flg.»H2 ♦ Z7.?ahrgaüg Ausgabe A Nr. 164 vezuqSpret» t B erttltfifttUSO,— 5!t,monatl.lO,— 35tt. frei ins 6 an». Dorm» lotjlbat. Poft» btunfl äRonatlidi 10,— M!. utL Ru- ftellungsgedllhr. Unter Stretubanb für Deuljchlonb anb OeOtttridi 16,f0 Ult, für bo» übrige Ausianb bei täglich eimnal. Ruftellnn»«11» W. Tobif ReDunqen nehmen an Oesterreich. Ungarn, Zschecha-EIowatei, Sane» Main, bollana. �nremburg. Zgiwebe» nnb tie Schwei».— ibtnacrraaen m bte Voü- elMnas-Preisiille. Set.Bermans* mit ber Sonntag» blllage.Boll u. Reit* endtemt wowen- iSgiich ,we>mai Sonntag» nnb Man- tags->gmab Teiegramm-Abrelfr �I»zt»iben>«trat varlim-. Morgen-Ansgabe berliner Volksblstt (30 Pfennig� MuzetgenvreiS: Die achtgelpaltene Nonr>areMe,ei!e iostetü.— M.TenemngsznschlagS0°/« «Klotna Bnzotgen". bao>e!I» gebrückte Wort h— M.(juläfftg zwei tettgebmctte Worte!, tebes weitere Dort 60 Bfg. Stellengesuche unb Schiafslellenanzetgen bas erste Wort « Pfg. iebee weitere Wort 40 Pfg. Worte über IS Buchstaben zitHIen für zwei Worte. Teuerungozuschlao ffamilien-Anzetgen für Abonnenten Zeile 2,— M. poiitiiche anb ge- wertichaftliche Bereine• Anteigen 8�- Ml. bie Reile ohne Aufschlag. Anzeigen für bte nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittag, im Hauvtgeschillt. Berlin SW i, Linben- firahe 8, abgegeben werben. Deöffnei von 9 Uhr ftlih bis 5 Uhr abends. Z«ntralorgan der fozialdetnokratirchen parte» Deutfchlanda Keöaktion und Expedition: Slv. öS. eiadenstr. Z. .. erntvermer. Amt MmMMa», Nr. l.'tl 90— 151 97. Donnerstag, den 9. Dezember 19�0 vorwärtS'verlag S.m.b. h., SW. öS, Lindenstr. Z. Mernfvrrcher:«mt Marwplan, Nr. II 7 55— 5t. Drohenöer Seamtenstreik! Dem Rcichspostminister ist folgende vom 7. Dezember datierte Protesterklärung zugegangen: tlnter Brzugnnbm« auf Notizen in Tageszeitungen und durch stündlich in den OrganisationSbureauS der hier unterfertigten Ar. beitnehmerorgonisationen der Beamten und� Lohnangcstelltcn der RcichSpvst. und Telegraphenverwaltung eingegangene Zuschriften aufmerksam gcwordeu, sehen wir unS genStiqt, an den Herrn NeichSpostminister die Anfrage zu richten, ob rS wahr ist, daß der Herr Reichspostminister die hier unten folgende Telegrammver. fügung au dir Lborpostdircktioueu und die sonst nachgeordneten Dieuststellen deS Reiches erlassen hat: .Gegen Boomte, die streike» oder ihre Unlust zum Dienst kundtun, wird da« Disziplinarverfahren mit dem Ziel auf Dieustentlassung eröffnet. Hilfskräfte, die sich dieser Bcwe» gung anschließen, werden fristlos entlassen." Trifft der Erlaß dieser Berfügung zu, so sind die hier unter» fertigten Arbeituehmerorganisationc» gezwungen, an den Herrn Reichspostminister die weitere Frage zu richten: warum ist mit den Führern dieser Organisationen der Beamten und Lohnangcstcllten nicht vor dem Erlaß in einer gemeinsamen Sitzung Stellung ge- npmmea worden,»m zu einer Klärung zu komme»? ES wirkt ferner befremdend, daß den hier in Frage kommende» Arbeitnehmerorganisationen der Beamten und Lohnaagestellten der R'ihSvost- und Telegraphenverwaltung bis zum heutigen Tage Peine Abschrift von dem Erlaß zugestellt worden ist. Die hier unter. fertigte» Arbeitnchmerorganisationcn der Bcamrea und Lohn» angestellte» erbeben ganz entschieden Protest gegen ein derartiges Lorgehen und wag'« zu behaupten, daß dies einen Borstoß gegen Koali. ionSrecht und Wahrnehmung wirtschaftlicher Interessen der ■ amten und Lohnangestellten deS Betriebes der ReichSpost» und elegpaphenverwaltung bedeutet. Einmütig bringe« wir durch eigenhändige Unterschrift für die hier in Frage kommenden Organisationen zum Ausdruck: Wird den mit Recht erhobenen Forderungen der Beamten und Lohnangestell- tcn der ReichSpost- und Telegraphenverwaltung nicht Rechnung ge- trazea, dann sehen wir uns slczwunqen, von dem unS zustehenden Streik- vecht aurfi neuen den Prlaft dieser Versünuni» mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln Gebrauch zu mache«. Wir sehe» einer sofortige» schriftlich«» Antwort ans unseren Protest entgegen. Hochachtungsvoll, Zentralverband deutscher Post- und Telegraphenbedieusteten sSitz Berlin) gez.: Sallenthin, Richter, Grieser, Klose, Brauer, v. Hoff, Rensch, Mertens, Ocstmann. Deutscher Eisenbahnerverband(Sitz Berlin), Abt. Post gez.: Schmidt, Spanner. Serband deutscher Post- und Telegraphenarbeitor und Handwerker (Sitz Bochum) gez.: Hildebrandt, Münsterkötter. verband de» baperischen Post- und TelegrapbenperfonalS (Sitz München) gez.: Franz Danner. Es kriselt seit langem in ber deutschen Beamtenschast. Seit Monaten verhandeln die Organisationen mit der Regie» rung, um eine Aufbesserung der vielfach unzulänglichen Be- züae zu erreichen. Die Verhandlungen führten zu keinem anaonen Erfolg, als daß das Reichsstnonzniimsterium eine Erhöhung der Kinderzulagen zugestand.' In den letzten Togen ist nun in emzelnen Bezinken der Postvenwaltung die passiv? Resistenz eingetreten, von der wir berichtet haben. Giesberts hat mit seinem Streikverbot geantwortet, von dem er voraussehen mußte, daß es Oel ins sseuer gösse. Die Protesterklärung der Postbeamtenverbände zeigt, daß die Erregung schon einen sobr hoben Grad erreicht hat und in jedem Augenblick zu einer Erplosion fuhren kann. Damit aber wäre weder den Beamten noch dem Reiche gedient. Denn daS Schicksal der einen ist mit dem des an- dern unlösbar verknüpft. Das Reich und die Ein�elstaaten fi~b ke'ne prosperierenden Aktienunternchmungen, sie leiden vielmehr im großen ebenso bittere finanzielle Not. wie die einzelnen Beamtensamilien im kleinen. Es kann deshalb den letzteren an sich wen'g nützen, wenn die Finanzen des Reichs oder der Einzelstaaten durch Stillegung des Verkehrs noch mehr erschüttert werden, als das ohnehin schon geschehen ist. Deshalb müssen alle Fastoren, die an der Verantwortung für die Lebensmöglichkeit des Reiche? zu tragen haben. daS Reußerste ausbieten, um einen Ausweg zu finden aus der Sackgasse, in der sich die Angelegenheit zu verfangen droht. Am Donnerstag wird sich der Reichstag mit der Rcgierungs- Vorlage beschäftigen. Dazu liegen Abävderungsanträge auch von der sozialdemokratischen Fraktion vor, die die Aufbesserung der Teuerungszulagen— nicht nur der Kinderzulagen— fordert. Hoffentlich findet sich aus diesem Boden die Möglichkeit, die drohende Streikgefahr ab- zuwenden. Die große Oeffentlichkcit muß sich aber darüber klar sein, daß die Beamtenschast nicht zum Vergnügen oder aus Sport mit dem Gedanken der Arbeitsverweigerung svielt. Fn den meisten Aäusern der unteren und mittleren Beamten ist seit langem Schmalhans Küchenmeister. So wenig die Regierung und die Ocffcntlichkeit leicht über die Wünsche der Beamtenorganisationen hinweggehen dürfen, so wenig dürfen andererseits die Beamten den Ge» danken des Streiks leicht nehmen. Vor einigen Tagen wies eine Zuschrift auS dem Ruhrgebiet auf die Tatsache hin, daß dort gerade aus deutschnationalen Bcamtenkreisen zum Streik geraten und gedrängt würde. Man kann sich leicht vorstellen, welche Absichten hinter diesem Drängen verborgen sind. Man sehe sich deshalb in Beamtenkreisen sehr genau um, welche Elemente womöglich zu wilden Streiks treiben möchten, bei denen schließlich die Organisationen ganz ausgeschaltet sein würden I Daß die Angelegenheit durch den Runderlaß Giesberts' und die„Warnung" der Reichsregierung an die Beamten kompliziert wurde, ist bedauerlich, aber uns scheint, daß wich- tiger als die theoretische Frage des Streikrechts die Frage ist: Wie kommen wir zu einem beide Teile besticdigenden Abschluß? Und da muß der ReichStaa der Regierung den Weg weisen,' den sie sich augenscheinlich s.ivsi verbaut hat. „Streikhetze unter den Eisenbahnern". Unter dieser Ueberschrift bringt das ll-Uhr-Ubendblatt vom Mittwoch einen sensationell zugestutzten Leitartikel über Forde- rungen der Eisenbahncrorganisationen. ES wird darin gesagt, daß die Verbände sich in den Forderungen überbieten. Vor allem sei eS der Deutsch« Cisenbabnerverbaüd. dessen kommunistische Mit- glieder weitgehende Forderungen stellen und gegen die Verbands- leitung Eturm laufen. Weiter wird gesagt, daß in einer Ersen« bahnerversammlung in Halle der Reichstagsabgeordnete K o tz n r mißhandelt und eine Entschließung angenommen worden sei, in der eS heißt, daß der Vorstand deS Deutschen Eisenbahnerver- bände? bis spätestens 1. Januar hinweggefegt sein müsse. Dazu wird unS vom Deutschen Eisenbahnerverband geschrie- den: Die Darstellung des S-Uhr-AbendblatteS. die in schroffem Gegensatz zu den Tatsachen steht, ist geeignet, die unleugbar vor-" handene große Erregung unter den Eisenbahnern ganz erheblich zu steigern. Wir stellen darum fest, daß eine einheitliche For- derung sämtlicher Eisenbahncrorganisationen, soweit sie Tarifvertragskontrahenten sind, vorliegt, und über dies« Forderung am Mittwoch nachmittag mit dem Reichssinanzminister Dr. Wirth und dem ReichsverkehrSminister Gröner verhandelt worden ist. Diese Verhandlungen sind allerdings nochnichtzumAbschtuß gekommen, sie sollen fortgesetzt werden, wenn der Reichstag die Vorlag« über die Erhöhung der Beamtenbezüge verabschiedet hat. DaS wird am Donnerstag der Fall sein. Im übrigen sei noch festgestellt, daß weder der Abg. Kotzur tn einer Versammlung in Halle mißhandelt worden ist, ndch eine Eni- schlietzung in dem mitgeteilten Sinne gefaßt wurde. Die En!» schlietzung, aus die das 8-IIhr-Mendblatt Bezug nimmt, enthält in Wirklichkeit folgenden Satz: .Wir fordern deshalb den Hauptvorstand aus, seinen Be» schluh zu revidieren und in Zukunft derartige gewerkschafttzer- splitternde Tätigkeit zu unterlassen." Zum besseren Verständnis sei noch hinzugefügt, daß die Eni- schlietzüng Bezug nimmt auf einen Aufruf deS Vorstandes des Deutschen EisenbahnerverbandeS. in dem auf die Gefahr der Ge- werkschastSgersplitterun� hingewiesen wird. Reniernnstskrise? Anknüpfend an eine Bemerkung eines aniisemitischen Blattes, das von einer Regierungskrise infolge der Beamtenforde- rungen gesprochen hatte, schildert die„Deutsche Allgemeine Zei» tung" die Lage folgendermaßen: DaS Reichskabinett hatte End« voriger Woche sich bekanntlich dahin geeinigt, eine allgemeine Erhöhung der Teuerungszulagen für unmöglich unter den heutigen finan- ziellen Verhältnissen des Staates anzusehen und deshalb den Weg ein«? erhöhten Teuerungszuschlages aus die Kinder- beihilfe zu wählen. Der Beschluß deS Kabinetts war erfolgt, nachdem vorher mit den Parteien eine Vereinba- rung erzielt worden war. Run haben jedoch die Sozial- Demokraten sowohl wie die Deutschnationalen Anträge vorbereitet, die weit über den Beschlutz de? Kabinetts hinausgehen und eine Erhöhung der Teuerungszulagen ins Auge fassen. Im Falle der Annahme der Anträge würden sich dann aller- ding? ein Votum des Reichstags und ein Votum de? Kabinetts gegenüberstehen. Was in diesem Falle geschehen würde, läßt sich zurzeit noch nicht übersehen. Heute aber schon von einer Regie» rungskrise zu sprechen, eilt unter allen Umständen den Dingen vorau», da Verhandlungen, die inzwischen gepflogen sind,«ine Bei- legung der Tiffereuzcn ali nicht ausgeschlossen erscheinen lassen, derKampfum sieDeutstHen Werke Bon einem Parteigenössischen Aufstchtsratsmitglied der Deutschen Werke wird uns geschrieben: Wenn der HauShaltsausschuß des Reichstags gut beraten gewesen wäre, hätte er die Aussprache über den„Kahn- Vertrag" und andere Angelegenheiten der Reichswerke vertagt, bis der A u f s i ch t s r a t zu den gegen die Direktion erhobenen Anklagen Stellung genommen hatte. Aber die Herren Deutschnationalen und Volksparteiler hatten es furcht- bar eilig, die Zentrumsvertreter machten mit. dem Reichsschatz- Ministerium eine Rückendeckung zu verschaffen. Als aber am Dienstag, nach vielstündiger Tagung, sich die Aufsichtsrats- sitzung ihrem Ende zuneigte, da erklärte dort ein sehr promi- nentcs Mitglied der Deutschen VolkSpartei. es wäre besser gewesen, wenn der Haushaltsausschuß des Reichstages sich nicht vor der Aufsichtsratssitzung mit den fraglichen Angelegenheiten defaßt hätte. Da in der rcchtsparteilichen Presse auch der Aufsichtsrat indirett verdächtigt worden ist, muß zur Steuer der Wahrheit folgendes öffentlich erklärt werden: Bei dem SchrostverkaufSvertrag mit dem Herrn Kahn handett es sich um kein Bereicherungsmanöver irgend eine« Mitgliedes der Werksverwaltung. Das hat der von dem Reichsschatzminister berufene Sachverständige mit allem Nachdruck hervorgehoben. Ueberhaupt ist in der Auf- stchtsratssitzung. in der man sich nicht zimperlich aussprach. von keiner Seite auch nur der Verdacht geäußert worden, beim Vertragsabschluß habe ein Direktionsmitglied anders als mit gutem Glauben im Interesse der Reichswerke gehandelt. DieS hat die Aufsichtsratssitzung e i n st i m m i g in einer Resolution ausgesprochen!— Daneben halte man die Tatsache, daß die„Kreuzzeitimg" noch am gleichen Tage von einem Schiebergeschäft(„zuschanzen von Millionen aus Reichsmitteln") zwischen Kahn und Direktor Katz schreibt. Der Vertrag mit Kahn ist geschlossen zu einer Zeit sinkender Schrottpreise. Bald darauf stiegen sie wieder. Man kann der Direksion den Vorwurf machen, sie habe die Marktlage nicht richtig beurteilt. Das geschieht aber im privatkapitalistischen Geschäft alltäglich. Das ist eine Folge der Spekulasion. die ja das Wesen unserer privatkapitalistischen Wirtschaft ausmacht. Wenn alle Direktoren, die sich bei Preis- kalkulationen verhauen haben, deshalb als detrügerische Schieber ausgeschieden würden, nneviel ehrliche Direktoren existierten dann noch? Die ganze Hetze ist ausgegangen von der Konkurrenz deS Herrn Kahn, die selbst„in'e Geschäft" kommen wollte. Herr van den K e r k h o f f, der mit seiner„kleinen Anfrage" im Reichstage den Stein inS Rollen brachte, ist von der Firma Wagner u. Englett, die mit Drohungen„ins Geschäft" kommen wollte, als ihr Direktor bezeichnet worden! Der Herr Kahn wurde der Werksdirektion empfohlen von der Berliner Diskonto-Gesellschaft, die ihm auch die nötigen Millionen Mark für die Sicherstellung der Ver- tragserfüllung zur Verfügung stellte. Vorsitzender des Auf- sichtsratö der Diskonto-Gefellschaft ist Herr Geh. Kommerzien- rat Emil Kirdorf(Gelsenktrcheit. Rhein-Elbe-Union) l Ist diese Referenz etwa„jüdisch" oder„sozialistisch" verdächtig? Im Hausbaltsaussaiuß des Reichstages hat der Reichs- schatzminister, Herr v. Raum er. außer dem Kahn-Vcrtrag auch noch andere Anklagen gegen die Direktion der Deutschen Werke erhoben. Im AuffichtSrat wurden dieselben Anklagen von einem Vertreter deS Ministers ausdrücklich„im Namen des Herrn Ministers" vorgetragen. Diese Vorkommnisse, so wurde feierlich gesagt, hätten den Minister veranlaßt, zu er- klären, daß er kein Vertrauen zu den betreffenden Direktoren mehr habe. Was war schließlich das Resultat der stunden- langen Erörterung, an der auch Herr v. Räumer und mehrere seiner Gebeimräte lebhaft teilnahmen. Die Annahme eines Antrags(gegen nur eine Stimme!), wodurch der Direktion die volle Pflichterfüllung attestiert wirdl Diese Ehrenerklärung wurde auch an- genommen mit den Stimmen der Aufsichtsratsmitglieber, die Herrn v. Raumer. der jene Anklagen vortrug oder vortragen ließ, parteipolisisch und persönlich am nächsten stehen. Es genügt, dieses Resultat festzustellen. Wenn wir auch die einzelnen Anklagen, ihre Besprechung und Widerlegung mitteilten, würde die Ocffentlichkeit staunen über die skanda» löse Art und Weise, mit der gegen Werksdirektorcn, die ein sehr wertvolles Reichseigentum zu verwalten und dabei schon erfreuliche Erfolge erzielt haben, vorgegangen wird. Nicht nur von sozialdemokrasischen AussichtLratsmitglicdern ist ausgesprochen worden, das ganze Treiben lasse darauf schließen, daß man die aussichtsreiche Entwicklung der Reicks- werke nicht gern sähe, sie am liebsten der Privatindustrie aus- liefern möchte. Die Deutschen Werke sollen nach dem Be- schluß deS Parlaments ohne bnreaukratische Einengung und Bindung an den ReichshauShaltsctat verwaltet werden. Statt dessen greift der Reichsschatzminister durch fast ein Dutzend von„Referenten" immer wieder in de» Geschäftsbetrieb ein und engt die Selbstverwaltung«in, wo eb nur eben geht. DaS hat die steigende Erregung der Werkßdirektion verursacht. Auf dieser Seite sieden auch keine Unfehlbaren, auch dort fallen Aeußerungen und geschehen Handlungen, die nicht zu billigen sind. Tas sind eben die Folgen des kritischen Zustande?, der sich, seit Herr von R a u m e r R e i ch s s ch a tz m i n i st e r i st, zur Unerträglich- keit gesteigert hat.?luch unter den früheren Ministern kamen zwischen diesen und der Direktion der Reichswerke Reibungen vor. die sich unschwer aus der lehr schwierigen Umstcllungs- arbeit erklären lassen. Jetzt aber, wo das' Schwerste über- wunden ist und einige Anlagen bereits mit Ertrag arbeiten, ist die Spannung zwischen Reichsschatzminister und Werksdirektion bis zur Unerträglichkeit gestiegen. Die Direktion will die Reickswerke vorwärts bringen. das ist ihr vom Aufsichtsrat wiederholt attestiert worden. Sie hat mit der scharfen Konkurrenz der Privat- industrie zu kämpfen, wenn dazu aber innere Schwierigkeiten kommen, die die Entschlustkrast der Werksleitung lähmen. dann wird auch den tüchtigste» Männern die Arbeit verleider. Darum mutz eine Neuorganis ation des Ver- hältnisses der W e r f s d i r e kt i o n z u dem Ministertum geschaffen werden, die der Btlreaukratie die Tür zuschlägt! Diesen Auftrag hat eine engere Kommission des Aufsichtsrates, darunter auch Genosse Wissell, übernommen. Niemand täusche sich über den eigentlichen Zweck der Hetze gegen die Deutschen Werke. Es geht um die Existenz der Anlagen mit zirka 4000(1 A r- beitern und Ange st eilten als Reichswerke! *• * Berienmdungen der Sozialdemokratie sind heute ein gang- barer Artikel der bürgerlichen Prcjieindustrie. So denkt auch die T.U.<-Kiliale, der.Deutsche Schnelldienst�. Er veröffentlicht eine» Artikel über ein.iozialdemokralisches Panama", der auf folgenden Behauptungen basiert: Die Sozialdemoiraten Wissell, Bauer, Hoch und Legten sind gegen Herrn v. R a u m e r für die Direltion der Deutschen Werke eingetreten. Die Direktion hat mit Herrn Cohn das bekannte Geschäft gemacht. Cahn steht mit der Firma Schweizer u. Oppler in Verbindung, Meie wieder mit emem Herrn Leon Sklarz. Leon Sklarz ist aber der Bruder von Georg Sklarz. der zu den Wahlen der Sozialdemokratie.die be» kannte Millionenspende" gemacht hat. Ob Herr Cahn mit Schweizer und Oppler in Verbindung steht, wissen wir nicht. Desto genauer tviffen wir, datz die.bekannte M i l l i o n e n s p e n d e" des Herrn Georg Sklarz nicht existiert. Weder Leon noch Georg Sklarz sind Mitglieder der Soziatdemo- krattschen»Partet. Weder der eine noch der andere hat einen Pfennig für. die sozialdemokratisch« Agitation gespendet. Di« Genossen Wisiell, Bauer. Hoch nnd Legten find au§ sach�cher Neberzeugunq für die Direktion der von privatkapitalistischer Seite hart angegriffenen reichseigenen Deutschen Werke eingetreten, der selbst ihr schärfster Widersacher, Herr v. Raumer. den guten Glauben zugebilligt hat. Diele Ge- nosie« auf Grund eines solchen.Beweismaterials" der Korruption zu beschuldigen, ist eine Infamie, die durch unsere Fest- stellungen restlos erledigt ist. Aber waS hilft's? Der Schmutz aes BerleumdungSsumpfe« ist unerschöpflich. Morgen wird eine neue Lüg« erkunden werden. Kohlenfozialisierung./ Vier Wochen vertagt. Wie Me TU. erfährt, find die Verhandlungen der„BerständignngS- kmnmisfion" in der Sozialisierungsfrage»es Bergbaues in Esten vorläufig auf vier Wochen vertagt worden, nachdem eine einheitliche Stellungnahme zu den vorliegenden Anträgen stch nicht cjrmüglichen ließ. Di« Anträge scheiterten bald an dem Widerspruch »er Arbeitgeber, dald an dem der Arbeitnehmer,«der ihre Durchführbarkeit wurde aus finanziellen und burcaukratischen GefichtSvnnkten bezweifelt. Eine späte Ehrenrettung. Im Inseratenteil unserer heutigen Ausgabe veröffent- lichen wir den Tenor eines Urteils, das der ehemalige Leut- nant L i e w c g gegen die»Deutsche Tageszeitung" im Wege der Privotklage erstritten hat. Vieweg machte vor mehr als eineni Jahr öffentlich Mitteilung, in welcher Weise in einem Potsdamer Offizierskasino gegen die Republik g e- hetzt und für die m o n a r ch i st i f ck e R e st a» r a t i o n gearbeitet wurde. Er wurde von den blotzgestellten Offizieren niitzhandelt, aus der Reichsivehr entfernt, und hatte dann ein Martyrium durchzuntachen, das seinerzeit hier geschildert worden ist. In gehässigster Weise fiel die reaktionäre Prcsic über Vieweg her: in drei Arükcln der.Deutschen Tages- Zeitung" wulde �.cr mit Ausdrücken wie Spitzel, Lockspitzel. Jndivikuilm, Halunke, der das Anspucken verdient, schmieriger Lockipitzel uüv. belegt. Tas Gericht bat den Verantwortlichen Redakteur Paul 33 a eck er der»Deutschen Tageszeitung" zu 300 M Geldstrafe 'verui»eilt rud dem Kläger die Publikationsbefugnis im»Vor- wärts" und der»Deutschen Tageszeitung" zuerkannt. Das Urteil ist rechtskräftig. In der Begründung deS Urteils heitzt es:' Die Haiiptverbandlung hat keme Anhaltspunkte dafür ergeben. daß der Ptivaikläger die ihm von dem Angeklagten zum Borwuif gemachten Handlungen, z. B. Aushorchung seiner Kameraden und ihrer Anzeige, aus unehrenhaften Beweggründen be- gangen hat. Der Privaikläger ist als 17 jähriger Mensch voll Begeisterung in den Krieg gegangen(als KtiegSfreiwilliger), er ist im Felde Offizier geworden und hat sich über v e r- ich i ebene Mktz stände, die nach seiner Ansicht in dem Pots- tamer O'fizierekorpS. dem er angehörte, herrschten, geärgert. sin seinem jngendlichen Feuer und wohl auch von dem Trubel der Umwälzung beiangen, hat er sich dann zu Matznahmen verleiten lanen, die in der Form nicht einwandfrei sein mögen; daß fie aber nur aus Ueberzeugungsireue, nicht aus unehrenhafter Gesinnung ent- iprungen find, konnte nicht widerlegt werden. Der Privaikläger be- kennt sich zur Sozialdemokratischen Partei, er fatzl naturgemätz das Leben und Treiben in OifizierSkreisen andet« auf als die Angehörigen der Rechtsparteien. Wenn er unter diesem Parteieindruck die ihm nicht zusagenden vetmeintlichen Mitzstände zur Sprache bringt, so kann ihm dies noch nicht als Autfluß der Un- ehrenhaftigkcit zum Vorwurf gemacht werden. Dieses Urteil bedeutet eine völligeRehabilitation für den Mann, der wegen nichts anderem systematisch beschimpft> nd verdächtigt worden ist, als datz er rechtzeitig auf Zustände aufmerksam gemacht hat, die Monate ipäter beim Kapp-Putsch für jedermann klar zutage traten. Wir freuen uns dieser Rehabilitation besonders, weil dem»Vor- wärts" von verschiedenen Seiten zum Vorwurf gemacht wurde, datz er in Viewegs Ehrenhaftigkeit keinen Zweifel gesetzt hat._ Die Gberschlesier gegen Köln. In eindrucksvollen Kundgebungen protestierten am gestrigen MilNrochabend die in. Berlin wohnenden Heimattreuen Ober- s ch l e s i e r gegen die Absicht der Entente, die:m Reich woh- genden Oberichlefier in Köln über das Schicksal ihrer Heimat ab» Ztimmen.zu �lafsey. ,KoMÄZm..Zzörs als Vertreter Her Rechtsparteien Dr. E v e r l i n'g und Prof. H o e tz f ch, als Redner der Deutsch- demokraten Oberbürgermeister DominicuS, der aus die Be- demung des Abens hinwies, durch den die Einigkeit oller deutschen Parteien erwiesen worden sei. Als Vertreter der So- zialdemokratie gab der ReichSiagSabgeordnete Genoste Loeffler aloichfallS ldi« Ablehnung Ider. Bergeioaltigung des Deutschtums durch die Sozialdemokrari« kund. Am Schluh der Tagung wurde eine Eni schließ»ng angenommen, in der die Zumutung, in Köln abzustimmen, als Faust'chlag in» Gesicht eines jeden-Deutschen und als Versuch eines Rechtsbruch? bezeichnet wird. Es wird die gesicherte Ausübung des S e l b st b e st i m- mungSrechtS auf Grund de? FriebenSvertrageS �ge- folgert. Jeder Versuch zur Rechtsbeugung wird mit Entschiedenheit abgelehnt und von der Reichsregierung Schutz der deutschen Rechte gefordert. Ramm— Kermes. Durch WTB. verbreitet in später Stunde Minister HermeZ eine lange Erklärung, in der er noch einmal ausführlich darlegr, datz er den Brief des preußischen Staatssekretärs Dr. Ramm, der ihm die Verfehlungen Augusiins mitteilte, und vom 7. Mai datiert ist, erst bedeutend später erhalten laben könne. Ferner wird auf eine Erklärung des preutzifcheu PresiodiensteS Bezug genommen, in der gesagt worden war, Ministerpräsident Braun habe den Brief Ramms dem Reichskanzler zur Nachprüfung übergeben. Dies sei unmöglich, da Hermes selber den Brief noch immer in Händen habe. Der preußische Prrffedienst hat seine Meldung bereits dahin berich. tigt. datz Genosie Braun den Reichskanzler um Nachprüfung des Briefe? ersucht hat. Die erste Fassung entsprang einem Miß- Verständnis. Hlamkerte Zachmänner. Unter der Ueberschrift»Herr Braun hat Pech" erhebt die »Deutiche Tageszeriung" wieder einmal viel Lärm um itictos. Der Zeitung ist die in versäuedeiien Tageszeitungen ei» folgte Veröffentlichung der Namen der Mitglieder deS Landes« ökonomie-KolleguimS. die ausfchlietzl'ch dem Grotzgrund» besitz angehören, äutzerst unangenehm. Sie tuckt daber nach bekanntem Muster zu manöviitten»nd ergebt sich in lan en Mutmaßungen darüber, wie das genannte Miigliederverzeichnis der Prosie bekannt gewoiden sein kann. Wir wollen der angeblicb auf landwirlscha'tlichem Gebiete so lück igen»Deutichen Tageszeitung" verraten, datz der in jeder Buchhandlung eihältüche»Meutzel und von Lengerketche Kalender" aur l9Sl das RamrnS- Verzeichnis bringt. Wir bälien von den.Fachmännern" der »Deutschen Tageszeitung' doch etwas mehr Findizke« erwarlet. Der Marburg er Moröprozeß. Am kommenden Montag beginnt, wie bereits von uns gemeldet, vor dem Schwurgericht in Kassel unrer dem Äoi sitz des Land« gerichtSdireklorS S ch m i d t die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen 14 Angehörige des au? Studenieu gebrldeien Marburger Zeitfreiwilligenkorps. Die Anklage, die von Smal-ainvall Dr. S a uer veriielen wird, legt den Beichuldiglen zur Last, datz sie im März d. I. in der Nähe von Mechreistädr 15 Arbeiter, die als Ge« fangene nach Gotha transporirert werden follren, erschossen haben. Die Anklage richtet sich gegen die Siudenten Engelbrecht, Jahn. Krautz. Göbel, Heerhaber, v. Uffel, Koch. Völker, Votz. Schüler, Springer. Nedelmann, Lange»nd Blum, die sämtlich von RechlS» anwal» Luetgebrune« Gömngen verteidigt werden. Betannt« lrch bei'chäfliate der Fall schon ernmal das antzerordcin!.te'U'egs« gericht der 22. Division zu Marburg, das nach mehrrä nger Ver- Handlung die Angeklagten freisprach. Nach rlufiö'ung der Kriegs« geeichte wurde, da eine Wiederaufnahme des Verfahrens deainragt war. der Fall dem Kaffeler Schwurgerichr überwiesen. Die Borgeschichr« de» Maiburger Falles, der nunmehr in Kastel seiner werteren Bebandlurig entgegensieht, haben wir so häusig in unserem Blatt besvrochen, datz unieren Leiern der Tar- bestand noch in friicher Erinnerung iein dürfie. Charaklerisiisch für die Metbode, mit der von gewisser Seile von voi»herein«ine Beeinflussung de? Schwurgerichts beabsichtigt wird, ist der Bericht eine? Berliner Korreipondenrbureaus, der angeblich eine Vorgeschichte des Marburger ArbeitermordeS emballen toll, sich in Wirklichkeit jedoch wie das Plädoyer eines gewandren Verteidigers liest. ES scheint uns gerade im jetzigen Augen« blick höchst unangebracht, veriönliche Symvaibien in einer io inb« jekiiven Werfe zum Ausdruck zu bringen, wie es in jenem erwäbnien Bericht geschieht. Zunächst bat das Schwurgericht das Wort und niemand sonst. Kritisch zu dem Verhalten des Kasseler Schwurgerichts Stellung zu nehmen, wird später an der Zeil sein, >m Augenblick kann jedes Für und Wider nur den wahren Tat« bestand verdunkeln und somit die durch die Wiederaufnahme de» Verfahrens migestrebten Zwecke durchkreuzen. Der tote hunö. Von Robert Hey mann. Kurfürsten dämm. Dicht am Bürgersteig liegt ein toter schwarzer Hund, lieber« fahren. Eine alte Frau steht weinend bei dem Kadaver, mitleidige Menschen sammeln sich und sprechen ihr Trost zu. Die Wenigen zieben mehrer« an. Jeder läßt sich die Geschichte von dem toren Hund, den ein Autobus totgefahren hat. wiederholen. Das Interesse oerwandelt stch unter dem Eindruck der phantafievollen Schilde- rungen in Mitleid. Au» Mitleid wird Empörung. „Diese Ausländer!" sagt ein dicker, freundlicher Herr.»Fahren wie die Verrückten, ist ihnen ja egal, ob fie einen Hund totfahren. Bei den heutigen Preisen I" »Das arme Tier," fährt die sehr reich gewordene Frau Kam« merzienrat fort und läßt ihre BrillantenboutonS mitfühlend zittern. »Das arme, arme Tier! Man sollte die Rohlinge ein paar Monate einsperren! Da» ist auch«in Mord, wenn'« auch nur ein Tier ist." Ich denke drei Jahre zurück. Da war ich bei Frau Kommerzien- rot zum Tee.»Wir fiegen," hatte fie gelächelt.»Wir haben ja soviel»Menschenmaterial" I Und— waS meinen Sie wohl, wenn erst das neue Giftgas, das wir erfunden haben, auf die Feinde losgelasien wird---", Sie hat eine Träne in den Augen und drückt der Bcfitzerin des Hundeleichnam» die Hand. Ich gehe. Seitwärts sitzt ein Mensch auf der Erde. AuS den feldgrauen Uniformfetzen steht ein dünner Armstumpf steif gegen dea grauen Horizont. Seine Füße sind gelähmt. Er blickt mit heißen, zornigen Augen auf die Menschen und auf den toten Hund. Sir gehen an ihm vorbei, ohne ihn zu bemerken, denn ihre Herzen sind noch erfüllt von Empörung über die Roheit des Automobils. Die Frau Kommerzienrat wirft einen schnellen Blick auf den Mann auf der Erde. Sie schaudert vor seinen flammenden Augen. Und sagt zu ihrer Begleiterin:»Man liest den Leuten die Auf« lehnung gegen Sitte und Gesetz aus dem Gesicht. Nein, dem gebe ich nichts." Ich höre, wie der Krüppel in einem furchtbaren Tonfall sagt: »Der tote Hund." Drei Worte nur. Aber wie bergen sie die ungeheuerliche Lüge unserer sentimentalen Kultur! Da» Weimar dsr arbeitenden Jugend, dies unlängst von unS besvrochen« Buch der Erinnerung an den Geist des ersten ReichS- ingendtages, ist jetzt erschienen und wirbt um seinen Platz unter den Gcichenkbülbern der Arbeiterjugend zum Werdnachtsrest. ES ist ein Buch, daS die junge Arbeiierfchafl selbst geschrieben, gedichtet «ich«m Zeichnungen geziert hat. Kraft, Wille, Feuer. Freude sind seine Seele. WaS die jüngste Generation tas Proletariats ists hier oikenbart«5 sich im Schritt des einzelnen, im Aufflug deS Ganzen. Genosse E. R. Müller, der Sonncnmüller der Arbeiterjugend, hat aus all dem Vielen, das ihm gegeben wuvde, ein Werk aus einem Guß. gemacht. Neben jenen Zeichnungen, die von einer Siebzehnjährigen stammen, find auf acht Kunstdruck- feiten sonnige Szenen der Weimarlage gegeben. Das Buch, das gebunden 10 M. kostet, ist vom Hauplvorstand des Verbandes der Arbeiterjugeudvereine. Berlin, Lindenstr. 3, zu beziehen. 'Arno Hol»'„Buch der Zeit", diese kührtdreiste schmetternd« Fanfare der jungen Literaturrebellen der achtziger Jabre, die der lyrischen Stoffweit realistisch Neuland eroberten, ist bleibender Hall geworden. Jetzt hat dies lyrische Wer! ein viertes Gewand er- halten; das erste gab ihm der alte Achtunidvierziger Schabelitz in Zürich 1335, das zweite der Fontane-Verlag 1862, das dritte der Piper-Perlaq in München 1905 und jetzt legt der neue Sibyllen- Verlag in Dresden, desivn Bücher durch Inhalt. Herrichtung und Preis das Auge auf sich lenken, die vierte'Form(Preis geb. 20 M.) vor, die der Dichter als endgültige Ausgabe bezeichnet. Holz hat die Fülle des Inhalt, die bisher brmt hingeschütet lag. jetzt in Gruppen geordnet. Sein altes Leitwort Vivos voeol(die Lebenden rufe ich!) bleibt als erster Gruppenritel voran und dann folgen: Großstadt, Literarisch« Liebenswürdigkeiten, Deutsches(hier ist ein Strauß junger Liedlhrii»zwischen siebzehn und achtzehn" eingefügt), zu- letzt Gärung. Der Charakter des Ganzen ist durch die Platzände- rungen und auch durch hie zugefügten Godichle nicht angetastet worden. Es ist ein echt junges Buch geblieben, ein Kampfbuch gegen eine Zeit der Trugidole, ein sprühendes Buch voll ungebcr- digcn Trotzes, voll Lachen, Schmerz, Groll und Hohn. Di« den früheren Auflagen fehlenden Verse eines Hjhliitzgedichts treffen den Nagel auf den Kopf: Auch wob ich manchen derben Fluch recht kernverliebt hinein, es soll sa kein Erbauungsbuch für christliche Jungfern sein! Es ist ein Buch, das Leben und Tod tief in fein Sphinxherz schließt; es ist«in Buch, das zukunftsrot der Welt die Leviten liest. Arno Holz ist ein deftiger Spötter, und sein Spott hat einen Zungenschlag, der berlinischer Art ist. Die Lust der Spreeitadt ist diesem Ostdeutschen voll ins Blut gegangen. Das ist schon dem »Buch der Zeit" zugute gekommen. Orgien feierte e» aber dann im satirischen Scfinitzxllmch»Die Mechschmiede". Hier fliegen die Späne' literarischer, Mistscher, menschlicher Spötterei in Wolken. Vor zwanzig Jahren machte der Jnsel-Verlag erstmals mit dem, Gefprühe dieser burleslen AuSgelaflenheit bekannt. Eine zweit« Ausgabe wurde vor ein paar Jahren auf Büttenpapier in breitem Format für die Leute des großen GeldsackS gedruckt. Jetzt aber bringt der Sibyllen-Verlag auch dieses Buch in einer Fassung her- aus. die ihm den Weg erleichtern wird. Die Neigung für Zeit- saiire ist tüchtig"aufgeschossen in unserer aufgewühlten Gegenwart, knd so. wird sie sorgen, datz das, was die AutoriiätSehrfurcht der wilhelminischen Aera beiseiiezndrücken verstand, nun die»erdiente Lefsentlichkestf gsSffrat. fdolz hat feine Stachclberfe nicht bloß zum Vergnügen verborgcn-blühender literarischer Kabaretts heraus- gelacht. In folgenden Schlutzstrophen deutet er an, was seiner Blcchschmred« Wesen ist: Dieses Struwwelpeterbuch leg ich euch aufs grüne Tuch, in Ehrfurcht gciiiz zerflossen vor so viel Zeitgenossen! So viele sich in ihm auch spiegeln, es ist kein Ding mit sieben Siegeln; jedes Wort und jeder Say steht adrett an seinem Platz! Ihr baselt, und es gibt kein Ganzes. ihr kakerlakr, und ich verpflanz es; zu eurem windigen Gewese bin ich die lachende Synthese! Ein Besuch bei Romain Rolland. Einen Besuch bei Romain Rolland schildert in der bei Eugen Diederichs erscheinenden Monats- schrisr»Die Tat" Dr. Hannah Szssz. Fern ven dem berauschen- den Treiben des Pariser Lebens, hoch oben am Boulevard Moni- pqrnasse enipsängt Rrllanb den Besuch zu einem Gespräch inmitte.r unzähliger Bücher»Stumme Zeugen sind die beredten Köpfe BeerhovenS und Strauß' als einziger Schmuck an den Wänden. In einer solchen selbstgi wählten Einfachheit, in solcher Weltabgeschieden- beit will Romain Rrlland leben, oanz gleich, ob er in Spanien, in der Tchlverz, in Italien oder in Haris ist; sein Inneres soll frei bleiben von allem äutzeren Tand; denn e» gehört ganz seinem Werke." Romain Rolland sprich! davon, datz es in allen Ländern ein« Elite von Menschen gibt, die sich durch Leiden zu sittlicher Größe durchgerungen haben, und datz diese wenigen freien Geister sich finden werden. Sie werden sich über Nationen und Völker hinweg die Hände reichen zn einem Bunde, der nur das ein« Ziel kennt, die Gesellschaft zu den höchsten Idealen zu stibren, zur Wahrheit. Diese Wenigen werden die Schöpfer und Erneuerer der Gesellschaft sein; eine neue Generation wird sich finden, die zur weiteren Kultur- arbeit bereit sein wird.... Mit einem Lächeln fügt Rolland hin- zu:»Man braucht nicht immer di« Sonne zu sehen, aber man mutz wissen, datz sie immer da ist... Es gibt noch eine andere Sonne — die Sonne der Musik, die niemals so leuchtend ist als dann, wenn die andere sich verdunkelt hat" Und er erzählt von der deutschen Musik und seiner Liebe zu ihr und von seiner Ver- ehruna für Molwida von Menseniburg, der er in jungen Jabren in Rom Stunden der tienten Schönheit und de? kostbarsten Reichtums verdankt. Aoich weiterhin spricht Rolland noch von Deutschland und den Deutschen,»und eS zeig: sich wieder, mir welcher Sieb« er die deutsche Landschaft im Jean Christophe aeschildert Hai, mit welcher Ilnenuüdlichkeit und Sicherheit de? Blickes er die deutsche Seele studiert haben mutz, um sie in Typen au» allen Kreisen in ihrer Mannigkaliigkeit wieder vor uns erstehen zu lassen." »Unanständige Wissenschaft". Der Dresdener Zoologische Gar» ten gewann in Prof. Dr. Brandes ven etwa zehn Jabren einen Leiter, der jenem ins Stocken geratenen Institut mit schnellen Maßnahmen ein« neuzeitlich gültige Entwicklung verschaffte, lieber diese Arbeit hinaus tat Brandes sich in dieser Zeit auch als zvolc-- gischer Forscher hrrvor. Er stellte Bersucho über die Umwandlung flt. ♦ 37. Jahrgang Heilage öes vorwärts Vonnerstag, Vezember �20 GroßSerün Morüprozeß Wenüelftaüt. Nach Eröffnung der Sitzung wurde in der Beweisaufnahme fortgefahren. Kriminalkommissar Ger icke berichtete über die ersten Polizei- lichen Ermittlungen in dieser Mordsache. Man kam zu der Uebcr- zeugung, daß ein fremder Mörder nicht in Frage komme, sondern jemand, der genau mit den Verhältnissen Be- scheid wußte. ES erscheint ansgeschloffen, daß der Mörder auf den Balkon geklettert und auf diese Weise in die Wohnung gelangt sein könnte; der Ermordete mußdenTäter selb st eingelassen haben, und der Mörder muß auf ordnungsmäßigem Wege die Woh- nung wieder verlassen haben. Ter Verdacht auf den Angeklagten wurde zunächst durch die Kratzwund« gelenkt, und dieser Verdacht wurde nach und nach durch die Ermittlungen verstärkt. Der Zeuge vertritt die Ansicht, daß es zu einem Streit zwischen Vater und Sohn gekommen fei und letzterer in der Erregung zum Messer gegriffen und den Vater erstochen habe. Der Kampf müsse ganz lautlos vor sich gegangen sein. Irgend etwas Auffälliges in dem Benehmen des Angeklagten bei feiner Ankunft im Haufe nach der Tat ist dem Zeugen nicht in Erinnerung, er kann sich nicht darüber äußern, ob es richtig ist, daß der Angeklagte darauf gedrungen hätte, eine hohe Belohnung auszusetzen oder auch noch einen Detektiv mit der Sache zu beschäftigen.» Justizrat Dr. Werthauer bekämpfte die Kombination des Zeugen. Der Zeuge blieb gegenüber den verschiedensten Einwän- den de? Verteidigers bei seiner Ausfassung von der Sachlage. Dem gegen die Hornberger aufgetauchten Verdacht ist der Zeuge auch nachgegangen, ist aber zu der Uebcrzeugung gekommen, daß der Verdacht nicht berechtigt sei- Der Zeuge Kriminal Wachtmeister Schmidt schil- dert die Ergebnisse der Durchsucknmg der Wohnung und welche Gründe ihn dazu gebraebt hatten, den Verdacht auf den?sngeklagten zu lenken. DaS Auffälligste für ihn war, daß der Sund." der ihn selbst beim Betreten der Wohnung sofort ankläffte, sich völlig ruhig verhalten haben sollte, wenn an dem Mordabend ein Fremder in der Wohnung gewesen sein sollte. Hieraus habe er, Zeuge, den Schluß gezogen. daß der Täter unter den Bekannten des Hanfes zu suchen sei Hinzugekommen sei, daß die beiden Geheimfächer deS Schreibsekretärs geleert gewesen seien. Zeuge Kommerzienrat Hamman lWieSbadens, einer der intimsten Freunde deS Ermordeten von Jugend auf, sagt: Auf den Sohn sei der Ermordete zuletzt, als dieser im Felde zum Offi- zier befördert worden war, sehr stolz gewesen. Von einem Aus» landsdepot deS Ermordeten ist dem Zeugen nichts bekannt. Der alsdann vernommene Zeug«, Rechtsanwalt Gemünd- Köln, Rechtsbeiftand des Ermordeten, der nach Bekanntwerden des Mordes nach Berlin gceilt war, bekundet«, daß sich ihm gegenüber der Angeklagte durchaus so benommen habe, wie sich ein Sohn be! einem so furchtbaren Schicksal seines Vaters nur benehmen kann. — Zeugin Jcchanna Marten ist die verlobt« Braut deS Angeklagten und wobnt jetzt in dessen Wohnung am Kaiser- dämm. Sie hat den Angeklagten im Juli l018 kennen gelernt und ist täglich mit ihm zusammen gewesen. DaS Verhältnis war dem Vater bekannt. Der Angeklagte hat der Zeugin immer erzählt, daß er mit seinem Vater sehr gut stehe. Einen Dolch hat die Zeu- gin bei dem Angeklagten nie gesehen. Der Sachverständige Dr. L u n g w i tz äußert sich über die Folgen der Granatsplitterverletzung am Kopse deS Angeklagten, die an sich sehr gut verheilt sei. Diese Verletzung habe natürlich eine Gehirnerschütterung mit sich gebracht, welche stets Einflüsse auf da» Nervensystem de» Verletzten habe. Bei der ganzen Art deS Angeklagten könne er cS auch begreifen, daß er den Leich- nam seines Vaters nicht sehen wollte. Was die Entstehung der Narbe an der Nase deS Angeklagten betrifft, so siebe der Erklä- rung derselben durch den Angeklagten medizinisch nichts entgegen. — R..A. Dr. Werthauer läßt durch Vernehmung einiger Zeu- gen feststellen, daß der Verstorbene nie lange Nägel getragen habe. so daß e» ausgeschlossen erscheine, daß er die Kratzwunde in einem Kampfe mit dem Sohne diesem zugefügt haben könne. Major a. D. Graf v. Wartensleben, Oberstleutnant Otto. Oberstleutnant P a n s« gaben dem Angeklagten überein. stimmend«in glänzendes Zeugnis, der letztere bekundete außevdem, daß er von seinem Vater stet» mit voller Hochachtung gesprochen habe. Einen Dolch al» Seitengewehr habe er nie getragen. Die Zeugin Frau Weiß blieb dabei, daß ein Dolch in der Woh- nung gewesen wäre. LandgerichtSrat Geh. Rat Schulze schildert die zahlreichen Blutspuren, die durch verschiedene Zimmer sich hinzogen. Der An- geklagte, der bei der Abhaltung deS Lokaltermins wegen seiner auf die große Erregung zurückzuführenden Kopfschmerzen ein« Kompresse auf dem Kopf trug, sei ein ausgezeichneter Führer gewesen, der durch alle Räume führte und aus jede Kleinigkeit aufmerksam machte.— Tie Zeugin Hornberg soll sich auf der Rückreise von Italien befinden und um 6 Uhr hier eintreffen. Bezüglich ihres durch ihr Dienstmädchen bekräftigten Alibi? zur kritischen Zeit des Mordes stellt.J.«R. Dr. Werthauer durch Vernehmung eines Zeugen fest, daß die Wohnung der H. zwei Ausgänge hotte, und nach seiner Meinung die Möglichkeit vorhanden war, daß die H. die Wohnung verlassen konnte, ohne daß ei das Dienstmädchen merkte. Staatsanwalt S t e i n k e, der seinerzeit als KriegSgerichtSrat die ersten Ermittelungen angestellt hat. bekundete, daß der Verdacht ans den Angeklagten durch die Angaben der Vermieterin Weiß ge- lenkt worden sei. Dies« habe bei späterer Vernehmung mehr gesagt, als hei der ersten, namentlich auch, daß der Angeklagte nach dem Morde sich, entgegen seiner sonstigen Ge- wohnbeit, immer eingeschlossen, ein aufgeregtes Wesen bekundet und einen Revolver in seinem Bett gehabt habe. Die Zeugin Merten wurde vereidigt. Die Zeugin Hornberg ist noch nicht er- s ch i e n en. Zur Verlesung gelangte noch die kommissarische Aus- sage eines fetzt in Paris weilenden entfernten Verwandten deS An- geklagten, dem dieser den Tod des Vaters telegraphisch angezeigt und ihn auch in Paris aufgesucht hatte, um durch seine Vermittlung bei Pommery und einer Weinfirma in Bordeaux Anstellung als Vertreter zu finden. Auf die Frage, aus welchem Grunde dies ge- fcheh«, bat der Angeklagte erklärt, daß er nichts zum Leben habe. Die Verhandlung wurde hierauf auf Freitag S UHr vertagt._ Der Aufbau in öen Sezirken. Die Große Deputation des Berliner Magistrats hat stch ein« gebend mit der Besetzung und Wahl von Mitgliedern der 2J Ver- waltnngSämter unter dem Vorsitz deS Bürgermeister» Ritter be- schäftigt. Es wurde beschlossen, die einzelnen Verwaltungsbezirke nach ibrer Größe, bebauten und unbebauten Fläche. Einwobnerzahl. ihren städtischen Einrtchtunaen, Werken entsprechend mit Beamten zu besetzen. Sollte sich nach der Bildung herausstellen, daß in dem einen oder anderen Bezirk die Zahl der Mitalieder zur sachgemäßen Bearbeituna der Geschä'te n'cht ausreichen, so kann die Zahl obue besondere Schwierigkeit sedeneit erhöbt werden.— Die Befchlliss« der Bezirksversammliing hinsichtlich der Zahl der besoldeten nnd unbesoldeten Mitglieder der Bezirksämter werden natürlich weit» gehend berücksichtigt. » Die Beschaffung geeigneter Räume für die Bezirksämter hat Magistrat. Stadtverordnete unv BezirkSversamml, ingen eingehend he'chäftig». Der ReichSwebrminister bat dem Magistrat u. a. die OffizierSkaiinoS des Garde-KürasiierreqimentS und de« GardereaimentS Königin-Augusta in der Helmstraße zur Brill'una gestellt. Die BezirkSve' ordneten- veriammliing im 6. Bezirk bat diese Kasinos aber wegen ibrer iebr ungünstigen Sa'« an der äußersten Veripberie de« Bezirk« schon abgelehnt. Weit bester aeleaen ist da« OinzierSkastno der .Maikäfer" an der Tbanff estraße Ecke Keffelstraße. iür da« Bezirksamt st tWeddino). DaS Kastna enthält einen hinreichend großen Saal iür BersammlungSzwecke und außerdem Räume iür da« Bezirksamt._ Beurlaubung Ser Straßenbaha-dlrektlon. Die gestrige MagistratSsitzung befaßte sich mit dem R Ii ck- t ri t tS g es u ch der Geiamldirektion der Großen Berliner Straßenbahn. Nach längerer Beratung saßt« der Magistrat kolqenden Beschluß. Die Direktion der Kroßen Ber- lrner Straßenbahn wird so lange beurlaub», bis die vom Magistrat eingesetzte Kommission die Untersuchung abgeschlossen und das Eigebnis dem Ma t>strg»skollefliuin zur endzültigen En scheiaung unre, breitet bat. Die M'gistraiS- kommiision bar das Recht, kausinänntiche und technische Sachverständige zur M tarbeit und zur lluieriuchung heran-»ziehen. Nach dieiem Beschluß wurde in die Bermimg über de» angedrohten Riickir»! der Direllron der Städtischen Eleltnzim'.Swcrle eingetreten._ Tonderzncker für das Weihnachtsfest. Aui Abichniti 72 ber Berliner Zuck- rkarte sind m der Zeit vom tii. Dezember bis 3l. Dezember l Pfund Zucker al« Sonder- zuweiiung für das Weihuachtsiesi und#/4 Piund VerbrauchSzucker. zusammen al'o t*/, P und zum JnlandSz»cke>preis abzugeben. Anmeldung zum Fleischbezug. Wer für die Zeit vom 20. De- zember 1920 brS 16. Januar 1921 städtische Fieischwaren beziehen will, muß sich in der Zeit vom 10. bi» 16. Dezember bei einem der zugelassenen FleisehUrkäufer, deren Geschäfte durch die bckanmen Magistratsplakate kenntlich gemacht sind, unter Vorlegung der Lebensmittelkarte mit den Abschnitten 73 bis 76 anmelden. Die Bauarbeit per A.E.G.-Schnellbahn. Der Magistra, beschäftigte sich in seiner pestrigen Sitzung mi: der durch d'e Einstellung der Bauarbeiten der A.E.G.-Schnellbahn geschaffenen Lage. Der Anregung der A.E G.-Schnellbahn entsprechend, ersuchte der Ma- gistrat die VcrkehrSdeputalion. mit der Gesellschaft wegen Besprechung der Streitpunkte in Verbindung zu trelen. Drei Automobildiebe wurden gestern nachinftiag in Tempelhof festgenommen. Die dortige Kriminalpolizei hatte erfahren, daß ein gestohlenes Automobil verkauft werden sollte. Kriminaloberwach'- meister Belatt begab sich mft den Kriminalwackitmeistern Peters, Seidler und Bcnat zur verabredeten-Zeit an die betrcsfende Stelle, und talsächlich fuhren auch drei Leute mit einem Kraftwagen vor. DaS Automobil wurde zum Stehen gebracht und einer der Diebe.m � Stuto, die belden anderen, die die Flucht ergriffen, in der Parkstratze festgenommen. Es waren drei Berliner Einbrecher, die den Wagen, der einen Wert von 200 000 M hat, dem Kaufmann Kvufe am Stuttgarter Platz zu. Eharlottenburg gestohlen halten. Warnung vor«rbeitSloscnzuzug. In großer Zahl strömen noch immer Arbeitslose aus allen Teilen de? Reiches nach Berlin, in der Erwartung, hier Arbeit zu f nden. Vielfach sind sie hierzu durch Mitteilungen von Bchon wenn er uns die heimatliche» Bäume>m Rauhreis ze>at. ein Spender von F:eud« und tziaft iür alle diejenigen, die anf?a>i in der Stube zu hocken, an den Eislauf-, Rodel- und Schneelaus« sreuden— auch in der Umgegend Benins— teilurbme» Der Bortragende. Maximilian Niedzielski. führte uns aber, nniersilitzt durch den Film, hinaus in die Wi»terlard'chaften des Rielennebiraes und zeigte»nS die mannigfaltige Wunderwelt de« BergwinierS mit sportlichen Veranstaltungen. Und wer gar schon einmal da» Glück hatte, im Sckwar, walde oder im Bayri'chen und Tyroler Hoch- gebirge Tage de« Winter« zu vollbringen, dem zauberte drr Fftm erneut die Bracht des GebirgswmterS vo: Augen, riet ,hnr in« Gedächtnis, welche Bedeutung z. B. der Schuee�chub im>»ben de« Schwarzwälder» besitzt und wieweit entfernt von dem Leben und Treiben der Großstadt- gerade in der E'vsgmkert echte Leben«» freud? anzutreffen ist. Jugendlrchtbildbühne im Neuen BolkStheater. Am Sonntag, den 12 Dezember. vormitdggS 11 Uhr. veranftalrei da? Jugend- pslegeamt der Stadl Berlin zusammen mit dem Groß-Berliner Ausschuß zur Bekämpfung der Schmutz- und Sebundliteratur, der Lehrerkmnmer der Stadt Berlin und dem Verband Deutscher Film- autoren IE. V.) im Neuen VolkStbea er. Köpenick«! Str. 68. eure Jugendfilmvorführung vor Vertretern der Berliner Gemeinde- bebörden und der Lehrerschaft, welcbe ein lln crnebmen einleiten soll, daS unter dem Namen»Jugendlichtbftdbühne im Neuen Volks- iheater' an den Wochermachmiitagen Filmvor'übrunpcu iür die Schüler der Berliner Schulen veranstalten will Die Direklion des Neuen VolkSiheater? bat ihr Tbeater ftir dies"» Zweck überlasten. Zur Leitung des Unternehmens hat sich Dr Arnold C z e m p i n, Mitglied des Neuen VolkStbeaterS. zur Verfügung gestellt Eine Stiftung für da? Jugendamt. Herr Juan Mvke Ibagen in Valparaiso bat zur Errichtung einer Kykfhäuser-S'iftung beim Städtischen Jugendamt ein Geschenk von 2 5 0 0 0 0 M. ge- macht Der Magistra: hat tiefe Stiftung unt warmem Dank gegen den Spender angcnon'men. Die„Deutsche Kinderhilfe" Hot in der vergangenen Woche ihre HauSsammlungen erfolgreich durchgeführt: daS Ergebnis laß: sich zurzeit noch nickt überfeben Vielfach sind Zweifel ausaetai'cht. ob die Sammlung durch Hmislisten volle 6lewähr für die sickere Ab- sübrung der Mittel bietet. Von der Gefchäslsstelle wird uns hierzu mitae eilt, daß durch genaue Ausnahme bei HauSkataster? und durch Das Licht der Heimat. 82s Von Au vusi HIarich». Kein Wort war nötig. Wenn er sie an sich zog, ja, wenn er nur stehen blieb, war sie sein— wie damals. Sie wartete aus ihn. Sein Blut pochde in gewaltigen Wellen, er fühlte in ihrem Arm. der seinem Druck sich entgegendrängte, wie auch sie von einem Schauer durchrieselt wurde. Langsamer wurden sein« Schritte. Warum sollt« er nicht? Warum nicht—, warum— nicht? Gewaltiam riß er den Kopf hoch — die Sterne schwankten über ihm—. Nein, die standen still, aber sie stimmerten wie das Lickch das er neben sich brenrren wußte. Tausend flimmernde Augen, di« er nichl ertrug. Er sah geradeaus, wo über dem Nebel dunkle Baum- .inassen ragten. Dahinter lag dos Tors, und dort, das ein- same Licht— dort wohnte der Voßbauer. Der Voßbauer— und Teda— Tedal Wie ruhig das Licht dort glühte. Still und freundlich leuchtete es hinaus. Der sanfte Schein tat ihm wohl. Der Sturm sckwieg. die sslut mußte verebben— still war es, un- endlich still. Und er ging mit Teda durch den Abend, frei und leicht, und ruhte aus. Wie gut ihre Augen waren, warm und hell: und was darin glühte, war nicht das lockende s�lim- mern. war ein stilles und seliges Leuchten— war das Licht ber Heimat. Er atmete tief aus. befreit und nrhig. Sie waren beim Dorf angelangt, Inge Corneli blieb stehen. Er merkte erst jetzt, daß er ihren Arm nicht mehr hielt. .�ch danke sehnen. Herr ssoflferS— Gute Nacht.'' Sie reichte ihm die Hand, di« kühl und schlaff in der seinen lag. ..Gute Nacht. FirSulein GTornen." Er sah ihr nach, und eS schftn ihm plötzlich, als ob ihr Schritt müde und schleppend wäre, als sei alle Kraft aus ihrem Körper gewichen. Er aber richtete sich hoch auf und reckt« in einem söben Gefühl die Arme weit in die Nacht. Er wußte, sie beide chatten auf diesem Wege einen Kampf ausgefochten stumm, aber als ein paar erbitterte und ver- zweifelte Kämpfer. Und er hatte gesiegt! Am anderen Tage wollte er ein Telegramm aufgeben an Sommer, um ihn zurückzurufen, als ihm ein Bote auS dem Dorf ein Schreiben brachte. Er wußte, eS war von ihr. Er riß den Umschlag auf und las: „Sehr geehrter Herr Aol?ers! Meine eigentliche Arbeit auf dem Werk ist beendet: was noch nötig ist. läßt sich schrist- sich erledigen. Ich lagt« früher einmal, die Kraft eine? Mutigen sei grenzenlos—. Das ist nicht wahr, ich habe die Grenzen meiner Kraft erkannt. Leben Sie wohl. Inge Corneli." Langsam faltete er den Bogen zusammen. Der Bote wartete noch. ..Wann fäbrt das Fräulein ab?" fragte er. . Heute mittag" Er nahm ein Blatt Bav'er und schrieb: ..Ich danke Ihnen für Ihren Entschluß. Behalten wir uns in gutem Andenken. Dierf FolkerS." DaS siegelte er und gab eS dem Boten mit. « ES war Ende September. Das rote Licht der sinkenden Sonne goldete ahschiednehmend übers Moor, im fernen Wald lauert« schon die Dämmerung, und aus feuchten Niederungen brauten longsam graue N belschwaden berauf. Schwermütig duckten sich die paar verkrüvvclten Kiefern und Birken und erschauerten im kühlen Herbstwind, der durch? dünne E'sen- werk hex hoben Leitungsmasten fuhr. Der Sommer war vorüber, durkle Tage wollten kommen, wo es lautlos still sein würde in der Oede. LautloS still und tot.— Nein, nicht mehr tot. DaS Moor hotte ein-Herz be- kommen, da? W'rk! Da? nährte sich von dem schlummernden Leben in der Tiefe und setzte es um in lebendige Kraft, die binauKgefübrt wurde durch kupferne Adern meilenweit in Dörfer und Städte. Räder zu treiben und Licht zu spenden in Werkstätten und Stuben. Die schlafende Prinzessin war geweckt: aus der dunkeln Tiefe des Moores quoll leuchtendes Leben, quoll Licht und Kraft. Dicrk hatte am Nachmittag die geladenen Gäste hinaus- geführt zum Bagger, der seine Sammerarbeit getan hatte, nun abei noch einmal sein eisernes Gctriefbe spielen ließ und mit wuchtigen Schaufeln hin-abgriff in den unersckxöpflichen Vorrat der Natur. Jetzt wanderten sie langsam zurück— der Bankdirektor mit eirifen ordrren Herren, ein paar Vertreter der ange- schlossenen Kleinstädte und Fabriken und die Vorsteher der nächstgelegencn Döfer. Auch Ficd war für diesen Tag, an dem das Work zum erstenmal seinen Strom hinauslenden wollte, von Hamblirg herübergekommen, und sah jetzt mit komischem Aevger den Voßbauern wieder, der ihn zweimal hinauswarf und sein Moor dann doch— ohne ihn— per- kaufte. Der freilich beecktete ibn kernm und hielt sich was s�ied wieder sehr verwunderte, abseits von den andern an Dierks Mutter Was für ein vergnügt s Gesicht er macht" dachte Fied verärgert und hätte für sein Leben gern erfahren was die beiden zusammen sprachen: aber io gewandt er auch war. an den Voßbauern traut? er sich doch nicht wieder heran. Dierf führt? die Gäste zu den großen Schippen in denen der im Sommer gegrabene und fertig getrocknete Tors lagerte, zu haushohen Bergen a türmt. Eilern? Krppwagen fuhren leer berein, wurden gefüllt und v-rlreßm am anderen 1 Ende den Schuppen, um aus einem Gleis bis unmfthelbar an dos Kesselbaus de? Werke? geführt zu werden. Da hob ein Aufaug sie empor uvei Stockwerke boch wurden si' an den Fülltrichtern vorübergesührt und. nachdem sie bier chr? Lost abgeschüttet, von einem anderen Aufzug wieder nieder- gelassen, um ihren Kreittveg von neirem anzubeten. Unten ober,, in einem mächtigen Steindsen, glühten die Feuer. Dierk öffnete eine der in langer Reihe nebenein- ander liegenden, mannkbohen eisernen Türen, aus einem schrägstshenden Riefenrost von armdicken Stäben knisterte die rotsvrühende Mut: ein belßer Luftstrom fuhr heraus und trieb die Neugierigen rasch zurück. (Schluß folgt.) EinzelnumerieruiW jebeS Stück txr Sammelliste, endlich dnrch den Vergleich des Einlauts der Postschecks, der wieder Angezogenen Listen und des Originalkatasters volle Gewähr für die Einziehung aller geze-chneten Beträge gegeben ist. Keine Liste kann verloren gehen. Am nächsten Sonntag, Uhr vormittags, wird ein Ufa» F.lm über die Folgen der Hungerblockade im Dauentzienpalast als Sondervorstellung vorgeführt werden. Ter Reichspräsident hat sein Erscheinen in Aussicht gestellt. Karten hierzu gib, die Geschäfts- stelle der„Deutschen Kinderhilfe", Unter den Linsen 78, gegen frei- willige Beiträge aus. Zwölfte Quittung. Für die Krieg», ermalmten in Groh-Beillner Lazarette» iandlen weiter ein: Sammlung der F cnSburger Volts, eilung ItU M. Sivülcr Herbelt Götze I» M. in bar und 20 M. Anteil'chein zur KrieaSanleibe. Schicd'mnnn Strablen, S7. Bez.. i. S. Sückau kontra Conrad 30 M Von einem Kaficeliänzchen wzialdcinokratstchcr Frauen 379 i». Zlrbcver der Fa. Haffe u. Siede 200 M. Saldow, Lichtenbera. Boxbagener Siratze, 50 M. Slädliilbc Werte Berlin-vichtenbera Verwaltungsblireau 210 M. Geldcrbeber 62 M.. Gaswerk I 7 M.. ffl. Swert II 47 M. Dazu levtei Ausweis in Nr. 584 des.Vorwmls' 28 708,50 M. und 100 M. KUegsanlelhe, zufama.cn ÄS 843,50 M. und 120 CW. Krirgeauleitze. ßilmsihau. Ter erste Michael-Bolmen-Film wäre also glücklich über die Lein- wand der E äi a u b u r g gcrolli! Volnen, wodin n-an lab und höile. DaS Orchellcr ipielte ic ne ciarnS zum Film tomvonieNe Muftt. im Film bewundciie man ibn Ilbwimmend, jagend und lasfowerjend. Achtung vo» dir vollerdclen Tcchml dieies Films! Achtung auch vor der glücklichen Rollei beietzni g mit Alagda Madclcine, Pia en, Winlerilein und Hermann Bac mann. Ai er ganz überzeugend in Gebärde und Spiel war nur Frau Konslai lin a s Anez, denn nur sie sübrle die Zuflbaner reslio» dincin in den Film Die Handlung ill lo unn'olioiert als mögl ch. Wer ist Varrada, wieio biachic cr's bis zum Piösidenlen— alles ungetlärle Fragen. Tlop, dem war das Pnblilum reckl zufrieden und jeierlc den zufrieden drein- sehenden Piüsidenlen Michael. .Die Wirkung der Hungerblockade auf die Volkegetunddeit« ist der Tilei eines voltslümlich luilsenschastlichcn LcbrfilmS, der dnrch die Kullurobleilung der Uia am Sonnlag, den 12. Dezember, llst« Uhr vorm., in den Uia-Lichlfpicien, Tauentzlenpaltill, Tauentzie.>ir. l8. Ecke Nürnberger Slrage. zum Beilen der„DeuIfchi N K nderditfe' leine Erltanifübrung er- Icbl. Einleitende A' lprachc von E. Krieger, Leiter der Kultur ableilung. Begleilvrr rag von Dr. weck. C Thon aba. Karten find gegen freiwillige Spende in der Geschäflsstclle der„Deutschen Kir derhilse". Unter den Linden 78, erhältlich. Sroß-Sedmer parteinachrichtea. Unsere parteimitteUung. Es besteht kein Zweifel, dast unsere Parteifunktionäre in dieser Zeit regsten politischen Lebens eine gewaltige Arbeit für die soziatdemokralische Partei zu erledigen haben. Ihnen in dieser Mission nach Kräften behilflich zu sein, ist vornehmste Pflicht deZ „Vorwärts". Eines jener Hilfsmittel, die Parteigenossenschaft zu gemein. samer Arbeit zu sammein und aus die der Organisation noch Fern- stehenden einzuwirken, ist die Veröffentlichung von Parteimit- teilungcn unter dieser Rubr'k. Diese Beröfscntlichungcn muffen aber, wenn nicht völlige Regellosigteii eintreten soll, nach bestimmten Richtlinien erfolgen. Unter Berücksichtigung der Talsache, daff es infolg« der Spaltung in der Arbeiterbewegung viel schwerer ist als früher, für die ParM zu witken, hat dl« Redaktion den Rahmen der Bekannt» machungen denn auch viel weiter gespannt als dies bisher üblich war: tndcffen scheir t uns, dah im Laufe der Zeit der Umfang der Bekanntmachungen etwas zu groß wird. Heut« veröffentlichen die Abteilungen z B alle Zahlabende besonders, währ/nd dies früher ynr geschah, wenn besondere Veränderungen in den Tagungslokalen zu verzeichnen waren. Auch glauben wir. dag Zusammenkünfte, die sich nur auf einen engen Per- sonen kreis erstrecken, nicht besonders im„Vorwärts" ange- zeigt werden folliew Sehr oft werden uns aus den einzelnen Ab- teilungcn und Kreisen von verschiedenen Genossen Be- kanntmachungen zugesandt, die zwar auf ein und dieselbe Veran- staltung hinweisen, inhaltlich aber nicht immer überein. stimmen. Diese Einsendungen dürfen nur von einer Stell« aus erfolgen und müssen mit dem Stempel der Organisativn versehen sein. Nichtgcstempelte Bekanntmachungen können fortan nicht mehr berücksichtigt werden. Auch bitten wir die Funktionäre der Partei, Bekanntmachungen nur einmal zur Veröffentlichung einzusenden. Eine zweimalige Aufnahme kann nicht erfolgen. Um der Redaktion des„Vorwärts" zeitraubende Arbeit zu er- sparen und andererseits eine Einheitlichkeit in die Art der Ver- öffeittlichungen zu bringen, wünschten wir, dah sämtliche Ankün» digungen der OrganisationSleilung des Bezirksverbandes Groh- Berlin übermittelt und dieselben alsdann von dort zusammen- gestellt zur Aufnahme an die Redaktion überwiesen würden. Bei Besprechung jetzt vorhandener Mihstände hinsichtlich der Veröffent- lichung der Parieibekanntmacbungen haben bereits die in Betracht kommenden Genoffen diese Methode für geeignet betrachtet, um zu befriedigenden und einheitlichen Verhältnissen zu kommen. Solange eine solche Neuerung nicht durchgeführt ist. bitten wir die Genossinnen und Genoffen, unser« Anregungen' im Interesse der Partei sowohl wie auch de»„Vorwärts" beachten zu wollen. Heute,». Dezember: Jnngkozialistikche Vereinigung T.P.D. OrtSgrudve Neukölln. TJ, Udr'tn Lnpeibbiim Nopatstr. 63, Voiliag:.GcweinschaltSkrzicvunl,'. Referent: Genosse Lehrer Hein.— Ortsgruppe Treptow. 7 Uhr im «tugenddeim Eistnstr. 3, Voriiag der Genossin ZilS:„Uni r Wollen'. Käile willkommen.— OitSgruvpe Friedrichshagen. 7'/, Uhr bei Scholz, Friediichstr. 80. Diskuinonsabend. Tegel. Versammlung der Gesängnisbeamlen, abend» 7>/, Uhr. in Tegel. Beiiinei Sir, Restaurant Lindengarten. Tbema: Die Besoldung»- leform und Beamtenschast. Resere t Albinos. Morgen, 10. Dezember: Wahlkreis Wedding. Abends 6 Uhr Vorstandsfitzung bei Kerfin, Pankslr, 60. Achtung! S.P.D.- Mitglieder der Konsum- Genostenschaft Berten und Umgegend! Freitag, den 10. Dezember, abenas 7 Udr, BerDmmtung aller aus unlerem Boden siedenden Gcnossenschastler in, Engtischen Hol. Alexmiderstr. 27.„Unsere Abwehrbewegung'. Rejerenten: Genossen Schlegel und G ü l t l e r. ZablicicheS-scheinen wird er- wartet.— Braune L gitimationstarte der Genossenichast und S.P.D.- Mit- gliedSbuch leginmieri. Ohne diese kein Zutritt. Der Arbeilsausschutz der S.P.D.-Genostensckastler. B. rrbeousiet ust sozialdemotratifcher Poltzeibeamten. 7 Ubr in HaverlandS Fei.sälen. Neue Friediichstr. 35. Zimmer Nr.!. Sipung sämtlicher Ob- und Veriiauensmüimer. Erscheinen sämtlicher Funtti.märe undedingt i rsordenich v egen de» Berianimtung am IS. Dezember. Dienst- lich Ver indeile müssen Vertreter entsenden. 7. Kreis fCharlotrenbnrg). 3-4. Abt. febem. 6. u. 7. Gruppe1). >'/, Uhr im Biinbaum. Gawanistr. 13. Abteilungsverfanimlung und Zahl. abend. Bortiag des Genossen Retlor Blum über: DaS neue Grotz- Berlin. Bericht vom autzerordcnlliche» Bezirkstag, Bcrichlerslaltcr Genosse Weidt Verschiedenes. 10. Krri«. Vertrelerversammlung in Zehlendors, Kaiserhos, Potsdamer Str., 8 Ubr. II. Kreis. Tchöncberg- Friedenau. Kreisvertreterverlammlung Tl, Udr im Zeichemaal der Gemeind schule Feurigstr. 67, TagcSoidnung: l. Die Preutzsichen Laudlaoswahlen. Reierent Landtagsabg. Genosse Heller. 2. Auistellung der Kandidaten. Rege Beteiligung dringend notwendig. lO. Kreis. 7 Ubr im GeiungSsaal des Lyreum» in M a: i e n d o r f, am Bobndoi. Kreisvellrelrrve'.sammlung. Tagesordnung: Die kommenden Lanktagswablen. Reseienl Genosse Friedrich Bartels. 47. Kreis. KresSverir eterver mmmiung 7 Uhr in Lichtenberg. Aulader Eckule MaiUstr. 10/ll. Tagrsoidi ung: Die LandtagSivadlen Reierent Genosse Franz Klüger. Ausstellung der Kandidaten. ES wird ersucht, bkstimmi und pünttlich zu ericheinen. 4«. Kreis. Hohensmönhausen. Oefjcntliche Versammlung In der Aula der Genicinheschule, Rödernsliatze, abendS Tl, Uhr. Thema: MoS.'au und wir. Re erent; Gen, Heilmann. 40. Kreis. Krcisverti etcr- Versammlung abendS 7 Ubr, Pankow. RathauS fSitzungsiaat). Tagesordnung: I. Die preutzischcn Landtags- wählen. 2. Stellungnahme zur Besetzung des Bezirksamts. 3. Bezirks- angelegenbeilen. R serent: Gen. Häutzter. 07. Abt. Grunewald. 7'/, Uhr Mitgliederversammlung im Restaur. Lindencck, Hnberl usbader Str. 8—10. Tagesordnung: Die Sozialdemokratie rinst und jetzt. Rrerenl ParteisetictSr Genosse Georg PclerSdorff. Rege Beteiltzstng erwün cht. 04. Abt. Rentvlln isrüher 6. Abt.) 70, Uhr Versammlung, Kindl- brauerei, Hermannstr. Bortrag: Parteitag und polnische Lage. Reserent Genosse Dr. Rallmann._ Jugenüveranftaltungen. Heute, VjS Uhr. Martenfelde. Jugendheim. Schule. Dorsstr. 54. Mitgliederversamm- lung— Renkölln..Fügendbeim, Münche ier Slratze 52. VottragSturius: „Sozialismus und Volkswirlschasl".— Riedrrschöuewetde. Fugendhe-m, Berliner Str. 31, MitgUedervers-m nlung.— Osten, Srraiauer Viertel. sfugendbeim, Naglerilr. 3. Vortrag:.Warum mutz fich der Jugendliche organisteren?'— Schmargendorf. Jugendheim, Brettestr. 38, Vortrag: .Christentum und Sozialismus'.— Tteglin-Friedeuau. Jugendheim, Friedenau. Offenbacher Str. Sa, MitgUederoer sammtun g. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Die Uebnngsstnndco der Werltner Zchwimm-llnion finden jetzt statt jeden Montag von 5's,— 6>/, Uhr und jeden Freitag reserviert von 6'/j—7'/t Uhr(mit weiblichen Mitgliedern) in der Schwimmdalle Schillings- brücke.— Rrichsvereinignn» ehemaliger Kriegsgefangener, dl 2. heute Versammlung 8 Uhr, Beroliva-Säle, Schönhau er Allee 28. An- ichlietzend Tanz.— Elterubund für die weltliche Schule. Steglitz. Am Freitag, den 10., abends>/,» Ubr, findet eine erotze öffentliche Versammlung im Lyzeum Steglitz, Rotbenburgsti atze, statt. Herr Dr. Krische- Lichterslide spricht über die Entwicklung der Rellgion.— Ardeirer-Sama« riter-Kotonue» G. V. Ableitung Ebarlottenburg-Wilmersdors. Donners- lag. den 9. Dezember, Schute, Schillerstraße 125/t26, besonderer Voitrag über das Tbema: Frauentrankheilen und die svziate Bedeutung der Ge< schlechtstrantheite»._ flus aller Welt. Erplosion tn den Höchster Aarbwerke«. In Höchst a. M. erfolgte Mittwoch liachmitlag au» bis jetzt noch nicht ausgellärie» Uisache» in«niem Spezralbetrieb der Höchster Farbwerke eine folgenschwere Explosion. Fünf Arbeiter fanden dabei iofoit den Tod, sechs ivurden verletzt. Die Anlagen der von dem Betriebsunfall betroffenen Teile deS Werkes erlitten schwer« Beschädigungen, doch ist die Geiamifabrikation deS Unter- nehmen? dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Ein mehrere Zentner schweres S p r e n g st n ck wurde durch die Gewalt der Explosion bis auf da» Bahngleit'e der Staatsbahn geschleudert und beschädigte einen Terl de» in der Nähe liegenden Gülerbahn- Hofe». Der Betrieb kann aber an'rechterbalten werden. Vierhundert Menschen ermordet? Vor einiger Zeit ging der lranzösi'cke Dampfer„Afrigue� auf dem Wege von Bordeaux nach Westofrika an der französischen Küste uiirer. Nur wenige von seinen 400 Fahrgästen wurden ge« rettet, und außerdem gingen grosse Werte mit auf den Grund, u. a. lünszehn Millionen Fianks in ganz»«uen Banlnvten. die iür die ain anische Abteilung der üsngue äs?rsno« bestimmt waren. Damals intereisterte sich die Oeffenllichieii»lchi für die veilorenen Geider, dazu war der Verlust an Menschenleben zu gross. Bor einige» Tagen entdeckten die Banken in Bordeaux, dass unter den eingezahlten Geldern eine ganze Anzahl jener Note» war, die, wie man glaubte, aus dem Meeresgrund« lägen. Tie Angelegeiibert wurde der Polizei gemeldet, die ratlos war. bis eine Bank m Marseille auch in«hren Kassen einige der vertttwundeiie» Noten iand. Nun wusste man bald, wer ne ausgegeben haue, und bald darauf verbafieie die Polizei einen Anlomobitbä ndler nam- nS Jules C a r r a ii y. Die Uniet« illchnng ergab, dass er im Besitze von 700 000 Fr. in vollständig neuen Noien war. deren Nummern mit denen der auf der „Asrigne" verschifften übereinstimmten Carroffq bewahrt un» erichülleriicheS Schweigen über die Art, wie er zu dem Geld ge- koinnien ist. Die Polizei glaubt, dass man hier vor der Anideckung eines iensutiom'lleil Verbrechens nebt. So viel ist jedenialls beute schon sicher, dass mindestens eine Million von der Geld- 'endluia der„Asrique" aeftoblen woiden ist. Wie aber der Berlaui des Dramas selbst gewesen ist. da» sich ans dem Damvier abgeivielt bat.— vielleicht gerade in dem Augenblick, in dem alle um ihr Leben länipf:en— und wie fich der Verbrecher mit dem schweren Stohltaste» retten konnte, in dem die Million verwahrt wurde— das bleibt noch aufzuklären. Gemeinsam aus dem Lebe» geschieden. Ein im Walde bei Erfurt aufgefundenes Paar wurde als der 27 Jahre alte Lehrer Picht aus Niederhone und«eine 28jährige Braut, Berta Butt» l e r, festgestellt, PichO hat erst seine Braut mit ihrem Einver- ständnis und dann sich selbst erschossen. Ter Wettbewerb um das Hligicncmuseum in Dresden, an dem sich 192 denische Architekten mit umfangreichen Entwürfen beteiligt haben, ist vom Preisge'-ichl unter dem Vorsitz des Staats- Ministers Koch entschieden worden. Das Preisgericht hat den ersten Preis in Höh« von 35 000 M. dem Professor Hermann Luchert an der Technischen Hochschule in München zuerkannt, den zweiten Preis von 25 000 M den Architekten Karl B ö t t i n- g e r und Josef Scheer'e in Berlin-Lichterfelde. den dritten Preis von 15 000 M. dem Arch leklen Veter Jürgensen in Charlottenburg(Mitarbeiter Archi'ckt Röhlk und C. Pönitz): den vierten Preis von 10 000 M. dem Stadtarchitekten Max Bo geler in Weimar, den fünften, sechsten und siebenten Preis von je 5000 M. dem Architekten W'Ihelm Kampfer in Köln-Ehrenfeld, dem Architekten Heinrich Nansen in Kiel und dem RegicrungS- baumeister Hertwig in Aschaffenburg. Verurteilter Giftmörder. Der Landwirt Philipp Marschall au« Grotz-Winternbeim(KreiS Bingen) wurde vom Schwurgericht de» Landgerichts der Provinz Rheinhessen rn Mainz wegen Giftmordes, begangen an seiner Ehefrau, zum Tode verurteilt. Da» Ende eineS EifennchtSdramaS. Da» pfälzisch« Schwurgericht in Zweibrücken verurteilte den Heizer Juliu« Bnri, der am 28. September feine Geliebte aus Enersucku dmch M-fferstiche töiete, unter Zubilligung mildernder Unistände zu drei Jahren Gefängnis._ Sriefkasten der Redaktion. H. S. 10. Fragen Sie beim Volksbund kür Kriegergräber, Cbar- solle, bürg, Köni isweq 30. an.— O. F. 34 und andere. Die Nohn- I»uben sollen an der Afrikanischen Strastc in der Fungsernbeidc e: baut weiden und zwar mit 460 Ouadratmeier Garten. Wer dort bineinzicben wird, kann noch nicht angegeben werdcn. Die Fraze der Verteilung auZ öffentlichen M l ein erbauter Wohnungen ist ein d ö ch st wunder Punkt. Wahrscheinlich gehl es in der Reibenlosge der sich zusällig Meldenden. Hier tollte vor allem ein gerechtes System gesunden werden. Wenden Sie fich an das Kleingarten- und Siedlungsamt im Rathaus. - P. B. 42. Bis 31. 3. 20. E> beben Sie Einspruch.— G. V. 70. Unterschlagung liegt nickt vo:. Aus Herausgabe können sie nur Klage er- beben, wenn Sie sich das Eigentum an der Gelge vorbehatten haben. Klagen Sie Jbre Forderung ein und lassen Sie nach Erlgtz des Urteils den HerauSgabeanivruch JbreS Schuldners gegen den Gastwirt pfänden.— H. W. 100. Rur bis zu einem Jabreseinkonimen von 2000 M.— K. W. 40. 1. Kann nicht mehr sestgestellt werdcn. 2. und 3. Sie sind zur Anleitung von Lebrlingen bejuat. 4. Sosern der Lehrherr e uer Innung angehört, ist dieser eine Absch'ist deS Lehrvertiages auszuhändigen.— M. 77 Die Hausbaltungsgegenständ« gebören dem Ehe- mann, die übrigen Sachen gehören zum Nachlaß. Das Erbteil des Ehe- manncs beträgt>/., die andere Hälsle stebl den Geschwistern zu. salls die Etteln bereits tat sind.— N. M. 26. 3. 1896. Die Frist laust am 30. 9. 20 ad. Abgabesrei sind 5000 M.. bei Ebeleulen 10 C00 M. Bei zwei und mebr Kindern, außerdem für da» zweite und jedes weitere Kind je 5000 M.— E. W. 100. Nein. Kommen Sie in unsere juristi>che Svrech- stunde.— 31. I. Sie haben nur einen Anspruch aus Jnvilchenrente.— L. 74. 1. Erziebungsheim in Kleinbeeren. 2. Waiienamt Berlin, Alte Jalobstratze 33.— G. 83. Sie müssen fich an unsere Preffe der in Frage kommenden Orte wenden.— X. J). Z. 4. Ja. L. Zu spät. WetteranSlichken für da« mittlere Rorddeutfckiland bis Freitag mittag. Im Süden ansang» noch ltärler bewölkl, aber ohne er« beblichc Niederschlüge, dann auskiaiend bei gelindem Frost. Im Norden viel- fach deiter und ziemlich strenger Frost, bei frischen önlichen Winden. Beglaubigte Abschrift. 147. S. 700. 19 24. In der Privatklagesache be» Leutnant» Sari vlewea tn Dertin-Westenb, Bersorgungstazarett Thllrlngrr Allee. Pr>vatklSg»r» gegen den Redakteur Paul vaecker tn Berlin, Dessauer Straße 6/7, Angenagten wegen Belelbiguiig, hat da» Schöffengericht Berlin- Mstte, Abteilung 147, in Berlin am 2. November 1920 iür Recht ntanm: Der AngrNagt- wird wegen öffentlicher Beleidigung in drei Millen zu einer Deldftrase von dreihundert Marl veruiteilt, an deren Stelle im Richtdeitreibungssalle sllr je 10 M ein Tag Hast tritt. Er bat die Kosten de» Bersahren» zu tragen. Die zur Antlage stehenden Exemplare der„Deutschen TageszeUung' sowie die zu ihrer Herstellung bestimmten Platten und Formen find unbrauchbar zu macheu Dem PrivatNöger wird die Besugni» zugesprochen, den erteniendcr, Teil de» Urleil» einmal innerhalb eine» Monat» nach Rechlikrast in der„Deutschen TageszeUung' und im„Bar- wärt»" auf Kosten des Ange sagten belannt zu machen. Die Richngteit der Ädschrist der Urteilvarinel wird be- glaudigt und die Boll.reckdarleit de« Urteils bescheinigt. Berlin, 13. Rooember 1920. »erichtvschreider des Amtsgericht». Abteilung U7. Moderne und doch MffltM sowie Einzelmöbel bei Kramer& Küster Möbelhaus ersten Ranges BERLIN N, Gartenstr. � M5 an Qartenplatz ■od Stettlner Tonael ■—- O, II, v ?es jfi m "ÄX!.a�u�'S« Cutaway-lnzag mit neörclftni Hsfr» nur 1400,—. ein elegant. Straße nanzug, »rigzual euglifch, zum Au». Nl»!-», mollig weich, spoii. suchen, 12g 7liin f t-öi-inn!»eiSmctalll «zllUl I 8I-.I! kilr Spermi adr. Xupterl diassinz! bilckel! Aluminium! 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Ein Maskenball. __ 7 Uhr._ Schanspielhans. Richard III. 7 Uhr. Deutsches Theater. Üonnersias/: Don Carlos. Freitag ilßir Der Arxt am Schefdewes* O Karamerspiele. Do Frühlims Erwachen. Freitag 7 Er ist an allem schuld. Der Spieler. Der ileiratsantrag. Gr. Schanspielhans (KarlstiaBel Do.: Jedermann(22.AbL.2 Ab.) Frt. Jedermann i2JA,Z.Ab.) JJ' W. Theater I. d. KOnlggrätzerStrafie Vi8 uhr Rausch (Kitty Aschenbach, Abel, Kiemann, Richard, Veidtkirch, Dernnurg. Römer.) Freitag: Frau Margit. (Kitty AscnenDacn, Hanau. Riemann, Richard. Menje».) Sonnabend: Rausch. KomOdienhans '/jS: Die Sache mit Lola mit Max Pallenberg. oseflne Dora a-O, Ottrud agner, Picha, Haskel, St eda Kiper.) Berliner Theater Allabendlich 7 Uhr: Die spanische Nachtigall mit FritziMassary Erik Wirl, H. Wassmann, Emmy Sturm. Ralph Artur Roberts, Olga Engl._ Residenz-Theater. Heute nachm. 4 U. kl. Preise: Schneewittclieu. Täglich l'/i Uhr: Ij«dy Wlndcrmopc« Fächer Sonnabend 4, kleine Preise: Aachen brttdcL_ Trianon-Theater. Heute nachm. 4 U.. kl Peise: Max und Morlti. Täglich V/t Uhr: Kammermusik. Carl Clewing, BugenBurg, Olga Limburg, H. Albers. bo m nanend 4 U., s leine Preise: Hänuel and Gretel. Rose-Theater Jh'r Der Erbförster. Casino-Theater Lothringer Str. 37.— Tgl.'/JS Der neue Schlager: Der FehltFilt einer Fran. Volksstuck in 4 Bildern. Vorher: Thealerliebe. Operetf-Sketsch m. V. Litzek Sonnabend 31/, Cousin Emil. Reielistiaii.-Ibeater Abenb» 7'/, unb [iSoautag Stm.3 SteNiner Sänger. Nm. Halb« Preis» Varlele- »irboff.ftretll.Tlni Sb,. So 3 Volksbühne Theatei am ölilovvlaix 7 vbr- Kahaien.Eiehe Uzzieg-Tiieslsl. Direktion Victoi Barnowsky. V/, uhr: Flamme. (Dorsch. Hau mann, Pröckl.) Götz Freitag 7'/,: Amphltry«. Sonnabend V/t: Flamme. Dentsehes Künstler-Theater Allabendlich?>/, Uhr: DieScheidungsreise mit Max Adalbert und Trade Hesterberg. Sonnabends, zum I.Male: Fitzllfltz. der Hlntmeljnschneldcr. Central-Theater v/,: Frau Bärbel(Operette) Oeataehea Wpemhanw iv.: fiänsel n. Grete! Frleitr.-Wtlbelmat.Tli. f/,u.: Hobelt die Tänzerin. Kleinen Theater. p,, u.: Griselda. Kl. Srliauaplellaann. v� uhr; Ehelei. Kosnlwelx Oper 7V. Uhr: Hebe llü Mll. LnataplelliatiH "(i Uhr: Arnold Rleck In Die schwebende Jungfrau lletrnpoi-Thearer. u. Hoiiandweibchen Aeuca OperertenhaiiM vi, u.: Die Csikösbaroness Keuea Vnlkatheuter t«. uhr PeriklesvonTyrns. Schlller-Theat. Chnrl, 7v. u.: Der Biberpelz Thalia-Theater I Gastspiel Hansl Niese n, u.: fioischalierln Leni. Th.am\olleiidorrplntr. 31/« Uhr: Emllia Galotti. / uhr: Wenn Liebe erwacht Theater«tea Wentena C/fDererstenLiebegold.Zeil Sbd. Z»/,: Schncew. u. Hosenrot Ttaal.d. Kommandant enstr. 7«/.u.: Der ierjlingt.Adolar Wallner-Theater C? Der Geiger von Lugano. Walhalla- Theater Tv.u. Rastelbinder. [KOWHll FROHER HERRNFELD-THEATER g -■ o Tägl.T�U.: Berlins größter Lacherfolg y« um W ds w DetveriflniteAdoliif MUSIK VON WALTER ROLLO Alice Hechy Ferry Sikla N 0 tt Gültig für 1 bis• Personen.■ Orch.-Fauteuil. 1 44 aq Ii Park. 6./7. Reihe. 5.50 Rang-Fauteuil. i' II Rang......... 4.50 Park.-Fauteuil.. 8.00|(inkl. Steuer) er ►1 .Die Sache mit Cola", der dreiaktige Schwank von Bernauer und Schanzer, erreicht am kommenden Sonntag im Komödien Haus die 50. Aufführung. Hauptdarsteller: Max Pakten- b«rg, Zosefine Dora, Ortrub Wagner, Hermann Picha, Leonhard Haskel, Heinz Stieda und Herbert Kiper. „Die spanische Nachtigall", die neue Operette fou Leo Fall, gelangt im Ber» liner Theater am kommenden Montag zum 25. Male zur Aufführung. Hauptdarsteller: Fritzi Massary, Erik Wirl, Hgns Waß- mann, Julius Brandt, Ralph Artur Roberts, Emmy Sturm, Olga Engl. Klaylcrncwaei Aotcnatilndep Runehtiuchc \Uhtl«eli<> Frisier tolietten und andere Klelnmöbel In großer Auswahl zu sehr billigen Preisen. Kluge Charlottcnburjc Wilmersdorier Straße 19. Marmor-Wasciitische für kaltes und warmes Wasser sind Um Besichtigung bitten NEVEN& Co. BERLIN C 19 Untergrundbahnhoi i Splttelmarkt-( itdmirals?aiast 7Vz Die roten Schuhe. 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Annahme oder Ablehnung der gemachten Lohnerhöhung. 3. Berfchiedene«. Ohne Mftgliebsbuch kein Zutritt. -,'-..'lr.« ji--- Wollen Sie einen Teppich kaufen? Gehen Sie in das seit 50 Jahren bestehende Teppichhaus Brünn Hackescher Markt 4 am Bahnhof Börse Achtung! Arbeitslose? Achtung! Grosse ÄnswaW An der»ctDabl darf kein Mitglied ohne Borzeigung de» Miigliedsbuches telmehmen! Um sedem Arbeitslosen Gelegen. heit zu geben, an der Urwahl teilnehmen zu lännen. ttiüss: tU,~- an der Urwahl teilnehmen zu tännen. müssen nollegen. deren Zahlwach« am 18. Dezember endet- Ihr Buch am 13. Dezember ab- neben und erhalten „ 16. Dezember ihre Untrrstüping. Kollegen, deren Achtung! Händler! Achtung! , 19. und 20. Dezember endet, geben ihr Buch . 16. Dezember ad und erdalten , 17. Dezember ihre Unterstühuag. tMF" Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Aus Beschluß der Generalversammlung mül Bersammlungen, die zur Politik unserer Dnverki nehmen, olle Richtungen zu Worte kommen. ___ vi» OrfBoecioalfnng. in allen Stellung Kupfer Messing, Zinn nsw. Ouecksliber. Mngeliisse, Platin-, Gold-, Mlierdme!?. weit über Tagespreis Brunnensir. 11 Beusselstr. 29 Feoustr. 48 Weidenveg 72. Prlma Makkosenkel, lOO cm, liefert von 89 Pf. pro Paar an. Schnhercme, Marke„Earol«, tleine Dose 75 Ps. große Dose. 71/14. I M. Leo Eden stein, Reue Schönhauser Str. it. Televhon: Norden 102 76. 118,6 Monteur, tüchtig und selbständig, für Entstandungs-Anlagen sofort gesucht. 58 18 Paul Brandt. Skallher Str. 100. Tel.: Morsstplah 14 835. 8!eliensngedole Itolsm, HändlBr kür gangbaren Artikel gesucht gpid)crnftt.20,I. Eine öinSerin j für Blumen und Phantafies verlangt so fori Äopte Münzep,3��"' Pensionierter Beamter für leichte Regiftratnrarbelte» für dl' Zeit vormittag» von 8—11 Uhr von hiesiger Attien- gesellschaft gesucht. 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Dir hiesige Stelle de» Mims fit ßvWm fMaglffratsmitglied) soll neu deseht werden. Die Wahl erfolgt nach den Bestimmungen der Slädteoidming»om 30. Ma« 1858 auf 12 Zadre. Bewerber müssen abgeschlossene Hochschulbildung besihen und sich in veranttvorllicher Stelluna dewähtt haben. Neben der Beherrschung de» Hochbau» nach der ftinsllettschen wie nach der wirtschaftlichen Seite wird insbesondere auf Be- Währung im Siädtebmi und Siediunaswesen Wert gelegt Sehalt nach Gruppe 13 der Besoldunasordnung ftir die Beamten der Stadt Stettin vom 20. Juli 1920 0 3 200- 21 000 M.), Ortsznfchlag zurzeit Klaffe ft, Kmderbeihilsm und Anegieichs- Zuschlag nach den staatlichen Bestimmunaen Beginn de- Besoldungsdienltaitere m-t Ablauf de» sechsten Jahre» nach der Dpiom-Ingeni- ur.Prüiuna, After», und Hinterdliebenenversorgung nach ortsüawtarischen Borschriiten. Meldungen nebst Lebenslauf. Zeugniffen und Belegen über bisherige Leistungen bis>nm 20. Dezember d. 3 an da» Stndwerordueteuhurean im hiesigen Bathaus«. Perstn» liche Borstellung nur nach Aufforderung. Stettin, den 28. November 1920. 114,15- Der Siadtverordnetenborsteher. Ahrens. Für einen«rahhetrie' der Banbronch«(Hoch, im» Tiesdan) auf genossenschaftlicher Bast« wird eine durchau» erst« Kraft al» 154/17 Technischer Geschästsleiter und vorftandsmllglied gesucht. E» kommen nur erste Fochleute in Frage, die neben um» saftendem iachmännischen Wissen stder weitgehende versiinlich« Berbindnngen mit den öttlichen Behörden und»eschäftskreisen oersügen und in der Lage sind,, den Betried hier entsprechend X"sentattv zu vertreten, außerdem die Soziali sierings» düngen der Bauarbeiterschaft kennen und ihr Interesse entgegendtingen. Die Stellung ist vollkommen selbständig und wird ent» sprechend dez hit. Bewerbungen mit Angaben von Referenzen und Zeugniffen nedft ausslihrlicher, Ichr ftlicher Stellungnahme zu den Sozial!. fierungsdestrebunoen der deuischen Bauardeiterscha't sind zu rchien-Au den Aasstchtsrat der Gemewnützfoen Bau. und 1 Betriedsaenoffrnschoft sät Srvß.Beriin, cinnnr. Gen» I schast mit deschr. Hast». Berlin iW 48, Fried ich str ®st rechte Wahl eine» WeihnachiageschenkeS für den einen oder anderen öfner Lieben verursacht Ihnen manchmal Kopizerbrechen. Ei» Geschenk soll hübsch sein und Freude machen und dabei auch möglichst nützlich sew, Wenn der zu Beschenkend« Augengläser benötigt, s» überlassen Sie nnS die Sorge dafür. Sie brauchen sich nicht den Kopf zu zerbrechen über die Nummer Ihrer Gläser oder ob Sie einen Kneiser, eine Brille oder eine Loigneil« wählen sollen, Sie kaufen einfach bei uns einen Gulfchcin über den Betrag, dm Et« aufwenden wollen. 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Thanfteest». 72 nahe Müllerstraß« OJtonttacter All«» 14 nahe Tieg NW 1*?- w Ecke Dorotheenftr. enr S-lle-Alliunceftr. 4 VV nahe Zandorf CO Orunienstr. 44 vbW zwischen Morih- und Oranienplatz Spaabun: Breite Str. 18, nahe MarS ChaelaneuSucfl: Tanenßienstr. 16 Eck« Marburg er Straß« Z-achtmst Haler Str. 3 nahe Bahnhos Zoo ZteutOlln: Bergstr. 4, Ecke Ziethenstraße Zriedenan: Rhein str. 18, Ecke Kirchstraß, SchOneberg: Han-tstr. 2t, Ecke Alazienstr. Wilmersdorf: Berliner Str. 132 133 nahe Uhlandstraße �"W. ää I T Z I Q ää Füchse in allen Farben und Pellarten lr elz waren» SS-» FeHart�n im ttaua« am Fast. Umarbeitung, Reparatur in elsener Werkstatt Die neue Konferenz in Srüffel. Berlin, 8. Dezmber.«Amtlich.� Tos Rcichßkabinrtt hat sich heute mit de» vorarbeiten für die Brüsseler Sachvcr- stäadigentonferenz beschäftigt und dabei die Boraussevun. gen erörtert, unter denen die Entsendung von deutschen Tachver- ständigen ersolgen würde. Eine der wesentlichsten Boraus- sebungen für die Annahme der Einladung würde die sein, das» die Verhandlungen der Sachverständigen in Brüssel nur alS B o r a r b e i t für die in Aussicht gestellte Konfrcnz bevollmächtigter N'girrungsvertrcter in G e n f zu gelten haben würde. In diesem Sinne ist die Einladung nach Brüssel beantwortet worden. AlS sachverständige Delegierte der deutschen Regierung bei den Verhandlungen in Brüssel sind Staatssekretär Bergmann und Karl Friedrich von Siemens bestimmt worden. Die Reichs» regirrung hat weiter an folgende Persiinlichkeite» die Aufforderung ergehen lassen, sich zur Beratung der Delegierten für die Dauer der Lonferenz nach- Brüssel zu begaben: Generaldirektor Eun», Generaldirektor Bocgler, Reichsbankpräsident Havcnstein, Dr. Earl Melchior, Direktor von Stauh, bayerische Startsrat von MMnel, Geheimer Oberrcgierungsrat von Flotow, Prof. Bonn so» wie einen Vertreter dcS Allgemeinen GewcrkschaftsbundcS. Neue Schwierigkeiten in Genf. Kanada und Zlnstralien gegen Europa. In der Vollsitzung wurde der Bericht der Kommission über OrganisationSfragcn entgegengenommen. Bericht. erstatter war Hanotaux(Frankreich). Er beantragte im Namen der Kommission eine Rcsolut'on, in der festgestellt wird, dah die in Bildung begriffene technische Organisa. ion dcS Völkerbundes ein solches Maß von Selbständigkeit und Beweglichkeit haben müsse, daß die Mitglieder des Völkerbundes ein praktisches Interesse daran hätten, die Organisation zu wünschen. N chtsoesto- weniger müsse die Organisation der Kontrolle der verantwortlichen Organe der Zentralleitung des Völkerbundes unter- stellt sein. Di« Resolution verlangt weiterhin, daß der Rat des Völkerbundes sie Befugnisse erhalte, vor der Mitteilung der Be- schlüss« der technischen Organisationen an die ein- zelnen Siaaten sein Kontrollrecht auszuüben, soweit solches nötig sei. Nansen(Dänemark) empfahl, man solle sich für die technischen Organisatronssraycn auch die Mitarbeit von Richtmitgliedern des Völkerbunds sichern. Nowrll(Kanada) übte eine außerordentlich scharfe Kritik an den Vorschlägen. Er sagte u. a., die vorgeschlagenen Einrichtungen würden einen enormen Apparat und fortwährende Konferenzen bedingen und die Arbeit der besten Männer in Anspruch nehmen. Kanada brauche seine besten Leute für sich selbst und könne sie nicht jederzett nach Europa schicken, um dort über Fragen zu beschließen, die vor allem für Europa wichtig, aber für Kanada von geringer Bedeu- t u n g seien. Die Schaffung dieser gewaltigen Organisationen in Europa müsse den europäischen Mitgliedern deS Völkerbundes ein llebergewicht verschaffen, das den Interessen Amerikas nicht entspreche. Nack Ansicht RowellS f't die Völkerbundsversammlung gar nicht befugt, von sich aus diese Organisationen zu errichten, bevor nicht zwischen den Staaten darüber besondere Ab- kommen abgeschlossen seien. Kanada habe während deS Krieges, der eine Folge des politischen Ehrgeize« europäischer Staaten gr- wesc« sei, für Europa gewaltige Opfer gebracht und könne nicht in dieser W»ise fortfahren, de» ouropäischen Interesse» dienst- bar zu sein.'...., �. gmnotanx, Berichterstatter der Kommission, wandle sich in sehr erregte» Ausführungen gegen Rowell, der Gelegenheit gehabt habe, die kanadische Auffassung in der Kommission zum Aufdruck zu bringen und dort die nötigen Anträge zu stellen. Kanada hätte seine Opposition nicht jetzt, wo es sich bloß um d'.e Anwendung der. Bestimmungen des Paktes handle, sondern bei dessen Fest- s e tz u n g vorbringen müssen.(Beiiall.) Millen(Australien) unterstützte die Ausführungen RowellS. Di« kanadische Delegation habe durchaus das Recht, in der Versammlung, die sich mit der Ausführung des Pakte« zu befassen habe, die Vorschläge der Kommission zu kritisieren und erperimenttlle Beeinflussung deS Geschlechts mancher Tierarten an. d»e in der fachwissenschafrlichen Welr mit Aufmerksamkeit ver- folgt und auch in der weiteren Oeffentlichkeit bekannt wurden. Jetzt ist ib« von dem Vorsitzenden des AufsicktsratS der Aktiengeselkschaft Zoologischer Garten, einem früheren Major, die Fortsetzung dieser Studien verboten worden, da sie„unanständig" seien und den Ruf des Gartens schädigen könnten. Glücklicherweise stebt in den Satzun- gen der Gesellschaft, daß der Garten auch wissenschaftlichen Bestre. bungen dienen soll, so daß eS hoffentlich nicht schwer fällt, d� Freiheit der Forschung auch an dieser Stätte zu sichern. Den An- standSmajor de? Dresdener Zoo aber wollen wir allen Witzblättern zur geneigten Verwendung anheimgeben. Fränze Rvloff l-S im graphischen Kabinett aus Else LaSker-Schülers Gedichten. Diese Dichterin ist Jüdin. � Ek- statische, fraulich-zarte. Im Nationalen stvlz, im Ekstatischen sanft, im Fraulichen zierlich(auch geziert zuweilen). Die Bindung von Inbrunst und fragender, spielender Erorik erwärmt, sofern sie nicht ablenkt. Die Ekstase ist für Fränze Rolofs Schwester, intime Ge- fährtin sämtlicher seelischen Regungen; aber auch: Erregtheiten. Sie betont die Güte und da? Seimen um der bildhaften Perschmen- düng willen, die die LaSker-Schülcr, ganz Weib, irgendwie zerstreut sein läßt. WaS bei'der Dichterin organisch verweht, vermittelt Fränze Rolofs scharf konzentriert; boi voller Bloßlegung des Herzen? doch mir Nerven- Besinnung. So meistert sie das Kraft- volle, indem sie es durch Jniensität vor Ueberhitzung bewahrt; der beruhrgte südliche Wind, der einzelnen dieser Gedichte Gesicht wird, verfing sich mitunter zu betont im gleitenden Flüstern. hso. Klerikale Intoleranz. Bei der Aufführung von Heinrich Lauter.sacks„PsarrHauSkomöd'e" im Doutschen Theater zu Han- nover kam es zu derartig tumultuarischen Szenen, daß die Auf- führnng abgebrochen werden mußte Danach bildet« sich ein De- monstrationszug der Gegner des Stückes. Wegen dieser Unruhen hat der Polizeipräsident die weiteren Ausführungen de» Stückes vorläufig verboten._ lbeater. Kowödlrnhan» wird der Schwank.Die Sache mit Lola" am kommenden Tonntag zum 60. Male mit Pallenbeig tn der Hauptrolle ausgesöhrt. Für die notleidenden Kinder Berlins veranstalten Emil Tlchirch. Ella iianaS-Ttockbauicn, Kyttbaid Schierfe und Wilbelm Scholz am N. Dezember. nachmittag« 4 Uhr. im Beethoveniaal eine Beelhoventeler, Zum Vortrag gelangen u. a. Die Mondschein- Tonatc und Lieder von Beethove». Gegen die Schundliieratnr. Der Verband der weiblichen fiandelS- und Vureauange st eilten veranstaltet vom IS. bi» !> Dezember lEonntag« von II— t. wochentags von 2—'/� Uhi) eine jedeirnann zugängliche VcibnnchlSauSlletlung guter, preiswerter Lücher und Bilder in seinem Leirtaal Eövenxfer Str. 74, 2. eof III. Urbrrtonfcssianelle Borträge werden am 12. Dezember, vormittags 11'/, Ubr, in den Räumen der Ridgely-Loge. Wilbelmllr. 118(Nähe An- da ter Badnbot. von rfnina Paul. Otto tdettner, Augu» Gaul, v. d. Kern, Fielitz, H. Bachmann. lSertrud Bolani gegolten. lieber da« System der willenkchnfilichen chandlchriftriidentung Weich i der tlaapboloo« Dr.Krenm Sinne der Verständigung und machte den Vorschlag, daß die Borschläge vorläufig nur für die Dauer eine? Jahres gelten sollen Da Eunha sBrasilicn) trat für folgende Lösung ein: die in Frage stehende internationale Konserenz für Transitfragen usw. varläufig abzu- halten und erst später dir endgültigen Organisationen zu be- schließen. Hanotaux erklärte sich namens der Kommission damit ein- verstanden, daß gemäß der Anregung CecilS die ganze Ange- legenheit nochmals an die Kommission zurückgeht, um eine Eini- gung-sormcl zu finden. Präsident HymanS schloß die Sitzung mit der Aufforderung an die Kommission, sich bis morgen mit Rowell. da Cunha und Cecil ins Einvernehmen zu setzrn und der Versammlung e:nen allen genehmen Vorschlag vorzulegen. HeifjeS Eisen. Die 5. Kommission behandelte die Aufnahme in den Völkerbund. Tie Aufnabme Luxemburgs wurde ein- stimmig empfohlen, nachdem cin englischer Vertagungsantrag zu- rückgezogen worden war. Große Schwierigkeiten ergaben sich da- gegen bei der Behandlung der Ausnahmegesuche der russischen Randstaatcn. Lord Cecil sprach sich für die Aufnahme der baltischen Staaten aus, allerdings mit der wichtigen Einschränkung, daß der Art. 10 deS Völkerbundsstatuts(Garantie für den terri- torialen Besitzstand) aus diese Staaten nicht angewendet werden dürfe. Sckuocden, Holland, Tschechoslowakei und Kanada wandten sich dagegen, wobei Rowell-Kanada betonte, daß diese Frage das ganze russische Problem aufwerfe. Alle Anträge wurden schließlich einer U n t e r k o m m i s s i o n für die baltischen Staaten über- wiesen. Die Aufnabmegcsuch« Armeniens und Georgien? sollen von ihr unter denselben Gesichtspunkten geprüft werden. Zum finnländischen Aufnahmegesuch wurde ein Antrag Fisher (England) angenommen, der besagte, daß durch Finnlands Auf- nähme einer Regelung der AlandSfrage nicht vorgegriffen werden solle. Ausgesetzt wurde auch die Entscheidung über daS Auf- nahmegesuch Albaniens. Sie soll bis zur Klärung der ftaats- rechtlichen Berhältnissr dieses Landes aufgeschoben werden. Für den Ausschub war der italienische Delegierte Pagliaro, während Lord Robert Cecil betonte, daß Albanien aufgenommen werden müßt«, da eS alle charakteristischen Merkmal« einer konstitutionellen Nation aufweise. Für die Verschiebung der Er- ledigung de? Gesuche? stimmten 13, dagegen 8 Delegierte. Blockadekragen. Genf, 8. Dezember kTU.) Die Sitzung der ö. Kommission. welche gestern mittag d'« Frag« d«r Zwangsmaßnahmen der Völkerbundsblockade behandelte, zeigt« deutlich die Idee einer internationalen Bereitschaft gegen Friedensbrecher, die von einer Verwirklichung noch entfernt ist. Wiewohl sich die Kom. Mission schließlich auf den Borschlag der Unrerkommisfion einigte. welcher jedoch, selbst nur alz Provisorium und Notbehelf gedacht ist. konnte �ln der Blockadefrag« keine Einigung erzielt werden. Nach wie vor bleibt ir>S Dunkel gehüllt, wer gemäß Artikel 80 der Statuten enrscheiddn soll, wann der Blockadefall eingetreten ist. Eine Reihe weiterer Fragen liegen ebenfalls im Dunkeln, so daß der offenen Behandlung mit größter Sorgsalt aus dem Wege ge- gangen wird, weil jedermann fühlt, daß eine öffentliche Besprechung einer Bankerotterklärung der Institution gleichkomme. die ofterreichiftbe Sackgasse. Keine Mehrheit für den Bundespräsidenten. Wie», 8. Dezember.(T. U.) Zur heutigen Wahl des Bundespräsidenten hatten stch alle Abgeordneten und Bundesräte vollzählig eingesunden. Be» dem ersten Wahlgange wurden 217 Stimmzettel abgegeben, wovon zwei leer waren- 101 Stimmen entfielen auf den Kandidaten der Christlich-Sozialen. Dr. K i e n b ö ck. 85 Stimmen auf den Kandidaten der Sozial« demokraten. Seitz, 29 Stimmen auf den Kandidaten der Groß- Deutschen, Dr. D> n g h o f e r. Da keiner der Kandidaten die Mehrheit erlangt harte, wurde ein zweiter Wahlgang vorge- nommen, bei dem Dr. Kienböck 103, Seitz 85 Stimmen und Dr. Dinghofer 29 Stimmen erhielt. Nunmehr wurde ein dritter Wabl- gang vorgenommen, bei dem Dr. Kienböck 102 Siinrmen, Seitz wiederum 85 stimmen und Dr. Dinghofer abermals 29 Stimmen erhielt. Die Sitzung wurde darauf unterbrochen, um den Parreien Gelegenheit zu einer Beratung über erneu Kompromißlandidaten zu geben. Di« Sitzung umrde am Äbend 6 Uhr wieder ausgenommen. Aber auch der vierte Wahlgang bracht« noch kein Resultat, die Sitzung wurde vielmehr unterbrochen, um den Parteien noch- mal? Gelegenheit zur Beratung zu geben. Dabei tauchte der Plan auf, den Gutsbesitzer und Nauonalökonomen. Schriftsteller Michael Hainisch, den Sohn der Frauenrechtlerin Marianne Hainisch, als Kandidaten in Porschlag zu bringen. E? konnte je- doch eine Einigung darüber noch nicht erzielt werden. Di« Sitzung wurde schließlich bis heute nachmittag 4 Uhr unterbrochen, und erst dann dürfte ei zur Wahl des Bundespräsidenten kommen Neuorientierung öer 3.£.p. Die Kommission, die die Jndependenl Labour Party in land vor einiger Zeit zur Revision ihre« Programm? eintetzte, hat einen Mehrheit?- und einen Minderheitsentwurf ver- össenilicht, die Anlaß zu lebbaften Auseinandersetzungen geben. Weitgehende Uebereinstimmung ist über zwei Punkte erzielt, die bisher s-barf umstritten waren: die Frage der Industrie- Kontrolle und der Methode. Ueber erster« sagen b«»de Ent- würfe gleichlautend, daß die innere Verwaltung jeder Industrie in den Händen der in ihr beschäftigten Kopf- und Handarbeiter, in Verbindung mit der Vertretung der organisierten Verbraucher liegen müsse. Beide fordern die Schaffung lokaler und zentraler VertretungSkörperfchaften der Produzent/n und Konsu- m e n t e n, um die gesamte nationale Produktion und Verteilung zu regeln. Zur Frage der Methode beißt es im Mehrheitsentwurf. .daß«s bei besonderen Anläffen notwendig werden könne. außerparlamentarische Mittel wie die direkte Altion anzuwenden'. Im Min d e r h e« t S e n t w u r f: ,eS ist m ö g l i ch, daß die Arbeiterichaft gezwungen wird, zur Erreichung ihrer Ziele außerparlamentarische Mittel wie direkte Aktion oder Revolution anzuwenden/ Beide fordern aber gleich« s zeitig, daß die Partei, soweit e« von ihr abhängt, organische. friedliche Entwicklung anstrebt. Ein Haupt differenzpunkl»st die Stellung ,um Pailameut. Die M e h r b e» t will ihm leine heutige überragende Stellung b e- lassen. Die Minderheit legt sich für die zu fiii'üge soziali st iiche Regierung nicht io benimmi aus die Deimge Form de« Parlamentarismus fest. Sie tagt, daß die Geiamcheit der Staatsbürger die Machi durch.lokale und nationale Ver- tretungSlörpcrichafien' ausüben toll, die mögtichil engen Konlalr zwi'chen Wählern und Kewäblien sicherstellen. Der nächste P.i,«e>lag der J.LP wird zeigen, ob eS gelinat, diese GegrnsSye zu überbrücken, oder ob sie— wie die driiifchen Unabhängigen— große Terle nach rech'S und nach linls verliert. Kein Streik in Spanien. Madrid, 7. Dezember Die in den l-vren Tagen von Syndi- lalisten und Kommumsten gemachien Ver nche, einen General- streit in ganz Spanien zu inszenieren, sind als gescheitert zu betrachten. In Madrd ist die Absicht des Generalstieils ge« 'ch eitert, weil die Sozialisten den Sireik nicht wollten. Der Miiristeirat hat beschlossen, den Gcneratstreik überall auf da? t'chäi fste zu bekämpfen. Das englisch-russsche �anöelsabkommen. London, 8. Dezemder. Wie die Blätter melden, hat die russische Räterrgirrnng in London mitgeteilt, daß die hauptsächlichsten Bestimmungen deS e n g I i s ch. r u, s ii ch c n HandelSadkoniairnSentwurfrS für sie annehmbar seien. Sie ersncht zedoch darum, daß in einer neuen Konferenz zwischen englischen und msfiichen Drlegicricri ü er gcrvissr Einzel- heilen driarc» wird, devor man zur endgültigen R a» i f i z i r r u n g de? Abkommens übergeht. Sowjetrepublik Eriwan. Der Kriegsminister von Armenien hat die Diktatur proklamiert und zieht sich nach Eriwan zu- rück, wo die Sowjetrepublik ausgerufen worden ist. Zusammenschluß der zentralamerikanifchen Staaten. In Saint Jose in C o st a r i c a wurde em Kongreß der Vertreter der zentralamerikanischen Staaten eröffnet, der da? Pro- gramm zu einer Vereinigung der zentralamerikanischen Republiken ausarbeiten still. �Es handelt sich um den Zusammenschluß von Guatemala, San Salvador, Honduras, Costarica zu einem zentral- amerikanischen Verbände. Zur Regierungsbildung in Sachsen. Wie die sächsischen Mor genblätter melden, hat der AeltestenauSschutz des Landtages be- schlaffen, in der DonnerStagsitzun« vormittags die Wahl deS M(- nisterpräsidente» vorzuiehmen und im Anschluß daran d>e Vereidigung deS neugewählien Ministerpräsidenten staitfin- den zu lassen. Am Dienstag nächster Woche soll dieser dem Land- tag die neu« Regierung vorstellen. Wirtschaft Der Sarotti�tampf. Di« Aktienmehrheit der Schokoladenfabrik dürfte bereits in schwedischen Händen lein. Gestern sollte di« Generalver- sammlung stattfinden, in der auch fünf AufsichiSratSmitglieder neu zu wählen waren. Im letzten Augenblick wurde die Versammlung abgesagt, da die S ch w e d e n beim Gericht eine einstweilige Ver- fügung gegen die zum Schutz ror der Ueberfremdung ausgegebecken Vorzugsaktien mit doppeltem Stimmrechr her- ausgebracht hatten. Die llfberftcmdunstsgcfahr nimmt geradezu bedrohliche Formen an Selbstversorger. Di« O S r a m G. m. k». H., die bekanntlich den deutschen Glühlampentrust darstellt, hat sich mit der Vereinigte Laufitzer Glaswerke A.-G. verschmolzen. Die Amerikaner in Deutschland. Ford, der bekannte amerikanische Automabilsabrikant, will nach amerikanischen Methoden in Teutschland Pflüge herstellen. Die Motoren sollen von Amerika herübergebracht werden. Mit der Berliner Firma E h r i ch u. G r ä tz soll die Verbindung her- gestellt sein. Goldene Bodenrenten. Im.Salzwedeler Wochenblatt' finden wir folgende Anzeig« von Verpachtungsabschlüssen: Meßdorf, 2. November. Neuverpaidtungen von Acker» land und Wielen für die Zeit vom 1. Oktober 102 l bis 30. Sep- tember 1027 haben in der jüngsten Zeit hier und in Bieicnibal stattgefunden. Die Pachtpr«>se sind gewaltig gestiegen. Für die Ländereien in Meßdorf wurden in der abgelaufenen Pocht« Periode 300 M. gezablt. für die neue Pachizeit für biete Iben Aecker»nd Wiesen 30t1,00 M. Die 12 Morgen Becker in Bielen- tbal. die bisher 185,00 M. Pacht gebracht haben, sind für die nächsten sechs Jab»e für eine jähtlicte P a ch ti» m m e von 2043.00 M. verpachiet worden. Für den Morgen Wteie sind in Meßdorf fast 250,00 M. geboien woide». Der Pachtpreis für den Morgen Land bier schwankt zwiiche» 125.00 und Ü25,tX1 t!I) M. In Biesenibal delief sich daS Höchstgebot für e«nen Morgen Acker auf 405,00 M. Such hier sehen wir. wie die B o d en b e fi tz e r als Monopo« listen die Beldeniwertung völlig ausgeglichen haben. Bezahlen mutz die Zeche der Teil des Volkes, der sein Einkommen, weil er keinen Besitz an Produktionsmitteln hat. aus Renienpapicren zieht. Kein Wunder, daß beute auf dem Lande em Luxus getrieben wird, der unerbört ist und der Antrieb, den Boden wirt- s ch a s t l i ch auszunutzen, völlig geschwunden ist. Milliarden in Papiergeld find gehamstert oder werden verschwendet, aber zur Ab- nahm« deS künstlichen Düngers, der die Produktion steigern könnte, haben die reichen Landwirte kein Geld. Da soll da» arbeitend« Boll diesen Monopolisten gegenüber ruhig bleiben!_ WiedergutwachongSanftrüir. In letzter Zeit ist durch zahlreiche Aufforderungen von verschiedenster Seite zu Offerten für Lieferungen zum Wiederaufbau sowie zu Angaben über die Leistungsfähigkeit /inzelner Werke für dieie Lieferungen weitgebende Beunruhigung in die interessierten Kreit« hineingetragen worden. ES handelt sich dabei regelmäßig nur um PrivaigeschSite von wenig zuverlässigen Stellen, welche unter Ausnutzung der der derzeitigen wirtschaftlichen Stagnation vor allem die Erlangung von Provisionen und Borichsissen neben der Erforichung von GeschäftSgebeimniffen im Auge haben. Man wird den Jntereffemen nur raten können, sich Jntormattonen bei der Verwaltungsstelle des ReichSverbande« der deutschen Industrie in Frankrnr�r. M.. Gutlemstr. 8. oder bei der Rheinischen Zentrale Air Lies«, uncien nach Frankreich und Belgien in Kol«. Fmdrich-Lhlhrlm-SZr. 7, zu Mi- schaff««. OewerMastsbewegung viese Schweinerei muß aufhören! Wir haben in der gestrigen Abendausgabe einen Brief >>es Neukommunisten Schumacher veröfsentlicht, der sich mit den Verhältnissen in Ruhland besclxiftigl und in merkwürdigem Widerspruch zu seinen mündlichen Berichten über seine Ruhlandreise und seine jetzige Stellung zur Dritten Internationale steht. Die„F r e i he i t" veröffentlicht zur gleichen Zeit Stück? aus einem Brief, den Rusch im Mai dieses Jahres an die U.S.P.D.-Zentralvorstände der Gewerkschaften schickte und einen Artikel begleitete, der am 13. Mai in der„Freiheit" veröffentlicht wurde. In diesem sprach sich Rusch f.hr scharf gegen die ,�onkurrenzorganisation der Be- triebsräte" und die syndikalistische Propaganda der Münzstrahe aus. Er beklagt es. dah zur selben Zeit, in der der Metallarbeitcrverband mit den Metallindustriellen über die Schaffung einer für das ganze Reich geltenden Muster- arbeitsordnung in Unterhandlungen steht,„in den Einzel- betrieben nach Anweisung und Auskünften der Betriebsräte- zentrale der Kampf entbrennt, der unbedingt zur Nieder- läge der Kollegenschaft des Betriebes in der gegen- wärtigen Konjunktur führen mutz". In dem schon erwähn- ten Beg'eitschreiben sagt er:„dah der Kampf gegen die Auswüchse des von Täumig und Richard Müller propa- gierten Räbesystems inallenGewerkschaftspressen einsetzen muh.... Auf jeden Fall muh der Versuch gemacht werden, die Selbständigkeit der Betriebsräte- organisation zu beseitigen, damit diese Schweinerei aufhör t." So Rusch im Mai des Jahres 19201 Und heute ist er derjenige, der seine ganze Kraft einsetzt, nicht um diese Schiveinenei zu beenden, sondern sie zu fördern. Ange- sichts dieses Gestnnungsumschwunges hält es wirklich schwer, an die Ehrlichkeit dieser Nemommunisten zu glauben. Man muh den Eindruck gewinnen, dah man es hier mit K o n- s u n k t u r p o l i t i k e r n s ch l i m m st e r Sorte zu tun hat, die ihre Gesinnung wechseln wie ein schmutz'ges Hemd und immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind, o.me Rücksicht daraus, was für Folgen ihre.Handlungen für die Arbeiterschaft haben. Und das nennt sich„Arbeiterführer". Wie lange noch?_ MetaUarbeiter-Setriiebsräte yeoen Moskau. Moniag wurde die bereits einmal vertagte Versammlung der Betriebsräte deS DietollarbeiterverbandeS in den Sophien-Sälen fortgesetzt. Auf Antrag Rusch wurde die Debatte über dre Z u■> sammenfassung der Betriebsräte noch einmal«röft- net. Rusch versuchte nachzuweisen, daß die Gewerkschaften heule eine andere Daktik als frülder einschlagen muffen. Mit dem Verhandeln muh ein Ende gemacht werden. Ziska! wie? die Angriffe RuschS zurück und betonte die Notwendigkeit der 'l u s I lä r u n g der Massen im soziali st ischen G e' it e, i einheitlich und geschloffen groh« Kämpfe führen zu können. Die .enden K.P.D.-Redner überboten sich gegenseitig in der Pro- j . uktion geschnollencr Phrasen. Le u pold empfahl sich a's Vcr- lreter der revolutionären Oberschicht, die die Führung der Kämpfe, in die Hand nehmen mutz. M a l z a h n forderte, wie Rusch, zur ,T a t auf und R. Müller lieh auf der Bühne zum soundso- vielen Male die Morgenröte der neuen Zeit aufgehen. Genoffe Krüger wies an Hand von Beispielen nach, daß v»n einem Zusammenbruch i�eS KapitaliSmu S noch lange keine Rede sein kann. Er verurteilte scharf die Beschimpfung der Amsterdamer Internationale als„g e l b" und schilderte die „Freiheit" der russischen Arbeiter unter dem bolschewistischen Regime. Zuletzt ergriff D i h m a n n vom Hauptvorstand« das Wort. Es war ihm ein leichtes, die Ueberrevoluzzer als wild gewordene Spießbürger der allgemeinen Heiterkeit preis- zugeben. Im Kampf um die ProduktionSkontrolle ist es Aufgabe der Betriebsräte, sich in die Produktion hineinzuar- bei ten; wenn sie das tun, dann leisten sie hundertmal mehr ais alle revolutionären Maulhelden. Die kapitalistischen Staaten sind wähl reif zur Gozialisterung» aber nicht reif zum Zufammenhruch. Nur Einheit und Geschlossenheit der Organisa- t» o n biete! Gewähr, den Kampf mit dem Kapitalismus erfolg» reich zu bestehen. Es kam dann zur Abstimmung über die vorgelegten Ent» schließungen. Die Resolution Gräber(S.P.D.) wuvde, weil durch die Beschlüsse der Cewerkschafiskom Mission mittlerweile überholt, zurückgezogen. ES tagen dann zwei Resolutionen, Rusch tK.P.D.) und Tisch mann sU.S.P.) der Versammlung zur Abstimmung vor. Die Resolution Rusch wurde mit Zweidrittel- Majorität abgelehnt und mi-t derselben Mehrheit die Re- solution Tischmann angenommen: „Die aktiven Betriebsräte der Metallindustrie, soweit sie im Metallarbciterverband organisiert sind, sowie die Mitglieder der erweiterten Verwaltung,' stellen sich auf den Boden des vom R e> ch s b e t r i e b s r ä t e k o n g r e ß beschlossenen Aufbaues und der Zusammenfassung der Be- triebsräte. Sie lehnen jede andere Erfassung ab, aus der notwendigen Erkenntnis heraus, daß die Betriebsräte ihre Tä- tigkeit im Befreiungskampf der Arbeiterschaft nur ausüben können im engsten Anfchlutzan die Gewerkschaften. Sie begrüßen den Beschluß der Berliner GewerkschastSkom- Mission, die sich ebenfalls den vom BetriebSrätekongretz beschlösse- nen Aufbau zu eigen gemacht hat." ES scheint so, als ob die„völlig verrottet« Berliner Betriebsräte-Bewegung" s„Fr«ihcit" vom 16. November) sich doch noch in das richtige Gleis hereinfindet. Vertreterversammlung der Bühnenangehörige«. Nachdem fewe vormittag in geschlossener Sitzung ver- schieden« Standesfragen, daonte, die Finanzlage der Schauspieler verhandelt worden waren, erössnete Präsident Rickelt um Hl Uhr mittags die Hauptversammlung, in deren Per- lauf cs wiederholt stürmisch« Szenen gab. Zunächst erklärte im Auftrage des Bezirksverbandes Hamburg Fräulein Bor» ch a r dt: Wenn dem Bezirlsvcrband für Nordweitdeutschland von verschiedenen Seiten insinuiert wich, er wolle den Vorstand stürzen, so ist daS eine Lüge. Darauf sprach A u f h ä u s e r von der Afa: Man kenne in der Afa die Entwicklung der Bühnengenossen. schast schon lange und habe, bevor man die Bühnengenossenschast in die Afa aufnahm, eine genaue Prüfung vorgenommen. Bei den bevorstehenden Kämpfen können die Buhnenangehörigen auf die Unterstützung und unbedingte Solidarität der Afa rechnen. sSchrmischer Beifall.) Für die Bühnenangehörigen komme noch das Kampfmittel in Betracht, daß die Theater- b e s u cb e r durch einen Streik für sie eintreten könnten und glich hierin hätten sie mit der Solidarität der Afa zu rechnen. Dann ging der Redner auf den Zwiespalt zwischen Vorstand und Opposition ein, die �och dasselbe wollten: Alle Macht am Theater dem Swauipieler.(Lebhafter Beifall.) Zur Vorbereitung des Endkampfes müsse olles geschehen und die unbedingte Solidariiät aufrechterhalten werden. Ebenso könnten die Bü nenangehörigen beim bevorstehenden Kampf um die Sozialisierung des Theaters auf die Unterstützung der Afa rechnen.(Langanhaltender Beifall.) Zulagen für Zcitungsansträgerinnen. Die im Dail'chen Tlanspertarb»«er Verband organisieiten ZeiliinasaliSirägerittne»»ahme» ven B riw» üver die Perband- tuiigen mii den U leinebmein entgegen. Die neuen Bedingun e» ireten bei allen Firmen am t Ntvembe» in Kraft und gell n bie Sl. März 1021 Die Firmen Rad. Moife.A Scderl G.m o.H.. Ultstein u. Co. zaolen jetzt für 100 Exemplare und Monat: bei e-nmaligem Antiragen OR.bO M(50 TO.) . zweimaligein. 133.—,<>00.) De bei e is gewäonen T e» e- u n q S z» l a g e n pro Monat von 24.— M 26.— M., 27,— M. iowie die Entferiiui'gS- neidet bleiben bestehen. Für die periodisch erscheinenden Zet- ichritien u>w werden die Täve»m 33 P.oz. erhoo». Vom IS. Sep> temver d. I bis 15. Mäiz 1021 wird te 1 Liter Petroleum re'p ein? geldliche Eiiischäduning gewährt. Mii der Zeitungs-Zentrale Akt.-Gef. wurde ver- einbait, daß pro Exemplor und Monat getahlt wird: bei e ninaligem AuSirage» 70 Pf.(50 Pf.) , zweimaligem, 1,40 M.(IM) Die menitiiche Teuerungszulage von 30 M. pro Tour iowie die E u l s e> n u n a s g e l d e r z u> ch l ä g e>ür Vorortiouren werden weiter gewäbrl. Für die Monal? Okiober 1920 bis En"« Mörz ISA wird s« Sil 1 Lite? Petroleum geliefert. Die ZettungSausirägerinnen verlangen hier eine höhere Ent- l o h n u n g, da die Z.-Z.-Frauen für ca. 10 Verlagsanstalten die verschiedensten Morgen« und Abendblätter auszutragen haben. Für periodisch erscheinende Zeitschriften, Broschüren usw. 33 Prozent Zuschlag. Für die AuSträgerinnen de« Verlage».Freiheit" wird ab 1. November für zweimaliges Austragen pro Exemplar und Monat 1.60 M.<1 401 sowie 20 Pf. K a s t l e r ffe l d bezahlt. Bei weit entfernt liegenden iowie Vorortiouren werden Entfer- n u ngSgelderzu schlage gewährt. Für die Monate De- zember 1020 bis Ende Februar 1021 wird je 1 Liter Petroleum geliefert._ Zum Kampf bereit. Die technischen Verbände deS Afa-BundeS hatten ihre Vertrauensleute rni« dem Rubrkohlenbergbau zwecks Be- fvrechung des gegenwärtige» Standes der Tarifsrage nach Bochum eingeladen.— Sämtliche Schachtan'agen waren vertreten und mebr als 800 VertraenSleute erschienen.— Die Ber- iammelten erklärten sich mit der Haltung ihrer Vertreter bei den Torisverbaiidlunpen vollinhaltlich einverstanden und brachten rbre Zustimmung durch euistimmige Annahme nachstehender Entschließung zum Ausdruck. .Die am Sonntag, den S.Dezember 1020. im.Bockumer Hof" tagende Versammlung der Schichtobleute und Vertrauensmänner des Am-Bundes'Smiltcher Ichrchtaiilaze» des RithrkodlengebietS richtet an das ReichSarbeiisminifterium die dringende Auffoiderung, im Hinblick auf die große Notlage der technischen Bergbauange ii eilten, die EutigunaSvei Handlungen mit dem Zechenoerband über den Abschluß deS Torisvertrage» für die technischen Angestellten nnverzüolich in die Wege ru leiten. Sollte sich die Einigung oder.die Einleitung der Verhandlungen noch weiter hinauszögern, so beauftragt die Veriammlunq die GeWerk- ichaften, alle er forderlichen gewerkschaftlichen Mittel zu prüfen und gegebenenfalls zur An» Wendung zu bringen." In der Ver'ammlung wurde auch zum Ausdruck gebracht, daß der Zechenv-rband die angeschlossenen Zeche, iverwattungen an, »che nend angewiesen bat. den Angestellten keinerle» 6#i» (rtiüffe auf spätere Gehaltserhöhungen zu ge» währen. Diese Mitteilung rief den schärfsten Protest der An- W senden hervor._ J.P.T.. Nunktionäre de» A.tS.G-Konzerns. Gebt dl« Einlas,- karten üu der SonntagSversammtunz au« und jorgt dajlli, dag der Saal überjüllt wird._ /lue der Partei Unverantwortlicher Schwatz. Unter dieser Ueberschrift schreibt das.Hamburger Echo": .Nach einem Bericht de»„Bergedorf-Sander Volksblattes" vom 30. November über die Bertreterkonferenz d«S Kreises Stormaru und des Stadtkreises Wandsbek am 28. November hat der Genope Louis Biester ausgeführt, daß er Mar für dt« Demokra- tie sei. wenn aber daSEIendnochgröherwürde. er nicht mehr an ihr festhalten werde.— Man weiß nicht recht, ob man mehr die Verantwortungslosigkeit oder die„Gesin- nung" und poutrsef« UeberzeugungSlosigkeit bestaunen soll, die auS solchen Ausführungen spricht. Der Genosse Biester stckht an einer verantwortungsvollen Stelle in der Parteiarbeit seine» Kreise?: sollt« er diese Worte so oder sinnentsprechend wirklich ge- sprachen haben, so muß man ernst« Zweifel haben, ob er zu omer solchen Stellung wirklich berufen ist. Entweder man hat eine politische Ueberzeugung. oder man hat sie nicht. Eine Grund» anschauung von der Größe deS Elends(das durch die ökonomischen Umstände, den Krieg usw. hervorgerufen ist) abhängig zu machen, ist zumindest für da? Glied einer Partei unwürdig, die stolz darauf ist, zwölf Jahre lang unter den größten Entbeh- rungen und Unterdrückungen des Sozial rst enge- setze? ihren Prinzipien treu geblieben zu sein. Der unverantwortliche Schwatz BiesterS nötigt zu dieser Fest- stellung." Genosse Biester hat bereits auf dem Kieler Bezirkstag den gleicken Gedanken zum Ausdruck gebracht. Solche Entgleisungen von Parteigenossen in verantwortlicher Stellung können nicht scharf genug gerügt werden, da sie nur Verwirrung in die Arbeiter- schaft tragen. ?cruiiiw ttU den redall. Teil Ir Vrr»er Prller, ldartotlrndurai ffitBiuciaen: Td Gtdilc. Berlin. L erlag Porwäris-Bertag W m b H. vertln Druck Bar- würls-Buchdruckerei u TertaaSantialt Va»l Zinger n. So. Berlin LindenM. 8. vlrr»» t Beilage Weihnachts- Katalog nach auswS.-ts kostenfrei A�MBithelm Spielwaren- Verkauf su sehr blll.flen Pre sen Exira'Angebot in preiswerten Geschenkartikeln Gold- und Silberwaren Auf nachstehende Artikel geben wir in der Zelt vom 9. bis 12. 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