Nr. 5�1 ♦ Z7.?ahrs«mg Ausgabe B Nr. IS« ve»«a»vret«» s»»»«isdn.«.— Ml, frri m» Saug oorou» iahldor. Post- darafl®onntli(t Ift— Ml. trfL Ao» SoDunosüebUht. UnttrStrnnbonb für Deulchlank onb 18/0 Ml» ffit bo* Ubhgt ÜHelont oti laqllch »stlinai. SufteOunc 2150 M. Voil�e« Sfliuntten nehmtn an Oeftemt�, ilnaam, Tschecho-SIowalei. Per,«- «ort, öoQunü,-uetmeura,-lbwtbo» oab)l» SduDtt».— Äinaetranen ta blr Post- eimnqo Pre»tiste. Pr ,üont>ärte" mti bn Sonmoz» bi Aage»Soll u. S« if*«riditm! modtm- «ilgEch zweimal ösnntaa« unb Mb» tags»nma, Sdrq ranim-4 Dttfle »S»3i«IbrM«(cal Seen«*. Abend Ausgabe rliner Oollrsblntt s 20 Pfennig) rluzetftenpretS: Dt» achlgeivalien« Sioneartin«»!!« toflctS,— M» Zeu»nmg»zuschlax SV«/, »AI»in« 2tn,e>0»n-. das>»tt- gobruit» Wori h— M. ijuläffi« zwri ir«g»b ruckte Worte».>ebe« weiter» Wor, 80 Pf«. Stellengesuche und kchiasstellenanzelgen da« erste Wort 85 Psg. irtN weiter, Wort»0 Psg. Motte übet 15 Kochst» ben zllbien fiii uvei fflont Tttirninooiinschia» 50"/» ffaniiIirn-Anteigni für Abonnenten geil, t— M» politilch, anb ge» «erlichostitche Deretn»- Anirtgen S.- ML bt» grtlt ebne Ausschlag, Anzelgen für bit nächste Nummer «üssen bi«»»he nack mittag« mi Hauolgeschäst. Berlin SW). Linben- ftrabe 3. abgegeben werben. Seöffnet von» Uhr irllh bi» i Utzr abenb» Zentralorgan der fozialdcmokrati feben partd Dcutfchlanda Redoftton und(Expedition: SW. 6«, iindcnflt. 3. (trrn>l>rf rtirr: tlmi tMortnvia«. Str. I.'t t UO-!.*> I»7. Donnerstag, den A Dezember IvüSO vorwärtseverlag H. m. d. fj.. SW. b«. Lindenste. 3. Sckrnivrrciirrl Ninl Morinr-ia». Str. lI7SZ— 54. Reichsnotopfer un Am SteuckimiSschu� t»-S Reichstags wurde am Donnerstag neuerdiibgs die Frage ReichSnoiopfer oder ZwangSairleche bzw. Kr- gänzung de» erstercn durch eine Zwangöanleihe zunächst in emer GeschäftSordnungSdebatte erörtert. Von verschiedenen Abgeordneten war die Ansicht vertreten, dah ein« Weilerberatung im gcgemvärligen Augenblick nicht angezeigt sei und erst die g e- druckte Red« des ReichSbantpräsidenten bzw. die Grundlagen eines Gesetze iittouri» betreffend Znxmgsanleihe abgewartet werden müßten. Der ReichSfimmgminister Dr. W i rth e-rklärt« demgegenüber. daß e.ne Vorlage über die Erhebung einer ZwangSanl.'ihe nicht ohne weitere» gemacht werden könnte..Material in Akteltbänden' läge darüber nicht vor, lediglich Mitteilwiigen de» ReichSbonkpräfidenten an das ReichSfinanzininifteriuin vom Juli v. I. und vom April d. I. Di,'r Min.fter ging dann auf unrichtige ZeitungSmelduiigon ein und detonte: Bei m.'iner gestrigen Erklärung im Ausschuß habe ich keinen Zweifel darüber gelassen, welche Stellung ich in der Frage der ZwawsSanleih« oder beschleunigte Noiopscreinzieliung eninelmee. Auf mein« persönliche B.tte hat der ReichSbankpräsidcnt nicht nur den Sband unseres Geldwesens utlb die daraus sich er- gebenden Folgen dargestellt, sondern auch sein« Ansichten über die LwangSaulvihe in Verbindung mit den» ReichSnotopfer dargelegt. Ich habe bereits gestern erklärt, daß ich von Anfang merne» Amtes an mit dem Herr» Neichslbankpräsidenlen Fühlurig g.'nonunen und in Vert>i»dung mit ilnn gearbeitet habe. Wenn jetzt die beschleu- nigte Einziehung eine» Teils des Rotopfer» ot» Gesetzvorlog« ern- gebracht worden ist, so ist du« «uf den Beschluß de» Kabinett» gurückßuführen. Ich habe dem Kabinett im Oktober neben ande» ren Maßnahrnen al» unbedingt erforderlich« finanzielle Maßnahme zur Eiudäuimung der schwebenden Schulden folgend« zwei Mög- lichleiien vorgeschlagen: 1. Aenderungcn im Reichsnotopfergesetz deran. daß ein bestimmter Teil sofort in dar zu zahlen ist, 2. Zwangsanleihe oder Acnderung de» Notopsergcsctzc». Jede dieser Maßnahmen sei ein HemniungSmittel gegen allzu rasche Vermehrung der schwebeupen Schuld und als ErndämmungSmutel gegen die Papierflut. Das Kabinett hat sich gegen die Er- Hebung einer ZwangSanleih« als stärkeres Mittel au»- gesprochen und für die beschleunigte Einhebung eine» Teil» de» ReichSnoiopsec» erklärt. Einer Verbindung zwischen ReichSnat- opfer und ZwangSanlclhe stehe ich demnach nicht ablehnend gegen- über; sie ist mir vielmehr lieber al» die beschleunigte Einhebung des NcichsnotbpscrS, allerdings unter der Voraussetzung, daß die Zwangsaiileihe so gestaltet wird, daß ihr Ertrag an Bargeld ganz bedeuteiiv höher ist. als aus der Einhebung de« ReichSnotopfer» erwartet werden darf. Eine Aendcrung des RcichsnytvpferS im wesintlichen Umfang darf aber dabei nicht erfolgen. Van den Abgg. Dr. Braun sSoz.) und Dr. Helfferich (Dnat.) und Blunck90l scheitelten an dein Starrsinn der Junker, der„Kanalrebellen", die den Einfall ausländischen Getreides durch den Kanal in Deutschland und damit eine Schmälcrung ihres Profites befürchteten. Ihre politischen Nachfolger sind jetzt anderer Meinung; sie werden dem Bau der Endstrecke zustimmen. Der Linienstreit um die Reststrecke hat zeitweilig recht heftige Formen angenommen. Hie Mittellinie! Hie Süd li nie! hallten die Schlachtrufe, nachdem eine Reihe anderer Linienführungen aus der Debatte ausgeschieden waren. Die Mittellinie geht nordwestlich an der Stadt Braunschweig vorbei und führt in leichtem nach� Norden gerichteten Bogen über Fallersleben, Oebisfelde,(Ealvörde und Neuhaldcnsleben bei Glindenberg nördlich von Magdeburg an die Elbe heran, die sie in einer Kanalbrücke über- schreitet, um dann ostelbisch in der Nähe von Burg Anschluß an den Jhlekanal zu finden. Die S ü d l t n i e biegt westlich von Braunschweig nach Süden ab bis Hornburg, wendet sich hier wieder nach Westen und erreicht über Oschersleden in der Gegend von Westerhüsen, einem südlichen Vororte von Magdeburg, die Elbe. DieEinmündungindiesesowohlwieihreUeberquerung durch eine Brücke begegneten indessen derart großen Schwierigkeiten. daß die Befürworter der Südlinie den geplanten Anschluß an die Elbe bei Westerhüsen fallen ließen und, einer Anregung der Akademie des Bauwesens folgend, den weiteren Verlaus so wählten, daß die Linie bei Ältenweddingen noch einmal nach Norden abbog und unter westlicher Umgehung Magde- burgs ungefähr an der gleichen Stelle die Elbe erreichte wie die Mittellinie. x Ans dem Gesagten geht schon hervor, daß die Südlinic einen Vergleich mit der Mittellinie hinsichtlich der geraderen und kürzeren Strecke nicht aushalten kann. Sie ist in der Tat 24 Kilometer länger. Aber daS ist nicht ihr einziger Nachteil. Da sie der Geländeverhältnisse wegen eine Schcitelhaltung in Höhe von> 79 kiX erklinimen muß gegen 4- 65 NN bei der Mittellinie, so hat sie auch drei oder gar vier Schleusen mehr als diese. Das erhöht nicht nur die Gefahr von Verkehrsstörungen, sondern hat auch einen dauernden Zettverlust durch den Aufenthalt der Schiffe in den Schleusen zur Folge, so daß die größere Länge der Süd linie damit auf 45 Tarifkilometer steigt. Dauern der Zeitverlust bedeutet aber dauernde MehirniSaaben für Löhne. Abnutzung usw. Jede Tonne vom Westen„ach Berliu stände kommt und daß auch der Reichstag zustimmen wird. das Reich also mit dem 1. April n. I. das Eibe Preußens übernimmt, um es fortzuführen, wie Preußen es be- gönnen hat. Diesen Beginn nicht mehr so lange hinauszuzögern, ist aus politische» soivohl wie wirtschaftlichen Gründen dringend erwünscht. Tie politüche» Gründe mögen hier uncrvrtert bleiben, aber hinsichtlich der wirtschastliche» Gründe sei daraus verwiesen, daß durch die Inangriffnahme des Baues, die möglichst gleichzeitig an verschiedenen Slellcn erfolgen soll. Arbeit geschaffen wird, die wenigstens in erwas der großen Arbeitslosigkeit abhilft. Sobald die Landosveisamm- lung dem Gesetz zugestimmt haben wird, dürfte dann auch mit den Arbeiten begonnen werden. Die Gesamtsumme, die für das Werk angefordert wird. beläuft sich, nach Friedcnszeitcn berechnet, auf rirnd-tliK Millionen Mark, nach dem beutigen Geldstandc also mindestens vier Milliarden Mark. Das ist gewiß eine hohe Summe, aber dies Geld ist gut angelegt. Mit ihm soll ein Werk geschaffen werden, das uns Volks ivirtschast- lich vorivärts bringt. Es wird den Osten und den Westen in bessere Verbindung miteinander bringen, dem besseren AnStansch ihrer Produkte die Wege ebnen, den Verkehr gewaltig steigein helfen und, vielleicht mehr als wir jetzt ahnen, unsere Aufwärlseutivickeiung fördern. St. Michael tzergt. Wrr haben schon darauf hingewiesen, mit welchen Mäh- chen die deutschnationale Presse von der schweren sachlichen nnd moralischen Niederlage abzulenken sucht, die ihre Partei und die Hohenzollern in der Abfind nngsfragc erlitten haben. Besonders schwer ist diese Niederlage für ihren Partcivorsitzenden Hergt, dem vom Genossen Heilmann klipp und klar nachgewiesen wurde, daß er als preußischer Finanz- niinister seinerzeit ein Gutachten unterzeichnet hat. welches das Kronfideikommiß nicht als Privateigentum der Hohen- zollern anerkennt, während er jetzt als deutschnationalcr Ab- geordneter genau den gegenteiligen Standpunkt einnimmt. Hergt suchte durch ein paar persönliche Bemer- klingen diesen Vorwurf sophistisch wegzudiskutieren, ohne je- doch an dem klaren und einseitigen Tatbestand bis geringste ändern z» können. Voll Wut über Hergts Niederlage schäumt jetzt der„Neubsbote" in einer Weise, die als kaum z» über- bietender Gipfel journalistischer Geschmacklosigkeit bezeichnet werden muß. Von dem g e i st i g e n Inhalt des Nededuells Hergt-.Heilmann berichtet er seinen Lesern absichtlich nichts, sondern er Mxmdelt die Sache, als ob eine Paria- mentansche Sitzung eine Schönheitskonkurrenz in den Amorsälcn wäre. Wir geben die Ausführungen des „Neicksboten" wieder, um zu zeigen, welches geistige Niveau die deutschnationale Journalistik erreicht hat: Hergt mit seiner feinen, harmonisch gebauten, sich selbst bei jeder Bewegung in der Gewalt behallenden und seine Aeoanien in abgerundeten Sätzen flüssig und gewandt zum Ausdruck drin- genden Art— Heilmann plump, massig, mi! gesalbtem Organ und pathetischem Brustlon, durch und durch Ncformjude. unfe'n und abstoßend wirkend; Hergt grad und ausrecht, seiner Sache voll- kommen sicher, die Klinge mit fast lässiger Glegonz führeno, in der Wahl der Ausdrücke und.Urteile mehr andeutend ais aussprechend, daß ihm dieser Gegner nicht ebenbürtig und nicht v'tlwertig er- schien— Heitmann während der Wort« HcrgtS sich auf dre Brüstung der Rednertribüne lehnend, vielmehr kauernd wie ein Tiger, bereit zum Sprunge und lauernd, ob er am Gegner eine Blöße erspähe. Hie Germane— hie Hethiter, hie vor- nehm— hie Plump, hie Geradheit, Sicherheit und aufrechte Hal- tung— hie Tücke u nd Groll um ein verlorene« Spiel, hie da« ruhige Bewußtsein, für eine gerechte Sache zu kämpfen— hie der H a ß. dem jede Waffe recht ist und der doch sch..ezlich ge- prügelt abziehen muß. Möchten unsere politffchen Käm?fc. zumal in der bevorstehenden Wahlzeit, alle unter dem Zeichen dieiet Ge- gensatzeS zwischen Hergt und Herlmann ausgcfochten werden und am Ende der rode Drache, vom Schwert deS dvutscheo Michael durch» bohrt, seine schwarze Seele aushauchen. Die plumve Demagogie einer mit den niedrigsten Mitteln arbeitenden Rassen h e tz e kann sich nicht dcut- lichcr entlarven. Ob Herr Hergt übrigens von diesem Hetz- gesang seines Parteiblattcs sehr erbaut sein wird? Wir glau- ben zu wissen, biß gerade er seinen hier verächtlich gemachten politischen Gegner persönlich ganz anders einschätzt. Und schließlich sollte auch der„Reichsbote� vorsichtig sein. Es redet ja nicht immer aus der rechten Seite St. Michael Hergt, sondern auch dort gibt es äußerlich weit weniger repräjentabi? Typen,— wir sind zu höflich, Namen zu nennen. Sozialüemokratische Treue. Auf dem Parieitag der badiscben Sozialdemokratie hat Genosse Prosit aus Ludwipshasen eine von uns icdon kurz erwäbnte Änfpracve gehalien, die bei den ParleilooSdelegicrien be- greistildeS Aufsehen erregte und werteste Beachtung in ganz Demichland und darüber hinaus verdienl. Wie wir dem ousiübrlicheir Bericht rinscres Mannbeimer Partei. blaiteS entnehme» erniucrie Genosse Profil die Dadener daran, daß piälziiche und badische Sonaldemokrane gemeinsam aufgcwalbicn und im Kamps gestäblt worden seien. Tide Zrnammengehörigteit Werve in der Pfalz auch heute noch lebendig empfunden. Dann fuhr der Redner'ort: Zwar locht die Sonne noch gerade so über die P'alz wie früher. Sie vermag aber nichl nrebr die alle Fröblichkeit in ven Pfälzer Herzeii auszulösen wie ehedem. Mit banger Sorge blicken w r ia die Znkunil Der veulsidc Militarismus ist auch be> uns lol i da'ür iliunipbieri aber der fronzösiichc Mililarisiiius um>o mehr, der in seiner Annexionslüsiernhen dem veun'chen in nichts nacbstchr. Ileberraichenv ist daS nicht; denn diese Eigenichasl lieg! nun einmal in» Weien eines jede» Militarismus, gleichgütlig, ob er in preußischen Kommißstie'eln oder Pärrier Lackichuhen anjirrtl. Di« Pfalz ist heute ein Piandobjckt für die restlose Erfüllung des Veriailler FriedciisvertrageS nnd des Abkommens vo» Spa. Do« DamotleSschwerl der wiri'chaslllch''N und politischen Abschnürung hängr ständig über nns. Die Platz ist aber heui? anch ein Eckpfeiler der deutschen Republik, den die Wellen französtidien Einflusses zu nnierwühlen drohen. So sieben wir als Pfälzer»nd dann als Sozialdemokraten auf einem für das gefanne deutsche Polt wichtigen Poil-n. In der gcmeiir>ame» Abwehr jener Bestrebungen, die Pfalz von Teuischlaiid loszulösen, haben wir unseren Mann ge» standen— nnd werden es auch in Zukunft'o hallen! Kriirc Versoleung und keine Strafe, und es sind deren niiti wenige, wird uns abhalten, auch sürdcrhin unsere Pflicht zu run. Dank be» anspruchen wir bieiknr nichl. Soweit der Pfd LudwigshasenS, und sonst Bälden» und der Pfalz mit sich bringen würde, wissen wir aus de» Er- fahrungcn des vergangenen Jahre«. ES gibt Kreise in Frankreich, beförderte Ware würde über die Südltnie SO bis 40 Pf. mehr Fracht—„ach FriedcnSsätzen l— erfordern, als über die Mittellinie und so nach dem mutmaßlich zu erwartenden Verkehr dem VoikSverniögcn einen jährlichen Verlust von rund anderthalb Millionen Mark zufügen. Diese Erwägungen und vor allen Dingen die Tatsache. daß unbestrittenermaßen 75 bis 90 Proz. des in den ersten Betriebsjahren ans 8'/, Millionen Tonnen jährlich geschätzten Gcsamtverkehrs DurchgangSverkebr fein werden, verhelfen der Mittellinie mehr und mehr zu einem Uebergewicht über die Südlinie. Im Frühjahr dieses Jahres brachte die preußische Regie- rung eine Denkschrift heraus, ohne hierin zur Frage der Linien- führung Stellung zu nehmen. Die Denkschrift wurde den Bezirks- wasserstraßenbauräten und dem Laiideswasserstraßenbanrat zur Vorberatung unterbreitet mit dem Ergebnis, daß sich diese berufenen Stellen mit ganz überiviegendcr Mehrheit für die Mittellinie entschieden. Demzufolge unterbreitete die Regie- rung der Landcsvcrsammlung im Juli d. I. eine Gesetzes» Vorlage, die die Vollendung des Mittellandkanals im Zuge der Mittellinie vorsah. Die erste Folge war - ein heftiger Kampf der Gegner der Mittellinie dagegen, daß Preußen den Bau des Kanals überhaupt noch in Angriff nahm. Es sei Reichsfache, hieß es. denn mit dem 1. April 1921 würden verfassungsgemäß die Wasser- straßen an das Reich übergehen und Preußen dürfe das Reich in einer so wichtigen Angelegenheit nicht vor vollendete Tatsachen stellen, denn es sei sehr zweiielhast, welche Stellung das Reich in der Frage der Linienführung einnehmen werde. Der Streit mag heute auf sich beruhen. nachdem, wie noch kurz auszuführen sein wird, eine Einigung zustande gekommen ist. Gesagt werden muß aber, daß Preußens Recht, die Sache in Angriff zu nehmen, unzweifelhaft feststeht, und daß auch niemand zu beweisen vermocht hat, daß Preußerr bei seinen Beratungen die all- gemein-dentschcn Interessen außer acht gelassen hat. Im Gegenteil! Die Gesetzesvorlage sah also den Barr des Kanals im Zuge der Mittellinie vor. aber auch nur diesen. Sie kam den berechtigten Wünschen der weiter südlich gelegenen Laiides- teile, vor allem des mitteldeutschen Industrie- g e b i e t e S, nicht entgegen. Das war ein unzweifelhaster Mangel. den der KanalauSschuß der Preußischen Landes- Versammlung dadurch beseitigte, daß er einstimmig einen Be- trag von 67'/,, Millionen Mark in die Vorlage einsetzte für den A n s ch l u ß des mitreldentschen Industriegebietes, wobei er die Frage offen ließ, ob dieser Anschluß durch einen Seiten- kanal bis Bernbnrg oder durch Regulierung der Elhe und Saale erfolgen solle. Die Hoffnung, daß durch dieses Entgegenkommen die An- Hänger der Südlinie sich mit der Mittellinie abfiiiden würden, erfüllte sich nicht. Leider wurde dadurch die Gefahr herauf- beschworen, daß der Bau des Kanals in abseh- barer Zeit überhaupt nicht in Angriff ge- nommsn werden konnte. Um dieser Gefahr zu begegnen, wurden Verhandlungen unter den bcteiligien Ländern, vor- nehmlich Preußen, Braunschweig, Thüringen, Anhalt und Sachsen. eingeleitet mit dem erfreulichen Ergebnis, daß sich alle Beteiligten, zum Teil Wohl schweren Herzens, auf die Mittel- linie einigten, wohingegen den einzelnen Ländern noch die Erfüllung gewisser Wünsche zugesichert wurde, die sich— das wichtigste sei ermähnt— auf den B a u von Talsperren und auf die Schaffung einer Anschlußmöglichkeit Leipzigs an den Hauptkanal bezogen. Auch wurde ver- einbart. in welcher Weise Mitteldeutschland angeschlossen werden, soll, nämlich nicht durch einen Seitenkanal, sondern durch Regulierung der Elbe und der Saale. Der Kanalaiisschuß der Preußischen Landcsversammlung hat diesen Vereinbarungen zugestimmt und die Gesctzesvorlage entsprechend umgestaltet. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß das Plenum den Beschlüssen seines Ausschusses beitritt. Andererwils besteht im Reiche die Gewähr, daß im Reichsrat ein einstimmiger Beschluß nunmehr in der gleichen Weise zu- Theatertalmi. Resitzenztheater: Lady Windermere« Fächer. Die reinste Sehnsucht der Herren in diesem Theater zielt auf ein Stück, das mit Kulissendynamit und gefälliger, auch wohl pr- kantcr Banalität für ein Jahr ausreichend garniert wäre. Garniert ist das richtige Wort. Denn eS herrscht an diesem Theater ein Madeton, der einem Modcsalontoa ähnelt. Die Premiere diese? Theaters ist, was der Pariser eine Schneiderinnenprenricre nennt. Man hat aus Gründen, die in der tieferen Gemütsart der Zu- schauer liegen, größere Aufmerksamkeit für das, was die Künstler an und auf sich haben als für da«, was sie in sich haben. Der Re- gi sie ii r dieses Theaters bezieht die Möbel seiner Bühne aus der Fabrik, nicht aus feinem Geschmack, seiner Phantasie oder Kultur. Alles sieht wie geleckt aus. Der Lack blitzt. Trotzdem fragt man sich mit einigem Erstaunen: So sieht ein Lordsalon um 1300 auS? So ein Londoner Herrenzimmer? Alle« ist Talmi. Nun haben die Herren dieses Theaters sich auf Oskar Wilde stoßen lassen..Lady WindermercS Fächer" ist von Natur Talmi: Pailbron, gemischt mit DumaS, aufgesogen in das Temperament des Londoner Snobs, der von Paris alles bezog und dazu noch seinen Geist spendete, diesen Spöttergeist. der die anglikanische Prü- bette nicht ausstehen mochte. Wilde war noch gestriegeltes Glück. er war noch nicht politisch zerstörte Ruine, als er seine Komödien ziselierte. Diese Komödien leben heute mit einem Sechstel Un- sterblrchkeit, weil der Mann, der sie schrieb, fünf Sechstel mehr Geist besaß als seine von Moral behexten Landsleute. Außerdem hatte er es den Parisern abgeguckt, wie man einen hübschen Gedanken durch vier Akte bis zu einer gepfefferten Schlußpoint« bringt. In der Fächerkomödie ist die Frage brennend, ob die Frau mit einem Fleckchen auf der Ehre nun immer salonunsäbig sein soll. ES handelt sich nicht um eine Sittenfrage, sondern um eine Etiketten. frage. Das gibt der Angelegenheit den Wildeschen Reiz, die Nied- liche Spitzfindigkeit, das Kameliendamenparfüm. die Herzoginnen- Philosophie. ES ist ergötzlich, eS ist Ewppe zu Shaw, also nur lialber Shaw. Es ist Satire, die noch nicht ganz ehrlich geworden ist, eS ist etwas Nettes und doch Talmi. Nachdem Wilde das Zuchthaus verlassen hatte, lebte er in Paris sehr elend. Er war so fett und unbeweglich gewovden, daß er keine zehn Schritte zu Fuß machen konnte. Er war sehr groß, er wn-r sehr dick. Eine? Nachts schob er mit Stuart Merill. der mir die Sache erzählt hat, über den Boulevard St. Germain, schnaufend, kurzatmig, mühselig. Apachen wollten an den Fett- koloß. Da schrie Merill ihnen zu:.Boys und Gentlemen, um Gotteswillcn nicht! Wißt Ihr nickst, wer dieser Mann ist? Er ist der mächtigste Boxer Englands. Wenn er sich nur regt, so werdet Ihr Hackfleisch sein!" Die Apachen kriegten vor dem englischen Riesen daö Schlottern und schlichen weg. Die Herren des Residenz. theatcrs verlocckflellcn Wilde auch mit einem Riesen, etwa mit Strindberg, machten dementsprechend Regie und verdarben vieles. Sie dehnten, sie lähmten, als wenn es große Tragödie gäbe, und es ist doch nur Geplätscher. Sie merkten keinen Zeitgeist, da sie das Geschliffene des Stückes mäßig'begriffen, die Kolportage de» Stückes jedoch überschätzlen. Was diesen Regisseuren gefiel, dem sie gewachsen waren, dös war der Talmi des Stückes. Das ist natürlich. Denn lernen kann man vieles, nur nicht den Stil. Fräulein Toelle geht von den jugendlichen Sentimentalen zu den Salondamen über. Sie ist sehr begabt, sie wird aber, wenn sie dieser Führung treu bleibt, den Funken verlieren. Ihre Lady Windermere wäre vorzüglich, wenn nicht wenige Bewegungen ver- rieten, wie gern sie sich der falschen Dressur unterwirft. Vom Burgtheater kommt Herr Korff. Er dämpft aus Temperament, was besser als Bonvivantmanieren ist. Vom Schwank kommt Frau Arnstadt. Sie übertreibt noch dos Strindbergische. daS ihr wenig Hellsickstiger Regisseur empfahl. Dann ist der Rückfall ins Flotte ein Umkippen, das gar nicht paßt. Spekulation hat aus Adele Sandrock ein« komische Alte gemacht, übrigens eine sehr sitzige und geschickte. Herr Falkenstein übersetzt seinen Wdiberfeind ins ber- linisckw Groteske, ohne daß man ihm zürnt. Herr Vallentin Int gut. Schwank- uwd Trotteltempo nicht zu scheuen. Herr Prnul Otto verwechselt wieder Wild« mit Strindberg.- Es ist keine Klarheit in dieser Au ssütrung, es ist kein Stil in ihr. Es ist daS Meiste nur Verwirrung und Talmi. Max Hochdorf. Die Not der deutschen Kunst. In der auf kommenden Sonn- tag, mittags t2 Uhr, von den deutschen Künstterverbänden nach dem Reichstagsgebäude berufenen Versammlung werden Architekt Hein- rieh Straumcr. Maler HanS Baluschek und Bildhauer Fritz Klimsch sprechen. Voraussichtlich wird der ReichSkunstwari Dr. Redslob auf die Frage antworten, ob und in welchem Umfange das Reich der Kunst in ihrer Not helfen kann. Eine Verlängerung drr Schubsrist für Werke der Literatur und Kunst hat jetzt das Internationale Bureau in Bern boi den Entente- staaten angeregt. Der Schritt, der anseheinend aus die Anregung der Association litter air« et artistigue in Paris zurückgeht, bezieht sich auf alle vor dem l. Januar!S2t veröffentlichten und noch nicht fr e. gewordenen Werke der L-iteratur und Kunst und wird mit der allgemeinen Schädigung der Urheberrecht« durch den Krieg be- gründet, für die in der Verlängerung der Schutzfrist«im Ausgleich gesucht werden könnte. Der Deutsche Verlegervereim hat das Vor- gehen des Berner Bureaus auf die Tagesordnung seiner nächsten außerordentlichen Hauptversamm-lung gesetzt und wird sich natür- lich gegen eine solche Verlängerung wenden. Der Fall hat beson- derrs Interesse im Hirrbl ck auf di« Anregung des SrbntzverbandeS deutscher Schriftsteller, der eine grundsätzlich« Aenderung de« Ux- 1 Heber- und Verlegerrechts dahingehend vorschlägt, baß daS Nutzrecht toter Autoren 30 Jahr« nach dem Tode des Autors zu einem Teile dem Staat« oder einet Ku-lturnot'kasse zufallen solle. Knyßler-Abend. Im übervollen Blütlhner-Saal, in iairsender Menschenhitze. liest Friedrich Kayßler unsere Klassiker. Di« schwer« St-mm« weiß zu singen, ringt sich ungeheures Drängen ab in Schiller?.Bürgschaft", wo Dämon durch Fährnis ohnegle.chen rast. den Freund und Bürgen zu retten. Der ungeheure Raum, des RresviiorchesterS mehr gswohut. verschlingt zuviel vom Lyrischen, daS mir ein einzelner spricht, läßt Zartes oft verschwi luden. So sch.enen Li-Tai-PeeS wundersame Klänge den Sinnen vieler zu entgehen, deren Empfänglichkeit die Martern d eser Zeit abstumpften. Dunkel ist das Loben wie der Tod. doch seine Lettern sind unsterblich — Li-Tta-PecS. Von Goethe sprach Kayßler mohveres; hier Hot man einfach Dank zu sagen. rd. Tor sterbende See. Mitten im Waldecker Lande liegt seit einigen Jahren Mitteldeuischlands größler See, das Slaiibecken der Edenalfperre. Die Ed er, ein wrsserrelher Nebenfluß der Fulda, speist das Becken dieser Sperre, die henle die gewalligfte in ganz Europa ist. Mehr als 200 Millionen Knbilmeler faßt der See, auf dessem Grunde die Reste von Dörfern und Mühlen liegen, die seinerzeit geopfert werden mußten, als die Sperre angelegt wurde. Heute bietet der See«inen trostkosen Anblick. Der See ist wieder zu dem Flusse geworden, der er eiitstmal« gewesen. lKaum noch 40 Millionen Kubikmeter Wasser enthält das Stau- decken, und davon muß täglich eine Million abgegeben weeden, um di« Weser und den Mittellandkanal mit Wasser zu versorgen, um zu Venhüten, daß das große Kraftwerk, das ganz Waldeck und einen großen Tefl von Niederhessen mit Licht und Kraft ve orgt, stillgelegt wird. Landschaftlich kat�bie große Trockenheit«in eigenartiges Bild gezeitigt. Große Steinquadrate mii Gewölben lassen ehemalige Gebäude exkennen und das Ganze sieht sich an wie«ine durch Ausgrabungen ausgedecki« versunkene Gegend. Die Motorboote, die den Verkehr aus dem Fee bewerkstelligen» liegen, hilflosen Nußfehalen glelch, auf dem Trockenen. Dbeater. Da« Deutsche Opernbau» bat? nccinl« drel neue(Jim alter.Der Mantel-,.Schwester Slngeliea" und, S i» n n Schi echi"»m Erftaiiffiifnunq in Berlin erworben. An» Alfred Kerrs Sckiriktr»»est Nole Liechtenstein am 6. Dezbr., 11'/, Uhr. In der.Ewcr'-Biichdandlnny, Kneicbeitsti. 54/55. »Gas I. n. II. Teil- an einem Abcnv. Um den inneren Zu- sammenbang van.Gas I u. II* von Georg Käser stärker zu belonen, brlnrt da« Sladiibeaier in Magdeburg beide Teile an einem tlbend. Gerhart Hauptmann wird zum Besten der Sammlung siir die not- leidei den Kinder eine Vorlejung au» eigenen, auch noch nicht veröffent- lichten Werten ballen. Friedrich Vi o est liest am 4. Dezember, abends 7'/, Uhr, im Saal der Reicher'chen Hochschule, Fa anenstr. 38, Novellen von Tolstoi. Tie Münchenrr 5!»»s, Händler EaSr ari»nd Perl«, die unter der Beschuldigung. Gemälde nach Fronst eich enigelchmiiggelt zu bab-n, in Paris verdaslet worden waren, sind gegen Kaulron wieder in Frerhert ge. jetzt worden. He dahin streben, das, wo? der Friedensvertrag von Versailles Frankreich nicht direkt brachte, auf indirektem Wege zu erreichen. Diesmal ist es die Einwohnerwohr, welche das Mittel hierzu ab- geben soll. Als im vergangenen Jahre das Pfälzer Volk, Bayern und damit dcm Reich die Treue gehalten hat, kam auch von Mün- chen daS Echo zu uns zurück:»Treue um Treue!" Heute sind Kit bereits so weit, feststellen zu müssen, daß man in München auf dem besten Wege ist, die Pfälzer Treue durch bayerische Untreue und Verrat zu belohnen. Wir klagen darab die bayerische Regierung vor dem Forum des deutschen Volkes an und rufen dieses und seine Re» gierung zur Hilfe auf. Euer Parteitag soll uns Pfälzern die Ge- legenheit dazu bieten. In den Augen politisierender französischer Offiziere, die heute die Aufgabe haben, die Herzen unserer Be- völkerung friedlich zu erobern, sind wir Sozialdemokvaten P a n- germanisten. Wir verstehen unter Pangermanisten jene deut- schen Kreise, denen ihr Paterland nie groß genug war und die es durch Angliederung von Longwy und Briey und der skandrischen Küste nach Westen hin erweitern wollten. Zu diesen geboren wir reicht. Die französische Mentalität versteht aber unter Pan- germanisten alle, die für eine ungeteilte deutsche Republik eintreten. Fu diesen rechnen wir Pfälzer Sozialdemokraten uns mit Stölzl So machen wir auch in dieser trostlosen Feit wahr, daß Sozialdemokrat, internationaler Sozialdemokrat, nicht heißt, sein Vaterland im Stiche lassen, sondern auch in Rot und Gefahr zu ihm zu stehen. Alle Verlockungen von Westen her können uns deshalb nicht beirren, wir wollen auch in Zukunft mithelfen an der Ge- sundung de? deutschen Wirtschafts- und Kulturlebens. Kürzlich verzeicbneien wir da» Treuebekenntnis, das die rheinischen Proletarier durch unker Kölner Partei- blatt für die dent'che Republik ablegten. Die Rede des Genosieii Profil unterstreicht auch für die Pfälzer Sozialdemokraten da« Wort. das im Kriege geprägt wurde, ober kaum je so wahr ist wie in der trostlosen RacbkriegSzelt, daß der ärmste Sohn Deuischland« sein getrenester ist. Gegenüber dem offenen und versteckten Volke- verrat der Reakiionäre inner- und außerhalb Bayerns steht die eirnarbe schlichte Formel des sozialdemokralischen Srbe'terS: Wir halten fest an der einen unteilbaren Republik, und nicht» kann u ii s zwingen, sie im Sllche zu lassen. Remmele hastentlaffen. München, 2. Dezember.(TU.) Infolge deS gestrigen Reichs- tegSbeschlusseS auf Freilassung deS Abgeordneten Remmeles wird die Münchener Staatsanrvaltschaft die Haftentlassung vor- nehmen. Das Verfahren gegen Remmele wird aber, w:e die »Münchener Neuesten Nachrichten" melden, seinen Fortgang nehmen,(DaS Strafverfahren gegen Remmele ist für die Dauer der gegenwärtigen Sitzungsperiode de? Reichstags aufgehoben. ES könnte höchstens nach deren Schluß fernen Fortgang nehmen, Red. d. P.) Marmebausbalt im Ausschuß. Der HauptauSschuß deS Reichstag? bewilligte am Donnerstag bei der ersten Lesung deS M a r i n e b a u S h a I l S die Kosten für die Admiralität, für das Observaorium in Wilhelmshaven, für das Kassen- und Rechnungswesen sowie kür die Rechrspflege nnh Scel- sorge. Bei der Beratung wies Vizeadmiral B e h n! e darauf hin, daß geplant werde, die Intendantur- und Zahlmeisterlauf bahn künftighn zu verschmelzen, wobei auch der Ausstieg in höhere Stellungen ermöglicht werden solle. Zum Kapitel der Bekoldungen trat Abg. BrüninghauS(D. Vp.) warm für die Beibehaltunz der Selbständigkeit der Marine ein. die rauch einer längeren Debatte auch nii- großer Mehrheit beschlossen wurde. Doch stimmte die Mehrheit des HauptausschusseS t-aiür. daß für den Leiter der Marin- statt der Bezei-feiung..Chef der Admiralität" der Titel: »EHf der Marfneleitung" gewählt werde, damit eS deutlicher zum Ausdruck koncme, daß die Manne mit der Reichswehr zusammen unmittelbar unter dem Reichswehrminister stehe. Abg. Slbopflin (Soz.) fordert einen Nachweis oarüler, wozu die große Zahl d.r AZmmäle notwendig sei. Vizeadmiral Behnke führte aus, daß ein Admiral als Chef der Mariireleitung notwendig sei, wie auch in diesem Ausschüsse allgmnein anerkannt sei. Tie übrigen Admiräle verteilen sich folgendermaßen: Die zwei StationskommandoS der Ost- und Nordsee erfordern zwei Vizoodmirale, der dritte Vize- cchmiral müsse die schwimmenden Streitkräfte befehligen, deren Fühnmg eine einheitliche Spitze mit entsprechendem Rang verlange. Dies sei so in allen Marinen gebräuchlich Die Stellung entspräche der eines DivisionsgeneralS. Tie anderen Admiralsstellcn seien fol- geichermaßen verteilt: Zwei AmtSchcfs in der Ma-ineleilung. einer als Führer der Kreu.zer, wozu taktisch die Torpedoboote gehören. Auch hier sei ein? einheitliche Spitze unentbehrlich Je ein Me ter Konterad-iniral sei beeniraai als Un'erführer für L nienschifie und Kreuzerverband. Auf diese beiden Posten glaube die Marinever- w«I ung bis zur vollen Indienststellung der uns zugestandenen Fahrzeuge verzichten zu können. Drei weitere Konteradmirale feien vorgesehen als Inspekteure der Artillerien(SchifiS- und Küstenartillerie), ferner des Torpedo-, Minen- und Sverrwescra» und drittens des BildungSwefenS. Diese drei Inspektionen seien gegen früher bereits stark zusammengelegt. Auf mehrere Anträge der verschiederaen Parteien über Streichungen von Ossi- ziersposten ergibt die nun folgende Abstimmung die Streichung von zwei Konteradmivalen, einen Vizeadmiral, vier Kapitänen zur See und sechs Korvettenkapitänen. Dafür werden neun Stellen bei den Kavitänleutnants hinzugefügt sowie vier Stellen bei den Oberleutnants._ Deutscher Krankenkossentag. Im großen Saale des LehrervereinShouseS wurde heute vor. mittag der Deutsche Krankenkassentag eröffnet. Er hat sich die Aufgabe gestellt, gesetzliche Bestimmungen zu fordern. d,e eS den Krankenkassen ermöglichen, ihren Mitgliedern die ärztliche Hilfe zu ertrüg'ichen Bedingungen zu sichern und den fortgesetzten Kämpfen zwischen Aerzteorganisationen und Krankenkassen ein Ende zu machen. Ter Krankenkassentag ist einberufen von den fünf Hauptverbänden der Krankenkassen. Vertreten sind 67S0 Kassen mit 16 250 000 Mitgliedern. Die Tagung kann also. wie der Borsitzend« Fräßdorf»n seiner Begrüßungsrede be- tonte, als Vertretung aller deutschen Krankenkassen im vollsten Sinne des Wortes angesehen werden. Der Redner verwies darauf. daß die von den A e r z t e n an die Kassen gestellten Forderungen die Lebensfähigteil der Krankenkassen be- drohen. Mit besonderer Schärfe ist der Kampf der Aerzte in ihrem St r e i k im Mai d. I. zum Ausdruck gekommen. Der Kranken lassen tag- will auf die Regierung und den Reichstag ein» wirken, damit im Wege der Gesetzgebung Verhältnisse geschaffen werden, die einen dauernden Vertrag der Kasse» mit den Aerzten ermöglichen unter Bedingungen, die für die Kass-n er- schwinglich sind. Die Kassen wollen den Aerztestand nicht herab- setzen, sie wollen die Aerzte nicht proletarisieren. aber sie wollen ihnen auch nicht die Krankenkassen widerstandslos ausliefern. ES ist unmöglich, die Bei- träge so zu erhöf*»., daß die Forderungen der Aerzte erfüllt werden können. Wenn die Krankenkassen gezwungen werden, mehr Aerzte zu besolden als sie brauchen, dann muß die deutsche Krankenversicherung zugrunde gehen. Wir führen keinen Kampf gegen die Aerzte. sondern wil kämpfen für d:e Gleichberechtigung der Kassen mit den Aerzten und für die Interessen der Lersicherten.(Lebh. Beifall.) Der Referent Lehmann-DreSden schilderte die seit Jahren von den Krankenkassen gemachte« Versuche, out den Lerzteverbändeo 'zu einem dauernden BertragsverhältnkS zu kommvn. AIS da? Da- rifabkommen im Jahre Z019 kaum abgeschlossen war. erhoben die Aerzte neue Forderungen auf Erhöhung der Tarifsätze und schließ- lich verlangten sie die unbeschränkte freie Arztwahl und drohten mit den schärfsten Kampfmitteln. Immer wieder wurde verhandelt, aber eS zeigte sich, daß irait den Bertreiern der Aerzte eine Verständigung nicht möglich war. Die Aerzte proklamierten im Mai 1920 den Generalstreik, dem ein neues Abkommen im Juni folgte, wodurch die Arzthonorar« um 200 Prozent erhöht wurden. Die Ausgaben für ärztliche Hilfe belicfen sich pro Kopf der Versicherten im Jahre 1919 auf 10 M,, im Jahre 1920 waren sie auf 30 M. gestiegen. Infolgedessen mußten die Beiträge von 4� auf 8, in manchen Fällen sogar auf 10 Prozent des Grundlohn? erhöht werden. Die ungeheuren Ausgaben machen den Zweck der Krankenversicherung illusorisch. Wenn die Beiträge noch weiter gesteigert werden müßten, dann wird die Krankenversiche- rung ebenso unpopulär wie das Steuerzahlen. Jetzt haben die Aerzte eine Monopol st ellung. denn die Kassen sind durch Gesetz verpflichtet, ihren Mitgliedern ärztliche Hilfe zu gewähren. aber daS Gesetz gibt ihnen nicht die Möglichkeit, diese Hilfe zu» angemessenen Bedingungen zu erlangen. Die Monopolstellung der Aerzte muß beseitigt und die Gleichberechtigung der Kassen mit den Aerzten hergestellt werden. Au« diesen Gründen fordert der Redner: Wenn bei den Kassen die ärztliche Versorgung gefährdet ist. müssen die Kassen berechtigt sein, an Stelle der ärztlichen Be- Handlung Barleistung zu gewähren. Zur Verbesserung der Kran- kenbeharadlung muß den Krankenkassen die Errichtung von ärztlich geleiteten BehandlungSstelle» erleichtert werden. De Zulassung der Aerzte zur Kassentätigkeit muß nach dem Grundsatz der Vc- barksdeckung geregelt werden. Zur Förderung eine? gedeih' ichcn Zusammenwirkens sind SdiiedSauSschüsse einzurichten. Durch Reichsgesetz muß eine Gebührenordnung eingeführt werden zu deren Mindestsätzen die Knssenmitglieder zu behandeln sind. Nachdem alle Versuche, mit den Aerzten zu einer freien Vcr- einbarung zu kommen, gescheitert sind, muß die Gesetzgebung ein- greiien. wenn nicht die Krankenversicherung zugrunde gehen soll. (Lebhafter Beifall.) Hermann Müller.Dcrlin(Vertreter deS Allgemeinen Deutschen GewerkschaftsbundeS) bekundet die volle Sympathie der Ge- werkschaften für den Kampf, in den einzutreten die Krankenkassen gezwungen sind. Es darf nicht fein, daß die Aerzte nur ihre eigenen Interessen ohne Rücksicht auf das Allgemeinwohl vertreten. Die Unterstübiinq der Gewerkschaften ist den Krankenkassen sicher. (Lebhafter Beifall,) Eine Rckolutivn. die sich den Forderungen de» Referenten anschloß, wurde angenommen. GroßGerlw Kartojfelüberflufi und Wucher. An» verschiedenen Kreisen sind jetzt die Resultate über die KartoffelbestandSausnahmen eingegangen und allgemein wird ein Ueberflnß an Kartoffeln festgestellt. H er nur ein Fall aus Berlins nächstem Kreise. Nachdem die Landwirte de? Kreiset Jüterbog- Luckenwalde bereits einmal 80 000 Zentner Kartoffeln zu je 10 M. geliefert hatten, erklärten sie in einer vom Landrat einberufenen Versammlung, weiter« 80 000 Zentner zu 20 M. pro Zentner für die städtische Bevölkerung liefern zu wollen. Die Landwirte knüpfen aber daran die Bed ngurag, daß die Kom-munen den Ver- kauf übernehmen, um so den Wucher der Kleinhändler auszuschalten. Wird ihnen dieser Wunsch erfüllt, sollen weitere Abschlüsse»u diesen billigen Preisen gemacht werden. Um den lLberbürgermeisterstosten. Der»Berliner Lokalanzeiger" muß sein« von unS erwähnt« Meldung, daß der Oberbürgermeister von Hannover, Genosse L« i n e r t, für die Rachfolge WcrmuchS in Betracht komme, heute bere.tS als unzutreffend bezeichnen. Einem Mitoobeiter deS genannten Blattes habe Leinert erklärt, daß man weder an ihn heran- getreten sei, noch et Lust verspüre, den Posten überhaupt zu über- nehmen. Wir haben dies« Meldung von vornherein für unzu- treffend gehalten. Aber auch der bereits mehrfach genannte Essener Oberbürgermeister Dr. Luther soll keinerlei Neigung haben, den Posten in Berlin zu übernehmen. Diese Meldung überrascht um so mehr, als ihn gestern erst der.Lokalanzelzer" al» den Kandidaten der Bürgerl.chen bezeichnet hatte. Bezirksversammlung des Bezirks 5(Kriedrichshain). Von den 64 Mitgliedern der Bezirksversammlung gehören 12 zur Sozialdemokratischen Partei, zur Fraktion der U. S. P. gehören 24. zu den Neukommunistcn 10 und die 18 bürgerlichen Bezirks- verordneten haben sich zu einer Fraktion zusammengeschlossen. Als erster Vorsitzender fungiert Waldeck M a n a s s e(II. S. P.), Ladendorf(Bürgerl) wurde zum ersten. Mann14, und cur der Kasse zu haben. Ter Botantickie Garten tn Tadirm ist am Sonntag, dpi 5. De- zember, von>1— 4 1!hr für den allgemeinen Besuch geöffnet Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt Billige Flschtag« in Lichtenberg. In den städtischen FischHaklen fmtdcn am 2. und 3. Dezember»billige Fischtage" statt. U. a. wird Schellfisch mit 2,50 bis 4,20 M., Kabeljau mit 5 M. das Pfund verkauft VolkSbildungSanSschufs Retnickendorf. Mit einer Anflübrung de» Staalsldealer».»Nathan der Weise'-, am 14. Dezember, abends 7 Uhr, in den Duberlus-älen beginnt eine Serie von eriltiasssigen Tdeaiervoiitellungen, die die Runickrndoisn Bevöilcrung der Mühe und Unkosten enibcben sollen, mil tenrn der Beiuch eine« gleichwciiigkii TbealerS m Berlin verbunden ist. Kalten zum Einbcitepieise von 5M. sind von heule ad bei den Partei- sunktionäreu und an den bclanmcn Stellen zu haben Gcwinn-Auözug de. ZS. Preusi-Slldd. C242. Preutz) Klasken-Vakterle I Klasse 22. Zlchungslag 1. Dezember 1924 e-t I-a» e-eoe-n»«>»a«a»I el-ieb bnh- fie-lan- «ab-aar)•-lau»»t 41a l.oaa(lrleh»> raaiiaar la daa kaldaa dblallanaaa I aad II Cbn« Sivwähr.«achbrud verboten. In be»«oemiuagszlehung wurden Gewinne über 344 Wart grivgc» 2 Uewinn« in 10000 vi 222228 10 Uuwirne zn tOOU M 76508 51004 105488 105270 178989 72 Gewinne in iOOO-U 14229 17047 19091 23701;4fB3 24875 20480 6348 502-4 bh240 65769 68196 54178 7,H46 82492 90169 108766 118,75 119403 122061 126, 86 144313 1 58530 I0k>0.c6 169106 176435>80068 180707 181831 15 448 211718 2124'.« 220.74 222490 225023 226.47 214 Gewinno zn 1000 M 21 4671 8472 10100 1 1881 13637 21378 22083 24844 20793 28010 25802 29425 31557 38287 39294 40033 40680 41032 42068 42464 4 781«5887 47468 48396 57169 60322 6223/ 62870 64993 66284 >9162 74895 78979 80 43 63221 85573 8.350 86737 88438' 9883 61863 91921 9540! 98 90 09891 100513 100823 10200» 103301 5071 11708« 118076 120858 122185 122540 125452 126356 131572 I32k3>33949 135874 138088 122:03 14 060 143663 143710 146(63 160222 161870 162220 154004 if 425,8 165670 158429 168602 159497 161642 l63o29 16 488>67784 168497 71270 172416 173224 174110 76402 1770 4 183969 184836 185248 l8746e 93714 19 927 195601 195572 190 41 209782 210943 213033 413636 217785 122750 224354 2-7197 229027 231056 242 Gewinne zu 600 U 928 1828 3185 4817 6202 6928 7793 9402 0593 >830 I 1 667 I 2870 I35>7 13650 14733 16007 16209 20860 11456 42275 0347 31367 32008 32693 34612 33926 36891 38052 38850 40282 47042 16132 6(816 66917 69007 61133 63961 64,92 64238 65402 70080 72376 14815 74690 75479 7L47? 50018 80406 877»» 883 5 92881 94003 94661 96070 90311 97445 99383 101309 107.61 107864 1 l 0095 1197 113985 114369 115743 117308 113363 118455 122070 124019 124879>2754? 13032« >34017 141722 142128 143774 146490 140023 149115 15,087 ,53243 53447 ,55675>57000 161716 162281 166094>71054 17.206 175211 ,78156 180480 81711 181745 182072 13449? 134937 136163 136649 130797>9210» 192661 >96340 201323 201677 201724 203623 206833»09123 209360 210238 212051 >12204 217385 213138 221539 22396» 226290 230974 231305 In der«achmiuagüzicbung wulbei. Gewinne über 244 Hart liege»! 2 Gewinne zu 1000.u und die vrdurio von 600000 M 216439 2 Gewinne zu 40000 ai 46226 2 Gewinne lü i5000 U 171927 2 Gewinn« zu 5000 1 213992 46 Gew.nne zu 3000 U 10064 12444 14293£0810 47090 52957 66800 58569 61534 97619 114261 115963 127591 141211 168599 166649 1737.0 181660 20237 j 204819 207�43 210187 221056 74 Gewinn« zu 1000«1 1132 13017 22374 28246 31853 34699 40262 43294 465-5 64758 68248 68114 82184 32708 39235 95063 110044 113397 11816« 121994 123608 126113 127.02 13370. 137824 143807 144368 148478 162013 162831 170637 179807 186687 168137 204571 208j1S 200983 122 Gewinne ZU 600 M 2802 13143 17002 17202' 6081 36636 41649 485*0 40312 49710 64664 56432 67069 67981 02680 66268 74371 756007780986618 90418 90772 95828 98359 90981 10/80 1 2027>23214 128235 128113 129819>32431 133397 139764 140070 141806 14805. 152352 152872.61405 172361 173783 1745 6>80158 181287 186784 10207; 192368 104467 108422 206467 208788 308.83 315090 318804 316980 318880 333643 334040 338180 338831 EewerMastsbewegung Clenüsziffern. Aus den Veröffentlichiingen des Berliner Magistrats über die EnverbSloien ist eine weiters erhebliche Steige- rung der Arbeitslosigkeit im Monat Oktober zu konstatieren. Tie Zahl der unterstützten Erwerbslosen — viele Arbeitslose erhalten aus diesem oder jenem Grunde keine Unterstützung— stieg von rund 47 lWO im September auf etwa 49l)5g(davon 39 599 männliche und 9599 weib- liche) Erwerbslo-se im Monat Oktober. Von den 49 999 Er- werbslosen waren rund 26 409 organisiert. Es befanden sich im Alter: von den Männlichen zwischen 16 und 18 Imiren: 969. Mischen 18 und 21 Jahren: 4987, über 21 Jabre: 33 523. (Davon verheiratet 26 986.) Weibliche Erwerbslose waren Mischen 16 und 18 Jahren: 273. zwischen 18 und 21 Jahren: 997. über 21 Jabre 8699.(Davon verheiratet 2295, verwitwet 3997.) Seit November vorigen Jahres und länger waren ausgangs Oktober noch 442 Männliche und 14 Weibliche erwerbslos. Diese wenigen Zahlen entrollen ein Bild unsäglichen Jammers und Elellds. Ist es dem Arbeitenden in der heutigen Zeit schon nicht mehr möglich, von seinem Arbeits- Verdienste sich und die Seinen menscbenwürdig zu erhalten. um wie viol scfrw'rer lastet Not und Elend. Entb?hr»ng und Hunger auf den Familien derer, die seit Wecken und Mona- ten in das.Heer der Arbeitslosen eingereiht sind. Das aus der Arbeitslosigkeit sich ergob'nde materielle und geistig Elend ist der beste Nährboden für einen»nge- sunden, die Aibeitersch'ft schädigenden ScheinradikalismuS, der uns immer und immer w eder neue Schwierigkeiten be- reitet. Da? Problem der Gesundung unseres Wirtschafts- lebens ist glelchwitig das Problem, wie es möglich wird, jedem Arbeitsfähigen un-d Arbeitswilligen ein Betätigungs- feld zu schaffen. Denn Arbeit und nicht Arbeitslosenlinter. stützung will die übergroße Mehrzahl der Erwerbslosen. RrlchSkotisttenz fcet Straßenbahner. In dem Im der heutigen Morgenausgabe erschienenen KonferenKericht hat der Druckfehler- teufe! ou» r hwarz weiß gemacht. ES ist dort zu l.'sen, daß die Ver- treter des Gemeindearbcitenierbandes erst wieder lauf dem Swdte- tag> in Weimar erklärten,»daß die Straßenbahner nicht schlechter gestellt sein dürften als die Gemeindeanbeiter". In Wirklichkeit».'klangen die Gemeindearbeiter. daß die Straßen» bahner nicht besser gestellt werden dürfen als die Gemeinde- arbe.ter. und in Breslau haben sie gar mit der Stillegung des Gas- und Wasserwerks gedroht, als es dem Trans- Portarbeiterverband gelang, für die Straßenbahner Löhne heraus- zuholen, die höher waren, als die der Gemeindearbeiter. Ueber- all. wo städtisch« SiraßeNblchiien in Frage kommen, haben z. B. die Gcmeindearbeiter dagegen protestiert, daß die Straßenbahner ihre Dienstklelduiig nicht voll bezahlen. Da? ist krasser u n s o z i a l i st i- scher Egoismus. Deutscher TranSportarbeiterveriband. Bund der»erfrnHrfien AngelirNtcn und Beamten. Freitag Mit- gltederveriammlimac» Endolt: 7'/, tibi im(Grünauer«Karten,«Kiünauer Str. U— Zentrum-Süd! VI, Nbr im illezarbriner,.'Ucxandrincn'lr. 37. — Neulill»: 7'/, Ulli in den Biii gci täten, BcrqNr. 147.— Oberichöne- weide: Vi, Nbr im bubertus. Ediionfti.. Ecke Valdilr.— Potsdam: Vi, Nbr im Zleilnmaiil Zum Milblenpait. Ncubabelsbeiger str.— KidSiitbera: 7'/, Ubr im Ebeisboj, EbeiSstr. 68.— Weigenje«: 7 Uhr trn Spalenbräu, Scrliner Ällee 333. Die Nrbcitsloslgkeit im Bekleidungsgewerbe. Der Deutsche BetleidungSarbeilerverband be- richtet über den Stand der Arbeitslosigkeit am 1. Novem- ber lidtN folgendes: Es baben IM Filialen mit N7 366 Mitgsieder— 77L Proz. d«S gesamten Mitgliederbestandes berichte!. In 72 Filialen waren Arbeitslose oder verkürzt Arbeitend« nicht vorhanden. Hingegen waren in 88 Filialen zusammen 3473 Mitglieder— 3,3 Proz. arbeitslos; es ist demnach gegenüber dem I. Oktober«ine Sen- kung der ArbeitSlosenzifser eingetreten. Verkürzt Arbeitend« werden zusammen o'>75— 4,8 Proz. ge- ähli. Auch hieraus ist zu erkcnircn, daß eine günstigere Ge» äsiSlage gegenüber dem Vormonai eingesetzt hat. Snlt ausgeschlossen. Wie wir ersahren, ist der aus dem Eick- trizitälsarbeiteisireii bekannte Kommunist Sylt auf Beschluß des HauplvorstandeS aus dem Verband der Maschinisten und Heizer ausgeschlossen worden. Wirtschaft Planmäßige Stromerzeugung. Zehn der größten, den rocftfälischen Jndustridbezirk und angrenzende Gebiet« versorgende Elektrizitätswerke haben lürzliich die Gründung des„Kommunalen ElektrizitätS- we rks- Verbandes sK.E.B.j Westfalen— Nheiiiland G. m. b. H. m Hagen" vollzogen, um Maßnahmen zu ergreifen und durchzu- fülwen, die geeignet sind die Elettriz..tätSwirtsck)aft in ihren Ver- sorgmigSgebieten aus den technisch und wirtschaftlich h ö ch st m ö g l i ch c n Stand zu bringen. Der neu« Verband hat e» sich zur Ausgabe gemacht: s) die Sicherstellung genügender Brennstoffmengen aus dem n>estfAischen S'teiirkolstenb.'rgbau. um die vorhandenen, aus Stein» kohlen einger.chieten großen Kiaftiverße des Verbandes voll a u S- nutzen zu können; b> die gegenseitige Aushilfe und Unter» stützung aus den iwchardcitcn Kraftwerken; c) der Ausbau geeigneter Wasserkraftwerke; ck) die Heranholung größerer Strommcngen ans dem rheinischen Brauiikolstcnrevier. Gegebenen- falls besteh! der Plan, durch den Verband ein neues gcwal- t i g e S Kraftwerk mit eigener Kohlenbasis, also evtl. in Verbindung m.t einer bereit? bestehenden oder neu anzulegenden Steinkohlen»eche, bauen und betreiben zu lassen. Die Ten- denz d«r„S e I b>1 v e r s o r g u n g" unter Ausschaltung aller bureaukratischcn Verwaltungsstellen tritt hier wieder deut- lich zutage. Ueber alle diese Möglichkeiten sind von dem Verband.' Verband- lun�cn eingeleitet worden, die bereits gr e i f b a r e Ergebn.sse ge- zeirrgt haben. Die Bergwerksgescllsch oft Lothringen, Gerthe bei Bochum, ist dem Kommunalen EIi?ktrizilü:SwcrkS. Verband als G.'seUsck>ifter beigetreten, uin in Zukunft die Stein- k o h l e n b a s l S für den K.E.V� zu bilden. Ter Nuhrtalspltrren- verein wird sich voraussichtlich dein Verbände mischließen, um ge- nieiusam mit ihm ein W a s s e r k r a s t w e r k in Angriff zu nehmen. Steinkohlen- und Wasserkraftwerke dürsten für die Zu- kmrst Me geelguekst«« VleSkrltzftSteerzeuyer für da« westfMfchc ver, sorgungsg�biet sein. Der Steinkohlenbergbau wird nach Ansicht aller Fachleute di« heutigen Schwierigkeiten im Laufe der Fahre überwinden, und eS wird später für ihn von großem Nutzen sein. Magerkohlen und minderwertigere Kohlensorten da- durch am wirtschaftlichsten verwerten zu können, daß sie durch die Elektrizitätserzougung in ein hochwertiges Produkt vevivandelt werden. KohlenpnriSerhöhung erneut abgelehnt. Ein vom Rh ei» nifch- Westfälischen Steinkohlen fyndikat gestellter und von den übrigen Stein- und Braunkohlensyndikaten unter- stützter Antrag auf Erhöhung des Kohlenpreises ist, nach der„Dlsch. Allg. Ztg.", wiederum von der Regierung abgelehnt worden. Das Reichskabinctt, das im übrigen die schwierige Lage des Kohlen» bergbaues nicht verkennt, sivhi dessenungeachtet nach wt« vor auf dem Siandpunli. daß eine KohlenpreiSerhöhuug gegenwärtig nicht erfolgen darf. Preisermäßigung für Zement. Für den Dereich de» rhei» nisch-westsälischen LcmentvcrbandeS ist mit Rückwirkung ab l. November emc Ermäßigung des ZcmenlpreiseS um 300 M. für 10 000 Kilogramm beschlossen worden. Der ZcmenlhöckchprciS stellt sich für Lihe i n!a n d-Westfalen auf 3100 311. für 10 000 Kilogramm. Interessengemeinschaft In der keramischen Industrie, durch Aktienaustausch, streben die Deutsche Ton- und Sieinzeug- Akt.-Ges. in Charloticnburg bM. ihre Tochtergesellschaften, die Vereinig:« Magnesia-Akt.-Eos. Ernst Hildebrandl in Berlin-Pankow, die Triptis Akt.-Ges., die Specksiein-Sleaiiswerle von Schwarz Akt.-Ecs. in Nürnberg und die Bank für keramische Industrie an. Aichinger A.-E. in Berlin. Di« scharsen Gegensätze zwischen dem Karl und August Aschingcrschen Nachlaß führten in der Hauptversammlung zur Ablehnung der Kapilalerhöhung, die der Vorstand im Ausmaße von 3 auf 6 Millionen Marl beantragt hatte zum Zwecke der Stärkung der Betriebsmittel, weil Kredite bei der Warcnbcschafsuvg jetzt nicht mehr gewährt werden. Der Karl Aichingersckie Nachlaß, der eliiva die Hälfte der verlre-lencn 2 960 000 M. Aktien aus sich vereinigt, stimmt« gegen den Antrag. Sroß-Serliner partelnachrichtslu Morgen, 3. Dezember: 77. Abt. Die Bezirtsiüdrer- und Funllioiiärslhnna findet nicht beule. loiidern morgen Freitag, abend» 7 Uhr, bei Kienitz, Simon- Dach- Str. St. ilatl. Neukölln. 97. Abt., iiiiber 9. Abt. Vorstandsfitzung mit sämlltchen Funll'onären: Vi, lidr im Einicr Hol. Sin irr Sir. 103. Achtung. Genossin»,'»! Der Rediierinnenlnrsu» der«Kenoslinnen Bodm- Schnch unk, � n ch» c z i„Das Wesen des Volksslaaies« iPlkiisicnS Neuieslaltungi beginni Fiellag, den 3 d MIs. abendS S.sSUhr, pünlllich im Sclrctariat, In den Zellen 33, im Zimmer Rr. 19. vriefkasten üer �eöaktion. Berichtsgnng ber Aniwort unier Dr. 3». S« mich heißen: Sie müssen bei sibier Geweiitdall» o i g a n t I a» io n aiifiage»; wir sind nicht im Bens de« Tarisoc>IragcS. Aeraniw Mr den rcdokl. Teil Dr. Weener Pelle». Sbarloilendurg! Mr Anjeigen: Tb. villnte. Perlin. Perlog Aoeiräiis-Periaft Ä ni b. H. veriin Trud t>„r- wöei? Puchdruckcrei u Lerinasunsinll Pnui Zinaer u So Peeli.i öin!>en«tr. Z. Berliner Grenzspendentage für Oberschlesien SONNABEND Kauft die Abzeichen und Blumen I SONNABEND SONNTAG Gebt auf die polizeilich gestempelten Sammellisten! SONNTAG MONTAG Sendet Spenden auf das Konto der Begreta, Diskomogesellschalt, ündenstr. 3. MONTAG Vereinigte Verbände heimattreuer Oberschlesier Bezirksgruppe Gruß-Berlin. Deutscher Schutzbund Zweigstelle Gtoß-Uerlin. Stoffe o c h& S e e B a n d b* h. 1 Gegr.!8ö3.(iertraudtenstr. 20'2I.(öept.l8U3.( r sür Occtcn-SInjQo«, Uiftce, paleivis, Oomtn-ftoiiamc, Meter 50.-. 100.-. ISO.—, 200.- Mark. B Nur iangialMge Arrbui düngen mti olidewödete» 1�---- Karbid In leder Körnung 38 und HL LTD MKiKilo.(2855 tili. Grün. Lchinteslr 10, Moeitzpl. 14905. Nngsigefiihi Beriten man ai» össemilchee Redner, wen» man »ariierFriz Müller» �lunst der irelen Rede- lies!.<2.40 M.t Buchhandlung Vorivört». 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