flg. OHA» A7.?ahratMg flusgabe B Nr. 165 VezuqVpret«: »«»»«>?>. dOs~-3i mtmaflJO,—»l fa uu focn«, ooron« isblbax. DsO t>eja« M»n«I>» 10-— Mi. ertL Sk» fe2tme»QfO-aht. UnitrStmiibenl) rftt ifuiitfclano und Oeftcmidi IS/ 0 Ml. ffir oo# ubnqt Au»>mlt vei läqlich »cvimal. ZI Z0 Pa» f si'llunqen ntMnn a» Otftttrtiife, Unzart, Zschecho-Tlowatri, La»»» Biat;. iailand..u tmourq, fdusrfie» u»6 il» S&mm.— iinaetroa»» m »>» Pob-»lN>na» Dr»'»likn S»».«»rwart»' m»»rr Sonmao» d>v«g» ,B«iI».?»>»'»»»d»,», wo»»»- ti>,t,ch joMimol Eon»»,,»nft Mo»- !»,«"nmoL ?»>»o ramm-�iot»)!» �•tlalBcmaftat Sceil»*. Abend Ansgabe Dciiiuci4 Nolksbleitt (2CPfennig7 «nzemeuvret» r M»»wive>patt»n» Z!o»va?»>l!«5»«!< toü.'tS.— Äi., T»urn!»v,,i«chlag «uzilze»-'jat, irr- (»ncutftr Won Ii— M.(»ulälfij! zw, -mzedniiii« ffioct»!. 1,6», w»il»> Won 80 LI,. Eiellrnqrw»» uw 6di)ajri»U«nanA»tatn oa« nft« Wo, 8d B!,.'»dn w»tt»r» Won 40?>. Won» fld»t lZ«»»stal>»!i Zillifen!l ton Bon». T»Uknina,,nj>dIaa V» ?aM,fln>-Ln,»l,«n für Ädonnen» A»ll»!.— SR, BBiiltifet iinb r, weciichaitlidi» Ir- Ml. dl» 3«ll» od»» Anff»!? Xiuti,»»>ür dl» natdfi» Siuntc. mtlflen m»» Ufte nad niiu«? j» ftcuptocdWit, Verlln SD i. Slr'�- Uras» X oiM)»citb»n wftCoi. SeZ?. »o» h Übt Tili) dlo b Uhr ad»».' di0 Tentralorgan äer so2>'aläemokratisckeii Partei Veutfcklanäs RedoCtion an6 Expedition: ctD. öS»£indenlh. Z. nfmiflrfrt:er;"Jlmi Msrinvlnfl. Wr, 15190— 1�197. Freitag, den 10. Dezember 19*40 Vonvarts-Vertag S.m.d. K.» TW. öS. Linöenstik. Fernwereder: Amt Morittvta«. Rr. 1175.?— 51> US�-- Setriebsbilanz im Reichswirtfthastsrat Die heutige Sitzung des Vorläufigen ReichSwirtschafSrateS Wirt rom Bräfiden�en Evler von Braun eröffnet: Der Grund dafür, daß feit vier Wochen ft'.r.e Plenarsitzung einberufen worden ist, liegt darin, daß wir unZ inzwischen um eine würdige Unierlunft bei ReichSwirtschofiSvateS bemüht haben. Leider stnd diese Be- prcbungen bisher fruchlloS gewesen.(Hört, hört!) Aeknlich liegt es mit der Finanzierunz des ReichSwIrtfckoftSratS. Am 3t. März t92t werden wir subiiüenzloS.(Hört, hörtl) Für unser« Bcdürinisse ist in den Etat des ReichSwirtschastSministeri-umS absicluliw mit unserer Zustimmung nichts eingestellt, weil wir «men eigenen Etat erreichen wollen. Das ist besonders not- wendig im Interesse unserer Beamten. Der Reichsfinanz- minister lehnt die Aufstellung eines Etats mit der Begründung ab. der Reichswirtschaftsrat sei nur eine vorläufige Einrch- tung. Dabei ist in Artikel IW der Rcichs-versassung der Reichs- tvirtschaftsrat als dauernde Einrichtung verankert. Unterstützen Sie vn.; in dem Bestreben auf Erro ebung eines eigenen Etats. fBeifall.) Gestorben sind die Mitglieder Figg« und Molf Seifert fZxntralverband der Konsumvereine). TaS Haus ehrt das Andenken der Verstorbenen durch Erbeben von den Sitzen. Nach geschält lichen Mitteilungen sagt Abgeovdmoler ifiemharb: Bei den Be- valungen über die Unterbringung deZ ReichövirtschaftsiateS ist eS sogar zu wrklichen Jnvektiven seitens preußischer Beöördcn gegen Reichsbebärden gekommen.(Hört, dörr!)— ReichZwinschaftS- minister Dr. Scholz erklärt ausdrücklich, datz das Reichlwirlschafts. Ministerium nichts unterlassen hat, um kür eine würdige Unier- brin-�'ng des ReichswchtschaftsrateS o nzutreicn. Vorsitzender von Braun prolefnxri nochmals ge«n die Ent- ziebung der Mittel. D.s Haus tritt irstann H di« Tagesordntin-z ein, auf der zanächit das Gcscy über die Letrirbslstkanz »nd dee Detriebsgewinn- und Verlastrcchnung steht. Für die Mehr- heit des AuSschuiieS berichtet Abg Dr. Frank. In den Sitzungen des Sozialpolitischen Au?» schussez wurde mit einer Aenderung der Gesetzentwurf über die Betriebsbilanz mit 14 gegen 11 Stimmen angenommen. Gestern bat nach Zeitungsberichten der R e> ch s r a t zu dem Entwurf Stel- lung genommen und�ihm nack den Regierungsvorschlägen zuzr- stimmt. Auf unser« Stellüngnihme Hai man nicht gewartet. Wir können über das Vorgehen de? Reichsrotes nur unser tiefe» Bedauern aussprechen, l Zustimmung.) Abg. Aushänser(Arbeitnehmer! berichtet für dte Minderheit: Die Regierung hatte reichlich Zeii. die Vorlage rechtzeitig einzu- bringen. Sie kam aber so spät, das; Reichstag und Reichswiri- schaftsra: nicht vorher befragt werden konnten. Tie Arbeitnehmer wollen hier nicht nur auf bestehende Paragraphen des Handels. gefetzbuckeS verweisen, der Betriebsrat soll die Zvsammenhünge der Geschliflsvorgäns» kennenlernen. Dazu genügt die Handelsbilanz nickt. Nach dem Detriebßrätegesetz 8 72 soll erst eine besondere Vorlage fest- legen, welch« Anforderungen au die Betriebsbilanz zu stellen find. Darauf verzichtet die Regierungsvorlage. Tie HandeSbilanz soll die allgemeine Lebensfähigkeit dcS Unternehmens zeigen, die Be. triebsbilanz dagegen soll den Betriebsräten Einblick gewähren in die inneren Bctriebsvcrkältnisse, in die eigentliche De- deutuna der Lhsckreibunpen, wenn sie Prodüktionsrcserven find. Si« wollen aber keine Abschreibungen olS Gcheimreferrrn zur Bilan»o«rkchleirruag. Di« Bilanzen müssen dürcktficktiger gemach? ckerden. als ev fetzt der Fall ist. Das Betriebsrätegesetz Hai gerade darum>o große Mif-.ktimmung bei den Arbeitnehmern erregt, weil e? so unklar und kaurichukartig ist. JH bitte arkch die ynrexvehmer. sich bei der Besrreilung der Porlage von>«« Gedanke« freizumachc«, daß di? VtcduMot» äuGKlttßdch Pvivatsache des Unternehmers sei. Dir müssen endlich zu? g« m e i ä w i r t s ch a ft k j ch e n Produktion kommen.(Berfakl») Bei Scklutz tzes Blatte? dauern che Verhandlungen fort.- -ss- ««SSSs» Somdenattentat im rumänischen Senat. Bukarest, Ist Dezember. fTrleciraphenasentur Daria.) In der gestrigen Sitzung des Senats ist ei« Bombenaafcklag verübt worden. Bischof Radir und Minister Grocen« warben getötet, zwei Bischöfe, zwei Senatoren, ei« Minister und ein General schwer verletzt. Die p. Z). S. an Sie Gberstblefter Da? Exekutchkoutitee der P.P.S. richtet an bie«Sozialisten vberfchlefischer Abstammung, eine« Aufruf, in dem sie diese be- schwört, eutwcder der Abstimmung sern.-gibleiben oder aber für Polen zu stimmen. Abstimmung für Deutschland sei Verrat und Auslieferung des oberschlesischcn Proletariats an die deutschen Kapitalismen und Ausbeuter. Wer dagegen für Polen ftmme, helfe den polnischen Proletariern und ebne dem internationalen Soz-al'snrus den Weg zum Siege. TaS oberschlesische Proletariat müsse der Macht de? dsutschen Kapitalismus entzogen werben, dies könne aber nur durch den Anschluß an Polen geschehen. Ter Aufruf läßt die Frage offen, unter welch« Macht die ober- lcklefisck« Arbeiterschaft durch den Anschluß an Polen geraten würde. Wagt die P P.S. zu bestreiten, day in Polen der r ü ck s: ch t 3- loseste Militarismus und Kapitalismus herrscht und daß ein großer Teil auch der polnisch sprechenden Proletarier IHberschlefienS»s tausendmal vorzieht, gemeinsam mit den deutschen Proletariern den Kampf gegen den deutschen KapitaliSniwS zu führen, statt dem polnischen Militarismus als Kanonenfutter zu dienen und dem internationalen Finanzkapital wehrlos unterworfen zu sein. Diese polnischen Proletarier werden jedem Oberschlefier dank- bar sein. d«r sie vor dcm Ansckluß an Polen bewahrt und ihnen daS Verbleiben in Teutschland ermöglicht, indem er zur Abstimmung nach Lberschlesien kommt und für Deutschland stimintl Damit ist auch die Behauptung erledigt, di« außerhalb der Heimat ledenden Oberschlefier hätten.kein moralisches Recht zur Ab- ftimmung". Sie haben im Gegeutti! di« moralische Pflicht, von dem Recht, das ihnen selbst dw pownsreundliche Entente nicht bestreitet, Gcbrauck zu machen und denen zu helfen, dir bei Deutschland bleiben wollen, weil ihnen vor Polen graut! fris öem Ministerium Kermes. Zu den von uns teilweise wicdcrgrgebenen Angriffen der So- zialistischen Korresponideuz erläßt das Ministerium Hermes eine lange Erklärung. Soweit sie die von uns wiedergegebcnen Mit- teilunzen betrifft, besagt sie: Herr HermeS g-ibt nicht zu, den Brief des Staatssekretärs Ramm über Augustin bereits am 11. Mai gekannt zu haben, son- der« er bestreitet eS ausdrücklich. Zum Fall Fürst wird erklärt, daß gegen Fürst ein Ermitt- lungsverfabren schwebe, dessen Ausgang abzuwarten sei. Nach ßen bisherigen Ergebnissen seien Beweise für das Vorliegen einer straf- baren Handlung aber nicht beigebracht. Fürst sitz« nicht wohl- geborgen in Holland, sondern sei an seinem bisherigen Wohnort. Zustt Fall Schwöen wird bestritten, daß Stadtrai Grützner wegen seiner Angriff« geg�n Schwoon sofort entlassen.worden sei, sondern er sei ordnungsmäßig au» sachlichen Gründen gekündigt worden. Er sei übrigens schon vorher freiwillig gegangen. Zu der Anschuldigung, daß Tchwvon der Firma Allnari bei einer F�eischlieferung eine Provision von 34 Millionen Mar? zugeschanzt kusiion über die bayerischen. Einwohnerwehren iängft widerlegt worden ist. Richtig ist nur das eine, daß wir den Bestand der baye- rischen Einwohwerwebren und ihre unterirdische Fortsetznng in Norddeutschlandi dib Orgesch, der genialen Revokstions- taktik unserer.Kommunisten verdanken.. Dirse Taktik würde ims in geradliurger Fortsetzung genau eben dahin bringen, wo sich Horthy- Ungarn infolge oben derselben Tattt? > befindet, und in manchen Teilen des Reichs sind wir gar nickst I mehr soweit davon entfernt. Diese Tatsache und ihr ursäch- licher'Zusammcnbang ist ß? offenkundig, daß selbst der K.P.D. ! allgemach ein Licht darüber ausgegangen ist. Dgr letzte Parteitag, auf dem sie sich mit dem linken Flügel der U.S.P. vereinigte, ivar trotz astor rollenden Redensarten von einem Geist der vorsichtigen Mäßigung go! ragen, an den kein Pol':- tikor achtlos doriidergehe!: kann. Das. Themar ob noch ein-.'„kommunistische Gefahr" besticht ist ziemlich weitläufig, sicher ist nur soviel, daß diese | Gefahr, sofern von ihr überhaupt gesprochen Werden kann. \ nirgends geringer ist, als in dem vorwiegend landtvirftchaft- lich?n Bauern. Ab?? auch insofern werden in der. Not«.die Dinge recht einseirig dargestellt. a.ls in ihr die PevÄkerüng ckfieder ganz nach dem Muster, der guten alten Zeit in Böcke und in Scha??. eingeteilt wird, in„st a a t se i b a l t n de Elemente" einerseits unb in„o r d n u n g s f e i n d- lichs" andererseits, wobei Herr Escherich mit den Seinen auf die Seite her•„StaatSerchaltenden" kommt, während sich leine Gegner mit her Zensur„ordnungKsemdlich" abfinden müssen. Braucht man einem Deutschen in Deutschland noch sogen, daß die Dinge doch gana wesentlich anders liegen? Prnite Schichten, auf die die Bezeichinrng ovdnrmgsfeickd« sich" in keiner Weise zutrifft, sehen in den Eicherich-Organi- iationen eine Gefahr für den Staat, der nun estlmal eine Rspichlik ist und eS nach ihrem Willen auch bleiben soll. Kun g-esagt, die Reichsregierung stellt sich in ihrer Note auf den Standpunkt, der bei uns in der innervokrtisckrm Dis- kussion nur von derst reaktiv, när st en monarchistischen Elementen vertreren wird, sie macht sich derselben Verlchie- bvng des Sachverhalts schuldig, die wir aus Gründen der „Staatsertwünng"— das heißt doch beute der Erkaltung Kr RepubiA— stets bokämpst haben und stets bekämpfen werden, wo immer wir sie antreffen. Darauf können wir nicht verzichten, zumal jene Elemente eS gewiß nicht unter- lassen werben, aus dem Inhalt dieser Not? ihre innerpoliti- schon Schlüsse zu ziehen und sie als eine amtlich? Bestätigung der von ihnen stets vertretenen Auffassungen zu buchen. Damit wäre aber allen Treibereien der betreffenden sogenannten Selbstfchutzorganrsationen Tür und Tor geöffnet. Wo eine bewaffnete Macht besteht, die von der Regierung unabhängig ist. dort ist die Regierung von ihr abhängig. Und wo diese bewaffnete Macht vorwiegend aus �Leuten gebildet wird, die sich pharisäisch als„stoatserhal- tend" bezeichnen, während sie ibren Gegnern das Brandmal der..Orduungsfejndlickkeit" aufdrücken, da ist es eben die Reaktion selbst die über die bewaffnete Macht im Staate verfügt und das Resultat wird nicht Erhaltung, sondern Zersetzung des Staates sein. l Der Kampf gegen die reaktionäre Zersetzung der Republik wird durch die Note de? Reichsregienmg erschwe-t. 1 Wie weit diese Zersetzung gediehen ist, zeigt schon dcr Um- 1 [luiib, daß die auswärtige Politik des Reiches in einer An- gelegenheit von so großer Wichtigkeit nicht von Herrn Simons und dem Neichskabinett, sondern tatsächlich von den Herren Escherich und Kahr bestimmt worden ist. So folgt mit unerbittlicher Folgerichtigkeit eines aus dem andern. Wenn einer der Ougesch-Hmiptleute in einem Briefe triumphierend versicherte, die bayerische Regierung müsse machen, was„sie" wollen, so muß in diesem besonderen Fall festge- stellt werden daß es mit der Neichsregierung auch schon soweit ist. Was die Entente zu dieser Nore sagen wird, steht dahin. Mag der Versuch, an das omtibolschewistische Herz Frankreichs zu rühren, Erfolg haben, uns soll es rechl sein, dann wir suchen gegen Escherich nicht die Hilfe des Generals Rollet. Auch wir empfinden es als etwas Drückendes, daß wir über Maßnahmen, die im Innern galroffen werden, und d e ge- miß— darin hat die Note wieder recht— keinerlei militärische Vorbereitung nach außen bedeuten, fremden Regierungen Rechenschaft ablegen müssen, wir möchten die Einwohner- wehren gern als ein? rein innere Angelogeichest behandelt sehen, um so schärfer müssen wir uns aber dann dagegen wehren, daß dies in dem Geiste ge- fchieht.derinderNoteandenGeneralNollet zum Ausdruck kommt. »* 4 Dem Vorsitzenden der Interalliierten Militärkontroll- kommission für das LandHeer, General Rollet, ist, wie schon ge- meldet, gestern eine Rote über die Entwaffnung und Auf- lösung der SelbstsHutzorganisationen übergeben worden, von deren Inhalt WTB berichtet: In der Not« wird zunäckft ausgeführt, daß nach An st. st t der deutschen Regierung eine Auflösung der S e l b st s ch u tz org a n i- sationcn, die keinen militärischen Charakter tragen, durch die Bestimmungen des FriedensrertrageZ nicht ver- langt werden kann. Die deutsche Regierung habe eine Völkerrecht» liste Verpflichtung dazu niemals anerkannt. Sie stehe auch jetzt noch auf dem Sti idpunkt, daß eine solche Verpflichtung aus dem Friedensvertrag nicht hergeleitet werden kann? die Frage de? Be» stetzens oder der Auflösung der S.stbstschutzorganifationcn müsse als eine innere Angelegenheit betrachtet werden. Dabei wird bemerkt, daß die in Voemen be- stehende Stadtwebr, die in der Note der Kontrollkommission vom ist. Oktober besonders erioähnt wurde, keine Ausnahmestelbung ein- nimmt. Dst Selbstschutzorganisationcn seien selbstverständlich nur ein? vorübergehende Einrichtung für Zeiten, wo die Staats- gewall infolge von außergewöhnlichen Ilmständen ihren Äufg ben nicht überall vollständig gewachsen ist. Nur solange dieser u n» :i o r m a l c Z u st a n d dcmert, können d'c Selbstschutzargamsationeu [•.'stehen. Das eigenste Interesse des Staates drängt dazu, diese Aushilfsmittel sobald wie möglich entbehrlich zu machen. WaS da- gegen die Entwaffnung der Einwohnerwehren, d. h. die Ablieferung der in ihren Händen befindlichen Kriegs- waffcn beireffe, so bandele es sich hier um eine von Deutschland in Spa übernommene Dert flichtung, deren Erfüllung die deu'sche Re- gierung sich mit allen Mitteln angeleren sei» lasse. Di? Verhält- nisse wären jedoch in den einzelnen ReichSteilen verschieden. Im Snzen Reich, nutzer Bauern und Ostpreutze», sei di« Ablieferung der weren �Waffen der Selbstschutzorganisation im wesentlichen be- «npet. Ihre le chtzn Waffen würden im allgemeinen Ende Januar eingezogew werden; im Laufe beS Februar werde die Entwaffnung der Selbftschutzorganisaiionen mit AuSwahme der bayerischen und ostpreußischen Bevölkerung stiurchgekührt sein. In Bayern und Ost. Preußen hätten die besonderen Verhältnisse nicht' gestattet, mit gleicher Schnelligkeit vorzugehen. In Bayern steh« die Vedölkernng noch völlig unter dem Eindruck der Er- lebnisse des Frühjahrs illlg, wo im Lande eine Räte- berrzchaft nach bolschewistischem Muster ausgerichtet worden war. In Stadl und Land haben die ruhigen und ordnungsliebenden Be- wohner damals unter Gewalttätigkeiten und Plünde- r u n g e n schwer zu leiden gehabt. Als die Not des Volkes aufs höchste gestiegen war, rafften sich die ordnungsliebenden Elcmenie auf und leisteten den von auswärt- herangezogenen regulären öeethovens Gesicht. Der Beethoven-Kopf, dies Sinnbild des dämonischen Genies, blickt uns in diesen Tagen, da sich die Welt zur Feier seines 1ö0. Geburtstages rüstet, überall entgegen, es gibt wohl kein bekannteres einprägsameres Gesicht, als diese Züge des großen Komponisten, und doch wie verschiedenartig sind seine Bildnisse, sind besonders die Idealporträts, in denen der Meister zu einem phantastisch un- wirklichen Wesen umgestaltet wird. Gerade weil wir alle Beethovens Aeußeres so gut zu kennen glauben, erhebt sich die Frage: Wie sah er wirklich aus? Wie entwickelte sich seine Erscheinung im Laufe dieses ungeheuren Lebens. Die einzige getreue Antwort darauf können uns die zahlreichen zeitgenössischen Bildnis� geben, au? denen uns seine Erscheinung von seiner Iünglingszeit bis zur letzten Höhe seiner Reife lebendig entgegentritt. Das erste Bildchen, das uns Beethovens Züge bewahrt, ist ein Schattenriß aus dem Jahre 178S. Der Sechzehnjährige ist hier als.Hoforgantst" im engen SiaatSkleid mit Spitzenjabot und wohlgeflochtenem Zopf dargestellt; es ist ein unschuldig ernstlastcS Kindevgesickst, das aber in der vorgebauten Stirn, der breiten Nase, im vollen Mund die spätere Ausprägung dieser noch weichen Züge ahnen läßt und aus dem kurzen HalS auf eine untersetzte ge- drungene Figur hinweist. Schon damals entstellten häßliche Pocken- narbcn sein Gesicht. In Wien fiel der junge Beethoven, in den ziervollen Rokokoireisen durch daS..Wilde" seines Aussehens auf. .Beethoven,"- so schildert ihn C z t r n y aus jener Zeit,.war in eine Jacke von langhaarigem dunke'.grauem Zeug und gleiche Bein- kleider gekleidet, so daß er mich an die Abbildung des Campcschcn Robinson erinnerte. Das pechschwarze Haar sträubte sich zottig, a la Tiius geschnitten, um seinen Kopf." Die Bildnisse ans den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts drücken dem Gesicht jenen dämonischen LeidenZzug auf, den sein damals immer schlimmer werdendes Gehörleiden verursachte. Das unordentliche, wirr flatternde Haar, der dunkle, ziemlich tief herab- reichende Backenbart, die buschigen Augenbrauen geben dem Gesicht etwas Düsteres, Tragisches. Ter volle, doch fest und starr ge- sch. offene Mund scheint nach Liebe und Genuß zu lechzen, ober schmerzliche Resignation breitet über die Züge den Schleier einer tieisn Schwermut, die damals in dem erschütternden Heiligen- stadter Testament hervorbrach. Aus der Zeit der.Eroica" stammt ein Bildnis aus dem Besitz der Familie D r u n s v i k. der bekanntlich Beethovens.unsterb- liehe Geliebte" angehörte. DaS Heldenhafte und Starke bricht nun twi; diesem Kops hervor mit dem stolzen schwarzen Haar und lange» Skrii, v;t knbnen. majestäti'ch blickenden Augen, dem bekehlenden Mund,.'et. mächtigen, edclzesormten Stirn. Diesem Beelhoven trauen wir das erhabene Wort zu. daS er über Napoleon gesprochen s Truppen beim Niederwerfen der Räteherrschaft wertvolle Dienste. Um der Wiederkehr ähnlicher Zustände vorzubeugen, bildete sich nunmehr im ganzen Lande die Einwohnerwehr. Sie besieht aus Angehörigen aller staatserhalrcndrn Parteien und aller Bevölre- rung-schichlen, trägt keinerlei militärischen Charakter und steht jn keinerlei Beziehungen zu militärischen Behörden. Als rein zivile Einrichtung zur Aufrechterhaltung der Rute und Ordnung untersteht sie dem bayerischen Ministerium des Innern. Wenn ihre Einberufung not- wendig wird, geschieht die- durch die Polizeibehörden. Bei der im Verhältnis zur Bevölkerungestärke außerordentlich großen Anzahl von Dörfern und einzelnen Gehöften seien die staatlichen Macht- mittel zur Aufrechtcrhaliung der Ordnung ganz unzureichend. Ob es im Einzelfalle mögück sein würde, auS den übrigen Reichsteilcn Polizei und Militär rechtzeitig heranzuziehen, sei ungewiß und hänge besonders von der jeweiligen Stcherhcitslage daselbst ab. Die umstürzle risch sn El e m e n t e seien in Bayern noch stark vertreten. Es sei daher begreiflich, daß die durch schlechte Er- fahrungen gewitzigt« Bevölkerung das Gefühl der Sicherheit nur hat und haben Jonn, wenn sie sich im Besitze ihrer eigenen be- waffneten Schutzorganisationen weiß, und daß sie auf diese so lange nicht verzichten will, als nicht der Staat stark genug ist, um den bewaffneten Selbstschutz seiner Einwohner durch seine eigenen Machtmittel zu ersetzen. Die im EntwaffitungSpesetz vorgesehene freiwillige Waffenabgabe habe in Bayern und Ostpreußen ein ungünstigeres Ergebnis gehabt als km übrigen Deutschland Di' abgelieferten Waffen stamm'cn überdies zum Teil von den Einwohnerwehren. Im April litlL hätten sich aber die Aufruhrer bei Erstürmung der Münchener Kaserne großer Wafienvorrätv bemächtigt. Die pianmäßige mili- täris.be Absuchung der Stadt Hab? später nur den kleineren Teil dieser Vorräte wieder zutage gefördert. E- stehe also fest, daß sich noch sehr beträchtliche Mengen von Waffen aller Art in den Händen der ordnunzsfeindlichen Elemente z befinden. Die deutsche Regierung steht vor der zwingenden Notwendigkeit, diesen Verhält- nisscn Rechnung z u tragen. Sie denkt nicht daran, sich der in Spa übernommenen' Vervilichtun�en zu entziehen. An die völlig En waffnnng der bayerischen Einwohnerwehr könne aber erst herangetreien werden, wenn es gelungen sein wird, die Em- waffnung der staatsfeindlichen Elemente so weit durchzuführen, daß die in der Einwobnnrwehr vereinigten staatSerhaltenden Elemente nicht mehr zu befürchten brauchen, sich eines Tages wehrlos Auf- rührern gegenüber zu sehen, die ihrerseits mit allen modernen Waffen ausgerüstet sind. Di« Rererung wird mit möglichster Be- schleur.igung neue Maßregeln treffen, um die geraubten Waffen ausfindig zu machen und so die Voraussctzura auch für die Entwaffnung der Einwohnerwehr zu schaffen. Eine Erstreckung der Geltungsdauer des EntwaffnuneS-zefetzeS vom 7. August 1929 wird sich dabei allerdings nicht umgehen lassen. Tie Lage in Ostpreußen, die in einer früheren Note an die Botschafterkonferenz eingehend dargelegt worden ist, ha' sich seitdem nicht rerändert. Angesichts der sich in unm'ttelbarer Näbe absvielenden kriegerischen Ereignisse und der Ueberfluwng der Grenzgcb cte durch üb r- t'eiende russische und polnische Heeresteile war die Bevölkerung der Provinz von tiestr Beunruhigung und Sorge um Leben und Eigen- tum ergriffen: es mußte ihr die Möglichkeit gewährt werden, die nach ihrer Ansicht unzureichenden staatlichen Machtmittel im äußersten Notfill aus der ebenen Kraft zu ergänzen. Tie deutsche Regierung hätte zugesagt, die Organisationen aufzulös n, sobald der Friede ztuischeu Rußland und Polen geschlossen sei. Die Hoffnung auf ein« baidige Beendigung de» Kriegbz-ustandeS fei durch die Er- eignisse der füngsten Zeit wesentlich verringert worden. Durch die „in den letzten Tagen durch die Blätter gehenden Nachrichten über einen.--•'.•■ «eticn Aufmarsch der Sowjetarmee an der kltiniifchen Grenze ist die Sorge der BevöTerung von neuem lebendig geworden. Sie müsse bekürchten, daß es notwendig werden kann, alle in der Provinz vorhandenen Truppen und Polizeimann- schaft-n zur Wahrung der Neutralität an �i« Grenze zu werfen' und daS Innere des Landes von jedem Schutz zu entblößen. Diese Kräfte würden vielleicht nicht einmal genügen, um die Gren« zen zu schützen. Die Schwierigkeiten, die dem Heranziehen von Verstärkungen au- bin anderen Teilen des Reiches entgegenstehen, sind der Beröllerunq bekannt. Der weitaus größte Teil der Be- oö'kerung sieht in der vom Oberprä sidenien der Pro- oinz gcsckafiencn Organisation die einzige Möglichkeit, sich im Falle des Wiederaufflammens der Gefahr vor dem Aeußersten zu haben soll:„Schade, daß ich die Kriegskunst nicht so verstehe wie die Tonkunst; ich würde ihn doch besiegen!" In einem späteren Porträt von W. I. M ä h l e r sehen wir Beethoven im Freien sitzend mit einer Lyva. Auf dem in gesunder Fülle geröteten Ge. ficht spielen hier mildere Stimmungen, und in den weichen Schatten der Stirn, in der sprechenden Herzlichkeit der Lippen scheint die Musik des„Fidelio" aufzuklingen, die ihn damals beschäftig!«. Im Anfang des zweiten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts bilden sich dann allmählich jene„zyklopischen" Forme» des Hauptes, jene gefurchte Trag'! der Züge, die wir mit dem Veethoven-Bilde verbinden und die zuerst in der Büste Kleine von 1812 auf- treten. Eine mächtige, fast„kuglig" gewölbte Stirn mit auSge- prägten Buckeln steigt über ein Paar stark vorgebauten Augen- knochcn an, unter denen sehr tief die Augen liegen. Ptatt, schwer und kurz senkt sich die Nase herao. Zwei tiefe Falten kriechen an dem zusammengepreßten Mund herunter, dessen Winkel voll un- sägl'.cher Bitterkeit herabgezogen sind. Die an und für sich asym- metrische Bildung deS eckigen Kinns wird durch die Pockennarben noch mehr zerwühlt und zerklüftet. Zwei Wetten des stärksten Gegensatzes prallen in diesem Antlitz aufeinander, daS wie eine antike Maske der tragischen Muse wirkt. In dem unteren Teil kämpfen die Geister ungebändigter Kraft und aufwühlender Leiden- schaft. Selige Verklärung aber thront auf der herrlichen Stirn, die unS die Bemerkung seines Biographen Schindler begreiflich macht, daß„ein Jupiter aus diesem Haupte herausschaute". Je aller Beethoven wird, desto mehr vertiefen sich diese Wesens- züge seines Gesichts. Seit 1816 beginnt sein Haar zu ergrauen, und nun finden seine Besucher immer häufiger etwas Gespenstisches in ihm:„DaS Ansehen eines Zauberers, der sich von den Geistern überwältigt fühlt, die. er selbst beschwor." Zum„entgeisterten" Schöpfer stilisiert zeigt ihn das theatralisch wirksame Gemälde S t i e l e r S, aber wie wenig hier der wirkliche Beethoven gegeben ist, sieht man schon aus den seinen durchsichtigen Händen, die nichts mit den groben, stark behaarlen„Tatzen" des M.'iftcrtS zu tun haben. Im Jahre 1828 hat dann der größte Maler seiner Zeit, Wald- müller, ein Bildnis geschaffen, daS seine Vollendung offenbart. Wohl wetterleuchtet dunkel Menschenhaß und Melancholie in den blickenden Augen, in dem qualvoll gepreßten Mund. Aber daZ Ehrwürdige und Erhabene dieses frühgealterten Antlitzes über- strahlt den mürrischen Ausdruck; in den flatternden weißen Haaren, der weltentrückten, überirdisch verklärten Erscheinung, in dem milden Tiessinn und der unendlichen Wehmut dieses stillen Gesichts liegt eine Stimmung, die mit den Spbärenklängen der„dliesa zolemnis" auf zum Himmel schwebt. Die Eröffnung der Frankfurter Arbeitcrakadentie ist. wie wir kurz berichteten, für Ostern 1921 zu erwarten. Dte Verhandlungen schützen. Solange diese Empfindungen die BebölZerüng noch beherrschen, scheint es nicht angängig, die Waffen� einzuziehen und zu vernichten, die zur Bewaffnung der etwa aufgerufenen Wehr- männer bereitgehalten werden. Es bestehe zwar die Absicht, die Ennvaffmuig der ostpreußsschen Ortswehren womöglich im Rahmen der allgemeinen Entwaffnungsaktion durchzuführen. Es müsse aber mit der Möglichteit einer Verzögerung gerechnet werden. Die deutsche Regierung sei sich des Ernstes ihres Entschlusses voll bewußt. Sie weife aber darauf hin. daß die Sachvafstmg der Bevölkerung in nächster Zeit beendet sein werde, und daß die für Bayern und Ostpreußen gemachten Vorbehalte im Vergleich damit bedeutungslos und militärisch nicht alS bedrohlich erachtet werden können. Sie vertraue darauf, daß auch die alliierien Regierungen sich bei Prüfling dessen, was zur Erfüllung der in Spa übernommenen Verpflichtungen geschehen ist. und was noch zu ge- schehcn hat, dem Gewicht der vorgebrachten Gründe nicht verschließen werden, die das weitere Vorgehen der deutschen Rrgierung zwingend bestimmen müssen._ Enthüllte Demagogie. Während die Deutzschnatzionalen sich im Reichstag als die Schützer der Beamtenrechte ausspielen, enthüllt die„Post" den Wahren CHarakkr ihrer Partei sraunde durch eine kurze Betrachtung im heutigen Morgrnblcttt, die von den D e u tz s ch n a t i o n a l e n als recht schlechter Bärendienst empfunden Werden wird. Sie orakelt über die evenwelle Hal- hing der„Sipo" bei einem etwaigen B e a m t e n st r e i k und glaubt zu wissen, daß die Sipo nicht in den Streik der Be- amten miteintrelen würde. Tie„Post" schreibt: Sehr kritisch würde die Loge allerlarngs werden, wenn etwa von der SicherheiÄpolizei bei einer Zuspitzung der Verhältnisse Verhaftungen von Beamtenstreikführern verlangt werden sollten. Ob die S.cherleitkbcamten in diesem Fall derartigen Anordnungen nachkomenen würden, wird als zweifelhaft betrachtet. Also: Während weder ein Beamtenstreik ausgebrochen ist, mch irgendein Mensch daran denkt, die Sipo zu alar- tn'.eren, überlegt sich die„Post" bereits, was man wohl tun könne, um etwa Beamten st reikführer zu ver- haften. Tiefs kurze Betrachtung enthüllt deutlich die „Bcamienfrsimdlichceit" der Te u i s chno tiorra lart, die nichts anderes als Wahl mache und Demagogie ist. Jn Wirklichkeit möchten die Teuifchnationalen nichts lieber, als das K o a l i t i o n s r e ch t der Beairc ln. Angestellten und Arbeiter eher heute als morgen aufzuheben. Um öen»Pravo Kampf zwischen Präge? Uommuniste» und der Polizei. P r a g, 10. Dezember.(TU.) Nachdem die Kommunisten seinerzeit daS ArbeiterhauS der RechtSsozlalistcn, in dem sich auch die Nedaltion und Druckerei der sozialistischen Partei befinden, g t- w a l t s a m besetzt hatten, strengte die sozialistische Partei gegen die Kommunistenfiihrer einen Prozeß an, der in allen I n. stanzen zugunsten der rechtmäßigen Besitzer cnt» schieden wurde. Trolidem weigerten sich die Kommunisten, daS Haus zu verlassen. Gestern habe» dir Kommunisten außerdem auch noch die der Behörde gegenüber verautwvrtlichen Druckerei» leiter auS dem Haus gewaltsamentfernt. Dies nahm die Präger Polizei zum Borwande, um das ArbeiterhauS zu b e-. feeen, WaS am Nachmittage geschah. DaS Personal der Druckerei hatte sich in de« Räumen desselben verbarrikadiert. Dl« Be» fetzung d:S Hauses geschah, nachdem der Widerstand der zurzeit dort versammelten Kommnoistenanhänger überwältigt und die vrn denselben aufgestellte» Barrikaden beseitigt worden waren. Mehrer« Polizisten, Gendarme» und Zivilisten wurden bei diesem Scharmützel verwundet. Bis in die späten Abend- stunden wurde die Ruhe vor dem Arbeltbhause nicht wieder her- gestellt. Wie verlautet, ziehen die K l a d n o r r Kommunisten zum Teil den Prager Parteigenossen zu Hisse. Die Kommunisten drohen mit allerlei Gegenmaßnahmen, u. a. mit Ein» stellung der Kohlrntransporte nach Prag, weiche auch, wie verlautet, schon in Kladno angehalten wurden. mit den Atbeiterorganisqtioncn, die an der Finanzierung vieseS be- deutsamen BildungSinstituts wesenilich beteiligt sind, haben ein günsttzes Ergebnis gehabt. Dem Eingreifen der Gewerkschaften ist die Verwirklichung des Planes dieser Akademie für Arbeiter zu danken. Die Vergewaltigung deS Präger Deutschrn LandeStheatcrS ha: zu folgender Resolution der Veitreterversammlung der G: nossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen gesührt: Die»Versammiung nimmt mit Schmerz und Entrüstung zur Kenntnis, daß das Deutsche Landestheater in Prag durch einen Ileberfall tschechischer Legionäre am 16. kovember gewaltsam in Besitz genommen wurde und daß seitdem c-uf dieser alten Stätte deutscher Geisteekultur tschechische Aufführungen stattfinden. Noch stärker wird die Empörung dadurch, daß tschechische Kollegen die Führer bei diesem Ausbruch nationaliiti- scher Bru.alität waten und sich damit gegen die internationale Klassenzutammengchöriflkcit aufs schwerste vergingen. Wir begrüßen eS herzlich, daß die deutsche Bühnenkunst in Prag trotzdem auf altem Niveau bleiben wird, und wir werden bemüht sein, dazu bttzu- tragen, das Deutsche Landesibeater wieder in die Hand seines recht- müßigen Besitzers zu bringen. Ein neues Wundheilmittel. Der bekannte dänische Gelehrte Prof. Fischer berössentlicht in einem Aufsatz der medizinischen Zeit- schrift„llgefkrift fvr Laego?" genaue Einzelheiten über die außer- ordentlich" günstigen Ergebnisse, die er mit einer neuen Flüssigkeit bei der Wundbehandlung erzielt hat. Diese Flüssigkeit, der er den Namen„Jnoitamon" gegeben hat. besteht aus organischen Stoffen, hauptsächlich aus pflanzlichen, und ist ein sehr wirksames Antisepti- kum. Fischer kam auf seine Entdeckung durch die von ihm beobachtete Tatü'che, daß orzanu'che Präpara e sick, bei der Wundbehandlung wirksamer erwiesen alz unorganische Mit dem neuen Mittel hat man jn ton Kopenhagener Krankenhäusern mehrere Monate alt? Wunden geheilt, die sich bis dahin jeder Behandlung unzugänglich gezeigt hatten.� Man hofft besonders bei KrcbSerkramkungen das Mittel mit Glück anwenden zu können. arftcntcr. 9!m Kleinen Tbeater findet am t5,. Dez-mfier ein Einatuuad'vd statt. Iliaufföhrung von Hermann Hain'S üomove„Der Selige" und Neue'nftudlerungen der Lutiviele„Das Wunder» von Wolsgang Söy und„L ottchens Geburtstag" von Ludwig Thoma. lieber Kant und Einstein töricht Dr. Max AP et am 11. De- zember, 7% Uhr, Georgemiraße 30/31. Max Brot», der Präger Dichter, liest am 12. Dezember, vormittags II'/, Ubr, aus eigenen Werten in der Ewer-Buchbandlung. Knesebeck- straße 51. Ter Bund für Tchuk-Kunstanöstellung-n E. B. vc- anstaltet gegen- wckrtig eine Ausstellung von W-rken zeugenäinscher deutscher Künstler in der Turnballe. Neukölln. Boddinstr. 52/56. Dte Ausnelliina, die in erster Linie erziebenschen Zweck bat und dementsprechend ausgewäblt tu, siebt in der Zeit von 5 bis 7 Ubr. Sonntags van 4 bis 7 Uhr zur allgemeinen Be. sichiigimg offen. Schills! am IV. Dezember. „Tie Meistersinger von Berlin-', die littlige Parodie von Oskar Sabo. ans dem Gienzipend.'iiseil im Großen Schaulpielbnus inausgeiii'ui, wird aus dem Ball der Großen V o l l s o o e r am 12. Dezember im Marmorjaal Zoo, abends 11'/, Uhr, einmalig wiederholt. WLrtfchQst Die drohende WirtschaftskrisiS. Pster KI ö ck n e r. der Leiter de- nach ihm benannten �Aiockner. Konzerns" hat auf der außerordentlichen Gencralversammlun? seiner �Gesellschaften folgende Ausführungen gemacht. Er sagte: Wir be- finde» uns im Anfang einer großen Wirlsckafts- k r i s e. welche in Amerika und England sich bereits breit macht und welche schon an die Tore von Belgien und von Frankreich klopft. Es bedarf keiner Frage, daß diese Krins auch uns heimsuchen und eine große Geldknappheit und Beschäftigungslosig- Zeit bringen wird. Diese Misere werden die WirtschaftÄbetriebe nur überwinden, wenn sie innig verbunden von der Kohle bis zum Roböl- und elektrischen Motor und bis zur feinst« n M a- schine und bis zu den höchsten Stahlgualucrten alles selbst erzeugen, um in den Betrieben die wirtschaftlichsten Höchst- l e i st u n g e n zu erreichen. Ter Frieden von Versailles bat von Teutschlands Wirtschaft nur Trümmer gelassen, die allein absterben müssen. Demgegenüber befinden sich unsere Konkurr enten in Amerika, Belgien und Frankreich, letztere besonders durch die aus der technischen Höhe stcbenden deutschen Werke in Lothringen, in einer be- sonders glänzenden Lage. Diese Position wird noch dadurch gestärkt, daß Frankreichs Industrie durch das Abkommen in Spa� mit Kohlen und Koks überschwemmt wird. Einzelne Werke sollen Vorräte bis zu 28 W!0 Tonnen Koks haben. Demgegenüber leidet die deutsche Eisenindustrie die größte Not. Da- Hasper Eisen- und Stahlwerk arbeitet noch immer mit einer Einschränkung von über 7» Proz. Die Gegenüberstellung dieser Fahlen schreit zum Himmel. Der Zusammenschluß in Teutschland ist deshalb eine zwingende Notwendigkeit, die, falls die Mark sich noch lositcr verschlechtern sollte, für uns vielleicht noch einmal die ein- zige Möglichkeit bedeuten wird, durch die Erzwingung eines großen Exportes unser Land vor dem Verhungern zu schützen. Unsere Werke müssen Arbeit haben. Koble werden wir nicht immer exportieren können, denn schon heute �ist England wieder mit seinen Kohlenosfcrten an der Nordküste� Die Wirt- schaft muß sich verbinden und verfeinerte Fabrikate her- ausschaffen. Die Interefseuvcrträge haben wir so gestaltet, daß sie den Werken völlige Selbständigkeit lassen. Wir wollen die persönliche Initiative nicht ausschalten, sondern durch Ver- g l e i ch e aus das höchste steigern. Zu dem STöchner-Komern gehören folgende Werke: Lothringer Hülten« und Bergwerks-Verein.— Hasper Eisen, und Stahlioei k Haspe in Wests.—.Köniasborn" A.-G. für Bergbau, Salinen- und Soolbadbeirieb in Unna-Königtborn.— Georgs-Marien Bergwerksund Hütten-Berein in Georgs-Marienhülte bei Osnabrück. Eine»cur Jntcrcsscngcmcinschaft. Die T II enäbrt. daß zwischen der FiiMa Henstichel u Sobn in Kassel binsschilich ibrer Eizbcrgiverke und Hiitien, der Bergbau Akt-Ges. Lothnngen in Gerthe in Westfalen»nd der Essener Steinkohlen-Bergwerks- Akt.»Ges. in Essen Verhandlungen über die Eingebung einer engen Interessen gemeinschast kurz vor dem Abschluß stehen. GroßBerlln Unter öem verdacht des vatermoröes. In der heuiigcn Verhandlung wurde die mit Spannung er- wartete Zeugin Margaret« Homberg rernommen, welche an- Mailand gekommen ist— Tie Zeugin bekundet auf Befragen des Vorsitzurden, daß sie wegen des Gesundheitszustands ihres Per- lobten, eines Schweizers, mit diesem m Italien leben müsse. Vors.: Sie halten ein Verhältnis mit dem verstorbenen Herrn Wendelstadt? Wann war dies? Zeugin: Von Isslö bis igl3. Vors.: Ende 1SI8 ging die Sacpe zu Ende, weshalb? Zeugin: Ich'lalle Schwierigkeiten mit Wendelstadt wegen meiner Ausgaben. Ich hatte ihn gebeten, mir etwas mchr zu geben, da alle Preise ge. stiegen waren. Wendclstadt wurde sehr böse, er sagte, ex mache das nicht mohr, woraus ich ihm antwortete, daß ich dann eben arbeilen und mir meinen Lsbensuntertalt selbst verdienen müsse. Ich habe dann anck gearbeitet und gleichzeitig an zwei Herren vermietet, Herrn Wirth und RegierungSrat v. Schmidfeld. Vors.: Vis November 1918 kamen Sie doch mit dem alten Herrn Wendel« stadt häufig zusammen. Haben Sie jemals bemerkt, daß Wendel- stadt auch mit anderen Damen in Beziehungen gestände» hat? Zeugin: Zu meiner Zeit nicht,— Auf weitere Fragen des Vor- fidenden bekundet d e Zeugin: Wendelstedt war stets s'hr vorsichtig und auch sehr mißtrauisch, offenbar weil er große Kostbarkeiten in der Wabnung hatte. Sie, Zeugin, habe über alles genau Be- scheid gewußt, da ihr W. alles erzählte, auch all?z über seine Be- Ziehungen zu seinem Sbl n. Diesen behandelte W. äußerst streng, man kann sogar sagen grausam. so bekundet Zeugin weiter, so daß ich häusig um Schonung für ihn bitten mußte. Ich habe ihm wieverholt gesagt: Dein Sohn ist im Felde und kann jeden Augenblick fallen, Du darfst so etwas nicht schreiben Auch au? dem Briefwechsel m t der Toch er erkannte ich, daß diesch stet» in einem untcrwürjigcn Ton mit ihrem Vater vcr- kehren mußte. Der alte Wendelstedt war auch zu ihr grausam und sagte mehr wie einmal zu mir:„Bei meinen Verwandten werbe ich „HanS, der Grausame" genannt." Mir schien eS so als ob W. darauf noch stolz darauf war und ihm «ine gewisse Befriedigung gewäbrte. Vors.: Sie haben früher ge- s'gt. Sie trauen d:m jungen Wendelstedt eine aus gemeiner Ge- nnnunz begangene Tat nicht zu. Wenn der junge W. überhaupt in Frage komme, so könne d'e Tat sich nur so abgesptelt haben, daß zwischen Vater und Sohn ein heftiger Streit entstanden sei. lZortsetzung in der Morgenausgabe.) Kein Wolkenkratzer der Staatsschuldcnvertvaltnng. Für die deutsche und preußische Siaatsschuldenverwaltuwg soll, wie bekannt, auf dem Grundstücksblock an der Orr-nicn- und Allen Iakobstraße gegenüber der Rcicksdruckerci ein großes Verwaltungs- gebäude errichtet werden. Zu diesem Zweck sind bereits eine große Zahl älterer Wohn, Häuser abgerissen worden. Nach einem Entwurf de» Professors German Bcstelmeyer war gkp'aiil. das neue Dienst- gebäude emporzusübren in Gestalt eine? 49 Meter hohen, ovalen Gebäudes von 19 Stockwerken. Wie eine Korresvondenz berichtet, Ipt die Berliner Danpolizei die Genehmigung zu dickem groß»üeigen Entwurf versagt, nicht, weil d'e Baupolizei' den Typ des Wolken- Iratzers in Berlin überhaupt verbieten will, sondern weil der Tau an dieser Stelle mit den engen Straßen den benachbarten Wohn- und Geschäftshäusern Licht und Luft entzogen hätte. Dieser Uebclstand ist auch nicht durch die ovale Grundrißform des Bestel- meoerschen Entwurfs beseitigt, Reich und Staat sind infolgedessen zu dem vom Baurat von Bändel zuerst anfgestellien Entwurf eine? niedrigeren Ticnstgebäudes zurückgekehrt, das nach ein'gen Aende- rungen jetzt die baupol:zeiliche Genehmigung gefunden hat und der Ausführung, mit der begonnen worden ist, zugrunde gelegt wird, Ter Riesenbau soll bis zum Jahre 1924 vollendet werden Verschmelzung der Straßenbahnen. Heute vormittag ist in einem förmlichen Akt die Verschmelzung der vormaligen Berliner elektrischen Slra�cnbahn-Aktien-Gcsell- schaft und der Städtischen Straßenbahn Berlin mit der Großen Berliner Straßenbahn in Anwesenheit de? Stadtbaurats Adler und des Stadtrats Seckelsohn in vcrwaltungStechnischer Beziehung vollzogen worden. Die Vereinheitlichung des FahrscheinwcsenS wird demnächst erfolgen. Kampfbereitfthast Zwei bis zum äußersten überfüllte Msigliederversammlungen des Deutschen Eisenbahnerverbandcs, die am Tcnner-tagabend in KliemS Festjälcn tagten, erklärten(ich zum schärfsten Kampf bereit, falls ihre Lohnforderungen nicht erfüllt werden. Der VerbandSvo''siizcnde Scheffel besprach die gegenwärtige Lage im Hinblick aus die Lohnbewegung. Zunächst!rit»sier:e er einen die Bcweaung behandelnden Artikel'm„Achiuhrabendblatt" und in der„Roten Fahne" Dies«, die ja auch ein Arbeilerblatt sein will, leistet den Arbeiterimeressen einen sehr schlechten Dien st, indem sie der Wahrheit zuwider behauptet, der Allge- meine EisenÄabneroerband und die christliche Organisation hätten weitergehende Forderungen gestellt als der Deutsche Eisenbahner- verband. Die„Rote Faihne' weiß aus der Presse, daß das Gegenteil der Fall ist. Trotzdem stellt sie die Tatsachen auf den Kopf. Der Redner schilderte, wie sich der Verbandsvorstand seither bemüht hat, den berechtigten Forderungen auf eine zeit- gemäße Lohnaufbesserung an zuständiger Stelle Gehör zu verschaf- fen. Beim Beginn der Verhandlungen über den Manteltaris am 13. November verlangten die Vcrbandsvertreter, daß vor der Tarif- beratung die Lrenfrage erledigt werde und der Lohn wenigstens um 1 M. die Stunde erhöht werden müsse. Am letzten Mittwoch waren die VerbandZvertretcr zu einer Besprechung mit den Regierungsvertretern über die Lohnfrage ge- laden. Es ist aber nichts dabei herausgekommen. Reichsverkehrs- minister Gröner und Reichsfinanzminister Wirth erklärten, er st müßten die Gehä'llcr der Beamten geregelt werden, ehe an die Prüfung der Lohnforderungen der Arbeiter herangetreten werden könne. Tie Verband-vertreter hatten er- wartet, man würde ihnen positive Vorschläge, aber nicht diese nichtssagende Mitteilung machen. Dem Hinweis der RegiernngSvertreter ans die schlechte Finanzlage des Reichs begegneten die Verbands- Vertreter mit d.'m Vorschlage, die Regierung solle die riesigen Privatvcr mögen einziehen und die Riesenge- Winne scharf besteuern, das würde die Reichsfinanzen ganz bedeutend bessern Minister Gröner stellte in Aussicht, daß bei der Eisenbahn 199 999 Mann entlassen werden müßten. Di« Ver« bandsvertrcter erklärten, die Erregung der Eisenbahner sei so stark, daß sie für nichts mehr einstehen können. Die Eisenbahner verlangen, getrieben von ihrer wirtschaftlichen Not. daß in eine Aktion eingetreten wird. Es haben sich bereits AktionS- auSschüss, gebildet, die passwe Resistenz wird propagiert, es ist also die allerhöchste Z-it, daß den Eisenbahnern neholfen wird. Tiefen Erklärungen hat sich auch der Allgemeine Eisenbahnerver- band und der Christliche Eisenbahncrverband angeschlossen. Ob und wann die Verhandlungen mit den RegierungSvertre- tern wieder ausgenommen werden, weiß man nicht. Die Sit na- t i o n ist äußerst gespannt. Arn nächsten Sonntag wird der erweiterte Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandcs in Der- Einbrecher in der japanischen Botschaft. Die Räume der japanischen Botschaft em Königsp'atz wurden von Einbrechern heimgesucht. Tie Diebe stahlen für 29999 Mark Teppiche und Bronzeleuchker, eine Bersertischdccke mit blauem Grund und zwei dunkelrote Pcrser-Tivandecken mit blauen und weißen jWoz und-wei 40 bis 45 Zent'met-r dre'eckiae Bronzeleuchter. Mit der Beute entkamen die Einbrecher unbemerkt. Fünf türkische Tepviche stahlen Einbrecher aus einer Fabrik in Treptow. Auf deren Wiedcrbeschaffung hat der Geschäd gte eine Belohnung von 5999 M cuu-gcsctzt. Verlegung des �Ziudeuhofes"? Mit dem„Fall Wilker" ist die Frage aufgetaucht, ob daS städtische Fürsocge-ErziehunHSbcim in Lichtenberg durch die Art seiner Anlaae überhaupt noch den Anfoiüerungen genügt. Di« ganze Anstalt ist ein veralteter Bantyp und nicht zu vergleichen mit der im Jahre 1917 errichteten landwirtschaftlichen Erzichungs» anstalt der Stadt Berlin in Struveshof bei Grotzbeeren im Krerse Teltow. Das Gelände für Garten- und Landw'ir! schaft ist aanz grwing, die Hauptarbeit der.Heiminsassen vollzieht sich im gcschlos» scnen Werkstattbetriebe. Es ist daher an maßgebender Stelle seit längerer Zeit wiederholt ernstlich angeregt worden, den Lindenbvf seiner jetzigen Bestimmung zu entziehen und werter von Berlin entfernt«in? zweite landwirtschaktliche Erziehungskoloniie nach dem bewährten Muster von Struveshof anzulegen. Für anderweite, passendere Verwendung des Lindenhofes bieten sich geimg Ge'�-n. hciten._ Zur Nachahmung empföhle«. In der Kemeinve K!?>n-S-vönebrck-Ficktenau wurde künlick seitens des kvllegialischen Gemeindrvorstandes eine plötzliche Nach- wieaung sämtlicher bei de» Bäckern lagernder Brole an eorbne». Ebenso wurden sämtliche sonstigen Vcrkaiissstellcn wie Müchbänbler. <>aufle»ie»s>v, einer Konii olle unterzogen. Dabei wnrven in einer Bcrtaiisenelle fünf Bivte gefunden, die zusammen 615 Gramm Mindergewicht baiten, al'o pio Brot fehlten 193 Gramm daß sind zwei Siullen oder bei einer sünflövssgen Familzx ein Pfund vro Woche. In einer anderen Verkaufsstelle hatten acht vor« handene Brole ein Mindergewicht von l96ö Gramm oder 13 9 Gramm vro Brot. Am Freitag nachmitiag war der Beschluß gefaßt worden, die Brote am Sonntag nachzuwiegen und am Soiiniag hauen bei einem Bäckernieister die sämtlich am Sonnabend gcbackenen Brote rin Uebergew'cht von durchschnittlich 199 Gtamm, wäbiend die von demselben Bäckermeiiier am Freitag an verschiedene Kaussenle geliefcrtc» Brote ein durchschnitt« licheS Mindeigewicht von 59 Gramm halten. Ob der Mann e'was von der koninienden Revision grträumt baue? Solche Revisionen iollien auch in andere» Gemeinden erfolgen, denn schließlich bat jeder siir die abgeschnittenen Marlen auch das vollbezahile Gewicht zu verlangen._ Auch ein„Vergeßlicher". Warum lesen wir auf Briefpapier und Stempeln mancher Reichs, und Staatsbehörden immer wieder noch die De- Zeichnungen„kaiserlich" und„königlich"? Angeblich beS- halb, weit die zur Sparsamkeit genötigten Verwaltungen ihr« Vor- räte älteren Briefpapiers noch ausbrauchen müssen und weil man vor der sofortigen Anschaffung neuer Stempel wegen der Kosienhöhe zurückschreckt Drss nicht immer auf dem Briefpapier die Eriune« rung an die kaiserlich-töniglichen Zeiten mittels Durchstreicht! rig ge- tilgt ist. wird aus Vergeßlichkeit erklärt. Soll aber„Vergeh- lickkcit" auch dann aiwonominen werden, wenn einer sogar Hand. schriftlich eine Verwaltung noch mit den monarchischen Attri- buten schmückt? Kürzlich ging vom Rechnungsbureau der.Königl. Eisenbahndirektion Berlin" eine Sendung an die„K a i s. Oberpost« direktion Berlin", Der Absender hatte„vergessen"', im gedruckten Formular die Eisenbahndirektion mit kräftigem Strick, ihrer„König- lichkeit" zu entkleiden. Aber die Adresse an die„Kais. Oberpost- direktion Berlin" war geschrieben? Hier batte also der Absender mit ciaener Hand die„Kaiserlickkeit" der Oberpostdirek'ion wiederhergestellt. Der„Vergeßliche" hatte dazu kein alte» Briefpapier und keinen alten Stempel nötig gehabt. Man sieht: es geht„ohne alle Apparate"._ „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Po stau flöge bei Möblierte Zimmer. DaS Sekretariat der sozialdemokratischen NcicbeiagSfialiion bitiet Offerten über zu vern.tetende Zimmer — möglichst in der Nähe deS Reichstag«— mit Angabe det Preises umgehend einsenden zu wollen. öer Eisenbahner» lin zusammentreten, um zu der Lage Stellung zu nehmen. Mehr als den Beamten wird man den Arbeitern nicht geben wollen. Aber die Aroeiter sind nicht damit zufrieden, wenn sie nur eine Erhöhung der Kindcrzulage bekommen, wovon ja die Lcdigen nichts haben. Die Stunde ist so ernst, wie sie seit der Revolution noch nicht gewesen ist. Bei allen bisberigeu Lohnbewegungen ist man den Eisenbahnern mehr entgegengekommen als jetzt. Der Redner besprach die(gx»»p geren einen Streik sprechenden Gründe. Am Sonntag wird d-e Entscheidung fallen, ob die Eisenbahner in den Kampf eintreten. Die Situation ist für einen Kamps insofern günstig als es sicy um eine Forderung der ge. sam'en Eisenbahner, Arbeiter und Beamten, Verkehrs, und Werk- stattpersonal handelt. Ter enger. Vorstand lat nicht die ge» r i n g st e Absicht zu bremsen. Di« große Erbitterung der Eisenbahner und ihre Jntereflengemelnschaft gibt die Gewähr für eine geschlossene Kampffront. Sollien sich die Leitungen der an« deren Eiscnbahnerorgani'aiioncn dem Kampf nicht anschließen wollen, dann wird der Deutsche Eisenbahnervevband den Kampf allein führen und die Mitglieder der anderen Verbände mit fort- reißen. Ein Kampf der Eisenbah' er, obgleich er rein wirtschaftlich« Ursachen Hai, kann eine große politische Wirkung aus« lö'en. Es scheint, daß die Regie. ung amiSmiide ist und diese Ge- legenheit zum Rücktritt benutzen möchte. Das alles wird bei der Entscheidung am Sonnabend berücksichtigt werden müssen. Wir müssen bereit sein,»m, wenn es nötig sein sollte, geschlossen in den Kampf für unsere Existenz einzutreten. sStarker Beifall.) Was der Referent zum Ausdruck gebracht hatte, wurde auch von allen Diskussionsrednern befürwortet. ES herrschte voll- kommenc Uebercin stimm ing ohne Unterschied der politischen Richtungen. Ein Vertreter der Beamten sprach den Wunsch nach einer friedlichen Durchführung der Forderungen aus, sicherte aber für den Fall des Kampfes den Arbeitern die Solidarität der Beamten zu.— Folgende Rejolmion wurde einstimmig ange- nommen: „Die Versammelten fordern den Haupkvorikand auf. mit aller Energie und Schärfe für die sofortige Aufbesserung ihres Ein« kommens bis zur Höhe des Exisienzminimnms einzutreten und den Kampf rücksichtslos mit allen Mitteln, letzten Ende« auch unbedingt mit dem Streik, zu fübren. Geschlossen verpflichten wir uns, auch bei einem eventuellen Streik. verbot der llkegicrung in den Slreik zu treten, wenn der Hauptpor- stand uns ruft und auf Streikunterstützung zu ver» z i ch i e n." Eine zweite gleichfalls angenommene Resolution sagt, daß sich die Eisenbahner gegen die in Aussicht gestellte Entlassung von 199 999 Mann wehren werken, solang« noch ein arbeitsloser Kol- lege auf der Straße liegt. Dänische Briese. Ans Grnnd unserer N-'liz vom 8, Dezember bat sich siir Cvarlolienbnrg und die wesilicde» Berorie Genosse Hans H e r r m a n n. Cbarlonenbnra, Wilniersdoiser Siraße 19, 616. III, zur unemgeltüchen Uebersetznng dänischer Briefe in der Zeit von nachniitiaqs 5 Uhr zur Versügimg genellt Di« bunte Tchiissel aus Bkesferrnchen und Marzivan, leicht berzintellen durch billige Mittel, zeigt der Berliner HauSkranengerein, L>na Moreenklern, am Dienslog. den 14, und Miilwoch, den 15. d Mt« von 11-6 Ubr im Haute Hermann Tietz, Leipziger Slraste, in der Haus- sratien-Beratungsstelle., Berliner Handwerkerverein. Sonnabend, den i l.Dcz'mber. 8 Nbr, Sovblenstr. 18: Voitrag des Her' n Di. G-onmann über„Menschen- ötoncm e»nd Produllioiissteigerung" kmit Lichldbderni. Alk-Glienick«. E,ne Ki n o o e r a n Ü a l t u n g de« DolköbildiingS. auSlchusses findet am Sonnabend, den lt. d. Ml»., nachmiliag» 5 Nbr iür die Jugend kEwtiiltSpreiS 25 Pi,) igid am Sonntag, den 12. Dezember, nachmiltaa« 6 Nbr für Erwachiene lEiNtriUSvrkis 1 Ml,) in der A lla der neuen Schule statt. Aus dem Sv'elplan sieden:„Der Ratien in«-,- von Hameln" und„Der Tanz im Spiegel der Zeven." OewerGhastsbewegung Ter Schiedsspruch für die Bankangcstetttcn. Am gestrigen Donnerstagabend ist der Sch edsspruch für die Bankangestellten gefällt worden. Die Teucrung'Szutagen wurden für die männlichen Angestell � n um 1200 M. von 4800 aus 6C00 M., für die weiblichen Angestellten um 1599 M., von 8S99 auf 5199 Mark im Jahre erhöht. Tie HaushaltSzulagen wurden um rund 1999 M. erhöht, Sie sollen in Zukunft auch den Angestellten gezrhlt werden, die einzige Ernährer von Unterhaltsberechtiaten sind, mit denen sie im gleichen Haushalt leben. Dagegen sollen d,e weiblichen Angestellten als Lcdge behandelt werden. Die Ki ndc r» Zulagen werden gcstakselt und betragen 849 M. bis 6 Jahre, 1989 M, bis 12 Jahren und 1390 M. für Kinder über 12 Jahre. Tie OrtSklassenab sch löge sollen nunmehr 5, 19. 15, und 29 M. betragen. Di« Einkommen werden um 29 Proz er. höht. Dadurch soll an der Tatsache nichts geändert werden, daß die weiblichen Angestellten nur 999 M, hinter den männüchen Ange- stellten deS gleichen Berufsjahres zurückbleiben. D'e Einlomm-n der Bureanbursch.'n werden festgesetzt: Im 14. Lebensjahr cmf 4350, im 20. aus 7900 M. Als Besatzungszulagen tverden die des RelckeS genommen. Tie Lehrlingsbezüge werden um «irka 29 Proz. erhöht. Die Gruppierung der Angestellten wird je- doch nicht wesentlich geändert. Der Rcichstarifvertrag soll bis zum 39. Juni nächsten Jahres lausen, sedoch soll dem Allgemeinen Ver- band der deutschen Bankangestellten und dem Deutschen Bank- beamtenverein freistehen, zum 1. April nächsten Jahres hinsichtlich des Einkommenstarife« wie auch der Anrechnung der Berufsjahre Aenderungkvorsckläge zu machen. Anerkennungsfrist deS Sck-"-" spruchcs läuft für beide Parteien am 22. Tezegnber ab. Vor Abschluß der Werftarbeiterbewegung. Hamburg, 19. Dezember.(Eigener Drahtbericht de« „Vorwärts".) Unter M.twirkung de« RcichZarbeitkmimsteriumS war insolge deS letzten WerftarbeiterstreikS ein Schiedsgericht zu- sammengctreten, um die neuen Lohnsätze festzusetzen. Dieses hat nunmehr einen Schiedsspruch dahingehend gefällt, daß mit Beginn der Lohnwocke die Wiederaufnahme der Arbeit statt- findet. In dem zuletzt bestreikten Howaldt-Werk soll an die ge- lernten, angelernten und unzelernlen Arbeiter ein Aufschlag vonSOPfennigzum Stundenlohn, an die jugendlichen Arbeiter von 39 Pfennig gezahlt werden. In Hamburg wurde gestern abend in mehreren Wcrftarbeitervcrsammlungen zu diesem Schiedsspruch Stellung genommen und beschlossen, am Sonntag bei der Urabstimmung endgültig die Werftarbeiter über di« ne"» Tarifregelung entscheiden zu lassen. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma A. Allbeeq in Neukölln, Bergstr. 155. empfieblt in Ihrem beult en Fnteral den ,VolwäitS«-Lesern ihr Geschäft in Biotin) tuen und Herrenaltitcln. Zum be 001 siebenden Weibnochtsfest bringt sich daS in den weitesten lirei'e» belo, nie Ubren- und Goidwmeugeichäst von Emil O» a d e. Cchöncberg, Haupinrnne 148, in Erümer mg. Ann findet eine reiche And- wabl in Udren, Brllauien, ffioid-, Silber-»nd Alsenidewaren Die lrirma beklebt je», 27 Ick.re und bat es verstanden, sich durch strenge Rcellität»nd billige Preise hervorzutun, so dag da« Geschäjt als grügle» in der Brauche dasteht. E1HCÖS M. KRAUS& Co Preiswerte Weihnachts- Geschenke! Damen- Konfgktions-Haus BERLiNO RsnHfurter Allee 50 Ecke NxderbarnlmstrMSS EffäBBB- SSBtiine 1 RleltlSriinS»chrn und iteincn rottu Punkten orc fdttsinbrn In wen in Tagen dnrch .Netchel» SrSheboUom-, der auch IN barindatgsten Zchte:! N0i. kommen sicher wtril. g,5C. 0ll» Aeichel. Berlin 45. EO. Ci,rnbar,>t»r. 4. 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