flg. 566 ♦ 57. Jahrgang Ausgabe A flr. 145 Bez-gSvretS t 8 trttltätjrL 90,—-Jj; l, monotl JO,— HRt. frei m« öou». ootnua ablboi. Poft- bejug Monattiiti M.— M!. ejfL All- ftellungsgebühr. Unter Smubanb füx Deillichlano und Oefttrreidi 18,0 DU, Für du« üdngi Ausland de, täglich einmal. Ziulielluna 2180 V vs�be» ftellnngen nedmen an Oesterreich Ungarn. Tschecho-GIowalei, Däne« wart, öolland..uzemdurg. ZStweden und die Schweis.— iingetrogen w die Polt» eimngs-Dretslifte. Der.Borwärts' mit der Sonntag» beiloge.Soll n.fletl' ettthetnr rnothe» täglich zweimal Sonntage und Ro» tag««inmal kelegramm-Adrefset .SojInlbeenaCrai Berta'. Morgen Ansgalie berliner NolksblAtt ZV Pfennigs AnzetaenpretS: Die achigetpaltene Nonnaretllt-teile lotietS.— M..Teui!rung«zuschlagSV°/«. kleine«uzetgan" das letl« gedruckte Won U— M.(jttlnifig zwei lettgednickte Worte), irdes treitete Won 60 Big. Stell engeluche und Schlaüteliettanzetgeti dev erste Wort 65 Stg. tedes wettere Don 40 Ptg. Worte über 15 Buchstaben zählen für noei Worte. Sntenitmejttfchlog 80o> �amilien-Anzetgen iüt Abonnenten geile 2,— M. polittiche und ge- wer üchastliche Vereine- Anzeigen Ml. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen t'iir die n n chft e Rümmer müssen kl« 6 Ahr namtittag« im Hmwtgeschäst. Berlin SW, Z. Linden- ftratze 3, abgegeben werden. Geöffnet «on 9 Übt früh Ii« 8 Uhr abends. Zentralorgan der foztaldeniokrattrchen parte» Deutfchlands RcdoFtien and Expedition: EW. 6$. Lindenstr. Z. iterniurertter: Ami Martuvlnn. 9tr. löl 90— 15197. Mittwoch, den 17. November 19Ä0 vorwärts»verlag G.m. b. h., SW. öS» Lindenstr. Z. Zhrrniprecvrrt«m» Mortvvla«. Nr. II 7 SS— 51. Millionensthiebung öeutfther Dürften. > Eine fozialüemokratische Interpellation. Genosse Hermann Müller hat als Vorsitzender der sozial- demokratischen Fraktion im Reichstag folgende Interpellation eingebracht: Ist eS richtig, daß namhafte Kapitalderschtebungen «ach dem Ausland stattgefunden haben? Ist rS weiter richtig, daß in Berlin die Aushebung deS Baut- Hanfes C r u s» r stattgefunden und zur vollständigen Beschlag« «ahme der Alten und Bücher geführt hat? Ist rS ferner richtig, daß hierdurch eine weitanSgedchnte Kapitalflucht nachgewiesen ist, und daß dabei eine große Anzahl Di itglirdrr adliger und fürstlicher Häuser, darunter auch Mitglieder deS Hanfes Hohenzollern, gefaßt worden find? Was gedenkt die ReichSregierung gegen die Beschuldigten z« tun «nd was hat der R e i ch S s i n a n z m i n i st e r getan, um für das Reich entsprechende BermögenSwerte zu sichern? Zu dem Gegenstand der Anfrage können wir nachfolgendes mitteilen: Tas Bankhaus Cruser besteht tatsächlich in der Vo stst raste, ist � aber merkwürdigerweise in keinem Adrest- und Telephonbuch zu finden. Offenbar ist der einzige Zweck und Gegenstand seiner Tätigkeit die KapitalSverschtebung nach dem Ausland gewesen, deren Gesamtbetrag sich auf diele hunderte Millio» n e n belaufen soll. Zu den Kunden Crusers gehörten in erster Linie fürstliche Häuser und hochadlige Personen. auch eine stattliche Zahl Hohenzollernscher Prinzen und Prinzessinnen. Cruser selbst ist flüchtig. Tie Abfindung der Hohenzollern. Im RechrSausschust der Preußischen Landes- Versammlung wurden am Dienstag grundsätzliche Erörterungen darüber gepflogen, ob die sfrage der Hobenzollernabfindimg vertagt werden soll bis das von der StaatSregierung in Aussicht gestellte weitere Material vorliegt, oder ob die Sache weiter beraten werden soll. ES wurde mit Mehrheit besiblosien. weiter fach« lich zu verbandeln. Die sachlichen Verhandlungen umfaßten nur ein sehr klemeS Stück und wurden dann wegen vorgeschrittener Zeit auf Donnerstag. 10 Uhr vormittags, vertagt. Das.s-Uhr-Abendblatt" bringt die tendenziöse Meldung, daß in der Hohenzollernsache ein Ausgleich zwischen den beiden Parteien zu erwarten sei, der bereits auSqearbettet sein soll. Bon einem derartigen Ausgleich ist in der Aiiskchußfltzung, wie wir von zuverläsflger Seite er'ahren. nicht daS mindeste bekannt geworden. ES wurden auch keinerlei Andeutungen in dieser Richtung gemacht.— Offenbar ein neuer Versuchsballon des Rechtsanwalts Löwemeldt I Tstbechenkrawalle gegen deutsche. Tie Ereignisse von E g e r habe» weitere Folgen gehabt. Teutfchnationalr zerstörte» dort die tschechische Schule. In Prag stürmten Tschechen, natürlich auch Legionäre darunter, beide deutsche Theater und requirierten sie für sich; sie erzwangen die Einstellung deS Weitererscheinens der deutschen Zeitung„Bohemia", schmissen im»Prager Tagblatt" und in der zwar tschechischen, aber antichlluviuistischeu„Tribuna" alles durcheinander und aus dem »Deutschen Haus" die Statue« hinaus. Außenminister B e« e s ch hat sich öffentlich über unerträgliche Demagogie und über den Le- gionärtcrror beklagt. Die Schuld an de» jüngsten Exzessen und der neuen Aufpeitschung deS Chauvinismus auf beiden Seite« liegt klar zntagc: sie trifft allein daS tschechische Militär, das zum Schrecken der eigenen Regierung wird. Regierungskrisen. »Daily Herald* spricht vom Rücktritt einiger Minister wegen der Frage der Handelsbeziehungen mit Rust- land. deren Aufnahme vom Äkttonsrat der Arbeiterpartei bringend gefordert wird. Die Beniz e lo S- Regierung ist nach ihrem voll« ständigen Wahldurchfall zurückgetreten. Die Pariser Nationalistenpresse tobt über diese Selbstbestimmung eines sozusagen Verbündeten Volkes. Römische Blätter sprechen von einer Flucht VenizeloS' nach Aegypten. Inwiefern etwa die Niederlage der Griechen in Kleinasien gegen die Sowjet- türken den Wahlausfall beeinflustt hat, ist noch nicht zu erkennen. Die ungarische Regierung soll nach einer Pariser Meldung des Hollandlch Nieuwsbüros demissioniert haben, wohl wegen der Widerstände gegen die Abwälzung des HcijaS- JochrS. Horthy wolle die Demission nicht annehmen. Auch die Regierung Portugals ist zurückgetreten. Der volkerbunü. Genf, tss. November. e n. Cecil et klärte sich damit einverstanden unter der Bedingung, daß die Proiololle'o rasch wie mö tltch veröffent- licht würden. Prässdem Hyman« stellte Einiguna darüber fest, daß die Verhandlungen der Kommsssionen nicht öHenttich fein, daß aber die Protokolle so»atch wie möglich veröffentlicht werden sollte». Auch in der 4. Sitzung wurde nur zur Geschäftsordnung ge- redet. Ruslanösrunüsthau. Der Zwist auf dem jüngst abgebalienen sozialistischen Btstteltag DeutichösterreichS hat jetzt zur Giündung der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschösterreichs sLtnkesgesübrt. dmch welche die Arbeitsgemeinschaft Frey-Rothe nun auch formal den Kommunisten näher rückt. Sebastopol haben die Roten. Sofort nach der Räumung SebastopolS durch Wrangel haben sich örtliche Sowjets gebildet. Die Einschiffung ging in völliger Ordnung vor sich. Amerikas Schiffe im Schwarzen Meer sind beauftrrgt, alle vor den Roten Fliehenden anfzuitehmen. Wie uns aus Kreisen der Georgischen Gesandtschaft mitgeteilt wird, trifft die Nachricht, die türlischen Nationalisten Härten den georgischen Hafen Batum besetzt, nicht zu. Joffe fragte in Riga die Polen, ob sie durch weitere Unter- stützung P e t l j u r a s und BalachowitschZ neuen Krieg en!« fesseln wollen. D o m b s k i erwiderte die Zurückzichrutg der pol- nischen Truppen sei wegen der Maul- und Klauenseuche jetzt un« möglich; Polen sabe keine feindlichen?lbsichten. Schließlich ver- pflichtete sich Polen protokollarisch, seine Truppen ans die polni- schen Staatsgrenzen sofort zurückzuziehen, und Rußland ver- pflichtete sich, an Polen 70 Proz. der Zuckerfabrikatton(«produk« hon?) Wolhyntens abzuliefern. Litauen und Weißrutbenien wollen sich gemeinsam dem polnischen Imperialismus widersetzen. ZeligowsliS Vorrücken geht nicht so ganz glatt. D>e Völkerbundkommitfion kann wegen einer litauischen Brnckensprengung nicht nach stowno gegen Zeligowiki. In Südilawien wird gegen den Ravallo-Bertrag Sturm gelaufen: das Außenministerium in Belgrad wäre angeblich beinahe gestürmt worden. Demonstranten, die vor Italiens Gesandtschaft ziehen wollten, wurden von Mititär beschossen: Fünf Schwer «erletzte. Die im Juni vorigen JahreS von dem früheren sogenannten MarinesicherbertSdienst Frankfurt o. M. verhafteten Lothringer Flüchtlinge Kirsch, Eichhorn und S i x t, die in» besetzt« Ge« biet verschleppt und später in Nancy wogen angeblicher Spionage zu mehrjähriger Festung» st rase verurteilt wurden, sind, wie der Frankfurter Bürgerausschuß mitteilt, aus ihre Berufung gegen das Urteil und auf das Eingreifen der deutschen Regierung hin am 6. November d. I. freigelassen worden. Die dret Deutschen trafen jetzt nach l7monatiger Gefangenschaft wieder in Fvankfurt ein.__ Schweres Ser Einbringung dieses Gesetzentwurfes in unwiderruflicher Form die Möglichkeit bieten, das höchste Maß von Selbständigkeit und S»'IbstbestimmunKsrecht für sich in Anspruch zu nehmen, das nach der Reichövrrfassung zugestanden werden kann. Schon jetzt soll jeder Zweifel über die künftige Stellung Ober- sck'lesiens in der Gesetzgebung und Verwaltung beseitigt werden. Le Rond amnestiert. Oppeln, t«. November.(WTB.) Tie Interalliierte » m m i s s t, n hat für die im Abstimmungsgebiet wohnenden Personen eine Amnestie erlassen. Sie umfaßt 1. A l l g r- meine Sergehen, strafbar nach den S8 103, 110, 110, 120. 127, 13«, 132 und 135 des Strafgesetzbuches, 2. Sergehen, begangen im Rationalitätenkampfe oder im wirtschaftlichen Kampf der GesellschastsNassen, nach de» 88 123, 139, 185, 211, 113 tWidcrftand gegen die Staatsgewalt), l15 sAnfruhr nntcr Ausschluß der Anführer), 12t �Hausfriedensbruch, begangen durch znsammrnperottetc Mengen). 3. Strafbare.Handlungen gegen die Aaffenbrsitzverordnnng und die Bestimmnngen über periodische Druckschriften. » Der„Denn" zufolge meldet dir Kattowitzer„G a z e t a L«- bowa" aus Warschau, daß die polnische Regievung in der nächste» Sitzung des Sejms eine»fftzielle Erklärung abgebe» werde, die in nachdrücklicher Weise die polnischen Rechte ans Oberschlesien bekunden soll. Auch werde sie entschiedene« Protest einlegen gegen die deutsche» Machenschaften, gegen dir Massentransporte von Waffe« und gcge« die geheimen militärischen Organisatianen zwecks Seroorrufung eines Krieges in Oberschlesien. lPole» hat einst- weilen garkeine Rechte aus Oberschlesien, es würde sie nur in- folge ewes fsi» Deutschland nngvnstiUrn SolkSabMmmmrg erwerben Sollte eine derartige Erklärung tatsächlich abgegeben werden, die nur den Zweck verfolge» kann, dir Leidenschaften neu zu ent- flammen, so würde es allerdings ein neues Zeichen dafür sei», wie schwer es ist, mit einem geistig derart veranlagten Polen z» jenem danernden frcondnachbarlichen Verhältnis zu gelangen, das wir im Interesse beider Völker erstreben. Tic Red.) volksparteiliche Locktöne. Anbiederungsversuche der sächsischen Kettensprenger. Tie Geschäftspolitiker der Deutschen Volkspartei sind ebenso schwer abzuweisen wie eine gewisse Sorte von Wein- reisenden. Zur Vordertür hinausgeworfen, kommen sie zur Hintertür wieder herein. Trotz der Ablage unseres Dresdener Parteiorgans, ber„Dresdener Volkszeitung", tritt das Organ der Deutschen Volkspartei in Dresden, der„Dresdener An- Zeiger" von neuem in einem Leitartikel, betitelt„Schwierig- keiten oder Verständigung?". für die unbedingte Block' bildung aus Deutscher Volkspartei, Deutsch- demokratischer und Sozialdemokratischer Partei in Sachsen ein. Die von der Mebrheits�ozial- demokratie in ibrem Organ aestern geschilderten Schwierigkeiten, die diesem Plane entgegenstünden, seien nur dazu da. um tat- kräftig überwunden zu werden. Das Blatt schreibt: „Im Interesse Sachsens muß jeder Weg der Ver- st ä n d i a u n g beschritten und den Tatsachen der Realpolitik sest ins Auge gesehen werden, sonst blüht der Weizen des Herrn Sinowiew, der in Deutschland die A e r a des Bürgerkrieges eröffnen wollte". Die Möglichkeit einer neuen Landtaaswahl sei nicht ansqeschloffen, wenn sich sämtliche Linksparteien unter einer Parole zusammen- finden. Das Blatt kündigt.bereits solche Versticke. die es russische Minen nennt, in Chemnitz und Leipzig an und schreibt:„Desbalb soll die Sozialdemokratische Partei den Ernst der Stunde erkennen und die Hand zur Ver- ständigung mit dem qemäßigten Büraertum bieten." Eine solche Politik liege im Interesse des Vaterlandes. Dies Gemisch von Bangemachen und plumper Schmeichelei wäre aeichickt zu nennen, wenn es nicht so unsäglich komisch wirkte. Dieselbe Partei, welche die Sozialdemo- kratie in der schamlosesten und aebässigsten Weise vor jeder Wahl bekämpft bietet nach der Wahl, wenn der Erfolg nicht den Erwartunaen entsprochen hat, jedesmal mit bieder- männifcher Treuberziakeit die Hand zur Versöhnung. Die Sorge der sächsischen Volksparteiler, in die Regienmg aufgenommen zu werden, scheint uns sehr begründet. Im benachbarten Thüringen ist es nämlich gelungen, eine Regierungsmehrheit aus Sozialdemokraten. Nnabhänqigen und bürgerlichen Demokraten zusammenzubringen. Die Aussichten für das Gelingen eines ähnlichen Versuches sind in Sachsen zwar nicht sicher, aber immerhin doch vorhanden. Selbstverständlich wird die sächsische Sozialdemokratie alles daran setzen, eine wirklich republikanische Linksreaierunq zustande zu bringen. Wenn die Deutsch? Volkspartei sich setzt als„ge- mäßigtes Bürgertum" empfiehlt, so möchten wir die Anfrage an sie richten, ob sie ihre reaktionären Programmpnnkte. die Wiederherstellung der Monarchie. Aufrichtung des alten Systems mitden s ch w a rz-w e i ß-r otenFarbcn usw. bereits selber verleugnet? l Der �all van üen Kerkkof. Der Zwischenfall, der sich im Reichshanshaltsaus- schuß am Sonnabend abgespielt hat und der in der Montag?- sitzung des Ausschusses seinen vorläufigen Abschluß fand, ist in unseren Sitzungsberichten nur kurz erwähnt worden, verdient aber näher beleuchtet zu werden, weil er über die Person der Beteiligten hinaus kennzeichnend ist für die Methoden, die die Rechtsparteien zur BeseitiMng all derer anwenden, die den ihnen nahestehenden schwerrndustriellen Kreisen im Wege stehen. Der deutschnationale Abgeordnete van den Kerk- Hof unternahm einen Vorstoß gegen das Reichswirtschafts- Ministerium und beklagte sich besonders über die Tätigkeit der „jungen Herren" in diesem Amte. Gemeint waren damit jene zum Teil sozialdemokratischen Beamten, die unter dem Ge- Nossen Robert Schmidt in dieses Ministerium gekommen sind und sich trotz des Ministerwechsels nicht dazu hergeben wollen, nach der Pfeife der Schwerindustrie zu tanzen. Als der Wgeordnete v. d. Kerkhof aufgefordert wurde, seine Vorwürfe zu präzisieren, unternahm er einen kläglichen Rück- zug und mußte es sich gefallen lassen, daß im Protokoll aus- drücklich vermerkt wurde, er könne seine Angriffe nicht auf« rechterhalten. Dafür versuchte er sich zu revanchieren, indem er den Staatssekretär Dr. Hirsch beschuldigte, einen Versuch der„Gcsinnungskorruption" an ihm unternommen zu haben. Er holte sich ein ausdrückliches Dementi vom Ministerialdirektor v/Buttler ein, der Zeuge des angeblichen„Ver- suches" gewesen war und den Staatssekretär vollkommen deckte. Als nun die Wgeordneten der Rechtsparteien sahen, daß der Vorstoß für ihren Kollegen schief auszugehen drohte, bean- fragten sie, die ganze Angelegenheit als v e r t r a u l i ch zu behandeln, worauf unsere Genossen und die Vertreter der U.S.P. natürlich nicht eingingen. In der Montagssitzung wäre es zweifellos zu einer vollständigen Rcinwaschung des Dr. Hirsch gekommen, wenn nicht dieser in übertriebenem Ehrgefühl inzwischen ein Disziplinarverfahren gegen sich s e l b st beantragt hätte, wodurch eine sofortige Erlcdi- gimg des Zwischenfalles im Ausschuß selbst unmöglich wurde. Indessen hat der volksparteiliche Reichswirtschaftsminister Dr. Scholz, indem er sich des Staatssekretärs Hirsch weiter als seines Sprachrohrs bediente, deutlich gezeigt,, was er von dem ganzen„Fall Hirsch" hält. In Wirklichkeit gibt es nur einen„Fall van den K e r k h o f". Dieser Herr war offenbar von den Rechtspar- te'xn beauftragt worden, dem Staatssekretär Hirsch ein Bein zu stellen, weil dieser seit seinem Amtsantritt den Haß der Schwerindustrie und des Großhandels auf sein Haupt geladen hat. Dieser Haß ist um so größer, als Hirsch kein S o z-i a l d e m o k r a t ist aber für die Beschneidung der Ausfuhrgewinne mtd für die Vollsozialisie ru n g eintritt. An der Beseitigung dieses Mannes ar- heilen die St i n n e s- Le u t e seit Monaten und diesem Amecke diente der Vorstoß des deutschnationalen Abgeord- netzen, der zwar mißglückt ist, aber als für die politischen Kampsinetzhoden des Großkapitalismus charakteristisch fest- genagelt zu werden verdiente. Der Reichswirtstbastsetat. Der Hmtptansschuß des Reichstages setzte Dienstag die Be- ratung des Haushaltsplanes des Reichswirtschaftsniinffteriums fort Ein Antrag aller bürgerlichen Parteien will die Verordnungen deS Bundesrats über die wirtschaftliche Demobilmachung vom 7. und 12. November 1018 ausheben und die Reichsregicrung auffordern, für Maßnahmen auf dem Gebiete des gelvebblichen Kredits, insbesondere für solche, bei denen Pie Heranziehung von Sparkassengeldern oder von Guthaben von Kriegsgesellschaften oder anderer Reichsstellen oder Aufwendungen für die Arbeitslosen oder ein« Garantie des Nieiches in Frage kommt, den Weg der o r d e n t- lichen Gesetzgebung zu beschreiten. Ein zweiter Antrag der bürgerlichen Parteien will die Reichs- regierung ersuchen, unverzüglich zu prüfen, inwieweit auf eine Minderung der Papicrpreise hingewirkt werden könne, und inwieweit die Reichszuschüsse für Pcrpierlicferungen an g u t rentierende Tageszeitungen gemildert oder ein- gestellt werden können. Demokraten, Deutsche Volkspartei und Zentrum beantragen, den Reichswirtschaftsminister zu ersuchen, erneut Anweisungen an die Außenhandels st eilen zu geben, daß Veränderungen in den Ausfuhrpreisfestsetzungen keinesfalls auf schon bestehende Lieferungsverträge zur Anwendung gebracht werden. Zu der Position des Reichswirfschastsrats wird vom Abg. K f ö ck n e r�(Zenir.) angeregt, mit Rücksicht auf die Seltenheit Tag öer Süße. Bon Artur Zickler. «lee Buße! Senkt die Stirn» I flieht vor einem HllerhSchftni t vor den Blößen eine» Volke», da» in graue Zukunft wandert; vor den träncnblailen fluttern, vor den freudelosen Kindern, vor den hungcrdQrrcn flenlchen, die in dunkler Kälte hausen; vor der armen irren flcnschheitv die itch nach Erlösung sehnt! Oag der Buße! Senkt die Stirnen vor den Oräbcrn in den fernen, vor den Crtimmern fremder Städte, vor den Eieren, die ihr schlachtet, vor den üllaidern, die ihr rodet; vor demWW...- i_________ M »MlcUtn■a-ftXkhMtf"'--vntt v£)ic M«jchen find«cht dazu ge- 1 aorifiijfrft pv» üdlrger. aHrAüca* Mcdga, tHUXL Licht jeft dem November 1918 in der reaktionären Tage«presse � leuchtet. Diese verfügen über die wohlfeilen Phrasen von der einstigen»Abrech- nung mit den Feinden", sie prophezeien den Untergang des dent- scheit Volkes und sehen im reaktionären Zusammenschluß aller bürgerlichen Clentente ihr Heilmittel— kleine Geister, die der neuen Zeit sich vergebens endgegensteminen. Konkurrenten eines Haldane in der Erweiterung oder Bereicherung unseres geistigen Lehens rniird man unter ihnen vergeblich suchen. Ein metallhiittenmännisches Institut ist im Anschluß cm die Technische Hochschule Charlottenburg jetzt der Benutzung übergeben worden. Der Neubau liegt zwischen der Hardeubergstraße und der Kurfürstenallec. Der Jnstitutsbau war sckwn vor dem Kriege be- gönnen. Das Jnst-wt ist der Erforschung der Metalle, ihren Ge- !' winnungsmöglichiciten und Veredlungen gewidmet, an musterhaften Apparaten soll hier die Ausnutzung der Eigenschaften der Metalle im Bau von Maschinen. Geräten. Hochbauten usw. studiert werden. Im selben Bau wurde daS Probierlaboratorium!xr Abteilung für Bergbau untergebracht. Der neue Brief. Eine völlige Veränderung in Form und Stil des Geschäftsbriefes glaubt ein englischer Beobachter feststellen zu tonnen. Alle Briefe sind viel kürzer geworden, denn die teuren Arbeitskräfte hindern den Kaufmann, sich wie früher beim Briefdiktieren behaglich gehen zu lassen; er muß alles so knapp wie mög- lich fassen, um die Arbeitszeit seines Personals recht auszunützen. Auch werden jetzt allgemein beide Seiten des Briefbogens beschrie- ben, während man früher gern die Rückseite frei ließ. Das Papier kästet so viel, daß mau fich den Luxus des FrerlassenS einer Seite nicht mehr gestatten kann. So wirkt die Teuerung und der Zwang zur Sparsamkeit auch auf den Brief in entscheidender Weise ein. Dheatee. Im Tbeater i. d. Königgrätzer Strafe ist die Erstaofsübruni; von StrindbergS Schauspiel»Frau Margit"(Ritter Bengts Gattin) aus den 2«. Nov. festgesetzt. Da« nächste Beethoven.Koiizert irrt dem Blüthner-Orchcster unter Leitung von Dr. Max Burtbardt stndet statt am 21. Novcmber. nachmittag« 4 Uhr, im Blltthnersaal: Eroica, 4. Symphonie, Koriolanouocrt. ZirMt Zickler liest am Donnerstag, den la November, 7'(, Uhr abends, für die Frei« Volksbühne im Gvmnasium zum Grauen Kloster, Klosterstr. 74. aus eigenen Dichtungen. Karte» zum Preise von 70 Pscnnigeu tu der BorwärtS-Luchhandlung. Die Weltanschauung des Materialismus bedandov Dr. Max Apel Donnerstags 7'/,— 9 Uhr Georgenstr. 30/31 in 5 Doppelstunden. Gedentfeiee für die Gefallenen, vm Totensonntag veranstaltet der»Voltsbund Deutsche Kricgsgräberrürsorge, e. B." unter Mitwirkung des Berliner Lehrer-Kesangvereins stn Herrenhause eine Gedenkjeier für die Gesalienen. Max Zlevogts Wandmalereien In Neu-Tladow. em Hanptwert I einer Jmprovisationskunst, die wegen der Vergänglichkeit des Materials— sie find an einem Laudhnus z. T. im Freien angebracht— dem Untergang geweibt sind, werden jetzt nach einen, besonderen Versahren in sarbigeu Lichtdrucken bei Paul Cajsirer in einer Mappe veröffentlicht. Die Danziger Technische Hochschule dürfte in bisheriger Weise sortbestehen. ebenso ist die Aneltennung der an ihr verbrachten Semester »nd der in Danzig abgelegten Prüsungen in Deutschland gesichert. ,Zür die Zureite ist nur Pah und?i«um eine« polmichen Koniuiats erfoiderlich.• Zm Gegensatz zu der Uebersüllung an den deutsche,! Techmj�c» Hochi�u.ui ist die Danjiger Hochschule noch ouMymejähig. Seilage öes vorwärts Nr. 56S■> Z7. Jahrgang parteinackrickten. Wü�ttemb ergische LaudeSkonscreuz. A« Sonnabend und Sonntag tagte, wie wir schon kurz be- richreten, tn Cannstatt die Landeskonferenz der Wiirt- temoergischen P a r it e i. Genosse Hildenbrand refe- rierte über die politische Lage im Reich, ausgebend von den kritischen Tagen- des Oktober und �November 1318. Damals babe die Sozialdemokratische Partei di« politische Macht, die sozu- sagen auf dem Voden lag, ausgenommen, während die ll.S.P. und die Ä.P.D. heute unausgesetzt von der Notwendigkeit der„Er- ob rnng der politischen Mach'" redeten. Die Arbeiterregierung hat wahrend der kurzen Zeit ihres Bestehens, so führte Hilden- Brand aus, nicht nur- das volltische und wirtschaftliche Chaos verhindert, sondern auch grund legende Reformen im Interesse der Arbeiterschaft durchgeführt. Auch in der Nationaloer- fammlung hat die Sozialdemokratie gute und für die Arbeiterschaft bedeutsam« Arbeit geleistet' Wenn es nicht gelang, noch weiter- gehende sozialistische Reformen durchzuführen, so trägt daran in der" Hauptsache dre llne'nigteit der Arbeiterschaft die Schuld. Genosse Hildenbrand kam dann auf die Stellung der Sozialdemokraten zur Regierung zu sprechen und beze chnet« es als einen unerfreulichen Zustand, daß die Partei, ob- wohl sie außerhalb der Regierung stehe, zu einer Haltung gezwun- gen sei. die sie mit einem Teil der Verantwortung für die Politik der gegLnumrtigen Regierung belaste. Die Erörterungen über eine förmliche Beteiligung au der Regierung bezeichnete er als schädlich und besser nicht geführt. Wtr sind nun einmal aus der Regierung heraus und ein etwaiger Wiedereintritt wird nicht„beschlossen", sondern erfolgen, wenn eine zwingende Notwendigkeit dafür vorhanden ist. der von der Partei Rech- nun<; getragen werden mutz Es ist nicht unmöglich, daß diese Zeit näher ist als wir glaubxn und wünschen, denn täglich sehen wir, wie die Gefahren für die Republik wachsen. Eines Tages können sie so groß werden, daß sich unsere Partei nicht metr der Notwendigkeit eniz-ehen kann, sich mit ehrlichen Freunden der Republik aus den Reihen des Bürgertums zum Schutze derselben zusammenzuschließen. Hildenbrand fordert dann rcstlose Durchführung der Steuergesetzgebung und der Entwaffnung. Größte Wachsamkeit und Vorsicht fordert er gegenüber dem jetzt eintreten- den entscheidenden Stadium im Kampfe um die Soziali- sierung und schlicßt mit der Ermahnung zu einer Politik, die nichl nur kraftvoll entschlossen, 1 andern auch vorsichtig und von dem Gefühl der verautwortung getragen ist. Nur so können die uns sicher bevorsrehenden schweren Kämpfe der nächsten Zcrt mit Erfolg bestanden und die Existenz der demokratischen Republik, die unerläßliche Voraussetzung für den Sieg deS sozialdemokratischen Gedankens, gesichert werden. Im Anschluß daran gab Genosse Keil einen Bericht über d i e politische Lage im Lande, in dem er betonte,'daß auch in Württemberg die bürgerliche Regierung# Mittwoch, t7.!tw>®tcbwl920 keine besseren Verhältnisse geschaffen habe, daß die Not vielmehr täglich wachse. Er warnte davor, sich in die Isolierung drängen zu lassen und bekennt sich zu einer Politik der Vernunft und des Verantwortlich- keitsgcfühls in der inneren und äußeren Politik. Nach einer außerordenUich sachlichen und ernsten Diskussion wurde in die Berawng der O r g�a n i s t t> o n s- und A g i t a- tionsfragen eingetreten. Der vom Landesvorstand vorbereitete OrganisationSeniwurf fand in seinen Hauptzügcn Annahme. Her- vorzuheben ist die Schaffung eines erweiterten Landes- Vorstandes, der aus seiner Mitte eine fünfgliedrige Rcoi« sionskommission zu wählen hat. Die Zahl' der Sekretariat« wurde um zwei vermehrt. Die Bedeutung der Frauenagita- t i o n fand eine gebührende Würdigung. Nach einem anfeuernden Schlußwort Keils fand di« von. 130 Delegierten beschickte Konferenz ihr Ende. 70V neue Mitglieder gewann die Sozialdemokratie Kölns im Oktober. Untere Genossen hoffen, in der.roten Woche" neue Streiter für den Sozialismus und neue Leser für ihr Blatt zu gewinnen. SriefFasten der Redaktion. 15. Das Buch, an dem mehrere hervorragende Genossen mit- gearbeitcl haben/ ist zwcis-lloS gut. Da die Bearbeiter oeUchiedenen Partei» richtungen angehören, muh es natürlich Iiilisch gelesen werde». Der Preis Ut etwas koch.— X. Wenden Sie sich an die Tlistungsdcvuiation des MagisiratS, Etralaucr Straße, oder an die Zentrale jür private Für sorge, Flott« wellstr. 4; wir bezweifew jedoch, daß Sie ein Dgrlehn in Meter Höhe erdaiten. mi Linie 3, 5, 8, 22, 23, 24, 25, 20, 28, 29, 3t, 32, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 42, 43, 44, 68, 97, 168 Cjfe%'«3vV.. � Ä«' i"«cÄVv&S '.''--- /• � Udifaagi«vchtong! Angestellte tat Baugewerbe. 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Es wird dem Sladtoberhaupl vorgeworfen, dah er neben Sylt die Schuld trage, wenn bundelitauiende von Berliner Arbeitern weite Kubwege zu ihren Arbeitsstätten hätten zurücklegen müssen. Denn TermUth habe die Abberufung der Technischen Rotbilfe veranlaßt. habe fünf volle Tage mit den kommunistischen Führern der Streikenden veihandelt, habe versucht, das Mtimaium an die Streikenden autzuschieben. Alle diese Anklagen erhebt der vürgerrat von Groß-Berlin, besten Hintermänner natürlich von Objekliviläi gegenüber den Handlungen de» Berliner Oberbürgermeister» nicht gerade«»lülll find. Sie find natürlich frei von jeder objeltiven Beurteilung der Handlungen ihres verhakten Gegners. Wir haben wiederholt in oller Deutlichkeit den Streik der ElektrizitätSarbeiter auf das Schärfste verurteilt, können es aber nicht dulden, daß reaktionäre Kreise diese Gelegenheit benutzen wollen, dem Mann ein Bein zu stellen, der während der Kriegszeir und auch jetzt mit Ausbietung seiner ganzen geistigen und lörper« lichen Krähe im Interesse de« ollgemeinen Wohles tätig war. Die übergroße Mehrheit der Berliner Bevölkerung bringt dem neugewählten Oberhaupt der ReichShanpistad« ihr Vertrauen ent- gegen und bat mit dem Wunsche de« Bürgerrat» von Groß-Berlin, den Oberbürgermeister von seinem Posten entfern» zu sehen, nichts gemein._ Neuer Tarif de! üer Straßenbahn. vom lg. November d. I. ab tritt, vorbehaltlich der Fu-stimmung der Stadtverordnetenversammlung, folgender Tarif in Kraft: l. Fahrpreis für ein« unnuterbrochen« Einzelfahrt auf jeder Linie 80 Pf. Die bisherigen Fahrscheine mit niedrigerem Preisaufdruck loerden wegen der Papierknappheit aufgebraucht und als 80.Pf.» Fahrschein« ausgegeben. Der Fahrpreis von 80 Pf. für eine un- unterbrochene Einzelfahrt wird auch im Anschlußbetriebe mit der Spandau er Straßenbahn, Linie dl, P, R der Großen Berliner Straßenbahn und Linie 5 der Spandauer Straßenbahn, erhoben. 2. Preis einer Sammelkart« für 8 Fahrten 8 M. 8 Für gebühren- Pflichtige» Gepäck und für Hund« wird Fahrgeld wie für eine Perstm erhoben. 4. Arbeiterwochenkarten von der mit dem 22. d. M beginnenden Woche ab: für 6 WochenfaHrtcn 4 M., für 12 Wochenfährten 8 M., für 48 Wochen fahrten 32 M. 5. Monatskarten vom Dezember d. I. ab: für 1 Linie 70 M., für 2 Linien 88 M., für 3 Linien 114 M., für alle Linien 17b M. 8. Schülermonatskarten vom Monat Dezember d. I. ab 18 M. Die bisherigen Sammelkarten für 8 Fahrten zum Preise von b M. verlieren gemäß dem darauf befindlichen Vermerk infolge der Tariferhöhung mit Ablauf deS 18. November d. I. ihre Gültig- Kit. Für die nicht ausgenutzten Fahrten wird da» anteilige Fahr- geld— bei Bruchpfenn'gen auf den nächsten durch S teilbaren Be- lvag nach unten abgerundet— in der Zeit vom 13. Dezember bis 31. Dezember d. I. auf den Bahuhöfcn der Großen Berliner Straßenbahn und in der LxmptauSqabe stell«, Leipziger Platz 14, innerhalb der GefchäftSstundcn gegen Rückgabe der Karte erstattet. Auf Wunsch erfolgt Zusendung des Betrages durch die Post auf Gefahr und Kosten des Empfängers. Zur Vevmeidung beb lln» bequemlichkeiten empfiehlt eS sich, die S-unmclkarten möglichst bis zum 18. d. M. auszunutzen._ Verunstaltung des Staötbllöes. Die Verschmutzung de« Stadtbildes durch Flugblätter und vor ollem durch wilde Anschläge an Mauern von öffentlichen Gebäuden. Brücken, Denkmälern, Lichtmasten, Laternenpfeilern, hat so über- Hand genommen, daß die zuständigen Behörden nunmehr unnach- sichtlich dagegen einschreiten werden. Das öffentliche Anschlagwesen ist durch die Polizeiverordnug vom 28. Januar 1880 ausdrücklich dem Polizeipräsidium, dem Mogistrat und der Stadt- Baupolizei« Berwatlunq unterstellt. Zuwiderhandlungen find unter Geld« strafe gestellt. Da» Polizeipräsidium hat, wie daS Stach» richtenomt de» Magistrat» Berlin berichtet, nunmehr auf wieder« hohes Verlangen der städtischen Tiesbau-Deputation shenge Maßregeln gegen den Uniug ergriffe», der sich nicht scheut, tortgesetzt daS Siadtbild durch geschmacklose und überflüisige Anschläge zu verunstalten und damit den hätzlichen Eindruck beizubringen, welchen Berlin durch diese« unverantworiliche Treiben machen mutz. Ab- gesehen von der strafiechtlichen Haftung setzen sich die ver- S.P.V. Sroß-DerUn. AllgemeineFnnktionärkonferenz Sonntag, den 21. November, mittags 12 Uhr, im„Kriegervereinshaus", Chausi estraße 94: Vortrag des Internationalen Sekretärs. Genossen Camille Huysmane-Brüssel: Zweite und dritte Internationale Mitgliedsbuch und Funktwnärkarte legitimiert. der öezirksvorftanö. breiter solcher Anschläge auch zivilrechllichen Ansprüchen au«. da vielsoch daS Maueiwerl durch Leim und Druckerschwärze dauernd verunreinigt wird, so daß durch die Beseitigung Kosten enistehen. Weil auch Unternehmungen, die dem Vergnügen und der Unter- hallung dienen, sich neueidings herauSnebmen, ihre Anzeigen durch solche wilden Anschläge zu veröffentlichen, sollen deren Urheber nunmehr rücksichislo« und ohne Schonung zur Vernntwortung ge- zogen werden. Es find bereits in mehr als 300 Fällen Stras- anzeigen erslatiel worden, und eS ist bestimmt zu erwarten, daß empfindliche Geld- oder Hosistrosen für die Beseitigung des Unfug» sorgen werden. Die Einwohnerschaft selber aber sollte sich auch ihrerseits lünftig gegen da« AnUeben solcher unbefugten Plakate mit allen zulässigen Mitteln einsetzen. Es wird erhofft, daß dieser erneute Aufruf gegen die Verunstaltung de» StratzenbildeS nun- mehr vollen Erfolg haben wird. Sozialdemokratische Stadt-«ad Sezirksverordnete. Sonnabend, den 20., nachm. pünktlich 5 Uhr, findet eine Konferenz aller sozialdemolratischen Stadt- und Bezirksver- ordneten im Bürgersaal des Rathauses statt. Tagesordnung: Die nach st en Aufgaben der BezirkS-Vers. und Bezirksämter. Referent Gen. Hirsch. Mit der Beraubung von Postzüge« beschäftigt sich zurzeit die diesige Kriminalpolizei. Eine Bande von Eiienbabiiläubern hat. wie seiistebt, die ,»r Postbesörderung be- nutzlen Züge die zwischen dem Lchrier Bahnhos und Hamburg ver- lehHn, unterwegs während der Fahrt bestiegen, erbrochen und die ihnen geeignet erscheinenden Pakeie aus dem Zuge gewoifen. wo sie von bereitstehenden Spietzgesellen sofort aufgesammelt wurden. Diese Beraubungen der Postwagen haben nach den Ermittelungen der Kriminalpolizei immer in der Röhe der Bahnstaiion Bredow im Osihavelland stattgesunden. Die Bande, die den Raub gewerbmätzig beiriebcn bat, bat die Pakeie dort in die dichte Waldung gewoisen. Nach den bisherinen Feststelliingen ist dir Zahl der geraubien Postpakeie sehr hoch. An der bezeichneten Stelle wurden allein Umhüllungen von eiwa 100 Paketen noch vorgesunden. Nach den Bezeichnungen entbiellen dieie Gegenstände aller Art. bauptsächlich aber Kleidungsstücke, Herrenanzüge. Ulster, Röcke. Kostüme, Bluien, Stiefel. Krawatten, Huffedern uiw. Bis jetzt ist eS noch nickt gelungen, der Bande out die Spur zu kommen. Bon der Postverwaliung tst für deren Festnahme eine Belohnung von 3000 Mark auSge'evt. Berbot elektrischer Heizvorrichtung««. Da« Kohlenamt Berlin macht darauf ausmerlsam, daß nach der OrtSvorichrift de« Kohlenverbandes Groß-Berlin über die Ein- sckräntung deS Verbrauches elektrischer Arbeit vom 12. Dezember 1917 die Benutzung von elektrischen Oeten zur dauernden Raum- beheizung verboten ist und auch die zeitwetie Beheizung von Räumen mittels elektrischer Oefen nur mit Zustimmung deS Kohlenamies erfolgen darf. Die Elektrizitätswerke find angewiesen worden, alle Fälle, bei denen ein erhöhter Stromverbrauch gegen die gleiche geil der Vor- jähre vorliegt und als Ursache bierfür die Verwendung elektrischer Hetzvorrichtungen vermutet werden kann, zur Anzeige zu bringen. Höherer preis für Serliner Milch! Die Motkereibesitzer Groß-BerltnS sordert«!» gestern in einer sehr stark besuchten Versammlung, daß für die rn ihren Molkereiengewonnene Milch ein höherer Preis als für die von außerhalb eingeführte bewilligt wird. Sie find der Ansicht, daß diese Milch schon deshalb viel wertvoller sei, weil sie aus dem Slall frisch in den Berkehr gelangt. UeberdieS berechneten sie bereits im April 1920 ihre Unkosten pro Kuh und Tag auf 22,83 M., so daß bei einer Milchgewinnung von 7 Liter pro Kuh und Tag der Literpreis sich auf 3,26 M. stellen würde. Sie wollen jetzt 3 M. pro Liter haben, verlangen aber außer- dem, daß ihnen ein Teil der gewonnenen Milch zu freiem Handel überlassen wird. Abliefern wollen sie pro Tag im Winter 8 Liter, im Sommer 7 Liter— was darüber ist. soll ihnen verbleiben und zu höherem Preis, sei eS selbst zu 6 M., verkauft werden dürfen. Andernfalls wollten sie, wie der Vor- sitzende Dargel vom Verband der Groß-Berliner Molkereibefltzer- vereine in der Versammlung als Referent ausführte, zur Selb st- Hilfe greifen, d. h. unbekümmert um all« Verord» nu ngen die Milch nach freiem Ermessen verlaufen Die Reichs- fettstelle hat ihnen bereits geantwortet, daß die Freigabe eine« Teiles der Milch nicht in Betracht kommen könne, weil in Berlin nicht mal für die Mrlchbezugsberechtigten genug Milch zu beschaffen sei. Der Referent und die meisten Diskussionsredner eiferten gegen die Zwangswirtschaft, die an dem Rückgang der Milchgewinnung mit schuld sei. weil sie viel« Molkereibcsitzer zur Auflösung ihrer Ställe getrieben habe Durch einen Beauftragten ließ de» Molkereibesitzern die— Deutschnationale Volks- Partei erklären, daß von ihr„gründliche Abhilfe' zu erwarten sei. Andere Vertreter rechtsstehender Parteien äußerten sich ähn- sich Einige Redner richteten heftige Angriffe gegen da? M i l ck- a m t Berlin und dessen Kontrollen. Unler tosendem Beifall bezeichnete ein Redner die Beamten des Milchamts als„u n- nütze Fresser'. Ein Vertreter deS Milchamtz Berlin wurde mit wütenden„ZIauSl'-Rulfen empfangen, so daß er aufs Wart verzichtete Angenommen wurde mit sehr großer Mehrheit eine Resolution, die 8 M. pro Liter fordert und Freigab« der Milch- gewinnung über 8 bzw. 7 Liter, damit die Stallkontrollen wegfallen. Andernfalls bleibe nur übrig, zur Selbsthilf« zu greifen. Eine zweite Resolution fordert Aufhebung der Zwangswirt» fchafl und bis zur Produktionshebung eine Planwirtschaft al» llebcrgang zur freien Wirtschaft. Vorgeschlagen wurden VerHand- lungen zwischen Produzenten. Händlern und Konsumenten wegen eines„angemessenen Verkaufspreises'. Jede Kontrolle außer der- jenigen der Milchbeschaffenheit sei aufzuheben. Durch Fußtritte getötet. Eine Korresvonden, verbreitet die Meldung, daß ein Arbeits» williger namens Hoffmann, der bei den Borfia-Werken beschäftigt war, auf dem Nackbausewege nach seiner Wobnung. veilhstr. 27, von einem Unbekannten überfallen und durch einen Futziritp.�stz, stark verletzt worden sei. daß er an der Verletzung verstorben ist. ES wird angenommen, datz ibm ein Srreikposten aufgelauert habe. Der Mann habe ibn einen Fußtritt gegen den Unterleib versetzt, so datz Hoffmann zusammenbrach und mehrere Stunden bewutzrloS liegen blieb. AIS er wieder zu sich kam. raffte er sich unter heftigen Schmerzen auf, und schleppte sich nach seiner nahegelegenen Wohnung. Von dort wurde er nach dem Reinickendoifer Krantcnhause gebracht. Di« Verletzung machte eine Operation notwendig. Der Mann erlag aestern der schweren Verletzun-i im Krankenhaus. Da» Borsia-Wert hat auf die Ermittlung de» Täters eine Belohnung von 10 000 M. ausgesetzt. Wir sind im Augenblick nickt in der Lage, die'e Meidung sowie die darin zum Ausdruck gebrackren Mutmaßungen auf ibr» Ricktiakett zu prüien. Träfen sie zu, io müßten wir e»t« iolcke Handlung auf da« entichiedenste verurteilen So sehr wir stets dafür eintreten, daß die Arbeiter» und Anaestelltevschah sich 64]« Das Licht der Heimat. von August hinrlch». „Freust du dich nicht. Mutter?" Sie lächelte tief:„Ja.' Er schien einen anderen Ausbruch ihrer Freude erwartet zu baden. Dann schwiegen sie und gingen eilig durch die rn der Mittagszeit dichtbelebten Straßen nach HauS. Sie bemerkte, daß er sehr gut gekleidet war. und das ve- unruhigte sie wieder. Tüarum gab er Geld hierfür aus wenn er doch sein großes Ziel hatte? To vergaß sie fast, daß er zwei Jahre rn einem andern Erdteil gewesen war, daß er erst ein paar Minuten lang wieder daheim war. daß in ihnen beiden eigentlich nichts anderes sein konnte als Wiedersehensfrrwde. Er hake drüben für sein Werk gearbeitet, er Mir wieder da— und jetzt? � t. „Und jetzt?" fragte sie Plötzlich aus ihren Gedanken heraus. Er verstand sie sofort.„Jetzt geht's an die Arbeit. Mutter!" � rj. Sie hörte am Klang der Worte, daß er serner Sache sicher war. To leuchteten ihre Augen auf, sie zog seinen?lrm fester an sich und eine selige Freude durchrieselte sie. Tie Sonne schien warm herab. Welch ein Glück war es, mit ihrem Sohn über die Straße �gehen zu können. Und obwohl ihnen beiden das Herz übervoll war, sprachen sie kein Wort weiter und gingen stumm, aber mit glänzenden Augen, nebenein- ander her. Doch als Drerk in die Wohnung trat, in die enge, arm» liche Stube, die immer noch angefüllt war von demselben eiaentpmlichen Plättdunst, der über seinen ganzen Knaben- jähren' gelegen hatte, da überwältigte ihn sein Gefühl, und er riß die Mutter plötzlich in seine Arme, küßte und streichelte stürmisch ihr verwelktes Gesicht, ihre grauen Haare und stammelte schluchzend:„Mutter, liebe, liebe Mutter." Sie schloß die Augen und erschauerte selig unter semen Liebkosungen, alle Arbeit und die Not langer Jahre wurden ibr aufgewogen durch diese Minute. Endlich entwand sie sich ihm.„Du wirst Hunger haben," meinte sie und trat an den Herd. � Er iah sich um, noch taumelnd von dem Sturm der Er- imrerungen, der ihn durchflutete. Da war die Tür zu der engen Kammer, daneben der Keine Schrank— dort der immer weißgescheuerte Tisch— ein Haufen Wäschestücke darauf und das Eisen, das Kohlenplätteisen, das die Mutter Tag für Tag— ja Nacht für Nacht Nacht für Nacht--. Er knirschte mit den Zähnen, dann sprang er darauf zu, ein hastiger Griff— und er schmetterte es auf den Boden. Klirrend sprang der Deckel ab und die erloschenen Kohlen streuten über die Dielen. Entsetzt fuhr die Mutter herum:„Dierk. was tust du?" „Zerschmettern will üfi das Ding, das dich gequält hat. Mutter— weg mit dem Plunder," und er warf den Haufen Wäschestücke vom Tisch. Sie flog herbei, ihn aufzufangen, er er hielt ste fest:„Laß fliegen. Mutter, du sollst nicht, du brauchst nicht, du darfst nicht mehr arbeiten! Nie mehr, hörst du, nie, nie— niemals—1" Grimmig und bitter über alle Armut und Drangsale, die seine Jugend mndllstert hatten, und zugleich durchbraust von übermütiger Freude, daß dies alles jetzt überwunden war. halb schluchzend und halb lachend, preßte er ihre Arm« und schüttelte sie:„Du weißt ja nicht—" Sie starrte ihm erschrocken ins Gesicht:„Was hast du_—? Was röeiß ich nicht? Junge— was ist dir?" Warum weinte er mit so lachenden Lippen— nein, lachte er mit so bitteren Tränen? „Wir sind reich, Mutter— reiche Leute sind wir— verstehst du das? Kannst du das noch verstehen?" „Weil du wieder da bist, Dierk— ja, deswegen bin ich reich!" „Nein, nein! Da— und da?" Er warf eine Brieftasche und ein Bündel Banknoten auf den Tisch.„Siehst du eS? Fühlst du es jetzt wirklich?" rief er. als sie beideS ratlos be- tastete.„Aber daS da ist nur ein Trinkgeld— zum Verzehren. weißt du— daS andere liegt auf der Bank, in sicheren Papieren— ein ganzes rundes Vermögen." Sie war blaß geworden.„Dierk. du sollst nicht so— mit mir—" Aber sie vollendete nicht, als sie sah, daß er iiberweiltiat sich auf den Stubl warf, den Kopf auf die Tisch- platte leate imd schluchzte:„Jetzt— jetzt—I Warum nicht früh-r, Mutter, als du jung warst?" Da beariff sie. daß es Wirklichkeit war. „Wie ist das gekommen. Dierk?" Das war der Ton. mit dem sie ihn früher vernahm, wenn er irgend etwas auZgefresicn hatte. Da setzte er sich aufrecht hin und legte die geballte Faust auf die Brieftasche:„Wir haben es verdient. Mutter. Fied und ich, ehrlich verdient." Und dann erzählte er von den auf- regenden letzten Monaten und wie alles gekommen war. „Und jetzt, Mutter, jetzt kommt ein anderes Leben für dich. Weg mit dem Ding das dich gequält hat." und er stieß mit dem Fuß an das Eisen. Sie bückte sich, hob es auf und setzte den Deckel ein; es war unbeschädigt geblieben. Da stellte sie es fest vor sich auf den Tisch:„Dos uns ernährt hat. mußt du sagen!" und strich mit zitternder Hand darüber hin. .Gut denn, Mimec." mernre er,„aber es soll nicht mehr gebraucht werden. Ausruhen sollst du ietzr und leben leben!" „Und was denkst du. soll ich jetzt tun?" fragte sie Er stutzte über ihren ernsten Ton und sah sie unsicher an. JJch fcmf dir ein Häuschen. Mutter, draußen vor der Stadt. Du sollst so viel haben jährlich, daß du nicht mehr zu arbeiten brauchst." „Und du?" „Ich— ich habe mein Werk, meine große Arbeit. Diel- leicht ist es Leichtsinn, das Geld da hineinzustecken, es wäre ja genug, daß wir beide von den Zinsen leben könnten. Aber — ich— ick muß es. Mutter, ich Hab mein Herz daran gesetzt. ich muß, ich hielte eS nicht aus sonst. Es ist dir doch recht?" setzte er zögernd hinzu, als sie schwieg. Da sah sie ihm voll ins Gesicht.„Du mußt arbeiten.-sagst du und ich. glmchst du. daß ich jetzt zusehen könnte— nichts tun, faulenzen?" Sie packte seine.Hand:„Laß mich Helsen. Dierk, irgendwas helfen an deiner Arbeit, laufen, abschreiben, Botendienste, was du willst— aber mitarbeiten, sonst—" sie griff das Eisen und stieß es schwer auf den Tisch—„sonst tu ich weiter, was ich bisher tat!" „Mutter," schrie er glücklich auf und umschlang sie:„Ar- bert sollst du haben, soviel du nur wünschen kannst! Und helfen sollst du mir. solange du willst." „Und werde ich daS können. Dierk?" Er lackte:„Deine Sandschrist ist immer noch bester als meine, aber darauf kommt's woh] nicht an. Mitraten mußt du und mittaten, biS sie erlöst ist. die Prinzestin im Moor— unsere Prinzessin— weißt du noch die Geschichte?" Und er legte seinen Kopf an ihre Brust, wie er als Junge getan hatte. Sie küßte ihn leise aufs Haar:„Bis sie erlöst ist", sagte sie feierlich.(Forts, folgt.) nidit zu StreikbrtKerdlensten hergeben darf, ebenso entsckiieden inützten wir eine solche Melhode, sich an Arbeitswilligen zu rächen, als rob und mit dem Gedanken der Gewerkschaftsorganisation im Wideripruch stehend bezeichnen. Mit solchen Elementen lehnt die moderne Gewerkichastsbewegung jede Gemeinschaft ab. Die Tarifbewegung der Magistratshilfskrafte. Die Grotz-Derliner MagistratShilfZkräste beschäftigten sich in einer Gruppenversammlung dcS Zentralverbandes der Angestellten mit den Tarisverhairdlungen und dem Streik der ElektrizitÄs- und GaSarbeiter.— Bauer, H och sch i l d und K i I z referierten, Di« Neferenten mißbilligten im Laufe ihrer Ausführungen den Streik der Elektrizitätsarbeiter und legten dar, daß die Bureauhilfskräfte, von denen ein kleinerer Teil Neigung hatte, mit einzugreifen, mit Recht sich diesem Streik nicht ange- schloffen haben. Bauer teilte mit, daß die bei der Tarifbewegung der Arbeiter und BureauhilfSkräste der Stadtgemeinde direkt oder indirekt beteiligten Organisationen jetzt einen Weg beschritten Hütten, um für die Zukunft ein besseres Zusammengehen berbeizuführen. Die Kollegenschaft könne auS dem geschlossenen Kartellvertrag ersehen, daß es den Organisationen emstlich darum zu tun sei, die Tinge allgemein zu regeln. H o ch s ch i l d bcümte unter anderm, daß man dem neuen Magistrat, der der- handeln wolle, erst die Möglichkeit lasten müsse, den Not- etat aufzustellen. Auch K i l z betonte, daß man dem Ma- gistrat Zeit lassen müsse, einen Ueberblick zu bekommen, über welche Mittel er überhaupt verfüge. Folgende Resolution wurde mit dem Zusatz einstimmig ange- nommen, daß die Tarifkommission des Zentralverbandes der Ange« stellten bei den Verhandlungen beteiligt werden soll:»Die Ver- sammelten lehnen nach wie vor den gefällten Schiedsspruch ab und ersuchen die Verbandsleitung, gemeinschaftlich mit den übrigen in Betracht kommenden freigewerkschafttichen Organi- sationen mit dem neuen Magistrat sofort in weitere Ver- Handlungen zu treten." Todessturz eines Fensterputzers. Unter den Linden V2chZ stürzte bei Ausübung seine« veruleS ein Fenstervutzer vom 2. Stockwerk auf den Bürgersteig und blieb mit gebrochenen Gliedern liegen. Die Feuerwehr brachte den Schwerverletzten fort. Er starb auf dem Transport. Tavifirhöhung der Stadt- und Vorortbahnen. Mit Wirkung vom 1. Januar 1921 werden die Fahrpreise auf der Stadt- und Ringbahn stn der Weise erhöht, daß die erste und Aweite Zone des jetzigen Tarifes fortfallen. Die jetzigen Sätze der dritten Zone— 60 Vf. in der 3., 70 Pf. in der 2. Klasse— werden künftig als Einheitstarif« bestehen. In gleicher Weise werden Monatskarten künstig nur noch zu dem Einheitssätze von 13,70 M. tu der 3. und 19,50 M. in der 2. Klasse(den jetzigen Preisen der dritten Zone) ausgegeben. Im Vorortverkehr müssen die M i n d e st fahrpreise mit den künftigen Einheitssätzen auf der Stadt- und Ringbahn gleichgehalten werden. Vom 1. Januar 19S1 fallen deshalb auch hier die unter 50 bgw. 70 Pf. liegenden Einzelfahrkarten sowie die Monatskarten, die weniger als 13,70 bzw. 19,50 M. kosten, fort. Im übrigen bleiben auf den Vorortbahnen die über den genannten Mindestsätzen liegenden Preise unbe- rührt, so daß Einzelreisen auf Entfernungen über 9 Kilometer und Reisen aus Monatskarten über 7 Kilometer nicht verteuert werden. Die Große Berliner Slraßenbahn teilt mit, daß infolge Straßen» bauarbeiten in der Demminer Straße die Linie O vom 19. d. MtS. ob vorüberaebend sn nördlicher Richtung bis zur Ramlerftraße am Babnbof Gesundbrunnen weitergetüb« wird. Willi Höhnow, einer unserer tätigen Parteigenossen, ist im Alter von 34 Jahren an der Proletarierkrankheit verstorben. Die S.P.D.- j�Mfiruppe in Buch, in deren Wirkungskreis der so früh Verstorbene eine reae Tätigkeit entfaltete, wird das Andenken ihres treuen �Nitlämpfers in Ebren ballen. Bezirksbilvnngsaussrfmft. Theater: D>e Weaen Lichtrnangel auSgcialleneii.Weber'-Aiifiubrungen finden am Mittwoch tVuhtacO nachwill ag 3 Nbr fiatt Für die Sruppe Kcwndbninnen-Wcddina im Zentral- Theater. Alte Iakobbr. 31. Für die Gruvve Ölten kl im Rosc-Theater, ffirohe kSranlfurter Str. 132.- Für die Borltellunaen.Hochzeit ans Poet' Sonnabend, den SV., abends Tl, Uhr, und Sonntaq. den 2t d. M.. nach- mittags 3 Uhr. find noch einige Karten zum Preise von 3,39 M. eirüchl. Marderobe und Theaterzettel im Bureau des BezirksbildungSansschufieS, Lindenklr. 3, 2. Hos. 4 Tr. Zimmer 19. zu baden. lGeöfinet von S— 4 Uhr, DonnerstaaZ von 9—1 und 4-7 Uhr)— E n« e I«.«B e d ä ch t» n I». s e i er. Am Sonntag, den 28. Nov.mber. vormittag» 11 Uhr, in der Neuen Welt. Hatenheide 108/114, Engels» GedächlniSseier zur Wiederkehr leineS Ivüjäbrlgen Geburtstages. Eintrittskarten zu 3 M. find»u haben bei allen SlbteilimoSkafsterern. bei den örtlichen BildungSauSichüssen, in der Buch- Handlung Vorwärts. Lwbenllr. 2, bei Harsch, Engelufer 13, und im Bureau deS vezirkSbildungSauStchutseS Lindenstratze 3.— Dritter Ein- tübrungSabend. Am Sonntag, den b. Dezember, adends 7 Uhr, in der Fcsthalle des' StadthauteS, Klotteritrah«, EtnsühruagSabend zum Beetboven-Konzert. Vortrag und Demonltratiosrn am Klavier: Dr. Allred Guttmann. ES wird eine Gebühr von 9,39 M. pro Person zur Deckung der Unkosten erhoben.— Drittes Konzert: Am Sonntag, den 12. Dezember, vorm. 11 Uhr. im Btüthnerlaal, Lühowltr. 7S, Beethoven- Konzert. Mitwirkende: Fela Roonsell(Klavier!, da« Blütbnerorchester unter Leitung deS Herrn KopellmetsterS Dr. Gatz. Eintritt 1�9 M. im Bureau des BeztrkSbildunySauSschilsse«, LIndenstr. 3. Ter Deutsche Traneportardeiter-Vcrband veranstaltet im Neuen VolkStbeatrr. Cöpcnicker Str.«8/69. am Mittwoch, den 17. November 1929 (Buhtagv abends 7>/, Ubr, eine Vorstellung. Zur Aufführung kommt .Major Barbara', Komödie von Bernhard Shaw. Eintrittskarten zu 3 M. inkl. Programm und Karderobe sind noch in beschränkter Zahl an der Abendkasse zu haben. Tie»Heimattreue« Oberlchlesiere. Ortsgruppe West, verau- stalten heute(Bußtag) um 4 Ubr im Blüthnersaal, Lühowstratze 76, ein« Heimalseier. Ansprachen, musikalisch« Darbietungen. Eintritt frei. Zur Tolsioj- Feier des Sozialiftilchen StudentenbundeS im Beethoven- Saal am Sonntag, den LI. November, 3 Uhr nachm., find karten in der PorwärtSbuchbandlung, Lindenstr. 2/3, erhättlich. Tie Jugendvorführung tm Neuköllner Lichtspielhaus, Berg- straße 147, wird de« Bußtage« wegen aus Donnerstag, den 18. November, nachm. 3'/, Uhr, verlegt. Heute zwei ZirkuS-vorstellunge«. HanS Stosch. Sarraiant gibt beut-< Bußtag) im Zirkus Busch zwei ZirkiiS-Borftellungen mitsamt der Prunk-Pantomime.Mazcppa'. ES werden sämtliche Tierdressuren zur Aufführung gebracht. Nachmittags zahlen Kinder halbe Preise. Die Bor- stevungen beginnen um 3 Ubr und»m 7 Uhr>b Minuten. Ter KartevauSlchuß NowaweS veranstaltet seine dieSIährig« Weih- nachtSbeschcrung der Waisenkinder verstorbener und gefallener GewerkschastS- genvssen am Sonnabend, den 18. Dezember, nachmittags S Uhr, im Restaurant Turnballe. Die Angehörigen und Erzieher der Waisenkinder wollen Anzahl und Aller der Kinder beim Kenoffen Dürre, Lti.denstr. 38, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, abends von S— 8 Uhr und ebenfalls Sonntag, vormittags, angeben. Nach 8 Uhr abends ist daS HauS ge- schloffen. Schluß der Meldungen ist am 4. Dezember. Die GewerkschastS- iunktionär« werden ersucht, aus diele Anordnungen nochmals hinzuweisen. Die Vorstände wollen in ihren Versammlungen für Bewilligung von Geldern zu dieser Sache hinwirken. Freunde und Gönner dieser Per- anstaltung, welche über etwa? Geldmittel verfügen, werden um Spenden erlucht. Betröge werden mit Danl entgegengenommen von Karl Dürre, Vorsitzender, Lmdenftr. 38, und dem Kassierer Hennann Reinseldt, Groß- beerenstr. 74. Der Kartellausschuß. Sroß-Serliner parteinachrlchten. Heute, 17. November: 13, KreiS, Lichtenrade. Mitgliederversammlung 7 Uhr Aula der Schule in der Roonftratze. Genosse Emil Lehmann sprüht über»Di« Frau und der Sozialismus'. 13. KreiS. Oberschöurweid«. Mllgliedei Versammlung 7'/, Uhr im .VereinShtms zur Post'. RatbauSstr. 19. Genosse Dr. Grafer spricht über .Sozialismus und Vourgeoifie'. IS. Kreis. Buchholz. Mitgllederversammlung 7>/. Uhr Lokal von Heikel, Paiewalkstraße. Genosse M ö b u S spricht über.Steuersragen'. 1». KrrtS, Niederfchöuhause«. Mitgliederversammlung 7 Uhr im Lokal Tunich. Kailer-Wilbelm-Straße(Nordend). Genosse Regierungsassessor von Harnack spricht über.Kirche, Schule und Sozialismus'. SO. Kreis, Mrtnirkrndorf-Ost. Mitgliederversammlung 7 Uhr Aula der III. Gemeindcichule, Lette-Allee. Genosse Karl Wermuth spricht über .Grob-Berlin und leine zukünftige Entwicklung'. L0. Abt. Die Mitpliederverfammlung findet nicht in der Waldenburger Straße, sondern Weitzenburger Straße ia statt. Morgen, 18. November: 8. Adt. 7 Uhr: BezirkSsührersitzung bei Schulz. Urbanstr 84. 10. Adt. 7>/, Uhr: Sitzung sämtlicher Funktionäre bei Schockert. Die Sitzung wird pünktlich eröffnet. K4. Abt. TL Ubr: Sitzung der BezirkSkübrer und Betriebs vertrauen« leute bei Rösner, Immanueltirchstr. 25 Erscheinen, unbedingt ersorderltch. 30. Abt. 7 Ubr: Sitzung der BezirkSiührcr mit AbtcilungSleitung bei Grünau, Slahlbeimerstr. Beziikssübrer, HaüZlisten mitbringen. Kreis Berltn-Zirrgartcu. 7'/, Ubr: KreiSvoistandSsitzung mit den AbteilungSsüdrein. Kassietern und Vertreterinnen der Frauen bei Trümper, Flensburger Sir. 3 Kreis Verlin-Mitte. 7 Ubr: DorstandSsttzung bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. am Arkonavlatz. Wabttrei» Wedding. Sitzung des Kreisvorstandes 7 Uhr bei Kerfin, Pankstr. 69. S.P.T-Fnokttonäre der städtischen Werke. 7 Uhr im Lehrer- vereinSban«, Alexandervlatz; Konserenz sämllicher Betriebsräte, politiicher und gewerlichasliicher Vertrauensleute der städtischen Werke, die aus dcni Boden der S. P. D. stehen. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Mitali edSbuch und Karte legltstnieit. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer L> brer u. Lehrerinnen. 7 Ubr, Zimmer 245. StadibanS. Kloslerstraße. Tagesordnung: Unser Arbeitsprogramm iBablke). Bericht vom Haupworftand(Thaui) Unsere öffentliche Versammlung(MarSkei. Vortrag: Welche Möglichkeiten ergeben sich, den Deutschen Lchreroerein dem Allgemeinen Deutschen Ke- werkichaitSbund anzugliedern 7 Gen Knall, Mitglied des Vorstände» deS A D G. Mttalleder, anS der Päsfioität in die Aktivität I Aus für die Partei! All« Lehrergenosien find eingeladen, A A: Bahlke. Schönrberg. 79. Abt., srüber 3 Abt. 7% Ubr: Erweiterte Bor- standtfitzung bei Groß, Sedanstr. 17. Erscheinen aller BezlrkSsührer dringend notwendig. Kret» 10, Zehlenborf. Bersammlung der KreiSverüeter und Ab, tellungSvoriiände, 8 Uhr, im Iagdzimmer deS Restaurants Kaiserhos, Zeblendors, Potsdamer Str. 49». Tagesordnung: Die lommende Land- tagSwahI. Die Zusammensetzung der Bezirksämter.— Da wir unS über die Nomlnietung der Kandidaten zur LandtagSwahl schlüssig werden müssen, wird gebeten, vollzählig zu erscheinen. Neukölln. 7',. Ubr. Ab».«9(srüber 1. Abt) bei Warnte. Nansen. straße 1: Funitionärsitzur.g. Abt. 93(trüher 7.?Ibt) bei Grieger, Lessing» straße 9. Sämtliche Funllionäre und LetriebSvertrauenSleute: Abrechnung der Bezirke, Juogfoztaitftisch« Bereiuiguug T.P.T. Ortsgruppe Treptow: Abend« 7'/, Uhr, der Banse, Krüll-, Ecke Kiesholzltiaße. Vortrag über»Geselllchast und Gemeinschaft, Res,: ReichstaaSabgeordneter Genosse Pros, Dr. Raddi uch von der Unwcrsilät in Kiel,— v r t S- gruppe HermSdorf: Adends Vj, Uhr, im Landhaus Neunzig, Nene BiSmorckstr. 41. Vortragsabend. Ref.: BorwärtSredastcur Geisse Lepärr.— Ortsgruppe FrtedrichShagen: Abends?>/, Uhr, bei"''■ « Zusammenkunft. Tempel dos. VU Uhr: Mitgllederversammwng In der Aula der 2. Kemetndeschule, Friedrich-Wstbelm-Str., Ecke Werdertwatze. Wichtige Tagesordnung. D!« Kar.en für die Aufführung deS Oratoriums.Die Schöp'ung' werden in dieier Verlamm ung ausgegeben. !» v n igen i«l-Zeperuick. 7'/, Uhr: Zablabend bei Marx. 19. Kreis. Blankenburg. 7 Uhr: Mitgliederoerfammlung im Lokal von Egge. Genosse BaranowS« spricht über die politische Lage. 20. Kreis, Wittenau-Borsigwalde. 71/, Uhr: Mitgliederversamm- long im Lokal von Schulz. Rosenthal. 8 Ubr bei Schneider, Hanptstr. 3: Oeffcntliche versamm- lung. Vortrag de» Pastors Fronte über.Staat, Kirche und Sozialismus'. NowaweS. 8 Ubr: Mitgliederversammlung tm VollSgarten. Bericht vom Parteitage: Genossen Cohen- R-uß und Ulrich Rauscher. »Po: wärtS'-Leser find sreundlichst willkommen! Auch die umltegeoden Ort« find eingeladen l « Mariendorf. Der BildungSausschuß der Abteilung veranstaltet am Sonnabend, den 29. November, 6>/, Uhr, in der Aula deS Gymnasiums, Kaiirrftr,, einen Kunst abend: Märchenzauber— Liedertiang, Eintritts- karten für Erwachsene 1 M,, Kinder 59 Ps. sind bei den BezirlSsührern und an der Abendkasse zu haben.__ ?ugenöveranftaltungen. Heute: DaS Iugendsekretarlat ist heute(Bußtag) geschlossen.— Die AbleilungS- oeranstaltui.gen de» Verein» Arbeiter-Jugend Groß-Berlin sollen au».— Do» Zentral-Jugendhetm ist ab 4 Uhr geöffnet.— Abends 6 Uhr Vortrag der Genoifin Bohm-Schuch.— Sine«onferenz der AbtrtlnngSvorfinenden mit äußerst wichtiger TageSordnuug findet am Sonnabend, den 29., abends pünktlich'/,7 Ubr. im Zenlral-Iugendbeim statt. Ohne AuSwri« kein Zutritt.— Der Vortrag»tytlu« de» Genossen Dr. Foth findet am Mittwoch, den 24. statt. Donnerstag, den 18. November, abends'/,8 Uhr: Zeutral-Jugrudhei». Lwdenftroße 3, DiSkusstonSabend:.Kirche und Religion.'— Rrurnhage«. Jugendheim, Gemeindeschule, Nieder- baidenftraße. MSdchcnabend,— Neukölln. Jugendheim, Münchener Straße 52, Vortragslursus:.Sozialismus und Votiswirtichait.'— Osten. Straianer viertel. Jugendheim. Raglerstraße 3. DiSkusfionSabend: .Gesundheitspflege.'— Schönhauser Borstadt I Jugendheim, Schule, Sonncnburger Straße 29, Bortrag:.Darwinismus,'— Steglib-Firiede- nau. Jugendheim, 3. Gemeindeschule, Friedenau, Ossenbacher Straße 5», DiSkusfionSabend:»Sind wir parteipolitisch?' Soziales. «i Scholz, Fnedrichslraße. Ecke Linden-Allee. Vortragsabend,— O r t s- > r u p p e Neukölln: Abends 7 Uhr, im Jugendheim, Nogatstr. 53. Grtslohn unü Gberversicherungsamt. Nach Z 149 der ReichSverficherrnrgSordnung setzt daS Oberver- sichcrun�amk— für Berlin crisa das Oberversichernng»- q rn t Groß-Berlin— den.Ortslohn" fest urf> macht diesen bekannt.„Vorher werden die Vorstände der beteiligten Versnhe- vungsa-nftalten gehört; das VersicherungSamt hat sich nach An- hörung der Gemeindebehörden und der Borstünde der beteiligten Krankenkassen gutachtlich zu äußern." Nach Inkrafttreten der Reichsverficherungsordmmg wurden die .Ortslöhne" gleichzeitig«n ganzen Reiche, zunächst bis zumr 31. Dezember 1914, festgesetzt. Dann sollten die Ortslöhne mrnrer ans vier Jahre(§ 151 R.V.O.) festgesetzt werden. ES hätte danach bereits eine Neufestsetzung der„Ortslöhne" just im Jahre 1913 erfolgen müssen. Indessen am 3. Arli 191S wurde durch Bekanntmachung, R.G.Bl. S. 658, die Frist, welche für die erstmalige Festsetzung der Ortslöhne im ganzen Reich« gilt(§ 151 R.VOl.) bis zum Schluß des Kalenderjahres verlängert. .das dem Jahre folgt, in welchem der gegenwärtige Krieg be-, endet ist". Demnach müßten mit Wirkung vom 1. Januar 1921 für das Reich neue„Ortslöhne" festgesetzt werden. Was gedenkt das Oberversicherungsamt Groß-Berlrn hier zu tun? Geschehen ist in dieser Beziehung noch gar nichts. Ist die Arbeiterschaft nun an der Festsetzung neuer „Ortslöhne" interessiert? Diese Frage ist mit einem Ja zu beantworten. Als„Ortslohn" gilt der ortsübliche Tagesentgelt gewöhnlicher Tagarbeiter(8 149 R.V.O.). Alle ungelernten Arbeiter irgendeiner Jnduftriegruppe, für die Tariflöhn« nicht bestehen, find in hohem Matze an dem „Ort Nohn" interessiert. Der„OrtSlohn" hat indessen«ich eine wesentliche Bedeutung für die sozialpolitischen Gesetze. In der Kranken- Versicherung gilt der.OrtSlohn" als Grundstock für die Berechnung der Beiträge an die Krankenkassen bgw. für die Fest- setzung der Höhe der Unterstützung an die Versicherten. In der Invalidenversicherung gilt der 300f«che Betrag dcS „Ortslohnes", für alle Arbeiter, die nicht einer gesetzlichen Kran» kenversicherungSpfticht unterliegen, als Jahre scrobei tSverdienst— soweit daS Oberversicherungsamt für einzelne Berufs zweige nichts anderes bestimmt—, nach dem die Beiträge znr In- validenverficherung festgefetzt wenden. In der Unfallversicherung spielt die Höh« des„Ortslohries" ein« bedeutend« Roll« für die Berechnung der Unsollrente. Wie rniS dem Vorhevgesagten ersichtlich, hat die Arbeiterschaft an der Festsetzung d«S.OrtÄohneS" ein eimnentes Jntevesse. Heute, wo der zurzeit noch bestehende.OrtSlöhn" von 4 M. pro Tay noch besteht, wo er mit den wirklich verdienten Löhnen in keinem Einklang steht, ist eS geradeM eine Schädi- gung der Avbciterschoft sondergleichen. DaS Oberversicherungsamt Groß-Berlin handelt hier außerordentlich leichtfertig, daß e» biS- her diese Frage völlig unbeachtet gelassen hat. Unnerzüglich mutz eS die nötigen Schritte einleiten. Nicht nur einleiten, sondern auch eine energische Beschleunigung der Vorarbeiten an- ordnen, damit die neuen„Ortslöhne" nicht allzu spät nach dem 1. Januar 1921 in Kraft treten können. Desgleichen muß die organisiert« Arbeiterschaft bei den Krankenkassen den Anstoß geben, daß diese sich mst der Frage beschäftigen. Auch der Berliner Magistrat muß sich baldigst mit der Angelogeichett befassen, da diese vom VevsicherungSamt der Stadt Berlin, ehe dieses sich gutachtlich äußert, gehört werden müssen. ftiie aller Welt. Brandstiftung. Da» auf dem Gelände de» Güterbahnhofe« Saarbrücken untergebrachte LebenSmittellager der ftanzösichen BilatzungStruppen ist niedergebrannt. Da eine Revision der Lagerbestände stattfinden sollte, nimmt man an, daß Brandstiftung vorliegt, durch welche große Unterschleife verschleiert werde« sollten. Panil i« Kino. Bei einer Panik in einem New Yorker Kino wurden fünf Kinder getötet und zwanzig verletzt. Der Wiener Psychiater Waguer.Jauregg erklärt, daß er nie- mal« die Möglichkeit von Attentaten in Hypnose bestritten und auch den auf ihn versuchten Anschlag gleich so eingeschätzt habe. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Glternbnnb für weltliche Schule. Ortsgruppe Steglitz. Met- tag, dut IS. November, 7 Uhr, groj;e öffentliche Elternversammlung in Siealtt!, Aula de» Realgymnasiums. Arndtftraße. Pfarrer B l e i e r wird sprechen über da» Tbema:»Müssen wir unsere Kinder religiös erziehen 1' — Oeffentltche«lternversammluug der 31. K-abeuschule. Rüw- straße, morgen abend 7 Uhr, in der Aula des Kaiser-Friedrich-Realgym- nafium», Kaiser-Friedrich-Str. 299/219.»Die Arbeit an unserer Schule.'— Tie Be»-Gruppe Nord-Ost tzeimatrener Oftpreuße» hält am Frei- tag. den 26. November, 7>,, abend», im Bvhmischen Brauhaus, Landsberger Allee lt/12, eine Versammlung mit Lichtbildervortrag ab.— Freireligiöse Gemeinde. Ortsgruppe Buch. Donnerstag, den 18. November, abends 8 Uhr, w der.Tanne'. Referent: Dr. Ausländer. Sport. »rbelter-Nadfahrerverein.«roß-Berli»'. Heute Mittwoch: Gemütliches Bebammensein be: Matschen«, Förster Str. 9. Somitag ft üh: Tour wird am Start bekanntgegeben. Nachmittag»>/L Uhr: Zehlenborf Potsdamer Straße 25, bei Miklei. Schachverel»„Namenlos-. Spielobend jeden Donnerstag, abend« 8 Ubr, im Reäaurant Otto, Paliiadenilr. 4 Gäste willkommen. En tim sie eise« Sseiser? (Nachdruck verdoteu.) Um Ihre Augen zu schonen, und weil er flotter aussieht als«,ne Brille? Schont denn der primitive Kneifer, den gerade Sie tragen, Ihre Augen? Sieht er wirklich flotter aus als selbst eine altmodische Brille? Sitzt er so fest und so bequem, wie Sie eS wünschen? Rein, alles dies trifft nicht zu. den» er ist trotz aller komplizierten»Neuerungen' in der Hauptsache rigch dem System des alten NasenquetscherS kon- strurert, über das sich schon Ihr Großvater ärgerte I Ihr Kneifer fitzt nicht fest. Er fällt schon beim Reiten und Laufen herunter, geschweige denn bei noch energischeren Körperbewegungen. Und fitzt er wirklich einigermaßen fest, so macht er seinem Kamen mehr Ehre, als gerade unbedingt nötig ist. er kneift nämlich abscheulich! Kneift Ihnen die Nase wund und verursacht Jbnen Kopftchmerzrn! Letzteres aber nicht allein durch den Druck, son- der»»och»whr dadurch, daß er nicht richtig sitzt. Sie sehen nicht durch den Brennpunkt, sondern oben durch den Rand des Glases. St« sehen auch nicht senkrecht zur Glasfläche, als» so:—|, sondern schräg, nämlich so:—X hindurch. Das ist keine Schonung für die Augen, sondern ein« fortgesetzte Ueberanstrengung derselben I Denn fie werden hierdurch i» eine schielende Stellung ge- nötigt, und diese ZwangSstellung überanstrengt fie schnell. Daher die rasch« Ermüdung beim Lesen, daher die chronischen Kopisckmerzen. daher die Nervosität. Letztere aber auch noch aus anderen Gründen. Ihr Kneifer hält schlecht. Zählen Sie. bitte, wie oft Sie im Lause von zehn Minuten ihn durch An- soffen in die richtige Lage bringen müssen l Wie Sie bemüht sein müssen, ihn dadurch in der rieb- tigen Stellung zu erhalten, daß Sie jede Bewegung der GefichtSmuSkeln unterdrücken! vi« er schließ- lich sich dock, wieder vornüber neigt, und, wieder zurechtgervckl, vielleicht auch, da Sie ihn öfter an- lassen müssen, geputzt werden muß. Und da« soll Sie, wenn es von srüh bis abends geschieht, nicht nervös»«che«? Sie meinen, Ihr Kneifer sähe flott aus? Ander« sind anderer Meinung. Die Gläser hängen� so, statt wagerecht zueinander zu sieben, seitwärts herab, fie bringen einen gewissen leidvoll entstellen- den Zug in» Geficht hinein, der eher alle» andere als einen netlen, flotten Eindruck macht. Ihr Kneifer erfüllt seine Aufgabe miserabel. weil er gegen alle anatomischen und optischen Regeln konstruiert ist! Ein guter Kneifer soll so fest, so angenehm und so korrekt fitzen, wie eine gut passende Brille. Er soll deren sämtliche Vorzüge haben und ihre sämt- liehen Nochteile vermeiden. Man soll nicht nur reiten und springen, sondern sogar, wenn eS sein muß, radschlagen können, ohne daß der Kneifer abfällt. Er soll nicht da« Geficht zwickelförmig verunstalten, sondern wagerecht stehen. elegant und absolut unauffällig sei«. Er soll vor allen Dingen ein vollkommenes optische« Instrument sei« und die Augen nicht in eine unnatürliche, an- strengende Stellung zwingen. Der Kneifer, der allen diesen Ansprüchen gerecht »fed. ist der L«h«»»»-«»»«ser:« tsi p- tentiert und nur in einem einzigen Geschäft käuflich bei der Orthozentri scheu Kneifer-G«< sellschastm.b. H. Berlin, Potsdam ei S t r a ß« 134»; grüudliche Augenprüftuig von 9—4 kostenfrei und ohne Kaufverpflichtung. Man lasse sich die Mühe nicht verdrießen, fitz den besten, vollkommensten Kneifer zu besorgen, de, man bekommen kann, denn ein weniger vollkommen« kann jahrelang nickt nur Unbequemlichkeiten vev> Ursachen, sondern auch die Augen schädigen. Fortgesetzt gehen Anerkennungsschreiben ein. S, ichreibt«ns Herr Leutnant B. Berndt, z. Z. n> Feld«:.Mit dem Lohmann-Kneiser bin ich auße» ordentlich zufrieden, denn beim.Reite»' ode> .Lausen' sitzt er völlig fest, was ein großer Vorzug ist.' Der Lohmann« Kneifer ist der beste sitz Damen, für Militär«, für im Bureau Tätige w« für Sportsleute. Wer ihn erst kennt, will»« wieder einen anderen, wer ihn noch nicht kennt sollte ihn kennen lernen, und zwar, ehe es zw Schonung der Augen zu spät ist. Auswärts Dohnende wollen Prospekt 21! veo «d ftanko zugesagt wir» � Theater, iichtspieie etc, Opernhans. Konzert d. Opernchors Anfang Vi, Uhr. Mlttags-AuHuhr dazu 12 Uhr Schaospielhaos. Der Kronprinz* 7 Uhr. Deatscbes Theater. I Uhr; Der lebeniie Leichnam Donn.TV]: Einsame Menschen. Kafflmerspiele. TV» Uhr: Frühlings Entachen Donntg. 7: Er ist an allem sdiuld. Der Spieler. Der Heiratsantrag. Gr. Schauspielbaus tKarlstiahe) 8U.: Jedermann 2 Ab.) Do.: Jeder mann(10. Abt, 2 Ab.) Theater i. d. RöniggrätzerStraße Heute buBtag,'/»S Uhr: Rausch (OrsiuLAbeLRiemann.Rivhard Veldtkirch, Dernburg. Römer.) Donnerstag: Rausch. Freitag: Erdgeist. (Orska, SteinrOcIc.) Komßdlenhans V»8: Die Sache mit Lola mit Max Palleaberg;. osefine Dora a,ü. Gertrud agner, Eicha, Haskel, St eda Kiper.) Berliner Theater Morgen Donnersrag 7 Uhr zum I. Male: Die spanische Nachtigall Operette von Scnaazer und Wcllecb. Musik von Leo Fall. Hauptdarsteller; PritziMassary Erik Wlrl, Hans Waas. mana, Julius Brandl. Bntmy Sturm, Olga EagL Oentral-Theater Heute BuBtag 7V, Uhr: Einm. Qastsp. Adele Hartwig Heimat. Morgen: Frau BärheL OewtaebrB Opernhawa sv, uhn Parsifal. Morgen öV»: Tannbänaer. Krl edr.- Wilhelm st.Tb. Heute geschlossen morgen n/t u.-: Hobelt die Tänzerin, Kleines Theater. Ti, Uhr: Vortragsabend Walter Friedmann Morgen 7V, Uhr: Orrs. Ida. Kl. MclianMplclhass. 8 Uhr Mg. VI,: Büchse der Pandora, Romlaehp Oper Gastspiel Neues Voikstheater Vi, Uhr: Jugend. Morgen t-/, uhr: Liebe im Sehnee. Lnstapielhsna Heule geschlossen, morgen ''/.Uhr: Arnold Rleck In Zwangaelnauartieruag. Hetropol-Theater. Heute geschlossen, morgen � Bollandweibchen Meuea Operetten hau» . Heute geschlossen, morgen 7v. u.: Die CsHtösbaroness Nesses Voikstheater Heute geschlossen, morgen 7/.: D.beld.RcIchcnmUllcr 7 uhr Wenn Liebe erwicbl Theater de» Westeaa 7'/, uhr: SchQpfung. Morgen �Dererstenliebegoblieit Th. l.d.Kommaadanlenatr. früher Herrnfcld-Tbeater. Heute geschlossen, morgen 71/» U. Wallner-Theater Heute geschlossen, morgen � Der Gelger m Lugano. W alhal la-Thr at er Heute geschlossen, mo'rcen 7'/, Uhr: Oaaiap. Hartsteln Residenz-Tbeater. Täglich»/rf Uhr: Die Freundin Tilla Durieux, Toelle, Bildt, Alber«, Vallentin. Sonntag 4 Uhr, halbe Preise: Die Freundin. Trianon-Theater. Vit Uhr: Jftprha Sonntag 4 Uhr, kleine Preise: Der Roman einer Fr«». Volksbühne Theater am Bülowplatz. 7 uhr: Kabalen.liebe Lesslng-Theater. Direktion Victor Birnowsky. 7 uhr: Peer Gynt. Donnerstag bis Montag PI,; rlanimeo Deutsebes i&nstler-Thcater 7'/. uhn Gespenster. (Lossen. Haack, Götz, Loos.) Donners'ag bis Montag Vi,: DieScheidnngsreise mit Max Adalbert uno Tmde Hesterberg» ßose-Thcater. 7V, Uhr. GeschlosseneiforsMDng. Casino-Theater Lelhringer Str. J7.— Tgl.'IJS Vollständig neues Progtamm Der Ffhltritt einer Fran. Volksstück in 4 Bildern. ThFatrrltebe. Op.-Sketch mit Viktor Lltzek. Volkstümliche Preise. »Z,» Uhr ToliesCaprice Der jehörnte Siegfried mit Ferd. Grünecker. Kßnlgstadt-Tbeater Bahnhof Jannowiizbrücke Tägl.7.30 Gala-Sänger. Im Ballxaal TANZ. Refchsball.-Tbeaier Abend« 71/, und Sonntag ZinuZ Ttettiner Sänger. Ant-HoIbePrefse. Varletd- Dbnhofl.Brettl.Anf�iknk BehrenstraBe 84 12 Attraktionen. Scballundüauch im Großen Schauspielhaus Dir. Hans v. Wolzogen Wlederauftr. Paul Graetx Vilma von Medgyaszay Transky. Klabund, Höh, Gregor Ralolf m s.Chor wolowsky, Bendow, Newolina, Bland. Bbtascr «Totentanz" Kapelle Leonidolf Konz. 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Admiralspaiast � Die roten Schübe. MM I».Roa—Htalnf«. Donnerstag, den 18. Nov. Zum letzten Male: JeHrJete Ab Freitag, den 19. Nov.: Die beiden letzten Hartstein-Schlager Der schöne Wilhelm. Vorher: BeWamilsiertsIeb. Täglich JV, Uhr Sonntags 3V, u 7'/« Uhr: CZtmlSaMi I neute k. Vorst. Donnerst T Peie. H. Stoscb-Sarrasan! 38 Löwen 28 Burkhardt-Footlta Schuir Pantomime: Maxcppa. Nachm. halbe Pr. f. Kinder i Vorv.: Tietz, Clrcuskasscj Theater a.Kottbns.Tor Tel.; Moritzplatz 14814. Täglich vi, Uhr uad 8 gm Sonntag nachm. 3 0.: C JMW EHte-Sänger, J%'i|F Neues Programm! ? W>D z. s. d. IUSL Einakter I«w«Ein Abenteuer I IM Im Vltwenvereln." Heute Aeschiossen. Winter- Galten Täglich 7.n Uhr: Yarieti Spielplan Ranehen teatattett OarieM'Qzif« Wurdlnl 4 PsdlowskTM « Ktellao _,-n» da* grab. Var, et««Program«. 9—7 SchSalieitatdnxea IHiBliPülsförm Kaste und Teilzahlung S. GRAU. W.W nahe Belle-Alliance-Platz.* öerliner Theater atocgea Oonnacafog, 18. Ttooembct, t Ahr Ann, aesten Male: Zn Sjem geseht na« Mu v.» Ruü.Schaozer und Ernst weUjch Musik von Leo Falle Künstlerische ObezleUung: Carl Meinhard »n» Rudolf Bernauer* Ernst Welisch. Hugo Moesgö«. «wM- Egon Mangelsdorff* Ernst Stern* Olga Engl Emmy Sturm Erik Wirl Julius Brandt Fritzi Maffary Georg Tchnell Paul Rehkopf tans Wastmann ionys Fenner Mizzi Petter Wally Koch Hedwig v. Lor�e Delerallon». und ftastünv «ntwtttf«: Tonn« BtncaMa.. «stzBa. Ihr, Richte Seasbn, ihr«esse Dm Ramd«.... Salon* Ctlatadr. Modest, Saotba.. So» Mbdza.... Madrozo, ®ouißntt «belino Sit ?L-Z 151 A Biamca «»na,«irtln.., Pedro, Himer bei Leoeadla...... Der«Ualb* L" & 3. 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Der Redner wenldet sich dann gegen die Personalakten, die nicht u n p a r- t« i i sch geführt und verwendet würden. Auch in der Behandlung der Gefängnisbeamten sowie in der Auswahl der aufsichtführenden Richter habe die Justiz keine glücklich« Hand.(Sehr wahr!) Es ist eine bekannte Tatsache, daß Richter und Staatsanwalt größten- teils deutschnationaler Gesinnung und Parteizugehöriakeit sind. Darum ist es nicht zu verwundern, daß das Volk inÄlae ' Uilparteilichkeiit kein Vertrauen setzen kann. Der Minister müßte äniangen beim Personal der Staatsamvaflischaft, worauf er Gin- fluß hat.(Sehr richtig!) Wenn man erst sieht, daß dort ein An- fang gemacht wird, wird sich das im Richterstande schon bemerk- bar machen. Auch von der von uns geforderten Zulassung der Frauen zum Rechtsstudiu« erhoffen wir Besserung. Durchgehend kann sie aber nur fem, wenn eine Anzahl von Arbeilervertretern zu Richtern ausgebildet wirb, natürlich unter MIegung einer Prüfung.(Lebhafter Bei- fall.) Wo Vvlksrickter zugelassen werden, muß endlich die freie Wahl eintreten.(Sehr richtig!) Di« Listen der Geschwareuen zeigen die Früchte der heutigen Auswahl nur allzu deutlich. (Sehr wahr!) Aber nach der Zusammenfetzung des Justizmini- stermmS ist an solche Reformen überhaupt nicht zu deichen. (Sehr richtig!) Wie wäre sonst die Haltung des Justizministeriums möglich in der Frage der Hvheuzollernabfinduug, in der das Finanzministerium ganz unferen Standpunkt teilt, daß dieser Ab- ichluß eine unerhörte Verschleuderung von BolkSvrrmögeu bedeutet. Genau das gleiche sehen wir beim Agnatenrecht. Und nicht zu vergessen ist auch das O r g e s ch- Gutachten des Justizmini- steriums.(Sehr richtig!) Alles in allem: die Justiz hat in den letzten Jahren nicht ein einchges Gutes aufzuweisen, aber eine Fülle von Seiten, die schwarz im Buche ilbrer Geschichte stehen werden.(Sehr richtig!) Der Kampf um die Justiz, um den Geist des Volkes und die Republik steht erst bevor, und es wirb nicht eher Ruhe fein, ehe nicht auch die Gericht« erfüllt find von dem Geist des Volksstaate» und der freien Republik!(Lob- hafter Beifall links.) Dienstag, den 23. November, nachmittag» 2 Uhr: Alters- gvenzengesetz. Kirchensteuevgesetz, Rest des ErgänzungShauShalts. Schluß 5H Uhr. Beschließt da» StaatSministerium in einer Frage von finanzieller Bedeutung gegen die Stimme de? FinanzmiuisterS. so kann dieser gegen den Beschluß ausdrücklich Widerspruch erheben. Wird der Widerspruch erboben. so ist über die An- gelegenheit in einer w eiteren Staatsministeriolfitznng abzu- stimmen. Gegen die Stimme des Finanzministers kann nur durcki die Mehrheit sämtlicher Minister Beschluß gefaßt werden." Zur Einsibränkung der Ausgaben werden noch eine große An- >hl von Einzelvorschriften erlassen. Zu deren Durchführung haben imtliche Ministerien sofort in eine eingehende Prüfung rer jetzigen Finanzwirtschaft einzutreten. Der Finanzminister wird unächtigt, für die st r e n g st e D u r ch f ü h r u n g der Grundsätze l sorgen._ Max Hölz, der berüchtigte Bandenführer, ist aus Böhmen ent- wichen und im Vogtland wieder aufgetaucht. Et hat bereits bei einem Fabrikanten Knoll zusammen mit seinem Freunde Gödel einige tausend Mark erpreßt. Die K.P.D. und K.A.P.D. haben bekanntlich Max Hölz verschiedentlich ihre Sympathie ausgesprochen! Tumulte wegen der Getreidebrschlagnahme in Laden. Bei der in Urloffen vorgenommenen Getreidebschlagnahm« entwaff- nete die Bevölkerung einen Teil der mit der Beschlagnahme beauf- tragien Sicherheitswehr und demoliert« das Kreishaus. Erst als Verstärkungen herangezogen wurden, zogen sich die Dorfbewohner zurück und gaben die bereits befchlognohmten Getreidewagen frei. Die letzten ausgewiesenen Deutschostafrikaner find aus dem Dampfer»Kiaoma" in Rotterdam angekommen. Hermann Bachmann, der langjährige ftühere Chefredakteur der JVosstschen Leitung', ist in«t» Mn« Jahren gestorben. Es genügt nicht, daß Du Dich mit dem Vorgehen der S.P.D. einverstanden erklärst. Du mußt aktives Mitglied der Partei»verden und mithelfen am Aufbau der sozialistischen Gesellschaft. Nimm den Bleistift«nd schreibe: Hierdurch erkläre ich meinen Leitritt zur Sozialdemokr. Partei Bor- u. Zuname:. Beruf: geboren . Geburtsort:- Wohnung: Diesen Schein sende an Alex Pageis, Bezirksverbaud. Berlin NW 40, In den Zelten 28. Gleichzeitig sende Eintrittsgeld und Beitrag für einen Monat per Postanweiiung oder auf Postscheckkonto 487 48.(Eintrittsgeld und ein Beiirag benagen für Männer 2,30 M.. für Frauen 1.60 M.) GewerMastsbeivegung Ein kommunistischer Gewerkschaftskougrest. UnS wird ein Rundschreiben, unterzeichnet:..Dt« gewerkschaftliche Kommission der K.P.D. und U.S.P.D." bekannt, m dem mit- geteilt wird, dah laut Beschluß des kommunistischen Parteitages drei Tage vor dem EinigungSparteilag«in««Konferenz der in den Gewerkschaften und in den Betriebsräten an hervorragender Stelle tätigen Genossen" stattfinden soll. Die Kon- ferenz soll Stellung nehmen l. zu den Aufgaben der Gowerkschaf- ten in der Revolution, 2. zu der Frage, was die Kommunisten in den Gewerkschaften zu tun haben und 3. zur O�r g a n i s i e r u n g der kommunistischen Propagandatätigkeit in den Gewerkschaften. Es ist nach dem Zirkular eine Verständigung mit der linken U.S.P.D. über die Tagung und ihre Tagesordnung er- zielt worden. Di« Konferenz findet wahrscheinlich am 30. No- vember und 1. Dezember statt. An ihr sollen teilnehmen: AuS jedem Zentralverband der deutschen Gewerkschaften und aus den auf dom Boden der Dritten Internationale stehenden Unionen mindestens je ein Vertreter; aus jedem Parteibezirk mindestens ein Kommunist und ein Genosse von der linken U.S.P.D. Die Vertreter au? den Zentralverbänden sollen den Kern für die zu bildende ReichSfroktion abgeben. Di« Vertreter aus den Bezirken sollen die Zusammenfassung der kommu- nistischen Propaganda in den Gewerkschaften innerhalb der Parteibezirke übernehmen. Die Bezirkssekretariate sollen sich nach»tüchtigen Genossen" umsehen, denen man dies« Arbeit anvertrauen kann. Wörtlich heißt es:„Für die gewerkschaftliche Tätigkeit werden sich am besten Angestellte der Gewerk scha st« n eignen, weil diese die meiste Erfahrung und Zeit für diesen Zweck haben." Di« Genossen müssen aber absolut zuverlässig sein." Man hat also scheinbar schon die eigene Unfähigkeit entdeckt und versucht nun die so arg verschrienen„Bonzen", so- weit st«„absolut zuverlässig" sind, für seine Zwecke zu gewinnen. ES wird die Sammlung der Adressen aller oppositionellen Gewerkschaftler und di« Einsendung an die M ü n z st r a ß e an- geordnet, die auch die Adressen der für den Kongreß vorgeschlage- »en Delegierten erbittet. Vor einigen Tagen sandte un» di« Zentrale der Betriebsräte in der Münzstraß« auf Grund des Z 11 des PreßgeietzeS ein« Be- richtigung, die wir aber ablehnten, da sie dem erwähnten Pars- graphen in keiner Weise entsprach und in der eS u. a. hieß:„Es ist unwahr, daß die Rätezentrale in der Münzstraße eine k o m- m u n i st i s ch e ist". Ob man nun. da man sich als Sammel» Punkt der kommunistischen Agitatoren für die Zerstörung der Gewerkschaften öffentlich ausgibt und sich in einem„mit k o m- m u n i st i s ch e m Gruß" schließenden Rundschreiben anpreisen läßt, diese Behauptung immer noch aufrecht erhält? Durch keine Berichtigung können die Münzstraßen-Leute die Tatsachen aus der Wolt schaffen, daß sie keine anderen als kommunistische Ziele verfolgen und die Arbeiterschaft nur vor den Wagen MoSkauS spannen wollen. Wenn„die gewerkschaftliche Kommission" glaubt. durch sofortige Einsetzung der größten Abwehrtätigkeit die Offensive der freien Gewerkschaften gegen die kommunistischen Zellen abzusäwächen oder gar zu vereiteln, so irrt sie sich. Auch die restloi« Sammlung aller.zuverlässigen Elemente" wird es nicht verhindern, daß eines fdstnen Tnister während keiner gewerkschaftlichen Tätig- keit eS nich» kür arntz selbstverständlich gehalten, daß Arbetter und Angestellte den Auftuken ibrer Organisationen Folge leisten? Auch der Hinweis auf die seelischen Erbebungen an gesetzlichen sseier« tagen berührt um io eigenartiger, als die Tatsache dem Perionas noch in allzu frischer Erinnerung Ist. daß e? währenddes Krieges an faft allen gesetzlichen Feiertagen auch zu seiner.seelischen Erbebunq' sehr fleißig arbeiten durfte.— Oder wollte der H-rr R-sch«mInsster bekunden, daß seine revnblikanische StaatSauffassung eine Gedenkfeier nicht mehr verträgt?_ Gege« bat Parteihader i» den Gewerkschafte». Di« am lv. November nach dem Gewerk'chastShau««inberufene Funktionärversammlung der Ortsgruppe verlin de« Zentral- Verbandes der Angestellten stand� unter dem Eindruck der b e- dauerlichen Borgänge, weiche ssch zurzeit innerhalb der Sibeiterichoit abipiele» und die am Sonntag bei der von der' BetriebSrätezenrrale einberufenen Versammlung»u Tätlichkeiten zwi'chen Arbeitern geführt haben, sowie de« Wahlausfalles in Sachten. Den Bericht vom BetriebSrätelongreß gab der Kolleg« Ja- c o b o w i tz, welcher sich voll und ganz auf ven Boden der Richt- tinien des A.D.G.B. und der Lfa stellte. Die Versammelien schloffen sich ohne Diskussion einmütig der Auffassung de« Refe- renten an. Kollege B u b l i tz sprach über die kommenden Kauf- mannSgertchtSwahien. Er wie» auf die Wichiigkeit dieser Wahlen hin und forderte die Kollegenschast auf. durch rege«gita- tion in den Betrieben dafür Sorge zu tragen, daß jeder Handlung«- gebilie sein Wahlrecht unter allen Umständen ausübt. In der Sgitation fei et untere dringendste Aufgabe, den Gegensatz unserer Welianschauung zu dem Harmoniestandpmrkt der bürgerliche« HandlungSgebilfen-Bereine klar hervortreten zu lassen, um die noch nicht auf dem Boden des Klassenkampfes siebenden An« gestellren zu un« berüberzuziehen. In der Diskussion wurden die Ausführungen de? Referenten unterstrichen. Die Aufforderung. angesschtS der in der letzten Zeit gekammel« ten Erfahrungen jeden Varteihader in den Gewerk- schakten zu unterlassen und einmütig und ge« schlössen unseren Gegnern g e g e n ü b er z utre t e n, fand allseitige Zustimmung._ Arbeitsaufnahme bei Borfig, Tegel. Am Donnerstag, den 18., nehmen folgende Gruppen geschlossen die Arbeit wieder auk: Reparaturichlosser, Heizer. Maschinisten. Vor« zeichner, Sattler, Maurer, Elektriker, Motorwärter, Robrleitimgs« orbeiter, HilfSarbetter auf dem Hof Heizer im Walzwerk, Sand- arbeiter in der Gießerei, Kenerotorenstecker sowie die Schlosser- lolonnen im allgemeinen Maschinenbau. Am Freitag, den 19.. alle übrigen Kollegen._ Der Betriebsausschuß. Der Bergarbeiterfireik im Becken von Charleroi ist nach einem mit großer Mehrheit gefaßten Beschluß der Bergorbeiter am Montag beendet worden. RcchtSanwaltSangeftellte. Da» Schiedsgericht beim Arbeits- Ministerium bat die Gebälier der Lehrlinge und Gebilien einschließ- l'ch Stenotypistinnen ob 1. Oktober um 3 0 P r o z, dieseniaen der Registratoren» m IS P r o z. und der Bnreauvorsteher um 12'/, P-r o z erböht. Die Abstimmung über Annahme oder Ablehnung deS Schiedsspruches findet DonnerSiag 7'/.. Ubr im Englischen Hof, Slexanderstr. 27c, statt. Wir erwarten zahlreiche» Erscheinen. Zentralverband der Angestellten. Slllgeweiner verband der Deutlchen Bankangeft-llte». Freitag, TV, tlbr. Im Lebrerv-relnSdauS. Alexanderür. 40/41: Oeffentllche Bant- angestelllenverlammlimq. Tagesordnung: Borschläge der vankkeitunqen zum neuen ReichStaris. Unsere Stellungnahme und Forderungen. Re- serniien: Marr und EmontS. Für alle im Gafthansbeeriebe veschäftigten Freitaa, vormittag« in Nbr, In den Reüdenzsrllsälen, Landsberger Str. 31: Außerordentliche Mltgliedervettammlung. Serich r und Belchlußsasfunq über den Lohntarts für dnS Galtba-iSgewerbe. Nur Mitgliedsbuch legitimiert. Zentrolverbaud der ZlngesreNten. Mitglied ervertammlung hoben Donnerst ay: Fachgruppe ib. Post« und Telegraphenangestellte. 7 Uhr, Musileriäl«, Kaiier-Witbelrn-Str. 31.— Fachgruppe 5a, Rechtsanwalt»» angestellte, 7'/, Ubr, Enalilcher Hos. Aleranderltr. 27o.— Fachgruppe 14t, Eisen und Eiienwaren. Gußwaren. Draht usw.. Hau«, und itückenqcrätc. 7V, Ubr. Musikersäle. 5kniiee.Wiltielm.Ztr, 31.— Fach neu ope 17 I a— o, Nahrung?, und GenußmllleUndullrie und Handel. 8 Uhr, Easö Heyne, Hasenbeide 40— 44. S.P.D-Metallarbeiter. Die Delegierten der Generalversammlung treffen sich DounerStaa. 5 Uhr, zur Vorbesprechung im LebrervereinSdauS. Erlchcwen aller ist Pflicht. Der FraltionSvorstand. ?erantw für den eednll, Teil It. Werner Vetter. Charlotten dura: lür Anzeiaea: Zt. Glocke, Berlin Berlage AorwiriS-Verlag<8, m d, H, Berlin Druck vor. wärlS-Suchdruckerei u, LerlaaSnnliolt?'»> Tinaer», Co.. Berlin Llndenltr. 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