommunal- verbände verschärfen, aber wenn man die Kommunalverbände zer- schlüge, bliebe nichts übrig und man käme praktisch nicht weiter.— Schmidt-Berlin(Soz.) erkennt an, daß eS gefährlich wäre, jetzt neue Organisationen aufbauen zu wollen. Angenommen wird der Antrag in der Form, daß dre Not- wcndigkeit betont wt'.i gcgen in der Abbewrung böswillige säumige Erzeuger von Brotgetreide scharfe Maßnahmen zu treffen und ruf die landwiNichaitlichen Berufsvcrbände einzuwirken, ihren ganzen Einfluß für die Ablieferung von Brotgetreide, Hafer und Gerste einzusetzen.— Absatz 2 des Antrages Herz- Schmidt, der die Beibehaltung der Zwangswirtschaft fordert, wird abgelehnt. Beim außerordentlichen Haushalt fragt Dr. Noesicke(Dnatl.): Wann wird endlich die Reichskarioffelstelle aufgelöst werden?— Ein Regicrungsvertreter: Hoffentlich im nächsten Fahre. Zurzeit ist die Rcichskartoffelstelle noch stark beschäftigt mit der D-urckführunq der Lieferungsverträge und der Verwaltung der Reichs« serven.— Bei der Reichsfleischstelle teilt Ministerialrat Dr. Niklns mit, daß bezüglich der Verhinderung der Schmuggelaus- fuhr von Schlachtvieh nach den angrenzenden Ländern alles getan sei, um diesen Mißstand auszumerzen. Sonnabend: Etat des ReichswirtschastSministeriums. Der Preisabbau. Fm Unterausschuß de? vorläufigen Reichswirtschafts- rateS für Landwirtschaft und ErnäMung referierte am Donners- tag Herr Munzel(Vcrivaliungsmitglied des kaufmännischen Ver- eins von 1853 Hamburg) über den Preisabbau. Neben der Gesetz« gebung müßten Industrie und Landwirtschast von sich ans um den Breisabbau bemüht sein. Hindernd stehe allerdings die fortgesetzte Vermehr uu g des Papiergeldes im Wege. Tatsächlich helfen könne nur die Hebung der landwirtschastlichen Vrodnktion. Fn der Aussprache machte n. a. Landarbeiterveltreler 356 rke die Arbeitgeber, namentlich in der Landwirtschan. für die Zü- rückHaltung der Praduktion verantwortlich. Staatssekretär a. D. Dr. Müller: Der Achlstundtntag hat in allen Berufen für die UebergangSzeit Störungen mit stch ge- bracht, die erst allmählich überwunden werden können. Daß die Verkürzung der Arbeitszeit die Leistung steigert, ist in gewissen Grencen unzweiselhaft. Gewerkschailsiekretär T h om a s- Mainz führt gegen die Be< hanpiung, daß die Produkliolissteigerung den Preis senke, als Bei- ipiel an. daß trotz der guten Kartoffelernte der Kartoffel- preis stark gestiegen sei. Nach weiterer längerer Aussprache einigte sich der Ausschuß in der Meinung, daß eine wesentliche Voraussetzung des Preisabbaues nur dann erfüllt ist, wemr die Produktion gesteigert wird. Die Bezahlung öer Kapp-Streiktage. f Neu-Streiiu, 12. November.(WTB.) Durch Beschluß des Landtages sollte der Arbeiterschaft, der L o h n a u- f a l l während der Ka p.p-T t re i klage, in vollem Urnfange vergütet wer- den. Es war vorgesehen, daß Staat, Kommunen und Arbeitgeber je ejn Drittel dieser Kosten zu zahlen hätten. Während in den anderen großen Städten des Freistaates Meckleniburg-Strelitz die Tragung des auf die Kommunen entfallenden Drittels abgelehnt worden war. wurde der Beschluß durch die S t a d t v« r o r d-' netenversammlung der Landeshauptstadt Neu-Sirelitz einstimmig bewilligt, und zwar unter dem Druck einer stark erregten Volksmenge. Dies« hatte nicht nur den Zufchauerraiim und den Sitzungssaal des Stadtparlaments, son- dorn auch die Vorräume dazu und das ganze Treppenhaus de» Rathauses dicht besetzt. Während der Beratung der Vorlage kam es zu stürmischen Zwischenrufen und Drohungen aus der Menge heraus. Die Situation würde so gespannt, daß sich auch die bürgerlichen Stadiverordneten schließlich im Jnteresie der Aufrechterhaltung der Ruhe gezwungen sahen, der Vorlage zuzustimmen.(Wir geben dies« Darstellung des WTB. mit Vor- behalt wieder, und erinnern bei dieser Gelegenheit daran, daß das WTB. einer der wenigen Betrieb« ist, in denen während der Kapp-Tage.nicht gestreikt, sondern auf ausdrücklichen Direktions- befehl weitergearbeitet vkirde— im Dienste und Interesse der Meuterer. Die Red.) Die Danziper Konvention. Warschau, 12. November.(DA.) Die dem Warschauer Außen- Ministerium nahestehende„Rzeczpofpoliia" ist in der Lage, die Punkte mitzuteilen, in denen die Botschafterkon fcrenz Polen entgegengekommen rst.� Zunächst haben- die Polen durchgesetzt, daß die Selbständigkeit der Dangiger Handelsflotte � ganz wesentlich c i n g e- schränkt wurde. Während im ursprünglichen KonventionScnt- trnirf Danzig dos Recht hatte, seine Handelsschiffe ohne fremde Kontrolle zu registrieren, darf Polen nunmehr eine eigene Re- gistiaturbebörde in Danzig errichten. Auch muß Danzig die pol- Nischen Behörden jederzeit E ins i ch t in die Danziger Schiffs- regifier nehmen lassen. Schließlich soll Danzig seine SchiffahrtS- gesetzgebung weitgehend der polnischen anpassen. Ferner ist den Jstolen die Befugnis zuerkannt worden, bei den Danziger Zollbehörden'p p l n- s ch e Inspektoren zu unterhalten. Die Danziger Behörden sind verantwortlich für strenge Durchführung der volnischen Zollgesetze. In allen Anitsanaelegeuheiten der Zovbebörde erhält die polnische Sprache Gleichberechtigung. Zollzahlung kann auf Antrag nunmehr auch in polnischer Wäh- rung erfolgen. Die Aenderungen in der Verwaltung der Eisen- bahnen sichern Polen die Völle Beherrschung der Danziger Elfen- bahne«. Die Polen scheinen aber noch weitergehende Ambitio- nen zu haben. So sagte der polnische Generalkommissar in Danzig, Bjeftadccki, in einer Unterredung, daß Polen die Sicherstellung der ihm zuerkannten Rechte nur dadurch erlangen könne, daß ihm das Recht zugebilligt werde, bewaffnete Kräfte im Gebiet des Frei- staats zu unierholten.„Bis jetzt haben wir volle Kontrolle über die Zölle, Eisenbahn und die gesamte diplomatffche Vertret.unz er- reicht. In Wirklichkeit sind unsere Wünsche, die den Hafen be- treffen, nicht erfüllt worden." * Wie die„Frankfurter Zeitung" erfährt, wird in den nächsten Tagen zwischen dem Deutschen Reich und Danzig ein Ab- kommen abgeschloffen werden, das die vorläufige Tätigkeit der Beamten im Dienste Danzig und ihren dauernden Uebertritt in den Danziger Staatsdienst regelt. Hegen Sie Hewaitpolitik! Holländische Stimme«. Rotterdam, 12. November. Der sozialistische„Baak. w a a r t s" führt auS, man könne sich darauf gcsaht mache«, daß die Regierung Millerands neue Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland vorbereite;«z fei Zeit, daß bei einem neuen Versuch, Deutschland völlig in ven Sklavendienst der Pariser Regierung zu zwingen, die Stimme des Volkes sich erhebe,«m endlich dem schwarzen Werk der franzö- fischen Reaktion Grenzen zn ziehen. Auch bürgerliche holländische Blätter erheben Einspruch gegen die ständige Bedrohung Deutschlands durch die siegreichen Mächte.„Vaterland" wendet sich gegen die Abstimmungsko- m ö d i e von Eupen und Malmedy und meint zur Besetzung des Rhoinlandes, es sähe oft danach aus, als ob einzelne Besatzungs- mächte die Besetzung weniger im Lichte eines Unterpfandes als in dem einer rein militärische« Machtpolitik, wenn nicht gar einer annexionistischen Politik betrachten. „Standard" sagt. Deutschland stecke auf allen Seiten tief in Sorgen und nnr eine Revision deS Vertrages von Versailles könne die Lösung bringen. Deutschland unü üer völkerbunü. Paris, 12. November. Wie der„Waiin" aus London meldet, verlangen Lord Selborne, Lord Edward Greh und Barnes die Aufnahme aller Länder in den Völkerbund. Wie„Echo de Paris" mitteilt, habe die französische Re, gierung ihren Delogierten zur Vollversammlung des Völker- bundes in Genf anbefohlen, sich von den Beratungen zurück- zuziehen, wenn entgegen den Wünschen Frankreichs die Zu- lassung Deutschlands zum Völkerbund erörtert werden sollte. Irlands Selbstverwaltung. London, 12. November. Die Homerule Bill wurde vom llnterhause in dritter Lesung mit 183 gegen 52 Stimmen a n g e- nommen. Carson erklärte, Ulster werde sein Bestes tun, um das Gesetz wirksam zu machen. Er appellierte an die Ulsterleute, ein Beispiel für religiöse Duldsamkeit zu geben. Zur belgischen Krise. Brüssel, 11. November. Nach dem„Etoile Belge" wird die Frage der Herabsetzung der militärischen Dienstzeit auf sechs Monate, die die Sozialdemokraten verlangen, nicht im Programm des neuen Ministeriums enthalten sein. Das Ministerium sei aber bereit, die Dienstpflicht etappenweise, je nach Möglicki- kert, ohne die Interessen der nationalen Verteidigung zu schädigen und unter Wahrung der Verpflichtungen, die Belgien durch den Friedensvertrag von Versailles und für seine Durchführung über- nommen habe, herabzusetzen. Nach der gleichen Zeitung sollen bereits vier Politiker, die sich bereit erklärt haben, PorteföuillcS zu übernehmen, für dieses Kompromiß gewonnen sein. �tuslanösrunüschau. Der Moskauer Heeresbericht meldet Eindringen der Roten in die Krim. Cbina ist ein Moskauer Friedensvorschlag zu« gegangen. Die russische Goldgewinnung beträgt für dieses Jahr 90 Pud(im Frieden 3000). Die Nachricht von einer Verhaftung L i t w i n o f S auf einem Schwarzmeerickiff durch Engländer wird von Moslau dementiert. Litivinof ist in Moskau. Die Polnische Sozialistische Partei sprach sich iür die Euichiinig einer in Verbindung mit Polen stehenden R e p n- blik Wilna im Einvernehmen mit Litauen, andernfalls für Annexion unter Schutz der Nichtpolen aus. Der Vizebürgermetstcr von Wien. Genosse Max Winter, bat dieses Amt niedergelegt, um sich wieder ganz der von ibm gegrüu- deten proletariichen Kindersüriorge deS Vereins„Aibeiler-Kinder- sreundc" zu wivmen. Die Erfahrungen mit der gemeindlichen Für- sorge, lies mit dem Bettel bei der Enlenie und den Neillralen, haben ihn wenig befriedigt. Infolge der Teplitzer Legionärausschreituiigen vom 28. Ok- tober und der folgenden Ereignisse ließ die Regierung daS von Metzner geschaffene meislerha'te und in leincr Weiie zur HeiauS- iorderung der Tschechen geeignete Deiikmat Josephs II. von Sappenren mit einem Gerüst»ingeben. Die Soloaren gingen über ihren Auftrag hinaus und entfernten nach bewäbrien Mustern das Denkmal, das sie ins Museum schafften. Das Prager Paria- ment hat nach ungeheuren Slürmen einen IlnieriuchunoSausichuß eingesetzt. Bis z» seiner Bertchierstailung bleiben die Teuiichbürger- liche» dem Hause fern.— Die deuiicken Abgeordnete» sind vom Präsidenten M a s a r y k empfange» worden. Eine Arbeitsgemeinschaft haben die deuii'chen und tschechischen Sozialdemokraten im ErnäbrungsauSschuß des Proger Parlaments gebildet. Die Anregung der deutschen Genossen auf Abbaliung eines Proletariertongresses wird vo» beide« Richtungen der tschechischen Sozialdemokratie begrüßt. In Hu lisch in haben die Tichecken die Gcmeiudevertretungen wegen unzeitgemäßer<.') Zusammensetzung ausqelöst: ihre Neuwahl wird seit Monaten verschleppt. Unsere Genossen haben deswegen eine Anfrage im Prager Parlament geftelli. Bluthund HeijaS ist noch der„Boss. Ztg." nicht verbaftet. Er und Pronay sind die mächtigste» Leute in Ungarn und»n Parlament hat der Ministerprändent Teleki schon leinen Kölau o1>i dem weißen Terror gemacht. In Serbien hat man den wenigen naturalisierten Nickt- slawen das Wahlrecht gegeben, wenn sie eben nur die serbische StaalSangebörigkeii erworben halten. In der W o j w o d i u o und in Slowenien hqz man die Nichislawen vom Wahlrecht aus- geschlossen, bis die OplionSfrtst abgelaufen ist. In Kroatten-Slawonien aber wird den Nichtflaweii das Wahlrecht grundsätzlich aberkannt, dagegen sollen die- jenigen Nichlilawen zur Wahl zugelosse» werden, die durch Rani- ralisierung Slawen geworden sind,.welche nur ihren alle» Namen behalten haben, aber von der Gesellschait oder den Behörden als Serben, Kroaten oder Slowenen anerkannt werden". Al'o ein staatsrechtlicher Begriff und eine Prämie auf den Abfall vom Deutschtum. Auf englisches Ersuchen wird die brriische Botschaft>n Washington gegen Sinnteweronschläge bewackt und sonstiger Schutz der Eng« länder in den U. S. A. vorgesehen. In Nordamerika wird ein Einwandererverbot vorbereitet. Laut„Daily Herald' hat die ägyptische Delegation ihre Veihandlungen in London als aussichtslos abgebrochen und wird abreisen. Engländer bei der Abstimmungspolizci. Der Beschluß der inleralliierlen Behörde, der Abstimmungspolizei inte,allnerie Otfi- ziere beizugeben, soll jetzt durchgeführt werden. In Ratibor traf eine Anzahl englischer Offisier- ein, die auf die Siädie verteilt werden. Major Ottley kehrt aus England nickt mehr nach Oberschlesien zurück, er ist zum Prumlsekrelär des Königs ernannt worden. GeweKschastsbewegung Tagung öes flusfthnsses öes O.fl.G.ö. Anfang?!ovcnibei trelen die Verireter der Geweilsckast-?vor- stände zur 9. Tagung dt§ V u n d e S a u? s ck u s s e s zu sainmen. Kenosse Legren macdre zu dem icbriitlichen Verictu deS Bundeevorsiaiides»ecl! emige Äud'lidrungrn. In der Tis ku�sion wurde besonders, beiont, das; die Gcwerirctmfisvcrstände den Bestrebungen, die Einheit der Geiverkschasien m iprengen, n i dl 1 untätig zusehen dürrrerr. Sehr ausgiebig wurde die Frage eröriert, wre weil es möglich ist, der herrschenden Tcue» rung eritgegciizuwirteir. Verschiedene Redner betonten, dan kein Mensch und ke rre Partei imstande ser, die Umstände zu ändern, von denen die Teuerung abhängt. Bei der erneuten Stell n ngnahme zur Technischen Nothilse erklärte der Bundesvorstand, das; er sich nickt vcranlastt sehe, von seinem ablehnenden Standpunkte anzugeben. Bei der Be predung über die Verbindlichkeitsorklärung von Zchieds- sprächen wurde beiont, daß die Bewegungsirctheit der Gr Werk scha'ten nicht eingeengt werden dürfe Nach eingehender Aussprache betreffend die Regelung der Mitgltederrechte bei Uebertritt zur S i ck e r b e i l s polizet wurde beichloffcn, bis aus die Dauer von 12 Monaten die Mitglicdeirechte ruhen zu lassen. Wiiitichen dann die zur Sipo gegangenen Geiverlichastsittiiglieder wieder-zn ihrem srnberen Beruf und zur Äeiverlschasl zurückzukehren, so soll dem, fall? sie gesund sind, nichts im Wege stehen. Zum zweiten Pnnki der Tagesoidnnng: Sozialisier ung des Bau- und WohnttnasweiettS hielt Stadtbaurai Dr. Jng. Wagner einen eiiititindigen Vortrag, in dem er zeigte wie dre ersten Schritte zur Sozialisiming des Bau- und Wohnungs- Weierts gedacht find. Iir der Diskussion' wurde aus die Uamöalich- keil binaewieien, die Löiung der WobnungSuot dem privaten Baugewerbe zu überlassen. Nur out dem Wege der Soziali- s i e r u n g'er die Loiung dieses Problems möglich. Einzelne Redner wandten sich gegen die geplante M i e t st e u e r, bc> der der Mieter nicht nach seine», E t n k 0 m m e N sonder» nach seinem W o h n n n g s b e d ü r f n> s belastet ivird. Wenn die Wohntingsniieier dazu beiiiageu ioüen. Gelder sür die Beschaffung von Wohnungen aiisziilniiigeit, lo ieien diese Geider durch u- schlage zur Einkonimensteuer und Erhöhung der Abgaben vom Wertzuwachs zu beschaffen. Eine eingescyte Kommission soll die Materie untersuchen und in der nächsten Sitzung Bericht erstaitcn Räch Schlus; einer sehr langen und gründlichen AuSsprgcke über die Stellung zu denArbeitsgcmeinschaflen wurde ein Antrag der Schuhmacher, der den Austritt der Gewerk- schaften au« den Arbeitsgemeinschaften forderte, mit 24 gegen 7 Sunimen abgelehnt. Angenommen wutde olgende Enischliestung des Genossen Tornow svolzarbeitcr): Die Gewer kickakreit sind der Ärbeiisgeineinschait beigeircten, um die qewerk'chtitiih organisierten Arveiier an der Füh- rung der W i i t i ch a s r z u b e I e i l t.g e n In diesem Sinne ist die Arbeiisgemeiiiichaii ein brauchbares Mittel im Kamps um die Eroberung der wirtschaftlichen Macht und der Sozi�altsterung der Wirts diatt. Ihre Bedeuiung ist jedoch zcill ch begienzt und wird erlö chen, wenn mit der fortschreitenden Oiganisation der Grmeinwirt'chast andere, verfafstiNaSreckiiiche und geseplich iundiertc Organe ge- schaffen werden, in denen die Arbeiterschail an der Letiung der Wirtschast beteiligt wird. Der BiindcsatiSichust hält zurzeit die ArbeltSgemeinschnfi noch nicht für überflüssig, glanbi aber, das; diese Frage rrrenl geprütl werden»tnst, wciiit die O r g a>> i i a t i o n der Bezirkswirlsdiailsräte durchgeiühit worden ist. In einer sich an die'e Sitznng anschlichenden Konferenz der Nedaklioiten der GeiverkschafkSblälier kam zum AuSdinck, daß gegen die Bestrebiiiigen, die sich gegen die Beschlüsse deS Belrtebstäleloiigresse» wenden, scharf Stellung zu nehme» ist. täglich me.bri, bewiesen. Wenn die Atbettgebrr in ihrer Annonce behaupten, die Unterschriften der Firmen, die die Forde« tittgen an« etknitni haben,(etctt g e t ä l> ch r. io tollen sie den Beweis sür dieie Bebaupinng antreten, andern alls man sie als Schwätzer öder Verleumder b�zeidinen müßte. Richtig ist die E ktäriing, daß die arbeitenden Angestellten nicht höhere Gehälter, alS das letzie Angebot beträgt, er- hallen. Das entspricht völlig der IM Texiilgroßbandel' bekannten Ttadiiton. Hnngerlöhne zu zahlen. Höhere Gehälter tst aber euch die ans ehemaligen Otfitieten bestehende Stretkbrecherkolonne wie sie bei der Firma Gebr. Jklö angestellt wordeit tst, fiir ihre Lekrlingstätigkcit tt'dil wctt. Daß aber heute noch vieliach die empörend niedrigen Gebäl« ier des Maitarifes gezahlt werden, ver'chwergen die Arbeit- geber schamhaft. Ihr Gelläff ist bezeichnend kür die Lage. _ Die Zcntral-Slretkleitung Ter Ttreik der WohnhatiSporticrs. Die Ge'amizahl der am gestrigen Freitag in den Streik ge- tretenen Wobnbaiisporiters, Fahrstnhliührer, HauSrein ger beträ t nach der B.S-Koireipendenz r n n d 22909. Im Lanke de» gestrigen Tages bat diese Zahl allerdings dadnich eine Verrin- aeriing erfahren. daß sich eine groß? Nnzahi von Jhaiisbesitzern. namentlich im Westen, in der Ktttsürsten- dammgeaend. bereit erklärt baden, die Forder nnoen der Portiers zu ersüllen, In allen diesen Fällen Hai Me Streikleitung ihre Kollegen zur Wiedermt'nahitte der Arbeit atiige'ordert. In den Kreisen der AiiSsländtgen technei man kür die nächsten Ta te mit weiteren Bewilligungen der Krnndbcsitzer und bofft mit Gnind dieser Sachlage durch Ver- Handlungen im NeichsarbeitSmiii'steiinni die E i n t ü h r» n a eines neuen Tarif», der den Forderungen der PoriierS r- redt wird, in mö'lich't kurze, Ze«! z» erreichen. Für den Fall, einer Ver ögerimg der Ve> Handlungen wäre mit eiiiem S N»i p a i b>? st r e i k der Geschäft' hgnsportiers sowie der Haus- meister und Kontrollpsärtner der Fabriken zu rechnen. Solidaritiit, keine Neutralität. Dre bürgerliche Presse ist ztu» Ablagcrtm, splatz für die täg- lichen Lügenberickte der Arbeitgeber im Texulnroß« Handel avanciert. So wurde m den letzten Tagen von dieser Presse berichtet, die HrntdelSbiltsaibeiter HZ len zum Sireil der Auge- stellien ihre Neutralität erklärt. Die wiiklidic Sttmn'ung der HandelShtlfsarbeiier wurde in folgender Nesolurton zum Ausdruck gebracht: Dl? am 11. November 1929 in den Miisiker-Frstsälen zabl- reich versammelie» HandelShtlfSarbeiter weisen es weit von sich. daß sie zu dem Streik der Angestellten eine Neuiraliläiserllärnng abgegeben haben. Sic veriolgcn vielmehr mit der ge'paiiniesien Anfuielkiamkeit die Bewegung der An, estellien und werden im gegebenen Moment zu der Situation Stellung nehmen. Sie geloben Solidarität, ketne Neutralität im Kampfe. Die.Neutraliiät' der HandelShilfsarbeiler dürfte den Arbeit- gebein bald übel bekomnie». Die.Solidarität" der nichlbeslreikien Firmeninbaber gegenüber den bestreilte», die die Aibeilgsber in einer Annonce am Donners- tag abend hervoihcben. ist dutch d,e restlose Anerkennung der F o r d e i u n a e» von verschiedenen Fiimen, deren Zabl sich Vcrliandlungen im niederschlcsischen Kohlenrevier. Die Milte Okiober van de» Aibelierorianiialioiien gcfotderten Verbaiidlnngeii über E r d ö b u n g der L ö b n e n nt 16 B r o z. haben zivischen den Unternehmern»nd den Verireiern der Arb-iler- 'chati begonnen. Nach langer Aussprache eillänen sich die Uniei- »ebmer dazit bcre'i, de» Lobntordernnaen dei Arbeitnehmer tu ge- wisiei Beziebting entgegen zttkontmeti. wenn ein U e b e r i d, i dt I e n- abkommen mit gleich in äßtger Vetieilting der lieber zeit und mit einem aegenüder dem»>!ptün'lichen Ab- kommett ermäßigten Z n i ch l a g zustmide komm«. D>e Wei ls- veriieier erklärten jedoch, daß jeder für iein Werl das'n den Lohn- tragen beabsichtigte ZugrständniS nnr solange auiiediierh lien kann, als die Arbeilnebmerschast dort ibterscttS das zu treffende Uebei- schichtenabkoinmen einhält._ Neue Verhandlungen in der saarländischen Metall- industrie. Am 18, d, Mts. beginnen zwischen den Arbeitgebern und Ge- iverkichaitsvcrtietcrn neue Verhandln ngen in der Me- t a l l t n d u st r i e. Da die terieii'ge Vereinbarnng mit Ende dieses Monats abläu't, wird der ab 1. Dezeniber festzule, ende Tauf eine weitete Lohnerböhung dringen müffen. Die Eiiiinbrnng der F r a n l e n e n i l o h ii u n g wird bet den Tartf- oe> Handlungen eine entichetdende Rolle spielen. Neuer Tarifvertrag im elsässischcn Kalibergbau. Die Stre'kge- fahr im Kalibergbau ist, wie die.Dena" incidei. beseitigt. Eine neue BiMpiechling zwischen Arbeiletveiiretern lind Grube» bcsivern hat einen neue» T a r l r v e r t i a g vereinbart. Die neuen Lohn- äse ennpiechen nidit den eiho enen Foidernirgen. bedeuten aber iminerhln etucn bemerke nswerien Forischritr. Achtung! S,P,D.-Metallarbeiter! Sonntag 9'/, Uhr im Lehrer- Vereinsbaus Alexandeiplay, Veisanintiting Tagesotdnuna: 1. Der S reit der Elektiiztiäisarbeiter tinD leine Folgen, Referent k Stadl- vetorStieler Palenske. 2. DtSlusfion. 3. Ftakiionsäiigelegenbeiten. Ter Frattionsvorstand. Tcnti'chrr Metallarbeiterverband. Sonntag Iktllhr P�sammlnng aller in Hüllen- und Mcssinglrerlrn bridiäsllgtrii Schmelzer, Gießer, Cstn« nnd ßiici crelarbeiter ulw. im Lokal.Südost». Waldemarstr. 75— Montag 6'/, Uhr Persanimlung der Mriallsolmcr und Brinlsgenosfen lui Lokal.Süd- Oil", Waideniatftr. 76. Tagesordnung: Neuwahl der Braiichentoinntisfion. Mitgliedsbuch milbiingen. Tcntscher Iraneporlarbeitrrverband. Kommenden Millwoch lBußlag). 7>/, Nbr. im Neue» Voilstaealcr. Cöpen der Str 68/6»! .Majoc Baibaia". Komödie von Bernhard Sbaw, EiniriilSkilten zu SM lull. Programm und Garderobe im Bureau, Engeluser 15 11, Zimmer 33. von Betrieben von in der Rcycl mindestens 300 Arbeitnebmern oder 50 Angestellten verpflichtet, aus Verlangen der Betriebsräte den BetriebSauSschüffen oder, wo solche nicht bestehen, den Betriebsräten alljährlich vom 1. Januar 1921 ab nach Maßgabe eine? hierüber noch zu erlassenden GeietzeS eine Betriebsbilanz und eine Betriebs-Gewinn- und vcrlustrechnung für das verflossene Geschäftsjahr spätestens 6 Monate nach Ablauf des Gesch/ärlsjahres zur Einsichtnahme vorzulegen und zu erläutern. Daß ossiz'ell über die angedeutete Zusammenlegung von Schuh- betrieben zu einem groffdn Konzern nichts zu erfahren war,»er. steht stdi von selbst, da ja den Betci'igten Schweigepflicht auierlegt ist An Ursachen, die zu einem Zusammenschluß von Betrieben in der Schuh'ndust'.ie drängen, fehl; es nicht. Da ist z. B. die schwankende Wirtschaftslage, die an den Fundamenten der Schuhindustrie rüttelt und mit Leichtigkeit sinanziell nicht aller- bestens gesichert« Unternchmcn zum Rum treibt. Der K a p i t a l- Mangel in der Schuhindustrie ist he.« vielleicht empfindlicher als vor Jahresfrist, da wegen der Piodukticmskosten. die heute mir den Verkaufspreisen für Schuhwaren nicht im rechten� Einklang stehen, große Gewinne au? sollest! ich bei großen Umsätzen er- zielt werden können. Dieser Kapitalmangel wird stcherlich noch greller in Erscheinung treten, wenn nach dem Versprechen de? .Reichsdinanziministers die neue Neichssteucrpesttzgeibung weiter ausgebaut und bei der Steuererlcb'ing schneller und schärfer zu- gcsaßt wird. Es kommt hinzu, daß auch die Banken auS der letzten Wirtschostskrrse gelernt haben und bei der Bewilligung von Krediten vo'.sicht-ger und strenger geworden sind. Bestrebun. gen nach einem Zusammcnsch'uß von Schuh'ab riken liegen also vor, sie wurden bereits vor dem Kriege gemacht und sind nach der Re- vo'ution wiederholt worden. Dies wird von Pirmasenser Schuh» sabrikantcn ganz offen bestätigt. Wirtschaft Zur Vertrustung der Schuhindustrie. tteber die angebliche Vertrustung der Schuhindustrie wurde unserem Korrespondenten von Pirmasenser Fabrikanten mit- geteilt, daß vor einiger Zeit emnral Anfragen über den Zusammen. schlug von Schuhfabriken lau» wurden. � Wenn einerseits, soviel man hört, auch ein Teil der Pirmasenser Sd?uhsabrilanten gar nicht abgeneigt wäre, dem Vorbild der beiden großen Schuhfabriken in Augsburg und Nurnd.vg zu folgen, so darf voch andererseits nicht vergessen werden, daß sich viele Schuhfabrilanten an dem§ 72 deS BetriebSrätegesctzcS stoßen, der die Unternehmer PreiSermäßigiing für Nieten Der Verein deiitlcker N'eten» sabrrkanlen in? üffeldvrs Hai mit Dirkuiig ab 19 November se ne Preffe kür Kess l-, Brücke»- und Sitsinie'en um 799 M, je Tonne auf 4599 M. ktzriiiidpreiS 1 r m ä ß�i g t. Der Anfschkag iür Handels» nieten betiägt 999P',oz. gegen bisher 1259 Pioz. ES kosten Kessel-, Brück ii- nnd Sli'tliiclen 32 Millimeter und stärker... 4600 M(5390 M.) 81-21,........ 4500.(5290 ,) 20—19......... 4600.(5309.) 18-16......... 4700.(6400.) 15......... 4800,(5590. j 14-13......... 5200.{0200.) 12......... 53 0.(6600.) ll-10......... 6400.(6b00,) Alles je Tonne. Preiserhöhung für Messsngfabrikate. Die Vereinigien Messing» werke Deut chlandS habe» den Giundpreis iür Meisingblecke ntit ioforli ier Wiikimg um 300 M, ans 2750 M, und iür Messing» (langen um 200 M. aui 1650 M. je 100 Kilogramm erhöbt.— Preiserhöhung kür K u p f e r b l e ck e. Der Kutiferbleck« verb ind in Kassel hat mit Wirkung ah 10 November seine Preise um 200 M je 109 Kg erhöht(aus 3540 M.j. Die letzse Preis- eihöhung war am 3. November. Mispiände bei der Aiiitragsvergebung an die landwirtschaftliche Masch. ncltinStistrie. W'e eine Nackt icktenstell» inilleilt, ist das Wtedei anibaitiilliitstertum bei der Veiieilung der Anfiräae an die deutsche Industrie in seltsamer Form voraegangen. Es ist festgestellt waide», daß beiip elsiveise größere Bestellungen an Firmen ver- geben wurden, welche btsher weder laiidwulsckastlicke Maschine» produzierten, noch zum Vetkaus am Lager datren, während um» gekehrt dw führenden Firinen der landwirtickastlicken Maschinen- tit�uftttc leer ausgingen. Infolge dieser Mißstände bat man sich daher entscklosscn eine Protestaktton geten dteten Mangel an Organisation bei den Negieruiigsstellen einzuleiten. Cinft'hr polnischer Kartoffeln. Der Deutsche Kariossel» großhändlerverband Berlin-Düsseldorf hat einen Antrag um Einstrhrfveigabe von polnischen Kariofseln an das Retäsmittisterium für Ernährung uwd Landwirtschgs! gerichtet und von dort nun die Erklärung erhalten, deß mit Rücksidit aus die in-' zwischen ausgetretenen- Sd'w-icrigkciten in der deutschen Kartosseh- Versorgung die RcichSkartosielstelle ermäch!-igi worden ist, grund- sätzltcki auf Antrag die Genehmigung zur Einfuhr polnischer Kartoffeln zu erteilen. Jedoch soll dabei der Reichskartosselffelle die Prüfung der Lieferbedingungen und Preise vorbehalten bleiben. Zur Ergänzung de? knappen Inlands» bedarss ist eine guSreickcnde Zufuhr an guten Kartoffeln ans dem Auslände nur zu begrüßen, besonders auck,»»eil dadurch eine erhebliche Senkung der Inlandspreise stattsiffdet. Bleibt die Sunlichtges'llschast deutsch? Zu dieser von uns vor einiger Zeit ausgeivarienen Frag« wird in cinigen bürgerlichen Zeitungen erklärt, daß„Vorkehrungen getroffen säten, den deutschen Charakter des Unternehmens zu wahren". In Anbetracht -dieser zweideutigen Feststellung wäre es um so mehr erforderltÄ, daß sich der«ufsichtsrat der Firma in bestimmt«! Form zu d.r Frag« äußert. Wir hoffen,' daß oic# noch geschieht. ycromm für den relmkl. Teil Ti S'ftncr«tlfrr. Chorlollendtira; Iür«lueigeni Iii Oiluift, l'crlln. Ufciu« Siovii'äriä-i'ftlnn 0» m v, H, perlin Truck Bor- wälis.'puchdrudcrei u Berta,'.SONIMN Paul Lmacr u, To.. 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