Nr. 596 ♦ 37. Jahrgang flusgabe A VeznqSvrctS s B rtteljohO-SO.—-JR!,.monatL10.— TOt. ttji ins äous, oormis aijlbac. Ds»- dsma Bienatlitb 10,— Mi.«iL fto- SsDimTsgeimhi. Unter Rtnnhnnb Kit Seutiiiilant ans Oefterttidi 16/0 Mi. ftii oo» übrtat auslanb bei täglich einmal. Suftellunp 2L50 M.?o!>be- iielltingen ttebmeit an Oesterreii� Unaaw, Tschecho-Elowaiei, Dane» wart,?allano,.ucemdurg. Schweben unb ne Ecbwetü.— Ctnaemuten tn Sie Poli- leiMnas-BttisIifte. .Barmärts* mit Set Sonntag» fc tlaz?.Boll n. Seif" ericheint tnodien. täglich zweimal Sonniaqe ttnb Montags-inmal. Tel eq r amm-« breisr .Sozialvemoir»! Serilm-, Sonntags-Ansgabe \o>'! NX ' N Verlinev Volksblatt �38 Pfennig� AnzeiaenvreiS: Die»chtgeipaltene Nonvareillezeile iolietZ,— M.. Teuernngszalchlag 50«/, «aioin» Anzeigen-,!>as iett- gebrückte Wort 1.— M. lllUlSlsig zwei fettgedruckte Worte,, iebe? weitere Wort 60 Psg. Etellengeiuche and Schlasltellenanzeigen das er'te Wort W Big. iebes weitere Wer, 10 Big. Worte übet 15 Nuchiiabrn jäblen(fit iwe,? Sorte. Teuerunaszuichlaq 50°/» Familien-Anzeigen für Abonnrntet» Zeile 2�— M» pclitltdie und g» weriichaftliche Bereins-Anteigrit 5.— Mi. die Zeile ohne Ausschlag. Anzeigen!ür die nächste Ziumtnee rnilsten bis 5 Ahr nachmittags ist chauDtgefdiäti, Berlin 6® 3. tinben- krage 3, abgegeben werden, cheöffsol von 0 Uhr iriil, bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der lozialdemokratircben parte» Deutfchlanda Redaktion und Expedition: EW. v8. Linüenstr. Z. skernil'rerlier: Amt Morttivlav, Nr. K7»I i»0— läl S7. Sonntag, den 3. Dezember IVÄtt vorwärtS'verlag G.m.b. H., EW. öS, Lindenstr.Z. Kernivrrcher: Am« Morispla»!. Nr.»»7Sa-'i»4. Ein Riß im Völkerbund. Genf, 4. Dezember. Die argentinische Regierung teilte heute dem Präsidenten der Bölkerbuudvrrsammlung, Hyuians, mit, daß Argentinien von heute an seine Mitarbeit am Böltrrbnnd einstellen werde. In später Abendstunde übermittelt WTB. de« Wortlaut de? längeren Schreibens, in dem der Präsident Puryrredon, der Führer der argentinischen Delegation in Genf, dem Präsidenten der Böllerversammlung Hhmans den„unerschütterlichen Entschluß" seines Landes, seine Mitarbeit am Böllerbund el«. zustellen, ausführlich begründet. ck» Der Grund dieses Entschlusses ist die svorläufige) Hb Ith, sung der AbänderuagSaaträge durch die Bolloersamm- limg. Diese argentinischen AenderungSvorschläge lauteten: Zulassung aller fouveränru Staaten,: Zulassung der kleinen Staaten ohne Stimmrecht, Pil. düng eines Rates durch demokratische Wahl,«bli» gotorische Schiedsgerichte und obligatorischer Gerichtsbof. Die Form dieses Schreibens ist außerordentlich verbindlich, aber jedes Wort ist ein« schallende Ohrfeige für das Land, an desscu Widerstand die sittliche Erueuerung des Sölkerbundpaktcs gr- scheitert ist. . Südamerika hatte sich unter Führung des argentinischen Del«> gierten Pueyrredon gegen die Porschläge BalsourS und Bivwnis ine s"dez individuelle Stichen unterdrücken wollten. An- fangs wurden die Angrisse Pueyrredon» abgeschlagen, auch in der Sonnabendvormittagssitzung kam er wieder auf seine radikale Entschließung zurück, kurzerhand alle Starten zum Böllerbund zuzulassen. Novcld, der Vertreter Kanadas, lieg die zweite Bombe platzen, indem er eine Entschließung einbrachte, den Artikel»0 des PSikerbundsibatutS einfach zu streichen. Er erklärte, daß Kanada sich dem südamerikanischen Ersuchen anschließen würde, um die Versammlung zu einer Tat anzufeuern. Die Austra- Her wehrten sich gegen diese Entschließung, aber Neuseeland unter- stützte sie._ Kola einmütig abgelehnt. AuS parlamentarischen Kreisen erfahren wir: Tic obcrschlefische Frage wird durch die von Lloyd George unterzeichnete Note der Entente verschärft. Eine für Deutschland günstige Bestimmung des Bersailler Friedensvertrages soll durch eine ganz außerhalb der rechtlichen MSglicht-it ersonncne Aeuderung ersetzt werden. Dadurch soll das Abstimmungsrrsul- tat zu Ungunsten Teutschlands bestimmt werde». Vertreter aller Parteien, von den D e u t s ch n a t i o n a l c n bis zu den N n a b hä n g i g e n, hatten am Montag nachmittag eine unverbindliche Besprechung, die ergab, daß diese Abgeordneten, die für die auswärtige Politik in ihren Parteien als Sachverständig« ungesehen werden, einmütig der Auffassung Ausdruck gaben, daß Teutschland hinsichtlich der Abstimmung in Oberschlesien von den Bestimmungen de» Bersailler Friedensvertrages nicht ab- weichen dürfe, daß deshalb der zum Schaden Teutschlands per- Mi llich ausgcdachte Vorschlag über die Abstimmung der Heimat- treuen Obcrschlcsier in Köln abzulehnen und mit aller Entschiedenheit zu bekämpfen sei. Es ist anzunehmen, daß in der am TirnStag stattfindenden Sibung de» Auswärtigen Ausschusses diese Auffassung einmütig zum Beschluß erhoben werden wird, was der Regierung eine Richtlinie für die Lcimtwortung der Rote von Lloyd George geben dürfte. • y Tie Ttimnsnuss in SEchkeiien. In Schlesien hat die Entenienot« über die oberschkesische Ab- stimmung begveislicherweise Aufregung hervorgerufen, lieber die Stimmung in Oherschlesien selbst wird uns von dort geschrieben: Lloyd Georges Note, die das im Friedensvertrag für Ober- schlesien festgelegt« Recht abzuändern vorschlägt, hat hier die größte Beunruhigung hervorgerAien. Man nimmt zwar nirgends an. daß der Vorschlag, die Abstimmungsberechtigten ent- gegen dem Friedensvertrag 1000 Kilometer auseinanderzuhalten, ernsthaft m Frage kommt. Der Vorschlag, die Abstimmung der Heimattreuen Oberschlesier außerhalb des Abstimmungsgebietes in Köln vornehmen zu lassen, begegnet ja dem gleichzeitigen Widerspruch sowohl der Polen wie der Deutschen. Aber die anderen Teile der Note, die von der Oefsentlichkeit außerhalb Schlesien? weniger beachtet worden sind, erregen im Abstimmungs- gebiet selbst allgemeines Kvpsfchütteln. Der ruHge und sachliche Ton der Note und die von jeder Seit« al» selbstverständlich astrrkannten allgemeinen Grunbsätz«, die sie aufstellt, stehen zu den Einzelvorschlägen in erheblichem Wider- spruch. den man sich hier nur durch systemaüsche falsche In- formation über die Lage im Abstimmungsgebiet erklären kann. ES wind von hier auS nicht begmffen. warum die militärisches Gesichtspunkte d«S«Schutzes der Abstimmung" mit clnem Male in einer so wenig der wirklichen Lage entsprechenden Weise in den Vordergrund gerückt wird, daß darüber das festgelegte internatnrnale Recht des Friedensvertrages nickt mehr gelten toll, soweit e« für Oberschlesien in Betracht kommt. Man kann sich des Gedankens nicht entschlagen, daß die Entente auf all die polnischen Theater- coupS eingehen will, die feit dem Augustaufstand Oberschesien als Kampfgebiet da zustellen bestrebt sind. Der letzte Versuch solcher Kulissenschieberei ist eben erst apt dem wilden Streik zusammengebrochen, hinter dem neben naiven Radi- k a l e n hauptsächlich, wie jetzt deutlick zu sehen ist, polnische Treibereien standen, die vorsichtshalber allerdingz getrennt von der offiziellen GeloerkicksstAcitung der polnischen Berufsver- einigung vorgingen. Was soll mit solchen Machenschaften, zu denen dauernde Brandreden des polnischen Plckbiszitkommissars Korfanth kommen, erreicht werden? Der militärisch« Gesichtspunkt soll ein« ganze Reihe von Ab- weichungen vom Friedensvertragsrecht, eine Reihe von einseitigen Verwaltungsmaßnahmen zugunsten Polens begründen. Da in Eng. land und wohl selbst in Frankreich geringe Lust besteht, weitere Truppen zn entsenden, erhofft man ein« andere Wirkung des Streiks nach verstärktem militärischen«Schutz der Abstimmung". An Stelle der im Friedensvertrag festgelegten gemeindeweisen Ab- stimmung sollen auf dem Verwaltungswege wieder Zonen- bildungen eingeschmuggelt werden. Da? kann wenigstens nach hiesigsr Ansicht nur der Zweck des EntcntevorscklageS sein, grundsätzliche Entscheidungen der In! er- alliierten Kommission in Oppeln zuzuschieben. Diese Kommission bat in der letzten Zeit dauernd ,md wiederholt mit dem polnischen Plebiszitkommiffar Kort au t" und anderen polnischen Stellen in der AbstimmimgSfraye verbände, und au» diesen Verhrndluiyien dürfte die Information in Lon!>:'ngen sein Jagegen hat die Kommission mit dem deutschen Plcbiszitkommissar über die- selben Kragen bisber überhaupt noch keine Rück- spräche genommen. Von polnischer Seile ist der Zweck der Zonenknldung kürzlich in einem Schreiben de? Stadtrats Dr. Gorvik in Kaitowitz an den französischen Kreiskontrolleur Blanchard dcut- lich ausgesprochen worden. Es heißt darin: «Die zonentveise Abstimmung würde im polnischen Sinne inso- fern günstig sein, als au? den Gegenden von Ratikwr, Kofel, Groß- Strehlitz, Neustadt. Blumberg usw. eine große An-abl von Arbeitern, die dort ihr Käulchen trnd eine kleine Wirtschäsi baben. von der sie sich nicht ernähren können, ohne im oberichlesischen Industrie- bezirk im Plosser. Rhbnicker, Kattowitzer, Zabrzescher, Beu�bener und Tarnowitzer Kreise Arbeit suchen müssen, und falls diese erste Zone an Bolen fällt, die zweite aber bei Deutschland b'eiben würde, sie fürchten müßten, ibre Arbeit zu verlieren und bei der großen Arbeitslosigkeit in Deutschland eine Beschäftigung dort nickt zu finden" Es inrnd dabei natürlich angenommen, daß, da dieser Umstand die Abstimmung schon in der ersten Zone für Polen sehr ungünstig beeinflußt, die Oppelner Kommission selbstverständlich mit allen abstimmungsgeometrischen Künsten zugreifen würde, falls ihr die Rechte eingeräumt würden, die die Ententcnote ankündigt. Es ist absolut nicht einzusehen, warum der militärische Schutz während der Abstimmung so scharf konzentriert werden soll, wenn nicht zu dem Zwecke einer solchen Zonenbilbung. Noch sind gegen die pol- nischen Unruh« störer ja nicht einmal die mildesten Verweise in Anwendung gebrach! worden, wenn sie zu Gewalt- tätigkeiten ausforderten. En solcher Verweis würde schon viel gegen die einzigen ernstbaften Ruhestörer, die es in Oberschlesien gibt, die polnischen Agenten Korfantys, bedeuten. Daß auf deutscher Seite die übergroße Mehrzahl der Stimm- berechtigten der Arbeiterbevölkerung angehören, sollte auch in Frankreich und England dafür eine Garantie geben, daß jene Nei- gung zu Gewalttätigkeiten, wenn sie auf deutscher Sei'« irgendwo vorhanden wäre, von den deutschen Stimmbercchftgten selbst znutck- gewiesen und unterdrückt würde. Die Vorschläge der Ententcnote werden daker hier gerade von den GestchtSpunften auS, die sie selber ausstellt, als falsch informiert aufgefaßt,'ind man hofft daß bevor neue durchführbare Vorschläge kommen, diesmal nicht nur die polnischen Sümmberechiigtet� sondern auch die Vertretung der deutschen Oberschlesier wenigstens gehört wird. Amerika unü üie Nheinwnüe. Rew fyvrk, 4. Dezember. Wie„Edicitgo Tribun«" ans Washington meldet, erklärte das Mitglied des Ausschusses für mili- täriiche Bngelrgenheitcn des RepräsentantenhituseS Füller, rS «erde«ich» möglich sein, die amerikanischen Be- satznngStruppen im Rheinlaude in absehbarer Zeit zurück- zuziehe»._ Jrlan). London, 4 Dezember. In parlamentarischen Kreisen ist man der Anficht, daß augenblicklich zwischen der Regierung und den Sinnfeinsührern eine Verbindung hergestellt werde. Ts erscheint außer Zweifel, daß der gegenwärtia in Irland be- findlicke Arbeiler'sihrer Henderfon von Lloyv George den Auf- trag erhallen bat, etwaige Friedensmöglichketten vi eriorichen. Unter den letzten in Dublin verhafteten Personen befindet sich auch dat Parlamentsmitglied Joseph McGrath. der wahre Weg zur Macht. Von Heinrich Ströhe l. Wöhrrnd Karl Kcmtsk?> noch in Georgien weilt, ist soeben im„ V orwä r t s"-Ver log eine Schrift Kaulskys kiLMUsgekomn rnen, die allgemeines Interesse verdient. Die Schrift selbst, „Der Weg zur Macht", erschien bereits in erster Aufloga 1909, und die fetzige NeuousgQbe stellt nur eine dritte Auf« läge dar. Aber einmal wirkt der Jicholt der elf Jahre alten Schrift des hervoroogeirdsten sozialistischen Theoretikers Teutschlands gerade in der gegenwärtigen historischen Situa- tion über roschendX aktuell, und zweitens hat Kautsky feiner älteren Darlegung eine IVfe Bogen starke Einleitung voraiisgeichickt, in der er den törichten Anwirrf, er sei seinen früheren revolutionären Ueberzeugurrgen uzitreu, ofso ein Ab, trünniger, ein Renegat geworden, in seiner ganzen Unsinnig- keit aufdeckt. Wenn Kantsky in dieser Einleitung erkläi:„Wer unter Berufung auf meinen«Weg zur Macht" bei mir seit der Resolution eine Schwenkung entdecken will, bat meine Schrift von 1999 nicht gelesen oder nicht begriffen," so sogt er damit nichtjüne Silbe zuviel. Denn gerade die er- neute Lektüre der Schrift beweist, daß Kautskiss Auffassung vom proletari'dven Emanzipationskainpfe und her sozialen Revolution aus einein Gusse ist und bis zur Stunde nicht den kleinsten Sprung zeigt.?kber nicht nur die Geschlossenheit und strenge" ü w richtig keit der Auffassung Kautskys ergibt sich aus du. r Abhandlung, sondern— was noch wichtiger ist— auch die erstaunliche Kl a r h eit und Schärf« seiner sozialen Diagnose und historischen Prognose. Mit Ge- nugtuung darf K iutsky feststellen, dasz er mft seiner Voraus« .sage der gefcknchtiichcn Enwncktzung und des geschichllichen Perlaufs in allen wesentlichen Punkten recht behalten bat. lim so größere Bedeutung kommt deshalb auch seinen Auf- fassnngen über die revolutionären Kämpfe und die erfolg- verheißende Taktik der G e g e n w a r t zn! Vor elf Jahren bestritt Kaiftsky in sei nein„Weg zur Macht" die Möglichkeit, daß das friedliche Hinein-' wachsen in die sozialistische Gesellschaft der wahrscheinlichste Weg zur Verwirklichung des Sozialismus sei. Er nannte die Auffassung utopisch, daß man„ohne erhebliche Machtverschiebung im Staat, einfach durch eine kluge Taktik des Zufommenwirkens mit dem Proletariat iwhesteheniwn Parteien, mit denen man eine Koalitions- regicrung bilde", die sozialistischen Forderungen verwirk« lichen könne. Die Nützlichkrit und fcotwendigkeit der Ar- beiterschutzgcsetze, des gvwerkschasti'chen und genossen schaft- lichen Wirkens stehe ganz außer, Frage...Darüber gibt es nicht zweierlei Meinungen unter uns. Bestritten wird bloß die Amchaunng. als könnien die ansbeiftcnden Klassen, diö über die Staatsgewalt verfügen, eine s o t ch c E n t w i ck- I u n g d i c s e s F a k t o r e n z u l a s s e n. die eine Befreiung vom kapitalistisckien Druck bodeuieten. ohne vorher mit allen Machtmitteln solchen Wider st anö zu leisten, daß er nur durch einen Entscheidungskamps bes> s e i t i g t werden könnte." An den politischen und sozialen Tatsachen besonders Teirrschlands, an dem erbitterten Mderstzrnd der deutschen herrschenden Klassen gegen jede Erweiterung deö politischen Machtbereichs des Proletariats bewies Kantsky die Richtig- kcit seiner Aufsastung. Und in der Tat hat erst der Zu- sammenbruch des alten Systems. die Revolu» tion vom November 1918 dem Proletariat seine demo- kreischen Rechte gebracht! Aber war denn diese Revolution nickt nur di? Folge des Weltkrieges, das Resultat der militärischen Niederlage des deutschen Imperialismus? Ganz gewiß— ober gerade auch mit dieser Möglichkeit der Entfesselung der Revolution bat Kantsky stark gerechnet. Gcrade im Gegensatz zum Resor- mismus forderte er scharfe Bekämpfimg der Kolonialpalitik und des Imperialismus als der Wurzel verderblichster Welt- kriege:„Wer für die Kolonialpolitik Stinmuing macht, muß auch entfchlosten sein, das Wettrüsten mitzumachen.... Ter Kampf gegen Imperialismus und Militarismus ist die ge- meiniame Aufgabe des gesamten internationalen Prole- tariats." Das Wettrüsten schüre immer verhängnisvoller die Kriegsgefahr.„Alle werden dadurch nervöser und argwöhnischer. was aber nur eine neue Anstnchelunq bildet, die Rüstungen mit vermehrter Hast fortzusetzen, bis es schließ- lich heißt: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecke i ohne Ende." Ja. diese Situation hätte schon längst zum Kriege geführt, wenn nicht„die Alternative der Revolution hinter dem Kriege stände". Als man d'e Gefahr der Revolution für übertrieben hieft. riskierte man dennoch den Krieg. Und man triumphiert'. ! als die Revolution jahrelang ausblieb. Wer gerat' ! KavtSky hat in feinem„Weg zur Macht" gezeigt, daß di• Revolution nicht am Anfang-, sondern am Ende de' Krieges stehen werde, am Ende des ergebnislosen oder ge . verlorenen Krieges! Und wiederum hatte er reckt bebalter' '-' Und nun soll Kautsky noch Ansicht der Komnumiste i l seine ehemaligen Auffassung«! verleugnet haben. Wie absu: J friefe Unterstellung schon rein psychologisch ist, chsraNertskrt Kautsky selüsl:„Danach wäre ich meinen Ueberzeugungen gerade in dem Moment untreu geworden, wo sich chre R i ch- tigkeit erwies. Welch sonderbares Verhalten! Der Schwächling, der am seiner Sache verzweifelt, der Lump, der sie verkaust, sie werden doch zu„Renegaten und Judassen" nur in der Zeit der Niederlage der Sache, nicht in der ihrs Sieges." Was werfen die Kommunisten Kautsky eigentlich vor? In der Hauptsache zweierlei: daß er unter Festhalten an dem demokratischen Prinzip die b o l s ch e w i st i s ch e Methode der Diktatur des Proletariats und der Roali- sierung des Sozialismus ablehnt, und daß er die zeitweilige Beteiligung an einer Koalitionsregierung für notwendig hält. Nun weist Kautsky in seinem Vorwort zur neuen Ans- gäbe noch, daß er gerade in seinem„Weg zur Machst' die Diktatur der Minderheit und den Terror ent- schieden verworfen, die Demokratie dagegen ebenso entschieden vertreten und die sozialistische Teilnahme av iner Koalitionregierung nur unter solchen Umständen für schädlich erklärt hat, wie sie für Deutschland wenigstens zurzeit gar nicht mehr in Frage kämm! Zunächst belegt Kautsky durch klare Zitate aus seiner Schrift, daß er zwar mit der Wahrscheinlichkeit schwerer Macht- kämpfe gerechnet,' aber keineswögs die Gelvastiarrwendung an sich verherrlicht Hobe. Hier wenigstens ein paar Sätze aus den Zitaten:„Wir sind weder Männer der Gesetzlichkeit um jeden Preis, noch auch Revolutionäre um jedenPrei s."„Da wir über die Entscheidungsschlachten des sozialen Krieges nichts wissen, können wir natürlich ebenso wenig sagen, ob sie blutige sein werden, ob die phy- fische Gewalt eine bedeutende Rolle in ihnen spielen oder ob man sie ausschließlich mit den Mitteln ökonomischer, legis- lativer und moralischer Pression ausfechten wird." Immer- hin sei zu denrast-en, daß„heute den revolutionären Schich- ten bessere Waffen des ökonomischen, politischen und morv- lischen Widerstandes zu Gebote stehen, als denen des acht- zehnten Jahrhunderts. Nur Rußland macht davon eine Ausnahme." Für Rußland befürchtete Kautsky wegen besten besonde- rer politischer umd ökonomischer Rückständigkeit eine blutige Form der Revolution. Aber trotz dieser gewaltsamen Form der russischen Revolution erwartete Kautsky 1909 keinen Sieg des Sozialismus:„Eine Revolution in Rußland könnte zunächst kein sozialistisches Regime begründen. Dazu sind die ökonomischen Verhältnisse des Landes zu unreif. Sie könnte vorerst nur'dem» kratisches Regime ins Leben rufen, hinter dem aber ein stor- kes und ungestümes, nach vorwärts drängen, des Proletariat stände, das sich erhebliche Konzessionen erringen würde." Die Bolschewiki waren und sind b's zur Stunde bekanntlich an- derer Meinung. Ob sie freilich historisch in letzter Instanz recht behalten werden, bleibt mindestens abzuwarten. Auf keinen Fall aber hat Kautsky den bolschewistischen Lehren gegenüber je eine andere Haltung eingenommen, als seit drei Jahren. Besonders darüber, daß die Demokratie d'e Voraussetzung aller Sozialisierung sei, hat sr sich 1909 völlig eindeutig ausgelassen:„Die bestimmte Staatsform. in der allein der Sozialismus verwirklicht werden kann, ist die Republik, und zwar im landläufigsten Sinn des Wortes, nämlich die demokratische Republik." Kautsky unter- streicht die Tatsache, daß damals w�der Rosa Luxemburg noch Klara Zetkin, weder Lenin noch Trotzky lsiese Auffassungen als unmarristisch oder gar konterrevolutionär angefochten hatten. Will man also schon von Abtrünnigen reden, so sollte man wenigstens Kautsky aus dem Spiel lasten! Nicht anders steht eS mit Kautskys angeblichem Ansichten- Wechsel in Sachen der Koalitionsregierung. Gewiß, Kautsky bat den„Eintritt eines einzelnen Zasialisstn in ein bürge-- liches Ministerium" als„gefährliches Experiment" be- zeichnet. Damals, vor der Revolution! Vor der Demo- kratisierung Deutschlands! Aber selbst damals, das belegt er in seinem Vorwort, hat er das Problem nur für „eine Frage der Taktik und nicht des Prinzips" erklärt. Sein Cm Kinöerwort zur �Kinüerwoche". Der kleine siebenjährige Fritz hat«inen ZeitungSfetzen von der Straße mitgebracht. Er steht am schmalen Fenster der Dach» kammer und liest laut, indem er immer wieder in die halberstarrten Händchen bläst: Kin— der— wo— che. „Mutti, was ist das, eine Kinderwoche?" Di« Mutter hockt im Halbdunkel des stystigen, schmalen Raumes, der Küche, Wohn» und Schlafzimmer ist, vor dem rau- chenden Ofen und sagt, zwischen Pusten und Stochern in die halb- verloschene Glut:„Das ist eine Woche, in der sollen alle Menschen an euch denken, für euch Geld sammeln, damit ihr mal satt zu essen bekommt, auch Kleider kriegt und Schuhe, Hemden und Strümpfe, Brot und Kuchen. Und wo die Kinder keine Eltern haben, oder die Eltern kein Geld, um ihren Kindern seibist etwas zu kaufen, da holen die Menschen die Kinder in große Häuser, wo fi« alle» bekommen und noch viel schön« Spi-lsachen dazu." „Denken die großen Leute nicht immerzu an uns kleine?" Die Mütter antwortet« nicht. ,„Geben die Leute un» dort auch Kohlen?" ..Nein. Aber dort ist es immer mollig warm." .„Holen sie uns auch?" Wieder blieb die Mutter still. Nach einer Weile fragte sie leise:„Du möchtest woihl gern auch dorthin?" „Gehst Du und der Vater mit?" „Nein." Nun blieb Fritzchen stumm. Er trat wieder an das Dachfenster tind studiert« im Zwielicht still an dem„Aufruf" weiter. Endlich brannte das Feuer. Die Kälte im Zimmer verlor sicy. Beim Schein der Feuerflamme. saßen Mutter und Kind und löffelten, dicht aneinander geschmiegt, einen Teller voll dampfender Erbsensuppe aus. „Mutti, wenn es warm in unserem Zimmer ist, schmeckt mir die Suppe fein! Und dann brauche ich auch keine neuen Kleider und keinen Kuchen und"--, der Kleine würgte und schluckte, dann sagte er tapfer—„und keinen Christbaum und nichts! Aber wenn'» so viel kalt hier ist, dann"— laut schluchzend umschlangen sich Mutter und Knrd.-- * Ja, hier liegt die Not, die kein Goldregen wegschwemmen kann, keine noch so gut gemeinte„Äinderspeisung". keine noch so wohlwollend eingerichteten, ausgestatteten und geführten„Er- holungShäuser" zu heben vermögen! Da» Daheim ersetzen sie nicht. Jedem Pflänzlein sucht man sein natürliches Rech: zu wahren— umgeben vom Mutterboden zu wachsen. Die Menschen wissen üs ja ganz gut. Im Mutterboden überwintert jede Pflanze, ohne Schaden zu nehmen, ün dunkollsten Keller und draitßen bei scharfem Frost. stärksies Uryummt gegen die Beteiligung an einer KoalrtionZ- regierung war 1909;„Eine proletarische Partei in einer b ü r- g e r 1 i ch e n Koalitionsregierung wird stets mitschuldig werden an Handlungen zur Niederhaltung des Proletariats, die ihr dessen Mißachtung einbringen." Das. sagt Kautsky, gelte heute nicht mehr. In den d u r ch die Revolutionen gegangenen Staaten seien die Sozialisten heute stark genug, um solch)? Handlungen zu verhindern. Und eine solche Koalitionsregierung leiste schon sehr viel, wenn sie nur verhüte, daß dem Proletariat die Errungenschaften der Revolution wieder entrissen würden. Eine solche Gefahr könne das Zusammengehen mit bincher- lichen Parteien geradezu zur„dringenden Notwen- d i g k e i t" machen, und seine Unterlassung zur schweren Versündigung! Freilich gebe es eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Koasitionsnegiorung: die vroletarische Einigung! „Der Riß in der Sozialdemokratie machst jede erfolgreiche Koalitionsvolitik unmöglich. Solange die Parteispaltung dauert, ist keine erfolgreiche Politik in Deutschland zu e> warten." Eine g e e i n i g t e sozialistische Partei jedoch „würde eine solcfie Kraft entfalten, ein solches Uebcrgewicht üben und soviel strenge Aufsichtsorgane in den eigenen Reihen finden, daß die Koalition n i e zur Niederhaltung des Proletariats, sondern nur zu dem Zweck dienen könnte, das Proletariat zu schützen und zu heben." .Kautsky schließt sein Vorwort mit dem lapidaren Satze: „Die Vereinigung der beiden großen sozialistischen Par- teien. das ist beute für das deutsche Proletariat der wahre Weg zur Macht!" Deutschlanös viehlieferungen. Die Pariser Verhandlungen zwischen der deutschen Kom- Mission und der Ententskommission für Wiedergutmachungen in derViehablieferungsfrage haben nach vierzehn- tägiger Arbeit am 3. Dezember zu einem Ergebnis geführt, das, wenn es die Sachleistung auch nicht herabsetzt, in den Modalitäten doch e rhebliche Milderungen enthüll. Die Vereinbarung besagt im wesentlichen folgendes: Deutschland liefert die vo« den Ententcstaatcu zefor- derten 1740 00« Stück Geflügel, 27105 Ziegen uns 15 250 Schweine nach den Bestimmungen des Friedensvertrages. Ferner liefert Deutschland innerhalb sechs Monaten: 30 000 Pferde, 125 000 Schafe, 60 000 Stiere, Ochse» usw.. sowie 30 000 tragende Kühe und Färsen. Gefordert hatte die Entente insgesamt an Pferden rund 150 000, an Rindern über 888 000, davon 640 000 Milch- kübe und trairende Färsen, und an Schafe» insgesamt ruud 900 000. Für die Lieferung des verbleibenden Restes wird vor Ablauf der sechsmonatlichen Frist eine neue Festsetzung im Einuer. ständnis mit der deutschen Regierung gemacht werden. Der Vereinbarung liegt eine Note bei, in der festge- stellt wird, daß die in§ 6'der Anlage IV des Teils VIII des Friedensvertrages vorgesehenen Lieserungen soweit sie n o ch nicht beendet sind, durch die neue Vereinbarung nicht betroffen werden. In einer zweiten Note versichert die deutsche Regierung, daß sie die S.'chsmonatsfrist nach Möglichkeit innctzolten werde, dc.�. ab. c bei der Auswahl der zu liefernden Tiere das Alter, das Gewicht, die Leistungsfähigkeit und die Durchschnittsqualität des jetzigen deutschen Viehbestandes berücksichtigt und ferner dem Vorkommen der einzelnen Gattungen in Deutschland Rechnung getragen wer- den müsse. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, g e s u n e Tiere von normaler Beschoffenheit zu liefern. Die Reparationskommission gab ihrerseits fol- gende Erklärung ab: Der Wivdergutmachungsausschuß hat die Listen geprüft, welche ihm durch die alliierten Regierungen übergeben worden sind. Er ist der Ansicht, daß sich die An- sorderungen der Alliierten invernünstigenGrenzen Halten, und behält sich das volle Recht vor, von Deutschland Und unsere Menschenpflänzlein?? Alles Verschicken aus'S Land, in die Fülle der ErnährungS- Möglichkeiten des Auslandes, alle Kinderspeisungew— hat daS unsere Kleinen wirklich kernfest, widerstandsfähiger, innerlich sonniger, heimatständiger gemacht?! Oh. Ihr alle, die Ihr Euch unserer Kinder Auslandsfreunde nennt, laßt es Euch doch von dem herzbrechenden Schluchzen und Ringen de? kleinen Fritz sagen: Gebt den Eltern der Kinder die Möglichkeit, genug Kartoffeln und Brot zu kaufen, genug aller- einfachste Stoffe. Strickgarn und Stopfwolle! Und Mar durch Arbeit, damit die ganz« Wossthäre daheim wieder gesund wird. Denn die kann nie durch Almosen geschaffen werden, und wenn die Geber es noch so gut meinen. Klapst draußen an die Herzen derer, die uns die Dköglichkeiten zum AuStaufchhandel dorenthalten, denn mit ihm kommt Arbeit ins Land! Klopft das Gewissen derer wach, die schuld an dem Kohlen- mangel sind, denn dieser ist«ine der letzte» Ursachen für die Not der Eltern und Kinder. Hebt diese beiden Notzustände, dann wird Euer Wohl-Wollen ein Wohl-Wirken werden! » Oh, schreibt eS jedem kinderlosen Ehepaar mit glühen- dem Stift« ins Herz, daß jedes heimatlose Kind ihrer inneren Unbefriedigtheit ureigentlichster Grund ist! Heimweh zerfrißt die Pfahlwurzel jedes Wesens— sei es eines Kindes unbewußtes Sehnen nach einem und wenn auch noch so dürftigen Elternhaus— sei es das nagende Sehnen jedes Wesens, das nicht ein Kinder- herz sein eigen nennt!! Ach könnten meine, aus vielseitiger Erfahrung fliehenden Worte doch wenigstens die Ledigen beiderlei Geschlechts und reiferer Jahre davon überzeugen, daß ihnen nichts auf dem ganzen Erden- rund so sehr den Sinn für da» eigene Heim«rfchließt. als wen» sie bei des WeihnochlSbaumes Äerzenschimmer die Augen eines heimatlosen Kindes in beredtem Dankesieuchten auf sich ge» richtet sehen. Wer auch nur einmal mit erschlossener Seele in solche Augen geschaui, der wird es nie mehr glauben, daß man nicht„auf gut Glück" irgendein Kleines an Kindekstatt annehmen dürfe, da man ja nicht„wissen könne, was man damit an Untugenden oder gar an Lastern ins Hau» bekommt". Man sollte einmal d i e Pflege- eltern solch angenommener Kleinen fragen, bei denen das H«rz der Schlüssel zu ihrer.Haustür gewesen— und geblieben ist. Sie werden es ihnen bestätigen, daß jenes Wort Lüge, aber das von Hebbel Wahrheit ist:„Halte einen Menschen für schlecht, und er wird schlecht". In der Umkehrung lautet es:.Dalle einen Men- schon für gut, und er wird gut". Mit anderen Worten: Halte dich an die'nnere Kraft, und sie verdoppelt und verzehnfacht sich durch den Glauben an da» Gut« in allen Menschen. M. Sch. die Lieferung der gesamten Mengen von Vieh zu verlangen� welche von den Alliierten gefordert sind. Erklärung statt Ernährung. In Weimar tagen seit Freitag wieder einmal die Ernährung»- minister der deutschen Länder, und Herr Hermes hat dabei wieder eine Rede gehalten, die durch MTB, verbreitet wlvd. trotzdem die Verhandlungen vertraulicher Natur waren. Herme» hat danach erklärt, daß die Ernährung des deutschen Volkes sich, wenn auch nicht in einer Kr ist», so doch iu einer schwierigen Lage besinnet: Wir alle wissen, daß gerade die Getreideversorgung da» Gebiet ist, daö die ernsteste Aufmerksamkeit der ReichSregierung in Anspruch nimuci und daß wir alle Kraft anspannen müssen, um die verlangsamte Ablieferung wieder in Gang zu bringen.... Wir dürfen nicht ruhig zusehen, wenn ein Teil der Erzenger und der Händler seinen Egoismus keinem Zügel mehr an- legt, wir sind vielmehr der Meinung, daß mit scharfem Mittel der Exekutive zugegriffen werden muß." Hermes sagt dann weiter: „In diesem Jahre sind wichtige Einschränkungen der Zwangswirtschaft erfolgt/ so daß die Beobachtung der Wir- küng dieser Maßnahmen von großer Bedeutung ist. Wir müssen aber alle Kreise der Bevölkerung auch mit dem Gedanken vertraut machen, daß zunächst in dem. Zlbbau der Zwangswirtschaft eine große Pause eingetreten ist, uno brechen mit dem Gedanken, als ov hinter der Aufhebung der Zwangswirtschaft für Kartoffeln und Fleisch schon die Aufhebung der Bewirtschaftung des Getreides kom- men müsse und kommen werde.... Es wird Ausgabe weiterer Er- örterung sein, w i e psir die Gsireidebewirtschastung regeln wollen. Dann muß aber an dem Gedanken festgehalten werden, daß die Landwirtschaft auch in Zukunft so viel für'die öffentliche Wirtschaft herausgibt, als sie herausgeben kann." Diese feierlichen Erklärungen des ReichSernährungSministerS nützen dem deutschen Volke sehr wenig, nachdem einmal die ösfent- liche Bewirtschaftung des Fleisches mrfgc�eben und dadurch sowobl den landwirtschaftlichen„Erzeugern" alS auch den städtischen Händ- lern erhebliche Profite gesichert find. Die Landwirte wissen sehr genau, daß sie, wenn sie Kartoffeln und Getreide verfüttern, auf dem Wege der Fleischproduktion mehr verdienen eis durch die Abgabe des Getreides au die Reichsstellen. Die Durchlöcherung der Zwangswirtschaft in so wichtigen Teilen ist eine Schuld, die das Ministerium Hermes auf sich geladen hat und die den vollkommenen Zusammenbruch der deutsche» Ernährung nach sich ziehen wird. Daran werden alle Erklärungen nichts ändern. partettag üer Deutschen Volkspartei Der Parteitag der Deutschen Volkspartei brachte noch eine Rede des Rsichsjustizmintsters Dr. Heinze. der die Schwierigkeiten be- weglich schilderte, unter denen seine Partei in der Regierung avbeiten müsse. Er leistete sich dabei den Scherz, zu behaupieil, daß die frühere Regierung im Grunde genommen l e i ch- tere Arbtit gehabt hätte!. Weiter sprach der Abgeordnete Dr. Hugo über die Wirtschaftspolitik, wobei er die im Reichstag hinlänglich oft erörterten nationalliberalen Gedankengänge gegen Stacuswictschast, gegen Sozialisierung. für die Aufrechterhaltung des Einflusses von Stinnes und Vögele-r vontoug. Als eine besondere Aufgabe der Deutschen Volkspartei erklärt er eS. daß man den Arbeitern, Angestellten und Beamten sagen müsse, es sei unmöglich, daß der Staat auf die Dauer d.e Preise für Brot, Fleisch und Getreied künstlich niedrig holte. Nach einem echt nationalliberalen Bortrag des Abg. Thiel über soziale Fragen sprach noch Abg. EurtiuS gegen die Soz.a- lisierung des Bergbaues, ohne Neues zutage zu fördern. Schließlich griff auch Reich« wirtschoftSmirrister Dr. Scholz in die Debatte ein. Er hob hervor, daß die Befreiung von den Fessel,» der Zwangswirtschaft uu» allmählich vor sich gehen könne, da sonst eine Erhöhung der Lebensmittelpreise eintrete» müsse, die für die ärmere BevölkerungSschicht nicht mehr tragbar sei. Diesen AuS- führungen folgten— fehr bezeichnend für die Deutsche Dolkspartei — eine lange Reihe von Rednern a-nS allen möglichen Berufsgruppen: Großhandel, Handwerk, Aerzie, Landw.rte. Beamte— alle fordern sie Berücksichtigung ihrer Interessen durch die ÜD. Vp.". Und dann singen sie: Deutschland über alles! Die neue Gruppierung im Vühnenverein. Innerhalb deS Bühnenvereins, der Organisation der deutschen Bühnenleiter, war bereits auf der letzten Tagung die Sonderung in Mei Fraktionen: die der Privattheater und der öffentlich-rechtlichen offen hervor- getreten. Auf der außerordentlichen Versammlung, die am Sonn» abend in Eharlottenburg stattfand, wurde dieser Zustand sozusagen legalisiert. Die gemeinnützigen Theater(Staats-, Stadttheater und Volksbühnen), die von. Tag zu Tag an Bedeutung zunehmen und die Träger der kommenden Tbeatersozia.'isierung sein werden, haben schon heute gemeinsame wichtige Interessen, die mit denen der Privattheater nicht immer übereinstimmen- Sie haben ein Vetorecht in allen Fragen, die das Etatrecht ihrer Geldgeber an» gehen. Diese Tagung hatte nun das Stimmrecht neu zu regeln: es wird abgestuft nach dem Etat der einzelnen Theater, wobei gleichzeitig die kleineren Theater geschützt werden. Von der tschechoslowakischen Regierung wurde Schutz für die deutschen Theater in Böhmen verlangt. Ein Referat von Rechts- anwalt Felix über gemeinnützige Theater und Sozialisierung fand bei den Vertretern der Privatbühnen wenig Anklang. Aber diese Bewegung marschiert trotzdem! Di« Sehnsucht nach dem Professortitel. Zu allem anderen Ungemach ist Deutschland noch ein neues widersahren: Der Pro» fessortiiel wird seit über einem Jahre nicht mehr verliehen, weil das Ministerium erst einige andere Hochschulfragen regeln will. Das hat bei den jüngeren Akademikern, die so um die einzige staatliche Anerkennung kommen. böseS Blut gemacht. AuS diesen Kreisen wird uns geschrieben: Wer als älterer Dozent dhne den Professortitel herumläuft, kommt leicht in den Verdacht, unfähig zu fein und bekommt das als Arzt, Schriftsteller, Vortragender, aber auch als akademischer Lehrer zu sp' ren Man findet, daß daS Ministerium, das t-ie Privatdozenten ohnehin schon durch die im Zuge befindlich« Abschaffung des Extraordinats schwer geschädnt bat, hier die Ungleichheit zu stark unterstreicht. Wer gar nickis hat— und das ist der Privatdozcnt—, dem nimmt man selbst die Hoffnungen, von denen er sich bisher allein genährt hat. Also Minister Haenisch tue Deine milde Hand auf und spende wieder Titel? Werden nicht auch Orden ersehnt? Schopenhauer, der freilich auch nicht Professor war, hat über diese Dinge einige bemerkenswerte Ansichten geäußert, die— immer noch zutreffen. Aber war Schopenhauer nicht ein Zyniker? Theater. Im Schauspielhaus findet am sirelta-i die vrani- siihvunii von Karl Zuckmane'S Schaulplel„Kreuzweg" unter der Regie von Ludwig Berqer!>a t. Aus der Eaeiar-Flatschlen-GedächtnISfeler(Montag, TU, Uhr. In der Singakademie) wird ctuiiusniinislcr Hacnilch die erste Ansvrache und Mo» Martersieig die Festrede bo'te». Medichie wird Charlotte Hägens k> r u ch, Lieder Hertha Stolzenberg, periöniich« Erinnerungen?ldel» Aeihard vortragen. Sin Künlllerorchester wird u.a.„Tod und Verklärung" von Strauh spulen. Vorträge. Im Wiffcnschafilichen verein spricht Mtiwoch, S llfir, im Hörsaal cSeorgenstr. 34)36, Prof. Dr. Stier über„Nervöse Störungen und ihr« vebandlung". Emlaßkurien beim Psöriner. Kvnstadeod. Cur«' b-st-ren Sliz<< sind berechtigt, ich werde sobald wie möglich Abhilfe zu schaffen suchen. Die Zentrale für H e i m a t d i e n st ist eine Reichs- eiwrichtung. Cc frfweben über sie mästen beim Reichstag vor- gebracht werden. Wir dürien nickt kleinlich sein und mästen immer die großen politischen Gesichtspunkte im Auge behalten.(Lebhafter Beifall.) Nach persönlichen Bemerkungen der Abgg. Dr. v. Richter (Dt. Vp.) und Ludwig(II. Soz. rechts), welcker feststellt, daß er für sick persönlich staatliche Schutzmittel nicht in Anspruch genommen hat, folgt die Abstimmung. Auf Antrag de? Abg. Lüdicke(Dnat. Vp.). der ffir die Deutschnsffonalen das Gcbalt des Ministers ab- lehnen will, wird über doS Gchaff de? Ministers des Innern und den übrigen Etat getrennt abgestimmt. Das Gehalt des Ministers wird gegen dje Stimmen der beiden Rechtsparteien, der übrige Etat gemäß dem Aus'ckußaittrag angenommen ES folgt die zweite und dritte Beratung d.'S Gesetzentwurfes bctraffcn'd die Vollendung des Mittellandkanals und der durch sie bedingten E rgä nzung Sbai iten an vorhandenen Wafferstroßen. Der Enlwurf schlägt vor: I. Tie Herstellung eines DchlffahrtSkaualS im Anschluß an den Rhein-Wescr-Kanal von Magdeburg über Oebisfelde bis Burg mit Zweigkauälen nach Btouii schweig und Hildes heim. mft einem Abstieg zur Elbe bei Rothensee nebst Zweigkanal zum Hasen Rothensee, mit einer Elbvrrbindnng bis Niegripp' 2. Ausbau bis I h l e r. und Planer Kanal; 3. Ausbau des O de r- S p re e- Ka na l S. Das Projekt erfordert im ganzen den Betrag Von 306 040 000 Mark. Minister Cefer gibt einen llebcrblick über die Geschichte des ganzen Projektes unid über die Gründe, die zur Wahl der Mittel- Knie geführt haben, Abg. Wittmaack(Soz.): Der Durchgangsverkehr wird den Kanal beherrschen und dieser große Gesichtspunkt muß in den Vordergrund gestellt werden. Der ReichHkohlenkommißar bat die Lieferung von Kohlen für»den Kanalbau abgelehnt. Wir r.chten einen dringenden Appell an die Regierung, die nötigen Kohlenliefevnngen sicherzustellen. Die Verdienste dcS Ministers Ovser um die Eimgung der Länder in der Kanal mw erkennen wir an und stimmen der Vorlage ztl.(Beifall bei den«azialbemo- kraten.) Abg. Ruervp(Z.) stimmt der Vorlage zu und wünscht im Interesse der Arbeitslosen den schleunigen Beginn des Baues. Minister Vesrr: In Kürze werden bei einem Stück des Kanals in Braun schweig NotstandSarfbeiten begonnen., ebenso soll der Um- gehungölanal bei Magdeburg sofort als NofftandSarbert ausgeführt welb.i!. A1>,p Aartold(Dem.): Der Kanal muß so nabc wi.' rnoglick an Dlvunschwetz lu rar geführt werden. Die kleinen Landivirte müssen Grund und Boden zum Ausgleich erhalten, nicht wertloses Papiergeld.(Beifall bei den Demokraten.) Abg. Weisser, nel(Tnat. Bp.): Tie Aeußerung des RsschSver- kvhrsm-inisterö, da« Reich werde in der Kanalfrage nicht nach Preußens Wünschen, sondern warf) eigenem Geschmack ent-- scheiden, finden wir bedauerlich. Es stehen doch dabei wuchtige preußische Interessen auf dem Spiel. iTebr richtig! rechts.) Abg. v. Richter(D. Bp.): Die zweifellos vorhandenen bcsou- deren preußischen Interessen müssen energisch vertreten worden, auch sind wir ftir Berückstchrigunz der Interessen der an- liegenden Gemeinden und Entschädigungen an die kleinen Hamb- werkec. Abg. Menzel-Halle(11. Soz: links): Wir haben uns mit der Vorlage abgefunden, obwohl sie nicht allen unseren Wünschen ent- spricht, weil der Bau des Kanals vielen Tausenden von armen AubcilÄosen Arbeit verschafft. Abg. Wittmaack(Soz.) ergreift zu einer persönlichen De- mevtung das Wort. Hierauf wird der Gesetzentwurf über den Mi ttellai.dk anal in zweiter und anschließrird euch in dritter Beratung einstimmig angenommen.(Lebhafter Beifall.) Angenommen wird scrnsr in ziveiter und dritter Beratung der Gesetzentwurf über die Verbesserung der Oder- Wasserstraße unterhalb Breslaus. Ebenso wird der Entwurf über die Bereicktclluvg weiterer Staatsmittel ftir den Scklepp- betrieb auf den: 3ihein-Weser-Kanal und dem Mitt.-llamrl Lippe in zweiter und dritter Beratung angenommen. ToS Hau« vertag: sich auf Montag 12 Uhr: Haushalt de? Finanzministeriums. Soziales. Arbeitsgemeinschaft von Neichsvcrsichcnlngsträgrrn. Tie Arbeitsgemeinschaft von R e i ch ö v e r i ch e- rungSträgern Grcß-BerlinS hatte zu Freitag, den 3. Dezcon- der, zu einer Versammlung in den Meistersälen geladen. Unter den Anwesriten bemerkte man zahlreicke Vertreter der Neicksmlnisterien. der Stadt Berlin, der Provinz Brandenburg, tvs WohlftthttSwsenS. Mitglieder des RcickZtog« und Landtags. Der stellvertretend« Vorsitzende Welker eröffnete die Bersammlunq uns begrüßte die zahlreich Erschienenen, Er wies darauf hin, daß die? die erste Versammlung der Arbeitsgemeinschaft fei; ihrer Begrün» bung sei. Irr praktischer gemeinsamer Arbeit hätte man bisher die Aufgaben zu lösen gesucht, bevor man sich entschlösse> hätte, vor die Oeffernlichkeit zu bveteu. Aus fer Not der Zeit gc boren, hätte die ArbeitSgemeiwschaft die Pflicht, Richtlinicn auLzu- arbeiten und sie unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse durchzuführen. Mmisterialrat Dr. Schulz vom ReichZarbeitS- Ministerium sprach über den Gemeinschaft« g«danken in der Sozialversicherung. Der Syndikus der Arbeitsgemeinschaft. Rechtsanwalt Dr. B o b w i St gab den Rechenschaftsbericht über die bisher geleistete Arbeit. Hieran schloß sich eine lebhaste Debatte. klus aller Welt. Kirchenraub in Wittenberg. Freitagnacht wurde In del! katholischen Kirche Wittenberg ein Einbruch verübt. Das Tabernakel mit dem Goldenen Becher und die Monstranz von hohem Metall- und Kunstwort sind gestohlen worden. Die Täter versuchten schon einmal einzubrechen, aber ohne Erfolg. Von den Räubern feblt jede Spur. Spiclwut in Milnchen. Im Nebenzimmer einer Gastwirt- schuft in der Karlstraße in München wurde eine auS dreißig « p i e I e r n bestehende Gesellschaft von der Kriminalpolizei beim Glücksspiel ertappt. Man spielte mit hohen Einsätzen. Da» vor- gefundene Spielgeld wurde i-escklagnahmt und die Festgenommenen zur Feststellung ihrer Persönlichkeiten zur Polizei gebracht. Da tu der letzten Zeit da« Glücksspiel stark um sich greift, will die Polizei entschlossen vorgehen, um die Spielwut in München einzudämmen. WetterauSsichte», für da» miittrrr Storddrutickland bis Montag mittag. Slelit dewöt.'t mit Niedertchlägen bei wenig geänderter Temverelur und vorwiegend Ssllichen Winden. Spandiuer Str. 16 BERLIN C Königstrasse JJ-J4 Urel Vorztige vorteilhafte preise-1 7 50 Gr 120x130 cm. 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Der lirirtt*intraL Monmc/ U.!£r iit an»Ilrm »chuid. Der Spieler. Der llelraldanirax. kr. Schaaspielbaas fKarls'.iaSe) 2" v V.:.Folie» Casar{au Ii. Ab.) '/: Julloe CksarlKua. Abor.) Mou-Iearrmann(iK.Abt..I Ab.) I'healer l. c. KSnißgrützerStraße 3 L'bf: Krdxei.t. '.suiir Rausch fOrska. Adel. Riemann, Rlchnrcl, VeldtKlrch, Dern- burs, Römer.) .Monlap: Praa Margit. 'xittv Aschenbacb, Hanau, RJeiilann, Mernes. Richard.) Jiicir.tae: Rnuaeb, Mtnwocn; Rrdjcl»«. tOrsisa, Dernbarg.) U'jnnerstag; Raanch. Frei.aff: Frau Margit. bonnabend: Rausch. üonnlag: Rausch. ."V>n:«g: Erdgeist. Komüdlenbaus 3 Uiir: VI. Ehr«. '.■jf: Die Sache mit Lala mil Max Falicohcrg. F lOJeline Dor. tr.(J., Ortrud WaSner.Ptclia, Haskel,St.edo Kiper.) Berliner Theater J L'lir: Wie einst im Mal. Allabendlich 7 Uhr; Die spanische Hachtigall mit FritziMassary Erik Wirf, H. Wassmann, Emray Sturm« Olga Engl. Residenz- Theater. Nachm. 4 Uhr, haiac Preise; JUc ttaitchholfs. Taglich?>/, Uhr; l.ftvly a Vl'lntlnrmcrea F&«b«r VotcOskar Wiiae. H.nsi Arnstadt, Adelelnla 3V» Uh:• Drei alte Schach! c'n (Uhr Weofl Liebs erwachi Thentvr de. ATcHtena SV.Uhr: Die Frau Im Hermelin. Cr Der ersten Liebe gollZsit Mi 3Vs Sc.iaeew. n. rtosenrat Tb. i.d.Knmmandantenstr, trüber Herrafeld Thcster. TVs U: Oer verj&ogie Adoiir. Wallner-Theater 3-f, Uhr: Eine Baltnaclrt. Ci? Der Beiger von Uigano. Wulhalls-Thrater Nachm. 3', u abd«. Fr, Uhr: Rastelbinder. Königstadt-Theater Hahnhol JennowdihrOcke Tigl.7J0 Oala. Sänger. Im Ballsaal TANZ. Geiiäiiia-Pfaeiitsjlle C Richter. N 4, Chausaeestr. HO. [ Jeden Sonntag: Hoffmanns iNordd. Sänger (stets neues Progr.) Anfang 6 Uhr. _ I Beg, d. Konzerts'fj6 Nachd.; Famlltcn-Krlnzchen Weili. Saal ab 4: Grod. Ball. Central- Theater. ----- Ausschneiden!-------- SondervergScifttlgtiQg; ffir Dexemhcr „Frau Bärbel" Operette(Schwnriwaldmädel II. Teil) G3lt ig für I bis 6 Perjonen(einschl. Vorverkauf) PHILHARMONIE. ! KONZERT I des PbUborm. Orchester«. I Dirig Richard Hagel. j| Auf. T1', Uhr. Eintiüt 4 M. Parkett....... 1- Parketl- Sessel.. 8- ßreliEster- Sessel 10- Sonntags I M. Zuschlag Tfi?! 7 IS, Sonnt. auch 3 U. N'ur noch wenipe Ta�e Mancppa— 29 Löwen Marino« das Auiooofer H. Siosch-Sarrasanl. > orv.: Tietz. CtciiQ- _ kUndwf»rth»Scharwenka-SaaI mjik. abend, den IM. Dezember, nacbm 4' Fröhliche Weihnachtsstunden für Qro6 a. Klein � s Aesi Sanger 1 JÄax u. Boritz i i F,id. Siewsrt-lßichcls JiaLÄVvSn| i Sena Stein-Schneider.-m Klavier»» JfBB Kart.l0-3M.U.St.b.Boic u.Uoc), Werlheim. Ahdk. WWW Winter- Qarien. Heute 2 Voretetlunccn i ä'/z ri 1 Kleii | Kin' Kleine Preise 1 Kin'. d Hül're 7,30 ü. Varleti• Spielplan. Rauchen c es tauet f iscarviislrultc A4 ! 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Bon all diesen Dingen gab es in unserer Jugend nach nichts. und doch wurde auch unser Staunen erregt, ab der ma-.inigfaktigen Weihnachtssachelt, die wir uns zu wünschen«ich! wagten. Sie in den Schaufenstern betrachten zu dünen, war schon eine besondere Bevorzugung. So sah ich mal ein Puppentheater, und von diesem Tage an war ein Puppentheater mein einziger Wunsch. Gar nichts anderes sollte es sein Aber ich wusite. der Wunsch wurde mir versagt. Er muhte mir versagt werden, der Mitte! wegen. Ilnb dach wurde er mir crsüllt. sich stahl mit den Auge» Grundrig. Ausbanszenorrie, und es stand alles fertig vor mir, ehe auch nur ein Nagel eingeschlagen wa:� Ohre Papier war der Bauplan fertig und ohne Blei sticht das Holz vargeriffen. Mit einem Hammer, einer Schachtel Nägel, der Laubsäge, einem Bohrer und einem Tascheninesier ging es an� die Arbeit. Zuerst ein Brett für den Bühnenbodcn. dann den Nahmen, die Leisten für die Kulisien, das Gestell zum Aushängen der Sof- süien und des Hintergrundes. Kulissen uird Soiiitten wurden, ans Papier geliebt und bunt bemall, für den Hintergrmld fand ich in einer illustrierten Zeitschrist eine Schweizerlandschast, die für meine Szenerrie zu klein war und mit Püisel und Wasserfarbe der. grohert wurde. Das Papier schlug dadurch Falten und Beulen. l-ber das machte gar nichts. Einen richtigen Borhang gab es und einen Souifleurkasten. Wozu der war, wuhte ich eigentlich nicht; denn von meinem Stück konnte ich alle Rollen ohne Souffleur her- sagen. Nichts war mir vollkommen. Nichts durfte fehlen. Dar Bübmnrboden wurde grün angestrichen und die Stange mit dem Hu! ausgestellt.... Warum ich das allcS erzähle? Die Zeiten sind schlecht und die Not groh. der Lohn reicht nicht für die notwendigsten Lebensbeidürf. nisse. Und seien wir ehrlich: der ganze gekaufte Blech, und Papp- kram, von einer gewinnsüchtigen Industrie zusammengekleistert, ott nur haltbar für einen Tag, bringt nicht halb so viel Freude, als unter Entbehrungen aller Art Mühe und Kosten daran gesetzt wurden. Ihr Väter und Mütter, ihr habt geschicktere WeihnachtS- Hände, als meine Bubenhände wa-ren. Und wenn eure Kinder einen Pferdestall wünschen, eine Puppenstube oder anderes, so werdct ihr es noch besser fertigbringen. Im Warenhaus Dietz zeigte kürzlich eine Ausstellung, was sich an selbstgesert igten, Spielzeug Unüber- treffliches leisten läht. Das Urteil im kapitalfiocht-prozeß. Der feit vier Wochen vor der 8. Strafkammer des Land- gerichtS I verhandelte Prozeh wegen Kapitalverbringung ins Ausland iü heute zu Ende gegangen. Das Urteil lautete folgender- mähen: Legatiousrat a. D. Joachim v. E z i, st wird wegen»rrstohes gegen die Verordnung vom 21. November 1918 zu 60 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte Louis Laemaua wurde freigefprochin» ebenso Josef S o e m a u u. Kommer, ieurat Jakob Saemau» in Nürnberg wurde i« eine« Fall freige. fprochr«, tu einem Fall wegcu Vergehens gegea die Serorduung vom 21. November 1918 zu 30 000 Mark Geldstrafe»er. urteilt. Bizckonful Max Weiumaon ia Müschen wurde frei- gesproche», ebenso Kommet, ienrot v. Ovel, Kommer, ienrat Z i v m a a u. Kommer, ienrat G o e g g l in München und Rechts. anwalt Dr. Otto S a h a in München. AIS dem Reiche verfallen wurden die van dem verurteilten Jakob Saemann hinterlegten 10 000 fl. ungarische Goldrente und SLS tXX) M., soweit sie noch in desien Eigentum erweislich sich bestnden, erklärt. Die übrigen Anträge des Staatsanwalts auf Berfallserklärung wurden vom Gericht zurückgewiesen. Der gegen Herrn v. Ernst bestehende Hoftbeiehl wurde aufgehoben. Mordsühne nach 14 Jahren. Nach 14 Jahren soll jetzt ein Mord aus, dem Krongnt Born« siedt bei Boisdam seine Sübne finden. Am LS. De,ember 1SW i wurde der 40 jährige Nachtwächter FS h n b r i äi an- d-m Krongut Bornstedt von einem Gänledieb nicoeroe schlagen. Die Suche nach dem Mörder blieb erioiaivJ. Der�'rühere Kaiier seil, sandle damws zum Schutze seiner Sckwägrru,. ber Brinze'siu Theodora, die seinerzeit das G», bc>virl>chasteie. glöhi'ren mili'ä- rischen Schutz. Gestern mach,« nun die Eheira» des 47jäbriaen KulscherS Friedriw Kn h ize ans Potsdam dem Krim.nalkommisiar S�ieinbaiier dab Geftändn!-?. dah ihr E h e m a n n der M ö r de r Fäbndrichs ,ei. Furchtbare M! h b a n d lu n g e„ ihres Mannes haben die völlstäNdia Zermürbte Frau dazu getrieben. -an der Polizei preiszugeben. Kühne wurde daraufHiu sofprt v e r- haftet und dem Unter'uckmngs, ichler vorgeführt. Die Kramperiburg niedergebrannt.* Mehrere Personcn verlebt. TaS bclannl« AnsflugSziel vieler Berliner, die Krampe», bürg Sei Schmöckwitz, ist zum grossen Teil ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer brach,- wie uns mitgeteilt wird, durch die Explosion einer Benzolanlage in der Kücke aus und breitete sich mit grosser Schnelligkeit aus. Die einsame Lage des Restaurants begünstigte da-? Umsichgreifen des Feuers, da die Schmöckwitzer Feuerwehr nicht schnell genug zur Stelle fein konnte. Leider find bei dem Brand auch mehrere Personen verunglückt, so der R e s, a u r a t e u r B o i g,, der bei den RetwngSarbeiten erhebliche Verletzungen erlitt, so dah er In dos Äöpenicker Kranken- bauS eingeliefert werden muhte. Die später eintreffenden Feuer- wehren von Schmöckwitz, Müggelheim und Köpenick mussten flch darauf beschränken. ein Umsichgreifen des Feuers zu verhüten, so dah der grosse Taal zum erhebliche:, Teil gerettet werden konnte. Aollständig niedergebrannt sind dos Wohn- und Wirt- schaftSgebäude._ Belohnungen für dt« Aufdeckung van Strurrhintetziehungrn können,, wie uns das LandsSfinanzamf Groy-Berlin mitteilt, an alle diejenigen Personen gezahlt werden, die an der Bekämpfung von Zuwiderhandlungen gegen die zahlreichen Reichsstenergesehe teilnehmen. Wahrnehmungen uver Steuer-Hinterziehungen«nt» über offensichtliche Verletzungen von Steuergesetzcn würden zur Kenntnis des. zuständigen ZandesfinanzonitS sin Gross-Berlin: illt-Mcvihii 143/144) zu bringen sein. Der Erwerb des AlexiSbadeS i. H. ist vom Magistrat Berlin beschlossen worden. Per Kaufpreis beträgt 1)4 Millionen Mark. Die Gemeinde Wamifee hatte das Bad«rwor- ben. Nunmehr übernimmt Berlin das bekannte Bad für Er- holungszwecke. Es kann jetzt 230.Gäste und 30 Personen zur Bedienung aufnehmen. Es besteht u. a. an? dem KurhanS, BadehauS, Saalgebäude, einem Mietgebäude lPost), silasthaus„Alte Rose", Wirtschaftsgebäuden, dem Alerisbrunnen. 7 Blockhäuschcn usw. Briefmarkenkleingrld bei der Hochbahn. Wegen Mangels an Kleingeld beim Fahrkarteiwerkunf sieht die Hochbahngesellschaft sich genötigt, wie auch andere Unternehmungen sich der Briefmarke zu bedienen. Um die Marken dem Publikum in sauberer und Hand- licher Form zu bieten, werden sie nicht lose, sondern in kleinen Papiertäschchen verausgabt, die«ine 10- oder S-Pf.-Marke enthalten. Ihrer Natur nach können die Tä'chcken mit ihrem Inhalt jedoch nicht zum dauernden Umlauf dienen und in- folgedessen auch an den Schaltern nicht wieder in Zahlung ge- nommen werden. Zwei Pferde mit Arbeitswagen gestohlen. 4000 M. Belohnung sind auf die Wiederbeschossung etges Fuhrwerks ausgesetzt worden, das gestern an der Ecke der Z'.mwer.>lNd Friedrichstrasse gestohlen wurde. Die Pferde sind kltone hellbraune Füchse mit Heller Maine und Schweif. D«r Wagen ist ein Verdeckwagen mit vier Seiten- planen und einem Hinterplan,«»t größerer Meng« Seife beladen. Für jede Nachricht, die zur Wiedererlangung fübrt, zahlt die Firma Seifenfabrik Rud. Herrmann, Zossen erst: 60, obige Belohnung aus. lieber die neue Schu'e für sehschwache Kinder, die noch wenig bekannt ist, sprächt Dienstag um 7 X Uhr im S-bulhauZ am Geor- aenkirchplatz der Lehrer Herzog. Zu dieFr Versammlung sind Eltern sehschwacher Kinder und andere Gäste willkommen. «ns der Lebensmtttelbelieserung. Brotkarte„Süden-. St e-tfallen oul den Ablckmiit 45 der Groß, Berliner Lrbentmstlelkarte 250 ,«>omm ouslSndüche« Kochmcbl zum Preile von 5 M. je Pfund. Di«?<>,«. gab« erfolgt odne Voranmeldung in sämtllchm Verkau'Silellen der Konsum- oenossenlchast, des Deamsen-W-rlschastSver-ln». der Meieret E. Volle, sowi« k den durch blau« A sbängefchilder kenntlich gemachten Verkaufsslellen in der Zeit vom 5. bis>«. Dezember.— In der Woche vom 6 bis ,2. Dez. gelangen aus 7t der Erotz-vcrliner Lebensm ltelkart« 200 Gramm Büchsen- fleisch— Cornedbees— sguSschliesslich Büchsengewlchi) zur Ausgabe. Jugendfchriften-Slusstrllnng de» Schöneberger Lehrer- und Lehre- vinnenoereins. Udlundlchul«. Kolonnenttr. 22/23. beut« von 10 Uhr vorwitiazs h!» 8 Ubr abends. Hadenzollrrn-Gtimnasium, Martin-Lutber-Str. 22/23. 7. bis v. Dezember tDienStg, b? Donnerstag) von 5— 3 Uhr Verkauf in der ÄuSftcllunz. Stnlril! srei Svrach'chnle für Proletarier. Zu den Mit!« Dezeaider veqlnnenven Amangezilltson in Snülich /Abendunkcr'.ich! jür Genosse» obne Vorkennt» nisse) werden noch Annieldungen entgegengeuammen und zwar Dienstag, den 7. Dezember, von 8 bis 7'/, Ubr gdrads in der 24. Gemcindeschllle, Hiniee der Garnssonkirchc Wabe Vahnhat Vörie und Reu« Friebrichstrasse), Zimmer 7, Hos rechter Seitenflügel. Bezirrsbilduuasanosckiust. Feden M-it:nr>ch und Sonnabend, nach- mittag»;! Uhr, im Zentral-Tbeater, A te Fakobstrah» 81/82, Nlrchenov« „girieianz.- Gm-ckotn- a Ml. 3.— im VezlikSbitdüÜgsanSschUii. 2 End«» itrasse 3. Dies« find an der Kasse geg?n Platzkarten euinitanicken.— F«st l« n z e, i ei:?lm 25. Dezember' /I. WeikmachtsicieriaaX Weih- » a ch t I i ch c Musik, nachmittags 2'/, Ubi. in Der Alten faarniiankircht, Neue Friedrichstraije. Wir bitten unverzüglich o!e Norken einzülösen.— Am Sohntag, de» 12. Dezember, vormittags 11 Uhr, im vlulbneriaal, Liltzowftrahe 7L, Brekboven-Konzert(ausser Abonnement). Ein- tritt Mt. 1,60. Leitung. Herr Dr. F. M. Matz.-Stitwlrttnde: Saiiitin Fela Roonfelt und das Blütbnerw'chliicr: Hentr abend 7 Uhr im Festsaal deS Berliner Stadthauses. Etnhan«•Üoiterfu atze: E i n f ü b r a n g» a b e n d jür das Beelbvoenronzerl vom 12. Dezeniber. Vortrag mit Demoniiratlonen am Klavier: Dr. Alfred Gndtmann Zur Deckung der Unkosten wird ein« Gebühr von Mt. 0,80 vre Person erhoben.— S o z t a t st t s ch r B i l- d« n g s s ch u l e: ,Xm Monat Januar n. Js. werde» 2 Vor'.ragSrelben abgebaiten. Redeübnirg— Geschichte dcr Arbeiterbewegung /Pzrla»:entar«cke Geschichte— Tätigkeit der Pari et im Landtag— Organiiniorisch« Au!- gaben während der Wablbeweglmg.) Jode BortragSreibc umsaht 4 Abende. Hörgebühr Ml. 3,—. Wir biücn recht bald fchrtitliche V:- Werbungen zur Teiinabme an beiden Veranstaltungen an den Sekretär dos BezirkSbtldungSauSschnsseS: Albert Herlitz. Sindeustr. 8. einzureichen.— Der letzte-Abend in der PortragSreihe des Genossen Dr. Borchardt über.Staat und Kommune- findet am Montag, drn s. d.. M. van ss. bis 7>/, Uhr, abeyds im Zeistraljugendbeiw, Lindensir. 8, flai! Dreptow-Steruwarte. Honte Sonntag, nachmittags.! Ubr, .Bilder ans dein Harz. Thüringen und dem Niesengcbirge'< Filme). 5 Uhr:.Thriitoph ColumbuS' tFtlme). 7 Uhr:.Mit dem Ozeaudamvisr von Bremen nach New Aolk- sstilme). Dienstag, den 7. Dezeniber. abends 7 Uhr:.Die Bielheil der Wetten- kB ort rag mit LichlbUdern von Direktor Dr. Archenhold). Sonnabend, den 11. Dezember, nachm. b Ntzr;„Tai Verne,- Oberland'(Filme). I« der Uranta in der Taubemiratze wird am Dienstag Machmilign Nicdzielski abends 8 Ubr. einen Vortrag.Winicrzanber' halten und an der Hand künstteriicher LirtitbÜder und Filme das Walten de« Winters als Künstler ichtidein. Ltndeu-Kabarctt. DaS Dezemberprvgrilmiu der- Linden-Kabargti-- vt ein besonders gutgewübltcs und reichbattizeS und übt eine grosse Anzieb- ungsirajt auf das Publituni aus. Unter den Künstlern und Künitlerinuetr feien besonders Heinz Eotnad. Robert Kovvel und Frl..!Raiin> Zien« bervorzehobrn. Den Abfchluss de« Abend« bildet das allbetm.-titc Celln.de- Rheidt-Bavett mit Lotte Holgar und SebaiNav Droit«»US Mäste. Die Tcala in der Lutherstrassc bringt ein der Weltstadt wn«- diges neues Programm, das eine stierte vorzüglicher Nummern aufweist. Es wird viel und gut getanzt darin, aber waS man auch sonst an artistischen Leistungen sah, hielt sich auf beachtenswerter Höhe. Genannt sei vor allem dad Ballert G a r a r k mit seinen ..Nächtlichen Phantasie n" z-ijammcngestelll nacb der Modepaiitomime von Haae-Heh«. Hier tauchen Bilder und Farven von östlicher Glut auf, bewegt von einem Gl.iede-rsp!«!, da-, sich der Pracht der seltsamen Gewänder im Stit onpasst. Te j c und Andre, sagt daS Programm, tanzen.erpressionistifch.. Gott, män kann es auch anders nennen, aber jedenfalls ist es reizvoll. Daun kommt eine indische Karawane, aesüyrt und gut dressiert von Stahl v Radchura. ein Etesant, zwei Kamele unid ein iveisses Pferd. Er- wähnt seien ferner: idi« zinei M e r c ede S in chrem akt, Curran, daS schwankende Phänomen und die p'vstische Gpms, nast.k Walter Sah ton s mit seinem ParNi«.- verzapft Herr Wolter Si einer dieses billige nätianaliitsiaze M«h, das doch nur an die Urteilslosesten der UrtcilÄosen'stppellirrt. 'DaS ist nicht nur schlecht, semdern Mich geschmacklos. Da» Dezembet-Programm bcS Apollo- Theaters bl'jngt erne Ziekhe recht guter Leistungen. Eingeleitet wurde es durch die.Mnst«" de« Malers Boss, der mit recht guter Techn>l ans kleinen Bierecken. die er während des Zusammenieyens bemalte, ein Bild entsieden ließ. Margette Juanna, die Tänzerin, sollte, mn tdrem ipantschcn Namen Ehre zu ma»en. zunächst einmal ein klein wenig spanisches Temperament in ihre Tänze legen. Bon ganz hervvrraaendei: Leistung war Albas Kopfiulsch. Ohne gnbillenahtne eines Bolan- cierschirme»»nd obne Schutznetz gebt er auf einem schräg gzipaniiltzf, Droblseil durch den Zuichauerrauni. um aui dem Kopf zur Htistiie zurückzurutichen. Die Hunde- und Ästendresiurru PuoliS erzeugten betm Publikum grosse Heiterkeit. Neu und originell war das Giar- Trio in seinen Bockvieifeniäiizcn. Die Molonavsahrt.»er 3 Eclair« zeugt von grosser Geschicklichkeit. Komiich und.wirll'ch gut siod Kapitän Nansen« ö dresi�erle Seelöwen. Mit welcher Leichtigkeit diese plumpe» Tiere die größten Künste ausführe», ist bewundp- rungswert. Beivnbers hervorzuheben find ferner Ritter« Zwergs. dl« an Geschicklichkeit ganz Ausserordentliches leisten. Das Licht der Heimat. 70] von August hiniich«. Als sie nachher im schon verdämmernden Licht zurück- aingen. sagte Teda:„Sonderbar— als du mir vor langer Zeit einmal die große Baugrube zeigtest, war ich enttäuscht. ES war ja alles vieil größer, als ich gedacht hatte, aber es schien mir so kalt und nüchtern, und es tat mir fast leid um unser Moor." „Und war«s heute anders?" fragte er. ,L>a— aber ich kann nicht sogen, warum es anders ist. Nur— ich empfand nicht mehr, daß es ein Ding aus Eisen i'ß das dort arbeitet; es war mir fast wie ein lebendiges Wesen." „Tann host du es erfaßt," sagte Dierk erfreut.„Es ist der Gedanke, der in so einer Maschine steckt und sie lebendig macht." Eine Weile schwieg Tedo nachdenklich. Dann meinte sie: „Ich erinnere mich noch deutlich an den Tag, wie euer.Haus verkauft wurde. Seitdem bist du cigentsich nie wieder hier gawesen, nur einmal als Kind." . schwär immer in großen Städten, und zuletzt im Aus- land." �, „Und doch meine ich, du könntest diesen Gedanken nur hier, nur mitten im Moor gefaßt haben." „Da hast du recht. Ja. ich war hier, war mitten im Moor als mir dies alles geschenkt wurde, der Gedanke dieser Maschine und weiter dieses ganzen gr-'ßm Werkes, das hier jetzt gebaut wird." „.Hier, jagst du? Und doch warst du immer fort?" .�tch hatte Schiffbruch erlitten. Tcda. Ich war ohne -Heimat, ohne Halt, und wäre wohl zugrunde geaangen. Da hob ich mich hierher geschleppt und wollte schon sterben. Aber die Heimat hat mich nicht untergehen lassen. Als elender Mensch habe ich draußen im Moor gestanden zu arbeiten— kstr deinen Bater: zum Glück habt ihr mich nicht erkannt. Ja. so ist es gewesen: als ich im tiefsten Elend l'aß. als alles um mich her dumkel war, da hat die Heimat es wieder hell und licht in mir gemocht." Er sah mit erhobenem Kops in in die Runde:„Die liebe Heimat." „Du hast also keinen Groll gege-n sie gehabt, obwohl sie euch nicht gut behandelt hat— dich und deine Eltern?" .Ach Hab mich immer zurückgesehnt," sagte er ernst. „Und wenn eS noch so ärmlich bei uns war.— Heimat, das ist ja nicht das bißchen Sand und Moor hier, das ist mein ganzes Kindsrioben. Spiel und Arbeit. Träumen und Wachen. Märchen und Geschichten— alles dos ist fest verwachsen mit diesem Land, als gingen tausend feine Wurzeln von mir in die Erde und saugten sich da voll von ihrer?lrt und ihrer Kraft und ihrem Licht. Darum kommt ein Mensch wohl nie ganz los von seiner Heimat." Sic waren inzwischen bei den neuen Wohnhäusern ange- langt, deren rote Ziegel hell und freundlich in der braunen Landschaft standen. „Darum auch laß ich diese Häuser bauen, daß die Mon- schen nicht als ewig Fremde alle halbe Jahre ihren Standort wechseln, sondern bodenständig werden und Wurzeln schilagen wie ein guter Baum." „Das ist ein schöner Gedanke," sagte sie nur, aber dies Lob auS ihrem Munde tat ihm heimlich wohl. Ms sie auseinandergingen, fragte er lächelnd: ,Jst es dir auch jetzt noch leid um dein Moor?" Sie-reichte ihm die Sand und iah ihn voll an:„Rein— ich freue mich mit dir. über dies alles." Dann schlug sie de-n Weg durch den Fubrenkamp ein und er sah ihr eine gure Weile nach. Als er auf dem Heimweg)var.-bog cr plötzlich ab und machte einen Umweg. Er wollte noch«ine Stunde allein sein. Als Teda ihn vorbin ansah, war etwas Besonderes in ihren Augen gewesen. Darüber mußte er nachdenken— aber er wußte nicht, was es eigenKich sei. das ihm aufgefallen war. Sie war so ganz anders als die Mädchen, die sonst in sein Leben getreten waren, die schone Donna Luzie und die stolze Inge CornÄi. Sie war weder schön noch stolz, eher etwas herbe. Aber schlicht und innig, so wie seine Heimat war. und als ruhe irgend etwas Köstliche? noch tief in ihr verborgen. Es war wie ein Ausruhen bei ihr. Langsam schlenderte er durch den stillen Abend und versuchte, sich ihre Augen wieder vorzustellen. Plötzlich blieb er stellen: hatte seine Mutter nicht gesagt, daß sie einmal Lübbe Tjasscns Frau werden würde? WoS hatte er nachzudenken über die Braut eines anderen? Er schüftelte den Kopf über sich seWst.„ES ist nur. wktrl ich ihr als Kind einmal Geschichten erzählte," dockte er und machte sich rasch auf den Heimweg. Morgen wartete wieder ein arbeitsreicher Tag auf ihn. Am anderen Tage saß Dierk draußen im n.'ueii/fasi voll- anbeten Verwaltungsgebäude über der Arbeit, Äs Ichnmer hastig zu ihm hereintrat.„Er ist da. unser Chemiker!-Aber es ist kein er— eS ist eint sie— was iahen Sic dazu?" i, „Der ist da?" fragte Dierk, der nur halb verstände), hatte. „Dr. Eorneli, unser Chemiker! Aber er trägt Röcke und langes Haar! Ra. das kann unS gleich sein/' sein Fach versteht er anscheinend,— oder sie— Himmel, man kommt dock ins Gedränge bei der Ueberraschung! Also Fräulein Dr. Eorneli sitzt unten. Kommen Sie mit, ja?" „Fräulein Inge Corn-eli?" fragte Dierk wie betäubt und starrte den Freund an. ,La— wußten Sic denn den Namen?" rief der erstaunt. Dierk wandte sich hastig ab.„Bitte, wollen Sie nickt alles ollein abmachen? Ich l>ciibe jetzt wirktich— keine Jejt." „Gut," meinte Sommer,„ich kann, sie/ Ihnen ja auch später vorstellen." Aber als er schon an der Tür war. rief Dierk ihm nach: „Oder schicken Sie mir die Dame herauf— Ich mächt.' doch vorher einen Augenblick mit ihr sprechen." Warum seche sein, dachte er. Wenn sie erfübr, zu niech sie hier kam. würde sie jedenfalls solort abreisen-- das war daS beste. Wie aus einem Nobel tauchten alle Vorgänge jener Zeit in seinem Gedächtnis auf— c8 war unmöglich, daß sie beide zusammen wirken konnten. Unbeweglich stand er an seinem Schreibtisch. Endlich hörte er einen leichten Schritt vor der Dur, e» klopfte....Her ein!" rief er und richtete sich auf. Und jetzt trat sie, die er einmal leidenschaftlich griiep:.. hatte, wieder über seine Schwelle.(Forts, fsigt.) Zilmschau. »He Awanuoa von Ctaiera*. Die Decla»F?l«»GeselrschaH lui zvr llrauiführung ihres ersten FUrnS nach dem M a r m o r h a n S ein. Thema: Der nach amerikanischem Muster reichgewordene Ariegjzewinnler, dem alles erl aubt ist, und der sich alles gestatten kann; aber doch in seinem Cäelbe keine Bcsriediguna findet. ES Ist immer wieder dasselbe, innerliches Erleben fehlt oder schwebt haltlos in der Luit. Äut sind die kandschast- Kchen Bilder Die Regie konnte aber nicht ganz die Lücken auSsüllcn, die die landschastlichen Reize in Verbindung mit den handelnden Personen bringen sollten. Johannes Kraus als Harlander. Marijo Leiko als Jngclene vonGoertz und Margarete Kupfer als Kwannon gaben Anerkennenswertes. Tie Tänzerin von Tschiapnr. Unter diesem Titel wird jetzt im Tauentjienpalast ein Diama in sichs Akten gegeben, in welchem Fern Andre die Hauptrolle spielt. Ueber den Inbalt ein Dort zu sagen, lohnt nicht; der Besucher wird in Erwartung dcS vielversprechenden Titels eigentlich enttäuscht. Zusammenhanglos und trivial zugleich ist vieles, waS diestS sogenannte Drama dem Zuschauer bietet. ES trägt so recht die Merlmale der Geist und Geschmack verderbenden Richtung unierer ftilminduftrie. Wäre eS nicht besser, wenn etwas weniger an Kinoslückcn produziert, dafür aber ei» höherer Maßstab an daS Darzubietende angelegt würde? . S-rianmiImtfffc d« vi»- Genosse Bubert-OSnabmck. Thema: Hroß-Serliner parteinachrichten. Heute, Z. Dezember: Juuglozialiftische Bereinigung S P T Arbeitsgemeinschaft für Redeübungen, ö Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstraße 3, Bortrag:»Die Jnlcrnationatc. ZlrbeitSgemeinichast Soz. Elternbeiräte Schöneberg.Kriedeuau. Bormittag 10— iL Uhr bei(Slaive, Fiitz-Reuter», Ecke Marstraße. Samt- tkche Schulen haben daS Material zu der öffentl. Versammlung abzuholen. Ittl. n. IttÄ. Abt.(Treptow und Baumschuleuweg). Nachm. S Uhr Kunst abend m der Aula des Realgymnasiums, Neue Krug-Allee: da- selbst Abrechnung der BillelS. Eintrstt Erwachsene 2 M., Kinder 1 M. Morgen,«. Dezember: Abt. Z a.(Wablkreis HallcscheS Tor) Die Funktionär« der Stadt- bezirke 91, 22, 25—30, IIb. 130(frühere 2. Abt.) und 50— 63 frühere 3. Abt.l werden zu einer Sitzung im Restaurant Trefipunlt, Markgrafen- straße 17, eingeladen. lt. und 4. Abt. VK Uhr, wichtige Versammlung sämtlicher Bezirks- führer, Funktionäre und BetriebSverlrauenSleuIe bei Rickcrt, Lteinmetzstr. 30. i>. Kreis. 7 Ubr. Sitzung des Kreisvoriiandes mir den AbleUungS- ssthrern im Lokal von JhlcnfclLt, UHIand-, Ecke Gündelitr. 12. Krets. Die VorslandSsitzung am Montag fällt aus.— Genosse Gchimmelmann, Kurfürstendamm 9?/g8, sagt jedem, der ans Anlaß seines 70. Geburtstages an leiiicr Ehrung teilnahm, herzlichen Dank. 11. Abt. 7 Uhr im Graphischen Vereinshause, Alexandriuenftr. 41: Frauen Versammlung. Erscheinen aller Genossinnen zu wichtiger AuSsvrache notwendig. 20. Kreis. 7 Uhr. Versammlung sämtlicher Elternbeiräte d-S 20. Kreises m der nula der i. Gemeindeichule in Reinickendors-Ost, HauSolterpIatz(Nähe Bahnhof Schönbolzs. Vortrag des Genosse» Kreutziger über:„Tie Ausgaben der EUernbciräte.' 21. Ab». 7 Uhr bei Beetz. Thaerttr. 32: Funltwnärfitzung für Be- girkzfübrer, VertraucnS'eute, Delegierte und Siragemührer. Ber der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht, unbedingt zu erscheinen. 2». Abt. 7';, Uhr bei AUmann, Rykestr. 2: Sitzung des Vorstandes und der BezukSsührer. 33. Abt. 7 Ubr bei Gillwcit, Putlbuier Straße: Funktionärsitzung. :tö. Ilbt. 7 Uhr Funkstonärstrung bei Krüger, Huisuenitr. 34. 30. Abt. TL Uhr bei Bä, walder, Schlcgeliir.«: Funttionärsttzung. 37. Abt. 7 Uhr bei Tschanimer, Rathenower Str. 74: Konferenz der BezirkSsübrer und Berriebsvertrauensleut«: 3i>i. Abt. T/, Ilhr bei Trüniver, Flcnsburger Str. 3: Funttionärsitzung. II. Abt. 7 Ubr bei Schmidt, Slromstr. 41: Sitzung sämtlicher Le- zirkssstbrer und Bclriebsvertrauenslcule. 13. Ab«. 7 Uhr bei Giebel, Pankstr. 82: Sitzung der BezirkSsührer und BelriebSvertraueiisleuie. 11. Abt. 7'/. Ubr Sitzung bei Melsch, Christtaniastr. IlZ. 10. Abt. 7 Ikhr bei Prüs, Moxilroß«: Funtlionärtonscrenz. 17. Abt. 7 Uhr bei Rabzay, Brüsseler«tr. 43: Sitzung ber Bezirks- Ubr bri Tllube..M0lIerstr.-OZv m Sitzitirg der LetrredS' Vertrauensleute und FunUionäre. Wervesusfwnst der S.P.T. kür Pag nnd Telegrspttirl AZSid? b Uhr, Bersammiung der Obmänner und BetriebSverirauensleute im Jugendheim Lindenftr. 3. Enchemen dringend erforderlich. Durch Dienst Verhinderte Vertreter entsenden. 7. Kreis(Chariottcnbnrg). Die nächste GefangSübungS- stunde des FlaueuchorS„Frohsinn" findet 7«/, Uhr im Jugendheim, BoltSbauS, Rosiirenstr. 4 I, statt. Kreis 7. Ebarlollenburg, 56. Stbt.(12., 13. Gruppe). 7>/, Uhr Sitzung des AblcilungSvorstandcS und sämtlicher Funktionäre bei Ricke! Rachjolger, Windscheidlstr. t4. 11. Kreis, Neukölln(Britz. Buckow, Rudow). Funttionärverfamm- lung 7>/„ Aula Realgymnasium, Kaii-r-Friedrich-Str. Vortrag:.Soziaii- fierung deS Kohlenbergbaues." Rcserenl: Genosse Kaufmann. SämUiche Partei, und LelriebSvertraucnSleute. 10. Kreis, Friedrutisfelbe(120. Abt.). 7 Uhr, Volksversammlung bei Haberland. Thema i.Moskau und wir." Referent Dr. Zechtin. »». tat(Ltrgsttz.) 8 Uhr: OeffenSiche realschnl«, Elisen stratzc. Referent: Hohenzollernirende»— Bo.ksleiden. 85. Ab«.(Tempelhos t 7 Uhr: Erweiterte BorstandSsitznng. Friedrich- Wilbelm-Straße 90. 101. Abt.(Trcptowü 71/. Uhr: Funktronärfitzung bei Oettinger, Elsenitt. 101. Die sämtlichen Funktionäre sind verpflichtet, daran teilen- nehmen. 120. Abt.(FriedrtchSselde.) Mitgliederversammlung bei Haberland. Genosse Dr. Zechtin spricht über„Moskau und wir". Gäste mtibrdigen. Der Saal ist gut gebeizt. 120. Abt.(früher 2. Abt., Pankow.) 71/, Uhr: Funktionärkonserenz bei Lindcmann, Grunowstraße. Lichtenberg. 7 Ilhr: Funktionärkonserenz der Parteifunktionäre und der BetricbSvertrcuelismänner. DlstglicdSbuch und grüne Karte mU- brmgen. 81. Abt.(Friedenau) Frauenabend iifi Uhr in der Luisenschule, Goßlerstraße. Genossin Hebamme Henseleit spricht über„Die Körperpflege der Frau vor und nach der Geburt deS Kindes". Dienstag, 7. Dezember: 3. bis 11. Abt. Sozialdemokratischer Männerchor. Bezirk Hallesches Tor. Jeden Dienstag von 7>/, Uhr an Uebungsslund« bei Krause, Mo- riannenplatz 22. SangeSfreudige Genossen filid erwünscht. 0. Krri«(Bilrnersdors-Halensee-Grunewald-Schmargendorf). Ber- t-rmmlung sämtlicher Funktionäre deS Kreises m der Aula der Gememde- schule, Koblenzer Straße«Knabenabteilung), abends 7% Ubr. Tagesordnung: Die LandtagSwahlen. Res.: Gen. Georg PeterSdorff. 20. Kreis. KrciStreterversammlung, 7 Uhr, in Wittenau, bei Schulze, Oranienburger Str. 89. Der äußerst wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Pflicht. 31. Abt. 7 Uhr Sitzung der Partei- nnd BetriebSsunktionäre bei Obiglo, Stralsunder Str. IL * 17. Abt. Sämtliche Funktionäre treffen sich Mittwoch, den 8. Dez., 6 Uhr, Lei Murrer, Capiwistr. 8, zu einer wichtigen Sitzung. 21. Abt. Am 8, Dez. 71/, Uhr. Mitgliederversammlung Schulaula Cbriftburyer Str. 14. Vortrag deZ Genossen Weide:„Unsere Ziele." »Borwärts"-Leser willkommen. Lichtenberg. Zu der Sonnabend, den II. Dezember, 7>/, Uhr, statt- sinderden Vorstellung im Rose-Tbealer(„Rose Berndt") find Karten bei allen Funklionären sowie im Setrelariat Riederbarnimstr. 4 zu haben. Wildau. Am 8. Dez. Zablabend im Kasino(kl. Saal) abenss 8 Uhr. Erscheinen aller Genossen notwendig. Hoben-Neuenderf. Mittwoch, den 8. Dez., 8 Uhr, im Lokal von Zimmermann, Ruhwaldstr. 45, Mitgliederversammlung. Vorlrag deS Ge- Nossen Ad. Wuschick._ Jugenüveranstaltuagea. Heute, 5. Dezember: Zentraljngendbeim. 2. Gründungsfeier mit besondere« Programm unter Mttwirtung deS Schauipielers Genossen Ernst Rosen. Die Arbeiter- ellcrn find zu dieser Veranstaltung besonders eingeladen. Zur Deckung der Unkosten werden SO Ps. erhoben.— Moabit. RachmittagS 5 Uhr bei Schmidt, Sicleffstr. l7: UnterhallungZabend. * Verein Arbeiter-Jugend. Gruppe Süd-Lst(Eöpenicker-Viertel). Montaa, den s. Dezember, Jugendheim. ÄranzelstraR« 128. AuRerordent- liche Mitglied« Versammlung. Erscheinen aller Genossen und Genossinnen dringend nolwendiz._ Vorträge, vereine und versammlunaen. Republikanischer Führerbund, Bezirk VH. 6. Dez., 7'/, Uhr abdS., bei SttauR, Pavpetallee 25: Mitgliederversammlung. Vortrag: Neues vom BetriebSrätegesetz.— Reichsbuud der Kriegsbeichädtgten. Bezirk Osten ID. TienStag, 7. Dez., 7 Ubr: Mitgliedeiversammlung in der ViebbosSbörse, Eldenaer Str. 37.— Bezirk Nordel«. Montag, 6. Dez, 7«/, Uhr: BczirtSoersammlung im Patzenhoser, Ebausseestr. 61.— Bezirk Zentrum. Montag 6. Dez., 7fl, Uhr: Mitgliedero rsammlung im Lokal Eliiabethftr. 30. Borirag über Pazifismus.— Bezirk II O il e n. Montag, 6. Dez., 7 Uhr: Außerordeultiche Mttgliede: Versammlung m der Aula il der Handwerkerschule Andreasitr. 1/2. Rewral und Seisenverteilung. Mit- gliedstarten milbiingen— Ter Ruderveretu Vorwärts oera istalte« heute in der Braue, ei Könlgstadt, Schönhauser Allee, einen Kunstabend. Ter Leginn deS Kanzer WS ist aus 5 Ubr sestgesetzt. Nach dem Konzerp Tanz:— Gngtiich'amerlkanrsche Bortrogsretbe bei Enajnchen. Semi. nar«. Dorotbeenstzc. 6, Garlend. I. IDO�MlstMönd. Swinech vom„New Fort Hsald�, Od Labor Conditior,« la America.— Kreiretigtöie Gemeinde. Heute dorm. Il Ubr tm Bürgersaal de» Rat- dauseS, Könizstr. Bortrag deS Herrn P. Roaal: Religion und Bissenschast. Harmonium: AckaKio ss-äur(Beethoven). Nack« 4 Ubr: Jugendversamm- lung. Pavpetallee 15— 17. Bortrag des Herrn H. Zeller: Di« Stellung de» Freidenkers zum Ehristentu«. Gäste willkommen. Arbeit erschafiskr eisen hervorgegang«« frühere SchlosserlehAing führte sich da- mit für sein Debüt in einem Internationalen Meiner tournier glänzend ein. Dr. Tarrasch siegte tiherraichend schnell, m vierzehn Zügen, gege» Ä i e s e S. der die Eröffnung schlecht gespielt hatte. Der Wiener T a r t a- k o w I e r schlug seinen Landsmann S V i e l m a n n, während die Partiee» Breyer-Leonbardt und Maroczv-Bagoljubow(letzterer russi cher Meister spielt an Stelle von Alechin) in ziemlich gleicher Stellung abgebrochen wurden. Ein neuer Zentralvcreiu für Arbeitersport. Die Freien Turnerschasten von Schöneberg, Berlin(«nicht. Neukölln) und Turnsvoitoerein Norden haben sich vereinigt unter dem Namen Freie Turnerschaft Schöneberg- Berlin. Der Verein umsaßt 32 Tm nabteilungen für Männer. Frauen, Jugendliche und Kinder mit über 2000 Vereinsanqebörigen, icrner ein« Fußballabteilung. Für Spo'.t und Spiel stehen nenn Sportplätze, serner zwölf Gemeindeturnballen zur Verfügung. Der Verein gehört dem Arbeiter-Turn- und Sportbund an. Di« Arbeiterschaft Grosi-Be lins. inSbe'ondere die Jugend wird um tatkräftige Unterilützunq gebeten. Alle Anfragen find zu richten an M. Zeilinger, Schöneberg, Sedanjtr. 44. öriefkasten üer Keöaktion. D. 18.. In Ihrem Falle kann die Gewährung der Erwerbslosen- imterstützung abgelehnt werden.— W. M 5. L und 2. Unseres Erachturs ja. Gesetzliche Bestimmungen beileben darüber nicht. 3. Ja.— G. S. 23. Ja— M. M. 100. Am l. 4. 1930. Ein ftncifcc mit sämtlichen Vorzügen der Brille obne deren Röchle«!?«st der Lodmann-Kneifer I)?. Er sitzt ohne jeden lästigen Druck so fest und sicher wie eine gutpasiendc Brille und hat wie diele den Börnig der richtigen Zentrieinng, d. h. da» Auge wird nicht, wie oft be« Kneif«» alter Konstruktion» zum Schielen gezwungen, wird nicht überanstlengt, sondern geichout, wie durch eine gute Brille. Da die Ueberanslrengung des Auges nicht nur zu schneller Ermüdung, dauernden Kopischmerzen und anderen nervösen Erscheinungen führt, sondern au» die Teblraft noch weiter ichwächt, so tollte sich jedermann über den Lobmann- Kneifer informieren. Man verlange tosiennei Prospekt Rr. II von L o h m a n n- K n e i f e r- G. m. b. H., Berlin IVO. Potsdamer Str. 1342. 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Die Sensation deS TageS war der Sieg des jungen Berimer Meisters S ä m i s ch über den Ungarn Rott, der a.S einer der Hiuwtanwärier aus den ersten Preis allgemein galt. Der auS Ladiflk: tl.ro11Gimb.1r11 A-• G> Pharm. Abt., Ernrnericti a. Rh. Augengläser- Geschenke sind nützlich und willkommen. Umtansch nach dem Pest.— Anpassung kostenlos. LelpzUcr Str. IUI 102. Equitable�Jeb. Friedrichs tr.M/60, Ecke Leipziger Su Rosenthaler Sir.45, NOheHack. Markt Joactalmstbal. Str. 44, Bhf. Zool. Gart Beste wissenschaftliche ElnHchtanj; für Aufpenuaiersuchan�. Rodenstock Kl Warnung für alle Gläsertragende Wäsche, Seife und Zigarren bei Preise für Lebensmittel, Kleidung und viele andere Dinge des täglichen Bedarfs können, sollen und müssen abgeba'it werben, find sie doch meist auf das 10— 30 fache gegen Vorkriegszeit herausgesetzt. Augengläser dagegen sind nur ans das v— 7 fach« der gestiegen, und zwar just auüich.icsjiich infolge erhöhter Ar ettänvkoste«. 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  • 0 organisierten Kommunisten aus dem Saargebict und 600 aus Elsaß-Loth- ringen. Weber-Pfalz: Es wird hier viel z» viel geredet und nicht gehandelt. So gebt es nicht weiter. Denkt an d�e Arbeitslosen, die baben das Gerede längst über. Die Massen können sich nicht mehr versprechen, daß die Kommunisten wirklich zur Tat ! schreiten. Das sind hier nur Paradetaae.(Großer Lärm.) Wir müssen uns so einrichten, als ob wir schon morgen die Macht ergreifen können.(Zurufe.) Was zu tun ist. ist ganz ' einfach: In der Arbeiterbewegung ist heute nicht? anderes zu tun, als Taten zu tun. Das Wie wird sich aus der Aktion herausstellen. (Große Unrnhe und Unterbrechungen) Abg. Dr. Lcvi erklärt im Schlußwort, daß die von dem Ge- Nossen Weber geäußert- Stimmung sehr beachtenswert sei. Zur Abstimmung in Oberschlesben erklärte er. es sei Pflickt der Kommunisten, für Sowjetrnßland zn stimmen.(Stür- Mischer Beifall.)(II) Zum Elektrizitätsstreik in Berlin erklärte der Redner, daß ein Generalausstand in icncin Augenblick»nmög- lich war, da die Mehrheit der Arbeiter ilm ablehnte. Jede große Aktion muß getragen sein von der Tstmpathie und der geistigen und moralischen Untcrstütinng des Proletariat?. Zum Schlüsse der Sitzung wurde die Sompathieerklärung für Sowjetrußland und der Protest gegen Horthy-Ungarn angcnomment Auf dem Parteitaa sind vertreten 485 Delegierte, davon 349 aus der USPD. und 136 an? der KPD. ? StEJ«» Konsum-Genossenschaft Berlin u Llmgegenö e. G. m. b. H. 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Da wir ober selbst fubrzuren und uns rech zellig genlloend einze/eckb haben mit Rohmaierial für Äolo- und Doub s- iasjuiige».!o w rden wir unsere;e abgesetz e» Preise bestimmt vor Weihnachten nicht erhöhen, selbst wenn der Goldpreis noch höher sie gt. TroZ un e er herabg'setzien Preise gewä ren wir nach wie vor unsere Ruhnke-Garanlie au all« Eold-Doul lbiassunzen Über M. IG- sür 1 bis 4 Jahre jn vollem Unuange u d ersetzen jeden Vruch der Metallteile kostenlos in ditjec Zeit. Wir garantieren Zufriedenheit. Was dos heiht, wollen wir an zwei Beispielen, die sich an einem Tag« in gl-icher S unde zugetragen> abe», erklären. Ein Fräulein lomml und bitiet um Rüek-ahlung von M.ZL—. Ihre llerre Schwester habe an der Touillö-Brille ihrer Mutter, die bei uns vor 3 Wochen gelau twar beim Spielen beide Bügel abgebrcche» und sie halte neue bei uns e»i-tz.-n losien und der its be.jrhlt. Viochöem die lltiutler davon Kenntnis erhol en, sei dll sie ihre Tochter mit dem Garantieschein zu unsrnid erHast Sii. 31— bar ausbezahlt. Ein iun?er Mensch läht in einen orlhozenlrischen Kneüer unseres eigenen Fabrilais, den er vor 2V« Iahren b-i uns gekauft hatte, eine neue Feder ei.i setzen, weil er sie zerbrechen hatte, indem er dcraui getreten bat. Er iroqt erst nach dem Preise. M. IS.— wird ihm gesagi. Nun, da» ist billig, jagt er, be Optiker N. sollle ich M. 23— zahlen. Der Aerkäufer frag: Haben Sie Z ren Garantieschein bei sich? Ja, sagt der Jüngling, aber an dem Bruch bin ich allein Schuld. Macht nichts, ww garatieren! Ersoig: Wir liefern heule M. IS.— Er'atz, trotzdem wir vor 3 Jahren nur M. 12.— eingenommen haben. Ist solche Garantie wertlos? Für alle Reparaturen, die nicht unter die Garantie fallen erhalten Sie gegen Vorzeigen der Garantie-Karle noch 10% Rabatt extra gewährt— trotz uns rer billigen Preise Solche Garant« ist nur mögllch, weil wir einwandfreie„Oulitätsware" fabriz'eren und liefern. Wir wcllen und dürfen kein« minderwertige Ware liefern, fonir würde uns unsere eigene Garantie zu Grunde richten. Also, wenn Sie irgend den Spruch lesen: „Gind's die Augen, nichi m Zedem," so werden Sie ihn unwilltürlich ergänzen durch den Zusatz: „Gondsrn nur zu Optiker Nuhnke!" Wamm Vir billig verkaufen können? � Wir fabriz'eren selbst In Rathenow haben rar eine große Brillenglas- Schleiferei die hauptsächlich nur unsere Geschälte versorgt. In uns« er Zentrale sabrizieren wir Fassungen In erheblichem Umfange. Also bei uns kaufen Sie die meisten Brillen, Kne fer und Augenglwer direkt ab Fabrik. llnsere neue Garantie für Gläferbruch. Um aber un'erem großen Kundenkreise einen neuen Beweis> nserer Kulanz und Leistungs ühigiest z i geben, der mehr besagt, als v ele Worte wollen wir schon für oen Monat Dezember d.?s eine't-xtra-Gar ntie für Gläferbruch einfuhren, die wir uns ei entlich für den Monat April des nächste, Jahres vor ehait-n hatte. weil wir da tnser 2ö jähriges Beitchen feiem al- Zue.lennung un, Dank für da; uns von rielen lanajä..r gen uns treuen Ku wen b'wie cne Ler.rauen. durch das allein unser Unternehmen rus aller geringsten Anfängen sich in 25 Jahren zu dem allergrößten seiner Ait Europas vielleicht der ganzen Well kntw.ckeln konme. / fttr tltser tbr Sie Basuast! Im Werte von M. S.- bis M. 225— nach Ihrer Wahl! Bitte ausschneiden und aufheben! Ieder �orzejger dicses Inserates crhali bis zum iOezeml er 1920 leim Einkauf von Vrillen und Kneifern, die unier unsere Garantie fallen, eine Erira-Garantie auf Äruch von Gläsern. 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ISSa Ecke Leip�lge» Snaße eeipzigerS r.1lZ E«'Mauel.ett. Lint-Str. 1 ES» Poisdutn», En. N Schöllhau, er Allee LI an» LH,. Nordnno Friedrich»Slr l0S Eck» Zito«Mi. Zllv».iden-S tr. 164 Eck! Stunnfnttr. 3aoalijfn-5£r. 117 a. suninn S(it. C-Jaujjec-Stc. 72 nob« MüSerstr. O Irant.urt r Allee 14 nade Tieg Arieorich.S.raße 150 V�s Ecke Doroldeensnaße ess/ Belle-r.lliai.ce-�traße 4 «» nade Land or a/'l Oranlen-Slraß' 44 Milch«« \jlJ 3Iort5"««0 Orotrnnplag öpandLU:BretteStr.lS,n ssi. S°o ?leukölln: Lergflr. 4 Eck« Aiech««str. Ir.edenau: 2rheiN!-r.'ßc IS c«, nirchstioß« Schönebe.g: Haoplslraße 2t Ecke Ztt-zi«nstr. llil mersdsrf: Berliner. tr 1Z?»3Z«-b« wlmiblir. :- ifiÄäfe XA&h -k lliM res MMzskAlüeil! von Drrhard Hitdcbrond. Ein Industricordeilersrogromm aus der Grundlage der Selbsitzsiss, unk' der gttlichrn Erneuerung de« Ausgleichs von ZsidividLaliLMLS und Sozialismus. zur' Abwehr von Bolschewi»- mus und Btirgerkr-eg l Preis ZM.znzllglich Teue�ungs- Zuschlag des Eouinients. 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Dann wären aber nicht nur Kapitalisten geschädigt, son- dern Millionen kleiner Rentner, Arbeiter, vor allem aber das sozial« Versicherungsgebäude d«S 5leicheS und fast all: gemeinnü�igen JnstilUle, Stiftungen usw. ruiniert. So kommt es also darauf an, den Besitzern der staatlichen usw. Schuld- scheine andere Werte zu geben. Sind die da? Gewiß, z. B. AnteUe am deutschen Grund und Boden, der ja Rente bringt, Anteile an den gesamten übrigen Produktionsmitteln. Wenn allen Grunlbesietzrn und allen Unternehmern Zwangshypotheken angetragen werden, dann lönnen diese vom Reich gegen die von ihm ausgegebenen Schuldscheine ausgetauscht werden. Da» von Produktionsmitteln und de» Boden? sind Monopolisten. in dem Grade wie die Geldentwertung fortschreitet erhöben sie Mokhneimien 1920 rofsKs? HüsMldVp Kinder i werüonj 1 naj ' moro{ o tstiifch ihre Rente und gleichen die Geldentwertung aus, � was der Besitzer von Staatsschuldpapieren aber nicht kann. Deshalb muß die Kapitalrente eben gehörig angefaßt werden,'soweit sie au» dem Monopolkapital fließt. Wenn wir aus dem finanziellen GhaoS heraus wollen, dann muß eben einmal gründlich der grox,e Besitz angefaßt werhen. Die dauernde Sieuerpresserei i« zahNoien Formen führt zu keinem Erfolg. Es muß eine gründ- liche Operation vorgenommen werden. Das deutsche Volk wird dennoch leben und vorwärts kommen. '1ÄSVW furchtbare Gejammer, al» ob wir vor dem Untergang und Ende stehen, sollte doch bald aufhören, denn e» lähmt den Arbeitswillen, den Unternehmungsgeist und den Glauben an die Zukunft unseres B-sskeS. Gewiß sst dauernde Vermehrung der Schulden und der Papiergeldflut geradezu fürchterlich, aber Grund zu« Verzweifeln an der deutschen Zukunft ist das noch lange nicht. Di« Besitzer Unhaltbare Zustände auf dem Holzmartt. Die Arbe,t«- kämm er tllrdaSDeiitsMe Holzgewerbe. Sitz Be» Im, beschäftigte sicb u a. mit der Holziiage. Es wurde eiiiniüug fest- gestellt, daß durch die gegenwärtige Enlwick ung auf dem Holz« m.irkt, im wesentlichen bervolgerufen durch die u n v e r a n t w o r t- l i ch e n Preistreibereien bei den Ho zverkänie» ieitens der privaten und staatlichen For'ivel maliungen, verickäift duich die un- gerechtfertigt hoben PreiSauifchläge der Z w> i ch e n h ä n d l« r. die holzverarbeitenden� Industrien in ihrer Existenzmöglichkeit auf da» ichwerite bedrodi sind. Tie BoisiandSmiiglieder der Arbeirskammer wurden daher beauftragt, i», ReichSwirlichailirat die erioiderlichen Ichiilte einzuleiten, damit den unhaltbaren Anständen auf dem Hol, markt abgebolfen wird. Orient-leppiche DU hAbwama' für vorrJai�« Ytocn OCaa�fitT „XJSCKAK. ca.. 1*2 1LSQ.- fekoufnur Spacdauer 5tc3Z. IMMM Si-Diirsdi Teppichs Pers ernaudiibildungen mit Fraxise;ax2.s3 650.- cal�*Ä5Ö45,ca«5*4- i£9$ FeDtsppicha gefüttert und votiert, «.Vo ss da.-, 00.65�15 146r «.I00*h0024d.-«.160*500 67S- Divandacken. 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Stiefel, wenn sie preiswert sind, Machen froh Mann, Krau und Kind. da uns alle heut bedroht die oerwünschte Kohlennot, Machen Hausschuh', wollig wetch, Unsere Stimmung mollig gleich! Und wo kann man kn Berlin Till dies gut und schön beziehn? prägt dem Weihnachtsmann es ela: -JJI «- X FrldzugSteilnehmer de,«re»-Rtgt«. 4, we.che an kameradschaftl. Abende» iettnehmen wollen, werden um It»r«ss«»»»»obe »n einen der Unte-zeich. gebelen- Wiarttn B«i amaon, DerIWW., Auxadurger Str. l», «rchtme ller«az», 4. Po liz.- «dt, Wedding.««Un N.4. v. Wununert. Vi�e eldwebel. näaerdai, Potedam� 2»S0b Valter Prahl,«artoh-rst. Se'iiaenberger Str. 2, Meraader Seescwt, Lichten- derg,«ronprinzenslr 43. Mödsl ru diileulenil herebiresetittn Preisen gepon bar nna anfTellxahlnnB d. klein. Än-o. Abzahlung asimm. Hcnieiilmni. -neiseiiinni. Herreozimm n lOlltr A u swan. Elnselnr lNod« I t'ar Ii i ST1' Kstcheii Teppiche Beiser Lotlirinzee St1"- 07. Wo kauft man Möbel reell und billig ? 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Nach der.Roten Fahne" hat die Äomrnunistische Partei die erste Frage verneint, die zweit« jedoch mit Ja beantwortet, weil dieses Ja die einzige Voraussetzung dafür sei, daß in Sachsen eine Regierung aus sozialistischen Parteien gebildet werden könne. Die .Liste Fahne" fügt ihrer Mitteilung die Bemerkung hinzu, daß diese Wahl die K. P. D. keineswegs verpflichte, die sozialistische Regierung bedingungslos zu unterstützen. Diese Unterstützung würde nur insoweit erfolgen, als gewisse kommunistische Forderungen von der sozialistischen Regierung berückstchtigt werden. A lS solche Forderungen hat Herr Abg. Brandler im femmmristi- scheu„Kämpfer" zu Chemnitz die folgenden formuliert: Wenn die mehrheitssozialistisch- rechtSirnabhängig« Regierung im schärfsten Kampfe gegen das kapitalistische Unternehmertum sich einsetzen werden: für eine Amnestie aller politischen Vergehen und Verbrechen, für die ernsthafte Entwaffnung der Konterrevo- l u t i o n, der Orgesch und ariderer Selbstschutzorganisatione« des Bürgertums, für die Schaffung ernsthafter Selbstfchutzorganistio» nen des Proletariats, für die sofortige Enteignung, Wiedereröffnung und Weiterführung aller stillgelegten und verkürzt arbeitenden Be- triebe durch die Betriebsräte, für Versorgung der Arbeitenden mit billigen LebenSmit» teln auf Kosten der Besitzenden, für Beschlagnahme all« überschüssigen Wohnräume der Reichen zur Unterbringung der arbeitenden Bevölkerung, für die Wiedereinstellung der Arbeitslosen in die De. triebe durch Wiederaufnahme der stillgelegten und«ingeschränkten Berriebe, für die Verpflichtung der Gesamtunternehmerschaft. die A r» b e i t s l o s e n in voller Lohnhöhe zu unterstützen, so werden wir Kommunisten in der Durchführung dieser Maß- nahmen sie parlamentarisch und außerparlamentarisch unterstützen. Diese Brandlersche Formulierung ist von der K.P.D. akzeptiert worden. Sie scheint zunächst nur aufgestellt zu sein, damit die K.P.D. in jedem Augenblick in der Lage ist, wieder zurückzuhufen. Tie beiden sozialistischen Parteien werden zu dieser Antwort der K.P.D. Stellung zu nehmen haben. Wir zweifeln nicht daran, daß sie den Kommunisten Gelegenheit geben werden, die Ber- antworwng für das Scheitern einer sozialistischen Regierung in vollem Umfange auf sich zu nehmen. Zu Unrecht! Ländliche Sabotage der Waffenabliefernng. Der„Lokal-Anzeiger" führt in seiner Sonnobemd-MorgenruS- gab« bittere Beschwerde über dm Verhaftung eines Majors«tief aus Mahlow. KreiS Teltow. Er stellt die Verhaftung hin als un- gesetzlichen Akt infolge der„Orgeschhetze". Wie wir hierzu erfahren, ist die Landbevölkerung mit Hilfe deZ Majors S t i e f, des Rittergutsbesitzers N e u h a u S auf Selchow, Kreis Teltow, und des Rittmeisters a. D. Richter, Sohn deZ Rittergutsbesitzers Richter auf Gut Mahlow sehr reichlich mit Waffen versehen werden. Waffen, Maschinengewehre. Hand» granatcn, Jnfanteriegewehre, Leuchtpistolen und dazugehörige Munition sind im Kreise an den verschiedensten Orten auf die direkte Veranlassung des Majors Stieß NeuhauS und Richter versteckt worden. Major Siief veranläßt«, daß eine große Anzahl Fuhrwerk«, deren Begleiter zum Teil sich als Soldaten ver- kleiden muhten, mit Hilfe des Neuhaus und des Richter im Juni dieses Jahres nach Potsdam fuhren und dort von einem Haupt- mann Zirzow aus den überetatsmäßigen Beständen mit Waffen der ReiHswrhr beladen wurden. Dies«! Waffen wurden heimge- fahren und an den verschiedensten Stelle» des Kreise? versteckt. Major Stief und Neuhaus verstoßen auch dadurch fortgesetzt gegen die Bestimmungen deS EntwaifnungSgesetzes, daß sie der Bevölke- rung zureden, die Wasfe» nicht abzugeben, sondern zu verbergen. NeuhauS hat namentlich auf die wirtschaftlich von ihm abhängigen Personen in dieser Weise eingewirkt. ES ist daher unverständlich, daß ein Abgeordneter, wie Herr R ö f i ck e, sich dazu hergeben kann, in ein sckwebendeS Verfyhren einzugreifen und wegen der Perhaftung des Stief beim Entwaff- nungZkommissar vorstellig zu werden. • Die vorstehenden Zeilen gäben ein Bild ijher das Walten des Selbstschutzes und der Lrgesch in Brandenburg. Noch dreister tritt die Gesellschaft in Ostpreußen auf. Dort führt, wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, der Selbstschutzverband Königsberg- Stadt z. B. genau L fte über di« einzelnen Mitglieder in bezug auf militärischen Dienstgrad, Waffengattung und Felddienstfähigkeit. Dort stnd im August erhebliche Mengen Waffen und Munition b e- scklagnahmt worden, dort ist den Mitgliedern von der Leitung direkt die Weisung zugegangen, nicht so„töricht" zu sei», ihr« Waffen abzuliefern, dort heißen die Mitglieder, die durch Ver» Pflicht ungSscheine ihren Beitritt erklären, sehr bezeichnen» derweise„Schütze", dort gehört zu den vier Obliegenheiten dieser Schützen neben dem unbedingten Gehorsam die sorgfältige Aufbewahrung und Instandhaltung von Waffen. Munition und BuS» rüstung, die Teilnahme an den Waffennachrichten, an Schietz», Alarm- und anderen liebungen. Und dai alle», um die Verfassung zu schützen. Merkwürdigerweise aber entzieht man sich dabei der Kontrolle ber Behörden und schließt die Gewerkschaften von ber Teilnahme aus. Somit stellt dieser Selbstschutzverband Ostpreußens in seinem Gemisch von Spitzelarbeit, politisierenden Offizieren, deutschnationalen Studenten und sonstigen Gegenrevolutionäreu das prachtvolle Gegenstück zur oberbayerischen. Ein» wohnerwehr des Herrn Kohr dar. Meörwer hängen! Wir«hatten folgende Zuschrift:.- Bon verschiedenen Seiten wird mir die sogenannte deutsch. völkische Wochenschrift„Deutsche Arbeit" zugeschickt, deren Nr. 20 vom 28.„Nebelung" einen Leitartikel„Halloh, Herr Hae» nisch!" enthält. Die Parteigenossen vi« mir den Artikel zusenden, fordern mich auf, gegen das Blatt Klage zu erheben. Ich werde in dem Artikel als ein Agent der„Alliance Jsraäl.te universelle" hin» gestellt, als ein Werkzeug d«„jüdischen Hochverrätersippschaft", alz ein„KultuS-Ersatzminister", als ein„Jämmerling", als der„«» b ärmlichst« aller Judenknechte im Ministersessel" und was dergleiSen angenehme Kosewort« mehr sind. Ich sei, st> heißt es in dem Ar» tikel.„erbärmlich dumm", ich sei eine„gehorsame Marionette der � Juden jchaft" und mix gebühr« mit die Anrede„Ew. Impotenz". Ter Artikel, d« von einem Herrn Johann Bauduin verfaßt ist, schließt mit dem schönen Reim: „Nur dieS eine sage ich: Konrad, pfui, entferne Dich!" De« Wunsche der Parteigenossen, diesem Herrn Bauduin und der Redaktion de» Blattes die Ehr.e ciner Klage avzutun, möchte ich nitch entsprechen. Mein Ministerkollege Genosse. S e v e■> ring und ich müssen uns nächstens den Unbeguemlichkeiten einer Reise nach Essen unterziehen, um dort als Nebenkläger an Gerichts- stelle in dem Prozeß gegen ein deutschnationales Hetzblatt den Nach. weis zu führen, daß wir weder einzelne Waggons noch ganz« Eisenbahnzüge mit Zucker, Schokolgde und ähnlichen schönen Dingen zu verschieben pflegen. Nun auch noch nach Rastenburg in Ostpreußen zu fahren kdort erscheint die„Deutsche Arbeit"), um zu beweisen, daß ich nicht von der .Allian« Jsraelite universelle" ausgehalten werde, kann mir wirk. lich niemand zumuten. ES gibt Wichtigeres zu tun. Ich begnüge müh deshalb damit, das blödsinnige Elaborat des Wattes hiermit niedriger zu hängen und teile der Welt nur noch mit, daß es in seinem mii zwei Hakenkreuzen geschmückten Kopf be. hauptet.„Für deutsche Einheit, deutsche Würde und deutsche Ehre" einzutreten. Genau so habe ich mir deutsche Würde und deutsche Ehre sowie das Eintreten für deutsche Einheit immer vorgestellt! Konrad Haenisch. Poftbeamten-Resiftenz« AuS Beamtenkrelsen wird unS geschrieben: Die passive Resistenz unter den Postbeamten greift immer mehr um sich. Von Südwestdeutschland ausgehend ist die Bewegung auf Essen, Düsseldorf, Hamburg, FlenS- bürg, Kiel und ander« größere Orte übergesprungen. Die Postbeamten in Süd Westdeutschland verlangen außer den bekannten Forderungen, Erhöhung der Teuerungszulage, eine Grenz- zulag« und eine Entschuldungsbeihilfe. DaS Reichs» postministe ri um hat ein besonderes Mittel angewandt, um feine Beamten zu beruhigen. Es hat an alle Dienststellen ein Telegramm gerichtet, in welchen! es heißt:„Gegen Beamten, die streiken od« ihr« Unlust zum Dienst kundgeben, wird das Disziplinarverfahren mit dem Ziel auf Dienstentlassung eröffnet. HilfSkäfte, die sich dies« Bewegung anschließen, werden fristlos entlassen." Damit wird man die Hungrigen nicht sättigen. Tie Erhöhung der Kinderzulage. Zu der Regierungsvorlage wegen Erhöhung der Kinderzuschläge für die Beamten, üb« die wir schon berichteten, halten die Regierungsparteien eine» TbänderungSantrag einge- bracht. Hiernach sollen die Teuer ungSzulagen zu den Kindcrzu- fchlägen in der Ortsklasse A auf 150 Proz.. in B auf 126 Proz., in C auf 100 Proz., in D und E auf nur 70 Proz. erhöht werden; d. h. die Beanrten erhalten für jedes Kind je nach seinem. Alt« monatlich 40 biS 60 30 bis 45. 20 bis 30, 10 biS 15 M. mehr. Außerdem wird vorgesehen, den Diätaren den vollen Ortszu- schlag zu zahlen anstatt wie bisher nur 80 Proz., und zwar sind oiese Erhöhungen rückwirkend bis 1 Oktober gedacht. Der Reichs- finanzminister erklärte hierzu in der gestrigen Sitzung deZ HauptauSschusseZ des R«ich§»agS. daß die Reichsregierung nur sehr schweren H«z«nK diesem Vorschlag zustimme. ES sei aber da» äußerste, was sich ertragen lasse. Von den bürgerlichen Par- teien wurde bedauert, daß zurzeit, mehr nicht«reichbar sei. Ein Antrag d«Deutschnationa'>-n, die Kinderzulagen etwas niedriger zu halten, dafür aber den TeuerungSzuschlag zum Grund- gehalt und OrtSzuschlog allgemein von 50 auf 60 Proz. zu er. höhen, wurde zurückgezogen, nachdem d« ReichSfinan, minister sein Unannehmbar gesprochen batte. Der Abg. Morath(D. Bg.) suchte di« Annahme des Antrags der Regi«ungSparteien dadurch zu er» zwingen, daß er die Verantwortung für eine Verschleppung der Vorlag« und ihre Folgen denen zuschieben wollt«, die es wagen wür. den, weitergehende Anträge zu stellen. Mit Recht wurde dies« Aus. fassung entgegengehalten, daß sich die Regierung wirklich reichlich Zeit gelassen Hab:, ehe sie die Vorlage einbrachte. ES sti erforder- lich, daß die Fraktionen zu dieser schwerwiegenden Frage Stellung nehmen. Sin« Verzögeruna in der Erledigung sei deshalb nicht not» wendig. Nachdrücklichst wiesen Vertreter der SPD. daraus hin, daß die Vorlage keinesfalls genüge. Genosse Hock erklärte, daß die S.P.D. sich vorbehalte, im Plenum nachdem die Fraktion gesprochen lobe, weitergehende Anträge einzubringen zum mindesten müssen die Bezüge der unteren Besoldungsgruppen erhöht werden, auch fei der allgemein gleiche prozentuale TeuerungSzuslbkaa eine schreiende Ungerech- t i g k e i t. Sollten die Deutschnationaleu«ruf ihrem Antrag be- sieben, so würde di« S.P.D. ihr« Anträge sofort einbringen und nicht mehr bis zum Plenum warten. Ein« Anregung, die S t a f- felung der Zuschläge nicht nach der alren. länast überholten, son- dern b's zur Fertigstellung der neuen Einteilung der Orte nach den bis Ende März d. I vorbanden gewesenen Teuerungsklassen vorzunehmen, um io wenigstens die gröbsten Ungerechtigkeiten zu vermeiden, fand keine Zustimmung. Nachdem der ReickSfinanz- minister noch erklärt batte. die Erböhung der Kinderznschkäge auto- mastsch auch für die Pensionäre und Hinterbliebenen in Kraft treten zu lassen, wurde die Regierungsvorlage mit dem Abänderungsvorschlag der Regierungsparteien'm Hauptausschuß zunächst angenommen, so daß mit der Zahlung der sich aus diesen Beschlüssen«gebenden Msürbezüge sofort begonnen werden kann. Der Antrag der l�S.P.. sämtlichen Beamten einen einheitlichen Teuer unpSzuschlag von 10 000 M zu» zubilligen, wurde abgelehnt. S'ine Annahme bätte dem Reich jährlich 6 Milliarden und.«ruf Länder und Gemeinden auSgedebni, 12 Milliarden gekostet. Tie S-P.-D.- Fraktion wird zu der ganzen kerage am Montag- abend Stellung nehmen und sich darüber schlüssig werden, welch« Anträge si« im Plenum einbringen wird. die tvabrbeit auf dem Marstbe! Barnchs Enthüllungen über den Wortbruch von Versailles. Das von uns bereits erwähnte Buch des amerikanischen Fiinanzdelegierten B a r u ch:„Die Entstehung der Wirtschaft- lichen und Wiederaufbau-Bedinflungen des Friedensvertrag: s" wird in einem Leitartikel des großen linksliberalen «ngkischen Blattes„Manchester Guardian" vom 2. Dezember ausführlich erörtert.?kn dieser Besprechung heißt es u. a.: „Baruch ist der Ansicht, daß die Lage im Winter 19l8tlö ver» zweifelt war und daß damals die Vernunft gegen die Leidenschaftnicht standhalten konnte. Präsident Wilson hatte die Grundlagen ein«? Friedens aufgestellt, den er als gerergvn bezeichneten Entschaii» gyngen." Der„Manchester Guardian" bedauert lodann. daß Wilson damals nicht die Flucht in die Oeffentlichkeit ergriffen habe in der Form eines an die Völkep gerichteten Aufrufes und schließt mit den Worten: „W'eviel Elend wäre vielleicht dann der erspart geblieben!" Wir meldeten gesttzrn. daß der Engländer Keyness in einem Brief an den Amsterdamer„Telegraaf" die Version Baruchs voll bestätigt, ebenso dessen Gesamturteil, dag Deutschland das Ovfe r eines Woptbruches qe- lpesen sei. AIS die Deutsche Friedensdelegation in iüper ersten Note an den Oberstön Rat dieselbe Anklage erhob, b-itt« GHemen ceau die(Stirn, im Namen dieser glorreichen Körperschaft, der auch Wilson anochörte. zu bestreiten, daß irgendeine Abweichung von den 14 Punkten vorqcnommen sei! Ab er die Wahrheit ist auf dem Marsche, und nichts wird sie aushalten können:nicht einmal F o ch, nicht einmal die französische.Kammer des„Nationasen Blocks". dieses■ letzte WiderstandSzentrum gegen die Rrvision des wortbrüchigen Unrechts von Versailles! Protest gegen die �orthp-Iustiz. Stockholm, 4. Dezember.(Eigen« Drahtbericht deS Vorwärts.) Der Vorstand der schwedischen sozialemokrati. scheu Partei hat folgende Resolutton beschlossen: Obwohl wir keine Solidarität mit den bolschewisti» schen Prinzipien der ungarischen Räteregierung fühlen oder kundgeben wollen, find«« wir die Behandlung der ehemalige» BolkSkommissäre, die wessen ihres rein politischen Ber- Haltens als gemeine Verbrecher verfolgt werden, tief empörend und sprechen im Namen der schwedischen sozio ldemo» kratlschen Arbeiterschaft unseren scharfen Protest d-megen auS. Die schwedische sozialdemokratische Arbeitttschaft sieht in dem von dem offiziellen Vertreter d« ungarischen Staatsverwaltung ver» langten Todesurteil«inen geplanten Justizmord, dessen Boll» streckung sowohl vor dem Urteil der Geschichte wie auch vor der zivilisierten Menschheit ohne Rücksicht auf politisch« MeinungZver» schiedenheiten verdammt werden wird. ftastandsründstbau. Das Völkerbu ndfekretariat teilt mit, daß die internationalen Truppen in Wilna nur P o l i z e i a u f a a b e n zu erfüllen haben. Falls die Abstimmung infolge von Kpnfltkien zwuchen der Kommis» fum und der polnischen> oder litauischen Regierung oder einer and«en Behörde unmöglich gewacht wird od« im Abstim» mungSgebiet bewaffnet« Konflikte ausbrechen, ist es Sache her Kommission, dem Rat« den Abtransport dar Trupepn vpr- zuschlagen. In dringenden Fallen darf sie seihst die notwendigen Maßnahmen«greifen.— Das heißt, d« VöLlerbpnd verzichtet darauf, seinen Willen durchzusetzen. Der Sonderberichterstcr't« d«r Ag-nce Hava» meldet. Eng» land. Frankreich und I t a l i e n hätten einen Protest nach Athen gerichtet, weil gegen das Verbot Frankreichs und Eng. lands von der griechischen Regierung ein« Anleihe von 200 Millionen Drachmen ausgelegt worden sei.„Matin" schreibt. dieser Protest sei in einem gebieterischen Ton gehapen. � Der Generalstrei? m Spanten nimmt allmählich schärfere Forme» an. In Sevilla h« gestern ein B p m b e n» atjentat stattgefunden, de? dem vre! Personen venvundot wur» den. In Madrid beschloß das syndikalistisch« Komitee den Generalstreik zu erklären. Sämtli«he Arbeiterorganisationen sollen aufgefordert werden, an einem festgesetzten Tage den all- gemeinen Generalstreik gleichzeitig zu erklären. Durch ein« neue bei der Luftfahrr-FrredenStommission ein- gegangen« Not« werden, wie TU mitteilt Flüge per deutsche» Luftreederei und der Firma Sablatnig nach Essen mit d« Be- gründung verboten, daß Essen innerhalb dsr im Friedensvertrag vorgefhenen VO�Kilometer-Zone liegt. Di« von Rossgg« gegründete Zeitschrist„Heimgarten" ist soeben als Sonderheft unter dem Titel.Heim ins Reich!" er- schienen. Die Sondernummer enthält, wie Dena meldet, zahl« reich« Beiträge und Aussprüche führender deutscher Persönlich- ketten zur Lnschlußftage, darunter auch folgenden Ausspruch deS Reichspräsidenten Ebert:„Geoanken und Beitrebungen. di« aus großen Kreisen herausgewachsen sind,'.ragen die Gewißheit ibrer Erfüllung in sich, wenn sie voti den Besten der Ration gepflegt und v«treten werden. Do wird auch der A n s ch l u tz g e d a n k e, der in allen Schichten deutscher Stämme tief Wurzeln geschlagen hat. Verwirklichung finden— Niemandem zu Leide, dem Deutschtum zur Freude." Vertagung deS Prinz-Prozesses? Dem Vernehmen nach ist einer der beisitzenden Richter im Prinz-Prozeß an Lungenentzün- dung erkrankt, so daß es nicht ausgeschlossen erscheint, daß d« ganze Prozeß der Vertagung anheimfallen mutz. Die wilden Streik« in Oderichlefien. B e u t b e n. 4. Dezember. Von amililber Seite wird miigeteilit Der Teilausstand der Eisenbahner im oherschlelischen Jndustriebezirk ist>». sam in«»gebrochen.$ie Arbeit wird überall wieder ans« aenommen. Die Regelung der Forderung auf eine einmalige WirtichafiSbeihilfe schwebt noch. Der deutsche Botschafter m Rom v. Berenberg.Goßlrr war Freitag und Donnabend in Berlin anwesend, um mit de« Reick>Sminister de» Auswärtigen und den beteiligten Rekerenken des Auswärtigen Amts einige schwebende Fragen zu be- spreche». GewerMafisbewegung Ter Elektrizitätsstreik vor dem Schlichtungsausschust. Vor dem Schlichlung§au§schuh wurde Sonnabend miitag eine Klage deS Magistrats Berlin gegen den Arbeiterrat deS ElellrizitSts- Werkes vcrbanöelt. Der Magistrat beantragre in feiner Klage, die von ihn, am 10. November ausgesprochenen Kündigungen von S3 Elektrizitätsarbeitern für gerechiserttgt zu er- klären, während der Vertreter der Elektrizilätsarbeiter. Sylt, die Abweisung der Klage beantragte. Die Entlastungen waren seiner- zeit auf Grund des bekannten Ultimatums erfolgt, das der Ma- gistrat am 10. November erlösten hatte und in dem die Arbeiter der Städtischen Elektrizitätswerke anigefordert wurden, spätestens am 11. November, nachmittags 2 Uhr, bei Strafe der fristlosen Entlassung die Arbeit wiederaufzunehmen. Äntzerdcm halte der Magistrat angeordnet, dast alle diejenigen Arbeiter, denen Sabotage nawgewiesen worden sei, ebenfalls ohne Kündigung entlasten werden sollten. Auf Grund dieser Bestimmungen halte die Direktion des Elektrizitätswerkes am IS. November 33 Arbeitern gekündigt. In der gestrigen Verhandlung stellte sich Sylt auf den Stand- ' Punkt, datz das Borgehen der Direktion des Elektrizitätswerks gegen die Bestimmungen über das Milbestimmüngsrecht und gegen das Belrieberäiegeietz verstießen. Demgegenüber wies der Vertreter deS Magistrats darauf hin. daß der Arbeiterrat von den Entlastungen benachrichtigt sei, daß er am 23. November Widerspruch erhoben habe, und daß am 24. November der Arbeiterral von der Direktion des Elekrizitälsioerks für den 25. November zu einer Besprechung über die Angelegenheit eingeladen worden sei. Zu dieser Besprechung seien auch die Arbeiterräle erschienen, sie hätten aber sachliche Ber« Handlungen abgelehnt, da nach ihrer Auifassung nur der Obmann des Arveiterrats eine Sitzung einberufen könne. Damit hätte der Arbeiierrat selbst weitere Verhandlungen nötig gemacht und den Magistrat gezwungen, den SchlichtungSausschuß anzurufen. Nach sehr langer Beratung entschied der SchlichtungSauSsÄuß dahin, daß das Borgeben der Direktion des Elektrizitätswerkes nicht gegen die Formaliiäten und die Bestimmungen über das Mllbestimmungsrecht verstoßen habe. Damit wird anerkannt, daß die Entlastungen anläßlich deS Elektrizitälsstreikes dem Grunde nach berechtigt sind. In einer weiteren Verhaudluiig wird nun über jeden einzelnen Fall verhandelt und festgestellt werden, ob die einzelnen Entlastungen zu Recht oder zu Unrecht erfolgt sind. Ein Reinfall der Moskowiter Buchdrucker. Eine großangelegte Agitation halten die sogenannten oppo- sitionellen Buchdrucker für die am Freitag nach der Bockbrauerei einberu'ene Versammlung entfaltet. Die.größten Kanonen" innerhalb der kommunistischen Opposition wurden vorgeführt. E» waren als Reierenten anwesend die Herren Böttcher«Stuttgart), Giebeler lDreödeni und Löffle r sBerlin). Trotz der großen Ankündigungen in.Rote Fahne" und„Internationale" hatten sich jedoch kaum bund-««t Personen eingefunden. Der Referent Böttcher wandle sich in scharfen Worten, nicht etwa gegen die Unternehmer, sondern gegen die leitenden Personen, die er als Kapt- talisten bezeichnete. Uebcrhoupt zog er gegen die„Bonzen" und die da„oben" sitzen, mächtig los und empfahl Ablehnung des Tarifs. Der zweite Redner Gl ebeler bedaueile, vor solch einer schwach besuchten Versammlung sprechen zu sollen, so etwas habe er noch nie erlebt, daß von l3l)CH) organisierten Buchdruckern kaum 60—70 anwesend sind. sJedenfallS haben es die Buchdrucker endlich satt, fortwährend die abgedroschenen Phrasen zu höreul. Auch der dritte Referent. Herr Löftler, wandte sich gegen die.Bonzen" und deien Anbänger. Der unvermeidliche Karl W. Schmidt feuerte schließlich noch die„Massen" an, Agitaiion zu treiben, damit die nächsten Bezirksversammlungen Abrechnung hallen über die Tarif- freunde. Ob's nutzen wird? Achtung, Buchdrucker! Am Montag abend 7 Uhr, finden in 10 Bezirken unsere Ver- sammlungen statt. In diesen letzten Versammlungen des Jahres werden die wichtigsten Beschlüste gefaßt, deshalb ist es Pflicht aller Kollegen, die auf dem Boden praktischer Gewerkschaftsarbeit stehen, zahlreich zu erscheinen. I. A.: Blumenthal. Herrmann. Eine sonderbare„Gcwerkschaftsgründung". UnS wird gcichreben: Während die Großorganisationen der Postbeamtenschafl die Verhandlungen zur Gründung einer EinheitS- gewerkichaft eingeleitet haben, kündigt sich in einem Teil der TageSpreste eine.Gewerkschaft deutscher Post- und Telegravhen- beamleu" als Neugründung an. Es muß aber ausdrücklich fest- öetriebsräte, Setnebsobleute und veetrauensleute öes Transportarbeiter-Verbanües. Die auf dem Boden der S.P.D. stehenden Funktionäre nehmen in der Dienstag, 7. Dezember, abends 7 Uhr, in den Musikersälen stattfindenden Konserenz zu folgender Tagesordnung Stellung: „Unsere Maßnahmen gegen die Arbeit der Organisationszersplitterer." Funltionärausweis sowie Partei- und Gewerkschaftsbuch legi- timieren. Bezirksverband Berlin der S.P.D., In den Zelten 23. gestellt werden, daß eS sich bei dieier Neugeburt lediglich um einen kleinen Teil mittlerer Postbeamten— und zwar der Militär- anwärter— handelt, die auch nur zu einem Teil sich in der Neu- griindung zusammengefunden haben, während die gesamte Berufs- Postbeamtenschafl oller Grade dieser„Gewerkschaft" völlig fernsteht. Urheber und Führer dieser Absplitterungsbewegung— von einer Spaltung ist gar keine Rede— ist der Postiekreiär Albin Langula aus Neukölln, der während dK Kapp-PulscheS einen traurigen Ruhm unter feinen Kollegen durch seinen Kapp-Elfer er- langte._ Kutscherstreik. Die bei der Firma Fritz I ä n i ck e, Bosiestr. 2, beschäftigten Kutscher sind wegen Anerkennung des Tarifvertrages für daS Last- fuhrgewerbe am Sonnabend früh in den Streik getreten, da die Firma statt 215 M. nur 220 M. Lohn pro Woche und für Ueber- stunden statt 6 M. nur 3.50 M. zahlte. Die benannte Firma leistet iür die Kn orrbremse, Lichten- berg. Neue Babnhofstraße, und P i n t s ch, Andreasstraße, An- und Abfuhren. Es tritt, wie bei allen Streiks, die Erscheinung aus. daß die Kutscher Solidarität üben, wählend kleine Fuhrwerksbesiyer und deren Söhne sogenannte..Rausreitzerdienste" leisten. Es sind dies der Fubrwerlsbesitzer Wilhelm P a e tz o l d, Cöpenicker Str. 45, Erich S t ö b r, C, Stralauer Allee 21, und Hans Bräsicke, Goßlerstr. 17. Wir appellieren an die organisierte Arbeiterschaft, in diesem Kampf Solidaiitäl zu üben. Deutscher Transportorbeiter-Verband. Branche: Schwer- und Leichtfuhrwerkslutscher. Achtung» Transportarbeiter! Heute, Sonntag, von 10— 2 Uhr finiwt die Urabstimmung über die Beitragserhöhung statt. Es steht jedem Mitglied frei, in einem der im MitteilungSblalte veröffentlichten Lokale seine Stimme abzugeben. Als Legitimation dient das Mitgliedsbuch. Wir erwarten, daß uniere Mitglieder wegen der Wichtigkeit zahlreich an der Abstimmung reilnehmen. Die Bezirksletlung. Zur ReichSkonfercnz der Straßenbahner sandte uns der Deutsche Tronsportarbellerverband die in unterer DonnerStog-Äbendausgabe veröffentlichte Berichtigung. Da«,u teilt uns derHauptvorstand des BerbandeS der Gemeinde- und Staats- a r b e i t e r mit: „Die Behauptung des Deutschen TranSportarbeitervcrbandeS, daß die Vertreter des GemeindearbeiterverbandeS bei den Ver- Handlungen in Weimar sich von.krassem unsozialistischem sEgoiSmuS� haben leiten lasten, ist ganz entschiede« zu« rückzuweisen, soweit in diesem Wortgebilde überhaupt ein I Sinn steckt. Tatsächlich wurde von den Vertretern des Gemeinde- arbeiterverbandes verlangt, daß die Straßenbahner niÄt schlechter gestellt werden dürfen als die anderen Gemeind- arbeiter, welche dem ReichSmanleliarif unseres Verbandes sowie den örtlichen Tarifabmachungen unlerstehen. Hier- bei befanden sich die drei Arbeitnehmerorgantsalionen ialso auch die Transportarbeiter) auf gleicher Basis gegenüber den Vertretern der Sladtgemeinden, die eine solche Verichiechterung in ihrem Tarifentwurf vorgesehen hatten. Gerade aus die'em Grunde find ja auch die Taritverbandlungen zuerst abgebrochen worden. Die Darstellung der Breslauer Vorgänge ist eben- falls unrichtig. Wir verzichten aber an dieser Stelle auf eine Klarstelluna, da sich diese Vorgänge im April 1919 abspielten und seinerzeit in unserer„Gewerkichast"(Rr. 21, 1919) eingehend be- richtet worden sind." Wir geben diese Berichtigung kund zwar ebenio kommen» tarlos wie die deS Deutschen TranSportarbeiter-Verbandes) wie» der in der Hoffnung, daß die beiden Gewerkichaften in Bälve zu einer im Interesse der gesamten Arbeiterschaft liegenden Eini- g n n g gelangen. Berband der Brauerei- und Mübleuarbeitcr. Montag, den 6. Dezember, abends 6 Uhr, in Büttners Feitsälen, Schwedter Str. 38. Ber- Inmmlung der Betriebsräte und Vertrauensleute aller in den Brauereien in Frage kommenden Organisationen. Deutscher Bauarbeiterverband. Montag, den 6. Dezember, abends 6'/, Uhr. Dresdener Str. 96, Funlbonäroeriammlung für alle(Seneral« versammlungs- und Baudclegierten. Alle Delegierten müssen vertreten sei» Die Bczirksoereinsleituiig. Buchbinderverband. Montag 4'/, Ubr im großen Saale des Ve- werkschastSdauseS Generalversammlung.'Zutritt haben nur die gewählten Delegierten. Die Ortsverwallung. Holzarbeiter. DlenStaa. 7. Dez.. abends S Uhr, im GewerkschaftS- haus(Saal 4). Engcluser 14/15: Ordentliche Generaloersammlimg. Dele- gierte, die die Karten noch nicht zugestellt erhalten haben, müssen sich an der Kontrolle beim Listensühier melden.— Montag 5 Ubr bei Kraatz, Adalbertstr. Li: Allgemeine Versammlung aller in Goldleislen- und Rabmensabrilen beschäftigten Grundierer, Beleger. Belegerinncn. Kiiten- und Bildcrpacker sowie Hilfsarbeiter und Arbeitsburlchen.— Knopf» arbeiter! Donnerstag. 9. Dez., 5 Uhr, bei Marcinkowski, Michaelkirch- straße 24: Vertrauensmännerversammlung. S.P.D.--Holzarbeiter«Nordosten). Donnerstag, 9. Dez., 4'/. Uhr: Versammlung in den FortunalSlen, Slrausberger Str. 3. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Dienstag 5 Uhr in der.Königsbant", Gr. Franksurterltr. 117, Versammlung aller Betriebs- röte. Mitgliedsbuch und Karte legitimiert. Zentralverband der Angestellten. Krankenkaffen. Mitglieder- Versammlung 6. Dezember, nachmittags 4 Uhr, Prachtsäle Alt-Bcrltn, Blumen- straße 10.— äKaushaus des Westens und der übrigen Kauf- und Waren- Häuser TharlottenburgS. Oeffentliche"Bersammiung 6. Dezember, abends 7Y, Uhr. BolkshauS Tharlottenburg, Rosinenitr. 4.— KommilnonS- und Agenturgeichäfle. Oesfentliche Versammlung 6. Dezember, abends 7 Uhr, Schultheiß, Neue Jakobsir 24/35.— A. E.G.-Konzern. Mitgliederversammlung 6. Dezember, abends 7 Uhr, Musikersäle, Kaiser-Wilbelm-SIr. 31.— Zigo- rcttenindustrie. Mitgliederversammlung 6. Dezember, abends VI, Uhr, Mulitersäle, Kalscr-Wilhclm-Slr. 31.— Iuqendgruppe, Abteilung Moabit. AbteilungSversammlung 1. Dezember, abends 7 Uhr, Restaurant Schmidt, Wielesilr. 21. Verband der Gnstwirtsgelitlfe». Sektion I(Hotel-«nd Wein- kellner) und Bund der Hotel-, Restaurant- und Cafs-Angeilellten. Dienstag. den 7. Dezember, nachm. 44 j, Uhr, im Aschinger, Friedrichstr. 97. I.— Sektion II kReüaurant'ellner). TicnStag, den 7. Dezember, vorm.>0 Ubr, im Cajo Colofseum, Bcuth- und Konimandantenstragen-Ecke.— Sektion III (Cosö-Kellneri� Dienstag, den 7. Dezember, vormittags 10 Uhr. im Eajs Stern, Friedrichstr. 118/119, VerlrauenSmänneroersamtnlung. Freitag, den 10. Dezember, vormillagS 10 Ubr. im Cass Stern, Friedrichäraije 118/119, MitgUederversammtung.— Sektion IV(Köchei und Verband der Köche. Miliwoch. den 8. Dezember, nachm. 4 Uhr, in Haverlands Feitsälen,?keue Friedrichstr. 35.— Sektion V stzateldiener. Zimmeiinädcheu). DicnStag, den 7. Dezember, abcnöS 8 Ubr. im Cass Stern, FneSrichitr. 118/119.— Sektion VI und VII(mäniil. Hilssveisonal und weibl. Angestellte). Mittwoch. den 8. Dez.. nachts 13 Ubr, im CatS Stern, Friedrichstr. 118/llg.— Sektion VllI(Lehrlinge und jugendliche Angestellte). Montag, den S. Dez. nachm. 4 Ubr. Ziegelitr. 2, I. Beraniw. kür den rednkt. Teil: Dr. Werner Peiier, Charlottenburg: kür Anzeigen: TIl. Glocke. Berlin. Verlag. VorwörlS-Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck! 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