�37.Jahrgang Musgabe B Nr. 147 VezsftSvret« t B— JHr.monotl.l#,— 3JR. frei ms Soas. voran» ahldar. Urft- Berns Mona»,» 10.— Ml. er». 8«' ftellungsseoüdr. Untet Rrembano in: LemjKlanB und feiterreick 16.5 0 Ml. für Da» übrige AusIanB bet täglt» emmal. 8nliellima 2150 Ii. TofttP' fieilungen nehmen an OelletteiA. linzam. Tschecho-SIowalri, Dane» marl. öoHano,.uermbucg. Schweden und Bie Schwei».— imaetraaen t» die Boft- eimng. Vre»iiiie. Bei.Boemart»* rat,»et Sonmag» beiloge»Boll n. 8eU� encheini-wwen- ng!,ch zweima Zonniaae und Man- tag»"nma» Jit\ en r am n,'-Ä Brefle J»0)e'.gen dir tlboanenie* gelle i— M.»»iitiietc und sc* werlickailliche verein»• An'eigen 3,— Ml. die geilt ebne vnsschiag. In»t,gtn rat die n a ihti t Suir.met muffen b:» S Ahr nart•tritiag» t-.a !»uotgeütiait ver.tn SW i, Stuben» itage 3. obgegeoen werden. OieBnne; von ö Übt irüb bis 5 ahi abend». no Zentralorgan der rozialdcmohrattfcbcn Partei Deuttchlands keöaktion und Expedition: SA). öS» ündenstr. 3. lBernivreeberl Zimt'l'toriirvlo«. Sir. 15190-15197. Freitsg, den 19. November 19 Ä9 Vonvärts-Verlag G. m. d. H., SW. b8. Lindeustr. Z. Krr-twrcetiert Amt MoriiiPU». Sir. 117 53—51. Grußer, HoHenzollem& Co» Tie rechtsstehende Presse fäbrt fort, die Verbindung ivr Hohenzollern nrit Herrn Grußer �krampsbaft nbzu- leugnen. Ohne auch nur die geringste Spur eines Gegen- beiveises sprechen sie von„Sensation".„Stimmungsniache" uftv. Der„Lokalanzeiger" möchte die Sache gern damit ab- tun. daß er vo-n anderen angeblich mißlungenen En.chüllungen spricht, ist aber so vorsichtig, hinzuzufügen:„Wir können nicht behaupten daß auch der neueste Fall einen für die Enthüller ebenso kläglichen Ausgang nehmen wird." Das dürfte wirklich schwer zu behaupten sein!— Wir wollen ober dem bisher veröffentlichten Material über die Beziehungen Grußers-zu der kronprinzlichen. Familie noch folgende be- zechMende Episode hinzufügen: Eine» Tage» schenkte die Exkronprinzessin Eecilie der Tochter giraßer« ein von ihr selbst gemalte» Bild. Als dir Tochter sich leb- baft darüber freute, sagte ihr Baler zu ihr:„Lotte, du brauchst d-ch gar nicht s» zu freuen, wir haben der kronyrinzlichcn stamilie «) Millionen Mark gerettet, da konnte sich die Kronprinzessin schon ruhig etwa» erlauben." Einige roakriemäre Blätter suchen sich auch auf die Planke zu retten, daß doch die Schieb""gen bereits unter de? f r ii Heven Regierung eingei: rillen, also die jetzige Reaie- rung keine Verandvortung.rügt. Wir haben bisher noch lein Wort'des Vorwurfs gegen die Regierung in der Sache erhaben. Unser Vorwurf richtete sich vielmehr dabin, daß Mit- oicöer der H ohe n z o i l er n fa m i l t e in verwerfticher Weise das deutsche VollAvermögen fortgesetzt schädigten, in- sie großeVer mögenscherte in das Ausland verschoben. Dazu möge sich die rechts stehmde Presse einmal äußern l Im übrigen muß man, um zu versieben, Warinn die Schiebungen so lange unentdeckt bleiben konnlien, auch einiges über Grußers Methoden wissen, wenn hier auch noch heiverschiedenenbehör-dlichenSt ellenaller- !?and aufzuklären bleibt. Darüber wird uns noch erzählt: Tie von un» w der Morgenausgabe dargestellte Methode der Warenverschiebung macht uur cinen B r u ck> t e i l der Grußerschen eicsarntschicbungrn aus. Meist verfuhr Grusicr ander»: er lieh sich Vi, Gelder seiner Klienten verschreiben und übrrtug sie aus seinen . lamen aus Auslandskonto» Juwelen, wertvolle Effekte« ukw. beförderte er persönlich in seinem Auto. Zu diesem Zweck baite er sich zwei LuzuSautoS«ngesckwfft, mit denen er ständig nach Amstrrdam und zurück fuhr. Tie Banibestäti- 5 un gen und die mit Effekten, Juwelen usw. vollge- pfropften Koffer nahm er gleich im Auto mit. Noch eine weitere Methode Gruhers ist zu erwähnen: AuS° ländische Wertpapiere und Effekten sind in Deutsch- lond bekanntlich beschlagnahmt, der Handel mit ihnen ist ver- boten. Daher stehen diese Papiere in Deutschland meist mn 50 bis 100 Punkte niedriger als im Ausland. Großer kaufte nun in der Kulisse der Börse solche beschlagnahmten Papiere auf und ver- schob sie gleichfalls ans AnSland, wodurch er namhafte Gewinne er- zielte. Ebenso exportierte er derartige Effekten für seine Klienten. Wegen einer Salvarsanschiebung schwebt bereit» gegen Grußrr ein Strafverfahren. WaS Gnißer alles über bis Grenze söbleppte, ist an Wert k.rum zu taricten. Sicher ist, daß eS sich um Hunderte l>on Millionen handelt, wenn nicht gar die M i l- liarde überschritten wird. Gruner unü feine Helfershelfer. lieber Grußer geben uns noch folgende Mitteilungen zu: Er ist nicht Offizier gewesen, wie das„tz-Ubr-Abendblatt" bchauptcte. Bei Kriegsausbruch mußte er als deutscher Untertan England, wo er Bankbeamter war, verlassen und kam nach Holland. Hier be- kleidete er bei der Wigmanns-Bank die Stelle eine? Biichbalter? ÖZ« Alaisbrotftreik in Deutstböfterreich. Wien, IS. November.(Etz. Drahtbrricht de»„BorwärtS") Tie Aufhebung der Zwangswirtschaft für Ge- treibe hat znr völligen Einstellung der Kornab- l 1 e f e r u« g geführt: alle» Mch! geht in den Schleichhandel und das Notucndigste muh eingeführt werden— bei einem Zürich-Kur» der Krone von 1,1 Rappenl Das Brot des Bolkcv besteht jetzt zu mehr als der Hälfte aus»erdorbeuemMalS mehl und ruft schmerzhafte Darmerkrankungcn hervor. Die Eisenbahner EteiermarkS befinden sich im MaiSbrotstreik. Die Verkehrslage im Ruhrrevier. Die werktägliche Wagengestellung ging" von S1 414 auf 19 856 Wagen zurück, während die durchschnittliche Fehlziffer von TDK auf 3247 Wagen anwuchs. Tie Lagerbe stände, namentbch der»nassen Zechen", stiegen innerhalb der Bericht-woche um etlva st00l>0 Tonnen, nämlich auf 227 548 Tonnen. Der Rhein. Wasserstand ist so ungünstig wie selten zuvor, auch durch für 300 Guldr» monatlich. Hsure schätzt man ihn auf mchrcrr Dutzend Millionen! Er verb.eß bald d.e Stellung und machte sich als Bankvertreter sÄbstandig. Dabei balf chm die Empfchlmig eines Dr. Fritz Mannheimer, dessen Person auch genauer« Beachtung verdiont. Mannheimer war nämlich während des Krieges vier Jahre lang Vertreter der Reichsbank in Amsterdam. AI» solcher besorgte er Grußer die Vertretung des Bankhauses Hardy u. Co. Mannheimer selbst ist jetzt Teilhaber bei Mendelssohn mit 100 bis 150 Millionen Mark Kapitaleinlage. Ob er diese von seinem Gebalt als ReichSbankveatneter erspart hat? Vielleicht prüft das Gericht auch einmal die Beziehungen zwischen Gruß er und Mamcheimee. Grußers späterer Sozius P h i l l i p s o n war während des Krieges als deutscher Staatsbürger— er ist nicht, wie behauptet wird, Holländer— für den deutschen General st ab oder Admiralstab in Holland»tätig". In welcher Eigenschaft? Da? ist eine dunkle Sache. Jedenfalls war PH. kraft seines Diplomatenpasses in der Lage, ungehindert zwischen Amsterdam und Berlin zu reisen, was er benutzte, um von Holland Nubelnoten«och Teutschland und vo» Teutschland rot- gestempelte Tausrndmarkscheine nach Holland zu schmuggeln. Die Assoziierung mir solchem Mann war lohncndl Grußers Geschäft ging seitdem entschieden besser, er konnte sich bereits ein Roitpfepd leisten. Entgegen falschen Behauptunzeir der bürgerlichen Presse muß auch festgestellt werden, daß Gnißer an der Berliner Börse wohl vertreten war. nämlich durch seinsn hiesigen Prokur. sten Reichelt, der allerdings, unter der chlscheu Flagge eine» Ange» stellten der Firma Schlesinger, Trier u. Co. segelt«, in Wirklichkeit aber Angestellter GrußerS war. Reichelt war es haupifächlüh, der bis beschlagnahmten Auslands» «f selten in der Kulisse der Börse aufrauste. Meint Herr Reiche lt auch daß er in dem Prozeß nur die Rolle eines Zeugen spielen werde? Wie Wilhelm sich bsreichecte. Ter RechiSausschuß setzte heute die Debatte über die Ab. fmdung der Hohov�ollern bei dem Punkt Akademievtertel fort. Das Akademievierte! ist im Jahre 1000 der Krone vom Staate abgekauft worden für den Betrag von etwa 14 Millio- ncn Mark. Nach den Grundlagen deS Vergleiches und den allge- meinen Rech.Sanschauungcn steht unweigerlich fest, daß daS Aka- demieviertel schon damals Staatseigentum gewesen ist und nie der Krone gehört hat. Abg. H e i 1 m a n n(Doz.) forderte daher, daß die im AuS- tausch für da? Akademieviertel der Krone überwiesenen Grundstücke jetzt an den Staat zurückgestellt werden. Ministerialdirektor G.'hcimrat Schwister vom Juftizmini. sterium erklärte da? für unmöglich sl). weil der Landtag seinerzeit dem Ankauf des dem Äaale schon gehörigen Aka- demieviertels von der Krone zugestimmt hätte. Dem traten entgegen Ministerialdirektor Dr. Bachem vom Finanz- minssterium und Ministerialdirektor Dr. N o w i L im Namen der StaatSregierung. Ter Landtag Hobe den Kauf und Tausch nicht genehmigt, sondern nur irrtümlich eine Zahl von Millionen bewilligt, da? sei rechtlich belanglos. Es sei kein Grund, die damals preisgegebenen Grund st ücke. jetzt der Krone zu lassen. * Vom Rechtsanwalt der Hoheazollrra, Justizrar Lvewenfekd. er- halten wir die Mitteilung, daß die falsche Nachricht über neue Ner» �leichsverfuche zwischen dem Staat und feinen Klienten nicht von ihm ausgegangen sei. Auch ihm fei von solchen Verinchen nichts bekannt.„Das Königshaus" halte an dem alten Vergleich fest und erwarte von der Regierung dasselbe. Wenn einige Klienten des JustizratS Loewcnfeld wirklich durch gütige Vermutung von Grutzer u. Co. durch die Hintertür gerückt stttd, dann nimmt sich ihr Fesichalten am Vergleich— an der Varderrür— recht eigen- artig auS. Nebel wird der Transport zurzeit wieder stark behindert, daher ist der Versand ab DuiSburg-Ruhrorter Häfen schwach und die Umlaufszeit der Fahrzeuge sehr groß. Die Lohnverhältniffe im Saarrevier. Saarbrücken, 10. November. Die neuen Lohnverhand- langen in der Saarindustrie sind als gescheitert anzusehen. De: Arbettgeberverband lehnte die Auszahlung des Lohn- ausgleichs für den Monat November ab und ließ zu Beginn de: Verhandlungen mit den Arbeitnehmerorganisationen erklären, daß die Saarwerke infolge der überraschenden Verschiebung der Valuta in den letzten Tagen heut« nicht abschließen könn- ten. Ob die Entlohnung in Franken ausgezahlt werde, sei durch- aus uuwichtig. ES würden aber unter allen Umständen so recht- zeitig neue Verhandlungen stattfinden, daß die weiteren Lohnverhältniffe der Arbeiterschaft am 1. Dezember geregelt seien. Nach etwa zweistündiger Debatte stimmten die Vertreter der Ar- beiterorganisationen diesem Vorschlag« zu. Di« neuen VerHand- luagen sind auf den SO. November anberaumt. Rom. Ist. November.(O. L.) Tie im Jahre lstl? fällige Erneuerung der G e ni e i n d e< Verwaltungen in Italien war im.Hinblick auf die Kriegszeitcn durch Parlamentsbeschluß bis zum Herbst dieses JahreS verschoben worden. Bei der Verschiebung hatte man ursprünglich auch die Absicht gehabt, bei den künftigen kom- munalen Wahlen das Prinzip der Proportional- Vertretung durchzuführen, das heute die Grundlage der Parlamcutöwahlen bildet. Diese Absicht ist aus Opportunitäts- gründen nicht verivirklicht worden, weil jede Reform des Ge- meindewahlrechts die im Pünzip schon von der Kammer an- genommene Einführung deS Wahlrechts der Frauen eingeschlossen hätte und man vor den Folgen dieser Ausdehnung der Wählerschaft und den durch sie zu erlvartenden Zu- wachs der klerikalen Macht Angst hatte. Die Neu« wählen für die Kommunen haben also auf Grund des alten Wahlrechts stattgeslinden, mit Minderheitsvertretung. olme Proporz, aber mit derselben Wählermasse wie bei den Parla- mentSwahlen. Das Wahlergebnis hat im großen ganzen Erstaunen erregt und wird von den OrdnungSParteien als ein kolossaler Sieg begrüßt und verherrlicht. Der Sieg besteht aber darin. daß es den„OrdiilingSpertrien" nicht s o schlecht gegangen ist, wie sie s e l b st erwartet hatten. Sie hatten sich ein- gebildet.' daß nach dem mächtigen Vorstoß der Sozialisten und der Klerikalen bei den Parlamcniswahlen vom Herbst l9lv diese beiden Parteien fortfahren würden, in ähnlichem Verhältnis zu wachsen. Aber allein diese Erwartung eines kaiastrophalen Wahlausganges bat genügt, die Bourgeoisie aus dem Dämmerschlaf zu erwecken, in den sie nach den Er- gebnissen deS Krieges und de? Sieges versunken war. Die Bildung eines Blockes von.Ordnung und Besitz" gegen die Sozialisten und Klerikalen, die vor den Parlanicntswahlcn vergeblich versucht wurde, ist bei den Kommunalivahlen fast überall geglückt: von den außer der Partei stehenden Refor- misten bis zu den Konservativen haben sich alle Parteien zn- sammengesckstossen gegen den MaximalisnmS aus der einen, gegen den KlcrikaliSmuS auf der andern Seite. Die Tatsache der geglückten Blockbildung aller bürgerlichen Elemente beherrscht den Wahlansgang, der sich dadurch charakterisiert, daß die befürchteten Vorstöße der Sozialisien und der Klerikalen ausgeblieben sind, lo daß das Bürgertum mit vereinten Kräften etwa die Positionen behaupter hat, die es vor dem Kriege inne hatte, als es noch nicht durch Rot und Angst bis zur Blockbildung vorgeschritten war. Ein zahlenmäßiger Vergleich zwischen den Machtverhältnissen bei den vorletzten und den jetzigen Gemeindelvahlen ist deshalb nicht möglich, weil eine offizielle Statiilik nut Parteiangaben. wie sie bei dem heutigen parlamentarischen Wahlsystem auf- gestellt werden kann, bei den Genicindewahlen zur VorkriegS- zeit mit den vielen lokalen Zersplitterungen und Koalitionen nicht zum Vergleich herangezogen werden kann. Bei der jetzigen Erneuerung der Kommunalvertretungen, die durch die Wahlen vom 7. November ihren Abschluß gefunden hat.« hat der bürgerliche Block in 4410 Kommunen die Mehr- h e i t erzielt, die s o z i a l i st i s ch e Partei in 1915 Kom- munen, die klerikale in 1314. Dem Prozentsatz nach sind 51 Proz. der Kommunen in Händen des Blocks, 22,8 Proz. in denen der Partei, während 19,75 Proz. den Klerikalen zu- gefallen sind. Unsere Partei hat alle i Ii r e Positionen behauptet, obwohl gerade in den Städten mit sozialistischer Verwaltung der Block am kanipfwütigsten und am besten gerüstet war: Mail a nd. Bologna. Livorno, Verona. Reggio Emilia, Jmola usw. sind den Sozialisten ge- blieben. Freilich hat die Partei keinerlei neue Er« o b e r u n g e n in den Großstädten zu verzeichnen: in Rom. Neapel. Turin, Florenz und Genua, wo eS an den Wahltagen sehr heiß hergegangen ist, haben die Sozialisten nur die der Mmderheit vorbebaltenen Sitze erobert. Bedeutende Fort schritte sind dagegen in den kleineren Kommunen gemacht worden.� Wenn die Errungenschaften der Partei hinter dem zurück- bleiben. waS die Gegner gefürchtet und viele Parteigenossen gehofft hatten, so ist dieses Resultat leicht zu erklären. Seit den Parlamentk-wahlen hat die Bourgeoisie doch einiges ge- lernt und gerade unsere Partei hat sich Mühe gegeben, tS sie zu lehren. Seit etwa einem Jahre lebt die italienische Bourgeoisie unter der beständigen Drohung des dicht bevor- stehenden Umsturzes. Die sich daraus ergebende GemütL- stimmung war zunächst die der stumpfen Selbstaufgabe, für die sich das Bürgertum in seiner LebenSgcstaltung durch eine „Nach-unS-die-Sintflut"- Stimmung schadlos hielt. In der Folge aber, als man sah, daß die Revolution immer �noch nicht kam, daß in jedem kritischen Moment gerade von Seite der Partei Gegendampf gegeben wurde, trat beim Bürgertum cm Stelle des Fatalismus eine immer systematischer werdende Abwehr, auf einem Untergrunde von Erbitterung und Ver- bissenheit. In diesem Zeichen kam die Konzentration aller bürgerlichen Kräfte zustande, mit dem unvermeidlichen Er- gebnis der Eindämmung sozialistischer Vorstöste. Von Rück- schritt oder ejar von Niederlage ist nicht zu reden: wir haben alles behauptet, waS wir hatten. Da man aber viel mehr befürchtete, atmen die bürgerlichen Parteien erleichtert auf, und diese Stimmung des Anfatmens flird sicher die ganze Politik wesentlich beeinflussen. In der Politik hat nicht nur die tatsächliche Macht einer Partei Gewicht, sondern auch die ihr von den Gegnern beigemessene, und diese hat ziveiscllos durch da? Ergebnis der Kommunalwahlen starke Einbuße erlitten. Auch die„klerikale Gefahr" erscheint nach dem Wahlaus- gang nicht so schlimm, wie man sie sich vorgestellt Hatto. Auch die Klerikalen haben seit den Parlamentdwahlen. die ihnen ein fünftel der Mandate einbrachten, keine Fortschritte ge- macht: sie erobern 19.75 Proz. der Stadtverwaltungen, also beinahe auch ein Fünftel. Das ist sür eine Partei, die auf dem Gebiet der kommunalen Verwaltung eine jahrzehntelange Tradition hat, während sie doch im politischen Kampfe früher durch die ablehnende Haltung des Vatikans in Fesseln gehalten worden war. kein sehr erfreuliches Ergebnis, das weit hinter den Besürchtungen der Einen, hinter den Hoffnungeri der Anderen zurückbleibt. Zum Teil ist daran aber der Umstand schuld, daß die Klerikalen auf Grund eines Parteibeschlusses keine Wahlbündnisse eingegangen sind, während sie bei den früheren Wahlen teils»ach rechts, teils nach links Anschlug gesucht und gefunden hatten. Außerdem muß man von den Klerikalen sagen, daß sie durch ihre Zickzackpolitik ihr Prestige schädigen. Sie kehren gelegentlich demokratische, ja sozialistische Seiten heraus, besonder? da, wo es gilt, im Landvolk unserer Partei Konkurrenz zu machen. Als klein- bürgerliche Partei sind sie aber im Grunde stockkonser- v a t i v. so daß Widersprüche zu Tage treten, die sogar den Wählern zu arg sind. Im übrigen bestätigt das Wahlergebnis das auf der Parteikonferenz von Neggio Emilie über die verschiedene Reife des Proletariats in den verschiedenen Teilen Italiens Gesagte. Damals sagte ein Redner, daß gewisse Teile des Landes längst über die Notwendigkeit der proletarischen Diktatur zur Verwirklichung des Sozialismus hinausseien und die Äorbe- dmgungen für die demokratische Durchführung dsS sozialistischen Regimes böten, während andere wirtschaftlich so unreif seien, daß jedet kommunistische Versuch zur Tragödie führen würde. In der Tat sind in dcr Emilia 196 Stadtverwaltungen in Händen unserer Partei, nicht weniger als 66 Proz. aller Gemeinden; in Sardinien dagegen sind von Lo5 Gemeinden nur 10 unserer Partei zugefallen, also nur 4 Proz. In O b e r i t a I i e n hat unsere Partei starke Wurzeln, die selbst Irrtümer und Mißgriffe nicht lockern können; der Süden und die Inseln sind wirtschaftlich und politisch unreif, und die ungeheuren Opfer an Leben, die gerade von ihnen der Krieg gefordert hat, haben zwar vielfach aus der Apathie zur Rcbelliou aufge- rüttelt, aber sie haben weder die wirtschaftlichen Verhältnisse noch die geistige Verfassung aus der fast mittelalterlichen Rückständigkcit herausreißen können, cm der jede revolutionäre Neugestaltung vorläufig noch scheitern würde. Unsere Partei hat allen Grund, die Wahlergebniffe ein- gehend zu berücksichtigen und sie im Hinblick auf die maximalistische Taktik zu bewerten. Die Vorstöße in den großen Städten sind ausgeblieben, was namentlich in Turin viel sagen will, das der Schauplatz eines langen GenerafMcsks und ein Brennpunkt der Mctallaxbetter- beiveguitg war. Erst ein Vergleich der Stimmenzähl der Parlamentswahlen und der jetzigen wird die Möglichkeit bieten, festzustellen, ob wir Stlmmen verloren haben oder nicht. Immerhin haben wir da nicht gewonnen, wo wir stark zu fein glaubten. Mit fiktiver Kraft ist in geschichtlichen Wende- stunden, wie der heutigen, einer Partei allerdings nicht ge- bolfen. Es konnte sich jedoch nicht nur um den Abfall von Mitläufern, sondern auch um ein Zurücktreten von Elementen handeln, die der sozialistischen Bewegung nahe stehen, aber sich nicht als Bolschewisten fühlen. Die Partei ist mit maxi- malistischem Programm in den kommunalen Wahlkampf gc- treten. Sie kann an seinem Ausgang ziemlich genau ermessen, auf welche Kräfte sie zählen darf. Die Ruhrbergleute gegen Stinnes. Aus dem Ruhrgebiet wird uns geschrieben: Durch die Vorschläge de£L'cn[ als auf den StinneS-Zechen. Es sei darum ein provozierender Kohn. baß gerade Stinnes nun sich als der neue Heiland des den Arbeiterführern entgegengenommen werden müßte. In Versammlimgen, die im Bezirk Oberbausen. R«kling- Hansen und Essen stattfanden, kam die Enttäuschung der Berg« arbeiter über das sozialistische Schouaericht. das ibnen geboten werden solle, ebenso drastisch zinn Ausdruck. Man forderte von den Leitern der Organisation, daß sie sofort das U�berschichtenab kommen kündigten. Die Berg- leute wollten sich nicht abschinden, um den Kapitalismus wieder stark zu machen. Da die Svndikalisten für den 1. Dezember Der WUerbund hat von der britischen Regierung ein? Mit- teilung erhalten, wonach sie sich damit einverstanden erklärt, zur VolkSabstim- zu senden. Dce ! spanische Regierung wurde ebenfalls eingeladen, zwei Kom- pagnien zur Verfügung zu-stellen. Ebenso haben die frsnzö- fische und die belgische Regierung eingewilligt, Truppen dort- hin zu senden. Der Kall pstemba. Tie Gleiwitzer Strafkammer hat den polnischen Ober« kaplan Potemba, der in der Hitze des Gefecht» von seiner L.....H...._________;______ Schuhwaffe Gebrauch machte uuÄ drei Personen per» eine Mtiön" gegen"das" Üeberschichtenabkommen" und"für eine setzte, wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung und Waffen- ganz bedeutende Erhöhung der Mindestlöhne angekündigt tragen» zu einem Jahr Gefängnis bzw. 150 Mark haben, so konnte für die Veröffentlichung der Stinnesschen Geldstrafe verurteilt. W.r würden von diesem sehr milden Anti-Sozialisierunasplane kaum ein kritischerer Zeitpunkt als Urteil keine Notiz nehmen, wenn d:e polnische Presse es nicht zum gerade ietzt gewählt werden. Für die Folgen tragen lediglich Ausgangspunkt einer gehässigen Agitation gegen die Stinnes und seine Gesinnungsgenossen die Verantwortung. Zobers ch lesischen Richter machte. Einseitige Begünstigung ; de» Deutschtum» ist oa» Gelindeste, was sie dem oberschlesischen ■ Richterstand vorwirst. Sie verlangt nichts geringere» als den i F r e i s p r u ch Potemba». Wir möchten bei dieser Gelegenheit | doch daran erinnern, in welch rigoroser Weise die französisch- �asenöe? Rolanö. Anläßlich de» NctWzitätkarbeiterstreiks richtete die„Deutsche Zeitung" einen brünstigen Schrei an die Staatsanwaltschaft, gegen die Elektriker Anklage wegen Morde», Mordversuchs, Körverder- letzung, begangen an Kindern und Kranken, und noch zwei Dutzend interalliierten Ausnahmegerichte gegen die deutschen„Verbrecher" vorgegangen sind und mit welcher Brutalität seinerzeit das polnische Standgericht einer Handvoll Leutscher Oppositioneller, die lediglich mit geizigen Waffen anperer angeblicher Straftaten zu erheben. Damit ist ihr Verstl- gekämpft haben, dg- Lebenslicht ausblies. An diesem Maßstab gS- gungseifer chsr noch. nicht erledtzt,.sis will auf Grund de» Nektri.. messen, ist da» Gleiwitz« Urteil überaus. mild«. Aber um Obfek- -zitStSapbettttstpeik»- auch gkeich noch sämtliche Führer der.woten tW»Lt ist es der polnischen Ptefse gar nicht. zu'tstn. Sie verftkcht Parteien", die Betriebsräte intV noch einige tausend Personen ins die oberschkesische LevMerutlg ntit allen Mitteln auf die polnische Gsfängni» bringen. i Seite zu bringen." Daß sie zu derartigen Mittel zu greifen Den zelotisch-n Eifer müssen wir doch durch folgende Fragen, genötigt ist. läßt den Rückschluß zu, daß es ihr an besseren fehlt. etwa» abkühlen: Hat di«„Deutsche Zeitung" schon einmal von A e r z t e st r e i k s gehört? Verlangt die„Deutsche Zeitung", daß auch gegen die Slerztc, die an den Streiks in Leipzig, Halle usw. beteiligt waren, wegen Meedes, Mordversuch», Körperverletzung, D'Annunzio, der Usurpator von Fiuure, erkennt den begangen an Kindern und Kranken usw. usw., eingeschritten wird? Adria-Vertrag zwischen Italien und Süoslatoien nicht an. Er will Oder will die„Deutsche Zeitung", daß bewußt von Staaisan-: den Kamps fortsetzen, bis Fimne mit Italien vereint ist. wälten und Gerstchen bei gleichem Tatbestand, je nach der o o l i t:-- Der Botschafterrat hat beschlossen, daß die f r a n z o- schon Gesinnung der Täter, mst zweierlei Maß ge-'sjschen und britischen Truppen binnen kurzem Danzig Mslanösrunöschau. I messen wird? l > g u verlassen hoben. Ein englisch- sranzösisch-italienischer Aus- Em Stuckchen blauer Himmel. Von Erna Büsing. Frau Sorg« ist ein aufreizend häßliche» Weib und ihre Hände sind so knochig mii hart, und sie kommen mir würgend vor, wenn sie mich berühren. Sc« ist mein Gast und sie verscheucht meinen Buhlen, den Schlaf, auf den ich Rächt für Nacht vergeblich warte. Er übergeht mich. Ich spüre meine Nerven und meine Gedanken laufen, für mich direkt körperlich fühlbar, spazieren. Zum hundertsteu Male beschäftige ich mich eingehend mit der Emrichtung meines Zimmers. Jede» Möbelstück steht, wie ich e» will. Mein Wille herrscht hier. Vor mir bewohnte jemand dieses Zimmer, nach mir wird auch jemand in ihm Haufen. Nach mir, wann wird das sein? Wann wird da» überhaupt sein, wenn mein Bißchen Dasein hinweggekehrt est? Tic Wanduhr tickt auffällig laut. Halte ich sie an, Ml« ich die Sekunden und die Miimten, uns ich werde noch nervöser. Ernsthaft nehme ich mir vor, du willst einschlafen. Du willst einschlafen, m,t dem Gedanken an etloaS Schöne». Und ich denke an ein Stückchen blauen Himmel. Von der Mmskaserue aus sehe ich nur einen Fetzen und den mir durch die vorgelagerte Dunst- wolle der Großstadt. Aber, einstmal», sah ich einen blauen Himmel. So hell, so klar, und ich betrachmie ihn mit solcher Anteilnahme. als ob er nur mir gehörte, als rb ich Kapitalist im Wolkenbesitz wäre. Ein herber Frühltngöwind zog damals über Land. Und lang ausgestreckt dehnte sich ein« Ueberschwemniungswiese. In jedem Tümpel aber leuchtete des Himmel» Blau auf und frisch- äugig guckte sogar ein morscher Zaun. Die Farben spielten mit- einander Jagen. Die Bäume tranken die Schönheit, sie gab ihnen Kraft und das Wollen für die FrühlingSzukunst, für Sommer und Herbst. Fernhin blendete ein Meilenstein. Er sah an» wie ein reinweißer Schimmel in einer b'aii gekachelten Box. Jede Acker- krume haue Glanz ausgesogen und strahlte ihn zurück. Alle» hatte von der Schönheit getrunken und trug darum in sich den Berus zum Werden. Heiser schlägt die Uhr in meinem Zimmer. Der Skachtwind Ichlürst durch die nur lose in ihrem Rahmen hängenden Scheiben, denn der Kin bröckelt ab, und' der Wirt läßt nichts machen. Die Kälte kriecht durchs Zimmer. Selbst nur ein Krümlein auf der Erde, ist mir, als ob ich die Sorge Aller fühle, die jetzt in den kalten Nächten erschauern. Mir ist, als müsse ich wachen, damit ich darüber nachdenken könne, wie ollen Menschen zu helfen fei. Ah, welche Selbnüberhebung, welch lächerliche Wichtigtuerei l ES ist. al» ob ein Mensch sich brüstend sage:„Wir Erde werfen»ine« Schauen in d«l velwnraum." Gemach, fällt fahles Morgendämmern in da» Zimmer. Ich denke wieder an den blauen Himmel. Wir gebrauchen ihn so notwendig! Wir müssen ihn genießen wollen, wir müssen zur Schönheit bereit sein. Wir müssen unsere Berufung zur Schön- heit anerkennen und unser Talent zu einem Körnlein Glück. Glück! Wir sind ja meisten» viel zu lölpelbait dazu, um ein Glück genießen zu können. Wenn heutzutage der Eine dem Anderen den Fuß auf den Nacken setzen kann, dann nennt er diesen erbärmlich unwürdigen Zustand Glück. Wir sind zum Glück erst'reif, wenn wir al» Einzelwesen in voller Selbstverständlichkeit Verantwortung vor der Allgemeinheit übernehmeil und un» von diesem VeranlwortungZgesühl dirigieren lassen, wenn wir in Verstehen und Liebe die Menschen umfassen. Wann aber wird das Stückchen Himmel über dem Zukunft»- land blauen, da» in unserem Gtciuben an die Menschheit, in unserem Hoffen auf die Allgemeinheit, in unserem Bewußtsein der auswärtsstrebenden Kräfte de» Volke» verankert liegt? Berliner Theater:„T-e spanische Nachtigall". Di« Operette stellt wieder Probleme. Sie schreitet vor und zurück, die beweg- lichste der Kunstgattungen. Blech hob sie gerade zur künstlerischen Zesiavbeit, Künnecke verschob ihren Klang zur komischen Oper hin, da» ewige Wiener Einerlei schien begraben, und auch di« Texte, die sich gern einen ausländischen Akzent gaben, wurden sinnvoller, amüsanter. Und nun kommt ein neuer Fall: die dramatische Operette. In der„Spanischen Nachtigall" von Welisch und Schanzer ist tat sachlich ein tiefe» Problem fraulicher und künstlerischer Art angefaßt, die ernste, die� tragische Bajazzo-Seite de» Komödianten- tumS wird grell beleuchtet und läßt nur m Nebenmomenien der Lust und dem Tänzerischen, dem eigontlichen Substrat der Operette. Platz. Wie Dolore» als arme» Mädchen sich verliebt, wie sie der» lassen wird, einem Studenten in heißer Liebe nachjagt, diesen durch ein« glänzend finaierts Rolle, die er für Wahrheit nimmt, in die Arme seiner aristokratischen Gesellschaft zurückwirft, wie da» Spiel dann zu spät als Komödie erkannt wird und zwischen Brettern und Salon keinen gangbaren Weg übrig läßt— da? ist der stoffliche Inhal: dieser Operette. Leo Fall hat ihr den geschmoldigen Wurf seiner Partiturscrtigfeit gegeben, im ersten£11: matt und nur kolorittüchtig, vom zweiten an mit immer stärkerer Erfindung und Schlagcrlaune. Bon der Schablone ruckte er glücklich ab, und sein« Tänze, seine Stimmungslirder schuf der Augenblick und di« Methode. Sehr ansprechend klingt vor allem das Zeitungölied. da» Lied der Spanierin im zweiten Akt, der Mandrilltanz sowie das Straßensängercouplet Manches würde bei einer weniger harmlos heiteren Scherzunterlage noch besser wirken- Diese dramatisch gehoben« Operette kann nur. da gespielt wer- den, wo eine M a s s a r y lebt und wirkt. 2'ese Frau hat neben allem anderen daS Zeug zur großen Tragödin, in ihrer südlichen Kitze, im Fagcn um di« Lust, in ihrem letz!«» HinbauSen bitterer Erkenntnisse, im Luffchlag der totwunden Augen. Sie ist überreich an Bewegungen des Temperament», der Grandezza, de« Luder- leben»; sie wechselt di« Farben ihrer Geste» wi« die fabelhasten Mäntel und Kleider ihres schlanken Körpers, sehr bewußt, aber mit einer genialen, nachdrücklichen Sicherheit des Blute» und der künstlerischen Beherrschung. Wehe dem, der sie imitieren würde! Es gibt keine Sängerin, keine Spielerin auf der Opereftenbühne, die gleich der Massary so begnade: aus den Fugen der Bürgerlich- keit geraten darf, keine Leidenschaft wie die ihre in Gesang, Tanz und Spiel ansteckende Erregung Blutraeisch wird. Einen Kranz ihr auf den schwarzen Scheitels denn sie macht die Operette zu eurem Kunftcreiguis und läßt daS Gesellschaftlich: vergessen. Neben ihr ist in langer Zwischenpause zunächst keiner zu nennen. Dann aber: die reizende Emmq S t u r m, der zwerchfell- lähmende W a ß ni a n n, der spanische Börsianer Julius Brandt, der zarte W i r l, der klassisch: TWermaler E. Stern. Da» Hau» raste vor Begeisterung. K. S. Da» erste Stilleben de« Delster Bermerr. Von dem Deister Vermeer, den großen Genremaler de» 17. Jahrhundert», waren bisher nur Figurenbilder bekannt— außer zwei Landschafte»—» und diese wenigen Bilder, nur einige 30 an der Zahl, gehörten zu den größten Kostbarkeiten de» Kunstmartte». Jetzt hat der hollan- dffche Knnftgc lehrte I. C. Kronig auch ein Stilloben de» Meister» se furchen und veröffentlicht e» in„BurlingtouS Magazine". Es ist ein Werk von ganz einfacher, aber offenbar monumentaler Hal- rung. Ein Seidel auS Steinzeug steht weiß und geW aus einem Marmortisch, auf dem� ein vsar Kastanien liegen, und da» Ganz« hebt sich von dem dunklen Grund« ab, den Vermeer auch sonst per- wendet.__ DaS Märkische Wandertheater öffne! am!. Dezember unker Leitung von Otto G l a e I e r wieder seine Pforten. Der Spielplan der Wander- bfl&ne enthölt: ffioeiSc«„Faul:-..Jpbtnenie', Schiller»„Moria Stuart». LeifingS„Minna von Barnbelm', Drepers„Die Siebzebnjährigen", Leo Lenz'.Veitina» Berlobunz-, Kurt fflötz'„Stzachtbcleuchlung-. jtunfliiickelä „Die blaue Marie", Kadel burgs„Im weißen Rößl', Hauptmanns.Einsam« Menlchen". «ine Sehrstlmvorführung i.Die Geschlechtskrankheiten und ISre Foloen" mit Segleitv ortrag von Dr. Kurt Thomalla veranstaltet der Volks« stastbund morgen Sonnabend abend, 7fl, Uhr, in der Aula Jfflandstr. 9/1(1 lieber die dcntsche Arbeit auf Kriegerfriedhöfen sprechen Prost Wilhelm KreiS und Pros. Heinrich S traumer am Totensonntag im Herren- hau». Mit Lichtbildern. Karlen bei Werlheim. Die ArbeltSgemeiiiß-haft für vergleichende Litcratnrwtfse»- schaft an der Umverlitat veranstaltet am 20. November, abends 7'/, Uhr, in der Aula deS Französtchen Gymnasiums, ReichitagSufer, tbren ersten dir». lährigen Kunilabend. Vortragender: Ferdinand G r e g o r t vom Deutschen Theater: Balladen und Schwante. Eintritt 3 Marl, für LchAer 2 Marl. Die Große VolkSover bringt im Rahmen Ihres Konzeriztzklus in der Neuen Welt am 22. Nov. einen SchillingS-Straug. Abend unter Lellung von Schillings und unter Mitwirkung von Josef Man» und Eduard von Dinlersteiit. Ein Wettbewerb unter den Mitgliedern deS Deutschen Künstle,» bundes des Verbandes der G e b r a u ch« g r a P b i l e r und des Sundes Deul'cher Archttelten, wird vom V. D. A., Wilmersdorf. Helmstedt» Sie«. für einen Bundesstempel und eine Mttgliedslarl« autaesch rieben. An Preisen sind 4000 M. ausgesetzt. tmr% ernäwtt werden, NM die Verteilung der dent- ?chen Handelsgüter tGoodS) zwischen Tunzig und Polen «gemäß gem Friedensvertrag« durchzuführen. Weiter nahm die Aotschofterlonfsrenz Kenntnis von dem Bericht der internationalen .Kommission für die Durchführung der VolkSabstim- m u n g«in O b e r s ch l e s i e n. �Sjr England erregt eine in Irland erbeutete Mitteilung des slbri�tlcmmondierendcn der irischen republikanischen Armee an seiyen Chef des StribeS, in der die Möglichkeit eröriert wird, die d/n britischen Truppen gelieserte Milch mit Typhus und die Kavalleriepserde mit Rotz zu inst- zieren, großes Aufsehen. Die Nationalisten erklärien. das Toku- ment sei gefälscht, was viel Wahrscheinlichkeit für sich hat. UiBer die Lage in Böhmen wird berichtet: Im Laufe des Donnerstags ist es zu keinen ernsten Ausschreitungen gekommen. Tie deutschen Blätter in Prag sind bisher ni ch t erschienen. Im bisher Deutschen Landestheatcr wird auch weiter Tschechisch gespielt.„CcSko Slovo" erfährt, eS sei an maßgebendr Stelle entschieden, daß das Landestheatcr dauernd den Tschechen verbleiben wird. Nach einer Meldung der /Leioziger Neuesten Nachrichten" ist es auch in Franzensbad zu Zusammenstößen zwischen der Bevölkerung und tschechi- 'chfn Legionären gekommen. Die englische Regierung hat eine Note Tschitscherins erhalten, aus der hervorgeht, daß sämtliche englischen Gesänge- n e n in Rußland auf freien Fuß gesetzt worden sind. HavaZ meldet, die englische und französische Regierung würden wahrscheinlich der Rückkehr Konstantins auf den grie- chi.fchen Thron ein formelles Veto entgegensetzen. Bei etzner Wahl Georgs werde man sich voraussichtlich mit ernst- lachen Garantien begnügen. prazeß gegen Prinz. Unter dem Vorsitz fres Landgerichtsdirekiors VrieSkorn wurde heute vormittag vor einer Strafkammer in Moabit die Verhandlung gegen Erich Prinz wieder aufgenommen. Es handelt sich bekanntlich um die verleumderisch: Beschuldigung gegen m-feren Genossen Scheidemann, der als Nebenkläger auftritt. und gegen die Brüder S k l a r z. ICO 000 M. für die Tötung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs attZges--tzt zu haben. Rechts- anwalt Nübell hat den angeblichen Mordbesehl Herde:-- geschafft, nachdem er ihn von Prinz mit..Lokalanzeiger". Geld gekauft hatte. Die inzwischen durch Selbstmord aus dem Leben geschieden« Tänzerin Plan mann baile bekundet, daß Prinz den Befehl selbst angefertigt hat. was Prinz beftreiiet. Er will ihn in Hannover gekauft haben. Er ist nach der letzten Per- Handlung ohne Angabe von Gründen enthaftet worden. Di« Anklage wegen Urkundenfälschung und wissentlich falscher Anschuldigung� vertritt Ctoat-anwaltsckaftSrat Heyner. den Nebenkläger Scheid«na rm vertreten Justiz rat Werthauer und Rechtsanwalt Pro l l, Verteidiger des Prinz sind die Rechtsanwälte Nübell und Walter 5i i ch t e r. Zu Beginn der Verhandlung ersucht Fusiizmt W erihauer um Klarstellung, ob Nübell zugleich Verteidiger und Zeuge sein könne. L«pizrat Wertbauer keilt mit. daß das Kammer. gericht die von der Strafkammer verfügte Beschlagnahme des blauen Hefte» mit den Informationen von Prinz an Nübell aufgehoben Hai, und zwar mit der Begründung, daß der Inhalt im Interesse Nübells und des Angeklagten bei ihren Prozessen gegen Sil a r z dem Nebenkläger nicht zur Kenntnis kommen dürfe, zumal dei Be weisser t de? b'auen Heftes dusch jenes L'nterchss« weit überragt werde. Justizra:.Werthauer belvni dazu, ein derartig«» G«h»imd ossier müsse allen Prozeßpartzien zu- gängsich sein, zumal«S in diesem Fall LufWruug über dl» Ermordung Liebknecht» enthasten soll. ES wird festgestellt, daß da» Kammergericht entschieden bat. von den 24 Seiten des Heft» seien d-ie ersten 23 für diesen Gerichtsfall unerheblich. Juftizrat Werthauer bestreitet entschieden die M'öglich- feit und Zulässigkeit. eine derartige.Feststellung" vor Durch- iührung der Verhandlung zu treffen. Die Prüfung dieser Frage ist Sache diese: Verhandlung hier und dazu muh das Heft hier verlesen werden. Dies wirb durch die Aufhebung der Beschlag. rahme verhindert. Nübell? Auslage wird wesentlich sein: darum könne Nübell nicht auch als Verteidiger auftreten. Tie Verteidigung bestreitet die rechtlich« Möglichkeit des Ausschlusses eines Anwalt» von der Verteidigung. Stach längerer Beratung verkündet der Vorsitzende den Ge- richisbeschluß, Nübell als Verteidiger solange nicht zuzu. lassen, bis er vernommen ist. Erst nach seiner Vernehmung wird zu beschließen sein, ob er al» Verteidiger wieder eintreten kann. (Fortsetzung in der Morgenausgabe.) Wirtschaft 14 Proz. Tividettde bei der A. E. G. Der Abschluß der A. E. G. liegt vor. Das Ergebnis veran- schaulickit die folgende Tabelle, du wir der.Voß' entnehmen: (In 1000 Mark) 1S1Sl20 1018,19 1917/18 1916 17 Dividendenberechligte» Stttienkapital... 200 000 200 000 200 000 184 000 Reingewinn.... 4"' 707 27031 87 200 80871 Dividend«..... 28 000 20 000 28 000 23 000 in Pro,... 14 10 14 12--/. WohlsahrtSeinrichrnngen 4000 2500 8 000 2 000 Angestellte»- und Ar« beiurstiilung... 12 000——— Die Geiellikhaft ist. wie die obigen Ziffern zeigen, mit ihrem Dividendenvorschlag zu dem Jahre 1917/18 zurückgekehrt. GroßSerlw Die Erhöhung ües Stroßeubahatarifs ist, wie cilS dem Schluß unseres heutigen Stadtverordneten» berichts hervorging, durch die Ueberweisung der Magistrats- Vorlage cm einen Ausschuß zunächst noch hinausgeschoben. Wahrscheinlich wird sich die Stadtverordnetenversammlung in der kommenden Woche mit dieser Angelegenheit beschästigen und cmtsprechende Beschlüsse fassen. Bis dahin bleiben die asten Torifpreise bestehen. Die Direktion der Straßenbahn hätte bester getan, mit ihren Neuerungen, die in der Bevölke- rung erheblichen Unwillen hervorgerufen haben, so lange zu warren. bis sich die Vertreter der Bürgerschaft endgültig darüber schlüssig geworden waren. * Nach der den StÄstb erordneten erst gestern unterbreitete:: Dring- l'chkaitsvorlage über die FahrpuäSerböhuwz schloß da» GeichäslS. jach-r 1919 bei der Großen Betkiner Straßenbahn und den Berliner Ostbahnen mit oinem Verlust von 161-18 921 M. ab. Da» erste Vierteljahr 1920 brachte für beide Bohnen«inen weiteren Verlust von 9820503 M, insgesamt 25 767 424 SR. Für die 4 Monate April— Juli 1920 hat ein borläufiger Abschluß einen Fehlbetrag' von 14 Millionen Mark ergeben(4 Millionen Minderein- nahmen und 10 Millionen MahvauSgaben). Bei dem jetzigen 70-Pf.-Darif wird für die Zeit vom 1. Oktober 1020 bis zum 81. März 1021 ein monatlicher Verlust von 5 Millionen her- auskommen. Dabei sind noch nicht die letzten Lohnerhöhungen, die noch schweben, in Rechnung gestellt. Sie ergeben monatlich 7.3 Millwnen mehr. Für 1920 ergibt sich sonach bei dem 70-Pf.- Tarif ein Jahresverlust von 58,3 Millionen. Zieht man jedoch die bisherigen Abgaben dar Straßenbahn an die Einzüge» memdcn für das zweite HaWjcchr 1920/21 mit 17 Millionen ab, so würde sich immer noch ein Verlust von 89,3 Million est ergeben. Auf der anderen Seite würden den bisherigen Gemeinden und da- mit auch der neuen Stadtgomeinde diese Einnahmen fehlen, die anderweit aufgebracht werden müßten. Im übrigen hat der un- günstige Geldstand der Straßenbahn schon dazu geführt, daß auch die Abgabe für das erste Halbjahr 1020 bisher an die Gemeinden noch n.cht abgeführt worden ist.— Bei der Spandauer Städtischen Straßenbahn beträgt der Verlust für 1920 8,0 Millionen, bei der Eöpenicker Straßrnöahn 400 000 M. und bei der Steglitzer Gc- meindebahn 700 000 M. Der öräutigam aus üer„Zauberflöte". Eine überraschende Aufklärung hat ein Einbruch gefunden, bei dem die Täter kürzlich bei der Firma Reichelt in der Mark- grasenstraße 24 13000 M. bares Geld erbeuteten. Der Verdacht der Kriminalbeamten, die mit der Slufflärimg betraut waren, fiel bald auf ein Lehrmädchen, das bei der Firma beschäftigt war- Die Verdächtige wurde verhaftet und gestand aucki, den Einbruch selbst mit ins Werk gesctz! zu haben und bei der AuSsührung an- wesend gewesen zu sein. Wie sie erzählt, lernt« sie beim Tanz in der.Zaüiberflöte' einen feinen Herrn kennen, der großen Eindruck auf sie machte. Später ergab sich, daß cS ein Tischler Georg Schulz war. Weiter wußte sie nick-s von ihm. Dieser feine Herr trat bald mit dem Verlangen an sie heran, ihm bei der Beschaffung von Geld behülflich zu sein. Unter seinem Einfluß ging sie auch darauf ein. Nach dem ersten Plan sollte sich das Lehrmädchen, da» pie Mm Sonntag ist Hausagitation für üen„vorwärts". Wer wird öabei fein unS mt will öabei fehlen I —. 0 Tageskasse nach der Bank zu bringen pflegte, auf diesem Gange von Sckulz überfallen und berauben lauen. Von dftscm Wege kam man jedoch wieder ab, als sich eine bessere Gelegenheit bot. Das Mädchen kam eines Tages mit 13 000 Mk. nach der Bank, als sie scbon geschlossen war. und brachte nun den Be-raa nach dem Ge- kchäst zurück, wo er die Nacht über bleiben sollte. Schleunigst teilte sie das dem Schulz mit, und nun drangen beide zur Nachtzeit in da? Geschäft der Firma ein und holten daS Geld. Hierauf begab sich das Pärchen wieder nach der ,Zauk«rflöte" zum Tanz. Nach m VerhastmA erinnerte sich das Lehrmädchen, daß Schulz, obwohl er mit ihr Stammgast auf dem Tanzboden war, geäußert hatte, er werde sich in den nächsten Tagen verheiraten. Die Kriminal. Polizei erm.irtefti, daß auf dem"Standesamt 7d» tatsächlich ein Tischt« Georg Schatz fein Aufgebot bestellt hatte. Al» die Beamten in sein« in der Thaerstraße belegenen Wohnung erschienen, um sich l?rt näkex zu«kundigen, war Schulz mit der Braut gerade auf dem Stande kamt. Bei seiner Rückkxhr, al» ex sich mit seinen Gästen an der Hochzeitstafel niederlassen wollt«, wurde er gebeten, den Beamten zu folgen. Im HochzeirSanzug, mit Zylinder und Lackst efeln, wurde er auf dem Polizeipräsidium vernommen. Er gestand auch bald ein, den Einbruch begangen zu haben; weiter gab er an, wo er seinen Anteil, 8000 M.. untergebracht hatte. Das Geld wurde auch tatsächlich in seiner Wohnung in de? Rigaer Straße versteckt aufgefunden. Schulz wurde nach seinem Geständnis wieder aus freien Fuß aesctzt, und er konnte weiter an der HochzeitSfeier teilnehmen.__ «Volk und Zeil"» unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postau flage bei Große öffentliche Seamtinnev-Kunögebung heute abend 7'/, Uhr in der Schulaula, Weinmeistcrstr. 15. Tagesordnung: Für Mutter- und KindcSrecht! Gegen die Veriaffungsbrüche der Verwaltungsbehörden! Rcfcrentinnen: Jlka Schütze. Telegraphengehilfin a. A.. Klara Bohm-Schuch. Reichstagsabgeordnete. Gegen Versicherung der Postpakete. In letzter Ze:t haben private VersichcrungSgefellschaften die Versender von Postpaketen öffentlich aufgefordert, die Paket« bei ihnen vor der kleb ergäbe an die Post gegen Brrluit oder Wert- Verminderung zu versichern. Zum Zeichen der vollzogenen Per- sicherung sollen von der Versicherungsgefellschaft gelieferte. Wert» Versicherungsmarken auf den Aöfchnilt der Pakmtarte geklebt wer- den. Wie hierzu das ReichSPckstministerium bemerkt, liegt für eine private Versicherung dieser oder ähnlicher Ar: bei dem heutigen Stand des Wertpaketdienste» der Post keine Notwendigkeit vor. Der Absender kann jetzt bei der Post ein Paket mtt Wertangabe bis 800 M. aufliefern, ohne es in besonderer Weise zu verpacken und überhaupt zu versiegeln. Er hat lediglich den Werl aus der Paketkarte anzugeben. Die Post stellt für ein solche? Paket wie für ander« Wertsendungen eine Einlieferungsbescheinigung aus. Bei Paketen mit Wertangabe von mehr als 800 M. ist eine dem wertvolleren Inhalt entsprechend« Verpackung und die Versiege- lung nötig. Für beide Arten von Wertpake'.en haftet die Post bis zur Höhe der Wertangabe nach dem Postgesstz, und zwar werden nach den nunmehrigen Grundsätzen der Posivenvaliung in Per- lustfällen die Herstellungskosten dss PaketinhaltS mit Einschluß eines angemessenen U.nternehmergewinns vergütet. Da» Publi- kum kann sich bei der Benutzung der allgemeinen Posteinrichtungen alle Ausgaben für eine private Versicherung ersparen. Diese bietet dem Paketversender in keiner Weise ein« erhöhte Sicherheil für die richlige Beförderung dar Sendung, denn die Post hat mit der pri- baten Wertvcrsicherung überhaupt nicht» zu tun. Am Leichenschauhause erschossen bat sich gestern nachmittag ein junger Mann von etwa 20 bis 22 Jahren, dessen PcrsönKchkeit noch festgestellt werden muß. Er hatte eine Kraftdroschke genommen zu einer lebten Fahrt, die ihn nach der Luisen, und Hannoverschen Straße führt«. In der Nähe de» TchauhauseS erschoß er sich n" Wagen. Der Führer, der den Knall härte, fand seinen Fahrgast schon toi aus und brachte die Leiche gleich nach dem Schauhause. Der Unbekannte ist 1,79 Meter groß, hat auffallend langes, dunkelblonde» Haar und ein länglichc». blasses Gesicht und trug«inen dunkelgrauen Hut mit schwarzern Band, einen schwarzen Ueberziehor mit Petzkragen, ein graues Jackett und ebensolche Weste, oiwe arau« Hos«, schwarze axhnür. schuhe, eine« graublau gestreiften Schal unj> eine schtvarzweiß ge- streifte Krawatte. Der deutsche Mevoluttonsfitm. W ft>. Nodemher läuft im U. T. M. ftlroustührunzs-Tbeater im Motiohaus. Sardenbagslr. 6, am äuiei der große oeutlche ReoolulionSstim»Die cntjejscüe OceaichzeU" nach dem gleich- Nammen Roman von Prof- M. Klag. Die Hauvtdarlteller sind: Eugen Klöpill, Paul Haitinanu. Carl de Vogt. Tm-l Lmdt. H. Lachmann, Art:« Bergen. Trude Hostmann, Marion Illing, Oleorg John,'Ali red Fncher, Rosa Dalctti it. a. Regie: iXofef Dolmont.?ln dem Film wirlien bei der Aufnahme 17 00) Arbeitslose m t. « eizieben wir unsere Kinder in der freien Rcligron" statt. Nach dem Bor- iatg freie Aussprache.__ Sroß-Serlmer parteinoachricdten. Moscuthal. Die Einzeichnungen zu den Kirchenwahlen müssen bi» Sonr-abcnd, den 20. d. ffias., beim Genossen Gott haus, Prinz-Heinrich- Str. 10, vollzogen werden._ OewerMoftsbewegung Sie verleumden weiter. Wir sind schon wiederholi auf dre Angelegenheit der Sowjet» lokomotiven eingegangen und haben erst unlängst die von linkSradikaler Solle gegen den Genossen Legren erhobenen Vor- würfe als elende Verleumdungen zurückgewiesen. Heute stfthi sich die„Rote Fahne" erneut veeronlaßt, auf die Angelegenheit einzugehen und dem Deutschen Gewerkschaftsbund und insbesondere dem Genossen Legten die Gründung von Schicbergesell- sch ästen aus Mitglrederbciträgen und die Be Wucherung und Ausplünderung des russischen Proletariats vorzuwerfen. Genosse Legten weilt zurzeit im Auslande und ist toter nicht in der Lage, sofort auf diese Ehrabschneiderei einzu- gehen. Er wird sich bei seiner Rückkunft sofort und hoffentlich sehr detailliert dazu äußern. Es wäre auch nichts dagegen einzuwenden, wenn er den Kommunisten Gelegenheit geben würde, an anderer Stelle den Nachweis zu sühvon, daß er um des p e r, f ö n I i ch e n Vorteils willen unsaubere Geschäfte mit den Mitteln dos Deutschen Gewerkschaftsbundes gemacht hat. Tie Lohnbewegung im �leischergcwcrbe. Nachdem der Sirert die Wirkung gehab: hatte, daß in kurzer Zeit gegen 3 00 F I e i s ch e r me i st e r die Forde r u n ge n bewilligten, fanden auf Anregung des ArbeitSminisieriuins Verhandlungen vor dem SchlichtungSauSschuß Groß-Beriin statt. Sie endeten mit derFällungeinesSckicdSspruchs, der die achtstündige Arbeitszeit und für Ueherstunden (die nur in dringenden Fällen zulässig sind) 30 Prozent, für Sonn- tagsarbeit 20 Prozent Zuschlag festfetzt. Statt der geforderten grundsätzlichen Abschaffung von Kon und LagiS überläßt der Schiedsspruch die Gewährung von Kost und Logis der freien Vereinbarung. Die Wochenlöhne setzt der Schieds» spruch folgendermaßen fest: Im evsten Gcsellenjahre 210 M., Ge- seilen ohne Verantwortung 255 23?., Gesellen in verantwortlicher Stellung 280 M.. Lad enges ellen 300 M>(Die beiden Oberstufen decken sich mit den Forderungen, die erste Stuf« ist 10 M., die zwei:« 6 M. niedrigsr als dich Fmdsrun.gen.) Urlaub wer- den 3 bis 12 Tage im Jahr gewährt.— Für die durch den Zen» tralverband der Angestellten verftrmenen Verkäuferinnen Üt durch Schiedsspruch ein monatliche» Anfangsgehalt von 600 M, jedeS Jahr um 26 M. steigend, und für gualifhsiert« Kräfte 760 M., steigend jährlich um 60 M., festgesetzt. Der Schiedsspruch, dem die Vertreter des Zentralverbandes der Fleischer z u g e st i m m t haben, wurde am Donnerstag einer stark besuchten Versammlung der Gesellen und Verkäuferinnen unterbreitet und mitgeteilt, daß bi» jetzt weder der Zweckveröand der Fleischermeister noch die Innung den Schiedsspruch anerkannt haben. Die Verhandlungen sind aber noch nicht abge»- brechen. Der?lbschluß des Tarife» macht deshalb Schwierig- feiten, weil die Meister neben dem Zentralverband auch den gel- ben Gesellenbund, der nur wenige Müylieder hat, zum VertragSiräger machen wollen, was der Zentralverband entschiüben ablehnt. Die Verband Sleitung legte eine Resolution vor, welche die Ab- lehnung des Schiedsspruches durch den Zweckver- band als eine ProvoSation bezeichnet und verlangt, daß, wenn der Schiedsspruch nicht biZ Montag, den 22. November, abend» 9 Uhr anerkannt ist, d e r K a m p f dann sofort aufder ganzen Linie einzusetzen hat. Zu diesem Zweck soll die Verbandsleitung mit der Vertretung der gesamten Arbeiterschaft wegen Lerhän- gung de? Boykotts in Verbindung ireten. Altmeister Lenz, der in der Diskussion sprach, erklärte na- mens der Innung, daß sie willenS sei, einen Tarif mit dem Zen» tralverband abzuschließen. Lenz und Meister Duwe traten dafür ein, daß da? Ultimatum hlnauözeschalien werde bis nach der in näcksster Woche siatifindenden JnnungSversammlunli, wo sie sich für die Annahme des Schiedsspruchs einsetzen würden. Die Ver- sammlung trug dem Rechnung, und da am DienStag der Innung?» vorstand mit der Leitung des ZentralveröandeS verhandeln wtll. wurde die Resolution einstimmiz angenommen mit der Aenderung, daß das Ultimatum bis DienStag, den 23. d. M., abend? 9 Uhr, hinausgeschoben wird. Sollte bis zu diesem Zesipnnkt keine Verständigung erfolgt sein, dann wftd am Mittwoch— dem Hauptsckstachttag— nicht ge» schlachtet, die Ladenschlächter bekommen kein Fleisch, denn die En- grosschlächtergesellen haben sich mit ihren �Kollegen der Laden- geschäfte in vollem Umfange solidarisch erklärt. Ylrkssndigter Reichstarif. Im Gegensatz zu dem von uns mit- geteilten Beschluß der Städtekonferenz de» Holzarbeiterverbande» hat der Arbeitaeber-Schutzverband für die Holz- industrie den Reiehstarif gekündigt. Bund der technische» lllngeftrllte« und Beamten. Heute 7 Me siochgruppenauschiüsstzuna Slartstrom und Schwachstrom in der Kcschästs« stelle.— Vrrsavmlung tc» LcruisauSschusseS der LermessungSlechnitcr 7'/, Uhr im Berliner KluLhau«, Lhmstr. S.Pulverfabrik?va»i>an. M« Arbeiter und Arbelterlnnen. welch« vom S. November 1918 b!S 24. Mai 1919 entlassen worden find, und die UebergangSakbührniffe noch nicht erbosten baben. treffen sich Sonntag vorm. 10 Uhr im Lokal van C. Held. Berlin O, Mainzer Str. 1«. Sport. louristeu.Pereln»Die Naturfreunde�. OWabn-Vorinte Sonn- tag, 21. November. Lanbcrungen: 1. Kloster Morlv-Piage Fenn Naiur- lchntzparkt-llr-uzire.Ntedkrsinow. Abf. Sielt. Fernbahnhos 5,4g Ubr. 2. Reü- teldc-Bollertdoff-Ar. Klobichsee-Dahmsdoif. Ws. Schles. Bahnhoj S,2S Mr. Bi» Strausberg Karten töse». Slrdeite?- Nadfahrer. Bund.SolidaritSp». Ortsgruppe Berlin- 1.?lbt. 81. November, mittag» 1 Uhr. Machnower Schleuse. LeranU». tür den redatt. Tell- Dr. tLcrner vetler, Tbarloitenbu«!«tr kliueia«,! DU S wcke. Berlin. Vortag: V-ra>Sri»-Serl-g<5. m. b.®., yerila Druck varlt-buchdrackerct v. Verlaataoltast Baut Singer u. io* Setita,•labeafti. 3 Große Sonder-Verkaufstage in allen Abteilungen Trikotagen Handschuhe I Oamen-Trikothandschuiie mit Fmter, Paar 1 Damen-Handschuhe Schweden,rait'm, r� 2459 Paar ' Damen-Slrickhardschuhe..... paar 1550 i Herren-Trikothandschuhe..... paar IS5* | Herren-Handschuhe Sc;iw,iunz geltatiei. Hahn. Prenz- iauerstrage SO. s»?' Pelzqaenitnren! Fiä-ia- lichse 1IV. Rot'üchse 125, Zobel. siich e 15" Mati. elegante Kreuz. fstchse. Silbe efiichie sowtt alle anderen Pei, arten, alles neue. kein» Bcrfal-ware. zu staunenerregend fooildillizen Earntner» preilen! Leihhaus Darfchaucr- straßs 7._____• Areuzfuchf«! 250—; Stlasfa- stich ie! lüü,— 1 Biaufiichfe! Siwerfstchfei.. ManieUraaen! Herrenkragen! Tiigstche? istie» lenaertaiil negeineuer Telegen. heiiskäufc(leine Berlahwaro) Raunen erregen den Spatt- preisen! llPonbieUhtuis SciSn- boiir»r Allee 115(Ringbahnhai. 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