flg. 570 �Z7.�ahrgong Ausgabe A Nr. 148 BeMgSpretS: 3 crt«Iiai)rU30,— OTUmonafLlO�-BK. frei ins Haus, voraus zahlbar. Poll» de,ng Monatlich 10.— Mt. erkl.?»- ftelluncisgeoUhr. Unter Kreu»dand für Deutschland and Oesterreich IS/O Mt� für das übrige Ausiand de> taglich einmal. Zustellung 21.50 M. Post i». stellunqen nekmen an Oesterreich. Ungarn. Tfchecho-SIowatei, Dane- mart, Hallano. �uremdurg. Schweden und die Schweig.— Eingetragen m die Poft»?eiwngs.Meio>ifre. Der.Borwarts' mit der Sonntag» bestage.Volk u. Zeit� eriüieiiii wachet» iiiglich zweimal Sonniaqs und Moi» tags-inmal. Telegramm-Adreste �Sozialdemokrat Verl in-. Morgen-Ansgabe berliner VolKsblati �Zvpksnnis) Nn?eiaenvrechiagSoe� „Sleiue Anzeige»-, das'tu- gedruckte Wort 1,— Ai.(fula)|ij zwei cNgedruckte ffiottt),'flies weitere Wort 60 Pfg. Stellengesuche tmo Schlafstelleuauzeigen das erste Won «5 Psg.. iede° weitere Wort«0 P'g. Wotte über 16 Buchstaben ziiblen für .twe> Wort«. 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Das« die vorhandenen deutschen LuftschiffeudBodcnfec" und „Nordstern" durch den Interalliierten Luftülicrw«nf,ungSausfchuh als Ersah für zwei zerstörte deutsche Lcnkluftschiffe b c s ch l a g, nahmt werden. 2. Daß die deutsche Regierung gehalten ist. den alliierten Mächten den Wert der übrigen zerstörten Lrnkluft- schiffe, sei es in Geld, sei. es durch Neubauten, zu ersetzen. I« Ausführung dieses Entscheidung ersucht General T t e r- man, Bodbervitungen für die U e b e r f ü h r n n g der beiden Luft- schiffe an die anzugebenden Bestimmungsorte zu treffen und ihm Skizzen der Tvpen der zerstörten Luftschiffe sobald als mög- lich einzureichen. Deutscherseits wird der Standtzunkt vertreten, daß wegen Zcr» störung der Luftschiffe keinerlei Forderungen von der Entente mehr erhoben werde» können, weil alle Ansprüche der Alliierten wegen der während des Waffenstillstandes vorgekommenen Verstöße durch da8 Scapa-Flow-Protokoll abgr- gölten sind. tzupsmans über Tschechien. Genosse Camille Huysmans.der Freiiiaol ofmitd aus Prag zurückkehrte, teilte über seine dortigen Eindrücke ehtertt Vertreter unseres Blattes folgende- mit: „Die Zcitunzsmrldungen über die Prager Borgäng?«arr«, soweit ich sie gelesen habe, stark übertrieben. Fch war in verschiedenen Gruppen, es wurden wohl hier nnd da Fenster ein- geschlagen,-aber ich habe schon viel schlimmeres gesehen. Nach zwei Tagen war die nationalistische Stimmung bereits erheblich im L b- flauen. Gestern hatte ich ein längeres Gespräch mit M a s a- r h.k, der Demokrat durch nnd durch ist. ES ist ein großes Glück für daS Land, im Augenblick diesen Präsidenten zu haben. Ich bedauere, daß die Sozialdemokratie aus inneren Partei. rücksichten aus der Rrgierung ausgeschieden ist. Ich bin der Uebcrzeugung, daß viele Arbeiter jetzt, wo sie die Folgen dieses Schrittes sehen, anders denken werden. Das haben mir schon viele persönlich bestätigt. Mit der sogenannten Agrar- Partei, die eine Bauernpartei ist, ist ein Zusammcnregiercn gut möglich. Die Tschcchoslowalei hat die größte Möglichkeit zur Entfaltung der Demokratie, weil sie keine Bureaukratie, keinen Militarismus, keinen Großgrundbesitz, dafür ein starkes Bauerntum hat. In der Verbindung von Bauern- demokratie und Sozialdemokratie liegt die Zu- kunft des Landes." Was Genosse.Huysmans über� die aiigen'vlickliche Sielluug der Parteien sagt, bezieht sich natürlich auf die tschechischen Parteien. D:e deutsch-böhmischen Sozialdemo- kraten haben nie an der- Regierung teilgenommen. In A s ch stürzten tschechische Legionäre das Josefdenkmal um; dann beschossen sie noch die protestierenden Zivilisten, töteten und verwundeten eine Anzahl. Es ist kaum noch möglich, die natio. nalisüschen Exzesse aus der Tschechoslowakei zu registrieren.— Die vier Todesopfer von A s ch werden auf Gemeindekosten bestattet._ Entente und Tiroler Lanöesstbießen. Wien, 19. November. Amtlich wird mitgck'lt, die Interalliierte HeereSklmtrollkommissron habe kürzlich dem Bundesminister! um für AeuhereS mitgeteilt, daß die technische Form des am 20. No- dember in Innsbruck beginnenden Scheibenschießens in gewissem Widerspruche zu Artikel 133 des Friedens- Vertrages von St. Gennam stehe. Das Ministerium des Aeußeren hat daraufhin die zuständigen Stellen ersucht, das Schützenfest womöglich seines offiziellen Charakters zu entkleiden. In diesem Sinne erging auch eine Antwort an die Kontrollkommission. Di« Interalliierte Kommission hat dar- auf geantwortet, daß nach der Sachlage kein Grund vorliege, die Aufgabe der Feierlichkeit zu fordern, daß sie aber hoffe, die Zentral- regierung werde die Landesregierungen von Tirol und Vorarlberg auf die Bestimmungen des Friedensvertrages aufmerksam machen. -Ganz Nordtirols Eisenbahnen stehen still. Die nichtfozralistischen verbände mißbilligen den Streik. Wien, IV. Novewbcr.(WTB.) Der Ministerrat hat die in Innsbruck anläßlich des dortigen Festschießens entstandene Lage er- örtert und u. a. beschlossen, der Tiroler Landesregierung den Rat zu erteilen, alle für die Nufrechterhattung von Ruhe und Ordnung erforderlichen Maßnahmen zu treffen, insbesondere auf die Ein- schränkung oder Einstellung des Festsch'.eßenZ hinzuwirken. Leider hat die Wiener Regierung in den Ländern'gar nichts zu sagen Innsbruck, Iv. November.> sWTB) Das Preisschießen der Tiroler HoimatStvehrcn hat heute früh am Berg Jsel ohne Störung begonnen. Die Meldungen Berliner Blätter vom Aufgebot bewaffneter Arbeiter gegen Kahrbayernzuzug bezeichnet unser Wiener Korre- spondent drahtlich als unrichtig. Die Kahrbayern stehen von der Reise«ch, solange der Verkehrs�treik dauert. Ww wollten sie auch hin?! Der Vö'lkerbunü. Genf, Ist. November. sTN.) Die unter dem Borsitz B r a n- t i n g S zusammengetretene Kommission für A b r ü st u n g 8- frage» beschloß volle Oeffentlichkeit ihrer Berhanb. lungen. Das ist ein unerwarteter, gegen den Beschluß des Plenum? erreichter Erfolg d«r Radikalen. Auch die Kommission für Zuta st u ngsgoniche Deutschöster» r e i ch s und den reuevollen Kotau Bulgariens will öffentlich verhandeln. In der Völkerbundversanrmluntg forderte Barnes(Arbeits- minister, Englands, daß der Völkerbund unbedingt Mitte! finden müsse, um das armenische Volk vor dem Untergang zu retten. Er hob die Aufgabe hervor, durch internationale Dereinboirungen das Los der Arbeiterschaft zu verbessern, und verlangte Aus- kunft darüber, ob ein Mitglied des VölkeAbundrateS das Recht der Beschwerde habe, wenn eine, von de: Washingtoner Arbeiter- konfcrenz getroffene Vereinbarung von ebnem Staat nicht durch- geführt wird. Der Volkerhundrat habe es yerfäumt, den poluifch-rufstschen.Krieg zu vermeiden oder seinen Abschluß zu ver- Mitteln. Warum hat er im Koufläkt zwischen Polen und Rußland wicht interveniert? Barnes forderte, daß die ehemals feindlichen Länder im Völkerbund zugelassen werden. Diese Auschamuna der englischen Arbeiterinassen kam schon zum Durchbruch bei der Frage der Washingtoner Arbeiterkon serenz, an der did englische Arbeiterschaft teilzunehmen sich weigerte, sofern nicht auch die Arbeiter der ehemals feindlichen Länder ihre Vertreter ent- senden könnten. Die englische Aiboiterfchaft vergißt fehteSwegS, daß die Zentral mächte im Jahre lsils die Welt in ein'Blut- mcer gestürzt haben, und wollen die Vevaniwortlichkeit dieser Völker sl!) und ihre VAicht. die verwüsteten Gebiete wieder aus- zubauen, keineswegs avkeuguen. Aber es ist Sache des Völker- Hundes, die Welt aus dem Haß zu rette«. Die Mitwirkung der ehemals feindsicken Länder«in der Finanz- konferenz in Brüssel hat schon da. gezeigt, daß ohne Zuziehung der seindlichen Staaten etwas PasttiveS nicht geschaffen werden kann. Wir müssen das alte System der volitischen Allianzen aufgeben, das so viel Unheil geschaffen bat. Die kaiserlichen Regier! rn gen und die veraniwortlichen Kanzler sind verschvundin, und die Regierungen, mit denen wir es beute zu tun haben, sind Vertreter de? deutschen Volkes.(Beifall.) Der Völkerbund muß in die Zukunft blicken, nur dann wird eS ihm möglich sein, die Mitwirkung der ganzen Welt sich zu sichern und ein« Aera des Friedens und der stetigen Entwicklung für die Nationen zu schaffen. (Beifall.) Zahle- Dänemark unterstützt u. a. die Forderung, die Doku- ment« über die Ve Handlungen des Völkerbundes der Eesfentlich- keit im vollen Umfange zugänglich zu machen. Bundespräsident M o t t a(Schweiz) verlangte, daß �eine Kommission die Frage prüfen wie'die Beziehungen des Völkerbundes zum Völkerbundsrat und zur VölkevbundSvcnammIung geregelt werben könnten. Auch müßte die Stellung des Völkcrsbunds gegen- über den Staaten festgelegt werden� die den BölkerbundSvertrag uicht unterzeichnet hätten. Die Schweiz Hoffe, daß dabei im Geiste der Gerechtigkeit und Unparteilichkeit vorgegangen werde. Die Schweiz leg? den größten Wert auf die Veräffeui- lich der Verträge. Der Völkerbund müsse eine Aera der / offene« Diplomatie eröffnen und die Verträge müßten dem Völkerbunds- sekvetariat in vollem Umfange zur Veröffentlichung über- gbcn werden. Vunbespräsident Motta sprach sobatrn die Zustimmung der Schtveiz zu dem internationalen Schiedsgericht und zu der Forderung Lord CecNs auS. daß der Völkerbund eine energische Aktion zur Rettung des armenischen Volkes unternehme. Sphynx Lloyd George. London. Ig. November. Lloyd George erklärte im llnterhause auf die Anfrage, ob eine Versicherung abgegeben wer. i den könne, daß, wenn Deutschland eine« Antrag auf Zulassung zum Völkerbund stelle, die britischen Vertreter diesen Antrag unterstützen würde», die britische Regirrung wisse nichts davon, daß ein solcher Antrag an sie gerichtet werden würde. » Die„Tribüne de Geneve" bringt ein Interview mit Lord Robert Cecil, wonach dieser erklärt haben soll, daß eS'ür die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund jetzt zu spät sei, da die Anmeldung vot der Tagung hätte stattfinden müssen Ein Antrag zur Aufnahme von feiten einer Delegation sei durch- aus unwahrscheinlich.__ Internationaler Gewerkschaftskongreß. London, 19. November. Den Blättern zufolge wird sich die in der nächsten Woche stattfindende Internationale Ge- Werkschaftskonferenz, an der etwa 150 Delegierte teil- nehmen werden, auch mit wichtigen internationalen Frage« befassen, so mit dem Schutze der Gewerk- schaftsbrweguug in Ländern, i» denen sie jetzt noch unter. drückt werde, der Beendigung der jetzt noch geführten Kriege und der Verhinderung neuer Kriege, dem Wiederaufbau Europa? einschließlich der ErnihrungSprobleme, der Verteilung der Rohstoffe und der Sozialisierung der Produktioas- nnd BeoteilimgSmittcl. Die EntpolWerung der firmee. Von Willy Meyer, Hauptmann a. D. Ein nene5 Reichswehrgesetz steht vor der Tür. DaS Kern- stück seines Entwurfs ist der§ 33. Danach dürfen sich die ReichSweHrangetjömen Politisch weder vereinigen noch ver- sammeln. DaS aktive und Passive Wahlrecht zum Reichstag, zum Landtag und zu den Gemeindevertretungen ruht für die Armee. Ebenso das Abstimmungsrecht in den Füllen, wo große Fragen unseres Volkes der Allgemeinheit zur Entscheidung vorgelegt werden. Eine gründliche„Entpolitisiernng des Heeres" soll dadurch erzielt werden.. Unter den gefährlichen Schlagtvorten der Gegenwart ist eins der gefährlichsten das von der„EntPolitisierung der Armee". Unsere Zeit strotzt und trieft geradezu von Problemen. die alle mehr oder minder politischer Natur sind. Wie soll da eine Entpolitisiernng der Menschen möglich sein durch plumpe Verbote, sich zu vereinigen und zu versammeln? Hat jemand die Grundanschauungen sier Deutschnationalen oder der Demokratischen oder der Sozialdemokratischen Partei, dann ist er in Wahrheit Monarchist.� oder Demokral oder Sozialdemokrat, einerlei, ob er eingeschrieben ist oder nicht. Diese geistige Parteimitgliedschaft kann man ebensowenig per- bieten.' wie' die wichtigsten Mittel zu ihrer Erwerbung, nämlich die Lektüre von Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Büchern. die Aussprache von Mann zu Mann und das eigene Nach denken. Ist es nickt lächerlich, sich an Aeuherlich- leiten halten ,u wollen, wie Mitgliedsbuch, Zugehörigkeit zu Vereinen. Teilnahme an Versammlungen V Jeder vernünftige Mensch wird wünschen, daß die Armee vor dem unseligen Parteibader und dem Parteiaezänk de- wahrt bleibe.'Aber deshalb jede polnische Betätigung und Beteiligung den Roichswehranaehörigen zu untersagen, heißt wahrhafiig das Kind mit dem Bade ausschütten. Wir haben uns in der ganzen Welt lächerlich gemacht durch das lkeberniaß unserer Verbote und Vcrordnstngen. Weise Selbstbeschränkung hierin tut wahrlich dringend not. Deshalb hinweg mit dem§ 33. Es ist eine unsagbar törichte und kleinliche Auffassung, daß man brauchbare Soldaten nur auf dem Wege völliger politischer Entrechtung er- halten könne. Sind wir wirklich so geistlos und armselig, daß wir keine anderen Mittel als politische Beraubung wissen und finden, um unsere Soldaten davon zu über- zeugxn. daß es eine unerläßliche Notwendigkeit ist. niibedmgt für die verfassungsmäßige Regierung einzustehen, auch dann, wenn man im Einzelfall persönlich ihre Mittel und Pläne nickt billigt, die man naturgemäß zunächst meist noch gar nicht übersehen kann? Entpolitisteren im Sinne des A 33 kann man heutigen- tags m. E. nur Menschen, die an Stelle des Gehirns Stroh ini Kopse haben, oder so jung und unerfahren sind, daß sie an den Geschicken der Nation innerlich noch keinen Anteil nehmen. An diesen Männern oder Knaben kann uns nichts gelegen sein. Ich lialte sie vielmehr für eine schwere Gefahr für die innere Sicherheit, da sie das beste„Menschen- mateiial" zu einem neuen Kapp-Putsch abgeben. Was die Reichswehr nicht braucht, sind Nur-Iawohl- Sager nnd nur Nur-Strammsteher. Was sie dringend braucht, sind freie, denkende Persönlichkeiten, ganze Männer, die freiwillig und ans innerer Neberzeugung(nicht aus Stumpf- sinnigkeit) Gehorsam leisten. Die Disziplin, die gerade in unseren Zeiten ganz besonders unerläßlich ist, muß fundamentiert sein in der Aufhellung der Köpfe, über die Not wen- digkeit einer unbedingt zuverlässigen und bedingungslos ergebencnRegicrurigsmacht. ferner in der Ausklärung über das Wesen unserer Staatsförm und über d i e Grund- Probleme unseres Wirtschaftslebens. Schlägt man diesen Weg ein, dann wird man erreichen, was jeder Vernünftige erstreben muß. nämlich, daß unwre Soldaien nicht in den Netzen politiicher Wirrköpfe sich ver- fangen und sich nicht betören lassen von jedem Politischen Rattenfänger, der eine radikale Flöte bläst. Die Verbote des § 33 werden dies Ziel m. E. bestimmt nicht erreichen. Sie werden vermutlich nach dem Satz:„Verbotene Früchte schmecken süß" nur den Geheimbündeleien Tür und Tor öffnen. Eine geistige Absperrung und Einkerkerung, eine politische Daucrguarautäne der Iteichswehrsoldaten ist undurchführ- bar. Eine Immunisierung gegen politische Giftstoffe muß möglich sein. Da Politik und Wirtschaft meist nicht zu trennen ist, macht der§ 83 die Zugehörigkeit zu nichtpolitischen Vereinigungen und die Teilnahme an deren Versammlungen von der Genehmigung der Vorgesetzten abhängig. In der Praxis dürste dies zu den allergrößten Schivierigkeiten führen. Vor- gesetzten, die noch ganz in den alten Anschauungen befangen sind, erscheint die Idee, daß auch Soldaten heutigen Tages sich organisieren, als etwas ganz Unerhörtes.' Ungehöriaes. llnbercchtigtes, Achtungverletzcndes, Disziplinschädigendes. Die praMschm Folgen dieser Tatsache kann sich jeder ausmalen. Einen Vorgeschinack haben viele am 14. d. M. bekommen, wo der General Rummschöttel die Teilnahme an dem zwei- jährigen StistungSfrst des„Neichswirtschaftsverbandes der Berufssoldaten" allen ReichSwehrangehörigen seines Befehls- bereichs(auch wenn sie Mitglieder deS Ler- bandes Ware»!!) verbot, weil der Verband für die Bei- beHaltung deS wirtschaftlichen Koalitionsrechts der Soldaten kämpft. Da der§ iL noch Entwurf und noch nicht Gesetz ist, war das Verbot meiner Auffassung nach völlig ungesetzlich. Welche Berbote werden zu erwarten sein, wenn der Z 33 erst Gesetz ist? Wir dürfen auch nicht die Gefahr der Auslegungsmöglich- leiten deS§ 33 unterschätzen. Wer gibt uns eine Garantie, daß hochpolitische reaktionäre Organisationen(wie die Dinge nun ein nial liegen) plötzlich gar nicht mehr als politische Vereinigungen aufgefaßt werden, sondern fortan in der Rubrik„nationale Bildnngs- vereine" rangieren, in die der Eintritt erlaubt, ja sogar energisch gefördert wird. Und daß auf der anderen Seite Wirtschaft- liche Vereine, die auf ausgesprochen repu- blikanischer Grundlage stehen, plötzlich als hochpolitische Organisationen angesprochen werden, in die der Eintritt streng der- boten ist? Entrechtet man die Reichswehr politisch, dann muß man logisch fein und auch unsere Polizeitruppc Politisch entrechten, die insgesamt etwas mehr als die Hälfte stärker als die Reichswehr ist. Die Polizcitruppe wird, wenn Waffengewalt im Innern angewendet werden muß, wahrscheinlich eher und öfter in Tätigkeit treten als die Reichswehr. An ihre Zu- verlässigkeit und Disziplin werden demnach mindestens genau so große Anforderungen gestellt werden, als an die Reichs- wehr. Träfen die Gründe für die politische Entrechtung der Reichswehr zu. so träfen sie in ganz besonderem Maße für die gesamte Polizeitruppe zn. Aber um diese politisch ent- rechten zu können, muß man die Verfassung ändern, weil diese eine Abstrichsmöglichkeit von den politischen Grund- rechten nur für die Reichswehr vorsieht. Man sieht, wohin der K 33 letzten Endes führt. Man.komme nicht mit dem Einwand, wem der H 38 nicht paßt, der braucht ja nicht Soldat zu werden, er ist ja frei. Wir wissen zur Genüge, daß es nur sehr wenige sind, die heutigen Tages frei sind, und daß die meiste» von uns in dieser sorgenschweren Zeit wirtschaftlich stark gebunden und gefesselt sind. Ter Entwurf des RcichswehrgesetzeS hätte unter der Regierung Wilhelms II. auch nicht anders ausfallen können. Er kommt 25 Jahxe und mehr zu spät. Vom Geist der neuen Zeit verspürt er keinen Hauch. DaS Lob, das ihm fast alle konservativen Blätter direkt oder indirekt spenden, sollte zu denken geben. DaS Gesetz ist ein Ausnahmegesetz. Es macht die Reichswehrangehörigen zu Fremdkörpern im Volke und zu Staatsbürgern zweiter Ordnung. Es nimmt ihnen Rechte, die nur den ZuchthauSinsassen genommen sind. Rechte, die der englische, amerikanische und österreichische Soldat hat (um nur einige zu nennen). Der Entwurf tvird, wenn er besetz wird, den Um'egcn jedes Ausnahmegesetzes verbreiten. Für jede Persönlichkeit, die freiheitlich empfindet und berechtigtes Selbstbewußt- sein hat, ist der§ 33 meinem Empfinden nach unerträglich, weil er eine würdelose Bevor- mundung erwachsener deutscher Männer darstellt, von denen man die ständige Be- reitschaft zur Hingabe von Gut und Blut für das Allgemeinwohl erwartet. Deshalb hinweg mit diesem Paragraphen. Noch ist'S Zeit, wenn der Teil der Abgeordneten und der öffentlichen Meinung auf dem Posten. der freiheitlich empfindet und weiter horozontiert ist, alS die Verfasser der poetischen EntrechtungSbcstinimung. Treu, Glauben unö Schweinefleisth. Die Stadt Dortmund iWestf.) hat im Frühjahr d. Is. mit dem landwirtschaftlichen Verein eines westfälischen Kreises Schweinemast Verträge abgeschlossen. Die Dinge nahmen anfänglich eine gute Entwicklung. Auf Grund der durch die Verträge gelieferten Schweine konnte bereits einmal eine allgemeine Verteilung von'/«Pfund Schweine- fleisch pro Kopf(Gesamtmenge ungeiähr 700 Zentner) vorgenommen werden zu dem Psundpreis von 11 M. ES war immerhin ein bescheidener Anfang und die Aussicht auf erhebliche Steigerung durch weiteren Ausbau der Verträge. Infolge der Freigabe der Fleischwirtschaft ist albcr d u rch d i e g a n z e n Pläne ein dicker Strich gemacht. Die vcrtragspflichtigen Landwirte ver- weigern jetzt die Lieferung. Sie können nicht geltend machen, daß sie bei den vereinbarten Preisen nicht bestehen können, sie verweisen nur auf die infolge der Freigabe» der Fleischbewirtschaftung ge- waltig gesteigerten Preise und erklären: entweder erhöht ihr die vertraglich festgelegten Preise ganz erheblich oder wir liefern nicht mehr. Sie erkennen an. daß bei Nichtelfüllung des Vertrages die Konventionalstrafe von 500 M. pro Schwein fällig wird; aber eher wollen siedieseöOOM. zahlen, als daß sie den Vertrag einhalten! Man kann daran erkennen, welch unerhörter Wucher als Folge der freien Wirtschaft herrscht, aber auch, wie dnrch die freie Wirtschaft alle Moral mit Füßen getrampelt wird. Treu und Glauben baben iveiter kein Heimatsrecht. Aehnliche trübe Erfahrungen machte die Stadt Dortmund im vorigen Jahre bei in großem Umfang getätigten Anbau- Verträgen mit Hülienfrüchten. Auch damals wurde unter .Hinweis auf die im freien Handel gebildeten Wucherpreise die Vertragserfüllung verweigert. Was sagen dazu die verantwortlichen Stellen in Berlin? Sie sehen untätig der Sache zu und wollen glauben machen. daß dies alles nur eine bald vorübergehende Er- s ch e i n u n g ist. In einigen Wochen werde sich alles schon zum Besten weuden. Daran glaubt aber selbst ein Hermes nicht._ Die Konfulatftürmer vor üem Schwurgericht. NuS Breslau wird uns geschrieben: nebet«ine Doch« bereits wird in einer außerordentlichen SchwurgerichtSverirbe in Breslau gegen 20 an der E r st ü r- rnung des französischen und des polnischen Kon- s u l a t» in Breslau beteiligte jung« Leute verhandelt. Außer zwei etwa siebzehnjährigen Gymnasiasten find es zumeist Arbeiter, die auf der Anklagebank sitzen, und deren Ver- brechen zum großen Teil nur darin besteht, daß sie der erregie« Menge an jenem Sß. August aus Neugierde folgten und in den allgemeinen Tauen«! der Verhetzung mitgerissen wurden. Die TeweiSausnahm«, zu der über 150 Zeugen aufgevoten find,'ist noch nicht abgeschlossen, hat aber bisher schon klar er- kennen lassen, daß das ffierichi noch andere Ziele verfolg: al» allein die Feststellung der Schuld oder Unschuld der Lnge- klagten. Die beiden Hakenkreuzjünglinge wurden als Anstifter und Lufpeiifcher der Masse stark belastet, doch versuchte man von der Staatsanwaltschaft und von der Ver- teidigung auS die Glaubwürdigkeit der Belastungszeug«, stark in Zweifel zu ziehen. Der eine arbeitet« für da» Breslaues Poli- zeipräfidmm zur Aufklärung des KappistemnordeS an de» Sozialisten Echottländer und Demmich, und man versuchte nachzu- weisen, daß seine Berichte für die Polizei aufgebauscht und auS der Lust gegriffen gewesen seien. Es wurde aber im Gegenteil festgestellt, daß er außerordentlich zuverlässig gearbeitet hatte. Viotleicht ist damit auch ein Nebenziel mißlungen, diesen Zeugen für den im Dezember hier stattfindenden Prozeß gegen eine größere Anzahl K a p p of fi z j e r e von vornherein unglaubwürdig zu machen.'Den zwei- ten Belastungszeugen, der Mitglied des Dreslauer ErwerbSlosen- Tolstoi zum GeöSchtnis. Zur zehnjährigen Wiederkehr feines Todestage».' Tolstoi und der Muschik. Tolstois Zeiten und Völker. umspannende Persönlichkeit ist durch Krieg und Revolution in den Schatten gedrängt. Seine großen Romane, die im echt epischen Geiste geschrieben sind, erfordern Muße und liebevolle Versenkung, wie sie diese aufgeregten Zeiten nicht' aufbrachten. Seine Proteste gegen die russische und enro- päische Barbarei sind zurzeit vergessen, well sie entweder durch die Ereignisse überholt sind oder durch neue, vi«l schlimmere Barbarei überboten wurden. Sein leidenschaftlicher Ruf nach Frieden und sein Evangelium der weltumspannenden Liebe müssen auf den Trümmerfeldern der Kulturnationen wie blutiger Hohn wirken. Aber weder der Dickster noch der Weis« und Seher sind tot, die Zeit wird wiederkommen für ihn. Wie kein zweiter hat Tolstoi in der Seele de« einfachen russischen Bauern gelesen. Der befreite Bauer wird ihn einst verehren und auf ihn lauschen. Seltsam berührt heute der B r ie f, den Tolstoi am 16. Januar 1902 an den Zaren Nikolaus ll. richtete. Der Zar hat nicht« daraus gelernt und die Ereignisse gingen ihren Lauf, aber Tolstois Menetekel bleibt:„Dnrch Gewaltmatzregeln kann man ein Bot? bedrücken aber nicht regieren. Das einzige Mittel, ein Volk wirkkich zu regieren, besteht gegenwärtig nur darin, daß man an die Spitze der auS Finsternis zum Licht strebenden Volksbewegung tritt und da» Volk den nächsten Zielen«ntgegenführt. Um da» zu können, muß man dem Volk vor allen Dingen Gelegenheit geben, seine Wünsche auszusprechen und seine Not zu klagen, muß diese Wünsche und Klagen anhören und denen stattgeben, die den Bedürfnissen nicht einer Klasse oder eine» Standes, sondern denen der Mehr- hell de» Volkes, der Arbeitermassen, entsprechen. In Rußland. Ivo die ungeheure Mehrzahl der Bevölkerung auf dem Lande und in völliger Abhängigkeit von allen möglichen Gutsbesitzern lebt, kann die- Befreiung nur dnrch Aushebung deS Landeigentum» und Erklärung deS Landes alö Gemeinbesitz erfolgen.— Ich glaube, da» Landeigentum in unserer Zeit ein ebenso schreiendes ofkenkundiges Unrecht ist, wie die Leibeigenschaft vor S0 Jahren. Ich glaube, daß die Aufhebung des Landeigentum» das russische Volk in hoh«n Maße unabhängig machen und dem Wohlstand und der Zirsrteden- hell entgegen führen wird." Rußland» Zukunft beruht auf dem Bauern, der im Boden narrzelt und alle Kriege und Revolution«», überdauern wird. Wenn«r Freihell und Land behält, wird er Tolstois Hoffnungen erfülle«. Rolland über Tolstoi. Romain Rolland hatte die innere Berufung, das Leben de» großen Weifen von Jasnasa Poftana zu beschreiben. Sein Buch soll nunmehr auch in deutscher Sprache erscheinen Rolland gibt darin die Eindrücke wieder, die«r und feine Jugendgenossen hatten, als ihnen da? mächtige Gestirn Tolstoi aufging: „Für uns alle war er die Pforte, die ins unermeßluhe All führte, die Ofkenbaruin, ve» Lebens. Um un» her. in unseren Fa- Milien, in unseren Provinze« erweckt« die gewaltige Stimme, die von den äußersten Grenzen Europas her ertönt«, zuweilen ganz unerwartet, dieselben Sympathie». Ick' entsinn« mich, daß ich ein- mal zu meinem größten Erstaunen Leute au» meiner Niocrnar Heimat, die sich kerneswegs für Kunst interessierten und die fast nichts lasen: mit verhaltener Rührung über den„Tod de» Iwan Zljitsch" reden hörte. Für un» genügte e» nicht, da» Werk zu be- wundern, wir lebten e». es war unser. Unser, durch seinen brennen. den LebenShunger, durch sein jugendliches Fühlen Uirset, durch Sne Ironie, die ans die Bind« von den Lugen nahm, durch seinen onungSlosen Scharfblick, sein Wissen um den Tod. Unser, durch sein« Träume von brüderlicher Liebe und von Frieden unter den Menschen. Unser, durch seine furchtbare Anklage gegen d'« Lügen der Zivilisatwn. Durch feinen Realismus und durch seinen Mystizismus. Durch feinen Erdgeruch, durch seine« S,nn für die unsichtbaren Mächte und durch fern Erschauern vor de« Un- endlichen. Diese Bücher sin» vielen v-n uns das gewesen, wa» der „Werther" femer Generation war: der wundervolle Spiegel unserer LiebeSkräfte und unserer Schwächen, unserer Hoffnungen, unserer Geprecken und unserer Entwutignugem. Es machte uns weder Torg-, all« diese Widersprüche in Einklang miteinander zu bringen, noch dies« vielgestaltige Seele, in der das Weltall widerhallte, in enge, religsöse oder politische Kategorien zu zwängen. Wir sagten uns keineswegs wie die Kritiker von heute:.Es gibt zwei Tolstoi. den vor dem Wendepunkt und den nach dem Wendepunkt: der ein« ist der gute, und der andere ist es nicht." Für uns gab es nur «inen, und wir liebten ihn restlos. Denn wir fühlten instinktiv, daß in solchen Herzen alle» übrreim stimmt, alle» in Verbindung miteinander steht." Gorki und Tolstoi. Maxim Gorki hat vor kurzem in London ein kleines Buch erscheinen lassen, da» den Titel„Erinnerung«, an Tolstoi" führt. Gorki hat Tolstoi nie geliebt, aber ihn stet» verehrt. Er war für ibn der Magier, dessen Einfluß er zuweilen so stark unterlag, daß er in Anwesenheit. Tolstois gelegentlich die Rolle d«S überzeugten Jünger» spielte. Da» tat er auch eine» Tages wieder, an dem er mll begeisterter Beredsamkeit erklärte, wie glücklich lein Ltbeii geworden und wie rein sein Seele geblieben wäre, wenn sr stets die Lehren der Apostel beherzigt hält«. Tolstoi aber ließ sich da- durch nicht verNlrfsen, sondern flüsterte Gorki leise m» Ohr: „Sachte, fachte, du Spitzbube, du lügst ja. und zwar nur. um mir einen Gefalle« zu tun." Gorki nimmt durchaus keinen Anstand, auch.die harten Urteile wiederzugeben, die Tolstoi über seine Bücher fällte. Er nahm vor allem an der Romantik und Manierierlheit von GorkiS Darstellungen Anstoß. Die Romantik, erklärte et, fei nur daS Ergebnis unserer Angst, der Wahrheit mutig chg Gesicht zn sehen. Gorki« Bauern drückten sich nach seinem Geschmack üverdie» viel zu gebildet auS. Seit vierzig Jahren wiederholte Tolstoi, die Kunst sei ein« Lüge,»enn auch ein« schöne.„Wir alle", so erklärte er Gorki. „sind schreckliche Lügner. Ich selbst fühle, wenn ich schreibe, für die eine oder die. andere meiner Personen ein starkes Mitleid, da» mich bestimmt, dem einen eine gute Eigenschofi beizulegen. oder einem anderen etwa» von dem Uebcrfluß an Güte des einen zuz»w«isen, damit er im vergleich zu ihm nicht üllzu schwarz er- rate» ist, versucht« man der Unterschlagung von 8000 Mark zu verdächtigen, und al» die» mißlang zerrte man seine Vorstrafen au» feinem 12. und 20. Lebensjahre hervor(der Mann ist heute 40 Jahr« alt). DaS Ziel war nur allzu deutlich. In den letzten Tagen schlug da« Gericht eine andere Taktik ein. E» ließ die Angeklagten Angeklagte sein und beschäftigte sich eingehend mit dem Versagen der SicherheiiSpoti» zei durch Vernehmung des früheren Polizeipräsidenten Eugen Ernst. Ferner forderte das Gericht Auskunft von verschie« denen Polizeibeamten über die innere Organisation der Polizei, über Beamtenfragen, über die Art der Ar- beit der Kriminalpolizei uftv., und suchte den Bewei» dafür zu erhalten, daß der KonsulatSsturm polnische Spitzel- gewesen sei. Hierbei schloß man sogar zeitweilig die Oeffent- l i ch k e» t aus, doch die erhoffte Sensatiom blieb au«. All diese Dinge stehen in keinerlei ZufWmenhang mit dem Prozeß, der doch lediglich darüber zu entscheiden hat, ob sich die Angeklagten des LandfriedenSbrucheS oder der Plün- derung schuldig gemacht haben. Bekanntlich war auch gegen die deutschnationale Volkspartei, in deren Wesen ja eine nationalistisch« Hetze mit solch bitteren Folgen begründet ist, der Vorwurf erheben morden, sie habe Demonstration und Gewaltakt vorbereitet. Als« mußte auch von diesem Gericht eine Rechtfertigung der d e u t l ch n a t i o n a l e n Partei bewerkstelligt werden! SBaS da» alle» mit dem Prozeß zu tun hat, ist unerfindliä� Die kostlpielifle Nekckswebr. Im Hauptausschuß des Reichstage» wurde am Freitag der Etat de» ReichSwehrministeriumS beraten. Tie Ge- Nossen S t ü ck I e n und S ch ö p f l i n übten eingehende Kritik an der enormen Höhe de? Etats, der 4 Milliarden beträgt. Auch bei Berücksichtigung des niedriaen Markstandcs, erklärte Genosse Stücklen, ist diese Summe viel zu hoch. An dem Etat werden Abstriche gemacht werden müssen, denn da« voll kann diese un- geheuren Ausgaben nicht tragen. Genosse Schöpflin kritisierte die Ueberzahl der Offiziere. Viele Steven sind überhaupt nur geschaffen worden, um Offizieren Unterkunft zu schaffen. Der Redner besprach weiter die reaktionären Strömungen im Offiziersko»»», die eine stäckdige Gefahr für die Republik sind. Reichswehrminister Gehler bezeichnete sich al» den„Arzt de» ?seercs", dessen Aufgab- e» weniger sei. gewalttätig einzugreifen merken wir!) als versöhnend zu wirken. In der Kokarden- frage habe er zunächst noch eine gewisse F r i st gegeben, so- bald aber daS 100 000-.Mann.Heer endgültig gebildet ist, werden alle Militärpcrsonen das Hoheitszeichen de» Reiches tragen müssen.(Wir warten/S ad!) Bor dem Militäcetat war noch über einen AuSgabenposten de» ReichSwirischastSministeriumS von 00 Millionen Mark Papier» Holzverbilligung zugunsten der Presse beraten worden. Hierzu war ein Antrag gestellt, die Regierung möge Druckpapier- Zuschüsse an gut rentierende Tageszeitungen nicht mehr zahlen. Abg. Genosse Fischer bemerkte hierzu, daß der Begriff einer gut rentierenden Zeitung außzrordentlich schwan gend sei. Entweder solle man die Zuschüsse ganz sperre» oder ohne Rücksicht auf die Rentabilität verteilen. Ter Antrag, gut rentierende TageSzeiinnaen nicht mehr zu unterstützen, wurde abgelehnt und die Position über 00 Millionen Mark b e- willigt._ Konflikt km boperischen llanütag. München, 10. November. Im Landtag hat heute Abg. Leonhard für die U.D.P.«ine längere Erklärung verlesen, in welcher die D e«- fchäftSführung de« Landtagdpräsidenten König. Hauer beanstandet und gesagt wird, er habe schwer beleidig g e n d e Beschimpfungen deS Abg. Held gegen den Abg. GareiS (U.S.P.) nicht gerügt und die Redefreiheit des Abg. Neu man»(U-S.P.i verfassungswidrig beschränkt. Nach längerer Aussprache wurde ein Antrag Held(Bayr. Vp.) auf ein Vertrauensvotum für den Präsidenten mit allen Stimmen gegen die der U.S.P. angenommen. Abg. Leonhard(U.S.P) erklärte hierauf, daß feine Fraktion nach dieser Abstimmung den Abg. Gotzler beaustragt babe, sein Amt«18 2. Vizepräsident sofort niederzulegen und sich nicht mehr am Präsidium zu beteiligen. scheint. Ich behaupte deshalb, daß all« Kunst Verlogenheit ist und einen unwürdigen Sandel darstellt, der dem Volk schädlich ist. Gorki hörte sich das alles damals gelassen an: in Zorn geriet er nur über die politischen Ansichten Tolstoi». Seine Pamvität, seine Lehre, dem Uebel keinen Widerstand zu leisten, bedeuteten für Gorki ein« unbewußte Begünstigung der schlechtesten Eigen- schas: de, russischen Volke»: DcS Fatalismus. Hier sieht Gorkl durchaus richtig.„Ter Russe ist ein Faulpelz", erklärt« er.„der vor allen Tingen»ach einer Entschuldigung für seine Indolenz sucht. Es gibt nicht wenig Leute, die der Ueborzeugung leben, daß un» Russen die Erleuchtung vom Westen und nicht vom Osten kommen muh. Tiefer Riefe aber sperrt« vielleicht unbewußt, wie ein großer Fels, den Piai, der uns nach Europa und zu der europäischen Arbeitsfreude führt, die von dem Menschen die Höchst- cmspannung aller seiner persönlichen Kräfte fordert. So ist auch Tolstois Haftung gegenüber der Wissenschaft durchaus von seiner Nationalität bedingt. In ihm spiegelt sich anschaulich der a!-t« Zweifelgeist, der bei dem russischen Bauern au» seiner Unbildung entspringt. In Tolstoi ist eben alles rein national gefärbt. Seine Lehre war eine Reaktion gegen die Vergangenheit,?in Atavismus, den wir bereit? abzuschütteln und zu überwinden begonnen haben." Da» Proletarische Theater führte in einem von den Zuschauern freilich nur halb gefüllten großen Saal der Hasenheide GorkiS früher, vor dem Kriege und der Revolution, auch in der Berliner Volkstühne gespieltes Drama„Feinde" auf. Die Leitung des neuen Unternehmens, das sich al»„Bühne der revolutionären Arbeiter Groß-BerlinS" bezeichnet, mißbrauchte die Unbekanntschafl weiter Kreise mit dem Wirkou und den Zielen jener alten Organisation dazu, um in den am Eingang des Saales aufliegenden W:rbe.- blättern die Volksbühne neben. Kientopp" und„Profitthcater" als ein Proxagandamittel„für bürgerlich« Weltanschauung" und Klassendersöhnung anzuschwärzen. In dem ZtzUu» von Gesellschaftsd-amen, die Gorki seinem un- vergeßlichen„Nachtasyl" bat'eigen lassen, sieben die„Feinde" mit an erster Stelle. Auch hier berührt den Nichtrussen in der Zeich- vu»a der die bürgerlichen Schichten repräsentierende» Figuren manche» fremdawig. Nadja und Lolimi, wie den halilo» melancholischen Allccholil«. der al» Shmbol der geistigen Selbstzersetzunq einer parasitären Gesellschaft gedacht ist, wird man. losgelöst vom Hintergrund der russischen Heimat, hei un» schwerlich als Spiege. King befilmmwr Strömungen und Tendenzen deS bürgerlichen Leben» empftndew Auch die irnS ungewohnt« breite, den Gang der Handlung so häufig unterbrechende AuSspinnung der Tiskuision hat etwa» Hemmende». Aber während die anderen Stücke de» ZhkluS kaum über die Schilderung der drückenden bürger'ichen Mi- ser« und Lhnmacht herauskommen, prägt sich hier in der Kontrast» grupp« der durch ein unerschütterliche» SolldaritätSbewußtsem ge- einten und über ihren individuellen EgoitmuS hinausgehobenen Proletarier Macht und Kraft von GorkiS eigener Ueberzeuguirg, der Elan keine» feurioe» revolutionären Temperaments aus. Der Gedanke, daß in dem Kampfe um die gemeinsame Sache einer'für alle' und alle für einen stehen müssen, hat in der Seele dieser ein- fachen Leute so tief Wurzel geschlagen, daß in der GerichtSver- Rt. 570 ♦ 37. Jahrgang Heilage ües Vorwärts Sonnabend, 20. November 1020 GroßGerlw Aünöhütchenexplosion in der ölücherstraße. Elve Person getötet, Mei schwer verletzt. Die in der letzten Zeit sich häufenden Explosionen von nnacht- fiint behandelten Geschoßteilen nehmen ihren Fortgang. Wegen einer schweren Zündhütchenexploswn wurde gestern nachmittag die Berliner Feuerwehr nach der Bliicherstraße 12 alarmiert. Dort war au dem zweiten Hof beini Verladen Munition explodiert und harte sofort eine Person getötet und zwei schwer ver- letzt. Ueber den eine Panik verursachenden Vorgang wird uns berichtet: Auf dem Grundstück Blücherüraße 12 befindet sich die Muialicnr-, Waffen- und Jagdgerätcgroßhandlung von Karl Kap- p e K. Der Inhaber der Firma gab einem Hausdiener im August d.m Auftrag, einen Posten Zündhütchen für Militärgewehre — angeblich mehrere Millionen Stück— fortzuschaffen und zu ver- senten. möglichst im tiefen Wasser. Der Markthelfer Walter Mund aus der Ädolfftr. 2l führte den Auftrag indes nicht auS, sondern dachte daraus ein Schiebergeschäft zu machen. Er beseitigte die Zündhütcheu in einem Keller an verborgener Stelle. Als nun am Freitag der Aliwarenbändler Reinhold Welke aus der Prenzlauer Str. �39 mit seinem Kutscher Franz Preuß aus der Greifswalder Str. 86/87 erschien, um dart altes Papier und Lumpen abzuholen, bot Mund die Messingzündhütchen dem Welke zum Kauf an. Das Geschäft kam zustande. Als dann die Schieber« wäre auf einem Wagen verladen wurde, ereignete sich die E�plo- fioii. Die drei Personen wurden mit Pferd, und Wagen an die Wände des.Hofes geschleudert. Die Feuerwehr erschien auf die Meldung„Besonderes" mit mehreren Löschzügen. Der Kutscher Fr. Preuß, der auf der Stelle getötet war, wurde nach dem Lcichenschauhaus gebracht und der Schwerverletzte Mund nach dem Nrbankrankenhaus. Welke, der sich, obwohl er vernehmungsun« s- ig war, sträubte, wurde nach einer Rettungswache gebracht. Keine Rücklicht gegen öen Milchwucher. Der Berliner Magistrat nimmt jetzt gegen das unerhörte Verhalten de« Verbandes der Molkereibesitzer Stellung, der, wie mitgeteilt, in seiner Versammlung vom 16. No- vember die Aufhebung der Zioaiigswirtschaft für Milch und eine Erbokn:ny des Preises von 2 auf S,M. für das Liter verlangte. Der zur Sitzung eingeladene Vertreter des MilchamtS konnte in der Versammlung nichl Stellung nehmen, denn er wurde überschrien, gröblich besckninpft und sogar körperlich mißhandelt. Durch diese ganz unerhörte und empörende Verletzung des Gastrechts hat, so schreibt das Nachrichtenamt des Magistrats, der Ver- btrnd der Molkereibesitzer ein Zusammenarbeit egt mit dem M i l ch a m t in F rage g e st« l l t. Die Forderung auf Auf- Hebung der Zwangswirtschaft für die Milch und auf Freigabe eineS Doils der ermolke.ien Milch richtet sich von selbst in«ner Zeit, in der'die Kinder bis zu 6 Jahren ihre gesetzlichen Portionen nicht im entferntesten erhalten können, sondern sich zum großem Teil mit einer TageSportion von% Titer begnügen müssen, während die Kranken zumeist überhaupt nicht mit Freimilch beliefert werden können. Wenn die Berliner Kubhalter unter Führung der Soandauer Moltcr in einer solchen Zeit die Beseitigung der Zwangs- U-rl schuft für Milch und WSbeforidere die Freigabe eines Teils der Milch verlaniwn, io zeigen sie damit jedem Einsichtigen, daß rhnen da» erforderliche Verständnis für das Wohl und Wehe der Bevölkerung und für die Versorgung der Kinder und Kranken abgeht. In der Prüfung, ob der heutige Milchpreis eine Er- höhung erfahren muß wird sich das Milchamt durch die übermäßige Forderung der Molker nicht beeinflussen lassen. Gegen Molker, die der Resolution entsprechend Milch frei verkaufen oder den tzöck.stpreis überschreiten, wird mit allen Mitteln und ohne Rücksicht vorgegangen werden. Gestohlene Kostbarkeiten. Reiche Beute machten Schloßeinbrecher, die dem Grafen von Wilamowitz auf Schloß Gladow einen Besuch abstatteten. Außer" wertvollem Tafelsilber fiel den Einbrechern ein k o st b a r e r Elsenbcinhumpen in die Hände, an dessen Wiederherbei- schasfung dem Bcstoblenen besonders liegt. Der mittlere Teil ves Humpens ist aus Elfenbein und enthält eine sehr feür« Scktiitzerei, den Raub der Brisais darstellend. Deckel und Fuß sind stark ver- goldet und tragen Halbedelsteine, die mit einem Kranz von Perlen umgeben sind. Ebenso verziert ist ein dazugehöriger stark ver- goldetcr Teller, der als Untersatz dient. Das wertvolle Stück ist, wie die Kriminalpolizei festgestellt hat, bereits in Berlin zum Kauf angeboten worden. Unter Hinweis auf die ausgesetzte Bc- lohnung von 26 000 M. bittet die Kriminalpolizei alle Personen, die über das Auftaucken dieses Elsenbeinhumpens Mitteilung inachen können, sich bei der Dienststelle B. L. 8 zu melden. Beschlagnahmt wurde eine mit Brillanten besetzte Armband- u h r im Werte von ungefähr 25 000 M. Sie wurde einem Uhr- Die sächsischen Wahlen haben gezeigt, daß als einzige Partei der Arbeiter, Angestellten, Beamten— kurz aller Proletarier— die Sozialdemokratische Partei un- erschüttert in dem großen Ansturm blieb.—— die preußischen Wahlen stehen bevor. Es gilt, in dem größten Einzel- staat Deutschlands die Hoffnung der junkerlich- schwerindustriellen Reaktion zuschanden zu machen. Das kann nicht im proletarischen Bruderkampf geschehen, sondern nur durch geschlossenen Auf- marsch in den Reihen der Sozialdemokratischen Partei.— Unentbehrlich für den Kampf ist die führende Presse. Wer das anerkannt hat. hilft am Sonntag und den folgenden Tagen werben für den---------- „vorwärts!" macher Unter den Linden angeboten, der sie anhielt, weil er das fache Stück an die Filmschauspielerin Pola Negri verkauft hatte. S stellte sich jedoch heraus, daß es der Filmdiva nicht gehört. Der Verkäufer gibt an, sie von einer PsörtnerSfrau zum Verkauf erhalten zu haben. Diese will sie wiederum von einer unbe- kannten Dame in Kommission erhalten haben. Wahrscheinlich aber handelt es sich um ein gestohlenes Schmuckstück. Der Eigentümer kann sich im Zimmer 10-1 der Berliner Kriminalpolizei melden. — Ein zweites kostbares Schmuckstück, ein Plotinarmband mit Brillanten und Saphiren befindet sich beim Polizeiamt Wedding in der Hochstraße. Es kann dort vom Eigentümer-in den Vor- Mittagsstunden von 9— 12 Uhr besichtigt werden.— Abhandengekom- mcn ist einer Dam« auf dem Wege von der Mittelstvatze nach dem Bahnhof Friedrichstraße eine ausländische Damenuhr. Sie fit rot emailliert, hat einen Perlenrand und auf dem Hinteren Deckel einen Stern unh einen Halbmond in Diamanten eingefaßt. Auf ihre Wiederbcschaffung ist eine Belohnung von 1000 M. aus- ge'etzt. Meldungen werden im Zimmer 76 des Berliner Polizei- Präsidiums entgegengenommen. Tie weltliche Schule. Mit diesem Thema beschäftigte sich im Saale des NationalboteS. Vülowstr. 87, eine stark besuchte öffent- Uwe Elternversammlung, einberufen von den Elternbeiräten der S.P.D. und U.SP.D. des Westens. Der Reftrent Lehrer H a e d i ck e gab den Eltern ein anschauliches Bild der von uns ge- forderten weltlichen Schule. Der Redner betonte, daß die sittlichen Lehren den religiösen Mantel nickt mehr nötig haben; in der welt- lichen Schule gilt nur Vorbild und eigenes Erlebnis. In der Ausiprache iraten zunächst die Pfarrer der Luther- Kirch- den Ausführungen des Referenten, besonder« bezüglich des Religionsunterrichts, entgeaen. Der orthedoxe Pfarrer Hecker schwieg und überließ die Auseinandersetzung mit den Arbeitern seinen liberalen Kollegen. Rektor Kuchenbecker rechnete schart mit den Vertretern der Kirche ab und legte dar. wie die Kinder auch ohne Religionsunterricht zu brauchbaren Menschen erzogen werden lönnen. Im Schlußwort forderte der Referent aus, den Kampi um die wellliche Schule zu beginnen und die Kinder au» dem ReligionSunierrickt der ieyigen Schule zu entfernen. Die Elternbeiräte erhielten zahlreiche Meldunzen von dazu bereiten Eltern. Neun Monate Gefängnis gegen öen Eöen-virektor. Die in Gasttviris-� und Hotelbesitzerkreisen so großes Aufsehcir erregende Straffache gegen den Direktor des E d e n- H o t e I s gelangte gestern vor dem Wuchergericht des Landgerichts II zur Ver- Handlung. Der Angeklagte, Direktor Mwrt Birndärfer, wird von Rechtsanwalt Dr.. Alsberg verteidigt, die Anklage vertritt Sbaatsainvaltsrat G e n tz, den Vorsitz führt Landgcrichtsrat von Schmiedeberg. Von der Staatsanwaltschaft sind als Zeugen mehrere Angestellte des Edenhotels, Kücheumeistcr, Maga- ziiwerwalrer, Buchhalter usw. als Sachverständige verschiedene Per- sonen, darunter Bücherrevisor Michaelis, der Vorsitzende des Verbandes der Gast- und Schankwirte» Otto Strauß, der Rechtsanwalt Hampe, Syndikus des Verbandes der Hotelbesitzer, der auf Wunsch des Angeklagten die Verteidigung mit übernimmt und am Verteidigertisch Platz nimmt, serner Generalsekretär Bücher- revfior Cahen, von der Verteidigung süid noch mebreve Zeugen geladen, darunter Mtnfiter a. D. Schiffer, der aber nicht er- schienen fit.— Der aus der Untersuchungshaft vorgesühric Auge- klagte fit bekanntlich beschuldigt, twm Mai bis September ratio- nierte Waren in großem Umfange(700 000 bis 800 000 M.) im Schleichbandel unter Ausnutzung anderer im Schleichhandel tätiger Personen teils selbst ausgekauft, teils durch seinen Küchenchef haben ankaufen zü lassen. Nach der Annafaine der Anklage liegt ein be- sonders schwerer Fall im Sinne des§ 2 der neuen Verordnung über den Schleichhandel vor.— Nach der Vernehmung des Angeklagken gab im weiteren Ver- lauf der Verhandlung vor dem Wuchergericht zunächst der Sack- verständige, Bücherrevisor Michaelis, sein Gutachten ob, daß Wucher bei dem Angeklagten nicht vorliege. Der Sach- verständige, der Vorsitzende des Gast- und Schanktvirwerbaudes Otto Strauß, hat die Lebensmittelverteilung für daS Gastwirt?- gewerbe unter sich Gr führt aus, daß das Eden-Hotel mit den ihm zuteil gewordenen Zuweisungen nicht auskommen konnte. Diese Zuweisungen seien im allgemeinen überhaupt absolut unzuvetchend. Der Zeuge Kaurmann G o ß l e r war früher Geschäftsführer der Gden-Hotel-Gesellschaft und Vorgänger hes Angeklagten Birn- dörfer. Sein Bestreben war, ohne Schleichhandel auszukommen. Sta a tS>a nwalt schaft sra t Gentz ging zunächst auf die Angriffe ein, die wegen dieses Bersahrens, das in der Oeffent-- lichkeit großes Aufiehcu erregt habe, gegen die Zwangswirtschaft und auch gegen das Gericht gerichtet Warden sind. Die Angriffe, so führte er u. a. aus, sind in ihrem Ziel verfehlt. Der Richter und Staatsanwalt hat die Bestimmungen des Gesetzes zu achten und nicht nach Zweckmäßigkeit oder Unzweckmäßigkeit des Gesetzes zu fragen, sondern eS nach dem Willen des Gesetzgebers zur An- Wendung zu bringen. Daß die Zwangswirtschaft gescheitert ist, liegt zum großen Teil an der blinden Genußsucht und an der großen Gier nack Geld. Was der Angeklagte in der Zeit der Zwangswirtschaft getan hat, sind Verbrechen, wenn auch die Zwangswirtschaft in vielen Dingen bereits ihr Ende gefunden hat. was der Angeklagte an unser Fleisch und Blut gesündigt hat, bleiben Verbrechen auch nach Jahren. Der Staatsanwalt kam zu dom Schluß, daß der Angeklagte wegen gewerbsmäßigen Schleichhandels zu verurteilen sei und beantragte demgeincfiz 1 Jahr Zuchthaus, 150 000 Mark Geldstrafe, drei Jahre Ehrverlust sowie Publikation des Urteil». R.-A. Tr. Alsberg trat den Ausführungen des Staats- anwailS scharf entgegen. Die Verhandlung habe in nach ste dae Kreisen als bisher schon die Ueberzengung getragen, daß die Wuchergerichtsordnung mit ihren prozessualen, kurzsichtigen Maßnahmen iknd drakonischen Skrasbesttmmungen weit cntwrnt sei, den erwarteten Segen in das Volk zu bringen. Die Verhandlung habe das denkbar einseitigste Bild von den wirklchan Verhältnissen im Eden-Hotel ergeben. Der Staatsanwalt habe-s nicht für nötig gehalten, eine schriftliche Anklage zu machen, die Entlaftungs'iewase des Angeklagten seien nicht erhoben worden. Auch der zwefte Verteidiger, R.-A. Hampe, führte aus gleichen Gesichtspunkten rer- schieden« Einwendungen gegen den Staatsanwalt ms Feld, um zu dem Schluß zu kommen, daß sich das Rechtsgefühl dagegen empören würde, wenn man einen solchen Mann, der lediglich seine Pflichr getan, ins Zuchthaus schicken würde.— Nach längerer Beratung d«S Gerichts erging das Urteil. � Der Gerichtshof erachtete den Angeklagte« nicht eines bloßen formalen Verstoßes, sondern deS einfachen Schleichhandels für schuldig und verurteilte ihn zu 9 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 2 Wochen Untersuchungshaft und 2 00 00 0 M. Das Licht der Heimat. 66j von August hwrich». „Dick?c>pfl" brummte Fied ärgerlich._.�Herrgott, Wenn du doch nur ein klein wenig Kaufmann sein wolltest— lockt es dich denn überhaupt nicht, etloas zu wogen und zu ge- Winnen?!" Wie er dastand mit blitzenden Augen, kühn und untlffnlchmend, lebensprühend und beweglich, erschien-Dierk sich selbst im behosten und schwerfällig dagegen. Aber ern . Trotz- und Kraftgefühl ballte ihm die Fäuste, und er trat dirfyt an den Freund:„Nicht wagen und gewinnen � arbeiten und schaffen will ich— das ist es. Und wenn dich dein Versprechen reut*— gut, ich gcbs dir' zurück. Du bist frei!" Da sah Fied ihn eine Weile schweigend an. dann schlug er mit der Faust aus den Tisch:„Eine Dummheit ist es und ein« Dummheit bleibt es! Trotzdem— wenn du es durchaus willst?!" Dierk lächelte:„Du willst mir also helfen?" � Fied sah ihn grimmig an:„Muß man das nicht, wenn einem jemand einen solch harten Bauermchädel entgegen- setzt? Also sag mir. waS soll ich tun?" Da drückte Tierck dem Freunde die Hand, daß mcser schmerzlich aufichrie. � .Lich telegraphiere sofort an Sommer, morgen sollst du alles ersahrm!" Und dann saßen sie am anderen Tage alle drei:»nt heißen Köpfen beisammen in Metas kleiner Stube. „Zunächst," sagte Dierk, nachdem sie den ganzen Plan dnrchgesprochen hatten,„kommt es darauf an, das Moor zu kaufen." „Wem gestört es?" fragte Fied. „Dem Voßbauern. Der nutzt e» aber nicht auS. laßt nur etwa? Torf graben, und dos auch, nur an einer Seite." „Sind noch mehr Moorflächen in dieser Gegend?" fragte Fied weiter. „ES ist in der.Hairpstache eine einzige, ungeheure Fläche." Dierk legte ein« Karte vor,„die freilich nur zu einem Teil dem Voßbauern, zum anderen einer Gemeinde und einem Großbauern von der� anderen Seite gehört. Aber des Voßbauern Fläche liegt am günstigsten, die anderen Stücke find entbehrlich." Fied wiegte den Kops.„Und wenn du Erfolg hast, wer bürgt dir dafür, daß eine andere Gesellschaft nicht das übrige Stück nimmt und eine ähnliche Anlage baitt?" Dierk zuckte die Achseln.„Warum sollte sie das nicht?" „Weil sie dir dos Geschkäst nicht verderben soll! Das Hilst nichts, du mußt das Ganze lausen, ob du es sebt brauchst oder nicht." Sommer und Meto stimmten zu. „Gut." meinte Dierk.„ich will also morgen heraus- fahren und mit allen Dreien verhandeln!" „Um- Gottcswillen nicht!" schrie Fied aift„sollen sie gleich Lunte riechen und den Preis bis an den Himmel hin- aufschrauben? Das geht nicht!" „Soll ich vielleicht warten, bis sie es einmal in der Zeitung ausbioten?" fragte Dierk unwillig. ,Lch will keine Zeit mehr verlieren.".. „Lieber Freund." lächelte Fied.„willst du nicht diese Sache vertrauensvoll in meine Hände legen? Ich glaube, ich könnte dir einige Groschen sparen." Da atmete Dierk erleichtert auf:„Mit Freuden!" „Auch die Verhandlungen mit dem Staat, über deffen Gebiet später die Leitungen geführt werden müssen, und mit den einzelnen Gemeinden wegen Stromabnabme würde ich dir abnehmen, so daß ihr sofort mit der technischen Arbeit beginnen könnt. Tann muß Mr. Thomsen freilich schon ein paar Monate warten!" Dierk und Sommer wovon froh, denn solche Verband- lungon waren ihnen beiden unangenehm. „Fied. wie soll ich dir danken?" sagte Dierk. „Was tut man nicht alles." lachte der lustig,„um einen alten Freund vor— Dummheiten zu bewahren!" Dann teilten Dierk und Sommer sich in die anderen Arbeiten, die in schier unermeßlicher Fülle auftauchten. Zunächst aber war es notwendig, weiteres Geld zu be- schaffen, denn Dierk? ganzes Vermögen reicht« doch nur für die allerersten Auslagen.. Das war natürlich eine Aufgabe, die Fied sich von vorn- herein vorbehalten hatte, denn hierfür hatte er schon einen bestimmten Plan im Auge. Noch am selben Tvge suchte er die Niederdeutsche Bank auf. deren Direktor er vor Jahren als Angestellten in einer amerikanischen Bank kennen ge- lernt hatte. Die Niederdeutsche Bonk war ein junge« Unter- nehmen, das sich nach anfänglichen Schwierigkeiten durch seine außerordentlich energische Leitung emporgearbeitet hatte und besonders in Landkreisen Verbindung suchte. Der Direktor war frdh. einmal einen seiner amarikani- schchi Bekannten wiederzntreffen und führte lhn sofort in sein Eigenzimmer. Er hatte von Fieds großem Weizengeichäst gebärt— zumal dieser ja auch die Summen für seine Mittler stets durch die Niederdeutsche Bank auszahlen ließ, und sprach ihm seinen Glückwunsch aus zu seinem Unternehmungsgeist. Fied wehrte bescheiden ab.„Es ist alles das Verdienst meines Freundes, dessen Tatkraft und Umsicht ich den Erfolg vor- danke," sagt« er, und dann brachte er da? Gespräch auf diesen. Ganz nebenbei erwähnte er, daß Dierk Fvlkers zurzeit hier in seiner Heimat ein großzügigeK Unternehmen plane, wo- durch das ganze Wirtschaftsleben, besonders der Bauern und Handwerker, auf eine neue Grundlage gestellt würde. Leb- hast horchte der Direktor auf. Und scheinbar absichtslos ent- wickelte Fied ihm nun den großen Gedanken, die öden Moor- flächen auszunutzen und in elektrischen Strom umzusetzen und hob die außerordentliche Bedeutung hervor, die ein solches Werk für das ganze Land haben werde. „Und glauben Sie, daß ein solches Unternehmen Gewinn bringt?" fragte der Direktor plötzlich. Fied lächelte:„Was mein Freund Folkers anfaßt, das ist sicher," sagte er.„Zudem hat er einen hervorragenden Ingenieur als Mitarbeiter, und beide haben bereits einige neue Maschinen gebaut, wodurch die Arbett ganz wesentlich vereinfocht wird. Der Rdann hat eine große Zukunft," schloß er feierlich. Der Direktor rückte auf seinem Platz.„Und woher hat er das Geld?" fragte er,„es wird sich doch jedenfalls um Millionen handeln." „Soviel ich hörte," meinte Fiel»,„will eine große Bank sich beteiligen— Bestimmtes weiß ich freilich nichl, außerdem hat er selbst einige Hundertwnfende." „ES ist also noch nicht abgeschlossen?" .Wohl kaum, ich-weiß nur. daß augenblicklich Vorhand- lungen schweben." sägte Fied bedeutungsvoll. „Mit welcher Bank, wissen Sie wobl nicht?" ,�Jch kann es nicht sagen, ober soviel ich weiß, sind die Aussichten günstig, da die Bank gerode in dieser Gegend und bei de» Bauer» festen Fuß fassen möchte."(Ferst, folgt.) Geldyraf':. Der BeMaH de« Wucherzerichts vom 8.Nov«mber> betr. die Schließung de? Hotelbetricb«, wurde nicht in vollem Um- fange aufrechterhalten, vielmehr lediglich dem Angeklagten der Handel mit Lebensmitteln untersagt, so daß der Beirieb im Hotel wieder aufgenommen werden kann. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten wurde aufgehoben. Verboten« Schlagsahne. Die PreiSprüfuitgsiiefte machr darauf aufmerksam, bah durch BundcSratsvervrdnung vom 3. Äovember 1917 ein VerwendungZverbot von Schlagsahne sowohl in frischem alS auch lonfertiic-tetn Zustande besteht. Diese Bundesratsverord nung ist noch in vollem Umfange in Kraft. Fm Hinblick auf die schlechte Bcisolgung der Kommunen mit Milch, selbst für di« Krankcnernähr ing, kann die Verwendung von Sahne zu LuxuZ- zwecken nicht scharf genug verurteilt werden. Die PreisprüfungS- stelle wird daher' künftig bei Zuwiderhandlungen mit aller Strenge vorgeben und sofort HandelSuntersagung bzw. 5lonzesstonS, Entziehung beantragen. Als Ersatz für die in dieser Zeit ausfallenden �-Liter-Kranken- karten w'vd beute eine Büchse KondenSvollmilch ausgegeben. CS steht zurzeit nur unaezuckerte Kondensnmlch zur Verfügung. Der Preis dafür beträgt 8,90 M. Achtung, Briefschreiber! Postzensur im besetzten Gebiet! ZloiensonntagS-Gedächtuisfeier. Der Bezirks de« Reich?» bunve» der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen ver« anstaltet am Totenlonntag. vorm. Ik! Ubr, in den Unions-fsestfälen, Kreifs« waider Ztr. SS-?, zu Edren der im Krieg« geiallenen Kameraden ein«««» dächtnisfeier. Namhafte Künstler, Sänger und Mufiler haben ihr Erscheinen zugelagt. BezirksbtldnngSausschuß. Sozialistisch» Bildung»- schule Niederichöneweid«: Der Kursus he» Ken. Dr. Lobmann findet nach Vereinbarung mit den Teilnehmern von jetzt an Mittwochs, nicht mehr Dienstags itatt. Nächster Abend: Mittwoch, den 24. November, im Zeichrnsaal der Kemeindeschule, Berliner Straße 3t.— Theater: Für beute, Sonnabend, den 20. November, abends 7>/, Ubr:.Die Weber' und morgen, Sonntag, den 21. November, nachmittags 3 Ubr:»Hochzeit aus Poet' im Bernhard-Roie-Tbeater, Kroße Frnnkiurter Straß« 132, find noch einige Karten zum Preise von 3,30 M. ewichl. Garderobe und Tbeaier- zettel im Bureau des BezirksbildungSaus'chusteS, Lindenftr. 3, zu haben.— EngelS-KedöchtniSseier: Am Sonntag, den 28. November, vormitiag« tl Uhr, in der Neuen Welt. Hasenbeide 108/114: Engels- Gedächtnisseler zur Wiederkehr seines Zvojäarigen Geburtstages. Eintritts- larten zu 3 M. find in der Buchhandlung Vorwärts, Lindenilr. 2; Horich, Kngeluser 15, bei allen AbteilungSkaisterern. bei den örtlichen Btldungs- ausichüssen und im Bureau des BczirkSbildungSauslchusses, Lindenftr. S, zu haben.— Einsübrungsabend: Am Toni. tag, den 5. Dezember, abend» 7 Ubr. in der Fefthalle des Berliner Stadthauses, Eingang Klo ler- ftraße: Einsührungiabend zum Beeihoven-Konzert. Bortrag und Demon- 'lraiionen am Klavier: Dr. Als. Gutlmann. Es wird eine Gebühr von 30 Pi. pro Person zur Deckung der Unkosten erhoben.— K o n z e r I: Am Sonntag, den 12. Dezember, vormittags 11 Uhr, im Blüthnersaal, Lützowftr, 76: Beethvven-Konzerl Mitwirkende: Felo Roonselt sKIaokrr). Da« Blülbnerorchefter unicr Leitung von Herrn Kapellmeister Dr. Götz. Eintritt 1,50 R. Karten find bei den oben angegebenen Stellen zu haben. Sroß-Serliner parteinachrichten. Heute, SV. November. 12. Abt. 7 Uhr Funktionär- und Helserkonferenz betreffs.Vorwärts'- Agitation bei Krause, Marianneiiplatz 22. itt. Abt. Sitzung der Partei- und Betriebssunktionäre abend» 7 Uhr bei Qbiglo, Stralsunder Str. il. ÄS. Abt. 7 Uhr Sitzung der Partei- und Geweikschaftsiunktionire und aller Mitglieder, die der Konsumbeweguug angehören, bei Krüger, Husfitenstr. 34. 42. Abt. 7 Ubr Sitzung der Berirkskührer und Betriebsvertrauens- leute bei Behrend, Tegeler Str. 22. Um pünktl. Ericheinen wird gebeten. 44. Abt. Sitzung der Bezirkssührer und Betriebsvertrauensleute bei Mielsch, Krist'aniailr. 115, 7 Uhr. krjerbeauoichust der sozialdemokratischen Polizeibeamten«rast- Veriins. 7 Uhr BerirauenSmännerkonserenz in Haberlands Feiisäien, Neue Friediichstr. 35, Zimmer S. Dort werden auch die Emladezeitel für unsere am 22. November stallfiiidend« öffenlliche Bersanunlung i» Empfang genommen. Pflicht eine» jeden Vcrlraucnsmannes ist es, zu erscheinen. Im Bebinderungs'alle Bertreler enlsenden. Juiigsozialiftilche Vereinigung T.P.T. Arbeitsausschuß S Uhr Sitzung im Saal der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Kein Mitglied darf sehlen. Besondere Einladungen ergeben nicht.— Abend« 8 Uhr Be- fichtigung de« Sexuaiwisseiischnsilichen Instituts des Genossen SanitälSrai« Dr. Magnus Hirichsetd In den Zelten, Ecke Beclhovcnstraße, gegenüber dem Bczii lsvertand. Alle Orlsgi Uppen sowie Gäste sind eingeladen. Krcrs 7, Ab». 57. tTbarlotie, iburg). 6 Ubr Familicnäbend Kaiser- Friedrich- Str. 87. Eintritt 2 M. Um rege Beteiligung wird ersucht. Cdarlotteuburg« Spandau. Jeden Sonnabend von 4». bis 0 Uhr Juristische Sprechstunde im Sekretariat Rosinenstr. 4. Morgen. 2t. November. Z. Abt. Zur.BorwärtS'-Agitation treffen sich die Funktionire und Mitglieder früh S Uhr bei Kracht, Lützoiostr. 103. 4. Abt. Treffpunlt sämtlicher Bezirkssührer und Funktionäre vorm. 0 Uhr bei Rickert, Steinmetzstr. 36 a. 9. Abt.(Bezirk Halle!»«» Tor). Borm. 8'/, Uhr Sitzung aller Fmrktlo- »äre bei Zenz, Naunynslr. SS. 10. Abt. BorniillagS 9'/, Uhr.vorwärtS'-Agitation. Arbeitslose Genossen melden sich beim Genoffen WanSIi. 2S. Abt. Die Gcnoffcn iicffen sich zur.vorwärts'-Agitation S Uhr früh bei Gott, Kniprode- Ecke Bardeiebenstraße. 24 Abt. Früh 8 Uhr»VorwörlS'-Agilalion. Material jür 1. und 2. Gruppe Spedition JmmaiiueUiräistraße: sür 3. Gruppe bei Schütz, Zeiteiftr. 2. Erscheinen sämlticher Genossen dringend notwendig. 2S. Abt. vormittag« 8*/« Uhr Funllionärionserenz bei Leese, Rückert- straße 5. »?. Abt. Vormittags 8>(, Uhr Sitzung der Bezirkssührer bei Giebel, Pankstr. 82. Erscheinen unbedingt erforderlich. 30. Abt. Die Ausgabe de« Siaterials zur.Vorwirts'-Agttatlon er- solgt vorm. 8 Uhr bei Grünau, Stahihermerstr. 30. All« Genossen er- scheinen zur regen Milarbeit. 31. Abt. Die Genossen treffen sich zur.VorwSrtS'.Agitation jrüh 8 Ubr bei Goldschmldt. Stoipischc Str. 36. 32. Abt. Sämtliche Genoisiiinen und Genofien treffen sich zur �voiwärts'-Agitatwn früh 8'/, Uhr bei Blcssin, Etargarder Str. g. �1. Abt. Die Bczlrlsjübrer werden ersucht, dt«.Borwärt«'- »Henpiare zwecks Agitation Sonntag srüh bis 7 Uhr in der.Vorwärt«'- Spcditio» Joseph abzuholen. 47. Adr. Wichtige Zusammenkunst aller Genofien in den Zahlabend- okalen vorm. S Uhr. Kreis 7. KS. Abt.(Eharlotienburg). Früh S Ubr trefiGr{ich jämt- Uche Ableitungssnnklioiiäre im Restaurant Goethe-Bark. Lchönrberg,«0. Abt.(Friede, lauer Ortsteil). Die Genofien treffen sich zur.Borwärls'-Agilatioii vorm l0 Uhr der Guerilch, Ecke Bega«- und Rubensilrog«. «3. Abt. Lichterfelde. Alle Genofien treffen fich zur.Vorwärts'. Agitrt on pünltlich früh 8'/, Uhr Im Restaurant Onandt, ERoltiestr. 31. PnuillicheS und zadlreicheS Erscheinen Ehrensache. Neukölln. Brtdungsaueiwuß. Zur Sonntags-Theatervorstellmig nachmillaps 3 Ubr im Zcntralibealer, Alte Jalodslraße, sind noch BMettS an der Kaste zu haben. Gegeben wird Hochzeit a u s Poel. 100. Abt. Johannisthal. Zur„Borwärts'-Agiialion treffen sich Parle>ge»olsi»nen und Genosse» um 8 Uhr vornrittags im Lokal von Ortner, Kaiser-Vilhelm-Str. 48. » «ozialdemokraüfcher Wahlverein Nenkölln. Di« Armi«n.S-r. fammlungen in den Ableitungen am Montag abend sollen aus. G.P.D..Komwu»aldeam»e de« 13. Berwaltnngsbezirkst Besprechung am Montag, 32. November, abends 7 Uhr, in Rreders chönewerde, Grünauer Str. 8. ?ugenüveranftaltungen. Sonnabend, den 2«. November: Eine Konsere», der«blcilungsvorfltzenden findet heute obend im genlial- Jugendheim, Llndenstrage 3. ll. Hol. III l. um«>/, Ubr statt. Degen der wichtigen TägeSordnung ist es Pflicht-ine» jeden Leiter«, zu erjcheiNan. « Verein Arbetter-Jngend. Abtig. Treptow-Banmschulen« weg. Die Kolleginnen und Kollegen beieiligen fich gemeinsam on der Kundgebung: Gegen die vergewailigung der Jugend i(Seht die Mauer- Das Gesetz über öen Staatsgerichtshof -Im Reichstag einigegangen ist das Besoldungsgesetz und das Gesetz Wer die Verschärfung der Strafen gegen den Schleichhandel. Es wird beschlossen, einen Ausschuß von 14 Mibgliedern für die Kriegsbeschädigtenfürforg« einsusetzen. Anfrage«. Abg. Arcm Schröder(Soz.) oexLanii eine Verfügung, wonach uneheliche Mutterschaft kein Entlassungs- g r u n d für Beamtinnen ist. Staatssekretär Lewald erwidert, daß eine solche allgemeine Verfügung nicht in Aussicht gestellt werden könne.(I) Große Veamrinnerwel�äude stehen auch auf einem anderen Stcmdpirnki als die Frag stell« oin. Der Einzelfall muß geprüft werdeil. Abg. Henke(U. Soz.) fragt, ob im HalÄmann-Aonzern ei« Monopol für bk deutsche Bapierauöfuhr geschaffen werden soll. Sin RogierungSvertvet« entgegnet, daß der Regierung nichts davon bekannt sei. Aus d e Anfrage d«S Abg. Dr. Mumm(Dnot. Vp.), wie stch di« ReichSvogi«rung zur Verletzung der Reichsverfassung durch den preußischen Minister für Wsserychafi, Kunst und Volksbildung durch Einrichtung religionsloser Schule» stell«, er- widert Staatssekretär Schulz: Di« Reichbregierung ist sich darüber e.uig, daß religionslose Schule» in Preußen so lang« nicht eing erichler werden dürfen, als sin entsprechendes Lande» ge setz in Preußen nicht erlassen ist. In einzelnen Fällen hat die Regierung die Errich- tung religonSlofer Schulen genehmigt, lr» vise Kinder an dem Religionsunterricht nicht teilnehmen. Abg. Dr. Roesicke(Dnot. Bp.) weist darauf hin, daß der bolschewistische Agitator Sachs ungeftSvt Jahr« in Deutschland arbeiten komne und verlangt, daß nowrischen Bolschewisten- agitatorem di« Gmreise nach Deutschland wicht erlaubt werden sollte. Ein R egierungSvertreior erwidert, daß einem Bolschewisten- agitator namens Sachs di« Einreiseerlaubnis nicht er- teilt worden ist. Aus di« GryängungSsrage, ob der Regierung bekämet sei, daß in Deutschland die Kommunisten mit russischem Geld« arbeit««, bohÄt sich der Regierwngiver- treter die Antwort vor. Auf Anfrage Dr. Sertz M. S«.«cht?-) wegen Entschädi« u ng der unter Oberleutnarrt Mar loh erschossenen Ange- ö r i g e n der BolkSmarinediviston erwidert der RsgiernngSvertreter, daß die Angehötizen der Erschossenen selbstredend entschädigt werden, daß aber noch Zweifel über die Zuständigkeit zwischen der pr«ußi- ichen und Reichs regierung beständen. DaS Berkrhren zur Fich- stell ur.g der Eutfchädigunig ist vor kurzem ce regele worden. Dl« aus der TageSoSmung sbehend«» Interpellationen Hergt(Dnat. Bp.) über d«n Berliner Elektrizitätsstreik und Müller-Franken fSoz.) über Kapitalverschirbunge»«ach dem Ausland werden in der nächsten Woche beantwortet weoden. Sin Antrag aller Pactsien auf Belassung der für (eitungen geltenden ermäßigten Postgebühren- ätz« bis 31. Marz ISSl wird ckhn« AuSspvach« er»stimmig angenommen. Der Staatsgerlchtshof. ES folgt die erste Lesung des Gesetzeniwurfes über den TtaatsgerichtShos, als dessen Sitz Leipzig vutigeschlagen wird. Abg. Radbrnch(Soz.): Der StaatsgerichtSlhof wurde eingesetzt zur Untersuchung und Verurteilung aller Personen, die schuldig. am Ausbruch, der Verlängerung und dem Verlust d«S Krieges sind. Der feinerzsitige Untersuchungsausschuß sollte dazu vorbereitend« Arbeit leisten, ohne aber in die Kompetenz de» TtaatSgerichtShofcS«inzugretsen. Der heute vorliegende Eni- Wurf befriedigt unS nicht. Den» während sämtliche früheren Entwürfe ochns weireves ein UrteilSrechi des StaÄSgerichtschofeS ixussech-w. ist d-ss zu un- serem größten Erstaunen beim heutigen Entwurf nicht der Fall.(Hört, hört!) Wir verlangen a«f alle Fälle ein« dioS- bezüglich« Ergänzung, da er sonst vollkommen wertlos ist. (Sehr richtig! link».) Unser zweites Bedenken richtet stch gegen die Zusammensetzung de» StoatsgerichlShofeS. der«m» fünf hohen Juristen,, füns Dclogiierren des RcichSrates und fünf de» Reichstages bestehen soll. Roch unserer bisherigen Ersah rung. be- sonder» angesichts des Lmnestiegesetz«». wissen wir. daß auch der Jurist nicht» veniger als die fleisckgeworbeir« Gerechtigkeit ist. sondern bewußt oder unbewußt der Anwalt be- stimmter Interessen.(Sehr sichtig! binks.— Unruh« und Vfmruse rechts.) Wir verlangen deshalb, daß nur die zwei Gruppen aus Reichstag und R« i ch S r a t den Swatsgerichrs-. Hof bilden sollen, untrer denen sich all«cdings Delegierte mit Richter fähigkeit in bestimmter Anzahl befinden sollen. Die vom StaatSgevichtshof vorzunehmenden Minister- anklagen sind angesichts des parlamentarischen Systems ja weniger wichtig, während seine weiter« Aufgab«, d:« Zuständig- keitsin VerfassungSstrsiticckeiten, besondere Bedeutung beansprucht. Wir wollen nicht den StaatsgerichtSdof als«inen Wächter der Verfassung gegenüber dem Parlament, aber wir wünschen, daß er ein« Garantie der AeichStagSminderheit gegen die Mehrheit ist, indem er bei strittigen Fällen zu entscheiden hat, ob ein Gesetz«ine Verfassungsänderung ist und infolgedessen zu feiner Annahm« einer Zweidrittelmeyrhe.t bedarf oder nicht.— Der Gedanke der Ministerverantwortlichkeit hat yor 12 Fahren schon einmal dieses HauS bewegt, unid historisch fühlende Geister haben die ungeheure Wichtigkeilt wohl erkannt, auf der Rechten fand der(Ädanke aber nur höhnende Ab- lehnnng; wäre unser damaliger Antrag angenommen worden, dann«See»«endlich viel anders bei««S gekemmen. (Sehr wahr!) Mögen diejenigen, die s» angeht, aus dies«, Erfahrungen endlich lerne«,(Lobhafter Beifall links.) Wg. Graes- Thüringen(Dnat. vp.): Eins Feststellung der Kriegsschuldigen und eine Aburreillung kann erst erfolgen. wenn im Ausland das gleiche gewollt und getan wrrd. (Beifall rechts. Widerspruch liukS. Zuruf: Bernstein: Wir müssen anfange nl) Unbegreiflich und unerhört ist es, wenn der Furist Radbruch gegen die Juristen in dieser ausfallenden Weise Stellung nimmt. Wir hoben im Gegenteil an der Teil- nabme der fünf ReichstagSmitgl.eder etwas auszusetzen, weil der Reichstag als Ankläger dann zugleich Richter ist.(Sehr gut! rechts.— Lache« kimls.) Seit der Revolution haben stch die Ver- stöße gegen die Verfassung stark fermehrt;«h erinnere bloß an die Verschleppung der Wahlen durch den Minister S e v e r i ng.(Sehr ricbiig! rechts.— Unruhe links.) Wir stehen der ganzen Frage der Mi msierve rantwortlichkeir äußerst skeptisch gegenüber.(Beifall b. d. Deutschnoüiona!sn.i Ab-?. Kahl(D. Vv.): Der warmherzige Appell deS Kollegen Radbruch, uns dem Geiste des Entwurfes nicht zu verschließen, wäre in dieser Dringlichkeit nicht notwendig gewesen, denn meine Partei ist immer für Ministerver�ntwort« lichkeit eingetreten. Der Kolleg« Radbrnch wünschte ein« Erweiterung der ZustÄedigkeit des StaotSgevichlshofeS, zumal in bezug auf die Auslegung der Liechsverfassung, das ist durchaus erwägenswert. Den Ausfall RadbruchS gegen unsere deutschen Richter weisen wir zurück.(Bravo! b. d. D. Vp.) Wir hohen g«riug Ursache, die Höhe de» RichterstandeS anzuerkennen.(Bravo! rechts.) Der StaatSgerichMof muß in Leipzig errichtet werben- keinesfalls in Berlin, denn Berlin hat keine« Anspruch mehr. R« ich sha u p t sta d i zu sein mit sei«» Sympathie st reickS und ähnlichen Unfugs.(!)(LeSbafter Beifall rechts.) ReichZmiMer ies Innern Koch: Die Ausführungen des Abg. Graes bieten keinen A�n l a ß, sich mit diei'en Persönlichen Angriffen zu beschästigen. Früher rst von dieser Tribüne die Autorität der Minister niemals :n dieser Weise geschädigt worben.(Sehr richtig! links.> Es soll nicht noch einmal über di« Kriegsschuld und dergleichen Fragen diskutiert werden, e» ist auch sinnlos, hinter den Unter- silchung-Zoiusschuß noch ein Verfahren zu fetzen. Verfehlungen von Beamten sollen nicht vor den Stacrtsgerichtshof gebracht werden, denn jeder Minister hat die Verantwortlichkeit für seine Beamten zu tragen. Die Zuziehung von Berufsrichtern entsprich)! durchaus dem VolZsempfinden. MS die dringendsten Aufgaben des StaiatSgerichtShoseS möckre ich bezeichnen: V e r f a s s u n g s- streitigkeiien, die Neugliederung des Reiches und die lleberstahme der Wasserstraßen auf daS Reich. Abg. LipinSki(U. Soz. recht!»): Der Eirituurf ist n u r« i n e Dekoration ohne Kr1 pryw �» Rohitadl.... 466832/ 10828 atB- 697 158/ 6201*rB- Kohlensgrdentng.. 2 284 661 12 709. 1100008 5187, Der Geschäftsbericht schildert die Ursachen der ungünstigen ProduktionSeutwicklung. die vielfachen Beiriedestörungen und Unter- brechungen durch Streiks, Aufruhr und Kämpfe und durch das Fehlen der Brennstoffe. Die Vetwaltung betont, daß sich jetzt erst die volle Wech'elwirkitna der enaen technischen Verbindiina iwiichen Kohle und Eisen in einer Hand zeigte. Durch genaueste Er- probung der verschiedenen Kohlensorten nach der chemischen wie der mechanischen Fusammensehung siür die GaSwirtichast und metallur- gischen Verwertung in den Hocköfen, Stahl». Walz- und Verse ins- rungSwerken einerseits, durch Mitanspannung aller Kräfte und Er- sahrungen der Eiienabteilungen auf maschinellem Gebiet«, im Transportwesen, in der Belieferung usw. fiir die Bergwerke, gelang und gelingt eS dauernd, nennenswerte Einzelvorteile zu ermitteln. die in ihrer Gesamtheit der Steigerung der Nutzleistung, intzbeson- der« der besseren Ausnutzung der Kohl« und ihrer Nebenerzeug. nisse sowie der Einspaoung dn Brennstoffderbrauch erheblich zugute kommen. Jedentender Preisrückgang für Castciam-Cariid. Di« Vereinigten Deutschen Carbidsabri'en. Berlin, haben sie« schloffen,«inen erheblichen PteiSrückgang für Calcium-Earbid ein- treten ,» laffen. Die Preise find bis mis wettere» mit sokmtiger Wirkung auf 850 M für je 100 Kilogramm netto in grobstückiger Ware (� m- n an»nd ,/1 Milimeter) und aus 875 M. für je 100 Kilogramm netto für*l:, 8/14. und Millimeter festgesetzt. Eine weitere Berschmelznng in der chemischen Industrie. Die Verwaltungen derRütqerS- Werke Akt.-Ges. und der Hoelger- Waldthausen Akt.-Kes. in Berlin berufen ihre Aktionäre zu außerordentlichen Generalversammlungen üwkcks Nebetlragung deS Vermögens der Hoetger-Daldhausen-Ak�-Tes. als GanteS unter »»»schluß der Ligiiidation an die Rütg-tS-Berke Akt.-Ges. gegen Gewiihrung von Aktien der RütgetS-Wetke. Soziales. Soufereu; der Leiter sozialer Paabetrieb«. Kürzlich fand im GcwerkichaftShause die zweite ztzonferen, der Leiter sozialer Baubetriebe statt. Dte Zahl der sozialen Baubetriebe hat sich von 40 auf über 100 erhöht. Von den Beirieben haben die meisten die Form der Genoisenschoft; 4 sind Gesellichasten m. b. H., und einige sind städtische Regiebetriebe. Die sozialen Betrieb« ohne die städtischen Regiebetriebe baben bereit« jetzt einen Umsatz» o n über 100 Millionen Mark. Allein durch ihre Ex sten, und tbren Wetibewetd haben diese Betriebe der Allgemembeit gewaltige Summen er'part. Wo sie sich am Wettbewerb beteiligen, hat das ptivate Unternehmertum wieder rechnen gelernt; und soweit die iozialen Betriebe dte Arbeiten nicht selbst austührten, haben sie die Unternehmer zu statken Preisherabsetzungen und zum Verzicht auf übermäßige Gewinne gezwungen. Die Konferenz wurde vom Genossen Paep low. dem Bor- sitzenden des BauarbeiterverbandeS. geleitet, der besonders herzlich die Vertreter de» holländischen Banarbeiterverbande» begrüßte. Den Bericht über die Rfferate erstattete der erste GesckättS- sühm Dr. iog. Martin Wt-gner. Et schlug im Einvernehmen mit dem Auisicht«tot und Beirat deS Verbandes die Gründung von Bezirk«verhänden vor. Aufgaben der Bezirks- verbände sollen sein: Die Ptüi'mtg der Berdältnisse der Einzelbetriebe bei Anträgen aus Krediigewöhrunp; die Kreditgewährung selbst; die Gründung neuer Belriebe; die Uebernabme solcher Aus- träge, die für den sozialine, ten Einzelbetrieb zu umfangreich find und die Verteilung der Arbeit an die einzelnen Betriebe; die Bc° schaffung von Baustoffen sowie von Gerüsten, Maichinen und Geräten für die einzelnen Betriebe; die Förderung der Sozialistertmg im Bezirk, insbesondere auch die Ausbildung von Betriebsleitern und BetriebSrälen; die künstlerische und technische Beratung der einzelnen Betriebe; die Revifion der Sinzelbetriebe. E» soll an- gestrebt werden, daß stch an der Gründung einzelner neuer Betkiebe außer den BentkSverbänden»nd den bruigewerblichen Arbeiter- verbänden der Ott« auch die Gemeinden, der Staat.'Wohnung«- füriorgegesellschaiten uiw. beteiligen, damit die Einzelbettiebe auf eine möglichst gesunde finanzielle Grundlage gestellt werden und ihre Aufgabe, da» Bauen zu verbilligen, gut erfüllen können. Da« Kreditkapital soll aufgebracht werden durch die« u«- gäbe von Schuldscheinen, für die der Verband sozialer Baubetrieb« die Hastung übernimmt. Die Schuldscheine werden verzinst«nd können von den bauge werblichen Hand- und Kopf- arbeitern entnommen werden. In der Diskuiflon wurde in ausgiebiger Weise über die beste Form der sozialisierten Betriebe gesprochen. Ein« einheitliche Auffassung wurde darüber nicht erzielt. Die Ber- treter der Geiellschafien mit beschränkicr Haftung und die Leitung de« Verbandes hielten die Gesellschaftsform für die beste. weil sie die Beteiligung von Gemeinden, Ländern, gemeinnützigen WobnungSfürforgegeiellschasten uiw. bei der Gründung und Finan- zierung viel eher gestatle, und weil sie auch finanziell viel sicherer fundiert seien al» die Genossenschasien. Beschlüsse über die Form der Betrieb« wurden nickt gekaßt. Man will es der Tniwicklung überlasten, welche Form sich ,n der Praxi« am besten bewährt, Der Gründung von Bezirksverbänden in der von AuifichtSrai und Beirat vorgeschlagenen Form wurde von der Konferenz zu» gestimmt. Die GeschäfiSleitung wurde beauftragt, gemeinsam mit dem Beirat Vorschläge zur«enderung de« Genossen- schasi«aesetzeS auszuarbeiten. Sine Vereinheitlichung der GenoffenschastSsatzungen und der ganz»» Bewegung soll angestrebt werden. Beim Punkt Stellungnahme zum Konkurrenz- kämpf mit den privaten Unternehmerbetrieben wurden eingehend die Praktiken beleuchtet, die da« Privatuntet- nehmettum trn Kampf gegen die sozialen Betrieb« anwendet. Von vielen Baubehörde« werden die Privatunternehmer in ihrem Kampf gegen die sezialen Betriebe unterstützt, indem man nrt» weder die sozialen Beiriebe überhaupt nicht zum Wettbewerb heran- zieht oder ihnen für die Kalkulation völlig unzureichende oder gar irreführende Unterlagen liefert. Die Konferenz richtet« deshalb einen Appell an die Vertreter der Arbeiter in den Baubehörden und Gemeindeparlamenten, die größte Wachsamkeit gegenüber diesen Schlichen zu üben, damit da« Allgemeinwohl nickt geschädigt wird. Gewinn-AuSzug der J«. Pretch.-TK»d.(242. Prruß.) 5. ßNasie 11. ßtehunget!», Klassen-Lotterie 1«. Rovemd« 1920 A>f J«d*»ind rlMck ksh«»»fill»*, »»««w«]»«law»»r dl* L«a* rl*leher kanner lk dn beide« Abteil***** I**d I] CHrn Sc» ihr. Aoqbnut Verb sie*. In»er vorkiiitegDziehunz wmtze» Saatn««her M Mut tcidOtN: » Gewinne ca 10000 M*6951 70081 »4 Gewinne in 3000 M 2631 44TT<701 Tin 110« 13473 2747« 84687 38934 41324 46988 43914 47319 53517 58313 67298 88441 69408 68419 T70T0 75894 76610 77999 73767«8928 38199 60097 0502« 68380 104393 105919 107668 111091 213968 1168«? 131840 136837 139110 14361« 145676 146877 15(1960 148166 161060 154188 164711 188282 164612 166368 170319 174604 132793 108733 913564 119231 231081 236980 386 Gewinne tu 3000« III 734 1204 7902 6799 14043 9711« 19690 80088 3374, 31366 36917 40163 41361 4366« 43078 48860 63466 67323 61161 83470«6859 70863 71806 73388 74206 77277 79668 80624 80668 »3364 62885 68441100084103264108467 103260 111099 115«»9 116419 118634 117004 120783 136767 128400 130870 180813 331391 136073 188734 187636 338971 139035 142937 346915 147814 161730 162868 163446 163568 164843 166647 167626 168709 1(4748 186910 161624 167797 170140 171786 178968 170817 180660 182S>8 183130 161684 164160 16817t 188206 301088 201808 164160 168179 198209 201088 202868 203107 303673 307874 303368 law»7 3X6289 319828 217015 336946 927801 33293, 933170 903 Gewinne in 500 M 818 3864 4698 8131 9428 106(4 10928 12969 14469 17116 19888 34136 15186 28627 27.166 31707 84111 37033«7663 38100 38618 39873 41621 42841 48071 61513 61663 63373 34616«8913 65163 67737 70193 73583 73842 72617 78600 73664 74116 74766 76666 76607 78097 76351 56626 60607 91643»3664 100686 103011 107061 107174 107720 112034 118491 115803 116089 116419 116205 116983 124111 13481» 136780 133637 138711 137140 142379 143373 144168 148039 163333 16774« 188241 186127 173743 173768 17467« 177147 177836 180068 161606 163317 182643 189967 163880 167660 168371 963448 303800 903817 306493 206933 208411 908718 309622 212349 313661 318061 218198 318740 92086» 321063 931914 3hl024 I» bn«sch»tNag6iiehm>9»nrdr» Kenrtm»*Kt 944 Mett letzet«,, 4 Gewinne xn 16000 M 191863 177309 6 Gewinne» 10000 U 11663 36931 232468 2 Gewinne*■ 5000 M 192987 70 Gewinne et 3000 M 10 10786 1838t 17674 96911 40636 40686 69669 66963 60883 60704 60828 87647 83068 83671 64316 66762 67643 65963 111796 127090 180367 184784 138831 147080 163111 166034 17239« 173068 168789 190894 900459 228971 981817 931707 160 Gewinne in 1000 1t 1481 2166 0 23283 26006 96983 3S173 3437? 41306 «1663 42863 42764 4463t 40007 49262 66730 66458 88970 69443 5947166411 86570 6880» 62056 93108«330t 62980 90366»2663 68837 68567 68734 60143 103065 109466 117471 120930 135017 130188 137067 130506 130795 131464 133339 133645 137172 14172» 142769 143098 144281 14833« 151193 168041 167971 389179 169869 180379 164349 164348 188247 165264 17X64» 177887 184098 184901 193315 166585 198533 198203 196051 203295 904606 808973 313773 213617 31568« 316957 321089 93146« 227363 296819 328887 931146 233803 240 Gewinn# n 600 H 2495 3798 4467 8491 10107 10779 12619 19699 13434 15306 17546 17776 30396 96851 32332 33818 34828 38110*7999 38566 38873 50843«1168 61246 66433 68164 669.30 61860 63186 63011 «410« 66399 67538 63418 78412 78313 78705 66807 67733 68679 03396 63445 64604«4659 105797 108086 107146 112090 113713 115047 114668 120143 128816 131681 137113 128863 136506 130481 13065» 1241(6 1*8486 140077 142016 143674 144177 1468 6 ,411366 146677 150662 163661 163071 168777 167986 1(6490 187830 16619« 168400 170,77 172708 174896 176124 176576 178163 178430 176804 161886 188134 184837 186006 186230 1868,7 186088 167388 190209 162780 164695 164666 166143 167803 200616 200886 30332» 308103 206,34 311)933 311383 313306 3147X1 316361 316469 333835 934481 334836»6876 338061 336550 319654 330765 233675 382724 Maiipfircffcr noM UNON frttt bte dSYMche TeNnahme anläßlich der Gttisscherttiig «rinc* lieben Sttanne«, unser» guten Vaters und Großvaters, des Werkmeisters Ulbert l*eCÜ.C laa—»ir allen denen, weiche Ihm das letzt,«eleu ergeben wchen. unsere» herzlichsten Dank. Besondere danken wir dem »ebner Herrn S a rdl für feine trostreiche« Warle, den Se. Nossen der 6.15 D., Ortegruppe Buch, d»m Wertmeisterperdand dem Grundbestper. und den, HIeirrierziichterverei». Il/t6a Witwe Hmm* Lacke»et». Krötkr nebst Kindern. ZIGARETTE Orteileg 3fe sr.IJpsf L öet MM-. M- und MMlliiede (MW) MiW ZU Mün. • tnlnOnng j n« MWlWllg an Montag, 99. SloobT. 1990, abend» 7 Uhr. im Xteebcuer Gaite», Dresdener Str. 45. Zageeordnung: L Seriell, des Pralskoll» der ooriäen Sitzung. 9. Voransli lag für 1991. st. Wahl von 3 Rechuungs» pr lern. 1 Berich iedene«. 15. ,*** be«.nd,r. bim,, Boiener Mäntel.... w» m. 110 m, jp WSnler-jonpcn...._ h.«50.. SpOTt'PelZe guieXloAto. Nim t.H. 1500 ea«• CWipelie gufeBerdge e�rtePeleerM. 3Ö00*» Mäntel mit PcliKraden hbO Oldfem. warmem Fntter nur M. 100 Nur clneVerkautsstelle Baeräohn Kein« Filialen mehr Nur Chaussea-Straße 29-30 Nur Habe mich als 29 18* SpkZiallirzksSMle-tiev (Strampfobern, Flechen. Bew. (ßoiö-. sauer-»n.*. Kupfer. Messing. 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Hedrtsfl irrnnftcl Des groben Vublllvms — Prozeßabtellung s= Sprechzeit 9—a Bisher über 135 000 Rnifuchende."WU CIGARETTEN SIND DIE BEKANNT� GUTEN Die flrbcft des Reichstages. Der Ael testenrat de» Reichstages beriet Freitag über die Ge- fÄüstSlage und einigte sich auf folgend« Verteilung de» Arbeit«» stoffe«: Donnabend soll der Gesetzentwurf über d.« beschleunigt« Er- Hebung de» ReichSnotopferS debatteloS einem Ausschuß überwlesen und dann die sozialdemokratisch« Jnter- p e l l a t i o n über die Eozialisterung de? Kohlenbergbaues beraten werden. Die Sitzung wird um 10 Uhr beginnen.— Am Montag uan 1 Uhr wird der Gesetzentwurf betreffend Oberseeste« in erster Lesung debauetoS einem Ausschuß überwiesen und hierauf die Interpellation iU>er KapttalSflucht behandelt.— Am Dienstag soll zunächst das Besoldungsgesetz debattelos einem AuS. schuß überwiesen werden.— Desgleichen sollen die Gesetzentwürfe betreffend die UebergangSwirtschaft und Verschärfung der Strafen gegen Schleichhandol möglichst ohne Aussprache an die Ausschüsse gehen. Ferner wird an diesem Tage die Interpellation über den Elektrizitätsarbeiterstreik von der Regierung beant- woutet und besprochen werden.— Am Mittwoch oder Donnerstag findet die zweite und dritte Lesung des Gesetzentwurfes betreffend Lberfchlefie» statt.— Hierauf wirb in die Etatberatung ein- getreten. Der Reichstag wird dann bi» zum Z. Dezember durch» tagen.— Wegen tea ParrertogeS der Deutschen Voliksparter bleiben der 8. und 4. Dezember fitzungSfrei, desgleichen der S. Dezember wegen eine» katholrfchen Feiertages.— Vom 11. De» zsmber ab werden wiederum wegen des Parteitage» der Demo- kraten kein« Plenarsitzungen stattfinden.— Ob nach Beendigung dies.« Parteitage« am IS. Dezember daS Hau» noch einmal zu- scrmmentritt, ist noch unbest.mmt. » Die Interpellation unserer Fraktion Wer di« Sohlensozia- Nsterung in der heutigen ReichStagSsttzunz wird vom Genossen L ö f f l e r begründet werden. AIS zweiter Redner in der Debatte ist Genosse Janfchek vorgejehen. Die Not der Rentenempfänger. Der Sozialpolitisch« Ausschuß de« Reichstages be- gann am Freilag die Ve'picckuii'g der Lage der Sozial- r e n l n e r und der kleinen Privatreniner. Der Arbeit«- iniiiister, Dr. Braun«, betonte die großen Sidwierig- ketten. d>e einer größeren Hilfsaktion für d« Reniner entgegen- stehen. Ein Regierungsverlreler maible eingehende M>tieilu»gei, über die derzeitige Lage der Rentner, für die durch die fopale BluficherilngSgeietzgebiing eine Fürsorge besteht. Auch hier ist die Möglichkeit, die noiivendigen Milliarden aiifzubriiigen, durch die allgemein schwierige Finanz- und Winschaslslage beschränkt. s» daß man ber einzelnen Zweigen unierer sozialen Persicherunq beinahe von einem Bankrot» sprechen könnte. Ganz beionder« schwierig ist die Füiiorge iür di« kleinen P r i v a> re n l n e r. Hier muß wieder mehr al« bisher die Familie unterstützeud «ingreisen. lFallS sie in der Lage ist! Red.) ES wurde ein Untersuchungsausschuß von acht Mit- gliedein gebildet, der sich mit den einzelnen Borichläge» befassen und dem Ausschuß bestimmi« Anträge vorlegen soll. Wie die tzohenzollern den Staat neppten. Der Reich«a»«ichuß der Preußischen LandeSversammlung setzte die Debatte über die Abfindung der Hohen, ollern fort. Die weiieren Verhandlungen dreblei, sich um«ine große Anzahl von G r u n d st ü ck e n. namentlich m Berlin, in der Pimz�frie- drich-Sarl-Dlraße, der Prinz-Loliis-Ferdinand-Ftraße und sonst in der Nähe de« Bahnhof« Friedrichktraße. Diese Giundsiülke halten utsprünglich im 18. Jabrbiuidert dem Hoibanamt unieistanden und waren damit wahrscheinlich alS Staatseigentum anzusehen. Im Jadre 1810 bat eine Au«ein ander teyung swiigeinnden. über die da» Proil'koll nicht aufzu finden war. Es wird ange- .nommen, daß bei dieser Aiiseinander'evnng die Gkiindstncke der Krone zugeiallen sein k ö n n t« n. s l!) Nähere Festitellnnaen haben sich nicht treffen lasten. Eine große Anzahl weileter Gruiiststllcke 'eicn ans den Mitteln de« Kronsldeikommißkapi- > a l« erworben.— Miliisteriaidireklar Dr. Bachem machrebarauf aufmerksam, daß dieser Fond« im wesentlichen durch verkauf staatlichen Eigentums gespeist sei und verla» darüber eine Aiisstellung. Die Vertreter de» Justiz- Ministeriums erwiderten, e« käme nicht darauf an, woher bandlun« ein junger Bursche, auf den Rar der älteren Genossen, die Schuld an der Ermordung de» FabrMerrrr freiwillig aus sich nimmt. Aber sein Opier wirb nicht akzeptiert. Der. den er retten will, erzwingt sich Einlaß und schleudert den Richtern die Wahrheit in» Gesicht. TaS ist der Angelpunkt d-S'S-iäckss. seine Seele, die freilich nur eine vollendete künstlerische Wiedergabe zum Klingen bringen kann. Den Darstellern, so ernsthaft sich die Mehrzahl um ihr«. Rollen mühte, blieb da« versagt. dt. Eine internationale Tolstoi-Bücherei. Tolstoi Hai seinen nahen Freund Tscherrkow mir dor Veröffentlichuna seiner nachgelassenen Schriften beauftragt und ihm zugleich zur Pflicht gemacht, für die Verbreitung und den Neudruck der schon veröffentlichten Werke zu sorgen. Irgendwelche Urheberrechte sollen daher nicht geltend ge- macht werden. Tschertkow, der gegenwärtig in Moskau lebt, hat sich nun englischen Besuchern gegenüber über einen Plan zur Ber- wirklichung des Tolstoischen Vermächtnisses ausgesorochen. Da es ihm in Rußland gegenwärtig fast unmöglich ist. Werke Tolstois zu veröffsntlichen, will er eine zentrale Tolstoi-Bücherei außerhalb Rußlands schaffen, von der auS alle Länder mit authentischen AuS- gaben der Tolstoischen Schrrsten versorgt werden. Tdeater. Am Schauspiels au S wird wegen des TotentonntaaS die RINaass-ranklalliing irrd Nalbmiltnasvolstelliing.Nathan her West»- aus den 28. November reip. 8. Dezember verschoben— Aunanickel« A>Si chensptel.Der HlmmelSIchneider- ist vom Hessing- Theater zur«ustühriing erwo-ben worben. S-olkSbnbue. Die Nllgllcder der volksBffime, die Insolie de-Z i'Iektnkerllrek» um'bre VorsieNui'g gelommen sind, werden, soweit eine Nachbolung dei Vorsiellunq Mödlich it, rrchtzeifin durch Kallen benach- r chtigt. Wenn d>« Vorstellung nicht-nachgebolt werden kann, bedallen be- tnl« gekleblc Mai tm|iir die»ächsle?o ilcslimg aleichen Beilrag««Ü'tig- teit. Die iür den S. November im Ziaallichen Tchaulinelbg"« ausgesallene Voislcllnng der siuger d-volkSbühn« wird am 27. November nach- geholt, weiöste Kailen bleibe» gültir. Die VolkorSmIichen Kammeriplele�erlin-Lankwitz veram'taktrn am Lt. und 25. Novcinber, abend« 7'/, Ubr, Auffnbrung von Hauptmanns .Einsame Menschen.- Die siniz-niernng leitet Nudols Werner im Austtage der Vsthnenornotienschait. Tdeodor L do S stell! den stobanne« dor. Eiue Etiar-Flaischlen-GedSchtviSkeler wird am S. Dezember in der Tingaiadrmie i!»Itsüidt». Dem EbrenouSichutz gebören an- Mimller Haenk'ch»rd Weida, t in d Karl Hau v mann. Die tünMerilche Leitima bat Ldiwrd Nörii» übeinemn!e».?ur Zlmsübruna kommen u. a der Trauer. marsch aus der.Eroila- sowie.Tod und BerklSrung- von Strauß. TaS Sc fitig-tTluiciim lann jetzt aus eine zednjäb'ige Vortrag«- bSlinkeit znrüli blicken, w der»S sich in seiner Eigenart entwickelt und be» bauvtet tat. E ne Ennnrri:». sieier vereinte Mitglieder unp Wöbe der Liiling-vtelellicha?'. Dir. W.eorg Kru'e ipia» über.Lalsuig und dw Musik'. Ter Fontane Preis wur'e diesmal» i n a» a u» illr die Novelle .Der fliililieq- nnlitotn. Die Novelle tit im lleriag Müller, München, al« Buch erschauen. Tie Slot dei TaargebkrtS. lieber die» Tbema ipricht am Monwg. den 22. November, abend« 7»/. Ubr. im Kaileriaol de« Weindauie».Rhein- goid-. Bebeoueitr. tSsAt. Herr Ldeiar.zt von Dvlander-Mllnche i. der bi»- berigc?o> sitzende de» AbjttnzungSauSschusse« iür da» Saargedtcl. Pros. Udo Tanimer. langjähriger»tuiwS am Botanischen Garten in Dablcm ist im 61. LebenSjabre gestorben. Von ihm ilammt eine Rech« voouiärwistenichastlulier chchriiten über Gartenbau. Ballon- und Zimmer- pstanzenzn»«. die die«cnntuilje de» Fachmonne» mir der Praxi» da« Äärti'.er« glücklich vereinige». ba« Geld genommen sei(llk), sondern sstr den Eigen- lumserwerb lediglich ou> den Willen der Hohen zollern. dieie Grundstücke kür sich zu erweiben. Wegen der unrechtmäßigen Verwendung von Sraatigeldcru müsse der Siaat außerhalb de» Ber- gleiche« einen SchaveiiSeiiotzanipruch(l) oder die Klage aeliend machen. Die wetteren Lerhandlungen wurden auf Montag vorlagt._ Verschleuderung von Rekchsgut! I» der.Boffische» Zeitung" wirb erne schwere Anschuldigung gegen die Teutschea Reichswerke A..G. erHobe». Diese Werke sind bekannllich eine Zusammenfassung der reichS eigenen Betriebe lSpandauer Werke, Re.chswerften usw.). Ihnen wird vorge» warfen, sie hätten fcie Verwertung aller Werkzeugmaschinen einem Herrn Richard Kahn übertragen, der dadurch in die Lage versetzt sei, Hunderte von Millionen zu verdienen. Er habe die Maschinen teil» als Schrottmaterial erhalten, während er in der Lage sei, st« als fertige gebrauchte Maschinen zu verkaufen. D.e Angaben bedürfen der gsnauesten Nachprüfung. So sehr die Aufmachung der Tarstellung nach enttäuschter Konkurrenz schmeckt, so wichtig ist eS, daß überhaupt keine Maschinen, die für irgendwelche technische Zwecke brauchbar sind, in irgend- einen Handel gegeben werden. Sie dürften nur an.Selbfwer- braucher" abgelassen werden, soweit sienicht in reichseigenen oder staatlichen Betrieben verwendbar sind. Der Mörder Rosa Luxemburgs! Erfurt, 19. November.(T. U.) Ein im Erfurter Garnison- lazarett liegender angeblicher Flregerobe»lruinant. namens Karl Hckinz Hoffmann aus Lüneburg, beschuldigte sich, der Mörder Roia Luxemburg« zu sein. Hoffmonn ist Morphinist. Ermittelungen über seine Persönlrchleit sind im Ganae. Wir stehen der Meldung kehr skeptisch gegenüber. Prozeß gegen Prinz. sSchluß ans der MendauSgabe.) Nach Lerlefung de» Eröffnungsbeschlusses und dar Anklage be- gimrt, die Vernehmung de« Angeklagte«. Prinz gibt usiter anderem an: Sklarz hat mich als EntlaitunzSzcugen für seine Tätigkeit im Polizeipräsidium benutzt. Ick besaß verschiedene« Material und erfuhr, daß Sklarz versucht hatte, seine Straftaten auf mich abzuschieben, insbesondere erne Russen-erschießung. Im Polizeipräsidium traf ich einmal den Redakteur Steinberg, der mir sagte, ich solle mit meiriem Maiorial doch zu N ü be l l geben. Nübell for- derte mich aus. bei. was ich bswesieai könne, auf�ufchreibe». Dar- auk habe ich da« blau« Heft geschrieben und ern Darlehen von 2000 M. erhalten. Da» Vlaue Heft bezieht sich nur aus die Tätig- keit von Heinrich Sklarz im Polizeipräsidium. Ni'lbell wollte da« Material nur für die Verteidigung seiner von Sklarz verklagten Klienten benutzen und e»«beimbalten. Nu» erzählte ich auch, daß ich al» Leiter de» SicherhairsdienisieS infolge eine« Hilferufs von Karl Liebknecht am 9. Dezember 1918«ine Haussuchung bei dem Vixfeldirebel v. TdSxka vorgenomma« und be» diesem neben einem größeren Geldbetrag und verschiedenen Lu»wxisen auch«in von Scheidemarrn und Sklarz unterzeichnete» Vchristsiäck gasundep hatte, wonach Liebknecht ermordet werden sollte. Ich habe aber »««nosS behauptet und will auch nicht behaupten, daß dieses Schrift- stück wirklich von Scheidemann und Sklarz unterzeichnet gewesen ist. Nübell wollte diese» Schriftstück sehen. Ein gewiss« Fall»-hatte daS Schriftstück tags zuvor mir für 300 M. angeboten. Dsr muß eS wohl dem fett längerer Zeit verhafteten v. Thszka entweirdet haben. Auf der Fahrt nach Köln sucht« ich Falk« in Hnanover aus, kannte ihm ober das Schriftstück nicht bezahlen, weil man mir alle» gestohlen hatte. Ich telegraphierte an Nübell um Geld, da» aber nicht kam. fuhr auch nach Berlin, traf ihn aber nicht an, sondern zufällig einen gewissen Denner, der für mich schon wiederholt De- lorgungen gemacht hatte. Ich gab ihm nur eine genaue Abschrift de» Schriftstücks, die er zu Nübell bringen sollte. Als ich 14 Tage später in Köln verhaftet wurde, erfuhr ich, daß Denner zusammen mtt einem Chauffeur Petzold das Schriftstück gegen Be'ahlung dem Heinrich Sklarz ausgehändigt hatte. Heute figuriert diese Abschrift als Original, der Streifen mit dem Wort„Abichrist" fehlt und daS Papler ist künstlich alt gemacht und anders getaktet. Es werden daraus zwei aagebliche Abschriften, von denen Prinz die ein« und Frl. Plauovann die ander« gemacht haben solle«, verlesen. Sie lauten: BerNn. S. Dezember 18-. Die Unterzeichneten verpflichten sich hiermit, für die Verhaf- »ung und Urrschadkichmachung von Karl Liebknecht, Rosa Luxem- bura und Dr. Paul Sevi der«uilführenden Person eine Be- loh»ungvov10y000Mark— in Worten einmal hunderr- tausend Mark— zu zahlen. Völlig- Straflosigkeit wird zu? gesichert. Gcheidemann. Georg Sklapz. Daß bei Thszka«mgabli-ch«in Mordbefehl gefunden worden s-i. soll der damalige Sekretär des Pvinz. Fritz Bollenhagen. be- künden. Ein B a-i s i tz e r hält dem AngeLagien vor, daß auch auf dem angeblich als �Abschrift" bezeichneten, von Prinz bcvgesrellten Schriftstück di« beiden Unterschriften vollkommen verschieden aussehen. P r i n, erklärt, es sollt« eben das Bild de« Originals möglichst getreu kopiert werden,— Vors.: Also gewissermaßen»ine Gemäldekopie?— A n ge k l.: Ja,— Aus werteren Verlesungen früherer Gericht Zproiokolle ergibt sich noch, daß Prinz die.Ad» schritt", die er von seiner Braui hatie schreiben lassen, als von Falke stammend an Nübell weirergeschickl hatte. In einer Ber- neymung erklärte Prinz, die Broschüre»Der Raitenlönig" stamme von SochaezewZkt. Fern.'r hat er in einer Vernehmung er- klärt, daß er von der Echtheit des bei Falks befrndlichon Schrift- stücks überzeugt gewesen sei. Auf eine Frage nach seiner Parteizugehörigkeit t*r- weigert V r i n z die Antivort. weil er nach ihrer Erteilung in der vorigen Verhandlung von den Sklarz verfolgt worden iei. Er behauptet u. a.. daß Heinrich Sklarz dem Fräulein P l o u« a n n Prostitu erte zugeschickt habe, die ihr sagen mußten, ihr Bräutigam Prinz sei bei ihnen gewesen, wn sie eifersüchtig zu macken.. Durch die Vorspiegelung eine? Haftbefehls habe Älarz da« Fräuletn Plaumann zu ihrer Beschuldigung gegen Prinz veranlaßt und sie sofort zum SloatZanwalt gebracht, worauf Prinz verhaftet wotzden sei. Eine Stunde darauf ssi sie tot gewesen, aber wcht durch Selbstmord; et, Prinz, habe gegen Heinrickd Sklarz ein« Strafanzeige wegen Nötigung und Anstiftung zum Morde»rstatteä. In Weiße»- se« sei zweimal Sinter Prinz hergesckwssen worden, aber er habe Sklarz mugetetlt. daß das all«» zwecklos sai, denn da» Material befinde sich nicht in Prinz' Händen. Er habe jetzt daS Oririmil be» Mordbesehl». Vors.: Weshalb legen£:e eS nicht tot?— Angekl.: Dann würd» man«Z sofort wieder als Fälschung bezeichnen und mich er» neut wegen Urkundenfälschung anklagen.— Vor f.: Die Vorlag« des Original» läge doch in Ihrem Jnteressel— Angekl.: Nein. ich titi««z nicht! ES folgt die AtttgeuvernehiNtZNck des Nechlsanwalts Nübell. > Er wird vorneweg nach der alten religiösen Formel ver- eidipt, die gesetzlich nur noch auf Musisch des Zeugen anzu- wenden ist.)" Der Zeuge gibt an, daß ihm we Misieilunae» Prinz' nur fsir die Verteidigung der von Sklarz verklagten Journalisten, z. L- Steinberg« und de» Dr. Specht vom»Lokal-Anzerg«''. von Wert et» schienen; nachdem sie von Prinz in da» blaue Heft geschrieben und vom Zeugen al« sachlich und mit BeweiSmaterial belagt erkannt worden waren, habe er ihm 9000 M. gegeben, und zwar auf Wunsch des Prinz als Darlehen zur Errichtung einer neuen Existenz al» Kunstmaler, d, h. für Zettverlust und zur An- schaffung von Requisite». Tie Ermächtigung. Geld für Beweis- material aufzuwenden. Satt« Dr. Specht vom.Lokal-Anzeiger" all zweifelsfrei in Ausficht gestellt. Am Schluß des Heftes standen die Milteilungen über die Mordprimir» die den Zeugen persönlicd interessierten, obgleich sie mit den er- wähnten Klagesachen nichts, zu tun hatten. Nübell wies Prinz darauf hin, daß im Prozeß Sonnenfeld der. Mordbefehl als Fälschung festgestellt worden sei, worauf Prinz erklärte, den' Mordbesehl. von dem« nicht wtffe, ob er echt oder falsch sei, gesehen zu haben. Nübell sogt«, es wäre höchst interessant, dieses Schriftstück zu seber, worauf Prinz sich erbot, eS von Franke-Falke in Hannover zu be- schqsfen. Von dort au» telegraphierte er um 500 TO.., worauf di Antwort erging:„Zahlung erfolgt nach Ablieferung des Schrift stücks." Nübell hock das Schriftstück nicht erhallen, da es toi Denner und Pätzold Heinrich Sklarz für 100 M. verkauft wurde, der dann Anzeige erstattete. Wie der Zeuge auf verschiedene Kragen angibt, hatte er nicht den Eindruck, daß er getäuscht oder betrogen werden sollte. Rechisanwalt Werthauer: Denn« hat uns gesagt. Prinx, hätte angegeben, daß er eine Fortsetzung beS„Ratten NitligZ" geschrieben und 10 000 M. von Rechtsanwalt Nübell im Äustrag einer bestimmten Partei erhalten habe. Zeug« Nübell gibt zu. dem Prinz die Broschüre vmr �Rattenkönig" gegeben zu haben, damtt er sich über die Deschuldi gungen gegen Sklarz informiere und BeweiSmaterial dafür' bei- bringe. Di« Fragen Dr. Werthauer» nach den K a p i t o l ü b e» s ch r i ft e n des blauen Hefts„WaS ich mit Heinrick Sklak.z Satte". werden auf Bsclangen des Verteidigers, der sich auf die Entscheidung des Sammergerichts beruft, wonach der Inhalt der Bnofchüre dem Nebenkläger vor- zuenthalten ist, und isifolge von Bedenkan de« Gericht» alt unerheblich abgelehnt. In einer lebhaften Auseinandersetzung Lber den Charakter dar Prinz-Broschüre bestreitet Zeuge Nübell, daß sie eine Fortsetzung de»„Rattenkönig?" werden und ebenso wie dieser verbreitet Iverdcr. sollte. Prinz erklärt dasselbe. Die Frage Werthauers, ob das angebliche Original dcS„MordbefehlS" bei Nübell fei, verneiitt dieser und, nachdem rhu Angekl, Prinz von her AmtSverfchwiegenheit entbunden hat. erklärt er auch, den Verbleib diese» Originals nicht zu kennen. Justizrat Wsrthauer führt dann aus, daß bi« Prinz- Broschüre schwere Dalekdigung«» gegen Scheidemann enthalte und daß darum ihr Inhalt bckannigeaeben werden müsse.— Dies? Frage an Nübell wich aber vom Gericht als für die vorliegend« Sack« un- erheblich abgelehnt.— Nübell bestreitet, daß das Heft Bs- leidigungen gegen Sckeidemann enthalte, der außerhalb des Schluß- kapitsls überhaupt nicht erwähnt sei. Er, Nübell. habe Prinz trui die 2000 M. gegeben.— Prinz bestreitet, ton 10000 M. g-oredw oder sie erhallen zu haben— Justizrat Werthauar erklärt, wenn der Inhalt der Prinz-Broschüre nicht bekanntgegeben und also da« Vorhandensein dar Beleidigun-gen gegen Scheidemann nickck b» wiesen werden könne, müsse sicki dm: Nebenkläger überlegen, ob et nicht seinen Sirafantrag zurückziehen soll«.— Wertbauer geißelt den noch nick»! dagewesenen Vorgang, daß so wichtiges Be-, weiSmaterial torenthallen werde, um den ton der Staatsanwalt- fchast verfolgten Angeklagten vor einer Beleidigungsklage zu br- wahren.— Rechtsanwalt Nübell. gegen dessen Wisderrintrift als Verteidiger nach Ablesung seiner Zeugenaussage daS Gericht kein Bedenken bat. fübrt au«, daß daS Kannneraericht diesen De- schluß nicht im Interesse de» Prinz, sondern Dr. SvechtS und and-- rer von Sklarz verklagter Journalisten, die Nübell verteidigt, ge- faßt habe. Der Staatsanwalt stellt fest, daß nicht er, sondern ledig- sich das Kam-mergericht dieses Vorgehen veranlaßt hat. Justizvat Werthauer beantragt, di« Broschüre event. die- jenigen ihrer Teile, die zu den Akten gebracht worden sind, zu ver. lesen und den Kammergerichtsrat Wachler über den sonstigen Inhalt zu vernehmen. DaS Gericht. daS bereit» vorher wegen de» Kehlen» wichtiger Zeugen Vertagung auf Montag vormittag beschlossen hatte, wird über diesen Antrag im Weitaren Verlaus der Verhandlung befinden. Wechsel in der ReichStagSsraktlo». Infolge einer Entscheidung de« WahlprüsimgSqelicht» bat Genosse D h a 6 o r» DisfletdorMrin Mandat mm Reichstag verloren. An seine Stelle rückt der nächst« i»,ialdemokroti>che Re'ch»tag»kandidat der verbundenen Nachbar» kreislifte, Genosse Zäcker, automatisch aus. Genosse Jäcker war auch schon Mitglied der Nationalversammlung. Juslandsrundschau. Die Reichiregierung hat unter ausführlich gefchilder- t»r Darstellung bei der belgischen Regierung dagegen protestiert, daß dio Annexion ton Eupcn-Malmedp als W i e d e r v e re i n i- g u n g mtt Belgien bezeichnet wird. Eine deutsch« Denkschrift au die Entente macht den Versuch, un» die Montjoie-Bahn zurückzuge- Winnen. Glückauf I... Laut.Times" benachrichtigte Tsch itscherin di« franzö» sikche Regierung, daß Polen seine Angriffe aus Sowjetrußland sortieye, daß es General Peiljura»ntersiütze. und daß Me Sowwl- regierung mit Polen nicht im Frieden leben könne. Au« Pari» verlautet, daß die Armee Petljura» vollkommen g«. schlagen worden ist. Einige Trupenabteilungen sind auf pol- nijcheZ Gebiet geflücktct und wurden anaeblich dort entwaffnet.— Herv e stell: fest, daß W r a n g e l seine Ofsenfiv, erst mit seiner offiziellen Anerkennung durch Frankreich unternommen hat. Die o c /r g i s ch e Gesandtschaft in Be'lin erhielt folgend« cunt. lichr Nachricht au» Tiili»: In Georgien alle» ruhig. Bon keiner Seite feindliche Angriff«. Trotz bei Vorschlage» ein« Einstellung der Operationen an der polnisch, litauischen Front durch di« Kontroll- kommissuxn de» Völlerbunde» sollen, nach einer Meidung des osfizizllen ktauäschen Nachrichteubureau» au» Kowno. die Polen auf der ganzen Lini« neu augegriffen und verschieden«! Ortschaften(Sirvinttz, Kurklsi) besetzt haben. Der Armeekommru-- dierenid« hat sich zur Front, der Vertreter Litauen« beim Völker- bundtrat. Professor Waldemar, nach Genf begeben. Der Eouvarneur de» M e m e l �« b i e t e», der französische General O d r h. erklärt, daß von einem polnisch.litauischen Ab- lommep, wodurch Mernel zu Litauen al» Kompensation für den Verlust W i l n a» geschlagen würde, nicht di« Rede sein könne. Allein der Völkerbund Hab« über da» Schicksal de» Mamelgebietes zu entscheiden. Da» kommunistisch« llnterhau»mttgli«d Oberst Malone wurde zu sechs Monaten Gefängni» verurteilt. Sr war der Autreizung zum Aufruhr in Jrlgnd beschuldigt. Tie griechische Regierung hat der Kammer, diese der KSnigin-Regentin Olga den Treueid geleistet. Athen meldet, daß die Tnipton die venizelistifchen Offiziere absetzen und Konstantins Rückleh: verlangen. Gewerkschostsbowegung Erhöhte Löhne in öer Metallindustrie. Durch einen Schiedsspruch ist dieser Tage die dringend nötige Erböhung der Löbne in der Berliner Metallindustrie erfolgt. So- wobl die Verwaltung des Metallarbeiterverbandes wie auch die Nnternedmerorganiiaiion haben dem Schiedsspruck, der mit der aus Sonntag, den 7. November, folgenden Lohnwowe Lohnerdöhungen vorsiebt, nunmehr zugestimmt. Die Einstellungslöhne werden nacb dem Spru» wie folgt erhöht: I. Wr alle männlichen Arbeiter über 21Jahre in allen Klassen um 80 Pf. b) Für jüngere männliche Arbeiter in allen Klasten um 20 Pf. o) Für Arbeiterinnen an Maschinen bzw. Handarbeiterinnen, deren Le'stnngen nicht an den Leistungen und der Entlohnung männlicher Arbeiter gemessen werden können, um 20 Pf. ä) Für männliche und weibliche Jugend- li che um 20 Pf. II. Die bestehenden Akkordbaien bleiben mit Ausnahme der unter III behandelten unverändert. HI.! Die Akkord- basis für die unter Ic genannten Arbeiterinnen beträgt 3 IS M. IV. Bei gualifizierten, um deswillen in Lohn auSgesührlen Arbeiten, well sie nicht in Akkord kalkuliert werden können, wird eine Zu- läge bis zu 30 P f. je Stunde gewährt. Die biSber hierfür gewährten Zulagen von 10. 20 und 30 Pi. werden auf 40, SO und SO Pi. erhöbt. V. Die zu den EinstellungSlöhnen nach dem jetzigen Tarif hinzukommenden Zuschläge bleiben unberührt. Neuer Tarifabsthluß, Nach vierwöchentlicher Verhandlung haben sich die Ver- treter beider Parteien im Buchdruckgewerbe verständigt. Die Tarifgemeinschaft der Deutschen Buchdrucker ist erneuert worden. Ein neuer Lohntarif für die Gehilfenschaft, verbun- den mit einem Reichstarif für Hilfsarbeiter und Hilfsarbeitcrinnen, ist für die Dauer von zwei Jahren zum Abschluß gekommen. Es steht zu hoffen, daß damit der gewerbliche Frieden dem deutschen Buchdruckgewerbe auch weiterhin erhalten bleibt. Tarif für öle Kaffeehausangestellten. Die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Kaffee- Hausgewerbe haben sich über den Abschluß eines Tarisvertrages verständigt, der für die Kaffeehäuser und die ihnen angeschlossenen Bars. Kabaretts usw. gelten und sich auf sämtliche Arbeit- nehmer(Kellner, Musiker, Handwerker, kaufmännische Angestellte) erstrecken soll. Demgemäß sind 16 Arbeitnchnierorganisationen an dein Tarif beteiligt. In dem Manteltarif wird bestimmt, daß das Trinkgeld als Entlohnung abgeschafft ist und ein Angc- stellt«, der Trinkgeld von den Gästen fordert, fristlos e n t- lassen wird. Den Gästen sollen auch keine prozentualen Auf- schlage für Bedienung usw. in Rechnung gestellt werden. Kündi- gfimgen, Enilaffungen und Versetzungen an ungünstige Stellen dürfen nur mit Zustimmung des Betriebsrats bzw. Vertrauens- mannes vorgenommen werden. Von Einstellungen ist der Betriebs- rat in Kenntnis zu setzen Jedem Arbeitnehmer ist wöchentlich ein Ruhetag zu gewähren mit Ausnahme der Musiker, die dreimal im Monat einen Ruherag«halten. Die Urlaubszeit ist auf 5 bis 21 Tage festgesetzt. Arbeitsniederlegungen und Aussperrungen dürfen nur erfolgen, wenn vorhergegangene Verhandlungen über die Differenzen gescheitert sind. Arbeitnehmer,. die gegen diese Bestimmung verstoßen, können sofort enttasicn werben.— Der Lohntarif setzt Wochenlöhne fest von ISO M. für Kellner unter 20 Jahre, 180 M. für Revierkellner, 24S M. für Oberkellner. Zu diesen Lohnsätzen(sie gelten ohne Kost und Logis) kommt ein Zu- schlag von 8 Pröz. des Umsatzes. Ein Kost- und Logiszwang darf nichk ausgeübt werden. Die tägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden. Dieser Tarif wurde am Freitag in einer Mitgliedcrvcrsanun- lung des GastwirtSgchilsenverbandes(Sektion der Kaffeehausange- stellten)-diskutiert. Der Referent Schröder betonte, daß der Mantoltarif, namentlich feine Ausdehnung auf sämtliche Arbeit- nehmer im Kaffeehausgenwrbe, einen sozialen Fortschritt bedeute. Wenn für die Kellner noch so unzeitgemäß niedrig« Löhne festgesetzt seien, so liege das daran, daß, nicht ohne Verschulden der Kellner, die gegen die Beschlüsse der Organisation handeln, das Trinkgeld noch nicht völlig beseitigt sei. Im Rhein'and, wo daS Trinkgeld restlos abgeschafft sei, erhielten die Kellner Wochen- löhne von 2S0— 400 M. In der Diskussion wurden die niedrigen Löhne schiff bemängelt, die sozialen Bestimmungen des Tarifs aber anerkannt. Schließlich wurde der Tarif mit allen gegen wenige Stimmen angenommen. Der Kampf siegen die Reichsangestellten. Man schreibt uns: Der unter dieser Ueberschrift neulich ver- isisentlichte Artikel nimmt am, es handele sich bei den geplanten M asse nkünd'gungen nur um'ein Vorgehen, das sich auf die Reichsministerien beschränke. Auf alle nachgeordneten DeHörden soll vielmehr dasselbe Perfahren angewendet werden. Neuerdings ist eine Geheimverfügung des Reilbsfinanzmiuistertums ergangen, die zunächst einmal die Entlassung von 26 Proz. aller Angestellten verfüg:. Alle sogenannten Rechtferti- gungsgründe führen die Oeffentlichkeit irre. Es ist nicht richtig, daß allgemein bei den ReichSbehörden überzählige Arbeitskräfte vorhanden wären, das gilt allenfalls für einen Teil abbauender Dienststollen, der überdies nicht ins Gewicht fällt; gegen einen parallel laufenden Abbau der ArbcilÄräfte erheben hier weder die Angestellten mxb ihre Organisationen irgendwelchen Einspruch. Das große Kesseltreiben gegen die Angestellten dient lediglich dazu, Beamte an deren Stelle zu bringen, die mit den einschlägigen Vevwaltungsarbeiten nicht immer ausreichend vertraut find; ge- S.p.v. Hroß-Verlin. AllgemeineFunktionärkonferenz Sonntag, den 21. November, mittags 12 Uhr, im„Kriegervereinshaus", Chaussestraße 94: Vortrag des Internationalen Sekretärs. Genoffen Camille Huysmans-Brüssel: Zweite und dritte Internationale Mitgliedsbuch und Funktionärkarte legitimiert. Der Sezirksvorstanö. rade die verfahrenen Zustände in den Finanzämtern zeigen das ganz augenfällig. Was die Angestellten mit Recht ganz besonders erregt, ist die Tatsache, daß sie das Feld räumen müssen, um für neue Beamte oder Beamtinnen Platz zu machen. Hier zeichnet sich im besonderen Maße das R e i ch S p o st- M i n i st e r i u m unvorteilhaft au?. Es will die kaufmännisch vorgebildeten männlichen Angestellten der Postscheckämter in kurzer Folge zur Entlassung bringen und dafür jugendliche Weib- liehe Arbeitskräfte im festen Beamtenverhältnis anstellen, weil sie angeblich für diese Arbeiten„geeigneter" seien. Diese „bessere Eignung" scheint basonderS aus dem geringeren Ge- Haltsanspruche abgeleitet zu werden! Und auf solche un- soziale Maßnahme will der ReichSpostminister bestehen, weil er das nun mal dem Verbände der weiblichen Beamtinnen ,�uge- sichert" habe. Daß diese Praxis mit den TemobilmachungSgrund- sätzen, die das Reich für alle Arbeitgeber vorgeschrieben hat, im schreiendsten Widerspruch steht, scheint das Postministerium nicht weiter zu genieren. Daß aber die Angestellten der Postscheckämter, die zu einem großen Teile Familienväter sind, sich' nicht zu- gunsten von Beamten ufw.-Töchtern widerstandslos aus die Straße setzen lassen wollen, liegt doch� sehr nahe. Auch in anderen Behörden schafft man in gleicher Weise neue Beamte. Die Stimmung der Angestellten steht begreiflieberwetse auf Hochspannung und Konflickrsinöglichkeiten liegen in der Luft, die dringend zu einer ruhigen Ucberlegun� gerade auch in der Reichsregierung mahnen, in welcher Weise die Reichsinteressen am besten gewahrt bleiben. Es wird vor allem höchste Zeit, daß der Reichstag schärfer hinsieht und bei den Einzelberatungen des Ministeretats sich nicht Scheuklappen anlegen läßt, sondern die sehr brenzlichc Frage der schon weir gediehenen Vorbereitungen von Massenentlassungen von Angestellten einmal in gründ- licher Sonderberatung nachprüft. Buchdruckcrstreik in Tüssclvorf. Die Buchdrucker im Düsseldorfer Zeriiingsgewerbe sind am Freitag wegen Lobufordeniiigen in den Ausstand getreten. Die bürgerlichen Zeitungen können nicht erscheinen, während die beiden sozialdemokratischen Blätter, d>e den Lohn- 'orderungen nachgekommen sind, weiter erscheinen. Vereinbarung der Buchdruckercibesitzer mit den Buchbindern. Aus da? Ersuchen der OilSv«waltung de? Buchbinder Verbandes um Nochmalige Verhandlungen wegen der Lobnzulag« haben die Buchdiuckereibesitzer die Verlretiing der Buchbinder vor den Schlich- iungeaiieschuß Groß-Bertin gelaoen, der am Freitag über den «oöflikt verhandelte. Die Buchdruckereibesitzer beriefen sich darauf. daß die Forderung der Biichbirkder, die gleichen Löhne wie die Buchdrucker zu erbolien. im Reich-iarif der Bnck-ö'»der leine Stütze finde. Das bestriiten die Arbeitnebmer nichi, sie iührten ober B i l l i g k e i t s g r ü n d e für ihre Forderung ins Feld. Es kam dann ern Vergleich zustande, der in Form von besonderen Bei» b'lsen die Löhne des Bnchbindereipersouals laifächlich mit den Löhnen des Truckeieipersonals gleichstellt. Diele Verein« barung läufi, ebenio wie die mit den Buchdruckern abgeichlossene, bis zum 31. März 1821.— Eine am Freitag nachttiiltag abge- Halter. e Versammlung der in Buchdruckereien beschäftigten Buchbinder stimmte der Vereinbaiung zu. Zum Streik im Textil-Srotzh«r«del. Die Arbeitgeber verbreiten weiter die Lüg«, daß die Angestellten zweimal die VerhandGngen abgebrochen hätten. Die Wahrheit dagegen ist, daß die Arbeitgeber vor zwei Instanzen, nämlich vor dem Demobilmachungskommissar und dem Rrichsarbeitsrninisterium erklärt haben: keine Aufnahme von Verhandlungen, bevor nicht der Streik abgebrochen ist. Der Arbeirgeberverband scheut sich auch nicht, seinen Mitgliedern ein„Verhandlungs-Protokoll" zuzustellen, dessen Inhalt den Angestellten weder bekanntgegeben. noch von ihnen unterzeichnet worden ist. Man hat scheinbar solche Mittel dringend nötig, um die Stellung hallen zu können. In- zwischen läßt man das Geld in allen Farben schillern. � Doppelte Gehälter werden Streikbrechern angeboten, daß Geld bei den Ob- leuten deponiert, Gehälter über die Forderungen hinaus werden ehrenwörtlich garantiert, nur mit dem Arbeitgeberverband wagen fich diese Firmeninhaber nicht auseinanderzusetzen, aus Furcht, be- sonderer Vergünstigungen des Arbeitgeberverbandes verlustig zu gehen. Die streikenden Angestellten denken nicht daran, auf diese Leimruten zu kriechen, sondern stehen nach wie� vor fest zu ihren Führern, da sie begriffen haben, daß ihr Kampf von der größten Bedeutung für die gesamte Atbeitnehmerschaft ist. Die Zentiakstteikleitung. Lohnbewegung der Apothekenarbeiter! Noch recht langwierigen Verhandlungen, die sich von August bis jetzt hinzogen, wurde gestern vor dem DemobilmachungS- kommisiar ein Vergleich vereüibart. Der Nachtragsvemag Hai Gültigkeit mit Rückwirkung vom 1. August d. I. und läuft bis zum 31. März 1821. Ueber alles weitere wird in einer Versammktmg der Apoibeken- arbeirer, die am Mittwoch, den 24. d. MtS., in WilkeS Festsälen, Sebastianstraße 38, staltsindet, Bericht erstattet werden. Deutscher Hutarbeite«- Verband. Allgemeine Migliederversamm, lung am Montag, den 22. November 1920, nachmittags 5'l3 Uhr, im Ge» wcrlschastShauS, Eng ewser IS, Saal IV. Tim aller Welt. Hungersnot in CThina. Die Weltkriegsnot hat infolge ungünstiger Natureinwirkungen auch E b In a ergriffen. In weiten Gerieten ist e:ne völlige Miß- ernte herausgekommen. Die Ernte hat häufig nicht einmal das Saatgut erbracht. Viele Millionen Menschen sind in akut« Hungersnot und zum Teil schon verhungert. Von 58 Millionen Menschen in den Provinzen Tschchli, Sckrcrntitng, Houan, Schon si und Schestsie leiden, noch englischen Berichten, die vom„Jnter- national Famine Relief Eomittee" stammen, 14 Millionen sehr schwer Hunger, 16 Millionen schwer und 28 Millionen nicht so schwer. Also mehr als die Hälfte der Bevölkerung dies« Provinzen befindet sich in schwerer akuter Hungersnot mit Lobens- bedrohung. Es fehlt an Lebensmitteln aller Art im höchsten Grade. Nur rasche Hilfe des Auslandes vermag ein Millionen- sterben in den östlichen Gebieten Chinas zu verhindern. Wir in Deutschland vermögen aus den Erfahrungen in unserer eigenen Volksnot das Elend in China besonders deutlich nrit-u- fühlen, wenn wir auch durch den fürchterlichen Druck, der auf uns selbst lastet, leider nicht in d« Lage sind,'uns« menschliches Mit- empfinden durch materielle Unterstützung auszudrücken. Schmuggkertum an der aberschlesischen Grenze. Trotz der ungeheuren Schwiengkciten, mit denen die Erlangung eine? Passagier- schein«? für die Uzberschreitung der Grenze verbunden ist, sind die Grenznegenden direkt ein Himmelreich für die Schmnggler. Die Grenzkontrolle wird von den Polen in äußerst„liberaler" Weise gehandbabt. So konHe jemand die Grenze für ein Stückchen B r o t überschreiton, dos« dem Posten gab. Ein anderer hatte die Grenze überschrüten, weil er sich mit einer Schaufel bewaffnet zu- sammen mit anderen Arbeitern über die Grenze begab. Er hat in Oberschlesien pharmazeutische Artikel eingekauft, die er dann in Polen mit großem Verdienst verkaufte. Lriefkasten üer Keüaktion. im. 7Z Suchen Sie durch Inserat einen Käufer.— F. 60. 1. Nein. 2. Erledigt duich l. 3. Durch Besuch einer Wahlschul«. 4. Strasjviann- straße 6(Mädchenhau?). SPeranira. für den redalt. Teil Dr. Weener Petter, Cdarlottenburg: Mr«nzeigcn. Td. Sitaltc. Berlin. Verlag: Vorwärts-Veriag Ä. in. b.©., Berlin. Druck: Bor. Wärts-Bucbdruckerei u. VerlagSanliali Bant Tinaer u. Co.. Verlin. Lmdenltr. s. Hieran t Beilage. regelt den Stuhlgang erwachsenen und Kindern. _______________ Indern. ÄrrMfcH empfohlen? vrva ültetein-Schnittmuster A. WERTH EIM in allen 4 Geichfilten. l'/3 stöckiges Hans, uwnialwarengeichSil, Borort, Ksrddayn. weg. Wegzugs sof. ,u oerkaufcn, Anzahl, u. Ware 7S00c> M. erl. Erlroaen Ret. air.endori.West.Walbstrnhe0l. Sasnvirt. Telephon Installateure 1 Achtung 1 verbl.. Um.% m. Ällihlampen 20",, Rabatt. ta Schalter 8,30, Sieckdafe 8�80 Rohda m.b.H.. Wie ZatobstrA». Wahlspruch: Semper idem in stets unveränderter, anerkannt vorzüglicher Qualität(48-50 Vol. Proz. Alkohol). Alleiniger Fabrikant W H. Underberg-Albrecht M RHEINBERG(Rhld.)* Gegründet 1846. Kontor und Lager: Berlin SW 48, Fricdrichstr 237. Fernspr: Amt Lüttow Nr. 3073 n. 4470. asaBBsaasszrrm. 3EEES£1B5E 1