Kr. 57< ♦ 37. Jahrgang Ausgabe A Nr. 152 Beznqsvrets: B ÄteMäbruSO.— dH.�monan.W.— SU. fte u» öous oormi« abibat. Voll- be'.uq Mona:!« cd 10.— ML erfL ftellunqsqedübt. Umerftmubanb für �eui'ilanr anö Oefterreid» 16/0 NL ffir das übrige Luslant Dt« täglich einmal, �uftedunf 2150 �nffe» iiellunqen nehmer» ar Oesterreich Un�arr, Tschecho-Slowate�, i�ane« mar.. SoQano.-u emour«.-chroeben nnb lie eAmeu.— imowracen m die Post- eininas Pre sliste. De:.Vorwärts mn der Sonnraa«- beilage �Vost u.?eir� er.'in SS i, Linden» Krage 3, abgegeben werden, ck'eofinet von 9 Uhr irrih bis 5 Uhr abend«. �enlralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands Reöaktion unü Expedition: EW. 68. tindenllr. Z. '"rrnivrrriirri Ami Moriiipln«. Nr. l.'> l!K> 151(17 Vonvärts-Verlag G.m.b. H.» SW. öS. Lir.öenstr.Z« aerniurrrtier: Ami»viorittvlati, Nr. 117 53— 54. Rücktritt öes Oberbürgermeisters Mermuth Oberbürgermeister Mermuth hat an den Magistrat ein Schreiben gerichtet, in dem er seinen Abschied erbittet. Er begründet diesen Schritt, den das tzanze arbeitende Berlin mit dem gröstten Bedauern zur Kenntnis nehmen wird, mit seinem angegriffenen Gcsundheitszllstand. Es ist richtig, daß der Gesundheitszustand des Oberbürgermeisters stark angegriffen ist,. aber das ist er nicht erst seit heute, und dadurch war H.rr Mermuth bisher auch nicht verhindert, die angespann.teste Arbeit im Dienste der Stadt zu leisten. In Wirklichkeit fällt Mermuth, über den E l e k t r i k e r st r e i k. fällt er. weil ihm sämtliche bürgerliche Parteien die sifehde angesagt haben, und weil eine einheitliche sozialistische Mehrheit fehlt, auf dreier sich stüben kann. Die bürgerliche Presse, voran die deutschnationale, wird heute Halali blasen. Aber sie darf sich nichts einbilden. Ter Ruhm, dieses Wild zur Strecke gebracht �u haben, fällt den Neukommunisten zu, Mermuths Sturz ist rhr erster„poirtlver Erfolg" seit ihrer Abspaltung von den Unabhängigen. In der Stadwerordnetenversammlung soll heute die De- batte über den Elektrikerstreik stattfinden, die am letzten Donnerstag wegen Uebcrfülle der Stoffe verschoben werden mußte. Zu dieser Debatte logen schon in der vorigen Woche hier Anträge der bürgerlichen Parteien vor, die alle für den Magistrat und den Oberbürgermeister recht ,un- freundlich lauten. Drei dieser Anträ�e.fordern ein? Unter- suchung, der deutschnationale spricht die offene Mißbilligung aus. Um diesem Anschlag der Bürgerlichen zu begegnen, be- schloß die sozialdemokratische Stadtvcrordnetenfraktlon am 13 November ein Vertrauensvotum für den Ober- bürgermeister. das von allen sozialistischen Fraktionen unter- zeichnet und angenommen werden sollte. Tie Unabhängigen erklärten sich mit diesem Plan sofort einverstanden, bei den Kommunisten stieß er zunächst auf Widerstand, der ober in wiederholten ausführlichen Verhandlungen überwunden wurde. Es kam ein Antrag zustande, der unter gleichzeuiger Ablehnung aller anderen Anträge dem Oberbürgermeister für seine aufopfernde Tätigkeit im Dienste der unbemittelten Bevölkerung Berlins die An- erkennung ausspricht....... � � r- Tiefer Antrag erhielt die Unterschriften der dre, sozm- lispchen Fraktionsvorstände: Hcimann für die Sozialdemo- kraten. Wehl für die Unabhängigen und Dörr für die Neukommunisten. So wurde er dem Bureau über- re-ctt er wurde in der letzten Stadtverordnetensttzung vorge- lcsen und von den sozialistischen Fraktionen mst demcnstra- tivem Beifall ausgenommen. � Heute sollte nun dieser gemeinsame Antrag zur.lbsnm- mung gelangen. Inzwischen war aber etwas palsiert, was niemand erwarten konnte, der die Kommunisten nicht kennt, was aber freilich jeder voraussehen mußte, der sie kennt,-i- 1 c K o m m u n i st e n fielen nämlich um, sie zogen ihre Unterschrift zurück und erklärten, nunmehr auch für das Ver- trauensvotum nicht mehr stimmen zu können. Warum? Nicht das Eerinaste war geschehen, was sie zu einer Aenderung�ihrer Haltung veranlassen konnte, sie hoben sich nur die Sache wieder anders überlegt, nachdem ibre nock verhältnismäßig vernünftigen Führer in einer Fraktionssitzung am letzten Dienstag fürchterlich abgebürstet worden waren. Als Ergebnis der heutigen Stadtverordnetensttzung war daher zu erwarten, daß die bürgerlichen Parteien geschlossen gegen Mermuth vorgingen, während bei der sozialistlütKN Mehrheit eine gleiche Geichloßenbeit nicht in Erscheinung trat. Ein Berliner Oberbürgermeister kann aber aeaen dw Bürger- lieben nur dann reawren. wenn die sozialistische Mehrheit mehr als brüchiges Gestein oder b'oßer Flugsand ist. D a r_ii m ist d er Oberbürgermeister Mermuth zurück- getreten. Sein Rücktritt bedeutet unter lalchen Umstanden das Snmpwm einer schweren Krile im Berliner Gemeind'leüen. Die'? Krise ist eingeleitet worden durch den wstden Elektriker- streik, den die Kommunisten gegen die sgzialtst'lch? Stadtver- waltuna anzettelten, sie ist ietzt zum An-'br'.'ch gekommen durch die Unzuverlnstigkeit der Neukemmunistm. dst in entscheiden. den Augenblicken, in denen an ihre Solidarität appelliert wird alatt Verlagen._. Mermuths Rücktritt bedeutet für die seMal'st"'ch? Stadtverwaltung Groß-B rlins einen ungemein schweren und schwer zu ersetzenden Verlust. A�er selbst wenn es gelingt eine geeignete Berwustchkeit ,u finden, wg? nicht le'cht stin wird, bleiben die Schwieriabit-m dst zu Mermuths MV+ri+t führten, besteben. Eine„laciglistilche M�drheit" tue i n»ich ze r s a l l e n ist. deren öüßerK-r linker Flügel keim Sol'da- � rität und kein Verantwortlichkeitsaesübl kennt, sondern nu�' daran den ist. win.er den stchben anderen soigl'st''ck-n Fmitsty. iren ein Bein stellen könnt«, eine solche.sozialistische Mehr- l heit" wäre nicht lebens- und arbeitsfähig: kein Magistrat und kein Oberbürgermeister würde sich auf sie stützen können.. Die Neukommumstcn haben den bürgerlichen Parteien einen billigen Triumph bereitet. Fahren sie auf dem von ihnen betretenen Wege fort, so bedeutet das eben soviel, daß die Möglichkeit einer sozialistischen Stadtverwaltung radikal zer- brachen und die Stadt ganz einfach wieder der bürgerlichen Herrschaft überliefert wird. Denn, wie gesagt, was dem Ober- bürgermeister Werniuth das Verbleiberz im Amte unmöglich macht, das erschwert seinem Nachfolger, der sich auf die sozio- listische Mehrheit stützen will, seine Ausgabe aufs äußerste. Die Kommun-sten. alte und neue, können eben nur kaputt- machen, aber sonst können sie nichts! Zum Rücktviti des Oberbürgermeisters Mermuth wird uns aus Kreisen der sozialdemokratischen Stadtverordne- tenfraktion noch geschrieben: Wir badaizern diesen Entschluß auf das lebhafloste, um so mehr, als die neue Riesengemeinde gerade in den Anfängen der großen Erfahrung und organisatorischen Fähigkeiten dieses Mannes auf dem Gebiete der Verwaltung schwer wird entraten können. Nur wer daS tommunäle Wirken Mermuths nicht nur von weitem, sondern von der Nähe in jahrel-'nger gemeinsamer Praxis beob- achtet hat, wird völlig ermessen können, was er für Berlin bedeutet. Mermuths Wahl zum Oberbürgermeister von Berlin erfolgte" im Juni 1912/ Seit dieser Zeit hat er mit Ausbietung einer un« vergleichlichen Arbeitskraft die Hauptstadt verwaltet. Unvergessen wird bleiben, was er namentlich während der Krtegsjahr« geleistet hat, um das Los der durch die Ernährungsnöte besonders gequälten niederen Volksschichten zu mildern. In An- erkennung dieser hervorragenden Verdienste um das Wohl der werktätigen Klasse und in Berücksichtigung der Tatsache, daß das bisherige Oberhaupt Berlins mit seinen Verwaltungsfähigkeile»» das von ihm eifrig geförderte Einhcitsberlin am besten in geordnete Bahnen überführen könne, hatte die sozialistische Mehrheit ihn vor einigen Wochen an die Spitze der neuen Verwaltung gestellt. Seit Monaten war Mermuth der bestgehaßteste Mann des ge- .samten Bürgertums. Die kleinbürgerlichen Schichten sahen in engherziger Voransetzung ihrer egoistischen. Interessen in seiner Ernährungspolitik im Sinne des Gemeinwohls ihren Feind. Die Deutschnationalen sowie bi£ Volksparteiler haßten den Mann, weil er die sozialen Probleme der Zeit erfaßt hatten Eine beispiellose Hetze setzte ein um die Wahl Mermuths zu hintertreiben. Indessen, sie blieb ohne Einfluß auf die Willensentschließung der sozialistischen Mehrheit. Umso bedanerlicher und beschämender ist es, daß Wermaith heute fällt als Opfer der sozialistischen Uneinigkeit. Die Bürgerlichen werden jubeln, aber wer es ehrlich meint mit dem arbeitenden Berlin, der wird'diesen Verlust und seine Ursachen aufs tiefste bedauern. Schwere Anklage gegen Stinnes. Der Sonderberichterstatter des»Pariser linksrepublikani- schen Blattes..Oeuvre". Stephen Valot, der seinerzeit die französischen GewertschaftsdelegierteN Zouhanx und Merrheim nach dem Rnhrgebiet und nach Berlin begleitet hatte und nunmehr seine Eindrücke in. durchaus objektiven Aufsätzen schildert, erzählt u. a.. er habe in führenden Bergarbeiter- kreisen des Ruhrreviers mehrfach vernommen, daß Stinnes in Spa auf die Besetzung des Ruhrreviers durch die Alliierten geradezu hingewirkt habe, weil er hoffte, unter dem Schutz der französischen Bajonette nickt allein sich des zu- nehmenden polit'�en und wirtschaftlichen Mitbestimmungs- rechtes der Artr...lschast entledigen, sondern auch sozusagen die Alleinherrschaft in der Kontrolle der Kohlen- Produktion erlangen zu können. Dies hätte ihm in der ent- scheidenden Sitzung der deutschen Telegieiten in Spa Dr. Walthcr Rathen au ins Gesicht gesagt. Ter Berichterstatter wollte nun nicht diese schwerwicgen- den Angaben verwerten, ohne vorher mit Rathenan persönlich Riicksprache zu nehmen. Er suchte diesen ouf. setzte ihm aus- einander, was man ihm in den Bergarbciicrkrcisen über die Haltung von Stinnes in Spa und über den schweren Zu- sammrnstoß zwischen Stinnes und Rathenan erzählt hatte und fragte ihn, was daran Wahres sei. Rathenan antwortete zwar etwas diplomatisch, doch ohne dieser Schilderung irgend- wie entgegenzutreten,. er tzabc Herrn Stinnes damals nicht sagen wollen, daß er ein schlechter Deutscher sei, sondern nur, daß es eben in Westdeutschland Jichustrülle gäbe, denen eine mUitäiische Besetzung als eine nicht ungünstige Z u k n n f t p e r s p c k t i v e�erscheine. In eingeweihten Kreisckn waren diese Vorgänge in Spa bereils bekannt. Tech ist es das eistewal. daß die Frage, ob Herr Stinnes damals die Besetzung gewollt habe oder nicht. öffenilich gestellt und von einer' beteiligten Persönlich- kwt wie Rathenan beiaht wird. Der erwähnte Aufsatz im ..Oeuvre" trägt die bezeichnende tlebw schritt:.Werden w i r dasRuhrgebietHerrn Stinnes zuliebe besetzen?" Er bat tu französischen Gewerkschaftskreisen Aufsehen ciregt und im Organ der C G. T..„Bataille". brandmarkt der bekannte Gewerkschaftsführer Marcel Laurent das a b g e- kartete Spiel zwischen den deutschen und den französischen Schwerindnstrtellen auf Kosten des internationale» Proletariats. Es wäre aber gut, wenn man rn der deutschen Oeffentlichkeit sich mit dem Fall Stinnes auch nach dieser Richtung hin eingehender beschäftigen winde. Die„Geiahr" einer Sozialisiernug des Bergbaues hat schon in o b c r s ch l e s i i ch e n Kapitalisten- kreisen soht merkwürdige Erscheinunaen ycrvorgernfen Sollen sich die im Rheinland in vcrstäikter Form wieverholen? Nichts lockt uns... Anläßliib des ReicdSkanzlerbcfuchcS in Köln richtete unter Kölner Parteiblail einen offenen Brief an den ReictSkanzler, dein wir ein freudiges Belennmis zur Deutschen Republik ent- nehmen löiwen: .Srr begrüßen Sie." heiß»nisieli»m, wenn man die von der Enienie zligestandeile Gesamtzahl vo» 4000 Offizieren ungeschmälert bewilligt. Meine Partei gehl über dieses Aeutzerste unter keinen Umständen hinaus. Nach längeren Alis'ührungen wird»nler Ablehnung d e S sozialdemokratischen Antrages der bürgerliche An- trag angenomnien, der die Zabl der Siabsossiziere aus 600 festsetzt., Ein weiterer Antrag Srftcklcn(Soz.). die bisher>m ganzen gestrichenen 69 böhetcn O fiziere nicht den etatS» ästige» 1149£a,ipt« leiiten, so» de in de» 2027 Obelleuinants und LrulnautS hinzuzu- tüge». w>rd angenommen. Aus Anfrage Henke(USP. recht?) über dir Beförderung vo« Unteroffizieren zu Offizieren antwortet General v. Braun gi.W.M), daß es«ach der Ab- ichnuilg seines Borsck lages, die Zahl der 56 ersparten höheren Oi fiziere den Hauptleuic» zuzusühre», es in der nächsten Zeit nicht möglich sei, Olfizirrc aus dem Mannschastsbestande z» Haupileuten zu befördern. Abg. Stücklrnone» diese Dahlen notwendig mache. Auf Anfrage Stückten'«oz>, ob Unteroffiziere entlassen«nrden, weil fie einen« politischen Berri» dz« dem Reich svcrband deutscher Bernfssoldaten anpchörten, erwidert Minister Dr. Gefiler, dah politisch« Gründe für die Entlastungen durch die Sichtung»- i• kommission keinesfalls mastgefiend sei« dürfen. Beschwerde» werden genau geprüft. � Nach längerer Aussprache über den Wen Ver Brieftauben — wozu ein i'oz>aldemokiailichcr Antrag vorliegt, die Zahl der Briesiaubenmeister von 48 auf 24 herabzusetzen— werden ,n der Abstimmung die Befolduugsvorlagen betr. Mann- schaftS-, Unteroffizier- uqd Feldwebelgehalter angenommen._ die wahren Gründe. Von befliinlecrichteter Seite wird uns geschrieben: Die Ursache deS LondarbeiberslreikS in Vorpommern sind Eni.» lassungen von Landarbeiterfamilien, die am 10. November vorgenommen worden sind. Tese Streitfälle Hab: n die Schlich» tungsauLschüsse beschäftigt, und in allen Fällen wurde von diesen ausgesprochen, daß die Kündigungen und damit auch die Eni- laffungen zu Unrecht erfolg: sind. Der Rechtsanspruch dar Ar» beiter stützt sich auf eine Verordnung des Oberpräsidenten vom 20. April 1920. In einem Falle wurde das SchlichtungSver- fahren ausgesetzt, weil der Arbeitgeber für den Streitfall da? ordent- lich- Gcrcht(Amtsgericht Stralsund) angerufen hatte und dieses die Perordnung des Oberpräsidenten für rechtSunwirk- sam erklärte. Damit glaubten nun auch weitere Kreise von Arbeitgebern trotz der vielen vorher ergangenen Schiedssprüche ver SetlichtungSauS-- sä'üste die Berechtigung herleiten zu dürfen, ihre Arbeiter zu ent» lassen. Di« entlassenen Arbeiter waren zumeist Funktionär« des Deutschen Landarbeiterverbandcs. Es ist ihnen werter lein Vorwurf zu machen, als datz sie sich organisiert haben und für ihre Organisation wirken. Das ist natürlich den Herren vom„Pommerschen Landbund" unangenehm. Deshalb e n t» lassen sie die Leute. Eine jede ungerechte Entlassung mutz jetzt aber bei Dcg'nn de? Winter? erbitternd wirken. Wenn dann die anderen Arbeiter ihren entlassenen ArbeitSgenossen beispringen und in tert Streik treten, so darf da? niemand wundern. Wer heute noch nicht entlassen wird, mutz es morgen erwarten. So ist der jetzige Streik entstanden, und wird es jedem unbe- fangcnen Beobachter klar sein, datz, wenn durch diesen Streik eine Schädigung unserer Ernte eintritt, die Schuld der den Arbeit- g«bern in Vorpommern liegt. Ausdrücklich wollen wir feststellen, dah Notstands- arbeiten von den Streikenden verrichtet werden. Wo dies nicht möglich war, sind die S:re'kend«n von den A rbeitgebern an der Ausführung der Notstanddarbeiten gehindert worden. Mandatsverzicht. Au» Dresden meldet WTB: Der Buch» Händler Richard LipinSli. Reichstag», bgsordn-ter und Führer der sächsischen ll. S. P., hat auf sein Mandat zum sächsischen Land- tage verzichtet. Der Aeltcstenrat der Preußische» LandeSverfammlung beschloh am Mittwoch am Freitag in di« dritte Beratung der Ver- f a s s u n g einzutreten. Da eine große Anzahl Anträge neu eingebracht worden ist. soll die Fortsetzuna der Beratung über die Verfassung erst am Dienstag erfolgen. Am Sonnabend und Montag wi o der Etat weiterbera en. Lber'ch'rficnS Anton, wie. Die Mittwochfiyung des 2l. Aueschnsie» zur veroinng des Autono miepesetze» für Oberichlesien war vertraulich, iedoch»st sicher, dast da» Gesetz die g roste Mehrbeit des AuSichustcS tvt de» Plenums finden wird. Unier vorläufiger Vermeieung einer Ansfrrache im Plenum werden die Parteien einstweilen zu dem vorliegenden Geietzenlwiirf lediglich Erklärungen abgeben. Tie neue ZcituagSerbvhrcnarbnun» die ursprünglich bereits am 1, Juli d- I in Koaft treten sollte, deren Inkrafttreten dann aber auf Wunsch der ZeitungSverleger zweimal hinausgeschoben worden ist, tritt laut KabinettSVeschlutz nunmehr vom 1. Januar 1921 ab in Wirksamkeit- Krankcnlassenwahleu in Hamburg. Am Mittwoch sind die Wahlen der Arbeitnehmer zum AuSschuh der Allgemeinen OrtS- krankenkasse in Hamburg vorgenommen worden. Von 14 Sitzen fielen 9 auf die freigewerkschastliche Liste, 2 an die Kommunisten und 3 an den bürgerlichen Mischmasch. ?m Solöe öe? Inöuftrie. Ans wessen Mitteln die O r g e s ch unterhalten wird, das zeigt folgender Brief, den uns der„Republikanische Führerbund" zur Verfügung stellt und den wir im Auszug wiedergeben. Bayerischer Industriellen- Verband E. B. München, Sonnenstr. 5 I. T- 55822. Postscheckkonto 249. Bankkonto: Deutsche Bank. Müncben. November 1920. An unsere verehrlichen Mitgliederl Nach angestrengter zweijähriger Arbeit aller nach Ausrecht- erhaltung von Rübe, Ordnung und Sicherheit strebenden Kreise ist eS glücklich gelungen, in Bayern wieder geordnete Verhälinisse zu schaffen. Den Mittelpunkt dieser Ordnung bildet die mit vieler Möhe ausgebaute Einwohnerwehr. DaS hat die Gegenseile llar erkannt nnd deshalb versuchen jetzt unsere äustere» Feinde im Bunde mil unseren inneren Feinden dieses Bollwerk nicderzureisten und uns wieder dem Chaos zu überliefern. Tie Gefahr ist grost und es handelt sich jetzt um d>e Zukunft unsere» harlbedräiigten VaierlandeS. Der Bayeriiche Induftliellenoerband benötigt in diesen Zeiten ständiger Geiahren eines Fonds» der es ihm ermöglichi, schnell zu handeln und Mittel zur Vcrsügung zu stellen, wo es die Not ge- bietet. Gelingt es nicht, das Noiwendig« zu schaffen, so müssen wir die Waffen strecke» und alles preisgeben, waS in harter zweijähriger Arbeit geschaffen wurde. Darum Industrielle helft unS! Denkt daran, daß nie Geld besser angewandt wird, als hier. Weiin Ihr jetzl nichl Opfer bringt, dürit Ihr Euch nichr wundern, wenn Ihr später alles verliert. Austerordentliche Geiahren erfordern austerordeinliche Wiitel. D»e Vorstaildi'chofr hat deshalb beschlossen, Sie zu bitten,«ine ein- malige S p«n d e in Mindesthöhe Ihres zehnfachen Jahresbetrages zum Bayerischen Jndustriellenverband zu leisten. Nur wenn alle Mitglieder diesem Rufe folgen, können wir hoffen, den Feldzug gegen die Zerstörer vo» Rübe und Ordnung. gegen die Todseinde des Bürgeriums zu gewinnen. Die Vorstände des Bayerischen Jndusiriellen-VerbandeS E. V. gez.: D. A. V. Nieppel, gez.: E. E p pn e r. gez.: H. S emlinger 1. Borfitzender. 2. Vorsitzender. 8. Vorsitzender.' C. Martini, M. Kahle, Tr. A. Suhl», 1. Schrififllhrer. 2. Schristsührer Haupige'chästSiührer. Man sieht, wie viel Geld sür reaktionäre Zwecke dieselbe Industrie noch ü b e r f l ü s s i g hat, die ständig jammert, von sozialpolitischen Losten und Stenern erdrückt zu werden! Wer noch als Minimum das Zehnfache seines VerbandSbeltragcs für die Orgeschspcnde aufbringen kann, dem geht es wahrlich noch nicht schlecht. Aber das Schreiben beweist rfuch, datz die Orgcsch nichts weiter ist als die Schutzgarde der Industriellen im Kampfe gegen die Arbeiterschaft._ Neukommuniftische Treulosigkeit. Aus dem ReichSrag wird uns geschrieben: Am 11. November rrörterlen Verireter der rechten und der linken UjS.P. und der K.P.D. in Gegenwart eine» in der Sache �«sonders ünlerrichieten Äannes die Schwierigleilen. die der Wieder- ausnähme der wirtschasrlichen Beziehungen Deutsch- Ifta n d s und Sowjetrustlands entgegenstehen. Von der vor- geschlagenen gemeinsamen Aktion der Parteien wurde ab- gesehen und beschlossen, dast den Fraktionen zunächst berichtet � werde und in nochmaligen gemeiniamc» Beratungen die weitere Verfolgung der Angelegenheit in Erwägung gezogen werden solle. Bis dahin sollte keine Partei selbständig vorgehen. Am 24. November wurden die Teilnehmer der Kouserenz jedoch dadurch in Erstaunen gesetzt, dast„Die Internationale" ein« Interpellation veröffentlichte, die alles Wichtige enthielt, Die Jurpfreie Kunsischau. Von Dr. John Schikowskt. 2. Ziele und Gewinne. Die Iurhfreiheit dieser Ausstellung ist keine absolut«. Zwar wird jedes eingesandte Werk gegen Zahlung einer nrästigen Platz- gebühr ausgestellt, ober bei der Plazierung findet doch eine gewisse Zensur durch den ArbeitSauSschust statt: die als werivoll befundenen Arbeiten hängen in de» Vordersälen und der zweifcISfreie Schund ist in Schreckenskammern vereinigt. Immerhin wird jedem Maler oder Plastiker, der die 20 M. Platzgebühr aufbringen kann, die Möglichkeit gegeben, vor der Oeffenllichkcit zu erscheinen. DaS Richteramt letzter Instanz liegt beim Publikum. Ihm erwächst daraus eine schwierigere Situation und eine höhere Verantwortung als bei den sonst üblichen Ausstellungen. Der Reichskunstwatt R e d s l o d hat tn seiner Eröffnungsrede auf diesen Punkt nach- drücklich hingewiesen. ES liegt im Charakter einer jurhfreien Ausstellung, dast in ihr vor allem solche Künstler zu Worr kommen, die zu anderen Ausstellungen nicht zugelassen werden, teils weil ihre Arbeiten unter jedem diskutablen Niveau stehen, teils weil sie Zukunftswerte ent» halten, die noch nicht verstanden und anerkannt werden. Sehen wir, was die Ausstellung in dieser Hinficht bietet Zunächst wäre zu sagen, dost unter den Künstlern, die nach Meinung der«usstellungSleitung eine besondere Beachtung ver» dienen, zwei ganz gewiß auszuschalten sind: Bein dort lSaal 3. Nrn. 66—71) und Schwichtenberg(4, 1162—68). Der erste erscheint ber aller Korrektheit dürftig und namentlich in seinen Farben weder gcfüblsstark noch sinnlich reizvoll, der zweite'ist von einer unerträglich flauen Süßlichkeit, dabei hölzern und auSdruckS- arm. Auch der mit zehn Arbeiten vertretene K'nottneruS-Meyer (6, 603—12),«ine Mixtur aus Cortnth und Ludwig v. Hosmann, kann kaum al» zukunstverheißend gelten. Gute Ansätze zeigen die Arbeiten von O e h m e(3, 878—84), die aber in» einzelnen oft kleinlich und im ganzen zu wenig gegliedert erscheinen. AuS den tpnigen, in dünnem Farbenauftrag sicher gestalteten Bildern von D a v i d s o n(4, 190—92) spricht mehr Kuliur al« starke Eigenart, und ebenso wirkt in den Kompositionen von H u t h<21, 486—94) mehr da» klug Ersonnen« und geschmackvoll Distinguierte als di« ur» wüchsige Empfindung, die aus einem inneren Zwange heraus schafft. Der Gewinnseite nähern sich Brrll(23, l42-44) und Schröder<22, 1121—27), die beide eine gewrsie Grütze der Formen zeigen, in der Farbenrhythmik aber ein wenig monoton und schematiich wirken; Colin(22. 173—78) mit gut gesehene» und in lernigen Linien eindrucksvoll gegebene» Akten, N i e t s ch e (22, 868- 70) mit starken dekorativen Arbeilen, die etwas an die Art des frühen Kandinöky erinnern: Straube(3, l 209— 28), ein sehr interessanter Eigenbrötler, der suchend und experimentierend ielt- same Wege geht und in der zusammenballenden Gestaltung optischer Ratureindrücke namentlich koloristisch Feines und dabei Kräftiges gibt; und ichlietzlich BernSmeier(24, 91— 93). dessen mit schlichien Mitteln fein gebaute SlimmungSbilder eine dekorativ« Delikatesse zeigen, wie sie bei deutschen Expresflonisten nicht oft zu finden ist. Als di« eigentlichen Tresser der Ausstellung, soweit fie bisher ilnbeachteie ans Licht stellt, erscheinen uns die Arbeilen von S. Mohr und Karl LouiS Heinrich-Salze. Mohr(4, ohne Nummern) lehnt sich an die französischen Kubiften, besonders L6ger. an. Seinen ernst und sorgfältig durchgeführten, koloristisch reiche» Kompositionen seht nichl« al« eine iestere Geschlossenheit de» AuibaueS. Heinrich» Salze<24. ohne Nummern) wirkt durch klaren, reinen Farben» rbythmus und di« temperamentvolle Wucht der Linien und Massen. Er erinnert leise an Franz Marc und Jatoba van HeemSterk, be- kündet ober doch«ine sehr starke und glückliche Eigenart. Dies? Ausbeute mag manchem gering eischeinen. Aber e» wäre unbillig, mehr zu erwarten. Nicht jede« Jahr zeitigt«in neue« Genie, und wenn dre Jurysreie Runstschau ein kleine« Dutzend wirklicher Künstler au« der Verborgenheit erlöst hat, so gebühr» den Leitern de« Unternehmens, in erster Linie dem rührigen Vorsitzenden Sandkuhl, und daneben dem Kultusministerium Donk und auf- munternde Anerkennung. �_ Karl Gotye zum Schnlrat in Hamburg gewählt. Der ham- buvgische Senat Hai, wie uns gemeldet wird, auf Vorschlag der Obersch�ulbehörd« den Hamburger Schulinspektor Karl Goetze zum Schulrat ernannt. Goetze ist 1865 in Pinnebevg als Sohn cin-S Fabriktischlers geboren, bat das Hamburger Seminar von 1884 bis 1887 besucht und ist dann in den Hamburger Sckiuldienst als Volksschullehrer eingetreten. Seit dem 1. Januar 1920 ist er Schulinspcktor. Goetze hat sich als Pädagoge und päda, rag scher Schriftsteller einen Namen erworben, der über Deutschlands Grenzen binaus guten Klang hat. Mehrfach wurde er von der prsutzisckrcn und oon der Reichsregierting zu Beratungen über pädagogische und schulpolitisckie Fragen linzugezogerr. Die Reform de« Zeichcnun:errichtL. die Frage der künstlerischen Erziehung in der Sckule und viele andere Fragen der Schulreform sind mit Goetze«ng verknüpft. Die Hamburgsr freiheitlich gesinnt« Lehrer- schast wird die Ernennung Goetze» zum Schulrat freudig begrüßen. HörcrauSlesen für di« Volkshochschule schlägt Prof. Dr. Adolf Günther in einem Aufsatz vor, der da» Verhält», S von Arbeiterschaft und Hochschul« bespricht. Er nennt den Anspruch der Arbeiterschaft auf die Hochschule ein« entscheidende Tatsache; er werde von nicht gering«» oder geringwerngen Schichten der Arbeitnehmerschaft erhoben. Gegen die von Minister Hacnisch in seiner als sehr beuierkeriswerl gewürdigten Schrift„Staat und Hochschule" erwähnt« Feststellung einer preußischen Studenlen- stapftik, nach der nur acht Studenlen Söbne von Arbeitern waren, wendet Günther ein, auf Grund persönlicher Ermittlungen über die soziale Herkunft seiner eigenen Studenten an der Berliner Universität könne er bezeugen, datz die Arbeiterschaft glücklüber- weis« sehr viel größere Kontingente an die Universitäten entsandt hatte. Doch auch das(es wäre bei den beutigen Stubienkosten ein Phänomen I) würde noch llicht-s ertlscheiderldes beweisen, und Günther stützt sich auch auf die wichtigeren Tatsachen, daß neuerbing» mancherlei Schulen gegründet worden sigd, die da« Ziel haben, besonder» der Arbeiterschaft«ine Bildungsstätte zu sein. Nun weist aber der Besuch der Vollschochfchulkurse da und dort Ziffern auf, die nach Ansicht Günther» vor einem Ueberfchätzen de» Interesses der Arbeiter zu warnen hätten. Indessen, wenn in Berlin anerkannt« Hochschullehrer ihre Vorträge in der Volks- Hochschule vor einem halben Dutzend Hörer beginnen mutzten, so kann Günther doch selber feststellen, datz die Erfahrungen in den meisten anderen Städten günstiger, in Nürnberg z. B. auSgezeich- nel sind. Er. möchte nun hier der Volkshochschule einen Weg zur besseren Sicherung ihrer Arbeit zeigen. Sein Vorschlag sagt: „Wie nämlich im parlamentarischen Staat das aktive Wahl-- recht bei der Mass«, die MondatSauSübung bei einer kleinen Min- derzahl liegt, so kann die Volkshochschulsrage auch aufgefaßt ver« den: nicht als«ahllos« Vermittlung von Lehrstoff an die Gesamt- Heft, sondern als Auslese einer viel kleineren Zahl; e« käme nur darauf an. datz ein streng demokratische« AuSleseprinzip gefunden würde. Solang« die von der EinheiiSschule erwarteten Wirkungen einer solchen Auslese noch nicht eingetreten sind und man einst- weilen noch Grund hat, sie mit Zurückhaltung zu betrachten, müßte di« Auslese für die Volkshochschule selbst und unmittelbar vorge- nommen werden. Die» käme im Endergebnis darauf hinaus, den Organen des sozialen Leben«: Gewerkschaften, Betriebsröten, Genossenschaften, aber auch den Unternehmungen Gelegenheit zu geben, Berufen«— und nicht nur nach IleberzeugungStreu« oder Sttminenkraft zu künftigen Funktionären Geeignete— in die Hörsäle der Volksdochschulen und ähnlicher Anstalten zu entsenden. Die Ausgewählren hätten sich für längere« Verweilen an den Bil- dungSstättcn einzurichlen, müßten natürlich angemessen für den LohnauSfall«nischädigt werden und wären unter Umständen zur Ablsgung von Prüfungen zu verpflichten. Für kürzere Zeit ist daS schon realisiert worden, in Münster etwa oder Frankfurt a. M., aber es waren dabei meist praktisch« Zweck« im Spiel. Ist aber das theorensche Leinde dürfnis anerkannt, dann muß ihm auch ohne solche praktisch« Zweck« genügt werden. An Geldschwierig- ketten dürste der Gedanke schwerlich scheitern, die Gewerkschaften gehören heut« zu den bestsiluierte» Gruppen der Gesellschaft und die Genügsamkeit derer, die al« Lehrer in Betracht kämen, ist be- kannl: auch die Anforderungen an sachlichen Lehrmitteln dürften zunächst nicht zu groß sein." Auf diese Weise hofft Günther zu vermeiden, wa« jede ander« Art Volksbildungseinrichtung fürchten müsse: die durchaus dem Zufall ausgesetzt«, jeder ordnenden Voraussicht entzogene Zu- sammensetzung ihres Publikum«. Der Vorschlag würde aber eine Umwandlung der Vottsbockikchule. wie wir sie jetzt z. B. n, großer Form in Berlin sich enttvickcln sehen, bedeuten, wenn etwa er so gedacht wäre, datz die Hörerschaft sich ganz nach diesem Aüslese- Prinzip bilden soll. Man würde dann zur bloßen Jnternatsvolk». Hochschule gelangen und die Hörerschaft, die jetzt nach eigenem Willen herankon, m«, wäre ausgeschaltet. Das hieße aber die Volksbochschularbcit zurückschrauben auf einen Punkt, der die Wünsche und Notwendigkeiten der Massenstädtc nicht mehr befrie- digen könnie. Diskutabel scheint Güniher» Vorschlag nur dann, wenn er daraus ausgeht, bie frei zuflietzend« Horersehaft durch ein« Hörerschaft, die in Auslese enrjandt wird, zu ergänzen. !tr. 57$ ♦ 37. Jahrgang Seilage ües Vorwärts Donnerstag. 25. November?H2S Groß-berün tzungernöe Stuoenten. 5ie Notlage derTStudeiilen'chaft, die jetzi auf geistigem hreaui materregem Gebiet' schärfer ata je zutage iritt, ist nicht erst in den Eieignissen dieser Tage begründet, vielmehr liegt ein Ver- elendungsprozetz vor. der langsam, aber bebarrlich Fort- schritte macht imd einer K>ilastrophe entgegentreibt, wenn nicht recht- zeitig Hilfe ertolgl. Wiederholt war in den Spalten dieieö Vlattes von der Not der jungen Akademiker gesprochen worden, die diese eigentlich an die Seite der lämpfenden A rbeiterschatt stellen sollte, und ans dem Geist des V e r st Z n d i g u n g s- willens heraus und auch die Worte zu verstehen, die der preußische Kulluiniinisier in seinem Buch„Staat und Hoch- schule' an die studierende Jugend richtet. Ter Weg, den Arbeiler und Studenten beschreiten, ist nicht der gleiche. Beide trennen rieie gesellschaftliche Schränken� und erst die restlose Erkenntnis ihrer Klafsenlage wird die Siudentenschast dorthin führen, wohin sie allein ibrer sozialen Stellung nach gehört: in da» Lager der geistig und körperlich schaffenden Kräfte des Volkes. Ein Teil unsere Studentenschaft hungert— das ist die tragische Einsicht, der sich auch die Arbeiterschaft nicht verschließen kann. In den meisten Fällen von ihrer Häuslichkeit losgelöst, sind die Studenten um so schonungsloser dem M i e t- und Wohuungswucher ausgesetzt, je geringer ihre materielle Widerstandskraft hiergegen ist. Tie täglich steigenden Preise für Lebensmittel und sonstige notwendige BedartSärtikel be- drängen mit furchtbarer Härte die Existenz derer, die entweder über keine Einnahmen verfügen oder deren Einnahmen— durch Privatstunden, AuSbilfSunterricht in den Schulen ui'w.— infolge des gewaltigen Ueberangebote» von ArbeitSkräfien aus ein Minimum heruntergedrückt wird. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten politischer Natur kann rS nicht der Wille des deut'chen Volles sein, seine geistigen Arbeiter verhungern zu lassen. Wer die elenden Gestalten, in dürftige Krieg Smäiitcl gehüllt, in den Räumen der Universi'ät blaß und unterernährt gesehen bat. wird Verständnis für das Hilfswerk haben, das von der.Sludcntenhilfe Berlin' dankenswerteiweste ins Leben gerufen worden ist. Die Organisation will durch schleunige Veranstaltung von Geldsammlungen, deren Beträge alle Banken entgegennehmen, die augenblickliche und größte Notlage lindern. Ein Anfang znr Hilfe. Bon der Universität Berlin ist jetzt eine Studenten- spersun g eingerichtet worden. Ire soll den Studenten ein un« geiähr ausreichendes Mittagsmahl zu erträglichem Preiie gewähren. Gestern wurde diesem Unternehmen rn einer kleinen Feter. an der Vertreter der Universität, der Regierung und der Stadtverwaltung teilnahmen, die Weide gegeben. In den vom Reichsichadmintsterium für die Studentenspeisung überlaffenen Räumen der Kaierne an der Friedrichstraße begrüßte der Universstäisrektor Pros. S e ck e l die Gäste. Tie Größe der Not, die dieses Hilfswerk erfordert, sei noch nicvl genug bekannt. AuS Mangel an eigenen Mitteln müsie die Uiiioersilät aus den Beinand der Regteruna, der Stadl und privater Perionen rechnen. Ter Prorektor- Pros. Ed. Mgyer konnte mitteilen, daß vom-Reichsfinaitzministerium die dringend nötige Förderung in AliSsicht gestellt ist. Bieber haben hauptsächlich Banken und Jnduiiriesirmen das Geld gespendet und die Stadt liefert Lebensmittel zu erschwinglichem Preis. So kann den Studenten für 2, S0 Mark ein einfaches Mittagsmahl geboten werden, zwei Teller.Hausmannskost'. 2.30 M. war tür eine Sludentenmahlzeit, sagte Eh. Mayer, früher ein phan- tastricher Preis, ober heule ist dafür in Berlin nichts� zu haben. 1300 Studenten können fich dort leidlich satt effen, nur 1300 von 12—18 000-Studenten auS vier Hochschulen(Untver- filät, Tierarznei-, Landwirtschaft«». HandelShochichulej. Eine Erweiterung des. Werkes wüte nötig, aber uoch� fehlen die Mittel. Einstweilen wird nicht nach der.Bedürftigkeit' des Gastes gefragt, doch will man späier eine Siebung einführen. Geplant ist mich Spci'ung in den Abendstuiiden, ferner Schaffung von AusenihaltSräumen für Studenten mir ungeheizter.Bude'. Gedacht wird ferner a» Einrichtung von Sindeiilenwohnuiigen ans i Idem Kasernengruiidstück. Prof. Mayer betonte die Notwendigkeit, der Wissenschaft ihren Nachwuchs zu erhalten. Ein Vohnungsanzeiger. Tie dem WohnmrgSvelbaird Groß-Berlin bisher übertragenen Ausgaben sind nunmehr mit Ausnahme der Subvenponierung von Neubauten und der Materialbeschaffung aus das Haupt- Wohnungsamt Berlin. Neue Frtedrichstr. 80, übergegangen' Tiefe» richtet»unächst eine BerteilungS- und Ausgleichsstelle ern. d. h., einmal weiden die von außerhalb nach Groß-Bcrlin Zlruebeir- den und die Flüchtlinge auf die 20 WodnungS-Bezirksämter des SiadtgebieteS perteilt» ,um anderen ein Ausgleich berechtigter Jnteresien hinstchilich der Wahl des Bezirksamtes. in dem eute Wohnung gesucht wird, votgenommen weiden. TaS Wohnungsami Berlin bereitet die Herausgabe eine» Wohnungsanzeigers vor, da in der Zeit teblender Bautätigkeit für Wobnungsinhaber zur Erlangung einer anderen Wohnung nur der Tausch in Frage kommt. Jeder, der eine Wohnung bat, aus zwingenden Gründen iudessen einen Wechsel vornehmen muß. wird dadurch instand geiegt werden, kostenlos seine Wünsche durch die Zeitung bekaiiittzugeben und einen geeigneten Tauschpariner zu finden. Tutch Kam der Zeitung erhält er sofort eine llebersichl über das Angebot, ohne daß es stundenlangen Wartens bedütfle. Die Genehmigung aller durch die Zeitung vermittelten Vorhaben bleibt Sache der Bezirks- ämter._ Ter Ausfall vou� rankenmilch. Aus Grund vielt'acher Anfragen wegen des AuSkallS der Krankenmtlch wird vom Nachrtchtenamt des Magistrats folgendes mitgeteilt: Die Milchzufuhr ist in erheblichem Maße zurückgegangen und befindet sich noch weiter im Rückgang. Aus den mit Rücksicht hierauf vom Milchamt bei den Reichsbehörden vor längerer Zeit gestellten Antrag, dte Emsubr dänischer Frischmilch ,u genehmigen ttiid deren Abgabe zu Inlandspreisen zu ermöglichen, ist bisher eine Antwort nicht erteilt. Bei der Verteilung der zrn Verfügung stehenden Milch wird im Einverstebmen mit dem Medizinalamt und den Vertrauensärzten von Groß-Berlin in erster Linie Wert daraus gelegt, die Binder bis zum 6. Lebensjahre mit Frischmilch zu beliefern, da für sie Kondensmilch als Et sah nicht in Frage kommt. Auch die Kinder werden bereits nach der niedrigst zulaifiaen BelteserungSIisle versorgt. Für Ktanke steht lediglich die nach Deckung deS Kindernot- bedarts vorhandene Milchmenge zur Verfügttttg. Tiefe ist zurzeit so gering, daß das Mtlchamt genötigt ist. starke Einschränkungen tn der Belieferung der Kranlenkarien vorzunehmen. AIS Ersatz wird Kondensmilch zur Vertügung gestellt. Da irgendwelche Mittel zur Verbilliqung nickt vorhanden sind, kann die Kondensmilch nur ent- iptechend den Presten. die die Retchssielle für Speisefette dem Milch- an« berechnet, abgegeben werden. Die öezirksversammlungeo. Die BezlrkSverordueteuversammluui, von Charlottenburg eröffnete am Dienstag im Auftrage des Magistrats SlaStrat Ä o b l e n z e r. Er schildertet wie nach langjährigen Kämpfen endlich die große Gemeinde Groß-Berlin zustande gekommen ist und hob hervor. welche Vorteile besonders im Sckul- pnd Steuerwefen der Asige- meinheit daraus erwachsen. Als Vorsitzender der Bezirksper- iammlung wurde vorgeschlagen Dr.'Hertz sU.S.P.) und Rektor Ko.chler von den bürgerlichen Fraktionen, welche sich mit Auk- nähme der Demokraten zu einer Fraktion verbuirden haben. Koehler wurde mK 36 Stimmen gewählt, auf den llnabhängtgeit Dr. Hertz sielen 23. Zu SteNveitreiern mit gleichen Reckten wurden gewählt Dr. Hertz lU.S P) und Dr. Frentzel(Demokrat). Zum Schrififührer wurde gewählt der Genosse Mickler, außerdem drei Stellvertreter. Oberstadtsekretär Brand wurde zum Protokoll- sührer aewählt. Als Sitzunilötag wird der Mittwoch bestimmt. Zur Festsetzung der Zahl der Mitglieder des Bezirksamtes wurde ein 15 gliednger Ausschuß gewählt. Die Bezirksvrrsammlung deS 1 4. Berwaktuitqsbezirks wurde gestern dmch den Siavtrar Poetzlch im Neuköllner Rathaus eröffnet. Nach einer die kommunalen Verhältnisse Berlins kenn- zeichnenden EinsnbruitgSrede wurden zum l. Borsitzenden Gotti'chalk sU,S P.). zum 2. Vorsitzenden Genosie Kunze und zu Beisitzern Treßnack(Büraerl.) und Walter(L U.)'gewühlt. Als Schriftführer iunaiert zunächst wieder Herr Stadtsekretär Günther. Eine von der Versammlung eingesetzte neungliedrige Kommission soll die Wahl der Bezirlsamtsmitglieder vorbereiten. Als SitzungSlag wurde der Freitag lBeninn 6 Uhr) gewählt. Die BezirkSversammlung des Xlll. Bcrwaltttuzsbrzir.kS wurde vom MagistratSkoministar Stadtrat Schütting in der Aula de» Lyzeums in Tempelhos. Geimaniasiraßc. eröffnet. Bor der Begrüßung der vollzähligen Versammlung leitete der Arbeiter» Männergesang-Betein Tempelbot-Mariendorf. Mitglied deSÄibeiter» sängerbundes. den Akt recht suminungsvoll ein mit dem Liese: .Krönt den Tag".— Dre Fraknonen sind vertreten: U S.P.D« durch 11 Mitglieder. S.P.D. 7. D.V P. 9. T N. S. Dem. S. Ztr. L Die bürgerlichen Vertreter: D e u t s ch e V o l k Spartet. Z e n» t r u m und D e ii t s ch na t> o n a l e n hoben sich zu einerFlastion zusammengeschlossen. Zum ersten Vorsitzenden wurde KLier lU. S P. D.) gewählt. Erster Schtittfühier wuide der Bürgerliche Dr Jäger. Vorsteher-Stellvertreter Genosie Henschel und 2. Eckrifisührer Nolte, Demolr.— Hierauf erfolgte die' Ein» setzunt eines elsgliedrigen WahlaiiSschusies. dem auch unsere Ke« nossen Ewald und- Müller angehören. Dem Ausschuß ist die Er» ledigiing der Boi schlage über Festsetzung der Zahl der Mitglieder des Bezirksamts und die Zabl der besoldeten und unbesolden Mit» glieder übeiwiesen. Ter. Vorsteher Küier beruft diesen WadlauS» tckuß zur Vorbereitung zu einer Sitzung am F eitaa, den' 26, ein, um die Anpelegenbeit ichleuniast erledigen' zu lasien, und dem Magistrat baldigst die Vorschläge unterbreiten zu können. Tjx Kommiiston.zur Erledigung der Ge'chä'tsorduimg wird zum Montag. den 20, zulammenberusen. Beide Sitzungen sollen im Marren» dorser Rathaus stattfinden. Ein grohes Tiebeslager, das für mehr als 100 000 M. Sacken aller Art, besonders ober Silberzeug barg, wurde in Cöpenick entdeckt. Dort hatte ück'n der Müggelhermer Straße ein Paar eiitanartiert. das sich als Eheleute ausgab. Weil es immer Pakete erhielt, so geriet es in de» Ver- dockt, irgendwelche verbotenen Geickäsle zu betreiben. Dt« Cöpenicker Kriminalpolizei fand schließlich in Abwesenbeit des Ehepaars Stlbersachen aller Art, Tafslsilber usw. mit dem Zeichen G. A., E. P., G. H., silberne Handtaschen, ein Ebenholzkästcken mit Clteitbembcschlag. ein Eisernes Kreuz I. Klaffe, ein Oldenburger Berdienstkreuz I. Klaffe, O'fiziertachselstücke. mehrere Bronzefiguren. eine» Bogenschützen, ein Mädchen mit zwei Eimern, ein Knabe mit Mädchen und zwei Schlilknaben mir Mäd» chen darstellend, eine Frauenbüste ans schwarzem Gianit. einen Eletanten aus Ebenholz, eine ganze Anzahl Oelgemälde. Land» schaften und Bildnisie, sowie viele Wäsche- und KleidiingSstücke mit den Zeichen M. E. C. L., A. M., M. S. und I L., außerdem Reise« körbe und Handkoffer. Alle dieie Sachen befinden fich im Cöpe» nicker Raihause- DaS Ehepaar ist spurlos verschwunden. Eine Mahnung an Mieter und Vermieter. Vom Nackrichtenamt des Magistrats Berlin wird folgendes mit» geteilt t Es kommt vielfach vor. daß eine Mieterparlei im Verband» luugStermin vor dem Mieleinigungsamt über die erfolgte Ladimg ihre Lerwunderung ausspricht und erklärt, der Mitwirkung des Met» einigungSamtes hätte e» gar nickt bedurft, wenn der Vermieter un» mittelbar mit ihr fich in Verbindung gesetzt hätte, wäre es. leicht zu einer Veiständigung gekommen. An die Vermieter richten wir daher hiermit die dringende Bitte, iortan das MteteinigungSomt zwecks Zustimmung zur Kündigung usw. erst anziirnsen, nachdem ihre Einigungsveriuche mit der Gegenpartei seblgeschlayen find. Di« gleiche Bitte ergeht an die Mieter für die Falle, tn denen fie an» tragSberecktigt find. Dieie Mithilfe aller Beteiligten ist unerläßlich, um den sehr belasteten Mieietnigunosämiern unnölrge Arbeit zu ersparen und sie so zur sach- und. fcistgerechlen Erledigung wirklich zwingender Anträge, in den Stand zu.fetzen, sie liegt also.itst Ah- gemelNtnteicffe.>- Tie kaiferliche Gcinciydeschuke? Aus Lehrerkreijen wird uns geschrieben: Gelegenilich einer Versammlung der E l t e r n b e i r ä t e des Kreises Prenzlauer Tor in der Aula der Gemeindeschule P a st e u r st r a ß s erregte ein Wandschmuck das Befremden der Anwesenden. Die Wand über dem Rednerpult ziert ei» Relief, ein Kopfbild Wilhelms EL. mit eut- sprechender Umrahmung. Es ist geradezu reichlich, wie duldsam die deutsche Republik sein kann. Jeden Tag gehen in diesem Räume Lehrer und Lehrerinnen ein und aus. die doch sozusagen g e» s ck w o r e n e Revublikaner sind. Muß nicht dieser Anblick ihr Gelühl für die Heiligkeit de» Eides verletzen? In einer Schill« soll doch daS werdende Geschleckt in republikanischem Geists erzogen werden. Nun gibt es- ja eine Miiristerral-Verssigung, die Bildnisie der noch lebenden Hoheirzollerit zum Verschwinden verurteilt, sofern sie nickt als Kunstwerke anzusprechen sind. Aber die heroische Darstellung eines Mannes, der davoitgelauien ist, nachdem er einem Volke ins Unglück.gebolien bat. und den sein« Das Licht der Heimak. 70] von August hinrich«. Dabei blieb er. Als Fied es trotzdem noch einmal wagte, richtete sich der Votzbauer in seiner ganzen Länge auf und Iah den fast um zwn slopf kürzeren Fied so sonderbar an, daß dieser endlich begriff, hier war ein noch härterer Kopf als fem eigener. Er mutzte gehen. Dieses Hindernis konnte den ganzen Plan über den Haufen werfen.,,.,. Wieder fand eine Beratung in Metas Stiwe statt, bei welcher Ficd berichtete.-Dierk war verzweifelt. Sollte die Ar- bcit. alles Hoffen umsonst gewesen sein— alles zu schänden werden an einem einzigen Menschen? Wie er den Hatzte. Sommer hatte sich über die Karte gebeugt. Auch er war trostlos und suchte nach einer Möglichkeit, ans des Votzbaucrn Moor zu verzichten und die Anlage in das Nordfehner oder Osterfehner Moor zu verlegen. Aber einmal hatte der dort gegrabene Torf einen bedeutend geringeren Heizwert, und dann— man hatte keinen Baugrund, keine Zusahrwege. die Lage war so ungünstig wie nur möglich— alles lag nun ein- mal so. datz man des Votzbauern Moor haben mutzte. „Du meinst also, es ist ganz ausgeschloffen, datz er ver- kauft?" wandte sich Tierk an Fied. und der bestätigte es mit einem kläglichen Kopfnicken. �„ Was nun? Man mutzte, wenn man nicht alles fallen lasten wollte, eben ins Nordfehner Moor gehen, so ungünstig es auch war....... Bitter dachte Dierk an den Votzbauern.. Er glaubt? tbn von Kindbeit an gehatzt zu haben, und hatte dieser Mensch ihn nickst als Kind schon ans seiner Heimat vertrieben? Dunkel nur hatte Tierk das damals empfunden, jetzt glaubte er oll' Zusan ntLnhängc zu ahnen. Da ritz Fied die anderen aus ibrem Brüten. „Und wir geben es doch nickt aus!' � „Was willst du machen? Hast du vielleicht ein Mittel. ihn umzustimmen?".»- „Zur Feit noch nicht— aber es könnte sein, datz man eines-'isammenbräckte.' „Wenn du hrxen könntest, ja." „Heren können— das heißt mit dunkeln Mitteln arbeiten ja. das könnte ichl" „Sprich dich bitte etwas deutlicher aus", sagte Dierk gereizt. „Nun denn, man mutz ihn von hinten packen, wenn es von vorn nicht geht. Ich Hab mich natürlich nach seinen Verhält- nisten erkundigt. Er hat zwar einen stattlichen Besitz, aber es lasten einige Hypotheken drauf. Und wenn man die an sich brächte— für Geld ist alles möglich— und ihn damit kitzelte — Meto trat mit zitternden Lipven heran und horchte auf. „Das wäre gemein", sagte Dierk. „Geb ich zu", gestand Fied kalt.„Tonn verzichte eben auf deinen Plan!" Dierk pretzte die Hände gegen die Schläfen:„Das kann ich nicht", stöhnte er.' „Er oder du— etwas anderes gibts nicht. Und darum Er scklwieg und sah sich unr. Ketner antwortete ihm.„Soll ich also?" fragte er. „Nein!" sagte da Meta hart und faßte seinen Arm, als müßt? sie ihn zuriickhalten. Dierk wandte sich um und sah die Mutter verwundert an. „Nein." sogt? sie aufatmend, das soll er nickst. Aber— ich selbst will hin zum Votzbauern— morgen früh." Fied zuckte die Ackseln. „Du— Mutter?" rief Dierk. Sie nickte.„Fä, ich mntz mit ihm reden!" „Tann gehe ich mit dir!" „Nein." sagte sie,„allein will ich zu ibm gehen, denn Was ich ibm zu sagen Hobe—" Sie sah starr geradeaus. Tiers sah. wie sie sich überwinden mutzte bei diesem Entschluß. Er griff noch ihrer Hand und drückte sie:„Mutter!" Sie schob ihn fort:„Ich will es versuchen" Dann ging sie aus dem Zimmer. Der Votzbauer war ein einsamer Mann geworden. Nach dem frühen Tode seiner stwau hatte er sich mit �ausbästerinncn herumgeplagt, bis jetzt seine Tochter ihm den Haushalt führen konnte. Er war geachtet und berühmt bei seinen Berufs- aenosten im ganzen LonZe weg?? seiner änfot Heideaus- forstungen und seines Musterbetriebes.. Geachtet ttnd gefürchtet— denn er war ein harter Mann— aber beliebt war " brauchte ein Votzbauer Liebe? Der hatte seinen großen Besitz und seine Arbeit, was wollte er mehr? Nein, mehr wollte er auch nicht. Früher freilich, da-war's anders gewesen Die lustigen, wilden Jahre— was für ein Kerl war er gewesen, wieviele- Mädchen hatten für ihn geschwärmt! Und er— nun ja. er hatte sein Leben genossen— alle hatten sie ihn geliebt, alle, und die Nächte mit ihm durchtollt. Alle— nur eine nicht! Und diese eine— er wußte nichts mehr von ihr. Ihr Haus stand noch da, am Moor, neben den großen Feldern, die er dem mageren Heideboden abgetrotzt hatte. Immer,'wsitn er vorbeiging, mutzte er einen Blick darauf werfen. Allmählich war es verkommen und verfallen— verkommen wie die. die darin gewobnt hatte. Jmnier, wenn er vorbei ging, mutzte er an sie denken. Die einzige, die sich ihm versagt hatte— die einzige, die er— vielleicht— hätte lieben können. Warum hatte er dm alten Kasten nicht längst abbrechen lasien? Holz und Steine hätte er manchmal gist verwenden können, aber irgend etwas hatte ihn abgehalten. Er schaute gern einmal hin. wenn er vorbeikam— mochte es also stcben bleibm. Und zudem hatte sonderbarerweise auch seine Tockter eine Schwäche für den alten Bau, den sie doch in ihrer Kindheit kaum einige Male betreten hatte. Erinnerungen? Er lächelte vor sich hin—, er und seine Tochter, sie waren beide zu gesund.-. um so-etwas-zu pflegen. Nein, das wars nicht. Aber immerbin. man konnte das Ge- riinrpel ja stehen lasien. es war niemand iw Wege. Er schalt auf die Arbeiter, die' beut? Latten aus dem Zaun gebrochen hatten, weil sie zu beguem waren, andere zu besorgen. Da hatte er von einem' ein Wort atckgesangen: „Was bas der Bauer an dem alten Kasten?" Darüber mußte er nachdenken, als er den sonnigen Weg nach seinem Hause ging. Ja, was hatte er an dem alten.Kasten? Daheim war Besuch Er trat in die grotze. kühle Stube. Da stand ein? Fraii am Femckr. städtisch gekleidet, mit grauen Hagren, aber aufrecht und kräftig. Er sah ihr ins Gesicht— und blieb verwundert an der Tür stehen. Das. das war doch —„Meta?" rief er tmw'llkiir-lich. „Jta, Ubbe. ich bins", saat? sie und streckte ihm die-Hand hin. Er ergriff sie und umschloß sie mit seinen beiden. (Forts, folgt.) (T:' tuen nun selbst als einen nn�ure®nun<»?fSb{flen Troitel et« iu n, ist kein Kunstwerk I Sie ist es ebensowenig, wie Otto, der le, in der SiegeSallee ein Kiinsiwerk sein kann. Ter so�'a« che Berliner Magistrat wird sich die Konservierung derartiger � iimmoen' ficher mcki mt Ebre anrechnen wollen. Darum: .Si:> rnbeiräte, tut Eure Pflicht I Stellt iest, wer die Verantwortung d.: ir tragen will, datz.Er' als Erziehungsmittel für Republikaner .�rl! alten darf.._ Sngeld-GedSchtntsseier. Am Sonntag, den 28. November, vormittaas ' Udr, in der.Neuen Welt", Haserbeide 108/114: EngelS-KedächlniSseier .iu- Anlah seines hundertsten Äebui tttage». Eintrittskarten zu 3.— M. ,u boben bei allen SlbteilungSkafnerern, bei den örtlichen Blldiings- i rt fiffcn, in der Buchbandlung Vorwärts, Lindenitr, 2, bei Horsch, Engel- !i- 1b und im Bureo» des Bezirke biidungSausichusseS, Lindentir, 3. II, Hos IV, :t!: wer 10. srür Arbeilslo'k sind Porzugskartcn zum Preise von 1.— M. Sureau des Bezirtsbitoungsausschusses, Lmdenstr. 8, im SezirkSverband, den Zeiten 28. und am Eingang de« SaalcS zu babcn. Mitwirkende: >-> ivsse Eduard Bernstein, Rezitator Emil Kühne daS Blülhnerorchciier un: r Leitung von Kapcllweisicr Meyrowitz, der Männerchor.Namenlos' �r Leitung des CbormeisterS Thilo.— Einsübrungsabend. Am >nrag, den 5. Dezember, obends 7 Uhr, in der Festballe des Berliner ■,i dlbauseS, Eingang Klofterftrasie: Eintührungsabend zum Beethoven- ' iverl Bortrag n it Drmonsliaiionen am Klavier: Dr. Msred iSuttman». . wird eine(Sebübr von 0,30 M. pro Person erhoben zur Deckung der allen.—«Ott zeit: Am Sani tag, den 12. Dezember, vormitlags :: lbr, im Blüthnersaal, Wtzowitr. 7S: Lcelhoventonzcrt. Milwirlende: ,! ir.ttoonselrt stilanier, daS L.üthnerorchester unter r'eitung von Kavell- ter Dr g. M.(Kotz. Emtritt l,dO M. Karten sind zu haben bei den ab> angefahrten Stellen. Tai Buieau des Bit dungSaudschusseS ist geöffnet von S— 4 Uhr, DonnerS- tags von 9—1 und 4—7 Uhr. Echauipiell ans Neukölln. Nachdem msolge des ElektiizitäiSftreikS > r p.aiimätzige Forlgang der Tbeatrrvoriiellungen teS staatlichen Schauspiel- ' lies in der.Neuen Veit' eine Unterbrechung erlitten bat. tritt nunmebr der daS Boltsbi.dungsami Nculölln mit einem Werl heiteren CharallcrS ■• da« Publikum. Zur Anfsübrung gelangt am Montag, den 23. No> .oerrder,'1,7 Ubr, Ctio Ernsis Lnft'piel.Flachsmanir als Erzieher'.. Ein- ISkorlen zum Prciie von 3 M sind ab DvimerStag. den 2S. d. M., bei den durch Säuleuanichlag bekanntgegebenen PerkarisSiiellen uiid im Bureau t- l PolisbildungeanilcS. Zimmer 218 des Rathauses Reulölln, erdäitlrch, OlculoUncr Volkshochschule. Den Erwartungen entsprechend, hat ' ch ter den Volksbochichuituric» in Reulölln wieder ein erhöbtcs Interesse tii den sremtsprawlichen Unterricht, insbciondere sür den englischen Ku>sus. eigt. Kür Lltobcr/Dezember wurden rund 700 Hörer eingetiagen, da» -kutct gegenüber dem Virrteliab» April/Juni 1920 ein Mcbr von lOO Proz. T: gcrine sle Zeilnehmerzahl weift die spanische Vortragsreihe mit insgc- it 48 Hörern aus. .Zwei Jahre Republik«. U.bcr diese? Thema spricht am Freitag 7 Ur,r in der Hrlsgruppe Norde» der Iungsozialistachen Vereinigung . P B.i der wlilltemdergische(Seiandle, Gen. Karl Hlldenbranb, Mitglied bei RetchStag«, in der Gcn einteschnle Pultbuser Str. 8/6(Ecke Demminer-, )t Blunnenstiake/.— Gäste imlllomnien. In der vom.Friedensl«»b der Kriegsteilnehmer« zu heute er 0 7'/, Uhr riach Lro.Ichöneweide, Schulaula Flischeniltasie, einb>rusenen znilichen il erlammiung wird Psariei Bleier.Die Ausgaben der Erzieher' d Arrur Zickler das.Wehrgejetz' behandeln. Eme Versammlung aller t ichtveschädigten ArbettStose» beruft '" Reichsdnnd ter ziricgsbeschädiglen zu Krertag. den 27. Noaember, r ttags>2 Uhr, nach den Mufikersäien, Kaiser-Wiihelm-Strage, ein. Thema: . ie ArdeilSoeimiItlung für LeichtlriegSbeichädigte'. Tie Danztünstteri» Gudrun Hilvedrandt. die im Etablisiement Ata iFriedrichur. äg/KO, Ecke Leipziger Strajzc) nachmittag« im Easö :j d abends im Margaretenlaal auttritt, Hai jetzt neue Tanzschöpsungen .npouiert, dre sie nunmehr oorsüdri. Ein nicht zustande gekommener Lehrerstreit it einige Enttäuschung bei der Schuljugend Treplow-Baum- ' /ulenwegs verursach:. D,e Lehrerschaft der Volksschulen hatre rterm 15 November dem dortigen/, Ubr Versamm- Ivng im Lüraeibem, Alte Schönhauser Str. 23/24 Vortrag über �llcchic und Pflichten der Elternbeiräte'. Erscheinen aller Elternbeiräte und Kandidaten ist dringend notwendig. Glicrobetrate de» B.'ahlkreises Friedrichshain. Die am Freitag söllige Nooemberveriammlung fällt auS. Neukölln, vv. Ab».(Irüher 2. Abt.) Abteiwngsverlammlung 70, Aula, Knabenn Uteljchule, Douaustr. 120..Thema: Die geschichtliche Eni- Wicklung der Arbeitet bewegung. Rcserenl Genosse Dr. Mux Schütte.— 02, Ad»,(srüber 4. Abt) Funltionärvrr sommiung?>/, bei Wolf. Kaiser. Fried, ich-Sirahe Ecke Roseggerilratze. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen sämtlicher Partei- und BetriebSiumtionäre erjorderitch. Neferent: Genosse Georg Woft.— 08. Abt. fstüher 10. Abi.) 7 Ubr autzer ordentliche Ab- icilungSsitzung bei Berttzold, Kranoldstrasie 1. Sehr wichtige Tages- ordnung. Vorträge» vereine und Versammlungen. Arbeiter-Samariterkolonue« Berlin, e B. Abteilung Deisieniee am Donnerstag, den 25. d Mt«.: Milglicdeivcriammiung im Realgvmnasium, Wöitpromenade, abends 7 Uhr,— Wiederbeginn der engliich-ameri- kaniichrn Bortragsreihr im cugtischen Seminar, Dorotheenstr 6, GH, Freitag, den 26., abend« 6'/. Uhr. H. Cr. Soheü'auer, Arnerioaii literature oi towiay. Revision o Zur zweiten Lesung deSReichsha uSbaltSplans beim Haushalt für die Ausführung des Friedensver- träges liegen im Rcickistag eine Reihe von Enitchlietznngen des Ausichusies vor. So wird die Regierung erincht, erueui bei den Ländern au' eine möglichst weitgehende Ansteliung der vor- maligen elsaß-lvthrtngischen Beamten zu dringen, ferner zu bewirken, daß Zahl und Tätigkeit der im Rheinland auf- gestellten Delegierten sich im Rahmen deS Rheinland» avkommenö halten. Ueber die Kosten de« Oberaus- schuffeS der alliierten Mächte und die Unterhal- tung der Besatz ungStruppen sowie über die bisher vom Reiche getäligten Lieferungen und Lei st un gen au» dem Friedensvertrag soll dem Reichstag eine Denlichrifi vorgelegt werden. Ferner soll auf die Herabsetzung der BesatzungS- Ziffern und auf die Begrenzung der Kosten gedrängt und der Schaden festgestellt werden, den die Pfälzische Ueberland- zentrale durch Auslö'ung de» von der Zentiaie mit der baye- rrichen Bergwerksverwaltung geschlossenen KokienlieferuiigSvertrageS durch die französische Bergbehörde erinien har. Der entstandene Verlust soll auf die Reich« lasse übernommen werden Schiieszlich ioll vahingewirkl werde», daß iinS Krieg»marerial auS Glockenbronze zur Wiederhelstelluna zeriiörrer Kirchen- glocken belassen wird. Die Kosten für den OberauSschuß werden von 20 auf 40 Millionen Mark erhöht. Anschließend daran berichtet Abg. Brritschcib(U. S. rechiS) über die Ausschußverhandlungen. Abg. L�lS(soz.): Wir Sozialdemokraien haben in den ersten Tagen nach dem Friedensverirage unserer Ucbeizeugung Ausdrurk gegeben, daß dreier Vertrag revidiert werden muß und zwar im Interesse aller Parieien, sowohl deijeiiigen, die ihn erfüllen tollen, ai« auch derjenigen, die die Leistungen de« Verirage« erhoffen und erwarren. Als Partei der Arbeiier verlangen wir an» gesichrs de« schwersten Verlrage« eine Revision und Bedingungen, denen wir nach menschenmöglicher Voraussichl nachkommen können. F ü r v i e M»ch t d e S K a v i t a l i« m» S in den Entente- i ä n d e r n werden wir noch lange kein Gegengewicht finden. Die Hanpiiorderungen find Beseitigung deS Miiitar'smus von feiten Teuiichiand«. Schadenetsay sür die kricgsverwnstcten Gebiete. Das Wahnwitzigst«>n unterer heutigen Situation ist der Appell an die gepanzerie Faust, so wie ihn Herr Gräfe in Hannover aur dem Parieiiag propagiert bat. Der betreffend« Artikel der.Kreuz-Zeitiing' ichloß mit der Ansicht, daß, wenn daS deutsche Volk erst wieder bündnisfähig sein werde, auch sür uns der Tag der Rawe gekommen fei. Ich wende mich an die Menschen von vurchschuittsverstand: Ist e« möglich, daß die Entente auch nur einen Punkt ihre« Ber- trage« lockert, wenn der Rachcgeift von feiten unserer Rechten gcprrd gt wird? So lange e« e>»en nnveriöbniichen Gegner und ein Reva.nchege>chrei unserer Alldeutschen gibt» wird e« keine Revision des Vertrages geben. Revision und Rache: daS eine schlägt das andere tot, das eine schließt da? andere anS. Jede Stimme, die bei den denischen Wahlen für die Demokralie abgeneberi wird ist ein Appell an da« Ausland, ein Schritt zur Revision de« Verirage«. Jede Rcchtsstimme schadet uns auf/er- ordentlich in unserem Verlangen»ach Revision.(Sehr richtigst Es g'lt ja nicht nur die Remsion dieses Vertrages, sondern die Revision der ganzen Aii'ßenpoiitik und der Mentalität, an« der die'« eniipiungen ist. Einzig der Pazifismus kann und darf die Meotaiiiäl iinieier neuen Außen« poiiiik bestimmen und hierin zeiat sich der Wideriviuch der Giünde. die uns»i'd die Herren der Rechten zu einer Revision tre'ben. Denn dir Herren um Geäse hätten rbenialls nur ein Versailles aiiS einem Sieg gemacht. iSchr richtig!) Wir verlangen die Revision rür ein eniwaffnete« Deutschland, daö neben seinem Recht auch die Rechie der anderen Völker nitt vergessen will iBeifall linkss. Wir muffen es den Enlenievöllern klar machen, daß die Revision nickt nur in unserem, ionvern auch'n ihrem eigene» Jnterrffe liegt, so wie dies jüngst in der Amsterdamer GeiverkschaftS- inter nationale unser sranzösi'che Genotfe I o n h a u x tat, indem er daneben ans die Notwendigkeit deS W ederauibaiie« .Frankreichs hinwies.(Sehr richtig!> Nur die Schaffung einer anderen Almoiphäre bei uns wird auch eine andere Atmosphäre in den Ententeländern und in der Welt auslösen(Beifall links, Unruhe recht«). Wir sehen der Festsetzung der Kriegs« schulden mit einem gewissen Mißtrauen entgegen, denn alle bisher genannten Summen übersteigen weit unsere Leistnnassähigkett. W'e kommt e». daß die für Ernährung und Bekleidung der Bergarbeiter ausgeworfenen Summen zur Deckniig anderer Beirfl'chiungen verwendet wurden, wie die« der Her, Reichsaußenminister in seiner Düsseldorfer Rede zugegeben hat? (Hört! hört!) Wir verlangen genaue Auskunft über die Verwendung de« Fsinf-Gold-Mark-FondS. Die kommenden Verhandlungen werden enticheiden, ob der Friedensvertrag endgültig das Todesurteil für Europa werden wird oder nicht. Der Kernpunkt ist: AuS der Wieder- gutmachung eine Brücke zu machen, die den auch beule noch zwischen den beiden Völkern bestehenden Schützengraben überbrückt. Da» ist nur möglich, wenn die Wiedergutmachung zum Wiederaufbau wird. Die bisherigen Leistungen aus dem Friedensvertrag haben unseren guten Willen bewiesen. Aber angesichts des VersagenS in Spa, wo man mehr den Eindruck einer Verlegenheitsarbeil als den eine« aufrichtigen, großzügigen Wiederausbauprogramm« halt«, ist e« notwendig, daß sich der auswärtige Ausschuß sofort mit der Ausarbeitung eine« solchen Programm« beschäftigt, da« die deut'che Regie, ung bei den nächsten Verhandlungen dann vorlegt. sSehr richtig I) S e l b st der große Deutschenhasser Poincarä schreibt be- reit« im Mai, daß die deutsche Hilfe nicht abgewieien werden würde, sondern, wenn au» unier gewisser Garantie zur Mitarbeit begrüßt würde. Tie deutsche Arbeiterschaft, die unmöglichen For- derungen ihre Uruerschri»! verweigern müßte, verlangt eine Revision de« Friedensverirape« nicht ohne ihrer'eii« olle« daran zu setzen, die berechtigten Juteressen der Entemevötker durch die Ausführung de« Möglichen zu erfüllen. Die geringe Kenntnis de« Friedensvertrages im Ausland ist außerordentlich bedaner- lich, und es ist daru», um io unverständlicher, daß die Regierung der Verbreitung ausklärender Schriften, d'e von sozialistischer Seite kommen, wie der des Genossen Stampfer. Schmie- r t g k e i t e n entgegensetzt.(Hört! hört!» Wir verlangen darüber Ausllörnng und weisen nochmals darauf hin, daß un'ere Forderung auf Revision untrennbar verbunden ist mit der Forderung auf Wiederaufbau.(Lebhafter Beifall bei den Soz.). Reichsminister deS Auswärtigen Dr. Simons: Bei der Aeußerung in Düsseldorf handelte e« sich um die Fest- stellung der traurigen Talsache, daß die eingenommenen Gelder nicht sür die vorgeteheiien Zwecke verwandt werden konnten, sondern zur Deckung von Enienteguthaben. die in ausiSndischen Debilen gefordert wurden, verwendet werden mußlen. sHöet! höit!) Angesichts der Beboupluiig des Herrn Abgeordneten Wels übe, die Erschwerung der Verd-e'lung der Schrift de? Abg. Siampfer bitte ich. mir genaue Unterlagen zugehe» zu lassen, denn eS ist selbstverständlich, daß'für eine deutsche Behörde niemals die Partei- stellung maßgebend'ein darf. Abg. Schreiber(Z.): Das deutsche Volk und da? Auswärtige Amt muffen immer wieder aus eine Verminderung der überhohen Besatzungsziffer von über 150000 Mann drängen.(Sehr richtig!) Wenn wir uns an den Besatzungskosten ht Rache! verbluten, finh alle hochherzigen amerikanischen LiebeSwerke letzten Ende« umsonst.(Sehr richtig!) Redner wendet sich dann aufs schärfste gegen>die Verwendung außereuropäischer Truppen im besetzten Gebiet und gegen � die zahlreichen Verschleppungen in die Fremdenlegion, worüber bereits mehr als 3000 Fälle bekannt wurden.(Hört! hört!) Wir sollen unserer- seits den Friedensvertrag loyal erfüllen andererseits soll man aber von einem geschlagenen Volk nicht Uebermenschliches verlangen. (Zustimmung.) Abg. Dr. Reichert(Dnatl.): Der Aerger des Herrn Wels über den Ausfall der letzten Wahl ist ein Symptom der Entwicklung der Arbeiterschichlen. Bei der persönlichen Inschutznahme des Herrn Graes gegen die Ausführungen des Abg. Wels wird der Redner vom Vorsitzenden ersucht, zur Sache zu sprechen. Die feindliche Besatzung ist eine Militärdlktatur zur Wirt- schaftlichen Bedrückung der besetzten Gebiete. Die RcichSregicrung möge nie erlahmen in dem Bemühen, eine Herabminderung oder Beseitigung der Besatzung zu erreichen. Abg. Dr. Zapf(T. VZ: Gegenüber den Ausführungen des Abg. WelS weise ich darauf hin, daß die Deutsche Friedensdelegation unter Herrn v. LerSner wiederholt Vorschläge z u r Wiederaufbausrage gemacht hat, die aber von der franzö- sischen Regierung abgelehnt wurden. Wenn unsere finangielle Lage das Stigma der Hoffnungslosigkeit an sich trägt, so hauptsächlich aber das Kapitel der Forderungen aus dem Friedensvertrag.(Sehr richtig!) Abg. Dr. Breitscheid(U. Soz. rechts): Auch wir wünschen ynd fordern di« Abänderung de? Frieden?» verirage«, wobei wir aber erstens unter der Revision etwas anderes verstehen als die Rechte und zweitens uns von ganz anderen Mo- tiven leiten lassen.(Sehr richtig! links.) Wenn breite deut'che Massen vom Pazifismus enttäuscht sind, so trägt daran vor allem die Siegpropaganda der Rechten Schuld und die beim Zusammenbruch plötzlich einsetzende übermäßige Vertrauensselig- keu in denselben Pazifismus, der vorher für sie nicht« galt. J Sehr richtig! linls.) Bei der, Erhebung der Forderung auf Revision ist es doppelt falsch, sich auf st i m m u n g s m ä ß i g e unzuverlässige Berichte zu stützen, wie da? anscheinend der Herr Mini sie r Simons getan hat mit seiner Behauptung, daß Frankreich in Kohlen schwimme. Schon allein die Ueberlegung- daß heute noch 80 Millionen Kubikmeter Wasser in den zerstörten Gruben Nordfrankreichs stehen, wodurch ein Materialschaden von 5 Milliarden Franks hervorgerufen wurde, sowie die Tatsache, daß dadurch 20 Millionen Tonnen Förderung sür Frank» reich in Wegfall kommen, müßte jene Behauptung zumindest frag- lich machen.(Sehr richtig!) Darüber hinaus hat aber unser Ge- nasse I o u h a u x ausdrücklich betont, daß auch in Frankreich starke Kohlennot herrsche und die Haldenbestcnde nur�dcr schlechten VerkehrSabschiebung zu verdanken seien.(Hört, hört!) Wenn wir bis heut« daS Kohlenabkommen von Spa ausführen konnten, so nur durch die Opferwilligkeit der Bergarbeiter. Deshalb verlangen wir Aufklärung, wo die von Frankreich avg» führten 36 Millionen an den Goldmari-FondS hingekommen sind(Sehr richtig!) Ein« weitere Ausführung der mo- natlichen L-D illienen-Tonnen-Lieferung an di« Enient« kann nur dann stattfinden, wenn auf die Wünsch« der Bergarbeiter in wirtschaftlicher Beziehung Rücksicht genommen wird, da« heißt. wenn die von den Bergarbeitern längst verlangle und von der Re- gierung zugesagte Sozialisierung des Kohlenberg- baue« endlich Tatsache wird.(Sehr richtig! links.). Wenn die» durch Schuld der deutschen Regierung nicht geschieht, dann rückt allerdings die Gefahr einer Besetzung des Ruhrge- biete« in drohlichc Nähe. Dabei ist cS selbstverständlich, daß alle sozialistischen Parteien dem Einmarsch der Franzosen schärf- st e n Widerstand entgegen setzen würden, aber es ist sehr frag- lich, ob eS richtig ist, zu erklären: Wenn Ihr einmarschiert, dann halten wir nicht mehr länger den Vertrag, wie dies Herr Mintster Simons getan hat.(Sehr richtig!) Die Besetzung des Ruhrge- biets wäre doch eine M a ch t s r a g e. Nach dem„Echo de Paris". dem französiscken Generalstäblerblatt, denkt Frankreich an eine Besetzung nur dann, wenn erstens Deutschland keine Kohlen liefert. Diese Gefahr besteht vorläufig nicht. FveitenS: wenn Deutschland seinen Verpflichtungen in bezug auf daS Entwaffnungsab- kommen nicht nachkommt. Das ist der Haken der Sache. Solche Gefahren sind Ostpreußen und Bayern. WaS Bayern verschuldet, muß daS gesamte Deutschland büßen. (Hört, hör!') Aber diese Gefahr känn abgewendet werden, wenn die Verpflichtungen aus dem Friedensverträge restlos erfüllt wer- den. Die Stimmung der Versöhnung wächst. Lloyd George bat letztens sehr anerkennende Worte für Deutschland gefunden. Auch die Stimmung de« deutschfeindlichen„Ternps" hat sich gebessert, wenigstens war dies vor den Parieitagen in Dussel» dorf und in Hannover der Fall.(Hört, hör:!) Tie Re- paration ist durch die Okkupation auf das Aeußerste gefährdet. Das beste Mittel zur Verständigung ist die gemeinsame Ar- Veit zum Wiederaufbau der von Deutschland zerstörten Gebiete. Dazu müssen, wir den Arbeftern Deutschlands und Frankreichs das Wort zur Diskussion überlassen. Deutschland sollte endlich einmal eine Summe für die Wiedergutmachung fest- setzen, sonst wird diese ständig wachsen und unser Kredit im AuS- lande auf das Tiefste sinken. Die Regierung soll mit einem bestimmten Plane hervortreten. Ob die französische Presse fordert: Sagt, was Ihr leisten wollt und leisten könnt, macht selbst positive Dorschlöge. Wir hoffen, daß eine Zeit kommt, daß an Stelle des Friedensvertrages wirklich ein Instrument der Gerech- tigkeit gesetzt wird. Das wird auf keinem Kongreß geschehen, auch der Völkerbund wird uns nicht dazu verhelfen, sondern nur die notleidenden Völker auf Seiten Frankreich? und Deutschland«.(Beifall.) Abg. fiutell(Dem.) wendet sich gegen die optimistischen Äeußerungen des Abg. Breitscheid über e.nen Teil der französischen Presse. Unerhört sind die Kosten für die Besatzungen, so kostete in LudwigShafen eine einzige Kaserne 42 Millionen Mark, eine Flugzeuzstation 15 Millionen Mark, 378 Millionen sind für Wohnungöbauien gefordert, und dabei steht zu befürchten, daß d e angeforderten 15 Milliarden nur ein Bruchteil der ganzen Summe sind. Redner kommt dann auf die umfangreichen Schiebungen zu sprechen, die durch die Besatzungstruppen ermöglicht und vermittelt werden. Zum Schlüsse fordert der Redner die christlichen Ge- meinschasten auf, sich auf der ganzen Welt für die Revision des Fr.edenSvertrages von Versailles einzusetzen, um dem Recht zum Sieg zu verhelfen.(Lebhafter Beifall bei den Dem.) Abg. Frietz(U. Soz. links): Wir sind uns vollkommen darüber klar, daß eine Revision aus parlameirtarifche Weise und mit den Mitteln der alten Diplomatie wicht erreicht werden kann, denn in Wirklichkeit hat nicht Frankreich oder England den Krieg gewonnen, sondern der internationale Kapitalismus und die internationale Arbeiterschaft bat ihn verlöre m lSehr richtig! auf der äußersten Linken./ Deshalb kann auch eine Revision nur durch eine internationale Akt.on der revolutionären Arbriierschast der ganzen Welt erzwungen werden.(Sehr richtig! bei den Kommunisten.) Redner wendet sich dann gegen den Aufruf Korells an das internationale Christentunz und weist darauf hin, daß die Verkündiger des EhristentumS während des Krieges eifrigst mitgewirkt haben.(Sehr richtig!) Auf da« Entwaff-' nungSgesetz zurückgreifend behauptet der Redner, daß di« schlimmsten Befürchtungen der«inseiiigen Anwendung des Gesetzes eingetroffen find, und dctz die Vorgänge in Bayern.Orgesch) eine Umgehung des Entruaffnun-gSgesetzes bedeuten. Unter lebhaftem Widerspruch von der rechten Seite polemisierte Redner im weiteren Verlauf seiner Rede heftig„gegen die Deutschnationalen, die Deutschland diskreditierten, wenn sie über die Besatzung sprächen, und gegen die Kapitalisten, die in der Rheinlandbesetzung zuw Te.l einen willkommenen Schutz gegen die Arbeiterschaft sähen. D.e Kosten für den Oberaus schütz werden gegen die Stimmen der Deutschnationalen und der Unabhängigen von 20 aus 40 Millionen Mark erhöht. Die dazu vorliegenden Entichlietzungen über die Zahl und Tätigkeit der Delegierten und über die vor- zulegende Denkschrift werden avgenommen. Altersgrenze unö Auf der gestrigen Tagesordnung der P r e u tz i f ch e n Landesverianinilung stand-»iiäibst die am DienSiag ab» gkbiockieiie ztveiie Berainng des Gdctzcniwuris über die Einführung einer Altersgrenze. Abg. Klausner fU.S, relbts): Wir wenden»nS daacgen, datz einzelne Beamlenkaiegorien von den, Geietz a»S,,c» nomine» werden iollcn. Auch lehnen wir eine Herauftetzung der Lliersgrenr« ab. Avg. Wcißcrwrl(Dnotls: Wir sind nicht grundsätzlich gegen die ftcstictzung einer Altersgrenze, halten aber ihre Einführung im Augenblick in Anbetracht der finanziellen Notlage des Staates illr unangebracht. Wir iordern eine allgemeine fheranf- iktzung der Altersgrenze und wünsche» hierüber namentliche Ab« stimmling. Abg. VnrtelSe Beamien- laiifdabn bereingebrach» werden, aber die Auswahl soll obne An>'eben der Perion und Parier geschehen. Die Altersgrenze von 65 Jahren ist nicht willkürlich gewählt, sondern de«- haib. we'l sie für den Beamien schon lange eine gewisie Rolle gelpielt bat, da der Tiaatsbcamte da- Rech, bat!?, sich mit SbJabren obne beionderen Nachweis Pension eien zu lasii'». Die Rechte der Beamten werden von dem Geietz nicht berührt, ein Gut- achten deö Justizministenvms bat sich in diesem Sinne nnSge'prochen. .Was den Zeitvunkl des Jnkralttreien» des Gdetze« anbelanar. io wird die Wohnungsnot' iür die Beamien am l. Oktober nicht geriimer sein als nin 1. Avril. Auch haben sich die Beamien ja seit Monaten aus diesen Zeitvrinkt einrichten können. Die Kosten, die das Gesetz verursacht, sind erträglicher als die Beibehaltung einer überalteten, wenig leistungsfähigen Beamtenschaft.� lSehr richtig! links.— Stürmischer Widerspruch rechts.) Es wäre ein Unglück für unseren Staat, wenn es nicht gelänge, in kurzer ßeii die Beamtenschaft den neuen Berhältnissen anzupasien. (Sehr wahr! links.— Grotze, anhaltende Unruhe rechts.) Wenn es jetzt Unzuträglichkeiten gibt, so haben wir es denen zu danken, die früher eine sachgemätze, unparteiische Zusammensetzung der Beamtenschaft verhindert haben(Beifall links.— Andauernde Klotze Unruhe rechtS.— Der Vizepräsident bittet, den Minister ruhig anzuhören.) Sie(nach rech:«) wollen politische Auseinander- setzungen mit dem Gesetz oerkrüpf'N. Di« Politik s«rt damit gar nichts zu tun, denn das Alter.'grenzengesetz entspringt rein sachlichen Erwägungen. �Widerspruch rechts.) Ich bitte, den Antrag Hollmann, der politische Momente hineinbringen will. abzulehnen Den Antrag, der die Mitglieder des Landeswasier- amts in bezug aus dieses Gesetz den Richtern gleichstellt, bitte ich, anzunehmen und alle übrigen Anträge abzulehnen.(Lebhafter Bei- fall links.) Abg. Dr Negenborn(Dnat.) nsird von der Linken durch lebhafte Zwischenrufe andauernd unterbrochen, so datz sein« Ausführungen " zum grötzten Teil unverständlich bleiben. Da? Gesetz wird im wesentlichen in der Ausschutzsasiung an» genommen. Sin deuischnationaler Antrag, der die Heraufsetzung der Altersgrenze für nichtrichierliche Staatsbeamte van 65 auf 68 Jahr« fordert, wird mit 150 Stimmen gegen 100, und zwar gegen die Stimmen der beiden Rechtsparteien und des Zentrum? in namentlicher Abstimmung abgelehnt. Dr. Jng. Klotz(Dnat.) begründet einen Antrag, die Lehrer cm den wissenschaftlichen Hochschulen mit dem auf die Vollendung des 70. Lebensjahres zunächst folgenden 1. April oder 1. Oktober von ihren amtlichen Verpflichningen zu entbinden. Der Antrag wird gegen die Stin.men der Rechten und des Zentrums abgelehnt. Ein deutschnationaler Antrag zu§ 6, der die Mitglieder des Landeswasseramie? den richterlichen Beamten in bezug auf die AlterSgtenze gleichsiellt. wird angenommen.— Ein demo- kratischer Antrag auf Einschaltung eines Paragraphen 7a. der das Altersgrenzengesetz auf die K o w m u n a l b e a m t e n ausdehnen will, wird gegen die sozialijtzschen Parteien und die deutschuatio- nalen abgelehnt, ebenso ein de.itschnoiionaler Antrag, der das In- krafttretcn des Gesetzes sta't Hii den 1. April 1921, für den 1. Oktober 1921 in Aussicht nimmt. Angenommen wird ein Zentrumsantrag zu � 8, wonach c>aS Gesetz aus die unmittelbaren Staatsbeamten und Volksschullehrer in den besetzten Gebieten der Provinz Oberschlesien bis auf weiteres keine Anwendung findet..... Damit ist Punkt 1 der Tagesordnung erledigt. DaS Hau» fetzt die Seratun g über den �ustizetat fort. Justizmimstcr Dr. Am Zehnhofs: Dem Abgeordneten Dr. Seelmann gegenüber muh ich folgen- des richtigstellen Der Königsbergcr Landgerichisprändent Kar- natz ist nicht diszipliniert worden, weil auf dem Landgerichts- gebäude wie auf allen anderen öffentlichen Gebäuden die schwarz- writzroie Flagge gehiht worden ist, sondern weil diese Flagge nur auf dem Landgericht gehiht war. Im Falle Lübbrina hat der Reichstag die Gcndmigung zur Eröffnung eines Verfahrens nicht erteilt. Eine Aenderung im Strafvollzug kann erst erfolgen. wenn wir eine Reform des Strafgesetzbuches haben. Im Falle Sinowjew kann als strafbare Handlung nur Hochverrat m Abg. Schulz-Bromberg(Dnat.) verlangt weitgehendste Unier- stützung der aus dem abgetretenen Gebiet geflüchteten oder ausge- wiesenen Deutschen. Die Enlfchl.etzung über die Wiedetänstellung der ehe- malige n elsatz-lothringischen Beamten wird ange- nommen. desgleichen der gesamte Haushall zur Ausführung deö Friedensvertrages. Eingegangen ist eine Interpellation Tnmborn(Z.) und Ge- nossen. die sich gegen beleidgende Aeußcrungen des Direktors der Reichsgelreidestelle der rhe. nischen Bevölkerung gegenüber wendet. Das Haus vertagt sich aus Donnerstag 1'Uhr: Jnierpellation Trimborn, Gesetzentwurf über die Autonomie Ober- sch l e s i e n s. Oeamtenauswahl. Frage kommen, wenn er die ihm zugeschriebenen Aeuherungen ge- tan hat. Zur Aburteilung dieser Siraftaten ist das Reichsgericht und daker zu-einer Anweisung an die Siaatsanwallschafl der Reichsjustizminlster zuständig. Dos Reichslabinett bat aber die Vor- auSs:tzungen für d:c Einleitung eines Hochverrats- Verfahrens nicht für gegeben gehalten.(Hört, hört! rechts.) Abg. Obuch(U. Soz. rechts): Wenn der Justizminister sagt, datz das Vertrauen zur Justizverwaltung im letzten Jahre im Volke gewachsen ist. so mutz der Justizminister über die Anschauungen de? Volkes sehr wenig orientiert s.-in. Wann kommt das neue Strafgesetz und die neue Straspro�etzordnung? Auch daö Zivilrecht ist dringend reformbedürftig, vor allem das Ar* beiier. recht und das E h e r e ch t. Die Behandlung der Unter- suchungsgefangenen schreck zum Himmel. Die Vorbildung der Staatsanwaltschaf�s- und der Strafanstaltsboamten für ihre Aufgaben mutz entschieden verbessert werden. Die Unterbringung der Strafgefangenen ist vielfach ungenügend. Der Unter- luchungsge fange ne Karl M i n st e r ist erst nach sieben Monaten Untersuchungshaft freigelassen worden, obwohl sein Vergehen unter die Amnestie ftcl. Noch immer werden Untersuchungs- und Strafgefangene gemihhandelt. vor allem politische Ge- f a n g e n e, z. B. ein gewisser Steffens im Erfurter Gefängnis. Er wurde so lange geguält. b.s er auf dem Gefängnishof zusammenbrach. Zu Klagen Anlatz gibt immer noch dir Handhabung der Amnestie. C?8_ fehlt die einheitliche Instruktion der Landgerichte durch die Justizverwaltung. Die mit der Amnestie verbundene Löschung des Strafregisters wird nicht überall vorgenommen. Zluch wird die Amnestie entgegen dem Gesetz von mehreren Landgerichten nicht aufdas Jahr 1919 ausgedehsit. Es kommt auch vor, datz von den Beteckigten an ein und derselben Strashandlung der eine Teil der Beschuldigten amnestiert wird, der andere nicht. Warum wird nicht gegen die An gehör! gen des Freikorps Aulock vorgegangen, die im Ruhrcebiet sinnlos Arbeiter erschossen haben? Warum wird im Falle der Marburger Studenten nicht eingcgr.fsen? Die Angehörigen der von den Marburger Studenten Erschossenen werden jetzt auf den Klage weg verwiesen. Dieser Weg ist ihnen aber so lange verschlossen, bis ein Ge- richtsurteil gegen die Studenten vorliegt. Warum kommt übrigens der Fall vor das Kasseler Schwurgericht und nicht vor das Gotha er, das näher zum Orte der Tat liegt?(Da der Redner seine Redezeit überschr.tten hat, mutz er seine Ausführungen auf Anweisung des Präsidenten L e i n e r t nach mehreren Versuchen de? Vizepräsident. n Dr. Porsch. den Redner dazu zu veranlassen, von der Rednertribüne abzutreten, abbrechen, der auf einen Be- schlutz des Aeltestenrates verweist, wonach jeder Redner zum Etat nur eine Stunde sprechen soll. Lebhafter Beifall rechts. Unruhe dpi den U. Soz.) Während der Abg. Obuch noch weiterspricht, erteilt Präsident Lcinert das Wort dem Vertreter deS Justizministeriums: Der Juftizminister hat ausdrücklich angeordnet, datz das Amnestiegesetz möglichst weitherzig ausgelegt werden soll. Wenn trotzdem Per- fchiedenheiten in der Ausführung vorgekoinmen sind, so handelt es sich um Verschiedenheiten, die nicht zu vermeiden sind. Die Justizverwaltung wird die vom Abg. Obuch angeführten Fälle prüfen. Abg. Kilian(U. Soz. links): Die Justizreform geht viel zu langsam vor sich. Wo Reformen eingeführt worden sind, da ist der Erfolg bisher sehr gering gewesen. In Halle sind unerhörte Urteile gegen Arbeiter gefällt worden, wegen Vergehen, die mit dem Kapp-Putsch in Verbindung standen. Es ist unerbört, datz in den Strafkammern bisweilen drei Assessoren sitzen. Sie urteilen so, wie es von den Richtern gewünscht wird.(Grosse Unruhe rechts.) Viel zu niedrig ist d.« Besoldung der I u st i z h i l f S w a ch t- mei ster, sie ist für kinderreiche Beamte geradezu eine Verführung zur Korruption. Dem Antrag Hcilmann auf Zulassung der Frauen zur juristischen Laufbahn stimmen wir natürlich zu. Der Abg. Borowski(Soz.) weist in einer persönlichen Bemer- kung die deutschnationalen Angriffe auf seine Tätigkeit als Reichs- kommissar zurück. Daraus vertagt sich das Haus auf Donnerstag 12 Uhr: Fort- setzung des Haushaltsetats, Gesotz über die Kirchensteuer. Wirtschaft Französische Aufkäufe in Jndilstnepapicre». Ein Berichteiftatter des.H a» d e l t b l a d e t" in Denischland meldet, datz in den leylen Wochen erhebliche Mengen Aktien von oberichlesiichen Jndustliei»,ieriiebmuiigen in sranzöiische Hände übergegangen ieie». Tie Anlänie eifolgien ni.chl a»f direktem Wege, sondern meist auf Umwegen über die Schweiz, Holland und andere Slaaien. Der Weit, der auf diese Weit« in französischen Besitz gelangten Effeklen lägt sich nichl abschätzen. Die �Lntäufe. die sich nicht nur ans Anleite von Eisen- und Slabiwerken begehen, sondern auch auf andere Jndustriekonzerne Oberschlesiens erstrecke», dauern fort. Durch den hoben Siand der französischen va!»ia werden isie begünstigt, und es ist den Ankäufern möglich, die deiii'chei, Atrien weit imtet psr! zu erweiben. In Kreisender obelschlcsischen Industrie ist ma» der Meinung, datz die Aktieiiaufräufe aus politischen Gründen erfolgen, wabi scheinlich mit Rücksicht aus die bevorstehende Abiiinnming. Man plaubl indessen annehme» zu können, datz eS'den sranzösischen Jnieresiengruppen bisher noch nicht gelungen ist. Auieile in einem solchen Umsange an sich zu bringen, datz die Selbständigkeit der in Bewacht kommenden Werte gefährdet erscheinen könnte. Eine neue wirtschaftliche Zentralstelle. Die im April dieses Jahres gegründete Wissenschaftliche Zentralstelle für Oel- und Fellforfchung hat ihr« ersten Sitzungen abgeballen. Voisitzenser der beiden Ausschüsie ist Geh. Reg.-Rai Prof. Dr. Th oms. Direktor des Pharmazeutischen Univeisiiäisinstituts Benin. Zu Mitgliedern des BerwaltungS- ausichiisicS wurden ausserdem Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Holde, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Kerp, Prof. Dr. Kleberger, Geh. Ober- medizmalrot Prof. Dr. Rubnec cils wilienschafiliche Mrl- glieder und Dr. Weigelt für die M a r g a r i» e i n d u st r i e. Direktor Bern, Bremen, ißt die O e Im üblentnduslrie, Rechts- anwall Dr. Kireiich für die T i e r f e l t i n d u st r i e und Dr. Weiter, Krefeld, für die S e i f e n i n d u st r i e als Vertreter gewählt. Die Mitarbeit bedeutender Fachleute und der grotzen Jirdusuie» zur Lösung der Aufgaben der Wrssenschaiilichen Zentralstelle auf dem Gebiete der chemischen, analytischen, technischen und votlswirlschaft- lichen Forschung ist gesichert: um über den eygeren Rahmen der Mitglieder die Beleiligung an den Arbeiten auch Autzekistehenden zu ermöglichen, wurde beschlosien. rn gecigiieteri Fällen den Weg der Prersaurgabe zu beichreileu. Pnl'litaironsorgan ist die „Chemische Umschau", Herausgeb. r Dr. Fahrion, Stuttgart. Äähne als Brennholz. Den Binnenwasiersirotzen tommr ständig höhere Bedeutung zu. Es mutz alles geichchen, um die Biänenschistahrt zu ivibcrn. Durch Abgabe von Brrrnenichifsen an die Entenie ist der deutsche Binnen» ichiffabrtsraum ohnehin erheblich vermindert worden. Nun iftgen aui den dculichen Binneiuvasieistratzen. besonders im Gebiet der märkischen Wasierftratzen, sehr viele reparaturbedürf- tige Biiinenichiffe. Sie gehören meist Kriegsteilnehmern. die ihre Fahrzeuge während des Krieges nichr unlerhalten koimten und jetzt die hoben Reo ara tu r kosten für dre vn- wabrlosten Kähne nicht auibnngeii können. Sre würden schlietzlrch aenöiigt sein, die Kähne als Brennholz zu zerschlagen. Allein im Gebiete der unieren Havel sind etwa 150 Kähne ausgerchlachlet worden. Das ist ein Verlust von rund 35 000 Tonnen Transport- räum. Dre'es V e r k o in in e n I a s s e n wichiiger. Transporimittel mutz verhindert werden. DaS Reich und Preutzc» wollen daher ge» mein'am bis zu s/s der Neparaiiirlosteu de» Eigentümern zur In- siandsetzung ihrer Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Soziales. Eine steigende Altersrente. Durch die dänische Gesetzgebung ist eine steigende Altersrente jetzt eingeführt. Vom 60. Jahre an bat der Ver» sicherte Anspruch auf eine Rente, jedoch kann freiwillig auf den Bezug verzichtet werden, Di« Rente steigt dann um ein Erheb- l i ch e s. So beträgt die Rente bei 6 0 Jaljreng. B. 783 Kronen, ein Jahr später schon 813 Kronen und iüns Jahre spä- t e r 1140 Krvnen. Was mit dieser Massnahme bezweckt wird, iit ersichtlich. Man wünscht dem kleinen und immerhin nicht über- mätzig stark bevölkerten Lande unter sozialen Gesichtspunkten mög- lichst lange die Arbeitskraft der einzelnen gu erhalten. Es wäre von Interesse, fortlaufende Ueber ficht über Jnan- rpruch nähme dieses neuen Gesetzes zu erhalien und den Nutzen an Arbeitskraft für das Land zu berechnen. Die Kraft eines Ar- beitcrS ist- Volksbermögen, das bei richtiger Einschätzung und rechter -Verwaltung Lebensbedingung eines seden Staates ist. „BoIMurforgc" und Kapitalertragsstener. Die Volksfürsorge, Gewerkschaftlich° Genossenschaftliche Versicherungsaktiengesellschaft(Hamburg), teilt uns mit, datz die Notiz vom 14 August d. I., wonach'die Versicherungen der Volks- fürsorge von der Kapitalertrags st euer befreit seien, ohne ihr Wissen von cmcr Berliner Stelle veranlasst worden sei. Die Versicherung: n bei der Volkssürsorge unterliegen hinsichtlich der Zinsen der Prämienreserve nach den bestehenoen Bestimmungen ebenso wie die aller anderen Versicherungsgesellschaften der Kapitalertragsstener. Bei den in der Volksversichcrung in Fvage Kommenden kleinen Beträgen hat die Sieuer aber nur einen sehr geringen Einflutz aus die Höhe der Versicherungsleistung. Jugenüveranftaltungea. Heute, abends �8 Uhr:. Zentrol-Jngendlieim, Bcrlm SW. 68. Lindcnstratze. 3. Porftaq: .Da« Eisurtcr Piograminck— Lichtenberg. Jugeudbcim. Müggelslratze 19. Mädchl-nabend.— Ncuenhnqcn. Jugeudbcim, Gemeindelchule. Nieder- Haiden Siiahe. Mädchetiabend.— Neukölln. Jueondheim, Münchener Sirahe 62. Vortrag:«Sozialismus und Volliwirrjckasb»— Nieder- ichönewrtde. Jugendheim. Berliner Siratze 31. Mädchcnabend.— Ölten, Stralauer Brertel. Jugendheim, Ragleniratze 8, Jugendllubzlmmeg, Vortrag:„Schule und Leben.'— Nrinickeudorf-BSeft. Jugendheim, Lola!.Nchbornläle», Eichbonislratze 60. Vortrag:„Heinrich öeiue."— Schmargriiborf, Jugendheim. Breite Strasse 38. Vortrag:„Schulwesen."— Steglitz-Friedenau. Jugendheim Friedenau, Offenbacher Strasse 5 a. Müdcheuabend.— Schönhauser Vorstadt 1. Jugendheim, Sonnen» burger Sirasse 20. Vortrag:.Darwrursmus."— Nicdcrschönewcide. Jugendheim, Berliner Sirasse 8l. Für die männlichen Mitglieder. Vor- trag des Genossen Dr. Löweustein über:«Sexuelle Hygiene." » Gngelsfeier zum Gedächtnis seines hundertsten Geburtstages am Sonnlag. den 28. November, vormitlags 11 Uhr, im grossen Saal der «Neuen WU!', L-asendeide I08/U4. Karlen zum Preise von 1,— Mark sind für die Mitglieder des Vereins„Arbcilcr-Jugend" im Lugendsetretarlat erhätlirch._ Mus aller Welt. Bei einem Einbruch in München in der Wofming eines verreisten Obersten a. D. wurden im September Teppiche, Silberzeug und goldene Schmucksachen im Werte von einer Million Mark gestohlen. Die vier Tä'er, darunter eine Witwe, die bei dem Obersten zwangsweise einquartiert war, find jetzt verhaftet. Ein Teil der Beute, die nach Berlin verschoben worden war, ist wieder herbeigeschafft. Bombenexplosion in einem Konzert. Gelegentlich eines Kon» zertes des ilowenischen Musilvereins explodierte in G ürz eine Bombe. Es enistand eine große Panik. Alle Fensterscheiben wurden zertrümmert. Glücklicherweise waren keine Menschenleben- zu beklagen. Schießerei in einer Aiiarchistcnverfammlung. Der bekannte Anarchist Faur« hielt i» Paris einen Poickrag. Die. Versammlung wurde durrti Roya listen gestört, es kam zu heftigen Zusamenstützen. Drei Ncvolverschüsse wurden abgegeben; ein Student wurde schwer verwuueet.,'- Sport. Kartell der freien Sportvereinigungen. Kartell. Freitag 80, Uhr(nicht 10 Uhr): Sitzung bekr. Februars Veranstaltung Brauerei Königstadt Freie Turnrrichaft Gröst-Berlin. Sonnabeud: Ausserordeniliche Deieinsver'nmwiung. Absunnnung über Verschmelzung. Februar-Veran. sialtung. Bericht vom Jugendamt. Oberreaischule, Riederwallstrasse 12 (Zeichcniaal 1). Freier SLanderbnnd. Sonntag: Erkner, Löcknitz, Fangschleuse. Absabrt k>/, Uhr Schief. Bahnhof. Die Freie Turnerschast Friedenau. Mitglied des Arbelter-Turn- und Spart-Bundes, oeianstallct am Sonntag, den 28. November, nachm. 3 Uhr. mit ihren sämtlichen Abteilungen in der Turnhalle des Real- gymnafiumS, Honmlh- Ecke Schwalbacher Strasse, ein öffentliches Srdau- turnen.' Freund« und Gönner der freien Turnsache find dazu eingeladen. vriefkasten üer Reüaktioa. H. H. kill. 1,10 M. Am letzten Tag der BeliragSwoche(all« Seim» abend und Sonntag)— Bernhard 211420. Wenden Sie sich an Carl HeyrnannS Verlag. Maueilir. 48/44.— Z. 28. Entlohnunaen für Ar« beiien. die über die für den Belrieb regelmässige Arbeit geleistet werden, unterliegen nicht dem Steilkiabzuge. Wenden Sie-sich an das für Ihren Bezirk zuständige Finanzamt.— W>00. Das Polizeipräsidium.— C. K. Zi. 1. Nein. 2. Nein, aber vom t. April 1915 ab. 8. Die Ab» gäbe betrug O.tö Proz.— P. B. Hoya. l. Eliticheidend iil. ob der Pacht« vertrag länger als ein Jahr nach der Bollendung des 2t. LebenSjabreS sorldaucrn ioll. Nur in diisem Falle ist die Genehmigung des Vormund» schaslsgerichts eisorderbch. 2. Nein. Ein Vertrag über einen Grundstücks» taur bedarf der gcrichllichen oder notariellen Bcurkundung.— lt. 17. Für jeden Unfall ist eine be! andere Neute zu gewähren.— P. O. 0. Nein X--- j------- Wetteraussichten für das mittlere Norddrutschlan» bis Freitag mittag. Meist heiter, nachts teilweise nebelig, sonst trocken, etwas «Uder bei massigen südöstlichen Winden. ............................................................. Theafier.Lichtspiele etc. J ?BacuLiuuc«>cxxxoDocxai i■ i>»■><■ wmnnr«.i 11 rrr�nrr r-�gM Opernhaus. Mona Lisa. 7 Uhr. Schanspieihaus. Die Journalisten. 7 Uhr. Rutsches Theater. Uhr: Chatfeur Martin. i it. N/z! D.Arat a.Scheiileweg Kammerspieie. : Uhr: Frühlings Erwachen i VI* D. deutsch. Kleinstadt. l Schauspielhaus (Karlstraßc) .'edermann(14 Abt, 2. Abd.) : Lysistrata(AuB Abonn.) Theater i. d. ; jnlggrätzerStraße 7 Uhr, zum 1. Male: ' rau Margit hauspiel in Z Akten u.einem jrspiel v. August Strindberg. Regie: Svend Gade. ngt: Ludwig Hartau. Mar- : Kitty Aschenbach. Vogt: hannes Riemann. Beicht- > er: Lothar Mendes, btissin: Frieda Richard. hwester Meta; Hildegard i iese. Schwester Agnes; '■itr Deutsch. Hausmeister: i nxRosseit. Haushälterin: jeda Lehndorff. Richter: ciolf Kurth. Richterin; Jenny rba. Zeuge: Rudolf Jonger. Weib: Ellv Branden. I feitag: Rausch. ' rs K a, Abel.Riemann.Richard :dtkirch,Dernburg, Römer.) dnnabend: Frau Margit. Komüdlenhaas '/zS Uhr: Die Sache mitLola mit Max Palleoberg. i osefine Dora a.ü, Gertrud igner.Picha, HasKei, Stieda Kiper.)- Berliner Theater Allabendlich 7 Uhr: Die spanische Itachtigall mit •PrifziMassary rrik Wirl, Julius Brandt, Hans Wassmann, J- mmy Sturm. Olga Engl. Centrnl-Theatcr V fran ßärliel(Dperette, t>ent.ches Opernhana uhr: ßerolutionshoehzell r'rledr.- Wilhelm st.Tli. , u.: Hoheit die Tänzerin. Kleine. Thcutor. t. u.: Griselda. Kl. Schnasplelhan.. .u.: HiiehsederPandora. K.niinclie Oper 7>'3 uhr. Liebe im Schnee. fdnstsplelhnaH Uhr: Arnold Rleck fn Zwangseinquartierung. Ketropol-Thc�ater. ;.: Hollandweibchen Veuea OperrttenhauH v, u.: Die Csikösbaroness Vene. Volk.ttaeater •'> u.: Perikles von Tyrai 'irhiller-Tlieat. Chart. a! Die gotgesebnite Ecke TUalin-Theater 1 iastspiel Hanst Niese •u u.: Bolscbsiterin Lenl. rh.am Vollendorfplats '/» Uhr: Pra Oiavolo, uhr Wenn Liebe EFwnebt Fheater dea We.tena 7?DerEfsienLiebegoId.Zell -bdü'/j- Schneew. u. Kosenrol Th. i.d.Kommandantenstr. früher tietrnfeld-Theater. ■ Vj u. Der verjüngte Adoiar Wallner-Theater K Der Geiger von Lugano. Walhalla-Theater /�Gastsp. Hartstein Residenz- Theater. . ifeute nachm. 4, kleine Pielse: Sclicee wittchen- Meute und täglich t/«8 Uhr: Tllla Durleux in Die Freundin. Sbd 4, kl Pr. Aschenbrödel. Trianon-Theater. Heute letzte Aufführung: Ida Wüst In Der Roman einer Frau Morgen Freitag 7 Uhr zum ersten Male; Karaiaertnnsik Lustspiel v. Heinr. Ilgenstein Carl Clewlng, BugenBurg, Olga Limburg, Hans Albers. Adele Hart« wig, Luise Weikmelster.! Rose-Theater. 7>/, Uhr: Heimat. _ I_ Adiiiiraispalast �Die roten Schuhe. Volksbühne Theater am Bülowplatz. uh'rlaeb Damaskas211-3- Teil. Lessliig-Tlieatsr. Direktion: Victor Barnowsky. 7/,: Flamme. ßenlsches Künstler-Tbeater Allabendlich T/j Uhr: DieScheidungsreise mit Max Adalbert una Trude Hesterberg. M o r e n Uraufführung uiiiiiiiiHiigaBBaBr das S e n s a t f o n s- F I Im s 3)ie S&enefiz-'Vorstellung üer ■ HIER TEUFEL iochentagsi 7 und'l49 Uhr Vorv.rkauf 11 bis 1 Uhr Schiali des Haristein Gastspiels Dienstag, den 30. Not. Bis dahin täglich?>r, Uhr Sonntags 3l/j u. IVjUhr- 2 lustige Schlager MöMlieliii und BeiorieliaiDilslertEieb. RESIDENZ-KASINO. Blnmenstr. 10. \ Täglich: Groß. Witwetiball » Ulenatasr» 11- Bonnerstags: Große Gratis- Verlosung. Anfang 7 Uhr. t Nur Rundtänze. Nor tür die ältere Jugend. [ Jeden Sonntag: Großer Eiite-Sall. Anlang 4 Dbr. Casino-Theater i.OIhrlnger Str. 37.— Tgl. Der neue Schlager; Der Fehltritt einer Fran. Volksstück in 4 Bl)dcm. Vorher; Theaterliebe. Operett-Skctsch m. V. Litzek. Sonntag 3Vj: Der Haasdrache. '/-» Uhr: FoliesCaprice loriiin Stet Der gehörnte Siegfried mit Ferd. Grünecker. I7>/,U. Theater TV-ut 1 Dir.: James Klein.| !LetzteTage!| Harems- Nächte!! | sowie Im Rahmen der November- Sensationen upwüde IRiesen-t Löwen | direkt aus d-Wildnlsi und nicht, wie bei | andern Löwen Vorführung. i. d. Gefangenschaft geboren.( Graphisch. Kabinett, kurlürstendaiiiin 232 Morgen, den ZA. Norember, 8 Uhr Vortrag von Rudolf Müller: Solscheuiik und Gentleman Karten von M.3,— bis M. 10,— in der Buchhandlung. Behren&tratSe S4 13 Attraktionen. Theater a.Kottbus.Tor Tel.: Moritzplatz USI4. Täglich Vi, Uhr und Sonntag nachm. 3 U.: Elite-Sänger. Neues Progiamml Z.S.d.lust. Einakter „Ein Abenteuer Im Witwenverein." Vorv ll-l'v 4-6 Uhr Reiehshall.-TbEater fflbmbo T'l, und j Sonntag 92m. 3 Stettincr Sänger. gim-balbc�rcifc Virletd- Oönhoff-Rrcttl�nf���� Winter- Galten Täglich T.'5 Uhr: Variete Spielplan Rauchen gestattet! Königstadt-Theater Bahnhof Jannowitzbrücke Tägl. 7.30 Gala-Sänger. Im Ballsaal TANZ. SehailrnidSaueh im QtoBen Schauspielhaus Dir. Hans v. Woizogen. PAUL GRAETZ Vilma von Medgynszay Transky, Klabund, Poh, Gregor Ratotf m s. Chor Wolowsky, Bendow, Newoiina, Bland Ebinger „Totentanz" Kapelle Leonidoff Konz. 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Sonntag 3<.Uhr angekürztes Programm. I Kind frei I lEtabiissement� Friedrichstr. 59 60 Ecke Leipziger Str. Nachm. im Cafd und abends Im Margaretensaal Janos undOlivia Charlotte Klein Allabendlich 8 Uhr im groBen Konzertsaal Heitere Spiele Auftreten erster Künstler Spezlal-Angebot; Silberne Service II. Bestecke Margrafs Co. 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November, vorm. 10 Ubr, nach dem„Klubhaus", OhmstraBe 2. zu schicken. Wir holten, daß unsere Mitglieder diesem Wunsche zahlreich Rechnung fräsen, um ein gutes j Gelingen zu garantieren. DER VORSTAND.' Kupfer Messing, Zinn usw. Qvecksllher, Zalmgeliisse. Plaflv-, Gold-, Sllöerbrvcli. weit über Jagespreis Brunnenstr. 1t Beusseistr. 29 Fennstr. 43 Weidenweg 72 Kraute Pianoi zur Miete Ansbacber Straße I, Eck eKu rf ürstenstraCe Gut unö billig I Hochreine Schlafzrmmer. Aham. rngrsrv, Speiseherrenzimurer. Arche, in der FabiilGreifswaiber Sitaße 2/9. nahe Königswr Statt Karlen! vaatsagnng. ?ür die vielen Beweise der! Teunahme bei dem Hinscheiden! meines lieben Mannes nnd guten Baters Gtto Dammann sagen wir hiermit unseren herz- lichen Dank. 2832b Fron Domman o- Tochter. Schönow, den 25. Noo. IS20. .HietoNeFreiserkokunx Zinn! Lötzinn! Weißmetall! Bleu Kupfer! Messini»! Zink I Alu minium! Nickel Stannlot- napier I Quecksilber! Glfibstrumpfoscbe bis '5".—, salpetcrsaSilber! Zahngebisse! 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Zuvorkommendes Wesen erwarb sich die Freundschaft auch meiner Frau und meiner Freunde und sichert ihr bei allen, die sie kannten, ein ehrenvolles Andenken für immer. Berlin W 9, Köthener Str. I-t George Ansbach. Die Einäscherune findet statt: Sonnabend, den 27. d. Mts., vormittags II Uhr, im Krematorium Gerichtstraße 37-38. 30/13 für Kupfer, Messing. Rotguß usw. spez Zinn und Weißmetall erzielen Sie Adalbertstraße 4 u Prinzenstraße 101. Wollen Sie einen Teppich kaufen? Gehen Sie in das seit 50 Jahren bestenende Teppichhaus Brünn Hackescher Markt 4 am Bahnhof Börse Grosse AdsvsIi] Billigste Preise # Spezlal-Behandlung■§> o. flaut., Sartt-, Uatecleibslelbrn, nervöser Schwach«,©ebbte fleuerfalgc I Besonbers i. itcanfe. weich» anberwärt, nicht aus- a-hetll worden Nnd. Blntunterfuchung, HSHenionne-Bestrahtg. bjermaMaiWWÜJ ILNSMW Speziai-Arzt für Haut- u. alle Harnleiden, Harn- nnd Blutuntersacbunseo. Dr. med. Karl Reinhardt� Potsdamer Straße 117, ujtxTwU�aBe. Sprechstunden:8iek. iailell.- u. Laa«! iaseiie billig. M.B. Kiwi, Berlin, Fried rlcbstralSe 204, L• Am 23- d. Mts. starb nach schwerem langen Krankenlager unsere Prokuristin Fränieio Erna Wolther Wir betrauern ihren Heimgang auf das schmerzlichste. Sie zeichnete sich ganz besonders durch Pflichtireue, Fleiß und größte Gewissenhaftigkeit aus. Wir werden ihr ein enrendes Andenken über das Grab hinaus bewahren. 30/14 Direktion, Prokorlsten o. BetriebsleUangder „Vaterland". Deutsches Kaffeebaas G.m.b.H. Nach schwerer Krankheit entschlief ara 23. d. Mts. unsere Vorgesetzte und liebe Kollegin, die Prokuristin Fräulein Erna Wolther die viele Jahre in unermüdlicher rätlgkeit- die Interessen unserer Fiima wahrgenommen hat. Uns war sie eine treue, hochgeschätzte Kollegin, deren frühen Heimgang wir auf das innigste bedauern Wir werden Ihr ein nie»erlöschendes Andenken bewahren. 30/13 Die Angestellten der Firma „Vaterland", Deutsches Kai teeb ans G.m b.H. 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Jetzt benutzt der„Deutsche Schnelldienst für Politik und Wirtschaft"(Herausgeber und verantwort- ticher Schriftleiter M a x B ä ck l e r), ein vom Stinneskonzern finanziertes Un'erneh:nen, die Gelegenheit des Prinz-Pro- zcssez, � um eine altere Verleumdung gegen Scheidemann wieder aufzuwärmen. Es handelt sich um die Lcrlaumdungen des Falsckiers R h o d i n. der be- kamrtlich zu schwerer Gefängnisstrafe»erurteilt wurde. Herr Bäckher geht machodisch»or. Er erzählt zunächst, Scheidemann habe bisher seltenes Glück in seinen Prozessen gehabt, seine Gegner seien regelmäßig„kunstgerecht" verurteilt worden. Aber— beginnt er zu reimen— es sei doch n'cht so ganz richtig zugegangen, hier sei dies auszusetzen und hier das. Nachdom Herr VacTer auf diese Weise die Sensationslust des Losers aufgepeitscht hat. kommt nun seine eigentliche Ent� hülliing im Falle Rhodin. Man lese und staune: Die Depeschen, die nach der ursprünglichen Behauptung des Angesagten einer dem Prinzen Wittenstein gestohlenen Mappe entnommen soin soBwi, ha Pen uns dieser Tage vorgelegen. S i e s inder st aunlich. echt' gefälscht. ES trifft nicht zu, daß sie e nen durchaus lonfufen Eindruck machten, wie damals zu lesen war, und daß auS ihjwn gar nichts xu entnehmen sei. Für den. der Cchlüsseitelegramme zu beurteilen versteht, sehen sie ganz anders aus! Juristen sind komische Käuze. See sehen nicht rechts und nicht links. Im vorliegenden Fall hatte der Angeklagte Rhodin ~ nach einer der bekannten Unterredungen mit Heinrich Sklarz. wie sie fetzt auch im Pr.nz-Prozeß eine große Rolle spielen— die Fälschung zugestanden. Er blieb auch in der Verhandlung dabei. Damit war der Tatbekirrnd, auf Grund dessen er verurteilt werden konnte, g.'gÄien. Die Frage, wie die Fälschungen — zu denen eine sehr erhebliche Personal- und Sachkenntnis und noch erheblicher« geschäftliche Phantasie gehört hatten— eigentlich durch ihn zustand« gekommen waren, blieb unerörtert. Ohne Zweifel war daS nicht im Interesse voller LufNärung! Man kann es verstehen, wenn Herr Philipp Scheidemann ob seines Pechs in der SUarz. Affäre gereizt ist. Herr Ra? Bäckler mödrc also seinen Lesern glauben machon, bah RhodinS Geständnis unwahr war, daß seine Verurteilung nur durch prozessuale Schiebung zu- stände gekommen sei. wobei er offenbar noch den Richtern, die in der Sack? geurteilt haben, eine besonders„ehrenvolle" Rolle zuweist. Aber als ein mt sieben Wassern gewaschener Journalist(ja. wie nennt man doch solche Sorte Journalisten gleich?) mockt das Herr Bäckler in einer Form, daß man rhn auf nichts festnageln und nirgends stellen kann. Er knurrt hacke Vermutungen und überlaßt der Phcmtofie des Lesers, sich das llebrig-? zu denken. Aber das zeigt auch, w i e wenig Mut Herr Böckler besitzt, für leine Behaup- t u n g e n einzustehen, wie sehr er sich secker außer- stände fühlt. Beweise für seine leichtfertigen Andeutungen zu erbringen. Wir aber nageln doch hier eines lest: die bodenlos feige und hinter- listige Man'er,- in der gegen sozialdemokratische Partei- fühper gearbeitet wind._ Prozeß peyen prwz. (Schluß au» der Abendausgabe.) Räch der MiUagöpaufe wird der Zeuge Hcnnick» vernommen, der sich selbst alz Zeuge gemeldet und als Zugführer der Soldaten- wehr Prinz kennen gelernt hatte. Er sagt aus:„Prinz erzählte mir. daß er dabei sei, eine Broschüre gegen die Juden zu schreiben, mit der viel Geld zu verdienen sei, da sie sich hauptsächlich gegen Sklarz richte. Er selbst habe in Holland noch 200»OO M. Geld zu liegen, welches noch aus dem Polizeipräsidium stamme. Die hohenzollern-Milliarüen unü— Goethe. ÄuteckUation. Lehrer: Bedenk' mein Kind! Woher sind diele Taben? Du kannst nichr« von dir selber haben. Kind: Rein! Alle» Hab' iib vom Papa. Lehrer; Und der! Wober hat'» der? Kind: Vom Großpapa. Lehrer: Rch: dock! Wober hat'« denn der Großpapa bekommen? Kind: Der— hai'S genommen! Joh. Wolfg. Goethe. Da» Deutsche Thcatrr hat wiederum den„Arzt a m Scheidewege", Bernhard Shaw» menschlichste» Drama, in seinem Spielplan aufgenommen. Shaw, der seinen Menschen sonst nur den Verstand geliehen hat, nicht aber sein Hrr;, erfüllte gerade in dieser Tragödie d«S verkrachten Genie» alle Adern de» Künstlers mit eigenem Blut und eigenen Anschauungen. Der Maler, der die berühmten Aerzte an der Rase herumführt, ist zwar«in Schurke uud Hochstapler, er schwört aber auch auf da» Evangelium de» Michela Angela und Rembrandt und deswegen spricht ihn Shaw in seiner Todesstunde von allen Sünden frei. deswegen läßt er oll« Spießbürger und alle Zeloten eines falschen wisienschastlichen Geiste»' al» entlarvte Nichiwisier und Narren dastehen. Die Neueinstudierung de» Deutschen Theaters ist flüchtig und ungleich. In entscheidenden Rollen versagen die Künstler. Herr Wosolowekv ist ein schlechter Sir Eolenso, er hat nicht die Manieren eine« Wektarztes, sondern nur die Bewegungen eines Landdoktors und er versogt bei der wichtigen Rolle alle» En:- scheidende. Moissi bat noch immer den tragischen Humor beide» halten. Am schönsten und rührendsten war Johanna Terwin. _ Max H o ch t> o r f. Dheate». Die Eisloulilibruni, von Vedekinb«.Knmmermusip im Ziwnon.Tbeater ist wc»en Unpäßlichkeit«Ine» Hoiiptbiirtteller» aus den Lb. Novrniber.<>b«nds 7 Ubr, verichoden Worte»— Im Oulnpietdou» wird am 1. Texember ter Sit wank„Die schwebende Jungfrau- von Fron,«rnoid und Einst Bach mit Ärnold Zlieck in der Hauptrolle erst. mal».msgetnbrt.„_ Im sflnsicn Konzert der BolkSbuhne. ta» am»8. November, Wittag»>/,lS Uhr, im Tbeater am Bülowpla, stattfindet, werden dt« Pro. «esioren Friedberg und gleich Sonaten von Mozart flwn vmtra» V5tNg?N. Vortrage. In einem Lichtbildervorträge bespr'cht der Mänchener Arzt Dr. S. Aigner am stie tag VI, Uhr in bei Musikhochschule die Wunder des Spliilltmn«. Nach dem Vortrag ireir Aussprache. Hod'ere»lnkanq und vieise. Sw Hod ters.aa! ist in der mo- devnen Abt« tung der Bcrtincr Notionataalcrie im Nranprlnzcnpalai« ein- gerichtet worden. Er birgt sechs geliehene Werke de» Schweizer Meister»: Ätnei davon zeigen ihn in seiner ersten Entwickluiig! ein- Ansicht de« ienker See« am Adeitd eines Spätsommcriage«, von Schwänen uno Segel» belebt, tS77 enistanden: dann daS BUd seiner Gattin, die mit dem Aiild out dem Schoß piett. in der rtnsach-n Küche, wo über dem Herde die Wäiibe bangt, l88g gemal». Die Hauvtwand de» Saale« gibt dann in einer tchdnen Steigerung ein Bild von Hoblers retlem Schassen: tn der Milte.Der Morgen', ein« lewer schinsten shmbolischen Frauengestallen im Erwachen de« jungen Tage«, einacrahmt von zwei Alpendstdern ielste» monumentalen Stil«, dem.Breilboru- und der.Junglrau'. Den»elchluh bilde« der Eniwurs Hoblers zu seinem gratzeu Wandbüd« im Rathau» Vau Hanno»«, de».Schwur', von HU. „Ihr seld," so sagte Prinz,„schön dumm, daß ihr damals nicht auch> von den Geldern de» Pelizeipräsidiumz profitiert habt." Bei Sklarz ist noch viel Geld zu verdienen, da gegen Sklarz verschiedene» vor- liege. Er, Prinz, stehe mit Rechtsanwalt Nübell in Verbindung, der der deutschnationalen Partei angehöre, und von ihm bekomme er n o ch v i e l G e l d. Ich selbst sollte für Prinz eine Abschrift herstellen, d-ie sich auf die Sache L.ebknecht-Luxenrburg beziehe. Als ich dann später in der Zeitung la». daß sich die H i I d e P l a u. mann weg:i, einer solchen Abschrift das Leben genommen habe, habe ich mich darüber so geärgert, daß ich zu Heinrich Sklarz ging und ihm die Sache erzählte." Der Zeuge, früher Oberleutnant, jetziger Detektiv Karl Gürgen bekundet, daß er seinerzeit nach Au�'r.ieb der Revolution von der Kommandantur den Auftrag erhalten habe, eine Nachrichten- stelle zu organisieren, welche den Zweck hatte, alles von links kommende Material zu sammeln und dadurch Gegenmittel zu schaffen. Inoffiziell wurde uns g.ffagt, daß wir alle» auf unsere eigene Verantwortung machen mußten. Al» der Putsch vom 0. Januar einsetzte, hatte ich den Austoag von dem Komman- danten, die Rädelsführer zu verhaften und dem Staatsanwalt vorzuführen Da» habe ich getan Jedenfalls habe ich nicht den Auftrag gehabt, Leute beiseite zu schaffen. Richtig ist tS, daß noch eine andere Gruppe bestand, es waren die» mehrere Kapitalisten, welch« sicb auf eigene Faust Agenten hielten. Auf Fragen de» Vorsitzenden erklärt Zcuge noch, daß er u. a. den Austrag hätte. Ledebour zu ver taflen. Zeuge erklärt weiter, Fischer habe ihm erklärt, daß ein Befehl auf die U n sch ä d- l i ch m a ch u n g von Liebknecht, Luxemburg u. a. eine Delohn-ung au»gesetzt habe, von Ermordung dagugen sei nie etwa» gesagt worden. Wer von seiner Waffe Gebrauch gemacht habe, habe da» auf eigene Verantwortung getan. Die sogenannte Mörder» liga, die im Dezember 1019 oder Januar 1920 entstand, habe sich aus mehreren Abteilungen, darunter der„Liga zur Abwehr de» Bolschewismus", zusammengesetzt. Wer hinter dem Bund der Leute gestanden habe, die Preis« auf Beiseiteschafsung gewisser Personen aussetzten, wisse er nicht. R.-A. Rsthell! ES war also ganz offiziell«ine Belohnung von 100 000 Mark ausgesetzt?— Zeuge: Jawohl! E» wurde gesagt: Wenn ihr da» und das N t, dann bekommt ihr 100 000 M. — R.-A. NSbell: Wer hat da» gesagt?— Zeuge: Der damalige Kommandant Fiscbcr und ich labe e» dann meinen Leuten weitergesagt.— Justizrat Dr. Wrrthauev: Haben Sie jemals einen von Scheidemann und Sllarz unterschrie» denen Befehl gesehen, Liebknecht gegen eine Belohnung von ILO 000 M. zu ermorden?— Zrug«: Nein!— Der Zeug« bekundet weiter, daß von Tyszka mit allen Leuten gearbeitet hatte, mit rechts und link». Die Zeugen Tyszka und Gürgen werden hier» auf vereidigt. � Dem Zeugen Fritz vollcnhage» bält Rechtsanwalt Nübell vor. daß er einem Herrn Kanzog und auch dem Herrn Plaumann gegen. über von einem von Scheidemann und Sklarz unterzeichneten Mord- befehl gesprochen hohe. Zeuge Bollenhagen erklärt, daß er dabei tvobl etwas den Mund zu voll genommen habe. Der Zeug« bekundet Wetter, daß er eine» Tage» mit der Visitenkarte de» Dr. Specht an Bruhn von Prinz zu Sklarz geschickt worden sei. Bei dieser Gelegenheit habe ihn Sklarz auch um ein« Schriftprobe der Hilde Plaumann gebeten. Er habe die P. später zu Sklarz hingebracht, nachdem S. ihm gesagt hatte:„Wir werden sie(die P.) zum Geständnis bringen!" Als die P. mich abholte, habe ich der Plaumann..he wir zu Sklarz gingen. reinen Wein eingeschenkt. Die Hikd« war sehr er- schreckt und fragte:.Da», da« Schriftstück ist in die Hände von Sklarz gekommen» Ich hatte den Eindruck, al» wenn die Hilde gleich an den Mordbcs.chl dachte. Ich sagte ihr, Sklarz wolle sie verschiedenes fragen, sie solle nur die reine Wahrheit sagen. Tie Hilde erzSH.'te mir nun, daß sie rtae Abschrift de« Mordbefehl» niedergeschrieben habe. In der Unterredung hatte Sklarz offenbar die Absicht, der Plaumann zu beweisen, daß Prinz eS gar nicht wert sei, daß sie ihn schone. Die Plaumann gestand bann auch et«, daß sie auf Diktat de» Prinz die Urkunden, davon die eine mit dem Worte„Abschrift" grschrirbea habe.— Auf wiederholte Borhaltun- gen bekundet der Zeuge u. a., daß Prinz nur von dem„Original" gesprochen habe, aber nicht von einer Urschrift." Heber da» Zustandelommen des Geständnisses der Plaumann komm« e» zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den Pro,eßbetciligten und einem kleinen Znsammen stoß zwisckien Justizrat Dr. Werthauer und SioatSanw. Hayner. der im allgemeinen die Art. wie dies Geständnis herbeigeiübrl worden, nich» guiheißt und die Ait. wie Stlan sich eine Schriftprobe der Plaumann ve, schafft da«, für unzuläisig bält. Jnstizrat Dr. Werlhauer»litt dieser Auffassung entschieden entgegen»nd stellt hieraus bezügliche veweisan»äge. Zeuge Bollenhagen wird von den Verteidigern R.-A. Richter und Rübrll noch schart in» Zeug ge- nommen: er bleibt dabei, daß er seinerieits nur der Gerechtigkeit habe dienen wollen. Er habe ntckt den Eindruck gehabt, daß Sllarz von der Plaumann die Bekundung von Hn« Wahrheiten erstrebt bade. Er babe«hr nur wiederholt nahe- gelegt, die Wahrheit zu sagen und sie darauf hingewiesen, daß die holländische Grenze für beide gesperrt lei. Die Verteidiger be« kämpfen diese Nu«>age«n den verschiedensten Punkten und mebriach mit iernen früheren Bekundungen in Widerspruch stehend. — Auf die Frage der verlerdiger, wieviel'hm denn dg» Dienen der Gerechtigkeit eingebracht habe. erklSit der Zeuge, er habe nur die ver'äumte Zeit ersetz« bekommen, etwa 700 M.— Justffrat Dr. Werthaner: Also jedensalls nicht 2000 M. oder e>nen Steck?— Zeuge: Nein. Die Verteidiger bleiben dabei, daß Sklarz auf die Plaumann in unzulässiger Weise zur Abgabe ihre« Geständnisse» riiigewirtt und sie eingeschüchtert habe.— Bollcnhagen verneint sodann die an ihn gerichtete weitere Frage. ob er von Sklarz noch mehr Geld erhalten oder weitere vorteile von ihm zu erwarten babe.— Die Verteidiger betonen wieder- holt, daß Sklarz ein lebhaile» Interesse daran gehabt habe, die Zeug in zu beseitigen.— Es wurde dann der Barer der ver- ttorbenen Hilde Plaumann vernommen Er bekunde«, daß seine Tochter, während er ielbi« im Felde war. sich mit Ptinz verlobt habe. Prinz babe manchmal gern renommier». AI« Prinz von dem ichriktl chen Eimordungsbesehl aeipiochen, habe er selbst Zweifel daran gehabt, denn er traue Herrn Schcibemanifi so etwas nicht zu. Bollenhagen habe aber gesagt: er habe das Schritlstück auch geiehen. Zeuge Bollcnhagen gibt dies als„möglich" zu. was den R.-A. Richter zu der Bemerkung veranlaßt: Dr. Werlbauer müßte doch dann den Slraiantrag auch gegen Bollcnhagen stellen.— Zeuge Plaumann erklärt auf Fragen u. a. noch: leine Tochter Hilde babe den Prinz immer in Sckutz genommen und eS fei zu Auitrilten zwischen Beiden nie gekommen. Sie habe so- gar illr Prinz noch»ach besten kträfien geiorgt. al« dieser in Haft genommen worden war. Sie war sehr eifeissichtig auf thn. Richtig sei e«. daß Hilde totainsü»tig gewesen kein soll,«l» Zeuge die Nachilcht«rhHt, daß si- sich durch Kokain vergiftet habe, sei er ganz entsetzt gewesen.— Frau Plauinann, die Muiter der Hilde, bekundet, daß ihre Tochter von Sklarz und Bollenbagen sehr eifersüchtig aus Prinz gemacht worden>ei. Eines Äbend» lei sie sehr wütend aus Piinz gewesen und habe gesagt: Sklarz habe ihr gesagt, sie werde v-rbaitet werden und komme in« Ge- iängn'« oder ,n» Zuchthaus. Tie sei etwa» ausgeregt schlaien gegange». Am nächsten Morgen irt sie wieder zu Sklarz gegangen, sei von ih>er Probe weggeblieben und erst um 8 Uhr nach Hause gekommen. Ihrer Freundin bat sie erzähl». sie sei mit Sklar, zum Staatsanwalt gewesen. Nach dem Essen sei sie in ihr Zimmer gegangen und da habe man sie ver ytstet und mit einem Strick um den HalS vorgefunden. t Die Zeugin bestätigt deu Verteidiger«, daß Sklarz thueu einen Mann vom Beerdsgnngsknstiius geWcki habe, einen gewissen Reimann. Sklarz babe die Kosten der Beerdigung«ragen wollen. Sllarz habe sie dann auch zu einem Geldverlerber ge'chickl, von den» sie ober Geld nicht entnommen habe, da dieser Wucher- zinien verlangte. Die Zeugin bestätigt aus Vorhalt des R.-A. Richter, daß bei den Aeußerungen ihre« Tochter über das qu. Schriftstück immer nur von einer. Abschrift" die Rede geweien 'et.— R.-A. Nübell: Hat Ihre Tochter nicht kurz vor ibrem Tode gesagt: e» täte ihr furchtbar leid, was sie getan; sie wolle zum Staatsanwalt geben und das Geständnis wieder umstoßen?— Zengtn weiß hieivon nichts.— Unter den Tmgen. die die Zeugin nur voin Höieniagen weiß, befindei sich auch iolgende MiNeilnng: Sklarz soll bei dem Besuche ihrer Tochter an» Tslepbon gegangen iem und an'cheinend mit dem Staatsanwalt gesprochen haben: „Heben Sie den Haftbefehl auf Fluchiverdacht liegt nicht vor."— Zeuge Sllarz lacht hierzu laut.— Nächste Sitzung Donner»- l a g g'/z Uhr.___ Die Untersuchungsausschüsse. Der Erste Unterausschuß des parlamentarischen Hnter» suchungSauSschusseZ, der di-e Schuld am Kriege zu behandeln hat. beschloß auch die politisch« Lage unmittelbar vor dem Attentat d�on Scrajewo zu behandeln. Dazu wird in der nächsten Sitzung der Sachvtrsrändige Graf MontgelaS einen aften- m ästigen Bericht über die Militär. schon Vorbereitungen aus der .jCtt vor dem Weltkne?« vorlegen.— Der Zweite Unterausschuß(FricdenSmöglichkeiten) hat d«n Abg. Breit scheid (U. D. rocht») als Vorsitzenden bestätigt. Der Dritte Unter- a' L schütz(völkerrechtliche Fragen) gab sich folg.'nde Ausgab«: Prüfung, ob die mÄitäri schon Behörden vor und im Weltkrieg« da» ihrige getan haben, um den Inhalt de? Haar ver Regie- m e n t§ ül er den Landkrieg zur allgemein en Kenntnis von Lff'zieren und Mannschaften zu bringen; oder ob nicht Veröffentlichungen des GeneralstabS zum Kriegsgebrauch er» gangen'sind, die damit im Widerspruch standen und welche p.akii->e Folgen daraus entstanden sind. Ferner w.ll der AuS- i'huß die Verwendung der giftigen Gase prüfen, namentlich auch, wie rvZit die Vorbereitungen zu deren Gebrauch zurückgehen. Dü Vierte Unterausschuß, der die Ursachen deS deutschen Zusammenbruchs am End« dos Weltkrieges aufklären soll, konsrittrievtd sich nach mancherlei Hemmun» gen seit den ReichStagswahlen neu und erörterte die ihm speziell gestellten UndersuchungSgebiete: die militärischen Machiderhäl wisse un Frühjahr 1918, da» Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mannschaften, die Einwirkungen der Mißstande in der Heimat auf d e Arm« und die Marine, die etwaigen Einflüsse der revolutionären und der alldemtschen Propaganda. Außer den bis- herigen Sachverständigen, Privachozent Dr. Hobobm und Olrrft Schwerdtfeyer, berief der Unterausschuß(vorbehaltlich der Zu- stimtsi-ung de» Gesamtausschusses) al» Sachverständige General v. Haeften und den früheren sozialdemokratischen Abgeordneten zur NaHemaldersammlung Genossen Simon Katzenstetni. Ein radikales Zrieüensprogramm. L v» d» n, iL November.(Hollanbfcki NieuwSl>ureur>.) Au» Wassiington wird gemeldet, daß die radikalen revrblilanischen Gegner de« von Wilson augcnammene« Frieden» bei Hardlng darauf drängen, bah eia radikale» Aktionsprogramm aufgestellt werde, da» folgende Punkte«»'halte: L vollständige Ablehnung de» Berfalller Friede«». 2. Trennung der vereinigten Staaten von d« Entente, was die Erzwingung der Erfüllung der Fri«deuS» bedingunge« durch die siegreichen Mächt« brt'ifft. Z. Die Anerkennung de» Friede nSzustande» durch eine» Kengrehbeschlvh. L Eröffnung von Verhandlungen über freundschaftliche Verträge mit Deutschland und Oesterreich. Tie republikanischen Senataren, die jetzt in Washington bleibe«, sind elustimmig der Ansicht, doh dir neue Regierung sich zugunsten eines Frieden» mit den Mitt-lm ächten erllrren wird, und zwar durch eine Entschließung, die etwa de» gleich kommt» welch« Knox seinerzeit vorschlug, die obrr von Wilson mit dem Veto belegt wurde. Der tschechische Parteitag. Prag, 24. November.„EzaS" meldet: Vandervelde hat sein Einireffen zum Parteitag der tschechoslowakischen Sozialdemokratie bestimmt zugesagt und gedenkt eine große Rede über die Schaffung einer neuen Jnternational« zu hslten. Die Teilnahm« der sozialdemokratischen Führer des Westen» (HuySmanS. Thomas. Senderson, Longuet u. a.) ist gleichfall» ge- sichert.__ Gewerkschastsmternationale und Reaktion. Amsterdam, 24. November. Eine ergänzende Meldung an» London besagt, daß auf dem Kongreß des Internationalen Gcwcik- ichaltsbundeS Norwegen. Italien und Kanada gegen die Ernichließung stimmten, in der erllärt wird, daß die Gewer lschaft«. bewegung ihre Zuflucht zum allgemeinen Streik und nt»rnat«onalen Boykott als wirksamer Waffe gegen die Reaktion nehmen muß._ Die amerikanischen öesatzungskoften. Nach dem Jahresbericht deS amerikanischen General. stabSchefS betragen die bisherigen Kosten der amerikani» schen Besatzung in Deutschland 257 Millionen Dollar. Hiervon hat Deutschland nach dem gleichen Bericht bis jetzt erst 32)4 Millionen Mark bezohlr. Die Zahlen stimmen mit den hier schon früher bekantgcwordenen im wesentlichen übevew. Tie beweisen, von neuem, daß die bisher durch die Alliierten bei Deutschland an» geforderten Vorschüsse zur Deckung der wirklich entstandenen Be- satznngSkoslen bei wet'em nicht ausreichen, und daß die von Deutsch- land bisher geleisteten Zahlungen kern zutreffendes Bild von den ungeheuren finanziellen Lasten geben, die dem Rc.che aus der Besetzung erwachsen. fiuslanüsrunösckau. Ayf Grand der Not« der ReparationSkammisfion vom Ab Ok- toker und eer sick daran anschließenden mütidl-ch«» Abmachung Hachen am 20. und 22. d. N. mit Delegierten hex ReporationS- kämmiffton Verhandlungen über die Belassung ron SVOOOO Tonnen Schiffsraum an Deutschland staltgefunden. Die ReparationSkomm.sston hat zugesagt, ihre Tulscheidiina mm- mehr soibald wie möglich zu fallen; rn welchem Sinne sie ausfallen wird. läßt sich zurzeit nickt sagen. Reuier meidet aus Dublin: In der Groficktafl Tipperory ist der Führer der Sinn fein er. Killen Aule, geiöwt worden. Noch einer Meldung aus E o r k ist dort Dienstagabend eine Bombe explodiert, mehrere Personen wurden verwundet, darunter zwei s.v.oer. Nicht nur die holländischen Blätter, wie eS irrtämlich>» unserer Abendausgabe heißt, sondern vor allem dt« Londoner Press« werdet sich in stelgendom Maß« geger baS brutal« vorgehen des englischen Militärs in Irland. Der südslawische Minister Korosec hat den Vertrag von Rapallo unter Protest unterzeichnet. GeVerkschostsbeVegung �ur Neugestaltung des Arbeitsrechts. AitZ beut Reichsarbeito�iüsteriam wird mitgeteilt� daß die Arbeiten zur Schaisuna deZ in Artikel 157 der AeiHZverfassnng in Aussicht genommenen einheitlichen Arbeitsrecht erheblich gefördert worden find. Zu einer größeren Anzahl von Einzelgefetzentwürfey find Vorentwürfe ausgearbeitet worden, die zurzeit im Arbeits- rechtöaus schütz sowie mit Vertretern der �beteiligten Kreise und mit den Behörden des Reichs und der Länder durchberaten werden. Es sind vor allem zu nennen die Entwürfe einer Schlich- tungSordni-ng, eines Arbeitsgerichtsgesetzes, eines Arbeitsna�weis-- gcfetzes, ferner eines H würge Hilfengesetzes und schließlich eines"e- setzeS zur Regelung der Arbeitszeit der gewerblichen Arbeiter. In Vorbereitung befindet sicb der Em Wurf eines Gesetzes zur Regelung der Arbeitszeit der Angestellten. Ferner sind die Arbeiten für die Gestaltung des allgemeinen Arbeitsvertragsrechts und der für die Angestellten in diesem Rechtsgebiet erforderlichen Sonderbestimmungen in Angriff genommen. Der Arbeitsrechtsausschutz ha: in den Beratungen, die kürzlich sta'tfanden. einige wichtige Entschlieszuirgen gefaßt. Der Au-fbru und die äußere Gliederung des Arbeitsgesetzbuchs wurde eingehend erörtert. Es wurde ferner beraten, wie die Behördenorga» nisation aus dem Gebiete des Arbeitsrechts einheitliche: als bisher gestaltet und zugleich vereinfacht werden kann Man war der Meinung, daß in möglichst weitem Umfang der Selb st Verwaltung Raum zu lasten sei; soweit aber Behörden unentbehrlich sind, sollen sie tunlichst zu einheitlichen A e m i e: u zusammengefaßt werden, um Kosten zu ersparen und imv es drn Beteiligten zu erleichtern, ihre Anliegen bei den rich- tagen Stellen anzubringen, was jetzt vielfach mühsam und zeit- raisenst ist_ Die Nahrungsmittelversorgung Berlins gefährdet. Durch das unerhörte Verhalten der Arbeitgeber im Lebens- miltelgrotzhandel ist die Versorgung de: Berliner Bevölkerung mit Lebensmitteln ernstlich gefährdet. Seit dem 8. Oktober stehen die Transportarbeiter im Lebens- -wrttelgrotzhandel in einer Lohrrbewegung. Am 4. November fand eine Verhandlung statt, in welcher es zu keiner Einigung kam. Von den Arbeitnehmern wurde darauf der Schlichtung Sau- schuh Grotz-Berlin angerufen. In der Verhandlung am 22. d. M. er- klärte der Simdikus des ArbeiigebdrverbandeS, Justizrat Lipp- mann-Wulff, daß er es ablehnen müsse, vor dem Schlich- tüngsauSschutz zu verHanteln. Der unparteiische Vorsitzende schlug darauf vor, die Parteisn sollten unter seiner Leitung ohne die Beisitzer verhandeln. Aber auch so war keine E l n t- g u n g möglich, da die Zugeständnisse der Arbeitgeber zu gering loaren. Der Vertreter des Tcansportarbeiteroerüandes weigerte sich, seinen Auftraggebern die Annahme zu empfehlen, Eine' außerordentlich stark besuchte Mitgliederversammlung nahm den Bericht der Lohnkommission und der Vertreter deS TransportarbeiterverbandeS mit stürmischer Entrüstung entgegen. Das Angebot der Unternehmer w irde einstimmig abgebe h n L und der sofortige Streik verlangt. Von Seiten der Gewerkschaftsvertreter wurde vorgeschlagen, den Unter- wehmern noch eine letzte Frist bis Donnerstag zu stellen, um ei.ie Äe r st a n d i g u n g zu ermöglichen. Dieser Vorschlag fand ein- stimmige Annahme. Sollte bis heute abend kein« Verständigung erzielt sein, so Wirt) höelfstwahrscheinlich am Freitag die Arbeit in allen Bc- trieben, die dem Arbeitgeberverhande ange- sch l o ss e« sind, ruhen, doch dürfte der. Kampf bald einen gtötzeren Umfang annehmen, da die Arbeiterschaft der anderen B'-- sannnlnng himmelhoch gebeten hatte, ja nicht mit dem Zentral» verband der Fleischer, der freien Gewerkschaft, den Tarif abzu- schließen. Es nutzte aber nichts. Herr Brednow mußte den Ver- Handlungsraum verlassen und der Tarifvertrag wurde abgeschlossen. Der Tarifvertrag geht unseren Kollegen im Druck zu, und fordern wir von allen Fleischern die strikte Einhaltung des Ver- träges Auch an die Arbeiterschaft und speziell an die Hausfrauen richten wir die Titte, darauf zu achten, daß in den Fleischereien nicht bis in die Nacht hinein gearbeitet wrd. Wir ersuchen Mitteilungen dieser Art an unser Bureau, Elisabethstr. 11, gelangen zu lassen. Zentralverband der Fleischer. Um die Arbeitsgemeinschaftcu. Eine Versammlung der Betriebsräte, Angtstelltenräte und Funkiionöre der Ata-Verbände ans der Gruppe Bank und Handel � beiwaftigte sicb am Montag mir der Frage der Arbeilsgemein j scharten.— Nörpel spracb in seinem Boitrage gegen dieielnen. l Der Kop'taliemus babe mit der Bildung der Arbeitsaemeiniwafien nur de» Zweck veriolgt. über die SchwiergkeUei! hinwegzukommen. die stcb seiner Konsolidieiung entgeaeniiellien. Tiotz der Arbeite- gemctnickiaften kälten wir nickil Verbindern köniien. daß die ganze Macbt wieder in die Hände der Gegner zurückgewandert ist Redner erinnert an die Valuta- Politik, den Ausverkauf Deuischlands und das Versebieben der Gewinne ins Ausland. Tie ZentralarberrS- gemeinschaft. die gegriinder sei. solchen Zuständen einen Riegel vorzuschieben, babe nicht das Geringste dagegen gotan. Er bezeichnet den Artikel l6v der Reiche- ! Verfassung als ein Unglück für das denisede Volk, und fordert statt der pariiäli'chen Körver- scbarien. wie die Bezirkswirt'chaiisläte und den Reichs- wirlichaitSrat, die nach seiner Meinung antisozialistisch ssnd, einen Reichsarberterrot und Bezirksarbeiierräte. Mn oller Energie sei daran zu gehen, di« Kontrolle der Produktion zu übernehmen. Petersdorf als Korreicrent betont, daß die Frage der AibeilSpem, iu'ck'oiien keine P r i n z i p e n f r a g e. iondern lediglich eine ZweckmäßigkeitSkrage sei. Uebrigens wäre die Arbeils- gemeinichafr sozu'agen eine konsequente WeiieriLbrnng der Gewerkjckastspol i r i k. Sre sei nicht das All- b eilm Ittel, aber ein Stein zum Ausbau unserer Zukunft. Nur durch den Zusammeniackuß iei es möglich gewesen, die Demo- bilisierung überhaupt diiichzurübren wie es pescheben sei. Van größier Bedeutung sei die Anerkennung der G-e werk- schoflen als gleichberechtigter Faktor. Dre Arbeits- aeiireiuschafl habe zweiielloS die Durch sübrung der acht- stündiqen Arbeitszeit wesentlich erleichtert. Zurzeit wüiden die ArbeiiSgemeinichaften noch gebraucht. Ter Eoziolis- mus werde kommen', bis zu seiner Beiivirktichung hätten wir aber alles zu tun, um u> sere Lage zu verbessern. Es folgte eine Diskussion, in der mehrere Redner gegen die ArbeiiSgemeinichaften und Adolf Cohen jür ihre Beibehaltung sprachen._ Behördliche Organisationsgrunduagen. Der Bund der technischen Angestelltem und Beamten und der Zentralverband der Angestcllren hatten mit der schaumburgisch lippischen Landesregierung wsAj, Abschluß eines Tarif- Vertrages für die Angestellten der Regierungsbehörde n verhan- delt. Die Verhand'uugen zerbigien das Ergebnis, den Reichs- tarif für Behördenangestellte auch in Schcmmhurg einzuführen. Eine endgültige Verhandlung zur Klärung der bisher erworbenen Anstellungsrechte und Vollziehung des Vertrages sollte später stattsinderr Hatten schon die bisherigen Verhandlungen gezeigt, daß eS den ftfebe ihre Köllme» nicht im Stich lasse» wird' Die LebenSmit�l, � R«gierungsviuctr«!ern se r schwer ft-l die Örgani'sasionen' alz Üe- versovMing Grop-Berlins wurde dann aus das schwerste gefährdet Vertreter t"" sein» isq, biji ,in Berlin fcge.rnfccn Vorräte nur gering sind.und die"MVölkefttng auf die täglich anrollenden Lebensmittel ange- störe« und wirkangsloO z»« a ch e v*. Am» Schluß beißt es: .Einzelne Mitglieder fl D. Red.) des Betriebsrats den Hauptstclle beben entgeaen der anscheinend vom Zentralverband der Angestellten bel»fl»ßlen Mebrbelt des Betriebsrats vor» geschlagen, möglicheriveiie für die Anpestellien der Hanplstelle der Noihilie eine u Wirtschaftsverband z u errichten. Aus diese Weise wäre es vielleicht möglich, die Interessen der An- gestellteinchast wirksamer zu vemssen, als dies durch eine« Verband geschehen kann, dessen folgerichtiges Ziel die Beseiti-- gungder Technischen Nothilie lein müßte und der jedenfalls eni'prechend dteier Zusainmensetzrittg eme geeigneie Vertretung der späteren Interessen der jetziaeii Mirglreder der Technischen Nothilie keinesfalls gewährleisten mßzn* Bei der Zuiammen'etzung der Technischen Noihilie ist nicht daran »>» zweifeln, daß die Gründung des WirlichafiSverbaiideS gelingt. Mit dieser Kamptansaae an die freien Gewerkschaften aber wird ebenso zweifellos die in der weitesten Oeffentlichkeit bestehende Meinung, daß die Technische Nothilfe eiwe Organi- sation gegen die Arbeiter ist, gestärkt. der Ängestelltenschaft anzuerkennen, so scheint der endgültig« Abschluß eines Vertrages mit diesen Organisationen! eine geradezu u nhe i l v ö l l e V e r w i pr u n a b e i den Re-s gierungS Vertreter n bsvrrkt zu haben.- Die oben angesagtc Äbschlußverhandlüng wurde uätnlich aufgehoben mit der Mit- teilung, daß die Regierung mit einem noch zu gründe nden� Verband der Festb.soldeten den verhandelten Vertrag abschließen, wolle und nicht mit den Organisationen. Ein Amtsschrerber ist. bereits von der Regierung zum Vertreter(und also auch zum Grün- 1 der) dieses neuen Verbandes bestellt(!) worden. Damit bei der Tragik dieses lediglich auf Verschleppung und Benachteiligung der Angestellten gerichteten Vorganges mich die Komik nicht fehlt, sei eun uro gen oe gororungen in ver.Vicijaii-Cj[Uiunug oorzuoeugen, gleich mitgeteilt, daß der Amtsschrerber die Neugrurrdung eines bsguftragte das Arbeitsministerium den Schlichtüngsausschuß zum solchen RegierungsverbandeL ablehnt! Was nun? Eingreifen. Dieser rief ein- Sonderkammer ein. Die Kammer Wir empfeh en der schaamburgi'ch-lippischen Landesregierung ichllie einstimmig einen Spruch, bez im wesentliche» dem vorgelegten das Studium'der Ret ch s Perfassung, Artikel 165, Tarif entspricht und Geltung für alle Betriebe hat, die dem Zweck- der einschlägigen Reichsverordnungen usw. Jetzt wird wohl der verband für das Fleischergewerbe Groß-BerlinZ angeschlossen sind.] Schlichungsousschuß der eigenen Regierung die Einhaltung der wiesen ist. Eine Versammlung, di« heute abend 7 Uhr in der Schultheiß- Brauerei,.Hasenheide 22/31, stattfindet, wird in der Angelegenheit die Entscheidung treffen. Wie- uns s'oeüen miroeteili wird� habe» die Unternehmer sich zu einer neuen Verhandlung-bereit erklärt, die heute um 1- Uhr fiattfiirden soll.__ Kein Streik im j�leischergewerbe. Ilm drohende Störungen in der Fleischversorgung vorzubeugen, Der Tarif sieht die achtstündige tägliche Arbeitszeit und Wochen- lohne von 910 Mk. bis 300 Mk. m der Woche vor. Diesen Schied-- spruch glaubten die Herren Jnnungsführer ablehnen zu müssen, so daß der Kampf unvermeidlich erschien und den Innungen ein Mtimaium bis Dienstag, den 23. November, gestellt wurde. Nicht freiwillig, sondern abermals unter dem Druck der Be- Hörden fand eine Zusammenkunft mit den Führern der Innungen beim DemobilmackungSkommlssar statt. Der gefällte Schiedsspruch wurde hier mit einer einzigen Aenderung in der Logrsfrage an- genommen und von den Jnnungssührern unter schriftlich an- Et tan n t. Als Begleitung hatten sich die Herren Jnnungsfübre: aurch ihreit Liebling..Herrn Otto Brednow, Vorsitzenden des gelben Bundes, mitgebracht, der noeb am Tage vorher in der Jnnungsver- gesetzlichen Vorschriften empfehlen müssen. Ob sie sich dann fügen wird? Auch die Tecbniiche Nothilfe scheint dabei zu sein, ssch eine eigene Organisation zriznlegen. nur Verhanelnngen mit dem Zentralverband der Angestellten aus dem Weae zu gehen. Dreier beule sich im Austrage der Aiigestelllenscpast der Hanplstelle der Norhilfe an deren Vorstand gewandt, um mit ihmt einen ir e ii e n T a r> f abzuschließen. Darüber ist der gute Vor- stand so entietzt, daß er in einem langen Rundichreiben an die »Herren Landesbezirlslctler" vor dem bö'en Zentralverband und der Afa warnt und auf die Unmöglichkeit hinweist, setzt einen neuen Tarif abzuschließen. Es folgt dann ein Hinweis auf.das Ziel der radikalen Verbände, die Technische Nothilfe zu zer- Zur Lohnbewegung im Wäschrverleihgewerbe stellen wlr nach- iräglich fest, daß die Finra R e i ch e l�l, voirn. Friedr. Müller, Palisadeniir. 14, der OrganisaiionSzugehöiigkeit ihrer Fahrer nichiS >m Wege legt. Die Firma beschäftigt beieiis seit mehreren Mo- naten einen organisienen Fahrer. Die Firmen G. Kneidinqer, Blumenstr. 82. K. H a r t s e i l. Fürstenftr. 20. und G. Kall« mayer, Romimener Str. 33, haben den Tarif anerkannt. Die Branckenleiiung Deutscher Drausportarbeiter-Berbaud. Freitag 7 Uhr. in den An« dreasseinälen. AndreaSliraize 2t, außerordentliche General- veriammlung. Tagesordnung: t. Eiledigung des Antrages u. 2. Stellungnahme zur Regelung der Beitragsirage und Uiabnimmung. 3. Geichä'tliües. Vollzähliges Erichcinen der Delegierten ist not oendig. Mitgliedsbuch und Legitimalionslarten find vorzulegen. Lbne diele kein ZulriU. Ver mit leinen Beiträgen über 8 Wochen im Räckilande ist, bat ebenfalls keinen Zntrilt.— Branche: Graphisches Gewerbe. Henti 5 Ubr, bei Fcyiaia. Mclaiorilraße tö, wichtige Grupvenoerlammliing. Tanesord- nung: Die Zugestänonifie der Unlernebmer. Miigliedskarte legitimiert. Deutscher Horarbeiter-Berbaud. Fre tag 5 Uhr, Saal l, Gcwerk- Ichafisbaus. Veriammlung all--r m den Damenhul- und Reparatur betriebe» beichäjtigten ilibeitei uns ülrbeilermneit. Bucti bind erver band. Freitag 5 Uhr im großen Saale des Gewerk» scbaslehauns, Engeluser lö: Foriictzung der Mitgliedeiveisammlnng. Tages- orvimng: Was bat die Mitglicd'chasl der Zadlnclle Berlin dem Verbands. vorstand und der Redaktion der Supbin''er Zeilun; z i tagen wegen der in der ichien Zeit oorgetommcnen Anrempetungcn in Wort und Schrijt gegen die Zahtjtellenleiluiig?___ parteinackrickten. An die Partcrorgallisationeu im Bezirk Braudellburg. Die Wahlen zum proußrschen Landtag stehen bevor. AlS Ter- min wird der 20. Februar 1021 genannt. Es besteht die Absicht, das Staaismimisterium zu ersuchen, mit dies«: Wahlhandlung gleich- zeitig die Wahlen zum Provinziallandtag und den Kreistagen zu verbinden. Der Bezirksvorstand hat dieserhalb gemäß§ 22 des Bezirksstatutz beschlossen, den Bezrrkspartertag zum_Sonn- tag, den 19. Dezember, rormittags 9 Uhr, nach Berlin SW. 63, Lindenstr. 8(Zentraljugendherm) eriizu berufen. Als vorläufige Tagesordnung ist vorgesehen: 1. Die Wahlen zum preußischen Landtag, dem Provinz--al- lanidiag uwd den Krerslagen. Referent: Genosse Wilhelm Krüger. 2. Ausstellung der Kandidaten. 8. Die Beftragsregelung nach den Beschlüssen von Kassel. Referent: Genosse Richard Schmidt._ Wir ersuchen die Ortsvereine, zur Tagesordnung Stellung zu nehmen und bemerken, daß Anträge bis spätestens 12. D e>z e m b e'r an den Bezirksvorstand einzureichen sind. Die Wahl der Delegierten eriolgi nach§ 26 des Bc- ziaksstatuts in den Unterbezirken. Die Berechnung der auf jeden U.nteü>ezirk entfallenden Drlegiertenzahl regelt sich nach den an das Tczirkssekretariat abgeführten Pflichtbeiträgen der Ortsveretne im Unterbezirk. Der Berechnung zn�rundegelegt wird das 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Die Unterbezirksvorstände bitten wir, nach erfolgter Dele- grertenwahl dem Bezrrkssekretariat die genauen Namen und Adresse» der Delegierten mitzuteilen. Mandrtsforcnulare gehe» den Unterbezrrken rechtzeitig zu. .Wegen Wobnnngsdeschaffung wolle man sich an den Unter- zeichneten wenden. Der Bezirksvorstand. I. A.: Wilhelm Krüger, Berlin SD. 68, Lindenstr. 3. Rote Woche im Kasseler Bezirk. Vom 4. bis 12. Dezember halten die Genossen Kassels ihre .Rote Woche'' ab. Während dieser Zeit soll der Aufruf der Internationale mit einem Nachwort im ganzen Bezirk angeschlagen werden. Eine Broschüre.Der Kasseler Parteitag" wird an alle Partennitgliedet gratis verteilt werden, dabei soll die Werbung der Frauen erfolgen. Scheidemanns Rede:.Die Republik' in Ge- fahr" wird als Broschüre an Nrchtmitglieder der Partei gratis per- abi'slgt. Möge diese Kraftanstrengung unserer Genossen den ge- wünschten Erfolg bringen. Veranlw für den rrdalt. Teil- Dr. Wcnirr Pcisrr, Cbarlvilendurg: für Anzeigen: Zb.«I»ckc.«erlin. Verlag: Varwörls-Verlag ffl m d. H. Verlin Trink Bor- würts-Vuibdru-leret u. Lerlagsnnsial, Vanl Sinaer u. Co.. Berti.!. Lindenffr. S vier,»> Brllagr. M. LlksMl vkssie skr berU'!« W.j Theovoritr. Sa. Einladung zu der am Montag, den«. De- »«aber er., abd». punU 7 Uhr, im Ziestaur. Richard Schauer. B.-Teinpelhof.BerIiaer Str.84, stattfindenden ordentliche» Ausschun- Sitzung der Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten. - Tagesordnung: t Wahl eines Prüfunge-Ans-' fchnsies zur Prüfung der Iahrezrechnnng für da» Jahr 19« 2. Sazungsündermig ß 78. 3. Verschiedene». 150/18 Bcsa.werden und Anfragen sind bis iväieilens Donnerola, den 2. svefeniber er.( bei der Aastcnvtiiv altnag schriftUch ein- zureichen Der Borsianli der«llg. Ortsirankenkasse für Bertia-Temvelhof., gez. Paul Söllmer,' Borf. j Berliner Londvacki-Genossea.- fchast, S. S- m. b. H.' Montag, den 6.. izember 1920, abends 6'/.. Übt: Außeroidenll cS-nerowersammtnitg im Perimer Gciver.schansitaus, Cngelufer>2, Saat u Tagesordnung: l. Arricht de« Verstandes 2. Antrag an» Statuten äi> de» rung und Pefchlutzsastung über gestellt. Anrrüae. 3. Neu- mähten. I Perfchiedene». Der Auf ficht erat: Zol». Dietrich. Der Vorstand: st5j,l8 ft. SU«, gerd.«atz«. KMMsse Sei VtlsglimMv- juhmerks'Muvg zu Lerli». Bekanntmachung. Die in der Voistandsschung vom 18 Zun! und in der Aus- stt ußsihung vom>8. Zun! 1220 deschtossene Satztinpscinderung beut, die KZ 10, 11, 20. 24a. 39 und 49, ist vom Odervci- ncherungsamt genehmigt wor- den. Die Drnckexemplare können im Saisenbureau m Empfano genommen werden. IZ0>Ig Berlin, den 23. Rovdr. 1920. Ludw ig Streu, Borsißender. Kupfer, Messing, Zinn, stlmtliehe Altmetall« kauft zu Tagespreisen. I!lellkkovk8traKkZ8. __ Handler Extraprclse.• Planne S!a««» n-rma. rlullUu, ninrno, Sanft- splelpianos.Lpielapparale, für fede» Ha.montum pastend. Plana-Magazln' ä. likkoilioii L ko., Znh.. cvanlenberg. Letpzlgee Str. 115.116. »r. Zrankfnrier Stt. 106. Billige Sciiclissskei SJtaao, Eikengarn, Kunstseide, Groß 47 M an. 89. 18 vranll st Pachaly, BUrme-ftraß« Ci ♦ Waschmittel „Elonat" v aus hochwertiaen Produkten dergestellt, garantiert unschädlich, für jede Hausfrau zur Wäsä'e unentdelirlich. Lohnender Per- dicmt tür Wiede- vertäuför. Vertreter gesucht. 83/!7 A. Bauschlicher, Ctmillneilüiin,«penfSÄr� Uebernebme sofort ganzcWohnuneselnricfiung.. auch einr. Möbel. Pianos, F ügel, Kunst- u. Kachlafr Sachen aller Art z. schnellen Verkauf ge?. Höchstgeb. Ab- schäteung. b Auftrae kosten los. 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