Nr. 248. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für bie fünfgespaltene Petitzette oder beren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Bersaninilungs- Anzeigen 20 Pfg. Snferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 1hr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin, Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 24. Oktober 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Viel vergessen und nichts gelernt. feit fortgetrieben werden kann. Obgleich das Anarchistens gesetz, wie schon sein Name besagt, blos gegen die Anarchisten gegeben würde, wandte man es bald auch gegen alle Feinde Crispi's, vor allem natürlich gegen die Sozialdemokraten an, man verbot ihre Kongresse, man verfolgte ihre Presse noch mehr wie früher, man vers schickte unsere Genossen auf grund des Anarchistena gefeges in die Zwangsdomizile. Diese Brutalitäten waren aber blos die Vorbereitung eines viel schwereren Schlages, den der alte Revolutionär Crispi gegen die einzige freiheitliche Partei Italiens plante. Gestern meldeten wir schon unter den Depeschen aus [ auf, verbietet Versammlungen, er giebt Ausnahmegeseze. I treuen bösartig verwickelt waren, vergessen, und Er hat auch die Kerker, gegen die er gezetert hat, die Gegner der Crispinischen Politit, nicht die trot nicht schleifen lassen, er bevölkert sie mit den ihres großen Mundes in Italien recht ungefährlichen AnEdelsten und Besten, die für das arme unterdrückte archisten, sondern die Sozialdemokraten und die ehrlichen Crispi ist zum Mann gereift in den Zeiten der tiefften italienische Volk eintreten, ja übertrumpft noch Radikalen sollten getroffen, sollten mundtodt gemacht werUnterdrüdung Italiens, er stand bis zu seinem 40. Jahre die neapolitanischen Ferdinande, die ihre politischen den, damit die Crispinische Schandwirthschaft in alle Ewigin der ersten Reihe derer, welche ihre beste Kraft daran Gegner wenigstens in der Heimath einsperrten, während ihr fetten, das Vaterland von der Fremdherrschaft der Defter- alter Gegner Crispi die trockene Guillotine, ein Fieberland reicher, von dem Drucke der kirchlichen Regierung des in der Nähe des Aequators zu ihrer ungaftlichen Aufnahme Papstes, von den Despotenlaunen der kleinen Fürsten von in Bereitschaft stellt. Und die Gerichte sind unter ihm noch Zostana, Modena, Neapel u. s. 1. zu befreien. Als weniger unabhängig, wie im Kirchenstaate und in den von heißblütiger Jüngling und als gereifter Mann galt er den Desterreichern früher beherrschten Provinzen Italiens. als einer der tüchtigsten und energischsten Anhänger der So hat Crispi also alles vergessen, was er in der Mazzini und Garibaldi. Der Sohn der blutgedüngten Erde Jugend versprochen hat, er hat sich würdig erwiesen, JustizSiziliens fand uicht Worte, die seiner Meinung stark genug und Polizeiminister des verschollenen Königreichs beider gewesen wären, das niederträchtige Polizeisystem, die Wirth- Sizilien gewesen zu sein. schaft der Spione, die Wahnsinnsatte der Reaktion, die Crispi, dieses Muster des unsere Zeit charakterisirenden Gräuel bei der Behandlung der politischen Gefangenen, die Renegatenthums, hat alles vergessen, was er versprochen servile Niedertracht der Gericht, die Unfreiheit der Presse, hat, er hat aber auch nichts gelernt. Er hat nicht gelernt, Rom das folgende: zu geißeln. In Wort und Schrift, als Freischärler wie als daß eine Herrschaft, die sich nur durch elende Polizeimaß- Nach einer Meldung der„ Agenzia Stefani" wurden durch Agitator bekämpfte er das System, unter dem das italienische regeln, durch Betrügen des Volkes um seine staatsbürger- Dekrete vom heutigen Tage gleichzeitig in allen Provinzen sämmtBolt dahinfiechte; aber nicht nur demUntergange der herrschenden lichen Rechte, durch Kriegsgerichte und Ausnahmegesetze liche Vereinigungen, welche sich als sozialiſtiſche italienische Gewalten widmete er seine Kräfte, er suchte auch das Volk mit stüßen will, nicht von Bestand sein kann. Er hat auch Arbeiterpartei bezeichneten, aufgelöst, ebenso diejenigen Gesellder Hoffnung auf ein nicht bloß einiges, sondern auch freies und nichts gelernt von seinem Vorbilde Bismarck, dem er nachäfft. und Vereine, die, obgleich zu philantropischen oder wirthschaftschaften, welche eine Sektion solcher Vereinigungen bildeten, glückliches Vaterland zu erfüllen. Wer Crispi, den Jüng- Er wollte wie Bismarck durch den Kulturkampf die katholische lichen Zwecken gegründet, doch sich dem bezeichneten Parteiling und Mann gekannt hatte, und geahnt hätte, daß es Opposition niedertreten, es mißlang ihm wie Bismarck, programm zuwandten, welches zwischen den verschiedenen Klaffen diesem Kämpfer gegen die Unterdrückung Italiens durch denn die katholische Kirche und ihre politische Organisation der Gesellschaft Streit errege und Umsturzideen verbreite. Die den Papst, die Desterreicher und die Bourbonen einmal be- find heute gefährlichere Gegner des italienischen Staates, bis zum Nachmittag hier eingelaufenen Nachrichten befagen, daß schieden sein würde, die Geschicke Italiens vom Monte als zur Zeit, da der Papst sich im unbeschränkten Besitze die Auflösung der Vereine und die Haussuchungen bisher zu Citorio in Rom zu leiten, der hätte in der sicheren Hoff- Roms befand und der König von Italien noch in Florenz feinem Zwischenfall geführt haben. nung geschwelgt, daß Italien das Dorado der Meinungs residiren mußte; auch die Schutzzollpolitik des deutschen Ex- Ein später eingetroffenes Telegramm aus Rom meldet: freiheit, das Muster für alle Staaten werden würde, daß tanzlers ahmte er nach und Italien hat dadurch nichts ge- Verordnung über die Auflösung der sozialistischen Vereine. Die Depeschen aus allen Provinzen melden die Ausführung der die elende Polizeiwirthschaft gründlich ausgerottet, daß die wonnen als die Verfeindung mit allen Nachbarstaaten. Die Maßregel war überall vor 7 Uhr Abends ausgeführt. Kerker geschleift würden, daß die Freiheit und Gleichheit schwere Last des Militarismus legte Crispi dem schlagnahmt wurden Papiere, darunter mehrere wichtige Res vor dem Gesetze nirgends so vollkommen allen Bürgern ausgehungerten italienischen Volke gleichfalls nach gister und Abzeichen; bei den hervorragendften Mitgliedern gewährleistet würde, als in dem geeinten republikanischen seinem traurigen deutschen Muster auf. Und nun will er wurden Haussuchungen vorgenommen. Troydem gegen die Italien. das Bild ganz ausmalen, und auch die Politik Bismarc's Maßregel proteftirt wurde, kam ein bemerkenswerther Zwischengegen die Sozialdemokratie auf Italien übertragen. fall nicht vor. In Mailand wurden 55 Gesellschaften von der Nach den Hungeraufständen in Sizilien und Massa Konsulat. In den Provinzen Grosseto, Reggio di Calabria und Auflösungsmaßregel betroffen, darunter auch das ArbeiterCarrara gab Crispi mit Unterstützung der ganz herunter- Sardinien existiren keine sozialistischen Vereine und waren daher gekommenen italienischen Kammer dem armen Lande statt teine Auflösungen vorzunehmen; ebenso auf Sizilien und in der Brot ein Ausnahmegesetz. Zwei Fliegen sollten damit Provinz Massa Carrara, wo die in Frage stehenden Gesellmit einem Schlage getroffen werden: das Land sollte die schaften während des Belagerungszustandes aufgehoben wor Panama- Skandale, in die Crispi und seine Ge- den sind. Es ist aber ganz anders gekommen, der feurige Republikaner wurde zum Fürstenknecht, der entschiedene Gegner des Papstthums, der Freidenker, der Bekämpfer der Bischöfe, Klöster und auch der niedrigen Geistlichkeit, sucht die Versöhnung mit dem Papstthum, der Mann, der für die Freiheit der Meinungsäußerung eintritt, strengt Preßprozesse an wie Bismarck in seinen ärgsten Tagen, er löst Vereine Feuilleton. Erinnerungen eines Kommunarden. war verge blich. Ich wollte einige wenigstens als Tirailleure hinter dem Eisenbahndamm postiren, aber man verweigerte mir jeden Gehorsam. Es stand gerade in der Nähe eine geheizte Lokomotive. Ich stieg in die Batterie mit einigen Artilleristen und 20 Nationalgardisten. Das große Marinegeschütz wurde geladen und die Lokomotive schob uns langsam über die Jch faßte die tolle Idee, mich allein tödten zu lassen, Brücke, während die feindlichen Geschosse rings um uns als ein junger Mann, der einem anderen Bataillon aneinschlugen. Wir kamen jedoch glücklich an der anderen gehörte, mich mit seinem Revolver bedrohte, weil er Seite von Asnières an, wo wir die Maschine unter glaubte, daß ich ein höherer Befehlshaber sei und, wie er einer kleinen steinernen Brücke in Sicherheit brachten. Unser sich ausdrückte, die Leute unnüz zur Schlachtbank geführt Geschütz wurde mehrere Male abgefeuert. Das Feuer der hätte. Versailler Truppen, welches bis dahin gegen die Brücke gerichtet war, um zu verhindern, daß Verstärkung zu uns gelange, nahm jetzt eine andere Richtung. Eine Kugel beschädigte sogar leicht unsere Lokomotive. Aus dem Französischen von Jakob Audorf. Ich schickte deshalb einen Offizier nach Levallois- Perrat ab, uni Verstärkung zu verlangen. Man ließ ihn beim sogenannten Generalstab gar nicht vor. Empört darüber, bestieg ich ein Pferd und sprengte durch den Kugelregen, welchen die Mitrailleusen des Schlosses de Bécon herüberfandten, überdie Schiffbrücke. " Sie sehen, daß wir hier berathen." " " Ich führe kein Kommando," sagte ich ruhig zu ihm, ich bin ein Opfer wie Ihr. Aber wir dürfen nicht verzweifeln, und vor allem uns von einem panischen Schrecken beherrschen laffen. Helft mir vielmehr verhindern, daß die Menge sich kopflos auf die Schiffbrücke wirft, welche so schon überladen ist und jedenfalls unterfinkt." Der junge Mann folgte mir zum Zugange der Brücke, um den Strom der Flüchtlinge aufzuhalten. Doch vergeba liches Beginnen. Wir wurden in den Strudel mit hinein. und unwiderstehlich fortgerissen. Andere versuchten über die Eisenbahnbrücke zu fliehen, doch da dieselbe halb demolirt, und zur Hälfte ohne Brüstung war, so fielen sie unter dem dichten Kugelregen der Mitrailleusen und ihre Leichname schwammen haufenweise die Seine hinab. Ich bekümmerte mich nicht um das Verbot der Schild- Ich stieg ab, um mich mit meinen Leuten wieder in wache und stieg in die erste Etage des kleinen Hauses hinauf, Verbindung zu sehen. Hier stolperte ich beinahe über wo ich einige Leute fand, welche sich verblüfft über eine meinen Obersten, der mich jedoch von neuem verließ, um ausgebreitete Rarte anstarrten. Auch ein Mitglied der wie er sagte, aus Levallois Kanonen herbei zu holen und Kommune war anwesend mit einer kreuzweis übereinander auf den Feind einen Hagel von Geschossen niederregnen zu gelegten Schärpe. lassen. Dieser Hagel soll jetzt noch kommen. Mit einem Aufgeregt in dem Bewußtsein, die Verantwortung für Male sah ich einige Leute auf mich zueilen, die augenschein das Leben einiger Hundert braver Männer tragen zu müssen, lich sich auf der Flucht befanden. Sie theilten mir mit, rief ich: daß auch das andere Bataillon, welches bis jetzt unsere Es ist schwer bis zu Ihnen zu gelangen. Ich habe rechte Seite gedeckt hatte, während der Nacht gleichfalls mir fast den Eingang erzwingen müssen!" sich davon gemacht habe, ohne jemand von uns davon in Alle hätten gerettet werden können, wenn sie standhaft Kenntniß zu setzen. Meine Leute, welche sich dort gedeckt auf dem Schlachtfelde ausgehalten hätten und einiger glaubten, wurden von den Soldaten überrascht, die sich auf maßen mit Umsicht geführt worden wären. Erst nachdem einem Fußsteig durch das Gehölz geschlichen hatten und die Schiffbrücke wirklich nachgab und unter der schweren nun auf fünfzig Schritt Entfernung plöglich Feuer auf die Last auseinanderging, kamen die Leute wieder etwas zur Unsrigen gaben, von denen sofort eine Anzahl tödlich ge- Besinnung. Um sich den einzig möglichen Rettungsversuch troffen fielen. nicht ganz abzuschneiden, ging man ruhiger ans Werk, Ich hatte im Falle, daß wir der Uebermacht weichen stellte die Brücke wieder her und erst auf dem anderen müßten, wohl bedacht, uns eine Rückzugslinie offen zu Ufer war es möglich, die Mannschaften wieder in Reih und halten und meine Leute stürzten sich jetzt in wilder Haft Glied zu formiren und die Positionen wieder zu besetzen, in diesen schmalen Weg, der durch demolirte Häuser und welche der Feind gar einzunehmen gedachte. Männer mit durchbrochene Mauern führte, ohne meine Ordres abzuwarten. Tragbahren schleppten Todte und Verwundete durcheinander Ich folgte ihnen bis auf den Platz von Asnières, wo ver- fort in die Pariser Lazarethe. schiedene Abtheilungen aller Korps sich zusammen drängten. Am Abend langte ein Mann meines Bataillons an, der Wohl versuchte ich meine Leute wieder zu sammeln, aber es für die übrige Mannschaft in einem Hause gekocht hatte. Sie berathen wie die Aerzte Molière's über das Schicksal eines Kranken, der gestern starb. Es ist keine Zeit zur Berathung, die Zeit dazu ist vorüber. Wenn Sie nicht schleunigst handeln, sind wir binnen zwei Stunden aufgerieben und die Versailler stehen vor den Thoren von Paris." Was rathen Sie zu thun?" " Biehen Sie sofort die zerstreuten Bataillone zusammen und decken Sie meinen rechten Flügel, welcher binnen einer Stunde umgangen sein wird. Lassen Sie im Zentrum auf der Eisenbahn die gepanzerte Batterie vorgehen, welche hier nichts thut und uns auf der andern Seite von viel größerem Nuzen sein wird." Ein Telegramm der Frankfurter Zeitung" aus Rom meldet: Durch ein Dekret des Präfekten erfolgte heute die Auflösung des Zentralfomitees der sozialistischen Arbeiterpartei und sämmt licher Sektionen. Die Polizei besetzte die Arbeiterbörse und schloß ihre 45 Sektionen. Gegenwärtig dauern die Haussuchungen in den zahlreichen anderen, in der Stadt verstreuten Vereinen und in den Privatwohnungen der Vorstandsmitglieder fort. Zur Begründung des Antrages der Parteigenossen in Friedberg i. H.( 80): a) Der Parteitag wolle die Reichstags Fraktion be auftragen, einen Gesezentwurf dahingehend einzubringen, daß die Unterstügung aus öffentlichen Mitteln nicht mehr den Vers Luft dec fiaatsbürgerlichen Ehrenrechte zur Folge habe; % so sehr im Argen, daß hier ein kleiner Anstoß noth thut. Auch wird von Timm Berlin begründet: Die Sozialstatistik liegt mit der Vernachlässigung der Frau, diefem alten Zopf, muß aufgeräumt werden. Der Antrag der Parteigenossen des vierten Berliner Reichs tags- Wahlkreises( 82): Der Parteitag möge die Reichstags- Fraktion beauftragen, im Reichstage den Antrag zu stellen, die Gerichtsbarkeit der Gewerbegerichte auf die Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen auszudehnen, wird von Mattutat- Berlin begründet. Ihnen nichts Neues, uns Desterreicher auf ihren Kongressen zu sehen, sowie Sie Vertreter auf unsere Parteitage entsandt haben. Es ist eine Nothwendigkeit, daß wir zusammenkommen, und eine Nothwendigkeit, daß wir zusammenbalten, jetzt mehr denn je. Wir befinden uns in Desterreich in diesem Augenblick in einer der schwierigsten Lagen, in der sich eine junge sozialdemokratische Partei überhaupt befinden kann. Was sich in Deutschland nur unausgespro b) Angesichts der empfindlichen Verluste, welche die bäuerchen abspielt, die Vereinigung aller reactionären Elemente gegen dieSo- liche Bevölkerung bei schlechter Witterung infolge des Diangels Es ist der gleiche Schlag, der genau vor 16 Jahren zialdemokratie, das ist in Desterreich offen und unbemäntelt geschehen. an ausreichenden Räumen zur gleichzeitigen Bergung der Getreide- Ernte oftmals erleidet, ist durch die gefeßgebenden gegen die deutsche Sozialdemokratie durch die Bismarck und 3ynisch ist die heutige österreichische Regierung begründet worden auf der Vereinigung aller reaktionären Elemente mit dem offen Körperschaften darauf hinzuwirken, daß aus öffentlichen Eulenburg geführt wurde. Was dieser und die vielen an ausgesprochenen Zweck, die Vorrechte der Besitzenden gegen die Mitteln für jede Gemeinde ausreichende Schuppen errichtet deren darauf folgenden Schläge gegen unsere Partei ge- Ansprüche der Besiglosen zu vertheidigen. Die heutige öfter werden, in denen das Getreide rasch geborgen und zugleich gefruchtet haben, das hat Bismarck, die deutsche Polizei, alle reichische Regierung mit ihrer Majorität im Parlamente hat broschen werden dann, unsere Gegner mit Schrecken und wir mit Genugthuung uns Sozialdemokraten die Ehre erwiesen, daß sie die Bekämpfung nimmt Prinz Frankfurt das Wort: Der Antrag a spricht so erfahren. Wir haben unseren Gegner in den Staub ge- unserer Partei als eine ihrer ersten Aufgaben bezeichnet. Die sehr für sich selbst, daß jede Begründung überflüssig erscheint. treten und sind heute mächtiger denn je. Wir sind die österreichische Sozialdemokratie hat in den letzten Jahren einen Der Antrag der Parteigenossen im Berliner 1., 2., 3., stärkste, in stetem Fortschreiten begriffene Macht, dem gegen schweren Kampf um das Wahlrecht geführt. Sie wissen gar 4. Wahlkreis( 81): über alle Mächte der herrschenden Ordnung unfähig zum haben eine Waffe, um die Angriffe zurückzuschlagen, die Sie Der Parteitag fordert die Reichstags Fraktion auf, dem nicht, wie wohl es Ihnen in Deutschland ist.( Seiterkeit.) Sie Reichstage eine Interpellation oder einen Initiativantrag zu Widerstande sind. Also auch hierin hat Crispi von treffen, Sie haben das Wahlrecht. Wir aber find wehrlos; Gie unterbreiten, welcher die reichsgesetzliche Regelung des FabrikBismarck nichts gelernt. haben diese Waffe nur zu gebrauchen, wir sollen sie uns erst inspektorates zum Gegenstande hat. Die Fassung der InterWir hoffen aber, daß die italienische Sozialdemokratie erkämpfen. Aber es geht vorwärts bei uns und gerade in der pellation oder des Initiativantrages bleibt der Fraktion überdafür von der deutschen desto mehr gelernt hat. legten Zeit haben wir den Beweis geliefert, daß es allein die laffen, ebenso wie die Fraktion selbst darüber entscheiden soll, Wir sind überzeugt, daß sie den schweren gegen Sozialdemokratie ist, die diesen Polizei- und Zopfstaat ob damit gleichzeitig eine Erweiterung des Fabrikinspektorats, fie geführten Schlag vollkommen verwinden wird, daß sie vorwärts treibt. Die alte Verfassung galt bis vor sowie die Anstellung weiblicher Gewerbe- Aufsichtsbeamten zu an stelle des ihr zugedachten politischen Todes die Nieder- einem Jahre als unangreifbar. Man hat gelacht, daß wir das fordern ist. werfung des elenden Crispi's, den Sieg unserer Partei vor 11/2 Jahren niemand da war, der an das allgemeine Wahl allgemeine Wahlrecht verlangen, heute ist es anders geworden. Wie setzen wird. Der Held vom Banca- Romana- Prozeß, der recht überhaupt gedacht hat, so ist jetzt in Desterreich kein Mensch Renegat des Befreiungskampfes Italiens, der Bigamist vorhanden, bis zum Minister, bis zum Monarchen hinauf, der auf der einen Seite, die um die Befreiung aus Noth, nicht überzeugt ist, daß die alte Berfaffung unhaltbar geworden Elend, Bedrückung des ausgehungerten und ausgebeuteten ist, daß Desterreich nicht zur Ruhe tommen kann, bis die Ar italienischen Volkes kämpfende italienische Sozial- beiterklasse das Wahlrecht erhalten hat. Leicht wird uns aber demokratie auf der anderen Seite! Wer steht deshalb die Sache doch nicht gemacht werden, man sucht die δα Dor dem Bankrott, der würdige Bertreter Reform hinauszuschieben, und in der vorigen Woche hat man uns zeigen wollen, daß die Regierung über die Säbel verfügt. der entarteten bürgerlichen Gesellschaft Italiens oder die Das war uns nichts Neues, neu war uns nur, daß es ein UeberPartei, welche die Sache des arbeitenden Volkes, welche fall von rückwärts war, ein Ueberfall ohne jede Veranlassung, einen allen gerecht werdenden Gesellschaftszustand an Stelle wie in Berlin im Januar, nur mit dem Unterschiede, daß man des verrotteten Zustandes im heutigen Italien feyzen in Berlin Schläuche, in Wien Säbel hatte. Wenn die öfterwill. Mag Crispi noch einige Monate oder Jahre reichische Regierung aber glauben sollte, daß die österreichischen weiter wirthschaften, er und sein System sind dem Unter- Arbeiter vor dem Säbel zurückweichen werden, so irrt sie sich. gange geweiht. Die Sozialdemokratie läßt sich aber heute Die Wahlrechts= Bewegung wird von uns mit äußerster nicht mehr ertödten, in Frankreich ebenso wenig, wo sie Konsequenz durchgeführt werden, ob der Säbel auch haut, die Kommuneschlächter überlebt hat, wie in Deutschland, weil sie eine Lebensfrage für Desterreich ist, weil sie die und die Flinte schießt. Sie muß durchgeführt werden, wo sie über das Sozialistengeset triumphirt hat, oder Frage ist, ob das österreichische Bolt seine Bewegung vernünftig wie in Desterreich, wo sie die anarchistische Bewegung entwickeln fann, ob in Desterreich die Möglichkeit für eine überwunden hat, und so wird sie auch in Italien europäische Politit vorhanden ist. Nun, die Säbel, die die Retrotz der rücksichtslosen Schläge, die gegen sie geführt gierung gegen uns schwingen ließ, haben sie selbst empfindlich in werden, die Reaktion überdauern, überwinden, über dieselbe die Finger geschnitten. Schon in den nächsten Tagen war sie getriumphiren. Den Sieg wird man der italienischen zwungen, in der Wahlrechtsfrage einen Schritt weiter zu machen. Partei ebensowenig entreißen, wie dies den Ausnahme- Es wird in den nächsten Wochen vielleicht etwas ruhiger bei uns gesetz Künstlern von ehedem und von morgen in Deutsch werden. Die Regierung will uns glauben machen, fie berathe über die Wahlreform, und wir werden ihr nicht den Vorwand land gelingen wird. Nicht einmal verblüffen werden sich geben, wir hätten sie in dieser Berathung gestört. Aber lassen die italienischen Parteigenossen lassen durch den ebenso un sie sich dadurch nicht beirren, diese Ruhe wird aufgegeben, gefeßlichen, wie hinterlistigen, wie brutalen Anschlag sobald wir sehen, daß die Regierung ihr Wort nicht erfüllt. Sie Ehren- Crispi's. Sie waren gewarnt und auf alles gefaßt! hat den Willen, uns am Narrenfeil zu führen, aber wir werden Wenn auch der Befreiungskampf des italienischen uns nicht führen laffen. Genossen! Ich ersuche Sie um Ihre Proletariats heute und morgen noch mehr Opfer tosten Sympathie für unsere Bewegung! Wir brauchen die interwird, als er früher gekostet hat, so ist das eben der nationale Solidarität mehr als je, wir sind in schwieriger Lage. Lauf der Geschichte, der sich nicht ändern läßt. wissen, daß sie auch für uns arbeiten und so schließe ich Ihren Berathungen wünschen wir den besten Erfolg. Wir Reinem Streben für eine große Sache kann der Sieg mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie. Sie zu Theil werden ohne große Opfer. Die italienischen Ar- lebe hoch! beiter sind zu denselben bereit. Ihr Kampf wird ungefchwächt weitergehen, die Sympathie der Arbeiter der ganzen Welt begleitet unsere italienischen Brüder in den schweren Tagen, denen sie entgegengehen. Wir sind sicher, mit ihnen ebenso den Sieg bald feiern zu können, wie ihn unsere Brüder am 1. Oktober 1890 mit uns feierten. Parteitag der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. : " Frankfurt a. M., den 23. Oktober 1894. Vormittags Sigung. ( Privat Telegramm des Vorwärts"). Schwarz- Lübeck eröffnet die Sigung mit der Verlesung der eingelaufenen Begrüßungsschreiben und Telegramme. Ge noffe Dr. Victor Adler ist aus Wien eingetroffen und erhält das Wort zu einer Ansprache. Dr. Victor Adler: Ich habe den Auftrag, Sie im Namen der österreichischen Arbeiterschaft zu begrüßen. Es ist Bei unserer übereilten Retirade war er zurückgeblieben, doch hatten die Leute ihm bürgerliche Kleidung gegeben und später glückte es ihm heimlich zu entkommen. Er hatte gesehen, wie man die Gefangenen ohne Umstände erschoß. Wir waren am 17. April. Die Versammlung erhebt sich von den Plätzen und stimmt begeistert dreimal in das Hoch ein. " Von einer Magdeburger Boltsversammlung ist eine ResoTution eingegangen, in, der der Haltung der Boltsstimme" in dem Streitfalle Bock ein Vertrauensvotum, Genossen Bock aber ein Zadel ausgesprochen wird. Zur Geschäftsordnung beantragt Bebel, die Resolution burch einfache Kenntnißnahme zu erledigen. Singer: Da eine Reihe ähnlicher Resolutionen und Beschwerden eingegangen ist, schlägt Singer die Konftituirung einer Kommission vor, die das eingegangene Material prüfen, und über dasselbe dann berichten jolle. Schmidt Magdeburg proteflirt dagegen, die Angelegenheit Bock- Voltsstimme" der Deffentlichkeit vorzuenthalten. Rüdt wünscht, daß auch seine Angelegenheit öffentlich ver handelt werde, er ist öffentlich angegriffen worden, er müsse also auch Gelegenheit haben, sich öffentlich zu vertheidigen. In demselben Sinne spricht Bock Gotha: Obwohl nach seiner Meinung die Burgenser Angelegenheit vor dem einzig zuständigen Forum, dem Schuhmacher Kongreß, erledigt worden ist. Der Parteitag beschließt im Sinne des Singer'schen Antrages die Einsegung einer Kommission von neun Mitgliedern. Zur Tagesordnung ist eine Reihe von Resolutionen eingelaufen, die mit Punkt 3 Bericht über die parlamentarische Thätigkeit" verbunden werden. nur Das Wort erhält Fischer: Er erklärt, daß er das wiederholen könnte, was bereits in dem gedruckten Berichte vorliegt, wenn er bereits jetzt auf die parlamentarische ThätigDa neue, gut bewaffnete und organisirte Bataillone eingelaufenen Anträge einzugeben, ehe sie begründet sind. Gr feit eingehen wollte; ebenso halte er es für unrichtig, auf die eintrafen, so erhielt ich Befehl, mit dem Ueberreft meiner verzichte deshalb für jetzt auf das Wort und behalte sich vor, die Leute nach Paris zurückzukehren. Ich ging in die Lazarethe Stellung der Fraktion zu präzisiren. der Avenue d'Eylan, um Sylvia wieder zu finden. Unser Zur Diskussion stehen neben dem gedruckten Berichte alle Wiedersehen inmitten all dieser Verwundeten, Sterbenden unter der Rubrit Parlamentarisches" im Vorwärts" veröffentund Todten, die oft kaum von ihren Berwandten, welche lichten Anträge( 80-100). gekommen waren, ihre Angehörigen aufzusuchen, wieder er- Timm schlägt vor, eine Reihe von Anträgen( 70-76), die sich fannt werden konnten, war ein überaus schmerzliches. Ich auf die Taktik beziehen, vor allem die auf die Thätigkeit der Landtags Fraktionen sich beziehenden, mit den Debatten über den that mein Möglichstes, um die Namen, wenigstens einer Barlamentarismus zu verbinden, dagegen die sich auf die Ver Anzahl Todter, festzustellen und später, daß sie auf hältnisse der landwirthschaftlichen Arbeiter beziehenden Anträge dem Kirchhofe Montmartre, den man mit Recht den Kirch( 30b, 90, 91, 99, 100) mit den Verhandlungen über die Agrarhof der Märtyrer nennen fann, begraben wurden. frage zu verknüpfen. Die Schreier und Rechthaber meines Bataillons forderten mit lauter Stimme eine Untersuchung, um den Anschein zu ha ben, als wenn sie die Thätigsten und Muthigsten gewesen seien. Es wurde eine Kommission ernannt, welche ich zum Kriegsminister begleitete. Aber wie konnte Zeit gefunden werden, sich eigehend mit dem Vergangenen zu beschäftigen, während man faum die sich fast überstürzenden Ereignisse zu verfolgen vermochte! " Vollmar erklärt sich damit im Wesentlichen einverstanden, weil die bayerische Angelegenheit erledigt werden müßte, so lange noch die Genossen frisch sind und da außerdem der HauptOpferstier Guillenberger am Donnerstag zur Wahrnehmung eines Termins den Parteitag verlassen müſſe. Singer schlägt vor, die bayerische Angelegenheit zwar getrennt von den übrigen Anträgen, aber im Anschluß daran zu behandeln. In diesem Sinne wird beschlossen; ebenso wird der Antrag Während der Zeit, daß wir wieder den inneren Dienst Timm angenommen. Nach dem Antrage Geckt werden die auf versahen, versuchten wir wieder uns zu organisiren. Wir das Verhalten der badischen Landtags- Fraktion bezüglichen Anwaren gerade am Stadthause, als die Freimaurer die freilich träge( 67, 68,1, 68,2) der badischen Landesorganisation zur Vorbe recht gut gemeinte aber unfruchtbare Demonstration zu gunsten rathung überwiesen, weil diefe Angelegenheit noch nicht spruchdes Friedens machten. Dann wurden wir in eine Kaserne gelegt reif fei. Dagegen soll im Plenum behandelt werden der Antrag der und später während des Bombardements nach der Muette ge- Parteigenoffen Aug. Dreesbach, R. Feng, Alex. Kapp und G. schickt. Ich schlug mich da mit Resignation, ohne Begeisterung, Pfeiffer aus Mannheim( 68): Der Parteitag wolle beschließen: nur um eine Pflicht zu erfüllen, und ohne große Hoffnung 1. Das Verhalten des Dr. Rüdt bei der Ordensfrage im auf Erfolg. Von der Brustwehr unserer Vertheidigungs- badischen Landtage entspricht den Prinzipien und der GepflogenLinie aus fonnte man die Schüßengräben der Versailler beit der sozialdemokratischen Partei nicht und spricht der Parteiin Entfernung von nur einigen hundert Schritten über- tag seine entschiedene Mißbilligung hierüber aus. sehen. 2. In gleicher Weise mißbilligt der Parteitag das Verhalten des„ Offenburger Boltsfreund", weil er durch seine einseitige, Sylvia wollte mich nicht mehr verlassen und wir hatten durch die gegnerische Presse beeinflußte Stellungnahme den Streit uns in einem Landhause zu Passy einquartirt, wo sie sich unter den badischen Genossen entfacht und eine persönliche Berder Pflege der Verwundeten, welche ihre Ueberführung in bitterung in deren Reihen hineingetragen hat, die für die die Lazarethe erwarteten, widmete. Agitation und weitere Verbreitung unserer Ideen entschieden ( Fortsetzung folgt.) schädigend wirken muß. Hop begründet den Antrag der Parteigenoffen in Werbau( 82): Die Reichstags- Fraktion zu beauftragen, den früheren fozialdemokratischen Arbeiterschuh- Gesezentwurf, der Neuzeit entsprechend abgeändert, wieder im Reichstage einzubringen. Eine Wortmeldung liegt nicht vor zu den Anträgen der Parteigenossen in Gießen( 84, 85): Die Fraktion wird beauftragt, dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, betreffend einheitliche Gestaltung der gefammten Arbeiterversicherung auf Grundlage der organisirten Orts- Krankenkassen. und der Parteigenossen in Guben: Der Parteitag wolle beschließen, die Reichstags Fraktion wird beauftragt, auch in diesem Winter die Regierung zu interpelliren, was sie der gegenwärtigen Arbeitslosigkeit gegenüber zu thun gedenkt. liner Mattutat spricht zum Antrag der Genossen des 4. Berleichstags- Wahltreises( 86): Der Parteitag möge die Reichstagsfraktion beauftragen, im Reichstag eine alle Arbeiter Deutschlands umfassende Bers ficherung gegen Arbeitslosigkeit zu beantragen." Im spricht zu dem Antrage der Parteigenoffen in Ottenfen( 87): Der Parteitag wolle die Frattion beauftragen, bem Reichs. tage einen Gesetzentwurf vorzulegen, wonach die Reichsregie. rung verpflichtet werden soll, periodische Aufnahmen über Löhne, Arbeitszeit und Arbeitslosigkeit zu veranstalten. Boniz begründet den Antrag der Parteigenossen bes 17. fächsischen Wahlkreises( 88): Der Parteitag wolle beschließen, die Fraktion im Reichstage zu beauftragen, in der nächsten event. nächstfolgenden Seifion des Reichstages immer auf Verbesserung des Alters. und Invaliditätsversicherungs- Gefeßes antragen, insbesondere auf Herabsetzung der Altersgrenze. Zum Antrag der Parteigenossen in Duisburg( 89): Die Reichstagsfraktion zu beauftragen, einen Gesezentwurf für Arbeitslosen- Versicherung und-Statistit auszuarbeiten und denselben baldmöglichst der Reichsregierung vorzulegen, meldet sich niemand. Stadthagen begründet den Antrag der Parteigenossen in Nieder- Barnim: Der Parteitag wolle beschließen, der Reichstags- Fraktion aufzugeben, einen Antrag auf Abänderung des§ 7 des Reichstags- Wahlgefeßes im Reichstage einzubringen, dahingehend, daß Reichstags- Wählern, wie Schiffern, Schnittern, Flößern, Hausirern, Handelsleuten, Ziegelei- Arbeitern, Bauarbeitern u. s. w., die durch Erwerbsverhältnisse verhindert sind, ihr Wahlrecht an ihren Wohnorten auszuüben, gestattet ist, an demjenigen Orte zu wählen, an welchem sie sich zur Den Ver Zeit der Wahl befinden resp. in Arbeit stehen. tretern der sozialdemokratischen Partei wird im Interesse der Landagitation empfohlen, auf dem Parteitag dafür zu stimmen, daß die Fraktion ersucht werde, bei geeigneter Gelegenheit im Reichstage Gesetzesvorschläge etwa folgenden Inhalts einzubringen: 1. Gefeß, betreffend die Aufhebung der Ausnahmegesehe gegen ländliche Arbeiter und gegen das Gesinde.§ 1. Sämmt liche landesgeschlichen Sonderbestimmungen über das Rechtss verhältniß ländlicher Arbeiter, der Schiffer und des Gesindes zu ihren Arbeitgebern werden aufgehoben. Insbesondere werden hiermit die sogenannten Gesinde Ordnungen, sowie die Gesetze und Verordnungen, welche Strafbestimmungen wegen Ungehorsam und Widerspenstigkeit der ländlichen Arbeiter, der Schiffer oder des Gesindes betreffen, oder das Koalitionsrecht ländlicher Arbeiter, der Schiffer oder des Gesindes beschränken, oder die Zuführung oder Zurückführung des Arbeiters zum Arbeitgeber gestatten, aufgehoben.§ 2. Die Verträge zwischen ländlichen Arbeitern, Schiffern oder dem Ge finde und ihren Arbeitgebern find Gegenstand freier Vereinbarung und unterliegen lediglich den allgemeinen Vorschriften über Dienst verträge( Verträge über Handlungen, Lohnverträge, Arbeitsverträge).§ 3. Streitigfeiten zwischen den vorgenannten Arbeiterkategorien und deren Arbeitgebern sind durch aus öffentlichen Wahlen hervorgegangene Gerichte unentgeltlich zu entscheiden. Die Gerichte haben zu zwei Dritteln aus Arbeitern und zu einem Drittel aus Arbeitgebern zu bestehen. § 4. Dieselben Gerichte treffen zu Beginn des Jahres orts= statutarische Bestimmungen über die höchste Länge der täglichen Arbeitszeit und über die Sonntagsruhe der vorgedachten Arbeiterkategorien. 2. Beamte und Mitglieder der bewaffneten Macht, welche Verwaltungsorganen unterstellt sind, find für ihre Handlungen und Unterlassungen strafrechtlich und zivilrechtlich ohne Rücksicht darauf, ob ihnen ein Verschulden zur Last fällt, verantwortlich. Anträge auf Bestrafung von Beamten und Mitgliedern der bewaffneten Macht 2c. oder Verurtheilung zu Schadensersatzs leistung können von Jedem gestellt werden, der sich geschädigt fühlt. Ueber diese Anträge haben Laiengerichte, die aus allen Kreisen der Bevölkerung zusammenzusetzen sind, zu ente scheiden. = 3. In die Gewerbe- Ordnung ist eine Bestimmung aufzunehmen, durch welche außer Zweifel gesetzt wird, daß weder der Landes Gefeßgebung, noch irgend einem Beamten das Recht zusteht, das Schankgewerbe durch Verbote zu beschränken, zu einer bestimmten Zeit auszuschänken oder öffentliche Luftbarkeiten zu dulden." Stadthagen bemerkt zu Punkt 91, 2 und 3: Die An nahme der Anträge würde uns vor allem bei der Landtags- Agitation nügen, weil die Bandbevölkerung außerordentlich unter der Unverantwortlichkeit der Beamten zu leiden habe. Neumann begründet den Antrag der Parteigenossen in Essen und Elberfeld: Der Parteitag der sozialdemokratischen Partei möge beschließen, die Reichstagsfraktion zu beauftragen, den zweiten Theil unseres Programms in Form von geeigneten Gesetzentwürfen im Reichstage einzubringen." Göring spricht für den Antrag der Parteigenoffen in Barmen und Kaiserslautern: " Der Parteitag wolle beschließen: Die Reichstagsfraktion wird" beauftragt, sofort nach Zusammentritt des Reichstags einen Gesezentwurf einzubringen, durch welchen der Artikel 4, Buntt 16 der Reichsverfassung, nach Maßgabe des Punkt 4 des Parteiprogramms zur Durchführung gelangt." Den Antrag der Parteigenossen in Berlin I: Der Parteitag wolle beschließen, die Fraktion aufzufordern, in der nächsten Seffion im Reichstage die ungerechten Zustände in der Auslegung der Geseze in den einzelnen Bundesstaaten gegen unsere Parteigenossen zur Sprache zu bringen." begründet Megner: Der Zweck des Antrages sei, vor den gefeggeberischen Faktoren gewisse Auslegungstünfte an den Pranger zu stellen. 3 Der Antrag( 95) der Parteigenossen des Saarreviers: " Der Parteitag spricht der Reichstagsfraktion sein Befremden darüber aus, daß der auf dem Erfurter Parteitag angenommene Antrag, behufs Abschaffung des in Elsaß Lothringen existirenden Diktatur Paragraphen, sowie der Vereins, Preß- und Versammlungsgeseße mit fo wenig Nachdruck befolgt wurde, und beschließt, daß die Fraktion die Abschaffung der genannten Geseze mit aller Energie betreiben soll, mindestens soll die völlige Einführung der GewerbeOrdnung, des Reichs- Preßgefeßes und Abschaffung des DittaturBaragraphen durchzusehen versucht werden. baren Rechtsbeugungen ein. Ich erinnere nur an die Besprechung bat. Es muß darauf hingewiefen werden, daß das Recht der der Rechtspraktiken in Sachsen. Einzelne Forderungen sodann, Fabrikinspektoren, polizeiliche Befugnisse auszuüben, durch einzelwie die Forderung der Hamburger, haben bereits durch die Kon- staatliche Berordnungen estamotirt und das Reichsgesetz fursordnung ihre Erledigung gefunden, ich wüßte nicht in welcher dadurch in standalöser Weise verlegt wird. Die Genossen in den Weise wir die Forderungen anders formuliren sollten. Die An- einzelnen Bundesstaaten müssen schärfere Kritik an den Berichten träge 81, 82, 83, den Antrag Mittag und der Antrag 87 fönnen der Fabritinspektoren üben. Es muß sofort gesagt werden nur der Fraktion zur Berücksichtigung überwiesen werden, zum tönnen, das und das ist falsch. Die noch sehr lückenhafte GinTheil ist das ja bereits geschehen. Die Anträge 80a, 94, 96 und richtung von Beschwerdekommissionen seitens der Gewerkschaften 92a bitte ich rundweg abzulehnen. muß erweitert werden. In bezug auf die Fabrikinspektion giebt es genug Kuriosa. Als ich mich wegen des Berichtes über das Großherzogthum Weimar, den ich vergeblich gesucht hatte, an den Fabritinspektor wandte, erwiderte mir der Beamte, ich sollte mir nur nicht erst solche Mühe geben, ihn zu erhalten, es stände doch nichts darin.( Große Heiterkeit.) Die Diskussion wird eröffnet. Krumm tritt für die Anträge 82 und 86 ein und hebt ihre agitatorische Wirkung hervor, auch den Antrag 94 empfiehlt der Redner: So lange wir nicht alle politischen Vergehen vor den Disziplinargerichtshof zu Potsdam bringen fönnen( Heiterkeit), müssen wir dem Volte bei jeder Gelegenheit zeigen: so behandelt man uns und so behandelt man jene. 9 : Robel Rottbus: Es ist falsch, die Anträge kurzerhand in den Papierkorb zu werfen, die Anträge müssen von unten herauf Neumann Elberfeld vertritt den Antrag 92: Wir müssen tommen, wenn sie dem proletarischen Bewußtsein entsprechen den Gegner nicht nur angreifen sondern zur Offensive schreiten. sollen. Der Parteitag muß fie dann in die geeignete Form Emmel- Saarbrücken: Wenn wir dem Rathe Fischers bringen. Bezüglich der Arbeitslosen haben wir doch in erster folgen würden, so brauchten wir überhaupt keine Anträge hier Linie die Aufgabe, die Frage der Unterstützung zu prüfen. Die zu stellen, sondern müssen die Fraktion einfach handeln lassen, Einführung des Achtstundentages ist ein Mittel dazu. Das wie sie will.( Sehr richtig!) Dazu sind wir aber nicht da. Alters- und Invaliditätsgesetz muß weiter ausgebaut werden: Bir müffen der Fraktion hier die Direktiven geben. Fischer be- man weise die Anträge nicht furzerhand ab. findet sich im Irrthum, wenn er glaubt, daß die Berggesetze Schmalfeld. Bremerhaven: Einzelne Anträge sind ganz Anlaß zum Einschreiten gegen die Kasinos gegeben haben; es unannehmbar, aber andere verdienen die vollste Beachtung, so geschah auf grund der Landesgesetze. Reichsgesetz geht aber über die Schaffung von Gewerbegerichtskammern für Handlungs. Landesgesetz. Der Boden für eine Interpellation im Reichstag gehilfen. Auch in propagandistischer Hinsicht dürfte das ist gegeben und unser Antrag demnach nicht überflüssig. Einbringen eines folchen Gesetzes von Vortheil sein. Jochem Danzig: Der Parlamentarismus hätte gar keinen Punkt 86 bitte ich rundweg abzulehnen; einmal ist die Sinn, wenn wir so gleichgiltig, wie Fischer es will, über die Arbeitslofen- Unterſtügung undurchführbar, und verlangen wir Anträge, die hier gestellt werden, hinweggehen würden. In sie vom heutigen Staate, so thun wir ihm viel zu viel Ehre an, Der Parteitag wolle beschließen: Die sozialdemokratische West- und Ostpreußen liegen die Verhältnisse so, daß das Partei- indem wir damit aussprechen würden, daß der Staat etwas Reichstagsfraktion wird beauftragt, nach dem Wiederzufammen- leben außerordentlich leidet durch die Anwendung des Landes- leisten kann, wozu er absolut nicht im stande ist. Was er tritt des Deutschen Reichstags die Reichsregierung zu inter- gefeßes gegen uns unter Verlegung des Reichsgesetzes. Das pelliren, ob sie mit dem Vorgehen der Behörden im Saarrevier fann und muß im Reichstage besprochen werden. gegen die auf grund des Genossenschaftsgesetzes errichteten jogenannten Bergmanns- oder Arbeiter Kasinos" einverstanden ist." wird von Emmel- Saarbrücken begründet. Es muß Vorsorge getroffen werden, daß andere Fraktionen nicht mit ihren Anträgen denen unserer Fraktion zuvorkommen und so ihre Besprechung verhindern: Die Interpellation über das Vorgehen der Behörden im Saarrevier gegen die Bergmanns- oder Arbeiterfasinos, deren Drangsalirung und Bernichtung der Redner schildert, soll Einspruch dagegen erheben, daß durch Polizeiverordnungen Reichsgesetze illusorisch gemacht werden. M Hoffmann Saalfeld vertheidigt den Antrag der Genossen von Frankenhausen am Kyffhäuser auf Beranstaltung einer Reichs enquete über die vorhandene Arbeitslosigkeit, der von besonderer Wichtigkeit für die Thüringer Proletarier fei. Auf Thüringens Bergen wohnt nicht die Freiheit sondern der Hunger. H Jaech Mülhausen schildert die Maßregelung und Vernichtung des elsaß- lothringischen Parteiblattes durch das ungefeß liche. Borgehen der Regierung. Als die Fraktion telegraphisch von den Genoffen aufgefordert wurde, die Dinge fofort im Reichs tage zur Sprache zu bringen, erwiderte sie, wir sollten zunächst Beschwerde erheben. Wir thaten es und haben heut noch keinen Bescheid. Möge die Fraktion fünftig engere Fühlung mit dem elsaß- Lothringischen Landesausschuß nehmen. Ihr Vorgehen war zwar forrekt aber das inforrette wäre wirksamer gewesen. Mittag- Halle beantragt:" Der Parteitag beschließt, die fozialdemokratische Frattion möge im Laufe der nächsten Reichstags Session einen Antrag auf Einführung des achtstündigen Arbeitstages ftellen und begründet ihn. Es gehe nicht an, als Die Parteigenossen von Villingen beantragen: Die Fraktion Zeitpunkt für die Einführung des Arbeitstages von acht Stunden soll die Regierung darüber interpelliren, ob nicht eine Statistit das Jahr 1898 festzusetzen, wie es die Fraktion in ihrem herauszugeben sei, worin die Ausgaben und Einnahmen bei der Entwurf eines Arbeiterschutz- Gefeßes thue. Das stehe im Unfallversicherung und der Alters- und InvalidenWiderspruch zu den am 1. Mai erhobenen Forderungen. versicherung flar und übersichtlich besonders in bezug auf die Die sozialdemokratische Fraktion in der Berliner Stadtverordneten Verwaltungskosten zusammengestellt sind. versammlung habe den Achtstundentag für die städtischen Betriebe beantragt, da könne auch im Parlament vorgegangen werden. Die Parteigenoffen von Hamburg 3, Distrikt Barmbeck, beantragen durch Frau Meyer, die Fraktion aufzufordern, im Reichstage die Aufhebung des Impfzwanges zu fordern. 0 Metzner Berlin vertritt die Berliner Anträge: Es geht nicht an, die Anträge, so wie Fischer es will, turzer Hand bei Seite zu schieben. Sie enthalten wichtige Materien, die im Reichs tage besprochen werden müssen, und deren Besprechung agitatorisch wirft. leistete, das wäre höchstens ein neues Mittel, um die Abhängig= teit durch die Gewährung von Bettelpfennigen zu erhöhen. Arbeitslosen- Statistik ist die Aufgabe der Gewerkschaften. Die übrigen Anträge eignen sich dazu, dem Parteivorstande zur Erwägung überwiesen zu werden; wir vergeben uns dadurch nichts. Bezüglich des Impfzwanges erinnere ich daran, daß das erste Altonaer Reichstags- Mandat der Stellung zum Jmpfzwange zu danken ist. Wir sind gegen jedes Zwanggesek, deshalb auch gegen den Impfawang. Dem Parteitage wird Mittheilung von einer Anzahl von Resolutionen und Anträgen gemacht. Ein Gesuch aus Blankenburg wird dem Parteivorstande zur Berücksichtigung überwiesen. Gemaßregelte Genossen von Malaga wenden sich an die deutschen Arbeiter um Unterstützung im Rampfe gegen die Ausbeutung. Telegramme sind eingegangen aus Braunschweig, Baden und Rumänien. Schluß der Vormittags- Sizung. Nachmittags- Sihung. Nach Erledigung geschäftlicher Mittheilung erhält in der Tagesordnung das Wort: = Sülle Erfurt: Das gleiche Vereinsgesetz für Deutschland würde Deutschland zu einem Buchthause machen, wir wollen nach unserem Programm Abschaffung der Vereinsgefeße. Einen Sinn hätte nur die Garantieleistung der Vereins- und VersammlungsOstfeld Hamburg giebt furz die Begründung. Ruhe Effen: Es ist eine rein praktische Frage, die uns freiheit in die deutsche Verfassung. Bezüglich des Jmpfzwanges Die Genossen des 1. und die des 3. pamburger Wahlkreises bewog, unferen Antrag einzubringen, schon um des Umstandes bedeutet die Aufhebung des Zwanges gleichzeitig die Aufhebung beantragen in zwei sich deckenden Anträgen, in Erwägung des willen, daß wir nicht von den Ultramontanen überflügelt werden. des ganzen Gefehes. Man darf die Fraktion nicht unnöthig Umstandes, daß die bestehenden Gesetze nicht ausreichen, um den Die Nothstands Debatten haben im Rheinlande überlasten. Ueberdies kommt noch hinzu, daß in dieser Frage, Arbeitern, die bei nicht zahlungsfähigen Unternehmern arbeiten, die Geister gewaltig aufgeregt; wenn Geseze auch abgelehnt die mit der Partei prinzipiell nichts zu thun hat, sehr leicht die in allen Fällen ihren Lohn zu sichern, möge der Parteitag die werden, so wirken die Ablehnungen doch immer als Demon Stellung zur Impffrage zum Prüfstein der politischen Gesinnung Fraktion beauftragen, dem Reichstag in der nächsten Session firation, ebenso wirkt die Maidemonstration. Im Interesse der werden kann, und das muß man verhindern. Außerdem einen Gesegentwurf vorzulegen, wodurch der Lohn der Arbeiter Agitation, besonders in Rheinland- Westfalen, nehmen Sie die An- find die Fraktionsmitglieder nicht dazu berufen, sichergestellt wird. träge an. wissenschaftlichen Fragen ein Gutachten abzugeben. Schließ Bömmelburg begründet diesen Antrag mit dem Nach- Bömelburg Hamburg regt an, daß die Reichstags: lich müßten wir auch Stellung zur Diphtherie Blutserumweise, daß in zahlreichen Fällen selbst günstige Erkenntnisse fraktion den Antrag auf Einführung des allgemeinen gleichen Therapie nehmen. Nach Schmalfeld's Autorität im gegnerischen des Gewerbegerichts den Arbeitern nicht zu ihrem Lohne Landtags- Wahlrechtes rechtzeitig einbringen möchte. Im übrigen Sinne, so sind wir, die Sozialdemokratie, nicht blos blamirt, verhalfen. Die Anträge werden dazu führen, wenigstens möge man dort über die verschiedenen Anträge nicht so leicht sondern verlieren einen ganz bedeutenden Anbang, falls die Be bis zu einem gewissen Grade der schwindelhaften Aus- hinweggehen, wie es Fischer gethan habe. Im weiteren handlung mit dem Diphtherie Heilserum sich bewährt. Zu beutung der Arbeiter durch gewiffenlose Unternehmer, Bau- tritt Redner für die Hamburger Anträge auf Sicherung des dieser Stellung muß man auch kommen als Impfgegner, wie ich unternehmer und andere vorzubeugen. Arbeitslohnes ein. Von Genossen in Frankenhausen ist der Antrag eingegangen, die Reichstagsfraktion zu veranlaffen, im Reichstag eine Enquete über den Umfang der Arbeitslosigkeit anzuregen. Der Antrag wird gleichfalls zur Diskussion gestellt. い Ostfeld- Hamburg schließt sich diesen Ausführungen an. Das sogenannte Baulöwenthum, das den Arbeiter um seinen Lohn betrüge, muß durch Gefeß bekämpft werden. Redner tritt ferner für Aufhebung des Impfzwanges ein. M Prilse Göttingen: Die Fraktion muß verpflichtet werden, die eingebrachten Anträge in Form von Gefeßentwürfen dem Reichstage vorzulegen. V einer bin. int Grenz Chemnig: Die Anträge enthalten im Allgemeinen nichts Neues, sie sind nicht einmal werth, der Fraktion überwiesen zu werden. Außerdem aber hat die Fraktion im Allgemeinen bereits bäufig genug in dem angeregten Sinne Stellung genommen. Dazu kommt noch, daß sich ganz augensichtlich Wandlungen vollziehen, angesichts deren die Forderungen recht fleinlich erscheinen. Mössinger Lahr: Wenn wir der Bourgeoisie nicht immer wieder mit unseren prinzipiellen Forderungen kommen wollen, so müssen wir überhaupt auf unsere parlamentarische Thätigkeit verzichten. Die Arbeitsstatistit liegt in erster Linie den Gewerkschaften ob. Gegen die Zustände in Elsaß- Lothringen hat unsere Fraktion mit voller Entschiedenheit und mit einem Gesetzesantrag vorzugehen. Bruckner Metz ersucht, den Antrag 95 abzulehnen, da die Annahme dieses Antrages das Vertrauen zur Fraktion in Elfaß- Lothringen untergraben würde. Stadthagen Berlin: Es ist ein Unding, eine umfassende Versicherung gegen Arbeitslosigkeit vom heutigen Staat zu fordern, ebenso wenig geht es an, die Fraktion schlankweg aufzufordern, den zweiten Theil des Programms in Gefeßentwürfe umzugießen. Mögen die Antragsteller so freundlich sein, die Entwürfe ausverstanden, weil Impfen oder Nichtimpfen mit der Sozialdemo fratie nichts zu thun hat. Es kann jemand ein vortrefflicher Jmgfgegner und ein sehr schlechter Sozialdemokrat sein.( Seiterfeit.) Mit Ausnahme der Anträge 92 unb 95 zu 1, bitte ich alle Anträge anzunehmen. Zu der Generaldiskussion erhält das Wort Fischer Berlin: Die meisten Anträge gehen von einer falschen Vorausseßung über die faktische Stellung der Reichstagsfraktion aus. Man hat eine ganze Reihe von Wünschen in die Mittag- Halle spricht nochwals zu seinem Antrage: 3wei Form von Anträgen gekleidet, ohne dabei zu berücksichtigen, was Jahre lang erwägt" die Fraktion schon, und ist über die Er die Fraktion überhaupt fann. Einmal ist die Stellung der Fraktion wägungen nicht hinausgekommen; es wird Zeit, daß sie mit den im Reichstage sehr beschränkt und dann kann es garnicht ihre Erwägungen fertig wird. Es sieht etwas bourgeoismäßig aus, Aufgabe sein, die verschiedenen Forderungen in die juristische wenn wir der Fraktion immer Anträge zur Erwägung übergeben, Form von Gefeßen zu fleiden, andererseits muß man doch be- wir machen es dann so wie der Reichstag, der, um die Wähler rücksichtigen, daß die meisten Gesetzentwürfe gar teine zu beruhigen, dem Bundesrath manche Anträge zur Erwägung Aussicht, hätten zur zweiten und dritten Lesung oder gar übergiebt, die damit begraben sind. zur Annahme zu gelangen. Allmälig hat sich eine voll- Klement Kaiserslautern: Die Anträge 93 und 96 ständige Ueberschäzung dessen herausgebildet, was wir über zwingen geradezu dazu, das Vereinsrecht von Reichswegen zu haupt auf gefeßlichem Wege erreichen können, da muß regeln. Artikel 4 der Reichsverfassung giebt die Handhabe dazu, ein kleiner Dämpfer aufgesetzt werden. Wenn wir Arbeitslosen- und es würde dadurch möglich, den zahlreichen Ueberschreitungen versicherung und anderes in Gesetzesform verlangen, so fordern der Landespolizei vorzubeugen. Der Erlaß von Arbeitsordnungen wir die Beseitigung dessen, was die Existenzbedingung der bürger- entsprechend dem Antrage 96 ist für den Schutz der Arbeiter unlichen Gesellschaft ausmacht. Glauben Sie denn, daß die umgänglich nothwendig. Bourgeoisie ihre eigene Existenz selbst untergraben werde? Riesel Berlin VI: Fischer hat ganz recht, wenn er einzuarbeiten! Mit dem Impfzwang- Antrag bin ich nicht einWarum fordert man denn nicht gleich die Verwirklichung des zelne Anträge als undurchführbar bezeichnet; das gilt z. B. von ganzen Programmes? Das Schwergericht unserer parlamentari- dem Antrage bezüglich der Arbeitslofen- Versicherung. fchen Thätigkeit liegt nicht darin, mit Gefeßentwürfen an die Rausniz: Die Anträge haben einen großen Werth das Regierung heranzutreten, sondern in der agitatorischen Seite. durch, daß die Indifferenten sehen, wie wenig geneigt die BeWir müssen der Bourgeoisie zeigen, was sie alles nicht zu leisten sitzenden sind, unfere berechtigten Forderungen zu erfüllen, ja vermag, warum sie es nicht kann, daß sie unfähig ist die inneren daß sie nicht einmal dazu im stande sind, sie zu erfüllen. BeWidersprüche zu lösen, an denen sie zu Grunde gehen wird. züglich der Arbeitslosenstatistik tönnen wir von der ReichsEine ganze Reihe der gestellten Anträge muß deshalb regierung doch dasselbe verlangen, was fie bezüglich der Tabakrundweg abgelehnt werden. Andere Anträge wären nicht Enquete geleistet hat. Was die Arbeitslosen- Versicherung an gestellt worden, wenn mehr berücksichtigt, was wir thatsächlich betrifft, so würden wir mit einer solchen Forderung die Regiegeleistet haben. Wieder andere Antragsteller haben Forderungen rung und die Bourgeoisie dazu zwingen, ihre Bankerotterklärung gestellt, die aus der Kompetenz des Reichstages herausfallen und auszusprechen. Von den Anträgen des Vereinsgesetzes nimmt vor die Landesgesetzgebung gehören, so unter anderem beispiels: man aus taktischen Gründen wohl besser Abstand. Für einzelne weise der Antrag aus dem Saarrevier bezüglich des Arbeiter- Landestheile käme vielleicht sogar noch eine Verschlechterung fafinos. Das schließt natürlich nicht aus, daß wir auch im heraus. Reichstage an geeigneter Stelle auf solche Dinge eingehen und Dr. Quard Frankfurt a. M.: Jch finde, daß bei einem man fann uns gewiß feinen Vorwurf daraus machen, daß dies Theil der Anträge, die in gewerbepolitischer Hinsicht vorliegen, nicht in ausreichendem Maße geschehen sei. Eine Reihe von die Behandlung, die Fischer vorschlägt, nichts nüht. Es ist besser, Anträgen fönnen sodann nur in der Form angenommen werden, sie zu prüfen; zu ergänzen; so ist der Antrag der Ottenser daß sie der Fraktion zur Berücksichtigung überwiesen werden, so Parteigenossen auf Erhebungen über die Dauer der Arbeitszeit Eingegangen find 2 Anträge von Quart und Genossen 1. anstelle alle Forderungen bezüglich des Arbeiterschutzes. Die Fraktion von Reichswegen sehr gut, es muß nur hinzugefügt werden, daß des Antrages 81: Der Parteitag fordert zur lebhaften Agitation für hat ohnedies in ihrer letzten Sigung beschlossen, den Arbeiter eine Reichstommission für Arbeiterstatistit schon besteht, und daß Verbesserung der Gewerbe Inspektion auf und ersucht zu gesetzentwurf unter zweckentsprechenden Aenderungen im Reichs- deren Befugnisse zu erweitern sind. Der Hamburger Antrag auf diesem Zwecke a) die Fraktion eine reichsgefehliche Regelung oder tage wieder einzubringen. Bei den Anträgen( 80) aus Friedberg i. H. Lohnschutz muß ergänzt werden, der Hinweis auf die Reichs wenigstens eine Bentralstelle für Gewerbe- Inspektion, deren Er und( 90) dem letzten der Genossen aus dem 1. Berliner tontursordnung genügt nicht, es muß erinnert werden an die weiterung auf Hausindustrie und Handwerf, sowie Anstellung Reichstags Wahlkreise vergessen die Antragsteller ganz Submissionsbedingungen, an die Vergebung der großen Staats- weiblicher Gewerbe- Inspektoren zu beantragen; b) die Abgeord die thatsächliche Lage der Verhältnisse. Wir sind uns ganz arbeiten, bei denen den Unternehmern vom Reichstag bestimmte neten in den Parlamenten der einzelnen Bundesstaaten sollen für flar barüber, daß Armenunterstügung niemanden des Wahlrechtes Bedingungen zu Gunsten der Arbeiter auferlegt werden tönnen. Vermehrung der Gewerbe- Inspektoren, Trennung der Kesselberauben dürfe. Würden wir aber eine solche Forderung durch- Der Antrag 82 wünscht die Ausdehnung des Gewerbegerichts- revision von der Gewerbe- Aufsicht, für Aufhebung der bundes brücken, so würden wir nur den Gegnern eine Freude bereiten. verfahrens auf die Handlungsgehilfen. Die Organisation der staatlichen Verordnungen, welche den Inspektoren die PolizeiFür Ortsarme ist gerade so wie für Soldaten und Gefangene Handlungsgehilfen ist noch so mangelhaft, ihr Dünkel häufig noch befugniß nimmt, Herausgabe billiger Ausgabe der Jahresberichte bie Abhängigkeit von den Behörden so groß, daß die freie Wahl so groß, daß sie sich thatsächlich im Zustand der Rechtlosigkeit und Kritik derselben, Bildung von Beschwerdekommissionen zum gefälscht werden würde. Was die richtige Auslegung der Ge- den Prinzipalen gegenüber befinden. Sie dürfen aber nicht mecha- Verkehr mit den Gewerbe- Inspektoren wirken. 2. Als Zusatz zu fetze" anbetrifft, fo handelt es sich bei der ganzen Frage darum, nisch den jetzigen Gewerbegerichten unterstellt werden, sondern Antrag 82: Die Gewerbegerichte sollen durch Kammern für mer überhaupt die Macht hat Gesetze auszulegen. Die besten besondere Rammern erbalten. Der Antrag 81 verlangt die faufmännische Streitigkeiten ergänzt werden, die aus HandelsGesetze werden in für uns ungünstiger Weise ausgelegt, wenn die Schaffung einer Zentralstelle des Reiches für Fabrikinspektion. prinzipalen und Handelsgehilfen bestehen. befizende Klaffe die Macht dazu hat. Ueberbies untersteht die Diefe Anregung fann nicht schaden, obwohl sie ein frommer Auslegung der Gesetze zum größten Theil den Landtagen. Wo Wunsch bleiben wird; sie tann unterstützt werden durch den Hin fich aber Gelegenheit bietet, gehen wir ohnedies auf die offen- weis auf die Suppentüchen- Zentralstelle, die das Reich eingerichtet 0 Schleicher Meh: Wir find Lothringer und brauchen das Saarrepier nicht, aus dem der Antrag 95 stammt, um unsere Vertheidigung zu übernehmen, in der Politik soll jeder in seiner Rolle bleiben. Der Antrag 95 ist schon aus diesem Grunde anzunehmen. In Lothringen giebt es noch Thür- und Fenstersteuer und andere besondere Steuern, die die Arbeiterklasse belasten. Der Dittaturparagraph gewährt der Regierung von Elsaß- Lothringen die Möglichkeit, die Arbeiterbewegung zu stören und ihre Entfaltung zu verhindern. Wir ersuchen daher die Fraktion, sich mehr unseres Landes anzunehmen und die Aufhebung des Dittaturparagraphen zu beantragen. Ein Schlußantrag, den Schmidt München begründet und Wurm bekämpft, weil Fischer nicht den Standpunkt aller Mitglieder der Fraktion vertreten habe, wird abgelehnt. Ferner ist ein Antrag och und Genoffen eingegangen, durch welchen die Reichstags- Fraktion aufgefordert wird, das Vorgehen des Amtsgerichts Langenfelbold, durch welches Bätern, die sich weigerten, ihre minderjährigen Söhne zum Austritt aus sosial- 1 Reichstage zur Sprache gebracht werden. Was hat es denn für zwischen den Nationen an; fäen wir unter den Sozialisten Zwie demokratischen Vereinen zu zwingen, das Erziehungsrecht ent- einen 3wed, wenn man uns Jahr für Jahr damit beauftragt, tracht durch falsche Nachrichten, heimtückische Insinuationen, ver zogen worden ist, im Reichstage zur Sprache zu bringen, und 20-25 Gefeßentwürfe auszuarbeiten, wenn wir ihnen dann be- logene Schmeicheleien, und das Treiben pfiffiger Lockspigel alles zu thun, um in Zukunft ähnliche Maßregelungen nnmöglich richten müssen, daß dies nicht möglich gewesen ist, oder daß unsere und die Sozialisten, mit ihren inneren Kämpfen beschäftigt, zu machen. Initiativanträge nicht einmal zur ersten Lesung gekommen find. In werden uns in Ruhe die Arbeiter ausbeuten laffen." Aus Mitleid möchte man diese lette Illusion der Herren Georgi Berlin: Wenn die Tattit, die Fischer wünscht, jeder Woche ist nur ein Tag für Initiativanträge bestimmt, so von uns eingeschlagen würde, könnten wir den zweiten Theil tommt es denn, daß in der letzten Session von 22 eingebrachten Kapitalisten, denen wir so viele Illusionen zerstört haben, gerne unferes Programms gleich streichen. Damit würden wir aber ein Anträgen nur vier erledigt wurden, von fünf sozialdemokratischen schonen. Allein das ist schwierig; denn wenn Ihr nachweist, vortreffliches Mittel verlieren, die indifferente Masse zu uns aber noch nicht ein einziger! Das Erfreuliche an der Diskussion daß die Einigkeit bei Euch niemals aufgehört hat, dann zwingen herüberzuziehen. Der Antrag Quark verdient kräftige Unter- war, daß gegen die Haltung der Fraktion an sich kein Vorwurf wir, indem wir Euch den Brudergruß der französischen Arbeiter den Mißerfolg ihrer stügung; nur eine Reichsstatistit vermag genaue Resultate zu erhoben worden ist, daß sie also das Vertrauen der Genoffen be übersenden, die Herren Kapitalisten, liefern. Der Antrag 87 ist deshalb anzunehmen. fitzt. Wenn Sie also meine Ausführungen nicht mißverstehen chauvinistischen Aufreizungen festzustellen, und sie wären genöthigt, Sindermann- Dresden tritt für den Antra 94 ein. wollen, so ist meiner Meinung nach überhaupt gar kein Anlaß auf unserer Parteifahne den Wahlspruch zu buchstabiren, den im Seige Pößned wünscht die Annahme des Antrages 81: zu Mißverständnissen vorhanden, da sich die Fraktion zur Zeit Jahre 1848 das Kommunistische Manifest von Mary und Engels Unser Fabrikinspektor ist ein alter Oberbergbeamter, der hat in mit etwa zehn Gegenständen beschäftigt, die sie im Reichstage der Arbeiterklasse gegeben hat: Proletarier aller 2änder vereinigt Euch! acht Jahren einen Betrieb revidirt.( Große Heiterkeit.) Als der als selbständige Anträge unterbreiten wird( darunter befinden sich Es ist aber unmöglich, den Herren Kapitalisten ihren füßen eine Sozialdemokrat, der im meininger Landtag sizt, die An- Einführung des allgemeinen Wahlrechts in allen Bundes gefeßliche Abgrenzung der Wahlkreise, gelegenheit dort zur Sprache brachte, erklärten selbst die frei- ftaaten, Ab- und unschuldigen Wahn auf die Dauer zu erhalten. Je mehr die das Vereins- und und Versammlungsrecht be- tapitalistische Produktion fich entwickelt, und je mehr Fortschritte finnigen Fabrikbefizer, einen Fabrikinspektor hätten sie noch nicht schaffung der u. f. w.), fo zu Gesicht bekommen. Gesetze, Arbeiterschutz ist der Sozialismus macht, desto inniger und fester knüpft sich der Die meiningensche Regierung aber läßt schränkenden alles beim alten. Unser alter Fabrifinspektor läßt sich von einem meiner Meinung nach die einzige Form der Erledigung der Bund des Proletariats der alten und neuen Welt. alten Schimmel durchs Land ziehen.( Große Heiterkeit.) Er materiell annehmbaren Anträge die, daß wir sie der Fraktion fürchtet sich nämlich auf der Eisenbahn zu fahren.( Erneute zur Berücksichtigung überweisen.( Beifall.) Heiterkeit.) Wenn er in eine Fabrik kommt, fürchtet er sich, mit dem Arm in ein Treibrad zu kommen. Der Betrieb muß deshalb solange stillstehen.( Heiterkeit.) Jahn. Man solle den Antrag ablehnen, für die Kaufleute eine besondere Gewerbegerichtskammer zu bilden, das bedeutet die Schaffung besonderer Handelskammern für das Proletariat im Kaufmannsstande. Die Kaufleute in Berlin haben sich bereits dafür ausgesprochen, unter die bereits bestehenden Gewerbegerichte gestellt zu werden. Ueber die gestellten Anträge solle man nicht so leicht hinweggehen, vor allem solle man das gleiche Wahlrecht für die Frauen zu den Gewerbegerichtswahlen verlangen. Ein Schlußantrag, den Opificius begründet, Klees bekämpft, wird abgelehnt. Stein Hochstadt: Die hier vorliegenden Anträge sind ein Kleiner Ausdruck der Unzufriedenheit der Arbeiterklasse mit den herrschenden Zuständen, sie zeigen den Weg zur Besserung und müssen deshalb angenommen werden. -O = Die Arbeiterpartei. Die Sekretäre: Paul Lafargue. Jules Guesde. Baris, den 16. Oftober 1894. Parteinachrichten. # Parteipreffe. Die erste Probenummer des neuen Volksblattes für Harburg, Wilhelmsburg und Umgegend" wurde am Sonntag Morgen von den Parteigenoffen in Harburg, Wilhelmsburg und Umgegend in zirka 12 000 Exemplaren verbreitet. Die nächste Probenummer erscheint am Sonnabend, 27. Oftober, in derselben Auflage. Wir wünschen dem neuen Mitstreiter für die Inter essen des arbeitenden Volkes den besten Erfolg. Statt sich gegenseitig zu haffen und sich zu einem bruder. mörderischen Kampf vorzubereiten, betrachten die Proletarier der Nach Schluß der Diskussion ist noch der Antrag Jahn verschiedenen Länder sich als verschiedene Armeeforps einer eingelaufen, der die Fraktion damit beauftragt, für die Frauen einzigen großen Armee: der Armee der Arbeit, und sie wettdas Wahlrecht zum Gewerbegericht zu verlangen. Der An- eifern mit einander, welche Arbeiterschaft sich zuerst der trag Mittag( achtstündiger Arbeitstag) wird an politischen Gewalten ihrer Nation bemächtigen wird, um die genommen. Der Antrag der Genossen von Billingen Rapitalistentlaffe zu expropriiren und die ökonomischen Kräfte wird angenommen. Der Hamburger Antrag von den Fesseln zu befreien, die deren Entwickelung aufhalten ( mpfzwang beseitigung) wird, nachdem die ersten und den Vormarsch hemmen zu dem unvermeidlichen Schicksals. Abstimmungen zweifelhaft geblieben sind, schließlich mit 108 Biel: der Wiedereinführung des Kommunismus. Es lebe die internationale Verbrüderung der Arbeiter! Stimmen gegen 94 Stimmen abgelehnt.( Bravo!) Es lebe die deutsche Sozialdemokratie! Hamburger Anträge auf 2ohnschuh werden angenommen. Für den Nationalrath der französischen Der Antrag der Frankenhausener Genossen Reich 3wird ange= enquete über Arbeitslosigkeit nommen. Der Antrag Ewers Gilbeck auf Sicher stellung des 2ohnes des Arbeiters am Arbeitsprodukt wird abgelehnt. 80a wird angenommen, 80b wird ausgeschieden, 81 wird angenommen, ebenso An Antrag 82 mit dem Amendement Quart, desgleichen 83. Wurm Berlin: Als Genosse Fischer vorhin Stellung zu trag 84 wird abgelehnt, desgleichen 86. Die Anträge 85, den Anträgen nahm, hat er selbstverständlich nur seine persönliche 87, 88 werden angenommen. Antrag 89 wird abgelehnt, 90 Gewerbegerichts- Wahlen. Ein Privat- Telegramm meldet Ansicht, nicht die der Fraktion ausgedrückt, da ja eine vor- wird ausgeschieden, 91 wird im ersten Theil angenommen, der herige Berathung der Fraktion nicht stattgefunden hat. Die zweite Theil, der sich mit der Landagitation beschäftigt, wird uns: In Danzig fiegten bei der heute stattgehabten Gewerbe Differenz zwischen Fischer und anderen Fraktionsmitgliedern ist ausgeschieden; Nummer 2 und 3 des Antrages werden ange gerichts- Wahl des dritten Bezirks die Sozialdemokraten über die übrigens nicht so riesengroß. Es handelt sich mehr um die nommen. Anträge 92 und 93 werden abgelehnt, 94 vereinigten Gegner. Form, die Fischer seinen Ansichten gegeben hat. Seine Rede wird angenommen. 95 erster Theil wird abgelehnt, Für den Eifer unserer Beipziger Parteigenossen in erweckte den Eindruck, als halte er überhaupt eine längere Dis- zweiter Theil angenommen. Antrag 96 wird abgelehnt. tuffion der hier gestellten Anträge für überflüssig. Wir Der Antrag Hoch( Amtsgericht Langenselbold) wird Sachen der Bürgerrechts- Erwerbung zeugt die Mittheilung, daß halten fie für wichtig. Jemehr sich unser politisches Leben in angenommen. Der Antrag Brandt und Genossen, für sich im Laufe des lettverfloffenen Jahres durch Vermittelung der der Thätigkeit der Fraktion konzentrirt, hat ihre Arbeit der die Arbeiterinnen das Wahlrecht in die Ge- von unseren Parteigenossen errichteten Auskunftsstellen nicht schärfsten und genauesten Kritik der Genossen im Lande zu unter- werbegerichte zu fordern, wird angenommen. weniger als 4000 Einwohner das Bürgerrecht erworben haben, liegen. Freilich ist es nicht immer möglich, die Wünsche der Der Antrag Quart Verbesserung des Gewerbe- während ein gleiches, von den Ordnungsparteien errichtetes Bureau nur in ca. 1500 Fällen benutzt wurde. In dieser ThatGenossen gerade in Form eines Antrages im Reichstag zur inspektorats wird angenommen. Sprache zu bringen. E3 ftellen sich dem häufig technische Die angenommenen Anträge werden, soweit sie noch nicht fache dürfte die Ursache der Eile zu finden sein, mit welcher der Echwierigkeiten in den Weg. Es ist dann besser, bei gedruckt vorliegen, auf Antrag Mittags gedruckt werden. Damit Rath bestrebt ist, schon in diesem Jahre das Klassen- Wahlsystem für die Stadtverordneten- Wahlen einzuführen. der Berathung des Etats unsere Meinung auszudrücken. find die Anträge erledigt. Unsere Gegner nehmen zu allem Stellung, was wir Es wird zur Erörterung der badischen Angelegenheit gcsagen. Herrn Stumm und seiner Freunde Herz ist so voll, schritten. Zur Debatte wird der erste Absatz des Antrages 68 daß es bei jeder Gelegenheit überläuft. Die Frage der ftaat- und Antrag 69 gestellt. Das Wort zur Begründung des Mannlichen Arbeitslosen- Versicherung verdient gründliche Erörterung. heimer Antrages erhält Jeder theoretisch flare Genosse muß zwar den Antrag aus Dreesbach: In der letzten Session des badischen LandBerlin 4 ablehnen, weil er der sozialistischen Lehre widerspricht, tages lagen mehrere firchenpolitische Anträge des Zentrums vor, wie sie Mary und Engels begründet haben. Die kapitalistische die uns auch vor 2 Jahren und früher schon beschäftigt hatten. Produktionsweise muß eine Reservearmee von Arbeitslosen er- Das Zentrum beantragte: 1. Der§ 11 des Gesetzes vom zeugen, und so wenig, wie sich jemand am eigenen Zopfe aus 9. Oftober 1860, die rechtliche Stellung der Kirche und kirchlichen dem Sumpf ziehen kann, so wenig vermag die kapitalistische Ge- Vereine im Staate betreffend, erhält folgende Fassung: Religiöse sellschaft die Arbeitslosen, die sie schafft und braucht, zu beseitigen Orden und ordensähnliche Kongregationen sind im Großherzog auf dem Wege staatlicher Versicherung. Der einzig praktische thum zugelassen, von der Errichtung einer einzelnen Anstalt ist Weg, die Arbeitslosigkeit zu verringern- beseitigen läßt sie sich der Staatsregierung Anzeige zu erstatten. 2. Artitel 1, das Gesetz nicht ist, die Arbeitzeit zu verkürzen und die Löhne zu erhöhen. vom 2. April 1872, die Abhaltung von Missionen durch MitDas haben auch die Gewerkschaften, die Versicherung gegen Arbeits- glieder religiöser Orden betreffend, wird aufgehoben. Als dieTofigkeit haben, eingesehen. Die Anträge, die sich auf die Fabrik- felben Anträge in der Session 1891/92 uns vorlagen, da stimmten mehrere Lokale, besonders den„ Tivolisaal", der ihnen zu Verinspektion beziehen, verdienen Annahme. Wir haben die Wünsche, die in wir für die Zentrumsanträge, weil sie ein Ausnahme- familungen verweigert wird. dieser Hinsicht heute ausgesprochen wurden, immer bei den Reichs- gesetz, einen Ueberrest aus der Kulturkampfzeit beseitigen tagsdebatten darüber berücksichtigt. Quart's Antrag ist von einem wollten. Damals stimmte Rüdt ebenso wie ich, in diesem Redner mißverstanden worden. Er will nur eine besondere Ab- Jahre gingen die Zentrumsanträge in eine Kommission, in die Wir verabredeten, theilung für die Handlungsgehilfen bei den Gewerbegerichten von unserer Seite Rüdt entsandt wurde. ( Wolff's Telegraphen- Burean.) schaffen. Fischer hat sich dagegen gewendet, daß wir für die daß wir dieselbe Stellung wie früher einnehmen und uns an der und Nationalliberalen Nürschan, 23. Oktober. In der vergangenen Nacht explos jenigen Armen, die Unterstüßung aus öffentlichen Mitteln erhalten, Kulturkampfpaufe zwischen Zentrum das Reichstags Wahlrecht verlangen. Ich und eine große Anzahl nicht betheiligen wollten. Nach der ersten Sigung sagte mir dirte in einem von mehreren Bergleuten bewohnten Hause eine Das Haus wurde leicht beschädigt; die anderer Fraktionsmitglieder sind entgegengesetzter Ansicht. Den Rüdt, er habe im Interesse unserer Partei folgenden Zusak be- Dynamitpatrone. Opfern der heutigen Gesellschaftsordnung darf das Wahlrecht nicht antragt: unterstehen jedoch in jeder Beziehung den Bestimmungen Fenster wurden zertrümmert und die Thürpfoften herausgerissen. Paris, 23. Oktober. Der Wiederzusammentritt der Depus vorenthalten werden. Stimmen die Almosenempfänger dann gegen des Vereinsgesetzes vom 21. November 1867, uns, so müssen wir es ertragen. Es ist dies für uns eine For Den Schluß der Rede Dreesbach's tragen tirtenkammer vollzog sich in Gegenwart zahlreicher Deputirter wir nach. ruhig. Unter den eingebrachten Interpellationen befindet sich derung der Gerechtigkeit.( Beifall.) Paschal Grousset über das Komplot der Rüdt erwidert. Auf Antrag Bebel's wird beschlossen, den eine Fall Steigmüller und den Streit zwischen der Mannheimer Boulangisten, eine andere von Lavy und Chassaing über die solche von Volksstimine" und dem Offenburger„ Boltsfreund" einer Neuner- Cempuis- Angelegenheit, ferner eine Nachdem die TagesKommission vorzulegen. Der Streit zwischen Dreesbach und Alype über Madagaskar u. f. w. Rüdt sol morgen im Plenum erledigt werden. Schluß 73/4 Uhr. ordnung festgesetzt war, wurde in die Berathung der Juters pellation Grousset eingetreten. Grouffet fragte an, warum die Regierung, während sie nach den neuerlichen Zeitungsangaben die in dem ehemaligen boulangistischen Komplott bloss gestellten Monarchisten nicht verfolgte, für die von dem StaatsDer gerichtshofe Berurtheilten keine Amnestie gewähre. Ministerpräsident Dupuy erklärte, durch den Beschluß des Staatsgerichtshofes sei die boulangistische Angelegenheit erledigt worden; er erinnerte daran, daß die Kammer vor Kurzem die Amnestie verworfen habe und erklärte, daß die Regierung feineswegs unter der Oberhoheit der Rechten stehe. Darauf wurde die einfache, von der Regierung angenommene Tagesordnung mit 315 gegen 155 Stimmen genehmigt. Die Interpellation betreffend Madagaskar wurde nach Uebereinkunft zwischen der Regierung und den Fragestellern vertagt. Die nächste Sigung findet Donnerstag statt. Nachdem ein Antrag Krons auf Schluß der Debatte angenommen wurde, erhält noch Hoch das Wort zur Begründung feines Antrages. M Hoch Frankfurt: Die Entscheidung des Amtsgerichte Langensebold ist dem gefunden Menschenverstand einfach unverständlich. Wir fönnen natürlich hier nicht jedes einzelne unbegreifliche Urtheil zur Besprechung bringen, das genannte Urtheil hat aber für unsere ganze Agitation eine so große Bedeutung, daß man entschieden dagegen Stellung nehmen muß. Noch einen Die französischen Sozialisten Schritt weiter in der gleichen Bahn, den mit diesem Urtheil an unsern deutschen Parteitag. unfere Rechtspflege eingeschlagen hat, und es kann jedem sozialdemokratischen Vater, weil er Sozialdemokrat ist, in geeigneten Fällen das Erziehungsrecht abgesprochen werden. Wenn auch in dem vorliegenden Falle die letzte Instanz noch nicht gesprochen hat, so muß doch die gerichtliche Entscheidung an geeigneter Stelle gebührend fritifirt werden. Bersönlich bemerkt Frohme: Schmalfeld bezog sich bei der Altonaer Wahl auf die Wahl Hasenclever's, aber auch das mals find den Impfgegnern durchaus teine Konzessionen gemacht worden, sondern man hat sich damals nur überhaupt gegen jedes Zwangsgefeß ausgesprochen. erkennen werden. An die Delegirten der Sozialdemokratie Deutschlands, versammelt im Parteitag zu Frankfurt a. M. Theure Kameraden! Jedes Jahr um die gleiche Zeit macht mit der Pünktlichkeit der Schwalben, die durch ihre Abreise uns den Eintritt der schlechten Jahreszeit anzeigen, die bürgerliche Presse uns die Enthüllung, daß in den Reihen der deutschen Sozialdemokratie Zwietracht herrscht und daß diese Zwietracht auf dem bevorfiehenden Parteitag offen ausbrechen werde. Dieses Jahr haben die Unglücksraben nicht verfehlt uns vorauszusagen, daß es auf dem Parteitag von Frankfurt zur Rebellion gegen die Tyrannei des Triumvirats Bebel- Liebknecht- Singer kommen und daß die Partei in verschiedene Theile sich spalten müßte, die sofort den Kampf gegen einander begännen. Die Lokale, die unseren Genoffen in Brandenburg zur Verfügung stehen, ist um ein weiteres vermehrt worden. Die „ Koufordia", welche 1500 Personen faßt, ist dieser Tage ein geweiht worden und ist für die Arbeiterschaft frei. Boykott. Die Flensburger Genossen boykottiren von Depeschen. Der Senat hielt eine furze Sigung ohne weiteres Interesse und vertagte sich dann bis Freitig. London, 23. Oktober. Wie das Reuter'sche Bureau" aus Lourenço Marques von heute meldet, sandte die dortige Handelskammer an die portugiesische Regierung eine Depesche, in der sie den Stand der Dinge für unerträglich und die Geschäfte für ruinirt erklärt. Eine Epidemie drohe der weißen und der fchwarzen Bevölkerung, welch lettere auf einen kleinen Theil der Stadt zufammengedrängt sei. Die Depesche bittet dringend, die Regierung möge die von Transvaal freiwillig angebotene Silje annehmen. ( Depeschen- Bureau Herold.) Lemberg, 28. Oktober. Die Zahl der in Tarnopol verhafteten Studenten beträgt 21. Auch in mehreren anderen galizischen Städten wurden Werhaftungen vorgenommen. Im Schlußworte führt Fischer aus: Wurm hat es für nöthig befunden hervorzuheben, daß ich nicht im Namen der Gefammtfrattion gesprochen habe. Das habe ich auch garnicht prätendirt, obwohl ich mich, vielleicht mit Ausnahme von Antrag 80a, vollständig in Uebereinstimmung mit meinen Fraktionstollegen befunden. Wer meinen Ausführungen gefolgt ift, wird Diese regelmäßige und eintönige Wiederholung einer regelgefehen haben, daß ich weder den Antragstellern das Recht beftritten habe, der Fraktion Anregungen zu geben, noch daß ich mäßig durch den Verlauf der Dinge widerlegten Nachricht, zeigt mich gegen Initiativanträge an sich gewandt habe. Aber ich muß die Hirnerweichung der fapitalistischen Fraktion, die für die ganze doch noch einmal hervorheben, daß ein Theil der vorliegenden Klasse das Denken zu besorgen hat, und ste offenbart zu gleicher Anträge bereits von der Fraktion erledigt worden ist, daß andere Beit ein intereffantes Phänomen. Die Kapitalisten haben gegen den Sozialismus alles mögliche Anträge, wie 94 und 95, nach meiner Ansicht der Kompetenz der Landesgesetzgebung unterstehen, daß 86 und 89 materiell uns versucht: nach dem Aderlaß mit 30,000 Leichen, den die Versailler annehmbar sind, daß bei den Anträgen 93 und 95 endlich bei einiger Reaktion veranstaltet hat, den man aber nicht wiederholen fann, Sofia, 23. Oft. Das Ministerium hat beschlossen, die Ans Ueberlegung auch die Antragsteller die Anträge als unberechtigt ohne die Quelle der kapitalinischen Profite zu zerstören;- nach Man hat dann meine Kritik an dem parla- den 12 Jahren des kleinen Belagerungszustandes des Herrn von flage gegen Stambulow fallen zu lassen. nach der illoyalen Probe von Scheingeseßlichkeit Brüssel, 23. Oftober. In dem heute unter dem Präsidium mentarischen Einflusse angegriffen. Daß aber der parlamentarische Bismard; Einfluß vielfach überschäßt wird, dafür ist die Stellung des ist man zu der Erkenntniß gelangt, daß das fürchterliche Un- des Königs stattgefundenen Ministerrathe boten Ministerprafident Antrages 95 der beste Beweis. Wenn da öfters aus gethim weder durch barbarische Verfolgung, noch durch heuchle- de Burlet und seine Kollegen ihre Demission an, die aber der Die Minister beriethen dann mit dem König gesprochen wird, daß die Fraktion für die Aufhebung des rische Duldung vernichtet werden kann, und daß, ähnlich wie der König ablehnte. Dittaturparagraphen in Elsaß- Lothringen hätte sorgen sollen, Diamant nur durch Diamant zu schneiden ist, die Sozialdemo- über die von der Regierung in der kommenden Eession einzus so wird mir die materielle Berechtigung für meine Bemerkung fratie sich nur überwinden läßt, indem man die Sozialdemokraten bringenden sozialen Reformen. Ferner wurde die politische Lage erörtert, auf welche die letzten Wahlen einen Einfluß ausübten. nicht abgesprochen werden können. Bezüglich des Ausnahmerechts gegen die Sozialdemokraten hetzt. Es gab eine Zeit, wo die Bourgeois nur von Erschießungen, Offiziös wird mitgetheilt, daß augenblicklich ein Ministerwechsel in Elsaß- Lothringen ist die Fraktion sofort bei Beginn der Session zur Stellung der Initiativanträge zusammengetreten. Da aber Deportationen( trockener Guillotine), Einsperrungen, Geldstrafen nicht eintreten werde; der ehemalige Ministerpräsident Beernaert auch die elsaß- lothringische Fraktion derartige Anträge gestellt träumten; heute ist ihr Steckenpferd des Tages. Spaltung der werde das im Amte verbleibende Ministerium bezüglich der hatte, hielt es die sozialdemokratische Fraktion nicht für noth- Sozialdemokratie. Sie sagen fich:" Richten wir die Grenzen sozialen Reformen im christlich- demokratischen Sinne inspiriren. Charleroi, 23. Oft. In voriger Nacht ist der Sambres wendig, einen Wettlauf mit anderen Fraktionen zu unternehmen. wieder auf, die unsere Väter thörichterweise abgeschafft haben, Beinahe sämmtliche Anträge verlangen die Vorlegung von Ge- und die wir nur für die Bedürfnisse unseres Handels und unserer Fluß derartig gestiegen, daß an sieben Schiffen die Aufertaue setzentwürfen, wenn auch in der Diskussion das Schwergewicht Spekulationen zu unterdrücken gezwungen sind; wecken wir ver- gerissen sind und die Schiffe in der Nähe von Charleroi unterdarauf gelegt worden ist, daß die beregten Fragen nur im altete Vorurtheile wieder auf; fachen wir den blödsinnigen Haß gingen. Der Materialschaden ist sehr groß. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlaa von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 248. Mittwoch, den 24. Oktober 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Eine sozialdemokratische Agrar- Regierungen werden am wenigften getadelt und am meisten in der Stadtrath¾ſißung vom 7. Juli b. J., daß troß der gegens " gelobt, denn sie unterdrücken die Kritik und betreiben metho- theiligen Erklärung des Saarbrücker Bürgermeisters im Jahre 93 kommission. disch das Selbstlob und die Schönfärberei. An den freien amtlich Verhandlungen über den erwähnten Neubau geführt Der Verfasser des Artikels in Nr. 246, 2. Beilage( Eine und guten Regierungen aber ist allezeit die schärfste Kritik feien, Bürgermeister Feldmann von Saarbrücken erblickte hierin den Vorwurf, daß er wissentlich die Unwahrheit gesprochen habe sozialdemokratische Agrarkommission?) hat, soweit die Anträge geübt worden. Man vergleiche z. B. einen russischen Zaren und ließ nun seinerseits in der Saarbrücker Stadtrath3sizung der oberhessischen Parteigenossen in Frage stehen, zwei wesentlich mit einem amerikanischen Präsidenten. Die sozialdemokra- einen geharnischten Proteft vom Stapel. Zum Schlusse sagte verschiedene Dinge mit einander verwechselt. Er unterstellt uns tische Partei ist die schärfstkritisirende und die schärfst er: Jch betrachte die Angelegenheit damit als abgethan, zumal den Wunsch, eine saubere, umfassende wissenschaftliche Arbeit von kritisirte aller Parteien und darum die freieste und in sich mir mitgetheilt ist, Herr Dr. Neff sei grundfäßlich gegen eine dieser Kommission zu erhalten, während es sich wesentlich um gefestigtste. Austragung persönlicher Angelegenheiten auf dem Waffenpraktische Aufgaben handelt. Bereits in Köln habe ich die Forderung einer„ Sammlung Die Debatte über die Parteigehälter auf dem ege und es mir widerstrebt, die billigen Lorbeern zu pflücken welche die Stellung einer Forderung gewährt, landwirthschaftlichen Materials" als inopportun bekämpft und auf die Parteitage giebt in der gegnerischen Presse zwei Blättern, deren Annahme von vnherein aussichtslos erscheint." Verarbeitung des vorhandenen literarischen Stoffes hingewiesen, und die zwar nicht in ihrer Parteirichtung, wohl aber in ihrem Die Sache war aber damit nicht abgethan. Dr. Neff in gleicher Weise mußte ich mich gegen den Gedanken einer von Charakter viel Verwandschaft haben, der freikonservativen fühlte sich darüber, daß man ihm vernünftige Anschauungen in uns zu veranstaltenden Erhebung im" Sozialdemokrat" erklären, Bost" und der Freisinnigen Btg." Anlaß zu einigen hämischen betreff des modernen Zweikampf- Unfugs zutraute, schwer be da der Partei hierzu die Mittel, die Kräfte und die Befugnifie Betrachtungen. Daß beide Bourgeoisblätter übereinstimmend leidigt. Am nächsten Tage prangte in der„ St. Johanner 3tg." fehlen. Auf eine objektive amtliche Untersuchung warten, heißt sich als Freunde der Anträge auf Herabsetzung der Ge- eine lange Erklärung, der wir folgendes entnehmen:„ Es iſt eine die Sache ins Endlose vertagen. Es handelt sich vielmehr Unwahrheit, daß ich jemals zu jemandem geäußert habe, ich sei darum, die Grundlagen für ein agrarpolitisches Programm zu hälter entpuppen, könnte manchem Freunde dieser Anträge Gegner des Duels. Ich erachte auch für das bürgerliche Leben gunsten der Landarbeiter und Bauern zu gewinnen. Dazu gehört die Augen öffnen. Eugen Richter konnte natürlich auch bei den Austrag auf dem Waffenwege als eine Nothwendigkeit. freilich theoretische Vorarbeit. Diese soll der Kommission von dieser Gelegenheit nicht umhin, seinen Mangel an sozial Ich erkläre Herrn Feldmann, daß ich sein Verhalten seiner nachReferenten geliefert werden. Darauf hätten Landeskommissionen politischer Einsicht zu bekunden. Er folgert aus dem Be- gewiesenen Unkenntniß in der Behandlung von Ehrensachen zu und eventuell Fachkommissionen die Ergebnisse zu prüfen und streben unserer Partei, durch eine zukünftige Gesellschafts- gute halte und wenn auch sehr verspätet, seine weiteren Schritte schaftliche Methode, aber der Schelm giebt mehr, als er hat. Lebenshaltung zu verschaffen, daß auch jetzt alle Partei- nächst vor Zeugen prügeln. Die beiden Saarftädte bringen am Borschläge praktischer Art aufzustellen. Das ist keine exakt wissen organisation allen Menschen eine gleichmäßige ausgiebige erwarten will." Wie hieraus hervorgeht, werden sich die beiden Herren dem Und gegen das, was von agrarischer Seite, der Kräfte und Material reichlich zur Verfügung stehen, geleistet wird, würde es gehälter gleichmäßig ausfallen müßten, indem er in Be- Ende des 19. Jahrhunderts ihren Streit durch ein Gottesurtheil immer noch Gold sein. Gold schon, weil nicht Sonderinteressen fämpfung der Bebel'schen Ausführungen sagt:„ Es handelt zum Austrag! Inzwischen schimpfen die Blätter der beiden zur Unwahrheit zwingen, sondern das gemeinsame Interesse des sich doch um die Regelung der Gehälter von Personen, Bürgermeister, die„ St. Joh. 3tg." und die„ Saarbr. 3tg.". arbeitenden Voltes die lautere Wahrheit erheischt. welche ausschließlich innerhalb der sozialdemo- lustig aufeinander los. Aber auch andere rheinische Blätter Ferner ist nicht an eine stehende Kommission nach Art einer kratischen Gesellschaft beschäftigt werden." stimmen in den Hexensabbath ein. Das Organ der Trierer Akademie oder eines Verwaltungsamtes gedacht. Die einzelnen Das ist nicht mehr loyales Spiel mit dem Worte Nationalliberalen, die Tr. 8tg.", schreibt:" Wir halten die Mitglieder sollen zu Hause arbeiten, nach ihrer Arbeit ent-„ Gesellschaft". Es giebt wohl eine sozialistische Partei und Pistole für eine heute noch unter gewissen Voraussetzungen schädigt werden und nur zu bestimmten Sizungen sich an in dem Sinne, wie man von jemandem sagt, er befinde sich nicht unentbehrliche Ergänzung der gefeßlichen Hilfs= Brovinzialzentren, einige Mal auch in Berlin oder einem sonst in guter oder passender Gesellschaft, wenn man von seinem Heilung eintreten, so müßten St. Johann und Saarbrücken zwangs geeigneten Punkte zusammenfinden. Auf die Nebenwirkungen und den Kostenpunkt, die ich bereits umgange spricht, gebraucht man auch wohl die Redewendung, weise zu einer Stadt unter einem Bürgermeister vereinigt im„ Sozialdemokrat" eingehender behandelt habe, will ich hier die sozialdemokratische Gesellschaft, die freisinnige, die kon- werden. Für den Anfang müßte die Regierung natürlich eine nicht eingehen. Aber nicht praktische Schwierigkeiten stehen in fervative Gesellschaft. Die Gesellschaft" im weiteren Sinne aber, Art Diktatur einrichten." Frage, sondern der Scheideweg, ob wir der ländlichen, ins die auf bestimmter wirthschaftlicher Grundlage organisirte Das nennt die Partei der besten Männer der Nation" den besondere der noch nicht proletarisirten Landbevölkerung das Gesammtheit aller Volksgenossen, die Gesellschaft, auf die Kampf für Sitte und Ordnung!"( Die„ St. J.- 3tg. und Sbr. 3tg. bieten wollen, was, unbeschadet des Gegenfazes zum tapita es hier ankommt, das ist die bürgerliche Gesellschaft, inner- find auch nationalliberal.) Der ganze Vorgang beweist, wie der Liftischen Privateigenthum am Boden, wir heute bieten halb der jeder Sozialdemokrat sich genau so gut betten muß militarismus die breiten Schichten der gebildeten Bourgeois ver fönnen, zum Segen der Landbevölkerung und zum großen Gewie der Freifinnige oder Konservative. Ein jedes Mitglied Prinzip gefteit, die Forderung des Lebens ablehnen sollen. So dieser bürgerlichen Gesellschaft hat sich ihren Griſtenzsteht die Frage, die man durch Bedenken praktischer Art nicht bedingungen zu akkomodiren. Das ist es, was Bebel aus verschieben soll. geführt hat und was Eugen Richter nicht verstanden hat, oder nicht hat verstehen wollen. winn unserer Agitation oder ob wir, auf ein vermeintliches Leipzig, den 22. Oftober 1894. Simon Rabenstein. Politische Uebersicht. " roht hat. " Von der Regierung ist bis zur Stunde ein Disziplinar verfahren noch nicht eingeleitet. Daß dieses geschehen, follte. aber faum geschehen wird, scheint außer Frage zu stehen. Dr. Neff wird es wahrscheinlich gelegentlich schlecht ergehen, doch dürfte kaum seine Duelllust Anlaß zum Eingreifen der Re gierung geben. Was die Vereinigung der beiden Städte ans Die Kulturaufgaben leiden nicht. Die für wissen betrifft, so ist dieselbe zwar leicht zu empfehlen, aber schwer schaftliche Zwecke zur Verfügung stehenden Staatsmittel durchzuführen, da die Vermögensverhältnisse sehr verschiedene sind. werden immer geringer. Der Anthropologischen Gesellschaft Saarbrücken zahlt etwa 100 pet. Gemeindeumlagen mehr als St. ist die außerordentliche Staatsbeihilfe von 1800 auf Johann und letzteres wird sich daher für die Verschmelzung 1500 M. gekürzt worden, zugleich ist auf die Möglichkeit bestens bedanken. hingewiesen worden, daß im nächsten Jahre diese Beihilfe ganz in Wegfall komme. " Berlin, den 23. Oktober. Der Zusammentritt des Reichstags ist nunmehr bestimmt zum 22. November festgesetzt worden. Die RegieProfessor v. Treitschke soll in Ungnade gefallen rungsmaschinerie arbeitet schon mit Hochdruck, um das neue sein, weil er in seinem neuesten Bande deutscher Geschichte Gewaffe zur Bekämpfung des Umsturzes" fertig zu stellen. Eine intereffante Parallele zum Fall Leist theilt Friedrich Wilhelm IV. zu scharf kritisirt habe. Bei den Hinter dieser wichtigen Beschäftigung treten alle anderen uns ein alter Genosse mit: unbedingten Verehrern eines jeden Monarchen scheint er Aufgaben zurück. Wie der Kölnischen Zeitung" aus Berlin Bor etwa einem Jahre( wir schreiben nach dem Gedächtniß) damit ähnlichen Unwillen erweckt zu haben, wie Profeffor gemeldet wird, treffen auf Anregung des Reichskanzlers wurde eine Frau aus einer westlichen Provinz wegen Kuppelei Quidde mit seinem Caligula. Der Allg. 3tg." wird schon Graf Caprivi die stimmführenden Minister der verbündeten zu einer Strafe verurtheilt, weil sie ihrer Tochter geschlechtlichen aus Berlin berichtet, man" gehe sogar mit dem Gedanken Staaten schon morgen in Berlin ein, um gemeinsame Umgang mit deren Verlobten, dem späteren Gatten, gestattet um, dem Verfasser das Staatsarchiv zu verbieten und ihm Besprechungen über die Maßregeln zu halten, welche zur hatte. Manchem mochte die Berurtheilung hart erscheinen, da den Hof- Historiograhentitel abzuerkennen. Es wäre das schärferen Bekämpfung der Umsturzparteien von Reichs- auf dem Lande und namentlich im Hannoverschen und Schleswig- allerdings ein heiterer Scherz der Nemesis, wenn sie diesen wegen zu treffen seien". Demnach scheint Graf Caprivi Holsteinschen ein derartiger Umgang nach der Verlobung als fanatischsten aller Hohenzollern- Historiographen über die doch schließlich sich zu einer Zwangspolitik verstehen zu doch, wenn auch schon manches Jahr seitdem verflossen ist, die selbstverständlich und als herkömmlich erachtet wird. Schrieb Kritik eines Hohenzollern stolpern ließe. wollen, obgleich er sich als verständiger Mann sagen muß, gewiß gut erzogene und fittlich reine Tochter des Claudius, Das Waisenhaus von Cempuis vor dem Generalrath daß mit den rostigen Ausnahmegesetzen, auch wenn sie noch des Wandsbecker Boten", Elifabeth ihrer Freundin, der der Seine. Man schreibt uns aus Paris unterm 18. Oftober: so sauber geputzt und aufpolirt werden, sich gegen eine Volts: Brinzeß Löwen stein, in dem Briefe, in welchem sie dieser Wenn die Regierung glaubte, daß mit der Absetzung Robin's. bewegung nichts ausrichten läßt. Nun läßt allerdings ein Artikel von ihrer Verlobung Mittheilung machte, daß von jetzt ab ihr des Direktors des Waisenhauses von Cempuis, die ganze An der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" darauf schließen, Geist und ihr Körper ihrem Berlobten gehöre. Und solche gelegenheit erledigt sein werde, dann dürfte sie durch die gestern daß nichts unternommen wird vom Reichskanzler, was ihn deutsche Richter sind sirenge Hüter der Moral; bei ihnen gilt ihrem Irrthum abgebracht worden sein. Denn kaum war der Anschauungen überbauern im Volke Jahrhunderte. Indeß stattgehabte Eröffnungssigung des Generalraths der Seine von einer Ablehnung feiner Vorlagen durch die Reichstags- nicht das Sprichwort: Ländlich, sittlich", sondern das Straf- Rath zusammengetreten, als der Präsident der Ueberwachungs Majorität ausjett. Andererseits erhält sich das Gerücht, gesetzbuch. kommission des Waisenhauses von Cempuis, Generalrath Rousselle, der Reichskanzler habe dem Plane des Grafen Eulenburg Aber was dem einen recht, ist dem anderen billig, ist ein sowohl die Revokation Robin's, wie alle sonstigen gegen die zugestimmt, im preußischen Landtag eine Verschärfung der Rechtsgrundsay, der, wenn auch in anderen Worten, in der Waisenanstalt begangenen Jufamien zur Sprache brachte und Vereinsgeseze durchzudrücken. Das ganze offiziöse und halb preußischen Verfassungsurkunde Aufnahme gefunden hat. Jene dabei nachwies, das was die Regierung treffen wolle, offiziöse Gerede macht den Eindruck, als ob mit aller Gewalt Frau mußte mit Gefängniß büßen, was ihrem Rechtsbewußtsein der religionslose unterricht war, daß sie etwas zu stande gebracht werden soll, das den Anscheinmalige Kameruner Kanzler hat aber Böseres gethan, er wollte, mehr noch, daß sie sich vor der Libre Parole" jedenfalls als etwas Strafbares nicht erschienen war. Der ehe- fich den Klerikalen und Ralliirten gefällig zeigen einer ernstlichen Bekämpfung der Sozialdemokratie macht, has oen Lüften eines deutschen Marine- Difiziers fogenannte beugte, hinter welcher die Jesuiten stünden und von welcher der daß aber die Auguren selbst nicht an die Heilkraft ihrer Pfandweiber wider ihren Willen preisgegeben, has wie er Rampf gegen Cempuis in der That ausgegangen ist. So tam angepriesenen Heilmittel glauben. zugiebt. Als hoher Beamter in Kamerun war es feine Pflicht, es denn auch, daß die Anstalt, die so viele Auszeichnungen, Ein sehr erfreuliches Zeugniß für die Fortschritte mit peinlichster Sorgfalt jede seiner öffentlichen oder privaten Preise und Medaillen erhielt und dessen Direktor von allen zur unserer Partei legt die gegnerische Breffe ab, welche den Handlungen zu prüfen, ob fie mit den Geſetzen der Moral oder Ausstellung von 1889 gekommenen ausländischen Pädagogen ob diesjährigen Parteitag mit einer Gehässigkeit behandelt, wie ganz abgesehen von seinem übrigen Berhalten, in dem Entgegen zu einem Schweineftall( porcherie) wurde, die dort erzogenen des Strafrechtes in Widerspruch nicht stehen, das hat er aber, der erzielten Erfolge beglückwünscht worden war, mit einem Male sie früher auch nicht annähernd in gleichem Maße zu finden kommen für den Marine- Offizier unterlassen, und vergleicht man Knaben als" Agenten der Verbrecherarmee" bezeichnet wurden, war. Früher waren die Gegner der Sozialdemokratie immer das Verhalten des p. Leist mit dem jener vorstehend erwähnten während es von den dort untergebrachten Mädchen hieß,„ daß ste noch einer gewissen Unparteilichkeit fähig. Allein jetzt hat Frau, so kann er von dem Vorwurf schwerster Kuppelei nicht zur Prostitution bestimmt seien". Die Infamien in diesem Kampfe das aufgehört, und auch die sonst anständigeren der reingewaschen werden. gegen Cempuis gingen so weit, daß gewisse illustrirte Blätter gegnerischen Blätter stimmen ein in das allgemeine Schimpf- Aber es giebt ja in Berlin eine Staatsanwaltschaft, die oft- Bilder brachten, die eine nackte Frau zeigten mit der und Schmal- Konzert. Willkommenes Futter bietet den mals das, was man gedacht oder gesehen haben tönnte, schon Ueberschrift:" 3ögling von Cempuis in Uniform", oder Gegnern dabei die freie Kritik, welche die Genoffen auf dem vor ihr forum zieht, sie wird sich der Prüfung der Leist'schen ein mit emporgestreckten Beinen auf dem Trottoir liegens des Mädchen, unter Dem die Worte standen: Das Barteitag an der Partei selbst und an den Zuständen der Unthat nicht entziehen und deren Bestrafung veranlaffen. ist meine Nichte, sie ist in Gempuis erzogen worden." Bartei üben. Diese freie Kritik ist nicht blos ein Recht der Duellwüthige Bürgermeister. Aus Trier wird une und auf grund welcher Informationen, welcher Untersuchung ist Genossen, es ist ihre Pflicht. Sie wären pflicht ver- unterm 21. Ottober geschrieben: St. Johann und Saarbrücken, Robin entlassen worden? Und warum ging man bei dieser gessen, wenn sie nicht rücksichtslos und rückhaltlos wären die als Zentrale des Saarkohlen- und Induſtriegebietes in er- Entlaffung über die Köpfe der Ueberwachungs Kommission des in der Ausübung dieser ihrer Pflicht. Auständige und freulichem Aufblühen begriffen sind, besitzen immer noch zur Ver- Waisenhauses von Cempuis hinweg? Bur Antwort gedrängt, Loyale Gegner würden in dieser freien Ausübung der Kritik wunderung aller Fremden getrennte Verwaltungen. Dieser eigen wußte der Präfekt nichts anderes vorzubringen, als daß er als ein zu unseren Gunsten sprechendes Moment erblicken. fich aber nicht erklären läßt, ist die bornirte Feindschaft beider durchzuführen hatte, und daß die Regierung die Aftenstücke, auf thümliche Zustand läßt sich wenigstens historisch erklären; was Beamter nur die ihm von der Regierung ertheilten Instruktionen Denn sie ist nur möglich in einer durchaus gesunden, Schwesterstädte. Das engherzige Kliquenwesen hat sich jetzt zu grund deren sie ihre Entscheidung traf, als solche betrachte, die und sich gesund fühlenden Partei. Nur eine Partei, die an einem persönlichen Streit der beiden Bürgermeister fie dem Generalrath nicht mitzutheilen habe, was doch mit fich glaubt, die rein ist um das Nierenstück und ein gutes zugespigt. Die Sache liegt furs so: anderen Worten nichts anderes heißt, als daß die Atten der Gewissen hat, kann die absolute Freiheit der Kritik nach Im vorigen Jahre fanden zwischen dem Generalfommando Regierung, wenn fie überhaupt welche besitzt, nicht Außen und Innen vertragen. Daß bei Ausübung der freien des 8. Armeekorps in Koblenz und der Stadt St. Johann Ver- das Tageslicht vertragen können. Der Generalrath will Kritik auch harte und ungerechte Urtheile gefällt werden, handlungen wegen der Errichtung eines Gebäudes für das Be- aber Licht in dieser Sache, will Genugthuung für den das ist in der Menschennatur begründet. Solche harte und sirtstommando in St. Johann statt. Anfangs August v. J. der Anstalt und deren 3- glingen angethanen Schimpf die Stadt Saarbrücken ungerechte Urtheile verhindern wollen, das würde einen Ein- tauchte die Nachricht auf, be- und drängt darum auf die Mittheilung der Aftenstücke, werbe sich ebenfalls um das Bezirkskommando ariff in die Freiheit der Kritik bedeuten. Bertuschen ist leicht. babe sogar versprochen, und was er denn auch in einer einstimmig angenommenen Resolution die Gebäude auf eigene Kosten zum Ausdruck brachte. Verweigert die Regierung diese Mits Potemkin'sche Dörfer kann die schlechtefte und dümmste Re- zu errichten. Darob entstand nun in St. Johann große theilung, dann wird der Generalrath in seiner nächsten Sigung, sierung beschaffen. Und die schlechtesten und dümmften Entrüftung und der St. Johanner Bürgermeister Dr. Neff erklärte die auf Montag angefeßt ist, über die weiteren Schale brathen, " die er in dieser Angelegenheit zu untemehn'en gedenkt. Man sieht, weit entfernt, mit der Revokation Robin's beendigt zu sein. beginnt erst der Konflikt und dürfte sich vom Gcneralrath in die Kammer verpflanzen, die bekanntlich am Tienslag zusammentritt. Ta wird sich denn auch bald zeigen, ob das Pfaffenthum, das dinier dem„Schweinestall" von Cen>puis stcckr, wirklich so mächtig ist, als es sich unter der Herrschast Perier III. ein- zubilden das Recht hat. In der Sitzung des Pariser Gemeinderaths vom 22. d. M brachten die Sozialisten einen Antrag ein, die Sitzungen einzin stellen, bis die Regierung die Ausliefernng der Akren in Betreff des Waisenhauses zu Cempnis zugesagt habe. Der Antrag wurde abgelehnt.— Tnrch die Anstveisnng eines Redakteurs aus Italien hat Crispi aufs neue gezeigt, wie völlig er den schlimmsten Praktiken der Gewaltspolittker anheimgefallen ist. Es handelt sich da um deu Abbe Eugen B ö g l i n, Leiter des„Mouiteur de Rome", der ausgewiesen und am '22. Oktober an die Grenze nach Chiasso gebracht wurde. Sein Blatt mußte infolge dessen sein Erscheinen einstellen. Ein anderes ultramontanes Blatt, der„Osservatore No- mono" erklärt, Böglin werde ebenso, wie der ebenfalls vor einiger Zeit ausgewiesene Redakteur Abbe Montennis, beschuldigt, die italienischen Finanzen und die italienische Politik diskreditirt und der italienischen Regierung Per- legenhciten bereitet zu haben. Ganz Russisch! Wie ja auch die ganze innere Politik des ehemaligen Revolutionärs nach dem Vorbilde despotischer Staaten gemodelt ist. Er wird aber auch die nämliche� Erfahrungen, machen, wie andere Gewalthaber vor ihm. Sein Werk wird in Stücke gehen und durch seinen Zusammenbruch der Volksbefreiung die Bahn frei machen.— Zankow's, des bulgarischen RnfsensrenndeS, Versuche, die gegenwärtige bulgarische Regierung zur Annahme seiner Politik zu bewegen, werden in einem Telegramm aus Sofia als gescheitert bezeichnet, trotzdem Zankoiv kurz vorher noch 'sehr siegesgewiß in seinem Organe auftrat. Es heißt, �>aß nunmehr Radoslawow die Leitung der Opposition übernehmen-verde.— Lluö St. Petersburg schreibt man uns: Bis vor knrzenr hat man uns mit allerlei beschwichtigenden Fabeln über die Gesnndhcit des Zaren einzulullen versucht, an- dcrerscits aber forderte man uns geißelt worden. Dies Institut, das die Kühnemänner und Konsorten hauptsächlich zu dem Zweck errichtet haben, um über die von ihnen ausgebeuteten und nicht ausgebeuteten Arbeiter eine Art Kontrolle auszuüben, kann natürlich unter dem heutigen Elend am allerwenigsten Wunder verrichten und muß die Arbeiter, die dort um Beschäftigung nachfragen, größtentheils abweisen. Bei allem wird eine Kontrolle sogar über die Häufigkeil geführr, in der der Arbeiter ans dem Bureau vorspricht. Ein Arbeiter, der gestern dort um Arbeit nachfragen ging, sollte zum so und so vielten Male die letzte Arbeitsbescheinigung vor- zeigen. Dem Arbeiter fiel dies auf und er fragte den Beamten des Instituts, wie es denn zugehe, daß man, trotzdem keine Ar- beit vorhanden, den Kontrollschein einfordere. Statt eine Anl- wort zu geben, telephonirle der Beamte dem„Herrn Haupt- mann" herunter, einem Offizier a. D., der sich ausgezeichnet zum Direktor des Instituts der Kühnemänner qualifizwen soll. Als der Hauptmann vernahm, um was der Arbeitslose gefragt hatte, rvar aber auch von einer Auskunst keine Rede. Ein Achselzucken und die kurzen Worte:„Dort ist die Thür", war alles, was der Arbeitsuchende erfahren konnte. Ter Arbeitsschein wurde zurück- behalten— zur Kontrolle des Arbeiters, der so dreist war. eine unbequeme Frage zu stellen. Leider gehört nur eine verhältniß- mäßig geringe Zahl unter den zehntaufenden Berliner Metall- � arbeirern ihrer Organisation an, so erklärt es sich, daß das Institut der Kühncmänner ganz nach seinem Willen schalten und walten kann. Staatsanwalt und Referendar. In der Ermittelung?- fache sgegen den Referendar Schwabe n n d G e n o s s e n hal die Siaatsanwaltschast bekanntlich beschlossen, das Verfahren ein- zustellen, weil sie annahm, daß bei der sensationellen Blutszene aus dem Korridor des Gerichtsgebäudes am IS. Juli d. I. der Referendar Schwabe nur in Roth wehr gegen die Emilie Berg den Revolver gezogen haben sollte. Gegen diesen Bescheid hat Rechtsanwalt Dr. Greiling mit Erfolg Beschwerde ein- gelegt, und es haben sich bereits 8 Zeugen gemeldet, welche von den Vorgängen eine Darstellung geben, die eine Nothwehr völlig ausgeschlossen erscheinen lassen. Die Ver- nehinung dieser Zeugen hat gestern bereits begonnen, und durch dieselben soll die Sachlage durchaus so dargelegt worden sein, wie wir es auf grund zuverlässiger Berichterstattung s. Z. mit- aelheilt haben. Nach dieser Mitlheilung war bekanntlich der Pastor Schwabe der Angreifer. Ein Schadenfeuer, welches vorgestern Abend im Hause Holz. marktstraße 2 entstand, nahm die Thätigkeit der Feuerwehr durch mehrere Stunden in Anspruch. Es brannten die Werkstätten einer Putzfedernsabrik und einer darüber liegenden Färberei: ein« Zeit lang schien durch das Feuer der Stadlbahnhof Jannowitzbrücke bedroht, dessen Bahnsteig an das brennende Haus grenzt. Mit fünf Handdruckspritzen und einer Dampf- spritze wurde das Feuer isoUrt; die Aufräumungsarbeiten zogen s'ch bis zur frühen Morgenstunde hin. Zur Wucheraffäre. Wir erhalten folgende Zuschrift: Bezugnehmend auf die Notiz in Ihrer geschätzten Zeitung, daß ein neuer Wucherprozeß„Scholem und Genossen� schwebe, bitten wir mit Rücksicht darauf, daß unser Name selten vorkommt, um Aufnahme einer Erklärung, daß wir mit dem in diesem Prozeß genannten Scholem weder identisch noch verwandt find. Hoch» achtungsvoll Siegfried Scholem. Bnchdruckerei-Besitzer, Sebastian- straße 20. Arthur Scholem, Buchdruckerei-Besitzer, Rohstr. 3. Während der Fahrt a»f der Stadtbahn erblindet ist der in der Georgenkirchnraße wohnhafte Kaufmann R. Derselbe benutzte vor mehreren Tagen die Stadtbahn zu einer Fahrt von Bellevue nach dem Bahnhos Alexanderplatz: während der Fahrt schaute der Passagier, sich weit aus dem Fenster hinansbeugend, heraus, als er plötzlich einen stechenden Schmerz im rechten Auge verspürte und eine völlige Erblindung desselben wahrnahm. Herr R. begab sich sofort zu einem Augenarzte Dr. C., welcher ein völliges Versagen der Sehkraft, hervorgerufen durch Eiteransatz am Augennerv, feststellte, welcher durch Zugwind herbeigeführt worden war. Tie Erblindung des Auges wird zwar durch ärzt- lrche Behandlung wieder gehoben werden können, doch dürfte eine andauernde Schwächung des erkrankten Nerves zurück- bleiben. Eine Franz Renz'sche Erfindung, deren Patent bereits angemeldet ist, wird in der ersten Aufführung der neuen Aus- stattungS-Pantomime, welche am Donnerstag in Szene geht, vor die Oeffenllichkeit treten. Es handelt sich um ein mechanisches Bühnenpodium, das sich in größter Geschwindigkeit über den ganzen Rand der Manege spannt und ebenso schnell wieder zu beseitigen ist. Die Hnndliing der Zirkus- Schaustücke spielt sich nun nicht mehr im Sandboden der Manöge, sondern aus diesem erhöhten Ricsenpodinm ab. Geringfügige Ztvistigkeiten haben den 59 Jahre alten Verwalter des Hauses Gipsstr. 16», namens Karl Neu in den Tod gelrieben. Er hatte mit seiner Ehefrau am Montag Mittag einen Wortwechsel und begab sich unmittelbar darauf aus dem Hause. Als er nicht zurückkam, machte sich sein 21 Jahre alter Sohn Richard um 5 Uhr Nachmittags auf die Suche nach dem Vater. Er betrat den Handwerker-Schulboden in der Sophien- straße 15, wohin man den Vater harte gehen sehen. Hier hatte sich der Gesuchte mittels einer Zuckerschnur an einer'Leiter er- hängt und war schon todt. Schon wieder hat ein Streckenarbeiter auf der Bahn sein Leben aufs Spiel setzen müssen. Am Dienstag Morgen gegen 9 Uhr wurde der unverheirathete Streckenarbeiter Baden, der auf der Strecke ar. Bude V unweit des hiesigen Anhalter Bahnhofes beschäftigt war, von der Maschine des Lokalzuges, der um 8 Uhr 51 Minuten aus Groß-Lichtcrfelde hier eintnfft, gefaßt. Ihm wurden die Beine und eine Hand zerquetscht, so daß er mittelst Tragekorbes nach dem Elisabeth<5lraukenhause gebracht werden mußte. Die Schuldsrage ist noch nicht erörtert worden, doch sei bemerkt, daß den Arbeitern aus dieser Strecke keine Horn- signale zur Warnung vor heraiiiiahenden Zügen gegeben werden! Selbstmord in einem Gasthofe. Am Sonnabend Nach- mittag erschien in einem Gasthose(Hotel de l'Europe, Tauben- straße 16) ein junger Mann, der sich für den Landwirth Kroß aus Westpreuben ausgab, sofort die Zimmermicthe bezahlte, von einem Ausgange aber erst in der Nacht zum Montag heimkehrte. Am Montag Vormittag um 10 Uhr hörte der Oberkellner von einem Nachbarzimmcr aus zwei Schüsse fallen, die in dem Zimmer Nr. II, das der angebliche Kroß bewohnte, abgegeben z» sein schienen. Beim Nachsehe» ergab sich, daß Kroß im Bette lag und sich zwei Schüsse über dem rechten Ohr in den Kopf gejagl hatte. Da er noch lebie, ließ ibn der Polizeilieutenant Dahle millelst Krankenwagens nach der Charitee bringen, wo er aber scbon als Leiche eintraf. Aus hinlerlasseucn Papieren geht mit Sicherheit hervor, daß es sich um den 21 Jahre allen Landwirth Kurt Raschke handelt, der ein Sohn des früheren Lieutenants R. aus Erkner ist und sich einen falschen Namen beigelegt hatte. Welche Gründe den jungen Mann in den Tod getrieben haben, ist noch nicht zu ermitteln gewesen. Polizcibcricht. Am 22. d. MtS. Morgens fiel ans dem Dombauplatze einem Arbeiter ein schwerer Balken auf das Bein und fügte ihm einen Bruch des Unterschenkels bei.— Vormittags schoß in einem Hotel ein Man» sich zwei Revolv-rkugeln in den Kopf. Er wurde noch lebend nach der Charitee gebracht.— Aon der Michaelbrücke sprang Nachmittags ein Mann in die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen.— Auf dem Boden eines Hauses in der Sophienstraße wurde ein Mann erhängt vorgefunden.— Abends siel ein Kutscher in der Friedrichstraße von seinem Arbeilswagen, gerieth unter die Räder und wurde an den Füßen erheblich verletzt.— In einem Hause in der Prenzlauer Allee wars ein Schlosser einem Arbeiter ohne jede Veranlassung ein Küchenbeil ins Gesicht und verletzte ihn schwer an der Backe.— In der Nacht zum 23. d. Mts. gerieih in der Holzmarktstraße ein Mann unter die Räder einer Droschke und wurde am 51nie bedeutend verletzt.— Im Hause Holzmarkt» straße 2 brach Abends in den im 2. und 3. Stock des Seiten- flügels belegenen Fabrikräumen Feuer aus, das bedeutenden Schaden verursnchle.— Außerdem fanden im Laufe des Tages vier kleine Brände statt. Witterungsübersicht vom 23. Oktober 1894. Wetter-Prognose für Mittwoch, den 24. Oktober 1894. Theils heiteres, theils nebeliges, am Tage ziemlich warmes Wetter mit mäßigen südöstlichen Winden, keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetlerbureau. Soziale IlebevliclIk. Das Risiko der Arbeit ist ein ungleich größeres, als das des Kapitale. Was kann hier verloren gehen? Die Verluste an der Börse sind überhaupt nur scheinbare. Das baare Geld, die Werthpapiere wechseln nur de» Besitzer, das immobile Kapital, als Maschinen, Fabriken u. s. w. sind fast stets versichert und werden ersetzt, falls sie zerstört werden; das Leben eines einzige» Arbeiters aber ist nicht zu ersetzen durch Hunderttausende, es ist unwiderbringlich dabin. Und gegenüber diesem ungeheuren Risiko, den, der Arbeiter jederzeit ansgesetzt ist. was hat er eventuell zu gewinnen? Nichts! Kaum daß der Lohn für seine Arbeit, vorausgesetzt, daß er solche hat. hinreicht, mit seiner Fa- milie ein küninierliches Leben friste» zu können. und ist er zum Krüppel geworden oder hat er den Tod gesunden, so genügt die Rente nicht, ihn und seine Familie vor Entbehrungen zu schützen. Und Hunderle und Tausende von Arbeitern sind es jährlich, die auf dem Schlachtfelde der Arbeit bleiben. In folgendem geben wir 3 Fälle wieder, die wir in einem rheinischen Arbeiter- organ hintereinander registrirt finden: Auf der Zeche Germania(Dort m u n d) stürzte der Hauer Meinberg von Marten bei der Aussührung von Reparatur- arbeiten in einen Schacht und erlitt einen Bruch des Rückgrats und einen Schädelbruch. Er starb auf dem Transport zum Krankenhause. Ein gräßlicher Unglücksfall geschah gestern ans dem Walz- werk der Firma Thyssen n. Co. in S t y r u m. Mehrere Ar- beiter hatten den Auftrag erhallen, für die elektrische Bahn in Essen bestimmte Röhren zu verladen, und mußten sich dazu eines Hebckrahns bedienen. Plötzlich riß die Kette desselben, eine Röhre fiel dem Arbeiter Heßberg auf den Unterleib und zermalmte ihn zu einer unkenntlichen Masse. Ans der Zeche„Dahlhauser Tiefbau"(Dahlhausen, Ruhr) siel der Bergarbeiter Schuchl von hier durch den Fußboden der Kohlenwäsche in die Räder der darunter befindlichen Maschine. Ein Arm wurde ihm buchstäblich aus dem Körper gerissen, außerdem wurde ihm die Brust vollständig eingedrückt. Er war sofort todt. Diese 3 Unglücksfälle wurden an einem Tage berichtet. Ein weiterer Unglücksfall wird aus Athen ge- meldet. Dort explodirte eine Pulverfabrik, wobei sechs Ar- beiter ihren Tod fanden. Ein Heizer wurde fortgeschleudert und ist gerettet worden. Der Besitzer liegt vor Schrecken noch ohnmächtig in seinem Hause. Die nahegelegene königliche Pulver- fabrik war in großer Gefahr. Athen ist ganz von Rauchwolken bedeckt.— Wie der„Pesti Naplo" meldet, fand heute früh in einem Schachte des Aninaer Bergwerks eine Explosion statt; bisher sind bereits 15 Tobte nud 20 Schwerverwundete zu Tage gefördert worden. Dem„Berliner Lokalanzeiger" wird aus B u d a p e st noch weiter tclegraphirt: Bei dem Aninaer Gruben- nnglück wurden neuen Depeschen zufolge 200 Arbeiter durch ein Flammenmeer von der Außenwelt abgeschnitten. Den verzweifelten Anstrengungen gelang es, 150 derselben noch lebend herauf» zubefördern. Bisher sind 33 Leiche», die zum Thcil schon ver- kohlt waren, geborgen worden. Ter städtische Arbeitsnachweis in Köln wird voraus- sichtlich am 1. Dezember eröffnet werden. Ueber die Statuten soll innerhalb der Stadtverordneten-Versammlung später noch berathen werden; im übrigen wurden die Geldmittel schon jetzt bewilligt. Im ganzen sind an Lokalmiethe, für Meublement und den Jahresbeitrag 9300 M. nöthig. Zur Einführung des neuen Heilmittels gegen Diphtheritis in den städtischen Krankenhäusern bewilligte die Kölner Siadt- verordnetcnsitzung 5000 M.— Die Bielefelder Stadt- verordneten-Sitzung bewilligte zu dem gleichen Zweck 1000 M. Die Bnnhandwcrker-Krankeukasse(Eingeschriebene Hilf?- kaffe Berlin vir. 118) ist vom Polizeipräsidenten genehmigt und hat die Bescheinigung erhalten, daß sie vorbehaltlich der töhe des Krankengeldes den Anforderungen des Z 75 des rankenkassen-Gesetzes entspricht. Der Beginn der Thätigkeit der Kasse ist ans den 1. März 1895 festgesetzt. Ausnahmefähige Per- sonen, die sich innerhalb einer Woche nach diesem Tage zur Ans- nähme melden, werden ohne Rücksicht auf ihr Alter und ohne ärzliche Untersuchung aufgenoinmeii. Der provisorische Vorstand. C. Behrend, Blumenthalstr. 5. Getvevltsriiofiliriiev. Au alle iu der Schirmbranche und verwandten Berufszweigen beschäftigten Arbeiter und Ar» beiterinnen Deutschlands! Wiederum ist es der Agi- tationskominission der Berliner Schirmarbeiter und Arbeiterinnen gelungen, einen Schritt vorwärts zu thun, indem sie beschlossen hat, Mitte nächsten Monats ein eigenes Fachorgan herauszu- geben. An Euch Kollegen wird es nun liegen, ob Ihr gewillt seid, mit uns Schritt zu halten und vorwärts zu streben; an Euch wird es sein zu zeige», daß Ihr gewillt seid. Euch aufzuraffen und mitzustreiieu für die Wahrung unserer gemeinsamen Jnter- essen. Leider muß es gesagt werden, daß gerade die Arbeiter und Arbeiterinnen der Schirmbranche sich um die Wahrnehmnng ihrer heiligsten Interessen nicht in dem Maße be- kümmern, als es in anbetracht ihrer elenden Lage, in der sie sich größlentheils bcstnden, erforderlich wäre. Kollegen! Hier ist Euch Gelegenheit gegeben, den Beweis zu erbringen, daß in unseren Reihen die Erkenntniß immer mehr um sich greift, daß die Befreiung der arbeitenden Menschheit von dem Drucke des Kapitalismus unsere vornehmste Aufgabe ist. Darum verschafft Eurem zukünftigen einzigen Fachorgan, welches voll und ganz Eure Jnleressen vertreten wird und das Schallrohr Eurer Gedanken sein wird die weiteste Verbreitung. Sende jeder Adressen ein. damit die Nummer 1 in die Hände aller Jnter- essenlen gelange» kann. Die Agitations-Kom Mission der Schirm arbeiter und Arbeiterinnen. Adressen von Kollegen und Detaillisten bitten wir zu senden an Max S imon, Berlin 80., Naunyustraße 57, vorn parterre links. NB. Alle Arbeiterblätter werden um gefällige Aufnahme gebeten. Die Stnhlbaner der Stuhlfabrik Brandmühle bei Kreischa sind i» Ausstand getreten, um bessere Behandlung zu erzielen, und bitten deshalb, den Zuzug streng fern zu halte». NB. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Der nationale Bergarbeiter- Kongreß soll nach einem Beschlüsse des Komitees, dein die Vorarbeiten übertragen worden waren, am 26. und 27. Dezember in Bochum oder in Essen stattfinden. Als provisorische Tagesordnung hat man festgesetzt: l. Die achtstündige Schicht. 2. Verbot der Frauen- und Kinder» arbeit in und ans den Gruben. 3. Festsetzung eines Minimal- lohncs. 4. Vereinigungssrage. Sämmtliche deutsche Arbeiter werden in Abtheilungen gruppirt, worüber noch in dem nächste Woche erscheinenden Aufrufe näheres bekannt gegeben wird. Der Streik der Arbeiter in Ripoll in Spanien, welcher sechs Monate hindurch dauerte, ist beendet. Gertrfcks�Beikung. Die beleidigte Charlottenburger Polizei. Vor dem Charlottenburger Schöffengericht stand am 23. Oktober unser Parteigenoffe Buchdrucker Otto Görke unter der Anklage, die dortige Polizeibehörde beleidigt zu haben. Er hatte in einer im Juli d. I. abgehaltenen Versammlung die bedauerlichen Vor- gänge verurtheilt, zu der in Charlottenburg unwissende polnische Arbeiter von srommen Leuten verführt worden waren. An ge- wisser Stelle, so soll sich Görke geäußert haben, hätte man es vielleicht gern gesehen, wenn in der sozialdemokratischen Ver- sannnlung, in der die armen Polen randalirt hätten, ein kleiner Landsriedensbrnch entstanden wäre. Diese beleidigende Aeußerung bezog die Charlottenburger Polizeibehörde aus sich und stellte Strafantrag. Aus der Verhandlung vor dem Schöffengericht verdient da§ Verhalten des als Zeugen vorgeladenen Polizeilieutenants Mündt hervor- gehoben zu werden. Dieser Herr nannte unseren angeklagten Parteigenossen unter Zengeneid wörtlich„einen der bissigsten Redner, die wir haben"; der Angeklagte sei als g e w e r b s- mäßiger Agitator zu betrachte», als ein Mann, deines daraus ankomme, bestraft zu werden, da„bekanntlich" jeder sozial- demokratische Agitator einige Monate hinter sich haben müsse, um vollgillig zu erscheinen. Letztere unter Zengeneid abgegebene Aeußerung gab selbst dem Vorsitzenden Veranlassung, den Polizeibeamten darauf auf- merksam zu machen, daß solche Reden unstatthaft und zum mindesten als sehr gewagte Behauptungen zu betrachten seien. Eigenthümlich berührte es, daß der Polizeilieutenant sich im übrigen auf«inen Bericht des Zeitiiiigsipedileurs Pirch berief. den dieser der„Charlottenburger Zeitung" geliefert hatte. Pirch hatte sich in jener Versammlung gleich nach Görke zum Wort gemeldet und das Vorgehen des Beamten, der nämlich Görte wegen| mehreren Kumpanen aus einer Restauration in der Nähe des Wegen Unterschlagung von Krankenkassen- Geldern der inkriminirten Aeußerungen vom Plak weg verhaften wollte, Dranienburger Thors. Sie befanden sich sämmtlich in der üblichen hatte sich gestern der Tischlergeselle R. aus Groß- Lichterfelde vor durch die Aeßerung gebilligt, daß der Vorredner sich leider in angeheiterten Stimmung", die man an Arbeitern mit den Worten der zweiten Straffammer am Landgericht II zu verantworten. einer Weise ausgelassen habe, wie er es nicht dürfe". Der fennzeichnet:" Der Kerl ist besoffen." Zwei Damen, welche des Derselbe war Rassirer der dortigen Kranken- und Sterbekasse der Staatsanwalt beantragte, die inkriminirte Aeußerung mit einem Weges tamen, wurden von ihnen umringt. Beide verlangten Tischler, bis bei einer Revision in der Kasse ein Fehlbetrag von Monat Gefängniß zu bestrafen. energisch, daß man sie unbelästigt laffe und die eine von ihnen, 455 M. festgestellt wurde, wovon 208 M. nicht zu belegen waren. In seiner Vertheidigung nahm Görke auf die Ansichten, die ein Fräulein Sp. bemerkte zu dem ihr zunächst stehenden Ange- Der geftändige Angeklagte entschuldigte sich mit langer Arbeitsber Polizeilieutenant über die sozialdemokratische Partei zum flagten:" Das ist nicht das Benehmen eines gebildeten Herrn, losigkeit sowie mit Krankheits- und Sterbefällen in der Familie. Besten gab, gebührend Bezug. Erkannt wurde noch über den sondern das eines dummen Jungen!" Darauf hieb der rohe Diese Entschuldigung erschien so glaubhaft, daß nur auf viers Antrag des Staatsanwalts hinaus, nämlich auf fechs Wochen Bursche ihr mit seinem dicken Spazierstock mit solcher Wucht zehn Tage Gefängniß erkannt wurde. Gefängniß. über den Kopf, daß sie aus einer tiefen Kopfwunde Der Vorsißende betonte bei der Urtheilsbegründung, daß der blutend ohnmächtig zu Boden fant. Die Zeugin Sp. ließ Angeflagte ohne Zweifel im Interesse seiner Partei gehandelt dem Gerichtshofe ihre blutbesprigten Kleider unterbreiten. habe, ob er aber dazu berechtigt war, das zu untersuchen, lehne das Gericht ab. Der§ 193( Wahrung berechtigter Interessen) finde feine Anwendung. Die gethane Aeußerung fönne nur auf Die Polizei gemünzt sein und enthalte solch schwere Beleidigung, daß sich eine empfindliche Strafe rechtfertige, die noch schärfer ausgefallen wäre, wenn der Gerichtshof nicht die bisherige Unbescholtenheit Görke's strafmildernd in Betracht gezogen hätte. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. A. B. 100. Die erste Frage finden Sie in jedem Kalender beantwortet, und über die zweite giebt Ihnen jedes 7jährige Schulkind Auskunft. Die Nachricht über die Vergrößerung der Brauerei ist uns nicht bekannt. Briefkaffen der Redaktion. Sie ist längere Zeit bettlägerig gewesen und leidet infolge mir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Bahn) der Verwundung an periodisch auftretenden Kopfschmerzen. Vor Gericht suchte sich der Angeklagte feiger Weise mit dem Einwand herauszureißen, daß er von der Dame, die er angerempelt hatte, zuerst mit einem Schirm geschlagen worden sei. Diese Behauptung fonnte jedoch in feiner Weise erwiesen werden. Der Gerichtshof erkannte gegen den Angeklagten, der sich einer an= A. Müller, Pankow. Eine derartige Erklärung können Die Brutalität eines sogenannten Gebildeten vor ständigen Dame gegenüber roh wie ein Zuhälter benommen wir im redaktionellen Theil nicht veröffentlichen. R. K., Stettin. Geng, Trestowstr. 26a. Gericht. Der Student Albert Steinte hatte sich gestern hatte, auf eine Geldstrafe von nur dreihundert Mart, inPenzig. Weil die Post besondere Beilage- Gebühren wegen einer ganz gemeinen Rohheit vor dem Schöffengerichte zu dem er die Trunkenheit des gebildeten Angeklagten als strafverantworten. In einer Julinacht kam der Angeklagte mit mildernd in Betracht zog. Für den Inhalt der Jnierate über. nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 24. Ottober. Opernhaus. Tristan und Isolde. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Leffing- Theater. Die Schmetter lingsschlacht. Deutsches Theater. Die Kameraden. Berliner Theater. Das Heirathsnest. Schiller Theater. Ein Fallissement. Neues Theater. Komödianten. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater.( Théâtre libre.) La Tante Léontine. Jacques Damour. Theater Unter den Linden. Drpheus in der Unterwelt. Bellealliance Theater. König Krauje. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. D! diese Berliner! Alexanderplatz Theater. Der Mikado. erhebt. National- Theater. Circus Renz Achtung! Große Frankfurterstraße 132. Carlstrasse. Gastspiel des fliegenden Serpentin- Mittwoch, den 24. Oktober ex., Ballets, arrangirt vom Balletmeister Géza Zinner. Abends 7/2 Uhr: Zum letzten Male. Verbotene Liebe. Auf auf zur fröhlichen Jagd. Berliner Sittenbild in 4 Akten nach einem vorhandenen Stoffe von G. Key. Regie: Mar Samst. Kaffenöffnung 62 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Bolts.Vorstellung. Othello, der Mohr v. Venedig. Castan's Panopticum. Hassan Ali Außerdem: d. oftpr. Hengit Blondel, vorgef. vom Dir. Fr. Renz; d. Schulpferd Cromwell und der Steiger Alep, ger. von Frl. Wally Renz; Colmar, ger. v. Herrn Ernst Renz; die Reckfünftlerinnen Geschw. Hoffmann; d. renomm. Akrobaten Gebr. Eugéne; d. Klowns Gebr. Villand etc. Croissance électrique( d.geheimnißvolle Wachsthum, pant. Schwant vom Dir. Fr. Renz. Achtung! Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berl. Reidjstags- Wahlkreis. Mitglieder- Versammlung am Donnerstag, den 25. Oftober 1894, Abends 9 Uhr, bei W. Gründel, Brunnenstr. 188. Tages Ordnung: 282/6 1. Vortrag des Genoffen Dr. Heymann über:" Die Philofophie des Sozialismus“. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Lederarbeiter. Oeffentl. Versammlung Donnerstag: 3um 1. Male: aller in der Lederfabrikation besch. Arbeiter ni en( Beim Jahreswechsel in Peting), gr. Manege- Schaustück v. Dir. Fr. Renz. Sonntag, Nachm. 4 Uhr: Komikerder grösste Mensch der Welt. Morßellung( 1 Kind unter 10 Jahren frei). das Prinzess Topase fleinste Menschenkind. Merikanische Riesen- Cacteen in noch nie gesehener Größe. Berbotene Liebe Passage- Panopticum. Untional- Theater. Verbotene Liebe. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater SpezialitätenVorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Mittwoch, 24. Oktober, Abends 8 Uhr: Ein Falliſement. Donnerstag, 25. Oftober, Abbs. 8 Uhr: Ein Fallissement. Freitag, den 26. Oftober, Abends 8 Uhr: Ein Fallissement. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Direttion: Richard Schulz. Emil Thomas a. 6. 51 wilde Weiber aus Dahomey. Fr. Renz, Rommissionsrath. Kartonbranche. A ( als Weißgerber, Lohgerber, Färber u. f. w.) am Donnerstag, den 25. Oktober, Abends 8 Uhr, im ,, Viktoria- Garten", Badstrasse 12. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Heinrich Schulz über:" Der Einfluß des. Rapitalismus auf die Wohnungsverhältnisse". 2. Diskussion. 3. Wahl der Revisoren zur Abrechnung. 4. Bericht des Delegirten zur Gewerkschafts- Kom556b mission. 5. Verschiedenes. Der Vertrauensmann. Donnerstag, den 25. Oftober, Achtung! Abends 73/4 Uhr: Versammlung bei Wilke, Andreasſtr. 26. 1. Können Gewerbe- Inspektion und Polizei den gesetzlichen Bestimmungen bez. Die Herenschaukel, beber Arbeiterinnen dauernd Geltung neueste Illusion. Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20. verschaffen? Ref. W. Wach. Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 29. Oktober, in Sanssouci, Kottbuserstr. 4a Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: Wie stellen sich die Kollegen zu dem bevorstehenden Lohnkampf? Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber ist es Ehrensache, daß alle 2. Die Mißstände in der Karton- Kollegen am Plaße sind. Die Frontenpußer außer dem Hause sind besonders Die Werkstatt- Kontrollkommission. fabrit von May Wunderlich. 76/7 eingeladen. Zahlreiches Erscheinen erwarten Die Vertrauenspersonen. NB. Die Kolleginnen werden gewarnt, in der Fabrik von Cohn und Friedländer, Stralauerstraße 58, Arbeit zu nehmen. D. D. 197/19 Achtung! Maurer. Achtung! Sonntag, den 28. Oktober er., Vormittags 10 Uhr: Grosse öffentliche Versammlung Säle and Bereinszimmer Kartonarbeiter. der Maurer Berlins und Umgegend von 20-600 Personen. Winter- Paletots zu billigen aber festen Preisen empfiehlt Julius Lindenbaum, Auna Bäders. Josefine Dora. Große Frankfurterstraße 139. Zum 54. Male: O! diese Berliner! In der Kartonfabrit von M. Wolff, Neue Friedrichstraße 48, find Differenzen mit den Zuschneidern ausgebrochen und ist deshalb die Fabrit zu meiden. Die Kollegen. Tüchtiger Gesang- Lehrer, Große Poffe mit Gesang und Tanz in theoretisch und praktisch gebildet, wird als 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Berlin von Julius Freund. Mufit von Jul. Einödshofer. Raffeneröffnung 612 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen und folgende Tage: 0, diese Berliner! Bundes- Dirigent für den Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend gesucht. 65/11 Reflektanten werden ersucht, ihre Adressen einzusenden an Ad. Neumann, Berlin N., Basewalterftr. 3. Achtung! Achtung! Adolph Ernst- Theater Allgem. Verein d. Töpfer Charley's Tante. in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Tages- Ordnung: 188/13 1. Stellungnahme zur Wahl von Delegirten zur Gewerkschafts- Rommiffion. 2. Unsere Stellung zur Presse. 3. Gewerkschaftliches. Die Vertrauensmänner der Berliner Maurer. J. A.: F. Freydank. Achtung! Moabit. Achtung! Oeffentliche Volksversammlung am Donnerstag, den 25. Oktober, Abends 81 Uhr, im Victoria- Salon, Perlebergerstr. 13. Zagesordnung: 297/2 1. Vortrag des Genossen Otto Näther über: Der Bierboykott und die bürgerliche Gesellschaft. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um rege Betheiligung ersucht Der Vertrauensmann. Schneidermeister, Oranienstr. 204. Edhwant in 3 aften v. Brandon Thomas. und Berufsgenossen Deutschlands, Filiale Berlin. Fritz Bock, Herren- u. Knabengarderobe, Vorher: Die Bajazzi. Mitglieder- Derlammlung Barodistische Poffe in einem Alt von am Freitag, den 26. Oktober 1894, Abends 6 Uhr, Große Auswahl in deutschen und englischen Stoffen. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Mufit von Franz Roth. In Szene gefeht von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Jeder Besucher der morgen stattfindenden Jubiläums Vorstellung erhält ein Souvenier- Exemplar gratis. Alcazar Vaudeville- u. Variété- Theater Dresdenerstr. 52/53( City- Passage) Vornehmster Familienaufenthalt. Neu! Sensationell! Neu! Pusebach auf Korea. Mr. Chong und Neu! Neu! Geschwister Sarno. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 f. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. R. Winkler. in Gründel's Saal, Brunnenstraße 188. Tages Ordnung: fertig und nach Maaß. Garantie für tadellosen Sih. Bestellungen in fürzester Zeit.- Billigste, feste Preise. 9822 vorzügl. u. Garantie, schmerzl., Zahnschmerz beseitigt, schmerz1. Die Lage der Fensterfrage. 2. Die Berhandlungen der Gewerkschafts- Künstl. Zähne, loses Bahnsieben. Cheilzahlung. Goldstein, Dranienſtr. 123 246/7 Kommission bezüglich unserer Stellungnahme zur Fensterfrage. Unsere Mitglieder werden dringend ersucht, in dieser Versammlung vollDer Vorstand. zählig und pünktlich zu erscheinen. Luxuspapier- Branche. deckt mit 14 Pfund, hell, brennt schneeweiß, per Pfund 3,30 Mart, verkauft 9 Carl Roland, Mariannenstraße 23. Sumatra, Alte Stiefel, gr. Ausw. Best. u. Reparat. reell u. bill. Putzger, Steglitzerstr.65 Alte Stiefel, Unfallsachen, lagen, Eingaben, Donnerstag, den 25. Oktober 1894, Abends 8 Uhr: Runge, Reichenbergerstr. 178. 5536 Grosse öffentliche Versammlung aller in der Gute rothe Kartoffeln find zu haben bei Dahms, Adlers= Luruspapier- Branche besch. Arbeiter und Arbeiterinnen of Hackenbergſtr. 20. im Lokal von Kelle, Schönhauser Allee 28. Tages Ordnung: 547b Die Niederlage von hochfeinem Speise- Leinöl aus der Dubizmühle 1. Warum organisiren wie uns? 2. Die Zustände in der Fabrit von b. 3innig N./L. befindet sich FliederIsrael. Referent Kollege A. Sailer. 3. Diskussion und Werkstatt Anstrase 5 pt. Wiederverkäufer gesucht. gelegenheiten. 76/5 Handatlas, Lerika von Genossen empfehle ich meine Möbels Spiegel- und Polsterwaaren, auch gebrauchte. Chr. Behrend, Grüne Weg 15. 161b Monatl. 10 M. liefert Theilzahlung. Anzüge nach Maass Tomporowski, Schneidermeister, Berlin C, Jüden str. 37 I. Für die Berliner Leser liegt Zu dieser Bersammlung sind die Kollegen und Kolleginnen von Israel, Brehm's hierleben, Andree's der heutigen Nummer unseres Heymann u. Schmidt, Kutzner u. Bayer, Hohenstein u. Lange, sowie die in der Spikenpapier- Branche beschäftigten Personen ganz besonders eingeladen. Meyer u. Brockhaus und andere Werke Blattes die gestrige Gewinnliftc Der Einberufer. fauft Hannemann, Kochstr. 56, 1 Tr der preuß. Lotterie bei. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 248. Mittwoch, den 24. Oktober 1894. Arbeiter! Varteigenossen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts sind abgebrochen worden, weil die Ringbranereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Riugbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Ansinnen ein empörtes furzes Nein entgegenseßten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrloser Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammite Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand ans Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massen mafregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassentampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter un aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstützung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Intereffe nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es keinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Die Boykott- Kommission. Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charm nothleidende Agrarier, sondern nur um franke Arbeiter. Herr lottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ko., Berlin. Branerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Juh. Max Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei medizinischen und bautechnischen Sachverständigen die die Durchführung des Charitee Boykotts au Dringlichkeit dieses Umsturzes" noch so beweglich ad oculos agitiren. demonstrirt haben, er hält die Taschen zu, handelt es sich doch nicht Mit der beginnenden Kälte werden für die Arbeiter die Bronsart v. Schellendorf braucht die Millionen für neue Mordwaffen, Wohnungszustände wieder unleidlicher, werden die nassen Woh= Rafernen und ähnliche Kulturzwede gegenüber so dringlichen nungen zur Ursache der mannigfaltigsten Schädlichkeiten für Bedürfnissen treten Kleinigkeiten wie die Niederreißung hygienisch deren Insassen. Daß unter den bestehenden Verhältnissen dieser unzulässiger Krankenhäuser in den Hintergrund. Mißbrauch mit der menschlichen Gesundheit getrieben werden tann, beruht auf den ökonomischen Interessengegenfäßen. tals veranlaßt den Grundbesitzer, einen jeden noch so verwahrs Die Rücksicht auf eine einträgliche Berzinsung seines Kapi ofien und gesundheitsgefährlichen Raum zu vermiethen und der Proletarier ist gezwungen, weil seine Mittel für beffere und ge fündere Wohnungen nicht ausreichen, zu nehmen, was ihm gnäbigft geboten wird, wenn ihm auch zehnmal die Zerrüttung seiner wi feiner Familie Gesundheit als sichtbare und unausbleibliche Folge vor lugen steht. Freilich in einer Richtung liegen die Verhältnisse dies Mal anders, zum ersten Mal verlangen die organisirten Arbeiter, die Kranten selbst ihr Recht und haben diesem Verlangen durch de Boykott einen auch für den Herrn Finanzminister empfindlichen Nachdruck verliehen. Gelingt es, das Manto der Charitee- Einnahme im preußischen Staatsbudget immer empfindlicher zu machen nun, diesen Beweisgründen verschließt sich auch der Militärstaat nicht auf die Dauer. Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frantsie werden in dem Chariteeboykott nicht nachlaffen, bis die Die Spzialdemokraten sind gewohnt, ganze Arbeit zu machen, furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Millionen in den Etat auch wirklich eingestellt sind, bis der UmPhönig- Brauerei, E. Radon, Lichterfelde. bau Thatsache geworden. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Mühlenstraße 49a. Louifen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: M. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Guft. Spiekermann, Weberstr. 66. Export- Brauerei Grabow'a./ D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Die Erkenntniß, daß diese Zustände mit dem heutigen Syftem unlösbar verknüpft sind, wird uns jedoch nie veranlassen, von einer gebührenden Beleuchtung und Schilderung derselben Abe fand zu nehmen und die Forderung zu wiederholen, daß Staat und Gemeinde hier einzugreifen haben. Alexandrinen str. 71, Kellerladen und Wohnung. Im Fußboden sitt der Schwamm, Wände naß und schimmlig, Thür äuft an den Wänden hinunter, sämmtliche Sachen und Klei so defekt, daß man die Hand durchstecken kann. Das Wasser dungsstücke schimmlig. Da auch die Fenster defekt sind, ist es in der Wohnung sehr falt. Frau ist fräntlich. Die Räume liegen 1,79 Meter unter dem Straßenniveau. Arbeiter- Sanitäts- Kommission. Sinne des Wortes) aufzugeben, bis in jeder Beziehung menschen- Stube und Küche; die Außenwände sind naß und schimmlich, der Außerdem wollen die Herren von der Charite.- Verwaltung und der Regierung nicht vergessen, daß der Umbau zwar ein Punkt unserer Forderungen ist, aber nicht der einzige. Gleic un.rläßliche Bedingungen für die Aufhebung des Boykotts sind bie Befferung der Wartung und Verpflegung, der Fortfall de der Fortfall des Kasernentons und der inhumanen Behandlung, Zwanges zur Demonstration, der unnöthigen Berbote and Strafen, insbesondere auf der Abtheilung für Geschlechtstrante( meist Buhälter", wie Herr Spinola meinte) und endlich die Weber wachung des Krankenhauses durch die organisirten Arbeiter. Oranienstr. 44, linfer Seitenflügel, rechte und linke Und ein großer Theil dieser Forderungen läßt sich ohre die ver- Fellerwohnung. Der Fußboden ist vom Schwamm durchfressen, langten Millionen, ja ohne einen Pfennig Geld erfüllen, wenn Wände naß, Wohnungen sehr finster, liegen 1,72 Meter unter die Chariteeverwaltung und die Staatsregierung nur einigen dem Straßenniveau. Neben der linken Kellerwohnung liegt guten Willen zeigen und sich zu der Einsicht bequemten, daß die die Waschküche, die Kinder Klagen über Kopf- und Halsschmerzen; Arbeiter auch Menschen sind. vor den Fenstern der rechten Wohnung liegt auf dem Hofe eine An den Arbeitern wird es liegen, ihr Programm ganz zu Dunggrube. erfüllen und nicht früher diesen Kulturkampf"( im eigentlichen Elisabeth Ufer 46. Rellerwohnung, bestehend aus 3um Chariteebontott. Bergangene Woche ging würdige Zustände in der Charitee geschaffen sind. Fußboden asphaltirt. In der Küche droht die Kochmaschine eindurch die Presse die Nachricht, daß sich Kriegs-, Finanz- und Unserer Aufforderung an die Krantentassen, zustürzen, daher sehr feuergefährlich. Die Wohnung liegt 1,68 Bautenminister, Beamte vom Ministerium des Innern, beamtete re brechnungen mit der Charitee vom 1. Jul Meter unter dem Straßenniveau. Bautechniker und Hygieniker in der Charitee ein Stelldichein ge- 1892 bis 1. Juli 1894, nach Quartalen geordnet, Berichtsstr. 39. In jeder Etage befinden sich auf den geben, um sich durch den Augenschein von der Berechtigung uns zu übergeben, sind bisher nachgekommen: Treppen für je 16 Haushaltungen 2 Klosets, welche fast täglich unferes Boykotts zu überführen. die Allgemeine Oris Krankenkaffe gewerblicher Arbeiter, verstopft und sehr unsauber sind. In den Wohnungen der 3. und die Orts Krankenkassen der Vergolder, Nadler und Sieb- 4. Etage befinden sich fast gar keine Rochvorrichtungen, so daß macher, Goldschmiede, Töpfer und Hutmacher. die Miether selbst eiserne Defen aufgestellt haben, die ohne SchußWir ersuchen die übrigen Kassenvorstände, bleche und daher sehr feuergefährlich sind. Mäuse und Schwaben WirSozialdemokraten sind nicht so vertrauensselig, wir wissen aus das Gleiche zu thun, wir ersuchen die Mitfind stark im Hause vertreten. Treppenbeleuchtung wird durch der Vergangenheit, daß es an Berheißungen und Versprechungen glieder und insbesondere die Delegirten der Petroleumlampen sehr mangelhaft hergestellt, manchen Tag foll auch früher nicht gefehlt hat; leider wurden sie nie in die Tharantentassen, für die Erfüllung unserer fie gar nicht vorhanden sein. Auf dem Hofe zwei meist überumgesezt. Herrn Miquel, dem Umstürzler a. D., mögen bie Bitte Sorge zu tragen und nach wie vor für füllte Müllkästen, daneben beträchtliche Müllhaufen. Das Haus Die bürgerlichen Blätter sehen in diesem Erfolg unferer Agitation den ersten Schritt zur Besserung, der den baldigen Neubau in die Wege leiten würde. Theater. " 1 Französische Schauspiele im Neuen und im ResidenzTheater. " hört Bailleron in gewissem Sinne eben auch zu der langen Reihe von Cabotins. Denn er übt die Kunst, jedermann gefallen zur Baillerons Cabotins", eine Romödie, die auf der be wollen, und selbst, wo er angreift, peitschen seine Hiebe nicht, fie Schauspielhaus. Das königliche Schauspielhaus scheint die deutendsten französischen Bühne, dem Theatre français viel en regen blos ein Prickeln auf der Oberfläche. Ihm fehlt das ernsthafte Stritit faum mehr beschäftigen zu wollen oder be: Slück gemacht hatte, gelangten am Sonnabend im Neuen Pathos, die Leidenschaftlichkeit des Hasses, und ein satirisches schäftigen zu können. Verübt man nicht tindische Harmlofig: Theater" zum ersten Male auf die Deutsche Bühne. In der Genie fann das Pathos so wenig entbehren, wie ein tragisches feiten, so übt man doch praktischen Kampf gegen den Umsturz. Deutschen Uebersetzung nannte man Cabotins" Komödianten. Genie. Die Maler und die Bildhauer, die Journalisten und Am Sonntag wurde ein neues Lustspiel Wie die Alten sungen" Das ist nicht ganz zutreffend für den Begriff Cabotins", der das Dichter, die sich in der wilden Vereinigung Tomate" bei von Karl Niemann gegeben. Der Autor ist Journalist im Etreberthum, das soziale, das politische und das tünstlerische zugleich Pailleron zusammenfinden, sind durchaus nicht die Glücksjäger, Dessauischen. Ein fluger, spekulativer Gabotin folgt er dem in sich schließt. Die Leute spielen nicht blos Komödie um der Komödie deren Jämmerlichkeit bittere Empfindungen wecken tönnte, es Winfe, der da besagt, die dramatische Kunst habe Mägdedienste willen, sie legen bestimmte Masken an, nicht um an der Maske- find eigentlich durch die Causerien des Autors ganz nette Leutchen bei der patriotisch- loyalen Erziehung zu leisten; und also sah er rade sich zu vergnügen, sie heucheln in bewußter Abficht, um ein geworden, deren moralischen Buckel der Autor selber durchaus fich töfilich belohnt. Der Hof wohnte der Erstaufführung seiner Stück Vortheil, ein Ehrenzeichen, eine Stellung im Salon, und nicht allzu ernsthaft nimmt. Solche Spielerei mit ernsthaften Komödie bei. Das Lustspiel, armselig in seinem künstlerischen vor allen Dingen ein tüchtiges Maß Baargeld zu ergattern. Dingen weckt allemal ein wenig Unbehagen; und die Gra Gehalt, läuft auf auf eine Verherrlichung des Soldaten Unsere Gesellschaft ist in der Auflösung begriffen, so definirt wartungen, die Pailleron im ersten Afte erregt hatte, gingen fürsten Leopolds von Dessau( des alten Dessauers) und Pailleron die Seelenstimmung der Cabotins, also sieht jeder, 100 zum Schluß nicht in Erfüllung. Manches feingeschliffene Wit feiner Annaliese hinaus. Wenn der Dessauer seine plumpften er bleibt und wo er einen Fezen Beute aus dem all- port ging gewiß in der ziemlich unbeholfenen deutschen Späße macht, wenn er die Stimmzettel der Dessauer Bürger gemeinen Ruin für sich erjage. Der eine rennt einer Uebertragung von Otto Neumann- Hofer verloren; menn eigenmächtig verbrennt, weil auf ihnen ein Bürgermeister vor- oderichtung nach, die ihn mittragen helfe, der andere Heuchelt aber alles blant geschlagen war, den der spaßbaite Fürst als Steuerverweigerer Enthusiasmus für die Kunst, die ihm doch nur eine Meltful ifi, ösischen Original, so hätte die Komödie herausgekommen wäre, wie im franhaßt; wenn er einem friecherischen Bürger mit seinem schweren der prostituirt den Journalismus, jener feine politische Ueberschwerlich einen weit lebhafteren Eindruck hinterlassen, Stock auf die Zehen flopft; wenn vollends gar die Grenadiere zeugung. Die Prostitution in der Kunst speziell, die in gewiffen als ie that. Wo man Hohn verlangt, herausfordernden Hohn mit hohen Blechmützen aufmarschiren, da wieherte das Publikum Modesalons getrieben wird, schamlos und läppisch zugleich, wiu und wo inem mit feinem feuilletonistischen Geplauder geants vor Entzücken. Nicht satt sehen konnte es sich an dem Autor, nun Bailleron in seinen Gabotins geißeln. Eine Aufgabe, hie vortet wird, da ist etwas innerlich brüchig. Eine Satire, fanft, der sich befeligt vor der Hofloge verbeugte. Erquidlich an den eines satirischen Genies wohl würdig wäre. Allein zwischer vorsichtig und liebenswürdig vorgetragen, das stimmt nicht s so unerquicklichen niedrigen Schauspiel war einzig die sicgreiche Beginnen und Vollbringen liegt bei Bailleron eine gewaltige fammen. Dem Lumpengesindel, das nicht durch Streben, sondern tomische Kraft der Frau Schramm. Sie gab eine alte Höferin, Kluft. Pailleron's vorzüglichste Eigenschaften sind die des Saufeurs, durch Streberei, nicht durch Können, sondern durch gesellschaft die unter all' dem Bürgerpac im alten Dessau fait allein vor dem im besonderen Pariser Wortsinn. Der Causeur, der Plauderer, liche Verbindungen und Retlame vorwärts fommen will, tcht patriarchalischen Despoten sich kein Blatt vor den Mund nimmt. foll vor allen Dingen ein heiterer, graziöser Mann sein. Etwas ein einsamer braver Künstler gegenüber. Failleron's Satire will vom Allerweltsmenschen steckt unbedingt in ihm und im Ni manden verlegen. Was it mbart n eben so oft sorton.mt, literarischen Charakter Pailleron's gleichfalls, und am Ende ge- loaß die Tüchtigkeit, die steht, von aaq Gemeinheit darum doch Angestellte der Berliner DampfstraßenbahnGesellschaft tlagen über den Mangel an Klosets an den Stationen Bahnhof Steglig" und" Alter Biethen". In letterer Station ist für den Mann, der von früh bis Abends Koats auszugeben hat, gar kein Unterkommien für den Winter ge schaffen. Versammlungen. erlauben Das Streben, ist im allgemeinen sehr unsauber. Verwalter erklärt, nichts, Stlage wurde deshalb fostenpflichtig abgewiesen. Hiergegen legte bilbung! Naturgemäß heißt doch, gemäß der menschlici, en Natur machen zu lassen. die Klägerin Berufung ein, aber die Zivilkammer schloß sich dem und gemäß der äußeren Natur. Das ist aber nicht gegen die Alte Jakobstraße 120. Nach Angaben des Beschwerde- Amtsgericht durchweg an und verwarf das Rechtsmittel. Wissenschaft. Was thue die Wissenschaft anderes, als das Wesen, führers soll die auf unsere Veröffentlichung hin recherchirende Sächsische Justiz. Inkriminirt war ein die Schule tritis die Gefeße der Natur zu erforschen? Die Wissenschaft ist in letzter Polizei von der Hanswirthin in einen falschen Keller geführt firender Artikel in Nr. 38 der sächsischen„ Arbeiterzeitung", den Linie nichts anderes als die Erkenntniß der Natur; die Natur worden sein, so daß sie den gerügten Echutthaufen natürlich unser Dresdener Bruderorgan dem„ Hamburger Echo" entnommen ist ja Alles, das All. Stetig schreitet die Erkenntniß der Natur nicht entdecken konnte. Nicht eine einmalige, sondern ständige hatte. Als verantwortlicher Redakteur war Robert Emil Eich vor, neue und immer neue Wahrheiten werden auf dem Gebiete Kontrolle durch eigens dazu vorgebildete Gesundheitsaufseher horn gezeichnet, dieser aber wies nach, daß er seine Einwilligung des Wissens im allgemeinen und insbesondere auf dem der thut noth. zur Drucklegung des Artikels nicht gegeben habe, er habe die Re- Heilkunde entdeckt( Batterien, Bedeutung der Hautporen u. s. w.). Joseph str. 4, rechter Seitenflügel, Dachwohnung, bestehend daktion an jenem Tage verlassen, um in den Landtag zu gehen, Bermessen würde es sein, wenn jemand ohne genaue Kenntniß aus Stube und Küche, ist feucht und dunkel, liegt über dem nachdem er das Material für die Nr. 38 zusammengestellt. Nach der menschlichen Organe, ohne wirklich wissenschaftliche Pferdestall, an die Stube grenzt der Heuboden; unter dem her habe man die Entdeckung gemacht, daß das Material nicht Bildung sich in diesen Dingen ein Urtheil Treppenaufgang befinden sich, 2 Klosets, welche Gestank ver- ausreiche und ein andrer Redakteur habe angeordnet, den intri- wolle. Meist eifert man im Namen der Natur" gegen breiten. Die Miether flagen viel über Wläuse, welche aus dem minirten Artikel als Leitartikel aufzunehmen. Eichhorn wurde Theorien, die von den Aerzten selber schon seit längerer Zeit aufs Müllkasten kommen. In der Stube stehen 2 Betten für 5 Per- jedoch am 13. Juni vom Landgericht in Dresden wegen Preß- gegeben sind; der hygienische Nuyen des Waſſers u. f. w. wird fonen, darunter 3 Kinder. Der Gesundheitszustand der letzteren vergehens zu 100 M. Geldstrafe ev. 10 Tagen Gefängniß ver- heute ausnahmslos anerkannt von den Medizinern. Der Streit ist nicht günstig, da die Wohnung überhaupt gesundheitsschädlich urtheilt, wobei als strafmildernd ins Gewicht fiel, daß der Artikel der Naturärzte gegen die wissenschaftliche Medizin gehe die und unbewohnbar ist. fein Originalartikel gewesen. Auf die Revision des An- Partei nichts an, die keine Akademie sei. Steinmeftr. 55. Rellerwohnungen im Hinterhause in geklagten wurde heute das Urtheil vom Reichsgericht auf- hygienische Kenntnisse zu verbreiten, ist gewiß zu loben. Aber Döllig unbrauchbarem Zustande. In einer derselben, früher gehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückverwiesen, das Eifern gegen die Wissenschaft zieme fich nicht für die Tischlerwerkstatt, find die Dielen verfault, Wände starren vor weil die zum Thatbestand des Vergehens erforderlichen That Anhänger einer Partei, die sich auf die Wissenschaft stüße, das Schmus, Kachelofen überhaupt nicht brauchbar. Wohnungen fachen nicht genügend festgestellt seien. fage er( Redner), obwohl er persönlich noch nie medikamente liegen 1,57 Meter unter dem Straßenniveau. gebraucht habe und jedenfalls nach Kräften„ naturgemäß" lebe. Auch in der Kunst mache sich eine Richtung breit, die mit souveräner Berachtung neue Bahnen dadurch zu wandeln glaube, daß fie naturalistisch", rein natürlich sei. Das rein Eine Versammlung der Dekateure tagte am 14. Oftober natürliche feien aber zumeist rein physische, besonders geschlechtliche in Wienece's Salon, Ae Jakobstraße. Das Referat hatte der Vorgänge und Funktionen, deren Schilderung den Hauptvorwurf Genosse Mesner übernommen, der über das Thema: Werth der Kunst bilde. Homer, der große Naturdichter, und Goethe, und Nugen der Organisation" sprach. Die betreffende Kritik des auch ein Naturdichter im höchsten Sinne des Wortes, der in der Redners an den heutigen wirthschaftlichen Zuständen fanden in That alle Seiten des menschlichen Thuns und Empfindens bes der Versammlung allseitige Zustimmung, so daß von einer Dis- handelt hat, sind diefen modernen" Naturalisten" ein überfussion Abstand genommen wurde. Im Laufe der weiteren Verwundener Standpunkt. Aber ist denn die einfache Wiedergabe handlungen wird ein Antrag angenommen, in nächster Zeit ein des Wirklichen Kunst? Ist Natur und Kunst eins? Und ist das Bergnügen zu arrangiren. Thierische die Menschennatur? Es ist ein Theil seiner Natur, In dem wegen Ueberfüllung polizeilich abgesperrten aber nicht die ganze. Wir wären ja teine Menschen, wenn unser Gründel'schen Lokale in der Brunnenstraße sprach auf Ver- Leben auf die thierischen Funktionen beschränkt wäre. anlassung der Arbeiter Bildungsschule am 15. Of muß solchem ungefunden Hang gegenüber betont werden, tober Wilhelm Liebknecht über das Thema: Was ist daß die Menschen auch geistige Eigenschaften und Funktionen Natur?" Der Mißbrauch, der mit dem Wort Natur getrieben haben, und daß sie mit diesen geschildert werden müssen. Ich würde ähnlich wie mit dem Worte Freiheit veranlaßte bin gewiß nicht prüde, allein was man in gesitteter Gesellschaft Der Buffetier ein Kaufmann. Der Buffetier Sch. den Referenten, zur Wahl eines derartigen Thema's. Wer und nicht thut oder bespricht, das gehört auch nicht auf die Bühne, flagte auf Lohnentschädigung gegen den Restaurateur H. Es was aur Berau, nicht in die Kunſt. Die ſozialdemokratische Partei steht auf dem wird festgestellt, daß Kläger vom Beklagten das von ihm in der in der Aera des entartetsten Despotismus und der unnatürlichen Boden der Wissenschaft und der Kunst; nichts Menschliches ist deffen Lokal verzapfte Bier in sogenannte Tonnenpacht nahm. Bivilisation sein: Zurück zur Natur rief, bis auf die heutige ihr fremd, wie jenem Dichter des Alterthums, aber dagegen muß Er zahlte für die Tonne eine bestimmte Summe und ihm gehörte moderne Zeit gebrauche so mancher das Wort recht unpassend für sie sich verwahren, daß sie mit dem sogenannten Naturalismus, der volle Erlös. Die Differenz zwischen diesem und die gezahlte seine Biele und Zwecke. Von gleichen Vorstellungen ausgehend dieser frankhaften Entartung der Kunst identifizirt wird. Summe war sein Verdienst. Kläger wurde wegen Unzuständig wie die biblische Legende und gleich unrichtig wie diese, suchte Das Problem: Was ist die Natur? ist so groß und unendkeit des Gerichts abgewiesen. Gründe: Durch die Tonnenpacht Jean Jacques Rousseau seine JdecImenschen, sittlich, geiftig und lich wie die Natur selbst, es wird niemals ganz gelöst werden, werde ein Handelsvertrag vollzogen. Der Buffetier sei, wenn er ausschließlich Bier faufe und es zu einem höheren Preise törperlich gesunde Menschen, in der Vergangenheit. Nicht aber eben, weil die Natur unendlich ist. Aber wir kommen immer weiter eine dunkle Ecke nach der anderen wird erleuchtet, und so weit sei die Menschheit von einem früheren Idealzustande herab-= wieder verkaufe, ein Kaufmann und nicht ein Gewerbegehilfe. gekommen, gesunken, sondern die Wissenschaft gebe unwider- find wir schon heute, daß das höchste Problem der MenschenDaß die Stellung eines solchen Buffetiers äußerlich der legliche Beweise, daß aufwärts ihr Gang geht, nicht in grader natur gelöst werden kann: die soziale Frage. In der Bes Stellung eines Gewerbegehilfen entspreche, ändere an seinem Linie freilich, sondern in spiralförmig aufsteigender Linie, herrschung der Natur haben wir solche Fortschritte gemacht, daß Charakter als Kaufmann nichts; ebenso wenig wie gewiffe wie Humboldt das treffend ausgedrückt habe. Kampf gegen bei einer vernünftigen Einrichtung der Gesellschaft jedem Gefell Aeußerlichkeiten in der Ausübung des Berufs den Handlungs- Die Bivilisation bedeute eine geistige Verirrung; fei nicht die schaftsglied ein menschenwürdiges Dasein und die volle Entgehilfen und die weiblichen Angestellten einer Konditorei, welche Bivilisation selber in der Natur begründet? Sei nicht die Un- faltung der Menschennatur gesichert iſt, 3. B. durch das Verabreichen von Waaren an Gäste eine äußer gleichheit bei Thier und Mensch Natur? Kraft seiner Natur Bildungsschule, die ihr redliches Theil dazu beiträgt, Natur Sedner empfahl zum Schluß den Beitritt zur Arbeiter. fiche Aehnlichkeit mit Kellnern gewännen, zu Gewerbegehilfen fonnte der Mensch sich Wissen erwerben und Gewalt bez. Gehilfinnen machten. Rechtlich bleibe der Tonnenpächter, über die Natur erlangen, und damit Kultur. Das hatte zur erfenntniß zu verbreiten. In Nr. 229 des Vorwärts" berichtigt" Herr Hahner, Mezerftr. 11, die Angaben über Schlafräume in feiner Bäckerei in unserem letzten Bericht. Unser Kontrolleur besteht auf der Richtigkeit seiner Angaben, die Nach kontrolle durch einen zweiten Rontrolleur verweigerte Herr Hahner! Gerichts- Beitung. Buffetier genannt, ein Kaufmann. die Bildung Folge, die " von Gruppen, Stämmen, und E3 Die Anwesenden gaben ihre Zustimmung zu den Aus führungen des Redners durch allgemeinen Beifall zu erkennen. Nachdem in der Diskussion Ludwig, Frau Ludwig, Frau Schädlich und Hager das Wort genommen hatten, behandelte der Referent in seinem Schlußwort noch kurz einige hygienische Fragen. Ein Hoch auf die freie Wissenschaft und auf die Bildungsschule bildete den Beschluß der imposanten Verſammlung. Wie der Vorsitzende Flato w bekannt gab, werden in nächster Zeit noch mehrere derartige Versammlungen zum Besten der Schule abgehalten werden. Tak ein Handwirth sich eines ihm kontraktlich zustehenden jo fort bis zur Staatbildung. Der Kampf aller gegen alle wurde Rechtes gegen einen Miether begiebt, wenn er die laufenden so eingeschränkt. Der moderne Staat hat in der Theorie das Miethen ohne Vorbehalt in Empfang nimmt, zeigte ein Rechts- Prinzip der Gleichberechtigung aller Menschen anerkannt, die streit, welcher vor der 20. Ziviltammer des hiesigen Landgerichts 1 Bragis zeigt allerdings ein anderes Bild. Der Krieg aller gegen zur Erledigung gelangte. Die Hausbesitzerin 2. hatte dem Sprißen- alle dauert auf ökonomischem Gebiet fort. mann F. in ihrem Hause Staligerstr. 35 eine aus Stube und Wer wollte leugnen, daß gegen früher große Fortschritte zu Küche bestehende Wohnung zu einem Miethspreise von monatlich verzeichnen seien! Die Natur der Menschen drängt ihn vorwärts. 26 m. vermiethet, und im§ 3 des Miethstontratts war aus- Wenn man aber sage, der Arbeiter von heute stehe sich besser als drücklich gesagt, daß die Vermietherin das Recht habe, den die Königin Elisabeth von England, die kein Hemd gehabt habe, Miether zu ermittiren, falls dieser seine Wohnräume Aftermiethern was heute doch jeder Arbeiter habe, so ist das Schwindel. In überlasse. Gleichwohl nahm F. ein junges Mädchen in Schlafstelle. der Abstand zwischen einem Großbourgeois und einem Arbeiter Erst nach einigen Monaten verlangte die Hauswirthin die Entfernung von heute nicht bedeutend größer, als vor dreihundert Jahren der Aftermietherin und strengte, da F. ihre Aufforderungen nicht der Unterschied zwischen der Lebenshaltung eines Arbeiters befolgte, die Ermissionsklage an. Die Klägerin wurde unter und einer Königin? In diesem Abstand liegt die Wurzel Kernmacher und Berufsgenossen ab. Der Referent Genosse Glode folgender Begründung abgewiefen: die Klägerin hat von der des Sozialismus, und in der Erkenntniß, daß nur eine feblerhafte Aufnahme der Aftermietherin schon am 8. Oktober Kenntniß Organisation der Gesellschaft& nerhindert, daß alle an den erlangt und trotz dieser Kenntniß im November und Dezember Errungenschaften der Kultur theilnehmen. Doch nicht hinter uns, widerspruchslos die Miethe angenommen habe. Längeres Dulden in der Bergangenheit, nein, vor uns liegt das Baradies. Rousseau des Miethers in der Wohnung troh Kenntniß von der Aufnahme mit seinem Naturbegriff stellte also die Natur thatsächlich auf den eines Aftermiethers sei aber zweifellos, trotz der entgegenstehenden Stopf. Vertragsbestimmung, als Genehmigung zur Aufnahme des Aftermiethers zu deuten und entziehe dem Vermiether das Recht, wegen Aufnahme diefes Astermiethers Entfernung des Miethers zu fordern( Niendorf- Mugdan, Preuß. Miethsrecht S. 124). Die Am 15. Oktober cr. hielt der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter von Berlin und Umgegend eine Branchenversammlung für die Former, sprach in einem intereffanten Vortrag über das Thema:" Der Arbeiter im Klaffenkampf". Redner giebt in seinen Darstellungen einen Ueberblick über die Arbeiterbewegung der verschiedenen Industrieländer, hauptsächlich die von England und Frankreich eingehend behandelnd, und betont die Nothwendigkeit der gewerk schaftlichen Organisation neben der politischen. Nur eine kräftige Eine ähnlich verkehrte Ansicht non der Natur, wie Rousseau, gewerkschaftliche Organisation tönne die wirthschaftlichen Stämpfe haben die Anhänger der Naturheilmethode, der der Arbeiter erfolgreich führen und auf die Existenzbedingungen naturgemäßen Lebensweise und anderer auf die derselben bessernd einwirken. Auch von anderen Rednern wird Natur" sich stüßenden Lehren. Ihre Natur" ist eine Ein- noch in fräftigen Worten zur Organisation aufgefordert. Hierauf " " war eine ber Bätze, die der welche literarischem er in Bars nichte er " Die Raison meiner Ausführung war die: der sozialdemo fratische Zukunftsstaat braucht feine lockerere Ghe, als fie heut besteht. Der Vorwurf, der uns gemacht wird, wir wollen die Che zerstören, ist daher ungerechtfertigt. Uebrigens wird die Form der Ehe sich den Verhältnissen anpassen. Wie oft kommt es nicht vor, daß eine junge Frau erdrückt wird, die eine reiche Familie hat, das trifft in Strolch. Adele läßt sich von ihm scheiden. Aber als ein halbes Pailleron's Manier nie zu. Bewahre! Die Tugend kann ein Jahr vergangen ist und ihr Gatte sich ihr wieder nähert, ein wegen irgend eines kleinen 3ants mit dem Gemahl ruft:„ Du Weilchen leiden. Zum Schluß wird sie gekrönt; und Pierre, Schiffbrüchiger, verkommen und verwüftet, da benimmt die freule liebst mich nicht mehr!" und zur Mutter läuft, wo ihr dann der wirklich geniale Bildhauer, erhält den ersten Preis auf der Leidenschaft Adelen wieder alle Sinne. Sie theilt mit dem tlar gemacht wird, daß die Ehe tein Taubenschlag, sondern mit Sie fehrt Ausstellung und die Hand eines braven Mädchens, das von Glenden, was ihr geblieben war und willigt in das Erniedrigendite sittlichen und gefeßlichen Schrauten umgeben ist. Sie wird felber die Maitresse ihres einstigen zurück und der Mann hat sich dieserhalb auch gar nicht sehr Schandmäulern eine Zeit lang verleumdet war. Kaum über den ein. Durchschnitt erhob sich das Zusammenspiel im Neuen Theater, Gatten. Mit dieser grausamen, unbarmherzigen Ironie beunruhigt. Es wäre aber entsetzlich, wenn der eine oder der andere wenn man von Herrn Bonn absieht, der einen spekulativen, schließt die Komödie, die da lebrt, wehe dem Schwachen, findigen Journalisten spielte, wie er sich von fleinen Anfängen bem eine starte Leidenschaft gepackt hat. Wie Herr Theil gleich seiner ärgerlichen Laune folgend, in die Arme einer zum angesehenen Deputirten emporschwindelt. Die Unverfroren- Antoine, der Führer und der Erste in seiner Truppe, dritten Person fallen tönnte. Die Ehe muß mit Garantien um heit des Mannes traf er ganz vorzüglich, schade nur, daß er die den Strolch von Gatten spielte, das war ein grausiges geben werden der Eheleute selbst wegen. Gestalt nicht noch durch einen Schuß von Humor belebte. Charakterstück; in den Ausbrüchen des Bügellofen beklemmend Das ist nicht ein bürgerliches Vorurtheil, sondern meine aus Ein französisches Schauspiel, das der Komödie von wahr. der praktischen Erfahrung eines langen und ereignißreichen Lebens Pailleron im Charakter völlig entgegengesett ist, brachte Herrn Antoine gebührt auch das Verdienst, fremdländische geschöpfte Ueberzeugung, die ich übrigens niemandem aufdrängen bas Théâtre libre zur Darstellung. Es ist die Komödie La Bühnenwerke von Bedeutung dem Pariser Publikum, das sich will. Es ist tein traffer Widerspruch" und nur die Dupe von Georges Ancey. Ancey ist ein junger Schriftsteller. dem Auslande gegenüber hochmüthiger verhält, als das irgend Unaufmerksamkeit des Herrn gl." fann den Widerspruch an Er steht in den vorderen Reihen Jener, die den starren Formel- einer anderen Großstadt, vorgeführt zu haben. Er war es, der nehmen, wenn ich weiter sage, die Ehe soll auf die Liebe gestellt werden, fram und den allzeit bedächtigen akademischen Ton betampfen, Jbsen's Gespenster" und Hauptmann's Weber nach Paris denn mein erster Satz fezt eben die gegenseitige Liebe voraus. der vor lauter Bedächtigkeit zu feiner Kraftäußerung tommt. brachte und an zwei besonders charakteristischen Beispielen zeigte, Ich halte die heute in Preußen giltigen Ehefcheidungsgründe, Ancey war daher eine Stüße der Pariser Freien Bühne, die der welche literarischen Strömungen außerhalb Frankreichs nach wenn der vermögensrechtliche Zwang fortfällt, für durchaus ausreichend, um eine Ehe zu trennen, die einem Theile zur Last ge= ängftlichen konventionellen Bühnenliteratur den Krieg erklärt Geltung ringen. Wie er die Gespenster in Paris gab, die Es war worden ist, denn heute tann er vom anderen Theile nur an der hatte. Nach unseren, nach deutschen Begriffen wäre Ancey ein in einer Berliner Aufführung um Residenztheater. Radikaler, nicht so sehr im Hinblick auf die künstlerische Form, nichts Vollendetes, nur ein Versuch; aber ein Versuch, der Vermögensfrage festgehalten werden. als vielmehr in der Wahl seines Stoffgebietes. Die Tra- mandjes nationale Vorurtheil zerstören fonnte und bewies, daß dition in der Bühnenkunst ist bei den Franzosen eine auch französische Gemüther die grüblerische, schwere Melancholie weit ftärtere Gewalt noch, als bei uns. Das ersieht man daraus, in Jbsen's Dichtung begreifen tönnen. daß Ancen ein gefährlicher Naturalift genannt werden fonnte; und doch hat er nichts gethan, als daß er seine Komödie in Toderer, ffizzenhafter Komposition beließ. Ihm tam es mehr auf fein pfychologisches Beispiel an und da wählte er allerdings radikal eines der traffesten Muster. Wo ein Pailleron, den Wer zerstört die Familie? Ihr Herr gl." macht Bylinderhut in der Hand, jedem Sohn, jeder„ Rauhbeinigteit" in weitem Bogen aus dem Wege geht, ba setzt Ancey seine Luft mir den Vorwurf, ich stecke noch in den Vorurtheilen der kapitaDarein, in bitterftes, grellstes Hohngelächter auszubrechen. Ja, er listischen Gesellschaftsordnung, weil ich gesagt habe, der Wunsch, Zu vorstehender Zuschrift habe ich zu bemerken: wagt in seinem Radikalismus tünstlerisch bedenkliche Schritte, der eine Person, die man liebt, und von der man geliebt Es ist mir unverständlich, wie Herr Keßler glauben fann Hohn tann ihm nicht scharf und bitter genug erffingen. Er schreitet wird, sicher und zweifellos zu besigen, ist ein sehr natür- durch diese Ausführungen meine Kritik zu widerlegen. Er bebis zur äußersten unwahrscheinlichkeit, er sucht das Anormale auf, licher menschlicher Wunsch, daß eine Gesellschaft, die dem nicht ftätigt ja vollauf, was ich an feinen Forderungen betreffs der nur um mit feiner herben Anschauung Recht behalten zu können. Rechnung tragen wollte, unfehlbar zersprengt würde." Herr, gl." Gestaltung des Eheverhältnisses in einer sozialistischen GefellWas ist Eure Liebe, Gure befeligende Liebe, die Ihr in süßen legt auf das Wort„ besigen" den Ton, es schreckt ihn, es erinnert schaft auszusehen hatte. Es handelt sich nicht nur um das Wort Worten besingt und in rosa Farben abmalt? ruft er aus. Ich ihn au Stlavenbedürfniß"! ,, besitzen", obgleich es charakteristisch ist, daß dem Verfasser dieser tenne eine Liebe, die ist lauter Brunst und sie reißt den Menschen Nur sachte! Die Personen, die sich gegenseitig lieben, aus der Verstlavung des Weibes herrührende Ausdruck ganz natür ins Elend und in die efelfte füße. La Dupe, die Betrogene, wie es in meiner Ausführung ausdrücklich Voraussetzung ist, lich und passend erscheint, um das eheliche Verhältniß zu bes ist solch ein Weib, das von der Liebe besessen ist. Man hat sie besitzen" sich gegenseitig. Es wäre also der eine in der Sklaverei zeichnen- es handelt sich vielmehr um die thatsächliche Gestaltung Da will ich denn, um die Auffassung Keßler's in's an einen gemütherohen Mann verhandelt; weltmännische Ge- des anderen. Das soll nicht sehr gefährlich oder demüthigend der Ghe. wandtheit fäuschte bei dem Bräutigam über seine Grbärmlichkeit sein, wie jeder weiß, der einmal im Leben so recht herzlich geliebt flarite Licht treten zu lassen, den von mir in der Kritik und von ihm selbst in der Erwiderung angeführten Zitaten aus seiner hinweg. Während der Ghe aber erwacht die Bestie in ihm. Er hat und ebenso geliebt worden ist. betrügt sein Weib mit einer Maitresse. Was er der Gattin Diese Personen schließen einen Ehe Vertrag, in dem sie Schrift nach das folgende beibringen: ftiehlt, wirft er ber Geliebten in den Schooß. Adele, fich gegenseitig Treue versprechen und sie verlangen und dürfen fein Weib, weiß davon; sie erkennt, daß ihre Leidenschaft verlangen, daß dieser Vertrag mit Garantien umgeben wird, die ein Lafter set, aber sie kann v rem Gatten nicht lassen. Er ihn vor Eingriff von Außen und vor leichtfertiger bringt Adelen in Armuth handelt sie, wie der rohefte Sprengung durch einen Theil sichern. Literarisches. Wer zerstört die Familie? Vom Verfasser der so be titelten Broschüre erhielten wir folgende Buschrift: Aus diesen Gründen muß ich den mir gemachten Vorwurf, ich stecke in fapitalistischen Vorurtheilen, als leichtfertig zurückweisen. Gustav Keßler. jed siódmast tinde " Freilich soll die Ehe die Menschen nicht in unlösliche Stlaverei schlagen, aber die Scheidungsgründe, wie sie heut in Deutschland bestehen( Untreue, Ehrlosigkeit, Gewaltthat gegen den anderen Gatten, böswilliges Verlassen, Verweigeru geht die Versammlung zur Erledigung von Vereinsangelegenheiten| 1. November ab wöchentlich einen Diskutirabend abzuhalten und über. Als Beisitzer für den Vorstand wählt die Versammlung den Vorstand hierzu die geeigneten Schritte zu überlassen. den Kollegen Schleinrich. Zum Schluß bespricht Kollege Körsten die Stellung der Innungen zum Gewerbegericht. Candsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 24. Oftober, Abends 8½ Uhr, große Bersammlung im Restaurant des Landsmanns 6. Gaß, Martgrafenstr. 102. Verein ehem. 52er Gemeindeschüler. Sigung jeden Mittwoch 9 Uhr in Richet's Restaurant, Koppenſtr. 65. 8% uhr, in Ahrens Brauerei( Moabit), Thurmstraße: Vortrag des Herrn Berliner Naturheilverein 2. Mittwoch, den 24. Oktober, Abends Dr. Böhm über Kinderkrankheiten und deren naturgemäße Behandlung. Tambourverein Freiweg". Uebungsstunde heute s uhr bei Raddab, Elsafferstr. 11. parterre. öbel. Norddeutsche Schleife, Schönleinstr. 6 dem auffallend verschüchterten Herrn Direktor erfüllt worden war, gab ihm ein Ehrenkomitee von sieben Mann das Geleite rach dem Bahnhof und von oa bis zur nächsten Eisenbahnstation. Hier erhielt er oie bindende Weisung, sich niemals wieder in Gras Valley sehen zu lassen. Der Herr Direktor hat Wort gehalten! Sprecisaal. abzugeben ist, dem Bublitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Die Rebaftion ftellt die Benugung des Eprechiaals, soweit der Raum dafü Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. nun nicht uns Der Verein Berliner Droschkeukutscher hielt seine regelmäßige Mitgliederversammlung für das dritte Vierteljahr am 19. d. M. in den Arminhallen ab. Dieselbe war von gegen 200 Mitgliedern besucht. Zunächst gedachte der Vorsitzende W. Schütte des im letzten Quartal verstorbenen Vereinsmitgliedes Ludwig Kersten und erwies demselben die Versamm: Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8--10% Uhr: Nord. lung die übliche letzte Ehre durch Erheben von den Plägen. Der dule, Müllerir. 179a und Südost- Schule, Waldemarfir. 14: Ge Borsigende verlas sodann den Geschäftsbericht für das abgelaufene fegestunde( spez. Arbeiterrecht). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Zur Abwehr. Die Fensterfrage hat in den Gewerkschaften Vierteljahr. Nach demselben hat das Vereinsbureau wiederum heilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. sehr viel Irrthümer erzeugt, die wiederum durch einseitige Begefe- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bet grib urtheilung seitens der lokal organisirten Töpfer entstanden sind. eine reiche Thätigkeit entfaltet. Es wurden 138 Protokolle siegte, edwcdterfraße 33. Gesundbrunnen, Abends 8% Uhr, bei aufgenommen und 621 Korrespondenzen erledigt. Ein Saferland, Bellermannstr. 67.- Gleichheit, Abends 8X Ubr bei Strainm, Aus den Verhandlungen der Gewerkschafts Rommission vom geliefert wurden 412 Fundsachen, von diesen 286 reklamirt Sitterstraße 123.- Seine, Rigdorf Abends 8½ Uhr, Prinz- Sandjeryfir. so, 19. Dtober geht zweifellos hervor, daß einige Mitglieder der Einigkeit, Abends 8 Uhr bei Beige, Triftstraße 1. und für diese 495,30 M. Finderlohn gezahlt und an die Finder Irbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorfügender Adolf felben in nicht zu rechtfertigender Weise die gesammte Organisation abgeführt. Der Dienstnachweis wies 30 Stellen nach, von denen Neumann, Basewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu der zentralen Richtung mit Schlagworten wie Streitbrecher, oder 5 durch Bereinsmitglieder besetzt werden. Neue Mitglieder sind richten an Fried. Kortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. Mittwoch. Uebungs auch organisirte Streitbrecher bedacht haben. Wir geben im Namen dem Verein 43 beigetreten, sodaß derselbe am 1. Oftober 1258 andreasftr. 26, bet Wilfe. fiunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern.- Siebesfreiheit 1, unserer Mitglieder ein für alle Mai die bestimmte Erklärung ab, Mitglieder zählte. Das Vereinsvermögen betrug in baar 940,71 M., bei Karz. Unverzagt 1, Manteuffelstraße 9 bei Nowad Freya I, daß Beschlüsse, welche durch den Fachverein der Töpfer su Berlin in Darlehen 2016,95 M., in Ausständen 40,21 M., in rückständigen Sichtenbergerstraße Nr. 21 bei Seife.- Männer- Gefangverein Liebe riu ft, aus, als ob wir plöglich durch den am 15. Oktober gefaßten ( Gemischter Chor), Rosenthalerstr. 57 bei Wernau. Lorbeertrans 1 gefaßt sind, einfach von uns ignorirt werden. Das sieht nun so Beiträgen 800 M., in Summa 3797,87 m. Der Bericht wurde Adalbertstraße 21 bet Roll. Silaritas, Hochstraße 32.- Deutsche anerkannt und auf Antrag der Revisoren der Vorstand entlastet. ich e 1, Große Frankfurterstraße 138 bei Gold. Männerchor Süd- Beschluß, unseren Mitgliedern zu gestatten, die angefangenen Sodann theilte der Vorsitzende der Versammlung mit, daß an Dft, Röpnickerstraße 193 bei Foge. Echo 1, Pantow, Wollant Stücke auf den Bauten fertig zu machen, andere Bestrebungen straße 113 bet Lebmann. Gefangverein Arion III, Rigdorf, Herrmann im Schilde führten, wie man von Arbeitern erwartet, welche sich Stelle des bisherigen Vereinssyndikus Dr. Fr. Friedmann nun und Heirfurthfiraßen- Ecke, bei Weiß. Freundestreue( gemisch. Chor), mehr Rechtsanwalt Leonhardt Friedmann den Rechts G Frankfurterstr. 183 bei Gold. den Boden der modernen Arbeiterbewegung stellen. - Ginigteit 1( Hutmacher), Neue auf beistand übernimmt. Eine Beschwerde des Mitgliedes Friedrichfir, 44 bei Röllig. Allegro, Wrangelftr. 141 bet W. Schmidt. Wenn in der bekannten Sigung der Berliner GeFreiheit 1, Bülowstraße 65 bei Richter. Steinnelte. Krantin darüber, daß auf der Zahlstelle Neue Hoch- walterstraße 3 bet a. Neumann. Süd- Dit, Faldenfteinstr. 7 bei Trittelwertschafts- Kommission die einfache Thatsache, daß wir zu ftraße 3 boykottirtes Bier verschänkt wird, beantwortet der mig.- iebes Iuft, Fürstenwalde an der Spree, Schloßt. Heret.- Freier dieser Sigung nicht einen Vertreter entsandten, genügen soll, um Borfizende dahin, daß es nicht möglich sei, ohne weiteres eine Männerchor Nord: West( früher Klempi e) Moabit, Emdener: und unser Schuldbewußtsein zu konstatiren, so bemerken wir hierzu, Siemensfiraßen- Ecke 14. Supferschmiede, Weinstraße 11 bei Feind. Henderung eintreten zu lassen, da die Zahlstellen- Inhaber nicht tothe Mette 1, Echöneberg, Golafir. 43 bei Klaufe. Appolonia, daß wir jeder Zeit, wo es etwas zu vertheidigen oder zu vers nur vom Verein, sondern auch von der Krankenkasse gewählt Lothringerfir. 41 bei J. Brüß. Freiheitsgruß, Cremmenerstr. 1 bei antworten giebt, erscheinen und mit offenem Antlig die Dinge so find. Er versprach indessen, für Abhilfe Sorge zu tragen. Der firaßen- Gde bei Silpert.- Schnee glod chen 2, Potsdam, Brandenburger werden wir zugeben, daß man unsere Mitglieder, 500 an der Mathies Schneeglöden 1, Rigdorf, Hermann- und Karlsgarten- betrachten, wie sie in Wirklichkeit sind. Nun und nimmermehr Antrag Schreiber, die Weihnachtsbescheerung von Wittwen Kommunikation 16 bei Glaser. Matengruß 3, Friedrichshagen, Rundund Waisen verstorbener Vereinsmitglieder wieder so zu gestalten, theil, bet Lerche.- Unverdroffen, Lindowerfir. 26 bet Sachs.- Feld Bahl, aus Unkenntniß in solcher Weise angreift. Untersuchungen mie in den verflossenen Jahren( b. h. durch Verabfolgung von blume, Lübbenerstr. 30 bei Meyer. Maiglöckchen 2, Reichenberger anzustellen, ob wir noch auf dem Boden der modernen Arbeiter firaße 16 bei Hoffmann. Felsenburg, Frauiftr. 6 bei Rudolph.- Rütti, bewegung stehen, das ist jedermann gestattet. Dagegen gestatten Geldgeschenken im Vereinsbureau) wurde einstimmig angenommen. Friedenau im Kurhaus, Ring- und Rheinstraßen- Ecke. Vorwärts" 7, Schreiber forderte ferner zum Sammeln von Cigarrenabschnitten Rummelsburg, Göthe- und Kantstraße- Ecke bet Greinert Soffwir jedermann, Vorschriften zu machen, und zur Ablieferung solcher im Vereinsbureau( Schüßenſtr. 58) Ziebertafel est end, Echöneberg, Kaiser- Friedrichstr. 6 bei Hentelmann. 1ung 3, Brandenburg a. S., Kontordia", Wilhelmsdorferstraße. wie wir bei Streits, Lohnfragen, in diesem Falle die Die Versammlung auf. Wegen Einrichtung von Reserve- Halteplätzen und zwar Freiheitstränge 1, Gtallschreiberstr. 29, Sum eichenen Stabe" bei Fensterfrage, uns zu verhalten haben. 1. in der Stralauerstraße, Spize nach dem Krögel, für Troschken echöning. Arbeitergefangverein von Briz in Briz, Bürgerfir. 4 beschloß am 15. Oktober gegen 4-5 Stimmen, die Stücke fertig erster Klasse; 2. in der Tempelherrnstraße, Spitze nach der Urban- bet Dorn. Seeger'fcher Männerchor, Landsberger Allee 156 bei zu machen, alsdann hat jedes unserer Mitglieder die Pflicht, die Rottbuser harmonie, Forsterftr. 22 bei Zilgner. Glüh= ftraße, für Droschten erster Klasse, und 3. in der Behrenstraße, Licht( gem. Chor) Perlebergerfraße 28 bei Heimerschmidt. Matengruß 2, Fensterfrage so zu behandeln, wie das immer der Fall war, zu Ecke der Kanonierstraße, für Droschten zweiter Klasse, hatte der Charlottenburg, Wallfir. 64 bei Reichelt. Dämmerlicht, Borndorfer deuteln giebt es hieran nichts. Es wäre wohl auch zu solchen Borstand petitionirt. Wie der Vorsitzende bekannt gab, hat das fraße 17 bei Sofmann. Edelweiß 2, Potsdam, Brandenburger- Stom- perfiden Angriffen seitens der Vertreter der Töpfer in der GePolizeipräsidium geantwortet ad 1: Die Aufstellung von Setmathflänge, köpenick, Rosenstr. 101 wertschaftskommission unserer Organisation gegenüber nicht geMänner- Gefangverein Geduld, Gesundbrunnen, Butt Droschten ist wegen des dortselbst und auf dem Molkenmarkt mannstraße 17 bei Wothes. Gefangverein Freiheitstlänge II, lommen, wenn jemand von uns der Sigung beigewohnt Männer- Gesangverein Palme, Belten in der hätte. Wir bitten unsere Parteigenoffen, welche in der stattfindenden Verkehrs durchaus unzulässig, ad 2: daß dort bor, bring is be obed und Stimme haben, alle früher schon ein Halteplatz gewesen, jedoch infolge wiederholter art, bet Semlin.- Männer- Geſangverein Georginia, Reichenberger Gewerkschaftskommission Siz Beschwerden der Anwohner aufgehoben worden sei und zur Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( 8u Dinge, welche in bezug auf unsere Organisation unterWiedereinrichtung ein Grund nicht vorliege; ad 3 wird ausgefchriften sind zu richten an P. Gent, Adalbertstraße 95. Mittwoch: nommen werden, zu prüfen, und Ausdrücke, wie dieselben Geselliger Berein Fridolin, Brunnenstraße Nr. so bet Wolff. führt, daß an dieser Stelle bereits des Abends ein Halteplak Sumoristischer in der letzten Sigung gefallen sind, zu unterlassen. Wie fonnte Rauchtlub, Görligerfiraße 42 bei Picht. für Droschten zweiter Klasse für die Besucher des Theaters Unter felliger Verein Brüderlichkeit Georgenkirchhraße Nr 65 bet Spät. auch nur einen Augenblick bei den Vertretern der lokalen den Linden sich befinde und daß der Haupthalteplatz für solche Musikverein Bautenschwengel Annenstr. 16 bei Ehrenberg. Berein Richtung der Gedanke Platz greifen, unsere Organisation zu be Rhetorit, Naunynsir. 86 bei gubeil Abends 8 Uhr. Troschten an der Ecke der Behren- und Friedrichstraße für das Soffnung, Rebuferstraße Nr. 5 bei Nemis( alle vierzehn Tage). Gefelliger Berein sichtigen, daß dieselbe fireitenden Arbeiter in den Rücken fällt. vorhandene Bedürfniß vollkommen ausreiche. Der Vorsitzende beaterverein Proletariat, Naunynfir, s3 bet köhn. Bergnügungs Ohne Geräusch, ohne Gepolter ist die Fensterfrage heute bereits bei Bergemann. Touristentlub zu gunsten des größten Theils der Berliner Töpfer entschieden. unterbreitete sodann der Versammlung einen Antrag des Mit- verein Amor II, Prinzen- Allee 10 gliedes Graffe, diefem in einer Zivilprozeßfache Rechtsschutz zu reibett und wohlergehen, Neuenburgerstr. 37 bei egeberg. Im Verhältniß zu früheren Jahren ist dieses Jahr als das Rauchflub Rothe Fahne, Abends 9 Uhr, Oppelnerftr. 29 bei Salomon. gewähren. Dieser Antrag wurde angenommen. Ferner theilte Arbeiter- Bither- Berein Ginigteit, Manteuffelstr. 9 bei Nowact, Abends günstigste zu bezeichnen. Wir danken für Sympathie- Erklärungen Schafstopftlub Spar- Agnes, Krautftr. 36 bei seitens anderer Bau- Arbeiter- Gruppen, es wäre besser, wenn alle Der Vorsitzende mit, daß am 16. d. W. die Schöneberger Säbel: 1hr, uebungsstunde. Infinger. Gefelliger Berein Alpenrose, Brigerstraße 22 bet Graf. affaire ihren Abschluß gefunden und der Gendarm Höppner nach Brivaitheater- Gesellschaft Rometta, Bücklerstr. 2 bet Müller.( ußerdem frage ebenso gut zu leiden haben als die Töpfer, früher schon in Frage kommenden Bau- Arbeiter, welche unter der Fenster dem Klage- Antrage unter Belastung mit den Kosten verurtheilt alle 14 Tage Sonntags.) Theaterverein Nora, Admiralstr. 18 c bei Berein für volksthümliche Kunst, Andreasstraße 26 bei Wilte. worden sei. Außerdem theilt derselbe mit, daß der Vorstand in Möhring. sich zu entscheidenden Schritten entschlossen hätten. Der FensterUebereinstimmung mit dem Vergnügungsausschusse beschlossen Wilfe. Geselliger Mufit Dilettantenverein Münstermann, Hochstraße 32a bet fireit hat bisher in der Regel drei Wochen gedauert, Theaterverein Freundschaft, Flottwellstrnße 5 bei Bariel. erklärt. habe, während der Dauer des Bierboykotts ein Wintervergnügen Privat Theatergesellschaft Liberté, Manteuffelstr. 98 bet Müller. alsdann wurde derselbe für beendet Es dürfte nicht zu veranstalten. Dieser Beschluß fand die einmüthige Suauchflub Gutgefinnter Freunde, Georgenkirchftr. 65 bet Müller. von allgemeinem Interesse sein zu erfahren, daß beinahe Mufitverein Osiris, Mariannenstr. 31-32 bei Dobberstein. Vergnügungs alle Töpfer, nachdem der jeweilige Fensterstreit aufgehoben war, stimmung der Versammlung. verein Nordw a cht, Perlebergerfir. 28 bei Hermerschmidt.. vorübergehend auf fürzere oder längere Zeit zum Streitbrecher Theatergesellschaft Stel bewußt, Große Frankfurterstr. 1 bet Hermann. Lotterieklub Fortuna, Görligerstr. 50 bei Siewert.. Mufit- Bergnügungs- wurden. Namentlich die sogenannten Führer der Töpfer- Organis verein Andante, Mittwoch Abends 9 Uhr Uebungsstunde in Krüger's fationen haben das am eigenen Leibe verspürt. Die Beleidi Restaurant, Fennstr. 5. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Sänger gungen, welche wir erfahren haben, werden wir in unserer FachAbengubeiter- Bildungsverein für Friedrichsberg. Uebungsstunde presse nach und nach einer richtigen Würdigung unterziehen, da wir Uhr, Restaurant D. Schulze, Friedrich Karistraße 34. Privat den Vorwärts" auch nicht allzu sehr in Anspruch nehmen wollen. Zu Theatergesellschaft Seimat hiust, s úhr Sigung im Bereinslokal bes Serr dieser Abwehr waren wir indessen gezwungen. Wir resumiren unsere Bülowfix. 70, Sigung und Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Lange. Theaterverein erres, Abends 9 Uhr, im Restaurant Krüger, Stellung zur Fensterfrage dahin: Privat- theater- Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Damen, Abends Unsere Mitglieder haben die Pflicht, die am 15. Ottober 9 Uhr, Beughoffir. 8 bei Behlendorf. Aufnahme neuer Mitglieder. lub& uftig, jeden Minwoch, Abends 9 Uhr, Sigung und Fidelitas im angenommene Resolution streng zur Durchführung zu bringen. Restaurant Maltowski, Weddingstr. 9. Gäste willtommen. Bergnügungs: Etwaige Streifende haben sich ungesäumt in unserem Arbeitsverein husnelda, Eizung 8% Uhr," Zum Anhaltiner", Möderniiraße, Gaie nachweis Rosenthalerstraße 57 bei Wernau einzufinden. Wir erTempelhofer Ufer. Gäste willtommen. Berliner Turngenossen= fchaft. Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend iären, daß wie bisher alle Tarif- und Lohnstreitigkeiten so lange Abend von 9-11 Uhr, Chorinerstr. 74. Touristenverein Freiheit durch uns selbst geregelt werden, wie der Organisationsstreit Mittwoch, abends 8 Uhr, Bersammlung bei Wuttke, Blumenstraße 54. für Berlin besteht. Wir geben weiter die Versicherung ab, daß Beselliger Verein inter uns, Gigung 8 Uhr bei Fischer, Beusselfir. 66.- Mufildilettanten- Verein Preciosa Abends 8% uhr bei wir energisch bemüht sind, alle Errungenschaften nicht nur hochGeisler, Fenn- und Tegelerstraßen- Ecke, Uebungsstunde, Aufnahmen. zuhalten, sondern dieselben möglichst zum Wohle unserer MitSchwimmverein Nord. Jeden Mittwoch Abend 7 Uhr Admiralgartenbad, glieder zu erweitern. Der Vorstand Friedrichstraße, Uebungsstunde. Der Frauen und Mädchen Bildungsverein des arbeitenden Volkes hielt am 11. Oktober in Rixdorf eine Wander versammlung ab, in der Frl. Baader in einem beifällig aufgenommenen Vortrag über Robert Owen, ein Borkämpfer bes Sozialismus" sprach. Zur Diskussion sprachen mehrere Redner im Sinne der Referentin. Unter Verschiedenem machte die Bor figende auf die Petition an den Berliner Magifirat aufmerisam unb empfahl, reichliche Unterschriften zu sammeln. Nachdem noch darauf hingewiesen, daß sich die Nixdorfer Frauen und Mädchen an den Versammlungen mehr betheiligen möchten, Schloß die Vorsigende die Versammlung. Köpenick. Der hiesige Arbeiter- Verein hielt am 16. b. M. feine Bersammlung im Lokal des Herrn Echulz ab. Zur Er ledigung standen die Erfahwahlen des Vorstandes. Es wurden gewählt: Bum 2. Vorsitzenden Eichler, als Kassirer Streich hahn, und als Beisitzer Begold. Ferner wurde zum 1. Bibliothekar Barbier Göye, zum 2. Bibliothekar Hein und zum Revijor Jch gewählt. Wie der Kassirer bekannt giebt, beträgt der Kassenbestand 248,70 M. Sodann beschließt die Versammlung, vom munitation 16 bei Glaser. bei Troppens. 1 straße 24 bet Tauschke. Myrthe, Annenstr. 9 bet Albert Prob. PrivatNordToch, Admiralfir. 33 im Restaurant Abends 19 Uhr.-Rauchtiub Rooch= " des Allgemeinen Vereins der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands. Mitgliedschaft Berlin. Rauchtlub Grüne Quaste, Mittwoch Abends 9 Uhr, bei Gorn, Kleine Markusir. 10. Rauchflub Granate, Forsterstr. 40 bet Tuguntfe. Rauchtlub Brüderlich feit, Abends von 9-11 Uhr, Wrangelstr. 84 bei Redanz. Rauchflub Artona, Abends 8 Uhr bet Herrn Brand, Reichen bergerstr. 122. Orientalischer Rauchtlub, Abends 9 Uhr, ReichenCarl Manthe, Vorsitzender. Rich. Babiel, Rassirer. der ehelichen Pflichten und unüberwindliche Abneigung) bergerstraße 24 bet Tauschte. Rauchtlub Frisch gewagt, Abends 9 Uhr werden auch für die Zukunft genügen. Das eheliche Ver- bei F. Rodendorf, Poſenerstr. 5.- Rauchflub Eiferne Pfeife, Mittwoch Gegen einen in letterer Beit eingeriffenen Wahlmodus, und Sonnabend 9 Uhr bei Ernst Weinert, Adolfstr. 20.bältniß würde im sozialistischen Staate also nicht lockerer zu sein Rauchtlub Messa= welcher geeignet ist der Sache schlecht zu dienen, richten sich diese Das brauchen, als es heut ift. Die het duine brechtspflege allee so bet b.- Staudting Dyne 3wang, well nicht bie Stimmer für Confonenheit bei Bornabine der Wabl Rauchtlub Ohne Wein sondern gegen" zählen. Frankfurter- Allee 90 bet D. Babel. inaße 28 bet Späth. Rauchklub Die Dampfenden, Langestr. 24 bet Jeratsch. Rauchflub Sumatra G.D., Restauration Ohlendorf, Lieg: nun auch bei oberflächlicher Beurtheilung dieser Frage es erMan sieht hieraus, daß die Sozialdemokratie durchaus nigeriraße 40. jeden Mittwoch Abends 8½ libr. Humoristischer scheinen will( wie fich die Mehrzahl oft auch von dieser irrigen nicht daran denkt, die Ehe abzuschaffen oder zu lockern. Es Rauchiluo, Mittwoch Abends& Uhr bei Bicht, Görligerstr. 42. Rauch: Annahme leiten ließ), daß das sich ergebende Resultat bei der Ab ist für uns dazu ourchaus tein Grund vor- b Birginia. Jeden Mittwoch Abend 9 Uhr bei Schnieber, Admiral- ſtimmung den Willen der Versammlung ebenso richtig zum Ausdruck handen." die selbstverständlich kostenlos fein, wie ja die ganze Rechtspflege im sozialdemokratischen Staate tostenlos fein würde. straße 21. Dermischtes, " Wenn bringe, so ist dem nicht so und dieser Wahlmodus weiter nichts, Nun frage ich: Habe ich gegenüber dieser Auffassung in 15 als eine Ronzession an die Unwissenheit. Geſetzt den Fall, meiner Rezension ein Wort zu viel gesagt? Rückhaltlos akzeptirt daß ein vorgeschlagener Genoffe vielleicht nur dem VorschlagenReßler das gegenwärtige Cherecht auch für den„ fozialdemo den bekannt ist, so wird und muß sich jeder stets in solchem Tratischen Staat". Selbst vor der Institution der ehelichen Ein heiteres Stücklein amerikanischer Arbeiterjustiz Falle aus Gründen der Billigkeit veranlaßt fehen, sich der StimmPflichten" schent er nicht zurück, da er die Verweigerung der entnehmen wir einem uns zur Verfügung gestellten Privatbriefe abgabe zu enthalten und es mag somit kommen, daß sich„ gegen" felben als Echeidungsgrund beibehalten wissen will. Die aus Graß Valley, einem Städtchen in der Nähe von San Fran- solchen unbekannten Genossen teine Stimme erhebt, er also ge" ehelichen Pflichten" in diesem Sinne kommen aber auf die isto. In den letzten Tagen, so heißt es in dem vom 23. Sep- wählt wird, während ein vorgeschlagener, bewährter und fontraftliche Prostitution des Weibes, die Hingabe ihres Leibes ohne tember d. J. datirten Brief, war eine nicht geringe Aufregung rüchtiger Genosse, der sich aber infolge feiner Agitation viels Liebe hinaus. Reßler will nur die Ehe vor leichtfertiger" im Städtchen. Gine Grubengesellschaft hatte einen neuen Direktor leicht, oder sonstwie, ein paar Gegner zugezogen, infolge dieser Lösung schühen; was aber leichtfertig ist, was nicht, sollen die angestellt, der ein ersics Beugniß seiner Fähigkeiten dadurch ab- winzigen Gegnerschaft nicht gewählt wird, weil er mehr Richter entscheiben, wie sie jetzt darüber entscheiden. Darin liegt legen wollte, daß er die Arbeiter in fast deutscher Manier zwickte. Stimmen gegen" fich hat, während bei einer Abstimmung„ für" der prinzipielle Gegensatz, in dem er sich meiner Auffassung nach Er ordnete die Berlängerung der Arbeitszeit um eine Stunde an diese winzige Gegnerschaft, in anbetracht der Majorität, welche zu den Anschauungen einer sozialdemokratischen Bulunftsgefelld dekretirte außerdem Lohnherabsetzung. Die Arbeiter meinten für ihn iji, gar nicht ins Gewicht fallen der Gegenkandidat schaft befindet. Eine Ehe dürfte nur bestehen bleiben, aber, daß ihr Verdienst gerade knapp genug sei und aber vielleicht nur eine Stimme, die des Vorschlagenden, auf sich wenn völlig freiwillig beide Theile daran festhalten. Vom vcrspürten auch feine Luft, fich die Arbeitszeit, die vereinigen würde, weil eben bei der Abstimmung für" ihm die Standpunkt einer höheren Sittlichkeit als die der tapita von kurzer Mittagspause unterbrochen, von 7 Uhr früh bis Stimmen der sich der Stimmabgabe enthaltenden Richtorientirten listischen Gesellschaft ist es unfittlich, eine Person aus 5 Uhr Nachmittags dauert, zum Schaden ihrer Gesundheit um icht zu Gute tommen tönnen. Der Wille der Majorität der irgend einem Grunde zur widerwilligen Erfüllung ehelicher eine Stunde verlängern zu lassen. Wie es sich geziemt, beauf Versammlung fann nach alledem nur in einer Abstimmung für" Pflichten zwingen zu wollen. Die Ehe soll eben nicht, wie fie tragten sie daher ihre Gewerkschaftsleitung, mit dem Direktor ein richtig zum Ausdruck gebracht werden und auf den Willen der es jegt ist, ein Kontrakt sein, der irgend einem Theile den An- vernünftig Wörtlein zu reden. Ja, Wahlzeit! Der Selbst- Majorität der Bersammlung hat es eben nur anzukommen. spruch auf Geltendmachung von Rechten gegenüber dem anderen herrscher schnauzte bie Delegirten an, wie es der erste beste Walther. giebt. Die Ehe soll ausschließlich auf der Liebe beruhen, also Küpel aus dem Lande der Sozialreform auch nicht schnauziger auf der freiwilligen Bethätigung der Zuneigung. Wird diese Auf- bätte machen tönnen. Er wollte ohne Widerrede Herr im eigenen Auf die Erklärung des Genossen R. Bräuer in Nr. 248 faffung„ Sitte", so wird das keineswegs einen Zustand erzeugen, Haufe" sein, gana als ob er ein deutscher Kapitalist wäre. des Vorwärts" habe ich folgendes zu erwidern: In der General wie Kepler ihn im Antlang an die entstellenden Märchen unserer Die Richter- Stumm'schen Muden betamen dem Guten jedoch verfammlung des 3. Wahlvereins habe ich folgende Erklärung Gegner vom Bukunftsstaat" schildert, sondern wird zu einem schlecht. Als die Gewerkschaftsdelegirten ihren Kollegen berichtet abgegeben: Mir ist von verschiedenen Einwohnern von Kremmen weit ebleren Cheleben führen, als irgend eine der bisherigen Ge- hatten, wie es ihnen beim Herrn Direktor ergangen sei, machten entgegengehalten worden, daß die Genoffin Frau Ihrer 20 M. sellschaftsformen es gefannt hat. fich fünfhundert fernfeste Leute auf den Weg zur Osborn Hill- für einen Vortrag erhalten hat. Daß sich diese Mittheilung als Seßler verwahrt sich nun dagegen, feine Ansicht Anderen Grube, um dem Herrn Direktor persönlich die Ehre zu geben. Lüge herausgestellt hat, freut mich sehr. Aufgabe der Genossen aufzwingen zu wollen. Ja, aber er giebt fie, wie aus dem vor- Als dieser vorher so ternfeste Mann die Prozession heran- von Kremmen wird es fein, der Einwohnerschaft flar zu machen, hin mitgetheilten Zitat hervorgeht, ausdrücklich a 13 Ansicht rücken fah, flopfte ihm das Herz gewaltig und mit daß mit solchen Lügen der Sozialdemokratie nicht beizukommen ist. der Partei aus, und dagegen galt es entschieden Verwahrung einem Male wollte er schnell mit sich handeln lassen. R. Kleiber. einzulegen. Aber Wurst wider Wurst. War es vordem der Herr Direktor, Was die Schlußwendung der Erwiderung anbetrifft, so der sich aufs hohe Pferd sette, so machten diesmal die Arbeiter möchte ich Herrn Reßler darauf aufmerksam machen, daß ein nicht viel Federlesens mit dem Mann, der in vernünftiger Weise Berfoffer schwacher literarischer Erzeugnisse fie feineswegs in ein teine Raison annehmen wollte. Sie ersuchten ihn, so bescheiden, vortheilhafteres Licht feht, wenn er gegen seine Strititer ver- wie amerikanische Arbeiter nur sein können, seinen Reife unglimpfende Aucdrücke schleudert. gl. toffer recht plöhlich zu packen. Nachdem dieser Wunsch von " In meine Erwiderung im Sprechfaal der Nr. 246 bes Borwärts" hat sich ein fehler eingefchlichen. Es muß im zweiten Absatz der 10. Beile heißen: als solcher war ich überhaupt nur angenommen, statt nicht angenommen. 8. Stiller. Thierack's hygienische Fettseife № 690 ist unter den fein parfümirt Toilette Seifen die billigste. 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Wenn auch für jeden Kaufmann der Zweck solcher unwahren Behauptungen handgreiflich ist, so fühlen wir uns doch den werthen Hausfrauen gegenüber zu folgender Erklärung verpflichtet: Karol Weil's Seifenextrakt ist keine Nachahmung, sondern eine nach eigenem Verfahren hergestellte, trockene, gemahlene Seife, und sowohl eigenartig in seiner Qualität wie auch in der Verpackung. Während fogenannte Seifenpulver meistens roth gepackt sind und eine runde Form haben, ist Karol Weil's Seifenextrakt nur in grauen vierkantigen Packeten gepackt. Ebenso verschieden wie das Aeußere ist auch der Inhalt. Rothe Packete enthalten meist geringwerthiges Zeug und sind daher der Wäsche oft geradezu verderblich, während Karol Weil's Seifenextrakt von so her= vorragend guter Qualität ist, daß es von keinem ähnlichen Fabrikat auch nur erreicht wird. 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Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2., 537b 554b