flg. 5SS�Z7.?ahrgang Ausgabe A flg. 154 ve,ufl»vre<«: S«ttel)81)ri.30.—•Jiu.monaJLlO,— SR. ftd m«{udr. Ullier»rnudell» Mi Demichland all» 0el»errei» l»/0 Ml. füt ea* ilbrtqc Auslanr du läqltch einmal. Suftenunr 2150 m. �oflie. fteOullaen nehmen nn Oeü erreich Ungarn, Tschecho-SIowale,, von»» niarl.'lollano..n emdur«. Dlhwedrn »lld Dir Gckweu.— linnerraam>n die?»>»» eitnna« Pr»>«likl«. Se,.Borrnhne' m,i her Sonniaa«. herlag».Boll n. fait'»rdieini mamen. Ulglid) imetmi Tonniaq» und Montag»'inmai Morgen Ansgabe (�30 Pfennig� Sei ro tamm-aßrtfl» �•jlalhcmolrai Berll«" rliner Oolksbleitt Zcntralorgan der rozialdctnohratirchcn Partei Deutfchlands ZNnzetgenpreiS: Dt» mtrtgflpolttn» Mannarrilleil«« toftFtS,— M., Tericrungazujchlag 50°,» Allein«*B}eie«o", Dn« t»tt- gedructte Vor! U— M. lzuliilstg zw«! itttgehrriikt» D»rie>.'»des weiirre «ori 00 Bfg. Stellengetiiche an» Schlaist»II«nanil»igen da» erst» Varl 65 Llg. lehe, weUere Von«0 PIg. Vone Sher 15 Buchstaben zählen iUr ' iw« Won«. Teueninasznichiaa Wi� Familten-Anzeigen ffli Abonnenten Aetle 2.— M. poltliich» und se» vertichaitltche Verein»-Anietgen 9,— Ml. dle geile ohne Ausschlag. Anzeigen siir dle n h chst» Zluninier müssen bis 0 Ahe noch mittag« NN k-auotgeschätt. Kerlin EV Z. Linden» strahe Z. abgegeben werden, chebssnet von S Uhr irüh bi» 5 Uhr ahenh». RcöaFtion und Expedition: Sw. 68, ündenstr. Z. �ernitirechfr: Ami Moeinvia».«r. I-M Ml—iai 117 Sonnabend, den£7. November 1920 verhanölungen mit Zrlanö. Llopü George verhanülungsbereit. Amsterdam, LS. November. iWTB.) Wie aus London gemeldet wird, erklärte Lloyd George im Unterhaus, die Regierung sei dereit, in Irland Berhandlungen über eine Regelung der de- stehenden Etreitfragen einzuleiten. Solche Berhandlungen müßten jedoch vou seilen Irland« durch Siuufrinmitglioder de« Parlament« geführt werden. Lloyd Geovge verlangt offenbar darum Sinnfein-Zlbgeordnete al« Unterhändler, um die Sicherheit zu haben, dost die Bere-nbarun- gen auch wirklich eingehalten werden. Er dürfte an Deutschland gelernt haben, wo man so oft mit Unabhängigen Frieden schloß und dann die Link», und Linkser-Unabhängigen weiterputschten. > Verhaftung deS Irenpräsidenten. Dublin, 2S. Norrmdrr.(Revter.) Arthur Grfffith«, genannt S tcllvrrtrelendcr Präsident der Irischen Republik und Führer der Sinnfeinbewegung, wurde verhaftet. Der Sinnfeinführer Mvran wurde tri rinrm Fluch«versuch erschossen. Tie bei der Durchsuchung der Tndlinrr Libcrly Hall vcrhasletru Arbeiterführer wurden wieder freigelassen. « London, SS. November.(Nl) Noch einer MitteVuwg deS Kriegsministeriums belaufen sich die Gesamtverluste de» Heere» In Irland in den letzten Monaten ans 32 Tote und 38 verwundete. — Und wieviel mal mehr Zivilisten? Willst du nicht mein Sruöer sein... . S ö l n, LS. November. lWTS.s Nach einer Meldung der„SSla. BoltSztg." an« Aachen müssen die deutschen StaatSauge- hörigen, die nach de« 1. August lSl4 und vor drm L0. Se»- temder>920 in Supen und Malmedq ihren Wohnsitz gen»«- «en haben, nach Beschluß de« belgischen Obertommissar«, Genera Baltia, innerhalb eine« Monat« rrllören, ob sie die belgisch« Staat«- angrhlrigletl erwerben wollen. Tun sie da» nicht, oder wird da« Gesuch um Aufnahme abgelehnt, so müssen sie innerhalb eine« Monat« da« Land verlassen. Ziasko in Kleinasten. Die Griechen müssen vor dem Ansturm der Kemal- türmen immer mehr zurückgehen. In Frankreich mehren sich die Stimmen, die für daS gange Debade die Auslieferung GmyrnaS cm die Griechen verantwprtlich machen. Einen Tag. nachdem �bekannt geworden ist, daß nun auch Armenien sich vor Trotzki und Kanal durch den Der- gweifelten Sprung in den Sotvjetabgrund zu retten versucht Hot. melden„Daüy News" auf Genf, der FochgehÄfe Gene- rat Weygan d sei aufgefordert worden, seine Anficht über die Möglichkeit eine? militärischen Eingreifens in Armenien auszusprechen. Ferner habe der Völker- bund ein Tslegramw an W i l s o n gerichtet, um zu erfahren. ob die Dereinigten Staaten geneigt seien, zwischen den Ar- menicrn und den Kemalisten zu vermitteln. Das letztere dürfte zu spät kommen, und was daS militärische Eingreifen angeht, so dursten die Spuren schrecken. In A t h e n ist der venizelistische Admiral Wratzano» wagen Beseitigung von Akten verhastet worden. Ein Bericht deS römischen„Messagero" au»� Kairo weiß von einem neuen Aufflammen der ägypti- schen nationalistischen Bewegung zu berichten. Die Attentate auf englische Offiziere und Soldaten nehmen wieder auffallend zu._ Die Tschechoslowakei-Krise. Prog, LS. November. sWTB.) Dir„Bvhemia" meldet: Für dir Aenderung der parlamentarischen Taktik der bcuisch. bürgerlichen Parteirn ist eine Reihe vo» Gründen maßicbeud, besonder« die Er» kennt«!«,»aß die letzten Srelgniss« die Staatskris« in ein akute« Stadium gebracht haben, indem man vor der ernsten Gefahr einer Militirdiktatvr nnd einrr Gewaltherrschaft der Straße stand, die sich zwar anfänglich gegen die Deutschen richtete, sviter aber eine»«»erkennbare Richtung gegen Regierung und Staat einschlug. Auch bei»en tschechischen Parteien und an den verantwortlichen Stelle» gelangte die Auslassniiq ,u« Durchdrnch. daß das bisher geübt« Brrhalten gegen die Deutschen ans die Dauer für den Staat nicht erträglich ist. Präsident Maiaiyl hat ncuerding» wieder den Legionären scharf in« Gewissen geredel. In der Stadlhalle. Klosterstratze, fand Freitagabend ein« Ver- sammlung der Deutschen ouS der Tichechoslowaiei in Berlin statt, in der Redner aller Parteien die Deulschböhmen ihr« Sympathie versicherten. Freilassung von«duentisien. In Nordamerika sind alle. die während de« Kriege« veruileiil wurden, well sie au« gewissen Pedenken leinen Miliiärdienft leisten wollten, nach zveijährtger Hast entlassen worden. Völkerbund und Abrüstung. Genf, LS. November. In der Kommission für We Ab- rüstungSfrage, Vorsitzender B r a n t i n g sGchnieden), er» innert« F a ck(Niebevlande) daran, daß die niederländische Regierung sowie da« Parlament einer allgrmemen und gleichzeitigen Abrüstung durchaus günstig gegenüberstehen. Bogule«cu sRumän.en) erklärt im Nanwn sÄrrrr Regierung, das Rumänien nicht abrüsten werde, solange seine ehemaligen Feinde nicht daSselle getan hätten. Branting sSchwedens hebt die unbedingte Nokwendigkeit hervor, binnen kurzem die Wünsche der Bevölkerung aller Staaten nach dauerndem Frieden zu befriedigen. Er erinnert daran, daß die drei skandinavischen Regierungen einig find hinsichtlich der Dringlichkeit der allgeme.nen Abrüstung. Bourgeois(Frankreich) weist darauf hin, daß die dam Rat eingesetzte Militärkommission bereit»«ine große Arbeit geleistet habe und daß über de Notwendigkeit der Einschränkung der Rüstungen grundsätzlich Einigkeit berrsch«. Schließlich nahm die Kommission zwei Vorschläge an:«inen von Laib Eecil betreffend Einsetzung einer Unterkommis- ston und Beschränkung d»r Veratungen ans folgende drei Punkte: Frage der pribaten Heerstellung von Waffen, Nütz- lichlkeit d»r Ernennung einer besonderen Unters uchungskoinmissiou und Schaffung einer besonderen VbrüswngSkommisfion beim Generalsekrciariat de« Völkerbundes; einen zweiten Antrag von Fisher(England), der den Präsidenten Branting beauftragt, die Mitglieder der Untersuchungskommission zu erneetnen. Die Kommission will ihre nächste Sitzung die unter Au»- schluß der Oeffentlichkeit stattfindet, der Blockade» frage widmen. Der versSHnliche Grey. London, 26. November.(WTS.l In einer in Liverpool gehaltenen Rede trat der vormalige Minister des Aeußern Lord Brey für die Aufnahme der vormal« feindlichen Staaten in den Völkerbund ein. Er sagte, wenn der Völkerbund nicht die Unterstützung aller großen Mächte erbalte, so werde er nur ein Gegenbund sein und da« alte System der Allianzen darstellen. Grey erklärt« weiter, feiner Ansicht nach sei Deutschland viel ungesährlicher im Bund al« außerhalb desselben. Venn e« den großen Grundsatz annehme. Streitfragen mit anderen Mitteln bei- zulegen, al» durch Kriege, und die Verträge durchführe, so müsse die Tür für Deutschland geöffnet werden. Rathenau und Stinnes. Wir haben in unserer Freitag-AbendauSgabe die Erklärung die Walter R a t h e n a u dem.Berliner Tageblatt' zugesandt hat, abgedruckt, die sich offenbar auf unsere Notiz in der Donnerstag- Morgenausgabe.Schwere Anklage gegen Stirme«' bezog. Wir haben die« freiwillig und nur au« Gründen der Loyalität getan, denn einmal hat Nathenau diese« Dementi nicht an uns selbst ge- sandt und außerdem hatten wir uns ausdrücklich auf da» im Pariser Blatt.Oeuvre' erschienen« Interview berufen. Nrch Rathena.» Angaben müßte also das Interview eine glatte Erfindung sein. W,r nehmen die» zur KermtniS. müssen aber zrr Orientierung unserer Leser bemerken, daß noch niemal» eine joornalistische Fälschung m einem solchen Maße alle Merkmale der Authentizität getragen hat. Der fran- züfisch« Berichterstatter, Herr Valot, erzählte nämlich,»r habe Herrn Rathenau im Präsidialgedäude der>. E. G. am Friedrich-Ka rl-Ufer in Berlin aufgesucht, er sei von'hm in seinem ArdeitSzimmer empfangen worden, und er gab über dir Person des Präsidenten der A. E. G. gewisse Einzelheiten wieder, die zu erfinden geradezu«in Kunststück wäre. Wa» den Inhalt der angeblichen Aeuherungen Rathenau» betrifft, so können wir nur unsere Verwunderung und unser Bedauern dar- über auesprechen, daß der schwere Vorwurf, eni Interview au» den Fingern gesogen zu haben, sich ausgerechnet gegen denjenigen fran- zösifchen Berichterstatter richtet, dessen Aufsätze zu den objek» t i v st e n gehör« i, die die französische Presse über Deutschland fest Kriegsende überhaupt veröffentluht hat. Indessen dürfte sich Herr valjt zu bwfem schweren Vorwurf der Fälschung äußern und bi« dahin wollen wir die Angelegenheit ruhen lassen. Der angebliche Mörder Ros« Luxemburg«,.Oberleutnant Kor! Heinz Hoffmann', wurde setzt aus Giund de» Erkenuuiigeverfahren« der Kriminalvolizei al« der Konditor Hermann Ott« au« Lüneburg sestgestclll. Er ist ein steckbrieflich geiuchier Sin- vrecher und Betrüger, der von mehreren SiaatSanwalt- lchalien gesucht wird. Seine Behauptungen über die Ermordung Roia Luxemburg« haben stch al« gewöhnlicher Schwindel herausgestellt. Ter Abbau der vriegsgesrllschoftcn. Wie die P. P. R. erfahren. werden die KriegSgesellscdoflen weiter beschleunigt abgebaut. Bei den lS in Abbau befindlichen, der Dienslouisicht de« RexMwirt- schaitSministerium« unterstellten Krieg«organis«tionen sind allein im Mona» Oktober 1920 wieder bS0 Angestellte oder fast ei« Fünftel der noch im September Beschäftigten entlasse» worden. Vorrvärts-Verlag G.m.b. f>., SW. 68, Lindenstr. Z. sterrrlv recher: Am» Morruvia«, 91t. 117 53—51. Kinder in Not! Bon Erwin Barth. Unter den außerordentlich schlechten ErnährungSverhält- nisseti in Deutschland leiden die Schwächsten und Hilflosesten unter unS am allerflärksten. In der letzten Zeit ist wieder- holt in der deutschen Deffentlichkeit und auch von selten aus- ländischrr Beobachter der Gesundhettsverhältnisse der deutschen Kinder auf den erschreckenden Notstand hingewiesen worden. unter dem unser Nachwuchs verkümmert. Wohltätige Mcn- schen und auch die deiitschen Behörden haben neben den außer- ordentlich reichen und dankensiverten Zuwendungen aus- ländsscher Menschenfreunde immer und immer wieder Mittel zur Verfügung gestellt, um dys heranwachsende Geschlecht vor Hunger, Krankheit und Tod zu schützen. Das Geleistete ist aber noch viel zu wenig! DaS Kinderelend ist viel zu groß, als daß eS durch die bisher aufgewandten Mittel in de- friedigcndem Umfange gelindert werden könnte. Deshalb geht unter der Parole.Kinder in Not' eine umfassende all- gemeine Sammlung, die von den verschiedenen Organisationen getragen ist. inS Land. Der Preußische W o hl f a h rt S m i n i st e r hat zur Unterstützung dieser Volkssammlung eine Schrift an die Ocffentlichkeit gegeben, die durch zahlreiches Material den tatsächlichen erschreckenden Tiefstand der Gesundheitsverhält- nisse der deutschen Kinder darlegt. Für einen durchschnittlich acht Stunden arbeitenden Mann. von einem Mittelgewicht von 70 Kilo, sind täglich Leben?- mittel mit einem Mindestgehalt von 3300 Kalorien notwendig. Infolge der Hungerblockade kamen in Deutschland im Sommer Istib aus den Kopf der Bevölkerung nur lstÄL Kalorien, im Winter 1916/17 nur 1344 Kalorien, und im Sommer 1917 nur noch 1100 Ztalorien. Die Wirkung war umso verheerender, al» die Milch au» der allgemeinen Ernährung ausgeschieden war. Die Gesamterntemenge Deutschlands ist in den Jahren 1913—1919 gesunken: bei Brotgetreide von 13,3 Millionen Tonnen auf v,6 Millionen Tonnen, bei Kartoffeln von 40.3 auf 21,4 Millionen Tonnen, bei Zuckerrüben von 12,9 auf 5,3 Millionen Tonnen. Der Rindviehbestand ging von 18 Millio- nen auf 16,5 Millionen Stück, die Zahl der Milchkühe von 9,1 auf 7.6 Millionen, der Schweine von 18,5 aus 11,5 Millio- nen zurück. Gleichzeitig ging infolge des FutterinittelmangclS daS Schlachtgewicht der Tiere um 30—50 Proz. und der Jahres- Milchertrag einer Kuh von 2700 Liter auf 1200 Liter herunter. Trotz der Verminderung der Geburtenziffer um 40 Proz. während der KriegSjahre starben in P ONI"«» Preußen im Jahre 1918 67 369 Kinder im Alter von 1—5 Jahren, gegen 52 924 im Jahre 1914. In dem Agrarstaat Mecklenburg ist die Sterblichkeit der Kinder im After von 1—5 Jahren von 544 (1914) auf 1040(1918) gestiegen. Am Alter von 5— 15 Jahren starben 1914 in Preußen 25730. im Jahre 1918 aber 50391; in Mecklenburg-Schwerin stieg diese Ziffer von 360 im Jahre 1914 auf 1319 im Jahre 1918. Das durchschnittliche Körper- gewicht der städtischen Bevölkerung sank von 60 Kilo auf 49 Kilo. Die körperliche Entwicklung der Schulkinder von 1919 sank um IVi— 2 Jahre unter der von 1913. Aus dem Kreise Linden(Hannover) wird ein Rückgang der körperlichen Entwicklung der Kinder bei etwa 60 Proz. festgestellt. „Die«nglis che Krankheit, die zum Tode führt, ist traurig genug, aber noch beunruhigender ist die hohe Zahl der Krüppel, mit denen wir zu rechpen haben,' schrieb aus seinen Beobachtungen der Leiter de» Säuglings- und tttnderschutzes w Dortmund, Professor Engel. In Dortmund gibt es ungefähr 30000 zu kleine Kinder, also etwa 10 Proz. der Gesamtbevölkerung. ES zeigen sich alle Grade der Mißbildung bei den Gliedmaßen der Wirbelsäule und der Brust. Die Tuberkulose nahm in Deutschland während deS Krieges eine geradezu tragische Verbreitung an. Im Jahre 1892 starben von 10000 Einwohnern in Teutschland 26 an Tuberkulose. Dank ihrer energischen Bekämpfung war diese Volksseuche vor dem Kriege soweit zurückgedrängt worden, daß die Zahl der Tuberkulosesterbesälle auf 10000 Einwohner nur noch 14 betrug. Seitdem hat die Unterernährung die Ausbreitung der Tuberkulose in verheerender Weise begünstigt. Im Jahre 1915 kamen 61006 Tuberkulosetodesfälle in Preußen vor. Ein Jahr später 66 544, im folgenden Jahre 87 032 und im Jahre 1913 über 97000. DaS sind 23 Todesfälle an Tuberkulose aus 10000 Lebende. Erschütternd ist der Eindruck, den die Kleinkinder- sterblichkeit an Tuberkulose während der Kriegs- jähre hervorruft. Hier mögen die nackten Zahlen sprechen. ES starben an Tuberkulose von 10000 Lebenden derselben SlterSklaffe in den Jahren 1914 bi» 1918: Bei den Jugendlichen im Mer von l8 diS ZV Fahren hat sich die Tubexkulolesterblichkeit fast verdreifacht'. Von allen.Todesursachen stand die Tuberkulose in den Iahren 1913 und 1914 an 5. Stelle. 1915 nahm sie schon die 4. Stelle ein. 1916' und 1917 rückte sie in die 2. Stelle, nur noch übertröffen durch die Zahl der Todesfälle an Alters- schwäche. Im Jahre 1918 überstiegen die Sterbefälle an Tuberkulose auch die an Altersschwäche mu fast 5000, und die Tuberkulose würde als Todesursache der Zahl nach im Jahre 1919 an 1. Stelle stehen, wenn nicht die Gripveepidemic und die mit ihr in engem Zusammenhang stehende Lungenentzündung mehr Opfer gefordert hätten. Dabei muß man bedenken, daß diese Ziffer nur die ein- wandfreien ämtlich erfaßten Mille wiedergeben. Die deutsche Reichsregierung bereitet ein Tuberkulosengesetz vor. in dem die Anzeigepflicht der Erkrankung an Tuberkulose gefordert werden soll. Diese Anzeigepflicht wird ergeben, daß die bisher ange- nommenen durch die tätsächlichcn Erkrankungsziffern weit überstiegen werden. Zur Frage der Forderung d?r Wiodergtümachungskom- Mission auf die Ablieferung v�n über 800 000 Milchkühen aus Deutschland wird gesagt:„Ob es 800000 Milchkühe sind, die Frankreich, Belgien usw. uns abverlangen, oder 400 000. ob die Wegnahme auf einmal geschehen oder zu verlangsamter Oual sich auf ntehrere Jahre erstrecken soll, es bleibt sich gleich: wir können hei unserem jetzigen Ernährung?- und Ge° iundheitszustande nicht eine Milchkuh, nicht einen Liter Milch entbehren:"-. Wir haben Millionen Liter Auslandmilch einführen oder alS hochherzige Spende des Auslandes annehmen müssen, um Hunderttausende durch Abmagerung. Rachitis und Tuberkulose gefährdeter Mütter und Kinder in letzter Stunde zu retten. Sie verschmachten nach der sie stärkenden Milch. Wir können sie ihnen aus eigener Erzeugung heute nur höchsten zu einem Drittel der fiir sie notwendigen Menge liefern. Millionen von Kindern besitzen in Deutschland keine Schuhe wehr. In einer Berliner Gemeindeschule hatten von 650 Kindern 305 kein Hemd an oder nur elende Lumpen auf dem Leibe. Mehr als die Hälfte der Kinder sah zu Hause nie einen TropfcnMilch. Von 630 Kindern waren 118 tuberkulös, 48 hatten durch die Abmagerung geistig gelitten, 85 starben im Laufe des Jahres an den Folgen von Entbehrungen.' Die deutschen Entbindungsanstalten. Mütterheime. Säuglingsheime, Säuglingskranken- an st alten und Kinderkrippen sind aufS äußerste gefährdet. ES fehlt an Mitteln. Von den Krippen haben bereits nachweisbar rund 25 Proz. schließen müssen, oder sind zur Schließung gezwungen. Von zwei Dritteln aller deutschen Krippen war eine Antwort nicht zu erreichen, so daß mit Sicherheit angenommen werden muß, daß der Prozentsatz der eingegangenen Kinderkrippen noch viel höher ist. Rund ein Drittel aller deutschen Säuglings- Heime und 21,3 Proz. der Mütterheime sind in Gefahr, weil keine Mittel vorhanden sind. Hier kann nur das Gesamtvolk helfen i In allen zivilisierten Staaten erhebt sich für die deutschen Kinder der Aufschrei:„Rettet die Kinder!" Er wird, wenn wir ihn einmütig erheben, in unserem Volke und nament- lich im Ausländ Widerhall finden. Namentlich die Frauen sollen geschlossen auf den Plan treten, denn um sie und um ihr. LiebstcS handelt es sich! Hier ist der Platz, auf dem weib- liches Mitgefühl und weibliche Opfersähigkeit Wunder wirken kösisitzn. Möge den Prassern, die in den Lasterhöhlen der Großstädte allnächtlich Unsummen verschleudern, das Gewisien schlagen. In ihre Gelage muß der Schrei dringen: „Kinder in LebenSnot!' Das Vahlergebnks\n Sachsen. Nach der endgültigen amtlichen Feststellung verteilen sich die bei den sächsischen Landtagswahlen abgegebenen Stimmen folgendermaßen: Landtags- Reichstags wähl 609 484 105 222 ISSSS Landtags- mandate 8 27 18 20 13 3 6 1 ZeitungSverd-te im Rheinlind. Di« Interalliierte Rheinland- Kommission hat die Einfuhr der Zeitung„Mann�tmer Tageblatt" vom 1. Dezember aSk auf einen Monat, die des Kalenders„Lahrer Hinkender Bote" und der Zeitschrift..Gegenrcchnung" auf drei Mo- nate verboten. wabt vom 6. Juni Demokraten... 1M>69S 218 385 Sozialdemokraten. 586 811 581 788 Deuticke VollSp.. 885 443 448 272 Dnat. Voltsp... 433 801 412 810 11.S.P. link«... 60 188 1 ll.S P. recht«.. 286 662 f Kommunisten.. 117 276 Zentrum.... 22731 Wirtschaftl. Vg.• 17 716*—— Während die Unabhängigen beider Richtungen einen Ge- samtverlust von 262 634 Stimmen aufzuweisen baben, hat sich die Sozialdemokratie nicht nur gehalten, sondern noch einen kleinen Zuwachs— von 5023 Stimmen— zu verzeichnen.______ Ü)fc Kermes Mn ister wurde. Der Staatskckretär im Preußischen LandwirfschafkS- Ministerium, Dr. Ramm, erläßt eine öffentliche Erklärung. der wir entnehmen: Aus dem Abendblatt Nr. 550 der„Deutschen Taaes- zeitung" vom 25. November 1920 erfahre ich, daß i ch statt Herme? Reichsminister für Ernährung»nd Landwirtschaft werden sollte, und daß ich den Ministerpräsidenten und Land- wirtkchaftsminisier Braun dazu angestiftet habe, da? Preußische Landesökonomiekovegium fiir eine nicht mehr notwendige Einrichtung zu erklären. Einige Bemerkungen dazu mögen mir gestattet sein: Wenn ich hätte Minister werden wollen, hätte ich mich wohl politisch betätigen müssen, was nickt der Fall ist. Ich habe mir voraenommen, mich für den Rest meines Lebens— im April. 1921 werde ich 60 Jabre alt— wie bisher meinen rein fachlichen Arbeiten zu Widmen. Auch über mein Verhältnis zu HermeS muß ich.einige Worte faaen. In den 1890er Jahren war ich Professor, Hermes Studierender an der Landwirtschaftlichen Akademie Poppelsdorf. Nach Ausbruch des Krieges war Hermes zu- nächst bei der Vresse stelle des General st abS in Berlin tätig. Er wurde dann Mitarbeiter in dem von mir begründeten Kriegsausfchnß für Ersatzfutter und weiterhin von der Reichsstelle für pflanzliche und tierische Oele und Fette, für den Anbau von RapS uud sonstigen Oelfrüchten in der D o b r u d s ch a engagiert. Nach dem Zusammenbruch kam er nach Berlin, ich deranlaßte seine Berufung in die von mir geleitete Sektion Landwirtschast im Reichswirtschaftsministerium. AlS ich dort meinen Posten verließ, erreichte ich unter lieber- Windung beträchtlicher Widerstände, daß er mein Nach- f 0 l g e r wurde. Später hatte er die Absicht, an diesem Ministerium Staatssekretär zu werden. Erbatmich um meine Hilfe, die ich ihm gern gewährte. U. a. habe ich anf seinen Wunsch seineZeua- nisse an»den Abgeordneten Herold geschickt und Hermes dabei auf das warm sie empfohlen und als für höhere Stelltn geeignet bezeichnet. Längere Zeit erwartete mich da- mals HermeS an mehreren Tagen der Woche in meinem Dienstzimmer, wenn ich morgens dort eintraf, um über die Angelegenheit mit mir zu verhandeln. Auch den Minister Braun bat ich mit Erfolg, bei seinem Parteigenossen Robert Schmidt, der damals Reichswirtschaftsminister war. für HermeS einzutreten. Die Hermes'sche Kandidatur mißlang. Ich habe nie die Schaffung eineS ReichswirtschaftsministenumS für Ernährung und Landwirtschaft angestrebt. Eine landwirt- schaftliche Abteilung im Reichswirtschaftsministerium schien mir und scheint mir auch heute noch das Richtige zu sein. Von dem Plan habe ich erst etwas erfahren, als die Sache so gut wie beschlossen war. Ich erfuhr, daß HermeS die Stellung anstrebte, habe dann, wieder um Hermes zu helfen, und ihn mit dem preußischen Laudwirtfchaftsminister Braun näher bekannt zu machen, ihn zur Teilnahme an einer Reise nach Arnberg zur Besichtigung der dortigen Phosphatlager veranlaßt. Wir wollten diele Unternehmung fördern und trafen mit den bayerischen Mimstern für Handel und Landwirtschast dort zusammen. Es traf sich, daß aus der Reise, deren Rückfahrt sich durch Verkehrsschivierigkeiien verzögerte. der Minister Braun, der damalige Ministerialdirektor Hermes und ich anderthalb Tage allein zusammen waren. Nach Rückkehr von der Reise sagte mir der Minister Braun. Hermes habe ihm sehr gut gefallen, er nehme keinen Anstand, eintretendenfalls bei seiner Partei, auch im Reiche, für ihn einzutreten. Das ist bei Hermes Mini st er wer- dung auch geschehen. Bei der Angelegenheit wegen der Stick st off- Ausgleichskasse habe ich ihm durch meine in den Zeitungen ver- öffentlichte Erklärung beispringen wollen. er lehnte die Hilfe ab. Das ist des Ministe, s Braun und meine Gegnerschaft gegen den Reichsminister Herme?. In der Angelegenheit des Landesökonomie- k o ll e g i u m S habe ich nicht nötig gehabt, den Minister Braun von der Entbehrlichkeit dieser Einrichtun�zu über- zeugen. Ich muß überhaupt festilellen, daß imHkeußischeii LandwirtschastSministerium nur das geschieht, was der Chef der Behörde will. So weit sollte mau den derzeitigen Landwirtschaftsminister nach seiner mehr als zweijährigen Tätigkeit kennen. Ich stehe aber nicht an zn erklären, daß mir die Ausführungen, die der Minister Braun über die Entbehrlichkeit des Landcsökonomiekolleginms im Hauptauöschuß der LandeSversanimlung gemacht har. durchaus zutreffend erscheinen und daß auch ich die Existenz des LandcSökonomiekollegiumS neben dem Verband der Land- Wirtschaftskammern für überflüssig halte, z u in q l beide Kollegien von denselben Personen gebildet werden._ ' Metollische«kchik. Der deutschnaiionale Abg. van den K e r k h o f f teilt bürgerlichen Blättern mit. daß er dem„Vorwärts" eine— nnS noch nicht zugegangene— Berichtigung gesandt undv Strafantrag gegen ihn gestellt habe. Er erklärt: Ich war nie Tirekior oder Anticstcllier der Fiima 38.»i E. Den Inhalt des angezogenen Brieses vom 8. November Hobe ich, wie überhaupt den Briefwechsel der Fiima 28. u.E. in M. mit den Deutschen Werken erst heute kennen gelernt. Ich stehe al>o damit in keinerlei Beziehung. Der Inhalt der beiden ange. zogenen Briefe findet natürlich keineswegs meine Zu- stimm un g. Auch alles, andere, waS der„VorWäits* erwäbnt, «rfahre ich erst dmch diesen«itilel. Die dann genannten Vor- gänge find mir ausnahmslos unbekannt. Zu den genannten Maschinenhändlern wie zu dem angeblichen höheren Oifizier stehe ich in keinerlei Verbindung. > Wir sind dem Abg. van den Kerkhoff für die Einlestting dieses Verfahrens dankbar, weil sich ja_in ihm heraiisslcllen muß, mit welchem Recht die genannte Firma den Abg. van den Kerkhoff alS ihren Direktor bezeichnet und mit seinem Eingreifen gedroht hat._ BiertimvelS Ende. Der Student Mertimpel, der als Vor- sitzender des Berliner Studentenausschusses durch seine reaktio» n ä r« Haltung beim Kapp-Prusch und anderen Gelegenheiten mehrfach von sich reden machte, ist nach einer Mitteilung des 8-Ubr- Abendblattes vdm Studentennusschnß bezichtigt, größere Beiräge tvm Unter st ützungsfonds für Studenten u n t e r s ch l a- gen zu haben. Im ganzen sollen 48 000 Mark Unterstützung?- g«ld«r unterschlagen sein, von öen-n aus Bierlimpels Konto 15 000 Mark kommen sollen, während sich in den Rest«in paar andere deutschnationale Studentenführer teilen. Tie An« Hänger Biertimpelz konnten die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nicht entkräften Au? dem KorpS, dem er bisher angehör.c, ist Biertimpel wegen seiner Veefel.�lungen bereits auSge- schloffen worden./ Die ihr in Nebelflut... Bon Willi Birnbaum. AuS drängenden Tiefen wuchs ein Mann zum Himmel an. Kein Gott; ein Mensch wie wir l Der reckt sich, trotzig und finster, hoch, hoch: ein HeroS und Prophet, in tosendem Strom der Zeit..., steht Sternen so nahe, ist Erde doch eigen. � Und seine Stimme den Sturm durchdringt, in die fernsten Hütten erklingt; Donnekwort schollt, in Seelentiefen widerhallt: BuS Chao» dieser Welt— in jede Brust gezwängt! haben wir Boll uns zu Sternen gesebnt. In Rot mit Volk gelitten, Hab' auch ich den dumpfen Dxuck geipürt. Wir haben verstrickende Engen gedehnt. Der Fesseln ledig, find wir au» Tiefen der Nacht zu grauem Tag geschritten! Ja Nebel liegt und lagert dicht«nd füllt die Erde weit mit nenrin Herd; vermummt die Welt und deckt den Himmel. Doch nicht mit Schwerte,« und Kanonen stiebt Ihr»hnzu»tomen!.. Ihr müßt zu Höhen Euch austingen.. in hartem Geisteeflug;«S hilft kein Fluch: Ihr müßt zu Klarheit dringen!! Die ihr in Nebelflut— kommt, schreite«:— eS lockt Sonnen- glut. de« Lichte? goldne Fülle, klarltchter Tag I Jbr zögert?. hemmt Euch 7.. rollt spitzig« Steine in die Tiefen, daß fix Wunden reißen?.. höbnt?., tobt über Vorder- tnänner, so Euch Wege bahnen?... Nahm Euch der Nebel alle Sicht, daß Ihr Brüder für Geipenster lyncht?! O ich Wisiender, der olle» ich sehe: wie unsagbar traurig macht mich das. Wißt, begreift.. Volksgenossen, Schwestern, Brüder: laßt im Schreiten Eure Blicke weilen; helft den Schwachen: sprechet -Zuversicht und Mut Zögernden und Müden; bahnt den Pfad durch EchuN-Geröll; �' Doch vor allem ein«: Seid Euch einig!! Da« Trianon-Thrater hat au» einer wohlberdienten Ver-, gessenheit leider den Schwank„Kammermusik" von Heinrich Ilgen stein wiedererweckt Es ist ein lustiges Stück nach sehr � altem Muster, das mit Prinzen, Herzoginnen und ähnlichem! Thearergerümpel aufwartet und darum noch immer Leuten gefallt, die den Glanz verschollener Höfe, den Schimmer vergoldeter Orden und blöde Prinzen nicht vergessen können..Lammermusik' heißt das Stücklein, weil ein Tenor darin vorkommt, den sich eine mannS- tolle Herzogin-Witwe kapert. Natürlich darf dieser Held vom hohen C sich keine legitime Gattin halten, und auS diesem etwa« komischen Verbot entwickeln sich allerhand Schnurren, dre man bei einiger Sorgcnlostgkeit und Vergeßlichkeit an die ernsten Gegen- Wartsnöte beklatschen und belächeln kann.. Daß besorgten die Freunde des Trianon-TheaterS, die wahrscheinlich außerhalb des JoHu« 1020 lcben, mit großer Inbrunst und Freude. Clewingz spielte den Tenor, und er zeigte, daß er reif geworden ist. um seine Hamburger Sängerstellung anzutreten. Gewöhnlich wird auf dem Theater anderes gemacht als Reklame für einen künftigen Tenor. Olga Limburg, Eugen Burg und die anderen Kunstler des Trianon-Theaters spielten übrigen? vorzüglich und munter. rnh Musik und Volk. Unter dem Titel„Arbeiter Sinsoniekonzerte" spricht die Wiener„Ardeiter-Zcituug" sich über den Stand und die Prinzipien ihrer Veranstaliiingen aus. Sic sind bcachlenswert genug. Wir möchten ihnen die weiteste Beachtung verschaffen. Der Artikel sagt: Räch fünfzehn Jahren ihres Bestandes find die Arbeiter- Sirrfoniekonzcrle an einem Punkt ihr« Entwicklung angelangt, der neue Möglichkeiten, neue Ausblicke eröffnet. In nahezu fcirndert Konzerlen haben wir die klassische sinfonische Musik so ziemlich durchschritten, find trotz aller Wiederholungen doch nahe an die neue unh neuest« Zeit herangekommen. Nichts bequemer, als die alten, bewährten Gleise nochmals zu durchfahren; indes der Still» stand wäre unvermeidlich. Haben wir aber unsere Ausgabe schon so vorkommen erfüllt, daß wir sie als erledigt, die Jastilutton der Srbeiterkonzerte als üderbolt, als überflüssig geworden betrachten dürsten? Keineswegs. Nicht bloß, weil die Zeiten erst recht for- dern, daß die Kunst nickt da? Volk als würdigen Genießer verliere — der öffentliche Musikb-trieb ist vollends zu einem unanständigen Luxus, zu einer kunstfremden Ergötzung des kunstfeindlichsten Pu- blikumö herabgesunken, aber wahrlich nicht erst durch den Krieg und seine Folgen—. sondern weil es jetzt gilt, die Eroberung der Kunst durck das Volk zu erweitern, zu ie singen und zu vertiefen. Nack einer fünfzehnjährigen Vorbereitung hat das Proletariat die Möglichkeit und das Recht, auch die neuere Kunst zu sich sprechen zu lassen— die Kunst, nicht enva Berfa!.' Scrscheinungen, die Künsteleien einer zugrunde gegangenen Schicht, die ihre letzten durchaus bonrgeoilen Zuckungen zum Ausdruck eines revolut,» nären, also dem Proletariat ourckauS entsprechenden KunslwillenS hinanlschwindeln möckte. linser Programm erweitert sich also; das ist auch aus praktischen Gründen notwendig, weil wir auf der anderen Seite manche? verli-ren Zum Beispiel die Bruchstücke aus Wagners Werken Als die Arbeiter-Tinfoniekonzerte be- garmen, war e» erlaubt, ja notu endig, die Hörer auch irgendwie mit Wagner vertraut zu machen. Heute, da wir längst auch in die Opernbübnen eingedrungen sind, wäre>.« kunstfeindliche Ver« messenheit. Akte auS Wagner wieder in den Konzertsaal zu pressen. Man bat?S erst d-sser Tage gewagt, einem Sensationsbedürfni» zuliebe ein übleS Wogner-Konzert zu veranstalten; niemals wür- den sich, die 5lrlieiier Snison ekooze'-te zu solchem Treiben verstehen. da? den geschäftstüchtigen Nutznießern des MusikbetricbeS über. lassen bleiben soll. Wir bnbcn es mit der Pflege, nicht mit dem Betrieb der Musik zu tun. Darum werden wir auch nicht die Gelegenheit der Hun- dertfünfzigjahrfeier BeetbovcnS zu einer AuSsckrotung Beet- Hovens oenüften. Wir glauben dem Genius anders und besser huldigen zu können. Jedes unserer Konzerte soll ein Werk Beet- bovenS eniholten. aber jedes auch ein neues, wenig gekannte» oder bisher unbekanntes Werk eine? anderen Künstlers Und wie eS immer unser Slolz gewesen ist jungen ausübenden Künstler« den Weg zu ebne», ihn-s erst die Möglicher! i?c3 Rutzu.s zu geben— aar stolze, bei ihrem ersten Auftreten aber noch recht unbekannte Namen sind in unseren Programmen verzeichnet— ,. so wollen wir es auch weiter halten, jetzt auch bei den Dirigenten. Sclbstvcr- stündlich bleibt ein Ferdinand Löwe immer mit den Arbeiter- Sinfoniekonzerten verbunden und der Künstler wird auch dieses Jahr manches unserer Konzerte leiten, und auch andere alte Freunde, wie Franz Schalk, bleibe« diesen Konzerten erhalten; doch auck neue Männer werden berufen sein, an der Einheil zwischen Kunst und Volk als Mittler zu arbeiten. NvrdischeS Konzert. Mit einem uordiscken Konzert führten sich in der Singakademie drei auegezeicknete Künstler aus Siockbolm ein. An erster Stelle ist Kapellmeister T o r� M a n n zu neinien, der die Leitung des Pbilharnioniscken Orckeiler» übernoiiinien halte. Mit warmem Empfinten nabm er sick der Sympbonie I von Turn Rangström an. Das Werk ist da» stärliie des Abends ge-' ivesen. tiotzdem nur Unterhaltungsmusik ohne siarle» inneren Wert. Rangstiöm bewahrt auck in seinen Liedern das nördliche Kolorit und bedient sich niodenier Ansdiiicksmiltel. E ne originelle Melodie» sührung wird durck lebeudia« Jnnrumentaiio» und Herbeisübnirg von Kontrasten ivirk'äin»nteislrichen. Eine» Veraleick hierzu hielten zwei Kbr matte Lieder von Hans Törslaff nickt auS, obwohl Liia Tirsn ihre» wundervoll-ausgeglickeuen Ali zur Ver- fügniig gestellt hatte. Mit Allerbera», iiie denuckeii Geschmack spröde« Violinkonzert stellte sick ZobiaS Wilh.-'nn als Ke'ger mir bervorragenden Oualitäten vor, indem er großen lauen Ton»iil solider Tecknik und Jnlellekl vereiiiigt. Man w-rd die drei Künnler mit einem inhalrreicheren Progiamm gern wiedersehen. ü. E. Die große Publikation des Lassallr-Nachlassed von Dr GuNa» Mayer irstd in den Ziahnen der von ter Bahen-chen Akademie der Sisse». ichasten veranstalteten verausgabe der„Teutschc» EcjchichtSquellen des 19. JahibundellS- eingefügl werden. Nroniavartriige. Sanntaq und Jreltag:„Am Gass von Neapel'. Dien- tag:„Der Grok:g>0lkiier-. Moiilag, P oi(So ri(: Jeri»>iem'. Sonnabend:„Aegyvtcn»nd der Nu» MUia'ov. Dr. tzoeysch:.?aS neue Südosleurova und Tculichlands WirtschastSintereyen'. Donnerstag, Dr. With:.Jnditch. javanisches Volksleben'. Paul Zech arbeitet seit drei Jabren an einem großen vierieiligen DratnenzykluS.Die JacobSlelter". Da« n sie Stück dir-c» derviichen Ouartetis, bei telt:.Da« Rad", bat loebemda? Alben. Tveaier in Dresden zur Uranfiübrung im ltanunr eiwoiben.?o» dem dritlen Stück, V e r b r ü d e> u n g- ei cke nl dieici Zage eine Buchau- gäbe im Verlag Hoffmann& sampe, Hanibuig- Bc.Iln, der auch den VcilrUb an die Blibnen belorgl. lieber �omoe. SSii« und? atire veroffentpcfit kocben«inen inter« essamen Anliquariaiskainloii(Ar. 1 1 2} kie Buch y ndlung von Max Honwitz. Berlin-NikolaSsce. Er bietet». a dieO>ginoIaus>,abc von(6 l a-rd r c u n e r 4 „Berlin wie e« ist und— IriuXt" in etziem vai lä-rdigen Exeinr.ar an. Bor einen neue«»heaterlireik in Wien. Na.-iecm vor zwei Monaten Lobnioidclungan der Tbealerangeftelucn nach rmeni»-ekntögigcn Generalstreik bcivilli.it fino. ist jetzi i/ie Forderung auj eine neue ijOyiojciilige Erhödung vom 1. Dezember ab gestellt worden. Der bulgarische Rationaldickrer Zwa» Wako«. der mit Gedichten, Dramen und Romanen au» und nach der Zeit der Besreiung von eer Törten der rschail leinen Rudm geschasten bat und. dessen belanuleste» Sert die auch WS Drutjche übeitiageiic große ErzäblNng„Unter dem Joch' ist, scteiit tu latitax ts Sofia ftinea siebzigstin«cburiKag. Nr. 582 ♦ 37. Jahrgang 6dIogc öes vorwärts Sonnabenö, 27. Nor!?mber 1920 Groß-Serlw Zum Rücktritt Mermuths. Der Entschluß dcS Berliner Oberbürgermeisters, von seinem Amt zurückzutreten, darf nunmehr als endgültig bc- trachtet werden. Im Laufe des gestrigen Nachmittags suchten einige Vertreter unserer sowie der unabhängigen Partei den Oberbürgermeister auf, um nochmals auf ihn einzuwirken, seine weitvolle Arbeitskraft wenigstens für die schwere Periode des Ueberganges weiterhin zur Verfügung zu stellen. Von dem Sprecher der beiden Fraktionen wurden dein Oberbürgermeister besonders die Gründe für sein Verbleiben im Amte angeführt. Dabei wurde nochmals in dankbarer Weise all dessen gedacht, was er, Wermutb, als Stadtobcrhaupt im Interesse der Gesanitheit getan habe. Der Oberbürgermeister dankte zunächst für die Anerkennung seiner Tätigkeit und betonte dann, daß eS ihm unmöglich sei, im Amte zu verbleiben. Zunächst zwinge ihn sein Gesundheitszustand zu größter Ruhe und Schonung, andererseits dürfe nicht außer acht bleiben, daß er sich nach der Haltung der Linksunabhängigen in der letzten Stadt- verordnctensitzung auf eine geschlossene Mehrheit in der Stadt- verordnetenversammlung nicht mehr stützen könne. Er wäre bereit, solange ein Nachfolger für ihn noch nicht gesunden sei. außerdienstlich mit feinem Rat zur Verfügung zu stehen, dabei habe er natürlich den lebhaften Wunsch, daß Berlin so schnell als möglich einen neuen Oberbürgermeister erhalte. Es wird nunmehr Sache des mit der Wahl eineS neuen StadtoberhaupteS betrauten Ausschusses sein. Umschau nach einem würdigen Nachfolger Mermuths zu halten und die Wahl so rasch als möglich zu vollziehen, Auflösung des Wohnungsverbandes am 10. Januar. Die Unmöglichkeit, die Lerleilung der von Reich und Staat vor kurzem noch überwiesenen Sanieriingkmittel in Höbe vo» 18 Millionen Mark für die Bollendung unfertiger Wob»ungSda»le» und die LoSlöiung der Restkreise Teltow und Niederbarnim reibt« zeitig bis zum 1. Dezember d. I. zu beendigen, bat die pre»b>sibe SiaalSregierung veranlaßt, die e n d g ü l t i g e Auflösung des WohnungSverbande» Groß-Berlin auf den 10. Januar 1821 sestzu« setzen. Bis zu diesem Tage bleibt der WohnungSverband al» selbst« ständiger Ba w bestehen, der seine bisherigen Geschäfte t'o weit abwickelt, daß die beiden Rcstkreise au» tbm ausscheiden körnien, während der übrige Hauptteil de» Bei bände» auf die neue Stadtgemeinde Berlin übergeht. Neuuiiteistüyungen wird der Verband indessen nicht mehr vornehmen und ebenso neue Aufgaben nicht mehr in Angriff nehmen; damit geht die Jniiiative für die weiter« WohnungSneubauiäiigkeit auf Berlin und die beide» Restkreise über. Alle Angelegenheiten de» WohnungSverordnuiigS» wesen», wie Mieterschutz, Höchstmieleregeliing und dergl. sind be» reit» in der Uebergabe auf dre neue Sladlgemeuide und die Rest- kreise begriffen._ „Im Tin« und Geist der evangelischen Kirche". Zu den bevorstehenden Kirchenwahlen werde» wir von verschiedenen Seilen darauf oufmeiisam gemacht, daß bei der An« Meldung zur Kirchenwählerliste jeder Wähler schristltch erklären muß:»Ich bin gewillt, mein Wahlrecht im Sinne und Geist der evangelischen Kirche zu ihrem Wohl auszuüben". Eine Leserin au» Lichtenberg fragt uns, wo da da» geheime Wahlrecht bleibt und warum die Kuche eine» solchen Terror ausüben dürfe. Ein zur Gemeinde Schmargendorf g?« hörender Parteigenosse wehrte sich gegen die ihm zugemutete Bcr« pflichiuiig aus den Sinn und Geist der Kirche. Er sowie feine strau und eine bei der Familie wohnend« Verwandle strichen die Worte durch»nd setzten dafür:„Zum Wohl der Allgemeiribeil". Aber der Pfarrer sandie ihn«» die drei Siimeldttngen zurück mit dem Bemerke», daß sie»eine Aenderuna der»m Z 7 Abs. 1 des kirch- lichen GemeindewahlgeseyeS vom 18. Juni 1820 geforderten Schluß» erklärung entbalten'. Er stellte nochmalige Anmeldung zur Wähler« liste anHeim und fügte Formrrlare bei. Der Parteigenosse erklärt «n». daß er den derzeitigen Sinn»nd Geist der evangelischen Kirche nicht für geeignet hält, von frei denkenden Menschen unterstützt zu werden. Es ist begreiflich, daß freier denkende.Kirchennritgpeder bei solcher Zumutung in einen Gewissenskonflikt kommen. Aber eigenilich brauch! man sich nicht so lehr darüber zu wnndern, daß die Kirche von jedem Mitglied die AiiSübung de» Wahlrechts i» ihrem sinn»»» Geist zu ihrem Wohle erwarret. Bei jedem. der noch Mitglied der Kirche bleibt, wird doch voraus- ge'eyt. daß er i m P r i n z i p m i t S> n n und Keift dieser Kirche e> n v e r st a n d e n i st. Gegen die Mahiiung. bei Nicht« Übereinstimmung ans der Kirchengemeinichafl auSzu'chciden. ba« man oft geltend gemacht, daß dann die freier Denkend n allen Einfluß auf die Kirche verlieren Der Zwang, sich für den Sinn und Geist der evangelischen Kirwe zu erklären, wird vielleicht doch manchem, der den KirchenaiiSlrii« noch ablehnt, ein L'cht on'stecken. Das ist wohl auch der Zweck dieses Zwanges, daß die Kirchen- miiglieder gediängl we, den iolle», Farbe z u bekennen, danill es zu einer reinlichen Scheidung kommt. Die blaue Mütze ües Mörders. Die hier abgebildete Mutze ist stummer Talzeuge der am 12 November veiübten Bluttat an den Hauswart Schutz tn der A l« x a n d r t n e n st r. 7ö gewesen, der, wie wir berichteten,' von Einbrechern über- raicht und durch acht Meflerstiche schwer verletzt wui de. Sie trug einer der Tä« und veilor sie auf der Flucht. Die Mütze wird zurzeit in natürlicher Größe auch durch Sänken« Plakat veranschaulicht. Wdbrscheinlich haben die beiden Burschen, eiwa Ende der Zwanzig, da» Hau» und die Gegend gekannt. Sie waren 1,72 bzw. 1.75 Meter groß, der eine war bartlo» und trug dunklen. wabifcheinlich braunen Jacketlanzug, der andere hotte gestutzten Schminbart»nd war mit arauem Jackett au» Mtlitärstoff und feldgrauer Haie bekleidet. Die Täter habe» sich offenbar mil Kolk und Biul beichmutzt Mitleiliiupen, deren unbedingt vertrauliche Behandlung au»« drücklich zugesichert wird, werden unter Hinweis auf die ouSgeietzie Belohnung von 10000 M. an die Kriminailommiffare Gennal und Treltin. Polizei-Präsidium, Zimmer 10t, erbeten. Was Mörder im Kino lernen. Der Mörder der Witwe Gillert au» der Gtargarder Straße 61, der 17 Jahre alle Fiir'orgezögling Willi Wie ding. bar jeyl iür'einen angeblichen M ltäler, ai« den er zniinchst fälsch« lich eine» Emil Radile bezeiidnet Halle, den Namen Emil B o e b n k e angegeben. Wie er sagt, lernte er diesen Boebnle, aus desien Er« inlitiuna eine Belohnung von 2000 M auSgeichrieben ist am Gieiliner Bahnhof kennen. Wiedina entlief seiner Muller und nälbligie auf emeni Boden am.Sietliiier Bahnhos. Am nächsten Tage beitlch'e er in der M ü n z st r a ße«in Kino. Hier wurde .Der Würger" vorgeführt. Wieding sah.»vie aus der Leinwand eine Frau von einem Verbrewer in wenigen Sekunden zu Tode gewürgt wurde. Gleich lam er aus den Grdanlen, e» ebenso zu in a ch e u, um sich Geld zu vetschaffen. Erst wollte er eine alleinfahrende Frau im Vorortzug»ach Oranienburg über- lalle», kam aber nicht dazu und traf dann in einer Ka'cheinme den ibm bis dahin nnb. lannte» Emil Boebnle, der, wie er sagt, fem Vertrauen erweck e. Boebnle ging auf den Plan, eine glte F�au»in« zubimgei,»nd zu berauben, sofort rn. Versuche in der Zeh- deuicker Straße, In der Ramler» und in der ZionSkitchstroße i(heiterten zunächst an verschiedenen Umständen. Auch bei Frau Gillert wliroen sie zunächst Sonntag» durch Besuch gestöit. Die Gelegenheit erschien aber hier so verlockend, daß sie gleich be« ichtössen, schon am Montag früh den Versuch zu wiederholen. Die»- mal gelang?ignn der verbrecheiiswe Bla». Die Obduttion der Leiche der Witwe Gillert. die von dem 17jähr.igen Fürsorgezögting Willy Wieding ermordet worden ist, ergab, daß der ganze Kopf fchweve Verletzungen durch einen Hammel, einen Stein,«'« Mcffer und eine Schere aufwies. � Ein Stich in die rechte HalSfeit« ist bi« in das Halsmark durch» gedrungen. Die Schlagader an der rechten Seite ist glatt durch- schnitten. Der rohe Bursche hat sich mil einer solchen Gewali auf die am Boden liegende Fiau(rstürzi daß ihr mehrere Rippen» knochen gebrochen silld De: Ted ist durch Verbliüni«»-�n- getreten. „Laßt die Toten ruhen. Der Berliner Gemeiiioe'riedtioi an der See' st r a ß e toll iii eiiicn U>»e»hani ilmgoviiideli w rven. Für die gäitnerischcn Aeiideruligen sind»»iiäcvil die Srnienabteilung iink� die Ableliliugen 6. 7, 8, 9 für Elwacviene inio 4 iür Kinoer nt-, AiiSsicvt genommen. Das Kuraioi lim iür BestalinnaSiveien erklärt, daß Aniräge aui Belasimig der Hügel ode> Neuerwerb der Stellen in dielen Able>ln»gen iiiwi gciicmiugl meiden töiincn. Durcv Bekanntmachung vom 1> November Hai es aufgesoiderr, Aniprüche aus die betr. ffenden Gräber und Denkmäler bmiren 14 Tagen bei dem Friedhoidiii'relior zu melden und a>S berechiigl nachzuweiie». Die Denlmäler ioü>» dann den Eigeiiiünie.n iorort anSgelieseri werden. Nach Ablaut der zwei Wochen werden d i e Hügel eingeebnet und die nicht abgcforder'en Denkmäler vernichtet. Bei Leuten, die bei dem Wort< Fricdhoi an so etwaS wie.ewige Ruhe" denlen. wird dieie Belaiiniinachung eigenartige Empfiiidunge» wecken. Aber es ist ja auch üblich, nach Ablauf der Verw miigsfrist die Hügel eiiizuebnen und die Stellen ne» z» belegen, ivie wen» da inchi vor zwanzig oder dreißig Jahien schon eiu müdes Meuichenkind zur.eivigen Rahe" gebetlet worden iväre Schließlich iverdeu«ogar ganze Friedhöfe ihrem urivriingl che» Zweck eulivgc» und eingeebnei— wenigsten» bei den Chiistcn, während die Jaden pieläivoll auch ihre äiiesten und längst qeschlosseiie» Fried., öle möglichst vor Vernichiung zu schützen bemüht sind. Bei j>em Friedhot a» der Seestraße scheint man allerdings vergesieu' zu haben, in allen Fällen die übliche B e r>v e i u ii g S f r> st von mindestens z iv a» z i g Jahren zu wahren. Nirs wird milgeieiit daß von der Einebnung auch Giäber beiroffen werden, die erst vor weniae» Jahren angelegt wurden. Ein Wi'wer llagt»nS, daß auch das Grab reiner dort erst l8>3 beerdigten Frau eingeeanel werden i»ll. Wir löiinen das nichl für glaubhait halten. ES lau» doch nicht schwer sein, bei der gäriiieiiichen jflmgestaltung die jnugeien Gräber noch zu tchonen. Vom Bestailungskuratoriuin erwaiien wir, daß es die geborene Rücksicht übt. In der Notwehr niedergeschossen. In dem Schanklokal von K n e ch t e l, Adalbertstraße Nr. 108, erschien gestern nachmittag der Hundehändler Busse au» der Waldemarstraßc 58, ein in der Gegend als Streitsucher und Rauf- bald bekannter Mensch, dein bei fernen Straftaten der ß 51 zur Seite steht. Da er wieder angetrunken war und lärmte, wollte ihm der Wirt keinen Alkohol mehr einschenken. Busse machte einen wüsten Auftritt und schlug eine Scheibe ein. Hinzukommende Polizeibeamte brachten Busse nach der Warfe Kottbuser Tor. Nach Aufnahme des Tatbestandes wurde er wieder entlassen. Nun be- gab er sich geradewegs zu dem SchaukwiLt Knechtel und schlug auf ihn ein. In der Notwehr griff dieser zur Schußwaffe und feuerte zweimal aus den Aiigre,ser. Dieser brach durch zwei Schüsse in die Brust getroffen zusammen. Ter Vorgang hatte eine große Menschenansammlung zur Folge, die, da sie den Her- gang nicht kannte Wer den Wirt herfallen und sein Lokal stürmen wollte. Polizei verhinderte dies jedoch und nahm, um Weiterungen zu vernieiden, den Schankwirt in Schutzhaft. Ter schwerverletzte Busse wurde nach dem Urbanlrailkenhause gebracht. f—:-■'« Für Oberschlesien! Die angekündigten Berliner Grenzspendentage fach« gekürzt: Bcgrelo). vre zur Aiifbrtngling der Muiel für den Kampf um Obers cdlesie» s Verbleiben beim Deutschen Reich beltrageu sollen, sioden am 4, 6. und 0. Dezember uatt. Die Organiiation ist angesch osien an die Bezirksgruppe Groß- Berlin des Verbandes beimailrelirr Obcrichlesier, der die über alle Teile Deulichlands verstreute» Oberschiesier zu erfassen und aui ihre Pflicht zur Teilnabine an der VollSabst mmiiiig in Oberschlesien hinzliweisen bemüht ist. Zu dein Noibebels der Gieiizipenden- tage muß gegriffen werden, weil die Voischiisleii der Entente eine Kosteiidecknng durch Reich. Slaal und Gemeliiden iinniögiich macheu. In Beriin und Vororte» weiden an den obeligr»an»ren Tage» in den Stiaße» ireiwillige Spenden eingesanimeli. w>e wir es von irühere» Biiimenlageil her k nnen Wir böie», daß dabei auf Verwendung von Kindern noch iw»lpfl>chtigen Alters verzichtet werden loll. Zur Unteistützung der SpenZeniamnilung wird am 5. Dezember eine Kapelle vffenilich konzertieren. Am 4. Dezember veranstaltet die Genossenscha't deiit'cher Bübnenangeböriger inr Das tichk der Heimak. 72f vor> Anvust hlnrich». Er lochte auf.„WoS ich nicht konnte—' crber sie unter- brach ihn:„Das kann diesmal ein anderer, kann mein Sohn." ispöttisch fragte er:„Warum kommt er nicht selbst?" .Ihm hättest du eS abgeschlagen, das weiß ich. wie du eS auch seinem Freund« abschiugst. Mir aber, Ubbe, mir wirst du«S nicht abschlagen." „Schlägst du mir nicht auch all«S ab?" .Last du mich je um etwas gebeten? Gefordert hast du— und dagegen wehrt man sich." Er lachte hart auf:„So wehre ich mich auch und behalte, was mein ist." Wieder kam eine Stille, und ein paar Herzen, die sich öffnen wollten, schloffen sich noch herber und trotziger als zuvor. Meta wollte vor ihn hintreten, ihm ihren Trotz ins Te- ficht schreien, ihren beleidigten Frauenstoiz— da besann sie sich. Nicht al§ Weib stand sie hier, nicht ihre eigene Sache sollte sie verfechten— die Mutter stand hier für ihren Sohn. Mit Gewalt zwang sie die Worte, die nicht über ihre Lippen wollten. „Ubbe— ich—", da brach sie ab. Und dann zwang sie sich von neuem. „Ubbe. ich— bitte dich." Da war eS heraus, kurz und herb. Den Voßbauern riß eL am Herzen, er hörte, wie über-, menschlich dies« Frau ihren Stolz selber zerbrach— diese Frau, die so stolz war. daß sie seine Liebe verschmähte. Unbeweglich stand er. Da klang eS noch einmal durch? Zimmer, voll»nd laut. und isitterte drohend von miihioin niederfl�hglten�m Zorn und Trotz:„Ubbe— hörst du— ich bitte dich." Aber ihr Trotz prallte auf seinen und sieß ihn sich wcbren. und leise Droben ibrer Stimme forderte einen Widerstand in seiner Brust. Er schwieg. Doch in seinem Gesicht zuckte es, und seine Lippen preßten sich noch fester zusammen, die kleinen Muskeln um seinen Mund sprangon. Meta ober, bebend vor Erregung, sab. wie seine Züge sich verhärteten. Eine dunklik Welle— Scbami Stolz. T'wtz — schlug über ihr zusammsn und raubte ihr die Besinnung. wußte nicht, was sie tat, ihr war, als müßte sie die Fäuste .ballen, sich wehren, nein, sich über diesen Mann stürzen, der so eisern in ihrem Laben stand— so eisern, daß ihr Wille zerschellen mußte an dem seinen. Aber indem ihre Au�en sich noch festsogen an seinem ehernen Gesicht, jeden kleinsten Zug gleichsam vergrößernd in sich ausnahmen/ erschrak sie jäh. Da sah sie das Ler- wandte in ihm mit sich selbst. Und daß dort etwas schlum- merte, was sie nicht nennen konnte, aber in tiefster Seeie verstand— dieser Mann war bittereinsam, gerade wie sie. Eine Binde fiel von ihren Augen, und sie wusst«, daß er iilt — tief und einsam litt. Da wuchs sie empor und stand hoch über ihrem Zorn, daß sie Trotz und Stolz in ihm begreifen konnte und das Harte und Kantige in seinem Leben. Daß sie begriff, wie sie beidraneinander leiden mußten, weil st« nicht gegen ihre Natur handeln konnten. Sie führ über die Stirn, als müßte sie einen Nebel ver» scheuchen, und atmete befreit auf. Und sah ihn an, güt'g und milde, und überreich in ihrer Liebe. Dann kam es nach einmal über ihre Lippen, leise und innig:„Ubbe— ich bitte dich." Da hörte der Voßbauer die ganze unendliche Liehe eine? Frauenherzens, die fast ein Mcnschenalter unterdrückt wor- den war. rein und unverstellt zu sich sprechen. Die havien Muskeln an seinem Kinn entspannten, sich. Ein Stcknnen kam über ibn er wandte lauschend den Kopf, welch ein Klang war das? W'c wcich und lind— er hört« es, er empfand es mit allen Sinnen, er las es aus einem demütig lach Inden Gesicht— da verstand er jäh den ganzen Sinn, die tiefe Be» deutura d'eses Wortes— ihre unendliche Liebe— die ihm hier als Ge'cherk freiwillig entgegengetrogen wurde. DaS enhütterte ibn so. daß er nicbt sprechen konnte. Ein rau>hcs Tchlrch'fN kam oii? seinem Mund?. . Meta— Meta." stammelte er fassungslos und streckt? die A''me on?. Da ließ sie e? geschehen daß er sie an sich zog daß er ibren Kopf zwischen seine zitternden.Hände"ahm und ihre Wang« an sein? legte. Sie strich ihm leise überscin dichtes Haar, das on den Scb'äien icbon weiß wurde— weich und zärtlich, und duldete es, als er sie plötzlich mit beiden Armen umschsena und an seine Brust preßte. ..Wir dummen, dummen Menschen." sagte sie lächelnd. Da schrie er auf:..Worum nicht damals, als wir jung waren— Meta, warum erst jetzt?" „Wir konnten beide nicht anders, Ubbe— Er drückte sein Gesicht an ihre Schultern und stöhnte noch einmal:„Warum nicht früher?" „Wir haben beide erst lernen müssen, ein ganzes Leben lang, um uns zu verstehen— ist's nicht genug, daß wir aui Abend zusammenfinden? Daran wollen wir uns gcüügen lassen." Da sprang er hoch und reckte die Arme:„Sind wir denn nicht noch jung genug, glücklich zu werden? Kaum fünfzig — wir nehmens noch einmal wieder auf, das Leben— willst du, Meta?" Groß und krafwoll stand er vor ihr, und seine Augen leuchteten. Aber sie schüttelte den Kopf. „So nicht, Ubbe. Wohl jung genug, um glücklich zu sein — aber laß uns frei bleiben— das ist besser für uns beide." Er wollt« auffahren, da klang Tedas Stimme über die Diele, die zum Essen rief. Geh jetzt, Ubbe, über das andere reden wir dann später." Er öffnete die Tür:„Leg ein Gedeck mehr auf, Tcda. wir haben einen Gast!" Und als Teda eintrat, machte er die Frauen miteinander bekannt. „Wir waren einmal Nachbarn," sagte Meta zu dem Mädchen,„aber das fft lange her." „Und doch weiß ichs noch." sagte Teda und sah der fremden Frau in die Augen.„Es war in dem kleinen Haus auf der Heide." „Das hast du behalten?" fragte der Voßbauer verwun- dert. „Ich Hab dort einmal gespielt, Vater." „Na ia." meinte er,„das muß aber lang? her sein." ,Ja, Vater, sehr lange. ES ist auch meine einzige Er- ' innerung" sagte sie herbe. I AIS sie dann in der niedrigen. dimke!g?täfa!ten Strbe beim Esten saßen, sagt? der Voßbauer plötzlich zu seiner Toch- j ter:.�sch beb über dein Erbteil verfügt und heute doch das Moor verkauft trotzdem ich neulich den Kerl darum h'naus- geworfen babe. Es wird dir vielleicht nicht reckt sein?" „An wen?" fragte Teda ruhig, ohne aufzusehen. „Hier an untere alte Freundin, oder vielmehr an ihren Sohn, aber den host du wohl kaum kennen gelernt?" Da hob das junge Mädchen den Kops und iah einen Augenblick mit großen Augen in die Ferne,.�ch kenne ihn luohl— Er wird a ff o. doch noch das Moor erlösen!" sagte sie leise, wie zu sich selbst. Dann besann sie sich, beugte sich über ihren Teller und aß weiter.(Forts, folgt.'» J $rofc?n Siba»sp!eNSa»S«in ffest. dessen Ertrag der Grenzsp'nd? ,u-s „nie kommt Der Biihnenverein bat zugekagt, an den drei Sp-nden-' taorn tn den Thealern einen Aiiiscklaa von mindesten? SO Pf pro Blllet» erb-'hen. und au-ti vom Verdand der Lichtspieltheater ist »in kleiner Aiis'chlag in Anssscht aeitellt Der Gedanke, in Läden und Watenbäniern durch Kiebemnrken eine kleine Beisteuer i,u er- besten, ftrrd ei woaen, Ennq? Geschäite wollen überdie? an? eigenen M"teln einen Teil ihrer Tal,e?ei»nahmen hergeben. Auch die In- diiltriellen werden durch einen von. angesehenen Firmen unter- zeibnelen Aukruf gebeten, erbebliche Beiträge zu leisten. DoS Fest der goldenen Hochzeit feiert am heutigen Sonnastend mit«einer«"nHn der in der Cnvrvstr. 24 wohnhafte lanaiähriae P-rrtemenosse JnliuS Gfirtler. Leider bat unler Pirteif'eund sei» tS Iabren mit Krankheit und de?weaen mit Beichärt guna?- losiakeit und Sorgen>u rechnen gehabt: jetzt ist er Invalide. Da- peaen erkrent ssch.'eine im ale'chen Alter von 72 Jahren befindliche Lebei>?aefährtin noch der besten Gesundheit. Eine von über ststkl Fronen und Männern belachte öffentliche versammknng«n Schönesterq hörte ein R-kerat der R-ichStag?- abgeordneten Genosfin Inchaez über die stzrau und der SorialiS« m»S. Nach dem mit grobem Be'tall aufgenommenen Referat suchte eine Rednerin der LinkSiinabstängigen eine Lanre für die D'kta'nr zn str-chen. Sie wurde sowohl in der weiteren DiSkusfion al? auch im Schluhwort der Rekerentin astgeführt. Qberschlcfierkonzert. Am kommenden Sonntag HVi Uhr vormittags wird der Meisterscste Cstor. 200 Sänger, aus Kattowitz im ' Marmorsaal d-S.Ooolog'lcsten Gartens ein Konzert veranstalten Im Ve'-laufe der Veranstaltung wird der Reichskanzler eine An- spräche halben. DaS Konzert wird von Professor Lubrich geleitet. Die Eltern der Gemrindeschnle» EharlottenburgS werden noch mals auk die gioh« öffentl'che Kundgebung bina-wieken, die moraen Sonntaa. den 20. November, vormittaaS 10 Uhr in der Aula d-r Leistniz-Osterrealschtile. Sch'klerstr. 12S— 127 kam Knie)««• plinsten der weltlich-n Schul» stattfindet. Einsterukerin dieser Knnd« geHuna ist die Arbeits gemeinkhas» de» S P D.-Elternsteirä'e»nd E'te,n Charlottenhnras. A'? Referent ist der afiseitia aeschätzte S.chnlres armer Oberlehrer Genosse Dr. Siegfried Kaweran ge- Wonnen worden. Eltern und Elternbeiräte, erscheint in Massenl_ Groß-öerliner partewachrichten. Heute, 27. November. 4. tfht. Abends von k-g Uhr bei Rickert, Steimnehftr. Z7: TO rechnung bor vozirlsstibror. 10.#Ibf. 7 Ilhr Sitzuva sämtüchcr Ftivktivväre und gewählten Dele- g�rt-n im.Loilhoweat der Sck'Ie Korller ötfe Roichenboraer Strohe. Inng'ozialisti'che Verelniaung. iNruvvonkon'eronz 7 Udr im Saal der juriiiiichen Spreihflimde, Linhenstr. Z. Alle Ortsgrupponloitungen Million vollzählla vertrotrnl, Ubr Ztestanram GanSloucl, Molttostr. t.»Die politiiche Lage". Relerent: Ken. H ä u tz l« r. Morgen. 28. November: IS. Abt. DoiwiltagS S Ubr bei Schonack. Eamoriterstr. 8,(Mo Nlgaer Slraho, Sitzung iämistchor Partoisuvktwnäre. Abtollungs-Lezirls. lilbror. Botiiobe-VoitraiiontioiUo. Botriobsräte, Eltorndeiräle und Kreis- verlroter. Beucht noa der.Vorwärts-. Agitation. Di« LandtagSwahIen. IS. Kreis. Pankow. Derlammluna der Sisenbabnbeamten vorm. S>/, Ubr bei Lindner, Breite Str. 84. Tboma:»Sozialdemokratie und Boamtowchast* Referent; Ken. R i e f ll a h I. 80. Abt. Dormiltags 10 Ubr Ausgabe der Eintrittskarte» zur , Närchonvorlteklung im Re'taurant«delwiib. Petersburger Str. 2«. IZI. Abt. fltirderkchS» Hausen.) Sonntag vormiltag'/,S Uhr treffen sich die Kenogen bei Schlicbener, TreSikowstr. 14. �zur.Vorwärts-. Agitation. PünltlichoS und zahlreiches Erscheinen ist Pflicht. > Ehartottenburg-Svanda«. Jeden Sonnabend 3— S Uhr jm istliche Cprochilvnde Sokretariat. Roünenftr. 4. Ii». Abt. Di« Mitgliederversammlung findet nicht am 1. Dez., sondern rrit am 8. Dez. sintt. Eöveniil. 108. Abt. Mitaliederverlammlung am Montag, den 29 November, abends 7'/, Uhr. im.Bayernbos'. TagoSordnung:>. Vortrag des Ken. Hellor. M. d. L., über: Die bovorslchenden LandtagSwahIen w Vieunen. Z. Diskussion, g. Wohl der Delegierten zum Bezirkstag und zur KreiSvertrelerversammlung. 4. Verschiedene«. jstus aller Welt. Ein schweres Kapitalverbrechen. Tortmund, 20. November.(Eig. Drahtboricht des.Vorwärts".) Vor einigen Tagen traf der Goldarbeiier Shase mit Familie, aus Amerika zurückkehrend, auf dem Dortmunder Bahnhof ein. In feiner Begleriung befanden sich zwei Amerikaner namens H e n d r i ch s ünd K o e p« r, mit denen er sich auf di« WohnungS- suche begab. Se'ue Familie lieh er im Wartesaal zurück. Shase ist bisher nicht zurückgekehrt. Da er eine Million Mark doulsches Geld in einem Haudkofjer bei sich trug, liegt der Verdacht nahe, daß der Vcrmihte Opfer eines Verbrechen? geworden ist. Seine Dcgleiier hatte er erst kurz vor der Abreise au? Amerika kennen gelernt. DaS Schloß Vurg bei Wermelskirchen an der Wupper steht in Flammen. Das eiste Stockwerk, in dem das bergische Landes- m u i e u m mit innen Äli»r»nnSick>ätzen untergebracht ist. ist durch die Flammen vernichtet. Die Löicharbeiten leiden unter empfind- Iichem Wassermangel. Na.v den letzten Meldungen scheint es. dag die Haupträume gerettet werden löunen. DaS Schloh wurde im vorigen Jahre als britische K a i e r n« und O s s i z i« r S» k a i i n o steniitz», wobei dem Mn'eum schwere Schäden erwachsen find. Die„Köln. Vz-g." meldet, dah das Feuer zugleich an mehreren Stellen ausbrach, so dah B r a n d st i st u na vermutet wird. Der Schaden wird auf 40 bis 50 Millionen Mark geschätzt. Es ist auch die Kemnat« zerstört worden, in der sich die herrlichen Bilder des Düsseldorfer Malers Peter Hansen befanden. Erhalten blieb der Rittersaal und die Schlohkapelle mit ihren prächtigen Malereien Düsseldorfer Künstler, doch haben einzelne Bilder durch teilweisen Einstui� der Decke geliiien. Der Wiederaufbau der im Dreißigjährigen Kriege zerstört.'» Schloh bürg begann im Jahre 1800 Durch den jetzigen Brand ist der PalaS in einen Trümmerhaufen verwandelt worden. Millionenworte an Getreide verbrannt. In Vieselbach bei Erfurt wurden bei einem Mühlenbrand viele tausend Zeniner Getreide vernichtet. Es liegt Brandsti ftung vor. Der Scha- den beläuft sich auf mehrer« Millionen Mark. I« Schlafrou« erstickt. In Warniteim bei Korf-ben. Ostpr., wurden vier Maurer in ihrem Sckilafraum dessen Ofen sie tülbtig peheizt haiton. morgens erstickt auf.iefunden Ein fünfter Maurer wurde in boffuungslosem Fiistand in« Krankenhaus gebracht. vortrage. Vereine unü Ver�ommlnnEen. Aoltsfürforge. DienS'ao, den SO. November im KoworksckiastShg»«. Saat 8: Sitzung i.imtOiher Obleute und deren Vertreter Referent: Ke. »">!« ViKjoim Radloi. L'vmbu.g. Begmn 7 Ubr— Ta» Kartell(8t Sport und Körpetpsteg» in Wilmetsdorf-Zchwargendotf(Ard.iicr. kvort-Ka lell) beincht am Sonntag, den 28. d. MW., von S->/,ll. da« Museum im Völkerlunde, Kiniggrätzer Sw. 120,-unter iachtundiger Fudrimg der Prosessoren Slämer Koetze und Krickeberg.. Nichlmilglieder zahlen I M., Kinder 50 Ps. Abfahrt vom Babnbos Schmaiaendo-s 8'/, Uhr— Rrbeitet-Zchach'pielrr. Sonntag, vormstta s t0 Ubr: Kmr iiuiciende Grrivvonversawmlung der 2. Kruvpe bei Löichmami, Müllerstr. 70. Um- jagt die Abteilungen Norde» 1, Norden 5, Tegel. Schlußberatung der Preußenverfassung Die LemdeSverjammlmi-g begann am Freitag die l vorausgehen und auch Preuhen mühte aus den Zufälligkeiten seiner . Entstehungsgeschichte erlöst werden. Wie schnell die Entwicklung ürltte refuna öer preußischen Verfassung. vorwärts geht, beweist das Gesetz über Oberschlesien. Mit der . Unterdrückung nationaler Minoritäten hätte das neue Preußen Aog. Hauschllo(soz.): entschieden brechen müssen, damit wäre für Oberschlesien vieles ge- Der Abg. S t ö ck e r hat sich im April darüber mokiert, dah ich Wonnen. Das Beispiel Oberschlesiens zeigt auch, dah es in dieser «in unumwundenes, warmes Bekenntnis zur Demokratie abgelegt Materie kein« nvitionalen Fragen, sondern nur Fragen von rnter- — v—:[jc~ nationaler Zweckmäßigkeit gibt. Wir sind dafür, dah dl« hatte, während er die proletarisch« Rätediktatur verherrlicht«. Nun. lieber in den freien demokratischen Spuren der 48er Engels» Liebknecht und L a s s a l l e, als in den Ketten von Moskau! Das politische Rätestzstem lehnt mein« Fraktion ob. Wenn nicht noch im'letzten Augenblick durch die deutschnationalen Airträg« Der- schlechterungen in das Verfassungswerk hineinkommen, so können wir ihm unser« Zustimmung geben. Einer der deutschnationalen Anträge besagt, dah der sekbstän- dige Mittelstand in Gesetzgebung und Verwaltung gegen Ueber- lastung und Aufsaugung zu schützen ist. Dergleichen gehört doch in die Verfassung nicht hinein, man müht« ja sonst jedem Stande einen besonderen Schutz zubilligen. Denn was dem einen recht ist. ist dem andern billig,(©etr richtig! bei den Soz.) Die Anträge der KoalitiouSparteien wollen nur stilistisch« Unscl'önheiten derbes. fern. Abg. Dr. Cohn glaubte, uns schlechte Arbeit vorwerfen zu müssen; wir hätten der zentralistisch- sozialistischen Republik vor- arbeiten müssen. Wie schon Heilmann ausgesührt hat» ist die Eni- Wicklung dafür noch nicht reif, und wir wollen keine Politik im lvstlerren Raum machen. Hätten wir nach dem Vorschlage der Unabhängigen unS aufgelöst und die Verabschiedung der Verfassung dem kommen- den Parlament überlassen, so war« die Verfassung vielleicht mehr im Geiste des Herrn b. Kries als des Dr. Cohn ausgefallen. Gegen die Errichtung«ineS Staatsrates sind wir grundsätz- lich, haben aber, weil der Staatsrat unvermeidlich war, ihm wenigstens die schlimmstcn Gistzähn« gusgebrochen. Dem Zwei- kammershstem stehen wir durchaus ablehnend gegenüber. Dem Antrage Porsch- DonrinicuS. dah neben das Recht der Selbstauflösung des Landtages das Auflösung)? recht durch ein sogenanntes Dreimännerkol- l e g i u m gestellt werde, können wir nicht zustinunen. Die Be- fürchtung, das Selbstauflösungsreckit des Parlament« könnte zu einem unerträglichen Parlamentsabsolutismus führen, teilen wir mcht. Darüber hinaus ist ja auch das Recht der Auflösung durch daS Volk gegeben, und wenn eine Partei uns MandatSkleberei vortmrst, kann sie ja daS Volk zur Entscheidung aufrufen. Die Autonomie der Provinzen wird von manchen Zentrumskreisen nur als Vorstufe der Schaffung ireuer Gliedstaaten betrachtet und die Auflösung Preußens in einer Reihe kleinerer Staaten angestrebt. Wir gehen diesen Weg nicht mit. Ebensowenig wollen wir aber im Sinne der Rechten diese Verewigung Grohpreuhens anstreben. Wir kalten eS für gefährlich und gewagt, den altpreuhifch-partiku- laristifchen Geist zu pflegen. Wir wünschen ein« immer weitere Ausdehnung der Kompetenzen des Reiches in Gesetzgebung und Verwaltung, damit die Länder allmählich im deutschen EinheitS- ftaat aufgehen. Die AufenthaltSklausel, die nach deutschnationalen Anträgen mr Provinz-, Kreistags, und Gemeindewahlen festgelegt werden soll, ist nur ein« AuSnahtNlebestimmung gegen wette Kreise der Arbeiterschaft.(Sehr wahr! links.) Dergleichen lehnen wir ab. In unserer Auffassung von der Autonomie der Provinzen lassen wir uns auch nicht durch die Denkschrift der Oberprä si- deuten und Landesdirektoren beirren. Die jetzt zu verabschiedende Verfassung ist in ihrem Kern durchaus demokvaitisch Sie wäre noch demokratischer ausgefallen, wenn die äußerste Li«re«ehr positive Mitarbeit geleistet hätte. Die Verfassung legt die Enlscheidung über die Ge- schicke des Volkes in die Hand der aus den freiesten Wahlen her- vorgegangenen VolkSvertretulig: sie kennt als obersten Richter nur das Volk selbst und es wird in ihrem Rahmen ersprießlich zu ar- betten sein. Wie lange— dos allerdings hängt von der Entwich lung ab, welche zum deutschen Einheitsstaat drängt, in welchem nach unserer Ueberzeugung mir eine Parole gelten darf, näm- lich die: größtmögliche Wohlfahrt aller Deutschen!(Lebhafter Bei- fall bei den Soz.) Präsident Lcinert teilt mit, bah die Beschluhfaffung über den sozialdemokratischen Antrag wogen des Vermögens der Hohen- zollern erst später stattfinden soll und jetzt hier nicht mit er- lrdigt werden soll. Abg. Dr. v. Krirs fDnatl.): Wir begrüßen die AuSgestul- tung des unglücklichen FmanzrateS zum Staatsrat und die Bestim- mungen über den Kirchenaustritt, serner die Festlegung der Landesfarben. Wir vermissen schwer, daß die Erhaltung des pveuhischen StvaiSgebietes gegen AbsplitterungSbewegungcn nicht gesckützt ist. Wir bekämpfen die Provinzialoutonomi«, denn die Auflösung von Prvuhen wird aus die Auslöstmg vom Reiche hinauslaufen.(Sehr richtig! rechts.) Preußen ist durch die Hohrnzoller» zu ungeahnter EntwicklungShöh« gebracht worden.(Widerspruch links.— Demonstrative Zusbimmung rechts.) Auch heute noch be- darf es in Deutschland einer höheren Macht, die uns davor bewahrt, in die alte Kleinstaaterei zurückzufallen. Es ist unser »berfchlrsischen Sohlensrubr» bei Deutschland bleiben, weil sonst die Lage der gesamteuropäischen Arbeitcrbevöl- kerung sich verschlechtert.(Lebhafter allgemeiner Beifall.) Auch darf der oberschlrsische Arbeiter nicht dem polnischen Militarismus «usgelirfert werden. Die Anträge der Rechten aus Errichtung einer StoatSpräsidentenschast sollen nur die Monarchie vorbereiten. Viel-- leicht ist der erste Präsident schon ein Hohenzollern oder Hugo Stinnesl(Sehr wahr! bei den U. Soz.— Heiterkeit rechts.) Auch die Zustände in der preußischen I u st i z sprechen gegen den Zeitpunkt einer VersassungSberatung. Die Ausführungen Heil- manns mußten auch den widerwilligsten Zuhörer überzeugen, daß es eine politische Justiz gibt. Der Staatsrat ist vom Aus- schuß bewußt als Bollwerk gegen die BolkSsouveränität aufgerichtet.(Sehr wahr! bei den U. Soz.) Die Aufenthaltsklausel für die Gemeindewahlen wurde_£on den Demokraten beantragt, dann kam der ZentrumSmann Bayer und beantragte die AufenthaltSklausel für die Kreise und schließlich folgte der Deutschnationalc Hergt für die Provinzen. Damit ist die neu« Koalition fertig! Die bürgerlichen Parteien wollen jetzt die Herrschast des Kapitalismus festlegen, das ist verständlich. Die Haltung der Rechtssozialisten aber ist nur daraus verständ- lich, daß die Gewohnheit des Zusawmenarbeitens mit den bürger- lichen Parteien jede sozialistische Regung bei ihnen ertötet hat. Wer mit den bürgerlichen Parteien Politik macht, stirbt daran als Sozialist. Im Jahre 1920 ist eine bürgerliche Demokratie ein Rückschritt, wie sie 1848 ein ungeheurer Fortschritt war. Not- wendig ist eine Verbindung von Verwaltung. Gesetzgebung und Rechtsprechung im Neuaufbau de? s o z i a l i st i s ch en Staates und zwar innerhalb der kleinsten Zellen des SwateS. DaS ist durch diese Verfassung unmöglich gemacht. Herr Hauschild hat wieder vor der Diktatur des Proletariats bange gemacht. Er sollte Engels' Schrift gegen Dühring lesen I Bei den Rcchtssozialisten merkt man nichts als die Philisterhaftiigkeit einer zu Kleinbürgern gewordenen Partei. Die Rcchtssozialisten machen die Koalition mit und sind di« Schildhaster dieser kapstalisfischen AusbeutungS- poli-tzik.(Zuruf H e i l m a n n S: Worum haben die Unabhängigen in Sachsen für die Verfassung gestimmt?) Wir wollen keine schwarzwciße Verfassung, wir wollen dem Sozialismus die Bahn freimachen und das Volk von der Knechtschaft sein«? eigenen und de? internationalen Kapitalismus befreien.(Lebhafter Beifall bei den U. Soz.) Minkster des Innern Severinsi: Eine Vorlage nach 5 58 der Verfassung bezüg'ich der Selb- ständigkeit der Provinzen wird mit tunlichster Beschfcu- nigung vorgelegt werden. Der Staatskommissar für Verwaltungs- reform ist von mir damit boaustragt worden, bevor die Beratungen in der Vollversammlurg hierüber begannen. Allerdings wind die Verabschiedung des Autonomiegcsetzes kaum noch durch die Landes- Versammlung erfolgen können.- Abg. Leidig(D Vp.): An der Spitze des preußischen Staates muß. besonder» in der jetzigen unruhigen Feit, ein Staatspräsident stehen. Das Autonomiegesctz für Oberschlesien darf kein Präjudiz für das Rheinland oder für Hannover fein. Abg. Adolf Hoffmann(Neukommunist): Diese Verfassung ent- hüllt die Hilflosigkeit dieses Parlaments und der bürgerlichen Ge- fellschaft. Der Entwurf ist ein kurzsichtiges Flick- und Pfuschwerk. DaS Volk soll dadurch in die alte Knechtschaft zurückgezwungen werden. Aber die Politik Preußens wird nicht mehr in diesem Haus« gemacht.(Zuruf recht?: Moskau!) Sie haben ja eine Heidenangst vor Moskau.(Große Unruhe und Gelächter rechts.) von Herrn KrieS bis Herrn Heilmann sind Sie ein Herz und eine Seele. ES ist ein Unglück, daß Sie den beste« Teil des Lölkes nicht kennen»nd auch nicht kennen wollen.(Zuruf des Abg. Rippe! fDnatl.j.) Herr Abgeordneter, Sie heißen nichi nur Rüpel, Sie find auch einer.(Der Präsident rügt diesen Ausdruck.) Sie reden immer von Diktatur, aber solang« wir denken können sind Sie eS, die Diktatur troiben. Nur die Diktatur des Proletariats kann eine frelhestliche Verfassung schaffen. Wenn Sie drohen, im Fall einer Umwälzung die Führer der Sozialisten in ihren Woh- nungcn zu erledigen, so würden Sie mit einer solchen Politik d a S herbeiführen, was Sie nicht wollen, nämlich die Einigung der gesamten Arbeiterschaft. Und damit wäre der Zeitpunkt gekommen, der ohnehin mit Sicherheit kommen wird, der Zeitpunkt, an dem die deutsche Arbeiterschaft reif ist. für die Erfüllung unseres Per- fassungsideals: des pv'ftiichen Räicshstems.(Lachen und Unruhe rechts.— Lebhafter Beifall bei den Neukoenmunisten.) Damit schließt die allgemeine Aussprache. Es folgt die Elnzelbcratnng: Die Bestimmung des ß 1, daß die Landesfarben schwarzweiß bleiben, wird gegen die Linke angenommen. Ein Antrag der Rechten auf Einführung eines StaatZpräsi- denten wird abgelehnt. Di« Bcstimmung, nach der das fester Glaube, daß uns au? der jetzigen Not nur die monorchische Wahlrecht für dir Soldat-'« ruht, wird gegen die Rechte ge StaatSsorm erretten wird.(Lebhafter Beifall rechts.— Stürmischer Widerspruch links.) Abg. Meyer-Frankfurt(Dem.): ES wäre wünschenswert, wenn auch die Opposition nach Möglichkeit für di« Verfassungsvorlage stimmt, denn«S ist sehr wichtig, daß die Fundamentierung des preußischen Staates so breit wie möglich ist. Die Auffassung der Rechten, daß wir Preußen zerschlagen wollen, weise ich zurück. Unser Endziel ist der deutsche Einheitsstaat. Von dem abfälligen Ausspruch des Reichs tags Präsidenten Loebe über das zusommengcstoh'ene Preußen ist Kollege Heilmann er- freulicherweise abgerückt. Der Zerstückelung Preußens können wir durch ein inneres Band entgegenwirken, indem wir die nun einmal vorhandenen Selbständigkeitsbestrebungen in geord- nete Bahnen lenken. Die Provinzen müssen soviel Sekbständichdejt wie möglich bekommen. Mit der Einrichtung eines Staats- Präsidenten können wir uns nicht einverstanden erklären. (Beifall.) Abg. Oppenhof(Z.): Wir Rheinländer haben stets betont, daß wir legal zum Reiche stehen. Wir sind Gegner jeder gewaltsamen und vorzeitigen Austeilung Preußens. Alber Preußen muß in den Provinzen das Gefühl der Zufriedenheit er- wecken, und das ist nur möglich auf dem Wege einer weitgehenden Autonomie. Die Presscangriffe gegen die Treue der Rhein- länder und die Bcleidignngen des Leiters de.' Reichsgetreidestelle, von Falkenhayn, weisen wir zurück.(Bciorll im Zentrum.) Abg. Dr. Cohn(U. Daz.): Der Zeitpunkt für d'ie Verabschiedung ist deshalb so falsch ge- strichen.— Für die Auflösung des Landtages wird gegen die Sozialisten folgende Neuerung eingeführt: Die Auflösung des Landtages erfolgt durch eigenen Beschluß oder durch den Beschlutz eines Ausschusses, der auS dem Ministerpräsidenten, dem Prä» siedenten des Landtages und des Staatsrates besteht, oder durch Volksentscheid. Dieser kann auch durch Beschluß des Staatsrates herbeigeführt werden. Eine längere Debatte gibt es über 8 58a, dessen zweiter Satz die Wahlen zu den Gemeindevertretungen von einer bestimmten Aufenthaltsdauer in der Gemeinde abhängig macht. Di« Abgg. Herbert(Soz.) und Ludwig(U. Soz) sprechen gegen diese Bestimmung und gegen einen deuffckinftionalen Antrag, der die Strci- chung des ganzen Paragraphen 58s verlangt. Alle Abändcrungs. antrage werden abgelehnt. Beim§ 63 vertagt sich dah HauS. — Mit Einverständnis des Hauses bestimmt der Präsident, bereits am Dienstag nach Beendigung der Beratung die namentliche Schlu ß ab sti m m u ng stattfinden zu lassen: ebenso die namentliche Abstimmung über das KirchenauStrfttSgesctz. Sonnabend 12 Uhr: Genehmigung zum Sirasverfahren gegen den Abg. Schulz-Kiel(Soz.): Beratung des Haushalts bei den Titeln Minister'um für Volkswohlfahrt, Gestüt-, Bau-Berwal- tung.— Schluß: 6 Uhr. Der Aeltestenrat hat besck-kosscn, die Beratung der Ver- fassung am TicnSlag vormittag 10 Mr fortzusetzen und mögest an diesem Tage zu beenden. Die namentliche Abstitnmung über di« Verfassung und'daS KirchenauStriftSgcfetz wird entweder am Mittwoch oder am Sonnabend der� nächsten Wxhe statt- .. finden. Am Mittwoch soll serner die Besprechung über den Antrag wählt, weck dt« Verabschiedung der Machtverhältnisse noch in Fluß der sozialdemokratischen Fraktionen ersv'gcn. durch den die Staats- -st. Die Bevölkerung radikalistert sich nach rechts und nack links,■ regte rung aufgefordert wird, auf den Erlaß eines Reichs- die Mittelparteien werden zerrieben. Eine Neueintsilung gefetzeS hinzuwirken, durch das daS Vermögen der Hohenzollern des Reiches nach bevölkerungspolitischen Gesichtspunkten«üßtetotzne Eutschädiguu, der Republik Preuße» übereignet wird. Prozeß gegen Prinz. (Schluß zu? der Abendausgab«.) Als Zeuge wird hierauf oer frühere Kommandant von Berlin Anton Fifcher vernommen. Der Zeuge holt ziem- lich weit aus und meist daraus hin, daß die Tatfache, daß Lieb- Inecht die Geschmacklosigkeit besesien habe, mit den Särgen der unglücklichen Opfer aus der Chausseestratze vor die Komma»- d a n t u r zu ziehen»nd aufreizende Reden zu halten, die Ur- fache war, daß die Verhetzung in der Bevölkerung einen so furchtbaren Umfang genommen hatte. Die weitere Folge war, daß man in Liebknecht einen Ruhestörer sah. Zeuge schildert so- dann, wie Tyszka eines Tages zu ihm gekommen sei und ihm er- zählt habe, daß von nationaler Seite in der Köthencr Straße eine Belohnung von 20 MO M. für die Ermordung Liebknechts ausgesetzt worden sei. Ich bin— so fährt der Zeuge fort— der Ansicht, daß Tyszka mit seinen zer- rütteten Nerven die Ursache des Gerüchts ist, eS sei eine Belohnung für die Bciscitcschasfung Liebknecht? ausgesetzt war- den. Ich kann jedenfalls erklären, daß von den mir bekannten Nc- gierungsstcllcn weder eine Belohnung ausgesetzt worden,«och eine Geldsumme gezahlt worden, ist. Wie fplche Gerüchte, die Regierung habe eine Belohnung ausgesetzt, entstehen, könnte sich vielleicht fol- gendermaßen erklären lassen. Tie zur Nicdcrkämpsung der U n- ruhen bestimmten Soldaten, die fortwährend abgeschossen wurden, weigerten sich zum Teil, Dienst zu tun. so daß ich ihnen eine besondere Belohnung für die Knmvitage in Aussicht stellen mußte. Möglicherweise hat irgend ein Ucbelwollender weraus das Gerücht konstruiert, die Regierung habe eine.Belohnung" aus- gesetzt, und je verrückter eine Sache ist, desto eher wird sie geglaubt. Rechtsanwalt N ü b e l l richtet an den Zeugen Fischer eine Reihe von Fragen, in deren Verlauf der Zeuge auch zur Sprache bringt, daß se'nerzeit für die kämpfenden Soldaten von verschiede- nen Leuten Geldbeträge zur Verfügung gestellt worden seien, die auch zur Einrichtung der sogenannten Nachrichten st eile im Kronprinzenp-lais verwandt worden seien. Rechtsanwalt Nü belli: Wer waren denn diese Herren? Zeuge Fischer(zögernd): Es war damals abgemacht worden, daß die Namen dieser Leute nicht bekanntgegeben werden sollten. Iusiizrat Dr. Wertbauer: Ich protestiere gegen diese Frage! Rechtsanwalt Nübell: Ich will dann so fragen: War einer dieser Herren einer der Herren Sklarz? Z eu ge: Nein. Von den Gebrüdern Sklarz ist kein roter Pfennig gekommen. Rechtsanwalt Rubel l: Ich muß nun' doch fragen, wer die Herren waren. Justizrat Wert hau er: Ich mache darauf aufmerksam, daß der Zeuge seinerzeit Beamter war und erst von seiner vorgesetzten Behörde die Erlaubnis zur Aussage haben muß.— Da? Gericht zieht sich zur Beratung zurück und verkündet dann den Beschluß, daß das Gewcht die Anwendung des§ B3 als nickt gegeben hält. Zeuge Fisck.er: Ich halte cS auch für besser, daß ich aussage, damit nickt gleich wwdefca�k möglichen Gerüchte entstehen. Rechtsanwalt Nübell: WcrHhat also die Gylder ge- geben? Zeuge: Ter Bürgcrrat von Berlin! Justizrat Dr. Werthauer: Nackdcm der Zeuge nun einmal gezwungen wor- den ist. sein damals gegebenes Wort zu brechen, frage ich nun gründlich weiter. Wer war denn der Vürgemt? Zeuge: DaS weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß der Konsul Leo S i w o n im Auftrage des Bürgcrratcs die Gelder brachte, damit tue Soldaten ihre Pflicht taten. Es schwirrte damals das Gerücht, Liebknecht bc'olde seine Soldaten mit 24 M. pro Tag, während wir nur. 5 M. zahlten. Da sich leider unter den Mannschaften viele käufliche Leute befanden, wurde uns das Geld zur Verfügung gestellt,, um.d e n f e l b e n Sold zahlon zu können. Tie Leute sollten auch belohnt werden, wenn sie Plünderungen verhüteten usw. Justizrat Dr. Wert- Hauer: Dann bitte ich um Gerichtsbeschluß. Zeuge Hauptmann Erich Marx antwortet auf die Frage, ob ein Befehl zur Ermordung von Liebknecht existiert habe, daß er erst aus den Zeitungen von der angeblichen Existenz eines solchen Befehls Kenntnis erhalten habe. Vor Vernehmung dcß Zeugen Vater teilt Rechtsanwalt Richter mit, ibm sei zu Ohren gekommen, daß dieser Zeuge gegen ihn persönliche A n gr i ff e richten wolle. Er bitte, das Ge- rickt zu verhindern daß der Zeuge diese Angriffe hier vor- bringe, so daß sie auch in die Presse kämen. Der Zeuge bekundet, daß er früher mit Prinz befreundet war; die Freundschaft ging jedoch in die Brüche, weil Prinz von ihm v e r- langte, er solle aussagen, er habe den Mordbefehl gesehen. Ich befand mick, so erklärt Zeuge weiter, gerade, in Hamburg, als meine Frau mir brieflich mitteilte, daß Prinz bei ihr gewesen sei und sie aufgefordert habe, mit ihm nach Holland zu fahren, wo er 3!4 Millionen im Tresor habe, und den Mordbefehl zu holen. Ich fuhr sofort nach Berlin zurück vo ich Prinz traf. Ich hatte Prinz vor längerer Zeit in einer Privatklagesacke Behrendt als Zeugen laden lassen und unter Bezugnahme darauf erklärte mir Prinz:„Ich habe für Dich in der Sache Behrendt einen glatten Meineid geleistet, nun mußt D u aussagen, daß Du den Mordbefebl mit den Originalunterschriften von Sckeidemann und Sklarz gesehen hast!" Prinz bot mir an, wenn ich dies aussagen würde, so würde er mir die Hälfte von den 3)4 Millionen geben. Iustizrat Dr. W e r t h a u e r: Ist es richtig, daß Sie b e d r o h t worden sind, wenn Sie hier als Zeuge erscheinen und gegen Prinz aussagen würden? Zeuge: Jawohl, von Rechtsanwalt Walter Richter. Ich muß nun etwas weit ausholen. Rechtsanwalt Richter: Ich bitte den Zeugen zu v« r.hi n d rrn derartige Angaben zu machen. Iustizrat W e r t ha u e r: Piit was hat man Sie bedroht? Zeuge Vater: Man hat mich mit Verhaftung bedroht und schon zwei Beamte hinter mir her gehetzt. Ich habe mich darauf sofort an da? ReichSwehrministerium um Schutz gewandt und djeseS hat mir einen Beamten mitgegeben, der jetzt hier im Zuhörerraum sitzt. Gestern, und zwar bis abends 10 Uhr ist bei mir angerufen worden, und man hat mir gedroht, mir do« Genick zu brechen, wenn ich gegen Prinz aussage. Diese Drohungen können zwei Zeugen, die Leutnant? Eith und Fiehring bestätigen, die hier anwesend sind. Vors.: Weshalb wollte man Sie denn verhaften? StaatsanwältschastSrat H a y n e r: Der Zeuge wird in 8 Sachen gesucht. Die Haftbefehle sind aber ausge- hoben worden auf Verwendung von gewisser Seit« hin, die mit bisse r Sacke aber nichts zu tun hat. Iustizrat Werthauer: Der Zeuge hat sich an mich gewandt und mick um Schutz gebeten vor ven Bedrohungen. Was hat Ihnen denn Rechtsanwalt Rickter noch mitgeteilt? Zeuge; AI» wir zusammen im Auto nach Weißensee fuhren, erzählte mir Rechtsanwalt Richter, er habe mit Siaatkanwaltschastsrat Gerlach gesprochen. Rechtsanwalt Richter sagte darauf wörtlich: Nm Prinz ist es uns gar nicht zu tun» wir wollen ja bkotz Schcidcmann und Sklarz ein» auswischen. Rechtsanwalt Richter(unterbrechend): Da» ist nicht wahr, da? ist ein glatter Meineid.— Vors.: Ich halte eS für sehr zweckmäßig, wenn Sie, Herr Rechtsanwalt, als Zeuge vernommen werden würden.— Rechtsanwalt Richter verläßt den Saal. Zeuge Vater bekundet weiter: � Rechtsanwalt Richter" erNärte mir dann wörtlich:„Ich weist nicht, wie eS eine« Menschen geben kann, der diesen ungeheuren Schwindel mit dem Mordbefehl glauben kann. Ich glaube keinen Augenblick daran." DaS bat Richter nicht nur zu mir, sondern auch zu den an- wesenden Herren Fiehring und Eith gesagt. Rechtsanwalt Walter Richter stellt unter seinem Eide in Abrede, den Zeugen bedroht zu haben. Ebenso unrichtig seien � die von dem Zeugen Vater hier vorgebrachten Aeußerungen bei der 'Autofahrt wiedergegeben. Er, Zeuge, könne sich fedenfalls nicht daran erinnern, derartige Worte gebraucht zu haben. Der Leutnant a. D., jetzige Kaufmann Karl Eith bekundet auf die �rag« des Vorsitzenden, ob Rechtsanwalt Nichter den Mordbefehl als Schwindel bezeichnet habe: Ich gebe gm besten die Aeußerungen des Herrn Richter im genauen Wortlaut wieder. Auf meine . Frage, ob die ganze Sache nicht bloß gemacht fei. um damit Geld � zu verdienen, erwiderte Richter nur:„Schraube!" Ich fragte'hn weiter, wie denn die Aktien in dem Prozeß ständen. Richter ant- wortete: Es wirb wobl„Z." sicher sein, wenn ich ihn nicht durch z 51 krei bekommet lBewegung.) Rechtsanwalt Rickter: Ick kann mich an dieses' Gyspräch kaum noch erinnern. Ich glaube nicht, baß ich eine derartige Aeutze- rung aetan babe. ich weiß e? jedenfalls nickt. Zeuge Fiehring bestätigt ebenfalls, daß Recktsanwalt Richte- Geäußert babe, er boffe Prinz mit Grund des? 51 freizubekommcn. Vater werde iroßl aar nickt zur Aussage kommen. Abo. Dr. Paul Levi-Frankfurt a. M.(K.P.D.) bekundet, daß bei der Verbaf'ung Liebkueckts burck Tyszka von einem Mordbefebl d-e R e d e gewesen sei. Zeuge hatte den Eiudrück gehabt, als wenn Liebknecht sckon damals ermordet werden sollte. Die Verhandlung wurde hierauf auf M o n ta g 9)4 Uhr vertagt. ♦, Herr Hensel-Senseler. Amtkick meldet W7B.: In ZeibingSberickten über den Prinz- Prozeß wird eine Zenoenansioge wiedergeoeben, in der von einem Sekretär H e n f e l oder.0 e n s e l e r die Rede ist, der in den Dezemßertagen 1918 in der Reickskanzlei Mckäsrigt oewesew fern soll. Hierzu wird kestaestellt: In der Reickskanzlei ist in der frag- kicken Zeit ein Sekre'är namens H e n s e l ober H e n s e I e r oder eine« ähnlichen Namen? nicht �ätig gewesen und zwar weder bei der Re!ck?kan>sei. nocki bei den damaliqen Polktzheouttraaten, die im Reick?kanzlerhau? tätig waren. Eine solch» Persönlichkeit ist in der Reichskanzlei auch ganz unbekannt. �uaenöveranstaltunyea. Sonntag, den 28. November: Zenfeaffnaenvbelm, Llnbenktr. 3: g NKr Bunter Abend.— Ren- fHüi»,?!oaat''»r, 53: Unterbaltimn?» und Sbielabend.— Prenzlanei- Dorstadt: B-'uck de« Muleum« für Meereskunde. Treffvimkt 8'/, Uhr Danzlger Straße Ecke Pappclallee. Sriefkasten üer fotaktfou. «eder flle den Brlefloftm delllmiyten Antenne fflne man«Ine« Biichltad»» NN» eine Nninmer bei. Brielllcke Ztuntiintt wird nickt erteilt. Eilige An- trag«» trage man in der guristitcken kvreckttunde. Lindenftr. d. 1. Kok par- terre link», vor. Eckniistlicte»nd VertrSar find mitzubringen. K). 4ß. Vor fem Amtsgericht Berlin-Mitte, Nene Friedrtchitraße.— ,aden»»7>/.Udr im Nasse».> 1 lokal Rhewstr. 9, Vorderhaus 1 Steppe. Tagesordnung! 1. Wahl de» Recknungs- priiiungsaizsschngeS|Ut da» 9>»ch»»na»iahr 192J. 2. Festlegung, de« Voranschlages fiir da» Jahr 1921 ;i Antrag de» Borlinnde« aut Aendemng de» s der Eaguug. wonach die Stagen- deilräge van 6 auf 6'/. Hundertstel de» Im§ 19 festgeleltten Grundlohn» erhöht werden sollen. IM/2 4. Verschiedene». Beriin-Zriedenau. »en 25..ovemder 1920. Der Vorstand. Ackeimann. Varstgender. Ullrich, TchristlUhrer. Friedrich Engels Geboren am28.Nov.1S20 TW*£ Seine Werke:! 3 Sei M'IIWMM Spezialarzl Ur. Haedicke Haut. Geschlechtslei den. Blut. untersuchuncen, Salvarsan- kuren. Frledrlchslr. 187, a.d Mohrcnstr. IM.ick, Stg.II-1. Metali Zinn u. Blei, Altmetalle, taust z» hohen Preisen Zlnnschmelze, Prlazessinneustr.>7 iMoritzpIag)._' memewe fofort Sleuaurativ»»-. Ca öh. u»-, Gr- s.' ä Ii- und Bureau-Einrich» tuugen zum schnellen Bertauf gegen Hächstgeb. 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Zahm- geholt 20000 M und 15000 M., Orlszufchwg. stlnberdethilien und Ausgieichszuschlag nach staatlichen Grundsätzen und die für da» Saargedlei geltenden desonderen Aulagen. In der«ommunai- oder Siaatsverwaitung oder In wirt» ..... und technischen Betrieden bereit» tätig gewesene .«Werder werden gebeten, ihre Meldung nedst Lebenslauf und Aeugnioadlchristen b-s zum 1. Januar I»2l einzureichen. Die Bestätigung der dr>i zu wählenden Herren erfolgt auf Grund der rhernilchen Städteordnung durch die Regierung»» kommifsion für da» Saargebiet. Saacbrflcfen, den 10. November 1920. Ter tommissarische Bürgermeister. I'üchtixe Schaufensterdekorateure sofort gesocht. Meldungen: 1—2 Uhr mittags, 5-6 Uhr abends. &. Jandorl£ Co., Kottbuser Damm I. Wir suchen zum i Za m it 1931 einen durch rn» tüchtigen Gcschüstsführcr für unser Parteiorgan„GÜflingar volfsblnfi-. Derselbe M'iß bilauzstcher lind möglichst gelernter Buchdrucker sein. Bewerbungen mit Gehaiioansprllchen find di« zum 8. Dezember zu richten an 18« 4- Wedemeyer St Co., afiffinpen, Uolastr 13. AI» Bewerber tommen nur organ.Parle>genoffencS.P.D.)iogrags €in neuer Spttzelfumpf aufgeüeckt. Das Treibe« der Orgesch im Rheinlaude. Elberfeld. 26. November.(Eigener Trahtbcricht deS vorwärts".) Ter Elberfclder..Volkstribüne" ist es gelungen, eine Spitzelzentrale im Wuppertal aufzudecken. In Elber- feld existiert ein„B ü r g e r r a t", der in engster Verbindung mit der O r g e s ch und der Watter-Kamarilja in Münster steht. Tiefer gibt ein Blatt, den„Bürger-Vorwärts", heraus, ein reaktionäres Hetzblatt übelster Sorte. In diesem wurde jüngst ein Akouisiteur durch Annonce gesucht. ES meldete sich em Kaufmann Willi T. aus Hamburg, der zur Syiidikalistenbewegung gehört und bei dem Syndikalisten Steinacker in Elberfeld als. Ar- beitsloser wohnte. Er wurde nach seiner Erzählung als Akquisiteur angestellt, bald erhielt er jedoch durch einen Herrn A r n h o l d das Angebot. Spttzeldienste zu verrichten. Auf seine Zusage erhielt Willi T. Ausweispapiere vom Türgerrat mit falschen Namen, mittels derer er in der Sipo als Kriminolwacht- meister angestellt wurde. Für feine Spitzeltätigkeit will Willi T. in 14 Tagen 2800 Mark erhalten haben. Nuherdem bekam er Waffen und falsche Ausweise geliefert. Man beauf- tragte ihn nanientllch. SteiiirickerS Papiere zu entwenden. ES wurde ihm gesagt, daß seine Ausweise, unterzeichnet von Arn- hold, ihn vor Verhaftung schützen würden, wenn er bei Einbrüchen im Interesse des BürgerrateS gefatzt würde. Den Auftraggebern kam eS hauptsächlich darauf an. angebliche „schwarze Listen" der Kommunisten zu entdecken. Mit diesen schwarzen Listen sollte nämlich den Geschäftsleuten Angst gemacht und diese zur Leistung von Beiträgen für den Bürgerrat veranlagt werden. Weiter sollten die Spitzel versuchen, führende sozialistische Persönlichkeiten zu Weingclagrn mit Weibern zu verleiten, um dann in der Oeffentlichkett darüber berichten zu können. Dafür wurden besondere Gelder zur Verfügung gestellt. Nach der Behauptung des T. hat der Bürgerrat ungefähr 150 Agenten, davon in Elberfeld-Barmen selbst fjO bis 60, von denen 15 bis 20 direkt Angestellte der Sicherheits- Polizei find. Ter Chefagent namens Jung ist in der K.A.P.T. organisiert, er hat auch auf die Spaltung der ll.S.P. in Elberfeld hingearbeitet. Von den Spitzeln des BürgerrateS ist auch seinerzeit der Putsch in Velbert inszeniert worden. AuS Briefen, die Arnhold erhielt, ergibt sich auch daS enge Zusammenarbeiten dcS BürgerrateS mit der Orgesch und der Eipo in Münster in Westfalen. Besonders interessant sind ine llmstände, die sich an die Pro- klamation der Räterepublik in Velbert in diesem Sommer knüpfen. Hierzu wird berichtet: Zu der Zeit fand in Berlin ein« Konferenz der K. A. P. D. statt, zu der zunächst von der Wuppertaler Organisation der K. A. P. D. ein gewisser Busch aus Barmen delegiert war. An einem Abend kam der Spitzel Teltow zum Vorsitzenden der K. A. P. D. Stendebach und sag�e. Busch wäre ein Spitzel. Darauf erklärt« Stendebach: Wenn sich das so verhält, sollte Teltow«och Berlin fahren. Teltow ist auch nach Berlin gefahren und hat dies der Konferenz übermittelt. Teltow kam zurück mit der Order, «m 20. August soll losgeschlagen werden, «ich er habe daraus den Putsch in Velbert provoziert, wofür er dann vom vürgerrat ratenweife bezahlt worden ist. Der genannt« Bor- sitzende der K. A. P. D., Stendebach. ist augenblicklich flüchtig._ Weitere Streichungen vom �eeresetat. Im HauptauSfchust des Reichstags wurde am Freitag die Rede- zeit auf zehn Minuten beschränkt. Die sachliche Weiterderatung deö Etats ergibt die Annahme sämtlicher beantragter Besoldungen für Offiziere, SanitätS- und Veterinäroffiziere. Zur Pofition für kaf�rnenmäßige Unterkunft der Reichswehr bringt Abg. Hoch(Soz.) längere Befckjwerden vor, daß die Kasernen wicht h.nreichend zu Wohnungszwecken benutzt würdvn. . Minister Dr. Gest lex antwortet, dah nach Ausscheiden der Abwicklungsstellen und der Dienstwohnungen hinreichend Räume für die Reichswehr zur Verfügung stehen werden. Die Position wird darauf genehmigt.— Angenommen werden ferner die im Nachtragsrtat bereits bsw.lligten Summen zur Verstärkung de» Heere» blS 31. Dezember 1920 sowie für die Truppen in der neutralen Zone vom 1. April bis 31. Mai 1020, austerdem für die Abwicklung der aufgelösten Roichswehrfovmationen. Zu der Position für Hilfeleistungen durch nicht beamtot« Kräfte in Höhe von 8 443 800 M. beantragen die Abgg. Bolz(Z.) und S t ü ck l« n(Soz.), »«bedingt Streichungen vorzunehmen, ba die Avbeit vielfach von den Militärs geleistet werden könne.— Minister Dr. Gehler bemerkt, dah bereits Kündigungen ausgesprochen seien, weitere jedoch auf technische Schmie riAe.ten stosten. I Ein Antrag Bolz(Z.). von diessm Posten 443 800 M. zu streichen, wird angenommen.— Desgleichen ein weiterer An- trag Bolz, von der Pofttion über Durcougeld 150 000 M. und von den Kosten für Buromrbvtcn. für Arbeiter bei den Kommandobe- hörd.'n e i n-e Million Mark zu streichen. Zu den Ausgaben für Gesichts- und Geländeübungen bean- tragt Abg. S t ü ck l e n tSoz.) unter Hinweis auf d e austerordent- liche Höhe d«S Postens, die Streichung von zwei Millio- 'n e n M ar k.— Der Antrag wird angenommen. Angenommen werden dir sonstigen vermischten Ausgaben so- wie di« Aufwendungen für hie Wofsenschulen. Bei der Position betr. ReitübungTN im Gelände und Kosten für Kraftfahrzeuge wird ein Antrag Bolz(Z.) aus Streichung von 400 000 M. angenommen. Dagegen werden die Kosten für Unterricht«nd Pildung in der Allgemeinheit de» Heeres ebenso wie die Kosten für die Leibesübungen bcwilligt. Angenommen werd.m auch d.« Für. sorgekosten währerw der Denstzeit und bei der Entlassung der Reubswahrangehörigen. Zur Posstion über Waffen-, MunitionS- irnd Wshrgerätewefen fragt Abg. Stückl«n(Soz.). ob eS möglich s«i. durch Verhandlungen mit der Entente zu erreichen, dah nicht weiter Material verschrottet werden müsse.— Oberst v. R r e h ant- wartet, dah ein Teil unsere« SchiehbedarfS unS von der Entente bewilligt worden fei. Welchen Erfolg weitere Verhandlungen haben werden, fei nicht vorauszusagen.— Danach wird ein sozial- demokratischer Antrag, von der Gesamtsumme der Kosten für Waffen. Munition und HeereSgerät in Höhe von rund 256 Mil- Ironen Mark die Summe v»n 65 Millionen Mark zn streichen, »oit Unterstützung der Unabhängigen und de» Zentrums vom Haupt. auSfchuh ang?nomm«i.(Gr oh« Bewegung am RegierungStifch.)— Minister Dr. Gehler erklärt hierzu, dah durch diesen Beschluh di« Heeresverwaltung rn die gröhten Schwierigkeiten kommen könne. Morgen Weiterbevattmg. Reichstag uni Im Reichstag wurden am Freitag zunächst kleine Anfragen beantwortet. D e plötzliche Aufhebung der SbwicklnngSftelle«— Anfrage Abg. Thiel(D. Vp.)— war notwendig wegen der finanziellen Notlage de? Reichs. Die Erledigung der Kriegsfürforgoanfprüche wird dadurch nicht bectnträchiigt. Wie in den übrigen Kolonien, so macht auch in Samo«— Anfrage Abg. Dusche(D. Vp.)— d e Entente von ihrem„Recht" der H e i m s ch a f f u n g aller Deutschen und der L r q u i d i c- rung ihres Besitztum? umfassend Gebrauch. Gegen unwürdig« Transportbehandlung hat die deutsche Regierung steis sofon Protest eingelegt. Man wird sich angelegen sein lassen— Anfrage Abg. Dr. Becker- Hessen(D. Bv.)— die Berkehrshemmungen auf dem Slhei« zu beseitigen.— Tie Bohrarbeiten an den Briefkästen— Anfrage Abg. Jfenmann(Zenir)— erfordern Fachkenntnis; eS sind Handwerker aus den verschiedenen Direktionsbezirken hinzugezogen und die Berliner Vorarbeiter sind, wo sie entbehrlich waren, jetzt zurückgezogen worden.— Äuf Beschwerde des Abg. van den Kerkhoff(Dnat. Vp.) wegen Emfuhr von 200 000 Zentner schwedischer Zentrifugen verspricht die RcichSregierung, die Ange- legcnheit wer.er zu prüfen. Seit Juni seien nur 14 000 Maschinen eingeführt worden.— Zur Anfrage des Abg. van den Kerk- hoff(Dnat. Vp.) betr. Abbruch der Verhandlungen der Reichs- w e r k c- A.- G. über den Verkauf von Werkzeugmaschinen an Selbstverbraucbcr erklärt die Regierung, dah der Reichsschatzminister erst mach Abschluh der Verhandlungen verständigt worden sei. De Sache wiod zurzeit noch geprüft. Eine Interpellation der Nvukommunisten betr. Aufnahme der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Ruhland soll in der geschäftSondnungSmähigen Frist beantwortet w«rdcn. Oer wilöe Elektrizitätsstreik. Die deutschnationale Interpellation über den Streik der Der- liner Efcktrizitättzarbelter begründet Abg. Berndt(Dnat. Vp.): � Zu den Deutschland heoabsetzenden Zuständen wäre es nicht gekommen, wenn die massgebenden Stellen rechtzeitig und entschlossen, ihre Machtmittel angewandt hätten. De Regiernng hat ihre Enfrgielosigkeit bewiesen; statt zu handeln,'hat sie sich zu sehr von dem Berliner Magistrat abhängig gemacht. Die Tech ni sch« N o t h i l fe wurde nicht rechtzeitig eingesetzt und zu bald wieder zurückgezogen. Di« Ver- ordnung des ReichSpräsiden'en vom 10. November wurde nicht sofort durchgeführt, sondern der Berliner Magistra! bclieh es bei einer Aufforderung und Friststellung an die Streikenden bis 11. November. Die Bevölkerung versteht nicht, warum nicht sofort gegen die Streikenden vorgegangen wurde. Was ist gegen die unternommen worden, die die Maschinenteile entfernt baben? Zur Bcseiirgung der auherordentlichen Erregung und Unruhe in der Bevölkerung muh die Reichsregierung auch darüber Aufklärung geben, wie in Zukunft die Bevölkerung die Gew'ssheit erhalt, dah eine Wiederholung derarttger fürch'erlicher Zustände ausgeschlossen ist. Man betrachte die katastrophalen Folgen dieses wilden Streiks: die Wirkung auf unsere Valuta war ver- hängnisvoll. So kann man nur handeln, wenn man systematisch auf d'« Zerstörung de« Reichs hinarbeitet.(Stürmischer Wider- fpruch links.) Ohne die G e w e r k f ch a f t e n wären die zer- störenden Kräfte ihrem Sieg bedeutend näher. Wir verlangen strengstes Eingreifest des Staates und begrüßen deshalb . dir Verordnung de« Reichspräsidenten, die unte« ästen Ilmständey austech�erhalten werden muh.(Beifall rechts.!—'Widersprüchi links:! Auch'der„Vorwärts" hat' am Anfang anerkannt, dah ein« gesetzliche Regelung der Streiksrage notwendig wäre, s Zu ruf au Herst links: Geist von Ihrem Geist!) Demgegenüber stimmen heute auch die Sozialdemokraten für Aus- Hebung der Verordnung. Wir verlangen sogar ibre Verschärfung und ihre Ausdehnung auf Verkebr und Landwirtfcbast. denn nur so können wir aus dem ChaoS berauökommcn.(Lebhafter Beifall rechts,' Unruhe und Zurufe littkiS:) Rrichsmmister des Jmsern Koch: Der Streik war von Sabotageakten begleitet, die grohe Gefahr für die Kranken und grehcn Ma'erialschaden hervorriefen:(Hört, hört! und Pfuirufe rechts— Unrube l'nkS.) Der Minister begründet dann den Erlah deS Reichspräsidenten, der notwendig war, da die Stavtgemeinde nicht in der Lage war, des Streiks Herr zu werten. Die Reichsregicrung wird ähnlich« Streiks auf Grund der VeroNdmmg zu verhindern wissen. (B.'ifall rechts.) D'e Technisch« Noibilse ist gut organisiert und wird weiter ausgebaut.(Bravoki Dabei hofft die Regierung, dah wilde SreikS durch den Willen der besonnenen Ar- beiter selbst erstickt werden, deshalb besibränkt sich di« Verordnung auf die lebensnotwendigen Betriebe und muh bis zur gesetzlichen Regelung durch ein bald dem Hause zugehend«« SchlichtnngSgesetz aufrechterhalten bleiben.(Lebbafter Beifall rechts— Zischen link»> De Regierung hat in dieser Angelegenheit besonnen und entschieden gehandelt, die Folae der Verordnung de« Reichspräsi- denten war das Einschreiten deS Magistrats. Das Verfahren gegen Sylt wird fortgesetzt. Zu der von den Sozwlisten verlangten Auf- Hebung der Verordnung ist. der Auaenblick ungeeignet, um so mehr, al« Herr Luitpold angedroht hat, Berlin werde noch öfter im Dunkeln sitzen. Wir dürfen nnS die Waffe nickt �auS der Hand nebmen lassen. Wenn noch einmal di« Elektrizitätswerke von den Arbeitern geräumt werden, so gebe ich mich n'cht mehr dazu der, sie ftir solcb«. Versuche noch«iinnal zu öffnen.(Lebhafte Unrube.) Der Streik war lokaler Ncftur. er schädigt aber die Reicks Hauptstadt und untergräbt das Drrtrauen der Länder und des Ausländes. Ist B e r l>? einig, wird das Reich nicht zerrissen werden können. E« genügt nicht, von Verfassung zu reden, sondern auch ftir ihre Aufrechterhaltung ist zu sorgen. Wir werden den Terror rinzrlnrr mit starker Hand (Grohe Unrube link«— Zwischenrufe: Hört, hört?), jaivohk, mit starker Hand verhindern und werden nicht zulassen, dah ein« Hand- voll Elemen'e verhindert. Deutschland wieder auf kulturelle und wirtschaftliche Höhe zn bringen.(Beifall bei den Bürgerlichen.) Mg. Hartleib(Saz.): Der Kapp-Putfch im Frnbsabr. der für längere Zeit«ine Lakimkegung des deutschen WirifchastslebenS zur Folge hatte, war ein Verbrechen an, deutschen Volk. Auch der Elektrizi'ätSstreik, der, dieselben Folgen zeitigte, war nichts anderes: Kc'ncsfalls bät en Sie lzur Linken) zu diesem Verbrechen Ihr Einverständnis geben dürfen. De Herren Teutschnationalen haben ke'n Reckt, ab'ällig darüber zu urteiken. ganz gleich von tsstzschem Gesichtsvunkte au» immer. Geschah es aus egoistischen Motiven, so muh d'e Recht« schweigen, denn ihr« Vertreter find den Arbeitern jahrelang mit schlechtem Beispiel vorangegangen. Geschah es dagegen aus politische« Motiven, dann mögen sie erst reckt schweiaen»nd stck d?r Agrarier in ihren Reiben «rinnern. die mir Gegenmaßnahmen drohten und rhre Wirtschaft. \ Elektrostreik. kiche Funktion als politische Waffe benutzen wollen.(Zustimmung bei den Sozialdemrlratcn.). De nichtablieserndrn Agrarier waren eS, die die hun- gernde Arbeiterschaft zur Verzweiflung brachten.(Sehr richtg!) Meine Partei tritt dafür ein, daß die Verordnung der Reichs. regierung wieder außer Kraft gesetz: wird, und wenn uns rraepd etwas darin bestärken würde, dann ist eS der, «nfruf des Landbundrs z»m Liefrrstreik. (Hört, hörtl) Der Kapp-Putsch hat bewiesen, wie notwendig ein Generalstreik sein kann zu? Niederlvcrsung eines RechlSputscheS. (Sehr richtig!) Wir sind natürlich auch aufs schärfste gegen di« Anträge der Rechten auf Erweiterung der Verordnung.(Bei- fall.) Wenn Sie(zur Rechten) über d e Rücksichtslosigkeit eineZ Teiles der Arbesierschaft sich entrüsten, dann geben Sie Ihrer Erziehung schuld, die zur Brutali-ät und zur Gewalt auffordert.(Unruh« rechts.) Der Redner wendet sich dann gegen die k o m m u n ist scheu Treibereien und weist besonders auf das Verbaltcn der Neufouimunisten im Berliner, Stadtparlament, hiru das bewirk: hat, dah Mermuth den Anstürmen der Rechten zum Opfer fällt. Es wäre gerade in einer sozialistisch e n Gemeinde doppelte Pflicht der ElektrizitätSarbeiter aewcsen, sich an einen Schlich- tungsauSschuhim Re chSarbeitSministerium zu wenden; auch Adolf Hoffmann bat im Aufruf vom 2, Januar 191Ö auf diele Pflicht gegenüber sozialistisch geführten Gemeinwesen hingewiesen. lHört, hörtl) Die Kommunisten propagieren zwar fortwährend die VerelendungSchearie und verweisen aus das bolschewist'sich: Paradies, vermehren aber durch solche Streiks bei Verminderung der Kaufkraft des Gildes das Elend der Arbeiter und machen sich damit zu Handlangern der Reaktion. Kein« Slirdtverwaltiing wird soltheir Leuten die Betriebe in eigene Verwaltung übergeben; der Sozälisierungsgedanke wird dadurch unausgesetzt in der Oeftentlichkcit misskrcditiert. Wir wundern uns nickt, doh: fich die Neukommunisten aus den Reihen der ehemaligen Gelben: der Streikbrecher und jener Elemente rekrutieren, die immer sqste- matisch' auf Seite der Kapitalisten gegen die Arbeiterschiist gekämpft haben. Noch eine Reihö solcher Streiks uno verlorener Lohnbewegmigen(Zuruf: Stuitgarrl), und der KapitahSMüs t r i u m p h: e r t. Wir treten für die Aushebung d.w Verordnung ein, weil sie im gegenwärtigen Augenblick ksinr Ex'stenzbereckti- gung hat. Die Rechte möge, bei i h r e n Gesinnungsgenossen ein- treten für den Gedanken der Interessen der Gesamtheit, und die Kommunisten mögen dem Sozialismus Ehre machen!.(Sehr gut!) Unsere Ausgabe aber wird eS se'n, Aufklärnng in die Arbeiterschaft hineinzutragen und sie über da» wahre Wesen des Streiks als Waffe zu unterrichten, damit sie nicht als Mittel für Volks- schädigende Machenschaften mißbraucht tverden kann.(Beifall.) Abg. Fleischer(Zentr.): Anerkannt muh werden, daß die, .Mehrheitssozialisten und Unabhängigen eine Erklärung erließen, dah si« die Aufforderr-ng zum Generalstreik nicht billigen, woraus hervorgeht, dah.dieser, Streik nicht qlS Aktton der gesamten Arbeiierschafsi zu einer Herbeiführung wirtschaftlicher Besserstellung aufzufassen ist. Der Redner wendet sich dann gegen die BestrehuN- gen der sre'en Geivcrkschaften, im Tarif mit dem B:rliner Ma-'' gistrat besondere Bei günftigungen für ihre Mitglieder dürchzu- drücken. Wir werden nur dann für die Aushebung der Verordnung stimmen, wenn zugleich der Ab�nderungSawtraq Schiffer' ango- rwmmen wird, wonach diese Aufhebung erst erfolgt nach Einführung des obligatorischen Schiedsgerichtsverfahren».(Beifall beim Zentrum.) M' der Hinäusschielwng des'JnkrckfGest-ns.. M.' ubckr. Gröh-Beölin durch d'e-Bürgerliche' MeHrHeis-bet La lih'esve r s alnchs/' lung. Er'tzüistftntz zfveftestö' rsuS'dem: natürlichen Bestreben pk?' Arbeiterschaft:-.fstr' di? zunehmende» Lebensbedürfnisse'einen Aus-. gleich zn finden. Das sozialistische Gemeinwesen Berlin ist infolge des KrcgSbanberotts nicht in der Lage, allen Forderungen gerecht zu werden. Es sind nur Schwätzer und Ehärlatane, die einen neuen Streik ankündigen und mit denen wir nicht» zu tun baben. Es wäre uotivendig gewesen, eingehend zu prüfen, ob die Stadtgemeinde auch in der Lage war das Gewrderie durchzuführen, Alle diejerng-in, die über die ElekirzitSisarbefter her« , fallen, müssen überzeug« werden, daß sogar laut Sachverständigen» gutachten die geforderten Arbeiten jetzt doppelt so sich ch e r al» vor dem Kriege sind, denn das Kohlenmaterial ist jetzt das denkbar tcklechteste. Wenn nun die Forderungen der'Arbei'er von Wocke zu Woche hinausgeschoben wenden, dann muht« auch, die Er- regnng in demselben Maße wäcksen. Es waren von vornherein Bemühungen da, de Angelegenheit friedlich zu lösen. Wir haben die Ueberzeugung. dah e» den Gcgnernder Gemeinde Groß- Berlin— wie sic dcr Reihe nach her,'« hier aufmarschicr» sind— eine Freude war. dah die fozialistische Gemeinde in dtese Lag« kam. DaS htzlimmste ist, dah die Streikführer nicht in der Lage waren, einen rein wirtschaftlichen Streik zu führen, sondern- wie Hypnotiseure ihre eigenen Ideen durchsetzten. Die Technisch« Nothilfe ist nur eine Streikbrechergarde. Die.Regierung hat nichts unternommen' gegen den Lleferstrrik der Landwirte In Königsberg, der viel gefährlicher ist, als wenn in Berlin da? Gas abgesperrt ist oder die Elckirifche drei Tage n cht fährt. Wenn man dem Streik gar einen Valutasturz zuschreiben will,' dann erinners ich an die Schreibweise de«. LokalanzeigerS". der vor einigen Wocken Berich als vollständig bankerott hingestellt bat:(Hört, hörtl). Bedauerlich wäre es, wenn der Oberbürnermeister auf dem Vor- haben seines Rücktrttt« besteben- würde und er alz einzig?» Opfer., des Streiks aus der Strecke bleiben soll'c. Nickt nur die Berliner Bürgerschaft steht hinter ihm, sondern auch die Betriebsräte der Berlincr Werke erklären, dah er feche Pflicht getan habe und dah sie ikun ihr Vertrauen aussprechen. Unsere Sache wird eS sein, dafür zu sorgen, dah die Arbeiter nickt weiter einem Phantom nachgehen, sie wüsten geführt werden von mutigen, bewußten Männern, die beseel- sind vom wahren Sozialismus, um die Bannerträger einer neuen Zukunft zu sein.(Beifall.) Nachdem noch Abg. Ziegler(Dem) gesprochen hatte— erst Scklichtungövrdnung, dann Aufhebung der Verordnung!— wurde die Deiterberatung auf Donnabend 11 Uhr vertagt.— Schluß * Die Äbsttmmiing Äwr die Anträge, die zur Jnterpclla- tion über den Elrftrikcrsjmk gesteM sinb. erfolgt am Tiens- tag. Tie Unobfargiaen hoben glatte Aufb�bung der Vör- ordnung dearfregt, ein Antrag, der keine Aussicht auf An- nähme hat. ES wäre schon viel erreicht, wenn der s o z i a l- demokratische Antrag angenommen würde, der den Erlah der Verordnung zwar billigt, aber den Wunich nach ihrer Ausibabung ausspricht, da die Voraussetzungen für chrc Aufrechterhaltung jetzt nicht mehr bestündsn. Nach dem Ver- laus der gestrigen Debatte schelnen die bürgerlichen Partei?- auch nicht einmal dazu geneigt, diese Brücke zu betreten. GewerMafisbeVegung ©ine NoveNe zum Berggesetz. Die P. P. N. melden: Die Abschaffung der Sicher- heitSmänner und die neue Regelung der Arbeit- nehmervertretung im preußischen Bergbau bezweckt der Entwurf e.ner Novelle zum Preußischen Allgemeinen Berggesetz, der der Preußischen LandeSversammlung auf Anregung ihres HauptauSschusseS vom Handelsministerium dieser Tage vongelegt würbe. Die Sicherheitsmänner sind Vertrauensleute der Belegschaften, die daS Recht haben, sich an der U Überwachung der Betriebssicherheit der unterirdisch betriebenen Bergwerke zu betei- ligen, Koirtrollbefahrungen vorzunehmen und an Unfaklunter- suchungen der Revievbeamten teilzunehmen. Sie sind nunmehr durch das B e t r re b§ r ä teg e se tz überflüssig ge- worden, da dieses Gesetz den BetriebSrätevertre« tungen die Beteiligung an der Bekämpfung der Unfall- und Ge- sundheitsgefahren im Betriebe ganz allgemein zur Aufgabe gemacht hat, daß daS Nebeneinanderbestehen zweier konkurrierender Kon- trollorgane vermieden werden muß. Der Beirat de? Verbandes der Fabrikarbeiter tagte am lS. und 17. November in Hannover. Brey erstattet« den Bericht. Daraus ist zu entnehmen, daß infolge der.Beltrag«- erhöhung die Mitgliederzähl nicht zurückgegangen ist und daß im zweiten Quartal dieses JahruS eine Million Mark chemische Industrie abgelehnt. Beschlossen wuvde. in Berlin ein ständiges Bureau zu errichten zur Sammlung. Bearbeitung und Verhreiitung von Material für die Vertreter des Verbandes rn den verschiedenen MrtschaftSkörpern und sonstigen Körper- schaften. Außerdem stimmte der Beirat einem Antrage zu, die Anmeldefrist für Lohnbewegungen aus zwei Wochen herabzusetzen. Dagegen wurde ein Antrag Frankfurt-Main abge- lehnt, der verlangt,„die Genehmigung eine» Angriffs- oder Ab- wehrstreiks durch die Ganleitung ersetzt die EinverständniSerklä- rung de» HauptvorstandaS". G.n Antrag, die Abstimmung bei Ar» beitSeinstrllungen abhängig zu machen von einer Zweidrittel- statt bisher einer Dreiviertelmajerität. wird abgelehnt. Beschlossen die Regelung von Differenzen durch Verhandlungen angestrebt� nnd nötigenfalls die behördlichen SchlichtungSauSschüsse in Anspruch genommen werden. Der Betrat stimmt« ferner dem Entwurf T h i e m ig- Hannover über den�i n neren Aufbau der Verbandes zu. E.nverstanden erklärte sich der Beirat mit der finanziellen Beteiligung von Zahlstellen an dem»Verband sozialer Baubetriebe". Mit allen gegen zwei Stimmen wird folgend? Entschließung angenommen: »Der Beirat des Verbandes der Fabrikarbeiter empfiehlt dem Hauptvorstand den Anschluß an die am 2d. Oktcfcer zu Aurster- dam neuerrichtete Internationale der Fabrikarbeiter zu vollziehen und lehnt die Bestrebungen nach einem Anschluß an die entstehende kommunistischeJnter- nationale als die Organisation schädigend ab." Schiedsspruch im Chemischen und Mineralöl-Großhandel. Auf Ansuwe» tcr Arbeitnehmer lanv Bonneretag eine Verbandlung vor dem SlblichiungSauSirbuß Gross-Berlin statt. Racb länaerer Be- raiung machte der SchlichiungSaueschiiß unter Vorsitz de» Herrn RegierungSassesior Dr Krebs e neu EiuiqungSvorsidtag, welcher zu den bereit« gemachten Zugeständnissen der Arbeitgeber eine sebr mäßig« Lohnerhöhung voriah. Trotzdem Sbnten die Arbeitgeber dieien EiniaunaSvorschlag ab. Darauf urde dieser Eii'iaungSvorfchlag als EchiefS'pruch verkündet. Die Parteien baben sich innerhalb 8 Tage zu ertläien Die Arbeitnedmer treffen sich am Montag 7 Uhr in WilkeS Festiälen. Scbastiannr gg. um sich über die Annahme oder Ab- lehnung des Schiedssprüche» zu einfcheiden. Gegen den Verkauf de» Charlottenburger BolkShaufeS an die Konfuingeitoslenichaft protestierte in ihrer letzten S'tzung die Charlottenburger GewerkschaftSkommlision. S>e ioidert, daß der erzielte Uebe« schuß nicht unter die Paiteien und Gewerlschailen veiteil»,>onde,n al» G'undstock für ein neues BolkSbauS angelegt wird. Die Konsumgenossen« schall übernimmt das Haus am 1. April und richtet seine Räume zu Warenlagern und Verkaufsräumen e»n. Buchdrucker! Die Vertrauensleute derjenigen vuchdruckerelm bzw. Abteilungen, in denen berechnet wird, weiden ersucht, Sonntag vormittag 10 Uhr im Klubhau», Ohmstraß«, zu ericheinen. WetteranSftchten lür das mittlere Rorddentschtand bis Sonntag mittag Docken, zeilwcile heiter, ziemlich lall, nacht» groft uno tellweil« nebelig dct mähiaen lüdönlichcn Winden, /»us öer Partei.. LauffrnbergS Geschichte. In einer Versammlung der Landesorganisation der Sozial demokratie Hamburg« fand Donnerstag abend ein Roman seinen Abschluß, der verdien», über die Grenzen Hamburg» binau» bekannt zu werden. Lauffenberg, der Narionalbolichewist und Führer de» Bundes der Kommunisten, war vor vielen Jahren von der Sozialdemokratie Hamburg« beauftragt worden,«ine G e- schichte der Hamburger Arbeiterbewegung bis zum Fall de» SozialistengeietzeS zu schreiben. Bon dieser Geschichte ist ein Band erschienen, dann ist e« aber dabei geblieben, da Laussen- berg bekanntlich verschiedene» andere zu tun hatte. Nichl«desto Kmöer ftisren! vmmmmmwmm/Jmmmmmmmm Beörn<�tDlcö rdefit Dem, tvarmesHeim? Poftfc�ecffonto Äi'nictßilTe 69900 weniger ließ ssch Lauffenberg den ganzen Krieg hindurch ein Mona»«geball von S00 M a r k f ü r f e i n e A r b e i I auszahlen und wußte, wenn der Landesvorstand sich einmal noch dem Farlganq der Arbeit erkundigte, immer eine» anderen Grund, mit dem er die Loche hinaiiSzögerte. Al« diele Geichichte die Partei bi» zur Revolution zirka 40 000 TO. gekostet hatte, ohne daß man von dem weiteren Fortgang der Arbeit etwa« erfahren hatte, wuide immer wieder ver>»cht, von Saliffenbelg etwa» herauszubekommen, denn al» Nationalbolichewist hatte er auch im Jahre 1919 sehr viel andere» zu tun, als ssch um die Geschichte der Sozialdemokratie zu bekümmern. Er vr stand e« aber andererseits an«ge,eichnet. einige Teuerungszulagen duich,»setzen und außerdem iür eine Schreibhllie. die er angeblich benötigte, noch«eitere 250 TO. monatlich zu verlangen. Al« der Landesvorstand ihn eine« TageS, allerdings angemeldet, aussuchte, war Lauffenbera wirklich bei der Arbeit und diktierte. Einen Teil des Bande» lieiene er denn auch glücklich ab. AIS ober das Jahr 1920 auch langsam der Neige zuging, drängten die Bartrgenosien doch danach, endlich einmal zu«rsabren. wo» denn au» der Ge- schichte würde,»»mal Lauffenberg seit der Revolution weitere 18 000 TO. ssch hatte zahlen lassen. Als am t. Juli 1920 der Parte»vo. stand kurzerband weiter? Zahlungen'Pente und ein U l t> m a t u m stellte. Lauffenbera solle nun endlich er- klären, wann er da» Werk zu liefern gedenke, schrieb dieier ganz vergnüg», daß er diese einseitig« L ö i u n g de« Vertrages akzeptiere. Man erwog nun bin nnd her. ob man irgend etwa« unternehmen'olle, um wenigstens die Arbeit sicherzustellen. aber da der vorbildliche Kommunist sich auf da« U-beberrechi berief un' ein ichriflk'cher vertrag nickt vorlag, weil man ihm seiner- zeit die Arbeit auf Treu und Glauben Übertragen hatte, mußte man die Sacbe auf sich beruhen lassen. Der Berich» de« Vorstände» wurde in der Delegiertenversamm- lung natürlich von den Delegierten mit großer Beweaung, Zurufen und Heiterkeit aufgenommen. Es wurde selbstvezständlich be- schloffen, Lauffenberg keinen Pfennig mehr zu zahlen._ Sozialdemokratischer Frauentag in Hesse«. Am letzten Sonntag tagte in D a r m st a d t die erste Kon- feremz der sozioldemokratische n Frvuen Hessen». Im Vorder- grund swnd ein Referot der Genossin O ua r ck- Frankfurt. die sich zur Aufgabe stellte, die Notwendigkeit der Mliarbeit der sozialdemokratischen Frauen aus dem Gebiete der Wohl- fahrtSeinrichtungen näher hervorzuheben. Ein zweites Referat hielt die Genossin R y n e ck- Berlin über„Die p o l i» tisch« Betätigung der Frau im Volksstaate". Unsere Genossin verstand e«. den Anwesenden all die Voraussetzungen und Notwendigkeiten zu zergliedern, die von der Proletavtersrau in politischer Beziehung verlangt werden müssen. Bezirkskonferenz für Halle-Merseburg. Die Bezirkskonferenz für den Kreis Halle-Merseburg, die am Sonntag stattfand, stellte die Liste der Kandidaten zur Landtags- wähl auf. Nachdem Genosse Garbe, der bisherige Vertreter des Wahlkreise«, sine Wiederausstellung abgelehnt hatte, wurden 10 Genossen und ein« Genossin al» Kandidaten bestimmt. An der Spitze der Liste stehen Genosse UniversitätZprosessor W a e n t i g und unser Bezirkssekretär Drescher. Der Bezirkstag verlief in bester Stimmung. Au» allen Bcrichien erkannte man, daß in diesem Bezirk, in dem die Kommunisten den schärfsten TerroriSmuS auszuüben gewohnt waren, unsevc Partei fichtbar fort schrei- tet, an Mitgliedern und Selbstvertrauen in erfreulicher Weise zunimmt. Die Partei tritt auch w diesem Bezirk mit bester Zn- verficht in den Wahlkampf._ Die neue preußisch? Verfassung, erläutert von Pauk Hirsch, er- scheint in aller Kürze bei der Buchhandlung Vorwärt«, Berlin SW, Lindenstr. 3, zmn Preise von 2,60 M. Wirtschaft Ein Geschenk an den Ledcrhandel. Zu der vom Veiband Teulicher Ledergroßtiändler(Geschäft«- sübrer Reicksiogsobgeordneter Dr. Hugo, Mitnlied der Tent'chen Volkspanei) u»s übriniiitelten, in Nr. 604 veröffentlichte» Berichti- gung erkabren wir»och folgende«: Es ist»nzuirefiend. daß die Konsunkturpewinnabgabe in Höbe von 00 Proz, vom Lederbandel an das Reich obgesüh»» wird, da dem Lederhandel die Konzession gemocht wurde, daß er sich den- jenigen Zuschlag, den er wählend der Knepswirlschas» nehmen tonnte, von der Konjunkturabgabe obzieben dort. Der bei der Rftchsledeistelle besiebende Härles»Sschuß hat einen Beschluß zugunsten de» Lederbondelt in dieser Angelegenbert nicht gefaßt. der HärteauSildriß Hot vielmehr diese Lngelegenbeit von der Tages- ordnung abgesetzt und dem Beitieter de« Ledeibondel« aus- gegeben, zu versuchen, ob er fick mit der ReichSledrrstelle einigen könne. Dreie Einigung kam jedoch nicht zustande, weil die ReickSledei stelle, wie sich au» den Veröffenr- lickiingen in der Fachpresse ergibt, den Antrag de« LedeihondelS al« unberechtigt a b l e b n t e. Dieser wandte fick nunmehr an das Reichswirtickaftsmintsterium und letzte dort durch, daß>bnr der Abzug de? wäbrend der KriegSwirtichafl zulässig grweienen HaiidelSzuschlag« gestatte» wurde. Der Häite- ausschuß hat sonach eine Klaisiellring in dieler Frage, wie die Zuschrift des Verbandes Deuljcher Ledergroßhändler behaupte», nicht herbeigefübrt. Von der in der Zuschrift de« Verbände« Deutscher Leder- gioßbäiidler erwähnten, für loforlige statt in Raten zu leistende Zahlung war in unserem Artikel in Rr. 637 überhaupt nicht ge- sprocke» worden. Offenbar ist der fragliche Passus nur deswegen i» die Zuschiist bineingebrachl worden, um die Auimeiksamkert der Oeffeililiwleii von unserer nicht widerlegten Meldung abzulenken, daß der Leberhankel es verstanden habe, die tür Reparatur- zwecke für die ärmere Bevölkerung in Aussicht ge« »ommenen Sohlleder mengen feinen eigenen Profilzwecken nutzbar zu machen._ Ein Automabiltruft in Dcutschösterreich. Die österreichische Doimlermoiorengeselliaiaft berufr nacd einem Drohtverichr au« Wien eine Generalversammlung ein. in der eine Kapilalserböhung von 40 aus 120 M ll.«r. beichlosse» w»> soll. Außerdem per- langt die Verwallung die Ermächiigung zum«b'ckluß einer Fuiion oder einer Jnreressengemeinichafl mit de» österreichischen F i a>- W e r t en und mir den P u ch- De r ke n in Graz, Ob e« zur Fusivn oder zum Abschluß einer Jnieressen- gemeinildaii komuri. wird vor allem von der Regelung der Lreuer- fragen abhängen. Ein Teil der Kapilalserböhung. vermuiltch 30 Mill., dürfte zunächst zur Deckung der Beiriebsmutet begeben werden, der Rest zum Tausch gegen Fiat- und Puch-All>en verw' ndc» werden. Der Zweck der Transallion ist eine Spezialisierung der Sneuruna. Dam« wird der größle Teil der deuisch- österreichis.pen Aiiiomobilindustrie zu einem aus dem Wetlmorlt leistunassäbigen Gebilde zusammenaefaßt. Veranlw tür den redalt. Teil Di,«Uockl, i>erlin. Verla- vorwüris-verlaa Ä m V. H. Pctlin n>Srl»-i>u»druck«r«t u. Lerlaasantiall Paul Tinaer u, Co., perli.i üindenttr. S, vlerri»> Vellage, Tr, Seiner Petler, TbaeloNendurg, Iür rlnzeigen ...... M Trrick Bot- cßaxinZsL reaelt den Stuhl aeng v»> Erwachsenen und Kindern Arziltch empfohlen' rttnaur cenroufttM PelUuun- Apotheke BEaUNW IMPUacniTR.Qi Filialen in allen Stadtteilens Stelnmetzstr, 114, Hermannstr. 142 und 5, Weis es tr. 35, Herrfurtstr. 9, Boddlnstr. 42, Kirchhofstr. 42, Wer jetzt kauft, kauft noch billig!!!! 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