Nr. 5SS ❖ 37. Jahrgang fiusgabs A Nr. 157 VezugSpretS: L irtelliShri.30,— J!„roonatl.lO�-SRl ite::n9 vSous p«cmt« abibat- X'ob- veiuq TOonatbit W,—!>!!!.»rfL Zu- Uliunaeqfbühl- Unter.Itembenb tut Demitfilanf unb Ceiitrteitb 16/0 Sil, für aas tibttfli Äuslanl r.n tcplttb einmal. SufteDun 2150'?et».e- Oellunaen nehmen in CeRccrelt� Untarr, Jfdjetbo• Slotoatec, Stne» aiars.»oUanir. u embutft.-»weben iint ne Schoeu.— jinnetTaaen t» ote Poll- etnina» Dre ellste Ret.Vanwan?' mtt bei Sonniaas- bellage.Voll u. �etr' ertbeim troihen« •onlttf ttBfinn ianntan« unb 2)10» lags"nma. Te>earamm-Äbre6e U5s,la>be>»otrai verlin- Morgen Ansgabe c ) berliner Oolksblkltt AnzeiaenvrctS: Nie nchlpetvaltent Slanaaretketteil» loft, lS-— tvl Teuerung«ilUich lag 50'I, .Slein«»njeipcn" Oa« iett. zebenckle Won U— M.(Jitlbtfio(»et ettgebrurtte ii-ottei, ebe« oieitcre Won 80 Ptg-©teUengeintftt unb ÄdilatlteUenotuetnen f-a» erste Wort 66 DIg. ebee wettere Wort 40 Big. Worte über 15 iiudiftoben zäblen für wet Worte. Seueruttoajuidiloa SO»!,, �amilten-Hntetgett Hlr«donnenlen Zelle i,— SD?V ooHtt die nnb ge» wernchatlltche Derein»- Amelge» 8,— 31t. bte Retit ohne Ausschlag. Ituetgen ilit blt« a rtift e Nummer ntütsen bte 6 Abr nad mittags im Dountgetditttt. verlin ÖB 1, Linhen- fttage 8. abgegeben»erben, dlebnnet oon 9 Übt trüb bl« 5 Übe abettbs. Zentralorgan der rozialdcmokratifchen partei Deutfchlands Redaftion und Expedition: EW. OS. 2iadenftt. 3. ."rrnitire—rr Jlmt•WlortHUlnn.«r. IM 90 15197 Mittwoch, den 1. Dezember 19£0 GrgeftH in Serlin. Daß Polizeipräsidium teilt mit: Einem Gegenstück zu der kommunistischen Kampforganisation, welche vor einiger Zeit da? «uhrrordentliche Gericht für den Bezirk de» Reichswehrgruppen- kommandos I beschäftigte, ist die Berliner Polizei auf die Spur ge. kommen. Auf Grund eingehender Ermittlungen und zahlreicher Hausdurchsuchungen gelang es der Abteilung I A des Polizeipräsidiums, Beweise dafür i« erhalten, daß eine frühere Zeit- freiwilligru-Formation trotz ihrep formellen Auflösung im geheimen noch fortbesteht. >lS Hauptschuldiger kommt der Hauptmann a. D. H u b e r t Bostel- mann in Betracht, der die einzelnen Kompagnien deS ehemaligen Zeitfrciwilligen-RegimentS 6 unter verschiedenen Deckname», wie „Tportnerei n",„S ch w i m m k l u b", ,.S t a m m t i f ch", „Literarischer verein" usw. in ein sogenanntes„Not- wehr-Negiment" zusammengefaßt hat. Eine Betätigung dieses Regiments, etwa in storm von militärischen Nebungen, ist nickt fest- gestellt. Ebensowenig hat sich bisher ergeben, daß das Regiment oder feine Angehörigen irgendwelche Waffen besitzen. Bostclmann hat sich der ihm drohenden polizeilichen Festnahme durch die Flucht entzogen; FahndungSmaßnahmcn sind im Gange. Im Zusammenhange mit den vorgenannten Ermittlungen hat die Polizei Kenntnis bekommen von einer jüngst'.n? Leben ge- treten en Eschert ch-Crftanisation. Bei den erwShnten Hausdurchsuchungen fielen de« Polizeibeamten die Satzungen deS am V. September 1920 gegründeten„Berliner H« i m a tv er b« n d e s" in die Hände, der statutengemäß k o r p o- rativeS Mitglied der Organisation Sscheriih ist. Z.i den Unterzeichnern der Satzung gehört der genaante Haupt- mann Bostelmann und außerdem eine Reihe„.»dercr ehe- maliger Offiziere mit teilweise sehr bekannten Namen.> Tie Mitglieder sowohl desNotwehr-RegimentSalS auch des Berliner Heimatverbandes werden sich demnächst vor dem S t r a f r i ch t e r, d. h. dem zuständigen außerorbent- l i ch e n Gericht beim ReichSwehrgruppenkommando I zu vrr- antworten haben» und zwar wegen Teilnahme an ver- bänden militärischer bzw. polizeilicher Art, die durch die Verordnung deS Reichspräsidenten vom 30. Mai 1920 unter Strafe gestellt ist. Nach Abschluß der vorläufigen polizeilichen Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft mit der W e t t e r v r r f» l g u n g der«ngc- legenheit befaßt worden. Am Schlüsse semer flitteBung betonte der Berliner Polizei- Präsident, dcch er den aufgedeckten Organisationen eine über- triebene Bedeutung nicht beimesse. Dem gegenüber möchten wir doch davor warnen, die Dinge auf die leichte Achsel zu nehmen. Diese Organisationen sind nicht die einzigen ihrer Art. Wir besitzen zuverlässiges Material über ähnliche Gründungen. Wenn auch diese— einzeln genommen— an sich unbedeutend sind und tsrlweise der Gewinnsucht reaktionärer Pro- jcktemacher ihre Existenz verdanken, so ergeben doch viele Wenig zusammen ein viel. Nachdenklich stimm: besonders die Beteiligung namhafter Militärs bei der aufge- deckten Escherich-Cbcganisation. Ez würde sich empfehlen, die Name« der Betrrffenden der Orssentlichkeit bekanntzugeben. Die militärische Efcherich-Organisatfon. Unser Kölner Parteiblatt, die„Rheinische Zeitung", deröffent- licht genaues Material dafür, daß die Orgesch trotz ihrer Nblcugnung«ine militärische Organisation ist und sich mit inililärischen Dingen besaht. Besitzt sie doch eine eigen« Militärabtcilung, in der die Leiter durchgehend Offiziere sind. Unser Parterblatt ist in der Lage, die genauen Name» der Parteileiter und OrganisationSoffiziere für die ganze Provinz West- falen mitzuteilen. Ausserdem besitzt die Orgesch«ine»akademisch« Wehr", die Nachfolgerin der Zeitfreiwilligen ist und deren Haupibetätigung der Transport von Waffen an die peinlichst geheimgehaltenen Waffe«lag«r ist. Der Reichsschatzmeister der Orgesch ist der von der badischen Re» gierung steckbrieflich verfolgte General Watter. Ebenso unwahr wi« die Behauptung deS unnrilZtärifchm Tha- rakters der Orgesch ist die Behauptung ihre? unpolitischen EbarakterS. Zum Beweis führt unser Pari-ibkait«in ver- trauliches Rundschreiben der Oryesch vom S. Oktober 1920 an, in de-m der Sturz der gegenwärtigen preußischen Re- gierung propagiert wird, weil sie.«in« reine Partei» regierung sei, jn der die Sozialdemokratie nnam- s�ränkt herrsche." Das genügtl Kohr pfeift auf Immunität! Verhaftung eines ReichstagSmitgliedS. München, 30. November.(MTV.) Wie die Blätter melden, wnrde heute früh der neukommunistifche RrichStagSabgeordnete Hermann Remmele, Bruder des badischen Ministerpräsi- deuten, der Montag abend» in der ersten öffentlichen Versammlung der Neukommunisten in Mürnfcn im Kindlkeller sprach, wegen Aufreizung zum Klasseahaß verhaftet. Remmrle kündigte in seinem Referat an, daß die Erhebung dirSmal von Süd- deutschland ausgehen werde. Die reaktionären Truppen Nord. dcutschlands seien nicht zu befürchten, da die norddeutschen Brüder schon dafür sorgen würden, daß sie nicht kämen. Die nötigen Waffen würden die liefern müsse«, die heute brwafs«»t seien. « Hierzu erfahren wir noch am späten Abend,»aß sofort»«ch Empfang dieser Nachricht der ReichStagSprSsident Genostr Paul L ö b e sich an den Reichskanzler und an die zuständigen RotchS« Ministerien gewandt hat, um die Gründe der Verhaftung zu erfahren und die Haftentlassung zu erwirken. Ein schleuniger Antrag ans Aufhebung der Hast de» ReichStagSabgeordneten Remmel? dürfte bereits ans der Tagesordnung der h e u t i»i e a ReichStagSsitznng vorliegen und zur Beratung gelangen. « Herr Remmele mag noch so»»««eS Zong ki Bfftirt- ltchen Versammlungen zusamm en schwätzen, seine Verhaftung steht im krassesten Widerspruch zu der von der Reichsverfassung garan- tiertrin Immunität der ReichStazS«bgeoridneten. Der Reichstag darf sich daS nicht gefall«, lassen. Wenn es überhaupt etwa» gibt, was eine dauernd«„Aufreizung zum Klossenhah" bildet, so ist w gerade daS schamlos reaktionär« Treiben des Herrn v. Kahr und seiner Trabanten vom bayerischen Landtag, vom München«! Polizeipräsidium und, wi« sich noch jüngst offondarte, von der Münchener Swotsanwaltschaft. Reichstag und Elektroftreik. Ein„nfechtbarer Beschlust. Die bürgerliche ReichstogSmehstheit hat gestern b«> schlössen, daß die Verordnung des Reichspräsidenten gege.i wilde Streiks in der Gas-, Wasser- und Elöktrizitätsversor- gung bis zum Erlah einer gesotztichen Schlichtungsordnung in Kraft bleiben soll. Dieser Beschluss darf auf keinen Fall so verstanden werden, daß die Verordnung nunmehr bis zum Erlaß eines die Materie regelnden Gesetzes Gesetzes- kraft haben soll, denn damit wäre ein Weg der Gesetz- gchung beschritten, den die Verfassung nicht kennt. Der Reichstag kann das Recht deS Zdtichsprösidenten, eine von ihm erlassene Verordnung wieder aufzuheben, nicht auch De- schlüsse von der Art des gestrigen einschränken. Dazu wäre ein Gesetz notwendig, das in vorgeschriebener Werse vom RdchSlag und RcichSrat verabschiedet worden ist. Will die bürgerliche Mehrheit ein Schlichtungsgesetz, so «ag si« sich damit beeilen, sie hat aber nicht das Recht zu bestimmen, dost eine Verordnung, die dieses Gesetz ersetzen soll, bis zu dessen Zustandekommen in Krast bleivt. Nach dem klaren Sinn der Verfassung sind Verordnungen, die durch Art. 48 erlassen sind, aufzuheben, sobald die Ordnung und Sicherheit wiederhergestellt ist. nicht aber, bis der Reichs- tag irgendein Gesetz zustande gebracht hat. Darum hatte auch die Dozia demokratische Fraktion einen Antrag ei ngc- hraäst der die Verordnung für den Zeitpunkt ihres Erlasses billigt, aber ibre Aufhebung verlangt, da Ordnung und Gicherhert wiederbergestellt sei. Durch die vorangegangenen Abstimmungen war diejer Antrag geschäftsordnungSmäßig erledigt, verfassungsrechtlich ist er es nidjt Die Regierung, die jene Verordnung verantwortlich zeichnet, ist verpflichtet, sie wieder aufzuhsben, sobald sie zur Wieder- Herstellung der Sickjevheit und Ordnung nicht mehr nötig ist, mag das Schlichtungsgesetz bis dahin zustandegekommen sein oder nicht._ Rus üer Rek'chstagsfrattion. Die Sozialdemokratische RcichStagSfraktion hat beschloffen. folgenden Antrag einzubringen: .Der Rcichnag wolle beiiblirssen: Die ReichSregierung zu er- iiichen, dem RcilbSiag nlSbald einen Vesrtzeniwurf vorzulegen. durch den die steuerliche Velaüung der kleinen Lohn». Gebalt- und Renien-Einkommen in dem Masse gemildert wird, in dem dieKaus- ttaft deS Geldes im Louie des letzien FohreS gesunken ist. Zu der deutschnationolcn Interpellation über die Zu- stände in den Nussenlagern wurde Genosse S t ü ck l e n. zur unabhängigen Interpellation über die Wiederaufnahme der Bezichnngen zu Rußland Genosse W e l S als Redner be- stimmt. Der ReichSwehretnt im HauptanSschuß. Bei der Werterberatung des Etats der Reichswehr wurde auf Antrag des Referenten S t ü ck- � I e n sEaz.) beim Kapitel Verpflegung deS Heeres e« Gesamtbetrag von 00 Millionen Mark gestrichen, da nach Aussage des RegierungK- Vertreters diese Summe mir für etwa zu unternehmende Aktionen der Reichswehr angesetzt war. Ein Antrag Stückten sSoz.) und Genosse« verlangt, das WaffcnbeschaffungSamt zu beseitigen und mit dessen Ausgaben di«. Inspektion für Waffen und Geräte zu betrauen. 1 Vorwärls-Verlag H. m. d. h., SW. 68, LinSenftr. 3. Fernivrcciier: Rmr Morinvlan, Re. 117 00— Nt. UMWWMXU-jmBBMm» Ums hohenzollerngeiö. Zm? gestrigen Titznng der Landesversammlung. Eine verlorene Schlacht für die Hohen- zollern,— da» ist das Resultat der gestrigen Plenar- sitzung der Preußischen Landesversammlung. »Reden Sie nicht von Demagogie, unsere sachliche Arbeit in dem Ausschuß hat bewirkt, daß die Rechtsgrund- lagen des Hohenzollernvergleichs erschüttert worden sind, daß dieser Vergleich als rechtlich wi« moralisch unhaltbar von allen Einsichtigen anerkannt worden ist." So rief in der gestrigen Debatte der Preußischen Landesversammlung der Sprecher der Sozialdemokratischen Fraktion, Genosse H e i l m a n n, der Rechten zu. Und in der Tat, die Ausführungen, mit denen er die Ergebnisse der RechtSauSschußberatung rekapitulierte, gestalteten sich gerade durch ihre Sachlichkeit, durch ihre Konzentration auf den Tatbestand zu einer vernichtenden Anklage gegen das ehemalige Herrscherhaus, das. nachdem es Thron und Ansehe» verloren hat. den Staat noch um die Kleinigkeit von einer Milliarde zu bringen sucht. Heilmann deckte in unwiderleglicher Weise die absolute Un- Haltbarkeit de» seinerzeit vorgeschlagenen Vergleichs auf. Er schritt von Position zu Position und enthüllte an die zwei Dutzend Skandalosa. von denen ein einzige» hätte genügen sollen, den ganzen Vergleich umzustoßen. Von vielen Dingen ist an dieser Stelle schon die Rede gewesen, von Schloß Sacrow, da» die Hohenzollern gegen klare Rechtsbestimmungen sich vom Staat schenken ließen, von Schloß Babelsberg, da» sie für einen Spottpreis von Sb6 Talern und 6 Pfennigen„kauften", von dem Akademieviertel, das der Staat ihnen für W/t Millionen abkaufen mußte, wobei nur die Kleinigkeit übersehen wurde, daß daS VerkaufSobjett gar nicht de« Hohenzollern, sondern schon immer dem Staat selber gehört hatte. Welch ungeheuren Lärm hätten die rechtsstehenden Blätter gemacht, wenn ein soziatdemokratiswer Staatsmann fich auch nur um den hundertsten Teil dieser Beträge in solcher Weise am Staate bereichert hätte! Aber bei ihren geliebten Hohenzollern setzen diese„staatserhaltenden" Pav- teien die Uebervorteilung des Staate» als durch ein Jahr- hunderte geheiligte» Recht vorau». Aber diese Dinge wirken in dem Gesamtvergleich eigent- lich nur als kleine Schönheitsfehler. Sie verschwinden neben anderem. Da ist die Abfindung von hundert Millionen, welche die Hohenzollern für Verzichte auf Privateigentum beanspruchen. In Wirklichkeit sind es 162 Millionen, denn die hundert Millionen sollen notopferfret sein. Wie aber sieht da»„Privat- eigentum" au», auf da» die edelmütigen Hohen- zollern verzichten? Da ist zunächst die Kronrente, von der unwiderleglich» Gutachten au» dem Jahre 1910, Gutachten de» HauSmintstertum» selber, feststellen, daß si- kein Privatrecht ist. sondern den Hohenzollern nur zusteht. „sosern und solange sie die Krone tragen". EinS dieser Gur- achten ist unterzeichnet von dem damaligen Finanz- minister Preußen». Und wer ist daS V Es ist Herr H» r g t, der als Vorsitzender der Deutschnationalen Fraktion am 2. Februar 1820 wie ein Löwe den Vergleich ver- t« i d t g t e. Weitere»„Privateigentum" sind Grundstücke, welche die Hohenzollern großmütig dem Staate überlassen. Sie haben diese auf 10L Millionen geschätzt. Eine Nachschätzung hat aber nur einen Wert von 30 Millionen er- geben. Eine Uebervorteilung de» Staate» um 73 Millionen! Aber unter diesen Grundstücken befindet sich nutzbare» Bauland nur im Werte von 1,7 Millionen, da» andere find Parks, Monumentalbauten und dergleichen, deren Unterhalt den Staat noch obendrein'/< Millionen Mark jährlich kosten soll! Und schließlich ist unter diesem Lberlassenen„Privateigentum" die wertvolle Sollische Gemäldesammlung, die nur den einen Fehler hat, daß sie seit hundert Jahren bereits dem Staate gehört. Also in Wirklichkeit lassen sich die Hohenzollern hundert Millionen Abfindung zahlen— für nicht»! Aber die Haupt- und Kernfrage: Bei dem Vergleich ist nur unterschieden worden zwischen Staatsvermögen und Hohenzollernvermögen. Es gibt aber noch ein dritte», nämlich das HauSfideikommiß- vermögen. Dieser riesige Vermögenskomplex steht nach staatsrechtlichen Grundsätzen dem regierenden Hause nur zu. solange eS regiert. Gerade die Hohenzollern selber haben diesen Grundsatz sanktioniert. Denn als sie 1866. Kurhessen annektierten, haben sie den Hausfideikomnnß deS hessischen Herrscherhauses mtt der Begründung für sich in Ansgruch genommen, daß er kein Privat- e i g e u t u m der hessischen Herrscherfamilie sei. Wenn heute die Hohenzollern diesen Grundsatz verleugnen, so handeln sie nach dem Satz:„WaS dir gehört, gehört mir, aber was mir gehört, geht dich nichts an." sie haben fortgesetzt Staatsgut verkauft und den Erlös dem KronftdetkommtbsondS zugesührt. Betrach- Mtn sie diesen als ihr Privateigentum, so Witten sie in der Tat den Staat in der s ch m ä l i ch' jt e n Weise übervorteilt.. Von diesem Vor- wurs kommen sie nur frei, wenn zugestanden wird, daß der Kronfideikommißfonds auch Staatseigentum in einer anderen Form darstellt. Tarauf sollten gerade die Leute Riulsicht nehmen, die jetzt so eifrig dieses Staatseigentum den Hohenzollern zuzuschanzen suchen. Die ganze Nnhaitbarkeit des Vergleiches ergibt sich schließlich daraus, daß er dm Staate eine jährliche L a st von 48 Millionen auf die Dauer aufbürdet. Der Staat soll den abgesetzten Hohenzollem also 30 Millionen mehr zahlen, als er den regierenden Hohenzollern gezahlt hat. Die ungeheure Wucht dieses Tatsachenmaterials machte auch auf die b ü r g e r l i ch e n M i t t c l p a r t e i e n. auf die Demokraten und das Zentrum, ersichtlichen Ein- druck. In der Kommission waren sie noch fast bis zum Schluß mit den Holzenzollernanwälten durch dick und dünn gegangen. Zwar konnten sie sich auch jetzt nicht aufraffen, dem sozialdemokratischen Antrag zuzustimmen, der sich für prinzipielle Enteignung des Vermögens der Hohen- zollern ausspricht und diesen als Abfindung eine angemessene Unterhaltsrente aussetzen will, aber sie stimmten doch dem sozialdemokratischen Eventualantrag zu, wo- nach die Regierung einen neuen Vergleich ausaibeiten und dein Rechtsausschuß vorlegen soll. Darin liegt ein An- erkenntnis, daß dieser Vergleich politisch wie recht- lich gleich unhaltbar ist. Daß diese Erkenntnis durchgedrungen ist. ist das Verdien st der Sozial- demokratie und ihrer rastlosen F o r s ch u n g s- arbeit im Rechtsausschuß. Wollen die Hohenzollern einen neuen Vergleich auf der Grundlage strikten Rechtes schließen, so wird sich erweisen, was Genosse Hcilmann aus- führte: daß ihnen nach RechtSgrundsätzcn nur ein Vermögen zusteht, von dem sie kaum>v e r d e n leben können. Wie aber auch die Sache ausläuft: Vor der Geschichte stehen die Hohenzollern da. wie die Athener nach der Schlacht von Chäronea. wo sie Freiheit und Selbständigkeit gegen Philipp von Mazedonien verloren, aber standhast um ihr zurückgelassenes Gepäck feilschten. Mit ihrem Kamps um ihr angebliches Vermögen baben die Hohenzollern nur eins erreicht, daß ihr jahrhundertelanger Raub am Staate restlos aufgedeckt wurde. fius Si'ertkmpels Vergangenheit. Man schreibt uns: Ter moralische Zusammenbruch der deutsch- völkischen Biertimpel-Herrlichkeit im Studentenausschuß erweckt die Erinnerung an den„flammenden Protest", den Biertimpe! und Ge- noffen rm Sommer namens der Berliner Studentenschaft gegen den preußischen Ilnterrichtsminister erhoben und für den sie— allerdings vergeblich— alle übrigen Hochschulen zu be- geistern trachteten. Biertimpe! forderte damals Konrad Haenisch „zum sofortigeo Rücktritt" auf, da er des Vertrauens der deutschen Studentenschaft„unwürdig" sei. Nach den Enthüllungen der letzten Tage kann man jedenfalls feststellen, daß das Vertrauen deS nationalistischen Studenten- kliingels nicht schwer zu erwerben ist. Vorbereitungen zur Rückkehr Konstantins. Athen, 3l). November. fHavas.s Der griechische Kreuzer Awcrosf, der sich in Konstantinoprl befand, erhielt Befehl, nach dem PiräuS zurückzutchren und sich dort bereitzuhalten, nach Brindisi zu fahren, um den König Konstantin nach der BolkSabstimmung nach Griechenland zurückzubringen. Der Aweroff wird von sämtlichen anderen Schiffen der griechischen Flotte degleitet werden. Südslawische Wahlen. Belgrad, Zst. November.(TU.) TaZ Resultat der Wahlen ist folgendes: Gewählt wurden 102 Radikale, 0t Demokraten, 42 Kommunisten, 51 Bauernpartei sRadic), 33 serbische Bauernpartei, 25 MoslemS, 21 Katholische Volkspartei und 4 Kroatische Union. » Durchschnittlich emiöllt auf 80 000 Einwohner ein Abgeordneter. Das Wahlrecht ist allgemein, gleich und geheim mit Ver- häliniswabl. doch haben die Frauen kein Wahlrecht: ebensowenig die Nichtslawcn, nämlich Deutsche, Mngyaren und Rumänen.(So siebt der Mmderheitenschutz auS: wach auf, Völkerbund l) Wegen der vielen Analpdabcren und um das Geheimnis der Abstimmung doch zu wahren, mußte ein merkwürdiger Vorgang gewählt werden: die Wahl wird durch Abgabe von Gummikugeln vorgenommen, die in eines der Wahlkästchen, die der Anzahl der an der Wahl bc- teiligten Parteien entsprechen,, geworfen werden. Der Wähler er- hält im Abstimmungsraum eiue.Gummikugel und mutz mit der geschlossenen F a u st in jedes der Wahlkäitchen greifen, so- daß man nicht weiß, in welches er die Kugeln fallen gelaffen hat. Zur Leitung der Wahlen sind die Gerichtsbehörden berufen. Unter je vier Kandidaten muß sich ein Mann mit Hochschul- b i l d u n g befinden. Die Parteiverhältnifie sind, da eS sich um drei Nationen iSerben. Kroaten und Slovenen) handelt, sehr ver- wickelt. Die Sozialisten sind in Sozialdemokraten und Kommu- nisten gespalten._ Vollsitzung in 6cnf. Genf, 30, November. Nach achtägiger Unterbrechung fan» wiederum eine Vollsitzung des Völkerbundes statt, die sich irnt der Beratung des Geschäft sreglements beschäftigte. Als KommissionSberichterstatter erklärte Ferrari sJtylicn), die Boll- Versammlung bilde die souveräne Macht des Bundes und trete jedes Jahr einmal zusammen, am ersten Montag des September. In der Zwischenzeit übt der Völkerbundsrat ihre Funktionen aus. Es können außerordentlich« Ver» sammlungen einberufen Iverden. Die spanische Sprache wird als die dritte offizielle Sprache ni ch t eingeführt, nachdem dt« spanischsprechenden Delegierten für diese Tagung darauf verzichlct haben. Balfour teilt mtt, daß die GeschäftsordmingSkommission an« praktischen Gründen die Beschränkung auf die französische und eng- tische Sprache als wünschrnsloert ansieht. I s h i i-- Japan bedauerte, daß der VölkerbundSrat die Prokla- micning der Gleichheit, oller Raffen abgelehnt habe, auf eine Er- Srterung dieser Frage verzichte er nur. um die Einheit der Versammlung nicht zu stören. Er hoffe aber, dah der Völkerbund später die Gleichberechtigung der Raffe« pro- klamieren werde. Di« Versammlung nahm dann die einzelnen Bcstimmungea des Reglements einstimmig an. Belgien gegen Teutschlands Zulassung. Brüffel, 30. November. sHavas-Renter.) Im Senat erklärte der Minister des Aeußern in Beantwortung einer Anfrage, daß das belgischen Delegierten angewiesen worden seien, gegen die Frage der Zulaffung der mit Belgien im Krieg gewesenen Länder zum Völkerbünde Stellung zu nehmen. Diese Länder sollten erst zuge- lassen werden, wenn sie die Verträge und die ihnen auferlegte« Ver- pflichtongen erfüllt hättea. lJn der belgischen Koalitionsregierung sitzen vier Sozialisten, die sich auf dem Kongreß der Zweiten Jnter- nationale in Genf für die Zulaffung aller Machte zum Völkerbund ausgesprochen haben; jn der belgischen Delegation zur Völkerbunds- tagung m Genf, die diese Anweisung erhalten hat, sitz: der s o z i a- listische Senator Lafontaine, der ebenfalls dem Genfer Sozialtstenkongretz beigewohnt hat und für die damals einstimmig angenommene Resolution gestimmt hat. Wir stellen d:es emrach fest. Die belgischen Genoffen, die sich wie wir zur Zweiten Jnter- nationale bekennen, werden doch zugeben müssen, daß solche Tat- fachen nicht geeignet sind, das Ansehen der Zweiten Internationale zu beben. Di« Red.)_ die Heimkehr üer Sibirier. Seit Beginn des GesangenenauStauickiS vom Mai die'e�JahrrS sind insgesamt 92682 Heimkehrer auS Rußland undTibinen m Deutschland eingetroffen dannile� befinden sich 28 566 ReiMS- deutsche, von denen 26 597 über die Ostiee»lid 2959 über Wladiwostok in der Heimat angelangt sind. Tie Zahl dei aus Teulich- land abtransportierten Russen beträgt rund Ivb 000. RuslanSsrunüscbau. Di« Untersuchung gegen die französischen Kommunisten, die einer Verschwörung gegen die innere Sicherheit des Staates beschuldigt worden sind, wurde nach s e ch s- IN o n a t! g e r Dauer abgeschlossen. Der Untersuchungsrichter beschloß, 10 Angeklagie, darunter die beiden Mitglieder de� Bureaus der Dritten Internationale, MonarteLoriot und S o u- v a r i n e, dem Scine-Schwurgericht zu überweisen. 12 weitere An- geklagte wurden auf freien Fuß gesetzt. Jn der Nähe von Cork wurde eine ssebzehn Mann starke englische Patrouille von etwa 100 Sinnfeinern über- isallen. Bis auf einen, der verletzt wurde, wurden alle Soldaten getötet.— Jn Dublin wurde eine neue Haussuchung beim Nachtauartier der Sinnseiner-Armee vorgenommen. Es erfolgten zahlreiche Bephafinngen, in einem aebeimen Geldschrank wurden wichtige Papiere des„Generalstahschess� der Sinnfeiner, E o l 1 i n beschlagnahmt. Jn seinem Viertesiahrsbericht erklärte de? Sekretär des eng- fischen GewerkschastsverbandeS?lppleton, die industrielle Lage müsse mit ernster Besorgnis angesehen werden. Die Be- richte über die augenblickliche und die kommende Arbeits- I o s i g k e i t seien beunruhigend. Jn K o w n o ist der Waffenstillstand zwischen Litauen und der polnischen Armee Zeligowski unterzeichnet worden. Reuter meldet aus Riga eine ungünstige Wendung der pok° nisch-russischen Perhairdlungen. Rußland wirft Polen Per- schleppungsmanöver und Wasfenstillstandsver- ietzungen vor. Der russische Dampfer.Subotnik", mit dem die russisch« Gewerkschaftsdelegariau nach Hamburg gekommen war, soll nun von der Mo-Zkauer Regierung dem Berliner Sawjetvertreter Kopp zur Verfügung gestellt werden. Er soll die Verbindung zwischen den deutschen Häsen und Reval aufrecht erhalten, um für Sowjeirußland in Deutschland eingekaufte Waren nach Reval zu befördern. Jn Prag wurde ein tschechisch- polnisches Abkom- m e» über Minderheitsschutz, Amnestie und dgl. im Anschluß an die Teilung des Tesche ner Gebietes unlerzcichnet. Heßlers Irrtum. - Im Hauptausschuß deS ReichSiages hat Reichswehrminist»« Geßler aiO eine Anirage über die Nachrichtenstellen geanlworlet, daß politisch« Nachrichtenstellen setzt bei der Reichswehr nicht m e h r r x i st i« r r n, ionvcrn diese nur noch rein fachlich- technische Einrichtungen für Flieger, Blinker, Funker dar- stellen. Wir sind in der Lage, zu beweisen, daß das Gegenteil richtig ist. Vor uns liegt Nr. 85 der.Briefkasten- und Sport- Zeitung", herausgegeben vom Wehrkreiskommando I. Diese Zei- riing wird hergestellt von der Nachrichtenstelle des Wehr- krerskommandvö und trägt einen durchaus politisch- r eaktionären Stempel. Jn welcher Werse darin gehetzt wird, das zeige folgendes Gedicht„Zur Waffenablieferung", rn dem es heißt: Und wer noch ein Kanonenrohr beherbergt hinter des Hauies Tor. der trag' es zur Stelle als artiger Boche, sonst meldet'S der„Vorwärts" dem Marschall Fach. Diese unerhörte und durch nichtSgerechifertigte Verleum- dring des„Vorwärts" hat der Nachrichtenstelle des Wehr- llreiSkommandoS so gut gefallen, daß sie in einer redaktionellen Borbemerkung das Gedicht als„köstlich" bezeichnet. Wir stellen jedenfalls fest, daß Steuermiltel von Nachrichtenstellen ge- braucht werden, um parteipolitische Agitation gegen ein sozialdemokratisches Blatt zu treiben. Billigt der ReichLwehrminister das? Alltag und Zeier. Konzert-Um schau. Deutsch!« ich ist nicht nur seit Wagner und Lffzt der ewige Anreger aller rvmontisch-sinfonischcn AuslondSmusi! gewesen, son- der« nahm als Mutterland auch die nichtdeutschen Sprößlinge seiner Muse stets am willigsten in seinem Heim aus. Man kann sich keine wärmere Anteilnahme an fremder Kunst denken, als die hwgeibungsvolle Liebe, mit der wir die mondän«, sensibelste Musik Chopins uns zu eigen machen; wir hallen an der dunklen Melancholie und der har'.en Sinnlichkeit des Russen Tschaikowfiv fest, obgleich uns die Uebertriebenherten einer Salonkultur ebenso fremd sein müßten, wie die ungeschlachte, ungeschloffene Lebend- gebärde des glühenden Sängers der pathetischen Sinfonie. Und Dvorak und Grieg und der absterbende Gade— immer wieder lassen wir uns gern vom nationalen Eigenton ihrer Musik ge- fangen nehmen. Vielleicht weil nnser Land ihnen allen die große Gederin war, wie«s in stärkerem Maße literarisch die reicher be- schenkte Nehmerin wurde. Aber das hat seine Grenze, wenn nur noch Kolorit. Klang neu zurückkehrt und keine beherzte, persöntich sichere Äusdruckssorm einer besonderen Ledens-Note. Wir weiden da? bald an den Finnen nachprüfen können, was schöne Unier- Haltung, was nachwirkende Kraft ist. Die erste Sinfonie de? größten finnischen Nat iona Ikom pon fite n, Jean S i b e l i u s, aber sagt uns gor nichts Neues, erzählt kaum etwas von dem Leid dcö Landes, jubelt kein Frciheitslied von der Morgenröte heimischer Erde über die Grenzen hinaus. Wohl möglich, daß Muck der un- geeignete Interpret ist, Muck, der starre, starke Rhhthmiker. Doch fehlt diesen vielen Bndante-Sätzeri das machtvoll Ueberspringende einer sellrst alltäglichen Melodik, die Stimmung, weich und ge- fällig, lockert sich nicht, das Orchester scheint seine Dahn zu anderen als rein-äutzerlichen Pauken-Härten und Steigerungen nur un- willig zu derlaflen. Wo bleibt die Seele, der liebeteuchende Atem, wo der Hymnuv, wo selbst die seinen sinfonische« StimmungS- Widern sonst eigene' heldenhafte Geste? Im Scherzo-neidet sich ein kecker Einfall; aber selbst der sinkt unter der Müdigkeit des Mittelteils schwach in sich zusammen. Das fit die Grenze, an der Freude und Respekt vor natio- nalex Musik die Segel streichen; Mittelware braucht keine Aus- fuhrdewilligung, sie lastet als Eigen-Erzeugnis stark genug auf � den Schuttern des musikalischen Deutschland. Dem politischen stehen bange Wochen bevor. Die Abstimmung über Oberschlesien weckt frühzeitig, nicht ,u früh, Herzen und Gemüter auf. Was an tiefster W-rbekraft noch fehlen könnt«, bringt unS der M e! st c r s ch« Gesangverein aus Kattowitz nahe. Die stimmen dieses meisterhaften s-capella-Chors senken sich schwer, wie bittend und beschwörend auf unsere Seele. Hunderte hiab-n e» Weg zu uns gquudcn,-rur Tausend- zu sich zu ziehen. Zur Abstimmung, zum Ablegen des Treuebekenntnisses für Oberschlesien. Es singt das schlesischc Herz, dessen eifernder Puls in viel hundert Zungen� Melodie wird. Mit' seltener Ina igten, glockenrein, in präzisester Gcsamtwirlung, ohne Stütze der Noten, unbegleitet und klar geleitet meistert der Chor feinstgesdrft Werke von Lotti, Bach, Dergcr, Schumann. Disziplin ohne gleichen, Sauberkeit bis in den letzten Ton-Winkel, Gehorsamkeit jedes Beginns und jedes Abschlusses. Fritz Lu briet führt die Schar sicher, stark, wenn auch ohne Faszination. Dank schallt aus sreiestem, ehrlichstem Gewissen von Schlesiern, Dank auch von Musikern» die verwöhnt scheinen. Ein warmes Frührotlicht steigt auf. Nicht umsonst sang Schlesiens Herz, nicht vergeblich.„Sorge und Nor, die daS Herz auch beschwert, wird von dem Strahle deS Frührots verzehr:". So der Abgesang der treuen Schar. S» wird ihnen in Treue vergolten werden! « Schwer wird cS, nach solcher Feier den Weg noch einmal rück- wärts zu richten auf den Wochentag. Den halfen Josef Mann und Paul Bender zwar mit den feinsten Mitteln ihrer erlesenen Summe zu bannen. Und ein in seiner dramatischen Schlagkraft sowie im instrumentalen Können höchst respektables, klar Wr-po- nterres und gu: klingendes Don-Ouichote-Vorspiel von Arthur W o l f f darf ich lobend erwähnen, obgleich ich das Manuskript selber dem tapfer diri-fierenden E. Mersel empfohlen hatte. Ein Dp. 4 von 2. Schmidt verbirgt auch heut« seine Reize nicht; es fit«ine in klassischer Form gehaltene, durch weiche, nachklin- gcnde Melodik ausgezeichnete Vioiin-Sonate. Hätte nur ein ganzer Kerl das Werk interpretiert! Es war nicht einmal ein halber. Denn Ellen Byk ist im Unreinfpielem so treffsicher und in der Stetigkeir der Bogenführung so unentwickelt, daß auch das aesunde Mniikerblut der Pianistin Erna Klein ein liebenswertes »Stückchen Musik nicht wirksam stützen'ann. Sicht viel besser steht eS mir Frau L e s s e r- C o h n. Sie Hot im borigen Jahr Fiasko gemacht mit kleinen Werken alter Meister. Inzwischen lernt« ste an Fingern und Seele soviel, daß sie Sonaten gut spiel«« könnte. Aber daS stillt den Ehrgeiz nicht. Das schwerst«, rätselhaft tiefe Werk der Geigenliteratur. DrahmS Konzert in D-Dur muß daran glauben. Ein neues Fiasko, trotz Orchester-Aufwands. Auch Irene F r e y m a n n ist aus den Jahren der Konservatoriums- Studien noch nicht heraus, auch sie noch im Flügelkleid der Beethoven-Sonate, etwa Op. 53 oder 57. Sicher ein Fingertalent, auch nicht ohne Versuche zu seelischem Auffchwung. Aber noch läbml Unruhe die Gelenke, Danebengreifen, Ausrutschen schafft falsche Erregung. Auch die allzu massiv« Stabführung UngerS sichert dem ES-Dur-Konzert Beethovens kernen Erfolg; und wir glaubten, gerade dieses Werk sänge von selber. Gina Geetz» L« V y weiß wenigstens einer Bach-Ari« Gestalt und Anteilnahme ihrer Sinne zu geben; doch fehlt ihrer Stimme ore Frische, die Glätte und der sonore Bratschenton des wirklichen Alt. Gut an- geschri»ben und unverändert solide bleibt die Fertigkeit der Frau Satz-Berliner auf den Elfenbeintasten. Dem Schöngesang des Klaviers huldigt sie in romantischen Werken von Schumann und Schubert mit Kraft und Bravoux, temperamentgeladen und ohne Süße. Hans Bafsermann, ihr Partner, übel bei Stim- rnung. Ilud so wären noch ein paar Abende der Woche herauszu- heben. Wozu? Wir gingen aus, um den Feiertag zu suchen, den neuen, den hellen Tag der neuen Kräfte. Und- fanden ihn nicht. Dr. Kurt Singer. KubiSmus und„Plague". Die Kunsibeziebungen zu Frank- reich sind durch den Krieg total durchschnitten worden. Die deutsch« Kunst hat vielleicht inzwischen«ine halbe Pariser Mode ver- faßt. Jetzt sind aber die Fäden nach Paris schon wieder gespannt. Otto Grautoff, der lange Jahre hindurch Kulturmiitler zwischen beiden Ländern war, hat bereits seine Pariser Reise ge- macht und orientiert im Novemberhcst von„Kirnst und Künstler" über die neueren Pariser Kirnstercignisse. Er war bei M a t i s s e, dem auch bei! uns stark geschätztey Maler, der freilich schon beinahe altmodisch ist. Um so freier konnte er sich rmssprcchen. .Tfit der EpprrffionismuS in Deutschland— fragt Matisse ironisch— eigentlich der künstlerische Ausdruck der Mehrbeits- sozialiste n oder der Unabhängigen? Bei uns beginnt die Kirnst der Linksradikal«» erst mit der Kunst, die nach mir gekommen ist. Von d«n Kubisten cm zählt in Ports die linksradikale.Kunst. Wissen Sie, die haben ihren festen Starchpunkt, klar« Ziel? und verschiedene Kampfmethoden. Man«. Monei und Picasso— das ist vienx je«. Mtt Nachsicht oder Mitleid blicke« dt« Kubisten auf diese über» werndenen Künstler herab.— Picasso? Er ist der Klügste von aüen. Wissen Si«, in Deutschland versteht man nicht, ioas Blaguc s Spott, Ulk, Aufschneiderei) ist. Jeder begabte, voll- blntigc Künstler, der starke Ideen und klare Ziele hat, wird im Trotz gegen sein« Zert, im Fanatismus seines Streben» eine Zeit- lang das, was er der Welt geben zu können glarcht, stark heraus- zuarbeiten, übertreiben und der Welt weiß machen zu wollen, daß das die cinz'ge Wahrheit oder Scbönbeit sei. Diese jugendliche.: Weltverbesserer tun alles, mm die Welt für sich zu gewinnen. Sie übertreiben ihre Ideen, damit man sie sieht, hört, aufnimmt. Sie treiben Dlague. Picasso hat ganz richtig verstanden, daß die Maler wieder mehr auf die Linie, auf die Form, auf das kubische Ver- hältniS der Dinge nn Raum gehen müssen. Er hat dann aber nicht aus dem Instinkt, sondern au« dem Verstand heraus eine Thcor's entwickelt, die oft nicht uninteressant, aber eine Theorie ohne künstlerisches Ziel ist." Nieater. Fm Großen Schaukplekdau» wird Hnuptmemrs »Floricm Geyer" vorbereitet. Jn den Kammerspielen kommt S-bniyIer« Luillplei„Die Scbweiern". im Deutschen Theater Shaw«.Ciliar und KIcopatra" zur Zluffä'rung. KtrnktchrOnkk. Jn der VIbNolbe? des Kunikqew-rbe-MnIenms ilt ans. oeklellt: Neue Bvchllinft aus dem Verlage?onl Caslrer. die Werke der Pon.Prclle. ander« illustrierte vstcher und graphische Mappenwerke(Wochen- täglich 10—9 Uhr). 450 000 Kranen allein für»a« Kabüm. fr« wird nächlken« ein» neue Oper oukgeiubrt. Der verleyer veischi�r eine Rekiamenat z, in der zu Irirn ist: Die tlukwendungen iür die neue Over, msbeiondere tur d'e Nu«. ftattung und Jnizenicr ring haben bereits gerade,» pbanlastiiche siabien er- reicht. Die Nuiwenduneen z.«.«er Wiener Staatsoper allein für De- korariouen nähern fich der ersten Million, und für daS Kostüm der Hanpl. danteverin Frau Jeritza wurden nicht weniger als 450 000 Kronen aus-- gegeben. Echt wilhsimintjcht / Nr. 558 ♦ 37. Jahrgang Seilaae öes vorwärts twm wff';v,.¥aw wrw%\vmmmmammmBmmmmmmaammgmuaatsam Mittwoch. 1. VeZsmHer i y20 i!�« iBMiiif jiwi ragaw�pa�gfc Straßenbahnfragen im Rathaus. Ter 8a-Pfennig-Tarif angenommen.— Güi Di-e Stadtverordnetenversammlung hatte gestern eine kmge und erregte Debatte über die Frage ter Wirtschaftlichkeit des Straßenbahnberrie- b e S. Ein langes mild breites wurde darüber geredet, daß die Erhöhung des Tarifes nicht so weitergehen dürfe. Das ist richtig, aber natürlich muß für mehr Ausgaben auch mehr Deckung da sein. Beschlossen wurde die Einsetzung eines Aus- schuscs, der die Wirtschaftlichkeit prüfen und nach Vditte'n zu ihrer Steigerung suchen soll. Dem neuen Verkehrsstadtrat Adler machten die Lincksrmabliängigen Vorwürfe, daß er sich sogleich mit einer Tariferhöhung eingeführt habe. Wie wenn zrirzeit etwas milderes übrig bliebe! Tie Rechtsunab- hängigen richteten heftige Angriffe gegen den bisherigen Generaldirektor Micke, dem sie die Mißwirtschaft zrrr Last lochen. Nebenbei bcschußrig-ten sie ihn sogar persönlicher Br- raicherrmg. Staldtrat Adiior versprach Untersuchung. Die Tariferhöhung, die beschlossen wiirde, tritt sofort in Kraft. Die Güstigke't der bereits gekauften Sammclkartcn wird bis 1l). Dezember verlängert. »« • In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung machte der Vorsteher Dr. Wehl Mitteilung von einem Briefwechsel zwischen dem zurückgetretenen Owvburaermeistec Mermuth itnö dem Oberpräsidenten, wonach elfterer wegen seine« angegriffenen GefundheitZzustandcS bis zum Heber- triiitt in den Rnhestond bcurloubt ist, sich aber bereit erklärt hat, dem Bürgermeister Ritter bei der Uobcrle.tung der Geschäfte in den nächsten Wochen außeramMch mit Rat und Tat zur Seile zu stehen. Für den aus der Dcrfammlrmg ausgeschiedenen Bürgermeister Ritter ist Stabvv. Siegbert L öw h(Soz.) eingetreten. Ein Dninglichkelilsantrag der Neukommu nisten, dir Geschäfts- ochnung dahin zu ändern, daß alle Verhandlungen öffentlich zu führen sind, wird erst in der nächsten ordentlichen Sitzung ver- bandelt werden, da die Dnngl ichkeil nicht anerkannt wird. Ein Antrag der U. Soz.. den Antrag Wehl betr. die Nichibcitälig'.lng des OberftadtschulratS vorweg zu beraten, wird abgelehnt. Die Vevsantmlung berät zuerst die Magistratsvorlage auf Erhöhung der Dtraßrnbahntarife. Der Ausschuß hat der Erhöhung doS Fahrpreises von 70 auf SO Pf. für die Einzelfahrt, der Achtertavten von 5 auf 6 M. zugestimmt und entsprechende Erhöhungen für die Spamldauer, Kopenicker, Hoiligenseler und Steglitzer Slraßlenbahn vorgeschlag.'n. Außerdem sollen die im Ausschuß gestellten Anträge: 1. viuon Untersuchungsausschuß einzirsetzcn, um die Straß enbahnverwall. tung auf ihre Wilrischaftlliclneit und Renchabik.tät zu prüfen, i. Arbeiter-, Angestellten- und Bealmtenkarten zum Preise von höchsten» SO Pf. für die Einzel fahrt einzufübren, S. besonders leidenden Personen, deren Einkommen jährlich 5000 M. nicht übersteigt. auf Antrag eine Ermäßigung auf 20 Pf. zu gewähren, dem Magistrat(Perlehrsdeputatimrs als Material überwiesen werden. Die' Geltungsdauer der alten Sammelkarten soll auf vier Tage nach Einführung der neuen ausgedehnt werden. Aus der Verfammbing werden zahlreich« weitere Anträge eingebracht. Die Anträge wogen der 50-Pf.-Kanten und wegen des Untersuchung?- auSschusseS sind von den U. Sog. llinks) wieder ei■ngeb rächt; von derselben Seite läuft noch der Antrag ein: den Generaldirektor Micke sofort vom Amte zu suspendieren bis zur einwand- freien Klärung durch sachverständige Gutachten über seine Vor- schuld ung an der Mißwirtschaft der Stvaßenbahnyes c llschcrst und über die iihnt persönlich gemachten Vorwürfe der Bereicherung. Koch(Dnat. Vp.) hält einen besonderen Ausschuß für über- flüssig; die Bevkehr Deputation sei zuständig. Di« Kommunoli- sirrung der Straßenbahn sei von der würgerpartei schon vor einem Menfchenolter in ihr Programm aufgenommen worden. Die Finanzlage der Straßenbahn sei ungfanblich ungünstig; mit der FcihrpreiSevhöhung allem fei nichts getan. Bei dem heutigen System mute der Ruf noch Sparsamkeit wie Hohn an. Ostrowski(U. Soz. links): Herr Koch hat von der wirk- lichen Lage der D.ngc keine Ahnung.(Lärm rechts.) Wie kann man bei der Verelendung der breiten Massen von dem Personal eine Steigerung der AwettSleistung verlangen? Daß die Er- ligkcit der Tammelkartcn bis Dezember. höhung des Tarif um 10 Pf. das Defizit der Straßenbahn aus der Welt schaffen könne hat niemand behauptet. Die Art, wie sich Dr. Adler eingeführt hat, der allerdings auch von uns mitgewählt wurde, bat uns wirk- lf dh ii D e r r a s ch t; er ist die Wege der alten reaktiv- nären Verwaltung gewandelt. Mit der bisherigen Miß- Wirtschaft muß«nifwräumt werden; daS abgenußte, wertlos gewordene Betriebsmaterial sollte bei der Ucbernabm? durch die Siadtgemeinde ohne iede Entschädigung übernommen werden. D!« Mißwirtschaft ist in Spandau mid Steglitz in den riesigen Defizits gerade so zutage getreten wie in Berlin. Auch im Verkauf des IlKmaterials ist lneftlb« Verschwendung getrieben ivorden. Die schleunig st e Su spendier ung des Herrn Micke iit für mich eine simple Selbstverständlichkeit. Wir lehnen die Er- böhrmg so lang« ab. bis Dr. Adler seine Versprechungen erfüllt. Er bat u. a. die Einführung des Güterverkehrs angekündigt Riedel(I.): Wenn wtr der Straßenbahn kein« neuen Einnahmen zuwenden, muß das Defizit anderswie gedeckt werden. Die Erhöhung ist also nicht zu umgehen, aber es gibt eine Grenze, man darf nicht ewig einfach de Preisschraube andrehen, sonst dürfte die Bevölkerung tatsächlich wenn man aus 1 M. und noch darüber hinausgeht, gezwungen werden, ihr« Geschäfte per pecke, apostolorura zu besorgen. Die Sdraßenbahner sollten mich ihrer- seits die Koalitionsfreiheit respektieren und nicht chrftlich organi- sierte Kollegen drangsalieren und verdrängen. Frau Lungwitz(U. Soz.): Die Anklagen und Vorwürfe gegen die Leitung der Straßenbahngesellschaft sind aller Wahr- scheinlichkeit nach voll begründet. Herr Micke hat bcfremdkicherweise nacht sofort darauf geantwortet, sondern erst in der nächsten Aus- sckmßsitznng eine langetmige Stegenerklärung loS-wlallen. ES dreht sich hier um das Wohl und Wehe der Berliner Bevölkerung. Von April bis September 1920 hat der Herr Generaldirektor Micke durch Angestellte der Btrahenbabn Schuhreparaturen für über 1000 M. für seinen Gebrauch machen lassen und dabei für«in Paar Sttefelsohlen nur 8 M. bezahlt. Diese Miß- Wirtschaft bat un§ zu unserem Antrage veranlaßt. Dr. Michaelis(Dem.): Uober diese Stiefalge schichte, die ganz neu ist, können wir doch hier heute nicht befinden; auch wir sind für absolute Reinlichkeit, aber wir können niemand ver- urteilen, ohne ihn gehört zu haben. Die Dachen gehören vor die BerkehrSdepntaiion. Wenn Herr Koch dem Ausschüsse nachlagt, er habe nicht den Mut gehabt, sofont 1 M. zu bewilligen, so hätte ich schon den Mut gehabt aber ich hätte si für einen großen Fehler gehalten. Jede Erhöbung des Tarifs bedeutet eine Verminderung des Verkehrs. Die l0 Pf. reichen aber tarsächlich nicht entfernt ans, den Etat zu balancieren. Jede Möglichkeit, Ersparnisse zu machen oder sonst die Einnahmen zu steigern, muß in der Der. kchrSdcputation geprüft werden; ihr sind auch alle Anträge zu überweisen. Schar ff(Suz.): Mit großen Reden zum Fenster hinaus kommen wir an der traurigen Tatsache de? Defizits der Straßen- bahn nicht hinweg. Stadtrat Dr. Adler:?h:gen die Verlängerung der Geltung der Achtertartcn um 8 Tage ist nichts einzuwenden. Mi Porzellan- geld hat man schlecht« Erfahrungen gemacht. Die Ermäßigung der Fahrpreise auf 50 Pf. für gewisse Kategorien würde zu großen Ausfällen führen. Die gegen Herrn Micke erhobenen Anklagen werden näher untersucht werden, ebenso die Frage des Altmaterials. Die Zahl der Freikarten muß beschränkt werden. -In der Abstimmung irncd zunächst der Antrag Wehl auf Ei n- s e tz u n g eines Untersuchungsausschusses und sodann die Tariferhöhung auf 80 Pf. angenommen. Auch die Anträge wegen Verlängerung der Geltungdauer der bis heute, 30. November, gelösten Achterkarten bis 10, Dezember und wegen, des Wechselgeldes finden die Mehrheit. Für den Antrag wegen der 50-Pf,-Kartcn stimmen nur die U. Soz.(links); auch der Antrag betr. den Generaldirektor Micke bleibt in der Minderheit. Di« Aus. schußanträge werden, soweit sie nicht durch diese Abstimmungen erledigt sind, angenommen.* Die vorlagen über die Tariferhöhungen für Elek-- trizität. Gas und Wasser gehen ohne Debatte in einen Ausschuß, der sofort ernannt wird. Zur Vorlage betr. die Einsiell'.ing der Vuttcrvrrteil, ng äubern ikb Mttgkeder der U So-! und der U. Soz, link? die lebä-sste Kvrif an der Wu-bcrpo' tik der Landwirte und an der Unfähigkeit der Regierung üben, wrl die verel-ndc ärmere Be» vö'k'rnng nnnmebr vom 1 Januar 1LL1'b anrb de? ietten"Ml�s von Mögl ckkeit beraubt werde, Butter».u noch erträglichem Pfiff dem gorper zuzukiibren Der Redner de Neukommunisten dei'en Red« von andauernden lärmenden Gegenkundgebung-n un'erbvoch-n wird, gipfelt in dem Antrage den Magistrat zu ersuchen, Auslands- butter zu beükvrfen»nd diele den Erwerbslosen unertgeltlitb ab-n. geben. Die Ablehnung des Antrages sei sa gew'ß: sie werde dem Proletariat draußen beweisen, daß das Mi'leid der Bourreoisie mit dem Kinderelcnd eitel Heuchele- sei D es« Ausfübrungen rußen ebenso erregte Geaenreden bervor, Städtv. Blum(Soz.): Unlerer Fraktion ist die Not und das Elend der Kinder viel zu bc:T:w. wenn eine solche nicht beschaffbar ist, des FtnanzamtS k§ 36 Abs. 3 der AuSfiihrungSbestimmungen) beschleunigt zu beantragen, Barzahlungen nehmen außer den Reichsbankanstalten und den städtischen«teuerkassen in Berlin und den Vororlsiävten auch die unter Nr. 7— 13 ausgeführten Sparkassen entgegen. DaS Mordkomplott der Ehefrau. Der Prozeß gepen d i e G a st w i r t i n K a s s e. die ihre drei Mitangeklagten dazu gedungen hatte, um ihren Ehemaitn zu er« morden, ist gestern vor dem Schunirgertchl deS Landgerichts I zu Ende gegangen. Das Gericht verurteilte Frau Kasse, die al« schwachsinnige, geistig minderwertige Person anzusehen sei. zu fünf Jahren Zuchthaus, König zu fünf Jahren Zuchthaus, Granat zu vier Jahren Gefängnis, Magde« burgzuvierJabrenZuchlhauS,• Das Lichk der Heimal. 7SZ von Angusl hinrlch». Er soi? sie prüfend cm, aber sie hantierte mit dem Ge- Wrr. so daß er ihr nicht in die Airgen sehen konnte, und war so gfeichsnLtig wie immer. Da stand er auf:„Na— du kannst«S dir ja mckl durch den Kopf gehen tassen. Wie ge- sagt, Eile Hots ja nicht." „Nein, daS hatS nicht," fügte sie nur._ AIS fi« allein war, blieb sie einen Augenblick stehen und iiacht« an Lübbe Tjasien und wie es in Z-uckunft einmal wer- den würde. Dann schüttÄt« sie den Kopf und ging rasch cm die Arbeit. Sie hotte heute keine Lvst zu solchen Gedanken. � Die Bauten stiegen ouS der Erde; niedrig, dafür breit «nd wuchtig hoben sie sich übers Moor. Die große Haupt- halle wartete noch auf die Dinge, die sie beherbergen sollte, aber in einem Nebengebäude lief schon eine Maschine. Von dort auS liefen Drähte cm hckhen Masten hinaus und draußen, weit in der Einöde, tauchte ein seltsames, rasselndes Ungetüm von mongenS bis abends stcfhlern« Schaufeln inS Moor und fpie schwaiHnasie Soden aus triefendem Maule. MS Di«? zum ersten Mole dies« von ihm erdachte Maschine arbeiten sah, als daS scheinbar umständlich? und ver- worren« Gcfüge von Schaufeln und Rädern, Ketten und Stangen sinnreich und einfach ineinandergriff und spielend daS Zehnfache der bisherigen Arbeit leistete, da schwoll ihm das Herz vor Schöpferfreud«. DaS war dl« erste Erfüllung jenes Gedankens, den er in seiner tiefsten Erniedrigung faßte— damals, als er an des Votzbouern Maschin? stand. Grausam deutlich entsann er sich �ene? Zeit, der gleich ihm elenden Kameraden, der unwürdigen Behausung, deS ganzen erbärmlichen Lebens. Ihn schauderte. Er sah die Menschen an. die jetzt draußen im nassen Moor standen zu arbeiten, jetzt seine Arbeiter waren— hatte er mit seiner Erfindung ihr Leben nur im geringsten bessern können? Nur ihre Schar hatte er vermehrt, fhr Los war das gleiche ge- blieben. DaS machte khn betroffen wA mutlos. WaS half sein Werk der Menlschheit, wentt eS nur die Zahl der Elenden ver- mehrte? Er sah sich ihre schlechtgezimmertcn, undichten Da- racken an und erschrak bei der Vorstellung, daß hier Menschen ein ganzes Leben lang Hausen mußten. Er sprach mit dem Werkmeister, aber der zuckte die Schultern— es sei zumeist hergelaufenes Volk, und sie hätten ihre Arbeit und regelmäßigen Lohn, mehr brauchten sie ja nicht. Aber Dier? gab sich nicht zufrieden. Er dachte an die bitterste Erfahrung seines Lebens, als er die Massen zu einem erträumten, unklaren Glück führen wollte und sie nur enftäuscht hatte. Damals, in seiner schwersten Stunde, hatte er gofühlt, was ihnen fehlte— die Heimati Die wollte er ihnen jetzt schaffen. Ja, ein« Heimat sollten sie haben und HauS und Herd, bodenständig sein auf, eigener Scholle. Er besprach sich zunächst mit seiner Mutter und die billigte seinen Plan, ja sie bestärkte ihn noch und wußte gleich Rat zu schaffen. Der Baumeister, der schon mit seinen Leu- ten hatte abziehen wollen, bekam neue Arbeit. An günstiger Loge am Rande deS Moores wurde Land endwässert, ein- ztzln« Stellen abgesteckt, und ba1!d wurde von neuem ge- mauert. Ein« Reihe kleiner, billiger.Häuschen sollte ent- stehen, jedes mit genügend Land, daß ein böscheidenes Heim- wesen errichtet werden konnte. Zuerst fand er wenig Gegenliebe. Man witterte irgendein« Fessel; ober bald kamen einzeln«, die ein Mädchen an der Hand haften, und eS wagen wollten, ein Heim zu grün- den. Er förderte sie, wie er nur konnte, und ehe die Häuser noch unter Dach waren, hotte jedes seinen Bewohner vor- gemerkt. Am begeistertsten von diesem Unternehmen aber war Sommer, der nun schon die ganz« Zeit in einem not- dürftig eirgerichteten Zimmer draußen haust« und die Tren- nung von seiner Frau nur schwer ertrug. Dierk erriet seinen heimlichen Wunsch, nahm den Baumeister beiseite und konnte eines Tag«? seinem getreuen Helfer den Plan zu einem netten.Häuschen vorlegen, das als Direktorwohnung dienen sollte. Da fiel ihm Sommer um den Hals und nahm dann schleunigst ein paar Tage Urlaub, um mit seiner Trude zu- sammen die Wohnung im Geiste schon einzurichten. Dierk selbst wohnte bei seiner Mutter, in dem Hause, in dem er geboren wurde. Er hatte sich die Stube, deren Fenster aufs Moor sahen, als Acichenstuhe eingerichtet, auch hatte die Mutter hier ihren Platz mtt den Büchern, die sie gewissenhaft führte. Und nach getaner Arbeit saßen Mutter und Sohn hier gern ein Stündchen beisammen und berieten da? nächste. An ein oder Mvei Abenden in der Woche aber wurden sie gestört. Dann erschien der Votzbauer und fragte, ob dies oder jenes am Haus schon in Ordnung gebracht sei, oder wie eS mit dem Garten gehalten werden sollte, oder ob für den Winter schon Brennholz da sei— irgend etwas fand sich immer. Frau Meto lächelte dann und plauderte gelassen mit dem Störenfried, während Dierk die Mutter nicht be- griff und gewöhnlich ärgerlich das Feld räumte. Er wurde weder aus der Mutter noch aus dem Voßbauern klug— warum duldete sie diesen Mann, der doch immer ihr Feind gewesen war und warum hatte der Voßbauer, nachdem er Fied fast-hinausgeworfen, ibm selbst dos Moor zu so gün- stigen Bedingungen überlassen? Er hatte es hingenommen und nicht lange darüber nach- gedacht; genug, daß die Mutter eS erreichte. Und er hatte jetzt auch keine Zeit, viel über den Voßbauern nocksgudenken — eS kamen andere Sorgen. Die hohen eisernen Masten für di« Leitungsdrähte wur- den aufgestellt, und ihre schnurgeraden, endlos langen Reihen liefen bald nach allen Richtungen in? Land. Die Verhandlungen über den Anschluß mit den um- liegenden Gemeinden waren ohne große Schwierigkeiten ab- geschlossen: bis so weit stimmte alles, wie eS berechnet war. Aber darüber hinaus fehlten noch die Großabnehmer, ein» zelne größere Werke und ein paar Städte, deren Anschluß erst dem Betrieb den erhofften Gewinn bringen sollte. Immer und immer wieder kam irgend etwa? dazwischen, die fast fer- tigen vertrage obzusckssießen. Endlich erfuhr Dierk die Ur- fachen: man arbeitete heimtllch geczen ihn und sein Werk. Eine bekannte Riesergesellschaft war seine Gegnerin und suchte sein sorgfältig aufgebautes Netz zu sprengen. Tüchtige Ge- fchäftsleute waren da?, die in dem billig arbeitenden Moor- betrich einen Feind sahen, den man nicht hochkommen lassen durfte. (Forts, folgt.) Der Tiergarten-Phoiograph als �rauenfreund. Em AiilltUtui von Zeneln an Zäune» und Mauern rm Desten der Sladt vecanlahte die Klimiiialrolizei, sich mir der Person des Mannes au I'eickäfligen, der IN so geheimnisvoller Weise seine Hilfe anpries. Die Zenel irugen nachfolgende Jnschrislen:.Wenn F r a u e» i r ä u in e u. sich lanpiveilen. keine Zufriedenheii finden, das gemüiliche Heim ihnen ungeniürlich wird,'o schreiben sie noch heule an Lanerkarle Nr...." Äis Aukleber crmiirelle die Kriminal' poliAei de» Theaiernialer Roman JasiwicA aus der Linienstr. l3l. Die it>ean!teu nahmen eine Dlirchsuchuiig der Wohnung dieses Mannes vor und beichlagnahiiilcn dabei kleine Zelte! aui denen Adressen notiert waren. Bei dreien Perionen hielt die Kriminalpolizei Nachfragen, und es stellie sich dabei heraus, dag Jasiwicz an sie auf Spazier- gängeu im Tiergarten herangeireien war und sie zu bewegen geivugt hone, sich p h o t o g r a p h i e r e n zu lassen. Für ein halbes Dusend iolchcr Bilder verlangte er je nach der Ausführung 1, die Bilder unler Nachnahme zuzusenden. Diese kam dann auch bald, enthielt aber nicht die versprochenen sechs, sondern nur drei Bilder und zwar ganz minderwertige Aufnahmen. Der Preis aber war für alle sechs erhoben woiden. Um Laufereien zu vermeiden, haben die Geschädigten nichts weiter gegen den Tiergarlen-Pbotographe» uincrnommen. Diese können sich jetzt im Zimmer 107-» des Berliner Polizeipräsidiums melden. Dort wird auch iiachae'oischt. was es mit den geheimnisvollen Ankündigungen Fasiwiczs für Bewenden hat. Weitere Kohlenkartenabfchnitte freigegeben. Pom 1. Dezember ab werden zur Entnahme und Abgabe von Kohlen folgende weitere Abichnilie freigegeben: Abschnitt 8 der 6-Zenliier-Ofe»karte, 18 der 10s.-Aup.-'» ymnasiums. Cdar- loltenbi rp. Caueiilr. 3«. eine.Pazifisliiche Feierstunde" verbunden mit einer�Weilnachtsieier. Es wild aus den Werten der Sclma Lagerlöf und aus Strindbcigs FttedensnoveUen vorgelesen. «ezirksbildungSansschnst. EinsübrungSaSend. Am Sonntag. de» 5. Dezember. 7 Uhr in der Festhalle des Berliner Stadlbaujes, Eingang Kloslerstrnßc. Einllidrungsabcnd zum Beel Hovenkonzert. Borwag mit De- monstratlonen am Klavier:"Dr Aisted Guttmann. Es wird eine Gebühr von 6.36 M. pro Perlon zur Deckung der Unlosten erdoben.— Konzert. Am Sonntag, den t'2. Dezember, vormittags 11 Uhr im Blütlmerlaal. Lsttzowilr 7S, Beelbovenkonzerl. Mitwirkende: Fela Roonselt(Klavier), das Blütknerarchester unter Leitung von Kapellmeister Dr. F. M. Gatz. Eintritt 1.56 M. Karten sind zu haben bei allen Abteilungskassicrcrn, bei den örtlichen BildungsauS'chststen, in der Buchhandlung Vorwärts, Linden- ftraße 2, bei Horlch, Engrluser 15, im Bezirlsoerband, sin den Zelten 23. und im Bureau deS BezirlSbildungSauSichusses, Lindenstr. 3, 2. Hof IV. (Geöffnet von 9— 1 Uhr. DonnelStagS von 9—1 Uhr und 4—7 Uhr.— Zozialistifche Bildungsichule. Der Kursus deS Genosten Dr. Borchardt über die„Kutiurausgadcn der Kommunen" wird beute abend 7Ubr im Saal der juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, fortgeführt. Berhreitcrung der Bergstraße in Neukölln. Die von der Neu- köllncr Siadtverwalrung seit Zähren geplante Verbreiterung des südlichen Teiles der Bergstraße, die bekannilich als Haupiversthrs- ader im Millelpunlt Neuköllns anzusprechen ist, gelangt jetzt zur Durchführung. Diese Bürgersleigeiwellerung ersireckl fich sowohl auf die Beieitipung der zwischen Rinababnbof Neulölln und der JonaSstraße weit über die eigentliche Baufluchtlinie hinausragen- den Vorgärien sowie die Verlegung der KirchhofSmauer an der Berg« Ecke Kirchhofstraße bis zur Baufluchtlinie. Reinickendorf- Oft. Wieder ist ein alter Mitkämpfer der Partei, Genosie Wilhelm Sonnenburg verstorben, der>n feiner fast dreißigjährigen Mitgliedschaft immer ein tieuer Heiter und tat- kräsliaer Mitarheiter gewesen ist. Tie Beerdiaiing findet heute von der Halle de« Gemeindei'riedbofes, Reinickendorf, Humboldtswaße. aus statt. Die Genossen werden gebeten, sich zahlreich zu beteiligen. glledcrversammlung.— Lichtenberg t Jugendheim, Parkaue 16, Mit« gliederverfammlung.— Lfte»- Pciersburger Bierlel: Jugendheim, Schule, Swastmannstr. 6, Mädchenabend.— Prenzlauer Vorstadt: Jngendbeim. Schule, Senestlder Sir. 6/7, Vortrag:.Friedrich Engeis".— Rosen thal: Jugendbcim. Gemeindefchule, Kastonienallee. Mitg>iederver- fammlung.— Südost-KöPeniScr Vicricl: Jugendheim. Wrangel- Nrage 128. Mitgliederversammlung.— Staaken: Jugendheim, Karlen- stadlfchulk, Mädchenabcnd.— Deinvelbot: Jugendheim, enzeum, Ger- maniai'tr 6/7. DiskufsionSabcnd: Ledte Nummer der„Arbeiterjugelid".— Wedding: Jugendheim, Müller-, Ecke Trisilstr., Vortrag:.Weiden und Beigeben im Weltall".— Westen: Jugendheim. Kantinenraum der Lau- gewerbchule, Kursüistenstr.!41, Mitgliidcrveriammlunz. Zilmschau. DaS Frauenbau? von BreScia. Sin kulbirkistorifcheS Monumenta!- gcmälde nach dem Roman von Dr. Sans Slrobl ist der Film, der gegen- Ivärtig in den Sv ortpalast-Lichttvielen, Potsdamer Swaiie, rollt. Die Siilenwaaödie der gefangenen Gemahlin Heinrich der Llldel- bnrger und ibrer Frauen im Fra''enbauS von BreScia wird, unierftühi durch eiste tünftlcriiche Kräfte, zum Kunstwerk. Ernst Deutick als Luizi (Aufseher deS FrouenhauleS) kulminiert in der prächtigen Darstellung leincr Rolle geradezu die hervorstechendsten Züge desien was in diesem Hause de? Lasters und seelischer Berzwelflimg sich abspielt Neben dieiem Drama rollt ein sogenannter Sentalionsfilm in 3 Akten»Ein Mutterherz". Ein Titel der alles sagt.__ Hroß-Serliner parteinachrichten. Heute, 1. Dezember: KoiisumvereinSmttglieder der 92. Bertaussftelle(Pankow), die aui dem Boden der S.P.D. stehen, treffen sich heute 7 Uhr bei Engel, Mühlen- straße 45, zu einer wichtigen Beraluno. Morgen, S. Dezember: 12. Abt. 7 Uhr � Sitzung der BeziickStübrer, Elternbeiräte und BcwiebsverlrauenSleute'bei Rüge, Waldemarstr. 22. 16. Abt. Sitzung der Bezirlssütircr und BetriebsvertrauenSIeut e, VI, llhr, bei Schlickert, Rüde:sdortkr Straße 3. 17. Kreis. Sitzung der Fraktion und der MiellungSlelter in Lichten- berg, Ratbaus, Möllendorsstr., Z mmer 36. ttv. KrciS. Parteifunklionäre! Abends 7 Uhr: Erweiterte KrclS- vorslandsfitzung im Rcinickeiidorfcr Rathaus(SttzungSsaal). Alle Ad- teilungen muffen veitreten sein. Auch die Bezirks- und Stadtverordneten sind vcrpflichlct. zn erscheinen. Wahlkreis Tiergarten. Dle Kommission(Gesang und Turnen) tritt am Donnerstag abend VI, Uhr bei Schmidt, Stromstr. 4l, zulammen. Elterubeträie und Eriatzmiglieder des KrcikeS Tiergarten. In der Aula Waldenserstr. 26, 7 Ubr, Fortsetzung der Versammlung vom 25. November. S.P.D.-Lehrer sind hierzu eingeladen. Cdarlottenburg I. VI, Uhr Schloß-Kasino, Kaiserin-Augusta-Allee 63 Reue Teuerungswelle. Reinickcndorf-Ost. 7 Uhr im Restaurant Netzer. Provinzstr. 168, Ecke Pantower Allee, Funttiostörsitzung. PünltltcheS und vollzählige« Erscheinen erbeten. « Abteilunge« 161 and 162.(Treptow und Baumschulenweg.) Sonntag, den 5. Dezember, nachm 5 Uhr. im Fcftsaal de? Realgymnasiums, Neue Krugallee: K u n st a b e n d. Billetts sind bei den Hauskassicrern zu haben. Eintritt: Erwachsene 2 M.. Kinder t M. Wahlkreis Tiergarte». Freitag, den 3. Dezember.'1,8 Ubr: Vor» standssitzung mit Abteitungsleilcrn, Kassierern, Frauenvertreterinncn irsw. Wichtige Tagesordnung. Wahlkreis Wedding. Freitag 7 Uhr bei Kerfin. Pankstr. 60, erweiterte KreisvorstandSfitzung. Alle Abieilungsleiler müssen anwc'end sein. Vorträge, vereine und Versammlungen. Bond der tkliinisehen Angestellten»nd Bcamleu. OrtSvcrwaltung Berlin Lfteii U. Donnerstag, 2.' Dezember, 71/, Uhr im Logenlasino, O 112, Knorrvromenade 2: Monatsveriamwlnng. Porti ag des Kollegen Ewike, »Das neue ArbeitSlosenoeisichernngsgeietz."— Touriftenvcrein»Tie Raturirennde"(Oilbcihnvororle). Donnerstag. 2. Dezember: Außer- ordeniliche Gcneraloersaiiimlnng im Jugendheim des Ostens, Große Frank- surter Str. 16/17. Erscheinen aller Mitglieder uiibcdinzt» Pflicht. Sonniaz, 5. Dez.: Lichlbildcrvorwag im Grauen Kloster, kloslersw. 74.»Die Weser und ihre Berge". Vorwagender Gen. Fr. Reimann. Eintritt 1,56 M., Beginn 6 Uhr.— Fr. Schw. Eharl. Monatssitzung heute abend-/,8 Uhr im Volksbaus(Stehbierhalle).— Rctchsdund der Kriegsbeschädigten. Ortsgruppe Neukölln. Sonntag. 5. Dez., 7'/, Uhr, Aula des Kaiier-Friedrich- NealgymnafiiimS, Kaiscr-Fnedrich-Str. 269: Bunter Abend. Eintritt 2 Ä. Bus aller Welt. Einbruch in das Echwetzinger Schloß. In drei Nächten wurde im Schwetzluger Schloß(Würlieniberg) eingebiochen, wobei wertvolles historisches Mobiliar gestohlen wurde. Und noch ein Raubmörderjüngling. In einer Breslauer schnelderherberge wurde der 6g jährige Kerber Seidel von dem enllaufenen Fürsorgezögling Richter geknebelt) mit einer Bierflasche erschlagen Und ieiner Barswast in Höhe von 1.46 M. nnd der Schuhe bermlbl. Der Täler wurde auf dem Wege zum Bahnhof f e st g e n o m m e n. Er ist geständig. Wassermangel im Schwarzwald infolge Regemnwngels stört die Stromversorgung und legt die Industrie still. Verunglückter frawzöfischrr Militärtransport. Auf dem Bahn- hos Neunkirchen(Saargclsiet) fustr im Morgengrauen ein Güterzug aus dort stehende Wagen. Von dem Zug wurden die beiden vorder- sten Waggons zertrümmert, die französische Militärpferde mit�ibren Degieitern enthieltet». Einer der Legierter wurde sofort getötet, ein zweiter schwer verletzt. Sriefkasten See Keäaktion. F. C. 333. 1. Fragen Sie in einer AniiguariatZ-Buchhandlung nach; ein Tausch wird sich schwer ermöglichen. 2. Sie geben leider den Titel de» Philippischen Romans nicht an; to nicht zu beantworten. C. M. HI. 1. Meyers Kroßes Konveriations-Lexikon(24 Bände) tostet jetzt l2VV bis 1566 Mark, je nach Einband. Der Friedenspreis be» trug 240 Marl. 2. Das Handwörterbuch der Staatswiffcnschaflen(Beikag Gustav Fischer in Jena) behandelt alle da? gesamte Swatsircsen betreffenden Fiagcn, wie Verwallung. Kesetzgebuqg usw. in ley kalilcher Form Der Preis sür das zebnbändige Wert war schon im Frieden ein sehr hoher; genoue td.igaben darüber tönncn wir nicht machen. Es dürsite überhaupt schwer zu haben sein. WetteeanSsichten für da» mittlere Rorddeutfchland bis Donnerstag mittag. Neberwiegend trübe und neblig bei meist schwachen südwestiichen Binden. Im Westen stellenweise leichte Niederschlägi. Tcm- peraturen um den Gesnerpuntt schwanlend. Jugenüveranftaltungen. Heute abend Uhr: Buchholz; Jugendheim, Kemcindeschule. Berliner Sie. IS. Mit- glicdervcrsammung.— Eharlottenburg: Jugendbeim. Roslnenstr. 4, Mädchenadend. Vortrag:»Die Frau in der Gegenwart".—(tzrofi- Lichtcrfcldc: Jugerddeim, Albrcchgstr. 14», Mitgliederoerfammlung.— Griluewatd i Jugendheim, Gememdeschule, Delbrückstr. 26. Mitglieder- versairmluug.— Kaulsdors: Jugendbeim, Schute, Adolsftr. 25, Mit- � Ajä J ftünauf CENT DUM 273* Pclik«i»- Apotheke BERUH W lElPUüEBSTR.9i Ein schönes Geschenk— für eine Dame! schon von Rodenstock Str. 101:102, Eqiiitable-Oeb. Friedilchstr S» 60, Ecke Leipziger St. Rosenthaler Str. 45, NäheHnck. Merkt joachimsthal. Str. 44, Bhf. Zool.Oan. 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VeMt- kirch, Richard, Rrttner.) Donnerstag: Frau Margit. (Kitty Aschenbach, hartau, Mernes. Römer, Richard.) Freitag; Rausch. Sonnabend! Frau Margit. Komodienhaus >/z3 Uhr: Die Sache mitLola mit Max Pallenberg. osefine Dora a. ü., Ortrud agner, Plcha, Maskel.St.eda Kiper.) Berliner Theater Allabendlich Vi, Uhr: Die spanische Nachtigall mit Fritzi Massary Erik Wir], H. Wassmann, Emmy Sturm, Olga Engl. Öentral-Thenter B yi.r: Firlefanz(Märchen) Vi, FraU BÜrliel f Operette) IhentMOdieH Opernhnup 7 uhr: Der ZigeunerliaroD. Frledr.- Wilhelm itt. I'h. n, u. Roheil die Tänzerin. KlelncM Theutcr. n, u.: Griselda. Kl. SrlinnaplelhaM. 8 uhr: Kindertragiklie. Kominelie Oper ty, uhr: Liebe Im Schnee. Im 8 tnp 1 e I h n n e Vf* Uhr: Arnold Rleck in Die schwebende Junglrao. Metropol-The uler. u. Bollandweibchen Neue» tlperortcnhniiM vi, u.: Die Csiköstiaroness Neues Volkstheater uhr Jugend. Nehlller-Thent. Charl. 3 Uhr: Don Carlos. vi, u.: Der Biberpelz Thalia-Theater Gastspiel Hansl Niese vu v.: Boischslierln Lenl. Th.an»\ oll endo rfplAtse SV« Uhr Aschenbrödel. 7 um Wenn Liebe erwach! Theater dea Westen. SV, Uhr: Schnee«, u. Rosenrot S" Der ersten Liebe goldielt Th.i.d.Kotnmandantcnstr. früher Herrnfeid-Theater. tv. uz Der verjüngte War Wall ner-T bester Sfi Der Geiger von Lngano. Walhalla-Thenter vt,u. Rastelbinder. Residenz-Theator. Heute 7 Uhr, zum t. Male; Lady Windermeres Fächer Von Oskar Wilde. Hansl Amsiddi, Adele Sandrock, Carola Toelle, Arnold Korli, Jul. Kalkcnsteln, Herrn. Vallemln, Paul Ouo. Hansl Burg, tmll Mamelok. Donnetstag 4. kleine Preise: Schneewittchen. Casino-Theater Lothringer Str. 37.— Tgl.'/£ Der neue Schlager: Der Fehltritt einer Frau. Volksstuck in 4 Blld-m. Vorher: Theaterlieh». Operett-Sketsch m. V. Lltzek Sonnla Z'/, Der Hausdrache. Rose-Theater. >>/, Uhr: Hänsel und(iretel. 7"/, Uhr Heimat# Volksb&hne Theater am Bülowoiatr 7 uhr Kabale n.liebe Lesshg-TMer. OireKtion; Victor Barnowsky. Heute bis Sonntag: p/s uhr: Flamme. (Dorsch. Hanmann, Götz, Pröckl.) Montag 7. zum ersten Male: AtnphUrjo. Deitlscbes Künstler-Theater Allabendlich VI, Uhr; DieScheidnngsrelse mit Max Adalbert una Trade Hesterberg. Trianon-Theater. Heute nachm. 4. kleine Preise: Strnwclpetcp. Täglich V, Uhr: Kammermusik. Lustspiel v. Heinr. h genstein. Carl Clewlng. EugenBurg, Olga Limburg, Hans Albers, Adele Hartwig, Luise Wer ckmelster. Dünn. 4: Max und Moritz. iU. Tneater J'/sUj Dir.: James Klein. selbst! [Das beste?ariite- Frogramtn viel. Jahr. Kapitän NiNSEN | Persönlich.Auftreten I | m. seinen dressierten| see- Löven Alba'» Anfang präzise TV« Uhr [ Rles.-Welhnachts-Spielpi. 5 Rothenecks Michallow Bonita Berol Paul Sleinitz Hanoi Garden Reeves& Recvea Emmy Ferro Lachplllenwolff Annie Wilkens Scholboff Green& Wood I ola Gray— Karen Zabel Elsa Regfir Theat. a.Rottbus.Tor Taglich 7»', CJnr und Sonntag nachm. 3 Ü.; Elite-Sänger. Ab 1. 12. das �roße Programm! Vorv II P» 4-0 U. Kcptmlsch d.o Züsch uerraum 1 Itters tvergel Universal-KÜnstler Orlg. Tiroler Backpfeifentänze Bcklalr I rasendes Reell auf dem Motoirad Paolis | Affen u. Hunde) urkom Dressuren Juanita | spanische Tänzerin 3 Riegels schwed Akrobaten 1 Vo8 Kunstgcmälde und weitere Sensationen. FoltesCapitce Uilii Steioacii Oer gekörnte Siegfried mit Ferd. Grünecker. Anfang pünktlich ZV« Uhr das m allen Teilen völlig neue Dezember- Programm Besonders hervorzuheben: — Gastspiel——. Matray-Sterna I. Episode Im Urwald.......(nach Weber) Ernst Matray— Katta Sterna. 2. Tänze Lore und Carmen SacchetM. 3. Gassenhauer..............(v. Rosey) Ernst Matray. 4. Tänze Sara Jankelow, Solistin des finnischen National-Thcaters.— Choreographie von Michael Fokin. S. Marionetten.............(v. S. Lazzo) Ernst Matray, Katta Sterna, Kretha Schröder, Adi Bern. Kostüme; Prof.. Holter und Conny. Ferner: IMMWSttM-Il» U. a.: Der schw edlache Gentleman Ahrobat Knuth Aufsehen erregende, bisher nie gezeigte Balanrler-Vorlühiungen am hohen Trapez. KabarettsCafe ORIENIf Strausberger Platz, s Min. v. AlexanderpL HervorragendesDezember-Programm| Else Jrenl 1 Friedrich Wolde Hans Brückner Minev«. Duett Margot Kornberg 1 Leone LcUchner Richard Springer ■RA Beliebte Hauskapelle Haneid. GV«yiiW(h Heute Mittwoch, 3 Uhr u. 7.15 Uhr Zwei Vorstellungen I Pantomime Mazeppal AAK«ariett-Eaf» inllipliili Qranicnii raste 53-Ö4 H a r t i e y 4 E 1 1 a 1 n Loron Klnnnoldaten unb da« groß« Barietd- Programm. 5—7 SchSnheltstänze. Coneorilia-Palast-fliealer 61 Andreasstrabe 64 7 Übt WnischaU: 7 Uhr Staatsanwalt Brlands Abenteuer. II. Teil. Dein ist mein Herz, Bilbnensrhau: Die jjroßon% arietä- Attraktlonen. Köuigstadt-Theater liabnkot lannowitzbrücke rägl.7.30 Gala-Sänger. Im Ballsaal TANZ. Setaalhnijtaueii im üroßen Schauspielhaus Dir. Hans v. Wolzogen, OaAMy Holl Gregor Ratoff Walter Mehring Lia Manza Paul W F»© t B Lala Hcrdmcogcr Desidor Zädor u. a. Konz. 71/« U-, Beginn 81/« U. ReichshalL-Theater «brnd» VI, und Sonnton Rm. 3 Stettiuer Sänger. Z!in. h-ldrPreise VarleiC Dflnh.ff-Rretti.Ani 6, So■> PHILHARMONIE. Sinfonie-Konzert des Phllbarm. Orchesters. Dirig. Richard Hagel. 2. Slnf. Brahms; Sol.: Schulz(Cello). Aufg. 8 Uhr Eintritt 3.— M. ettnässen l n Befreiung sofort. Alter u.Geschlecht angeben. Ausk. umsonst. San. Inst Gr. 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Osdhasä«, Bwll« 8W, SSfcflStfB. ■tssans«. PMund: Saulrsw tee» Br. WuetslnaUW, Br-Ua» Prietoi«,, SSaWarsadksW, M. /»rarst: PfilzV. nM5. Jak. WM, Askecka, Pstedats, Breit» Str. U. imiMar, Bsrtla-lrtk, Itnimusasitr. 1 SIMM weileMekilk«... gesucht! Für die Errichtung eine» Vcbcifecfatcalartafa In vehdorf O- d. Sieg wird eine iüchlia» Kraft gesucht. Dte Bewerber müssen mit soitaipolittschen»«. festen vertraut sein, orgauisaiorisch« sowie rednerisch« Befähigung besisten. Beoorzugt werben Bewerber, die bereit»«inen gleichartigen Posten beNeiben unb da» Knappschattarecht heherrschen Bewerdungen find di» zum 12. Dezember 1920 an Rar« Sdstngeu, Ältchen a. b. Sieg, siegstr. U, mit«tuilchrlft.Bewerbung' zu richten. »ehalt nach Uedereinkunft. Die Stelle soll möglichst 1. Jonuat 1921 besetzt werben. 186/5 Die hiesige Siele de» MiMriiv W Mqh sMagistratamitglitb) soll neu besetzt werden. Die Da h� erfolg nach den Bestimmungen der Städteorbnung vom M.! auf 12 Jahre. Bewerber müssen abgefchlossene Hochschu-oiioung besisten und sich in vermiiworilicher oiellung bewährt haben. Neben ber Beherrichung des Hochbau» nach der künsilerischm wte nach ber wirtschafilichen Srtte wirb wobrsonbere auf Bewährung im Ltäbtedau und Sieb!ung»wes»n Wen geiegL »ehalt nach Sruppe 18 der Besoibungaorbnnng für die Beamten ber Stadt Stettin vom 20. Juli 1920(18200- 21000 311), OrtMuschlog zurzeii Klasse 8, Kiliberbeihilsen unb Ruegieichs- juschlag noch den staatlichen Bestimmungen. Beginn de» Besoibungsbienstaiiere mit Ablauf de« sechsten Jahre» nach ber Dipioin>Ingrni>ur.PrUsunn, Allere- und Htnterbliebenenversorgung nach oNeftatutarische« BorsU>rii!en. Melbungrn ruhst Lebenslauf, Zeugnissen und Beiegen üb« biaherig« ßetftungen bl» zum 20. Dezemb« d. I an bea Sloblaerorbnetcubuteou Im hiesige« Aattznuse. Persönliche«orstellung nur nach Aufforderung. Stettin, bin 25. Novembn 1920. 114, IS' Der Siabtorrordnetenvorstehtr. Ahrent, Tüchtige für Kandsehnlte sofort gesucht. Meldungen: 12—2 Uhr mittags, 5—6 Uhr abends. i i. Jandorf£ Co.. | Belle-AUiance- Straße 1/2. MOhrere kSchtigL Kastenmaclier und Kastenlielfar für neue Lurus-Karasserien werben bei höchsten Löhnen eingestellt 2 ööb Karesteriefabrtf Stzowe, vesselstrafte 21. wirtfthaftsöebaite im Reichstag. Im Reichstag wurden am Dienstag aunächst kleine Anfrage« «riedigt. Die Einführung des VororttariiS auk der Streike Verlin— Werneuchen kann ersl mit der Erweiterung des Berliner Bor- orrverkehrs erledigt werden. Auf einen Hinweis Wolf iSoz.), dah in Tilsit eine Arijrabl Mieter veruriellr wurden, die im guie» Glauben nur den Höchst« mietSbetrag plus 20 Pia,, gezahlt babcu. erwidert die Regierung. da sie mir diesem Entscheid nickt einverstanden sei und dag auch das AmiSgerickl Tilsit die Verordnung des Ministeriums für Volks- Wohlfahrt vom 8. Dezember 1Sl9 als rechrswirlsam anerkennen müsse. LiebeSgabensendungen als Geschenke zum Selbst« verbiauck aus dem Auslande sind zugelassen. Gegen die N o t e n b a m sr e r e i w'rd streng vorgegangen. Die der Steuer hinterzogenen Beträge veriallen zugunsten des Reiches. Auf eine Anfrage des Abg. Jsiegler-Westsalen(Dem.) über freigewerkschaftlichcn Gesinnungszwang AnderSorganisierier wird erwidert: Tie RcickSregierung beabsichtigt nicht, vor der allgemeinen Regelung des 5loaliliouSrechteS gesetzliche Mastnabmen zu tresien, sie hegr aber die Erwariung. dag solche ffälle von Gesiirnungszwang in Zukunft sich nicht wrederhole» werden. Anträge auf Einleitung von Strafverfahren gegen verschiedene Abgeordnete werden abgelehnt. Abstiuturung über die Streikvcrordnung. Der Antrag Müller-Franken Ohne den Acht- stuiidentag wäre die physische Degeneration deS ArbeitervolleS vielleicht noch weiter iorigeichritien und schließlich, wie es sich in England zeigt, eine akute moralische geworden. In den Uniei- nehmen greifen Räder und Rädcken ineinander, Mcnsckenmassen arbeiten bei veinünitiger Arbeitseinteilung, das Resultat aber ist die gewaltige Reichiümererzeugung in der Hand der Kapitalisten. Wir werden stets gegen dir SozialificrungSpläne derer um SiinneS lsimpfen, denn dort w'rd das Wort Tozialifiening nur zur Irreführung der deiiticven Arbeiter a'brauchi. Dabei wissen wii ganz genau, daß die sofortige Sozialisirniiig der gesamten deutichen In- duntie unmöglich ist, denn dazu bedarf es genau vorbereiteter Roimeu zur Z„jammc>tsasiu>ig der kleinen Betriebe»sw. Aber wir verlangen, daß die gioßen Schiüsselwirnchanen in den Beirieb der Allgemeinheit überaehen. lBeirall links.) Nicht mit Gewalt«»!> Terror wollen wir dieses Ziel erreichen, das entspricht nickt unseteni Plinzip. s?ebr gut l bei den Soz.) Wir sind nichl so dumm, benen einen Gefallen zu tun. die aeriie die Arbeiier vor den Bajonetten häitcn. sSehr ricktig.) Keine Hoffiinng der Bürgerl ckcn. daß die Spaltung der Arbenerklasien den Au'stieg ,»r potitiicken Macht hemmen wird, bat Bestand, denn die Arbeiterschait wird einig werden und wird sieaerr. lBe sall.) Abg. Keinathmidung unserer Handelsbilanz nicht zu denken. Alle nichtsozialistischen Mit- glicdet des AiiS'chusies werden mir darin zustimmen, daß es kläglich war, milcinziiteben. wie uiierbört Herr Lüdemann im Rcchlsausjchuß mit seinen jungen Leuten... Bei diesen Worten setzt ein tosender Lärm auf der Linken ein. Schlußrufe ertönen. Der Präsident läutet atidoueind mit der Glocke, vermag aber nickt durchzudringen. Als der Redner ver- sucht, weiterzusprechen, nimmt der Lärm immer mehr z«, Abge- ordnete der Reckten veisuchen. den Redner zum Verlassen der Trtbüne zu vcranlaffen. Bon der äußersten Linken wird «st Papicrkngcln gemorje». Der Lärm legi sich erst etwas, als das Wort des Vizepräsidenten Frentzel durchdringt, daß die Sitzung unterbrochen set. Nach Wiederanfnabme der Sitzung erklärt Vizepräsident Dr. Frentzel: Die Aeußerungen des Abg. Kausmann waren wenig pe- schniackvoll, aber eine Beleidigung des Finanzministeis haben sie nickt enthalten. Ich habe geielien, wie ein Abgeordneier von der äußersten Linken einen Papierballcn nach dem Redner gewot'en dat. Mir rst getagt worden, es sei der Abg. Kilian gewesen Ich frage den Abg. Kilian, ob das zutrifft? Abg. Kilian lU. Soz. links): Nein. Vizepräsident Frentzel: Dann lann ich also keinen OrdnungS- ins erteilen. Abg. Asoli Hoffmann(U. Soz. link?! zur Geichästsordnung: Ich beantrage den Pavierballen dem Hohenzolleriiinu'elim zu über» weisen.(Slürmtiche Heilerkeit links, nnhaltende Pfuiru'e recktS.) Vizepräsident Dr. Frentzel: Wir sabren tn der sachliche» Beratung fori. Abg. Dr. Kaufmann(Dnatl.): Da? HobenzollenibaiiS steht viel zu bock, als daß man es gegen diese Angriffe in Schutz nehmen müßte. Der Vcrloui der Verhandlung Hai uns bewteien. wie recht wir mit uii'erer politischen Ueberzeugnng baden.(Unruhe linls.) Abg. Dominicus(Dein.) verurteilt die Lärmizeue. Das heutige Verhalten der sozialdemokratischen Parteien erscheint uns als off.u- sichtlicher Widerspruch zwiichen den Ä g 1 1 a t> o n S b e d ü r f- nissen der soztaldemokratitchen Partei eineiterts ilärnunder Widerspruch linls< und den verantivortliche» Maßnahnien ihrer siihrende» Männer aiidererienS. Tie Entziehung von Eigentum ohne Eut'chädigung verletzt uiisere Grundsätze. Dies pili auck von dem vorgeschlagene» Wege der AiiSnakmegrsetzgebuiig. Wir stimmen deshalb gegen den Anirag. Einer Slellunguabme zu dem Geretz- eit'wurf über die Vermö-.ensauseinatidetsetzung mit der Krone wtrd dadurch n-cht vorgegitffen. Abg. OppenhoffiZ.): Wir lehnen es ab, die AnSeinanderseyiingS» irage bei der Berfatlung zu behandeln, mit der sie nichts z» i»n bat. Abg. Adols Hoffmann(II.«roz.. liuls)(Die Reckte flücktei): Das Eigentum, daß Sie(nach reckis) schützen wollen, ist doch nur geraubt und zusanimeiigcstohleu. Mit dem Raubritter hat es begoniikn und mit Wilhelm dem Letzten bat es geendet. Die Millionen der Hobenzollmt sollten für die hungernden Kinder verwendet werden. Wir hätte» bei der Rcvoliit'on olles beschlagnahmen solle», wie ick es im Kabitieit beantragt hatte. Eine neue Revolution witd hoffentlich mit all diesen Resten an'rSumen. Wir werdeii nur den et sie» Teil des Antrages Hauickild annehmen, den zweiten Teil aber ablehnen, denn wir wollen iibervaupi keinen Vergleich. Ein Parlament, daß auf sich selbst hält, darf keinen P'ettntg dafür bewilligen.(Sebr richtig! auf der äußersten Linken.! Abg. Dr. v. Richter(D.Vp.): Wir lehnen den saztaldemo- lraiiichen Alltrag einmütig ab. Ada. Ludwig(ll.Saz rechts) begründet einen Anirag, daß über die Gewährung einer Untethaltsrenie an unter ha liungsbedüriiige Habenzollern nach Maßgabe der allgemeinen Gesetze entschieden werden joll. Die Revolution von 19ln ist viel zu human gewesen, sonst hätte eS heute nicht vorkommen können, daß sich die Herren von rechts so herausfordernd benehmen.(Zustimmung links.) Wir würden uns gm Volke versündigen, wenn wir der Familie Hohen, ollein mehr geben würden, aiS jedem anderen Staatsbürger.(Zustimmung links.) Abg. Hcilman«(Soz.): Dem Antrag Ludwig kann ich nickt zustimmen, versiehe ihn einfach nicht. Aergesien Sie(in den Unabhängigen) doch nicht die taktische Seite. Wir müssen nnbedtngt die Mehrheit erlangen und den jetzigen Vergleich werfen. Als Reiuliai stelle ick fest: Der Vergleich vom 22. Januar hat den Todesstoß er« halten und wird einem sachlich bester begründeien Platz machen. (Beifall bei den Soz.) Abg. Hcrght(Dnatl.) bestreitet in einer persönlichen Be- merkung die Behauptung Heilmanus, daß er als Generalrcferent des JiistizminifterilimS im Jahre 1910 ein Gutachten unterschrieben habe, durch welches außer einigen Schlöstern auch die Kronrente als S l a a t s c i g e n t u in erlläit wird. Abg. Hcilmilitn(Soz.) hält leine Behauptungen aufrecht. Die Beiprechung wird gefchlossen. Abg. Leidig(D. Vp.! erklärt im Namen seiner Fraktion, daß sie grundiäylich am monarchischen Standpunkt festhalte, daß sie aber trotzdem für die Vetfastung stimmen werde. Abg. Adolf Hoffmaun(N.Soz. links) und Abg v. Dannenberg (Dtsch.-Hgnnov.) eillären, daß ihre Fraktionen die Velfasfung ab- lehnen. Die Anträge H a u s ch i l d und Ludwig auf Enteignung der Hohenzollern werden abgelehnt, ein sozialdemoiratnchcr Eventualantrag der die Staatsregieiutig ersucht, die Vcriiäge vom 26. Januar 1920 zurückzuziehen und in lieiie Verbar.dlliiigeit mit den Hohenzollern einzutreten, wird dem Rechtsausjchtijwü b e r» wiesen. � Donach wird in namentlicher Abstiinmiing der preußiiche Vcr- faffiingseiitwurs mit 230 gegen 60 Stimmen bei 7 Sitmmenthal« tungert angenommen. Die namentliche Schlußabstimmung über da« KirchenouSiritt?» gesetz ergibt die Annahme des Gesetzes mit 196 gegen 137 Stinimen bei einer Stiniinenibalwug. Miilwoch I Uhr: Haushalt des Ministeriums deS Innern. Schluß ö'/g Uhr. Das Cnöe einer verleumüung. Kastel. 30. November..(Eigener Drahiberickt des„Vorwärt»*.) Heule iand in Kastel der Prozeß gegen Miien der vielen Verleumder Scheid em ann» stau. Der Ledeihändler Ludolph war beschuldigt, in seinem Laden erklärt zu haben Schcioemaitir sei ein Spitzbube und habe teme Möbel tu W t l» e l m«- t b a l g e tt o h l e n. Der deutsch nationale Rechts- a n w a l t Dr. Brill als Verteidiger inchie die Aullage. der sich Oberbürgermeister Schcidcmann als Nebenkläger angeichloffen baiie, zu cnilräfien. rüden, er die ganze Geichichi« von der Erwerbung der Schloßmöbel für Scheidimonn ausrollte. Er versuchte nickt nur durch Zeugen zu bestreilen, daß Ludolph die beleidigenden Worte gebraucht habe. sondern er wollte daiüber hinaus beweise», daß Scheidemauii bei der Erwerbung der Schloßmöbel unkorrekt voigcgaugen sei. Alle Versuche Brills, den Gerichtshof zu überzeugen, mißlangen. Trotzdem der Staatsanwalt nur eine Strafe von 500 Mark dean- tragt hatte, erkannte das Gericht auf 1000 Mark. Das Gericht hat als erwiesen angenommen, daß die beletdigenden Worte ge« braucht worden sind. eS bat als nickt erwiesen angenommen, daß der Nebenkläger aus irgendwelche rechtswidrige Weite zu den Möbeln gekommen ist. Mit der falschen Behauptung, Scheidemann Hobe sich die Schloß- möbel auf nicht einwandfteie Weise zugeeignet, nähre» die Dculich- nationalen seit Monaten idre.Agitation. Nun hat das Gericht fest- gestellt, daß alle die'e Beschuldigungen gegen Scheidemann u n- berechtigt seien. Wenn. io>e in der Verhandlung�fich ergeben hat, und nach der Auifüstung deS Gerichts auch als erwieien an« genommen worden ist, im Verlan'? der Sache s o r m e l l e Fehler vorgelommeu sind, so hat sich doch eiuwandsrei berau?- gestelll, daß auch mit dieien gertngsüg'geii forinelleu Fehlern Geuost« Scheidemann nicht das Geringste zu lun bat. Interesiant war auch, daß der als Zeuge vernommene Beauitragte de» Preußi- scheu Finanzministeriums Kurt Heinig feststellte, der Beitiag sei für Scheidemann verhält ttrsmäßig viel n n« günstiger, als in den vielen anderen Fällen, in denen Möbel vom Finanzministerium an Beaml« abgegeben wurde«. GewerMQstsböwegung Lohnabbau öurch Neichs- unü Staatsminifterien! Für die Arbeiter der»nb©tantSbehotbcn, mit Aus' nabnie der in den Spezialbetricben wie Post und Ei'enbnhn be- schäiilglen, bilden �wei Tarlte die Giundtagen ihrer Lobn- und Arbeilsbedinitunsten� Der eine dieser Tariie regelt die Äibeiis- bedingungen der Belrieds«, der andere die der Berwal- tungöarbeiler. Das Bestreben einheitliche Lohn- r e g e l u» g e n iür alle Neiws- und Staaidarbeiter zu erlangen hat dazu gesührt. dah der mir Geliiing vom 1. Oltober dieies Jahre« zbgetchloiiene Lobntarif siir die Beirie bsarbeiter sicb mit seinen 7 Lobnklaiien und sonstigen Beslimmungen dem Eisenbohneriarit vollnändig angliedert. Aui letzteres legten die Regierungsverlreier besonderen Weit und bemängelien Forderungen der Geiverk'lbafi«verirei«r mit dem Hinweis, diese entfernten si-b vom Eilenbahn riarii. Bei den Berbandlungen über den Lobntarif der Ber- waltungSarbener wird von den Negierungsvertreiern plötzlick erkllirt, e« sei nöilg, eine ss. L o h n k l a s i e zu schaffen D>e Vertreter de? ReichSveikcHrsmiiiisteruims meinte sogar» die Eiiiiührung einer 8. Lohnllasse müsse von ieinein vtinisteriuni zur Bedingung für den Abscvlutz eine« Tari'eS ei hoben werden. BerwaltungSarbeiter untcisteben dem gteicvsverlebrSininister'Um überhaupt nickt! eS lönnie daher sehr onfsällig erickeinen. dah gerade das B c r k e h r s m i n i st e r i u nr in dieier ickaifen Weise eingreift, wenn nickt bekannt wäre, das, dieses sich in letzier Feit besonder« gegen die Interessen der Arbeiter bemüht. Will man hier mit dem Lohnabbau beginnen? Will man die 8. Lobnilasie ickaffen, um nach und nack anck iür die anderen bzw. den kommenden Einbeitslaris, vorzuarbeiten? Da eine ein- sichiig« Grenze zwischen Verwaltunas« und Betriebsarbeitei nicht zu icha' fen ist. oft der Verwaltung«» und Beiriebsarbeiter in einer Perio» vereinigt ist, muh natiillick eine 8. Lohnklasse der Quell ständigen Streite« sein und sonst noch famoie Gelegenheit, Uneiniakeit in die Arbeiterschaft binciiizutragen bieie». Nachdem die Berireier der Gewerkickasien erklärten, tür die Einlührung einer 8 Lohnllasse die Veianlwortung nickl übernehmen zu können und weitere Verhandlungen auf dieser Grundlage für zwecklos bezeichneten, wurde mitgeteilt, dah die Angelegenheit nunmehr dem Reichskabinett zur Entfcheidunq vor- gelegt werden soll. Von dieser En'sckeidnnq wird es abhängen, ob wesentliche Teile unsere« geplagten Wirl'chasl»lebenS erneuten schweren Erschütterungen ausgesetzt werden sollen oder nicht.._ Die«Viktoria" vor dem Gewerbegericht. Die„Viltona" baile bekannilich sämtliche Einnehmer gekündigt. Die in Berlin beschäftigten Einnehmer haben den Schlicklungsaus- schuh angerufen, der am S. November 1020 die ausgesprochenen Kündigungen für unwirksam erklärte. Die.Viktoria" erhob beim Gewerbegerichl gegen neun Einnehmer Klage mii dem Anlroge: .festzustellen, dafe da« AnstellunasverhäliniS zwischen den Parteien mit dem 81 Okiober 1920 sein Ende erreicht bat". Die Klägerin behauptete, der SchlichlungSausschuh sei«nzu- ständig geweien. denn sie habe den Einnehmerbetrieb voll» kommen e i n g e st e l l t.(Z 3ö Abs. 2 BRG.). Die Beklagten batien im Termin vorweg die Behauptung aufgestelli, dofi daS Ge» Werbegericht nicht berechriat sei, die Frage, ob der DchlicktiiNgS« auSschuk zur Fällung seine« Schred«spruches zuständig gewesen sei, nachzuprüfen., Wagen- bau- und Karosseriebranchc! Donnerstag, 2. Dez., 7 Uhr, im Schulthciii, Neue Jakobitr. 24/25. Kabelwerk Oberspree. Donnerstag, 2. Dez.. 81/, Uhr, tm Luisen- hos, Lüsten strasic. Ecke Maitensiratze, Besprechung aller S.P.D-Kollcglnnen und Kollegen der Abteilungen Br,, Te., scThrg., Pr., Tub., Kn., Ajp., Fw., Ho., Stg. ES ist Pflicht, pünltlich und zahlreich zu e.jcheinen, Wietschaft Müadelsicher. Zu den Ausführungen in Nr. SK4 de«.vorwäriS" erhalten wir folgende Einsendung: »Trotz der schlechte» Finanzlage find heute noch wie früher die Anleihescheine des Reiches, der Bundesstaaten, Pro- vinzen, Siadtgemeinden und Kreise die sichersten Kapitals- anlagen, ebenso sicker wie die Aktien und Obligationen der In, dusiriegesellsckaften, ja selbst wie die Landscka'tS- und Hypotheken- Pfandbriefe, deren Sicherheit durch den Wert der beliehenen Güter und Grundilücke garantiert ist. Wer sich von der Richtigkeit dieser Aufsasiung nicht über- zeugen lassen will, der möge sich einmal vorstellen, daß ein Bundesstaat oder einige Stadlgemeinden eines TogeS belannigeben wüiden: wir sind nickt mehr in der Loge, unseren finanziellen Verpflicktunge» nochzulommen, wir zahlen leine Anleihezinsen mehr, wir stellen die gesetzlich festgelegte Tilgung unserer Schuld ein, die Sparkassen zahlen die Spareinlogen nicht zurück, die Ge- haltsansprücke der Beamten können nickt mehr befriedigt werden usw. uiw. Was wäre die Folge? Die AlierSvetsichmingen könnten nicht mehr wester gezahlt werden. Die Feuer- und Jnva- liditätSversicherungSgesellschaslen würden nicht mehr in der Lage sein, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Andere Sparkassen, die Millionen der betreffenden notleidenden Anleibepapiere im Bestand haben, wüiden dasselbe Schicksal erleiden, wodurch wieder die betreffenden Kommunalverwaltungen in Zuh- lungSschwi�rigkeiten geraten müßten. Die« würde die all- gemeine Auflösung bedeuten, die Anarchie in des WorteS wirtlichen Sinne, den Kampi aller gegen alle, olio unteren Untergang nach sich ziehen. Aber ehe dieser Zustand Wirklichkeit. ehe der F kniendienst emer öffenlltcken Berwollung eingcstelll wird, würde jede Fabrik, jedes Eigentum an Grund und Boden, jeder Beirieb für dicErsüllung derAllgemeinpflickien herangezogen werden. Dann al>o ivürde anck der Besitz von Aktien und Obligationen inländischer Unternehmungen, von Pfand riefen und anderen Weripavieren von der Heianziehung zur Begleichung der öfienllicken Ickulde» nicht verschont bleiben Das wüide aber bedeuten, daß!II Wirklichkeit die KupitalSanlage in in ü n d e l i> ch e r e» inländiicken Anleihen keineswegs unvorleilhaftlkr ist, als der Besitz von Akiien. Man iollte auch an dieser Sielle den Anlagen iuchenden Ar- beilern, Beamten und Anpesielllen taten, zurzeit keine A u«- landsrenten uns keine Jndustrieakiien, die einen unerhört hohen Kurs st and haben, zu kaufen, sondern die im Kurs« niedrig erhältlichen Anleihen der Bundesstaaten und ?lädte. Sind doch z. B. 3000 M. sprozenlige Anleihen der Siaaien für 2000 M. eibältlick. find doch zahlreiche Anleihen. deren Rückzahlung zum vollen Wert in gar nickt langer Zeit im« bedingt geickeben muß weit u n ter dem Einlöi'ungsweri erhältlich." Die vorstehendeu Ausführungen äiidern an der Taisacke, daß die „kleinen" Sparer, die vor, tagen wir 20 Jahren, ihre Eiipar» Nisse in den„sichersten Papieren", z, B den KoniolS, an» gelegi haben, bei dem Heuligen Kursstand fast die Hälfte verloren haben. Auch heule erdalten sie für ibr in Gold ein» gezahltes Geld nur Papiergeldzinsen von 3 oder 4 Proz.. Daian sollten die Verteidiger der bobcn Indult riedivlden- den vor allem denken, die ja ständig daiaus hinweise», daß der Akiionär, der 30 Proz. Dividende bezieht, in Wuklichkeii ja nur 3 Pior. der alten Golddividende erhalle. Weil das Kavital „K l a> s e ii m o n o p o l" ist und die Macht bat, vermag es sich selbst obne weiteres gegen die Geldentwertung duick aestelgerl« Dividenden zu schützen, während die breiien Massen mit ihren ,N o t g r o ssth e n" die unheilvollen Folgen eben allein tragen müssen._ Soziales. Kongrefi für Säuglingsschuh. Die Deutscke Vereiniaung für SäuglingSfchutz veranstaltet anläßlich ihres zehnjährigen BeileheiiS den VI. Deut» fchen Kongreß iür Säuglings ichuy am 3. und 4. De- zemi'er 1920 in Berlin. Verhandlungen im VolkswohlsahrtS» Ministerium(ehemaliges Herrenhaus), Leipziger Str. 3. Haupt- ihcma des 1. Verhandlungslage» � Wandlungen und neue Ziele des Mutter-, Säuglings- und Kleinkinder» i ck u tz e s. Re'erenl: Professor Dr Rott- Berlin. Seck« kleinere Referate beleucklen Einzelsragen aus dem Gesamtgebiet der Mutier- und Kinderfüriorge. Am 2. Tag: Stellungnahme de« Säugling«- schütze« zum RestchSjugendwohlsahrtSgeietz. Haupt- reterent ist Geheimrot Proieiior Dr. S ch l o ß m a n n- Düsseldorf. Ausführlicke Programme sowie Teilnehmerkarte»>3 M.) durch die Geichäftsstelle der Deutschen Vereniigung, Charlotienburg. Mollwitz-Frani-Straße oder vor Beginn der Tagung am Saal- eingang._ Eine internationale Abstinenzvereinizung ist in Genf ge- gründet worden, um eine internationale Aktion gegen den Alkohol einzuleiten .--------------.— 1.—....i....-*-— Leraniw für den redakl. Zleil Tr Weener Petlee, Tbarlottenbiitg: Mr«»zeigen: Td. Slocki, Berlin. Berlage Borwäris-Berlag iü. m. d. H. Sellin Druck Vor» wäris-Vuchdruckerei u. VerlagSantirill Vanl Singer u. To.. Berlin. Sindenstr. S. vlerz» l Vellage. MinpM'alilellen schützen vor Husteii, Heiserkeit und Erkältung. Erhältlich in den Apotheken und Drogerien. Fabrik I H. TonOlrnbtrn X.- Q., Pharm. Abt., Bmmerlch a. Rh. 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