Kr. 597 ♦ Z7.�ah?g«mg Msgabe B Nr. 161 BezuqSvretS: B'tötimin. SO.—'IRL. mtmatLlO.— �33. ftti nu vau». oorau» ablbat. Polt- biftua TOonatlidi 10.— Mt. fifU Ra- SeOunA«nfbüht. Unter Kreut band für Demxbland unb Defterteith 16,' 0 Sit, fit» Da» übttflt Ausland bei läglich emmaU RuftrQunc 21.50 V. 7astae. fiellunaen nehmen an Oeftetreidb Ungarn, Tschecho-Slowalet. Dane- mart, SaEcno..urembucg. ückitveden und Die Sdiroeu.— Finaetraaen m die Doft- eimna»'Pret»Ii!ie. Der.BarruaNs' mit her Sonntag» diNnzr.Soll u. Retf* er'dieini tuamen- iügttch zweimal Eannmqs und Montag»-inmaL Seleatomnfgoreffc JI«)laibemolral Berlin". Abend Ausgabe vlinev Nolksbleitt ( 20k>ksni2>g J AnzeigenpretS i ®i» aatgeioaltene NonvareMezeN« toftrtS.— ZeuerungozuiM lag SO»/» �lleine Anzeigen" tat>eti> (teftnidte Wort 1/— S*.(snlälftg zwei 'ettgebrurfte itonei,»de« weitere War: SO Pfg. klevengeluche und SMlafiteOenanzetgei!«a» eri!e Wort S5 Ptg» tebe» weitere Wort 40 Stg- fflorte übet 15 Buchstaben tahlen fü» m et Worte. Teuetuna-z.gischiaa SC', �autilten-Anzeiveu fiir Monnet ten geile 1*— M> polltiirtie uns ae- roettithaitltdie Verein»• An eigen 3,— XL Ine geile ohne Lufschlag Anzeigen tut die n a chsi e ülumm.et mttiien d>« 6 Ahr naii t ittage im DauvigeichSit. Berlin SW 4. Linden- iiraße 3, abgegeben werben,(beöffn» »on s Übt ftüi W« 5 Ilbt abend» Zentralorgan der rozialdemokratifcben Partei Deutfchlands Reüaktion und Expedition: CW. 68, ündenllr. 3. ncminrertier; Ami iviorti-vliin, Nr. 1', I!M— l.", I!»?. vorwärts-verlag G.tn.d. h.. SW. 68, Lindenstr. 5. iternilirrrtier: Sinti■J.'ioritiUlit«, Nr. 117 511—51. Argentiniens Großtat. Seit mehr als sechs Jahren schien es. als ob der Idealismus aus dieser Welt verbannt wäre. Die Völker ebenso wie die einzelnen Menschen ließen sich nur noch von materiellen Erwäg imgen leiten, und wenn sie erhabene Worte und Gedanken aussprachen, so war dies ste!s ent- weder List oder Lästerung. Nur einmal glaubte die Mensch- beit, aus diesem Sumpf von Egoismus und Lüge heraus- kriechen zu können: das war, als der Prophet des Abend- landes, als Woodrow Wilson den Verständigungssrieden aus der Grundlage eines Bundes oller freien Völker der Erde verkündete. Und als die Stunde kam, in der er seine Ideen in die Tot umzusetzen hatte, war sein Versagen jämmerlich. Der Geist der Gewalt, der Rache, der Lüge siegte über den Geist der Versöhnung und der Gerechtigkeit so vollständig und, wie es schien, mit solcher Leichtigkeit, daß nun auch diese letzte Hoffnung einer moralischen Gesundung der Welt auf- gegeben werden niusy'.e. Man hat inzwischen, namentlich durch die Enthüllungen von K e y n e s und B a r u ch erfahren, daß Wilson erst nach längerem Widerstand von Clemenceau über- wunden wurde. Aber das Endergebnis dieses Kampfes war doch der Frieden von Versailles, den auch der amerikanische Präsident mit seiner Unterschrift sanktionierte. Aber der Vrrsailler Friedensvertrag war nicht nur der vollständige Bankerott des Wilson-Programms, er war der größte moralische Bankerott der Weltgeschichte. Es schien, als ob noch diesem letzten mißglückten Versuch, eine neue Aera und einen neuen Geist in die Welt einzuführen, nur noch die Selbstsucht, die Gewalt und d'e Lüge in den Beziehungen zwischen den Völkern den Ausschlag geben würden. Das konnte man um so mehr annehmen, als ein großer Wettlauf zwischen zwei Mächten begonnen hatte, die gleichermaßen auf Selbstsucht. Gewalt und Lüge mifgebaut sind, zwischen dem we st europäischen Jmperialis- m u s und dem halbasiatischen Bolschewismus. Die einzige Welimacht, die noch die nötige Kraft hätte all- mählich erlangen können, um den Kampf gegen den Jmperia- lismus aufziinehman. die sozial! st ische Arbeiter- internationale, ist in ihrem Rücken durch den Bolsche- wisnruS angegriffen wanden und muß vorerst in einem schweren Zweifrontenkrieg ihre Kräfte erschöpfen. Die Alliierten hatten ihrem Werke der Gewalt und der Heuchelei die Krone milgesetzt, als sie aus dem Völker- bundspakt einen Bestandteil des Versailler Vertrages machten. Und so kommt es. daß das iingehenerl'chste Toku- ment der Ungerechtigkeit, das d e Grchicht« überhaupt kennt, mit den Worten beginnt(l. Teil, Völkerbundsakt?): »In der Erwägung, daß eS. um die Zusammenarbeit der Nationen zu fördern und Frieden und S-cherheit Mischen ilinen zu gewährleisten, wesentlich ist, in aller Oeffentlichkeit zwischen den Völkern auf der Gerechtig- trit und der Ehre beruhenden Beziehungen zu Pflegen, die Gerechtigkeit herrsche» zu lassen.... ein.gen sich die hohen vertragschlietzsnden Teil« auf int folgende Satzung des Völkerrechts." Dirse Worte stehen am Eingang eines„Vertrages", der dem Bvsiegtcm ahne mündliche Verhandlungen, unter der Trobung des Einmarsches nach einer durch List herbeigesühr- ten Waffcnstrcckiing. und unter der Drohung der Wieder- crvffnung der Bleckede gegen ein hungerndes Volk d' k- tiert wurde! Sie stelxn am Eingan geines„Vertrages", der die gewaltsame Losre'ißung weiter G.bietsteile vom deutschen Mntterlande verfügt, der den Deutschen im Reiche und in Oesterreich verbietet, auch wenn sie sich alle da- nach sehnten, sich zu vereinigen, und der überhaupt das deutsche Volk wie ein Pariavolk behandelt. Noch nie sind so große und erhabene Worte wie„Gerechtigkeit" und „Ehre" dermaßen mißbraucht worden! Unter diesen Umständen hätte cS Teutschland eigentlich als eine Ehre betrachten können, in diesem Völkerbund keine Aufnahme zu finden, während Hedschas und Liberia als genügend..frei" und„zivilisiert" betrachtet werden, um gründende Mitglieder des Bundes zu werden! Aber in seiner grenzenlosen moralischen und materiellen Not mußte da? deutsche Volk auch an die etwaigen künftigen V o r- teile denken, die ibm infolge dieser AuSstcholtung entgingen. Auf der Sozialistenkonferenz in Luzern im August l9l9. alS in der pofith'chen Kommission eine Resolution gegen den Verlailler Frieden ausgearbeitet und von den nichtdeutschen Vertretern Me Forderung erhoben wurde, daß die Zentral- mächte im Völkerbund sofort aufgenommen würden, da er- klärte unser englischer Genosie Ramsap Mac Donald. er wisse nicht, ob man Deutschland überhaupt zu- muten könne, in einen solchen Völkerbund einzu- treten. Indessen, die Hoffnung, durch Zugehörigkeit zum Bunde seiner Stimme besser Gehör zu verschaifen, früher zu seinem Rechte zu kommen, veranlaßte Deutschland, seine Aufnahme auch in diesen verzerrten Völkerbund als ein erstrebens- wertes Ziel zu betrachten. Und allein die Tatsache, daß das amtliche Frankreich gegen diese Zulassung Teutschlands einen bis zur Drohung mit dem eigenen Austritt gehenden Widerstand erhob, zeigte uns, daß wir nicht fehlgingen, als wir auch in diesem verbesserungsbedürftigen Völkerbund eine kleine Hoffnung für die Zukunft erblickten. Doch zeigten schon die ersten Sitzungen der in Genf zu- sammengetretenen ersten Völkerbundsversommlung, daß der Geist von Versailles auch dort noch vorherrschte. Die Tagung begann gleich im Zeichen dieser stummen Drohung F r an k- reichs: Wenn ihr Teutschland aufnehmt, oder wenn ihr irgend etwas beschließt, was uns, den Siegern, nicht patzt, dann treten wir aus. Tic Engländer nahmen eine in der Form vermittelnde Haltung ein. in der Sache aber unter- stützten sie Frankreichs Standpunkt: sie ließen durch ihren zweiten Redner Barnes die Forderung nach Zulassung aller Möchte grundsätzlich erheben, ließen jedoch sofort die ganze Welt wissen, daß Barnes nur seine persönliche Auf- fassung zum Ausdruck gebracht hotte: ihr erster Delegierter aber, Balfour, wußte in den Kommissionen und im Plenum die Tinge so zu„schieben", wie eS den französischen Wünschen entsprach: also, keine Aufforderung an Deutsch land, einzutreten und keine Abänderungen in den Satzungen, wenigstens nicht in dieser ersten Vollversammlung. Letztere Frage war die wichtigste: denn es handelte sich dabei für die Großmächte vor allem darum, die Macht des Bölkerbundsrates nicht einzuschränken und seine Zu- sammensetzimg nicht anzutasten. Der Versoiller Vertrag be- stammt nämlich, daß der Völkerbundsmit sich aus den fünf Vertretern der fünf hauptsächl'chen alliierten Staaten und aus vier Vertretern anderer Staaten zusammensetzt, nämlich einem Belgier, einem Brasilianer, einem Spanier und einem Griechen. Mit Ausnahme des spanischen Konzessionsschulzen sollten also lauter Vertreter alliierter Staaten den Rat bilden, der die urrkliche. ständige und ausführende Macht im Völkerbünde bildet, ebenso wie in einer G. m. b. H. nicht die Aktionärversammlung, sondern der Aufsichtsrat die tati'äch- liche Macht besitzt: der Völkerbund sollte also weiter, ganz im Geiste von Versailles, nur ein Machtin st ru ment der siegreichen Entente bleiben. Das ist es. wogegen sich die Vertreter der meisten kleinen, im Kriege neutral gebliebenen Staaten wandten. Die Möglichkeit von Satzungsänderungen wird nicht nur im Artikel 26 des Vertrages ausgesprochen, sondern auch die vom Präsidenten Wilson ousgeaanaene Einladung zur Genfer Tagung kündigte ausdrücklich Aenderungen des Paktes an. Die meisten Staaten haben sich bei der Abstimmung auf die Serie der Mächtigen gestellt. Einzelne Neutrale haben dies mit Begründungen getan, die ihre moralische Vergewal- tigung deutlich zum Ausdruck brachten: so die Reden des Schweizer Vertreters Motto und des Norwegers H a g e r» p. Ehe aber die Großmächte ihre„Schiebung" vollständig unter Dach und Fach gebracht hatten, ist die Bombe geplatzt: Der frühere Präsident der argentinischen Republik, P u e y r r e d o n. der in Genf die Delegation seines Landes führt und bereits durch seine erste Rede Aufsehen erregt hatte, indem er den Mut hatte zu erklären, daß Deutichland se'ne Verpflichtungen gegenüber Argentinien während des verschärften U-Boot-Krieges loyal erfüllt habe, hat den Austritt seines Landes aus dem Völkerbund mit- ge'eilt. Formell ist der Ausdruck„Austritt" Wohl nicht ganz richtig, denn nach Artikel 1 erfolgt dar Austritt nur nach ausdrücklicher Bekanntgabe mit zweijähriger Kündigungs- irist. In der Sacke aber kommt die Mitteiluna Pueyrrs- dons, daß seine Regierung unerschütterlich ent- schlössen i st.„i h r e Mitarbeit einzustellen", einem Austritt gleich. Man muß dieses Schreiben gelesen haben, um eS voll würdigen zu können. Wir wollen hier oessen wesentlichste Stellen nachtragen: »Unser Land sah in dein geplanten Völkerbund die Geburt eine« neuen wohltätigen Frieden«Werkzeuges, die tiefe Hoffnung einer Besserung des Völker- s ch i ck s a l s und in den Abänderungen den Weg. an der Vervoll- kommnung der Verfassung mitzuarbeiten. Ohne Umschweife war unker Land bereit, an den Arbeiten de« Völkerbünde« mit- zuarbeiten mit der Begeisterung und dem Interesse. da« man empfindet, wenn man für da« gemeinsame Wohl zu arbeiten glaubt.... Man mutz unterscheiden zwischen den allgemeinen Abänderungen. d«r» heitzt denen, die sich auf da« Verhältnis de« Paktes znm BersaMer Vertrage beziehen können, und den anderen, die eine Abänderung de« Pakte« anstreben mit dem edlen Ziel, der Menschheit eine Zukunft der Befreiung von Kriege», die Herrschaft deS Rcchtes, der praktischen Solidarität und Gerechtigkeit unter den Staaten zu sichern.... FolgeiDc« sind die Borschläge: Zulassung aller souveränen Staaten, Zulassung der kleinen Staate» obnc Stimm« recht, Bildung eines Rates durch dcmokratlsche Wahl, obligatorische Schiedsgerichte und obligatorischer Gerichtshof. Diese Projelte, die den lebhaften Ausdruck unserer pazifistischen und auf Gleichheit gerichteten Bestrebungen her- vortreten lassen, wurden von un« eingebracht, als ein Beitrag AvgeMiniens an dem begonnenen Werk. Keines dies« Projekt« schmälerte die Verpflichtungen der Mitglieder, keine« beschränkte die kollektive Mitarbeit. Im Gegenteil: sie verliehen der leitenden Organisation grvtzere Fülle und bezweck:«» di« Stärkung de« Bundes, in dem sie die ganze Kulturwelt in fein Werk riu- schließen wollte«.... Dir Völker werden den Völkerbund»ach seiuen Werken be� urteilen und nur so an ihn glaubem und nur in einer Atmosphäre de« Vertrauen« der öffentlichen Meiuunz kann der Völkerbund leben. Die Mitglieder dieser Versammlung werden in««igen Tagen auseinandergehen, ohne an die großen VersassnugSfragr« heran- getreten zu sein, die gerade der örsentlichen Meinnna die besten Garantien für die Weitsicht und die Organrsat ionSkraft de« Binides gageben hätten.... Dieser Entschluß Argentiniens ist eine Großtat, d;e in dieser seit sechs Jahren an Idealismus so verarmten West ihresgleichen nicht kennt. Diese von der allgemeinen euro- päischen Kriegskorruption freigedliebene südamerikanische Republik erhebt sich �zanz allein inmitten bcr Großen, welche droben, und der Kleinen, welche kuschen, und ruft ihnen ins Gesicht: Wir machen Euer Spie! nicht mehr mit! Das ist nämlich der Sinn dieses Briefes, bei aller Höstichkeit seiner Form. Die Völker jedenfalls werden ihn so auffassen und dieser Appell on daS Gewissen wirb nicht wirkungslos verhallen. Ob noch m dieser Tagung des Völkerbundes, die sich ihrem Ende nähert, andere Länder dem argentinischen Beispiel sol- gen werden, ist fraglich. Aber der Riß im Vsrsailler Völkerbund ist da, die Ohrfeige hat gesessen. Niemand auf der Welt hat mit tieferer Inbrunst daS Zustandekommen und daS Gedeihen des Wilsonschen Völkcr- bundSplaneS gehofft als die deutsche Soziakdeinokratie. Des- halb aber begrüßen wir die Tat Argentiniens, die sich nicht gegen den Völkerbund richtet, sondern gegen dessen Karikatur. Und wir möchten, in der Hoffnung, daß alle Völler die Bedeutung und di« Schönheit der Geste Argentiniens begreisen, schon jetzt rufen können: Der Ver» s a i l l e r Völkerbund ist tot! ES lebe der wahre Völker- bund! Der Eindruck in Genf. Genf, 8. Dezember.(Sonbcrbcrirtjf bc«„vorwärts".) Der Entschluß bcr argrntinische« Delegation, Genf zu verlassen, hat hier bas größte Aufschru hervorgerufen. Ter Prösibrnt bee VölkerbimbSversammlung Hpman« soll sich vergeblich b e. müht haben, bie Argentinier umzustimmen. Wie man er« fährt, verurteilt bie französische Delegation aus« schärfste ba« Vorgehen«rg-ntinicu». S« stub starke Bemühungen im Gange, bie anberen sübamerikanische« Delegationr« zu veranlassen, ihre Mißbilligung über bru«rgrntinischen Schritt auszusprechen. Bi« jetzt verhielten sich bie Vertreter ber neu. traten Staaten zurückhaltenb. Selbftverstäublich wirb hier unb ba ber argentinische Entschluß mit angeblichen beut- schen Intrigen in Zusammenhang gebracht. Anberrrseit« hört man aber auch bie Auffassung äußern, baß Argentinien sich bem norbamerikanischen Jbeal einer Völkergemeinschaft nähert. Interessant ist in bicsem Zusammenhang ber kauabischr An. trag auf Streichung bc« Artikels 10 be« BolkerbunbSpakteS, b. h. der Garantie bes territorialen Besitzstände« ber völkrrbnnbsmit- «lieber. Auf diesen Artikel stützt sich bekanntlich zum größten Tril ber Widerstand der übrigen Staaten gegen den Bölkerbnnb. Ter Anfang der„unvermeidlichen Spaltung". Washington, 6. Dezember. lReuter.) Senator Lodge erklärte mit Bezug ans den Beschlutz Argentinien», sich von der Völker. bnndzversammlung zurückzuziehen. eS scheine Ihm. daß einige Nationen, die in Genf vertreten fei»*, jetzt dieselbe« Gründe gegen den Völkerbund entdecken, die Amerika bereits vor zwei Fahren gefunden habe. Senstor K n v x erklärte, die unvermeidlich e Spaltung habe ihren Ansang genommen. Pari«, S Dez.(WTB.) Der argentinisch« Gesandt« ist zurückgetreten. Einlaöung zur Srujseler Konferenz. B e r l i n, 6. Dezember.(WTD.) Bei dem Vorsitzenden der deutschen Fnedeusdelegation in Paris iü am 3. Dezember folgende Note cingeaanAen: Ich habe die Ehre, Eurer Exzel- lenz mitzuteilen, dasi die technischen Sachversiändi- gen der Verbündeten sich am 13. Dezember vormittags in B r äff e l zum Zwecke eines vorläufigen Studiums der Frage der Reparation vereinigen werden, die Deutschland nach dem Vertrage von Versailles zu leisten verpflichtet ist. Die Sachverständigen, die der Zahl nach zwei für jedes vertretene Land betragen werden, werden cmeu Bericht an ihre Regierungen erstatten und das Protokoll ihrer Sitzungen wird der Reparationskommission mitgeteilt werden. Da die Sachverständigen der d e u t s ch e u Regierung mit denen der verbündeten Mächte zusammen tagen sollen, wäre ich Euer Exzellenz verpflichtet, wenn Sic mir dicNamenderBevollmächtigten der deutschen Re- gierung mit der gröstten Beschleunigung mitteilen wollten._ Vor der Spaltuna in Frankreich. Paris, 6. Dezember.(WTB.) Dir rechtsstehenden Sozia- listen, unterstiitzt von den Vertretern deS Sozialistischen Kongresses, erließen einen Aufruf, um zum Widerstand gegen den Anschluß an die Dritte Internationale aufzufordern. Auf dem Parteitage werde es sich entscheiden, wer zu den Kommuni st en gehßre und wer der Sozialistischen Partei treu bleibe. Die Haltung dieses Ausschusses wird allgemein als der e r st e Schritt zur Spaltung der Partei angesehen. Dem Ausschuß gehören u. a. an:Nenaudel, Paul Boncour, Mayeras, M outet und Bracke. Sozialistische Neaierungsbilöung. Dresden,(5. Dezember,(eigener Drahtbericht des„Bor- ' wärts?.) Tie Sozialdemokratische Laadtagsfraktiou und die Per- treter der sächsischen Parteiorganisation traten erneut im Dresdener Bolkshause zu einer Verhandlung über die Regierungsbildung zu- sammen. Nach längerer Aussprache wurde beschlossen, die VerHand- lungen mit den Unabhängigen fortzusetzen und ihnen drei Mi- n i st e r st e l l e n in der neuen Regierung anzubieten, und zwar das Finanzministerium, da? Unterrichtsministerium udn daS Arbeitsmini st rrium. Zum Ministerpräsidenten wurde erneut der seitherige Inhaber dieser Stelle, Genosse B u ck, vorgeschlagen, der sich auch schließlich dazu bereit erklärte. Die übrigen Minister stellten sich den Parteigenossen weiter zur Ver- fügung für ihre Acmter. Heute werden die Verhandlungen mit den Unabhängigen ans dieser Grundlage erneut aufgenommen und voraussichtlich zu Ende geführt werden. Die Kommunistische Landesorganisation hat es abgelehnt, sich an der Regierungsbildung zu beteiligen, sich jedoch berciterklärt, bei der Wahl eines Präsidenten in einem rein sozia. listischcn Ministerium für diesen zu stimmen. Damit wäre eine Mehrheit für die Wahl des sozialistischen Ministerpräsi- deuten gesichert. Der Versuch, die— wenn auch schwache— sozialistische P a r- kamentsmehrheit in Sachsen zur Bildung einer rein sozial! st ischen Regierung auszunützen, erregt natürlich die helle Wut der realiionären Presse. Dieselben Blätter, oie stets pvedizen, daß dort, wo bürgerliche ParlameniSmehrheilen bestehen, rein bürgerliche Regierungen unter Ausschluß der Sozialdemokratie gebildt werden müssen, betrachten es als unge- ?, eures Verbrechen, wenn eine sozialistische Mehrheit die bürgerliche Minderheit von der Regierung ausschließt. Allen voran ist wie immer die„Deutsche Tageszeitung", die in ihrer bekannten Wahrhaftigkeit behauptet, daß eine Ak.ion sämtlicher sozialistischer Par- teien Sachsens zur Umwandlung der demokratischen Verfassung in eine Diktatur des Proletariats" im Gange sei. Das ist natürlich gelogen wie gedruckt. Das sozialistische Ministerium wird die demorkatische Verfassung nicht antasten. Wenn freilich die .Deutsche Tageszeitung" als Voraussetzung der Demokratie an- nimmt, daß ste nur bürgerliche Mehrheiten liefere, so hat sie eben keine Ahnung von dem Wesen der Demokratie, was freilich bei ihr kein Wunder ist. ttpton Sinclair:„Prinz von Hagen". Der Verein Proletarisches Theater führte am Sonntagabend in einem der großen mit kleiner Jiebhaberbühne ausgestatteten Säle der Hasenhcide Upton Sinclair?.Prinz von Hagen"(eine Satire auf den folgerichtigen Kapitalismus, wie der Dh.oaterzettel erläuternd hinzufügt) auf. Ter Name des amerika- wischen Schriftstellers und Genossen, dessen weltbekannter in die schmutzigen Praktiken des Chikagoer kapitalistischen Schlächter. konzerns hineinleuchtender Roman„Der Sumpf" seinerzeit tm „Vorwärts" erschienen ist, hatte den mächtigen Raum bis zum letzten Platze gefüllt. Sin Teil der Gäste mußte die Vorstcllurnz stehend ansehen. Das vor dem Weltkrieg geschriebene, bisher in Deutschland jedenfalls noch nicht gespielte Drama will den Eindruck dämonisch spukhaften Widersinns kapitalistischer Hetztjagd in der Umvahnung eines phantastisch allegorischen Märchenhintergrund? s gestetger: widerspiegeln. Schon die Verse der althe-idnischen Sdda klagten über des Goldes grauenhaft den Menschensinn verblendende Macht: »Nun würgen sich Brüder und werden zu Mördern: Geschwister sinnen auf Sittenverderb. Der Giergeist fliegt. Kein einziger Mann will des andern schonen. Wißt Ihr davon?" Und berühmt ist aus dem Sagenkreis des Nibelungenliedes, durch Richard Wagners Opern neu verlebendigt, der goheimnrßvolle goldene m den Rhein versenkte von Zwergen gebütete Nibeliingensckmtz. Hieran knüpft Sinclair an. Der Zaubprkönig Alberich, des Goldes Eigentümer, entsendet einen Boten, um jemand aus der Menschenwelt herbei- zuholen, der d?n unbändigen Prinzen Hagen, einen Abkömmling de? grimmen Niüeluuaenrecken, durch Unterricht und Lehre von seinen bösamigeii Instinkten heilcti soll. Der zu diesem Zweck Herbeizitierte, ein amerikauisaier MilliardärSsohn, der von der Vor- tresflichkeit der menschlichen Moral vollkommen überzeugt ist, setzt es durch, daß ihm sein Zögling nach Amerika folgen darf. Aber der Dämon, der in des Prinzen Herz steckt, hat halb erkannt, wie windig es um die gepriesene Christlichkeit und Tugend dorr bestellt ist. Er entspringt aus der Schule und predigt den Genossen seines Elends den Rache- und Vernichtungskrieg wider die Reichen. Doch nur so lange er selber arm ist. Wer als König Alberich ihn als Erben den unermeßlichen Schatz hinterlassen hat. ist er selber einer der Herrenkaste und kann die Dollarkönige, stärker als sie alle, mit ihren eigenen Waffen niederzwingen. Seine Machtgier jauchzt. Kraft feines Goldes wird er zum Souverän der Börse, der noch Belleben Hausse und Baisse machen, durch die Erregung immer neuer Paniken jeden Rivalen zum Bankerott drängen kann. Die Presse wird der Herold seines Ruhms; seiner finanziellen Raub- züge und wahnsinnig verschwenderischen Feste. Zitternd vor seinem Uebelwollen drängen sich die Reichs!»« der Reichen dazu. Triam- phierend verlangt er, daß sie sich vor ihm tn den Staub werfen, und keiner weigert den Gehorsam. In dies« stzmbollischen Szene faßt sich Sinn und Tendenz des Stücke».«« prägnantesten zu- sammen. Die hiiieingeilochtcno SiebcSgcschichls mu der Tochter eine» der mattgesetzten Geldmagnaten, die er stürmisch begehrt und Kommunisten und Agrarfrage. B. S. Der zweite Verhcmdlunzstag der kommunistischen Vev- einigungstagung brachte ein breit angelegtes Referat Thalheimers von der Zentrale der K.P.D. über die„Agrarfrage", an das sich eine stundenlange Aussprache anschloß, in der es sich zeigte, daß man sich innerhalb der neuen Partei keineswegs über die Mittel und Wege zur Sozialisierung der Landwirtschast einig set. Thalheimer führte u. a. au-:-: ES ist nicht möglich, die Spzialisierung der deutschen Landwirt- schaft völlig nach russischem Muster durchzuführen.(In Rußland besteht beianntlich nur eine Scheinsozialifierung der Landwirtschast.) Zur Sozialisicrung der deulschen Landwirtschaft ist es nötig, eine Gliederung des ländlichen Grundbesitzes in Großbetriebe, Mittel-, Klein- und Zwegbetx'ebe vorzunehmen. Vor allem muß der gesamte landwirtschaftliche Großbesitz ohneEntschädigung vom sozialistischen Staat enteignet, die Fideikommißrente aufgehoben werden. In jedem landwirtschaftlichen Betrieb sind Bauern- und Gutsräte einzusetzen, die nach zentraler Anweisung die Bcwirischaftung vorzunehmen haben und die alle den Eigenbedarf übersteigenden Produkte der Allgemeinheit zuführen. Soweit der Großgrundbesitz sich nicht zentral bewirtschaften läßt, soll er auf- geteilt werden. Staatliche Domänen sind als Versuchs- und Muster- wirtschaften weiter zu führen. Das Privateigentum der Klein- und Mittelbauern soll unangetastet bleiben. Die Industrie hat die Aufgabe, die Bauern mit ihren Erzeugnissen zu beliefern. Landwirtschaftlick>e Genossenschaften und Vereine von Klein- und Zwergwirtschaften sollen vorzugsweise beliefert werden. Der Kleinbauer ist heute noch ein offener Feind der Soziali- sierung und wird auch später vorübergehend ein Feind der Vergesell- schaftung sein. Unsere Aufgabe muß es sein, durch Aufklärung und Aktionen das Land unserer Propaganda zu erschließen. In der Aussprache klagte U n f r i c d- Stuftgart darüber, daß sich in Süddeutschland bereits eine Einheitsfrontder Land- Wirte und Bauern gegen die Sozialisierung gebildet habe. Man habe kommunistische Redner in Versammlungen auf dem Laude schwer verprügelt. In Württemberg habe sich die Bauernscbaft nach gewerkschaftlichem Muster so straff organi- siert, daß der Bauernbund die Parole ausgegeben habe, bei Un- ruhen in den Städten sofort mit dem Lebensmsstclstreik zu be- ginnen und sogar mit bewaffneter Hand die Ordnung wieder- herzustellen. Die weitere Diskusston zeigte, daß unter den angeblich prin- zipieniesten Kommunisten in der Agrarfrage die völligste Zerfahrenheit besteht. En Redner aus Bergedorf griff Thal- heimer heftig an und erklärte, daß feine Forderungen dem kommunistischen Prinzip hohnspreche«. Thalheimers Ausfassungen seien ein Beweis dafür,_ daß sich Hilfferdingscher Geist in die kommunistischen Reihen rinzu- dränge« beginne.(Und dies am Tag nach der Hochzeit!) Ein Hamburger Redner wandte sich heftig gegen die Sied- lungspolitik der Regierung, weil sie ein« unangenehme Kon- kurrenz für die Kommunisten sei. Er will auch die Großbauern enteignen, während umgekehrt ein Bayer vor einem allzu radikalen Agrar Programm warnte. Ein weiterer Redner wollte auf die Bauern verzichten und sicb�mit den Land- a r b e i t e r n begnügen, während der Vertreter von Hannover eine Sowjetrepublik ohne Bauern für gänzlich u n m ög» l i ch erklärte. Em Redner au? Brandenburg lehnte die schematische Aufteilung des Großgrundbesitzes ab, ein Redner au? Kiel will nach der Machtergreifung den Widerstand der widerstrebenden Bauern „nicht gleich mit den brutalsten Mitteln", sondern„durch sanften Zwang, wie die Sperrung des Eisenbahnverkehrs usw., brechen. Nach langen Debatten wurde schließlich des Agrarprogramm mit einigen Aendcrungen angenommen. (3. Tag.) Vor Eintritt in die Tagesordnung verliest der Vorsitzende unter Beifall ein BegrüßungStelcgramm der auf dem Boden der Dritten Internationale stehenoen französischen. Sozialisten. Zur Begrüßungsansprache melden sich dann zwei a u s l ä n» d i s ch e Gäste, und zwar der Franzose A u c a i r e und der Bulgare Georgicff. Hierauf erhält zur Begründung einer Resolutton zu- gunsten der in Deutschland internierten Rotgardisten Friesland da? Wort. Friesland weist auf die Notlage hin, in der sich die internierten Rotgardisten in den deutschen Gefangenen- lagern besinden und fordert das revolutionäre Proletariat auf, durch wirkliche proletarische Solidarität die Notlage zu mildern. Die Reso- lution, die eine Lebensmittel- und Geldsammlung für die intcr- deren Liebe er doch am Ende mit allem seinem Geflde nicht zu kaufen vermag, bleibt daneben recht schcmatisch. Der Schluß, freilich in dem Gang der Handlung nirgends vorbereitet, versinnbildlicht den Sturz des Dämons. Das Volk, auf das er schießen lassen wollte, dringt siegreich stürmend in den Prunkpalast. Mit ersichtlich regster Spannung folgte das Publikum den Szenen der Tendenzdichtung, doch ohne irgendwo bei einer der wuchligcn Anklagereden durch demonstrativen Beifall den Gang der Aufführung zu unterbrechen. Der Darsteller des Prinzen Hagen brachte die Brutalität, die im Grundton der Rolle angelegt ist, mit starken, hier und da wohl allzu starken Unterstreichungen heraus. Das Ensemble war. wie bei den beschränkten Mitteln ja kaum anders möglich, der schwierigen Aufgabe, die ihm das Drama stellte, nicht gewachsen._ dt. Eine Kundzeoung der deutschen Künstler. Im großen Sitzungs- saal deS Reichs rngs veranstaltet« unter dem Vorsitz Max Lieber- mann? die Ges rmtheit der deutschen Künstlerverbände in Gegen- wart zahlreicher Regierung �Vertreter und Parlamentarier am Sonn- tag ein« wirkungsvolle Demonstration für die Forderungen der Künstler. Ministe? Koch behandelte die Rot der Kunst im Zu- sammenhange dar Qssamicn wirtschaftlichen Fragen und anerkannte es als Aufgabe von Reich und Staat, der Kunst zu helfen. Archftekt Hcinr. Straumer meldete dann temperamentvoll die Forderungen de- Baukünstler an: alle?, was in Zukunft gebaut werde, müsse vom Geist der Kunst erfüllt fein. Die Architekten wollen kein Almosen, sondern Arbeit. Die bureaukratische Vor- mundschaft deS SiraicS muß aufhören, der Staat soll seine Bauten Baukünstlern übertragen. Für die Maler sprach Hans B a l u s ch e k. Er trat für eine Beseitigung der Lurussteuer und eine radikale Um- Gestaltung des Urheberrechts ein. Drastische Beispiele führte e? da- für an, wie weit der künstlerische Analphabetbismus in Deutsch- land noch verbreitet sei. Schon in den Schulen muh Kunst- anschauungsunterricht obl'gawrisch gemacht werden. Die Kunst» pflege soll über Stadt und Land sich gleichmäßig ausbreiten, damit die Künstler sich nicht in den großen Städten zusammenballen. Eine Einheitsfront von Künstlern put uns not! Bildhauer Fritz K Ii m s ch verlangte Gleichstellung des Mld- hauerS mit dem Architekten. Der Bildhauer muß Gelegenheit er- kalten, sich bei den öfienUichen Bauten dekorativ zu betätigen. Tie Zeit dar Siegesdenkmälcr ist vorüben Das ist kein Unglück. Wir müssen zurück zur Einfachheit. Tie Künstler sollen in allgn Kunst. fragen mehr gehört werden, ein? ständig« Vertretung der Künstler- schaft bei allen Behörden ist unentbehrlch. Der Reichskunstwart Prof. Redslob, der mit dem Wider- spruch der Versammlung zu kämvfen hatte, nabm zu ven Referaten Stellung. Das Reich muß allgemein eine G.sundung der Kunst herbeiführen. Ter Kanalbau kann als Symbol der neuen Zeit gelten. Der Reichskunstwart beschäftigt? sich eingehen?» mit der künstlerischen Ausgestaltung der Reklame und ließ.dabei durch- blicken, daß er bei manchen Behörden immer wieser auf große Schwierigketien stoße. Die Künstler müssen eigen« Interessen zurück- stellen unj> ihren einheitlichen Gesamtwillen mehr zur Geltung bringen l nierien Rotgardisten vorsieht und die Solidarität de? revolutionären deutschen und russischen Proletariats zum Ausdruck bringen soll, findet einstimmige Annahme. Zum dritten Punkt der Tagesordnung:„Die Organisa- tion der Partei" erhält dann der Linksunabhängig? Wilhelm K o e n e n das Wort. Als nächzteS Ziel der Partei erkennt der Referent die Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat an. Aufgabe der Organisation soll es sein, die Massen hierzu zu mobilisieren. Als einen großen Organisationsfehlcr be- zeichnet der Referent den Föderalismus in der bisherigen U. S. P. D. Tie Kommunistische Partei soll den Gedanken oeä Föderalismus überwinden und zur zentralistischen Zusammenballung aller Aktive« werden. Einheitlichkeit in den Aktionen stellt der Referent alS eine der wichtigsten Forderungen auf. Als OrganrsationSgrundlagen sollen sogenannte Wirt- schaftSgebiete dienen, die das Gegenstück der früheren Reichs- tagSwahlkreife sind. Die Ardeiter in den Betrieben sollen erneut organisatorisch erfaßt werden. Die Zeit der Zellen in den Gewerkschaften, Genossenschaften und Betriebsräten ist nach der Meinung des Refeienten vorüber. Durch organisatorische Massenaufklarung soll allmählich die Führung der Massen vollkommenen die Hände der Kommunisten übergehen. Di« Parteizentrale soll auf fester demokratischer(!) Grundlage ausgebaut werden, um ihr möglichste Aktionsfähigkeit zu sichern. Den Opposstionsbcstrebun- gen innerhalb der Partei soll mit aller Schärfe entgegengetreten werden. Einmal gefaßt« Beschlüsse sind rückhaltSlos durch- zuführen. Parteiausschüsse und Reichskonferenz, wie sie bei- spieldweise bei der Mehrheitssozialdemokratie bestehen, werden vom Redner als nur zur Verknöcherung des Parteiwesens führend abgelehnt. Dafür soll ein Z e n t r a I a u s s ch u ß gebildet werden, der vom Parteitag zu wählen sein wird. Die höchste In- stanz der Partei ist der Parteitag. Seine Beschlüsse sind für jedes Parteimitglied bindend. Der Parteitag wählt zur politi- scheu und organisatorischen Leitung der Partei und zur Kontrolle sämtlicher Organe und Funktionäre eine Zentral«, die sich in ein Organisationsbureau und ein politisches Bureau gliedert. Zur Erledigung wichtiger Angelegenheiten und Kontrolle der Zentrale wird vom Parteitage ein Zentral- a u s s ch n ß gewählt. Die gesamte politische und taktische Haltung der Perteiprcsse untersteht der Zentrale. Koenen schloß mit dem Wunsche, daß rücksichtslose Disziplin in den Reihen der Partei einkehren möge.(Leb- hafter Beifall.)_ Neue Gewalttaten in Gberschleften. Ueberfall auf eine Berflarbeiterversammlung. Beuthe», 0. Dezember. In Pilzendorf tagte am Sonnabend der Deutsche Bergarbeiterverband. Als nach Beendigung de? Sitzung einige Bergarbciier noch zusammensaßen, stürzte plötzlich eine 00 Mann starke, mit Pistolen und Knüppeln bewaffnete Bande in den Saal und begann ohne Ursache auf die Versammelten ein- zuschlagen und zu schießen. Die Uebcrfallenen, die vollkommen waffenlos waren, versuchten, sich so gut eS ging zu retten. Der Saal fing in einer Ecke Feuer. Di« Bande hauste im Saal auf das schlimmste. Soweit bisher festgestellt werden konnte, ist eine große Anzahl Personen schwer verletzt. Metallarbeiterftreik in Leipzig. Leipzig, 6. Dezember.(WTB.) Am Sonntag vormittag fand im Vollshaus eine Betriebsrat- und Funktionärversammlung statt, in der e i n st i m m i g der Beschlutz gefaßt wurde, am Montag früh in 52 Großbetrieben der hiesigen Metallindustrie die Arbeitet«- zustellen. Von etwa 32 000 hiesigen Metallarbeitern Wersen rund 15 0�0 Mann von dem Streik betroffen. Wird er? Der Deutsche Offiziersbunh hat den Reichswehr- minister G e ß l e r ersucht, gegen den„Vorwärts" wegen � eines Artikels Strafanlrag zu stellen, in dem ausdrücklich und crusschließ» lich von der„alten kaiserlichen Armee" die Rede ist. Dazu ist Herr Geßler natürlich rechtlich gar nicht in der Lage, da er als ReichSwehrminister der Republik die alte kaiserliche Armee nicht vertritt. Wir find nun aber gespannt, ob Herr Geßler gleichwohl auf die reaktionäre Lockung hereinfallen wird, die ihn offenbar zum Gaudium der Mitwelt zum offiziellen Vert«eter des alten Systems stempeln möchte. Einstimmig wurde folgend? Kundgebung angenommen:-Die deutsche Künstlcrschast steht vor der Ausgabe, aus eigener Kraft die Not der Zeit zur Grundlage einer Gesundung zu machen. Ihr schöpferischer Wille vermag Verarmung zum Segen zu wandeln. Daher muß der Künstler verlangen, daß er bei allen produktiven Ausgaben von Anbeginn an als entscheidender Faktor eingesetzt wird. Er muß verlangen, daß eine Gesundung des Unterrichts auf Hand» werflicher Grundlage erfolgt. Daß Gesetz« und Verwallungsmaß- nahmen, die kuliurcll« Fragen berühren, nicht ohne ihn bearlftftt werden. Erfüllung dieser Forderungen löst die lebendigen Kräfte der Künstlerschaft aus und legt die Grundlage zur Veredelung aller Arbeil." Skandinavier-Matinee im Schaufpieihan«. Da» Problematische aller l terarischen Matineen kam auch bei dieser der skandinavischen Lfteratur gewidmeten Matinee de» S'aatStheaterS zu störendem Ausdruck. Das RezitationSprogramm stend in keinem Verhältnis zu dem Vortrage Julius BabS, der wieder die ihm zustehende Zeit bei weitem überschritt, um wenigstens etwas in die Tiefe dringen zu können. Den Proben au» dieser Literatur fehlte jeder Zusammenhang mit den schönen Ausführungen BabS; man vermißte die auswählende und sichtende Hand, die aus der Veranstaltuna ein« künstlerische und ideelle Einheit gemacht hätte, Dam't, daß man aus Andersen, Jacebsen, Fbsen. Kierkegaard usw. vorliest und ein Dramolett von Strintberg spielt, ist noch nicht» getan, selbst wenn, wie e» durchweg der Fall war. gut gelesen wird. Di- Einzelle'iwngen waren gut. Und man muß dieses Ntera- rische Frühstück so verdauen, wie es serviert wurde: als Kosthapvew, die zu größeren Mahlzeiten einladen sollten, WesenttickeS gab nur B a b, der die Stelluua der skandinavischen Literatur in der Volks» lrteratur aufzeigte, in Andersen den Ausgangs- und Angelvunkt der nordischen Dichtung erkannte, die drei Tnpen der dänischen, nor- wegiscben und sch ocdst'chcn Literatur zeichnet« und in der Ver- guickunq von Wirklichem und Phantastischem daS Vorbildliche und Zukunftsreiche dieser idvllislb-ironischen, idyllilch. tragischen und an::» idyllisch-phcrntast'schen Dichtung zu finden glaubte Ernst Legal versuchte wenigstens, diese tieier« Linie festzuhalten, indem er mit scharfer Dialektik Knrkegaard und ein paar zeiikickMNteressante Stellen aus Jbscn las, Grete Sandheim sprach a?wand-t und schlicht ein Anders ensche» Märchen, fand aber ftir Biörnson und Jacobsen«'cht ganz das richsig« Format. Albert P o t r Y»er-. waltete sovial den Humor Wied» und Hamsun». In der.Stärkeren" von Strindberg tot ßte Mathilde S u ssi n stark zu schweigen, während Rosa B e r t e n s mi- gewohnter Sicherheit den Brunnen ihrer Beredsamkeit plätschern ließ. d. Dbeater. Da? Märckeniplel! r I« s a n da? leben Rittwab imd Sonnabend im Centrnl-Theatcr gegeben wird, beginnt von setzt an wünsch» gemäß um Zy, llbr, statt 3 llhr. Reue Dramen. Anton Dildaan?' neue? Bühnenwerk.Kain" wirb im Januar gleichzeitig in drei The lern zur Uraussübrung gelangen. Hans Heinrich DwardowSki wieberboit am 10 Dezember 8 Ubr im Meilteriail, Kothener Str. 38. seine» Vortragsabend.Novellen d»S Todes" (Leonhard Frank, Georg Hehm). � ä\ dk j r Am gestrigen Sonntag wurde ein außerordentlicher Bezirkstag für Groß-Beriin ebgchalten. Aus der Tagesordnung stcnd als erster Punkt ein Tortrag de? Genossen Hermann Müller lPa�teivorstard) über die politische Lage. Der Redner begann mit einem Vergleich der Tätigkeit der srü bereu mit der der jetzigen Regierung. Er wieS nach, daß die jetzige rein bürgerliche Regierung nichS erfüllt hat und nichts erfüllen konnte von all den Versprechungen, welche die Deutsche Volkspartei während der ReichStogswahlbewegung gemacht hat. Auf vem Porte!» tag der Deutschen Volkspartei ist getagt worden, von ihr hängi. eS ab. zu bestimmen, unter welchen Bedingungen die Sozialvemokraiie wieder in die Rogierung eintreten soll«. Demgegenüber betonte Ge- nosse Müller, die Leute von der Deutschen Volkspartei sollen sich über unseren Wiedereintritt in die Regierung nicht den Kopf zer- brechen. ES kann je eine Situation eintreten— hoffentlich ist sie noch fern—, wo es im Interesse der Arbeiterschaft nötig ist, daß wir wieder in die Regierung einreten. Ob und unter welchen De. dingungen das geschehen wird, darüber hat niemand anders als unsere Partei zu entscheiden. Unsere Agitation muß die Bevölkeruna darüber aufklären, daß sich unter der jetzigen rein bürgerlichen Regieruna die wirtschaftlichen Verhältnisse nicht verbessert, sondern verschlechtert haben. Sie bar eS n'chi vermocht, die Reichsfi ranzen zu sanieren. Die Reicks- schulden sind bedeutend angewachsen. Die Lebensmittel- preise sind nicht herabaeganaen, sondern gestiegen. DiS Defizit bri der Post und der Eisenbahn hat sich bedeutend vermehrt. Ganz richtig ist es. daß die Regierung daS Aauvtrewicht auf die Ersiillutig des S'vi-Abkommen» legt, um die Besetzung des Ruhr» aebietS zu verhindern Die Regierung soll stch aber darüber klar sein, dast die Bergarbeiterichafi die zur Erfüllung des Abkommens nötig«n U eberschichten nicht auf die Dauer leisten werde, wenn nicht endlich ernst gemacht wird mit der Sozialisterung deS Bergbaues. (Sehr richtig!)— Was d'« auswärtige Politik betrifft, so sind ja alle Parteien darin einig, dast der Pertra-, von Versailles revidiert werdan muß, aber über den Weg, der einneschlagea werten muß. um dies«? Ziel zu erreichen, geben die Ansichten auS- einander. Die D«utschnatianalen halten iimner noch eine kriegerische Lösung deS Vertrages für möglich. Sie tun so, als ob Deutschland immer riock in schimmernder Wehr stände, oder als ob doch die schimmernde Webr bald wiederkehren werde. Vielleicht sieht man den Anfang davon in dem Bau des kleinen Kreuzers, fiir den die büreerlichen Var'eien gestimmt haben. Wir werden für die endgültig Entscheiduna über den Bau des kleinen Kreuzers nament- l'ch« Abft'mmiiug beantragen.—.Di« Deutschnaftonalcn geben zwar w'cht zu» daß st? die Revanche vorbe''eiten. aber ihre ganze Agitation aeht darauf hinaus, den Geist der Rache zu vfteoen. Wenn sich der Reichsminister Scholz auf dem Parteitag in Nürnberg unter der schwarz-wrih-rotc» Fahne hinsetzt. wem, man in jedem Nesiaurant noch Kaiserbüsten antrifft, so muß das doch im Ausland die Stimmung erzeugen, die Republik sei in Deutschland nur Scbe'N. in Wirkfichkeit sei alles beim alten ge» blieben. An all-n Ländern mit b-ffem Mlitärlasten wird die Forde» riinq nach Abrüstung immer stärker. Aber diese Bestrebungen können erst dann Erfolg haben, wenn man im Auslände überzeugt ist, daß in Deutschland eine Umstellung des alten Geistes staftge» funden bat. Dan Gedanken an eme Aufh�buna des Versailler Per» traaes durch Waftengewaft müssen wir vollständig giikaeben und uns darauf einstellen, daß nur auf dem Wege der Verhandlung und der Konstituierung eiueS neuen Rechts die Ungereckftiakeiten des Versefiller Vertrages beseitigt werde«' können.— Auch im Völkerbund beginnt«S!a bereits zu dämmern. Nach nnkerer Auffassung tnufe er anders konstruiert werden. Er muß ssch zlikammenfttzen au» Vertretern, die van den Parlamenten der einzelnen Völker gcwäbkt sind. Der Völkerbund muß ein Völkerparlament werden.— Die in Frankreich herrschende starke Siimmung gegen Deutschland wird genährt durch die ungeheuren Verwüstuna-n im KrieaSaebiet, die uns als Barbarei angc- rechnet werden. Aber in den Kre'ken der Industrie, des HmrvelS und auch der Regierung wächst die Stimmung für Wiederanknüpfunq der Beziehungen mit Deutschland. Falsch wäre eS, wenn wir im S'nne unterer Konfinentalvolitiker alle? auk die französische Karte setzen und ein? Polit-k machen würden, die ihr« Spitz« gegen Eng- land richtet. Wir müssen uns so einrichten, daß wir mit allen Völkern auf gutem Fuß stehen. Her Bezirkstag. Nur das kann uns rett en.— Wir haben in nächster Ze't den Wahlkampf in Preußen zu führen. Es bedarf einer regen Agitation, damit die Wahl nicht so ausfällt wie tu Sachsen. Wenn wir in Preußen eine reaktionäre Regierung bekäme«, so würde sie im Verein mit der reaktionären bayerischen Regierung einen Druck auf die Reichsregierung ausüben, was einen Unheil- vollen Einfluß auf die auswärtige Politik haben würde. Den Ar- heitern, die, angewidert durch die von links betriebenen Partei- streitigkeiten, teilnahmslos beiseite stehen, muß klar gemacht werden. daß sie durch ihre Abstinenz nur die Reaktion stärken. Wenn unsere Aaitation in diesem Sinn« aufklärend wirkt, dann können wir in Preußen eine starke sozialistische Macht ein» setzen und auch im Reiche für unser« sozialistischen Ideen wirke«. (Lebh.rster Beifall.) In der Diskussion forderte W e g n e r Maßnahmen gegen die mibtaristischen Bestrebungen in der Leitung der Reichswehr- M ü h l m a n n verwies auf die Ueberfremdung der Industrie sowie auf die Kapitalverschiebung nach dem Auslände, wogegen einge» schritten werden müsse. Eduard Bernstein bezeichnete eS als eine große Dumm» heit, daß— wie der Referent erwähnte— Dr. Levi aus dem kam» munistischen EinigungSvarteitag den oberschlesischen Arbeitern emp» fohlen hat, weder für Deutschland noch kür Polen, sondern für de» Anschlug Oberschlesiens an Sowjetrußland zu stimmen. Solchen Dummheiten muß entschieden entgegengetreten werden. Es kommt bei der Abstimmung in Oberschlesien aus jede Stimme an. Oberschlesien ist für das deutsche Wirftch islSIebeit im» entbehrl!unft oürfe nicht allein die in Berlin herrschende Stimmung maßgebend sein, son- dem es müsse auch mit der Stimmung im Lande gerechnet werden, wo unsere Haltung in der Abfindungsfrage von den Teuischnatio- nalen in demagogischer Weise gegen uns verwertet werde. Der Wablkmnps dürfe nicht nur unter der Parole gegen rechts geführt werden, da ja die Kommunisten untz Unabhängigen d«n Kamps gegen unsere Partei mit besonderer Schärfe führen. Hermann Müller bezeichnete im Schlußwort die Desürch» hing einer von der Reichswehr drohenden Gefahr als unbegründet. Einer Bewegung von links werde da» Heer nicht gefährlich werden. Ein etwcfiger Putsch von recht» würde wieder, wie der Kapp.Putsch. die Arbeiterschaft geschlossen gegen sich haben. Einer Proklamierung der Monarchie in Bayern würde sofort oie Ausrufung der fränki-- scken Republik folgen und das monarchisch« Bayern würde nicht ei« Pfund Ruhrkohle erhalten.— Hinsichtlich unserer Kaltung gegenüber den anderen sozialistischen Parteien warnt der Redner davor, den Unabhängigen nachzulaufen. Die Entwicklung geht dahin, vaß di« Rechtsunabhängigen zu einer Pereinigung mit uns kommen werden. Aber wir müssen jede Konzession an da» Rätesystem ablehnen. Wir dürfen uiis keinen Fingerbreit vom Boden der Demokratie ab- drängen lassen. fBeifall) Aus Mitgliederkreisen legen dem Bezirkstag zwei Anträge vor. Der eine verlangt, daß die ReiAStagSfraktion auf die Regierung vahin einwirke, daß di« Preise für die notwendigsten Lebensmittel berabaesetzt und die Zwangswirtschaft, soweit sie im Interesse der Bevölkerung noiwendig ist, wieder«ingeführt werde. Der zweite Antrag fordert«inen durchgreifenden Schutz der deutschen Minderheit in den an Polen abgetretenen Gebieten. Der erste Antrag wurde der ReichckwgSfrakiio". der zweite de« Partcivörstand überwiesen. Hierauf schritt der Bezirkstag zur Regelung der BeitragSfrage. Nach einer längeren Aussprache wurde«in durch den Genossen P a g e l S begründeter Antrag des Bezirksvorstandes fast ein- stimmig angenommen, der besagt, daß vom 1. Januar ab der Wochcnbeftrag fiir männliche Mrlgkieder 50 P f. für weibliche Mitglieder 3<1 P s beträgt und daß alle Extrabeiträge mit Ausnahme ves Beitrages für die Jugendbewegung wegfalle». Ferner wurde beschlossen, daß den ländlichen Kreisen mit ungünsti» gen wirtschaftlichen Verhältnissen auf Antrag gestattet werden kann. von den Männern nur 40 Pf. zu erheben. Raumer�-ahn!m tzauptausWuß. Im HauptauZschuß des Reichstages gehen die Wogen der Er» regung hoch. Es gibt stundenlange Geschäftsordnungsdebatten. Zur Beratung steht der Etat des Reichs schatzministeriumS und eS liegt der Antrag vor, die Debatte über verschiedene Posi- tionen solange auszusetzen, bis der Aufsschisrat der Deutschen Werke A. G. zu dem sogenannten Cahn-Vertrag Stellung genommen hat. Außerdem wird von verschiedenen Seiten gewünscht, daß die D i r e k- r o r e n der Deutschen Werke vor dem Hauvtausschuß als Kom- missareerfcheinen. Abg. Schulz lBromberg, Dnat.) findet eS empörend, daß man es dem Minister Räumer zumiitete, Diret- toren, deren Tätigkeit der Minister nicht billigt und die doch seine Untergebenen seien, hierher zu rufen, um ihrem Vorgesetzten in den Rücken zu fallen. Minister Räumer erklärt, daß er eS ablehne und daß eS mich unzweckmäßig sei, diese Direktoren, die ibr Amt niedergelegt hoben und so gehässig geaen ihn varaeggngen seien, als Kom- missare hinzuzuziehen. Er werde den Vertrag und Mick Gutachter zur Stelle schatten, um dem Ausschuß ein objektives Bild zu aeben. Legten lSoz.) betont, daß verschiedene Er.klärunaen der Herren des Schatzministerftimz irreführend seien. Die Sitzung deS AuksichtSratc» soll deSbalb vor der Debatte im Sauvtausschuß statt- finden, weil dieser Vorschläge zur Oraanssgtion der Deutschen Werke machen wolle. Allerdings sei die Cahn-Anoelegenheit noch hin�u» gekommen, zu der der Auftichtsrgt mich Stellung nebmcn müsse. Minister Räumer meint, daß eS ssch bei der ganzen Anaele'-enheit um einen wohlüberlegten planmäßigen Anoritt auf ibn bandle.— Wissell ruft: TnS ist Einbildung!— Die Direktoren der Deutschen Werke hinzu-nfteben, lehnt der Minister nochmals entschieden ab. sgoch kSoz.) erbebt daaegen schärfsten Einspruch, daß das Borgeben derS. P. D. als zum Schutz des Cabn. Vertrages aus- aeleot werde. ES bandle sich darum, den AufsschtSrat. der moroen sorechen wolle, nicht überrumpeln zu lassen..Billig sei eS, mich die Beschuldigten, d. h. die Direktoren der Dentschen Werke, vor dem Ausschuß zu hören. Schließlich tritt Genosse W'ssell dem Minister Raumer noch scharf entgegen. Er bestreitet entschieden, daß der AufsschtSrat Gutachter verlanat oder bestellt habe. Diese seien ohne Wunsch deZ AussichtsrateS in die Angeleaen» heit gebracht worden. Auf eine gfssällioe Bemerkung de» Abg. Hrlsse- rich über den Aufsichtsrat erklärt Abg. Gotbein lDem.). daß eS möglich sei. daß nicht alle AufsichtSratSmitolieder ibre Pflicht aetan haben. So lei z. B- der Abg. Vöaeler iDt. Pv.), der mich dem AufsichtSrat angehöre, nie zu den Sißungen erschienen. Die anderen AiifsichtSratsmitolieder hätten ibrer Vilicht vollauf aenügt. hiermit ist die GeschäktSordnunaSdebatte geschlossen. Der Antrag der S. P. D. auf Aussetzung der Beratungen wird durch die Stim- men der büraerlichcn Parteien abgelehnt. Angenommen wird der Antrag Wisse ll. eine AuSsvrgche deS SrnivimiSschuffes mit den Direktoren der Deutschen Werke A. G. herbeizu- führen. ES beginnt dann die sachlich« Beratung des EtatS. Groß'Jkrlln Schafft Heimstätten! Kurtdgrbunss von Arbeitern, Angestellten und Beamten. Zur Siedlung?- und Heimstättenirage ist viel aeredci und ge- schrieben worden, aber noch fehlen die Taten. Alle? wartet auf die Durchführung des Heimstättengesetzes. auf die Schaffung von ifteimstätten, die ohne Hergabe von Land u n d Geld zu billigen Bedingungen nickt möglich ist. Vor- schlag« b-er-u macht der beim Me-chSarbeiiSministerium bestehende, unter dem früheren Minister Scklcke eingesetzte ständige Bei- rat für Seimstättenwesen, dem auch Vertret«r aller Spitz-naewerkschatten angeboren. Ueber diese Vorschläge berichtete am gestrigen Sonntag in einer großen Verlammluna von Arbeitern. Angestellten und Beamten lim ZirkuS Bulch) der Booenrekormer D-maschke, der Vorsitzende res Beirats. Verlangt wird für d'« Gemeinden dai Reck'. Land zu dem vom Eigentümer selber in fein-r letzten V'rmöaenserklärnng genannten Vreis zu kaufen. Beschahft'na von Baukostenzuschüssen durch Mietssteuern wird verworfen. Rätselhaft ist mir. sagte der Referent, wie nack der R-volution eine Reaieruna ein solche» Gesetz vorzulegen sich getrauen kann lRufe! Schieberregierung! Antwort pgn der anveren Seite: Deutsche VolkSvarieil) Die Gemeinden 'eklen Seiwuättenanleihen aufnehmen nnd oegen sie Dar. l-önSkassenschein« umtaittchen. die sie or9 Bauaeld_ weitergeben. Dsssez wird als Hypothek eingetragen, die zinslos ist. aber mit 'ährN-h 1 �— 2 Prozent getilgt werden muß. Die Schashinä von �>-imstätten. die auck Gartenland haben müssen, belebt die Bau- tätiakeit. steuert d«? Arheitslosiakeft, h'lft dem W-'ssnunasmangel ah und wildert den Nahrungsmangel. lLedbafter Beifall) ES folgten Erklärungen von Vertretern der Spitzenge- werk�chaften.di« durch ihren ,Aftion»aii»schuß für das Re'ckS- beimstättenamt" diele Kiindgebung veranstalteten. Für den All» gemeinen Deutschen GewerkschastSbund versprgch Silbersckmidt taikräftiae Unterstützung der Vorschläge des .Beirats. S'e sei»ur-ett nötig, nnibefchadet der weitergebenden eigen«: Wünsch« de» AD cn.-B. Voll? Abbitte könne man natürlich mir erwarten nack Nebersühriung de- Wohnungen in Eioentum und V-rwr-ltung von Selbstverwaltunaslörpern öffentlichen Reckes Zu- ssimmiinaSerslänrngrn wurden auch abeeaghen von Vertretern de» Deuttchen GewerkschaftsbundeS. de» Verband«? deuttch-r Gcwerk- vereine der Arbeitsgemeinfchgtt kreier An»esttllf»nverhär,de, deS GewerkschaftSbi'ndeS der Angestellten, des Deutschen Beamten» bnndes. De Bedei'hing der den Seimstätten beizugeb-uden Kleingärten für d-e NabrungSmitteGermebrung betont- Stein wog vom Ve-band ver L-nibenkolonisten Berlins und Ilmgoaend. In d'eftm Jahr? bat z. B. der Eövenicker OrtSn-rba-d der Lanb-nkofg- nisten den Wert des Ertrage» von 1412 Parzellen auf 1 882 800 Mark ecefchätzt. Dne einstimmig angenommen« Entschließung„hill'at prund'äklich d'e Wege, die dar ständüm Beirai aew!e'?n bat. um so- fori billigen Bod»n und biviae» cl-eld fiir eine ckevßzügsge Jnan- sorucknabme der Sennstättzmerschlicßung zu gewinnen". Sie.er- wartet auk da; bestimmteste, daß die Regierung noch in� diesem Jahr zur Tat übergeht, da sonst d-e un ch. Franz G u t s ch m> d t. De? weiteren stimmte die B?»so>nn:l»ng dem Vorschlage de« Beziilsvorstaude? Groß Beilin. die Parreibeirräge nnf 50 re'p 80 Pf. pro Woche zu erhöben, zu. E-n Antrag der 00. Abteilung. Monarsbeirräge von 2 M. re'p 1 M. einzu'übren, wurde abgelehnt. Dem Annage de« KreiieS?-ergar:rn. di? F-allion der Preußischen Landesver-ammlung zu eriucken. bei Delatuna der Be-otdunps» ordnimg daiür einzutreten, daß Nuterbeamre usw. mindesten« die Tarirlöhne der Arbeiter in der Privanndustrie erhallen, fand An- «ahme. Direktor Dkrndcrfer verhofiet. Meldungen eines MiftagsblatteS zufolge ist der vom Wucher- gcricht zu 9 Monaten Gefängnis und 280 000 M. Geldstrafe ver- urteilte Direktor Birndörser in der Schweiz, wohin er ge» flüchtet war, verhaftet worden. Es wird bereit« die Frage, ob die Auslieferung BirndörferS erfolgen könne, erörtert. Die Verurteilung des flüchtig Gewordenen erfolgt« bekanntlich wegen Sch'eickhandelSdeliktS. Wegen dieser Straftat liefert aber - die Schweiz nicht aus. Um jedoch die Ausliejerung zu bewirken, hat die Staatsanwaltschaft e'n neues Versalien a-aen Birndörser wegen Beamtenbestechung eingeleitet. Eine Versammlung für die weibliche« Angcstelltcu der Waren- und Kaufhäuser de» Dönhc-fsviertelü findet am Dienstag, den 7. Dezember, abends 7>4 Uhr. in der Schulaula Kochstr. 13 statt. Tagesordnung: D'e Gefabren der GeschlechtSkrant- heilen und ihr« Bekämpfung. Reserentin Frau Land- togSabgeordnete Gertrud Hanna. Die Post weih von nicht«. Zu dieser Notiz in der AbendauS- gäbe des..Vorwärts" vom 30. November erhalten wir von der Ober-Postdivektion folgende Erwiderung: Die Ober-Postdireküon ist in Uebereinstimmung mit dem Mini- sterium des Innern der Ansschi, der sich seinerzeit auch der Magi. strat angeschlossen hatte, daß die Frage, wie sich die Regelung der postalischen Verhältnisse hinsichtlich der neuen Stadtgemeinde Berlin gestalten wird, sich erst nach Ablauf einer gewissen UebergangSzeit mit genügender Deutlichkeit übersehen läßt. Insbesondere bleibt abzuwarten— worüber«ine Entscheidung noch nicht ergangen ist—. welche Bezcichnungen die in die neu« Stadtgeineinde aufgegangenen bisher selbständigen Gemeinpen künftig führen werden. Ferner würde die Bezeichnung der Verwaltungsbezirke ledig- lich nach Nummern unter Weglassuirg der Ortsnamen zurzeit in- sofern zu Unzuträglichkciten führen, als zahlreiche Straßennamen sich in den einzelnen Orten wiederholen, z. B haben sämtliche fünf i zum Verwaltungsh-zirk 18 gehörigen Orte eine Dorsstraß« und drei von den zum Verwaltungsbezirk 28 gehörenden Orten eine 1 Berliner Straße aufzuweisen. Unter diesen Umständen muß et vorerst bei den bisherigen bewährten Bezeichnungen der Postan- stalten in den bisherigen Einzelgemeindcn und der Abgrenzung ihrer Bcstcllbezirke verbleiben, weil andernfalls nur Verwirrung hervorgerufen werde und etzhebliche Nachteile kür das Publikum entstehen würden. Groß-öerlsfier Partewachrichten. Heute, 0. Dezember: 20. KreiS. Versammlung lämllicher Elternbeiräte de» 20. Kresse« fn der Air'a der i. Ermeinde'chule in Rein ckendort-Oit. HauSottervlatz 8»She Babvbol Tckönbolzt abends 7 Ubr. Vortrag de« Gen Kreuzlger über: .Die Ausgaben der Eliernbeiräte' findet nicht heute(Montag) sondern Montan, den 18. st a I t. 44. Witt. 7'/, Nbr Sitzung der Parteisunklionärr und vrtrIeb«Mr» trouenslciile bei W'llich, Tlirgliania Slrage IIb. iiLristensee. Abend« 7 Ubr im ttotal von Stärk« Tbarlottenburger Straße g- Sitzung de» erweiterten Vorn an des. Taqesoidnung: 1 Be. zrichlcrslattuog vom vezirtttag. 2. vchandwng wichtiger Organisation«» ragen. Morgen, 7. Dezember: 11. Abt. 7';, Ubr. Vonlandssitzung bei Geister, Skasstzer Straße SS. Alle Kansummitglteder der 54. Verkout« stelle, die aut dem Bode» der S.P.D. stehen, sind zu einer wichtigen Besprechung eingeladen. 27. Abt. Abend» 7 Ubr Sitzung der Funktionäre und Betrieb»»««» traurnstrule bei Dobrolaw, Sroirnmönder Straß« 11. 15 Kreis. Rtc deriet, on rvrtde. Kreissunklionirkonlerenz abend« 5 Ubr bei Raetbe. Nieder ichöncweide, Grünauer Straße S. Sämtliche Funttionäre der Abteiwngcn 101 bis 107 wollen der Wichltgkeil der Tagesordnung wegen erlckeinen. 74. Ab». Zeblrndork. Abend» 8 Uhr im Lokal Hoimann, Zeitower Straße 23: Vorstandsversammlung. Die Gruppensührer werde» gebeten, sich vollzählig einzufinden. d»S.'Abt. Dempethot. 1 Bezirk am Dienstag. Dorsftraße 1, Zahl- abend, alle anderen Bezirke am Mittwoch in den bclanntrn Lokalen. 107. Abt. tttlt-Gii-nicke, Fallenberg). Di« morgig« Versammlung findet nicht ilalt; nächste Milgiiedervcrsammlung am 15. d». Ml«, da Meier, Falkenberg. Sport. Die zweite Runde des Schachturnier». Am zweiten Tage be« Jnleruattouale» SckochiliinierS im Cas« Kerkau wurden-wei Partien rcm>S und drei emicliieden. Der junge Berliner S ä m i s ch lie'erie eine» neue» Beweis seines Könnens indem er uneni'chieden gegen den bekaunien ungariscden Meisler Maroczy kämpfte. Gleiche« Ergebnis baire.daS Spiel Dr. T a r r o s ch gegen B og o l j u b ow. B r e y e r. der am Swluß des ersten Tages doch noch über Leon» Hardt gewonnen balle, siegte am zweiten über R 4 t r, iväbrend Spiel mann Leonhardt, und Tariakower SR iS der Steinsetzer. Pflasterer und Be- msSgenoffen Deutschlands nach einem Referat des Gauleiters Jo- dann«? Sibura eine Resolution an, die den Abmarsch der Filiale in das Lager der Moskauer einstimmig ausdrückte. Revoiulionär bis ins Innerste der Seelc, predigte Sibura gegen das ver- rottet« Unternehmertum und gegen die Gewerkschaftsbureaukrotie den schärfsten Klasienkairpf Jeder, der auch nur wagte, ein« an- drre Anschauung alz er kundzutun, war ein Verräter an den In« terefsen der Arbeiterschaft und der dritten International«. Unbeschadet dieses revolutionären Maulau frei he rtumz verstand Gauleiter Sibura der Bekämpfung bei Kapitals ganz neue, bis- her von der Arbeiterschaft noch nicht kx treten« Wege zu weisen. Seine Bekämpfung des Staates und de? Kapitals fing damit an, daß er sich von Ende ISIö t'S 22. Mai 1020 seelenruhig die st ä d» tische Erwerbslosen unter st ütza n g auszahlen ließ und nebenher noch das Gehalt als Angestellter seiner Lr- ganisation quittierte. Di« Erwerbslosenfürsorge der Stadt Berlin� hat Strafantrag gegen diesen Moskauer Apostel gestellt. Aber Sibura machte Fortschritte. Was soll man dazu sagen, daß dieser revoluiionäre Arbeitervertreter, der das Unternehmer- i tum tagtäglich mit dem Maule bekämpfte, sich nicht scheut, mir � seinen Todfeinden in verschiedensten Weinlokalen Zechgelage zu ver. anstal>«n und dabei Arbeitgeber, mit denen er sich duzt, obendrein zu veranlassen sucht, für seine Interessen größere Summen zu opfern. j AuS einem uns vorliegenden Schriftstück geben wir nachstehen- des Bild wieder: Ort der Hanolung ein« Berliner Weinkneipe. Zeit: später Nachmittag des 1. November. Personen: einige Un» ternehmer, Gauleiter Sibura nebst einem Genossen. Sibura: DaS denkt sich denn eigentlich die Firma B.. wenn sie sich niemals bei mir ehrlich macht? Verschiedene andere Firmn find darin bedeutend großzügiger und zugänglicher. Denkt die Firnm vielleicht, daß mit den 30 M. die ich neulich von Herrn I. euhallen habe, alles abgemackt ist? Das Lumpengeld kann ich ofort Herrn I. zurückgeben Heute muß mehr springen. Unternehmer: Mäßigen Sie sich doch DaS ganze Lokal -raucht doch nicht zu wissen, was wir sprechen. Im übrigen chlafen Sie sich erst mal Ihren Rausch aus, dann werden Sie derS übor d'e Sache den�-m. Sibura: Einen Anzug und einen Ulster müs» en S i« mir kaufen, dem dazugehörigen Hut und die iE tief«! werbe ich schon vom«fite« anbeten Untern rh 'wer bezahlt erhalten. Der Unternehmer lehnt dies kategorisch ab. Wenn Sibura von ihm ein Darlehen wolle, dann solle er ihn in seinem Bureau aufsuchen, wenn er nüchtern cft. Doch Sibura ließ keine Ruhe. Die Gelegenheit war zu günssig. Um dem Treiben ein vorläufiges Ende zu machen, gab der Unternehmer dem Sibura seine Ge- schäftSkarte mn der schriftlichen Verpflichtung, daß er für den MoSkowiter eine» Ulster und eiren Anzug bezahle. Damit war aber Sibura nicht zuftrieden. Er verlangte eine sofortige An- zahlung von 1000 M. da der Unternehmer doch noch von seiner Zusage zurücktreten könnt« Daraus ließ sich der Unter- nehmer nicht ein und glaubte daß diese Sache nach dem Verlassen . des Lokals erledigt sei Das aber war ein schwerer Irrtum, denn ' anderen Tages marschierte der Revolutionär Sibura in das Ge- fchäft einer Schneidergenoisenschaft, gab dort die Karte ab und ließ sich zu einem neuen Anzug und einem Ulster Maßnehmen, Preis 8300 M Vorsorglich erkundigt« sich die Schneiders! rma erst bei dem Unternehmer, was an der Sache sei, ob dieser den Anzug für Sibura auch bezahlen wolle. DaS wurde von dem Unternehmer verneint. Nach einigem Hin und Her blieb die Sache auf sich beruhen. Als dies« Dinge unter der Mitgliedschaft ruchbar wurden, sucht« sich Sibura damit zu verieidigvn. daß er nur die K o r r u p- tion d«S Unternehmertums aufdecken wolle. Angesichts des außerordentlich schwer belastenden Materials wurde in einer gestern stattpefundenen Versammlung eine Unter- suchungskommission gewählt, die die Sache weiter verfolgen wird. Bon dem Zentralvorstand ist Sibura seines Postenz als Gau- leiter enthoben worden. Jetzt predigt dieser Held, um seine Taten zu verschleiern: Los von den Gewerkschaften. Wer wird der Nächste sein? Jür ü!e Einheit öer Gewerkschaftsbewegung. Die Betriebsräbe-Ob-leiite und Vertrairensleute der Ber- liner Verwaltungsstelle dcs Deutschen Bekleidungsaich. iter- Verbandes habcn in einer Deisammiung am Freitag ihrem Vorständen Wilhelm Schumacher, der den Anschlug der Genxrischaften an Moskau propagiert, eine recht deutliche � WsaA.' gegeben. Schumacher versuchte eine Resolution durch- zudrücken, in der von der Zentralleitung gefordert wird, daß sie zu dem im Mai l921 in Moskau stattfindenden Genxrk- ichastÄkongreß Delegierte entsende. Die Funktionär« lehnten jedoch die Resolution trotz aller Bemühungen Schumachers und seiner Freunde mit großer Mehrheit ab. Annahme fand eine Resolution, die ausspricht, daß die Versammlung auf dem Boden der London«? veschlllss« de» Int«?- nationalen GewerkschaftSbundet steht, daß die Geschlossenheit und Schlagkraft der d«ut- scheu Gewerkschaftsbewegung unter allen Umständenaufrechterhalten werden muß und den russischen Gewerkschaftlern anrät, sich mit den GeiverkschastS- genoffen der übrigen Länder in der bestehenden Amsterdamer Internationale zusammenzu- finden. In der Resolution werden weiter die in den provisorischen Statuten des Moskauer Hntsrnationalen Rates festgelegten Richtlinien und die Beschickung der Moskauer | Konferenz mit aller Entschiedenheit abgelehnt. Auch dieser Beschluß der recht radikalen Arbeitengruppe ; zeigt, daß das Bestreben der Moskauer, auch die Geeoerk- schaften zu unterwühlen und zu zertrümmern, bei allen qe- werkschaftlich geschulten Arbeitern einen entschlossenen Wider- stand findet._ Zentralverband der Angestellte«. Arbeitslose VerbandSmitglisder werden hiermit aochmals auf- gefordert, ihre Kinder für die Weihnachtsspende d«r Ort«- oTiippe Groß-Berlin anzumckdem. Soweit die? noch nicht geschehen ist, gilt als letzter Termin der 10. Dezember 1920. Di« Anmeldung wird nur im Verbandsbureau,.llnterstützururs-Abteilulig*, ent- geaengtnoinmen. Zur Anmeldung werden benötigt: das Verbands- buch sowie die Arbeitsnachweiskart« des Mitgliedes und die Fa- milieriausweise der Kinder. Die Ortsverwaltung. Dent ck-er TranSt-ortardrtterverbaiid kT-xtilbr-nches. Dienstag, abends 5 Ubr, bei L-ovvi. Filcherftr. 2i. TeitranenSmännerverfammtmig der Grilbpe III lSamt und Eeidenwaren). D-enstag, abends S Nbr, bei Witte. Po�lstr. LS, Gruppenversammlung du Gruppe IV(Wolle, Garne, Tritataacn). Teutkeber Werkmeisterverband(Berlin 7. Mackgrupv« der Metall- induilries, Aunerordei tliche(»iencralvertarniniung Dienstag, den T. Dez.. abends ß'j, Uhr, im.Patzurhoser-, Turm-, Ecke Etromstratze. ?ugenüverc«nftaltungen. Heute» V. Dezember, abends'/jS Uhr. Germsdorf. Fugendhcim. Turnballe Roonstratze: Mtiglieberver» iammiung.— Kanlsdorf. Jugendbeim. Schute«dolistr. LS: Mädchen- abend.— Lankwitz. Ingendbeim. Seydtitzilr. S: MUgliederveisaminlung. — Z üdoii-Ri tct.lnberger Viertel,(lugendbenn, Klogauer Str. lZlS: Mit, t ederoelsainmiung.— Stcglltz.Fricdrriau. Lugendbeim.Friedenau, Lssrubacher L.W. 5» Vortrag: Siiligion und Zozialismu».— Tegel. singei dbeim. Vabndofslr. 15: Mäd-benabend.— Teltow. Lokal von Fritz Milzo«, Volsdamer Str. 54: Mitglieduoerwmmtung.— Driiipeldol. Ingendbeim. Germaniastr. K/7: Mitglied-Iveriammlung.— Zedteodorf. Lokal von Zs. Mitlev, Potsdamer Slr. L: Mitgliederveriammluiig. St. Werner Pclirr. Cbarlotlenlmra: lür Anzeigen: li. b. H. feil in Druck Kor- u Co t>ertl.> Linfteoilr 8 i'eranttv für den rednil. letl T» i�iockc. Perlin. Äerlag: PorwäriS-tleeiag G n-i-ri- f»ckiNruckerei u Perlaasantiall Paul Singer I»Ik>lO!>l s- we besondere uae' fr ARV aeure,. Sirupe 5-, Anfa-ic pfazis I I, Uhr. ,.-i�-> ,7. Ii Grammoghose Teilzahlung;. Schmidt. Fetersburztr �1 SiraBe. SMMlWMSMmSW Oerwal'ungsltelle Berlin X II. 51, Clnlentfr. SJ— fcS Gelchällszeii von nonn 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Seifphon: Ami Sntbea 185, 1239, 1987. 9714, Dienstag, den 7. Dezember, abends 6 Uhr: Branche, wcrsammlung Der vettievsMieM unD öeliei im Gowerksehaftehaas, Eagclufer 15(Saallv Tagecorbauag: 1. Xagesfragen Ort GewcekschaftabamegNaM. 2. Branchenangrlegen heilen. 8. Berdands ngelegenheiten und Berschiedene«. gegT wlttgtiedsbirch Icgiumiertl"MM Aclitnn!,! Arbeitslose.: Kranchenverlammlungen alier im SeMea MMMemeMi orgalliiieiM Megea qsd HoSsgiaaeii Sag es or dann g: t Stevnnznahm« zur Zleunnchl der vrtsoerroÄdmg 2. Mstugwn. kür Einrichter and Schraubendreher morgen«»«tag. en 7. Dezmwer, oormntags 10 z Uhr, im Ätzungsslial de» Berbandehmnes, Lln�n ie. 83—84 Für aUmpuet am Mittwoch, den 8 Dezember, oormtttage 10 Uhr im Sitzung saal. Alle Jortner and Verafageaossea am Mlttwech. den 8. Dezember, mittag» il1/, Uhr im Sitzung» aaL Uns Sefchlnd der«tzemralattfanmlimg müffen In»lle» Bersammlungea, dt« zur Pol tlk unserer Semertschal» Stellaaa nehmen, alle Rtchtuagea zu Worte kommen. 10), U 9U Orlaoernrallaag. Verkaufet: Damenfiamchmaulel 70.00, oruna 185/», hochriegantc, tielliardige, dun!rl,arb>qs Mo- bcaftautchulfirt, bitett Werl- stau.(Broge Auswahl, staunen- erregenfi billig aitnunn, Jiaiemftaterürage it In, Sa» Icher Markt. To6S �»WWMWWWMkl«� Riese»- Welhnachteuerbmf degannen! LUuuienerrcgend stichle! zobepüchsel Uhrrw verlaus! 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