Nr. 590 37.Jahrgang Ausgabe A nr. 153 Bezugspreis: Berteljährl. 30,-, monatl.10- ML fret ms Haus voraus zahlbar. Boft. beaug Monatlich 10,- Mt. erfl. Su stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich 16.0 für das übrige Ausland bet taglich einmal. Buftelluno 21.50 Boftne tellungen nehmen an Defterreich, Ungarn, Tschecho- Glowater, Dane mart, bolland,-uremburg, Schweden und die Schwet Eingetragen un die Boft eitungs Pre slifte. Der Borwärts" mit der Gonntags beilage Bolt u. Reit" erscheint mochen. äglich zweimal Sonntage und Mon tags inmal Telegramm- Adresse Sozialdemokrat Berlin" 3300 Morgen- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 30 Pfennig Anzeigenpreis: tett Die achtgespaltene Nonpareillezetle tofte t3.-M., Teuerungszuschlag 50% Aleine Anzeigen", Das gedruckte Wort 1-.( zuläfftg zwei fettgedruckte Worte), iebes weitere Bort 60 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 65 Bfg. redes weitere Wort 40 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwer Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 2-, politische und ge mertichaftliche Vereins Anzeigen 3. Mt. Die 8eile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nachste Rummer müffen bis 5 2hr nad mittags im Sauptgeschäft. Berlin SB 3, Linden. traße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: Sw. 68, Lindenstr. 3. erniprecher: Amt Morteblas, Nr. 15190-15197. Donnerstag, den 2. Dezember 1920 Revision des Hohenzollernvergleichs. Die Sigung des Rechtsausschusses der Landesversamm| unterrichtet sein. Liegt hier wirklich ein Rechtsirrtum vor, so lung begann am Mittwochnachmittag mit großen Klagereden der wird das hohenzollernhaus nicht zögern, dem Vertreter des Justizminifteriums über die Anklager be des Staate zu geben, was des Staates ift. Abg. Heilmann und das Vorgehen des Finanzministeriums. Lie neue Rechtsgrundlage rührte lediglich von einem jungen Affeffor namens Schönebeck her. Die Lage des Staates in einem Proz werde sehr ungünstig sein. Es sei gar nicht auszudenken, welche Rente man nach Schüding einem hochadeligen Hause zahlen müffe, das schon 1820 2½ Millionen Taler bekommen konnte. Die Vertreter des Staatsministeriums und Finanzministeriums wiefen diese Kritik zurück. Das Zentrum brachte den Antrag ein, bei der Landesverfammlung zu beantragen, die Regierung zu ersuchen, in eine erneute Prüfung des Bergleiches und feiner Unterlagen einzutreten, bei der unbeschadet der Wahrung des Grundfases des Artikels 153 der Reichsverfassung die Ergebnisse der Berhandlungen des Rechtsausschusses berücksichtigt werden. Nach vielem Hin und Her wurde dieser Antrag mit den Stimmen des 3 entrums, der Demotraten und Sozialdemokraten angenommen, nachdem alle weitergehenden sozialdemokratischen Anträge abgelehnt worden waren. Die Vertreter der Rechtsparteien behtelten sich ihre endgültige Entscheidung für das Plenum vor. Sie brachten das lebhafteste Bebauern darüber zum Au3brud, daß jedenfalls der vorliegende Bergleich damit gescheitert sei. Dorwärts- Verlag 6.m. b. H., SW. 68, Lindenstr. 3. Ferniprecher: Amt Morisblas, Nr. 117 53-54. Volksversicherung. Bon Dr. med. Richard Lewinsohn. Am 2. Dezember tritt in Berlin der Allgemeine Deutiche Krantentaffentag zusammen, der sich mit den drängenden Fragen der Sozialversicherung beschäftigen wird. In Verbindung mit seinen Beratungen haben die folgenden Ausführungen über die Voltsversicherung er höhtes aktuelles Interesse. Mit diesem Argument wird die Kreuz- Zeitung" nur auf ihre fachunkundigen Leser Eindruck machen. Denn selbst angenommen, daß ihre Behauptung über die Rechtsunkenntnis des Königs im Zeitpunkt des Verfaufes richtig wäre, so steht Die Krankenversicherung ist neben der Invaliden- und doch fest, daß bereits zwei Jahre nach dem Ver- der Unfallversicherung eine der drei Einrichtungen, die den fauf das Justiz ministerium auf die Sache aufmerk Stolz der wilhelminischen Sozialreform bilden. Wenn der fam wurde und ein Gutachten einreichte, worin die Un- deutsche Bürger in der Heimat oder im Ausland ein Loblied rechtmäßigfeit des ganzen Geschäfts darauf sich anstimmt, so darf darin seine ruhmreiche Versicherungsgelegt wurde. Dieses Gutachten fann dem geschgebung nicht fehlen. Dieser Stolz ist gewiß nicht grundTräger der Krone nicht unbefannt geblieben los. Denn während es sonst in Dingen der inneren Politik ein. Hat die Feststellung des Justizministeriums, daß das die unbestreitbare Eigenart Deutschlands war, um Jahrzehnte Afademicviertel bereits vor dem Verkauf an den Staat diesem oder Jahrhunderte den anderen Völkern nachzuhinken- die felber gehörte, nun den Monarchen veranlaßt, die unrecht- Historiker nennen das schamhaft„ konservativen Geiſt", ist mäßig eingefädelten 14 Willionen schleunigst herauszugeben? die Versicherungsgesetzgebung die einzige innerpolitische Lat, Er bat gar nicht daran gedacht, obwohl ihm mit der Deutschland den anderen Völkern vorausgegangen ist. noch 16 Regierungsjahre Zeit dazu geblieben sind! Tas nennt die treuz- Zeitung":" das Sohenzollernhaus wird nicht zögern, dem Staate zu geben, was des Staates ift". Unter nicht zögern" versteht man gemeinhin etwas anderes. " " Aber die Freude über dieses Wert des sozialen Staisertums" wird schon etwas beeinträchtigt, wenn man sich die Situation und den Geist vergegenwärtigt, aus dem unsere schlimmsten Jahren des Sozialistengesezes, und der Sozialgeschgebung entstanden ist. Sie stammt aus den Mann, der fie schuf, mar auch der Vater des Sozialistengefeges. Das Bismarcksche Rezept Zuckerbrot und Peitsche" fand hier seine Anwendung. Beide, das Sozialistengesetz von 1878 und die Versicherungsgefeße der achtziger Jahre, waren typische Produkte des Obrigkeitsstaates, der nur Herren und Untertanen fennt: den unartigen Kindern die Rute, den artigen Kindern die landesväterliche Huld. Das Gros der alldeutschen Preffe verfucht gar teine fachliche Biderlegung der Heilmannichen Ausführungen, sondern ergeht sich Als einziges Blatt der Rechten macht die„ Kreuz- 3tg." einen nach bewährter Methode in den wüsteten beriönlichen schüchternen Versuch, unsere Angaben über den unrecht- smähungen des sozialdemokratischen Fraktionsredners. Wie mäßigen Erwerb großer Teile des Hohenzollern- weit dabei die Geschmacklosigkeit getrieben wird, zeigt die„ Post" vermögens zu entfräften. Dabei kann auch sie nicht direkt die unserem Genossen fogar feine rötliche Haarfarbe zum bestreiten, daß das Akademieviertel, als es von den Vorwurf macht. Das ist das geistige Niveau der DeutichUnsere Krankenversicherung ist nur eine scheinHohenzollern an den Staat verkauft wurde, bereits Gigen- nationalen! Gegenüber einer Behauptung der„ Teutichen Tages, soziale Einrichtung, weil sie nicht auf den Schultern der tum des Staates war. Aber sie entschuldigt dieses selt- zeitung", die unter Wiederholung einer Werdächtigung der„ Köl- Reichen, sondern auf den Schultern der Armen ruht. same Geschäft, indem sie schreibt: nifchen Volkszeitung" Genossen Heilmann als„ ehemaligen Stlarz Organisation der Armen soll selbst die Lasten tragen, das ist Unmöglich fonnte der Träger der Krone, der zu derartigen Angestellten" bezeichnet, bittet dieser une mi zuteilen, daß er das Prinzip unserer sogenannten Sozialversicherung. In den Svezialstudien schwerlich die Zeit und auch fanm die Möglichkeit weder jemals Angestellter von Stlara gewefen Gesetzesbegründungen pflegt man derartige Maßnehmen erhatte, über Rechtsverhältnisse, die so ichwieriger Natur waren, daß ist, noch sonst mit ihm in gefchäftlichen Bezieherisch zu nennen. Die breite Maſſe ſoll von Staatswegen die zuständigen Vertreter des Staates fie falsch beurteilten, befferziehungen gestanden hat. Kapitalismus in Sowjetrußland! dazu angehalten werden, für ihre Gesundheit zu sorgen. Aber derartige Spiegelfechtereien können doch nicht darüber täuschen, daß damit nur der Klassenegoismus und das kapitalistische Interesse der wirtschaftlich Starten bemäntelt werden soll. Der Sinnfeiner- Krieg gegen England. Der Einn jeder staatlichen Krantenfürsorge beruht darin, Moskauer Zeitungen veröffentlichen ein Dekret des Rats ter London, 1. Dezember. Amtlich wurde bekanntgegeben, daß die daß die Gesunden für die mittellosen Kranten sorgen müssen. Volkskommissare über die Erteilung von Konzessionen an aus- Leichen der 17 in Kilmichael getöteten Gilfs Nach der geltenden Versicherungsgesetzgebung aber haben nur ländische Staats- und Kommunalbetriebe, Privatunternehmungen, polizisten furchtbar verstümmelt waren. anscheinend durch die mittellofen Gesunden für die mittellofen Aftiengesellschaften, Konsumgenossenschaften und Arbeiterorganis Beilhiebe. Die außerordentliche Polizei in London hat Befehl erhalten. Stranten zu sorgen. Die begüterten Schichten nehmen an fationen zweds Ausbeutung und Verarbeitung der russischen sich bereitzuhalten für den Fall, daß die Sinnfeinverbrechen der Fürsorge für die mittellofen Stranten überhaupt nicht teil. Bodenschätze. Bei der Erteilung von Ronzessionen macht die in England weiter um fich preifen. Das Post amt in Liver- Man wende nicht ein, daß doch die Arbeitgeber Sowjetregierung das 8ugeständnis, daß der Konzessions pool ist vorsichtshalber gefchloffen worden andere wichtige Ge- ein Drittel des Versicherungsbeitrages zu zahlen haben. Für inhaber durch einen Teil der Ausbeute mit Ausfuhrgenehmigung bäude, wie Banken, Docks und die Elektrizitäte zentrale, werden beentlohnt wird. Bei Beschaffung von Maschinen usw. sollen wacht. Die Polizei verbaftete eine weitere Anzahl von Handelsprivilegien gewährt werden. Die Konzessionsfrist ist aus Berfonen. Die Behörden befürchten in den nächsten Tagen, Gereichend lang. Es wird garantiert, daß das Eigentum des Kon- walttaten der Sinnfeiner in London, da dort vor furzem Sinn sessionsinhabers weder nationalisiert noch konfisziert oder requt- feinerartilleristen in eigenen fleinen Booten angekommen riert werden darf. Sonderverträge mit Arbeitern und Angestellten sein sollen. find zugelassen. Endlich wird garantiert, daß die Konzessionsbedin gungen durch anderweitige Dekrete nicht beeinträchtigt werden. Stoltichat, Denikin, Wrangel, Betljura sind geschlagen. Die privatkapitalistische Aktiengesellschaft fiegt. Sowjetrußland hat den eigenen Rapitalismus totgeschlagen, aber dem ausländischen unter wirft es sich! Völkerbund von Militärpersonen! Zum oberschlesischen Abstimmungskampf. # den Arbeitgeber ist die Versicherungsgebühr längst ein fester Posten seiner geschäftlichen Kaltulation geworden. Sie wird als fonstanter Faktor in den Herstellungspreis einbezogen, und im Anfang diente fie oft genug als willkommener Anlaß, den Verkaufspreis nach oben abzurunden. Nicht der Arme, aber die Armen müssen für sich selbst forgen. Die foziale Lüge, die ökonomische Widersinnigkeit dieses Sages wurde einmal dadurch verhüllt, daß man das Entgelt des Arztes ziemlich niedrig hielt so niedrig, daß der Nurfassenarzt" einer sehr großen Klientel bedurfte und daher zur oberflächlichen Behandlung geradezn gezwungen war und daß man andererseits den Kreis der Versicherten allmählich immer mehr erweiterte. " Dortmund, 1. Dezember. Die Landesgruppe der vereinigten Verbände Heimattreuer Oberschlesier, die Bertreter von mehr als 30 000 Abstimmungsberechtigten, erhebt entschiedenen Protest gegen das Bestreben der Franzosen, die im Reich wohnenden Oberschlesier in Köln abstimmen zu lassen. Sie berlangt genaue Durchführung des Friedensvertrages, der bestimmt, Genf, 1. Dezember. Der heutige amtliche Anzeiger des Vol- daß jeder in der Gemeinde abstimmt, in der er geboren ist. die Einbeziehung der Angehörigen in die Strankenversicherung. ferbundes bringt Einzelheiten aus der letzten Sibung des Beuthen( Oberschl.), 1. Dezember. Eine Konferenz der Rüstungsausschusses. Danach wies Branting polnischen Geistlichen hat zu dem Erlaß des Kardinals Schweden in Uebereinstimmung mit Fod- Holland darauf hin, Bertam, in dem den Geistlichen verboten wird, sich ohne ausdaß die mit der Abrüstung betraute ständige Kommission nicht be- drückliche Erlaubnis des örtlichen zuständigen Pfarrers politisch schließen könne, weil sie ausschließlich aus Militärpersonen zu zu betätigen, eine Entichtießung angenommen, in der die 91 antveien sammengesetzt sei! Die Völker der Welt seien den Lasten der den polnischen Geistlichen erklärten, daß sie sich dem Erlaß unter Rüstungen nicht mehr gewachsen; man müßte ihren Gefühlen werfen würden, folange er Gültigkeit habe. Sie sprachen aber Rechnung tragen, wie sie in den Arbeiterorganisationen zugleich das tiefste Bedaueru aus, daß dieser Erlaß in einer ber ganzen Welt zum Ausdrud tämen. Ein Beispiel dafür fei die Londoner Internationale Konferenz der Gewerkschaften. Desterreich im Bölferbund. Der entscheidende Schritt aber steht noch bevor: die Einführung der Familienversicherung, d. h. Während des Krieges ist durch die ärztliche Behandlung der Frauen und Kinder der Kriegsteilnehmer auf Staats- und Gemeindekosten der Gedanke der Familienversicherung in erheblichem Umfange verwirklicht worden. Diese Kriegsfürsorge ist aber bis auf unwesentliche Ausnahmen( Behandlung bedürftiger Kriegerwitwen u. a.) heute wieder aufgehoben. Die allgemeine Einführung der Krankenversicherung für die nicht erwerbstätigen Frauen und Kinder ist so gespannten Zeit erfolgte. Er stelle eine Ausnahmeberfügung aber zur Zeit eine der dringlichsten sozialen Forderungen. dar, deren Beseitigung die polnische Geistlichkeit mit legalen Mitteln Sie ist ein Gebot der Stunde, eine der Grundlagen zu dem ' n Angriff nehmen würde. An den Vatikan foll ein Memo- vielberufenen Wiederaufbau Deutschlands. randum gerichtet werden. Genf, 1. Dezember. Die 5. Kommission( Kommission für Die deutschen Parteien Oberschlesiens haben einen Aufruf erbie Zulassung neuer Staaten) hat heute nach Entgegennahme eines Berichtes von Lord Robert Gecil und eines Antrages von Fisher. lassen, in dem sie gegen jede zonenweise oder sonst getrennte Ab. England einstimmig beschloffen, der Versammlung das Auf- ftimmung als gegen den Friedensvertrag verstoßend protestieren. nahmegesuch Oesterreichs in den Völkerbund zur Annahme zu empfehlen. Eupen- Malmedy. Hier liegen Aufgaben, denen sich die Gesellschaft trot allen finanziellen Nöten nicht entziehen kann. Die erste und bringendste Forderung, die wir an die Regierung zu stellen haben, ist daher: Gewährleistung ärzt licher Behandlung für alle Volksangehörigen durch sofortige Einführung einer allgemeinen Fa milien Strantenversicherung für das ganze Reich. WTB. meldet: Für die Meldung der Genfer Suisse", der Litauisch- polnischer Waffenstillstand. Aber diese Forderung ist nicht nur eine LebensnotwendigVölkerbund habe das erneute Ansuchen der deutschen Regie- feit des Volksganzen, sie ist auch ein unabweislicher Anspruch Kewno, 1. Dezember. Die Litauische Telegraphen- Agentur rung, die Bolts abstimmung in Eupen und Malmedy der Versicherten für die ungeheureu Lasten, die meldet: Gemäß dem mit den Bolen abgeschlossenen Waffenstill- für ungültig zu erflären, abgewiesen, liegt an zuständiger Stelle Arbeiter und Angestellte heute bereits für die Krankenkassen standsvertrag wurde die Kampftätigkeit an der Front gestern um eine Bestätigung nicht vor. Wie wir hören, stehen neue aufzubringen haben. Das Gesetz schreibt den VersicherungsMitternacht eingestellt. Schritte der Reichsregierung bebor. pflichtigen bereits Beiträge bis zu 7% Proz., neuerdings sogar bis zu 10 Proz. ihres Einkommens vor. und in der Tat werden von den meisten Kassen bereits die gesetzlich zu- gelassenen Höchstbeiträge erhoben. Die Arbeiter und Ange- stellten zahlen bereits 600, 700, ja 800 M. jährlich in die Ärankenkassen. Die Erhöhung des Krankengeldes dagegen hat mit den Beiträgen nicht Schritt gehalten. Während nach der Reichsversicherungsordnung das Krankengeld die Hälfte, unter Umständen sogar zwei Drittel des Grundlohnes betragen soll, ist es durch die Ergänzungsgesetze, die in diesem Frühjahr von der Nationalversammlung angenommen wurden, auf höchstens 15 M. für den Tag festgesetzt worden, bleibt also sür viele weit hinter der halben Höhe ihres Lohnes zu- rück. Die Kosten für den Arbeiter und Angestellten sind also auch hier weit höher gestiegen als ihre Bezüge. Dafür muß ihnen wenigstens das Recht zugestanden werden, ihre Frauen und erwerbsunfähigen Kinder im Krankheitsfall kostenfrei be- handeln zu lassen. Auch aus diesem Grunde also ist die Familienversicherung eine soziale Notwendigkeit. Wer aber soll diese neuen Lasten tragen? Sollen die Beiträge der Versicherungspflichtigen weiter in die Höhe ge- schraubt werden? Soll der Arbeiter und Angestellte fortan zwölf oder noch mehr Prozent seines Einkommens allein für die Krankenversicherung entrichten? Das geht nicht an. Es kann dem gesunden Arbeiter nicht zugemutet werden, daß er jahraus, jahrein ein Achtel seines Einkommens als Prämie einzahlt, ohne vielleicht jahrelang die Kasse in Anspruch zu nehmen. Nun ist von verschiedenen Seiten der Vorschlag gemacht worden, zur Aufbringung der Mehrkosten besonders diejenigen heranzuziehen, für die die Familienversicherung geschaffen werden soll, also die verheirateten Kassenmitglieder. Es braucht kaum gesagt zu werden, daß eine erhebliche Sonderbesteuerung der Familienväter ja gerade dem Sinn der Familienversiche- rung zuwiderläuft. Die Familienversicherung hat den Zweck, die Familien und besonders die kinderreichen Familien Wirt- fchaftlich zu entlasten, nickt, sie aufs neue zu belasten. Die Arbeitgeber in höherem Maße als bisher heranzu- ziehen, wäre ebenfalls völlig ungeeignet. Denn das würde nur automatisch zu einer Verteuerung aller Bedarfsgegenstände führen, würde also nichts als eine ungestaffelte Konsum- st e u e r bedeuten, die wiederum am meisten die Wirtschaft- lich Schwächsten bedrücken würde. So scheint nichts anderes übrig zu bleiben, als die Mehr- kosten auf das Reich abzuwälzen und auch für die Kranken- Versicherung den Reichszuschuß einzuführen, den Bismarck von Anfang an vorgesehen hatte, den er aber im Reichstag nicht dnrchzusetzen vermochte. Zweifellos würden bei der gegen- wärtigen Finanzlage des Reiches die Bedenken des Reichstags gegenüber einem Milliardenprojekt, wie es der Reichszuschuß immerhin darstellt, heute nicht geringer sein als in den acht- ziger Jahren. Man braucht aber nur die bisherige Organisation unserer Krankenversicherung restlos auszubauen, um zu einer be- friedigenden Lösung des ganzen Versicherungs- Problems zu kommen. Die logische Folge ist also: a l l e Volksgenossen in die Organisation der Krankenversicherung einzubeziehen. Durch die unumgänglich notwendige Einführung der Familienversicherung würden 90 bis 95 Proz. der gesamten Bevölkerung der Kranken- Versicherung angehören. Vor den letzten 5 bis 10 Proz., den Be- güterten, die mehr als 15 000 M. Einkommen haben, hat man bisher halt gemacht, sie von allen Lasten befreit und dadurch die soziale Versicherung zu einer unsozialen Einrichtung ge- macht. Werden auch sie in die Versicherung einbezogen, dann erst hätten wir eine wirklich„soziale" Versiche- rung.< Durch einen derartigen Ausbau der Krankenversicherung zu einer Volksversicherung würde organisch die S o z i a l i- sierung des Heil Wesens erwachsen, ohne staatliche Bevormundung, ohne bureaukratischen Zwang, ohne aus den Aerzten Gesundheitsbeamte zu machen und damit das not- wendige Vertrauensverhältnis von Arzt und Patienten zu ge» fährden. Zu der Einbeziehung aller Volksgenossen muß die Einbeziehung aller Aerzte in die Volksversicherung treten. Der Gesamtheit aller Versicherten soll die Ge- samtheit aller Aerzte gegenüberstehen, aus der sich der Patient den Arzt seines Vertrauens auswählen kann. Dann erst wird unsere Kassengesetzgebung aufhören, eine Klassen- gesetzgebung zu sein, dann erst hätten wir eine Volksversiche- rung, sozial und demokratisch im besten Sinne, in der alle gleiche Rechte und, ihren Kräften entsprechend, gleiche Pflichten haben._ Durch Kapp zu Kahr. München, 1. Dezember.(Eigener Drahtbericht deS„Vorwärts".) Das bayerische Justizministerium hat bekanntgegeben, daß seine Ermittelungen gegen die Kapp-Putschisten und wegen des gewaltsamen Sturzes der bayerischen Regierung vom 14. März dieses Jahres„mit voller Bestimmtheit" ergeben haben, daß die Beschuldigungen zu Unrecht erhoben worden sind. Die Münchener und bayerischen Hochverräter von der Rechten sind blütenweiße Unschuldsengel, denen sehr unrecht getan worden ist. Der bayerische Justizministcr Dr. Roth konnte nicht gut zu einem anderen Ergebnis gelangen, denn er war ja bei dem Putsch ein Hauptbeteiligter und ist jetzt nicht nur Orgeschmann, sondern Intimus der schlimmsten Reaktion. Genosse Alwin Saenger frischt jetzt in der„Münchener Post" Roths Gedächtnis auf, denn er hat als Staatssekretär jener bayerischen Ministerratssitzung beigewohnt, die unter dem Druck der Militär- g e w a I t zur Abdankung der Regierung und zur Ueber- tragung der Gewalt an den General M o e h l führte, worauf dann folgerichtig das Kabinett von Kahr hervorging. Saenger stellt fest: Am 13. März hatte General Moehl alle Garantien für das Militär übernommen, auf Mannschaften und vor allem Offiziere sei unbedingter Verlaß, daß sie zu der gesetzlichen Regierung stehen würden. Daher blieb der General auch, als Ministerpräsident Hofmann ihm dringend zusetzte und erklärte, man wolle und müßte die volle Wahrheit erfahren und ertragen. Auf die Frage eines liberalen Ministers nach der Organisation der Zeitfreiwilligen in München erwiderte Moehl: Es möge richtig fein, daß sich unter den Zeitfreiwilligen polilisch nicht verlässige Elemente befinden können, die Zahl der Zeit- freiwilligen sei aber zu gering, um im Gesamtkörper der Truppe maßgebenden Einfluß zu besitzen. In früher Morgenstunde wurde jedoch der Ministerrat abermals zusammenberufen. Die Sitzung fand um 6 Uhr statt. General Moehl erschien und erkärte, die Truppen in München wären zu- v e r l ä s s i g, auch seien die Zeitfreiwilligen weit zahl- reicher, als er geglaubt habe. Polizeipiäsident Pöner und Herr E s ch e r i ch waren anwesend und verlangten we- gen der Stimmung der Truppen die sofortige lieber- tragung außerordenticher Vollmachten im ganzen Lande an General Moehl. Am Minister- tisch erschien Herr Hem meter, Obmann des Schutz« und Trutzbundes, Führer der Zeitfrei willi- gen und Agitator der deutschnationalen Studentenschaft, in Uniform. Er verschwand dann wieder und ließ einen liberalen Minister herausbitten. Saenger fährt wörtlich fort:„Der liberale Kollege des Kabinetts erzählte dann seiner Umgebung, Herr Hemmeter habe ihn aus persönlicher Freundschaft darauf aufmerksam gemacht, daß er sich unverzüglich entfernen müsse, da in der nächsten Viertelstunde für die Mit- gliederdesMinisterrats nicht mehr garan- tiert werden könne. Während des Ministerrats erschien im offiziellen Auftrage des politischen Ab- teilungschefs der Polizeidirektion München ein Beamter vor dem versammelten Ministerrat, um o f f i- ziell mitzuteilen, daß die Polizeidirektion München es a b l e h n e, a n g e si ch t s derStimmung derTruppen demMinisterratSchutz zugaran- tieren." Diese Tatsachen sprechen für sich. ES ist völlig klar, daß am 14. März nach Art Kopps in München geputscht worden ist, es ist aber auch klar, daß Herr Roth als Mit- verschworener die Putschisten des Hochvorrats nicht anklagen kann. Wie noch mitgeteilt wird, handelt es sich bei dem von Saenger gemeinten liberalen Minister um den ehemalige Justizminister Müller. Neue Pläne. Hamburg, 1. Dezember.(Eig. Drahtbericht deS.Vorw.") Das„Hamburger Echo" veröffentlicht in der Nummer vom Mittwoch nachmittag einen sensationellen Brief, der ihm im Original vorliegt. Der Brief hat folgenden Wortlaut: Einum, den 27. Okiober 1020. Lieber..... Bis Uebermiltler unserer gememiamen Sacke und Ziele war ich von E. ielwa Esckerick? Red.) nach Müncken be» ordert. Dort bin ich über alles genau informiert und in» Ver» trauen gezogen. E. bat bestimmte einwandfreie Pläne, die gereift sind. Er stellt sich führenden Männern zur Ler» fügung. Einen stallen Rückhalt bilden wir. E» ist nun ollgemeine Ausgabe, möglickst viele aus unseren Reihen zu gewüinen, so die II. M. B.(II. Marine-Brigade Ebrbardt. Red.), da die II. M. B. den Kern zu bilden hat, dem sich folgend« anickliehen werden. Da» Endziel ist unS ja zum größten Teil bekannt. E» besteht im Zerjchlagcn de» Friedensverträge» nnd der roten Gefahr, zwei Aufgaben, denen man auf zwei versch ebenen Wegen zu dienen hat. Erstens: sollte der role Schrecken durck» Land ziehen, so werde ick allen Kameraden eine Nackricht zugeben lasten. Darausbin haben sick alle umgebend ins Truppenlager Grabenwochr zwischen Hos immer gute Freunde gewesen. Mit dem Ranzel auf dem Rücken haben wir jahrelang�zusomtnen die Landstraße durch- mesten. Wenn der Heini Ackermann irgendwo Arbeit annahm, so wußte ich, es dauerte nicht sehr lange, wir fanden uns dann doch immer wieder. Es war ein lebenslustiger, lieber Kerl, mit bleichen und mädchenhaften Zügen, aber mit einem eisernen unbeugsamen Willen. Schon als wir uns kennenlernten, er war damals 10 Jahre alt, trug er den- ßteim zu einer Krankheit in sich, deren Nährboden viele Proletarierkinder als einziges trauriges Erbteil von den Eltern Mitbekommen. Wem er dt» Krankheit zu verdanken hatte, das zeigten mir feine Schilderungen der traurigen Kindertage, die mir oft das Herz durchschnitten. Er kämpfte aber tapfer für seinen schwächlichen Körper. Man sah ihn nie rauchen, selten trinken, und auch sonst war er ein treuer Wächter seiner Gesundheit. Viele gute Lehren über Körperpflege danke ich ihm noch heute. Wie es aber im Leben geht, eines Tages kamen wir doch auseinander. Heini hatte das Wanderleben satt, er fand gute Arbeit, und die hübschen Augen eines braven Mädchens taten das übrige, daß der Freund vom Freunde schied. Heins gründete in einem westfälischen Städtchen seine zweite Heimat und verlebte zu- nächst einige zufriedene Jahre. Im Anfang schrieb ich ihm öfter, als aber seine Antworten immer seltener wurden' und schließlich ganz ausblieben, hörte ich lange Zeft nichts von ihm. Bis mich der Zufall wieder in seine Nähe brachte. Nach fünfjähriger Irrfahrt kam ich wivder in das Städtchen, in dem ich meinen Heini verloren hatte. Mein erster Gang war zu ihm. Aber wie fand ich ihn wieder. Die mörderische Lungenkrank- Heft hatte seine Lebenskraft langsam aber sicher untergraben. Wiederholte Arbeitslosigkeit mit ihren trüben Begleiterscheinungen für den Arbeiterhaushaft seine Widerstandskraft geschwächt. Da ' waren hie frohen Lebensgeister bald geschwunden. Vier Kinder trugen dazu bei, daß deni kranken Vater selbst bei voller Arbeit die kräftige Kost nicht allzu reichlich zugemesten wurde. So wurde unser Wiedersehen sehr traurig. Was er schon alles gelitten, machte mich erbeben. Er zeigte mir ganze Schubfächer voll von Eingaben und ablehnenden Bescheiden, die unsere herrliche Sozialpolitik in wunderbare Beleuchtung stellten. Ueberall hatte man ihn schon.abgewiesen und der Gedanke, was einmal aus seiner Familie werden sollte, drückte ihn vollständig zu Boden.„Was sangen nur meine armen Kinder und meine Frau in dieser elenden Weft an, wenn ich nicht mehr bin", das waren seine Worte, die aus allen seinen RedKl klangen. Der Lenz war wieder in das Land gekommen. Als die warme Frühlingssonne ihre goldenen Strahlen auch in die ärmliche Be- hausung Heinis schickte, da raffte auch er sich nochmals empor und griff � zum Dachdeckerhommer. Wir arbeiteten wieder aus einem Neubau zusammen und überließen ihm immer die leichteste Arbeit Wir anderen hämmerten für ihn mit, damit der Unternehmer nicht merkte, daß seine Arbeitskraft der Weft bereits ihr Bestes gegeben hatte. Eines TageS gegen Ende April drängte sich Heini mit einer nervösen Hast zu einer Arbeit, die einen ganzen Mann erforderte und nicht ungefährlich war. Wir wollten das unier keinen Um- ständen leiden, aber er gab nicht nach, wurde ärgerlich, beinahe brüsk und meinte mit einem lächelnden Gesicht:.Ihr meint wohl, ich bin schon ganz schlapp, ich stelle noch immer meinen Mann..." Da ließen wir ihn gewähren. Da, gegen 10 Uhr, wurden wir durch einen lauten Aufschroi emporgeschreckt, und ohne gleich zu wissen, was es war, sahen wir unten auf der Straße schon die Menschen zusammenlaufen, auf den Neubau zu. Auf einen Stoß eiserner Träger lag der leblose Körper HeiniS, besten Absturz wir gpr nicht bemerkt hatten. Er mußte in dem Moment ausgeglitten sein, wo wir anderen gerade beim i�chiesersteintransporl beschäftigt waren. Er war tot. Wenige Stunden später hatte man ihn bereits aus den Friedhof geschafft. Von Weiterarbeiten war an diesem Tage keine Rede mehr. Mft zitternden Gliedern wankte ich in mein Logis. Wie war ich aber überrascht, dort ein Schreiben vorzufinden, das Heinis Schrift. züge trug. Der Brief war erst an dem Unglücksmorgest zur Post gegeben worden. Mit zitternden Händen riß ich den Umschlag ab. der tote Kamerad schrieb mir folgendes: Lieber Freund! Die ganz« Zeit über hat mich, wie Du gut weißt, die Sorg« geguält. wie ich meinen Kindern und meiner Frau helfen kann, wenn ich einmal nicht mehr bin. Nach meiner Schätzung hätte ich noch drei bis vier Monate zu-leben, dann würde mich der Würge- enge! Tuberkulose doch dahinraffen. Das bedeutet aber für meine Familie den Anfang einer sehr, sehr traurigen Zeit. Sie ist der öffentlichen Armenunterstützung preisgegeben und das bedeutet den langsamen Huntertod. Was das auf sich hat, habe ich in den letzten drei Jahren genugsam erfahren. Es ist ffft inich entsetzlich, diesen Gedanken zu Ende zu denken. Das soll und darf nicht geschehen. Um meiner Familie dies Schicksal zu ersparen, habe ich mich ent- schloffen, meinen Körper so teuer zu verkaufen, wie ich eben kann. An der Gesellschaft, deren Sünden ich in meiner kränken Brust umherschleppe, die meine Ellern hat verhungern lassen und meine Familie wird kalten Herzens darben sehen, will ich mich rächen. Zu diesem Zwcck werde ich morgen früh einen Unfall herbeiführen, um meiner Familie die Rente zu erkaufen. Nun habe ich aber eine letzte Bitte an Dich, lieber Freund! Sorge Du dafür, daß mein Opfer nicht umsonst gebracht ist. Ich weiß nicht wie, alles ausgeht, aber ich werde vorsichtig fein. Aber wenn es zu protokollarischen Vernehmungen kommt, gelt. Du findest einen plausiblen Grund? Und noch eins: Sage keinem Menschen, was ich Dir geschrieben, auch meiner Frau nicht. Sonst wäre ja alles umsonst. Was tut e'L, ob.ich einige Wochen früher oder später gehe. Lebe wohl, nimm meinen letzten Gruß Dein Heini. Drei Tage später, am ersten Mai, begruben wir ihn. Am Grabe sprach ein evangelischer Geistlicher einen albernen Sermon, ich hätte ihn am liebsten vom Grabe weggeschoben und selbst das Wort ergriffen, so voll war mir die Brust. Vom Grabe gingen wir zur Maiversammlung. Noch nie ist mir es wie an diesem Tage zum Bewußtsein gekommen, welcher Mut, welcher Heroismus oft in einem blauen Kittel steckt und was für ein herrlich großer Fonds sittlicher Kraft im Volke geborgen ist. Das Lustspielhans bat einen neuen Schwank:„Die schwe- bende Jungfrau"(von Arnold und Bach) und Arnold R i e ck hat feine ihm wie auf Bestellung Vassende Leib rolle darin. Der deutsche Schwan' ist bekanntlich unsterblich; es mögen Weltkriege und Revolutionen durch die Lande geben:«r bleibt sich treu. Dieser hier gibt Bilder aus dem deutschen Spießerfamilienleben, in dem der junge Ehemann brav uno ttigendhaft ist und für den Schmie- gerpapa, der als Schtvcrenoier auf Abenteuer geht, büßen muß. Aber am Ende wird die Harmonie wiederhergestellt und aller Groll an dem Detektiv, der die Geschichte eingerührt hat, ausgelassen. Die besonderen Lustbarkeiten aber find: der Hahnepampel, der unter dem Joch seiner Tan tippe stöhnt(Herbert Paulmüller in urdrolliger Maske und Marie Grimm ein Hausdrache von vielen Graden)� und der Negerboxer, den Lovi« Brody mit solcher Echt- heit hinstellte, daß die etthebliche Frage auftauchte: ist eS ein wirklicher Neger oder nicht. Arnold Rieck aber plätschert« in allen Wonnen de? eingebildeten Gockels und mimte nach seinem Reinfall einen Jeremias Bäblamm. der einer besseren Aufgabe würdig ge- weseii wäre. Den Getreuen des Haufes gefielen die Verwicklungen und die Lachreize, die sie auslösten. Da die Begebenheit schon um �10 Uhr aus war, ist sie ohne Zweifel als sehr kurzweilig zu bezeichnen.—f, Musik. Da» dritte Beethoven-Konzert 15. und 6. Sinfonie) mit dem Blüthnerorchester findet Sonntag, nachm. 4 Uhr. im Bliiibneisaal statt.— B e c s e h tmanstaltel sein nächstes Violinkonzert Sonntag, mittags '/,t2 llbr in der Scala.— Ein O ff c n b a ch-Abend findet Sonntag nach- mittag im Schilleriaal Cbarlottenburg statt. Borträge. Pros. Pniower spricht in der Deutschen Gesellichast silr Gartenkunst über„Die Entwicklung deS Tiergarten« zu Berlin und ieiue Geschichte', 7 Uhr, im Märkischen Museum Gäste willkommen Nr. 590 37.Jahrgang Groß- Berlin Die Oberbürgermeisterfrage. Beilage des Vorwärts Kurz nach dem Rücktritt des Oberbürgermeisters Wermuth tauchte in Zeitungsmeldungen wiederholt die Frage auf, wer wohl der Nachfolger Wermuths werden dürfte. Es wurden auch bereits bestimmte Namen genannt, die als fonimende Männer ernstlich in Betracht zu ziehen wären. Neben dem ehemaligen Oberbürgermeister von Straßburg, jezigen Oberpräsidenten Dr. Schwander wurde des Oberbürgermeisters Dr. Luther Effen gedacht; von letzterem behauptet der„ Lokal- Anzeiger" in seiner gestrigen Abend nummer, daß er der Kandidat der Bürgerlichen sei. Zugleich weiß dasfelbe Blatt zu melden, daß in den Wandelgängen der Landesversammlung als einer der aussichtsreichsten Kandidaten als Oberbürgermeister Genosse Leinert in Hannover genannt wurde, während die Unabhängigen Dr. Weyl präsentieren. 11 Zu diesen Meldungen ist zu bemerken. daß sie lediglich als Kombinationen zu betrachten sind. Die Wahl des neuen Oberbürgermeisters ist gewiß sehr eilig, aber über die Perion wird nicht in den Wandelgängen der Landesversammlung, sondern in dem mit dieser Wahl zu betrauenden Ausschuß entschieden werden. Die Freiheit" behandelt in einem:„ Die fommunale Krise" überschriebenen Artikel gleichfalls diese Frage. Sie gibt der ganz richtigen Auffassung Ausdruck, daß durch die Spaltung der 11.S.P. die Stellung der sozialistischen Parteien in der neuen Stadtgemeinde noch mehr erschüttert worden sei. Und wenn gegenwärtig die durch den Rücktritt Wermuths heraufbeschworene Strife sich in einer Krise des gesamten Gemeinwesens äußere, so trügen die Donnerstag, 2. Dezember 1920 Der beschlagnahmte Feldherrnstab. fennungsmarte vor, außerdem eine Reihe von Privatbriefen, in denen behauptet wurde, daß die Eheleute Maerz Geld in das Ausland berichieben wollten. Unter dem Vorwande, im Auftrage des Staats- nistenführers nach Waffen fand die Kriminalpolizei einen FeldherrnBei der Durchsuchung der Wohnung eines befannten Kommu anwalts, als dessen Sekretär Hartmann vorgestellt wurde, eine Durch stab, den sie beschlagnahmte. Der Eigentümer erflärte, daß er ihn suchung vornehmen zu müssen, stellten sie Silbersachen und Silber- Ende August d. Js. von einem unbekannten Händler in Warschau geschirr im Werte von 100000 M. zufammen, um es zu bes für 3 Taufend polnische Mart gekauft habe. Es handelt sich um ichlagnahmen! Inzwischen batte die Polizei die Villa umstellt und einen Feldberrnstab des Polenkönigs Johann Sobieski, dessen Bildihre Leute drangen ein. Nun fam es zu einer Schießerei. Her nis die Kugel des Stabes trägt. Soweit fich bisher feststellen ließ, mann gab einen Schuß auf die Beamten ab, der von der anderen stammt der Feldherrnstab aus Privatbefiz. Er ist stark versilbert Seite erwidert wurde. Hermann wurde so schwer verlegt, und hat neben seinem großen historischen auch einen Metallwert. daß er bald darauf gestorben ist. Förster behauptete, daß auch er nur zu dem zwed mitgetan habe, um im geeigneten Augenblick die Verbrecher festzunehmen. Dem Gericht famen in dieser Beziehung einige Bweifel auf, es zog jedoch vor, diesen Angeklagten freizusprechen. Hartmann wurde zu 1 Jahr 9 Monaten. Berndt zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Tie Trauung verschlafen. Die ,, mißverständliche" Bekanntmachung. Schikanen beim Zollpostamt. Von einem Leser unseres Blattes erhalten wir folgende beachtenswerte Zufchrift: Wenn man sieht, wie es der Hohenzollernclique möglich war, ihre Vermögen zu berichieben, und wenn man die Riesenausgaben für das Ein- und Ausfuhrkommissariat betrachtet, fragt man sich unwillkürlich, für wen eigentlich die ganzen Ueberwachungsvorschriften existieren. Man braucht nur einmal auf In der letzten Sigung der Potsdamer Berufungstammer das Zollpostamt in der Köthener Straße zu geben und man bat die machte sich im Zuhörerraum ein Mann durch Zwischenrufe so un- Antwort. Hier müssen täglich bhunderte von Personen ihre Sachen angenehm bemerkbar, daß der Vorsitzende ihn noch mehrfachen Ord- abholen, deren Wert in gar keinem Verhältnis zu dem aufgenungsrufen verhaften und gegen den Auiiäifigen, eine 24stündige wandten Beamtenapparat steht. Liebesgaben für arme Leute, hafi verhängen ließ. Bald nach der Einlieferung verfiel der Häft- Tauichsendungen von Briefmartensammlern uim. usw. werden einer ling, der dem Alfobol- tüchtig zugesprochen hatte, in einen tiefen genauen Prüfung unterzogen. Hat der Empfänger es veriäumt, Schlaf. Als er gestern nachmittag um 3,30 Uhr, genau nach irgendein Schriftstück mitzubringen, aus dem flar ersichtlich, daß die 24 Stunden, gewedt wurde, befann er sich, daß um 3 Uhr seine Sendung wirklich eine Liebesgabe ist, dann hat er das zweifelhafte Vergnügen, nochmals den Weg nach Hause zu machen, um dieses ber tirchliche Trauung stattfinden sollte, beizubolen, oder er muß sich eine Einfubrbewilligung beim Reichstommiffar beforgen. Natürlich dauert dies alles feine Zeit und so Zu der Bekanntmachung des Polizeipräsidiums über das Vor. fann man außer den Fahrtkosten mit einem ganzen Tag( besonders wenn man im Vorort wohnt) Zeitveriäumnis rechnen. Ist man gehen gegen die Hotelbetriebs- Aktiengesellschaft wird von WIB. glücklich im Befiz des Paletes oder Briefes, dann stellt sich heraus, daß folgende Meldung verbreitet: Die Bekanntmachung im Reichs- Anzeiger" vom Diens- man für einige Mart„ einiuärbewilligungspflichtige" Sachen erhielt, tag. 30. November, wonach der Hotelbetriebs- Aftiengesellschaft in für die man, wenn es sich um eine Tauschiendung handelt, natür Schuld daran die Neukommunisten. Ihrem Verhalten habe Berlin, Dorotheenstr. 47, der Handel mit Gegenständen des täglich auch noch Gegenwert geben muß! Man gewinnt dabei den es die Groß- Berliner Arbeiterschaft zu danken, wenn die Erwartungen, lichen Bedarfs untersagt wird, ist durch ein Versehen der Ab- Eindruck, daß diefe ganzen Erichwerungen nur für die fleineren die sie an die Wirksamkeit einer sozialistischen Mehrheit in der teilung W des Polizeipräsidiums in mißverständlicher Berliner Stadtverwaltung geknüpft hat, nicht in Erfüllung Form veröffentlicht worden. Der Hotelbetriebs- Aftiengehen. gesellschaft ist lediglich die Fortführung ihres Bäckerei und StonWir stimmen in der Beurteilung der gegenwärtigen Situation ditoreibetriebes untersagt worden. Eine entsprechende Bekanntmit der Freiheit" völlig überein. Nach dem Verhalten der Neu- machung im Reichs- Anzeiger" wird umgebend erfolgen. fommunisten im Falle Wermuth und neuerdings dem Verkehrs- zember stattfindende Vollfißung des Verbandes der Hoteliers dezernenten Dr. Adler gegenüber tritt immer offenfundiger zutage, Deutschlands beschließen werde, alle dem Verbande angegliederten daß mit diesen Leuten ein Zusammenarbeiten unmöglich ist. Hotels und Restaurants zu schließen. Es ist daher eine Jllusion, zu glauben, daß die Berliner Stadtverordnetenversammlung noch eine geschlossene fozialistische Mehrheit aufweist. Unter solchen Verhältnissen wird die Bersonen frage des fommenden Oberbürgermeisters nicht allein nach seiner Parteistellung, sondern mehr nach seiner fachlichen Tätigkeit zu bewerten sein. Denn einem Sozialisten, der sich auf eine Mehrheit ftüßen müßte, die lediglich von der Gnade der neufommunistischen Fraktion abhängig wäre. würde in kurzer Zeit dasselbe Schidial beschieden sein, wie dem Oberbürgermeister Wermuth. Wir sind überzeugt, daß in der Fraktion der Unabhängigen sowohl, wie auch in der unserer Partei, die Kandidatenfrage von dieser Seite aus sehr eingehend erwogen wird. Die Schießerei in der Villa. Leute bestimmt sind, die Schiebungen der Großen übersieht man dabei anscheinend( siehe Hohenzollern 1), da man eben seine Beit mit Rebeniächlichkeiten bergeudet. Die Allgemeinheit hat aber zu verlangen, daß die Ueberwachungsstellen produktive Arbeit leisten, damit der Staat Nußen davon hat und nicht die lleberEin Abendblatt teilte gestern bereits mit, daß die am 6. De- wachungsvorschriften zu Schikanen für die kleinen Leute benutt. Wir hoffen, daß die Behörden sich durch diese Drobung von ihrer Pflicht, die Schlemmereien und den Schleichhandel in den Hotels zu unterbinden, nicht abbalten lassen werden. Bom Mehlbezuge ausgeschloffene Bäckermeister. Wegen unzuverläffiger Betriebsführung sind folgende Bädermeister vom Mehlbezuge ausgeschlossen worden: Adolf Tropp, Strelißer Str. 31; Wilhelm Fröhlich, Stalizer Str. 96; Gustav Krone, Landsberger Allee 157, drei Monate; Hermann Lohr, Hochmeisterstraße, vier Wochen; Ernst Valtinfo, Fransedyftr. 51, vier Wochen; Wilhelm Jäckel, Stettiner Etr. 25, sechs Wochen; Bruno Schulz, Reinickendorfer Str. 48, acht Wochen; Otto Frost, Franz straße 13, acht Wochen; Josef Schubert, Weberstr. 53. drei Monate. Auch der Konditor Auguft Rochliger, Chauffeeſtr. 47, ist Die Hausbesitzer und der Wohlfahrtsminister. Daß die preußische Höchstmietenanordnung, der es lepten Endes zu danken ist, daß die Häuserwerte nicht in die allgemeine Valutaspekulation hineingezogen und die Mieten nicht ins Maßlose ge steigert worden sind, den Haus- und Grundbesizern nicht gefällt, und daß ihr Urheber, der Minister für Volks wohlfahrt, sich in diesen Kreisen feiner besonderen Beliebtheit erfreut, ist bekannt und auch verständlich. Nachdem es den Hausbesitzern bisher nicht gelungen ist, mit fachlichen Gründen ihren Zwed, die Aufhebung dieser Verordnung, zu erreichen, wollen sie jetzt zu einem Radikalmittel greifen. Nach Zeitungsberichten ist nämlich vor kurzem in einer Bersammlung von einem Bertreter des organisierten Hausbesics erklärt worden, daß man die Verbreitung einer Flugschrift reiten solle mie Herrn Erzberger. Hierfür sollen teine Kosten gebeabsichtige, die dem Wohlfahrtsminister ein ähnliches Schicksal bes scheut werden! Wenn die Hausbesizer glauben, durch eine solche Stampfesweise sich mehr Sympathien in der Oeffentlichkeit zu ers werben, so irren sie sich. " Auf die Ausplünderung einer Lantwiger Villa zielte ein Unter- megen unzuverlässiger Betriebsführung vom Mehlbezuge ausge Gerhart Hauptmann für die Kinderhilfe. Zum Besten der nehmen an dem vier Perionen, darunter zwei Sicherheitsbeamte, schlossen worden. Sammlung für die notleidenden Kinder hat Gerhart Hauptmann beteiligt waren. Bei der Vereitelung des in den Anfangsstadien augesagt, eine Vorlesung aus eigenen Werfen in Berlin zu halten. Die Elektrisierung der Stadt und Ringbahn. steden gebliebenen Unternehmens ist einer der Verbündeten erAn dem Abend wird Gerhart Hauptmann auch noch nicht veröffent ichossen worden, so daß gestern nur drei Angeklagte vor der Die Einführung des elektrischen Betriebes auf den Berliner lichte Dichtungen zur Vorlesung bringen. Das Gesamtreinergebnis Sirafkammer des Landgerichts II erichienen, nämlich der Dreher Stadt, Ring- und Vorortbahnen foll, wie berichtet wird, erheblich ist für die Deutsche Kinderhilfe" bestimmt. Hartmann, der Sicherheitsunterwachtmeister Berndt und der Sichers beschleunigt werden. Die Elektrisierung soll vor allen Dingen eine Die am Sonntag angeießte Sammeltätigkeit der„ Deutschen heitswachtmeister Förster. Der Angeklagte Hartmann batte mit dem Griparung von Koble im Betriebe bringen. Auf der Boroitstrecke Kinderhilfe" bat, wie berichtet wird, schon überraschend gute Kellner Hermann den Plan gefaßt, die Maerziche Villa in Lantwiz Berlin- Bernau, auf der gleichzeitig mit der Strecke Berlin- Refultate gezeigt. Es ist zu hoffen, daß die notwendigen großen heimzusuchen. Für die Beteiligung an der Ausführung wurden Hermsdorf die elektrische Zugführung eingeführt wird, find Summen zusammenkommen, um die furchtbare Kindernot ernstlich die beiden mitangeklagten Sicherheitswachtmeister gewonnen die ersten Masten für die Oberleitung und die Stromzuführung zu lindern. und Berndt zog wieder den Sicherheitswachtmeister Heer errichtet werden. Angesichts des Eisenmangels und der außer Von einem D- Zug- Dieb empfindlich bestohlen wurde ein Kaufmann binzu. 5. ging indessen scheinbar auf den Plan ordentlich boben Preise für Eisen hat man sich entschlossen, aus Frankfurt a. M. Während der Fahrt von dort nach Berlin ein, um ihn zu verraten und seine Bereitelung zu ermöglichen. Am die Oberleitung, die aus Kupferzuleitung mit Stahldrahtfahrleitung stahl ihm ein Langfinger einen gelben Briefumschlag, der 65 000 W. 9. Oktober, als die Komplizen sich vergewiffert hatten, daß Herr besteht, an Masten aus Beten so aufzuhängen, daß die etwa 7 Meter bares Geld enthielt. Als er den Diebstahl entdeckte, war der SpizMaerz die Villa verlassen hatte, ging die Sache unter Führung des langen Ausleger der Mafien über die beiden Vorortgleife reichen bube mit der reichen Beute bereits spurlos verichwunden. Hermann vor sich. Während Heer mit Berndt aufpassen sollte, um und die Uebersichtlichkeit der Strecke und die Sichtbarkeit der bor unliebfamen Störungen gesichert au sein, aing Hermann mit Signale nicht beeinträchtigen. In bezug auf die Ausführung der Hartmann und Förster an die Ausführung des Blanes, der darauf gesamten Arbeiten hat der Reichsverkehrsminister angeordnet, daß hinauslief, eine der üblichen Beichlagnahmen" in Szene zu setzen. fie tunlichst schnell durchgeführt, dabei aber auch die Wirtschaftlich Als Frau Maerz auf das Klingeln öffnete, zeigte Förster seine Erfeit und Haltbarkeit der Bauausführung gewahrt werden sollen. 76] nur Das Licht der Heimat. Bon August Hinrichs. Jest bermißte Diert seinen gerissenen Freund Fied. Der war längst wieder in Hamburg, vielleicht auch gerade drüben in Argentinien, um die junge Firma Kaffen u. Thomsen weiter auszubauen. Sollte er ihn bitten, noch einmal wie der zu helfen? Das widerstrebte ihm, selber wollte er fich durchbeißen. Tagelang berhandelte er jegt mit den Männern, die zu entscheiden hatten. Aber wie zäh und entschlossen er auch borging, er kam nicht vom Fleck. Man berief sich auf günDa stigere Angebote, lehnte nicht ab, aber hielt ihn hin. merfte er, daß er so nicht weiter fam, und als ihm der Zufall noch eine Waffe in die Hand spielte, entschloß er sich kurz, seinem Gegner selbst auf den Leib zu rücken. Sorgfältig las er die noch von Fied abgefaßten Verträge und bisher ermorbenen Rechte, steckte, was ihm wertvoll dünfte, zu sich und fuhr nach Berlin. Eine Viertelstunde verging, eine halbe, eine ganze. Wollte man ihn stehen lassen, überhaupt nicht beachten? War er Luft für diese Herren? Er ballte die Fäuste. Einen Augenblick dachte er daran, einfach nach Hause zu fahren aber den Gefallen wollte er ihnen nicht tun. Und wenn es bis zum Abend währen sollte er blieb! Endlich ging die Tür, der Diener tam mit Papieren heraus, aber er hatte keinen Bescheid für Diert; falt, faft ein wenig spöttisch fab er den ungeschlachten Besucher an und wollte durch eine andere Tür hinaus. Da vertrat Dierk ihm den Weg und wies mit zwingender Gebärde auf die Doppeltür. ,, Melden Sie dem Herrn, daß ich seit zwei Stunden hier warte!" Der Diener wollte an ihm vorbei hinausschlüpfen, aber Dierk faßte mit eisernem Griff seinen Arm, drehte den Mann herum und schob ihn zurück. Das half, erschrocken knickte der Kerl zusammen und machte Rehrt. Einen Augenblick nur, dann war er zurüd und blieb in der geöffneten Tür stehen: Herr Direktor lassen bitten," Aber so leicht, wie er sich das gedacht hatte, war es nicht, Sochaufgerichtet trat Diert seinem Feinde gegenüber. hier bis zu dem einen Manne vorzudringen, dessen Hände Mitten in dem prachtvoll ausgestatteten Zimmer, hinter so mächtig bis in den fernsten Winkel Deutschlands griffen. einem riesigen Schreibtisch saß der Direktor, vornehm zuDer faß verschanzt hinter seinen Schreibfräulein Abteilungs- rüdgelehnt, und fah seinem unwillkommenen Besucher entvorstehern und Betriebsleitern. Erst nach sehr selbstbewuß- gegen. Ein paar Sefunden freuzten sich ihre Blicke, und tem Auftreten gelang es ihm, die erste Nette zu fprengen Dierk las in diesen scharfen, grauen, weißumbuschten Augen, und bis in das Wartezimmer des Allgewaltigen porzudrin- daß er feinen leichten Stand haben würde. gen. Ein Diener bat um seine Karte. er riß ein Platt aus Ohne seinem Gaft einen Sit anzubieten, begann der feinem Taschenbuch und schrieb mit kräftigen Bügen feinen Weltere: Was verschafft mir die Ehre, Herr- Herr Namen darauf. Der Diener verschwand durch eine gepolsterte Golfers?" Doppeltür und ließ ihn allein. Bequeme Klubfsessel luden zum Sigen. Aber Dierf hatte keine Ruhe, mit langen Schritten ging er auf und ab; ein dicker, kostbarer Teppich dämpfte jedes Geräusch. Die Minuten vergingen, man ließ ihn warten. Das er bitterte ihn; am liebsten hätte er sich gewaltsam seinen Weg gebahnt, aber er zwang seinen Groll nieder und setzte den Marsch auf dem Teppich fort. ..Die Notwendigkeit, Ihrer Gesellschaft gegenüber meine Nechte zu wahren," sagte Dierk. Ein Denkmal gestohlen. Aus dem Schloßpart in Biesdorf stablen Diebe die Bronzebüite Werner v. Siemens. Trotzdem dieie über 4 Zentner wiegt, schafften sie das wertvolle Metall unbemertt fort. Sie über alle Einzelheiten genau, sehr genau unterrichtet sind, so daß ich mir die Einleitung wohl ersparen kann?" Diesen Ton war der Direktor nicht ganpöhnt. Einen Augenblick schien es, als wollte er auffahren, aber dann niďte kurz: ,, Gut er furz: Gut und weiter?" ,, Dann" fagte Diert und fah ihn fest an Sie auch wissen, was mich zu Ihnen führt." Sie führen eine Sprache ,, dürften Ueberrascht hob der Direktor den Kopf: Junger Mann, Die Sie entschuldigen müssen," unterbrach ihn Dierk, ,, ich habe zwei Stunden in Ihrem Wartezimmer versäumt und muß mich deshalb furz fassen." Gut denn," sagte der andere falt. Sie vertreten Ihre Rechte, ich die meiner Gesellschaft und werde das auch weiter tun. Damit dürfte die Sache wohl erledigt sein." Wenn er aber erwartet hatte, jebt seinen Besucher los zu sein, jo täuschte er sich. ,, Sie wäre erledigt," sagte Diert, wenn Ihre Vertreter nur mit ehrlichen Mitteln fämpften. So aber werden, nur um meine Verträge zu verhindern, immer wieder von Ihrer Gesellschaft unverbindliche Angebote gemacht, die Sie im Ernst niemals ausführen fönnen." Der Direktor jah ihn fühl an: ,, Unsere Vertreter handeln nach meinen Anweisungen. Ob es uns möglich ist, jept oder später unsere Angebote auch auszuführen, dürften Sie wohl schwerlich beurteilen können." ., doch!" Ein sicheres Lächeln spielte um Dierks Lippen. Angebotes auf den Bau des Ortsnetes und die StromberDie Ausführung ist Ihnen ebenso unmöglich, wie die Ihres forgung in dem kleinen Städtchen Oldenhausen, auf die Sie doch einigen Wert zu legen scheinen, wie ich sehe." Er 303 die Kostenberechnung der Gesellschaft aus der Tasche und entfaltete fie. Ich darf wohl um eine Erklärung bitten, wie dies Papier in Ihre Sände gelangt ist." Der Direktor zwang sich In den Augen des anderen blitte es auf, aber dann wies gewaltsam, höflich zu bleiben, aber Dierk merkte sehr wohl. er mit höflicher Sandbewegung auf einen Stub: Bitte wie ihn seine Worte erregt hatten. wollen Sie sich erklären." Dierk setzte sich. Dann begann er, jedes Wort betonend: Sie wissen ohne Zweifel, Herr Direktor, daß ich auf dem Moor in meiner Heimat ein Werk baue. Ich nehme an, daß ,, Auf dem einfachsten Wege," sagte er verbindlich,., der Bürgermeister hat mir die Sache zugeschickt und fragt an, ob ich gegen diefen Plan etwas einzuwenden habe." ( Forts. folgt.) Zucker und Butter. Die Gültigkeitsbauer des Abschnitts 70 ber laufenden Berliner Halbjabrs 8uder tarte, auf den infolge ungenügender Lieferung feitens der Fabriken Zuder bis zum 30. November nicht überall geliefert werden kann, wird bis zum 15. Dezember d. J. verlängert. Die für den Monat Dezember 1920 rationiert berausgabte Butter fann nur in der Woche vom Montag, den 6., bis Sonntag, den 12. Dezember, abgeholt werden. Neukölln. Clara Wiebig wird am Sonntag, den 5. Dezember, abends 7 Uhr, in einem bom Voltsbildungsamt Neuföln in der Aula der Realicule, Boddinitr. 34/38, veranstalteten Bortragsabend, mit einer Bor lefung eigener Dichtungen vor das Bublikum treten. Eintrittstarten zum Breite von 1 M. find bei den durch Säulenanschlag bekanntgegebenen Verfaufsstellen und im Bureau des Volksbildungsamtes, Zimmer 218 des Nathames Neutoun, erhältlich. chauspielhaus Neukölln. Nachdem die Vorstellung von Otto Ernit's Flachsmann als Erzieher" in der Neuen Welt" am 29. d. Mts. mit grozem Beifall aufgenommen worden ist, soll dem Buniche weiterer Seise folgend, eine Wiederholung dieses Lunspiels erfolaen. Als Tag der Wi derbolung ist Mittwoch, der 8. Dezember, abends 17 Uhr, jeitgelezt worden. Eintrittstarten zum Beise von 3 M. find ab Sonnabend. den 4. Dezember d. 3., in den durch Säulenanschlag belanntgegebenen Berfaufsstellen und im Bureau des Boltsbildungsamtes, Bimmer 218 des Rathauses erhältlich. Weihnachtsbitte. Im Beriorgung lazarett Dr. Edel, Charlotten bura, Berliner Str. 17, befi den fich noch zu fa 200 griftes und nervenfrante Ariegsteilnet mer. Dielen Kameraden, deren Erkrankung in der Mehrzahl der Fälle ihre Familien des Ernährers beraubt bat, zum Beib. nachtsfeite eine tleine Freude zu bereiten, werden alle Menschenfreunde herzlichst gebeten. Vereinigte Verbände heimattreuer Oberfchlesier. Ortsgrubbe Reutöln. Geschäftsstelle: Rathaus, 3. 451.( eichaitea it 3-6 Uhr. Allen Abitimmungsberechtigten ſteben Zeitungen zur Verfügung, welche über Fabit, Abstimmung ufm. genaue Auskunft geben. Legitimation zur Empfangnagme ist erforderlich. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, 2. Dezember: Deutschlands Wirtschaftsverträge. Im Reichstag beantragt Abg. Roenen( U. Soz. links) vor Eintritt in die Tagesordnung die Haftentlassung des Abg. Rem mele( Neufommunist) sofort zur Beratung zu stellen. Das Haus beschließt jo. gerade solche nationalistischen Ausschreitungen durch das wirk schaftliche Zusammenarbeiten verhindern.( Beifall.) Die Verträge werden in allen brei Lesungen gegen die Kommunisten angenommen. Abg. Söllein. Soz. links) begründet den Antrag. Remmele Es folgt die Beratung des Rechtspflegeablommens wurde nach einer Versammlung, in der er gesprochen hatte, noch zwischen dem Deutschen Reich und der freien Stadt Danzig. in der Nacht aus dem Bett geholt. Das ist nur ein Reichsminister Dr. Simons: Die Aenderung der Stadts Ausfluß des weißen Terrors, der seit 1919 in Bahern herrscht. grenzen ton Danzig machte eine Neuabgrenzung der Ge( Seiterfeit rechts) Der in Bayern noch bestehende Belage richtsbezirke erforderlich Ein ähnliches Rechtspflegeabkomrungszustand wird von der dortigen Regierung benutzt, um men ist auch für das Memelgebiet in Vorbereitung, in ebenjedes Recht mit Füßen zu treten.( Sehr richtig! auf der äußersten solches mit Polen ist am 30. November unterzeichnet worden. Linken. Lachen rechts.) Wenn sich auch die bayerische Regierung Die Vorlage findet in allen drei Befungen einstimmige Anan die Bestimmung gehalten hat, daß eine Verhaftung eines Abnahme. geordneten nur 24 Stunden nach begangener at er Es folgt die Fortseßung der Aussprache über das Reichswirt folgen tann so liegt es doch im Interesse aller Parteien von der schaftsministerium. Dazu fordert ein Antrag der Regierungsanderen Bestimmung Gebrauch zu machen, wonach auf Antrag des parteien gerechte Verteilung der Reichsaufträge; ein anReichstages jede Saft während der Dauer der Sigungs- derer Antrag derselben Parteien fordert, die Regierung auf das periode aufgehoben werden kann. nahezu völlige Versagen der Wasserstraßen hinzuweisen und eine Ein Antrag der bürgerlichen Barteien fordert Ueberweisung Minderung der Liefermengen an Kohlen zu erwir an den Geschäftsordnungsausschu B. fen. Ein Anfrog Schiffer( Dem.) fordert die Zulassung der Abg. Müller( Soz.): Der Reichstag muß unter allen Umständen Frauen zum Börsenbesuch, ein A trag Bartschat( Dem.) ersucht dafür sorgen, daß feine Mitglieder vor Berhaftung bewahrt werden. den Reichswirtschaftsminister, einen fachkundigen Mann aus den Wir stimmen also in erster Linie für Freilassung, in zweiter für Streifen der Handwerfs zur Mitarbeit hinzuzuziehen. Ausschußberatung. Abg. Düwell:( U. Sos. Tints): 1Das Programm des Herrn Nachdem auch der Aby. Henke( U. Soz. rechts) fich für jo- Reichewirtschaftsministers beruht nur auf Vorschlägen zur Ausfortige Freilaffung ausgesprochen hat, wird der Antrag beutung der Arbeitskraft, ganz besonders durch das sogenannte mit einer Zufallsmehrheit der sozialistischen Stimmen angenommen. Reichsdienstja br.( Sehr richtig!) Dafür ist in erster Das Pensionsergänzungsgeieb geht an den Haus- Linie die militärische Seite maßgebend( Sehr richtig! linfe. haltausschuß. Es folgt das Gefes betr. verschiedene Vereinbarungen Widerspruch rechts.) Die Regierung will die Wirtschaft zwischen der deutschen Regierung und der ungarischen, tschechischen auch weiterhin auf dem Profit und österreichischen Regierung. basieren laffen und tut deshalb auch nichts gegen die drohende Wiederholung des Ausverkaufe Deutschlands.( Sehr richtig!.) Es ist höchste Beit, daß wir die wirtschaftlichen Be land und Amerita bereits große Wirtschaftsverträge mit Rußland abgeschlossen haben Was Stinnes und seine Helfershelfer als Sozialisierung vorschlagen, ist nichts anderes als eine riejige Konzentration des Kapitals.( Sehr richtig!) Eine Sozialisierung innerhalb s apitalistischen Staales ist un möglich, davon sind auch die Rechtssozialisten und die Rechtsunab hängigen innerlich überzeugt, wie Herr Hoch( Soz.) ausdrücklich zu gegeben hat, indem er gestern in einem Zwischenruf sagte:„ Wir erwarten die Sozialisierung nicht von den bürgerlichen Barteien, sondern von den Arbeitern." Deshalb ist auch ein Voltsent. fcheid, wie er jetzt von manchen vorgeschlagen wird, I ächerlich, bazu ist ein ganz anderer Voltsentscheid notwendig, nämlich die siegreiche proletarische Revolution.( Beifall bei ben Kommunisten.) Abg. Hoch( Soz.) Reichsaußenminister Dr. Simons weift darauf hin, daß es sich hier um die erste Vorlage für einen ziehungen mit Rußland aufnehmen, um so mehr, als auch Engwirklich friedlichen Etat nach dem Kriege handele. Der Versailler Fricdensvertrag 17. Abt. 7 br: Wichtige Bezirks ührer und Funktionärsigung bei Kienis, Simon- Duch- Str. 24. 2 erbeausichuk fozialdemokratischer Polizeibeamten GroßBerlin. Abends 7 Ubr in Hanerlands Festfälen. Nene Friedrichstr. 35, hat ja im Gegensatz zu früheren Verträgen das gesamte deutsche Zimmer 8: Cigung sämtlicher Obmanne und Vertrauensleute. Vertragssystem mit 27 Staaten einfach als erloschen erflärt Neukölln. 97. Abt, fiüber 9. Abt. Borstandsfizung mit sämtlichen Funitionären: 7, Ubr im Emser Hoi, Emier Str. 102. und dem Gegner das Meistbegünstigungsrecht eingeräumt. Das Jungiozialistische Vereinigung(.P.D.). Ortsgruppe Treptow. macht sich in den hier zusammengeschlossenen Verträgen insofern 7 Uhr im Jugendheim, Elfenitr. 3. Bortrag über Deutschland und die geltend, als die Tschechoslowakei zum Kreis unserer eheInternationale. Rferent Redakteur Genosse Lebere. Drisaruppe maligen Gegner gehört und deshalb auf sich die Vergünstigung des Sermsdorf 8 Uhr im Landhaus Neunzig. Neue Bismarditr. 41. Friedensvertrages von Versailles anwenden tonne; während bei Bortrag über Friedrich Engels, Referent Gen sse Brof. Nennaig. Drts. Desterreich und Ungarn dies nicht der Fall ist. Ich stelle aber mit gruppe Friedrichs bagen. 7, Uhr bei Scholz. Friedrichstr, Ede Genugtuung fest, daß es gelungen ist, auch die Tschechoslowakei Lindenallee, Liederabend.- Drtsgruppe Neu tölln. 7 Uhr im Jugend- von der Notwendigkeit und Gedeihlichkeit des Grundjages der heim Nogatstr. 53. Bortragsabend. Gegenseitigtett zu überzeugen.( Beifall.) Morgen, 3. Dezember: 15. Abt. 7, Ubr: Vorstandssitung bei D. Schwarz. Blanfenfelber Str. 10. Die Grippenfübrer, politischen Betriebsvertrauensleute, Bezirksführer und Elternbeiräte sind besonders eingeladen. Sehr wichtige Tages 18. Abt. 7 Uhr: Sigung der Funktionäre bei Burmeister, Cadiner ordnung. € tr. 21. 18. Abt. 818., 319., 320., 324., 325. und 827. Bezirk. Bünftlich 8 Uhr bei Heese, Memeler Str. 63: Besprechung wichtiger Angelegenheiten. 20. 2bt. 7, Uhr bei Behrendt, Liebigstr. 24: Funktionäre und Behiebsvertrauensleute. 23., 24., 26., 28.- 32. Abt.( Männerchor Prenzlauer Tor). 1.8 Ubr: Ueburgeftunde; 9 Uhr: Allgemeine Mitgliederversammlung, Schönbauler Alee 130, oi rechts I. 25. Abt. 7 Ubr: Eitung der Funktionäre bei Richter, Neue Königftr. 24. Friedenau( 11. Bezirt, 81. Abt.). 7%, Uhr im Reſtaurant Hobenzollern, Handjergstraße, Grd efchoßiaal: Mitgliederversammlung. Tag esordnung u. a.: Bortrag des Genossen Kamrom t über Partei und Gewerkschaft". Wahl der Delegierten zum außerordentlichen Bezirtstag am 5. Dezember. Abg. Everling( Dt. Vp.): Leider find in der letzten Zeit Greig niffe eingetreten, die ein gedeiliches Zusammenarbeiten mit der Tschechoslowakei stören. Wir erwarten, daß die Regierung stets stellt einige Bemerkungen der gestrigen Ausführungen des Reichs für das Recht des Minderheitsschutzes eintritt.( Beifall wirtschafteministers richtig und weist besonders darauf hin, daß die rechts.) von dem Minister angegebene Bahl der in Oberschlesien er Abg. Erkelenz( Dem.): Die Tschechoslowakei muß sich darüber bauten Bergarbeiterwohnungen niat stimmt, während flar fein, daß fie tein Nationalstaat, sondern ein Natio fie im Ruhrgebiet beträchtlich höher sei, als angegeben. Red nalitäten staat ist. Wir wollen durchaus freundliche Be- ner wendet sich dann gegen die Darstellung des Ministers, als ziehungen zur Tschechoslowakei, aber die Maßnahmen dieses Staates Frankreich in Ashlenschwimme und weist auf das Beug erschweren dies.( Sehr richtig! bei den Dem.) nis der französischen Gewerkschaften hin, die übereinstimmend von Abg. Dr. Levy( Kommunist). Redner fritifiert in abfälligen Kohlenmangel in Frankreich berichten.( Sehr richtig! linfs.) Worten das Vorgehen der ungarischen Räuber- Von dem Reichswirtschaftsministerium erwarten wir die ein. banden und führt Fälle über den unglaublichen weißen Terror Heitliche Führung der ganzen Reichswirtschaftspolitik und in Ungarn an. Hunderte und tausende Todesurteile wurden im berlangen angesichts der neuen brohenden Gefahren im Winter Wege des ungarischen Rechtes über Unschuldige verfängt. Eine Re übermäßig teurer Einfauf von Lebensmittel im Ausgierung, die so mit Schande beladen ist wie die ungarische, hat das I ande bestimmte und energische Maßnahmen.( Sehr richtig!) Recht auf freundschaftliche Beziehungen verloren. Das deutsche Pro- Ganz ungerechtfertigt ist der Vorwurf der Rechten, daß wir alle letariat erhebt einmütigen Protest gegen den Vertrag mit der fönig- Dinge re in politisch und unsachlich behandeln; Herr Hugo verwechselt hier unsachlich mit politisch, denn wir laffen uns auch Der Präsident ruft den Redner wegen der Ausdrücke Räuber- in politischen Dingen nur bon fachlichen Erwägungen bande und noch weiterer parlamentarisch unzulässiger Ausführungen leiten.( Sehr richtig! bei den Soz Heiterfeit rechts.) Gerade zur Ordnung. die bürgerlichen Barteien sind es, die z. B. das ganze Programm der Sozialisierung nicht bon fachlichen Gesichtspunkten aus betrachten, sondern rein aus politischen. Angesichts der Stimmung der Arbeiterschaft rufe ich Ihnen und ganz besonders dem Bentrum eine eindringliche Warmung zu, denn die Arbeiterschaft 102. Abt.( Baumschulenweg.) 7%, Uhr: Sigung sämtlicherlich ungarischen Regierung. Funktionäre bei Berndt, Baumschulenstr. 32. Reuter". Jugendveranstaltungen. Aus aller Welt. Abg. Müller- Franken( Soz.): Schulter an Schulter mit dem deutschen Proletariat mit Bersprechungen nicht mehr abspeisen. Die Ernährungswirtschaft der Städte ist feinestvegs zusammengebrochen, wie Dr. Hugo meinte, sondern die Gemeinden haben z. B. Kartoffeln an die minderbemittelte Bevölkerung billiger verlaufen müssen, um nicht gerade die kinderreichen Fa milien am meisten zu belasten. Von wirflichem freien Handel und freier Wirtschaft tann feine Rede mehr sein, wir haben die gang offene Herrschaft ber Konzerne und der Großfapitalisten.( Beifall bei den Eoz) Heute, 2. Dezember. Bentraljugendheim, Berlin SW 68, Lindenfte. 3, Lefeabend: Friz Die deutsche Regierung gibt sich Mühe, die Lage des deutschen Marienfelde, Beethovenfeier in der Aula der höheren Stnabens Proletariats durch Abschluk wirtschaftlicher Verträge zu bessern, und Mädchenschule, Berliner Str. 1. Neuenhagen, Jugendheim, Ge- wobei es doch ganz gleich ist, welche Staatsform der betreffende läßt sich meindeschule, Niederheidenstraße, Mitgliederversammlung. Often, Stra Staat hat. Wenn sich die ungarische Regierung als königlich lauer Viertel, Jugendilubzimmer 220, Gemeindeschule, Naglerftr. 3. Mit bezeichnet, so tann das für uns nur recht sein, denn es wäre viel gliederversammlung. Reinickendorf.Weft, Lotal Eichborniale, Eichborn trauriger, wenn sie all diese Schandtaten etwa mit dem Namen itraße 60, Mitgliederversammlung. Schmargendorf, Jugendheim, Breite Straße 38, Mitgliederversammlung- Schönhauser Vorstadt I, Jugends Republik deden wollte. Was die Tiecojlowatei be beim, Schule. Sonnenbinger Str. 20, Mitgliederversammlung. Südost, trifft, jo bin ich der festen Ueberzuegung, daß dieselbe, soweit der Reichenberger Biertel. Jugendheim, Glogauer Straße 12-16, Schule. Mille der Regierung in Betracht kommt, gute Beziehungen zu uns Vortrag des Genossen Fuhrmann über Liliencron, mit Rezitationen. wünscht. Die Tschechoslowakei ist ein durchaus fest begrünStegliz- Friedenou, Jugendheim, Gemeindeschule, Friedenau, Offen- beter Staa, es sind Jllusionen, die von einem Zusammen bacher Str. 5a, Leseabend: Roje Bernd". fallen oder Ausscheiden aus der Reihe der selbständigen Staaten sprechen. Die Ereignisse in der Tschechoslowakei in der lebten Zeit Abg. Hammer( Dnatl.): Durch Friedensdiktat ist uns die schneiVorträge. Vereine und Verfammlungen. gegenüber den Deutschen sind bedauerlich. Die tschechoslowa- dige Waffe des autonomen Zolltarifs aus der Hand geschlagen; tische Regierung ist bemüht, die schroffen Gegenfäße zwischen den ferner sind unsere Batente im Ausland schußlos. Dadurch ist der Republitanischer Führerbund. Bezirk 24( Neutölin- Briz). Freitag, tschechischen und den deutschen Nationalisten auszugleichen, Schuß des Sandwertes sehr erschwert und die Re ben 3. Dezember, 7 Uhr, im Restaurant von Brackel, Neukölln, Rojegger. wohl auch deshalb, weil sie weiß, daß die deutschen Staatsbürger gierung muß deshalb erst recht bemüht sein, Handel und Gewerbe ftrage 17: Monatsversammlung. Bezitf 5/6( Often): abends 7 Uhr, nicht nur zahlenmäßig, sondern auch fulturell ein bedeutender lebensfähig zu erhalten. Angesichts der drohenden Not im Winter Petersburger Str. 4, Schu e: Bezirksversammlung. Um 7. Dezember, Faktor find. Auch in der Frage der Straßenbezeichnungen, der müssen wir unter allen Umständen versuchen, aus dem Auslande abends 7 Uhr, Boltaftr. 41, Schloßbrauquelle: Bezirk 9( Norden). Ver- Schulflassen, der Aussprache usw. find sowohl von tschechischer als Rohstoffe und Aufträge zu bekommen. Redner wendet jammlung. 7 Uhr bei Stroll. Hennigsdorfer Str. 10: Bezirk 10 auch von deutscher Seite Bestrebungen für einen Ausgleich im fich dann gegen die Erhöhung der Gütertarife und setzt sich für die ( 28edding). Beriammlung. Der Arbeiter Wassersport- Verband. Gange. Erfreulicherweise sind es besonders die tschechischen Auflösung der Kriegsgesellschaften ein, wobei er darauf hinweist, Kreis I. veranstaltet am 5. Dezember, nachmittags 4 Uhr, im Gewerf- und deutschen Sozialdemokraten, die auf einen poli- daß die Salzheringsgesellschaft 900 Broz. verdient hat, dadurch, daß schaftshaus, Engelufer 15, einen Lichtbildervortrag über„ Nadisportkultur". Vortragender: Werbeanwalt Dir. Fuchs. Nachfolgend: Tanztränzchen. tischen Ausgleich hinarbeiten. Die tschechischen Genossen sind ge- fie vertrodnete norwegische Heringe für teures Gelb bem deutschen Billetts zu 2,25 M. intl. Steuer bei den Mitgliedern und an der Klasse. willt, Bolke verkaufte, statt die fetten holländischen Heringe hereinzus laffen. Demgegenüber ist die Einführung der freien Wirtschaft gegen diese Verhebungen einzuschreiten. Erst wenn die deutsche zwingende Notwendigkeit.(?!) Bourgeoisie einen ebenso bernünftigen Standpunkt gegen die wedt nach der dilettantischen Art der Revolutionsregie Abg. Beythien( DVp): Die Programmrede des Ministers erSebe einnehmen wird, dann wird es nicht mehr zu solchen Gegenzungen Vertrauen.( Beifall und Widerspruch.) Angesichts des fäßen und Exzessen kommen.( Beifall bei den Soz.) jene Ausschreitungen und politischen Gezen, betonen aber, daß der Zwangswirtschaft muß auch im anbel kommen. Die Abz. Dr. Breitscheid( 1. Soz.): Wir verurteilen aufs schärfte werfs muß dafür etwas getan werden.( Sehr richtig!) Abbau hohen Wertes des Mittelstandes und besonders des Handüberall dort, wo es zu solchen nationalistischen Auseinanderseßungen tommt, die Arbeiterschaft im intergrunde Anarchistenkämpfe in Spanien. In Barcelona mußte die Polizei steht und nur der leidende Teil einer aktiven Politik der Bourgeoisie an der Volkswirtschaft.( Widerspruch links.) ein Gebäude, auf dessen Dach sich die Urheber eines anarchisti ist. Schlecht steht es den Herren von der Rechten an, heute schen Attentats verschanzt hatten, förmlich belagern. Nach als Propheten des Selbstbestimmungsrechts für die bedrängten Reichswirtschaftsminister Dr. Scholz: einem Aampie, bei dem durch Revolverschüsse 13 Personen Deutschen in der Tschechoslowakei aufzutreten. Sie haben damals Die Regierung ist aufs erufteste bestrebt, den berechtigten berlegt worden waren, fonnten 8 Personen verhaftet werden. nicht gegen die Drangsalierungen der Deutschen in Wünschen von Handwerk und Kleingewerbe nachzukommen.( BeiIn Saragossa ist in einem Autoomnibus eine Bombe er den baltischen Provinzen in einem za ristischen fall.) Ueber die Abänderung der Gewerbeordnung plodiert. Rußland aus innerpolitischen Gründen protesttert. Bo waren schweben Verhandlungen im Ministerium mit dem Reichsverband fie, als die polnischen Fragen entschieden wurden? Die der deutschen pandwerter. Wir sind lebhaft bestrebt, den Abbau Rechte hat sich auf die tschechoslomatische Frage beschränkt und sich der Kriegsgesellschaften zu vollziehen, so wurden in der über Ungara ausgeschwiegen. Nach der Staatsform barf man bei Beit vom 1 Juli bis 30. September 846 Personen entlassen und 8. 33. Mercurial-( Duedfilber) Salbe oder ein auderes Mittel; in Abschluß von Wirtschaftsverträgen nicht fragen. In diesem Sinne seit dem 1. Oftober weitere 580. 22 Gesellschaften befinden sich jetzt Drogerien erhältlich. 2. Gibt es nicht, Tr. 39. Da müssen Sie bei ist es natürlich sehr bebauerlich, daß die Aufnahme der Beziehun. im Abbau.( Beifall.) Gegenüber den Ausführungen bes Abg. Hoch der Gewertschaftstommission anfragen; wir sind im Besiz des Tarifver trages. G. G. 55. Es gibt wet er staatliche noch städtische Bolikliniken gen mit Sowie rugland, von denen wir mehr als von jenen erkläre ich, daß ich bei den Angaben über die Bergmanns. für Homöopathie. St. 103. Ihre Fragen find nicht zu beantworten, zwischen Oesterreich, Ungarn und der Tschechoslowatei haben, noch wohnungen die Zahlen des Arbeitsministeriums vom Oktober meil amtliche Unterlagen dafür fehlen. Bei Frage 1 geben Sie nicht an, auf fich warten läßt.( Beifall.) genannt habe, ba fich die Verhältnisse inzwischen wesentlich geände ob Sie die Prozentzahl der Bewohner oder der zu einer beſtimmten Zeit baben, fommt es, daß die neuen Zahlen, bie Herr Hoch genannt Beschäftigten wissen wollen. 2. 2. P. 1. 1. Die Zahlung der Bers bat, tatsächlich mit meinen neuesten Informationen auch übereiniorgungsgebühren nach dem Mannichaitsversorgungsgefes erfolgt so lange, stimmen. Gegenüber dem Vorwurf, daß ich von französischem tohlen überfluß gesprochen hatte, betone ich, daß ich nur Feststellungen gemacht habe, die mehrfach bestätigt wurden, so hat die Frankfurter Zeitung" erst neulich gemeldet, daß in Paris die Kohlenfarten, die auf 1 Kilogramm lauten, mit Wetterausitchten für das mittlere Norddeutschland bis beachtet. Angesichts der Tatsachen, daß durch die Unruhen in der 100 Kilogramm eingelöst werden.( Hört, hört!) Deshalb fallen Freitag mittag. Ueberwiegend trübe und neblig, im Südosten geringe, Tschechoslowakei auch deutsche Reichsangehörige geschädigt worden auch alle daran geknüpften Vorwürfe in sich zusammen. in den anderen Gegenden etwas stärkere Regenfille, im Beiten mild, im find, hat die tschechische Regierung auf unsere Vorstellungen hin Das Saus verlagt sich. Donnerstag, 12 Uhr, Weiterberatung Diten ziemlich fühl bei mäßigen östlichen bis südöstlichen Binden. Abhilfe zugesagt. Ich hoffe von den Berträgen, daß sie Schluß 7 Uhr. Bugzusammenstoß in Wien. Auf dem Südbahnhofe in Bien ereignete fich ein Unfall. Ein Bug fuhr mit großer Geschwindigkeit in den Bahnhof ein und stieß auf den Prellbod auf. 40 Personen erlitten mehr oder weniger schwere Verlegungen. Briefkasten der Redaktion. -Reichsminister des Aeußern Simons: Die deutsche Regierung hat nicht das Recht und die Pflicht, 2. Die Anstellung erfolgt nach bestimmten Grundlägen, die uns aber nicht Landes abhängig zu machen. Das haben wir weiler, bis die Gebühr iffe nach dem Reichsversorgungsgesetz seitgestellt sind. ihre wirtschaftlichen Berträge von der Verfassungsart des anderen befannt sind. A. 2. 1. Eine Beantwortung Ihrer Frage im Brieffasten ist unmöglich, sprechen Sie in unserer juristischen Sprechstunde vor. auch der Sowjetregierung gegenüber • Kommunalisierung ist ein Verbrechen Prozeß gegen Prinz. Beuge Sarififteller Riebeling befunbet ut. a., daß er feinerzeit auch einmal fragen, ob wir uns nicht au gut bagu find, uns vow als Leiter der Ueberwachungsstelle des W.T.B. gewissenlosen ausländischen Ausbeutern schuhriegeln zu lassen." eine nationalistische Berschwörung Dem Herrn Einsender haben wir darauf zu erwidern, daß der Nach der Mittagspause stellt der Journalist Erich Kabeliz den Antrag, als Pressevertreter des Vorwärts" wieder au ausgehoben habe. In dem Zimmer wurden Waffen und ferner deutsche Handel gar teine Ursache hat, sich zu beklagen. Begelaisen zu werden. Das Gericht beichließt die Zulassung. auch ein mit Schreibmaschine geschriebenes Schriftstück gefunden, fäße er mehr Solidaritätsempfinden, wären die Händler in welchem 10000 art für die Ermittelung au festen Berbänden zusammengeschloffen, dann könnten sie den Der als Zeuge bernommene jezige Landwirt Lichtenstein war Aufenthaltsoris Liebknechts ausgesetzt wurden. früher Leiter der Nachrichtenabteilung der Kommandantur. Er bes des Als Ausländern gegenüber ihre Verkaufbedingungen diltieren. Die fundet: Der angebliche Mordbeiehl ist nach meiner Ansicht von Leiter der lleberwachungsitelle seien alle Nachrichten durch seine Fachverbände der Industrie zeigen, wie es gemacht werden muß, sie einer ganz anderen Stelle ausgegangen. Ich habe Sände gegangen. So wurde einmal aanz ernibaft angefragt, ob haben sich einheitliche Liefer- und Verkaufsbedingungen geschaffen eines Abends in einem Café in der Nollendorfftrake neben einem Ebert und Scheidemann an den nächsten Laternenpfahl geknüpft und halten sie, weil sie durch schwere Konventionalstrafen geabligen Offizier, dessen Name sich noch feststellen läßt, ce- worden seien. Scheidemann äußerte dazu, wenn es bart auf hart bunden find. Der deutsche Handel dagegen, ein Konglomerat von Ich selbst balte Scheidemann jeffen, der recht groẞipuria erzählte, Hauptmann Pabst habe ichon aebe, io tenne er auch feine Gnade. einem Chauffeur den Auftrag zur Wegschaffung der Leiche Liebs( fo fährt Beuge fort) nicht für fäbig, seine Hand dazu zu wilden Händler, schädigt selbst am schwersten das Ansehen der fnechts gegeben. Ich ging am nächsten Tage zum Hauptmann bieten, Liebknecht gewaltsam zu beseitigen.- R.-A. Walter Richter: Deutschen im Auslande und macht sich auch kein Gewissen daraus, Babit im Eden- Hotel und stellte ihm die Sache vor, er möchte Salten Sie es für möglich, daß von einer der Regierung fern die Erzeugung der minderwertigsten Waren zu fördern, wenn sie doch dafür sorgen, daß seine Offiziere nicht in aller Deffent itebenden, also nationalistischen Seite, dem Tyfafa ein ge nur billig genng find. lichkeit so praticig folde Dinge erzählen. Der Offizier fäliter Mordbefehl in die Sände gespielt worden ist? Von Eiermarkt. Die Zufuhren von Eleen bleiben nach wie vor wurde sofort gebolt und entschuldigte sich mit Zeuge: Das balte ich schon für möglich. runtenbeit. Es ist völlig ausgeiclofien, daß Hierauf wird nochmals der Zeuge Heinrich Stlar turg fehr gering. Die Berliner Großhandelspreise beliefen fich auf Tyizla in der Nachrichtenstelle einen von Scheidemann unterzeich- bernommen. Die Beweisaufnahme hat sich damit ihrem Ende ges 160-176. M. je Sched. je nach Qualität; der Amtliche Marktbericht" neten Mordbefehl gesehen oder in die Hände bekommen haben nähert, es steht lediglich die Beschlußfaifung des Gerichts beracionet 170-176 M. Im Klein bandel foftet das Stüd his tönnte. Thizta war ein völlig unzuverlässiger Meni, über mehrere von J.-R. Dr. Werthauer gestellte Beweisanträge aus. 3,20 m. In Leipzig fofteten Ralfeier 2,40 m frische 2.55 bis der alle möglichen phantastischen Geidhichten erzählte, von denen Gegen Schluß der Verbandlung wurde Heinrich Silarz ber- 2,60 m, in Frankfurt a. M. 8 M., in München 89 Pf., marfenfreie dann kein Wort wahr war. Er war ein Märchenerzähler, eidigt. Vorber batte er noch Prins befchuldigt, daß er 1,40-1.50. je tid. In Dänemark foftete das Rilogramm um damit Geld herauszufchinden. In der Reichsfanalei wurde aleichzeitig der Franzöfifchen Miffion Nachrichten über die 730-7,40 r., in Schweden 5.50 r.. in Solland das Stüd 24 bis feinerzeit allgemein geäußert, es wäre das arökte Unglüd, Reichswehr und der Reichswehr Nachrichten aus der Fran- 25 Cents, in der Schweiz 42,5-32,8 Centimes, in England 6 d... wenn Liebknecht etwas passieren würde.- N.-A. Nibell: hatte öfifchen Mission geliefert und von beiden Seiten Geld das Dugend 3-6 Schilling. nicht Thizka den Auftrag erbalten, Ledebour au berhaften? dafür erhalten habe. Bring äußerte sich dazu nur mit einem halb. Beuge; Ich glaube ja. R- A. Nibell: Wie fommt es lauten: Das ist unwabr. dann. daß einem so unzuverläinen Menschen, einem Märchenerzähler, ein so delitater Auftrag erteilt worden war. 8euge: Das fann ich heute nicht mehr fagen. Auf eine Frage des Juftiarats Dr. Werthauer den wieder vorgeführten Zeugen Thika erklärt diefer, daß nach feiner Meinung die Nachrichtenstelle nur gearündet war, um die gegneriichen Führer zu beseitigen. R.-A. Nübell: Wieviel Geld haben Se insgesamt von der Nabrichtenstelle erhalten? Tyszka: Etwa 30 000 m. Zeuge Lichtenstein: So biel fann es nicht gewefen fein. Von mir hat der Zeuge etwa 2-8000 M. erhalten. Tyiska: Es ist mehr gemeien. Lichtenstein: Liszka erhielt ja auch von Klawunde Geld für allerlei geheime Aufträge. Ich mußte jedesmal hinausgehen, wenn Tyizka zu Klawunde fam. Zeuge Blekner, Herausgeber der Zeitfchrift Der Galgen". bekundet, daß er in einer vom partalu& Bund einberufenen Beriammlung in Moobit Zeuge war, wie einer der Diskussions redner dem Versammlungsleiter ein Schriftstüd an Die Verhandlung wurde auf Donnerstag 91/ hr vertagt. Wirtschaft Deutscher Handel, wehre dich! " Elektrowerke A.-G. in Berlin. Die Gesellschaft, deren Aktien mebrbeit 1917 aus dem Vesiz der A.E G. in den des Reichs. fistus fiberning und die früher Braunfoblenwerte Golpa. Jefienis.. in Salle firmierte, weist für 1919/20 eine Steige rung des Betriebsüberschusses auf 8,45( i. W. 2,41) Millionen aus. Die Ludwig Hupfeld A.-G., Leipzig, hat die Pianofortefabrik bon A.. Grunert in Jobanngeorgenstadt fäuflich erworben, dagegen die Intereffengemeinschaft mit der Pianoforte fabrik Römbild A.-G. in Weimar gelöst. Zusammenschluß in der Zementindustrie. Die Bortland- ZementBerte Breußen Aft.- Gef. Ennigerloh in Westfalen will die Vereinigung der Gesellschaft mit der Anneliese Portland. Bement und Wafferfaltwerke Aft.- Gef. in Ennigerloh im Wege der Fusion beschließen. Wir erhalten folgende Einsendung: Sicher find die Fälle nicht vereinzelt, wo Ausländer deutschen Fabrikanten oder Großhandelsfirmen auf der Leipziger Messe oder bei anderer Gelegenheit größere Warenaufträge gegeben haben und nachher die Ware im Auslande nicht abgenommen haben. Die Kisten liegen beim auss Die Friedrich Krupp A.-G. in Essen erwarb in der Gemeinde Tändischen Spediteur, verschlingen Lagergeld, von Tag zu Tag mehr, die Abnahme wird zuerst in Güte durchzusehen versucht, dann wird Schortleben bei Merseburg 500 Morgen Land zum Bau eines neuen Gießerei und Wala merfes. Bestimmend für den die korrespondenz mit dem Besteller etwas lebhafter und zum Stauf war die Nähe der Koblenaruben des Geiseltales. Much Schluß muß man einsehen, daß alle Bemühungen, den Ausländer mit anderen rheinisch- westfälischen Werfen, welche sich im mittelan die pflichtgemäße Abnahme der Ware zu erinnern, um- deutschen Braunfoblenrebier neue Werte errichten wollen, sonst find. Die betreffenden Firmen lachen sich ins Fäustchen und überreichte, aus welchem hervorgehen follte, daß eine Belob wiffen ganz genau, daß sie sich diese Behandlung deutscher Stauf- schweben mit verschiedenen Gemeinden Verhandlungen. nung für die Ermorduna Liebknechts und der Luremburg ausges leute leisten fönnen, weil sie in ihrem eigenen Lande ja gegen einen fezt fei. Dieie Mitte lung rief in der Versammlung aroke Empö- Deutschen niemals unrecht bekommen werden. und weil der Deutsche rung hervor. Er habe dann darüber einen Artikel ge- auch den Mut verloren hat, sein Recht im Auslande durchzusehen, schrieben, der großes Aufieben erregte und zur Folge hatte, da er ja doch weiß, daß er an seiner Regierung feinen Rüdhalt daß er mit anonymen Drobbriefen überschüttet und seine finden wird. Beitung alle Augenblicke tonfisziert wurde. Gesehen habe Gelegentlich der deutschen Messen, insonderheit der Beipziger er fenen Mordbefehl nicht. Auf eine Frage des Staatsanwaltschafts- Mustermesse, sehen wir nun jedesmal mit Stolz verzeichnet, wie rais Hayner, ob jene Mitteilung in der Versammlung nicht nur an- biel ausländische Besucher sich angemeldet haben. Gewiß gebracht worden sei, um die nötige Entrüftung und die übliche, wollen wir es freudig begrüßen, wenn die durch den Krieg gewalts Brotestresolution zu Werke zu bringen, erklärt Beuge, daß er dies fam unterbrochenen Handelsbeziehungen zum Auslande zum Wohle nicht glaube, beider Teile wieder enger gefnüpft werden, aber wir wollen uns Seit 70 Jahren.. San- Rat Haussalbe Dr. Strahis b. Hautausschlag, Flechten, Bein- u. Kampiadergeschwüren, Frostschäden, Hämorrhoiden ein bestbewährtes und schnellheilendes Mittel. Orgl- Dose 6.25 u. 12.00M. Elefanten- Apotheke, Berlin 213 SW, Leipziger Str. 74 Dönhoffpl. 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Der Reichstag hat gestern beschlossen, die Freilassung des neutommunistischen Abg. Remmele zu berangen, der in München nach einer Rede berhaftet worden ist. Art. 37 der Reichsverfassung jagt: Jedes Strafverfahren gegen ein Mitglied des Reichstags ober eines Landtags und jede Haft oder sonstige Beschränkung seiner persönlichen Freiheit wird auf Verlangen des Hauses, dem der Abgeordnete angehört, für die Dauer der Sizungsperiode aufgehoben." Danach ist Remmele ohne weiteres freizulassen, nas inzwischen wohl auch geschehen sein mird. Mittlerweile hat die bayerische Kammer einen erneuten Antrag auf Aufhebung des Belagerungszustandes abgelehnt, oc hr Remmele gerade rechtzeitig das schönste Material geliefert hatte. Möge er nun seine Freiheit, die er den Sozialdemokraten im Reichstag verdankt, wenigstens nicht dazu benußen, neuen Unfug anzurichten! Bayerische Stimmungsmache. Die Münchener Zeitung" schreibt zur Einwohnerwehrfrage: Die afute Bedeutung der Frage ist tatsächlich infofern wesentlich abgeichmächt, ale man es bereits als ziemlich festi: ehend betrachten fann, daß die Entente in der bayerischen Einwohnerwehrfrage an ihrem uriprünglich fchroff ablehnenden Standpunkt nicht festhalten wird und daß sie bereit ist, auf dem Kompromißwege Bayern für seine Einwohnerwehren gewisse Zugeständnisse zu machen, die allerdings nun einstweilen leider nicht so weit zu gebenicheinen, wie es wünschenswert ist. Vielleicht gelingt es im Laufe der weiteren Verhandlungen noch größere Bugeständnisse zu erzielen. Bei der bekannten Taftit der Kahrpresse wird man in aller Vorsicht abwarten müssen, was an wirklichen Tatsachen hinter dieser Meldung steht. Scheu vor dem Reichsnotopfer. Preußische Reaktionsrüstung. Auf der Tagesordnung der Breußischen Landesver- Spa Achtung verschaffen. Warum wird nicht die Polizei gegen fammlung steht als erster Bunkt die erste Beratung des Er die Orgesch eingefekt? Alles, was über die Orgesch bisher be dem Hauptausschuß überwiesen. gänzungshaushaltsgefetes 1920. Der Entwurf wird fannt geworden ist, mußte auf die Masse aufreizend wirken. so daß neue Konflikte unausbleiblich werden. Das Volk muß es Sierauf jest das Haus die zweite Beratung der Tauberbüßen, wenn das Mißtrauen der Entente erreg wird. Die Drgeid waltung fort. ift eine fapitalistische Organisation, die an den Landtagswahler Die Abgg. Kloft( 8.) und Rebehn( Dem.) bringen eine Reihe das größte Interesse hat, denn sie sieht in der jeßigen Regierur von Einzelwünschen vor. rein gegnerische Parteien. Wenn die Orgesch erklärt, daß sie sid Minister Defer: dem Minister zur Verfügung stellt, so wissen wir, was man davon Ueber die Grundsäße, nach denen die vorgesehenen Not. zu halten hat. Angeblich will sie auch gegen etwaige Rechts standsarbeiten durchgeführt werden, soll demnächst ein Aus- putsche eingreifen, aber in Raffel hat ihr Leiter erklärt, daß schuß beraten. Die Vorarbeiten für die Ruhrkanalisierung die Organisation in der Provinz soweit fertig sei, daß man es mi verden beschleunigt, doch bestehen noch Meinungsverschiedenheiten jebem unabhängigen und kommunistischen Butsc über die Wirtschaftlichkeit dieses Unternehmens. Die Klein aufnehmen könne. Von einem Rechtsputsch war dabei nicht die bahnen sind in eine besondere Notlage geraten, weile ihre An- Rede. Die Gesinnung der Orgesch ist eine monarchistische und gestelltenschaft diefelben Bezüge fordert wie die Angestellten der tappistische. Die Spielzentrale der Orgesch in Elberfeli Reichseisenbahn. Daher haben sie stellenweise den Betrieb ein Barmen ist eine der traurigsten Kapitel dieser Zeit. Man wil gestellt. Seitens des Reichs und der Bänder ist eine Silfs- den Einbrud erwecken, daß wir vor der Aufteilung Deutschland attion in Borbereitung durch Errichtung von Darlehne in lauter Cowjet- Republiten stehen; mit dem Bolschewüstenschre lassen. Dafür müssen sich die Kleinbahnen eine gewisse will man das Volk der Rechten in die Arme treiben. 150 Staatsaufsicht gefallen lassen, die sich besonders auf die Spiel werden in Elberfeld beschäftigt, die nicht nur die Or Nachprüfung der wirtschaftlichen Maßnahmen der Kleinbahnen er ganisation der Linksparteien ausfundschaften, sondern auch Ge strecken soll.( Beifall.) Den Bauarbeitergenossen. walttätigteiten probozieren follen. schaften werde ich weitestgehende Unterstüßung zuteil werden lassen.( Beifall.) Bei der nun folgenden Abstimmung wird der Haushalt der Bauverwaltung mit den dazu gestellten Anträgen, darunter einem Antrag aller Parteien auf Schiffbarmachung der Ruhr, angenommen. Gin Antrag Garnich( D. Bp.) betr. Ausbau der unteren Oder wird dem Hauptausschuß überwiesen. Es folgt die Beratung des Haushalts des Ministeriums des Innern. Abg. Hauschild( Soz.): Weiß der Minister davon? Si Der Aufbau der ganzen Orgesch ist streng militaris, i vier Abteilungen: Militär, Bibil, Bresses, Nachrichtenabteilung. In Bremen nennt sich die Orgesch- Organisatio.. Stahlhelm". 81 ihrem Programm gehört auch die Juden hebe, bie ja aum auf dem deutsch nationalen Parteitag ausgiebig betrieben worden ist. Ein deutschnationales Mitglied biefes Hauses hat dort gesagt, ba ber kollege Breuß, der Shöpfer der Reihsverfassung, mi Deutschland nichts mehr zu tun hätte, als hi Die Bemühungen des Ministers Severing um die Sebung hilenische Gerichtsverfassung mit dem deutschen der Arbeitsfreudigkeit verdienen ebensosehr Anerkennung Recht. Es ist eine offene Auflehnung gegen die Gefese, ti Im Steuerausschuß des Reichstags hat der Reichsfinanz- mie feine unparteiische Verwaltung. Wir bedauern, mehr als einmal offen von der Orgesch gepredigt wurde. minister Dr. Wirth einen schweren Kampf um den Gesetz- daß die dringend notwendige große Reform der Verwaltung nicht sagen: Wir haben die Macht, wir lassen sie uns nicht nehmen. Di entwurf über die beschleunigte Einziehung des Reichsnot- mehr verabschiedet werden konnte, obwohl ihre Vorlage längst in ganze Orgesch- Angelegenheit kann uns nur in der Richtigte opfers zu führen. Das Kabinett hat zwar diesen Entwurf Aussicht gestellt war. Nur einige Teilreformen wurden er- unserer Barole für die nächsten Landtagswahlen bestärken: Niede seinerzeit einstimmig beschlossen, aber die Vertreter der ledigt. Die fertiggestellten Entwürfe zur Berwaltungsreform mit den Monarchisten, es lebe die Republik!( Lebhafter Beifal müssen aber schleunigst vorgelegt werven. Man tomme uns nicht bei den Sog.) Deutschen Volkspartei und der Demokraten, die doch der mit dem Einwurf, daß wir sie doch nicht mehr verabschieden können. Abg. Dr. Nuer( Dem.): Wir freuen uns, daß auch die Regierungsfoalition angehören, bereiten ihm die( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Deutschnationale Deutsche Volkspartei, wenn auch mit Vorbehalten, der Verfassung allergrößten Schwierigkeiten. Gestern wurde der Reichsbank Dr. Brill in Kassel richtete schon unverschämte Angriffe auf die zugestimmt hat. Die Verwaltungsreform halten auch wir für not präsident av en stein herbeigerufen, von dem die Gegner neue Städteordrung. Futerkrippen und Barteiwirt. wendig, und zwar als eine einheitliche. In ihrem Mittelpunk des Reichsnotopfers, weil er ein Befürworter der Zwangs- fchaft find Sauptrubriken der deutschnationalen Bresse geworden. muß anleihe ist, Unterstützung erwarteten. Havenstein blieb zwar tollste Parteiwirtschaft getrieben. Noch heute fiben unter stehen. Preußen darf nicht erschlagen werden, denn das würde ben Sie auf der Rechten sollten doch ruhig sein, Sie haben die bas Autonomiegefes bei seiner grundsäglichen Auffassung, daß die 3mangsanleihe ben Sozialdemokraten in diesem Sause nur zwei Landräte, ein Verwaltungsarparat zerstören. Bei der Besetzung der Hemter borzuziehen sei, bat aber trozdem angesichts der fatastro. Oberpräsident und ein Polizeipräsident.( Sört! hört! links.) 1908 barf nicht die afabemische Vorbildung, sondern nur die Züchtig phalen Lage der Reichsfinanzen, das Reichsnotopfer una bwaren unter den Abgeordneten nicht weniger als fieben tonfer feit maßgebend sein. Die Führung der Kommunen, beson geschwächt anzunehmen. Trogdem soll die Frage vative, fieben freikonservative und ein nationalliberaler Landrat. ders bei den befoldeten Stadträten, ist zu sehr in parteipolitisches Bangsanleihe oder Notopfer" weiter behandelt werden Da ist es unerhört, jest von Parteiwirtschaft zu reden.( Sehr Fahrwasser geraten. Zu welchen Folgen die Politisierung de ( An attiven Verwaltungsbeamten Magistrate führt, zeigte deutlich der Berliner Glettrizi und zu dieser Erörterung will man heute den Reichswirt richtig! lints.) idyaftsminister Schola heranziehen. Das ist ein Versuch, zählte dieser Landtag nicht weniger als bierunzwanzig Bon tätsstreit Die Berliner Stadtverordnetenberja n nlung be einen Keil in die Regierung hineinzutreiben, die, wie schon ber Neb.) Die meisten Landräte im Oosten sind heute noch Streits beigetragen haben, bestraft werden sollen. jervative, neun Freikonservative und 6 Nationalliberale. Anm. einen Beschluß gefaßt, wonach diejenigen, die zur Abwehr des gesagt, die beschleunigte Einziehung des Reichsnotopfers be blaublütige Berren. Der Minister Sebering wird in ber rechts den Herrn Minister, biefen ungeheuerlichen Beschluß zu bean schlossen und mit ihrer Vertretung den Reichsfinanzminister stehenden Bresse in der unerhörtesten Weise angegriffen und ber den Herrn Minister, diefen ungeheuerlichen Beschluß zu bean standen. Die Schließung großer Berliner Sotel nicht aber den Reichswirtschaftsminister Scholz sozialdemokratischen Verwaltung Unfähigkeit vorgeworfen. Dabei beauftragt hat. bat herr von der Osten hier im Hause den Minister felbit betriebe müssen wir wegen ber wirtschaftlichen Folge verur Angesichts der Schwierigkeiten, die die Koalitions- als eine durchaus prominente Persönlichkeit anerkannt. Daß das teilen.( Beifall bei den Demokraten.) parteien dem Reidsfinanzminister bereiten, ist es begreif- alte System an feiner Unfäbigfeit au Grunde ge. lich, daß ein Gerücht bereits von seinen Rüdtritts- gangen ist, können Sie bei Selfferich und in der Deutschen absichten spricht. Die bürgerlichen Parteien dürften sich Tageszeitung" nachlesen. Dem Minister Severing gebührt Dant aber vielleicht doch hüten, einen Reichsfinanzminister über auch für seine Bekämpfung des Wuchers. Die preußische Regierung müßte auch beim Reiche ihre Stimme erheben, damit eine Besitzsteuer, die er zu vertreten hat, stürzen zu lassen. der Ernährungstatastrophe, die uns unweigerlich droht, Die Antwort. die ihnen die Wähler erteilen würden, fönnte borgebeugt wird. Die Rechte wirft dem Minister vor allem vor, für sie noch unangenehmer werden als jene, die sie daß sein im Jahre 1912 dem schwarzblauen Block erteilten, weil er die Erbschaftssteuer zu Fall gebracht hatte. Wirth Ein Dorn im Auge. Borgehen gegen die Drgesch der Rechtsgrundlage entbehre, und stüßt sich dabei auf das Gutachten des Justizministeriums. Jetzt ist der Zustand so, daß die Orgesch, obwohl berboten, gang öffentlich ihr Unwesen weiter treibt. Der Minister muß den Gejeßen und dem Abkommen von Zum Fall Kerkhoff- Cahn. Wir bitter Dr. Mein( Bentr.): Das preußische Autonomiegesez hätte gleichzeitig mit der Verfassung berabfhiedet werden sollen. Der ausbau unserer Selbstverwaltung mug dazu beitragen, die Zahl der Beamten zu vermindern.( 3ustimmung im Zentrum.) Gegen Terror und Streit verlangen wir Schutz. clizei werden wir den Minister unterstüßen. Das Gutachten In der Organisation einer einheitlichen preußischen des Justisministeriums. in der Orgeid frage war nur für bas Staatsministerium bestimmt. Es muß in dieser Frage Klarheit geschaffen werden, die wir heute noch nicht befizen. Beifall im Zentrum.) Nach einigen persönlichen Bemerkungen bertagt sich das Saus. Donnerstag, 1 Uhr, Weiterberatung des Etats des Ministeriums des Innern. Schluß gegen 6 Uhr. Auslandsrundschau. In der Reichstagsfizung vom 30. November hat der demokratische Abg. Reinath in seiner Rede zum Reichswirtschaftsrat einen scharfen Bor stoß gegen die Soziali fierungskommision gemacht, in dem er sie nach Wie wir erfahren, hat der Wirtschaftsausschuß des Auf- Wie bie Posever Eisenbahndirektion bekanntgibt, werden von Schaffung des Reichswirtschaftsrats einem Bedürfnis nicht fichtsrats der Deutschen Werle befchloffen, dem Auf- heute an auf ben polnischen Staatsbahnen die Gebühren mehr entsprechend" zu kennzeichnen suchte. Minister Schola fichtsrat vorzuschlagen, von dem Angebot Cahn, ihn aus dem für die Personen, Gepäck- und Tierbeförderung sowie den Güterschien dem Gedankengang des Abg. Keinath in starkem Maße Bertrag zu entlaffen, wenn ihm ein Bruchteil des Objekts verkehr um 100 Pro 3. erhöht. entgegenzuffommen. Er sprach davon, daß gegebenenfalls an zu Tagespreisen verkauft wird, keinen Gebrauch zu machen, Wie die en fifchen Blätter melden, erklärte Ioyd George die Stelle der aufzulösenden Sozialisierungskommission ein vielmehr den in der Deffentlichkeit fritifierten Vertrag anzunehmen. im Unterhause, die britische Regierung sei nicht geneigt, um eine Ausschuß des Reichswirtschaftsrats treten könne. Diese Ausführungen müssen weite Kreise der Bevölke- Weiter wird dem Aufsichtsrat eine Erklärung vorgeschlagen, daß Untersuchung der Lage in Irland durch einen Ausschuß des rung außerordentlich wundern, nicht nur alle diejenigen, Sie die Direktion der Deutschen Werke A.-G. bei der Vereinbarung Bölterbunds nachzusuchen. Lloyd George erwiderte schriftauf dem Boden des Sozialismus stehen, sondern alle ehrlichen des Vertrages mit Richard Cahn von dem Bestreben geleitet lich auf eine Anfrage, daß die britische Regierung der Völkerauf dem Boden des Sozialismus stehen, sondern alle ehrlichen Abrüstung unterbreitet hat. Sozialreformer, in welchem Lager fie auch stehen mögen. worden ist, die Interessen der von ihr vertretenen Gesellschaft aufs bundsversammlung feinerlei Vorschläge bezüglich ber beste zu wahren. Die Sozialisierungsfommission war nach dem Kapp. Diese Stellungnahme bedeutet eine glatte#biage an die InterPutich auf Verlangen der Gewerkschaften erneuteinberufen worden, um die verschiedenen Wirt- eiienten, die unter Führung des deutichnationalen Abg. v. d. Kertschaftszweige in gründlicher wissenschaftlicher Weise auf ihre hoff einen Sturm gegen die Deutschen Werfe.- G. inszenierten. Reife für die Sozialisierung hin zu untersuchen und gegebenenfalls die Wege zur Sozialisierung zu weisen. Die weitesten Volfeschichten setten und setzen auf die Kommission große Hoffnungen. Zur sächsischen Regierungsfrage. Curzon erklärte im englischen Oberhause, daß die englische falische Autonomie zuerbennen werde. Regierung dem irischen Parlament vielleicht später fis. Infolge einer Ankündigung der Werftbefiber, daß die Wochen. löhne um 18 Schilling herabgefeßt werden sollen, hat die englische Arbeiterschaft der Werften den Streit erklärt, der Mittwoch abend beginnen wird. Nach italienischen Blättermeldungen aus Triest bat General Cavialia auf die Linien der Truppen d'Annunzio8( Fiume) durch Flugzeuge eine Proflamation abwerfen laffen, in der er die Legionäre auffordert, in das Gebiet des Freistaates Fiume d'Annungos und den regulären Truppen an der Waffenstilstandslinie wären sehr gespannt, denn die Truppen wünschten, daß die Befehle der Regierung respektiert würden. Eine sozialdemokratische Parteibersammlung in Chemnitz hat In der Frage des Kohlenbergbaus hat die Kom- am Dienstag, wie„ Telegraphen- Union" meldet, nach einem Referat mission thre Aufgabe voll gelöst und ihre wertvollen Vor- des bisherigen Volkskammerabgeordneten Müller- Chemniz ohne ichläge nach eingehendem Studium bekanntgegeben. Auch Debatte einstimmig eine Resolution angenommen, die besagt:" Die der Vorschlag für die Kommunalisierung liegt dem am 30. November im Voltsbaus versammelten Parteigenoffen des urüdautehren. Die Beziebungen zwifchen den Legionären Sabinett bereits vor. Die Zusammenfeßung der Kommission Chemnißer Bezirks erklären in der Frage der Regierungsbildung iit feineswegs einseitig, sie umfaßt neben den namhaften in Sachsen, daß sie gegen jedes 8usammengehen mit Wissenschaftlern des Sozialismus und Gewerkschaftsführern der Deutschen Volkspartei fins." aller Richtungen führende Wirtschaftspolitiker wie Wissell und Rothenau und eine Reihe hervorragender Vertreter der Volkswirtschaftslehre. Gerade der Umstand, daß sie im Nachbehandlung der Kriegsbeschädigten. wesentlichen unabhängige Persönlichkeiten, die nicht als Bertreter bestimmter Interessentengruppen betrachtet werden können, enthält, unterscheidet die Kommission vorteilhaft vom Reichswirtschaftsrat, der ja nichts weiter als ein Barlament der Interesienten der berschiedenen Richtungen ist. Es ist deshalb zu fordern, daß die große Mehrheit des Reichstages und vor allem die sozialistischen Barteien mit Nachdruck den Plänen entgegentreten, die auf die Befeitigung der Sozialisierung fommission hinzielen, selbst wenn diese den Kapitalisten ein Dorn im Auge ist. In seiner Mittwoch- Sibung beriet der Hauptausschuß des Reichstages bie einmaligen Ausgaben im Reichswehretat Ein Antrag Burlage( 8) um Ginfeßung von 100 000 Mart zum Anlauf einer toohlfeil angebotenen Bibliothef wird an genommen. Beim Titel über Beergerättvesen fragt Abg. Schöpflin( Eog.) an, in welchem Umfange neue Adler- Wagen von der Heeres verwaltung angeschafft würden, da nach Mitteilungen aus Intereffententreisen diese Fabrit bevorzugt worden sei. Ein Regierungsvertreter erwidert, daß es sich dabei noch um Bestellungen aus der Kriegszeit handele, die absolut nicht einseitig bergeben worden seien. Wegen Beleidigung des Reichspräsidenten Ebert batte gestern die 9. Straffammer des Landgerichts I gegen den Schriftsteller Siegel und den Verleger Hans Bähr au verbandeln. Letterer Es handelte sich um einen war wegen Strantbeit nicht eribienen. in der Freien Breffe" ericbienenen von Siegel veriakten Artikel, in welchem wahrheitswidrig bebauptet wurde, die 16jäbrige Nichte des Reichspräsidenten Ebert trete ale Radt- Tänzerin auf.- Etaats anwalticbafterat Gerla beantragte mit Rüdficht darauf, daß die ganze Tendenz des Artikels darauf gerichtet sei, den Reichepräsidenten in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen, 3 Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte diefem Antrage gemäß. Ein Extrazug für die Deutschnationale Volkspartei. Die Ge noffen röger, Sibow, Kunze machen in einer fleinen An Abg. Stüdlen( Soz.) beanstandet den Betrag von 42 Millio- frage die Regierung darauf aufmerkiam, daß Mitglieder der nen Mark für ordnungsgemäße Einlagerung des Feld. Deuticnationalen Boltsparte in Angermünde und Ein neues Arbeitsgerichtsgesetz. Im Reichstag sausinßbeeresgeräts und der zurückgebrachten Munition. Ihm Umgegend, die am 15. November eine Mitgliederversammlung in für foziale Angelegenheiten fündigte der Reichs- antwortet der Vertreter des Reichswehrministeriums, daß diese schwedt a. D. besucht hatten, mit einem Ertrazug nach arbeitsminister Dr. Brauns an. daß der Gef Bentwurf über ein Mittel unbedingt erforderlich seien. Angermünde zurückgeführt wurden. Der Zug fubr in Arbeitsgerichtsgefeß, das die Frage des Wahlrechts Darauf werden die einmaligen Ausgaben für das Heerwesen der Nacht leer nach Schwedt zurück. So gefcheben in der Zeit der der Frauen zu den Kaufmannsgerichten regelt, dem Reichstag bewilligt und der Antrag über die kostenlose Nachbehand. Wanenknappheit und Kohlennot! Der Parteizwed heiligt offenbar im Januar zugeben wird. Iung der Kriegsbeschädigten angenommen. die Mittel. Gewerkschaftsbewegung August Bringmann+ ergiebig bis auf einen Unabhängigen, als Gegner diefer fo S.P.D.Metallarbeiter! Freitag abend 7 Uhr finden Gruppenüberaus selten verstandenen Einrichtung vor. Der Verbandsborfißende Funktionärfonferenzen statt. Gruppe I. Werkzeug- und Werkzeugmaschinen Schumann ließ keinen Zweifel, daß für den Transportarbeiter bau: Logen- Restaurant, Al. Auouftftr. 14. Gruppe II. Allgemeiner Maberband bre Arbeitsgemeinschaften erledigt wären, sobald schinenbau: Cobbienschule, Weinmeisterftr. 16/17. Gruppe III. Fahrzeug fie die Arbeiter schädigen fönnten. Darauf bau: Radtke, Neue Jakobfir. 1. Gruppe IV. Mechanit, Feinmechanik: wurde eine Am 29 November starb in Hamburg an den Folgen der Grippe Proteftrefolution einmütig Hummel, Sophienftr. 5. Gruppe V. Elftro- Industrie: Gewerkschaftshaus, angenommen, die verurteilt, daß Saal 19. Gruppe VI. Metallwarenfabrikation: Wollschläger, Adalbert der langjährige Redakteur des Zimmerer", Genosse Auguft der Achtstundentag der Berkehrsarbeiter ohne gefeßlichen Schuß ftrake 21( oberer Saal). Gruppe VII. Eisenfonstruktion, Bauschlofferet: Bringmann, im Alter von 59 Jahren. Bringmann war am bleiben soll, obwohl in Washington der Achtstundentag auch für die Radtke, Neue Safobftr. 1. Gruppe VIII. Formereien, Gießereien:» Zum Berfebrsarbeiter beichlossen wurde. Der stürmische Beifall, den Schultheiß", Wiener Str. 31. Gruppe IX. Klempnereien, Rohrlegereien, 6. März 1861 in Quedlinburg geboren, erlernte das Zimmererhandwerk und trat schon 1884 in die gewerkichaftliche und politische Kollege Schumann für ein furzes Referat über den im Werden be- Blechmaren usw.: Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147. Mitglieds. griffenen Vertehrsbund erntete, trug den Charafier einer buch der Partei und Gewerkschaft legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Arbeiterbewegung ein. Im Jahre 1889 leitete er bereits die neben Demonftration für dies große Wert, dem die Verkehrs., Handels- geben beute abend in die Versammlung in den Arminhallen, Komman Achtung, Buchbinder! Alle SPD.- Mitglieder und deren Freunde dem Zentralverbande der Zimmerer bestehende Vereinigung der und Transportarbeiter, sowie die Angestellten und Beamten zu- bantenftrake. Beginn 5 Uhr. Bimmerer. Sein Verdienst war es, daß im Jahre 1890 eine Ver. streben. Als Reichsieftionsleiter wurde H. Rathmann wiederschmelzung dieier beiden Organisationen herbeigeführt wurde. Im gewählt. Ihm zur Seite stehen sechs Berliner Kollegen. Sabre 1893 wurde er zum Redakteur des Zimmerer" gewählt und bat dieies Amt bis zu seinem Ableben bekleidet. Bringmanns bedeutendste Wirksamkeit lag indes auf literari schem Gebiete. Eine Reihe der besten Schriften verdanken wir feiner Feder, von denen besonders die„ Praktischen Winke für die deutiche Zimmererbewegung" und die zweibändige Geschichte der deutschen Zimmererbewegung" feinen Namen weit über die Grenzen seines Berufs hinaustrupen. In der ersten Schrift icuf er den Typ eines gewettichaitlichen Handbuchs für die Funktionäre, das in mehr als einer Beziebung mustergültig wurde; in der Geschichte gab er der deutschen Gewerkschafte bewegung zum ersten Male eine historische Darstellung der Gewerkschaftsbewegung er boriozialisten geieglichen Zeit. Auch seine Schrift über den Tarifvertrag und feine Bedeutung für die Gewerkschaften hat weite Verbreitung gefunden. Eine Persönlichkeit von der Bedeutung Bringmanns fonnte auch in der weiteren Geweificbaftsbewegung nicht unbemerkt bleiben. So wurde er von den Gewerkschaft kongreffen zu Berlin( 1894) und Frankfurt a. M.( 1899) als Mitglied der Generalfommission gewählt, der er bis zu deren Sigverlegung 1902 von Hamburg nach Berlin angehörte. Aut me reten Gewertschaftskongressen war er in den Ausschüssen tätig, die die Verfassung der Generalfommission und des Kongresses vorbereiteten. Wenn er feit 1902 weniger hervortrat, so ist dies auf ein schweres Nervenleiden zurückzuführen, das ihn damals schon an den Rand des Grabes brachte, und das eine starke Depression auf seine Tätigkeit zurücklieg. Troßdem fanden wir ihn in seinem Verbande stets da, wo es die Vertretung der Interessen feiner Kameraden erberichte. Tie deutsche Gewert ichafte bewegung verliert in ihm einen Führer von Ruf und Einfluß. Sie wird ihm stets ein treues Angedenten bewahren. Die Streifs in Oberschlesien. Wie aus Beuthen gemeldet wird, ist die Bismarchütte feit Mittwoch früb im Ausstande. Notitandsarbeiten werden verrichtet. Sonit ist es im Induſtriebezirk ruhig. In Gleiwis uit die Lokomotivbetriebswerkstätte wegen Lohnforderungen aus ſtändig. Die Wagen und Reparaturwerkstätten arbeiten. Der Bahnberkehr ist nicht gestört. In Ratibor wurde auf Beschluß der Ausständigen die Arbeit am Mittwo früh überall wieder auf genommen. Reichskonferenz der Straßenbahner. ,, Gegen westliche Demokratie und Kultur." Die Metallarbeiterzeitung" vom 27. November 1920 veröffentlich unter dem Titel:„ Gefährliche Zellen" einen Artikel, der folgenden Satz enthält: .Erstere( die gefährlichen Zellen) fönnen wohl lokal einige Blasen ziehen, den ganzen Bau zu erschüttern vermögen sie nicht. Die Parole ist ausgegeben worden: Gegen die gelbe" Internationale in Amsterdam, für die rote in Moskau. Der Kampf des barbarifchen Oftens gegen westliche Demokratie und Kultur tritt hiermit in die leste Phafe ein. Was bedeutet denn die Hineinjebung der Spaltpilze in die Gewerkschaften anderes als deren 3erstörung? Der Kampfboden ist betreten worden, veranlaßt von den russischen Diktatoren; das lehte Mittel wird angewandt, um auch das deutsche Proletaria mit hineinzureißen in den Untergang durch falsche Methoden." Denticher Transportarbeiter- Verband. Handelshilfsarbeiter und Arbeiterinnen aus der Branche der Engros konfektion und Vetleidungs industrie. Heute abend 5, Uhr. im Dresdener Kasino, Dresdener Str. 96, Branchenversammlung. Lagerarbeiter, Bader, Hausdiener, Wächter, Stalleute, Stutscher und Chauffeure aus allen Betrieben des Eisen-, Stable, Röhren-, Eiſenfurzwaren-, Haus- und Küchengeräte-, Ema Llewaren, Gußma en, Dien- und Herde, Werkzeug und Werkzeugmaschinenhandels. Heute abend 6 1hr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 14/15, große Branchenversammlung. Fenster, Messing- und Teppichreinigungsbranche. Freitag abend 5 Uhr, Branchenversammlung im Lotal von Schulz, Am Königsgraben 2. Zentralverband der Angestellten. Angestellte der Firma Tiez. belm- Str. 31. Holz- und Möbelindustrie und Handel. MitgliederversammMitgliederversammlung 3. Dez. abends 7%, Ubr, Mufiteriale, Raiser- Wil lung 3. Tea, abends 7, Ubr, Ro enthaler Hoi, Rofenthaler Str. 11/12. Freitag, 3. Dez., abends 7 Uhr: Eigung bei E. Baschin, Sedanstr. 3. Adlershof. Betriebsräte, Vertrauensleute und Gewerkschaftsdelegierte. Soziales. Erfreulicherweise sieht nunmehr auch der Metallarbeiterverband ein. daß die westliche Demokratie und Kultur gegen den barbarischen Often verteidigt werden muß. Wir bearüken diese Ent- Der Ortskrankenkassentag in Kaffel. deutsche Proletariat erzielen fönnen, wenn es, statt fich zu zer- n der gestrigen Vormittagssigung begrüßte der Vorsitzende Püzwidlung und stellen nur die eine Frage: Welche Erfolge hatte das Raffel, 1. Dezember.( Eigener Drahtbericht des„ Vorwärts".) splittern, einig und geschlossen Demokratie und Kulturstöln den anwesenden Oberv: äsidenten Tr. Schwander und dankte berteidigt hätte. Verhandlungen im Saarrevier. iowie " fiber dann namens der Delegterten aus dem beießten Gebiet dem Verbandsvorsigenden Fräßdorf für die ihnen in der Eröffnungsfiyung Bei den zwischen dem Arbeitgeberverband der Saarindustrie gewidmeten Begrüßungsworte. Nach einer gefcäitichen Witteilung und den Vertretern der Metallarbeiterorganisationen geführten des Geschäftsführers Lehmann sind auf der Tagung anwe end: ohnverhandlungen erflärte der Vertre er der Arbeit- 787 Delegierte, die 375 Ortsfrankenkassen mit 5 535 000 Mugliedern geber, daß die Hochöfen, Stahl- und Walzwerfe tereit seien, ihre vertreten. Angebote auf Grund der Franfenentlohnung zu machen. Nach Eintritt in die Verhandlungen referiert zum vierten Bunft Der Lohnvorschlag dieser Werke beweat sich zwischen 1.20 rant der Tagesordnung Aenderung der Geießgebuna" als Stundenlohn für ungelernte und 1,50 Frank für gelernte Arbeiter, nächst der Rechtsanwalt Dr. Baum Berlin über die Novelle aur zuzüglich Frauen- und Kinderzulagen. Die Vertreter der Gewerk- Reichsverücherungsordnung. Seine Ausführungen find in einer fchaf en erklärten dieses Angebot für ungenügend. Im einstimmig angenommenen Entschließung zusammengefaßt. Der Namen der christlichen Gewerkschafen wurde betont, daß unbedingt Dristrantenfassentag verlangt in Ergänzung des Entwurfs eine Näherbringung der Löhne an die der Berg Bählbarkeit der Frauen bei den Versicherungs. arbeiter sowie eine Erhöhung der Löhne au in behörden die Beseitigung der LandesversicherungsLothringen gefordert werden müßte. Der Arbeitgeberver- ämter. Neben diesen dringlichen, fofort zu verwitlichenden treter erfläre darauf, weitere Informationen in Paris einholen Forderungen wird das Verlangen nach einer grundiäglichen zu müssen, worauf die Verhandlung auf den 8. Dezember vertagi Reform der Krantenversicherung auftecht erhalten. wurde. Gefordert wird insbesondere Versicherun spflicht der Selbständigen, Mobilisation in der Metallindustrie. Montag fand in den Beamten. Ausgestaltung der Wochenhilfe und Durchführung der Versicherung aller Seeleute. Weg all aller Befreiungen, auch der früheren" Arminhallen", Kommandantenstraße, eine überfüllte Familientrantenhilfe als Pflichtleistung. Versammlung der Betriebsvertretungen und Funktionäre der AfaDarauf iprach Geschäftsführer Lehmann Dresden Es wurde zunächst über die beabsichtigte weitere Arbeitslosenversicherung und Verbände statt Pflichtverbände Ausgestaltung der Spitenorganisation der Afa- Verbände von der Krankentaisen. Da wahrscheinlich der vor einiger Zeit Fatau berichtet. Dann beschäftigte man sich mit der durch die inAm 29. u. 30. Nov. tagte im Berliner Gewerkichaftshaus eine von zwischen erfolgte Kündigung der Lohnsätze akut gewordenen zurückgezogen werden wird, sei es notwendig. daß die Krankens veröffentlichte Referentenentwurf über die Arbeitslosenversicherung 76 Delegierten beiuchie, von der Reichsabteilung Straßen und Tariffrage. Man beschloß nach längerer Diskussion mit über faffen, die in erster Linie als Träger der Arbeitslosenversicherung Aleinbahner im Deutschen Transportarbeiterverband einberufene wältigender Mehrheit, einen einheitlichen prozentualen in Frage kommen, ihre Stellung zur Erwerbetofenfürsorge einmal Reichekonferenz der gesamten Straßenbabner Deutschlands. Der Buschlag zum Grundlohn zu fordern in der Erkenntnis, daß präzisieren. Voraussetzung da ür, daß die Krankenkassen Träger Reichsfettionsleiter Genofie H. Rathmann gab einen Bericht gegenwärtig noch ein Grundlohn gelte, welcher auf die Wirtder zu schaffenden Arbeitslosenversicherung werden, sei ihre über den Tarifentwurf. den der Arbeitgeberverband borgelegt hat. fchaftslage bom September 1919 zurückgeht. Zum Zusammenfassung zu Pflichtverbänden. Die Erwerbslosentürsorge Unter sich steis erneuernden. Enirüstungsstürmen mußte der Rebner Schuk berichtete Liebeskind über den Neuaufbau der gemein- st ale ein Teil der allgemeinen Wohlfahrtspflege ALL fonstatieren, daß die Unternehmer auf allen Gebieten, Arbeitszeit, schaftlichen Berliner Betriebsrätezentrale der Gewerkschaftskom- organiseren, die nur in ernster Gemeinschaftsarben der Gemeinden foziale Bestimmungen, Rechte der Arbeitervertretungen, Ueber- mission und des Ortstartells. mit den ägern der Sozialversicherung gedeihen kann. Der hunden usw, Ungeheuerliches von den Arbeiten fordern. Nicht besser Streit der Darmarbeiter. Ein Teil der Arbeitgeber to eigert 24. deutiche Diistranfenfassentag fordert daher eine Ergänzung find die Städte beraten, die Straßenbahnen benzen. Völlig unei fahren sich ganz entschieden, mit der Berufsorganisation einen der Arbeitslofenunteritügung aus öffentlichen Mitteln auf dem Gebiete des Strußenbahnweiens, wollen die Städte Tarifvertrag abzuschließen. Die Arbeitnehmer find am 30. November durch eine Arbeitsloienversicherung, wobei die bewährten Grundbie Straßenbahner dem Gemeindearbeitertarif unter in den Streit getreten, um die Arbeitgeber zu zivingen, lagen und Organisationen der Krantenversicherung als Unterbau izellen. Leider werden fie in dieser Frage vom Gemeindearbeiter den Zentralverband der Fleischer als ihre Berufsorganisation an- zu benutzen sind. Die Ortsfranfenfassen verwerfen jede Neubildung verband gestützt, dessen Vertreter erst wieder in Weimar erklärten, zuerkennen. Ven 18 Firmen haben 10 bis zum 30. November von Versicherungenägern, wünschen jedoch die Zusammenfassung daß die Straßenbahner nicht schlechter gestellt sein dürfien, als die abends den eingereichten Tarifvertrag unterschrieben. der Krankenversicherungsträger zu Pflichtverbänden mit einem Gemeindearbeiter. Die Einmischung des Gemeindearbeiterverbandes wurde um so unangenehmer empfunden, als der A.T.G.B. die über das ganze Reich sich erstreckenden Rückversicherungsverbande. Zehnstundentag in Polen. Ueber Arbeitsgemeinschaften bon Trägern der Straßenbahner als Organisationsgebiet des Transportarbeiterbers Die großpolnische Oberschleiiiche Grenzzeitung Reichsversicherung sprach iodann Direktor Albert Kohn- Berlin. bandes erst fürzlich wieder anerkannte, als die Stadt Berlin die bringt einen„ Die deutsch- polnischen Handelsbeziehungen" über- Seine Ausführungen gipfelten in der Forderung nach der beschleuStraßenbahnen übernahm. Die recht rege Distuifion schloß mit schriebenen Artikel. Er berfichert, daß der fleißige polnische Arbeiter nigten Schaffung von Arbeitsgemeinschaften und Trägern der Gelöbnis, teiner Tarifberichlechterung zuzustimmen. Weiter feine ganze Kraft in den Dienst des„ Vaterlandes" stellen wird, Reichsversicherungsordnung, um eine Einbeitlichkeit in der sozialen beriet die Konferenz, wie es zu ermöglichen wäre, die alten und sagt mörtlich weiter: In diesen Tagen finden Verhandlungen Füriorge zu erzielen. Auch diefer Forderuna stimmte die Taaung arbeitsunfähigen Kollegen vor der„ Leierkaſteneristenz" über die Wiedereinführung des Zehnstundentages obne Widerspruch zu. Der Voisißende Fräßdorf schloß den Kon zu bewahren. Der Verbandsvorstand wurde beauftragt, zu unteruchen, auf welchem Wege am besten eine Pensionsversicherung für in Bolen statt und ich glaube, daß der patriotische Sinn unserer areß. Die nächste Tanung findet in Hannover statt. die Straßenbahner herbeigeführt werden könne. Arbeiterschaft dem Lande das Opfer bringen wird." Verantwo. für den redakt. Teil Dr. Werner Beijer, Charlottenburg; für Anzeigen: In einer Aussprache über die Arbeitsgemeinschaften Nette Aussichten für die oberschlesischen Arbeiter falls Ober- Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts- Verlag G. m. b. 6.. Ferlin. Drud Ber stellten sich die Redner wärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Bani Singer u. Co., Berlia. Bindenitr. 8. die Disfuifion war kurz und wenig folefien polnisch würde. Sierzn 1 Beilage. m Urbin der gute Schuhputz In Dosen überall erhältlich. Fabrik: Urban& Lemm, Charlottenburg Bei Lungenleiden und Halskrankheiten Metall- Eintaufsstelle rlangen Sie kostenlos ausführl ärztlice Broschüre über Dr. Gebhardt& Cie., Berlin 317, Potsdamer Str. 104 c. Charlottenburg, 12/ 12a Sanitätsrat Dr. Weise's Bronchelin. Haus Grolmanstr. 59( Laden), zahlt höchfte Tagespreise. Pelzwaren Zentrum Kommandantenstr.80-81* am Dönhoffplatz KVG Osten * Warschauer Strasse 33 Haltestelle:„ Warschauer Brücke" Billige Kleidung, Wäsche, Stiefel Herren- u. Jünglings- Anzüge v.125.-M. an| Damen- Mäntel Joppen Knaben- Anzüge Blaue Arbeiter- Anzüge. bis 50.-M. Herren- u. Jünglings- Ulster von 85.-M. an Herren- Hosen von 53.-M. an Herren- Stiefel mit Ledersohlen von 55.-M. an Kinder- Stiefel mit Ledersohlen von 14.-M. an Damen- Stiefel mit Ledersohlen von 90.- M. an Warme Schuhe. 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