Nr. 572■» 57. Jahrgang Ausgabe A Nr. 149 BezuqSpretS: V 5J)rL 30.— M u. immatLlO,— M. tta ins s>t)us. ooraus ahlbat, Volr- bc;ua Monat!!» 10.— M!» exkl. Su» ftekunzsgeoübr. UiuctRrtBJbfltiS für ®eut(d)lanh and Oerterrft» 18�0 Mk» für da, übrig« Ausland bei täglich «'Ntnal. �ultellunr ZI 50 TiliO'»« OkOungen nrimnt an Oesterreich, Ungarn, Tschecha- Slowatei, Laue- man, �oZano.- nremourg. äckuneben und die Elbweiü— dinaetraaen in die Vasf. eitung», Preisliste. ?et.Torwarts� mti der Sonntag». beilage.Voll a. Rnf" endnini tnomen. lagiid) imeimn; Sonntag? und Montag»"nmaL Telearamm-Adtesse JSojlalfiemofcal Berlin". Morgen Ausgabe Bciiincc Polhölilatl 33 Pfennig) AnzemcnpreiS: Sit aditatiralttnt SionnartiDttellt foiti t3.—-i'i., Sfu't-jngtitüthlag 50-/t, »Sieine Siujaigpa" das Vit" zedruckte Wart 2)i. iznlnistg zwei tettgedrucktv Lortei.'tde? weiter« Wort 80 P'g. Etellengeiuche und SiblasslelienmiMlnen da? erste Dort Sä Vtg.'ede? weitere Wer: 40 Vsg, Sorte über 15 Puchstabm»Hfiicn für we> Dorie. Teuerungszuscolaa äOo,� ?arniUtn-9inic-.acn für Abonnenten �ciit 2.— 3!« volitliche und ge- werlilbaitlidie Vtroink- An eigen 3.— Ml. die dtil« ol)ne Aufschlag. Ame-.gen für die» c rtif. v Ninnmer aiülsen bis 5 Ahr nod uiiiiags ml öauwgfschä't, Berlin TA 3. Linden» siratze S. abgegeben werden. KeSffn« von S Ubr irüh bis 5 Uhr abends. Tenlralorgan der rozialdemokrattfcben partei Dcutfcblands Keöaktion und Expedition: SW. 68, Lindenste. 5. iternfjireriier; Rmi vioritivlnv. Nr. l.»I SO— 131 97, u i itmim■naataai—afa./awnawnmiann— ma—— i Sonntag, den 21. November 1920 Vonvärts-Verlag G.m.b. h.» SW. 68, Lindenstr. Z. aerniprortier: Amt Moriüvla«, Rr. 1 1~».1— 54. Leben Die©oaml�mtofroicn und Sozizldemokratinnen Groß- Berlins untürniihmen heule einen Werbefeldzug für den Vorwärt s". Ihr Vorhaben ist ein Zeichen mehr für die gesteigerte Aktivstät unserer Partei, die erkannt hat, daß sie neue Kräfte sammeln muß, um den gewaltigen Auf- gaben, die ihrer harren, gerecht zu werden. Heber den Kreis der Partcigenosien hinaus ist es zu wenig bekannt, daß die sozialdemokratische Presse nicht nur nach außen sozialistische Grundsätze der- tritt, sondern sich auch in ihrer inneren Organisation— soweit das in einer kapitalistischen Gesellschaft möglich ist— seit je auf ihnen aufbaut. Denn während alle anderen Tages- zeitiingen ohne Unterschied der Richtung einem privatkapi- taliftischeu Unternehmertinn Untertan sirrd, wird die sozial- demokratische Presse von den Parteiorganisa- tioncn selbst herausgegeben, kontrolliert und verwaltet. Gier ist der Ansporn des Profitstrebens durch den Geniein- nun ersetzt worden, und wenn es aus diese Weis? gelungen ist, eine leistungsfähige Tagesprefse zu schaffen, die beute in Deutschland rund anderthalbbunidert Blätter umfaßt. � so spricht diese? Werk für d'e aufbauende Kraft nicht nur seiner Urheber, der deutschen Arbeiter, sondern auch des Prinzips selber, um, das alle wirtichaftspolitischen Machtkämpfe der Gegenwart entbrannt sind- Der Kampf zwischen der privatkapitalistischen Verleger- presse und der sozialdcmokratichen Organisationspresse spielt in der demokratischen Republik eine noch größere Rolle als zuvor. Tie Bildung der obersten Staats- aenxilten und die Fassung der Gesetze hängt heute ausschließ- lich von dem Ausfall der Volkswahlen und VolkSabstimmiin- gen ab. Dieser wird aber durch nichts so sehr beeinflußt, wie durch den täglichen Einfluß, den die Presse aus ihre Leser ausübt. Eine Republik, deren össeutliche Meinung von einer privatrapitalisiischen Lerlegervresse beherrscht wird, kann nie etwas anderes als eine bloße Geldsackrepublik sein. Das wissen unsere Genossinnen und Genossen, die heute treppauf, treppab steigen, um ihrem Blatte neue Leser zu werben, sie wissen, daß sich in diesem Kampfe der geistige Inhalt der Republik selber entscheidet. Die arbeitenden Menschen unseres Vaterlandes fühlen beute instinktiv, daß die ungeheuren Opfer, die es gekostet hat. ehe Deutschland eine Republik werden konnte, sich nicht lohnen würden, sollte Deutschland eme Republik sein und bleiben, wie eS Frankreich und die Vereinigten Staaten von Amerika heute noch sind. Durch die Massen geht ein un- widerstehlicher Drang, nicht g e g e n die bloße politische Demo- kratie, sondern über sie hinaus zu höheren Lebens- formen der menschlichen Gesellschaft zu ge- langen. Während auf der einen Seite ein rücksichtslowr Egoismus sich breit macht, und das ollgemeine„Rette sich wer kann!" der an Wohlleben Gewöhnten selbst gewezene Hohcnzollernfürsten zu einem niedrigen Scküebertum herab- sinken läßt, richtet sich aus der anderen Seite die Ueber- zcuguny hoch auf. daß nur Unterordnung oller Kräfte unter das gemeinsame Ganze, mir planmäßig geordneter, hin- gebungsvoller Dienst an die Allgemeinheit Rettung vor dein konst gewissen Untergang bringen kann. Tics aber ist das Streben, das heute unter dem Namen des Sozialismus nach Verwirklichung ringt und dem der„V o r>v ä r t s" mit allen Kräften dient. Tie Welt hat manches Große gesehen, Vollkommenes noch nie. Auch die sozialistische Bewegung ist nicht frei von tragischen Verirrungen. S'e haben den„Vorwärts" ge- zwungen, den Kamps mit geistigen Waffen auch gegen manche zu führen, mit denen er in früheren Zeiten Schulter an Schulter gekämpft ckmt. Er hat nie ein.Hehl daraus gemacht. daß er Bestrehungen, die darauf gerichtet stnd, durch neue Trümmer der Zerstörung unklar dämmernden Zielen cnt- aegenzutaumeln, mit klarer Bestimmtheit ablehnt. Zuviel bat die Welt der Arbeit und ihr Bestes, das heranwachsende Geschleckst, unter der Geißel des Krieges gelitten, als daß ihnen neue Opfer von so grauenhasteni Umfang zugemutet wenden könnten, wie sie die Theorie des Bolschewismus von ihnen verlangt Aber aus Mittel verzichten, von denen man weiß, daß sie nickst zum Ziele führen können, beißt alles ober, denn auf das Ziel selber verzicksten. Dieses Ziel, durch Beseitigung aller kapitalistischen Anarchie und Ausbeutung eine neue Blüte materieller und kultureller Wohlfahrt herbeizuführen, bleibt. Fm Reichstag hat die sozialdemokratische Fraktion gestern einen Vorstoß zugunsten der Sozialisierung des Kohlenbergbaues� unternommen, und a? wäre Ivcii gefehlt onzunebme-n, dies fei eine Angelegenheit, die nur die Bergarbeiter angehe. Tie Sozialdemokratie hat erkannt, daß der Bau des neuen Hauses von Grund aus erfolgen muß, den Grund bildet aber die Urproduktion, die die Trieb« am Tage öer kräfte der Technik auS dem Mutier schoß der Erde entfesselt, eben der Kohlenbergbau. Das ganze arbeitende Volk muß in Erkenntnis seiner Zukunftsintercssen alle seine Kräfte für dieses große Werk einsetzen. Denn auch dies ist wieder ein sozialistischer Grundsatz, daß keine Arbcitcrkategorie den aus- schließlichen Kamps für ihre alleinigen Fntcressen führt, sondern daß jede ihn für das Ganze führt und darum auch die Unterstützung des Ganzen beanspruchen darf. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, daß die sozialdemo- kratische Presse nur den Interessen der„Arbeiter" im engeren Sinne des Wortes dient, derer, die von ihrer H ä n d e �Arbeit leben. Es ist wahr, daß diese Arbeiter es stnd, die die Sozial- demokratische Partei und ihre Presse, auch den„Vorwärts", im wesentl'chen geschaffen haben, und daß das Band, das den Schöpfer mit seinem Geschöpf verbindet, imzerreißbar ift. Aber für die sozialistische Auisasiiing ist niemals nur die Handarbeit„Arbeit"" in wirtschaftlichem! Sinne gewesen, und stets hat sich die So-zialdemokratisihe Partei als die Sackp toalterin aller gefühlt, die durch körperliche oder geistige Nr- beit Werte schaffen, nie hat sie die bobe Bedeutung des ge i- st igen Elements für das Ganze der Gesellschaft ver- kannt.„Die Philosophie und das Proletariat",„die Arbeiter und die Wissenschaft" miteinander zu verbinden, war für Marx wie ftir Lassalle tiefstes Wesen ibreS Wirkens. So kommt es, daß ein von den Fesseln gesellschaftlichen Vor- urtei'ls und staatlicher Bevormundung befreites Auge- stellten- und Beamtentum sich der sozialdemo- kratifche» Bewegung anschließt und sich die sozialdcuno- kratische Zeitung zum täglichen Hausgenossen wählt. Und nicht minder ist es die W'lt der Frauen, in die dtr„Vorwärts" in steigendem Maße Eingang sucht und findet Gewiß, in seinen siebcnunddreißig Jahrgängen sind Gberfthleflen und Unter dein Vorsitz des Genossen Eamille Huys- maus und Vertretungen des deutschen und p o l n i- scheu Partcivorstandes fand in Berlin eine Konferenz von o b e r s ch I e s i s ch e n deutschen und polnischen Sozialdemo- kraten statt, die sich besonders mit den letzten Unruhen in Ob-rlchesien beschäftigte. Nach aründlicher Aussprache einigte man sich auf nachfolgende Entschließung, die einstimmig angenommen wurde und den beiden Partei- vorständen übermittelt werden soll: Tie Konferenz der dentsihcn und polnischen Sozialdemokraten Obcrschlesiens am 26. November 1626 in Berlin ist drr Dtctnung, dah der obrrschlestslhe Konflikt nur gelöst werden kann, wenn beide Nationen»hneRncksichtdasResultatdeSPlebiszits annehmen als höchste und bindende Instanz im Interesse des Friedens, des AnSbiewes eine? wirklichen BolkerbundeS und der Entwicklung der sozialistischen Zusammenarbeit. Diese« Plebiszit must stattfinden ans Grund deS g 4 dcS Bn- hangs des Artikels 88 deS FrirdenSvertrugeS. Die deutschen und polnischen Sozialdemokraten verpflich- 1 e n sich, dafür zu wirlen, das- in dar AbstimmungSpropaganda alle nationalistisch verhetzenden Jlrßnntentc auö- geschaltet werde«. Die S.P.D. wird in ihrer Azitation für daß Berblribcn Oberschlestenß bei Deutschland, ebenso wie die P.P.S. für dessen«nschluh an Polen lediglichdieideellen. politischen«nd wirtschaftlichen Gründe zur» Auß- druck bringen, die sür ihren Standpunkt sprechen. Sie werden alle Gewalt- und Lerfälschnngsmittel sowie alle wirtschaftlichen Druckmittel auf daß eatschie- deuste bekämpfen und für völlige Abstimmungßsreihoit rw- trete«. Nnch eingehend« Besprechung drr vorgetragenen Beschwer- den beschließt die Konferenz: Bon jeder Seite werden drei G e» o s s e n bestimmt, die eine Kommission bilden, welche alle vebergrifse von Angrhörigen beider Parteien vorzubeugen »der zu beseitigen hat. Wenn in bestimmten Fällen die Kom- Mission nicht zn einer Einigung gelangt, ist je ein Mitglied d-S deutschen und des polnischen Partcivorstandes hinzuzuziehen. Wir begrüßen auf das wärmste diese Einigungsbestre� bungen der Internationale und sind überzeugt, daß bei beiderseitigem guten Willen der� nationale Friede in Ober- schlesien innerhalb der Arbeiterfchaft wiederhergestellt wer- den könnte... Wie notwendig eine� Werständigirng der Sozialisten ist, denüt sich die beiden Völker nicht durch blutige Ausschrei- tungen selbst entehrsn. zeigt die folgend« erschütternide Nach- richt, die uns i» letzter Stunde zugeht. Toten. weniger rührende Romane und spannende Geschichten zu finden als in mancher anderen„beliebten" Zeitung, dafür aber desto mehr Aufsätze, in denen sür die volle staatsbiirger- lickje und privatrcckst'Iiche Gl« i chb erecht igung der Frau eingetreten wird. Es ist wahrlich kein Zeichen des Fortichritts, wenn die befreite Frau von heute, die gleich- berechtigte Staatsbürgerin, heute noch nach einer Zeitung greift, die gestern noch für die Befreiung deö weiblichen Ge- schlechts nichts anderes übrig hatte als fade Philisterspäße. Der„Vorwärts" ist das Blatt der Arbeiter, der geistig wie der körperlich schassenden, vor allem aber auch das Blatt de r F r a u. In diesem Sinn darf der„Vorwärts", statt wie sonst sür andere, heute für sich selber sprechen, denn indem er dies tut, tut er es mich wiederum nur für etwas anderes, höheres. Wer für einen großen Gedanken kämpft, von desien Verwirklichung die Zukunft des Volkes rnnd der Menschheit abhängr, der hat auch das Recht, sür sich selber zu kämpfen..Hingebung und Opfermist von Tausenden-'haben einst in Zeiten der Ver- folgung dieses Blatt geschaffen. Hingebung und Opfermut von Tausenden werben ft'ir es auch heute wieder. Dieser Totensonntag soll nach ihrem Willen ein Säetag des Lebens sein, des Lebens, das in Tod und Untergang trotzig sich selbst hchauptet und>«n sein Recht kämpft: um die Freiheit seiner Entwicklung, um die taibereite Solidarität aller Schaffenden, mn eine neue Welt, die aus den Trümmern der alten entstehen soll. Mögen diesenigen, denen dieses Blatt heute zum erstenmal oder nach langer Zeit zum erstemnal wieder in die-Hände gerät, wenigstens dies be» greisen, daß es kein Trieb des Eigennutzes ist. der uns zu ihnen treibt, daß es eine große Sache ist, sie allein, für die wir zu ihnen kommen. Internationale. Gehilfe Korfontps ermoröet. Benthe«, 26. November. Heute nachmittag erschienen in! der Wohnung von Theophil Kupke, dem Herausgeber der „Wola Lud»"(der Wille des BolkcS), Irr b:S vor einiger Zeit Mitarbeiter KorfanthS im Hotel Lomniv war, drei maskierte Personen, die nach BcschSstigung fragten. Kupke, der an der Wolurnngötür zunächst d'e Name» verzrichnr» wollte, erhielt sofort vier Schüsse, darurtcr ie ein-» in Kopf und Brost, dir seinen Todaufdcr Stelle herbeiführte«. Der Mord ist osfcubar politischer Nator. Bereits seit Tagen wurde Kupke von de» verschiedensten Seilen durch allerlei Nachfrage« nachgeforscht, so das! festzustehen scheint, dost seine Beseitigung vo« langer Hand geplant war. Ein deutscher Schritt in Prag. Prag. 26. November.(DU.) D-'r deutsche Gesandt« hat bei dem Prästdentcu Schritte zum Schuhe der reich S,. deutschen Staatsangehörige« unternommen, da im Laufe drr letzten Exzesse gegen die Teulscheg auch NeichSdeutschv misthandclt wurden. Wien, 26. Ne.om&cr. Die Blätter melden aus Prag: De« gestrige Tag verlief ruhig. Abends oersammelten sich wieder vor d-m Neuen Deutschen Theater zahlreiche Demon» stranlen. deren drohende Haltung den vorzei-igen Abbruch der Vor» stellung vcranlnhj-e. Legionäre besetzten hierauf daö Theater. Ein« Anzahl der verhrfteien Demonstranten wurde auf Einschreiten des Prager Bürgermeisters aus der Haft entlassen. DaS.Prager Tagblatt" und. die„B o h e m i a" sind wieder erschienen. Der Deutsche Parlan. starnche Verband un» die sozialdeniokrastschen Abgeordneten und Senatoren hoben vom Ministerpräsidenten die Zusicherung erhalten, daß Vorkchrunge« für das Wiedererscheinen der deurschen Blätter, für die S t ch e- r u n g des Neuen Deutschen Theaters und die Räumung des Deut» scheu Hauses und der übrigen widerrechtlich beschlagnahmten Bau, lichkenea getroffen worden seien. Ghristlichfoziale Regierung in Wien. Wie», 20. November.(T.ll.) In der heutigen Sitzung de» Nationalversammlung wurde mit den Stimme» der Chriftlichsoziaie» und der Großdcutsche» Bereinigung folgende christlichsozial« Negierung gewählt: Bundeskanzler und SlcuZcrrS Sr. Matzr (bisheriger Leiter der Kabinettskanzlri und ehemaliger UnivcrsitätZ« Professor in Innsbruck), Ministerium des Jmi-r»' und Hcrrwrse» Glanz, Unterricht B r r i s k h, Finanzen Grimm, Ernährung«» wtsen Grünberger, Berkehr Maltauf. Handel Hei»dl, Laudwirtschast Haueis, soziale Verwaltung Refch. whrarbel'tersthast und Sozialksierung« Aus Essen wird uns geichrieben: Die Dswegung gegen die Stinnes-Plüne, die man mit dem am.n„öo�uunieiung" zu verdecken versucht, ergreift immer weitere Kreise der Jndustriearbeiterschaft. Auch in Ver- samrntungen von Metallarbeitern wird das Thema erörtert. Dabei kommt man zu dem naheliegenden Schluß, wenn die Kohle vom Eisen nicht zu trennen. sei, dann müsse man einfach auch die G r o ß e i s e n i n d u st r i e sozi- a l i s i e r e n. Tos mache technisch keine besonderen Schmie» rigkeiten, die Fabrikation von Eisen und Stahl befinde sich ja in den Händen ganz weniger G.oßhüttenwerke, Wenn also die Sozialisierung nur der Kohle den Praduktionspro- zeß zerreiße", wie Stinnes behaupte, so könne man dem leicht vorbeugen, indem man die mit den Kohlenwerken enge zusammen langenden Hutten gleich mit sozialisiere. Dieser Gedanke findet in der Arbeiterschaft starken Anklang. Die örtlichen Eewerkschaftskartelle beabsichtigen eine großzügige Sozialisierungspropagand a durchzuführen. Man denkt sich den Auftakt so, daß. wenn die 14-M ä n n e r- Kommission des Reichs wirtschaftSrates nach Essen kommt zur„Wettcrberotung der Sozialisierung", im Ruhrgebiet große Arbeiterversammlungen ein» berufen werden. Fu diesen Versammlungen sollen die Mit- glreder der„Verslandigungskommission" des Reichswirt» schaftsrales freundlichst eingelab.n werden mit der Bitte, ihre Ansichten über die Sozialisierung vor den Arbeitervenamm- lungen zu entwickeln. Es kann den Kommnsionsmitgliedern. vorzüglich den Herren Stinnes, Kuno, SHversberg Kleine, Vögler usw. natürlich nur lieb sein, Gelegenheit zu bökom- men, vor möglichst großen Arbeitermassen darzulegen, warum eine Sozialisierung„nicht möglich ist". Starken Anstoß nimmt die Arbeiterschaft daran, daß die stobenglsedrige„25er« sländigungskommission" hier hinter Verschlosseiren Türen ver- handelte._ Es wird erwartet, daß die dorpelt so starke neue „Verständigungskommission", die demnächst wieder in Essen tagen soll, öffentlich die Sozialisierurgsfrage bebonbelt. Wahrscheinlich wird eine Deputation der hiesigen organisierten B e r g w e r k s a r b e i t e r bei der „Verständigungskowmission" vorsprechen und ihr die Ar- b e i t e r f o r d e r u n g e n zur Kenntnis bringen. Eine solche Fühlungnahme der„Verständigungskommission" mit der Arbeiterschaft wäre im Interesse der Klärung zu be» grüßen. Der Bcrgarbeiterverband hat einer Bochumer Met» düng zufolge die weitere Teilnahme an der VerständigungSIom- Mission abgelehnt, weil sie eine Verschleppung beabsichtige. Vresie unö Frieöensrevision. Im„Lokal-Anzeiger" vom 14. NoMmiber war die Note der Lotichafterkonferenz über die Freigabe der Dieselmotoren als ein„sachlicher Rückzug" bezeichnet worden, welcher be- »'eise,„daß nian auch mit einer lauten und energischen Betonung unseres Rechts sachliche Ei folge erringen kann". drutichnatioiialen Presse den wesentlich mitbestimmt hatte, glauben, daß der, einmütige ----------- Arbeiter orgauisationeu viel mehr zu diesem erfreulichen Ergebnis beigetragen hat. Höchst » n? k u g und für Teutschland schädlich ist ei aber, wen» die deutsche Presse jedes Eingehen der Entente ans unsere Bor- stellungen höhnisch und übermütig als„Rückzug" bezeichnet, denn damit wird die Aufgabe der Einsichtigen auf der Gegen- scite erschwert, die Stellung der Scharfmacher dagegen gestärkt. Die offiziöse HavaS-Agentur verbreitete hierauf ein Tele- gramm aus Berlin über die Slufnahme der Entscheidung der Botkchasterkonferenz in der deutschen Presse, in dem die oben- erwähnte Aeußeiung des„Lokal-Anzeigers" als„charakte- ristisch für die deutsche Mentalität� bezeichnet wurde. Dieses Telegramm ist fast in der gesamten sranzö» fischen Presse veröffentlicht worden. An sich ist es natürlich eine rein subjektive und durch- aus unsachliche Bemerkung des Havas-�orrespondentcn, wenn er eine Acußerung des schwerindiislriellen SchcrlblatteS als typisch für die deutsche Mentalität erklärt; zumal der erwähnte Artikel pwb. gezeichnet war. also aus der Feder des Herrn Johann Wolfgang Harnisch stammte. des leinerzeitigen„Pressechefs" des„Reichskanzlers" Kapp, der seit März verschwunden war und nach dem Amnestiegesetz plötzlich wiederanfgetaucht ist. Der französische Berichterstatter war ja nicht unbedingt verpflichtet, über die geistigen Fähig- keilen des jwh. informiert zu sein. Ihm bot aber der „Lokal-Anzeiger" eine Roiine. die den französischen Jmperia- listen trefflich schmecken würde. Tos deiitjche Volk mag aber auS diesem Vorfall lernen: die Rechtspresse wii kr täglich darauf hin. die internatio- � nale Atmosphäre zu vergiften, die Sozialdemokratie und ihre Presse hingegen für die Völkerverständigung und für die Revision des Friedens. vom Dir Craebnisse üer Entwaffnung. Wie die PPN. von zuständiger Seite erfahre«, sind lö. September bis gegen Ende Oktober freiwillig abgeliefert: 83 stte- schüye, 84 Minen» und ühnlichr Werfer, 21 Alammcnwerfer, 167 Granatwerfer 167 Gcwehrgranatenwurfbecher, 4818 Masckrinen- gewehrc, 13Zg Maschinenpistolen, 526 851 Gewehre, Karabiner und Tankgewehre 51 Gewehre ohne Schloß, 66 686 Pistole« und Rr- volver, 52 734 Hand-, Wurf- und Gewchrgrauate», 6805,25 Kilogramm und 2241 Stiuk Artillerie- und Minenwerfermunitio« 17 400 286 Stück Munition für Handfeuerwaffe». 17 724 Artillerie. und Mincnzünder, SprengkSrper aller Art und 302 404 Hand- granatcnzünd-r und Sprengkapseln, sowie 178 770 Waffenteile, wie Maschincngrwchrschlösscr, Mnschinensdjlüsfer und-laufe. Die bereits bekannten Zahlen der angekauften und beschlag- «ahmten Wafcs» haben sich feit dem 20, Oktober um folgende Posten erhöht: 18 Geschütze, 377 Maschinengewehre. 165 630 Gewehre, Kara- bincr und Tankgewehre, 651 Pistolen und Revolver. 268 Hand-, Wurf- und Gcwehrgranatcn, 7 Leutchpistolen, 1 Flugzeug, 01807 Stück MuniÜon für Handfeuerwaffen, 14 MaschinengcwehrschlSsser, 100 542 Maschinengewchrläufe, 2 Gewehrschlösser, 182 705 Gewehr- löufe und 333 800 STlogrnmm Gewehrteile. Angemeldet sind von Selbstschi'tzorganisationru, Fabriken, Han- belSfirmen ufw: 6785 Maschinengewehre und 834 404 Gewehre und Karabiner. Ob das Geschrei der Verzicht der Entenie ist sebr fraglich. Wir Protest der deutschen deutfthnationaier Schwindel. W T.B. meldet: Nach Auskunft de» prenßiichen Staats- kommissars für dir öffentliche Ordnnng iftdrrvon der„Deutichrn Zeitung" am 5.?««vcniber veröffentlichte Schriftwechsel zwischen elncm ongeblichen kommunistischen Zenirnlobertommando in Berlin und drr Mos'ourr Regirrung einejlrnde Fälschung. Damit entfallen alle an dir Angaben dieser Schrift- stücke über Organisation und Bewaffnung rlnrr Roten Armer g«, knüpitcn Folgerungen. Es ist bezeichnend, daß eine der ersten Stellen, die sich auf dielen Schwindel stfiroen, der bayerische Ministerpräsi- drnt Kabr war. Seine Eröffnungsrede im boyeiischen Paria- meni war ans biete Taiaretiitachiichlei! aiiigedaiii. Fudern sich da» Honpt- wetsslück icti er Ri de el» plumve Fälschung enl- ptippl. iällr das ge'ämie Gebäude seiner Veiveisfühniug ms am- n, e ii, die iialiiriich darauf ging, die Notwendigkeit der Organi- sation Eickerich darmmn. Die Reichszentral st elle für Kriegs- und Zivil- gefangene teilt mit: Der in der Morgenausgabe der„Deut- schen Zeitung" vom 20. Novembrr erschienene Artikel„Räteschmach in Deutschland— die Hölle russischer Kriegsgefangener", der in- folge vollkommener Entstellung dsr tatsächlichen Berhältnisi« ge- ' eignet ist, den glücklich im Zuge befindlichen HeimtranSport der deutschen Kriegsgefangenen aus Rußland und Sibirien ernstlich in Frage zu stellen, mutz m seiner Gesamtheit, soweit es sich um Vorwürfe gegen deutsche Behörden handelt, als unwahr zurückgewiesen werden. Eine ausführliche Darlegung über die wirklichen Zustände in den Lagern wird der Presse zugänglich gemacht werden. Allgemein muh indessen sofort fei>g?ii-ss«- rden, datz die ciirgehenden Bestich- iigungcn verschiedener Lager ergeben haben, datz Einzelfälle, die sich bei Hunderttausende» van Menschen niemals vermeiden lassen, in unerhörter Uchcrtreibnng verallgemeinert worden sind. • Am Sonnabend fand vor dein Schöffengericht die Beleidiaung»- klage Scheidemanns gegen den deutichnanonalen Pariei- angcfiöngen N ü> ck l a g statt. Der Angeklagte halte in einer Ver» fammlung in Steglitz dem Genoffen Schcidemann das Schimpfwort „Möbelschieber" entgegengeiufen. Das Gericht verurteilte ihn zu 500 Mari Gelb strafe, wobei e» in feiner Begründung ausdrücklich bervorbob. datz angesichts der Schwere der Beleidigung den Angetlagien nur seine Jugend vor einer Gefängnis« strafe bewahr« habe. Die eigentlich Schuldige ist natürlich die deutschnationale Preise, die fortgesetzt die unglaublichsten Legenden über sozial- demoliatlsche Siaaismänner veibrettet. wofür dann ihre gläubigen Schä'lein. die noch immer nichl erkannt haben, wie sie von ibrer Presse beschwindelt weiden cni'prechend büßen müssen. In dem Beleidigunasprozetz des Reichspräsidenlen Eberl und de» vieußischen Landwirischaftsministers Braun geaen den Ge- schäst-'übrer der delilichnalionaien Vollspartei Buck ist bekanntltch in eistei Jnstaiii e'n ireispiechendes Utierl eifolgt. Wie wir von zuständiger Sielle e»iabren, hat der Reickspröstdeiit Zugleich im Namen de» genannten Ministers gegen dieses Urieil die Emlegung der Beruiung veianlatzt. Kinöerzulagen für Leemte. Ter Deutsche Beamleobund ha» liekauntlich einen Antrag auf Erhöhung der lauiendcn Teurrongs, uschläge für Beamien gepellt. Auf diesen Aittrag Hai die Rrichsregirrung am Sonnabrnd beschlossen, eine Erhöhung der laufcnden Kinderzulage riittrcien z» lasse» Eine entsprechende Vorlage wird brlrits am Montag dem Reichsrat zugchcn._ Organisation Watter. Ter Kappist als Geheimbündler. Karlsruhe. 20. November. TaS S>aatswinlperimn gibt folgende» bekannt: Am 18. November hat im Tiergarlenrestauiant in Kailsrnhr eine vertrauliche Versammlung gelag», in welcher Generalleutnant von Wolter über die Gründung rir.er Organisation gejpiochc» hat, dcrc» iltldung durch private Personen die Teilnehmer in Konflikt mitten Strasgeirtzcn bringen kann W>r warnen vor jeglicher Trilnabmc an solchen Brrsnchcu durch per- lönlichrn Brilritt oder durch Hingabe von Geld, ba ichon vorbrrri- Handluiigen zu einem derartigen Unlcrnchmen strafbar find, i Verordnung des Zleichspräfidenten vom 30, Mai 1020.)' Außridrm find solche Unternehmungen unverriotar mit dem Ent- waffnungsgejry. siür die Sicherheit der Lcvöllrrung sorgt die Ziegierung selbst. Die„Germania", das Berliner Zentrumsblatt, versichert, datz ernste Kreise auch außerhalb der Sozialoemokratie sich der liebet» zouz-ung nicht verschlietzen, datz der Kapp-Putscb zwar toi ist, der Kapp-Geist aber weiter lebt und systematisch zum Schaden deS W ederaufbau«? Teutschlands wa.ter gezücktet wird. Anlatz zu dieser Feststellung gibt dem ZcntrumSb!a:t eine taktlose Bemerkung dcS.Berliner Lokal-AnzeigerS" über den Reichskanzler Fehrenbach. die von dem früheren Pressechef von Kapp herrührt. Wir können der„Germania" nur beipflichtsn. daß der Kapp-Geist weiterlebt und zum Schaden von Reich und Volk wirkt. Aber der Chef der Orgesch, Forstrat E s ch e r i ch, ist ein hervorragender Zentrums- urann Wenn das Zentrum den Kapp-Geist bekämpfen wtll, mutz c» damit bei s i ch beginnen. Totensonntag 7 gl 8. Heute nacht 12 Uhr muß die deutfcke Grenze überschritten sein. Der Amerikaner folgt auf den Fersen. ES ist entsetz-lich; Regen und nochmals Regen. Nebelig, Di« Hand vor den Augen kaum zu sehen. Wer um 12 Uhr die Grenze nicht passiert hat. wird vom Feinde geschnappt. Das Schreckensgespenst im Nacken. Nur marschieren— marschieren. Die lahmen, wunden Füge haben doch sonst nicht während der langen vier Jahre den Dienst versagt. Jetzt, jetzt im entscheidenden Augenblick dürfen, sitz unö nicht im Stich lassen. Drüben, jenseits winkt die Heimat, deutsches Mutter- land. Deutsche Worte, unsere Worte. Drüben winkt ein neues Leben, D>e Revolution hat hinter den Bergen ihre Fittiche breit ausgestreckt. Geknechtete Menschenmassen, zur Verzweiflung ge- triebcne Menschenkinder haben die eisernen Ketten zersprengt. Der Vaker, die Mutter sitzen im Dorfe und warten auf uns. Frau und Kinder jauchzen mit mir. Ich kenne sie, ja sie freuen sich mit mir. Oh, all die glücklichen Menschen; Brüder und Schwestern reichen sich in Eintracht die Hand. Und wir? Aus mühsamem Rückmarsch quälen wir uns weiter. ES ist Totensonntagsstimmung. Wir mutzten jahrelang das grotze Sterben mit ansehen. Der Totensonntag wirkt milde versöhnend aus uns. Und dennoch kehren die hirnzermarternden Gedanken immer wieder. Warpm die? alles, warum oas Elend, die Not? Unzählige junge, rüstige Menschenleiber haben wir zerrissen und zerstückelt in kühler Erde gebettet. Warum, warum? Sie waren nur Zahlen, tote, leblose Zahlen. Weshalb kehren wir gerade zu», rück? Weshalb sollen wir den Witwen und Waisen vom toten Gatten und Vater berichten? O Elend! Warum erkämpf:«, wir nicht zehn Jahre früher die Staatsgewalt? Ter Feind folgt un», ES sind ja Menschen wie wir, verführt] und geknebelt, wie wir e« waren. Brüder hiuter uns. windet mit un» Kränze, helft uns die stillen Gräber mit dem einfachen schlichien Holzkreuz schmücken. Links und rechts von der Straße, auf der wir ziehen, sind ja so unendlich viele. Wir ziehen weiter, weiter der lieben, alten und dennoch neuen Heimal zu. Gegen Abend ist die Grenze erreicht. Frei, freil jubelt es in un«. Vom Berge herab schreitet langsam ein trauriger Zug. Ein Scrr�, Seinen schweren Verwundungen ist eist braver Kamerad erlegen. Er war gestürzt. Auf dem Rückmarsch vom Wagen ge- stürzt. Die deutsch« Erde war erreicht, jetzt war er sicher, ihm konnte nicht» mehr geschehen. Der Schnitter Tod kannte kein Erbarmen. Atich hier noch Opfer! Tränen treten un» in die Augen. Wir treten beiseite, lassen den Zug vorbei. Schüchtern folge:ch dem Sarg. Millionen sind dahingerafft. Menschheit, wirst du endlich zur Einsicht kommen! Im Talc bette i man � den Toten zur letzten Ruhe.„Nie wieder Krieg," höre ich einen Kameraden rufen. Wir stimm«, alle ein: „Nie wieder Kreg," An dieser Gruft gelobten eS Hunderte Soldaten. VolkSversWnUng. breche Dahn! Totensonntag, helfe du uns dazu!— Ich denke an die grotze Armee der Witwen und Waisen. Hier an dieser Gruft empfinden wir eS, daß die aesamte Mensch» heit ein» ist. „Gedenket der Toten, der Toten." G. Käthe HyanS„Kunstasyl". Was Käthe Hyan gemeinsam mit dem Maler Kohlberg bis auf ein Geringes ganz aus eigenen Mit- te'n im Haute Klostersiraße 62 geschaffen hat, fand soivrt ernst- hasteste Beachtung. Käthe Hyan erzählt von den Erfahrungen der letzten Wochen: Ich bin geradezu besckami durch den Dank und die Unter- stützung besonders der Presse, die mir von allen Seiten zuströmt, seit ich das Wort Kunstasyl öffentlich ausgesprochen habe.„Gott ja. es ist ja sehr schön, daß Sie den Idealismus haben, wenn Sie man keine Enttäuschungen erleben." Auch das sagen einige zu mir. Bis jetzt sage ich: Ich habe mich zum glücklichsten Menschen gemacht, indem ch das KiJnstashl eröffnete. Ich frage all« nach ihren Verhältnissen. Gott sei Dank, einer sitzt m der Gasanstalt, einer ist Maschinenschlosser, einer war bis jetzt Konditor und hat einen guten, wohlhabenden Freund gc- sunden. Ich frage: Wie steht Ihre Familie zu Ihrem Tun?„Sie halten einen natürlich für verrückt, für einen Sonderling, wenn man nicht immer Dekoration malt, sondern auch mal Kunst von sich geben möchte." Die schwersten LebenSmög'chkeitvn scheint der Schriftsteller zu haben. Da kommt jemand, der ist sicher obdachlos. Gr ist der einzige, der keine Adresse usw. angeben will. Er ist sommerlich angezogen, ich halte ihn für einen Bettler. Er hat viele Eni. behrungcn hinter sich, dennoch spricht auS seinen Gedichten eine unverwüstliche Seele. Ich fand sie für Zeitungen wie der„Sonn- tagSbote" geeignet.„Ich bin dock»ich? fromm." sagt er. sick fast verteidigend„Dock, s o darf man'» sckon sein" Bei der Kritik seiner Gedickte scheint es mir, als zittere er um joden Vers und möchte sich keinen wegmerzen lassen. Außerordentlich bescheiden trinff er mit unS Kaffee. Es erscheint auch der schwarzlockige Jüimliitg, der noch nicht lange über die russische Grenze gekommen fft.„Schee», zuerscht muß ich Ihnen aber die Haupisache fragen: Was haben Sie für eine Existenz hierbei? Gefiehl, scheen. hm man schon genug, man kann chm bloß nicht bringen. Brutalität ist beutzutaye die.Hauvt. fache— auf Tourne wurde ich nicht gehen. HeegstenZ ganz groß« Sachen!" „Kind, Di« baben genun Lebensfähigkeit. Sie schämen sich auch nicht. Sie kommen durch." Sin blonder junger Mann, mft einem Mitnd wie ein Baby, klopft. Wir fragen ihn. was rfm herbringt.„Die Neugierde." Das genügt nicht.„Oh.... ich habe auch meine Beziehungen zur Kunst—'„We'cbe?" Er kriegt's nicht rau»„Lyriker?"„Er- raten.„Haben Sie etwa? bei sich?"„Ja... e« ist aber noch jemand draußen."„Tie Braui?" Zartfühlend wird sie herein- geholt- Jung, prall, mütterlich, schiucigcnd, mit entschlossenem Mund, wackfam. Fände iedcr Mann ein solches Mädchen. Er liest:„Tie Lieb« ist der Ewigkeiten Blut." Daß niemand außer mir und Kohlberg diese beiden sah! Am nächsten Tage war Heinrich Vogeler da. Er fühlte sich bei uns so wohl, daß er mehrere Stunden blieb. Ohne daß er da? Wort.Kunstasyl" geprägt hatte, weiß ich aber, daß er das ausgedehnteste, weithin ausstrahlende Zlunstafhl seit 25 Fohren hatte. Rainer Maria Rilke war einer seiner ersten Asylisten. DaS Kunstafhl existiert lange. Ich habe nur daS Wort geprägt. Im Deutschen Theater wurde der„E h a u f f e u r M a r t i n". eine Tragödie von HanS I Rehfisch, aufgeführt. Nur der Name des Stückes gehört einer Wirklichkeit an. Sonst wurde in keiner Weife versucht, vorhandenes Leben m Kunst umzusetzen. Asses an dieser Tragöd-le ist ein Wirrwarr von mehreren Etilen. Der Verfasser ist frühzeitig verdorben, er borgte von allen Seiten Ge- sinnung und Form Warum dieses ganz mißratene Werk von einem ernsthaften Theater aufgeführt wurde, ist kaum zu begreifen. ES soll am Morrag untersucht werden, welche psychologischen Gründe vorgelegen haben können, daß der Dilettantismus des Verfassers so gründlich von sonst sachverständigen Männern verkannt wurde. Um die Ausführung machte sich Übr genS Eugen Klopfer sehr verdient. der vom Lessingtheaier an daS Deutsche Thealer übergetreten ist. m. d. Tolstoi-Gedächtnisfeier. Der Verband russischer Journa'isten und Schriftsteller veranstaltete anläßlich des zehnjährigen Todes- tage» Tolstois Sonnabend nachmittag im Ufa-Polast e ne Tolstoi- Feier, zu der sich die russische Kolonie und deutsche Verehrer deS russischen Dichters außerordentlich zahlreich eingefunden katten. Das Programm hatte einen allzu großen Ilmfang. Gerhart Haupt- mann freilich hatte abgesagt und nur die bei solchen Gelegen- Helten üblichen Worte einer allgemeinen Zustimmung brieflich über- mittest, die verlesen wurden. Alsdann sprach M. D. Nabokow die Gedenkrede in russischer Sprache, in der er Tolstois Schaffen und feine soziale Anschauung würdigte. Alerander Moissi fand den ge- eigneten Ton für zwei kleine VolkSerzäh�ungen und erntete den mit seinem Namen unverbrüchlich reelmndenen Beifall. Joseph Schwarz. Boris Krojt und Ewef Stegmann spielten da» herrliche Tscchaikowsky-Trio mit hausbackener Wohlanständigkeit. H. So. Der Möuiirrgrf„n«verei»„Berliner Liederfreunde- i«. d. V. N..S.-«.) veriiniln.tct«im ZeriMin. den'28 Ncwember.-ibend» 7', Nhr. in der Hoch cklile i»r Musik ein Kon,e>l unter Wiiwtrlu, ig oon Toie Suich lEopmn) und Mcixiwilian Hennig fPtoli'ne). Bortragsavend. Alsred B e I e i l e wird Mittwech. den 24.. und Tom, log. den 2S. November,»dendS 8 Uh>. im Meiste, soai Eulenbeig« „Gebelmnisse der Flauen" erzählen. Ferner lb.oetöffenliichle« von Mnx Bartbel, Ernfl Toller. Hermann Nesse, Rudvss Leonhard. Sdivln Hacriite, Armin T. Degner. Im Wissenfchflftlirfu-n Berein spricht Mittwoch, den St.. abend« 8 Udr, im Höllooi Keorgenstr. 84/8� Tr Ulbilrtt über.Amelienpslanzin der Heimat und jeemdel Völker-. Einletzkarien beim Pföitner. Für die ssirenzipende. Die Veransioltuna, weiche die Eenossenschaft dcusscher Bühi-cnangeröricer!in Nahmen der Mrenzipentelage am Tonn- abend, den 4. Dezember, im Bieten Tchauwielbauie no de» eilet, wird ein Konzett de» grlamlen llicheliei« dei EwoiSl per 1140 Kflniiler) Die»> Yen Dingenlen und Lolifien wirken mit. Friedrich Koyhler weicht einen Pro. log ven Bcrfiail Haudttnann.— Der zweite vorwiegend heiler« Teil wird eine Fülle auierlelener Ueberraichunaen bringen. Dazu wig Modenichiru. — lim Äabareli Schall und Rauch wird da« Publikum keinen leiner"ieb- linge von Bühne und BiclII ve, missen.— Der Kartenoerlauj bei A. Wert- heim. Leipziger Slratze. beginnt am Moniag. Nr. 572 ♦ 37. �ahrgaag 1. Seilage öes Vorwärts Sonntag, 21. November 192» Zrau, Politik unö presse. Von Clara Bohm-Schuch. Eine trostlose politische MiiöiFkeit schleicht durch das deutsche Volk. Vor allem sind es die Frauen, deren Interesse an der weiteren Entwicklung der deutschen Repn- blick immer geringer wird. Und unter ihnen wieder sind es die Mühseligsten und Bcladensten, die mut- und kraftlos den Dingen ihren Lauf lassen, so kommt es denn, daß überall, wo neue Wahlen zu den Volksvertretungen stattfinden, die Wahlbeteiligung eine immer schwächere und das Ergebnis ein iinmer kläglicheres im Sinne eines gesunden Fort- schrrttes wird. Die Landtagswahlen in Sachsen, die am vorigen Sonntag stattfanden, haben das von neuem bewiesen. Zwar hat unsere Partei in Sachsen wie bei den deutschen Reichstagswahlen am 6. Juni die weitaus meisten Stimmen bekommen, aber lange nicht genug, um eine sozia- listische Regierung bilden zu können, denn dann müßte sie stärker sein, als alle übrigen Parteien zusammen. Wenn aber sozialistische Mehrheiten in die gesetzgebenden Körper- schcrften nicht gewählt werden, dann kann auch keine sozia- listische Politik gemacht werden. Leider begreifen die meisten Frauen diese einfache Tat- fache noch immer nicht. Sie meinen, da wir in einer RePiMik leben, haben wir auch eine sozialdemokratische Regierung. Und da es ihnen vor dem Krieg besser ergangen ist als jetzt, schieben sie alle Schuld an ihrem Elend auf die Sozioldemo- kratie. Die Folge ist dann, daß sie sich entweder nach dem Kaiserreich zrirück sehnen und sich der Deutschnationalen oder der Deutschen Volkspartei anschließen, oder daß sie politisch vollkommen müde werden. Die Trostlosigkeit derjenigen, welche einst unklar und nur gefühlsmäßig aus die Sozial- domokratie hofften, wird durch die Bruderkämpfe innerhalb der Arbeiterparteien, durch die Abspaltung der Unabhängigen, Kommunisten und Nenkommumsten von der Sozialdemokratischen Partei irnmer größer. Und doch ist beides so falsch und kann, wenn es auch in zukünftigen Wahlen zun? Ausdruck kommt, em Zurückwerfen aller errungenen und erstrebien Fortschritte der Sozialdem» kratie auf wirtschaftlichem und kulturellem Öebiete werden. Jeder Mensch, der überhaupt über diese Dinge ernsthast nachdenckt, wird zu der Ueberzeuguug kommen, daß wir doch etwas mehr als unsere Ketten zu verlieren haben. Die gegenwärtige Zeit ist bitterschwer für alle, die von dem Ertrag ihrer Arbeit leben müssen. Und wieder sind es die Frauen, welche die elende Sorge um Ernährung, Kleidung. Wohnung am sckhversten tragen müssen Die Lebenshaltung wird immer teurer, die Arbeitsmöglich- keft geringer. Aber wo liegt denn die Ursache all dieses Elends? Zuerst und immer wieder in dem Krieg, welchen das deutsche Kaiserreich in wahnsinniger Verblendung IM Fahre lang führte und den wir zu einem großen Teil dem nationalistischen Hochmut der Parteien zuschreiben müssen, die sich einst als„staatserholtend" bezeichneten und sich jetzt dem armen, ausgebluteten Volk als die„stoakserhob tenden" empfehlen. Der verlorene Krieg zwang u-ns einen Frieden auf, der unser Wirtschaftsleben in Fesseln schlägt und damit die Lebensncöglichkeit jedes einzelnen arbeitenden Menschen unterbindet. Das wertvollste Rohprodukt, das unser Land für die Jndnstrie liefert, ist die Kohle. Laut dem Versailler Friedensvertrag mußten wir das Saarkohlengebiet auf 15 Jahre abtreten, als Vergeltung für die unsinnige Zer- störung der Kohlengruben in Nordfronkreich. Von der in Oberschlesien und im Ruhrgebiet geförderten Kohle müssen wir einen großen Teil an die Entente liefern: unsere eigene Industrie kann nur einen Teil dessen bekommen, womit sie früher arbeiten konnte. Und dennoch versuchten kapitalistisch? Grubenbesitzer noch Kohle an das Ausland zu verkaufen, wie sie es mit Grubenaktien schon taten. Andere Rohstoffe, die früher vom Ausland bezogen wurden, fehlen ebenfalls. Da- durch wird die Arbeitsmöglichkeij sehr verringert. Es kommt nun darauf au, das Vorhandene so einzuteilen, daß jeder seinen Anteil bekommt: an der Arbeit sowohl wie an den Waren. Jeder erwachsene Mensch soll also die Möglichkeit haben, durch seine Arbeit so viel zu verdienen, daß er menschenwürdig leben kann. Dazu ist die U m g e st a I t u n g unseres gesamte?? Wirtschaftslebens?md der ganzeg früheren Gesetzgebu??g nvtrvepdig. Beides kann aber nur erreicht werden durch eine Volksvertretung»nd eine Re- gierung, die den festen Willen zur Umformung der Privatwirtschaft in die Allgemeiirwirtschaft hat,??nd die muh a??ßen eine Politik treibt, welche a?lf die V e r s ö b n?i n g mit den anderen Völkern angestellt ist, weil wir mir da- durch wieder zu vernünftigen gegenseitigen Handelsbeziehungen??nd damit zu einer Erleichterung der Bedin- aungen des Friedensvertrages kommen. Eine solche Politik verftritt aber nur die Sozial- demokratische Partei. Solange das deutsche Volk, vor allem die deutschen Frmren, eine Reichsvertretung und damit ei??e Regierung wählen nsie am 6. Juni, wird es nicht besser, sondern immer schlimrner, so, Wie es in diesen Monaten, seit die Deutsche Volkspartei mit in der Regierung sitzt, schlimmer geworden ist. Die Rechtsparteien stacheln das Volk gleichzeitig aus gegen den Sozialismus und z??r gewaltsamen Lösung des Friedensvertrages. Die Unzufriedenheit der Frauen, welche nicht klar den Krieg als die Quelle alles Uebels erkennt, ist ihnen dabei Wegbereiter. Und doch kann rms mrr der Sozia- lisnms: das Schaffen aller für alle und die Verantwortung aller für alle, aus der gegenwärtigen Dunkelheit langsam emporsühren zu dem Licht einer glücklicheren Zeit. Jede Gewaltpolitik muß in ne??e Kriege führen. Damit ober in unfaßbares neues wirtschaftliches und sittliches Elend. Wir Frauen müssen uns klar darüber werden, daß das Volksleben und damit unser eigenes nur in friedlicher Ent- Wicklung wieder besser werden kann. Deshalb haben wir die Pflicht, als freie Staatsbürgerinnen für den Frieden zu wirken. Das tun wir nicht, wenn wir uns den monarchistischen Parteien zuneigen, ihnen bei den Wahlen ??nsere Stimmen geben, oder müde und interesselos am poli- tischen Leben werden. Wir müssen mit unserem Willen die Gesetzgebung beeinftusien, nicht nur durch mtzfere Stimme. Dos kann geschehen drnch die Mitarbeit in der sozial- demokratischen Parteiorganisation. Drrrch unklare Unzufriedenheit kommen wir immer mehr zurück, durch zielklares Arbeiten für die sozialistischen Ideen allein geht es vorwärts und auswärts. Um diese Klarheit zu erlangen, ist es aber notwendig, das politische Leben und die Gesetzesarbeit in der Presse zu verfolgen. Eine Zett??ng zu lesen, die??ns in dem vor- wärtsstrebenden Sinne unterrichtet. Die bürgerlichen Blätter sind?nehr oder vteniger alle daraus eingestellt, die Frauen von ihren politischen Aufgabe?? abzulenken. All der Kleinkram, der das Löben der Frau belastet, ist dort nicht in seinen tiefsten Ursachen untersucht. Durch Erzähl?? r?gen, die das Leben beschönigen, wird in vielen Frauen eine Urteils- losigkeit systematsich großgezogen. Unsere erzählende Lfte» ratur birgt goldene Schätze, welche die Frv?ien menschlich und politisch reifer machen können. Sie werden drrrch die sozial- denwkrvftschen Zeitungen den breiten Masten des Volkes ge- geben. Ur?d der„Vorwärts" hat viel aus diesem Gebiete getan. Durch eine gesunde geistige Nahrung werden wir fähig, die leibliche zu erkämpfen. GeVerMastsbewegung (Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Die Forderungen der Bankangestellten. Die Frage der Verlängerung»es Tarifs der Bant- angestellten auf Grund der kürzlich ausgestellten Forderungen de- schäftigl« eine öffentliche Versammlung der Bankangestellten. Marx und E m o n t S referierten. Auf Grund der Forderungen haben Verhandlungen stattgefunden. Die Bankleitungen machten Gegenvorschläge, die im wesentlichen dahin gehen: Der NeichStaris, der am Sl. Dezember abläuft, soll bis zum St. März 1921 verlängert werden. Die Barikleitungen gewähren aus die jetzigen Tariffätze eine NachzahlunginHöhe von 19 Proz. mit Wirkung ab 1. A?lguijt. Die Verheirateten- zutage wird auf 3609 M. erhöht, ebenfalls mit Wirkung ab 1. August. Die Bankleitungen verzichten auf Anrechnung der Aug??st-, September- und Novembrrzulagen. Einstweilen sollen Vors ch ü s s e von 999 M. an Verheiratete und 999 M. an Ledige gezahlt werden.— Tie Referenten stellten folgend« Gegenforde- rungen auf: Die V c r h e i r a t e t e n z u l a ge n sollen in Zu- kunft 1399 M. betragen; die restlichen 1399 M. werden den Grund- gehältern hinzugesügt. Die bisherige Teuerungszulage wird als Gehaltosixum ab 1. Januar 1921 gezahlt. Ein Abbau der Teuerungszulage tritt dafür in der Weise ein, daß die tarifliche Teuerungszulage villeicht in einer Herabmi nde- r u n g u m 1299 M. weitergezahlt wird.' Di« gewerblichen Ar?» gestellten rücken in Gruppe 1 aus und erhalten deren Tarifsätze� die weiblichen Angestellten werden den männlichen gleichgestellt. Im übrigen werden für das Jahr 1920 keine Nachzahlungen aus Tariffätze, sondern die vorgeschlagenen Wirtschafts bei- Hilfen ausgezahlt. Unter diesen Umständen wäre man bereit, den Borschlag der Verlängerung des Reichstarifs bis zum 31. März 1921 zu akzeptieren.— Die Referenten betonten, daß mit dem Angebot der Bankleitunyen keineVerlängerung des Tarifs zu erzielen fei.— Die Di-kustionsredmr äußerten sich im Sinne der Referenten. Eine im Sinne der Referenten abgefaßte Reso- lrrtion fand Annahme._ Ende des wilde» Streiks in Hamburg. Hamborg, 29. November.(Eigener Drahtchericht de». Vorwärts".s Vier Wochen lang haben die Nieter in Hamburg in ihrem wilden Ausstand verharrt, sich durch teinerlst Vorhaltungen der Organisation im Jntereste der Arbeilerschaft zum Abbruch der wilden Aktion bewegen lasten. In einer Versammlung der Streikenden am Freitag abend wurde endlich mit geringer Mehrheit beschlosten, am Montag die Arbeit wieder aufzuneh?nen. da die gewerkschaftlichen Organisationen sowohl wieder llnternehmerverband vor der Wiederherstellung tarifmäßiger Z??« stände irgendwelche Lohnverhandlungen abgelehnt haben._ Generalversammlung der Transportarbeiter. Am Donnerstag fand eine Generalversammlung der Bezirks- Verwaltung Groß- Berlin des Deutschen TranSportarbeiterver- bände s im Gewerkschastshaus statt. Zum Geschäftsbericht führte der Bevollmächtigte Ortmann aus, daß zahlreiche Lohnbewegun- gen trotz des Widerstandes der Unternehmer durch die Organisa- tion mit erfreulichem Ausgang geführt werden konnten. Bei A n- griffsbewegungen ohne Streik sind für 3393 Betriebe mit 93 928 Beteiligten 2199 997 M. Lohnerhöhurigen erreicht worden. Bei den Angriffsbewegungen mit Streik in 247 Betrieben mit 449 Beteiligten betrug die erreichte Lohnerh"- hurig 6358 M. Abwehrbewegungen mit Streik mußten 139 Betriebe mst 1299 Beschäftigten gegen den Lohnabbau der Unternehmer führen. In der Berichtszeit sind 19 714 Neuaui- nahmen zu verzeichnen. Der Mitgliederbestand betrug am 1. Of- tober 1920 154 306 Mitglieder. Arbeitslos gemeldet haben sich 22 621 Kollegen. Die Einnahme betrug 4 229 444 M. und die Aus- gaben auf Rechnung der Hauptkasse 2 552 797 M. Für Streiks sind 352 944 M., für Kranken» und Erwerbslosenunterstützung 519 829 Mark verausgabt tvorden, für letztere 278 969 M. mehr als un 2. Quartal. Zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit hat die Organisation sich mit Eingaben cm Gctverkschaftskommiffion und Gewerksckiaftsbund, Parlament« und Behörden gewendet zur Inangriffnahme von Notstandsarbeiten. Es haben wiederholt Verhandlungen mit Bs- Hörden stattgefunden, bisher leider ohme Erfolg. In der Diskussion, die sich um spezielle Organ ifationSf ragen drehte, machte Jacobsen sich die Argumente Sinowjetvs zu eigen rnrd bezeichnete die Führer der Gewerkschaften als Verbündete des Kapitals. In seinem Schlußwort wieS O r t m a n n diesen albernen Vorwurf wie auch die von Ja- cvbsen eurpfohlene Generalstreikspielerei entsprechend zurück. Folgender Antrag fand Annahme: D?e Generalversammlung bringt erneut zum Ausdruck, daß bei Führung von Lohnbeweg?ln- gen sttsikte nach den Satzungen zu verfahren ist. Alle Be- megungen, die nicht ordnungsgemäß eingeleitet und bis zur Ein- ftellung der Arbeit nicht die Sanktion erhielten, dürfen auch nicht finanziert tverden._ Für Oberbürgermeister Mermuth. Der Gesamtbetriebsrat der Betriebe und Verwaltungen des Magistrats Berlin erklärt in einer längeren Zuschrift an uns gegenüber der Hetze gegen den Magistrat und den Oberbürgermeister anläßlich des Elettrizitätsstreiks, daß der Oberbürgermeister»nur seine Pflicht erfüllt" habe. Die Betriebsräte sprechen ihm ihr„vollstes Vertrauen" aus. i r BERLIN C Spa.nd3.uer Str. 16 Gegr. JSfS BERLIN C Königstrasse 11-J4 Gegr. 1815 Damen- Kieldung Bluse»us Flanell, Kaisfrei oder geschlossen......-*1/." Bluse aus reinseidenem„ Chinakrepp.......... 125.- Rock aus prak tisch.S toll, mit Knöpfen garniert.. Rock ans kleinkariertem Q Stoff mit eingelegt Falten 9o." Morgenrock � aus Flauschstoff...... 125.' Morgenrock s. weich.„ warmen Trikotsloff... 245.' Klcic! ans reinwoll Stoff„ mit farbiger Stepperei<525.' Kleid a. weichet Seide,. reich bestickt........ OLU.' 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Direktion: Victor Barnowsk* Heute bis Donnerstag TV, uhr: Flamme. (Dorsch. Ortining. Götz, Pröckl.) Freitag 7: Peer Cynt. Sonnabend bis Montag 7V,-' Flamme. Dentsslies Kflnstlep-Tlieater Allabendlich T', Uhr DieScheidunpsreise mit Max Adalbert una» Trude Hesterberg. Oen tr n I-Tlk ea t e* r Alte jakobsfaße CO. T',, Frao BÜrliel(Operette i HentBe.he« Opemhan« m/, uhr: Parsifal. Kleinen Theater. 7vt u.: Griselda. Frlcdp.-Wilh�lTiisr.Tii. ft, u. Hoheit die Tänzerin. Kl. Achansplolhnn*« p/s u.: Büchse derPanriora. Komlncho Dner 7". uhr: Liebe im Schnee. fdiistsplelhans T*/« Uhr: Arnold Rieck In Zwangselnunartiernog. Iletropol-Ttioufor. u. Hollandweibchen .Venen ttperetteiihnun t-t, u.: Die Csikcsharoness Wenea TFolknthoator 7>i, uc Perikies von Thyms. Hchlller-Tbem. Clinrl. a! Die gutgesehnittene Ecke Thalla-Theafer Gastspiel Hansi Niese v,, u.: ßotscbaitertn LenL Th.am X ollen«lorTplats t uhr: Wenn Liebe erwacht Theater den U'ewtcnn (,v!DerefstenLiebBgoid.Zeit Mw.JV, Schnccw. n. Rosenrot Th. I. d. Kommandant enstr. früher Herrnfcid-Thcatcr. 71/, u. Der verjüngte Adolar »Vallner-Th enter Der Geiger von Lugano. Walhalls-Theater i!' Gastsp. Hartstein 1 ,u. Theater 7':,L| Dir.: James Klein. |LelzleTage!| Harems- Nächte!! sowie im Rahmen der November Sensationen urwilde IRiesen-! Löwen I direkt cos d.WOdnisI und nicht, wie bei andern Löwen Vor- 1 iQhnirg.l.d. Gefangenschaft geboren. Theatci«.Kotlbns.lar Tel.; Morltzplal/ 14KI4. Tlglich?>/, Uhr und Sonntag nachm. 3 U.; Elite. Sänger. Neues Progiamm! Z.S. d.lust. Einakter „Ein Abenteuer Im Mlt.envcrein." Vorv 4 ftUhr Winter- Garten Tflülich 7.» Uhr: Rauchen geatnttetl ttehren.trali. 54 12 Attraktlunen. Uraufführungs- HeichshalL-Theater Abends T'/a und / Sonntag Nm.3 Stettiner Sänger. Shn. halte-CctUr Variete- Pönhpfi-Bretli.'31iil 9', go.' Königstadt-Theater Bahnhof Janoowlizbrücke Tägl. 7.3U Uala. Sänger. Im Ballaaal TANZ. Theater im Motivhaus Ab ,19. XoTember Der proBe Revolatlona- Film: Die entfesselte Menschheit Nach dem Roman von Prot. M. Clasi >17 000 Ditwlrkendcf Bogi.: Josef Delinent Ge�en den Bruderkampf! Für die Arbeit I flardeobergstr, 6 Am Knie Hardenbergstr. 6 CENTRAL THEATER Alte JakobstruBe 30-32« OegenCbcr der Relchsdrackerel. „Wenn im Schwarzen Wald die Finken schlagen" diesen Schlager hören Säe allabendlich im Central Thettcr im IL Teil des �chwariwaldmadel"4: Frau Bärbel Anfang TVa Uhr« Operette In 3 Akt von Joseph Snagm AUSSCHNEIDEN!' Anfang 7V« Cbr. Besondere Vergünsiigunt* lür die Abonnenten des �Vorw�rts" m—m Gültig nur an Wochentagen für!— 6 Personen. Ppelue der PlAfze elnmchSteOllcb I�nstbarkeltssteaer: g Ordiesicr-Scssel M. If,—% Parkett-Sessel M. 10,—» Parkett M. 8.—, Vorverkout tSg�ifch von SO1/«— 2 Uhr und ron 6 Uhr ab« Wegen des großen Andranges an der Abendkasse empfiehlt es sich, die Bitfctts schon im Vorverkauf an der Tageskasse zu nehmen. 184/10 Seballumtfaueb im Uioften Schauspielhaus Dir Hans v. Wolzoern PAUL ORABTZ Vilms von Medzyaazay Transky, Kianund, Poh, Gregor' Ratott m s. Cnoi Wolowsky, Bendow, Newolina. Bland Eblngcr .Totentanz" Kapelle Leonidoff Konz. 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. GermaDia-Praelitsäle C.Richter, N 4, Chausscestr. no. Jede:. Mittwoch; Hoffmanns SNordd. Sänger (stets neues Progr.) Anf ing 7 45 Uhr, ' Beg d. Konzerfs 7.15 ■�mFaniillen-Xränzcheti Staatliche Akadcmlsclie riochschute für Musik Vnpilllfiihninn f3"1 Sonnabend, d 4 Dez, 7>/, Uhr.l TUraUllUiirUfly(unter Lcit v. Prof. Siegfried OctisJ Missa solemnis \on Beethoven— Soll: Lotte Leonard, Ida Hart zur Nieden, Fritz Hottmann, Wilhelm Guttmann. Karten(auch AbonnemenK) bei Bot"& Bock. n:e-jeht abgeholten Karten zu den Autlührung werden im Einzelverkaul vergeben.| Tagnch /'/.Uhr Sonntags ZV, u iV, Uhr Die beiden letzten Hartstein-Schlager Der schöne Wilhelm. Vorher: HeiDrieh amüsiert üeii. Auftcrdcm: Da» erstklasj. Variete- Programm. Lulheratr, Z2— 24 Die Vari6td-Buhne Gross-Berlins 3030 3 Mk. an. numerierte Sitzplätze vot) UgL 7 15 Sonntags 3 Vj halbe Preise. Vorverkaat a, d. Kasfte 10 A. Wcith, Theaier- kappe. Invaildendank. Sonntag 28« Nov. 1920, abend>?»/, Uhr: inWlIüDDis-.Konzert aus Anlail des öOjänrigen Bor ehens de„Seeger. sehen.Männerthor 1890-', M d. A• S.- B, (Ding/ nt E. Thilo i in der Singakadmle(Kasia- nlcnwäldtlicn) hinter dem Ztughause. .Mitwirkende: Luise Hehn. Sopian Lisa Hecket bach, V oline Willi Jaeger, Klav. u.Org. E i n 1 1 Iii spreis: 3,20 M. ei/ s hl. Steuer Admiralspalast 7v. Dlo roten Schnhe. !Adi-Haus Taubenstr.34— Ztr. 1052 Heinz Artus Mogda Cornelias ! Erna Srnani Hans Brückner Gebr. Alexander | Cornelius• Duett ng firagartj HansW:lh. Bachunn Peter Mann jldoljüi ban Hai ffetrllnko Mocca. Tcc, Schokolade Erstkl. KOcIie WWW tt. Weiae | Ber'nn p&nkd. 7 t'hr ! Rinirlii frei. Victoria Leo-BermanD-Konzerte> Zigener-Kapelle ferko Kurucz• Zentralponkt der Friedrichs! adt für gute Kusik Unter den Ulnden 4(3. Ecke FrledrlcbntraBe »Her Pr�mden ♦» Kapellen ♦ Tlsehbestellaiip: Äeiitr. 6490 ♦ Xdeltea� � K U B T HOFHAM Jl T*ei Diele T3:lS7$ ❖ Z7. Fahrgang HJf 2. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 21.!?ovemb!>?lH20 GroßGerüR Heinde öes Volkes. Ferdinand Losi.ille bat in seiner bekannten Rede»Die Fesie, Pusie und der Fianksuiter Adgcordnrici�tag� den verderblichen �jrnfluß einer gewissen bürgerlichen Presse gelenngeichnet, indem er sdgle:.Wenn kau'ende von Zeitlingeschreibern, dieser heurigen 'ttehrer de? Lölkes, mit bunderrlausend Stimmen läglich ihre stupide ltlnwissenheii, ihre Gewissenlosigkeit, ihren Enuchenhag gegen alles -�ohre und Grohe in Polilik, Kunst und Wissenschasr dem Volke ein- Jauchen, dem Volke, das gläubig und vertrauend nach diesem Gisre preist, weil es eine geistige Siärkung aus demselben zu schöpfen .glaubt, nun, so muh dreier Vollspersr zugrunde gehen und wäre ,'er noch dreimal so herrlich*. Als ikassalle diese treffenden Worte aussprach, befand die Arbeirerbewegung sich noch in den Kinderschuhen. In den, Sioße aber, wie die sozialistiichs Bewegung an Macht. gewann, verdoppelten und verdreriachlen die Gegner ihre MarWitrirtel, um den kulturellen Ausstieg des Volke? nieterzuhalten. Wenn eS die herr'chenderr Klaffen tr otzdenr nicht verhindern konnren, dah die Vertreter de« Proletariats in die gesetzgebenden Körperschasren des Reiches, der Länder und der Gemeinden in einer giöheren Zahl eindrangen, so verdanken wir dies neben der aufop'erungsvollen Arbert tau'ender braver Streiter sllr die Sache des Sozialismus dem wachsenden Ernfluh der sozialistischen Preise. Ter.Vorwärts* als das Organ der sozialdemokratischen Partei Groh-BerlinS hat in den Jahrzehnten seines Bestehens einen harten Kampf gegen eine starke rcaliionäre Presse zu führen ge- habt, und auch der Kampf mit denjenigen Blättein bleibt ihm nicht eripar«, die sich in ihrer Ausmachung den Anstrich der Volksfreund- lichteit gaben, aber bei jeder Gelegenheit ihr votlsfeuidllches Wesen zeigen. Tag die gesamte bürgerliche Preffe sich einig ist, sobald eS sich um den Kanrps gegen den SoztalremuS Handell, zeigte sich so recht bei der glisammenieyung des neuen Berliner Magistrats. Mit einem Hag ohnegleichen wurden die sozialistischen Parteien und deren Kandidaten belämpft, und noch heute speit das reaktionäre Bülgcitum Grit und Galle gegen daS Oberhaupt der Stadl Berlin, bloß weil dieses sich nicht als Vertreter ihrer Jrriereffen kühlt. Und mit geringen Ausnahmen unterstützt die bürgerliche Preffe diese Hetze. Tagegen verhalten sich diese Blätter auffallend passiv gegen» über den Schleichhändlern, Schlemmern und Schiebern, den Wür» gern unserer Kinder und Kranken, ja. sie nehmen io- gar Kampsstellung ein. wenn die Behörden diejenigen, die am Marke der Unbemittellen saugen, zur Rechenschaft zu ziehe» suchen. Dag Molkereibesitzcr Hotels mit Sahne versorgen zum Preis von 50 M. pro Liter, und baff die Horeliers hieraus 25-50 Porironen Schlagsahne 5 lv M. darauSnrachen, liest man in keinem büraerlrche» Blalle. Tagegen erscheinen lange Berichie in der büraerlichen Presse, wenn die Anhänger eines iolchen freie» Handels über die Aushebung der Zwangsherrschaft zetern. ' Kinder und Kranke leiden aber infolge eine« solchen Lebens- mittelwuchers not. inimer schwerer wird eS, sie auch nur mit einem Vierrelliter Milch täglich zu versorgen und Butler kann, wenn die Schieber und Schlemmer in den Horels die Sahne verzehren, für die uirleren Volksschichten von Gemeinde wegen bald gar nicht mehr verteilt werden. Tiefe Iusiände duldet die bürgerliche Picsfe. weil es Angehörige ihrer Klaffe sind, denen die Not der eigenen Volksgenossen völlig gleichoültig ist. Wer den Einfluh einer solchen vollsverderblichen Preffe verrmgern will, mutz den .BorwältS* lesen. Nur die sozialdenrokraiiiche Preffe vermag durch, ihre schonungS- lose Krilik an solchen unhaltbaren Zuständen Besierung zu erzielen. Je gröffer der Leserkreis deS.Vorwärts* ist. desto stärker wird sein Eii'fluff sein auf die Wiederge'undung unserer wirlschasllichen und polnischen Verhältnisse. Werbe daher jeder fü r den.Vorwärts*! Spielzeug. T bandliing seine Sübne.— Wie schon mitae« teilt, ball- das Gericht in der ersten Verhandlung im Oktober d. I. den Schuldig ipruch der Geichivoreiien, der auf Mord lantete, um- gestoffeii,>a sich die Geichworene» nach einstimmiger Ansicht des Gerichts zuungmiften des Angeklagten Kornatz geirri halten. Es»niffis deshalb jetzt der ganze Prozeß von neuem ail'geroüt werden. Nach eingebender Bewnsanfiaibnie beantragte StaalSanwaltichost-rot G e r I a ch als Aniliaqevenretcr die Bejahung der Schuldfrage nach Totschlag. Die Geschworenen bejahle» auch dieie Schuldfrage und das Urteil lauicle dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf iehli Jahre Zuchthaus und die üblichen Nebensirastn unter Anrechnung von 7 Monaten der erlittenen UntersuchungSha'!. Neue Erhöhung der Wasser- und Gaspreise. Die noiwendig gewordene weitere Erböhnna des zurzeit für die bisbeiige Gemeinde Berlin 70 Pf. delragenden WasierpreiieS hat den Magistrat der neuen Sladtgemeinde beschästigi. Da im jetzigen Zeitpunkl Erhöhungen der Preise nur mit Wirkung ab 1. Oktober durchgesührt weiden können, sich also nur aus>/z Jahr erstrecken, so ha: sich eine Erhöhung des Wasierpreises" a u f 00 Pfennige für das Kubikmeter ergeben. Dieser Preis soll sich gleichmäßig auf alle der neuen städtischen Wasserwerks- Verwaltung unterstelllen Wasserver- r orgungen der bisherigen Loiörle erstrecken. Gleichzeitig soll auch eine Erhöhung des für öffentliche Zwecke abgegebenen Waiiers am 65 Ps. für daS Kubikmeter eimreten. Ferner hat sich der Magistrat mit der Festsetzung eines einheitlichen Gas- vreii es für das Veriorgungsgcbiet der kommnualen Gaswerke Groff-Berlin beschäfrigt und bar sich unler Ablehnung differenzierter Prene für einen ErnbeitSpreis von t.SS M. für daS Kubrk« meier. wirksam von der Standaufnabme vom November lVL0 ab, entschieden. Zugleich aber hat er beschloffen, unverzüglich in ge- miichter Devuiation mit den Stadtverordneten Maßnahmen zu ke- raten, welche den besonders düritigen Schichten der Bevölkerung, insbeiondere den Erwerbslosen und nur aus die Rente angewieienen Arbeitsinvaliden, einen angemeffenen Zuschuß zu den Kosten de» Gasverbrauchs gewährleisten sollen. Der Oberbürgermeister und die Nothilfe. Zu der immer wieder- holten Behauptung, daß der Oberbürger m ei st er Mermuth beim Beginn des Eleltrizilätsstreils die Technische Nothille zurück- gewiesen habe, wird vom Magistrat ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Direktion der Städtischen Elektrizität?« werke die Einleiiungsarbeiten für den Notbetrieb an Stelle der Nothilfe sür unbedingt criorderrich erklärt hatte. Die Direktion hat auch die Verbandlungen wegen Einleitung der Noisiandsarbeilen geführt und, als diese eingeleitet waren, als selbstverständliche Folge die Zurückziehung der Noihilfe veranlaßt. Der Sicubau der Staatlichen Kunstschule in der Grunewoldstraffe, auf dem Gelände des allen Botanischen Gartens, wurde gestern mit Reden des Mimsteis H a e n i i cb und des Leiters der Anstalt, Philipp Franck, festlich eingeweiht. Das neue Haus, das äiißer- lich sür eine 5f»i>slichule einen etwas gar zu nückterilen Eindruck macht, ist auch im Innern nicht mit der künstlerischen Sorgfalt aus- acitattet, die für ei» Jnstilnt, das der Ertüchtigung künstlerischer Lehrkräfie dienen soll, einfach Noiwendigkeit ist. Die Spammkeit iollle nicht immer als Ausrede sür jede Geschmacklosigkeit straflos gebraucht werden dünen. Der tüchtige und hoben Zielen zustlebeuds Anstaltsleiter Franck halte zur Emweihiing eine sehr interesiants »nd iimsasicnde Ausstellung von Schüler arbeiten z»>a»,me>?gebrachr> die Beweis für d,e in der Anstalt geübte gute Pädagogik ablegte.. Tie Leitung dcs EdcnhotelS ist nach der Verurteilung des Herr» Birndölfer in die Hände des Hoteliers Heffler übergegangel!. SluS der Lcbensmittelbelieferuvg. Brotkart?»Norden--. ES entlallen ans den Ablchnilt44 der allgemcjncn Elrötz-Beilmer r-ebrnsniilwl- larie 250 Gromm auslöndiichcS Kochmcbl zum Prelle von 5 M. je Pfund. t- In der Woche vom 22. bis 2S November gelangen auf den Ablchiiitt s? der Groff'Berliner Leb nsmillelkarle 200 Gramm B ü ch s e n f t e isch tCornedbeef) oder 250 Gramm Blut- oder Leberivurslkonserven zur Ans- gäbe.— In der Woche vom Monlaz. den 22. blS Sonn lag, den 28. No- vcmbcr d. IS. müssen solgende Kürzungen in der MilchauSgabe vorge- nommen werden: Die Belieseiung der-/,-L>ler-K rankeiilarten fällt am Montag, den 22. aus. Am Mittwoch, den 24., DonneiStag, den LS., Freitag, den 26., und Sonnabend, den 2l., fällt die Veliejerung der tz,-Liter- Karten ebeiilalls aus. SIlS Ersatz dafür wird am Miltwoch. den 24., eme Büchle geznctciie Kondensmageimllch zi-m Preise von 8,75 M. ausgegeben. Tie'/,>Lilcr-Klantcnlaile fällt am Dienstag, den 20.. Mittwoch, den 24., »nd Tonnerstag, den 25. aus. Als Eisatz hlersür wird am Dienstag, den 23. eine Büchse Kondrnsoollmilch zum Preiie von 8.S0M. verausgabt. Am Sonnadend. den 27., und econntag, den 28., wird Sic st,»Liler.Karle nur mlt'l4 Liter Ftischinilch belieserl. lUIVli .. dirk Das Licht der Heimat. «7s von August Hiarichs. Auf der Stirn des Direktors erschien eine Fakte: Wollte da ein auswärtiges Unternehmen seine Äreise� stören? Das durfte er nicht zulassen. Er bog sich vor:„Liober Freund, würden Sie mir vielleicht einmal einen Gefallen erweisen?" „Aber sJbswerflendlich," rief Med, ,�umal ich Ihnen ja von drüben her noch für Ihre Freundschaft verpflichtet bin. Wissen Sie noch die Geschichte, wie Sie mir einmal aus der Patsche halfen?" Er wollte behaglich erzählen, aber der Direktor unterbrach ihn:.Lassen Sie, das war einfache Pflicht. Aber empfehlen Sie mich Ihrem Freunde und bitten� ihn, bevor er mit der anderen Bank abschließt, einmal mit mir zu unter- handeln." „Mit Vergnügen," sagte Fied,„ja, wollten Sie selbst vielleicht—?" Er tat erstaunt und schlug sich plötzlich auf die Knie„Donnerwetter, daß ich daran nicht früher gedacht habe. Das wäre eigentlich eine glänzende Sache für Ihre eigene Bank— die Verbindungen, die Sie dadurch überall im Lande bekommen würden dazu ein Werk, das im ganzen Reich von sich reden machen wird— außerdem totsicher— in der Tat, ich hätte eigentlich meinem Freunde einen Wink gsben sollen!" „Wir haben gerade Gelder flüssig," meinte der Direk- tor.„und ich würde es natürlich höchst ungern sehen, wenn sich eine auswärtige Bank hier in unserem Kreise festsetzte. M ch wundert nur, daß ich von dem ganzen Plan noch nichts erfuhr." „Mein Freund ist eben Geschäftsmann und wird schwerlich vorher großen Lärm schlagen. Ich habe vielleicht auch schon zu viel gesagt und bitte Sie. die Sache wenigstens vor- läufig durchaus vertraulich zu behandeln." „Das verspreche ich Wren gern. Nur bitte ich. wie ge- sagt, daß Sie Fhren Freund veranlaffen—." „Wissen Sie was?" unterbrach ihn Fied.„ich bringe ihn her! Fch weiß zufällig, daß er heute hier in der Stadt ist. und wenn ich ihn fasse, muß er mit, er mag wollen oder nicht." »LLenn Sie das vermöchten, ich wäre Ihnen sehr dank- bar und stehe natürlich jederzeit zur Verfügung." Als Fied auf die Straße trat, pfiff er behaglich durch die Zähne.„Ten haben wir," schmunzelte er,„und das ist nicht der Schlechteste!" Am Nachmittage brachte er Dierk, den er vorher gründ- lich unterrichtet halte, zum Direktor, und am Abend konnte dieser seiner Mutter den Vertragsentwurf vorlegen, nach dem die Niederdeutsche Bank nicht nur die erforderlichen Äypochekcn für die Moorflächen und die notwendigen Ge- bäude. sondern auch noch erhebliche Betriebsmittel bereü- stellen sollte. „Wird sie das tun?" fragte Meta zweifelnd. .Llch weiß nicht, was Ficd da angestellt Hot, aber die Bank schien außerordentlichen Wert auf die Verbindung mit deinem Sohne zu legen," lochte Dierk und faßte sie bei den Sckfultern:„Mutter, es wird— es wird!" „Wenn wir nur erst das Moor fest haben!" sagte Meta wieder. „Fied ist ein Teufelskerl und wird auch das fertig bringen." .�Hoffen wirs," sagte Meta. Sie dachte an den Voß- dauern und ihren alten.$cß. Mußte er sich nicht mit allen Mitteln dagegen sträuben, wenn er erfuhr, von wem der Plan stammte? Würde er sich nicht dagegen wehren, gerade ihr Geschlecht auf seinem eigenen Boden emporwachsen zu lassen, so hoch, daß es ihn verdunkelte? „Zweifelst du etwa, Mutter?" fragte Dierk erstaunt. Sie zwang sich ein Lächeln ab und strich ihm mütterlich übers Haar.„Nein, ich glaube!" sagte sie nur. Iü der nächsten Zeit war Dierk tagtäglich draußen aus dem Moor. Tie Scheu, das fremde Eigentum zu betreten. hatte er überwunden. Von seiner Kindheit her kannte er hier Wog und SWi— alles war ibm vertraut, und im Geizt hatte er ja längst Besitz ergriffen von diesem seinein eigensten Gebiet. Fmmerbin vermied er den Weg. der nach des Voß- dauern Torsgrabewaschire führte— er wollte weder mit diesem noch mit seinen Leuten zusammentreffen, nur Ein- samkeit brauchte er zu seiner Arbeit. Und außer ihm ver- irrte stch keines Menschen Fuß hierher. Ungestört konnte er abschätzen und messen und mit dem kleinen mit-gelührten Svaten den Boden prüien, um die günstigste Loge für das Werk festzustellen. Wäre er nicht mit allen Tücken des Moores vertraut gewesen, so hätte ihn leicht die schlammige Tiefe lautlos hinabgezogsn in ihr unergründliches Reich, aber er ließ sich nicht locken von der grünlichschimnicrnden Pflanzendecke, die den schüvarzon Sumpf überzog, und dem scheinbar festen Erdboden, der den Fuß einsinken ließ und festhielt und die einmal gepackte Beute langsam hinunterzog in den gurgelnden Schlamm. Wer sagt, daß das Moor nicht schön ist? Nur düster, wuchtig und groß ist sein Gemälde, und die Farben, Himmel und Erde, sind mit gewÄtigem Pinsel gematt— nur Himmel und Erde und sonst nichts. Aber die ungeheure blatte Kuppel steht hier ringsum frei auf dem braunen Boden, und wie oben die stillen Wolken in lichten und düsteren Farben lächeln und drohen, so lächeln und drohen auf der Erde silberne Inseln und dunkle Flecken— silberne Inseln von seidenschimmernden Gräsern und dunkle Wasserflachen, die schwarz und unbewegt ruhen, ohne Atem und Wellenschlag— dunkle Augen der Einsamkeit, aus denen die Schwermut der Erde emporklagt zu den lichteren Himmelsgebilden. Einmal aber traf Dierk hier doch einen Menschen. Als er eines Nachmittags, ermüdet vom eifrigein Bücken und Graben, sich aufrichtete und, die Augen mit den Händen beschattend, über die sonnenflimmern.de Mäche sah, kam eine Frauengestalt geradeswegs auf ihn zu. Wie mit dein dunklen Rock aus dem Boden gewaäfs'n, stand sie groß vor dem hellen Himmel und es dauerte" ein vaar Augerblicke, bis er begriff, daß es kein Traumbild. keine Spukgestalt des MooreS, sondern ein menschliches Wesen sei. das hier ging. Da schrak er zusammen— zwischen ihm und ihr lag ein Sumpf, der sie verschlucken mußte, aber sie wandte sich'"�r zur Seite und kam ihm nun auf festem Boden näher. Plötzlich erkannte er des Voßbanern Tochter: da richtete er sich auf und erwartete sie. Ob sie ihn erkennen würde? Hoffentlich nicht den Strolch, der vor Jahren an ihres Vaters Maschine arbeitete, aber den Nachbarsjunqcn mit dem sie als Kind im Apfelbaum geschaukelt hatte. Jetzt war sie bei ibm. Kühl und fragend sah sie ihn an und wich seinem Blick nicht aus, er fühlte, wie er von Kvpf bis zu Füßen geprüft wurde, als sie an ihm vorbeigehen wollte. Er lächelte— das war die Sicherheit des Besitzers, das 3er-" wundern darüber, daß ein Fremder sich anmaßte, hier einzudringen.(Forts, folgt.) I Die TUkU in üen Venvaltungsbezirte«.' ' In der gestrigen Konferenz v o n Stadtverordneten und Bezirksverordneten der S P.D. sprach Stadtver- ordneter Paul Hirsch üSer.Die nächsten Ausflaben d-e r B e z i r k S v a r> a m m l u n �» n u» d B e z i r k S.ä iwte r Er schilderte den Ueber?!anftS,ustand. der bis zu der Wahl und dern �.irlammentritt der Bezirksämter bestehen wird. Der Mtogislrai schläft im Einverstäudni? mit der gemischten Deputation eine auö Mitgliedern de« Diagistral« und der Stadtverordnetenversamwluna xilsammen zusetzende NebergangS deputation kör a u s> e r» etatmäßige Bewilligungen vor. Bis zu einer gewissen Hoae soll ste Keldausgaben' bewilligen dlirten. doch unter BorbeBalt eine? Einspruchsrechtes für den Kämmerer. Zu den nächsten Aufgaben der BetirkSveriammlnngen aebörsn die Borstandswablcn und die istrstletzuna ibrer(?» t ch ä f t S- ordnungen. ftiir levtere ist möglichste Einbeitl'chteit ,» wünschen. Zur Wahl der Bezirksämter durch die BestrkS' Versammlungen musz zunächst die Zabl'der BezirlSamtSmitglieder festgesetzt werden.? cr Magistrat schläat von die Einwohnerzahl der einzelnen BerwaliunaSbezirke olS Maststab zu nehmen. Doch hängt die kvüll« der Aufgaben eineS Berirks keineeweaS nur von feiner Einwohnerzahl alv ES empfiehlt stch. die Bezirks- ämter aus Besoldeten und Nnbesoldcten zusammen»«setzen. Dgrürber müssen die BezirlSveriammlunaen gebärt werden. Wiifitia ist die ssraae der Abgrenzung der B e r w a l t u n g S b e s u g« n.isse deS Magistrats und der Bezirksämter. Der Rekerent er« örterte dann die Bestimmungen über die Organisation des Schul- Wesens, für die da» Gelev eine aewiste Dezentratjsqtion vqr« sieht. Ueber BolkS'chnlen, mittlere SiBulen irnd böbere Schulen beschließen die Bezirke, aber der Maaistrat stelll d»e Sriindsätz? dainr aus/ Ueber ssach- und KartbisdnnaSschiilweien betchl'eßt chse zStadt. ttzcoße Schwieriakeiteu wird die Festsetzima ,d-a EtatS.für da? lausende ülabr und wobl auch noch desjenigen stür da? nächste Aobr machen. striir''aS laufendes>br ist ste eigzmilich nirr noch eine leere Aorm da die meisten Ausgaben ja schon eriolgt sind. In Zukunst mztß auf rechtzeitige E t a t v e r a b s ch.i« d u n a aedrungen wer- den. Senoste Hirsch. betonte am Schlust. seine? RestrateS, dab die den BezirkSversammlimgen nnd Bezirksämtern aestestten Auioab-n von uns Sozialdemokraten nach einheitlichen kstcstchtS- punkten zn betrachten»nb z» läsen sind. Noch meKr o.IS bisher sei eine eng» lssthluna zwischen den in den Verwasrrinaen der ein- gelnen Bezirk« tä'iaen Genossen nöt-g. Wenn wir. ohne nach recht? oder link? zu schielen, un? von den Grund- sähen uniere? VroarammS leiten lasten. wer- dj?n wir die Schwierigkeiten der UederPina? reit meistern nnd die dem neuen Berlin drohenden Sabotageveriuche der Gegner von rechts vereiteln.— fln der Diskiisston wurde unier anderem die ssraae eröiten. ob unbesoldete S t abträte die ein Stadtverordneten- öden Bezirk �ver- ordnetenmandat boben. diese? nsederleoen sglltn. Grund- sätzl'ch wurde da? aeiorder«, doch soll in jedem' s?aü der Bezirk?» Vorstand die Konsequenzen priVen nnd danach entscheiden. Hin- gewiesen wurde aus die Notwendiakeit. dast wir. in. den Bezirk?» Verwaltungen ein» BerwaltunaSdemokratisterung erreichen, damit nicht die im Reich und in den Staate» gemachten Fehker sich hier wiederholen. Sodann berichtete Stadlverordneter Otto Z?-r a n k über die mit den Unabhängigen und Nenkommunisten gesührlen Bcthand- luiigen wegen der Grundsätze lür die Zusa.mm.eu» i e tz u n g der Bezirksämter. Bon.utzlerer Seite ist dabei der Standpunkt vertreten worden, dost w'r in den Bezirken mit sozialistischer Mehrheit auch bei den Äublen der Besoldeten großen MinderbeltSparteien eincn An t e i l a n den Sitzen nicht vorenthalten d ü r s e.n, falls für die Bezirks mit �bürgerlicher Mehrheit den sozialistische» Fraktionen dieselbe BerüÄichtiquna zugesichert wstd. Die DiSkit�stdu ergab Ueberein- stlmmung darüber, dast dieser Grundsatz zu bilkigen ist. äst t Geächtete Mvtterlchast 1 r fliegen die B« m a kelirng' d e r n n eh e l i ck« n. M u t t e r «ndihreSKinde? richtete»ich die ölsentliche Beamtinnen- Kundgebung, die am Freitag in Berlin(Dchnlatua, Weinen» isterstr. 18) stattfand...-'f In der vom Boamtinnenwerb?az»»schust.dex S.B.D. einberufe- iwn, gut besuchten Versammlung forderte TelsgraphcngehUsiii a.D. Ilko Schütze für jede Frau und daber auch für die Beamtin baS Rcebt auf Mutterschaft. Die Strllunguabme- de» Verbandes der deutschen Reichs Post- und Dclegrapsvnbeammtncn, der auf feiner diesjährigen Dagung die.? n t 1 a f f u n g von Beamtin. neu hei unehelicher Mutterschaft gebilligt' und für not- wendig erklärt hat. wurde von de? SScjetenfir als ein'A.tt en ta t gegen die F raucv recht c gebrarrdmarkt. S» gejstelte die Schcinlzeuigkrst. die bei der Kollegin de.» außerehelichen Geschlecht?- verkehr übersieht und nur übrr die Folgen sich entrüstet. T-ie ge» sühISwaräien, ost van lebhaften Be.iiallStundacbungen'unterbroche- n'en Ausführungen der Genossin Schütze kamen zu dem Schluß, daß f»de Mutterschaft s i t t'l i ch und hcil.t'p ist. Mutterschaft darf nrrurais zum Verlust der sozialen Stellung führen,«ich unsittlich ist die Aecktung der Mutteischrisl. t'f zweite Rcfc.rentin. Re'ikwtagSabgcordnete K! a r a B a h m- Schuch, beleiulitete die recktiichc Lag?. Roch dcp Verfassung' un- ferer Repuöl'k bat Mutterschaft einen Sln'pruch auf Schutz durch dfen Siant. und andererseits find oll? Ausnadrneöeststninungen für Be- amtinnen aufgehob'M. Mithin verstößt Entlassung einer Btamtin bei unebelichrr Mutterschaft, gegen d i e G r u nd'fä'tz e ,d e r Verfassung. Unter. Ziiftimrnung der Versammelten betonte Genossin Dobm-Echrich Gesetze d-e thirtrechtpng der. un-, ehelichen Mutter und ihre? Kinde? nicht beseitigen/ werden, wenn nicht die Ä n s ch a u u n g e.n stch wandeln. Die Entschließung, jenes Verbandes hat der reaksionnren Regierung einen willkommenen Bvrwe-nd gegeben, eben jetzt' im Reichstag gegenüber einer Anfrage der Sozialdemokraten sich'aus die B« a m t i nü e» s« l b er zu' be- rufen. � In de? Diskiisston ergriff auch«in Mitgfted de» VerbandSvrr- fiandetz das Wort zu der mit Widerspruch aufge.nominenen. Erklä« runch daß die unehelich« Mutier.sich bewußt/ außerhalb der Ordnung stelle". Alle anderen Rediderinnen stimmten den Referentinnen zu. Die cindrnlksvollr Kundgebung erdete mit der Annahme kol» gen der Resolution: Die Kundgebung der Berliacr Beamtin- nen protestiert gegen die Verletzung der Verfassung durch verschiedene Verwai.'ungSbehörden, deren sie stck durch Entlassung t&n Beamkirrrea wegen zmebelicher Mutter- schast schu.'.g gemacht hgl-en. Sie verweist dabei auf Artikel 119 der Verfassung, 'agtt Muttrc'chaft hat Anspruch rnrf de» Schutz und die Fürsorge dei Staate»", ferner auf Artikel I2l..der den„nnch'lichrn Kindern die gleichen Bedingungen kgr ibre lejb- ljche. seelisch: und-gesellschaftliche Enkwilkluna gewährleistet w.f den ehelichen", und endlich auf Artikel 128, der besiinrmtt.Alle AuSna.nhestammungen gogo'n weibliche Beamte werden beseitigt". Sie erinnert die leitenden Beamten, die gegen diese Bestimmungen. verstoßende Entlassunzzen ausgesprochen haben, an ihren aus die Verfassung geleisteten Tteuekd. dessen sittliche Bedeutung in der Achtung und Beachtung der in der Verfassung niedergelegten staot»- b'ürgerlichrn Rechte insbesondere auch ihrer Untergebenen lirgt. Dir versammelten VeamBnnen erwarten von den Volksvertretern in den Parlamenten, die»um Der! an der Festlegung der bedrohten Rechte in der Verfassiilw mitgewirkt haben, daß sie ihnen auch Geltung verschaffen. Sie bearüßen in diclcm. Zusammenhang das Vorgebe»' der sozialdemokrtischen Frauen auf ihrer Tagung in Kassel, da? die soiialdemeknatzische Fraktion de? Reichstag» zu einer entsprechenden Interpellation auffordert. S'« begrünen e? daß der foztald«mokra tisch« Parteitag sich diesem Beschluß einstimmig angeschlossen hat, und. danken den Fnauen für die WahrnehmiMg ' soßiäldemokraifschen' Männern und ihrer' Interessen � 'BrzirksbllvnnqSonSschntz. Achtung, tzd. Abt.! Die Mi-'ciimZ- iührnnq am A. Novemher lallt aus.>?'!> dl- Mwecn-m Totenw-mtsq«e- lchlollen sind.— S oziallüllch- BildunoSlchlile Bieder- lchön-welde: T»r.KurluS de? Gei-ossen Dr. Lobmann lludzt noch Bereink.arzwli mit den Tei'nedmerü von letzt nb Mittwochs, nicht mehr 7i»u?taoS.. ftntt. Bäck der Abend Mittwoch, den LS November, lnt Seiten- laol der Gemelnbelchnle, Bciliner Str. Zl.—- Tbenter:.S-ente noch- inlttoa a llbr �ochzel- nit' Poe?- irr Bernbord-Noie-Zbeoter, Wronc Srnnsi liirlrr Siran f 132. Slnlrilt.3.l>g etnlchl. Garderobe und Tdfntfrzfttfl.— Engels- ie-edächtnislele-: üm Zonntao. den 2". Aoeem'xT, vor» MitlnqS 11 llbr. in der Reizen??-It. Haienbeive INKill l. E n o e l s- G e> d ä ch.t n> S i e t e v zur Wiederlebr leine? la-lsäe�taen Kebn-tStaaeS. Ein- irittslarien zu 3 M. sind>u beben bei ollen Abteilnno�trlÜerern, bei ben bitlichen PildnngSaiiKlchüiien in der Bnchbondlin" Porwärt». Linden Ir. 9, Harich. Enaelnlcr 15,»nd im Birrean b-S Bezir>Sbildnna?oiiSichi»ls». Lin- dentzraße.3. L. r-vl. 4 Tr.. Ztzrmer IN. Mitwirkend-' Genolie Ednord Beinliein Emil aübne. do? ißlütbner-Orchciter unier Leiiuno von KopeN. meisler gelmar Mevrowitz, der Mönnerchor.NomenloS" unlcr Lei in na de? Edo-metiterS?bllo.— SlniübrunoS abend: Am Honntaa. den 5. Dezember,' abend? 7 llbr. in der Fenballe de? berliner StndlbanieS, Einaana- Nloiteritrake: Eininln unaSabevd zun- Bertboventonzert. Vortrag nnd Deinoni'talioneu am rkiavicr Dr. Alfred GuNmann.>?» wird eilte Gebühr von 8..30 M. vro Verton erbeben=ur Deckuna der Unkosten. — g o n» e r t:?lm Sonnloo. den 12. Dczembe-. vormiiiaqS 11 llbr. im Bliitb'nersaal. Liitzowltr 7S. Beeihovenkonzert. Mitwirkende: Felo tzlvon- l'It tKIavierl. das Blvtbner-llrchei'er unter Leltuna von Kapellmeister Dr. Götz Emtritt l,5tl M. Zlc-.teu sind zu haben bei den oben anze- gebcNen Stellen, 7>m Booloqilif'en Gurten baden bie iech? nroßen Schimpanlen seht erbäbte VInziebnvqskroll dadurch aewovnrn. daß sie. wenn das Vrlier e? tzgend erlaubt, ins Fre'e peiolien werden, wo sie sich mit beionderer Leb- bastiokeli i mberi vmmeln. Dabei bab-n sie wieder ein n lebr lchöven Pe- weis lbrer.Intellioen» oeqedev. indem sie dos Auiheben der Klappe, die in den'Avftenkässo lübit.'olort ielbltZnd'a auSjübrten. Do? Blü-bner. Drebeiier peranktaltet aiii EInlodnna de? No-nmuvalen ?ol?S.bildiir.eSawt?S Rciniitendorl vm DienS'aa, den 23. 3,'ovember, adendS VL llbr. In den bei tnelä'en', Reivick-ndort. P: ovivzi'rosie ein Beetbvven.siovzeit anlätzlich der cm l7. Dczcmder d..I. zu ieiemden 150.'Viederlebr des Eebintslcors' des großen.Kemponiiicu. Der ElntiitlS- tzretz» beträgt.3.50 2». einichl Sllf'drrcbinoe. ErwerbSIoie baten oeaen Vor- »eioilvg ibrer Stempelkarte s r e t c n Eintritt. D'e zum Eintiitl bc- r-chliernden Progiamme. we'che lebr beachlevswerte Erklärungen der ein, »einen Musikwerke und musiklechrilchen Bezeichnunpeu rrtdcl'en, um d-u Laien dt« Sprache der Musik rersiäudlich zu inachen, sind zu baden w den amll'chen BerkausSltcVen und bei den Partrlsuntiionäien. »na> 13».- M. d»z» lehter Ausweis 24 V8 40 M. und 100.-, M. Kriegsanleihe. insgesamt 28 ltlä.tv M. nnd lvk».— M.«rlcgeanlcihe. Mari- von Clevre' lt. zur Landtag»- Zelchenkaol der Dichtige Tages- Uhr,-n Jilmschau. »DI« entfesselte. Menfchbelt.-' Dieter neueste Fssm, den die Mvo- FNin-Cowd. stei nach dem glcichnamhen Roman von Tief Mar fsilaß bc- orbeitei bat. soll.der große Film der deutschen Nenolutio»- lein. Bon dieiNn Clesichttpunkt aus betrachlet muß« r obaelcbnt wcrdeni Es gibt in ibm n.u r A r b e i t e r. d e dem rulsiichen Anfübecr Karenow, der die völlig« Zerstörung der Wiritcholt und die drutalst? Gewalt predigt, nach-- lauten, die Pulvermagazin« in di« Lust tprenae» und in Ausübung ihrer Pflicht verwundete Relchswebrloldaten mißbnndeln. Man weiß nicht» von jenen Arbeiteraimeen. di* jede Gewastanwevduvg verwerten und nur in eiw'r'planmäßigen Mederanibanarbeit die Rettung aus dem Cbaos er- blichen, von der Oeldeniat Marlobö, dem Gelellenmord in München und den Marbzwger Mordsludenien. Alle diele Diw.e bätte man berücksi»tiaen müsien. wenn man wirtlich einen Film schassen wollte, der eine objektive 5>llusiiier»ng der Revolution sein soll, fi'at man geichoficn dat. ist ein Tepdenz stüch, ganz dazu angetan, dem Bürger Angst und Schrecken e'nzutagen.' Die Leistunaen der Tchaulpieler'nwie die Ansnakmen find gut Trotz. dem fand drr Film bei seiner lirculiübrung eine lebr ffiUt Jiufnahme. an einet Stelle machte sich sogar Widerspruch bemerkbar. vk. ..Der gala««* König August der Starke-' q'.ng im N. T..Tbcater am-Kuilülstendamm in. Szene. Sicher in lelner Art lorgkällige Arbeit. Aber woran Ist der große Zlustnand vertan? Ein Film will leben. loll Bc- wegung spiegeln. Hier aber ist stn Uebermaß das Unbewegte, wenn auch in der Foim Ichönster Ban'ver'k, des Dresdner Barak, in den Bordergrund gedeingl.' Da» Historienbild ist längst lür die Kunst erledigt, auch liir die Bübn». Glaubi Man nun. der Film tönne feinen palhetilchen Prunt wieder inr Wirsting brtnge»!'( Dies hier, wus in die Llcbeslüste des sächsischen August des Starten greiit, ist bloßer bistorischer Ausltattimgssilm und et bleids bis aqf wenige? hohl, wchlig, äußerlich arrangierl. ES in ganz sal'ch, zu glauben, man tonne ein Museum von Uniformen. Reilröcken. Pude-- perrsicken beute noch vor einem Publitum. das Wirbel von Leb»:' durch. kostet, durchsjiten bat. als ein Kulturbild auspressen. Daran tann die ganze Korona von Bühnenkrätlen. die einst vm ebemaligen Dresdner Hottbealer vor de« Wetiwer Logen sich tief verneigten, rich« ändern. Renlich die große Kathaiina. beute der starke August- welche gekrönten Häupter losten weitcrbln gekurbelt werden? Man bleibe uns hier damit vom Letbe. Sroß-öerline? portewochrichten. Achtung, Eiseubahucr! Am Montag, den 22. November d. I.. adendS ß1/, Uhr, findet im Roientholer Hof, Rofentgoler Str. Il/l2. ein« Konferenz sämtlicher S.P.D.-Funk'.ionöre der Eisenbahner statt. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Mitgliedsbuch und Karte legitimiert. ''.«> VerwaltnvgSbeamte l Montag, den 22. November, nachnu 41/, Uhr. findet im stuilen« Zelt. In den Zelten La. eine wichtige Sitzung der SP D.- Funktionäre der VerwaliungSbeamten statt. Ericheinen ist unbe- dingt erforderlich. Mitgliedsbuch und Karle Ikgitimim. Heute» 31. November. Tl. Vit..BorwärtS-.Agitation heute früb. S Uhr, Lokal GelSIer. Dkalitzer Straße 5Ü. l t. Ab». Da» Material zur.Vcnvärts'ag'.tal'on ist beim Geooficn Mischer. Sebastianstr. 52, abzubolen. ltz. Abt. /Hie Genossen treffen sich früh 8 Ufer bei Murrer. Caprivi- itraß« r, zur ,Dorwärl»-a.zitalion. Vollzähliges Ericheinen d'ingend er. Ivünicht. 27. Abt- Die Genossen finden sich früh 6 Ufer bei Dobrolaw, Zwlne- münden Straße It. ein. SS. Ab». Früh 8 Uhr treffen sich alle GenoRen bei Krüger. Hulfiten- ßratze:-t4, � IÄ. Abt. Sämtliche, Genofien treffen sich vormittag 8'/, Ubr in den bekot vten Lokalen vor Behren». Tegeler S'iaße 22, Ulyueh.ner, Trtststr. 4Ä utid Dole.' Rordkalen S. zur.BorwättS'-AsZitotion. Iuuglozialtstllche Bereinigung(S.P.D.). Sämtliche Ortsgruppen der Vereinigung'. trsflyi sich vorm.'(.KZ Ubr poe dem Berolina-Tenkwal. Alexanderpwtz. zwecks Teilnadme an der si'rolesttimdgebung der getomlen Ivgendorganssationeu gegen die Borcäng.- im Liudenbok.— Arbelts-I gimeinschast.- Die Redeübuugen fallen heute au». t Morgen. SS. November. K.— l-l. Bsit. Soz'aidemokiatiiSer Männ-rikor. B-zirk DalWis? Tor. sieden Dt-vst c von 71/. Nbr an Urbimnsflvrde Bei Kraule. a-mdvpliitz 2'. Sannes lreiidioe Genossen sind erwünscht. Dreis 1?. Z'tziirg dr8 Kr? svorlianbe? im Lokal Steo Itz, Düppelstr. 7. Tagesordnung: Dorbelprechnng "»a. KreiS STeoeN. KreisvorstandSsitzung Fugendbeim. Tegel, Bahnbol> stieß» 15. abends 7 Ubr. NZ. Dbr. Montag, den 22. Nov. abends VI, Ubr pünktlich, Bczii.1» süfereri-w'ng bei �robn, Mtla'iiv, 5.„», �« S?abitreis Weddiug. BtldungSkommIlsionSsitzung 7 Ubr bei Kerfinz Pank"- 10 WerbcanSschnst sozialbvmokrntilcher Bolizeibenmien Grast-- Berlins. Montan de» 22. Ron. abends 7 Nor. in Haverlands Fest.> KXfti lZene Friedrlchstr. 35. prvsie öffcnt iche Poli'eibeamtennersamml'mg. All- ssameradcn der blauen, orüiien!i"d Krim'nnlpvlizei sind einneladen. Reiercnl: Genosse Rl-tstabl. Die Parteigenossen werden gebeten, ihre Mit-. glie�stiicher mstinbrinaen. Wertzeaiisichnst in» die Beamten und Angestellter der Ben- wal-ungsvetzörd-'n. Kon'roilveriammlung und wichtia« Belvrechiing siirnflf-ferr Fun'tianö e und B-rtrnuensleul« nachrn 4>l, Ubr im L»!'««. zeit, Fn de" Kelten 9a. Alle müssen-r'ch-I-'en. Mitgli-d'bn» legitim'ert. Kreis Vtt«.cbariotlenb'irg) Tl'beitSa-meinichail der ö'ier"b?i Ste und Ellnu. 7 Nbr im irnaenbbeim. Rosineniir. 4 f. Pertrauensmi n-r. i0"ieren» Weitere?Iell»iia»abme zur weltlichen Jchulsrage Sämtliche Gemeind-l'bnlen müssen vertrelen lern. 7,1.(rfenrlti'trtthnrc. 1. Griidvi lWesiendi. 7 Nbr bei Schell- Vach Köniasti-Esiiabetst-Sw. sin. Berigmmlunq. Wichtige Tageso- dnrrna. Zellienvork.?lbends 8 Ubr Deriammlung des erweiterten Bor. stände» im Ziest. Mickiaa. fieblendorl. Potsdamer Str. 25. T-m-sordnunq i, n,; 2lbgren,u-a des Prsiellsieldk« iür den Kreis und die?lbt-ssuno,n. «ablobend> der Dansknjsiening? Vorlck'Iägk Iür die Eriatwablcn dos Porstard-S. Die Ausgaben der iL'.uppensührer während der Saht- Xtll. Kreis. 7 Ufr KretSvorstandSsitzung fei Stecher» in Marien- dorf. Tionötaq. den 3Z November: n. K-e'?. 7 Nf- Krc'�ncrtretcrve, lammsiurg im 4 G-melndeichlss- in WIlmerSdori. Koblenzer Sirgbe. ordniing. Er'chei-'en'ämissch-r areisv-rtreler ist Pssicht ab! kreis Friebrteßebaln. IS.-2S. Abt. Abend» der ll»'aandwerkeil-i-lile. Andreasstr. 1. wichtige 3'orstandssitz'mg. Abt. Tienstao. de» 2.3. Noocni'er. ab-�'d» 7':, Nbr. gemein» igmer Zablebend in der Sf>iilanla Sonn-nburger Str. 20. Referent Een. .Heller.Die kommenden Landtaalwablen". Poi tzeam e und Bostl'eamttnn-n. VI. Nbr pün'tli-si Berkamm'rnig aller Postbegwien»nd-beomllnnen in der Ar-Ia der Sovbienschiile. Wein. metstcn'w. lö/lsi. Tagesordnuna: 1 Wa» muß der Vobbeamte non der Soziotisienu a w'iten? Reierent: Genosse Dr. Striemer. 2. Freie Ai's. tprache..3. Nusnebme neuer Mitglieder. Der S.P.D.-Werbeouslchuß der Post und Teie.wapbie. 7 Kreis Tkkfea''loitenbnrllst. Tit. Abt. 7'l, Nbr Abtesinngsver» iammlimg de!?lrignd. Beusselstr. 32. Zieserat de- Gen. Brclat über Kogl» muno'-»nd VirilchostSiragen. 7. Kreis iGbarloiionbiirg). F-anenaelangverein.Frohsinn-. Der nächste Getan'sabend findet nm VI, Ubr im Lokal von Schwache. Kniwtne Straß» 4. statt. SunzeS'ustige und-kundige Frauen und Mädchen find j herzlich eingeladen. IS. Kreis llrevioirO. Vf. Nh- in der Schule. BUden�rrichstreße, Mitgliedern eriamm'una. Tbema: Sozialismus und BollchewiSmus. Resc- renk: Dr. Kallmann. Borwärlskeier-find einaelafeen. 101. Abt.aw1. 7 Uhr Mitalie�erverlammlima im Z?ich-n- loa'. Wssdenbruchliroße(Schiilel Stellungnabme zum außerordentl De» zirTslag<5 Dezember) rmd Wohl der Deleaiertcn TNariendork. 7>.>, Nbr im Gtzmnasillm. Kassersirnke. Mitnliederver, iammlimg. 1. Die Stellung der Sozialdemokratie zu Grot'-Derlin: Zl'fc- •ent: Gen. C. Ewald. 2 Disknlflou. 3. Stellungnahme zum Bezlrkslag; Wabl von Deleaierlen zuni letsiere». KarlSkiorst. 7" Nbr Mitaliederverlammsting bei Hut. TieSkew. Allee ssi. Bortrag des Gen. Pfctrcr Bleie r über.Die ethischen Grund- lagen des Sozialismus-. LI». Kreis fWaidmanuSkust.Liibarsl. Oeffenlliche PolkSverlamm- lima Im.Waidmannsdos" iKiichenbecker). Waidmannbrasie. Tb-ma Welche Gelab-en drohen der Arbeilerichast. siielerent: Gen. Dr. Zcchssn. istose.iltiv.l. Die M'tglikdcrncrlammlung iindet am DieuStag, den 23.' und nichi am Kitiwoch, den 24. November statt. .....-—;..» GlternbeliSte der?.P.D.'lli-skunit imd Beratung setzen Don- nerStga, nachmittags vv.i 4— 5 Uhr, int Setre:a iat, In den Zellen 23, Zimmer 9. Aestiiing, S.V D.-AKItaTiedcr der Konsnmgcnosseiiiefeakt Berlin nnd Ilmgeaend! An den znrzest stallfindenden Wablen»um Gc- nossemchoslsrai� in den V rkeiiissiellen-Leriammlunaen ist es Pflicht oller »nivrer Gerosien nnd Genossiiinen. sich recht zahlreich zu betkiliaen. Nach vollzogener Wabl bitten wir. die Adressen der S.P D.-Kenossenlchastsrats. Mitglieder, auch der setzt noch amlik' enden S.P D.-GeNoffen. sowie alle anl untere Abwcbrtzewegnna Bezug beben!' m Anlraaen und Mitteilungen an imlenlteb.-ndc Ad, esse einzusenden. Der Arbeiismislw»ß-der S.P.D.-Geiiossen- lchastler Groß-Beilm. L. Ä.:<5. Föitz. Berlin R. 54. Weinbcrgsweg 8,117. ZrauenobenKe Montag, öe» 22. Nov., abends 7'/? Uhr: 3.». 4.?lvl. bei Rücke: t. Stcinmetzstr. 3sia Rejeient: Gen. Lebrer Arndt:.Moral und Sillerlebre".— 5. u«. Abt. bei Keulner. Hagel- berger Slr. 29a Reierent: Gen. L'tke:.MoS'ai: und die Frauen'.— 7. n. 8. Abt. bei Höblte, Beramannstr. 63. Nescreut: Gen. Blnbm— 12. Abi. bei Frödlich. Mvskarirr Str. l.— 1«. Abt. in de- Handwerker- ichule.?'ndreasl!r. 1/2. Riit: lssen. Lebrer Kreuziger:.Was ist Sozia- lisw.u»?"— 2F. u. 2t. Abt. in der Schnlmssa l27S. Gemrindelchn ei, Pasteurltr. 5. Referent: Gen. Heinr'chs:.Weibnachten im Lause der Ge- schichte'.— LT», u. 2K. Abt. in der Schulanla, SchAnbawer Allee t66a Referent: Gen. Lebrer Schoene:.Die Frau in der Pergangenbeit. Gegenwart und Zutuns!'— 32. Abt. bei Blessi», Stargarder Str. 8. Rele« rentin: Gen. Todenbagen:.Die Frau und der SoziolikmuS".— 43. Abt. bei Pos», Kownieftr. 15. Referent: Gen. Dr. Kurl Rosenbcrg:»Die Fio« im bürgerlichen Gel-tz".— Buchdolz: bei Schröder,.SchützenbauS". An der Kloche Referent: Gen Lebrer Ziechert:.Kirche und Schule".— '7. Abi. bei Baad». Kalleri»- Auausta- 54. Abt. bei Birnbaum Gaioani- strasie 15. Hefcrnil: Gen. Israel.— 55. Abt. bei Dobne. Schloßstr. 43. Reierent. Gen. Sticfiendolen.— 56. Abt. im Lokal.Goetbepar", flatstr- Ftledtichstraße. Re'eient: G«n. Seliglohn.— 57. Abt. im Lokal. Schult- beil.-, Kantstr. 51. Reierent: Gen. Pul«.— 58. Abt. im Ginppeulotal.— Iobaniiiststal: tm Restaurant„Zum Waldkater-. Klara MüUer-Iahnke- Slbend mit den Genoisen Birnbaum und Lierdücher.— Ziehte» berg: in der Schule lZeichenlaal). Holieystraße. Re'ercntin: Gen. Scheibenbnber: .Der Frauentag n>.Kassel".— Lickiirnpreg: in der Schule TZeichenlaal), Lückttr. 60. Reierent: Gen P'arrer Dr. Ancr:.Shristeiiium und �ozia- lismus».— Wilm-rSdorf: bei Kasper. Lauenburger Sir. 20. Seffent: Gen. Stadtrat Oppel:»Soziale Fortschritt« in Wi.mersdor'?-— Neu- uickendork- Llt: in der Schularna. Settc-Alle« 23/2S- Reje. entin 5 Een. Gcrti ud Hanna:„Die Frau und der Sozialismus'. Achtung k Genoisiilucu! Wahlkreis Verlin-Mikte! Frauen»ersamml an g gm Montag, den 22. d..Ml». est. Uhr. im .Bürgerheim', Alte Schönbouler Ste. 23/24. Voitrag der Genossin Klara Bobm-Schuch lM. d. R.) über:„Veriassung und Gejetzzebung-. » Fst.nktlsnärinnr»verinmwli!ug Dienstag, den 23. d. M. nachm 6 Nbr kpintilich), in den Sopbiemälen, Sopbienstr>7-18-Lciizer S-ol«. Tages- oidnung:„Für org-roioimen oder Wobltabrtsgeietzgebung l» Rejeremen: Gen. Stadtrat W u Z t y und Genojsm Krönst!). 7 Kreis Tsssistarlottenburgj. 5 2. A 'lllec 57 Reseient: Gen. Handel.— Vorträge, vereine unü vcr�ommft?nf'en. Schöncderg-Frtcdenau. Arbeits, emetusehaft soz. Tklternbeipät?. Montag, den 22. Rovember. abends 7 Uhr. Sitzung bei»law«. Futz- Reuter-, Ecke Mchrstraße. Llchiigc Tagcsoidi ung.— Reichsdund der «rtegsdelevadigie». Bezwl ll Lilen. Aoniag, den 22. Rooember. abends 7 Uhr, Sikung der Hitsserbliedenen im Ztesianrant„Schuildeiß-, An der!-chiU:ngSblücke 1. lltescrat und allgemeine Auslprache. Ort?- arupPeSteglitz in der r-ula des Gymnasium» Heejellrane. Änfang 8 Ubr.— Vi-Pi-blikantichrr Fübrer-Bund. Bez. 10(Rord-nj. Mon- tag. den 22 Nov. mber. abend» 7 Ubr. Utrechler Str. 2b. vei Marzai n. Bezirke verlammiung.— Der Bund heimaltrener Listprcnße», Citg. gruppe Sharlottei onrg. begeh: am Frestag. den 26. Nooember, im.Tier- oariendos', am Bobnhos Zi«, garten, idr erstes Beieinstesi. veidu- den m t Konzen, Gelang, benn.rllichen Borträgen, Tanz ulw.. wozu a.e Dilpreu-zen uns Onpreiißei steimd« derzlich» eingeladen werden Feliiede: H:rr Prediger Lic. tr. Loebring'Amang 6 Ul» nachm. ttmlrlitikarlcn außer an der Kalle in de: ebemaligen-rejchöltsstclle„Zum Ostpreußen'«a lei-Fiicd>ich>!,.d2. bei Herren Frsscnr Menzel. Eoarlotlendura. Snarezlir. L/Kaui na m Roma-' nowsli. Ber-in K. Rankcsir. 3— Tonilcher Artzelter-jldsttuenren. biinb. Montog abe d 7 Ubr im Kölln-Iche» Gymnasium joiübt SchUIt» steller vs>. Tav.diogu üücw. Tie Beisammliinpen waren dura weg gut bciucht und be- wriien, daß sich die Srluarion an, Niederrhein, wo die NS.PD. bis jetzt vorherrschend war, bedeutend für uns gebessert hat. Tie„Rote Woche" im Wnppcrtal. Den Anhali der nuirmedr veponncnc» Roten Woche bildeien die Verkaininiiingen de« Genossen Gunav Bauer in Elberield, Barnren und Beiberr. iledeial>. br sondere in Elberield, waren die Aersaminluiigeu>ehr ,ahlrcich beiucht. Einnellung aui die Poluil des Möglichen. Zurück zur Vernunt», in den MutrerichoK der allen So.r'aldemolra'ie! Das war der Griindlon der Referate. Die Beriaininlungeii brachicn den Beweis, das, auch im Wuppertal dre Bewegung auswärts und vorwärts geht. Soziales. Krankenkassentogungeu. Der Hanvtverband deutscher Ortskranken- kasieit. dem 1460 Oltskrankenkass n m t 8 Millionen Miigliedern angeschlvjslii sind und. der die bed�iiiendne Orgaiiiiarion der sozial- nersicherunaSträacr darstellt, hält seine dieejäbrige Tagung am Zü. u n d 36 November in Kassel ab. Die reichballige Tqgeeordnring wird Kelegenbeit geben, olle Wichligen sozialpoli- tischen Fragen, insbesondere der sozialen Für'orpe und der Sozial- Versicherung, auszir.ollen. Im M�lielprii.lte der Tagung wird die Arztsrage. die Neuorganisairon derKranleir- und Ärbeirslose n Versicherung stehen. Am ü. Dezember firidet in Berlin. LehrcrvereinShauS, eiu von sämtlichen Kranke nkasien-Haupiverbänden einbernfeiier allgemeiner deutscher Krankenkassen- rag statt. Den einzigen Gegenstand der Tagesordiiiiiig b'ldet die Frage der Neuordnung des ärztlichen D i e n st e S in der Krank?»versicherung. Die Tagung wird durch Vertreter iämr- licher derilschcr Krairkenkussen beschickt, io daß binter der Tagung 15 666 Kranlenkassen mit 18 M'llioncn Versicherten stehen weiden. Außer dein werden RegierunaSvertreter, Mitglieder der Frakiione» deS Reichstags und der Preußischen vandesversaminlung sowie Berti eter der Spitzenorganisationen der Unlernehmeit Arbeiter und Angestellten vertreten sein. Sport. Jockey Malter Müller, der am 13. d. MIs. ln Karlsborst schwer stürzlc und sich einen Bruch der Schädelbasis zuzog, besindet sich riunmesr außer riebenSgesahr. Steglib. Heute, Sonntaz. vormittags 3 Uhr, findet in der T n r n- balle. R' r g!> r a ß e, ein TchüleiUietlnrncii ter südwellllchen Bovort- vereine des?l»beiicituriicrb!il.dcZ slalt. Alle Freunde des Jugcndturncns sind irilllourmor._ Bue aller Welt. Frarrzösischc Justiz. Die„Straßburger Nene Zeltung' die in eiiien, ausgesprochenen franzoseiifrrundlrchen Sinne geleilet wird, gibt ihrer Ewrüstung Ausdruck über zwei Urteile, die das Hilter- cliässiiche Schwurgericht gefällt bat. In einem Falle hatte ein sranzvs, icher Reserveoifizier S6 6lXZ Franken unt�richlagen und mit leichtseriigen Damen dmchgcbracht. Da« Schwurgericht des Unter- clsaß sprach' dt» Angeklagte» frei. Wie die„Slraßburger N. R.' mitteilen, boi dci Anwalt des BeltLgers die Geschworenen zu be- »ücksichilgen. daß ber«ngeklagre sranzäsischer Oflizier sei; in Deutichland würde man im Falle einer Verurteilung sagen: .Sebt! Ein tianzösi'cker Offizier hat 46666 Frankeii uiiler schlagen.� Die Geschwotenen gingen offenbar aus die Austübrungen des Vor» teidigers ein rnd'prachen den Airgeklagten frei. Ein anderer An- gcllagtcr hatte reinen Vater fcifi ziimKiürpel geschlagen und war Jn'Vrrspsg der RetchstagS-Jnterpellatimr M ü l k e r-Franken über die Stellung der Regierung zur S ö z i a r i s i e r u n g des Berabaue? ergriff am Sonnabend.nach dein Abg. Henke ,(U. Sog. rechts) Abg. Schiffer(Den,.) das Wort. Er fahrte aus: l Die deu'schdetnolraiische Frirkiiori vcririit, wie fic schon'wieder- holt betont bar. den EiarHpunkt,' daß eS ewe der wichtgsten und dringendsten Aufgaben der Gegenwart ist, der Allgemeinheit und der Arbertnebmerscha st e inen g r ö ß e r e n A n t e i l a l s b i s h e r an der Gestaltung und den Erirägen der Wir schaft zu.sichern, ohne auf die kraftvolle Bctüt'g»tng der Untcrnchnrcrpcriönlichkcit zu ver- z'chien. Sie erkennt an, daß d«. Lösung dieser Frage der äußersten Beschle-unigung bedars, um in irncr Wrischastsleden. Rühe, Ber- tränen und Arbeiissveudigkeit cinkchren zu lassen'und dadurch die Leistungsfähigkeit der Produktion zu steigern. Es ist de 3 ha'6 un- verzügtich-n eine Prüfuna der Wege«inzutre'cn, die zu diesem Ziele fübren können. Diese Prüfung muß im Hinblick auf die Tragweite der zu treffenden Entscheidung gründlich und e i n g�e h e ir d sein. Ihr Ergebnis wird die Siellung der Fraktion gegenüber dem von der Rchchsrcgicrung in Aussicht gestellten Ge- fctzcntwurf bestimmen.. Abg. Könen(U. Soz links): Ich Habs mich gswundert, daß der rechtSunabhängigc Redner nichts über das Verhalten der Recht?- sozialisten seit dem März gesagt bat.(Hct'crkeit.) Hat man sich bsrciiS miteinander verständigt? Die.Interpellation ist nur. Heuchelei. Die Ncchtssozialisi-en hatten ja einmal de» Auftrag, die Sozialisierung durchzuführen, aber sie. babcn versagt. Ich frage die Rechtssozialtsten, ich frage die früheren Reichskanzler Bauer und Müller, was sie in der Zeit ihrer. Amtstätigkeit für die Soziallsicrung des Berg.ba-ucö oetarr haben Auch di e acht Punkte, die nach dem Kapp-Putsch von der Regierung arge- nommen wurden, verpflichteten zur Sazialifieruna, und Müller war damals Reichskanzler. Ter Rechtssozialist L ö ffler hat auch.heute nichts anderes als eine Fi S ka l i sie r u n g gefordert., Wir sehen darmk-, daß ein Ilnierschied gemacht werden Muß zwischen Pem, was die RechtSsoz sattsten reden, und was wirklich Soziatis mus ist.' Um deutlich zu Archen, müssen wir. uns Kommu- Wir als Kammun'sten begrüßen es, wenn diese. Scheidelinie nisten nennen. dir Vertrustung dcS Herrn Atinnes Fortschritte macht. Das ist auch ein Weg zum Sozialtsmus. Je riesenhafter die Uniernehwnngc» angeschtnollcn sind, desto beut- licher wird der Arbeiter merken, d rß es nur noch der Eroberung. der politischen Macht bedarf, um den Bergbau in seine Hand zu bekommen Wir sind S innes glückliche Erben. Sic(nach reck'ts). müssen ja auf diesem Wege fortschreiten. Sie sind die Schwimmer st er des internaiionalen Kapitals: Ifive Kalkulationen sind bei den Palutaschwankungen unsicher. Den einen Tag müssen Sie darr Arbeiter sagen, daß er über den Acht- stundentag hinaus arbeiten soll, den anderen Tag müssen Sic Ihre B.- tvfebe stillegen, weil sich die Produktion bei dem augenblicklichen S!a,!,d der Wechselkurse nichl lohnt. Wie lange sollen Ihnen da h'ei Ar« beiter Glauben schenken? Einmol kommt der Endkampf um die politische Macht, w'r bereiten ihn vor, so gut wie Sie, und. er wind anders ausfallen als im November I9i9.. Dan» wird die Stunde deS Kapitalismus geschlagen haben, dann gibt es kein Zurück mehr. Sazialifierung ist beute gkeichbederrtend mit soziä- listischer Rcvolutan und H e r b e i s ü h r u.n g.d e r R ä t c r e p ü- blik.(Beifall.bei den U. Sog. links.)' Abg. Jauschek(Sog.): Als Einwendung gegen die„schloddrige Angst", die uns der Vorredner in der SozialisicrungSfrage vorwirft, muß ich sagen, daß es mit dem persönlichen Mute des Herrn Könen gar nicht so weit im Reichstag. her. ist. Als er n ach d e m K a p p- P,u t s ch n a ch H o l l c reisen wollte, ließ er. sich zur Sicherung seiner Person durch den Ober- Präsidenten z w e i B efch c i n: g u n g c n ausstellen und in Halle war er nicht einmal dazu zu bewegen, in seiner Wobnung abzusicigen, sondern er- logierte sich in demselben Hotel ein., in - welchem der Oberpräsident wohnte, um ja ganz sicher zu sein(Anhaltende Heirerkeii.) Ter Vorwurf, daß die frühere Regierung in . ihrem• eineimhlllbjäbrigen Wirken kein Sozialisicrunosgesetz vor- gelegt,.bähe,. ist.volllgmmcn unberechtigt, denn die frühere .Regierung, der auch meine Parieifrcunde angehörten, habe zu» nächst den Friedensschluß abzuwarten und dann wurde sie auch durch den Kepp-Putsch gestört. Der Herr Minister �imd die Rechte mögen nur aufmerksam ge- macht. sein, das, die G e d u! d d e r Arbeiter in den Kohlen- reineren v o l I k o m m e n erschöpft ist und das, es uns kaum ge- lijtgin- w'rd„ffie davon zu überzeugen, daß eS für die Sozialisierung einer planmäßigen Vorbereiiung bedürfe. Herr Winnefeld wollte den Eindruck erwecken, als ob..die Stimmuna im Rubraebict gar nicht so gefährlich fei.. Ich kann ihm'agen, daß die chri stlichen G e w e.r k v e r e.i n l e r,e i ne gan z s ch a r fe E n l s ch l i e ß u n g in unserem Sinne gefaßt haken, und die Arbeiterschaft denkt so. wie unsere Partei es. dargelegt hat Die H i r s'ch- T u n ck e r s ch e« . Be reime fordern die Vollsogialisicrutrg sogar ohne.Entschäidigung der Be-rgwerksbrsitzcr. Das ist. doch, der Standpunkt der Uuab- hängigeu. Die Bergwerksbcsisikr behaupten, bei der heutigen ge« ringen Prod-.rktion sogar noch zuzusetzen; das ist lächerlich. r Wir kenne!, ibre Profite. Die. Arbeiter h�gen gegen jede u Vorschlag, der von StinneS kommt, das größte Mißtraucn. Gerade auf' Stinnes Zechen ist a m ifchheiivö.llsten gewirtichliftet worden. Man ha: be, hailptct."daß durch die Soziallsicrung keine ProduktionSsteigerung eintreten würde, sicherlich aber würde ein Rückschlag der Produktion eintreten, wenn die Sozialisierunig nicht durchgeführt wird. Die Bergarbeiter arbeiten. Um das Abkommen von Dpa zu erfüllen, 1 nicht' für. den Prosit von Sii'nnes und Genoffcst. Wird die Forderung nach Sozialisierung nicht erfüllt, so Wied sie. von den Arbeitern m'i t allkn M i t't'e-.l n durchgesetzt werden.(Beifall b. d. Soz.) Damit schließt die Besprechung.> 'Abg. Winnefeld lD. Pp., persönlich): Ich habe an meinem Standpunkt in der Sozial isievungsftgge' unverändert festgehalten. Löffter Hai die'christlichen Bergarbeiter schwer beschimpft. !' Abg. Könen(11 Soz, links, persönlich): Janschck hat versucht, i.dic Dehafte ans das Est biet der versönlfthen Anrempelung zu leiten. G e n e r.g l M ä r ke r und O b e r p r ä s i d e n t H ö r s i ir g wer- den mir. bestätigen, baß ich in Halle keinen Passierschein brauchte Und keinen, bekam. Andere Arlvester brauchten einen wogen der We.i.ßcn Garde. Ick ging'.mit Hörst'ng in sein Hotel, um ihn von tchen Offizieren zu isolieren. i- Ackcsi Hürstng(Sog., persönlich): D ihre Absicht initgei.eihi,. daß. sie anläßlich der im Jahre 1921 stall firideiiden Iahlhundertfeier bef peruanischen Unabhängigkeit eine. grvße'ti Giockeiiliirrn der Stadt., Lima ,u»i Geschenk-machen will 'ßd'er'a» chervorragender'Sielle der Haripistadt: erbniri werden ioll. ri«mmM>uM«l!lCnmiiMilnnn?wmimMiiillmMnnn«,MiimmiTilnMnHr>niinlbT>li>ni,?'i'MU«:f •MiinruiiiiiirVuiiiiti] iMT�iiiin'wnnmr? m I in nlsi n 1 1 Itiif'i. iiiitinSniKiM-.n' e»iii?jti�«itty.Is�uiN'�»s«»>>��>>uu«i�>>lf>l�"l>uttMli>tiiWuiiiuiM"i!i'l!K'ii»«i»iiD�i»««»D iinnMinuiGiitiiiniiüiiiir. Landeshuter Lcinen- unl Gebüdweberei t. V. Grunfeld Berlin W 5 Leipziger btr. 20-22 rünf eld 1 Morgenröcke aus guti P'fltschstoll, Olfen(d boääßsis W©riy(3is°A!Ji)(0i(gb#t(sS 70' J gut; gcscnl. zu Uajcn, varsch.Faib. Mor�eni�ikefi ans Haucclrtött, in guu Vera beit, verschi.'den t Farben........ ��9 HentfäbStssen au» ges r�Jem Flanell; offen und �cscnlüsiieg zu tragen....... Unterröcke I £üi verschied. Farben. S CO= Falbel in äla.T.chcnaasfuhnaig.. g 3) R � Scherzen * iien54|fZ%wviü«atlst.re cli.5fIck�i%Ä56 � «Wiener Funli m. La.2 v. Achse trag, �jr y KausssJ'tri� saUnarLStof',' u a be ift% druckt, Wiew Form, Lalzu.AcuseH&&& 375°° i Herren-Wäsche 9500 75-c 30 0 7SCC 9009 Z4°' 3500 Oberhemden» poröses, haltbares, schu ere«.tarbi,>tc-:Bai mwoli i.eweje. mit IClappstulpen... Eelnk oliferausbainnw.Trikot mittaistarkiädig........... Jacken aas baumwoH- Trikot, niiltd.eintäjig, makofarUg, mit angera Arm, nur Mittei0röße.. VarhSK-idoii mit Falten, weiß Halble.nen. 3b— 42 cm....... 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Br. 84 env Mir. � V | ürell,-assend; HM 15 cm, l�;r"9ö.— Panamastotf ungeble cht, Jür_ Unterwasche. | Vorhänge us v Breite fcO cra. Mtr. ISein-Leinen geb.eicbt miilol.tarkf Itlifc B eile«AOO . Ifijcm. Mtr. 12,—. Br cm. Mtr ,�<6 gebleicht, dicht, weich, ßr. 8: cm, Mtr. J. N©ltone"cnbc'nlarb" 12» 00 B allerbeste GLt! lür Unterwäsche, Breite 80 cm, Mtr.-- itM ml: Stickerei: in Cerchonk-» tflOO a.taach. 3St 15-, 3 SL 13.-. 3 S. ii HF Mt«e!t Ckter Ecke...... Stück c.28 tierteiiigsciientticli mit bunter Borde St 4.Uu m-MmiMei ?luzelve?ka»»f zu Vnqrospreiseu. N-ncfte fraNon,— Pritna yctarbfitiirfl 2816b ■rtauf vo» Mä,i.'in nur eigener fi-rstellung dtrell an Vi................... slausch JU! I aVVU p 1 V III JIUU— SS w------—— Vr»vu ,e ohne»efcin rfmlidieuDanöd schnnintel bX'n 1 50 550 M. E-HöMiPUenoeßflLZZ. SsfMekttreSs Agr(joui.-. t.ob eanvwirtschnf« geeignete baütbare üleidcrstoffe in ßtcht««ustrobl von Sl. 14,60 auitböils, Bemdeahicbe u. 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I Rasche Kllie b.qnowollem, de- ;onu«ts nacht» uncrrraglichent Vir irmc£ Mi • Utende„Orlisdaba'sam Ii t. an« in harmatfif.ftcn t/ ffällen dewährt lit. M.ll. 5>traletch-.-itiaen inneren Stur SnNariu-»Inltcloi- aaags- pulsen. M 4/10 übliche 3 Schachtel a VL It�O. Qtto Nrlchcl, Berttn 43» SO. Eiiendahnltr. 4. tteu er�ettlossen lZsflösslsnöpZsteüön n guter- Kultur, zu»- Seiost- Dewi'tiscbauungund Kapitals anlag besonders ge i"net. in bequemer Lage zwischen lilankenburcer u. Buchhnlzer Straß fn Nlederschon�au- sen. ver kaum s'anz außer' gewöhnlich bHHg'11 IL) von 70 M. Li. dio Rule. Auskuuft, auch sonntags, in Nicdcrsci/önhausen, blankenburger Straße Nr. 53 an1 der Fndhaltesteile der Linie 4<). S. Jogcph. Moabit 8675. SöNWeMMrd öuto) Heim richen Sparbri-fe! ÄS!,, dntm die 2icdelungsban? Bau- u. ilredlt esellich. m. d, H zn Oranienburg'LbeN. " Wostnungstansch «erlia- München. Wöhnung in Berlin. Nr- z-mmei und gliche, gegen St/N- iiche in Münchcn in lauschen ge nch! Ollerten Iwier F. IS. wi. die ftaupterpedman öt«' .BSrwSrw".tbto-t-.. i2?7D- 3ultU3 Krause! Kastanlen-MM KerreDziinnierS.'a-1 Liebe, v 4000 M. 3.| Elche, vi 4008 eip von| ----:Jp_------ 4. J95QM an Küctico voft f'OO M anj Ruhebc.ten v 315 M an r/0r. \ f Wunsc• Tahi-gr Harnleiden, Hnutkrankbeitcfi ! �«11 OI*«S4.kat- jeder Art. Bewänrte SpciialBeh. ! eelcbcRUqKfälle ausschließt 5 j, Pra�s Blutun ers. llonuop. | Insllttif Härder. Frlcckrichstr. M2b. Screchr.«1—2 4- 31 Trauringe Diikatensrold. 14 kar Oold. M kar. | 4«ol:i KPHli-inpi-U.— Gleich zeni Mitnehmen A.Schiffmann, xl6"" ,., n„ icilzon'ung.cJ.Oaran1. KroncnlSM. Biomo. /sthnp hln-3,—.2ah zlehen mEinspr. höchst schmerz- t-OlMlö»" an lind Umarb. fchlechlsitz. Gemsse. Kep Sof. /.ahnarr Wolf Potsdamer Sir.??. Hochh Sprecht a-7 »Schenwödel»u oerwn'en Lieber». Bcrnmaoxstr. 2. Jiaemorrhoidan I schw itdcn»c uei.Lf. k. sclifn rz ösdoret Myro balanum, sich, bewährt Jhlk.rjjcie..Anw e- Cur? \\ 8,30. 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Port-t>.»,>. otlUU, nahe Znva identtrage, tnh Cohnhopf SärtoalbUt S3,nahei;tithetn,43 alUUUcri, Zintmcrflt�la, C.gtii truhlt. 8h. ■Ziehung übermorgen! jZiehung 23. und 24. No�mber.j Berliner K!;ft" Lütterie | IOüOOO tot« Mli 3986 Gewinnen u. 1 Prämie.tzn Qes.-Wer M lOOOOO SOOOOO I Hauptgewinn i W.». M. I �rSnie soooo lOOOO UeHlner Kaab«aburtlo*« h M. 8,1». Liste und Parte 1 M. extr«.(Kacbnahme SO Plrnntg teurer) Hl I ow wtrtlert ,as Teraobtedenan Taue�idso H. 86. PAUL STEIMBERG& Co. iäftLIM I# 54« Rotenihaiep St ja3o 40-41 AUU2 2 r> haben in allen Lotte HeffeaebZftoa ttf SRI ITZIG e." KfirucbaermeUter Füchse in allen Farben und Fell«rt.en Pelz waren§ ss-«...... Ks.r.yigÄgiag«-. im Hau»« atx Post tmarbaitunx. Hepar«! or in eix«oar Werkstau ftr. 572 ♦ 57. �ahrgattg 5. Seilage öes vorwärts Sonntag, 21. November 1H20 Der Kampf ums Geschäft. ' Die bereits in der letzten Morgenausgabe ausgesprochene Ver- imttung, daß es sich in dem Artikel der„Vossischen Zeitung" über »Die Verschleuderung von Reichsgut" letzthin um den Ausfluß einer Jnteressenhetze handele, wird uns durch Erkundung bei zuständiger Melle bestätigt. Der Sachverhalt ist tatsächlich folgender: In den Reichswerken ist die Umstellung in den letzten Monaten dadurch gefährdet worden, daß Maschinen aus der KriogKzeit vorhanden sind, die entweder ihrer Spezialart oder ihrem Zustand nach sich für den Friedensbetrieb der Deutsche Werke Aktiengesellschaft nicht eignen. Diese Maschinen müssen teilweise nach dem Friedensvertrag zerstört, teilweise müssen sie aus Betriobsrmksichten im absehbarer Zeit aus den Werk- statten entfernt werden. Für die Deutsche Werke Aktien- gesellschaft entstand also die Frage, wie die Verwertung dieser Maschinen am zweckmäßigsten erfolgen kann. Es mußte dabei beachtet werden, daß der Abnehmer kapitalkräftig sei und eine Organisation zur Verfügung stellen könne, die Gewähr dafür bietet, daß die Werkstätten schnellstens von nn- nötigem und die Ko-uzeutration der Betriebe hinderndem Ballast befteit werden. Verhandlungen ergäben, daß sowohl die Werkzeugmaschinen- fabriken und diejenigen Maschinenhandlungen, die neue Maschinen liefern, nicht in der Lage waren, die notwendig zur Verwertung gelangenden Objette auszunehmen. Diese Kreis« haben heute zu- meist volle Layer und starken Geldbedarf. Es meldeten sich aber Tltmaschinenhändler, teils unter ihrem Ramen, teils vnter dem Namen vorgeschobener Firmen, die versuchten, vielfach unter unglaublich ungünstigen Bedingungen, die Verwer- tung der Maschinen zu übernehmen. Es waren das zum Teil dieselben Altmaschinenhändler, die die in Frage kommenden, vielfach recht minderwertigen Maschinen sdie hochwertigen be- halten die Reichswerke für ihre eigen« Fabrikation) bereits im Krieg« mit sehr erheblichen Verdiensten an das Reich verkauft hatten und nun an denselben Maschiun» zum zweitenmal in ungebührlicher Weise verdienen wollten. Nachdem die Angebote dieser Kreise nicht in Frage kamen, schloß die Deutsche Werke Aktiengesellschaft mit dem Konzern des Herrn Richard Kahn einen Verwertungsvertrag. Es handelt sich hier um einen Konzern, der durch die Vereinigung von Industrie- und Handelsiuteressen die besten Vorbedingungen für die Verwertung zu gewähren schien und der im übrigen in» folge seiner Kapitalkraft der Deutsche Werke Aktiengesellschaft Be- dingunyen bot, wie sie von anderen Seiten nicht geboten werden konnten. Sobald der Vertragsabschluß in Interessentenkreisen be- kanntyeworden war, setzte geradezu ein Kesseltreiben der in ihren heiligsten Simderintevessen verletzten Kreise ein. Bekannte Fmnen, deren Namen gelegentlich mitgeteilt werden können, ver- suchten, teilweise bei Herrn Kahn, teilweise bei der Deutsche Werfe Aktiengesellschaft» durch Dvohmiyen in? Geschäft zu kommen. Einige dieser Firmen— sie kannten im übrigen den Vertrags- inholt nicht— erklärten, Herr Kahn möge ihnen eine Unter- beteiligung gewähren, andernfalls sie durch Ab- geordnete und in der Presse Sturm geigen den Vertrag laufen würden. Ein ähnlicher Pressionsbvief einer Interessenten- fivma ging, unterzeichnet„mit treudeutschem Gruß" an die Direk- tion der Deutsche Werke Aktiengesellschaft. Eine andere Firma drohte mit Angriffen von Abgeorimeten der Deutschen Vvlkspartvi und der Deutschnationalen Volkspartei, wenn ihr nicht gewisse Maschinen willig überlassen würden. Diese Erpressungs- versuche fnii» reif für dem Staatsanwalt. Es ist anzunehmen, daß dieselben Jnteressentcnckrcise, es ver- standen haben, den demokratischen Abgeordneten Keinath zu einer kleinen Anfrage über den Vertragsabschluß im Reichstag zu ver- anlassen; in dieser An-fvage werden die Verhältnisse völlig falsch dargestellt. Fraktionsgenossen des Herrn Keinath, die über den Bertraysabschluß Bescheid wissen, dürsten von dieser Anfrage kaum erbaut gewesen sein. Ter Artikel der„Vossischen Zeitung", der letzthin aus dieselbe Jnteressentenhetze zurückzuführen sein dürfte, wäre wahrscheinlich auch nie erschienen, wenn sich die »Vofsische Zeitung" bei der Direktion der Deutsche Werke Aktien- gesellschaft oder bei tatsächlich.zuständigen Stellen" informiert Das Schönste an der ganzen Angelegenheit ist nämlich, daß der angegriffene Vertrag Herrn Richard Kahn so wenig Reiz bietet, daß er bereit? vor Erscheinen der Presseaugriffe mit der Direktion der Deutsche Werfe A'.iengesellschast zwecks Auflösung de? Vertrages V' chandelt hat. Die Direktion ist gegen die Auflösung, weil sie den Vertrag für gut hält, hat aber die Entscheidung in die Hand des AussichtsrateS gelegt. Hinter der Pressehetze stehen aber nicht nur wirtschaftliche, smÄe-ii auch gewisse politische Element«, die seit längerer Zeit planmäßig bestrebt sind, die Arbeit der Deutsche Werfe Aktiengesellschaft zu sabotieren. Mit diesen Bestrebungen werden sich zunächst der Hau shaltöans schütz des Reichstags und die Parteien zu beschäftigen haben. von üer deutschen Rechtspflege. Die gründliche Kritik einer preußischen Rechtspflege— so schreibt die„Soz. Korr.", die Genosse Heilmann bei der Beratung des preußischen Justizetats geübt hat, bestand nicht, wie man nach den Berichten der bürgerlichen Presse annehmen müßte, in einer Häufung betoeisloser Vorwürfe, sondern in einer geradezu er- drückenden Fülle genauer Einzelangaben über die Parteilichkeit der Justiz in allen Prozessen, die mit dem jbampfc um die Republik oder dem Klassenkampf der Arbeiter irgend- wie zusammenhängen. Einiges von diesen Fällen sei hier wieder- gegeben: Ein Major Graf v. Keller hat aus dem Felde goldene Krön- leuchter und andere Wertgegenstände heimgeschickt. Das Gericht glaubt ihm, daß er sie nur für den rechtmäßigen Eigentümer hat «ufbewahren(I) wollen, und vevurteilt den Arbeiter Haase. der von Stehlen gesprochen hat, zu drei Monaten Ge- fängnis. Nach dem Kapp-Putsch wird der Lehrer Stemmer aus Annen verfolgt, obwohl Oberbürgermeister Dr. Luther in Essen ihm das Zeugnis ausstellt, daß er sich wiederholt unter Ginsetzung seines eigenen Lebens gegen Gewalttaten gewehrt hat. Er soll Erpressung verübt haben, weil er sich zur Flucht 1500 M. vom Vollzugsrat hat Jeder Sozialdemokrat dem seine Ueberzeugung Herzenssache ist, muß für die weiteste Verbreitung der sozialistischen Gedankenwelt Sorge tragen. Er kann das am besten, wenn er unausgesetzt für die sozial- demokratische Presse neue Leser wirbt. Denn jeder seiner Freunde und Bekannten, jeder Arbeiter, Angestellte, Beamte, kurz jeder wirtschaftlich Abhängige muß den„vorwärts'' lesen. auszahlen lassen und diese sofort nach der Flucht zurückgeschickt hat. Trotz aller Beschwerden bleibt er in Untersuchungshaft, bis die Amnestie ihn befreit. Der Oberlehrer Dr. S i« m s e n in Essen wird zu sechs Monaten Gefängnis verurtsilt, weil er sich in der Kapp-Woche vom Vollzugs rat zum Zensor der Essener Zeitungen hat einsetzen lassen. Das Gericht erkennt al� daß er mm aus Idealismus gehandelt habe, um Gewalttätigkeiten gegen die Zeltungsbetriebe zu verhüten. Trotzdem und trotz des Eintretens des Kultusministers für seinen Untergebenen wird er sofort in Haft genommen und darin festgehalten, bis die Amnestie ihn be- freit. Nach der Amnestie werden zwar Herr v. Jagow, General v. Lettow-Vorbeck, Pastor T r a u b und alle anderen Führer des Kapp-Putsches außer Verfolgung gesetzt, nicht aber der Kommunist Wild in Duisburg, weil aus ihn als„Führer" die Amnestie nicht anwendbar sei. Der Monteur Kaldenberg ist ebenfalls ein„Führer" und wird als solcher nicht bsgnadigt, sondern weiter in der Strafanstalt festgesetzt. In Sensburg in Ostpreußen streiken die Arbeiter gegen einen kappistischen Landrat. Das Bürgertum tritt in den Gegen- streik, an der Spitze das Gericht. Die Richter, die den General st reik geführt hoben, schicken nachher den Ar- beitern, die den Streik geführt haben, Strafbefehle über vier Wochen Haft! Im öffentlichen Interesse erhebt die Staatsanwalt- sckaft Anklage gegen die Breslauer„Volkswacbt", weil sie die mordenden Offiziere des meuternden Freikorps Aulock Mörder genannt hat. Im öffentlichen Interesse wird der Redakteur unseres Parteiblattes in Hameln verklagt und zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er seine Entrüstung über den Frerspruch des Mörders Marlob ausgedrückt hat; er soll dadurch einen Major Gieron, einen Reaktionär, der vor ver sammelt« Manmchait wüste antisemitische Hetzreden hält, beleidigt haben. Dasselbe Parteiblatt wird von der Staatsanwalischaft im öffentlichen Interesse vor Gericht gezogen, weil«s behauptet hat, der Pastor ins Salzhemmendorf predige unvorbereitet und dann so lang- weilig, daß die Kirchenbesucher einschliefen. Gegen dasselbe Partei blatt schreitet die SlaatSanwoltschast ein, weil es einem Unter- nehmer nachgesagt hat, er habe seine Arbeiter„aufS Pflaster geworfen". Der Oberstaatsanwalt in Kassel schreibt an ein Fräulein Hebel, sie möchte Strasantrag wegen Beleidigung gegen Scheidemann und dm Vartcisekretär Schnabrich- HerSfeld stellen, n-"i diese irrtümlich Fräulein Hebel und nicht die mit ihr zusamm leitende Frau Schorf wegen einer schweren Beleidigung C marin? belangt haben. Bei einem Be amten der Gl. ssnungshütte, der dem Reichsabwickelungsamt Material gelieserr hat, um den Schiebungen dieser Firma auf den Grund zu kommen, die das Reich um 10 Millionen geschädigt haben, wird gehaussucht und das gefundene Material, einschließlich privater Briefe, deni anwesenden Vertreter der Gutehoffnungshiitte ausgehändigt. Die Liste dieser Fälle ließe sich mit Leichtigleit verzehnfachen. Ein ganz besondere? Kapitel ist in der Justiz die Beamten« frage. Der Rechnungsrevisor Lerche in Breslau wird nach 88 ein- wandfreien Dicnstjohren wegen angeblichen Dichstahls eineö Vogens Aktenpapiers zu einem Monat Gefängnis verurteilt; man will einen demokratischen Mann unschädlich machen. Die Justiz ist noch wilhelminisch und die Arbeiterschaft mutz diese Klassenjustiz(im Sinne der Schrift„Klassenjustiz", Verlag „Vorwärts" 1S12) niederkämpfen. WLetflHast 12 Ncichsbekleidungsömter. Die„Berliner Schuhmacherzeitung" macht folgende Aus- füihvunyen:» „Gegen die kommunalen Schuhwerkstätten führt das Schuhmach erhandw:>rk seit langem einen erbitterten Kampf, ebenso gegen die Werkstätten mancher Staatsbetrieb und der BeDeidungs- äintep, weil dadurch die Existenz des Schuh ma chergewerbes ernstlich bedroht ist. Sichtbare Erfolge halben über alle Eingaben und Vorstellungen des Schrehmachergewerbes wie der Handwerks- kcnrmnern bisher kaum gxhabt, denn mit unverbindlichen Zusicherun- gen wird dem notleidenden Handwerf nicht geholfen. Im Gegenteil, es wird immer toller. Dem Vernehmen nach sollen die noch bestehenden 12 Reichs- bekleidnngSämter, welche ursprünglich zur Versorgung der Reichstvehr mit Schuhwerk bestimmt waren, die Anfertigung von Zivilschuhwerk für die Po st- und Eisenbahn- beamteN, die Polizei usw. aufnehmen, Die Leitung der Aemter ist einer Abteilung des Reichs- fchatzministeriums unter dem Namen„Direktion der ReichsbekleidungKämier" übertragen worden. Anzunehmen ist, daß die 12 ReichsbekleidungSämter nicht nur Zivilschuhwerr für Beamte, sondern auch für die Familien der Beamten herstellen, b e- sohlen und reparieren werden. Auf der einen Seite möchte man dem Schuhmacherhaudwerf bei hohen Lederp reifen niedrige Berechnungen und niedrige prozentuale Aufschläge für geleistete Arbeit vorschrsiben, währcetd man andererseits durch die mitgeteilte Maßnahme dem Handwerk die Existenz untergräbt." Wie sollen wohl die Beamten mit ihren festen Einkommen wir!- schaften können, wenn die Preise der L-ebensunterhaltömittel stän- big weiter steigen? Die Handwerfsmo.ster behaupten ja doch ständig, daß sie als Gesellen besser dastehen würden» wie in ihrer Existenz als selbständige Meister! 8500 Bergarbeiter neneingestellt. Die Gesamtfördcrung der Rubrkohlenzechen betrug nach den endgültigen Feststellungen im O k t o b e r 8 117 178 Tonnen gegenüber 7 801 086 Tonnen im September 1920. Arbeits- täglich(bei 28 Arbeitstagen im Oktober und 27 im September> stellte sich die Förderung auf 312 199 Tonnen im Oltober gegen 309 042 Tonnen im September. Die Haldenbestände be- trugen Ende Oktober 122 547 Tonnen gegen 71 042 Tonnen Ende Septembet. Die Zabl der Bergarbeiter bot sich von Ende Sep» tember bis Ende Oktober um 84il vermehrt. Ende Oktober waren 518 685 Bergarbeiter beschäftigt._ Rückgang der englische« Kohlenprcise. Aus London erhielten die Hamburger Kohleniuteressenten die Nachricht, daß die Preise sür englische Kohle stark im Fallen sind. ES werden Angebote gemacht, die um 33 Proz. niedriger sind, als vor dem englischen Kohlenarbeiterstreik. Maschinenbau-Anstalt Humboldt A.-G. in Köln-Kalk. Berlin. Wie dem„B. B. C." mitgeteilt wird, hat nch daS Geschäft der Firma seit den Sommermonaten wesentlich gehoben. Tie Maschinen- bau- uud Waggonabteilung ist reichlich mit Aufträgen versehen. Es konnten die in der Vorkriegszeit bestandenen Be- ziehungen nach dem wesentlichen Absatzgebiet zum großen Teile wieder aufgenommen werden. So sind der Firma von franzö- sisch er Seite verschiedene Aufträge für die Wiederherstellung der zerstörten Gebiete zugefallen, insbesondere(lie Lieferung von Berg- werkSeinrichlungen in Höhe von 20— 80 Millionen Mark. Marktbericht von Gebr. Gause-Verlin. Butter. Der Markt ist unverändert. Die Forderunaen vom Ausland liegen immer noch über den hiesigen Abgabepreiset?, so daß eine Einfuhr nicht statr- finden kann. Margarine. Die Lieferungen erfolgen jetzt reich- lick«. Die Qualität hat sich auch bei der Verwendung der frei- händig eingeführten Rohstoffe gebessert und werden daher auch die größten Zufuhren vom Konsum schlank angenominen. Die Preise sind unverändert, doch schweben Erwägungen über weitere H e r au f s e tz un g. Schmalz. Die kleinen Vor- räte in Amerika führten eine Erhöhung der Packelforderungen bei- bei. trotzdem erfuhren die hiesigen Preise, beeinflußt durch, den Rückgang der Devisenkurie, eine Abschwächung. Die Konsumnachfrage hatte erheblich nachgesasien, bei den niedrigen Preisen ist jedoch eine Belebung der Kauflust zu erwarten. Die heutigen Notierungen sind: Amerikani'ches ralfiiiierteS Schmalz und Berliner Bratensckmalz Tierces M. Wstz, Firlinö M. 21,—. r -und vanunf llfel fibl5 ooch Wieda! v�Jsf billiger%> ' al3 Lagerbier! 1 «L Heinrich Hennes Alexanderstraße 54, 1 - -? i t |> �4 s 5 i � - O -"5 Ii Unjjewöhn�� Damen- Wintermäntel ISbislSO«. Damen- Winter-Kostflme]2g bh|]§ M Woll-Koslüllie£'£S275bi,350«l In: IllHIl MI- SWS- in reicher Auswahl! 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Da hat daZ Fräulein den Zwicker ausgesetzt und hat zwei dicke Falten zwischen den Auoenbrauen gemackt und hat gefragt: »Welche von euch hat sick unterstanden, die AblritlSiflren in so schamloser Weise zu bemalen?' Da haben sie es nicht gewuht,»nd etliche haben gelacht. DaS Fräulein bat mit groher Trauer getagt: .Ja, lackt nur!— O, e- wird die Stunde kommen, wo ihr blutige Tränen der Reue vergiehen werdet wegen der Freveltaien, die ihr begangen an trer Sckule und ibren Lehrer»!—®oI— und nun werde ich es dem Herrn Oberlehrer melden 1� Dann ist sie gegangen. Die ganze Klasie hat gelacht und alle haben sich gefreut. Die Kleitnerlina hat gesagt:.Ich möchte gern meine Kreide weglchmeihen, aber die pasien-alle aus." Da habe ich gesagt:.Mir Mafien sie einfach fallen/ Das baben wir getan. Aber da ist der Herr Oberlehrer gekommen und der Herr Religionslchrer und noch ein paar Lebrer. und der Oberlehrer bat geiragt:.Welche von euch war so szech, diese schamlosen Bilder an die Aborltüren zu zeickne»?' Und das Fräulein bat dem Herrn Oberlehrer halblaut ein paar Namen genannt, und ick habe auck den Namen Christ verstanden. Darauf hat er gesagt:.Rufen Sie die Subjekte einmal heraus, Fräulein!' Da haben wir hinaus müffen; die Pachmeier und die Loibl, die Klciinerlina und ick. Aber wir haben alle geiagt. wir haben e« nicht getan. Und die anderen Lehrer sind an uujere Plätze und haben alles visitiert. Da haben sie die Kreide gesunden. ,W-r fitzt hier?' bat der eine Lehrer gefragt. .Di« Kleitner/ bat das Fräulein gesagt. .Da iit eine Kreide gelegen!' hat er gerufen und hat sie hin- aus aui da? Pult. .Hier liegt auch eine!' hat der andere geschrien;»wer sitzt hier?' .Die Christ,' hat das Fräulein gesagt und hat mich spöttisch angeschaut. Da baben wir wieder gesagt:.Wir haben eS nickt gemach« I' .Da» wird sick beweiien I' hat der Herr Oberlehrer gesagt. .Fräulein, geben Sie den Subjeklen«ine kreide und lasten S'e jeder a»f der Schultaiel das Bild zeicknen. Die anderen Schule« rinnen sollen einstweilen in den Hoi aehen.' Da haben wir eS zeichnen mästen. Die Kleitnerlina kann eS so nicht, die hat ja keinen Dunst vom Zeichnen. Aber ich hätte es schon können. Ick habe aber sckon gewutzt, warum ich eS ganz ander? gemackt habe; den Kopf ganz grost und rund und blast Punkte für die Äugen und die Naie. ll»d einen ganz lleinen Bauch und lange Striche für die FLste und Hände. Und den Nachtbasen habe ich überhaupt nicht gemocht. Die Kleitnerlina ha> ihn schon gemackt, aber reckt dumm. Da hat der Herr Oberlehrer geiagt:.Ick glaube, wir haben uns dock qeiäuich», da« iit etwa? ganz was andere?' Und der Religionslehrer hat geiagt:.In der Religion sind sie gut. Besonders die Christ we'st alles. Ick glaube es auch nicht.' Aber da» Fräulein hat gesagt:.Ja, Herr Hockwürden, das ist alles ganz schön. Aber die Kreide haben sie doch gestohlen! Dafür muß man sie dock straien.' Da bat der Heir Religionslehrer gesagt:.Darüber besteht kein Zweffel! Das must exemplariick gestraft werden!' Und der Herr Oberlehrer hat gesagt:.Das üverlasie ich Ihnen, Fräulein!' Da hat die Kleitner ein« Stunde dableiben mästen und ich auck. Die Kleitner ist in das vierte Klassenzimmer gesperrt worden und ick in das unsrige. Und wir haben daS siebente Gebot lernen müffen. Das Hab' ich aber ickon können. Darum Hab' ick mir das Schulzimmer genau angeschaut in der Stunde: aui den Bänken, unter den Bänken und auck das Pult. Da Hab' ick gesehen, dast das Fräulein nicht zugesperrt hat. Und die Schlüffel sind gesteckt. Ick habe schnell gehorcht, ob niemand kommt, dann Hab ich hineingeschaut. Reckis waren die Hefte. Die hob' ich nicht angeschaut. Aber den dicken Pack mit den Zensuren habe ich schon angeschaut. Die waren links ganz oben. Aber ich habe io furchtbar Herzklopsen gehabt und habe immer geglaubt, es kommt jemand. Es ist aber niemand gekommen. Da habe ich meinen Bogen ge'ucht. Sie liegen alle nach dem Aiphabet und obenauf Legt die Anwander. Bei dem meinigen ist gestanden, dast ich nicht offenherzig bin. und von leichtfeuig und gedankenlos. Und für alle Tage ist etwa« gestanden, und da habe ich mir ge- dacht, da? kommt alles in die Noten. Und ich babe an die Prügel gedacht. Aber man härte es gleich gesehen, dost er nicht mehr da ist; und die anderen sind auch froh, wenn sie keine solchen schlechten Noten kriegen. Dann babe ich schnell zugesperrt und habe die andere Schublade auch noch zusperren wollen; ober da habe ick etwa» gehört. Da hat mir da« Herz wieder ganz stark geltopft und ich habe gar nickt mehr gewustt. was ich machen ioll. ES war der Hausmeister, und er hat zuerst die Kleitner heraus» lasten. Ick habe mich schnell in die Schulbank gesetzt und habe ganz laut gelernt. .Du kannst gehen!' hat er gesagt. Ich habe icknell meinen Hui genommen und davon; aber ich bin noch nicht heim. Auf der Kohleninsel habe ich eS nochmals gelesen, dann habe ich alles in die Jiar geworfen. Wie ich heimgekommen bin, hat die Mutter schon mit dem Stecken aus mich gewartet, weil es ihr die Hugendubl gleich ge- ratscht ha«, dast ich dableiben must. Aber'ch weist sckon, was ich ihr antue, der Scheinheiligen; wenn sie morgen auf d' Nacht wieder mit mir das Bier hott, dann must. sie- der P-effermark hinschmeisten. Ten kennt sie nicht. Wie ick am Montag in der Früh in der Schul« geieffen bin, babe ich mir fest vorgenommen, dast ich jetzt recht ordentlich bin. weil wir nächste Woche die erste Beickt' haben. Da bat um halb neun Uhr das Fräulein die Tafelwischerin gefragt, ob sie ihre Schlüsiel nicht weist. Aber sie hat«S nicht gewustt, und sie hat den Hausmeister kommen lasten. Der hat eS auch nicht gewustt. .Da»»it mir aber iehi peinlich.' Hot sie zum Hausmeister ge- iagt,.der Herr Obei lebrer sieht eS gar nicht gern, das etwas fehlt.— Und ich habe sie nickt mebr.' Da hat der Hausmeister gesagt, dast sckon nock Schlüssel da sind, und der Herr Oberlehrer hat die semigen auch schon verloren. Um neun Ubr. wie es aeläulet bat. ist das Fräulem zum Herrn Oberlehrer, und um zehn Uhr bat sie es gesehen. Da ist sie ganz blast geworden, und dann wieder ganz blau und rot und hat geschrien:.Da ist unerhört! Da ist ein Bei- drecken gesckebe» I Sieben fehlen l' Und dann hat sie viele Tatzen hergegeben und hat uns falsche Sachen qeiagt und ist ganz auseinander gewesen. Am Nackmiltag hat die Kleitner zum Herrn Oberlehrer müssen und danach ick. Ich babe gezittert und habe mich zu den armen Seelen ver- lobt, wenn sie mir helfen. Da hat er mich gefragt:.Warum hast du es getan? Das ist ein Verbrechen I' Aber ick habe gesagt, ich weist dock gar nichts, und ich bin überhaupt nickt so, bloß weil mick das Fräulein dick hat. »Du hast zu sckweigenl' hat er mich da annesckiien..Du kannst es nicht leugnem es steht sckon ans deinem Grsickt!' .Und ich weist nichts! Und überhaupt bab' ich nock gar nie nichts getan und must immer alles getan babe».' »Halte deinen Mund, Subjekt I Ich weist es schon, was ich tue!' Am andern Tag in der Früh hat meine Mutter in die Sckule kommen müffen. und dann haben sie ihr eS geiagt. Aber ick habe ganz laut geichnen, das ist nickt wahr, und meine Mutter hat gesagt:.Herr Oberlebrer, Herr Hochwürden daS muh ich mir verbitten. Meine Tockler wird sebr streng er- zogen von mir; und überhaupt, wo sollt sie'S denn her hab'n l Mir ian anständige Bürgersleu«', ehrliche!' Bei de» letzte» Wollen bot sie geschluchzt und bot gar nicht? mebr gehört und bat immer gesagt:.Mir geb'n ihr nur a guat? Beispiel I' Und hat iurcktbar geweint. Da Hab' ich auch gesagt, ich sag' e? ganz bestimmt, ich bin e? nicht geweien. .Dann ist e? ein Verleben, Herr Hochwürden I'» bat da der Oberlehrer geiagt:»ich glaube doch, Sie haben recht: vorder ersten Beicke tun sie so etwas nicht.' Da Hab' ich drei Tage einen Vaterunser für die armen Seelen gebetet, weil sie mir geholfen haben. ?ugenöveranfta!tungen. Sonntag, den Ä1. November: Vine Kundgi-bniig der grlamic» Jugend Okoii-Berlln? gegen die Vorgänge in der EiziebungsanslaU tlindcnlwi findet beute am 21. Novbr. voinälioas tl> Ubr, im LchieidrreinsboiiS. Alrxandei Platz, fialt. � Ei« Lichtbildervortrag findet um S Ubr im Zcniialjugcndheii», Linden' r. 3 II. Hos. 3 Tr über.Eäull'-, und leine Ze»- l all. Anichliestend Rcziia- tionen von Herrn Heinz Fubrmann. Einlii» 50 Vf.— Moabit. Bei Schmidt. Wiclestlr. 17, findet um 6 Ubr ein Unteihaltungsabend statt. Montag, den 22. November: Osten. Petersburger Biertel, Strastniannilr. 6, Schule: Vortrag. „Dds Geld". Noch immer weiß mancher nickt, wie er eS anstellen muß. um dauernd den..Vorwärts' beziehen zu können. Und dabei ist die Sachs doch io furchtbar einfach. Folgenden Zettel wolle man ausschneiden und ausgefüllt der Ervedition des„Borwärts". Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, zusenden.» Ick abonniere ab heute den.Vorwärts' mit der illustrierten Sonntagsbeilage.Volk und Zeil' in Grost-Berlin täglick zweimal frei ins Haus für 10 Mark für Dezember. Austerbalb Grotz-BcrlinS Wohnende wollen beim Postamt i ihres Wohnortes bestellen. WANi i_\mmm9im-ms r- Konsum-Genossenschaft Berlin undUmgegendm.bQk IIIIIIIIIIIIIHIIIII!lllllllllllllllllll:!!l!llll!llllll'!!lli!lilllllll'llll!III!I!!l!l;!l!IIIIII!l!lll!!lli[1!!l!lil!l!iliIlil!Ill!i!ll1l!l1!!IllllIIIIIIIIIIIIIIIIillllllllllll!lllillllllliillilllUililUliillll htäT?»llllllllllllllllljlllllllllllllilllllllllllllillllllllllllllljlllllllllllllllllllllllllljll!»!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!»!!!!!�!!!!!!!!!!!!!!!!!!»!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!»!!!�!!!!!!!!!!!!!!!'!!!!!!!!!!�. lwiuiiuiuniiiiuiiuuiiuuiiuiiuiaiiuiuiuiuuiiiuiiim»iiiunuiiiiiiuiJiujii!»iii!iiiini"iuiu»iuiiuuuiii»ii»n>uM'»»iuiii»imm»uiuiuuiumii»Miiiuiiuiiiii»iiiiiniiiMiiiii»i Maniifakiurwarcn-Lager: Brunnen-Stra&e 188/189(am Rosenthaler Platz) Gcschättszeit von 9 bis 6 Uhr mm s iiiuiiiiiiiiiiiiiiliiimiiiiiuiibimui iiiiiiiuuuuiiiiiuiuimiiuiiuiiuiiiuiUiiiiiiiutMiuiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiUiiiiiiiiiMiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniMiin Warenhaus: Reinickendorfer Str. 21* Pankstr. 89(am Bhf. 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Die reaktionären Elemente schrecken nicht davor zinück. in unsere Reihen Spitzel zu entsenden, die Gewaliakte provozieren u»d den ssührerbund diskreditieren iollcn. Ich stelle denic>eaeiutber fest, dag wir uukeren Kampf lediglich als eiiir» geistigen betrachten. Man begnügt sich aber nicht mit der Entsendung von Spitzeln, sondern dingt sogar Sichrrheitzpolizisicn a!S Einbrecher, um Material aus unseren GischäftZräumen zu bolen. Wir haben s va: fe Angriffe gegen den S t a a t S k o ni m i s i a r für öffentliche Ordnung erdoben, um eine gerichtliche Klärung herbe« zu� führen, bisher aber haben wir eine Klage nicki erreichen können. Das Verbot Gexiers, wonach Soldaten an v o I> t i s ch e n Versammlungen nickt ter Inebnren dür>cn. nrus; aufgehoben werden. Die Unteroffiziere muffen' ungehindert zu Ossi zieren aufrücken können. Der Redner scklos; m't den Worten: Die Republik in ihren G r u n d s c st e n zu st ä r k e n und zu st ü? e n. lieber in Ehren unter zugeben als in Unehren diese Grundsätze zu verlassen. daS geloben wir auch an d i e s e r S t e l l e.(Lebhasier Verfall.) Den Kasienberickt erstarlete S r e in p e l. In der Diskussion über die Berichte wurde von fast allen Rednern lebbasie Klage ge» fiibrt, dasz gerade die Richtungen und Kreise den R. F.»V. viel zu wenig unterstützen, die dann in der Stunde der Gerahr am lmiitsten nach seiner H lie rufen. ES iei tiei bedauerlich, das? die republikanisch gesinnten Kreiie Deuiichlairds für eine so«Mineut wichtige Oi aiiiiolioir weder die irvltge materielle noch ideelle Unter st ützuna aufbringen. Nach der Miltagepauie richtete zunächst K ü n st l e r von der reckten U S.P. einige begrüsiende Warle an die Tagung. Die U 2.P. werde die republikanischen Bestrebungen deS Bundes niemals bekämp'en. Es folgte sodann als besonderer Punkt der Tagesordnung die Beratung über einen Antrag Breslau. wonach Mitglieder der 3. Internationale nicht Mitglied sein können, weil sie ber den bekannten fielen der Dritten Inter- nationale u n nr ö g l i ck als z n v e r l ä i i i g e Schützer der de- mokraiiichen Republik anzusehen sind. Bor Eintritt in die Beia- tling ei bicli W e g in o n n sNeukommnnist) a l S Gast das Wort zu einer Än'prgche im Namen ieiner Partei. Er benutzte sie, um gegen den Aniraa Breslau z» polemisieren. Er t'uchie dabei nickt unge- schickt die Gegensätze zw.scken den Anhängern der Demokratie und der Diliaiur zu verwischen, eS war charakteristisch dast er das Wort Diliaiur»ickt gebrauchte, sich v'elmebr als Anhänger der wahren Demokratie hiiislellle, und datz ihm erst durch mehrfache Zwischenrufe das Bekenntnis zur Gewaltanwendung entlockt werden miifete. Gegen seine Ausführungen wandte sich zunächst Heinrich« Breslau und K u t i n e r- Berlin. Dieser kübrte anS. dah die Kom« Mtiii sten im R. F-B.>bre bekannte Takiii der Spreng, ellen zur Attwendiing bringen wollen. Es'ei hier nicht der Ort. sich mit den Kommilnisten poliiiich auSeiiiauderzuseycn, al er in einer Oiga- »i'al o» löiinie» nur Leute vereinigt werden, die gini'dsätzlich das Gleiche wolle». Da« iei hier nicht der ssall. Wir wollen die Republil vorbehaltlos stützen, während die Anhänger der Drillen Internationale sie ichliehlich von links umwerfen wollen. Wir lönnen nur«uhänger tiebrauchen, die innerlich zu der setz'gen Siaaisiorm sieden. Die Frage reicht aber werter. Es bandelt sich letzten Endes darum, ob der R.F.-B. eine leaale Organi- f a t i o n bleiben oder eine geheime Kampforganisation iverden soll Wo Mitglieder der dritten Internationale sich ein- genistet haben, da habe» sie ve> sucht, den RF-B. in eine illegale M e b e i in o r g a n i i a t i o n umzuwandeln. Das hat imS schwer geichädi>t W i r wollen e>ne legale Organi- > a t i o n auf d tz m Boden der Gel eye und der Ber- i a i s ii ii i sein und müssen daher scharf den Trennung?» st r i ck ziehe». Iu d. r w iteren DiSkiffsion sprachen die meisien Redner indem a l e i ch e n Sinne, während Straffer und andere sich gegen de» An lag Breslau aussprachen, weil der R. F.-B. einigend wirken tolle. Der Antrag Breslau, wonach Mitglieder der Dritten Jnter- nationale nickt M tg jeder des R F.-B. lein lönnen. wurde mit grotzer Mehrheit, 22 gegen 7 Stimmen, angenommen. Dann begann die Generaldebatte, in der verschiedene Delegierte an« dem Reich über unerhörte Schikanen de» R. F..B. duick die Miliiäibebörden berichteten. Die Verhandlungen iseideu am Soumog soitgesetzt. FVan?s-Ne!iiionsl?nterr:cht. In dem Streit zwischen der Reichsregierung und dem Freisiaai Sachsen über die Frage der Erteilung von ReligionSunt«r- r i ch i an den Volksschulen hat daS Reichsg-richt dahin entschieden, daß die Bestimmung deS lächn schon Uebergangsschulgcsetzes vom 22. Juli 1820. wonach künftig in den staatlichen Volksschulen' kein Religionsunterricht mehr erteilt werden soll, mit den Vor- schrillen der Reichsbtrsaffung in Widerspruch sieht. In gleicher Was: hat das Reichsgericht auch die Verordnungen der Arbeiter- und Soldatenrätc in Hamburg und Bremen, durch die der Wegfall des R.IigionSunterrichtS in allen staatlichen Schulen vom Januar 1913 ab angeordnet ist. als mit d>,r RcichSverfassung u n v e r e-i n- bar erklärt. Da nach Artikel 13 der Reich Sverfaffung Reichsrecht Landesrecht bricht, sielt dura; diese mit Gesetzeskraft ausgestattete Entscheidung d.S Reichsgerichts endgültig fest, dah nunmehr in diesen Ländern der Religionsunterricht als ordentliches Lehr- f a ch in den Schulen gemäh Artikel 149 der Reichsverfassung ein- geführt oder aufrechterhalten werden muh. « DaS sächsische Eesamtministcrium hat den neuen Landtag für DienSiag. den 7. Dezeoiher, einberufen. Gerscbtssieg öer Neukommuniften. Kassel, 29 November.(Eigener Drablberich» des.Vorwärts�.) Wie das ,Kasi>ler VollSblatt" berichtet, ist daS Bioil der Un- abhäiigiaen in Hesien-Daldech die.Heisiiche Arbeiter. eiinna*. durch gerichtliche Bersügung am weiteren Erscheiuen verhindert. Die Neu- kommunisien hoben oie aerichtliche Beicklognabme deS Verlage» der.Hessischen Arbeiterzeitung" durchgesetzt, obwohl sie selbst bereit» ein onderes Blatt als Kop'blatl des»enkommunistischen .Halleichen Vollsblatis" geschaffen babcn. Der Versiegelung der Gelchä'tSräume der.He'si'chen Arbeiterze, tung" ging eine uster- quickliche Szene voran». Neukommunisteii waren in den Ge« ichäiiSräiimen erschienen rinde» lau, zu Reibereien, die in Täitichleiten ouszuoiien drohten, so dah die Polizei herbei- gerufen werde» muhte, die sodann die G e s ch ä f i S b ü ck e r in Verwahrung nahm und Siegel an den Türen an- brockte. Dl« zivilrechilicke Klage ist bereit« eingeleitet. Die Rechi»-U.S P. will nun ein neues Blatt herausgeben. Moskau mar'chiert— mit Hilf« der bürgerlichen Gerichte und der Polizei! « Die.Frankfuri« Zeituna� meldet aus Stuttgart: Ein« Lande?» konferenz dcr linken llnobhäntzigcn beschloh, roh das Organ der Kommunisten„Der Kommunist' sei» Ersche.nen sofort ein» zustellen hat. Sein Redakteur tritt in die Redaktion des Sozialdemokrat", der die Bezeichnung erhält: Organ der un» abhängigen soziakdemokratrschen Partei und der komm». »istrschen Partei Württembergs.— Man hat sich hier also schon verschmolzen. Die Kapitalflucht im Jahre 191S. Wie die k.-3.-Korre''pond?nz hört, dürste die behördliche Unier- suchung über die Kaoitalversckiebungen im Jahre 19115 nicht nur auf das Bankhaus Gruher, Philivpson u. Co. beschränkt bleiben. sondern sich auch auf andere Fälle ausdehnen, d«c erst jetzt bekannt werden. Au Beginn der Revolution wurden bekannklich eine Reihe sozialdemokratischer Vertrauensleute in die Mi- nisterien und Behörden entsandt, um dort die Tätigkeit der Leiter und der Beamten zu kontrollieren Unter anderen waren auch Mit- glieder der S P.D. in das Hauptielegraphenamt geschickt worden, die zunächst für die prompte Erledigung der Regierung»- tekegramme zu sorgen hatten, dann aber auck eine Kontrolliätigkeit über Telegramme auSnbttn, die nur Schleichhandel mit LebenS- mitkeln und Verschiebung der Kapitalien und Güter ichliehen liehen. Einem dieser sozialdemokratischen Kontrolleure fiel es auf, dah eine Berl'ner Bankfirma sich nicht an die Vorschriften hielt, die für Ueberweisungen von Kapitalien an das Ausland erforderlich waren. Die soz>iald?mokrati scheu Kontrolleure beim Haüptposiamt stolltcn diese Unrege'mlihiglciien fest und meldettn diese Fälle der R e i w s b a n k und dem N e i ck s s ch a tz- Ministerium we'!«r. die dann in jedem einzelnen Falle Nach- forlchungen anstellten und in einigen Fällen die Abscndung der Telegramme verboten. In einem Falle wurde eine beabsichtigte Kapitqlsslucht auch einem sozialdemokoatischen Volksbeauf- t ragten brieflich mitgete'lt. Da die sozia�demolra'ii'chen Kon» trolleure von diesen und andtren Telegrammen Abschriften genommen haben, die sich noch beute in ihrem Besitz befinden. sollen auch diese Fälle zur Untersuchung mit herangezogen werden. « Die linke U.S P. und die K.PD. haben im Reichstag einen Arttrag«'»gebracht, wonach ein parlamentarischer UnlersuchungS- ausschuh die Frage prüfen soll, in welchem Umfange der Ver- mögenKverich'ebung deutscher Si aa' Sana ehö rttc r durch die Nachlässig» feit der früheren Rtgierunggn und ihrer Reichskanzler Hermann Müller. Gustav Bauer und Philipp Scheidemann Vor» schub geleistet worden ist. (Di« Genannten werden dieftr Untersuchung mit grosser Ruhe entgegensehen. ES ist aber interellgnt. wie hier die Linksradikalen, zu denen sich übrigens auch die„Freihei'" gesellt, sich schützend vor die Hohcnzollern stellen und besirebt sind, die Auf- merkssrmkeit von den schiebenden Herrscherhäusern abzulenken.) die Christlicben. Der Kongreh der Christlichen Gewerkschaften wühlte, wie WTB. aus Esten berichtet, zu Vorsitzenden den Mmister Stegerwald sowie Behrens. Bieber und I m b u s ch. Nach dem Berichte ist die Mitgliederzahl des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften von 359 909 Ende 1912 auf 1950 000 gestiegen. Der Ge. samtverband hat sich mit andern Verbänden zum deutschen GeWerk- schaftsbund ziusammcngeschlosten. Dann wurden die Satzungen deS Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften angeno.mmen. Der Gcsamtverband umfatzt danach alle deutschen christlichen Ge- werkschaften._ Kolonialnote der deutschen Regierung. Die deutsche Regieruug hat einer WTB.-Meldung zufolge iu der Frage der Kolonialmondate eine Note an den Generalsekretär des Völkerbundes gerichtet, iu welcher auf den Ar- tikel 22 des Lcrsailler Friedensvertrages Bezug gcnomm-n und grgea die bisherige Verteilung der Mandate Einsprach er» hoben wird. WTB. bemerkt dag««elter: Der Rat deS Völkerbünde« hat vor einiger Zrit Beschlüsse über die früheren deutschen Laloniea ge- faßt, die ber deutschen Regierung Anlaß zu« Einschreiten gegeben haben. In den Beschlüsse» hat sich der Rat aus de« Standpunkt gestellt, daß die Verteilung der Mandate über die La- lonicn und ebenso die Fests.'tzung der Bedingungen für die MandalsouSLbung Zache der alliierten Möchte ist, während dem BSlkerbuud dabei nur eine unwesentliche und rei» formelle Funktion vorbehalten bleiben soll. ES ist klar, daß dieser Standpunkt dos ganze Mandatstistcm zum bloßen Schein macht und>u Wahrheit ans eine Annexion der Kolonien durch die Dr:ger hinausläuft. Die deutsche Regierung hat diese Ber- letzung des Friedensvertrages in einer ausführliche« Denkschrift dargelegt, die dem Generalsekretär des Völker- bundes mit dem Ersuchen übermittelt worden ist, sie dtt jetzt in Genf tagenden Vollversammlung des Völkerbundes zu unterbreiten. In der Denkschrift wird nachgewiesen, daß die Verteilung der Mandate und die Festsetzung der MandatSbedingungcn Sache des Völkerbundes selbst ist, der allein die Verantwortung für die vertragsmäßige Verwaltung der Äclonialgcbiete trägt. Zugleich ist mit aller Bestimmtheit zum Ausdruck gebracht worden, daß Deutschland den Anspruch erhebt, bei der endgültigen Ber- teilung der Mandate se'bst mit als Mandatar heran- grzogev zu werden. In Völkerbundskreisen wurde bekannt, dass Deutschland an den Völkerbund eine Note gerichtet hat, die den deutschen Stand- punkt in der Frage der Verteilung der Kolon ialmandat« aus Grund des Völkerbundsaktcz darlegt. Die Nachricht rief in politischen und journalistischen Kreisen b e ssr ä ch t l: ch e Sensation her- vor. Eine Veröffentlichung durch das Völkerbundsselretarkat ist noch nicht erfolgt. Ter Völkerbund»nd sein Nut. Paris, 29. November. Nach einer Meldung aus Genf erklärte der argentinisch« Minister für auswärtige Angelegenheiten P u e y r- redon. der erste Bevollmächtigte ArgentirienS beim Völkerbund, einem Vertreter der United Press, es sei Keit. den VölkerbundS- rat, wkeer jetzt zusammengesetzt sei, zu beseitigen. Nach seiner Ansicht mühten die Mitglieder des Rates durch die Vollversammlung deS Völkerbundes gewählt werdcn. Genf, 29. November. Die Völkerbund Sversammlung setzte heute vormittag die Aussprach« über den Bericht deS Ge- ncralsekretariats fort. Der belgische Delegier«, Senator 2 a- fontaine entwickelte seine Stellungnahme zum Völkerbund. Neben dem Problem des wirtschaftlichen Wiederaufbaues sei ei besonders die Frage der A b r ü st u n g. die für die Welt geradezu eine Lebensfrage bedeute angesichts der Tatsache, daß der Mili- tariSmnS heute mehr verschlinge als vormals. Es seien nicht nur die Pazifisten, die diese Abrüstung verlangen, sondern die Finanz- leute und die Männer des Wirn'chafts'ebens seien eS, die auf eine Herabsetzung der militärischen Ausgaben dringen. Es müsse eine internationale Armee des Völkerbundes an die Stelle des nationalen Militarismus treien. die nicht mehr ein Instrument der Hasspolitik, sondern des Rechtes sein müsse. ES wäre sehr leicht, diese internationale Armee heute für die Rettung Armenien» zu bilden, vnd der Völkerbund würde eine g e» waltige moralische Kraft gewinnen, wenn er sich zu einer solchen Mlion entschließen würde. Aus der anderen Seite be- tonte aber Lafontaine: Man muß den Völkern klarmachen, dass die Stund« der Abrüstung noch nicht gekommea ist. Im wetteren Verlaufe der Aussprache über den Bericht des Generalsekretariats bezeichnete der kanadisch« Delegierte R o w e l l als Hauptaufgabe des Völkerbundes die Verhinderung künf- tiger Kriege. Als letzter Redner sprach T i t t o n i- Italien. Er erntete starken Beisoll, als er betonte, im Völkerbund mühten vor allen Dingen nicht die nationalen, sondern die internationalen Interessen zur Geltung kommen. Die Verteilung der R o h st o f s c sei für die Völker geradezu eine Lebensfrage. Die Welt dürfe nach dem fürchterlichen militärischen Kample nicht einen noch furchtbareren wirtschaftlichen Kampf erleben, der den W.eder- aufbau der Weltwirtschaft unmöglich machen würde. Genf, 29. Skooember. Die sechste Kommission der Völkerbunds- perfommlung, die ihre Sitzung öffentlich gestalieie, behandelte das A b r ü st u n g s p r o b l e rn. Präsident B r a» t i n g betonte, dass es sich vielleicht um die wichtigste der vom Völkerbund zu iöien« den Fragen handele. Der norwegische Delogierte Lange sagte, die leitende Idee der Bestimmungen des Paktes liege darin, dass kein Staat mehr ein solches militärisches Uebergewicht erlangen dürfe, dah er dem anderen, gestützt auf seine militärische Macht, seinen Dillen aufzwingen könne. Die Voraussetzung für jeden Fortschritt sei eine wirklich gegenseitige durch den Völker- buud ausgeführt« Kontrolle. Der zweite Berichterstatter W« l l> n g to n- Ä o o- China erklärte, die größte Schwierigkeit liege darin, daß grosse Staaten, wie Amerika und Rußland dem Völkerbund nicht angehören. flequitk über IrlanÄ. London, 20. November. lHoll. NieuwZbureau.) ASquIth hielt gestern in London eine Rede, in der er die Haltung der Re- gierung in Irland sehr scharf verurteilte. Er sagte, er habe In- kormotione« erhalten, nach denen die Diener der Krone sich mit Ueberlegung kaltblütiger Morde in Irland schuldig gemacht hätten. Unter der heutigen Regierung führte er aus, sind Dinge geschehen, die dem schrecklichsten DesvotiSmu« gleich- komme«, den Europa je erlebt hat. Zum Schluß erklärte Aöqnith, er werde nicht eher ruhen, bis er das englische Volk darüber aufge- klärt habe, welche schrecklichen Taten in seinem Namen begange« würden. wieviel verlangt Zrankreickt In einer Unterredung mft einem Vertreter des„Petit Pa» risien" versichert« Lloyd George, daß ihm nicht» in der Weit über die französisch-englifche Brüderlichkeit gehe. Auf den Hin- weis, daß Frankreich die Frage der Wiedergutmachungen über alle Fragen stell«, erwiderte Lloyd George:„Ich werde alle» tun, um zu veranlassen, daß Teutschland bezahlt. Aber wieviel soll Teutschland bezahlen; haben Sie eine Zahl? Ich sage Jbncn, best.mmen Sie die Höhe!" Lloyd George wiederholte im weiteren Verlause der Unterredung, Frankreich müsse zunächst die Höhe seiner Forderungen feststellen. Vorläufig könnten keine Enlschei- düngen getroffen werden. Einem WTB.-Bericht über dieses Interview entnehmen wir noch folgende Aeusserungen des englischen Premiers: Gewiß müsse man Deutschland alles zahlen lassen, was es zahlen könne, aber man müsse eine Summe festsetzen, und zwar nicht um Deutschland ein Vergnügen zu bereiten. ES gebe zwei Methoden, einen Schuld» ner zur Zahlung zu bringen, nämlich alles zu verkaufen oder sich gütlich mit ihm zu einigen, indem man ihn frage, was er sofort oder später zahlen könne. Die letzt« Methode empfehle er Deutschland gegenüber. Deutschland dürfe dabei nicht ohne Kon- oc w trolle bleiben. Tie Franzosen dürsten nicht glauben, dass er ein» Feind der Franzosen sei.«eil er als Geschäftsmann und Re>alist spreche- Man müsse ein System wählen, das den gemeinsamen Interessen diene. Wenn einmal die Entscheidung getroffen ist. fragte h.er der französische Berichterstatter, dann Arm in Arm? Lloyd George antwortete: Gern, Arm in Arm! fluslanüsrunüscbau. L e h g u e S und Lloyd George werden binnen kurzem in London zusammentreffen, um die Frage de? nahen Offen 5 zu erörtern, insbesondere mit Bezug auf Kleinasten und den Kaukasus. Man erwartet, dass das griechische Heer au» Smyrna zurückgezogen w.rd. Erzbsschc.f Meletios von Athen soll abgefetzt und durch TheollitoS ersetzt worden ftin, welcher, wie bekannt, VeniseloS mit Kirchenbann belegt hatte. Es wird versicheri, dab die Regierung das Bildnis König Konstantins in den Min sterien und in den Audienzsälcn der Gerich e habe aushängen lassen. In der Besetzung von Beamten stellen sollen zahlreich« und wichtige Veränderungen vorgenommen worden sein. Das Kab neit hat die Volksabstimmung über die Frag« der Rückkehr' König Kvnstantins aus den 28. November festgesetzt. König Konstantin bat an die Regierung telegraphiert, dass er daS Ergebnis der Volksabstimmung abwarten wird, bevor er zurückkehrt. Aus der Krim sind in Konstantinopel weiter eingetroffen: Ter stanzösiscbe General Broussaud, der französische Geschäfts- träger bei Wrangek, de Marcel, der franzäsi'ch« Admiral DumeSnil, sowie zahlreich? Zivil- und Miilftärbeb�rden. die sich an Bord deS Waldeck-Rousseau befanden. BiSker sinb 24 999 Zivilpersonen und 81 999 Soldaten ein- getrofsen. Die Zabl der FlüchtTnge dürfte auf 1 59 990 steigen. ES sind Maßnahmen getroffen, um 29 999 Flüchtlinge nach L e m n o S und die gleiche Anzahl nach G a l l i p o l i zu senden. Auf eine drinof'che Anfrage der SoziaHemokraten bcir. die geplante Ausreise bewaffneter Heimwehrleute ans Bavern zum Tiroler Landessckiessen antwortete im deutschösterreichischen Na'ionalrat der Minister de? Innern, die Grenze werde gesperrt und der Zutritt Bewaffneter nicht zugelassen werden. Tie schwedisch« Regierung bat einen R e! ch S w i r t» schaftSrat aus zehn Mitgliedern ernannt. Der BesoldungSauSschuß der Preußischen Landes- Versammlung bettet am Donnabend von morgen» 9 Uhr kn» »imchminags 3 Uhr. nachdem er eine kurze Mittagspause hafte ein, treten lassen. Endgültige Beschlüsse liegen noch nickt vor. D.« Eingruppieming' einzelner Klassen wie der Lehrer. Philologen und anderer, bereitet große Schwierigkeiten. Man hofft jedoch, in der ersten Hälfte der kommenden Woche zu Ende zu kommen. Montag nachmittag gehen di« Beratungen weiter. Der Unterausschuß de» Ausschusses für Bevölkerungspolitik, der infolge der verschleppungspolit k der Rechten zu keiner Eini- gung über das Hebammengesetz kommen konnte, bat sich aufgelöst, so daß der Ausschuß der BeivolkerungSpolitik über das Schicksal des EnÄv-urf«S weiter zu befinden haben wird. Rückgekchrt. Ter frühere urabhängige LandwirtschgftSminiffer H o ser ist. dem Beispiel von Siröbel, Nestriepke und vielen gnve. ren folgend, zur alten Sozialdemokratischen Partei zurückgekehrt. RattenkSuig und LochaczewSki. Wie die Inhaber der Karre- sponden, SochaczewSki iirs mifterle». hat Pttnz in seinem Prozeß nicht gesagt, daß sie di« Verfasser der„Rattcr.könia".Bro''ckür- seien, s onoern er hat diese Behauptung nur als ein Gerücht wiedergegeben. Sie selbst erkläre«, dies« Veröffentlichung völlig ferne zu' stehen. GewerMajwbewegung (Siehe auch 1. Beilage.) die Einheit üer Gewerkstbasten. Dre Bruderfontpfe, die in den letzten Jahnen als eiirs der Äricgswlgen den organisatorischen Aufbau unseres Partei- gebäu'des erschütterten un-d die zu Spaltungen und immer neuen Spaltungen kaum entstandener politischer� Gruppen führten, sind nicht ganz spurlos an den gewerkschaftlichen Organisationen vorübergegangen. Ihrem inneren Wesen nach will und muß die deutsche Geimerkschaftsbewegung parte ipolitischneutral sein. d. h. sie läßt ihren Mitgliedern die Freiheit, stch der Poll- tischen Partei anzuschließen, bei der sie ihre Rechte am besten gewahrt glauben. Tos schließt selbstverständlich nicht aus, daß die Gewerkschaft als Vertreterin der wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder Stellung nimmt zu den per- schiedenen politischen Problemen, die die Bewegungsfreiheit der Arbeiterklasse hemmen sollen und die ihre Wirkung auf die ökonomischen Interessen des Proletariats äusüben. Und so sehen wir denn auch, daß sowohl der Allgemeine Deutsche Gcwerkschaftsbund wie die einzelnen ihin angeschlossenen Or- ganisationen in den letzten Jahren wiederholt scharf einge- griffen haben in die Machtkämpfe der politischen Parteien. Wir erinnern nur an den Generalstreik gelegentlich des Kapp- Putschs. Ihre überragende Stärke bei der Abwehr reaktionärer Anschläge haben die Gewerkschaften und ihre Spitze nvertre- tung. der Allgemeine Deutsch Gewerkschftsbund, gerade dadurch, daß bisher alle Versuch, ihre innere Geschlossenheit durch das Sineintragen politischer Gegensätze zu erschüttern, gescheitert sind an dem festen Willen der Massen der Mit- glieder, dieses letzte feste Gefüge des Proletariats auch in der Ankunft geschlossen zu erhalten. Mit rub'g'r klarer Ueberlegung hat der Gawerkschfts- kongreß in Rstrnberg im vorigen Jahr? in einer grund- leger, den Resolution das Gelöbnis parteipolitischer Neu- tralität erneuert und gleichzeitig das Abkommen mit der Sozialdemokratischen Vartei, das seit dem Jahre 1906 andauerte. gelöst. Das Abkommen mußte gelöst werden, bestand doch nicht mcbr die Voraussetzung: die einheitliche politische Partei, die eine Verständigung der beid n Aentrolleitnngen bei wichtigen die gesamten Interessen der Arbeiterklosse betreffenden Fragen ermöglichte. Der wiederho-lt ausgesprochene Wille zur parteipolitischen Neutralität bat in den letzten Monaten die Gewerkschafts- bewegung leider nicht geschützt vor'dem.Hineintragen des Brnderkampsts in ihre Organisationen. Noch ist die drohende Gefahr der Gewerkschaftsspaltung zu �beheben. Aber nur dann, wenn die Masse der gelverkichafllich organisierten Ar- beiter sich schützend vor die in jahrzehntelanger, mühseliger Arbeit ausgebauten Organisationen stellt. Die deutschen J5e- Werkschaftsverbände können nur erbalterr werden, wenn jeder einzelne Arbeiter sich bewußt wird der hoben Verant- wortung, die er gegenüber der gesamten Arbeiterklasse Hot, wenn er seine eigene Person einstellt in den Dienst der ge- meinsamen Sache! Für jeden ehrlichen Gewerkschaftler muß die Parole sein: Entschlossener Wider st and gegenüber allen Bestrebungen, die Gewerki'chastsorgani- sation zum einseitigen Organ irgendeiner politischen Gruppe zu machen! Ihre große historische Aufgabe können die Berufsverbände nur dann erfüllen, wenn alle ihre Mitgkioder geschlossen den Kampf gegen das immer dreister auftretende Unternehmer- tum führen, wenn sie ß i n i g und klar sind im Kampfe um die Erringung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen! Zum Portierstrei! schreibt uns der Portierderband, daß der Kampf dadurch be- deutend zugenommen hat, daß sich viele neue Mitglieder täglich einschreiben lassen und am Kampf freudig und energisch teilnehmen. Außerdem haben bereits Tausende Hauswirte die ihnen vorgelegten Tarife und Reverse bedingungslos unterschrieben. Ferner haben zahlreiche Miqjerausschüsse bei den zusiändpen Amtsgerichten schleunige vorläufige Pcrsü- D amit Sie regelmäßige Zustellung öes „vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleiüet, bitten wlr unsere post-/lbonnenten, üas Mbonne- meat für Dezember bei üem zustänüigen Postamt schon jetzt zu bestellen. Sezugs- preis 10 M. ausschl. Zustellungsgeduhr. vorwärts-Verlag G.m.b.H. gungcn beantragt, bzw. erhalten, wonach dem Hauswirt aufge- aeben wud, seinen vertraglichen Pflichten nachzu- kommen und während dieser Zeit verpflichten sich die Mieter, dem Portier seine Forderungen restlos zu gewähren. Mit welchen Mittoln die Hausbesitzer arbeiten, zeigt ein roter Zettel, aus dem u. a. zu lesen ist;„Wo es möglich ist, empsehlen wir unseren j Mitgliedern, mit den Mietern bzw. Ausschüssen Vereinbarungen zu treffen, wonach die Differenz des bisherigen Lohne? mit dem geforderten Lohn von den Mietern vielleicht im Verhältnis der bewohnten Fläche zu übernehmen ist". Man sieht also, die Leutchen lassen mit sich reden, und w» ihnen ein Vorteil winkt, greifen sie zu. Dabei hat der Vorsitzende des Vereins Berlin- Friedenauer Hauswirte die Forderungen der Portiers v o r b e- haltlos bewilligt. Ms Antwort aus den Streik wissen die Hausbesitzer keinen anderen Rat, als die sofortige Kündigung auszusprechen und mit der E x-m i s s i o n' zu drohen, ohne an den§ 105 der Gewerbeordnung zu denken. Wir fordern unsere Kollegen aus, weiter zu kämpfen, die Sache steht gut, und der Sympathie aller Mictcrräte und aller denkenden Msnschcn sind wir gewiß. Einigungsverhanblungen im Tcxtilgrosthandcl. Vom Reilbsorbeitsmiiiisleriuin wird uns gescbrieben: Am IS. November fanden unter Leitung des Regienii'gSrateS Dr. Weigert im ReicbSarbeitsministerium gemeinsame Besprechungen der maßgebenden Vertreter beider Parteien über die Möglich- ketten des Streikabbruches statt. In später Nachtstunde gelangte man zu vorläufigen Vereinbarungen, die die Partei- Vertreter zur Annahme empfehlen weiden. Die Vereinbarungen regeln die Wiederein st ellung der Streikenden, ge- währen neben den bedachten Veihenoteten a u cd den Ledigen nennenswerte GehaltSzuschkäge und bringen kiberdieS den weiblichen Angestellten in drei Gruppe» eine Vermin de» rung der Abweichung der Bezüge von denen der männlichen Angestellten. Wie uns die Zentral st reilleitung mitteilt, wird di« Arbeit am Montag wieder ausgenommen. D>>, Lrtskartcll Berlin.„Arbeitsgemeinschaften� Montag» 7V. Uyr, im Muiiker BereinshaiiS, Aaifer-Wilhrlm.Straiie 31: Beriammlung für die Betriebsräte. Angestettteuräte, Betriebs« ob'cute und Funktionäre der Afa-Berbandr aus der Gruppe Bank und Handel. Nörpel und Petersdorf fprscheu über: „Arbeitsgemeinschaften-. Buchdrucker! Dienstag 7 Uhr im„Luifenstadt-Kaiino-, Lranien« llruge 180; ZMammentunjt iämtlicher tkollegen deS S. Bezirks, Südosten, die aus dein Boden der prattischen GetvertjchastSarbeit stehen. I. A.: A. Blumenthal, Tcuticher Werkmeiltcrverband. Fachgrudve Metallindustrie. Alle Fun'ttonä c, Betriebsvertrauensleute und£b inte'. Dienstag, 6 Uhr: Ver« jammlung i in„Schu tdeih-, Neue Iatoöstr.'24/'2V Zcutralvcrbaud der Angestellten. Mitgliederversammlung haben Montag: Fachgruppe ll/lä, Eiien- und Melallinduitrie und-Handlungen (Elcktro-Fnd.-Hdl.) 6 Uhr.Bierglocke-, Bellc-AUiancc- ötr lOtz— Fachgruppe 17. Ia— n(Nadrungs- und Gcnugmiitel-Fiid.-Hdl.): 8 Uhr Restauiant Hätz, Lichtenberg, Möllendorsilr. 106! 107.— Dienstag. Fachgruppe 4a (Vcrf.-Tinnehmer nutzer Viktoria): 4'!, Ubr Vcrbandsloial, Bellc-AUiance- Stvar,e 7/10.— Fachgruppe 7a lAngestellle der Firma Fandorp: T1/, Ubr j.Musiterlale-, Kaifei-WÜbelm-Str. 81.— Fachgrupge 17. Ia— n(NahrungS- . und(Zcnunmiitcl-And.-Hbl.); d Uhr Restaurant Lswald Berliner, Brumien- ! stratzc 141/148. ! Beroniw i2r den redalt. Teil Ztr. S-crner Priscr, Charlotienburg; iür An�elgen: l Tb. Gtoitc. Berlin. Verlag; Vorwärtz-Verlog>s. m. b. H.. Berlin Track Vor- ! wärls-Bachdruckerei u. Verlagsanball Vau!.7>nger u. Ca.. 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