Nr. 606 ♦ Z7.?ahrgang Msgabe A Nr. 166 BezuaSvretS: V?tttlfai)rl,30.—-JH�raonatUO.— 3)8. frei ins öaus. voraus Zahlbar. Polt» bnn»llano.-u emootcj,?chwei>en und ile Schwer».— imaetraoen in die Post- einina» Preisliste. Oe»..Vorwan?' N»1 der Eonnraa» dcllaze.Boll il.Rett� ercchemi irocnerr- »ognch rweimai Sonntaac und Montags»nmar Tecearamm-Ädreste »So,ialdem«trai verlia- Morgen-Ausgabe berliner Oollisblntt � ZV pksnnig) .' AnzetgenvreiS: Die achtgeivaltene Nonvarrillereile kostetZ.— 2!c..Teuerizng»zu,en-. das rn* gedruckte Wort L— M. Izulalftg /rve iengedruckte Worre». cedes weitere Wori 60 Pfg. Slellengeiuche und Echlaistellenan, eigen da« erite Wow 65 Pig. edes weitere Won IV Pfg Worte übet 15 Buchstaben»ählen für iwec Dane. Teuer» nas.iulchlaa ?amcI>en-Än»ngen sür Abonnenten Zeile 2,— M..»olittiche und er» werlichattlichk Verein«- Air'eigen 8.— Ml. die Reile ohne Aufschlag. An, eigen iür die n a chst e Zlummer wüsten bi« 6 Übt nach nitttags im Ziauorgefchält. Berlin SW). Linden- strage 3. abgegeben werden,«eoffnet von S Uhr iriih dt» 5 Uhr abends. Zcntralprgan der rozialdcmokratirchcn Partei Deutfchlands Neöaktion und Expedition: EW. 6$, 2indenftc. 3. ' erniprerber Zimt Morii-vla«. Nr. la>«?. oorwärts-verlag G.m.b.H., EW. bS» Lindenstr.Z. aernivrecher:»im« Morinvla«, Nr. II7SZ— Sie Seamtenbewegung. 5ür Streikesckt— jetzt gegen Streik! Der Deutsckie Beamtenbund unterbreitet durch WTB. der Oefftnllichkeit folgende Erklärung: Der Deutsche Beamtenbund stellt fest, daß weder Erlasse nach Verfügungen der gewerkschaftlich organisierten Be- amtenschaft das verfassungSmüßige Recht nehmen können, lebenS- wichtige Forderungen mit allen gewerkschaftlichen i t t e l n zu erkämpfen. Die im Deutsche» Beamtenbund zu-— sammengeschlossenen Beamten halten aber die allgemeine politische Lage des deutschen Volkes zurzeit für so e r n st, daß sie in pflichtmäßiger Wahrnehmung des ihnen verfassungsmäßig obliegenden Dienstes am Volke im gegenwärtigen Augenblick nicht gewillt sind, von dem letzten gewerkschaftlichen Mittel Ge- brauch zu machen. Ter Deutsche Beamtenbund kann und will jedoch mit diesem Entschluß seine bisherigen wirtschasilichrn Forderungen nicht preisgeben; er fordert nach wie vor eine unverzügliche An- Passung des TiiensteinkommennS der Beamten an die allgemeine wirtschaftliche Lage und jene Sicher st ellung des Existenz- Minimums, die allein die staatSerhaltendeu Grundlagen des' BerufebeamtentumS gewährleistet. I Zur Vorgeschichte dieses Beschlusses wich von anderer Seite gemeldet: Am gestrigen Freitag nachmittag versammelten sich Delegierte der großen Beamtenoriganisationen in den Räum.'n des Deutschen Bvcrmtendund.'S, um zu der Frage Stellung zu nehmen, wie sich die einzelnen Beamtenorgantsationen zu dem Beschluß des Reichstages stellen sollten. Es waren die Reich» gewerk schaft deut- icher Eisenbahnbeamten, der Reichsverband der Post» und Telegraphenbeamten, ferner dt« Landesverbände! Württemberg, Bayern. Baden, Sachsen sowie Korpo- rativr.en der Justiz, und Polizeibcamten, der Ko m m u n a l b e- 1 amrcn, der Lehrer, der Bund der technischen Be-! cmten. die Beomtenvereinigung bei den Reichs- und Staatsbanken, Vertreter der Kreis- und Provinzini-, der Zoll- und! Steuerbeamten, der Gewerbe- und Aufflchtsboamlen anwesend. Die einzelnen Beamienkörperschartcn halten zum großen Teil schon in den Vormittagsstunden Sitzungen abgehalten, um für die Tagung, im Deutschen Beamtenbund die Pcschlüsie ihrer Mitglieder als Ilnterlagcn geben zu können. Da der erite Vorsitzende des Deut-! schen BeaMtenbuttdeS, Flüge l. nicht anwesend war, leitete der i stellvertretende Vorsitzende. Postbeamter K u g l e r, die VerHand-' Innigen, Es wurde von den Anwesenden fast einmütig der Hoff- nung Ausdruck gegeben, daß die Regierung selbst zu der Er- kcnnrnis kommen werde, daß den Beamten Hilfe dringend not wc. und es wurde dam Vorstände des Deutschen Beameenvunde-Z Aus- trag gegeben, in dieser Richtung Schritte zu unternehmen. Das Ergebnis der Bercrwnssen faßt der Deutsche Be- mttcninmb tn der oben wicHergegebenen Erklärirng zu- sammen,, Ter Tkcgertvald-Bcrband. Der Kesmutverbmid Deutscher Beamten- und Staats- cmgestelltengewerkickiafton. angeschlossen dem De u t s ch e n GewerkschastsbuNid(Vorsitzender Wohlfabrtsminister S t e- g e r w a l d) hat in seiner gestern abgehvltenen HtNwtvor- standsiitziing folgende Entichließirng einstimmig angenommen:! .Der G,s-rmtverbc.rnd Deutscher Beamten- und Siaatsange- stelltcngewerkschasten vermag in der vom Reichstrag für die Be- amten beschlossenen Hilfsaktion keine ausreichende Maß- nahm« zu«äblicken, um der großen Not in der Beamtenschaft wirksam zu steuern. Wann ex auch anerkennt, daß die Erhöhung der Zuschläge zu den Kinderzutogen, die mit Rückwirkung vom � 1. Oktober durchgeführt und noch vor Weihnachten ausgezaüit i werden, eine dankenswerte, wevn auch nicht immer ausreichende i Hiffe den Beamtcnfamilien mit Kindern gewähre, so bedauert c?> doch, daß der Reichstag und die Rrichsregierung sich nicht haben| entschließen können, auch den kinderlosen Familien und den ledigen Beamten einen Zuschuß zu gewähren. Diese Hatfung von Zlegicrung und Reichstag ist um so erstaunlicher, «rlS die Reichsregierung durch Zahlung des �anuargebalts schon am IB. Dezember d. I. selbst zugestehen. muß. daß ihre Hilfsaktion nicht ausreicht, wm wirklich zu helfen. Mag diese Vorausbezahlung des nächsten Monosgehalts auch für den Augenblick die Not weniger fühlbar machen, so mutz diese doch selbstverständlich im Januar um so schärfer auftreten. Die Regierung wird daher er» sucht, schon setzt ihr Augenmerk auf dste unvermeidliche Entw icklung zu richten,' um ihr sofort mit geeigneten Maßnahmen entgegenwirken zu können. Die sofortig« finanzielle Inkraftsetzung des neuen O r t S- klassenvcrzeichnisseS, soweit es heute schon nach d«r unteren Grenze hin feMeh:. wird als Erfüllung einer der ivefentltchen Forderungen bei GesamrverbandeS begrüßt. Jedoch erst ein« von Kleinlichkeiten sich freihaltende Durchführung dteler Aiaßv ahmen wird sie einem erheblichen Teil der deutschen Be- /turtenschast wertvoll machen. Die reichlichere.Dotierung der zinterstützungSfond» ist anzuerkennen, doch will die Beamtenschaft nicht auf Unterstützungen angewiesen sein, sondern einen Rechtsanspruch auf ihre gesamten Bezüge besitzen. Die Forderung nach Beibehaltung der Betriebszula�en und nach Aenderung des Z 23 des Besoldungsgesetzes in der vom Reichsgutachlerausschuß verlangien Weise wird nachdrücklich wiederholt. Eine Nick, tersrllung dieser Forderungen würde den Eindruck der jetzt gefaßten Beschlüsse in einer verhängnisvollen Weise verwischen. Hinsichtlich der Arbeiterforderungen ergeht an Regie- rung und Reichstag daS dringende Ersuchen, die Verhandlungen im Geiste des Entgegenkommens so beschleunigt zum Abschluß zu bringen, daß auch hier noch. vor Weihnachten die finan- zielle Auswirkung möglich ist. Von der endgültigen Gestaltung dieser letzteren Be- schlüsse will der Gesamwerband sein weiteres Verhalten ab- hängig machen. Die Rcichsgewerkschaft deutscher Eisenbahner für Urabstimmung. Nach einer Meldung der B.S.-Korrespondmz hat die Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten eine Urab- stimmung über die Streikfrage beschlossen. Ueber ihre Beratungen wird berichtet: � Auf seiner Tagung in Berlin am 9. und 10. Dezember hat der erweiterte Vorstand der Rcichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahn- beamten und Anwärter Stellimig» genommen zu der Entscheidung des Reichstages in Dingen dar allgemein anerkannten Notlage der Beamtenschaft:" Die im Plenum gefaßten Beschlüsse bed.'uten für die Beamtenschaft die Ablehnung ihrer Hauptforde- rungen auf w.rksäme Hilfe. Di« ungenügenden Zugeständnisse der angenommenen Regierungsvorlage in bezug aus Erhöhung des Teuerungszuschlages zu der Ktnd.erzulage bedeuten' lediglich einxn Tropfen auf den heißen Stein. Danach würde für jedes Kind ein Mehrbetrag von monatlich etwa 10 bis 43 Mark in den verschiedenen Ortsklassen zur Auszahlung kommen, während der allgemeine Tiefstand von 75 Proz. aller Beamteneinkommen, die unter dem amdl.ch festgestellten Existenzminimum liegen, unberück- stchrigt bleibt. Das weitere Entgegenkommen der Regierung, die Monatsgehälter für Januar bereit sdor Weih- nachten auszuzahlen, kann nur als eine Fortsetzung der unhetl- vollen Vorschußwirtschaft und als ein Beweis für die vollkommen verkehrte Beloldungspolittk der Regierung aufgefaßt tverden. Es würde dadurch der unerträgliche Zustand entstefcn, daß bereits Mit.tc Januar die Beamtenschaft wieder ohne die nötigen Existenzmittel wäre. Nah derselben Quelle bat die ReicbSgÄverkickaft be- schlössen, die Urabstimmung über den Streik„in Gemeinschaft mit dem D e n i' ch e n Beamtenbund" zu veranstalten. (Damit vergleiche man die oben wiedergegebene Erklärung des Deutschen Beamtenbundes.) Kundgebung gegen GiedbertS. lies- Ueber eine Kundgebung gegen den RetchSpostminister bertS berichtet eine Lokalkorrelpondenz: Das Berliner Kartell ber Ehrtstlicken Gewerkschaften hatte seine Mitglieder für gestern. Freilag abend, nach der Berliner Sladlhalle zu einer Kundgebung zusammenberufen, in der ReichLpostinimster GiesbertS über die Beschlüsse des 10. Kon- gresseS der Christlichen Äewerlsckiafien in Essen Bericht erstatten sollre. Als die christlichen Gewerkschaftler sich aber am Versamm- lungssrt einfanden, fanden sie den großen Raum bereits stark mit radikalen Elementen, zum großen Teil Postausbelfer, besetzt. Sckwn die Begrüßungsrede des Versammlungsleiters, Karwllsekretärb Decke r t, wurde von der Opposition mit lärmen- den Zwischenrufen unterbrochen. Der Lärm steigerte sich zum Tumult, als Becke« darauf hinwies, daß diese Kundgebung in Berlin den Boden schassen solle, der zu einer Gesundung Deutschlands notwendig fei. LauteS Johlen und gellend« Pfiffe verhinderten den Redner am Weitersprechen. Eine Deputalion erschien aus der Rednertribüne und der- langte von Minister GiesbertS, daß seine Rede nur eine be» stimmte Zeit dauern dürfe und daß dann ein Korreferat seitens der Opposition gehalien werde. Dies Verlangen wurde ab- gelehnt. Inzwischen war eS zwischen den Anhängern der ver. fchiedenen Richtungen zu lebhaften Auseinandersetzungen aekom- men. Der Lärm steigerte sich von Minute zu Minute, alle Be- mühungen des Versammlungsleiters. Ruhe zu schaffen und die Eindringlinge zum Verlassen des Saales zn veranlassen, wurden mit höhniscken Zurufe» begrüßt. Minister GiesbertS, der sich Ge- hör zu verschaffen suchte und da'auf hinwies, daß die Versamm- lung nicht öffentlich, sondern eine Veranstallung der Christlichen Gewerkschaftler sei, wurde mit stürmischen Rufen wie „Streikgesetz!— Ärbeiterverräterl" und ähnlichen empfangen. Von der Galerie des Saales hielt ein Redner eine Rede gegen GiesbertS. in dec er iln wegen seiner Streikverordnung scharf angriff. Di« Borsammlung mußte vom Vorsitzenden geschlossen werden. Bald dvnnrf räumte di« Sicherheitspolizei den Saat. Für Frage des öeamtenstreiks. Haben die Beamten das Streikrecht, oder haben sie es nicht? Diese Frage wird an allen Ecken lebhaft diskutiert, aber man darf einen Dollar gegen eine Mark wetten, daß niemand die Lösung dieses Problems finden wird. Man kann behaupten, daß die Beamten kein Streikrecht besitzen, aber man kann nicht bestreiten, daß sie sich dieses Reckt unter Umständen einfach nehmen werden. Kvnser» vative billigen Proteststreiks in den besetzten Gebieten, wir Sozialdemokraten halten den Beapitenstreik gegen verfassungswidrige Putschregierungen ü In Kapp für selbstverständliche Pflicht. Erkennt man aber an, daß es Grenzen der Beamten- dienstpflicht gibt, so kann man nicht leugnen, daß eine wirk- lich ganz utierträgliche Lage die Beamten zu dem Veri'uch antreiben kann, durchs die Anwendung des letzten ge» werkschaftlichen Mittels eine Besserung ihrer Lage herbeizu- führen. Entscheidend wird sür sie nickt der Streit der Juristen sein, ob sie ein Streikrecht besitzen oder nicht, sondern di« Frage, ob sie sich durch einfaches Nehmen dieses Rechts auch wirklich helfen können. . Man kann umgekehrt erklären, daß den Beamten das Streikrecht zusteht, aber man wird dann wieder zugebeir Müssen, daß dieses Recht nicht bis zu einem Punkt ausgedehnt werden darf, wo es z u m U n s i n n wird und zurAnarchie führt. Die Beamten können nickt den Anspruch erheben, durch Anwendung gewerkschaftlicher Mittel ihr Dienstverhältnis zum Staat so gestalten zu dürfen, wie es ihren eigenen Wünschen entspricht. Was würde z. B. der sächsische Minister des Innern- der Unabhängige Lipinski, sagen und was würde er tun, wenn die s ä ch ti s ch e n P o l i z e i b e a m t e v morgen bis zur Erfüllung bestimmter Forderungen ihren Dienst einstellen würden? Die Frage, wie die Kommunisten, wenn sie erst ein- mal an der Herrschaft wären, streikende Beamte bebandelst würden, btaucht nickt erst gestellt zu werden, denn in Sowjet- rußland haben ja auch die. Arbeiter kein Streikrecht... Es geht nickt an, daß man das Streikrecht bejabt. solange andere an der Macht sind, und daß man es verneint, sobald' man selber an der Mackst ist. Für die Beamten ist der Streik ein Mittel letzter Not- wehr. Aber sie dürfen nicht verkennen, daß sie durch ihren Streik auch den Staat in einen Zustand der Notwehr versetzen. Tie Regierung kann den Beamten nickt mehr zugestehen als das. was. ihnen die Volksvertretung bewilligt. Tie Negierung hat die Pflicht, die ihr bewilligten Mittel nach den Vorschriften des-Gesetzes zu verwenden, und sie hat die Pflicht zu regieren, wozu sie der Beamten bedarf. Darum wird sich keine Regierung durch juristische und moralische Erwägun- gen von dem Versuch abhalten lassen, den Staatsbetrieb trotz des Beamtenstreiks aufrechtzuerhalten und den Streik zu brechen« So liegt es in der Natur der Sache, daß ein Per- zwe i flu n g skg m p s zwischen de.m Staat und seinen Beamten die schwersten Erschütterungen mit sich bringen und sür den schließlich besiegten Teil zur schwersten Niederlage führen muß. Jeder Arbeiter muß es sich überlegen, ob er sür einen Streik stimmen soll oder nicht, der Beamte muß es sich drei- mal überlegen. Sein Verhältnis zum Staat ist doch noch ein geinz anderes, als das Verhältnis des Arbeiters zu seinem Be- trieb. Der Arbeiter kann einen zugrundegehendei« Betrieb verbissen und anderwärts Arbeit suchen. Die Beamten, die in ihrer Masse in der Privatwirtsckpst keine Aufnahme finden können, gehen mit dem zugrundegehenden Staat ganz einfach mit zugrunde. Sie erleben es sa jetzt und spüren es deutlich, daß die Not des Staates ihre eigene Not ist. Darum kann ihnen ein Streik auch nickt mehr als höchstens, eine vorickergeliende Erleschte- rung bringen. Sie klettern an den Masten etwas höher, aber das Schiff sinkt tiefer. Den Beamten kann mir geholfen wer- den. wenn dem Staat geholfen wird. Darum müssen die Beamten, wie immer sie'sich zur Frage des StreikrecktS und des Streiks selber stellen, mit dem stärksten Nachdruck dafür wirken, daß eine energische Besteuerung der noch leistungssäbigen Schichten des Volkes durchgesetzt und auck wirklich durchgeführt Wird. Es ist einfach nickt zu ertragen, daß bürgerliche Abgeordnete, di« im Reichs- wg den sozioldenwkratnchen Antrag auf Besserstellung der ge- ringst besoldeten Beamten ablehnen, im„Ackt-Nbr-Abendblatt" und sonstwo über die Not des ,, einfachen Millionärs" stöhnen'. I ddm nach Einziehung des R e i cks n o t o p fers nur Ist MO , Mark arbeitsloses Einkommen verbleiben würde. Es ist nicht |.zu ertragen, daß die Erledigung und Durchführung von Be- s i tz st e n e r n mit aSert Mitteln bekämpft und verschleppt wird. während die Diener des Staates bitterste Not leiden! Es gibt kein« Beamtenfragen. die nur Beamtenfragcn sind: sitz sind allesamt zugleich auch allgemein? Staats- b ü r g e r s.r a g/t n. Darum darf sich der Gesichtskreis der Be- amten niemals ans ihr Arbeitnehmerverhältuis verengen, sie müssen mit den apderen Staatsbürgern zusammen fü r ei n e n besseren Staat kämpfen. Die Sozialdemokratische Partei kann keinem ihre Sym- Kathie versagen, der in dem Gefühl, eln letzte? Notwehrinittel anzuwenden, zur Streikwasfe greift. Sie wird dieses natürliche SolidaritätSgcfühl aller Schaffenden nicht abhängig machen rwn irgendwelchen spitzfindigen Erläuterungen der Verfassung mtd der Beamtengefetze, über die man sich ganz vergeblich herum- streitet. Aber sie Hot auch die Pflicht, fede Schicht körperlicher oder geistiger Arbeiter, die daran.denkt, zur letzten Waffe zu greifen, auf die Tragweite ihres Entschlusses auf- merksam zu machen. Sie befindet sich damit in voller lieber. einstimmung mit allen besonnenen Gewerkschaftern, die stetS i er daS Wagen das Wägen gestellt haben. Daß aber das Wngni» eines Beamtenstreiks größer ist als das irgendeiner anderen Arbeitseinstellung, wird kein denkender Beamter verkennen. Ist für den Arbeiter der Streik eine zweischneidige Waffe, so ist er für den Beamten ein Instrument voller Stacheln und Spitzen. daS man kaum anfassen kann, ohne die Gefahr, sich selber dabei zu verletzen. Die Sozialdemokratische Partei wird inzwischen fortfahren in ihren Bemühungen, wenigstens den Aermsten unter den Beamten eine Erleichterung zu schaffen und die dazu notwendige Deckung durch die Besteuerung der leistungsfähigen Schichten herbeizuführen. Die begreifliche Erregung der Beamtenschaft und die vorhandene Möglichkeit, daß eine dauernde Nichtbeach- tung berechtigter Forderungen schließlich doch zu einer Kata- strophe führen könnte, wird ihr dabei den Rücken stärken, lieber- eilte Beschlüsse, möchten sie menschlich auch noch so verständlich sein, würden eine Lage schaffen, deren weitere Auswirkungen niemand vorvnszuschen imstande ist. » Der Reichsrat' hat in seiner gestrigen Sitzungdie Beschlüsse des Reichstagszum Be. soldungSgesetzeinstimmigangenommen. das Sperrgesetz im �auptaussckuß. Im HnrptauZschuh de» Reichstage» wurde am Freitag der Snt« warf des Gesetzes zur Sicherung einer einheitlichen Rege» lung der Beamte nbesoldung, de» sogenannten Sperr- gesctzcs, beraten. Schulz- Bromberg sD-nat. Vp.) sprach sich entschieden da. gegen au� daß eine zwangsweise Ucbcrtragung der Beamten- gehaltssätze des Reiches grundsätzlich auch für die Gemeinden gelten solle. Deglerk(Tnat. Vp.) ergänzte sein« Ausfuhrungen dahin, daß sich der beabsichtigte Erfolg auch erreichen liehe, wenn man den Länoern nur die Verpflichtung auferlegte, auf die Ge» meinden tm Sinn« deS Sperrgesetzes einzuwirken. Burlajfc(Zentr.) erklärte die pesetzliebe Regelung nur nach oben hin für notwendig. Bei den Gehertssätzen noch unten hin könne man den Gemeinden und Ländern volle Freiheit lassen. Der bayrische Meichsratsbevollmächtigte v. Wolf legte den ablehnenden Standpunkt der bayrischen Regierung dar. Bayern müsse dringend wünschen, dah das geringe Mnh staatlicher Selbständigkeit, das die Verfassung den Ländern ge- lassen habe, nicht, noch weiter geschmälert werbe. Di« weitgehende Beschränkung der Recht« der etnzelstaatlichen Landtage und der Gelbstverwaltung der Gemeinden, wie ste der Entwurf anstrebe, sei für Bayern unerträglich. Einheitliche Besoldung hatte zur Vor. aussetzung, dast auch Vorbildung, Ausbildung, Behördenorganisation, Anstellung und Beförderungsverhältnisse einheitlich geregelt werden. An dieser einheitlichen Regelung fehl« e» aber zurzeit! sie wäre auch nicht möglich, ohne das; man jede berechtigte historisch ge» wordene Eigenart der Länder in der Erfüllung der Kulturaufgaben unterdrücken würde.' Der bayrische Verfassung?- .auSschuß bade«instimmig gegen den Entwurf Widerspruch erhoben. Ministerialrat Kühnemann vom Reichsfinanzmtnl- sterium führte dagegen au?, datz die durch Art. 10 Ziffer 3 der Roichsverfassung verliehene Befugnis sich ganz allgemein auf da» Beamtenrecht und demnach auch auf das Besoldungsrecht erstrecke. Da�dcr Entwurf sich nur auf Aufstellung von Grundsätzen be- schränke. Halde er sich zweifellos innerhalb der ver- fassungsrechtlichen Grenzen. OdcrrrgierungSrat Schulze erklärte: Die Regierungen Sachsens. Badens, Württembergs, Hessens und Thüringens haben im Rcichsrate dem Gesetz« zugestimmt, loeil sie eS für eine unvermeidlich« Notwendigkeit hielten. Es gäbe nach ihrer Ansicht keinen anderen Weg zu der dringend er- Stuöcnt Wozzek-�ancke vor dem Schwurgericht. Während die Freiburger städtisch« Bühne den armen Wozzek, Büchner» volksliedhafte Ballade, nach einmaliger Abend- aufsührun« bald wieder in die Versenkung verschwinden lieh, be. reitet« sich für den neuen Schwurgerichtssaal ein anderer Fall Wozzek vor, diesmal nicht au» dem Soldaten», sondern dem Stu- dentenleben. Auch Her der arme, den letzten Groschen opfernde Liebhaber, der an Untreue nicht glauben will; wiederum der reich mit Geld gesegnet« Nebenbuhler; abermal» der uneingeschränkte Sieg des Bemittelten; am Schluß fünf Revolverschüsse gegen die Treulose, von der ein Verzweifelnder scheidet, um sich dem Gericht auszuliefern. Der 24jährige Student Jancke aus Altona, angeklagt wegen Totschlags, weil er die 26jährige Studentin Frese erschossen hat. war so wenig wie das Mädchen von der Natur verschwenderisch ausgestattet, hatte dazu. im Krieg dauernde körperliche Schäden erlitten, die den Gebrauch der Hände beeinträchtigten. Seine Geld» mittel waren spärlich. Da wurde ihm der Liebe Evangelium, diese Mädch-nbekanntschast das einzige Glück für kurze Zeit. Während «r in einer anderen Stadt oibeitele, gewann in Freiburg ein be- güterter verheirateter Kaufmann mticheidenden Einflutz auf die Studentin.— KaffeehauSbekannt. chaft! Die Studentin wird Prt- vatsekretärin des Siebenundvierz gjähnigen,-.rhält bald monatlich 200 bi» 400 Mark zu ihrem halb so hohen MonatSwechsei. Der Student erfährt von der neuen Bekanntschaft, wird mit Redens- arten abgespeist. Er kann und will nicht von ihr lassen. Sie leistet den Eid auf ihre Treue, wird krank, nimmt im Hospital die rüh- rendsten Beweise unverbrüchlicher Liebe des Studenten entgegen. Er macht Schulden, sie durch seine Gaben zu erfreuen. Sie»er- langt von ihm auch noch das Elrenwort, er werde nie an ihrer Treue zweifeln. Derweil schüttelt sie.hn ab. um Freiheit zu g«. Winnen für den Verkehr mit dem anderen. Auch am Sonntag vor ihrem Tod beruft st« sich auf Ruhebedürftigkeit, um em Zusammentreffen mit Jancke zu verhindern. Am Tag nachher trifft Jancke sein« Braut. Sie lauft ihm davon und speist mit dem Kaufmann in einem Restaurant, wobei ste von Jancke überrascht wird. Der an der Welt verzweifelnd«, betrogen« junge Mensch de- schließt, sich zu erschießen, sucht ferne Wohnung zu diesem Zweck auf und findet dort«inen Trief seine» Vater» mit einem Fünf. mar»schein für«in Gla» Bier. Di« Freundlichkeit au» elter. lichein Hau» stimmt den Sohn um. er geht in den Wald, beruhigt sich einigermaßen, will seiner Braut noch einmal sein« Lage vor- stellen. Sie betreten einen Hörsaal der Universität, die letzten Borgange werden besprochen. Da erklärt da« Mädchen, sie wolle nicht Sklavin sein. Nun spricht der Revolver da» letzt« Wort. Jancke, Freiwilliger im Krieg, bei Verdun lebensgefährlich ver- wundet, als kriegSunbraucbbar au» dem Dicnit entlassen, ist nach dem Zeugnis eine» Hochschullehrer» gutmütig, nervös, etwas eralliert, Ideologe. Er sitzt, das verkörperte Unglück, auf der Anklagebank.— während sit im Zuhöcerraum die Menge drängt, die au» dem Tribunal entzückt die Szene macht. Der Kaufmann Gesteht«in, von seiner grau einen.Freibrief" für den Verkehr mit forderlichen AvnheiMKkeit. Di« genannten Länder halten aber ein« Erweiterung de» Gesetze» dahin, datz es di« Gewährung einer Mindest besoldung an die Länder- und Gemeindebeamten vor- schreiben solle, für unerträglich. Nachdem auch der Vertreter Preußen» sich in ähnlichem Sinne wie der Vertreter Sachsens geäußert hatte, erläutert« Abg. Beuermann(D. Vp) seine Antrage zum Sperrgesetz. Es sollen bei der Regelung alle Umstände berücksichtigt werden, die für die Be- Wertung der Eigenart des betreffenden Beamtenberufs im allge- meinen und der zu beurteilenden Stellen im besonderen in Betracht kommen. Dieser Antrag wird angenommen. Schließlich wurde auch ein Antrag Dr. Höfle, Burlag« sZentr.i angenommen, wonach die. Gemeinden verpflichtet werden, die Besoldung ihrer hauptamtlich angestellten Beamten und Lehrer so zu regeln, daß sie grundsätzlich mit den LänderbesoldungSord- nungcn übereinstimmen. Abgelehnt wird ein' deutschnationciler Antrag, der da» Sperrgesetz für di« Gemeinden nwht gelten lassen will._ Der obüachlose Reichswirtsckastsrat. Bilanzeinsicht der Betriebsräte. Der vorläufige Reichswirtschaftsrot beri-et gestern bas Gesetz über die B e t r i e b s b i 1 a n z. das ein AusführungS- gefetz zum Betriedsräteyefetz darstellt. Zuvor gab es aber eine interessante Auseinandersetzung über dicObdach-und S n b s i st e n z l o s i g k e i t dieser Körperschaft. Der Vor- sitzende v. Braun klagte, man besitze noch immer kein H.rm. sondern sei nur einquartiert. Preußen zeige nicht das ge- ringste Entgegenkommen. Aahnlich liege es mit der Finanz- frage, am 31. März n. I. werde der Reichswirt» schaftsrat mittellos. Er strebe einen eigenen Etat an, den ihm mit Rücksicht auf seine„Vorläufigkeit" der Reichs- sinanzminister verweigere. Diese Ausführungen wurden mit ebenso großer Enirüswng aufgenommen wie die er- gänzenden Mitteilungen Georg B e r n h a r d s> der sich über ein Verbot Leinerts. den Durchgang zur Prin�-AIbreckit- Straße zu benutzen, beklagte. Eine Protestresolution wurde angeregt. Der ReichSwirtfchaftsminister Scholz bemühte sich. O:l mif die Wogen zu gießen, er sprach dabei von einer„gewissen Eifersucht des Reichstags", der allerdings die einzige gefetz- gebende Instanz sei, aber neben ihm fei der ReichswirtschaftS« rat auch wichtig. Der Vorsitzende wiederholte seinen Protest, und der Reichswirtschaftsmini st er ent- gegnete auf seine und Dr. Bertholbs Klage, der Finanz- minister bezeichne den Rat als nachgeordnete Behörde deS Wittschaftsministeriums. mit der Versicherung, er sei bemüht, den Rat selbständig zu etatisieren. Die Situation des ReichswirtschafisrateS ist allerdings eigenartig genug. Er ist eben nur„vorläufig" und kann den in der Verfassung vorgesehenen Reichswirtfchaftsrat in keiner Weise ersetzen. Die Schwierigkeiten werden erst behoben sein, wenn die Verfassung auch in diesem Teil durchgeführt sein wird. Einstweilen aber darf a cht gedeilidet werben, daß sich der Reicksswirtschaftsrat als Reichsverschleppungs- rat etabliert. Die Absicht dazu geht ebenso auß der BeHand- lung der Kohlensozialisimmg hervor, wie aus der gestrigen Klage eines der Miiglieder, der Entwurf über daS Reichs- notopfer fei dem Rat nicht vorgelegt worden. Ginge diesss Gesetz auch noch durch diesen Rot, so könnte das arme Reich noch hundert Jahre warten, bis es von den Reichen Geld bekäme I Nach dem geschilderten Vorspiel beriet man'da» Betriebsbilanzgcsctz. Dr. Frank besünoorteoe eine vom Sozialpolitischen Ausschuß deS Rate» vorgenommene Aeuverang und bÄlagte sich darüber, daz msttleoweile der R e i ch s r a t die Regierungsvorlage u n v e r- ändert angenommen habe. Die Veränderung besteht darin, daß bestimmt Witt: Gehören zu einem Unternehmen mehrere Betriebe. so muß bei Vorlegung der Betriebsbilanz, soweit die Eigen- art de» Unternehmen» e» zulaßt, die Geschäftslage. der einzelnen Botriebe erläutert werden. Anfhäuse«! A fa-A vbci tnehmer) erklärt für bi: Minderheit; Der anderen Frauen erhalten zu haben, muß vom Oberstaatsanwalt scharfe Worte tören. Der medizinische Sachverständige meint. Jancke häbe die Tat im(vhen Affekt begangen, der aber die frei« Willenvbestimmung nicht ausgeschlossen habe. Der Oberstaa!»- anwalt findet menschliche Tön«, für Jancke; da» Gesetz ermöglich« nicht, einen Menschen zu bestrafen, der dem andern die Braut ab. spenstig mach«, sie für ecgene Zweck», mißbrauche— sonst wäre«in weiterer Angeklagter da. In den die Tat begleitenden Umständen findet der Vertreter der Anklagedohötte den Beweis de» Bewußt- fein» und de» Vorsatz«»,— in d»m, was der Tat monatelang vor- anging, aber ein Martyrium, da» mildernde Umstände bedeute. De« Verteidiger befürchtet„ine x-'rstört« Zukunft für Janck« bei Verurteilung wegen Totschlag», begründet den Antrag auf Frei- sprechung. da Jancke bei getrübtem Bewußtsein gehandelt habe. Die Geschworenen beraten dreiviertel Stunden. Im Zuhörer- räum wird gegessen;.langweilig isch'sl". sagt einer zu einer,.wir gehe ein Viertel« trinke!" Und ob der Kaufmann nicht mehr im Saal weile, hört man fragen.—.Nernl— Enttäuschung. Unten im Gerichtsgebäude schlägt eine schwere Tür dröhnend zu, wie zwischen Tod und Leben. Der Obmann der Geschworenen erhebt vi« Stimme; klar und feierl ch klhigt der Wahrspruch: Vorsätzlick>er Totschlag? Nein!— Vorsätzliche Körperverletzung mit Tode»- folge? Ja!— Mildernde Umstände? Ja!— Da» Gericht urteilt: Der Angeklagte Witt wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolg«, begangen unter mildernden Umständen, zu 1 Jahr Ge- fängni» verurteilt, wöbet die seit 23. Funt verbüßte UntersuchungS- Haft in Anrechnung kommt Der Verurteilte wird auf freien Fuß gesetzt. Noch einmal ergreift der Obmann der Geschworenen da» Wort: sie reichen ein Gesuch ein Jancke di« Strafe zu erlassen. Der ist nicht mehr imstande, dt« Frage zu beantworten, ob er da» Urteil annehme. Er hat m.lde Richter gefunden. Mag nun die Welt nicht die eisern« Tür zuschlagen vor seiner Zukunft! M. Fl. Geld und Kunst. Zum 20. Todestage Wilhelm Leibi» werden in den„Münchmer Neuesten Nachrichten" zwei bisher unbekannte Pariser Briefe des Meister» veröffentlicht. Im dem einen(au» dem Februar 1870 stammenden) heißt es:„Ich sehe ein für allemal, Gckld und Kunst sind zwei konträre Tinge. Sieh Dir nur die heuti. gen sogenannten Kunftgrößen an, die Millionen haben und für ein Bild 20 000 Taler bekommen, ob da? wirklich« Künstler find? Ich muß offen gestehen, daß, so notwendig auch gegenwärtig mir diel- leicht 20 000 Taler wären, es mir doch weit lieber ist. wenn statt dessen«in Bild, woran ich Mübe und Kraft verwendet habe, mir gelingt; denn dms gibt mir wirklich mehr innrre Freude wie jene harien Taler, di« nur bezahlt werden für Schmiererei, die da» Publikum allein zu verstehen imstande ist, während das üsirklich Gute und Schön« sich nur de» Verständnisses einiger weniger freuen darf, die gewöhnlich nickt befähigt sind, den Künstler zu bezahlen. Darum weg mit allem Kram, wie großem Namest) Vermögen und wie all dieser Plunder beißt, und studiert die Natur, dem, darau» ergibt sich nur allein die wahr« Befriedigung und Freude, und wo man glaubt, daß einem dies am besten gelingen muß, dorr soll man auch unbekümmert hin."/ Sehnliche Theorien habe« manche jungen Künstler aufgestellt Betriebsrat müsse die Zusammenhänge der GefchästSvovgäng« kennen lernen. Dazu genüge die Handel Sblanz nicht. Die Re- gierirngsvortoge gehe nicht weit genug Auch die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches reichten nicht au», da sie die Verschleierung von llebergewinnen, z. B. 100 Millionen bei Daimler, wicht vech.ndern konnten. Heber die Bedeutung der Reserven müsse Klarheit geschaffen werden, und Geheim« serven zur � Bilanzverschleierung seien nicht zu dulden. DaS Gesetz, wie eS die Mehrheit wolle, sei schlechter als gar»eins. Reichsjustizminister Dr. Hcinze betonte die Notwendiakeit, da» Gesetz bi» Jahresende zu erledigen. ES sei nicht die Avsichi der Gesetzgebung, Bilanzen zu schaffen, di« für die Betriebsräte nicht brauchbar seien. Allettings. könnt«. die Einsicht der Unterlagen zur Bilanz nicht gefordert wetten. Di« Arbeitnehmer erhielten durch diese» Gesetz weitgehende Rechte. In der weiteren-Debatte sagte Professor Herkncr: Die Gewinne dürften nicht ganz von den Lohnforderungen aufgesogen werden. weil dann nichts für die Steuer übrig bleibe und die Arbe.tsfteu- digkeit der Unternehmer leide. Er lehnt die MindrrheitSanträge ab. Röhr sArbettnehmer) verlangte Aenderung deS Betriebsräte» gesetzcs dahin, daß die Bilanz in.allen Betrüben vorgelegt werden müsse. Die Betriebsräte seien zur Bilanzkunde zu erziehen. Klare Einsicht werde die vadikal« Arbeiterschaft oft zur Ernüch». terung bringen. Professor Schmollenbach erklärte alle Bi- lanzen seien falsch, und riet beiden Te.Ien. sich vorläufig mit dem Regierungsentwurf zu begnügen. Beckmann unterstützte die Ausführungen Aufhäufer». Humar(Hausbesitzer) teilte mit, daß die Betriebsrätezentrale von den Betriebsräten Mit- teilungen Wer die Betrieb-verhälttrisst einfordere, da» bedeute Preisgabe der Betr.ctiSgcheimniss«. Nächste Sitzung.heute: Landwirtschaft und Ernährung An- trag Wissell über produktive Erwerbstosenfürsorg«. Der reaktionäre verleumöersumpf. Der Leuinant z. S. Karl Laverrentz hatte in den Kapp Tagen vor versammelter Mannschaft, um diese aufzuhetzen, behaupmt, datz Frau Ebert und Frau Noske das Silberzeug der ehemali kaiserliche n> Jacht..Hohenzollern" gestohlen hätten. Gerichtlich zur Verantwortung ge- zogen, konnte er natürl'ch keinen Beweis für diese Verleumdung erbringen. Er hatte sich dieser Tage vor der Strafkammer in A u r i ch zu verantworten. Der Staatsanwalt beantragte gegen den gewissenlosen Ehrobsckineiter vier Monate Gefängni». In nicht leicht verständlicher Milde erkannte da» Gericht nur auf S00 Mark Geldstrafe. Laverrentz ist bereits aus der Marine entlassen worden. Die reaktionäre.Hallcsche Zeitung" berichtet« vor kurzem über eine Rede de» Abgeordneten v. Kvrdorff in Halle und legte diesem die Aeußerung In den Mund, daß der jetzige sächsische Oberpräsident H ö r s i n g als Staatskommissar au» Oberschlesien„mit M i l- lionen fortgegangen fei". Von Oberprösident Hörsinz brieflich zur Rede gestellt, bestritt Herr v. Kardorff ganz energ ich, diese Aeußerung getan zu haben, er habe vielmehr gesagt, daß'in Oberscklefien Millionen für Propagandazwecke nutzlo» verschwendet worden und unkontrolliert durch Hörsing» Hände gegangen seien. In einem erneuten Schreiben an Herrn v. Kardorft stellte Hörsing fest, daß auch diese» völlig unwahr ist, daß vielmehr über alle au!» gegebenen Gelder bi» zum letzte» Pfennig Quittungen und Belege vorhanden sind und von den vorgesetzten Dienststellen auch nicht ein Pfennig der gemachten Ausgaben beanstandet worden ist. Hierauf hat Herr v. Kardorft nicht mehr geantwortet und damit zu- gestanden, datz seine Behaupiungen auS der Lust gegriffen waren DaS ganze ist aber interessant für den Werdeganz reaktionärer Verleumdungen._ Weitere Vertagung des Prinz-Prozesse». Der erkrankt gewesene, aber.no» der Sckonung bedürftige Beisitzer im Prni-Prozeß war am Freitag erfitienen, damit eine kurze formelle Verbandluiig ni», stände kommen konnte Geheinirat B r i e S k o r n rickiele an Prinz mehrere Fragen Prinz erllöile, von ReckiSanwoli Nübrll zwr'mal S00 M. und 1500 M. als„Darlehen" erbatien ,» baben. Von ReckiSanwalt Rübell wurde m'tgeieilt, daß von teilen der Zeugen L'ckitenstein und Vaier an Piinz herangeireien seien, rr'olle gegen Zahlung von 50 000 M. nack Hollarid flüänen. Rcck>tsa»walt Prötl deitrettet die Richtigkeit bieier Bebaupiunq und beanl'agt, di« betreffenden Zeuge» zu veruebnien. Hiera»» wurde die Ver- Handlung wieder geschloffen und auf Montag S>, Udr veitagt. (besonders wenn sie nicktS verkaufen konnten). Leibi war aber von anderem Schlag. Er lehnte es schon damals(Lbiährig) ab. Porträt» für Geld zu machen und der Presse oder dem Publikum irgendwie Zugeständnisse zu machen. Als er später nach Teutschland zurück- kam, vergrub er sich in ein oberbaherischeS Nest und lebt« von seiner Kunst. Von dem Kokottencharakter, der manchen Künstlern nach» gesagt Witt, hat Leibi ober auch keine Spur gehabt: er war ein ganzer Kerl und ein großer Künstler dazu. Die Reform der Kunstschulen. Im HauptauSschuß der Preu» ßischen LandeSversammlung, in der dieser Tage die Denkschrift de» Prof. Wactzoldt, de» Referenten für die Kunstpädagomk. vorgelegt wurde, haben die Redner der Parteien allgemein ihre Zustim» mung zu den Vorschlägen Waetzolds ausgesprochen. Ebenso hat der Bildungsousfchuß der Berliner Akademie der Künste seine Zu» sttmmung zu Waetzold» Gedanken erklärt. Die von Waetzo'd vor» geschlagene Kunsffchulresorm steht eine Neuottnung des Unter- richts auf handwerklicher Grundlage und eine Vereinigung der bis» her getrennten Lehrgänge für„hohe" und angewandte Kunst vor. Der tschechische Komponist Karl K-varovic ist in Präg, öS Jahre all, gestorben. Er gehörte zu der Musikergeneration. die das künstlerisch« Erbe Smetanas und Dvorak», der be ben grö'ttcn Tonsetzer de» tschechischen Volkes, zu verwalten hatte. Seine Werke zeigen«inen stark nationalen Einschlag. Sowohl die Opern wie auch die sinfonischen Dichtungen und die Lieder zeichnet eine Fülle melodischer Einfälle und elementares rhythmisches Gefühl aus. Größere Bedeutung als der Komponist hatte jedoch der Dirigent Kovarovic. Er war 20 Ja Ire Leiter der Oper des tschechischen Na» tionaltheaters in Prag. Kovarovic schuf einen Spielplan, der etwa? Vorbildliches hotte und besonders die deutsche Opern- musik berücksichtigte. Ein musgezeickneteS Orchester, auS dem er einst selbst hervorgegangen war, stand ihm zur Verfügung. ütine Lutter-Frier fand am Freitag in Wittenberg ,»r Srii-nerung an die am lv. Dezember ISN erfolgte Verbrennung der päpstlichen Sann- bulle statt. „Nie wieder Krieg». Unter diesem Motto ist eine neue„Arbeiter- Kuniiausstellung", Petereburger Zttage 89, eiösfuet Die Werke der de- tanntesten deut'chcn und ausländischen stiinbler weifen aus die Schrecken und die Folgen de« Kriege» hin. Di« Ausstellung ist täglich von 10 bi» 7% Udr geöffnet. Wer verborene Ebakesveare. Eine Genfer Schaufvtelergesell'chast svielt« in Lauianne Sbate'veare«„Matz iür Matz- in de, Uebertragnng von K»h de Pourtales. Am nächsten Tage erb el> der Diretlor«ine Mitteilung des Laufanner Polizeichefs, dan von dein Publikum zadlreiche Btichwetten über die.pornoaravbische Tendenz' de» Stücke« eingelaufen feien. Er könne weitere Auifübrunqcn dieies„unanständigen Stückes», das.einen schlechten Emflutz au» den guten Ruf der Siadt» baben müsse, rnchi ge. stallen. Ter Tirctlor mutzte.Matz für Maß' vom Svielpian adietzen. Deutsche Oper» tu tNmerika. Die Diiwe de« Tdealeruniernebmer» Oammcrstein bestäligt, datz von Mille November iSZl an eine aus 20 Wochen berechnete deulfche Lveinirnion ln de» Pere nlgien Siaalen ver- anstauet werden soll. Für diese Saison sind dle ttustüllning von„Könsrl und Gretel' am WeihnachlStage sowie Lpieiopccn und Operetten geplant. Zweiwal wöchenilich tollen im Januar, März und April deutsche Schau- ivtel« aufgeführt werde». Di«.Sie« Kort World' unterstützt da» lluler» IfffrUlfffi Hr. 6$6 ♦ 37. Iahrgaag Seilags öes Vorwärts ■■■■i ll.i IITTWIl— IIWBI IIIIHIffTinTlir'TT Sonnabenö, 11. Dezember 1H2S GroßGerün Der moüerne Astrologe. Ein mystischer Hang scheint gegenwärtig wieder hervorgu» treten; eS hängt dies mit den Folgen des Krieges zusammen, der durch die starken Eingriffe in das menschliche GemihSleben die Vorbedingung schafft. Es kann aber nicht ausbleiben, dost auch geschäftliche Spekulation diesen mystischen Hang auszunutzen ver« sucht, und so findet man gegenwärtig in vielen Zeitungen und Zeitschriften Ankündigungen, namentlich von Büchern über Karten« legekunde, Astrologie usw. Als ich- kürzlich auf dem Postamt zu tun hatte, fand ich auf dem Schreibpult ein kleines Heftchen mit der Auf« schnft:»Dem besten Freund.' Schon diese Aufschrift ist verdächtig, denn wer mein bester Freund>ist. kann ich doch nur allein empfinden und wissen; es kann sich ober nicht ein anderer selbst so bezeichnen. Nun, dieser.beste Freund' war denn auch ein etwas ungewöhnlicher: Bei näherer Betrachtung erkannte ich, dast es ern uralter Freund sei. der schon einmal vor Jahrhunderten und Jahr» taufenden der Menschheit zur Seite gestanden. Allerding«, ob als ein guter oder gar der beste Freund, soll nicht weiter untersucht werden. Sein Emflust aber war grast, denn er lenkte tatsächlich die beschicke der Menschen upd war bestimmend für da« Verhalten von Kaisern und Königen bi» in die neueste Zeit hinein. Aber endlich wurde er entlarvt als ein ungetreuer Freund, der schließlich nur noch n alten Werken ein beschauliche« Dasein führte. Jetzt also soll dieser Freund zu neuem Leben au« dem Dorn« röschenschlaf erweckt werden, in dem er doch wohl besser schlummern würde. Dieser Freund will den Menschen das Schicksal voraus« sagen, und r« ist verständlich, daß er mit diesem Versprechen heute wieder Anhänger gewinnt. Durch da« Horoskop will man nach der Stellung der Sterne zur Stunde der Geburt eine« Menschen an« geben, was ihm im Laufe seines Leben« geschehen wird. eS will dem Menschen die SchickmlSsrage lösen. Außerdem will dieser.beste Freund' jedem seinen Charakter, seine Vorzüge und Schwächen beschreiben, und sagen ob er Erfolg im Leben baben wird, ob man Erbschaften zu erwarten hat, ob man auf Reisen, in der Spekulation, in der Liebe, in Prozessen vom Glück begünstigt oder von Feuers- und Wassersnot bedroht ist. Ein bißchen viel auf einmal. Ist es ein Wunder, wenn bei so vielen Versprechungen der moderne Astrologe auch guten Zulauf hat? Allerdings scheint er e« wohl besonders auf die klingend« Münze— Papiergeld verschmäht er allerdings auch nicht— abge« sehen zu baben und wer da» Bureau verlätzr, der hat seine Geld- rasche um 20 M. erleichtert._ verkehrsfragea. B?ratungcn der neue« LcrkehrSdtputatio«. Die neue Verkehrsdeputation trat gestern nachmittag unter dem Vorsitz deS Stadtbaurat» Dr. Jng. Adler zum erstenmal zu- sammen. Nach einleitenden Worten, in denen der Vorsitzende die vollzählig erschieneuen Mitglieder auffordert«, zu ganzer Arbeit ge- schlössen zusammenzustehen, wurde die Verschmelzung der ver- schtedenen Strastenbahnunternehmungen Berlins be- fprochen, ebenso die Vertretung der Geschäfte bei der Berliner Straßenbahn infolg« Beurlaubung der Direktion, sowie schließlich die Frage der Einleitung von Verhandlungen mit der A.E.G�Schnellbafmaktiengesellschafß Hierauf fand eine ein- gehend« Aussprache über die Abgrenzung der Befugnisse der Verkehrsdeputation sowie der aus ihr zu bildenden Venvaltungsräte für die Straßenbahnen, für die Häfen und für das Fuhrwesen statt. Schließlich wurde nach eingehender Aussprache festgelegt, für die einzelnen Verwaltungsräte sechs Stadtverordnete zu delegieren. Zum Schluß wurde die Frage der Ausgabe von Freifahrtkarten sowie von ermäßigten Fahrkarten für das Jahr 1921 besprochen. Weihnachtsbäume im Anzug. Di« ersten WeihnacknSbänme kommen jetzt mit dem ersten lang- sam einsetzenden Scvneesall. ES braucbt nicdt anSdrücklick erwähnt zu werden, daß sie teuer sind. Bisher sipd nur geringe Mengen aus Hotslein und Hannover eingetroffen, wohl hauptsächlich wegen der bestehenden Transportschwierigketten aus der Eisenbahn. Eine gewöhnliche DurchschnittStanne wird sich voraussichtlich im Kleinverkaufspreis auf 13 bis Ly M. stellen. Man wird sich eben bescheiden müssen und kann sich dann schon für 19 bis 12 M. ein kleines Bäumchen leisten, kleinere auch zu geringerem Preise. Wer eine große Edeltanne zu erwerben wünscht, wird sicher tief in den Beutel greifen und 1 M. zum mindesten dafür anlegen müssen. Zreispruch im vatermoröprozeß. Der Prozeß gegen den 24jähvig«n Kaufmann Hans Wendel. stadt.'der unter dem Verdacht stand, seinen �ater, den Kaufmann Wendelstadt in der Nacht zum 14. Mai 1919 ermordet zu hoben, endete gestern mit einer Freisprechung des Angeklagten. Das Plä- daher des Staatsanwalts nannte den Angeklagten des fürch- terlichen Verbrechens überführt und trat für Bejahung der Schuldfragen ein. MS Motiv zur Tat wieS der Staatsanwalt darauf hin. dast der Angeklagte tatsächlich mit Frl. Merten verlobt war, daß der Vater sein« Zustimmung zu einer Heirat versagt und die Bitte deS Sohnes, ihm zur Abfindung der M. eine Summe von 29 999 M. zu geben, rundweg abgeschlagen hatte. Justizrat Dr. W e r t h a u e� trat den Ausfiihrungcn des Staatsanwalts in allen Punkten feines Schuldbeweises entgegen und führte vor. daß gegen den Angeklagten keinerlei Schuldbeweis geführt fei und die Geschworenen unmöglich ein Schuldig aussprechen können, wenn sie nicht einen Fchlspruch sich auf ihr Gewissen laden wollen. Nach Zerpflückung jedes ein- zelnen der zusammengcsügten Indizien kam der Verteidiger zu dem glänzenden Leumund, dessen sich der Angeklagte bei seinen Vorgesetzten, seinen Kameraden und seinen Verwandten und Bekannten erfreut; sie alle haben ihn einer solchen Tat nicht für fähig erklärt. Er schloß mit dem Appell an die Geschworenen,«inen Unschuldigen nicht zum Mörder zu stempeln, weil sie glauben, der Angeklagte sei über juristische Zwirnsfäden gestolpert. Die Geschworenen verneinten nach halbstündiger Bern- tung die Schuldfrage, so daß die Freisprechung deS Angeklagten unter Auferlegung der Kosten auf die Staatskasse erfolgte. Der Spruch löste im Zuhörerraum Kundgebungen des Beifalls aus, die der Borfitzende, alz der Würde im 91erichtSsaal nicht ent- sprechend, rügte.— Der Haftbefehl gcgrt» den Angeklagten wurde ausgehoben. Ein anderer Spruch der Geschworenen würde noch Unverstand» sicher gewesen sein als diese Anklage sel b st, die sich auf den allerdürftigsten Indizienbeweis gründete und n dieser Sez'.ehung beinah« ein Unikum in der Kriminalgesch chte barstellt. Die Vorbereitung der Kirchenwahlen. die am 23. Januar stattfinden, ist jetzt soweit gediehen, daß die- jenigen, die sich zu den Wählerlisten rechizettig angemeldet haben, dieselben in den nächsten Tagen einsehen tönnen. Hierüber wird u»S berichtet: Die Wählerlisten liegen in den Küstereien resp. Pfarrämicrn öffentlich aus. Ferner müssen bis Ende Dezember Von-blagSlisten für die zu Wählenden bei den Pfarrämtern ein- gereicht werden, begleitet von der Erklärung der ausgestellten Bewerber, dast sie eventuell bereit sind, die auf sie fallende Wahl anzunehmen. Bei der Größe der meisten Berliner Gemeinden wird je eine Vorschlagsliste für dezr Gemeindekirchcnrat mit 18 und je eine für die Gemeindeverirelung mit 09 Bewerbern einzureichen sein. Jeder Wahlvorschlag ist von mindestens 29 wähl- derecbtigten Gemeindegliedern, die auch gleichzeitig Bewerber sein tönnen, zu unter reichnen. Die beiden Erstunterzeirtmelen gellen dem Pfarramt gegenüber als Vertrauensmänner, mit denen eventuell weitere Verhandlungen zu führen sind. Die organisierten evange- tischen Areeirer werden rn den wenigsten Berliner Gemeinden in der Lage sein, an» der Zahl der in diejirchliche Wählerliste Eingetragenen 78 Gemeindeglieder ihre« Slandes herauszufinden, die bereir sind, ein kirchsickies Gemeindeamt anzunehmen, obwohl es sich bei dieser Wahl hauptsächlich»m die Funtiion bandelt, die Delegierten für die kommende verfassunggebende Generalfynode auszn- wählen. ES empfiehlt sich daher, dast die soz>aldcmokrat,>chen Ar- bciler und Arbellerinnen, da sie eine eigene Borschlagsliste nicht aufstellen könne», sich bereit erklären, Bewerber sür die von den kirchlichen Paneien aufgestellten Vorschlagslisten zu nominieren. Man wende sich also an die Führer der sogenannten Positiven und Libe- ralen in den einzelnen Gemeinden und verbandle mit ihnen, wieviel Arbeiterlandidaien sie in ihre Vorschlagsliste aufzunehmen gewillt sind. Denn die Einsicht, dast die Kirche, will sie wirklich Bolkskirche werden. sich mehr olS früher auf die breiten Schichren der arbeitenden Massen stützen must.� bricht allmählich durch. Die Positiven baben sich mil verschwiiidenden Ausnahmen— des Vorn, teils noch nicht«ntichlagen, daß die Kirche eine.konservative' Macht sei und sich deshalb mit radikalen oder gar»milürzlenschen Tendenzen nicht vertrage. Vor allem werden die Orlhodox-Pofiriven die Zustimmung zu einem kirchlichen.Bekenntnis" znr Bedingung des engeren Anichlusses an die Kirche machen. Und in diesem sehr menschlich zustande gekommenen Bekenntnis der Positiven dürften die an un- abhängiges Denken gewöhnten Srbeitermassen schwerlich das Chnste»- tum wiedererkennen, wie sie es in der Bibel gefunden haben, uiid w:e sie eS sich zur Befriedigung ihres religiösen GemütSbedürinisseS von der Kirche wünschen müssen. Ein Derdrenst der Liberalen ist eS. dast sie die Kirche von der Herrichafl des Dogmas zum Teil befreit haben. Deswegen haben die. die bei der Anmeldung zur Wähler- liste die Versicherung abgaben, ihr Wahlrecht„im Sinn und Geiste der evangelischen Kirche' ausüben zu wollen, sehr erusi daran getan, wenn sie dabei an eine freie, voin ChrisiuSgeist beseelte Kiiche dachten, nicht an eine Kirche deS Lehrzwanges und des DogmaS. Keine Taschengeldarberterin? In Nr. S92 teilren wir mit, daß bei der Staatsschulden- Verwaltung noch Töchter von nicht schlecht bezahlten oberen Beamten ihre Stellung behalien haben, während dort andere Iveib- liche Angestellte, denen wegen Norlaae des MannsS oder der Eltern ein Verdienst zu gönnen wäre, entlassen worden find. Wir äußerten die Vermutung, dast die meisten dieser Töckrer von Ober« beamten wohl haiipiiächlich für« Taschengeld arbeiten. Eine Erwiderung hierzu schickt uns ein pensionierter mittlerer Beam'er der Siaalsschuldenverwaliiing, der Barer einer dort noch beschäftigten weiblichen Angestellten, ein Geheimer Rechnunasrat a. D., der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen möchte. Zwar ist er kein oberer Beamter, so dost er sich nicht getroffen zu fühlen brauchte, ober wir wollen ihm nicht das Vergnügen vorenihalten, das Weienlliche seiner Erwiderung im.Vorwäris" wiedergegeben zu sehen. Er erzählt, dast sein PensionSeinkommen jährlich 14993 M. beträgt und meint, das sei.weniger als das heutige Einkommen der meisten gelernten Arbeiter. Die Kosten seines HanshaliS, der aus drei Personen— ihm, seiner To.ttter und einer Haushälterin— besteht, könne er von dieiem Einkommen allein'nicht bestreiien. Daher misse seine Tochter zu dem Haus- halt, den er.immerhin noch kümmerlich' nennt, mit ihrem Arbeits- verdienst beitragen. Wir gönnen dem alten Herrn seine Pension. Aber eS gibt sehr viele Leute, die sogar mit angestrengter Arbeit noch keine 14993 M. verdienen. Müstre seine Tochter die Stellung ausgeben, so könnte sie ihm die Haushälterin ersetzen, und die 14993 M. brauchten dann nur für zwei Menschen zu reichen. Mit weniger als 14 999 M. muß mancher Arbeitende sich und sein» Frau und ein halbes Dutzend Kinder ernähren. Sollen wir erzählen, wie es invaliden Arbeitern in ihrem.Ruhestand' gebi? Mit keinem dieser Bcdauernswerren wird der Herr Geheime Rech- nungsrat a. D. tauschen wollen. Ein neuer Filmbrand. Bei der M e st t e r fi l m- G e s e l I- s ch a f t in Tempelhof, Oberlandstr. 27/28, entstand gestern ein Brand im Negativraum durch Selbstentlündung beim Umrollen de« FilmS. Die Flammen loderten gleich ha Usch o» empor, doch gelang eS durch tatkrällige« Eingreifen der Belegschaft, das Feuer aus seinen Herd zu beschränken. Als die Feuerwehr anrückte, war das Feuer bereits gelöscht, so dast�nur die AufräumungSarbeiren vorzunehmen waren. Der bedeutende Materialschaden ist durch Versicherung gedeckt. Personen wurden nicht verletzt. Proletarisches Theater. Aui vielleitlgen. Wun'ch au« Kreisen der Arbciterschast findet am Sonntag, den 12.. nachm.? Ubr, PhUbarmouie, Bernbmger Slraße, eine Ausführung de« Schauspiels„Die feinde" von Marlm Gorli statt. Es lall den Betriebsräten und Funktionären dort ö>e» legenbeit gegeben werden, sich über die Absichten de« p? oletarüchen Theater« ziz orientieren. Karten 3 M.. sür Erwerbslose 1 23. MitglledSkarlcn haben keine Gültigkeit. Kassenössnung 2 Uhr. Eharlattenlmrg.SPandau. Di« Juristische Sprechstunde am lt. und 18. Dezember fällt aus. fu« Auflösung der Lazarette findet Montag, den 13., nachm. 5 Uhr. ersammlun, sämtlicher Arbeitnehmer sBeamte, Aerzte, Schwestern. Angestellte und Lobnempsänger) der Lazarette Groß-BerlinS im Berliner GesellschastshauS, Lichtenbcrgcr Str. 16, statt. Eine Plastmuslk am Lustgarten wird Sonntag'/,12 Uhr zugunsten der tUnderhilse stattfinden. Ein Bläserchor und Möunerchöre werde» abwechselnd Vorträge bieten. Bei der Gelegenheit wird durch Schülerinnen der Sozialen Frauenschulen Berlins und durch Stubenten sür die Deuilche Kinderhilfe gesammelt werden. Zcntralverband der Sliigestellte». Sonntag: Jugendgruppe. Mit. gllederversammlung 6 Uhr. Jugcndsäle, Rosenthaler Strage 8g.— Fach- iz Die örei gerechten Kammacher. Von Gottfried Keller. Die Leute dou Seldwyla haben bewiesen, daß eine ganze Stadt von Ungerechten oder Leichtsinnigen zur Not fortbe- stehen kann im Wechsel her Zeiten und des VerkebrS; die drei Kammacher»her, daß nicht. drei Gerechte lang unter einem Dache leben können, ohne sich in die.Haar« zu geraten. Es ist hier aber nicht die himmlische Gerechtigkeit gemeint oder die natürliche Gerecktig'kdt des menschlichen Gewissens, son- Hern jene blutlose Gerechtigkeit, welche auS dem Vaterunser die Bitte gestrichen hat: Und vergib unS unsere Schulden, wie auch wir vergeben unfern Schuldnern! weil sie keine Schulden macht und auch kein« ausstehen hat; welche nie- mandem zuleid lebt, aber auch niemandem zu Gefallen, wo-hl arbeiten und erwerben, aber nichts ausgeben will und an der Arbeitstreue nur einen Nutzen, aber keine Freude findet. Solche Gerechte werfen keine Laternen ein, aber sie zünden auch keine an und kein Licht geht von ihnen auS: sie treiben allerlei Hantierung, und eine ist ihnen so gut wie die andere, wenn sie nur mit keiner Fährlichkeit verbunden ist: am lieb- fften siedeln sie sich dort an. wo recht viele Ungerechte in ihrem Sinne sind; denn sie untereinander, wenn keine solche zwischen ihnen wären, würden sich bald abreiben, wie Mühlsteine, zwischen denen kein Korn liegt. Wenn diese ein Unglück betrifft, so sind sie höchst verwundert und jammern, als w sie am Spieße stäken, da sie doch niemandem was zuleid ge- tan haben; denn sie betrachten die Welt als ein« große wohl- gesicherte Polizeionsialt. wo keiner ein« KontraventionSbutze zu fürchten braucht, wenn er vor seiner Türe fleißig kehrt, keine Blumentöpfe unverwahrt vor daS Fenster stellt und kein Wasser aus demselben gießt. Zu Seldwy! bestand«in Kammachergeschäft, dessen Inhaber gewohnterweis« olle fünf bi» sechs Jahre wechselten. obgleich e» ein gute» Geschäft war, wenn e» fleißig betrieben wurde: denn die Krämer, welche die umliegenden Jahrmärkte besuchten, holten da rhre Konzmwaren. Außer den notwendi- gen Horirstriegeln allerart wurden auch die wunderbarsten Schmuckkämme für die Dorffchönen und Dienstmägde ver- fertigt auS schönem, durchsichtigem Ochsenhorn, in welche? �die Aunst der Gesellen(denn die Meister arbeiteten nie) ein tüchtiges braunrotes Schildpattgewölke beizte, je nach ihrer Pban- taste, so daß, wenn man die Kämme gegen das Licht hielt, man die herrlichsten Sonnenauf- und Niedergänge zu sehen glaubte, rote Schäfchenhimmel, Gewitterstürme und andere gesprenkelte Naturerscheinungen. Im Sommer, wenn die Gesellen gern« wanderten und rar waren, wurden sie mit Höflichkeit bebandelt und bekamen guten Lahn und guttzs Essen: im Winter aber, wenn sie«in Unterkommen suchten und häufig zu haben waren, mußten sie.sich ducken. Kämm« machen, was das Zeug halten wollte, für geringen Lohn: die Meisterin stellt? einen Tag wie den andern eine Schüssel Sauerkraut auf den Tisch und der Meister sagte:„Das sind Fische I" Wenn dann ein Gefell« zu sagen wagte:„Vitt' um Verzeihung, es ist Sauerkraut!" so bekam er auf der Stelle den Mfchied und mußte wandern in den Winter hinaus. Sobald aber die Wiesen grün wurden und die Wege gangbar, sagten sie:„ES ist doch Sauerkraut!" und schnürten ihr Bün- del. Denn wenn dann auch die Meisterin auf der Stelle einen Schinken auf da? Kraut wgrf, und der Meister sagte: „Meiner Seel'l ich glaubte, es wären Fische! Nun, dieses ist doch gewiß ein Schinken!" so sehnten sie sich doch hinaus, da alle drei Gesellen in einem zweispännigen Bett schlafen mußten und sich den Winter durch herzlich satt bekamen wegen der Rippenstöße und erfrorenen Seiten. Einstmals aber kam ein ordentlicher und sanfter Geselle angereist aus' irgend einem der sächsischen Lande, der fügte sich in alles, arbeitete wie ein Tierlein und war nicht zu ver- treiben, so daß er zuletzt ein bleibender.Hausrat wurde in dem Geschäft und mehrmals den Meister wechseln sah, da es die Jahre her gerode etwa? stürmischer herging als sonst. Jobst streckte sich in, dem Bett? so steif er konnte und behaup- tete seinen Vlatz zunächst der Wand Winter und Sommer; er nahm das Sauerkraut willig für Fische und im Frühjahr mit bescheidenem Dank ein Stückchen von dem Schinken. Den kleineren Lohn legte er so gut zur Seite, wie den größeren; denn er gab nichts aus. sondern sparte sich alleS auf. Er lebte nicht wie anders.Handwerksgesellen, trank nie einen Schop- Pen, verkehrte mit keinem Landsmann noch mit anderen'un- gen Gesellen, sondern" stellte sich deS Abends unter die.Hau?» türe und schäkerte mit den alten Weibern, hob ihnen die Wassereimer auf den Kopf, wenn er besonders freigebiger Laune war. und ging mit den Hühnern zu Bett, wenn nicht reichliche Arbeff da war, daß er für besonder« Rechnung die Nacht durcharbeiten konnte. Am Sonntag arbeitet« er eben- falls bis in den Nachmittag hinein, und wenn eS das herrlichste Wetter war; man denke aber nicht, daß er dies mlt Frohsinn und Vergnügen tat, wie Johann der muntere Sei- fensieder; vielmehr war er bei dieser freiwilligen Mühe niedergeschlagen und beklagte sich fortwähvenv über die Müh- seligkeit des Lebens. War dann der Sonntagnachmittag ge- kommen, so ging er in feinem Arbettsschmutz und in den klappernden Pantoffeln über die Gasse und holte sich bei der Wäscherin das frische Hemd und das geglättete Vorhemdchen, den Vatermörder oder das bessere Schnupftuch, und trug diese .Herrlichkeiten auf der flachen Hand mit elegantem Gesellen- schritt vor sich her nach Hause. Denn im Arbeitsfchurz und in den Schlappschuhen beobachten manche Gesellen immer einen eigentümlich gezierten Gang, als ob sie in höheren Sphären schwebten, besonders die gebildeten Buchbinder, die lustigen Schuhmacher und die seltenen sonderbaren Kammmacher. In seiner Kammer bedächte sich Jobst aber noch wohl, ob er das Hemd oder das Vorhemd auch wirklich anziehen wolle, denn er war bei aller Sanftmut und Gerechtigkeit«in kleiner Schweinigel, oder ob es die alte Wäsche noch für eine Woche tun müsse und er bei Hause bleiben imd noch ein bißchen arbeiten ivolle. In diesem Falle setzte er sich mit einem Seufzer über tue Schwierigkett und Mühsal der Welt von neuem dahinter und schnitt verdrossen seine Zähne in die Kämme oder er wandelte daS Horn in Schildkrötschalen um. wober er aber so nüchtern und phantasielos verfuhr, daß er immer die gleichen drei trostlosen Kleckse darauf schmierte; denn'wenn es nicht unzweifelhaft vorgefchrieben war. so wandte er nicht die kleinste Mühe an eine Sache. Entschloß er sich aber zn einem Spaziergang, so putzte er sich eine oder zwei Stunden lang peinlich heraus, nahm sein Spazterstöck- chen und wandelte steif ein wenig vors Tor. wo er demütig und langweilig herumstand und langweilige Gespräche führte mtt andern Herumständern, die auch nicht? Besseres zu tun wußten, etwa alte arm« Seldwyler. welche nicht mehr ins Wirtshaus gehen konnten. Mit solchen stellte er sich dann gern vor«ig im Bau begriffenes HauS, vor ein Saatfeld, vor einen Wetterbeschädigten Apfelbaum döer vor eine neue Zwirnfabrik und tüftelte auf das angelegentlichste über diele Tinge, deren Zweckmäßigkeit und den Kostenpunkt, über die Jahreshoffnungen und den Stand der Feldfrüchte, von waH allem«r nicht den Teufe)»»erstand._(Forts, folgt).„ (jntPM 8 b(«prtfttor). veffentNche Vnlammlsnq 9 tlftr, ,*n»m6»{er*, trüber 6otfbiaueitt, jWcInitr. 2.— ftachqruvve 136 i äercnbanbel). Mtt« flliebcrnerf'm nlunq 10'/, Uhr, Sopb'cn äle, SoDbienftr. 17/18. A0grmikl»er Verband der dentsrlien'Sanlanqrsiellten. Eonnlaq 10 Nbr Bersammlung in den(Seinnania-Zälen, Chausseeilr. 110. Bericht über den Berlaul der Verbandlungen und über die bisher erzielten Er« gebniise. Achtung S. P.D.-Mein Harb, tter! Der Belnch der Dranchenver- sammlungen am Eonnlag ist unbedingt Pflicht jede» Kallegen. Der ,D aiiionsnorstand. Dransvoriarbeiter-Berband. Technische« Blibnenvenonal. Sonntag S Uhr Geireibchai'sbau«, Eiigeluier 18, Resiminrni, Branchenverlammlung. Kominnnale Betriebsräte Grost.'jlerltnS! Zonntaq k»'/, Ubr w Kliem» Festsälen, Berlin 8 S9, Hasenbeide 13, Volloeisammlung. Ohne Ausweis kern Ziitrllk Dnrbtne A.(?. W. Achtung S.P.D. Montag 3 Ubr bei Rrsandt, Beulielstr. 32, Versammlung. Stellungnahme zur Neuwnbl des Betriebs- rate».__ Der FrakiivnSoorstaad. ßllmschau. »Judith Drachtenbei g-l nach dem Roman von Karl Emil FranzoS. von der Ueos-Kesellichast mit Ceontine Kübnberg in der Hauptrolle hernorgebrocht. wur�e geladenen tÄSiten in der I ch a u b u r g gezecht. v'beliomiiieu. nicht neu, aber mit dewübrien M>ttem vei arbeitet. Konflikt, bekannlermasten, Pflicht gegenüber dem Bo te, Hiebe zum and rsg'äubiaen Gi aie»' Leontine.Kühnberg, die Heldin, die deshalb in den Tnd gebt,»er« anichanlicht diesen inneren'Zwiil zien-lich glaubbast. Sehr gute Bilder, die das Spaniiche slels aus der Höhe halten. Die Grazie iit anerkennensnert, und es soll anerkannt werden, dan fte flch bemü te, stch abseils von der Ähelto-Filmschablone(die es auch schon gibt) zu bewegen. Die»Zhiimtridüne« veransialiel in der Scala im Rahmen eine« »Teese einen tabai ettisliichen Nachmittag, der einer Reibe Berliner Künstler Gelegenheit gab. stch vortroger der' eise zu p'oduzleren. Etwas ans dem Rahmen fielen die Dirnenlleder Wilczinikys, von Maigarele Kupfer mit Unleislreichung deS Vulgären vo getragen. Adalbert und Trude Hesterberg amüfierten fich über ihr Bop.Frolt aus der.Scheidungs« reise' zum Nandium des Publikums. Sonn gab fich daS Programm die Mühe gröBlcr Vielseiligkeil, was dankend anerkannt wurde. Grost-Serliner parteinachrichtea. kretskonferenz von Nieüerdarnim-LanS. Eonntaq, den 12. Dezeniber, vorm. 9 Uhr. findet im Jugendtieim, Lindenstr. 3(VormäildgedSude) eine Konferenz der Genossen dieses Kreises� stnlt. Landrat Gen. S ch l e m- n- i n st e r spricht über Komniunalpolitik. Anichlietzend daran Ausstellung der Kandidaten zur Landtagswahl. Generalversammlung von Teltow-£anS. » Sonntag, den 12. Dezember, vorm 9 Uhr. Generalversammlung der Landkreise Teltow-Beeskow in den Bubiialen, Neue Königstr. 23 lNähe Alexanderplatzs. Tagesordnung: Die Bedeutung der koinmenden LandtagSwahl. Ref.: Franz Krüger.— Aufstellung der Kandidaten/ Heute. It. Dezember: Jungsozialiktische Vereinigung(Z.P.D.). 6 Uhr RrbettsauZschutz- fitzuiig in der juristischen Sbrechslunde, Lindenilr. 3. Morgen. tÄ. Dezember: 7l. Abt. sWilinersdorf). Vorm. 10 Ubr. Sitzung sämtlicher Fünf- llsnäre sali- und neugewäd le bei ztonas, Durlacher Slraste. Lichienberg. II.». Abt. Vorm 10 Uhr, Aula der Schule, Krön- prinzenftiage. Referent:®en.'Sarunomsli übeir»Schule, Religion und Soziald.mokrglie». « Angestellte und Arbeiter der Konsumgenossenschaften Berlins und Umgegend, die aus dem Boden der S P.D. sieben, liestrn sich am Montag, den 13. Dez., abend« Tl, Ubr, im»Bür gerbeim', Alte Schönhauser Slraxe L3/24. Er- scheinen ist unbed.ngi ersorderlich, .?ugenöveransta!tungen. Sonnabend, den II. Dezember: Mine Mädchenlonserrnz findel heute aber d'/,? Uhr im Zentral« jngendheim,«uidin'ir. 3. stau. Sonntag, den Vi. Dezember: Zentraljugendlieim. Lindenitr. 3- Bunier Abend.— PeukSll». Rachlwanderung: Bernau— lletzdorj—Helliee. Trefipunll Sonnabendabends 3 Uhr, Hermai nplatz sApoibele).— Norden. Be uch des Mäikstchen Muieums. Ti estpunlt>/,!«> Ubr Brunnen>lra-.e Ecke Peruaner Str. /La t». — Rlederitliöuewetdr. Berliner Str. 3t(Schule)- Wildelm-Buich-Abeird. — Prenzlsrncr Aornadt. Sonnendurger Str. 20(Schule): Lichibüoer« Vortrag»Sexuelle Hygiene'.— Sudost. ttöpenicker'Viertel. Wrangel- ftraste 128 kSchuie»: Unierballungsabend von d—'/,10 Uhr.— Sttdost, Neichenberger Viertel.(Äo«auer Str. 12/16(Schule): Besuch des Per- lehr«« und Baum seums. lreffpunkl'ifiUir(Bflrlttzer Byf, Uniattstalion. — Sübivest. Besuv der Treplo-ver r.!ernwarie 3 Uhr. Borlrag:»Be- wobnbarleil de Wellen'.— Aritz. Schu t kdausiee lr. 132, Besuch des Museums für Nalmlunde. Treflpuntt 11 Uhr vorm., Heine. Gericktszeilung. Die„nusittliche" Schöpfungsgeschichte. Die Strafveisolgungen gegen dedeuiende Künstler, Schriftsteller und Verleger iiihrlen beute zur ersten Verhandlung vor der Straf« kanimer in We-mar. Angetlagt isrPlo'essor Klemm wegen eines vo» Bruno W o 1 l d r ü ck oerausge,-ebenen litudreruiigswertes»Eine Swöpfungsgeiaiichle". auster ibm sei» Verleger Bruno W o 1 1 v> ü ck und unsere, die an der Verbreitung dieses Piivuidruckes deterligi find. Die Änkla re ltfiyi ttcv au> Guia-uten der Aeheimräle Bode. vätzold und Professor Kampt. Die Verteidigung bat An- trage aus Vernebnrung niebrerer Guiach-er, der Pioiesso-eii Lieber ms> nn, Sievogl uns Kolbe, dem Ger'cki nberreichi. Die Siraitammer bat in Uebere-nstlmnrung mit der Siaaisanwait« ichail Vei«lol'seir,�!unstfa» a ck den Rcichsinnstwari Dr. R» d s t o b als Zackiveri'ändigen geladen.>o dag in diesem kür die Freiheit der tiiinst bedeiiiuilgsvollen Prozeß doch erncr ihrer Verlreier zu Worre kommen wird. j�lus atter Welt. Todesurteil in Yieflen. Nach zweitägiger Verhandlung»er» urieilte das Schwurgericht den aus Linden bei Hannober gebürtigen Li Jahre allen Landarbeiter Willi Küche nbecker wegen Raubmordes zum Tode. Ztzuchenbecker hatte, um nickt zu stuß gehen ,« müssen, eine» Radfahrer erschösse» und ihm sein Rad weggenommen. Zur Nachahmung empfohlen. In der»FlenSlburger Volks- Zeitung' lesen wir, daß von der Gemeinde Haurup 120 Zent- ner Kartoffeln zum Preise von 20 R pro Zent- n' r an Minderbemittelte der Stadl F ensburg aeliefkri wurden. Desaleicken lieferte die Flensbnrger Brauereien A.-G. ihren Ar- beitnebmern Kariös kein zu verbilligten Preisen.— Tie F'rma Heinrich Sckmidi(Kob'engeichä'i) versorgte ihre samt- lich?» Arbeitnehmer gratis und franko mit Kariös« feln Hoffentlich nehmen sich andere Landgemeinden bzw. an. dere Firmen an Obengenanntem ein Beispiel. Kein Zritungspapier in Budapest. Die Budapester TageSvresse steht vor ein« kaiastrophalen Papiernot. In Budapest find nur preußische KohSenöebatte. Auf der Tagesordnung der Preußischen LandeSver- s a m m l u n g stehen zunächst kleine Anfragen. Zur Anfrage d«S Abg. Göll(Dem.) wegen der Erschießung der Else Kaiser au» Frankfurt a. M. durch franzöfische Sol« baten erklärt der Regierungsvertreter, daß sich die französische Re- gierung zur Zahlung einer Entschädigung»on 2S 000 Fr. bereit- erklärt hat. Auf eine Anfrage de? deutschnationalen Abg. Lüdickr, ob im Fasse Sklarz n-unmehr die Eröffnung des Hauptverfahren« zu erwarten ist bzw. welcher HindcrungSgrund entgegenstehe, antwortet der Rcgierungs- Vertreter: Die AusrlLrungen im Falle Sklarz waren ungewöhnlich schwierig und zeitraubend. ES steht nunmehr fest, daß die Mehr- zahl der gegen Georg Sklarz erhobenen Beschuldigungen haltlos find. In einem Falle ist vom Gericht die Ä m n e st i e d e r o r d- nung vom 7. Dezember 1318 für anwendbar erachtet worden. In einigen Fällen sind die Verfahren noch nickt zum Abschluß gebracht worden. E» folgt dann die erste Beratung eines Gesetzentwurfs über TenerungSzufchläge zu de» Gebühre» der Notar«, Rechtsanwälte und Gcrichtsvollzihcr und m de» Gerichtskosten. Abg. Frcymuth(Soz.) beantragt, wegen der Dringlichkeit da« Gesetz bereit« heute in zweiter und dritter Lesung zur Erledigung zu bringen. Dieser Antrag Freymmth findet einstimmige Annahm«. Das Gesetz wird dann in allen Lesung«» debattelos ange- n o m m e n. Es folgt die Beratung der Anordnung über die Beschäftigung von werblichen Angestellte» in Gast« und Gchankwirtschafteu. Abg. Sirupe(Dem.) bittet, den Entwurf an den Ausschuß für BevölkerunaSpolittk zurückzuverweisen. Abg. Sirrin«(Soz.): Dieser Antrag kann nur den Zweck ver. folgen, den für uns überaus wichtigen Entwurf über- Haupt nicht zur Durchführung zu bringen. Der unabhängige Abg. Dr. Wey! schließt sich dem an. Der Antrag Struve wird abgelehnt. Hieraus wird in die Besprechung des Entwurfs eingetreten. Frau Dr. Lauer(Z.f: Grof-en Wert legen wir auf den§ 2, wonach die Bekräftigung weiblicher Angestellten im Gasthaus- gewerb« nicht zulässig ist, weil von vornherein feststeht, daß dir Beschäftigung nur zu A n i m i« r z w.e ck e n erfolgt. Frau Hanna(Soz.): Nicht die weiblichen Angestellten haben da« Gewerbe unehrbar gemacht, sondern das Gewerb« ist teilweise durch die Beschäftigung sittlich nicht immer einwandfreier Personen unehrbar gemackt wor- den. Es liegt im Interesse der Durchführung der Bercrdnung, auch wetterhin energisch« Aufsichtsbeamte für die weibliche Gast- wirtSangestelltenschaft zur Verfügung zu halten. Wir sind durch- au« für eine"Bekämpfung des Animierkneiven- wesen» im Interesse der Aufrechterhaltung der guten Sitten, halten aber den 8 S de» Entwurfs, der den ortspolizeilichen Behörden vaS Recht gibt, weibl'chen GafthauSangeftellten. die gegen die öffentliche Moral verstoßen haben, die Beschäftigung im Gast- oder SchankwirtschastSgeweroe zu untersagen» für unzweck, mäßig. Ebenso erscheint uns die Heraufsetzung de» Gchutzalter« von 18 auf il Jahre nickt zweckmäßig. Abg. Frau Spohr(Dnat. Vp.) beantragt, der Anordnung die Genehmigung zu versagen, und ersucht die StaalSrcgierung um Einbringung.einer neuen Anordnung. Abg Bartrld.(Dem.): Wir haben berechtigte Bedenken, ob durch ein« gesetzliche Anordnung di« Schäden beseitigt werden können; unter allen Umständen lehnen wir den ß 2 ab. Abg. Frau Garnich(D. Vp.): Wir müssen den deutschnatio- nalen Antrag«ruf Versagung der Genehmigung ablehnen. Abg. Frau Reichert(U, Soz): Vor allem müßten die Gast- wirte zu einer ausreichenden Bezahlung der weiblichen Angestellten angeholten werden; das würde einen großen Terl der Mißstände bese'tigen. Der£ B muß unter allen Umständen fallen. Wir werden der Vorlage nur dann zustimmen, wenn der sozial. demokratislb« Antrag auf Streichung des s B angenommen wird. Darauf erfolgt die A b st i m m u n g. Der Antrag Spo he (Dnat Vp.t auf Einbringung einer neuen Verordnung wird a bg e- lehnt. Der Antrag Hanna(Saz.l auf Außerkraft'etzuna de« 8 B bleibt bei der Abstimmun« zweifelhaft, worauf Auszählung (Hammelsprung) erfolgt, der die Beschlußunföhizkeit be» Hause» ergibt. Di« Sitzung Wied geschlossen. Di« zweite Sitzung beginnt 10 Minuten später. Da» Hau» setzt di« zwett« fort. Ssratuag ües Serghaushalt« Minister Fischbeck: Bei Berücksichttgung des AuSscherden» der Gaarbetrieb« ist die Gesamttage de» Sternkohlenvergbaue» folgend«: Im Ja vre 1320 rechnen wir mit einer Gesamtfördrrung»»n 133 Millio» ne» Tonnen gegenüber 130 Mill.o.te» im Frieden. Günstiger ist die Lage bei den Braunkohlen. Hier ist eine erfreuliche Steigerung um 20 Millionen Tonnen eingetreten. Im Vergleich zum Vorjahr« haben trvr auf dem Gesamtgebiet der Kohlenförde. rung eine bemerkenswerte Besierung zu verzeichnen. Dankbar er« kennen wir die Mehrleistungen der Bergleute an und weisen jeden Vorwurf, der ihnen gemacht wird, zurück. Die Bergleute haben in Anerkennung der Schwierigkeiten, die be- nock acht Waggon RotgtionSpapier. Die anaekünbigten neuen Sendungen aus D c u l! ch l a n d sind nickt eingetroffen. Fall» die Z'tiiarion sich nicht im legren Augenblick bessert, werden die Buda- pester Zeitungen am nächsten Moniag nicht mehr erscheinen. Ein nngarischer Magnat. Die W'ener Pottzei verbakiete den ebemalraerr uniarrkchen Overgespan F u l i n« v. Sremrszoe. >er dem Sobne eine» Wiener Industriellen 28 Millionen Kron-n •m Bakkara« abnahm und ssv da"« einen aus 2 Millionen Di-ar laut nben Wechsel ein Schrisistück a»'stellen lies� in dem der verlorene Beireg als Darlehen bezeichnet war. Vorträge, vereine unö ver�ammfk'neen. Heimattreue ObeBchlesier, Ortsgruppe Norden III. Heute, Sonnabend, den 11. Dez.. 7 Ubr, ZLeihnachtsferer in den Pbarus- fülen, Müveriirage U2. Landsleu'» und deren Freunde find berzlich em- geladen. Ortsgruppe Ott»«. Am 1«. Dez. w den.Andrea»- Fettiälen-, Anvreasftr. 21. Periammlmrg. Rc ereM: Wen. Reilbslagspräfiden» 26 b e. — Reichsbund der Sriegsdetchädigte»(Bezirk lll. südoä). Moniag, den 13. Dez, 7'I, llbr. in Schubmacher« FeftiJlen, Skalttzer Straße 128, H-nlerbliebenen-Verlammtung. Rciereni vom Mnubmenu.— Fretreligiöfe Gemeinde. Sonn'ag vorm. ti Ub> im Bürger'aal de« Rolbaiilcs» König. flraße, Porlrag de« Herrn Dr. H. Hafte• ,'reibfillicht Kampiorganijaiionen. Harmonium: Tosca zPuccint). Gäbe null lammen. Sport. sonders durch das Abkommen von Spa vermehrt wurden, für dl« Allgemeinheit Mehrarbeit zelristrt. Wenn wir alle Ziffern zu- sammenfassen. so kommen wir»u dem Ergebnis, daß im Land« nicht so viel an Kohle bleibt, wie an unsere ehemaligen Feinde abgeliefert wird. Unser« Gegner find immer mehr dazu über« gegangen, hochwertige.Kohle anzufordern. Die gerinAvcrttg« Kohle, die für unsere Industrie bleibt, verschlechtert die Lage ganz bedeutend Neben dem Abkommen von Spa haben sich in den letzten Monaten auch die TtanSportschwierig- leiten gesteigert. Der Ueberseedienst wurde teilweise lahm- gelegt. Das Kontingent für die Gas. und Elektrizitätswerke konnte, trotz Beschränkung auf da» Mindestmaß, nicht auf- g�e b r a ch t werden. Branchte man früber für ein Kilowatt 1.1 Kilogramm Kohle, so braucht man letzt IL Kilogramm. Dje Landwirtschaft leidet an Mangel von Thomosschlacke. Auch in der Edelsial loerarbeitung fehlt die Kohle. In der Papierindnstri« kann es sogar zur Stillegung vie'er Betriebe kommen. Nicht besser sind die Verhältnisse in der Metall- und Mafckinenindustrie. in den .Gießereien und Schmieden. Unter Viesen Verhältnissen macht sich der � Mangel an Brennstoffe» überhaiipt stark bemerkbar. Die Brikett» aus minderwertige« Material find wirklich nur ein Notbehelf. Die Verhandlungen, von denen wir erhofften, daß sie uns durch Zuweisung größerer Quantitäten oberschlesischer Kohle daS Abkommen von Spa erleichtern würden, haben gerade zu dem entgegengesetzten Resultat geführt. In den LandeSkohlenstellen und Kohlen- wirt'chaftSstellen ist man auf das eifrigste bemüht, Ersatz zu schaffen. Man sucht sogar in d-n Betrieben durch Aufklärung der Arbeitskräfte ihren Sp-.rfamkeitsfinn hinsichtlich de« Kohleverbrauches anzuregen und sorgt besonders für eine gehörig« Ausbildung der Heizer.(Der Minister nimmt dann Stelluna zu den AuSfübrungen des soziolv-mokratischen Abgeordneten Hue.) Der Abg. Hue hat die falsche Einschätzung der Konjunktur beim Ahlchluß von Verträgen angegriffen. Jener Vertrag ist vor zehn Jahren geschlossen worden und man glaubt« damals, ffn gut ab- zuschließen. Herr Hu« soll'« den gestrigen Leitartikel im»Vor- wäittS" über de» Kahn-Vertrag lewn. Darin wird daraus hin- gewiesen, daß es alle Tag« vorkommen kann, daß man sich bei Ein. schätzung der Konjunktur verbau Warum soll daS nickt auch für die staatlichen Werke gelten?(Widerspruch de» Abg. Hue.) Dem Vertrag mit dem Nikowerk Ibbenbüren war ein Durchschnitt«. preis der letz'en fünf Jahre zugrunde gelegt, und unter no-malen Verhältnissen hätte gewiß eine so ungünstige Wendung nicht ein- treten können. Der Aufstieg Deittsckflaud« beruht auf seime? Bergk""». f reih ei t.(Widerspruch liukS.) Der Minister polemisiert gegen die Sozialisier«»« des Bergbaues. Wenn da« Wort Sozialfisieruug überhaupt«in.'N Sinn halben soll, kann Soziolisierung nur ein« Wi-rrschaftSform bedeuten, di« dafür sorgt, daß wir nicht minder» Ware produzieren als biSbvr. Ich hoffe, daß die Verhandlungen über die Sozialisierung zu einem solchen Ergebnis gelangen werden. (Beifall rechts.) Martin(Dnat.): In der Frage der Soziakisiernng müssen politische Momente völlig auSsche.den. Der Tatkraft der In- dustriekapitäne haben wir eS zu bor danken, daß jährlich .Hunderttausende von Arbeitern ihr Unterkommen Händen.(Wider- fvruch link».) Uns ist klar, daß da« sozialisierten Bergwerke an Usberbursaukrati« und Uaberzerttralisation»rst.cken werden. A>bg. LiiNgre-Cberhffits.-n(D. Vp.): Die Umstellung deS Kohlen» bergbaue« in eine ander« Form, wie sie di« Sozialisierung verlangt, ist angesichts der schwierigen Wirtschaftslage ein sehr gewagte« Experiment. Ein Vertreter der vergverwastnng: Der Bat» von Bergmanns. Wohnungen wird zum Tdil dadurch iinanziert, daß von jeder zur Ablieferung gelangenden Tonne Kohlen 0 M. erboben werden. Auf diese Weise werden für da» Rahryehiet allein 540 Millionen Mtt» zur Verfügung gestellt. Die AüSspmche wird abgeh rochen. Abg. Hue(Soz.) persönlich: Der Herr MniWer hat mir den Vonwurf gemacht, ich hätte das alte System des Direktionsprinz PS verberrlicht. ES ist unrichtig, ich habe lediglich Vergleiche gestellt zwischen der Behandlung der Arbeiter in der Zeit d«S DirecktionS- Prinzip» und in der Zeit der Ausbeutung durch die Privatinbustri«. Der Präsident schlägt die Vertagung vor.— Boi der Festsetzung der Tagesordnung erheben sin domokratisckwr und ein Zentrum Sabgeordnster Einspruch gegen die Behandlung de» Grundsteuergesetze» in der Sonnabendsitztmg. Präsident Lettoert beruft stch«ruf den Wunsch der StaotSregrerung.— Die Mstimmirng durch AuSzäh. lung(Hammelsprung) ergibt di« Beschlußunfähigkeit de» Hauses. Di« Grundsteuer verbleibt demnach morgen auf der Tagesordnung.— Nächst« S.tzunq Sonnabend 11 Uhr: Weiter- be ratung. Grundsteuergesetz.— Schluß öX Uhr. » Preußische Schulfragen. Der Hauptausschuß bor Lande»«?. sammlung beendet« am Donnerstag die Beratung über den Hau». holt der P rov i nz i al schulkollegien und der höheren Ledrarrstälten. Minister Ha e n i sch verteidigt« den Breslauer Gymnosialdirektrr Ganzmüller gegen Angriffe der Rechten und de» Zentrum«. In bezug auf die frühere Kadettenanstalt Lichterfelde er. klärte Minister Haeuisch. daß Dr. Karsen bei der Reform sehr bor- ficht g vorgegangen sri; e» könne kein« Rede davon sein, daß er den versuch gemacht habe, d!« Schüler parteipolitisch zu beeinflussen. Internationale» Schachturnier. Sehr lebbaft« und interessante Kämpfe gab es am gestrigen Tage, obwohl nur vier Partien� gespielt wurden, da da» Spiel Reti.Tartakower wegen ilnpäßlickkeit de» ersteren auf Sonntag verschoben werden mußt«. Durch jeinrn Sieg über Spielmann hat Breyer die klare Führung über- nommen. Miese» gewann nach einem langen Endspiel gegen Sännisch Leonhardt schen mit einem Figurenvorteil gegen D o g o I j u l v w sicker zu gewinnen, machte jedoch einen fehlerhaften Zug und muhte sich mit remi» begnügen. Die Parti« Maroczy» Dr. T a r r a s ch wurde nach mehr als fünfstündigem Kampfe in einer für den süddeutschen Großmeister ziemlich hoffnungslose» Stellung abgebrochen. Der Ungar hat vier Dvuern gegen zwei. Sriefkatten öec l�eüaktion. Ll 88. 1. Geben El« zum Amtsgericht. Tort wird die Austritt»- «itliruna ertaegengei rmn en. 2 Die Feueibeiiatlung daii nur in tandes- polizeilich aenevmlgien Anlagen erfolgen und bedais der Genehmiaunr der Ortsvoiizeibebö�de, die nur ertcilr werben darf, wenn i.-ine amtlich» Sierdeurlundr, 2. eine amtsärztliche Bntfeitiigimg über die Todesm fache 3 der Nachweis, daß der Verstorbene die Feuerbestattung lewer Leiche an- geordnet bat, 4. eine volizellich« Befcheiniaung. daß keine Bedenlen gegen die Feuerdestatlung besteben, beigebracht find. 3. Unlere« Erachtens ja.— K. M. 1920. Sie dürften haftbar lein- R. I. 1. v>« 30. 0. 20 2. und 3. Rein, emvfieblt fich aber. 4 Polizetdureau oder Lchtedsmann. - Hoffmann«». 49. t. Bis Ende bei Jahre«. 2 Psänbung in ab. vermieteten Räumen vaft nicht vorgenommen' werden. 3. Ja 4. Zehn Monate. Es tann aber Bcsrcinng bewilligt werden. Ein babwaebender Anlraa ist an da? Amtsgericht zu richten.— 91.®. 100. Rein.— B..9» Eine Gelgnbtichait ober e!» KomulaI besteht»och nicht 2. Düftt« an der Unieilage legen:»estmen Sie Roybaar statt Holzwolle.».Für die Zeit bis zum 8. November 1991 find Sie von der Zabiimg iür»I, Miele defre». w nn burtn die Mänael der vei lragsmäß i« Gebrauch der Wodnung nicht möglich war. Die Repaiaiurkosten qelt-n ai« Mietzins oder Teil« desiciben.— BS. M. l?0. Darüber«nlfcheidel nur da« Gericht. Bie rierirusftrtiie n>ür das mtieiere Storddeuifchiand dt» Tonniag mit««» Meist bewölkt mit einzelnen leichten Schneesällen bei mätzigem Frost und vorwiegend öiUichen Luide». Wirtschaft Das Kaninchen als Nothelfer. ttnsett Rot an allen Rohstoffen-wuigl im«, alle Rohstoffe im Inland i,u erfassen, die fiir unser Wirllibafleleben wertvoll sein können. Eine wiltiiige Rolle spielt dabei die tlanmchen- Zuchi. denn fie kann Werte eriieu»ien. die iür unsere Volidwi tsidaft von auherordentlicher Bedentuiiy sind. Ist a,ub die ssleiick- pewinnung icheinbar da« ZL chtipste, so darf dl« vesiboffung von Fellen und Wolle keineeiall« oerinoer einpe»ätzi werden, denn deren Ei�eugung yibl vielen Tausenden von Menickien Verdienst. bieiei ibnen ein pesicherte» Auskommen. E« darf selten« der Ziirdier da« Hauplauflenwert nichi mehr aus Liebhaberei pencbtet sein, sondern ibr eiste« vestreben mutz dahin gehen, neben Fleisch möglichst viel Felle und Wolle zu erz»»fl»n. Fllr die Lpinnstoffvermehruna resp Wollgewinnuna kann die« n g o r a- R a n i n z u ch t ein autzerordentlich wichtiger Faktor weiden, denn unser vedark an Wolle ist autzerordenilich protz und sind wir zur Deckunp desselben last au»schl,eblich auf da« Ausland anpewiesen. Tie Weichbe't und Feinheit, die Leichtig« keil und schnerweitze Faibe der Leide n-«aninchenhaarr machen dieselben besonder« werlvoll flir die Textilindustrie. In FriedenSzeiien b el» man eine Haarlänae von mindesten« ZV Zentimeter ifir notwendig.— Mit dieser Nnschauung mutz ge- brachen werden, denn eine Haarlänge von S Zentimeter, notsah« von S'/, bis 7 Zentimeter, genügt der Textilindustrie vollkommen. we«halb die Tiere monatlich gerupft und geaebenenfall« I auch mehrmak« im Jahre geschoren werden mllsten. Alle« längere, giibere und mit viel Gran»,»haar durchsetzte Haar ist, entgegen der bi«herigen Anschauung, minderwertig. Tie Vereinigung de« Wollhandel». Leipzig, wurde vom R e i ch« w> r t s ch a s t« i» i n, st r r i u m mit der Hebung und Förderung der Angora-Kaninchenzuwt betraut und gibt zwcitS ichnellerer Ausdehnung der Zucht Tiere an Kriegsbeschädigte und Minderbemittelte kosten lo« gegen gewisse B>d nuunge» ob Sit benötigt zu Hc*>m Zwecke aber auch dauernd Zuchiiiere und Jungtier« im Alter von mnidesieii« b Monaten und bittei»m An« gebot aller verkäuslichrn Tiere, sü, die der Tagespreis bei ein- wondkieier veichaffenheil berablt wird.— Auch ist die Bereinigung de« Wollhandels stänMaer Abnehmer jeder Torte Angorn-Wolle und vergütet iür gute Onalirälen inr da« Kilo b>« ISS M. «usiübrliche Auslnnste in allen Fragen der Angora-Kaninzucht erteilt kosten! o«: Tie Vereiniguna de« Wollhandel«, Abteilung Seidenkanin, Leipzig, Flcischerplatz S/S. Ausbau de» LSsnmer Hafen». Tie vllsumer F i i ch e r i l o t t r Hai wieder 70 Skoiorkiiiter. die Fischgtüiide stnd günstig gelegen, der Haren ist da« ganze Jabr ei« rr e i, leieer aber zu klein. Tie Eiweilemng de» Hasene ist nur eine Kostenfrage, viel,«rbeii«lo ie könnien hier be- ichäitifii werden, um Teul'chland bester mir Fikchen»» verso'aen. Tie viiiumer bitten die Abgeordneten, die»ranrigen Hafen- verbäliniste und die alän, enden Eniw ckliing«mögli»keiien ielbft ieftstellen zu»ollen. Ter Erweiterungsbau erfordert zwei bi« drei Millionen Mark. Soziales. Keine ErwerbölosennntrrftLtznng fllr InvaNde. Aui eine Eingabe de« geniral-Arbeiierielrelaria«« an be» Retch«arbe!i«n>inister Dr. Broun« um Gewährung der Erwerb«. toseiinnterstützung an bisher erwerbttätige Invaliden und um Erhöhung der Invaliden renren har d'eier unterm 28 Oliober geantwortet. Gegen die Gewährung der Eiwerb«Iosenu»»rrstütz,ing an Invalide verhält iich der ReichSarbei»«mintst«r ablehnend. Zu der zweiten Forderung schreibt er: .Neber die Frage, durch welche Matznabmen der Rot unter den Empfängern von Renten au« der Sorialoeisicherung ab- gebol'en werden könne, strbe ich Mi« dem Herrn ReichSmmister der Finanzen in Berb'iidung. Die Regieiung wird ihierieit« jede Möglichkeit ergrei'en. um der a n e r k a n n l r n Rotlag« der Bezieber solcher Renten zu steuern/' Räch wie vor ble'bi also bestehen, datz diesenigen Invaliden, die bisher den Rest der ihnen verbliebenen«i beiiskrail verwerlelen »nd duich die schlechten wiriichaitl'chen Veibäi»»sse ihre Arbeit»- stelle verloren, daiür keinen Ausgleich bekommen. Sie werden lediglich ans die beabsichtig«« Neniepeltiiig ve> wiesen, die au« den Eiwägungen noch nichi bernnSgekoinmen ist. Obwohl ver- sichert wird, datz die Regierung jede Möglichkeii ergreiien wird, um der aiienanntrn Roilape der Bezieher van Invalidenrenten z« steuern, wird doch die Möglichleit. wenigsten« einer Anzahl von ihnen, näml ch den bisher noch rrwerbsiötigen. zu Helsen, zurück- gewiesen. Schnell» Hilfe tut aber not! TlO-UQ PROBLEM im Zirkus Busch | Zonuiag, lÄ. Drzember ISÄst vormittags 10 Uhr ft>richk üb«r, vkae kiickskcllt suk den {rüherco Preis verkaufen wir bis Ermässigung! Möbel •M rtnommltrien sfiddcuttchen Kunstwcrkttittcn ttc. Luxusmöbel b Entwürfe, aparte Bildhauerarbeiten Herrenzimmer Speisezimmer Schlafzimmer •Wohnzimmer Salons Einzel-Möbel. M. SchlewinskyiCS Berlin C., Dircksenstraße 31 SV Oekauft« Möbel können kostenlos llngore Zoll bol uns logorn.*�bS Spezialarzt Dr. Raedicke haur, Gest i.ipchtsieiden, Bin t« untcuuchuneen, Salvarssn> Kuren. Friedrlchstr. 187, s.d. Mehrentir. 111.3�, Stg. Il-l. 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Die Landesvrrsammlung bot gestern das eigenartige Schcni'piel, daß die beiden bürgerlichen Koalitions-' Partei!� die für heute in Aussicht genommene Beratung der Grundsteuer zu verhindern suchten. Sie begründeten idren Antrag damit, daß der Aeltestenrat seinen Beschluß, die Beratung des Gesetzentwurfes am Sonnabend auf die Tages- ordnung zu setzen, unter der Voraussetzung gefaßt hätte, daß die Regierung auf die Beratung des Gesetzes Wert lege. Präsident L e i n e r t erklärte, daß die Staatsregierung diese Frage bereits bejaht habe, wogegen der demokratische Abgeordnete Dr. R u e r behauptete, daß da« StaatSministe- rium sich noch gar nicht schlüssig gemacht habe. Wie wir hierzu erfahren, hat die preußische Staats- rcgierung in ihrer gestern abgehaltenen Sitzung sich zwar ' noch einmal mit dieser Frage beschäftigt, ei aber abgelehnt. in ihrer bisherigen Haltung irgend- eine Aenderung eintreten zu lassen. Da» wird die bürgerlichen Parteien nicht abholten, auch weiterhin alles aufzubieten, um den Grundbesitz möglichst dem steuerlichen Zugriff ,zu entziehen, und da cS in solchen Fällen niemals an Vorwänden fehlt, werden sie vermutlich schon in der heutigen Sitzung einen neuen Vorstoß unternehmen. Die Einziehung ües Neichsnotopfers. Der Steuerausschuß de? Reichstag» beschloß am Freitag a u>f Antrag des Zentrum», nunmehr in die Spezial- beratung über den Entwurf der beschleunigten Erhebung de» NeichSnotopfer» einzutreten. Angesichts de» Widerstand» de» Reichs» finaugmin isteriu m» gegen eine etwaige Berlängevung de» Termin» rür die Anmeldung der KriogSanleihestücke zur Bezahlung de» Reichsnolopfcr» beschließt der Ausschuß, vorbehaltlich der endgültigen Fassung de» 8 43, im Grunde nur einer kurzen Verlange- rung der Anmeldefrist über den 31. Dezember 1020 hinaus zu» i stimmen zu wollen. Bei der Beratung de» Z 1 macht Abg. Helfferlch al» besonderen Mangel geltend, daß ein« Herabsetzung der EinzahlungSpflicht unter einem Drittel auch dann nicht vorgesehen sei, wenn die B«- triebSführung de» Pflichtigen gefährdet sei. Abg. Dern- bürg sTem.)' E» müßte auch verhindert werden, daß durch zu hohe BeleihungSsätze eine weitere scharfe Erhöhung de» ReichSnotopfer» bewirkt werde, doch ginge der Antrag Helsferich darin zu weit. Reichsminister Dr. Wirth gibt sodann eine formiulierte Erklä- rung zum bestehenden Gesetz über da» Reichtnotopfer ab und erklärt sich bereit, die Frist zur Annahme von selbstgezcichneter Kriegsanleihe r Nennwerte nach§ 43 de» Reichsnotopfergesetze» bi» zum Januar 1SL1 zu verlängern. Die Erklärung wird von verschiedenen Rednern begrüßt, da sie in weiten Kreisen Beruhigung schaffen werde. Abg. Simon-Schwaben) fSoz.) will bei aller Schonung gefähr. deter Betrebe doch da» Gesetz so gestaltet haben, daß mdglichst hohe Summen zu« Sanierung der NrlchSfinan'cn hereinkommen. Abg. Pr. Richer fD. Bp.) begründet>einen Antrag, wonach bei einem Betriebsvermögen mehr als ein Drittel der Gesamt- abgabt nicht erhoben werden soll. Eine weitere Herabsetzung soll nur dann möglich sein, wenn dxr Steuerpflichtige glaubhaft macht. daß er bei voller alibaldiger Steuerle stung eine Betrieb»««»- schränkung vornchmen müsse. � mtSsckrelär MVSle glaubt, daß dir vorgetragenen Schwierigkeiten weit überschätzt werden. In vielen Fällen werde das Notopser au» den Betriebsein» nahmen. In anderen durch Kriegsanleihen ober Vorhände- nem B a r q e l d gedeckt werden können. Abg. Blunk(Dem.) wünscht«ine möglichst schnell« Ver- an la g u n g zum Notopfer, dann wird ei von vielen auch alsbald gezahlt. Entgeaen hervorgetretenen Vertagungswünschen hält Staats- sekre�är?.>!S»lr e» für dringend nötig, doch mindesten» den Teil des Gesetzes bald zu verabschieden, der sich mit dem Veranlagung». v e r f a h r e'n belchäfliat. Weiterbcratun« Dienstag. 14. Dezember. Her�arbekterstreik in ganz Sachsen. Die Chemnitzer..Volksftimme" berichte!: Gestern wurde von den Bergarbeitern beschlossen, daß am heutigen Freitag die Berg- avbeiter in ganz Sachsen die Arbeit einstellen. Der Vergär- beiterverbond hat die Führung des Streik» Übernommen. Die notwendigen Sicherheitsarbeiden werden verrichtet. Danzias feierlicher Protest. Dan, ig, 10. Dezember. iWTB.) Ja der hentigrn Sitzung de« BollStagcs gab der stellvertretende ScnatSprastdent Dr. 3 i« hm eine Erklärung de» Senat» ab, die zunächst feststellt, baß Danzig gegen den Willen seiner Bevölkerung vom Deutsche» Reiche l»» g c l S st fei und nun verfastung». mähig seine eigenen Aufgaben z» erfüllen habe. W:iterhln wird darin de« bisherigen englischen Oberkommissar Sir Reginald Tower und seinem Stellvertreter Oberstleutnant L t r n t t der Dank für ihr« Amtsführung ausgesprochen. Offen und freimütig wollt man vor aller Wclt bekunde», daß e» die vor- nehmst« und heiligste Pflicht sei, den anerkannt beut. scheu Charakter der freien Stadt Danzig dauernd aufrecht. »uerhaltcn._ Kommunistischer Proteststreik in Prag. Prag, 10. Dezember. lWTV.s Tic PollzeilorrrsPondenz meldet: Hrut« früh sirlltc dielommunistischcverriuigteArteiter- s ch a s» die Arbeit in den Präger ssadritea ein, um gegen die beljird- licke hificfrab« der im koltstan» befindliche« Diirfrrri an die recht- mäßigen Eigrniümer,»irtschechoslovalisch« sozialdcmokraiische Partei, zv Protest leren und zog in Trupp» in die innere Stadt. Hierbei lam r» an verschiedenen Stellen zu Zusammenstößen der Demonstranten mit der Polizei. Prag. Ist Dezember.i« in der S, K. geschildert worden sind, zu sprechen und fragt,.wa» der Reichser. näbrungsminsster dazu veranlaßt hat. Nur da' volle Mitb ftiMj munas- und Kontrollrecht der Arbeit-rschaft und Kleinbauern könne die Ernährung des deutschen Volles sicherstellen.(Ironischer Beifall recht») RchchSernährungSminister Herme»(Zuruf Adolf Hoffmann: UnterernähriingSmiwsterl) weist die Angriffe zurück und verlieft die bekannte Berichtigung. Landwirtschaftsministcr Braun wendet sich gegen verschiedene Behauptungen de» Abg. Dr. Böhme und weist besonders die Angriff« gegen die Beamien für da» Siedlung» g�eietz entschieden zurück. Kaum chn Teil des Reiche» hat auf dem Gebiete der Siedlung» Politik so viel geleistet wie Preußen. Aber wenn die Erfolge im allgemeinen noch nicht größer sind, so liegt da» an den sackslichen Schwierigleiten besonder» in der Materialbeschaifung. So kostet beute eine klein« Siedlung gegen 10 000 M. Friedenspreis 119 000 M Trotz dieser Schwierig- ketten wurden bi» jetzt 4860 Siedlungen geschaffen. iBeifall) In Parzellierungen wurden in 19 000 Fällen 34 000 Hektar an Fn'er- essonten pachtweis« abgegeben. Gerade die Demotraten hqben früher gegen die Ausführung zum GitdliingSgesetz gesftwmt. sie haben darum kein Recht, heut« darüber Klag« zu führen, daß die Folgen pe» Gesetze» erst langsam sich bemerkbar machen. Abg.©erouer(Bohr. B-Bd.) erklärt den Abbau der Z w a n g» w i r t s ch a f t für notwendig. Er wendet sich gegen dt« Behauptung, daß die M i t g li e d e r d e r O r g e s ch an LieferungS» streik backten und weist daraus hin, daß die bayrische Einwohner- wehr in der Orgesch nicht» zu tun hat.(Beifall und Widerspruch) Abg. Riedwüller(Soz.): Dem Antrag auf Erteilung eines Mißtrauensvotum» gegen den Reichsernährungsminister werden wir nicht zustimmen, da die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist und wir nicht in ein schwe- bende» Verfahren eingreifen. Wenn die Kommunisten erklären, daß wir�Geiegonhett hatten, unsere OppositionSstcllung zu beweisen, so erklär« ich daß wir uu» von ihnen keine Vorschriften machen lassen und vor allem auch zu viel Verantwortlichkeftsgesühl haben, um ein Urteil zu fällen, bevor die Anqelegenheit restlos geklärt ist(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der Redner begründet dann noch ein- mal die Notwendigkeit der Soziali siernng der Dünge- m i t t e l i n d u st r i e(Beifall.) Die innere Unlog'l der gesamten Argumente gegen die ZtrangSwirtsck'aft von rechts bis zu den De- mvkraten ist durchaus ersichlich daß man bei all den nachgesagten Mängeln die Zwangswirtschaft gerade für die wichtig st en Lebensmittel beibehalten will,(Sehr richtig link».) Ohne Zweifel sind in der Zwangswirtschaft Fehler gemacht worden. 6«. sonder» dadurch, daß die Preisgestaltung nicht elastisch genug der Teuerung folgt«. Auch ist man auf die Psych« der Landwirte zu wenig eingegangen. Vor allen Dingen mußte sie aber viel strenger gehandhabt werden(Sehr rich ig!) So aber wurde die Zwangswirtschaft in der Mebrzchl der Fäll« auf» schärfst« sabotiert und dann wurde gesagt, sie hätte versagt.(Sehr richtig!) Vvllkommen falsch ist die Behauptung, daß die heutige Ernährung gerade in Fleisch und Kartoffeln besser sei al» in der Zwangswirtschäft.(Sehr richtig!) Für die große Mehrzahl der Bevölkerung trifft dies nicht zu. Schärfste» Vorgehen gsgen Wucher und Schiebertum ist im. bedingt notwendig, darum begrüsten wir den neuen Gesetzentwurf. (Sehr gut» In der Frage der Au»- und Einfuhr sind wir selbst. revenh der Meinung, daß unbedingt notwendige Lebens» mittel eingeführt werden müssen, daß aber die Einfuhr nicht lebensnotwendiger Artikel nicht geduldet werden darf und vor allem keinerlei Ausfuhr von Lebens- -Mitteln stattfinden darf. lSebr rcktipl l>nls.) Der Redner bs- spricht p'inn noch einmal den Fall Ra m m- A» g u st i n„nd wendet sich gegen d> Ausführungen des ReichsernäbrunaSministcr» sowie gegen das Eingreifen dcS Reichskanzlers(Beifall bei den Soz.) ReicbsernährungSimnifter Dr. Herme» kommt nochmal? auf den-Fall Ramm- Augustin zurück und wendet stch gegen die Darstellung de? Vorredners mit dem Hinweis, daß e» nunmehr einwandfrei feststehe, daß von einer Fälschung des Briefe» keine Rede sein könne, so daß nur ein Datum?» irrtum in Fr�ge kommen könne,(Hört, hört!) Dann erklärt der Minister daß die Aufhebung der Zwarfgswirtschasi au-h dem W'll-m der Mehrheit der Bevölkerung entsprochen habe Die Dinge müssen sich in sich ausglichen(Sehr rufitigl und Widerspruch.) Da» Reichskabinett ha! sich mit meiner Vor'age beschäftigt, vi« eine Ver- billigung von Lebensmitteln bezweckt und in Bö'de dem Reickrstag zugehen wird. Di« Versorgung, namentlich die Ablieferung rst heute bervit» v» e l besser geworden: so ist der Kutofselbestaich 75 Millionen gegenüber 29 im Vorfahr« und gegenüber 46 vorher während der Zwangswirtschaft Ein völlige? Verbot zur Beratung von Branntwein ist ganz unmöglich Em Gesetz gegen Verstöße gegen die Reichsgetreideordnung steht bevor.(Beifall recht» und in der Mitte.) Abg Diez(Zentr.) legt vor nahezu leerem Hause noch- mal? de Roiwendigkeit der Hebung der Produktion dar Da da» Haus immer leerer wird, bittet der Vizepräsident Dr Bell die Redner, sich möglichster Kürze zu befleißigen, um den Etat de? ErnährungSministernm? noch erledigen zu können, zu dem noch 8 Redner vorgemerkt sind, Mnrube.) Abg, Vachmeier(Bahr, B-Bd.) spricht ftir freie Wirtschaft Da? Haus vertagt sich auf Dienstag, den 14, Dezember, nach« mittags 1 Uhr. ohne die Beraft-ng zu Ende geführt zu haben: Kleine Anfragen; J.iterpellafton Tr'.,"N. die liebcrforde'-iina des Handwerks; Interpellation Hcrgt(D.,« Bp.) über Zurückbekörde- rung der deutschen Kriegsgefangenen aus Rußland; Fortsetzung der Beratung des Ernähre"/''"�?. GewerMastsbewegung Bus Schumachers Erzählungen. Gesinnungswechsel bei der„Abschiedsaudienz". Vom 7. biZ 9. Dezember tagte im Berliner Gewerkschaftshaus der Beirat des Deutschen Bekleidungsarbeiter� Verbandes, um u. a. Stellung zu nehmen zu der drohenden Spaltung der Gewerkschaften durch die kam- mun istisch« Zellenbildung. Anlast zu dieser Stellung- nahm« gab insbesondere die zersetzende Tätigkeit einer Anzahl sich Kommunisten nennender Berbandsmitglied�r in der eigenen Orga» nn'ntion. An dieser zersetzenden Tätigkeit hat selbst ein Beirats- Mitglied, und zwar der Bevollmächtigte der Filiale Berlin, S ch u» mache r, so erheblichen Anteil, dah sich der gesamte Beirat voller Entrüstung auch gegen ihn wenden mutz:«. Die Abrechnung war eine so gründliche, dast Schumacher bei seiner Ver- ieidigungSrede, im Gegensatz zu seinen sonstigen Gepflogenheiten, jämmerlich versagte. Was sollte er aber auch zu seiner Verteidigung anführen? Seine Berichte aus Rustländ stehen mit seiner jetzigen Stellungnahme in so ausfällig krassem Wider- sprach, dast jeder Versuch einer Verteidigung kläglich scheitern muh. Aber interessant war das Geständnis Schumachers, dast die � Wandlung seiner Gesinnung sich nichr erst auf der Rückreise aus Rußland, sondern..bereits" bei der„Abschiedsaudienz" vollzogen habe. Mit 34 gegen 3 Stimmen wurde nachstehende Entschließung angenommen: „Der Beirat de? Deutschen BekleidungSarbeiterverbandeS ist mit der Tätigkeit und Haltung des Internal ionalen Gewerkschafis- bundeS in Amsterdam und den Beschlüssen des In. ernationalen Gewerkschaftskongresses in London völlig einverstanden. Zur Durchführung dieser Beschlüsse und Erfüllung der gegen- »artigen und zukünftigen Ausgaben der Gewerkschaften ist ihre Selbständigkeit und Geschlossenheit unbedingte Vor- aussetzung. Durch die beabsichtigte Schaffung einer dritten Gewerk- ichaftsinternationale nach dem Moskauer Diktat wird die Gcschlosseribeit der bestehenden Amsterdamer Internationale zer- rissen, den Gewerkschaften ihre Selbständigkeit genommen und die Erfüllung ihr r Anfgaben unmöglich gemacht. Der Veirät lehnt daher in völliger Nebereinsiimmung mit den Betriebsräten und Funktionären der Filiale Berlin die in dem pro- v'fvrischen Statut des Internationalen Rates der Gewerkschaften testgclrgten Richtlinien und die. Veschichmg der im Mai 1921 statt- findenden Konferenz dex Tritte« Internationale mit aller Ent. lchiedenheit ab. Zur Erhaltung der Einheit und Schlagfertigkeit unseres vor- bandes sind in den Versammlung« die parteipolitischen Auseinandersetzungen unbedingt zu vermeiden. �insbesondeve werden die organisationszersetzenden Bestrebungen durch kommunistische Zellevbildung nach den bekannten Moskauer Bedingungen auf das allerentschiedenste verurteilt und unsere Milglieder aufgefordert, diesem Treiben mit allem Nachdruck entgegenzuwirken. Wer diese Bestrebungen der lNoSkaner Internationale innerhalb unseres Verbandes unter- stützt oder fördert, stellt sich in offenen Gegensatz zu den Beschlüssen unseres VerbandstagcS', den Bestimmungen des Statuts und den Fntereffen unserer Mitglieder und somit außerhalb unserer Organisation. Um die drohende Zerreißung und völlige Lahmlegung de? Ver- a, wird die bandes zu vermeiden. Zentralleirung beauftragt, alle er- forderlichen Maßnahmen zu ergreifen und dadurch die ungehemmte Aktionsfähigkeit zu sichern." Auch die Tätigkeit Schumacher?, die er vor den Berliner Industriellen ausgeübt hat, wurde einmütig ge- brandmarkt und mit 3S geg.?« 2 Stimmen nachstehende Resolution angenommen: „D-er Beirat mißbilligt auf das entschiedenste daS'V erhalten des Kollegen Schuma che r, der in einer Versammlung Berliner Kau-slcute und Industrieller— den Wirt- ' schastlich schärfsten Gegnern der modernen Arbeiterbewegung— einen Vortrag gehalten hat. Diese Handlung ist mit der Würde eines Vertreters der ge- werkschaftlichen Klassenkampforganisation und des ihm übertrage- nen Vertrauens durch die Organisation unvereinbar." Wird Schumacher aus diesem Beschlutz die Konsequenzen ziehen? Oder bringt dieser Edelkommunist den traurigen Mut auf, weiter— gestützt aus einige Schreihälse— den Führer ins Moskauer Paradies zu spielen, zum Gaudium der verhaßten „Bourgeoisie" und zumSchadenderdeutschen Arbeiter- bewegung? Diese gebraucht heute nötiger denn je ernste und zielbewußte Führer und keine„Spaßmacher"— wie die„Freiheit" unlängst ihren ehemaligen Parteigenossen bezeichnete. Gegen das Streikverbot deS Postniinisters. Vom Z-ntralvtrband der Angestellten wird unS oeickwieben: DnrÄ-den Erlab d?S Rei-bsvostin'nisterS geaen die Beamten werden aixb die Po st Hilfskräfte mit fristloser Entlossuno be« droht, falls sie sich der Veweanng der Beamten ansbließen. Gegen die�e Bedrohnna der Angestellten, die siib im freien Arbeits- verbältiiiS befi"den. erbeben w-r namens der bei nnS Organisier'?n enttihieden Einsvrncki. Namentlich in der Prnr'S der Sihlichtunasaiisfckinsse setzt sich immer m-br die Rechtsanf- sasinna durch, daß kollektive ArbeitSverwetgeriing nicht als Vertragsbruch im büraerlich-rechtlichen Sinne anzusehen ist. Dam-t entkäll» aber auch in solchem Verbasten der w'chsiae Grund für e'ne fristlos? ffnt'afsima. Für die im sir-ien Arbe-tSverbält«'? steb-nden Anaestellten des Re'ches 'an« und dar' eine andere R-chtSanffalsnna nicht hestehen, mitbin bedeutet da? Vorgeben des ReichSp�stministers gegen die Hilts« kräste eine mit dem Recht in Widerspruch siebende Maßnahme. UebrigenS ist dieser Anskall de? Re'chspostminist-r? sachlich keine SmegS gerechtfertigt. Von einem Anschluß der Vostanael'ellten an die Beamtenbeweeiing ist keine Rede, auch einzeln? Vorqänae'rfiter Ar» sind nnS bisher von keinem Ort mit- geteilt worden. Di?'R?'b§konlerenz d-r Vostanq-stellt-n, die unser Verband kür den 6. d. M. in M a a d e b n r g einb-r»ken baite,»si bielm-br nach einaebender Be-atnna unter BeknndiiNa ibrer Svmpatbie kür die Beamtenschaft»inst-mmia dem Beschluß gekommen, sich'brer Bew-oiing gegenüber völlig neutral zn verbali-n Die Angestellten werden daher alles»nterlassen. was die B-amienbeweaunq iraendw'e nnsünitia beeinflnsi-n würde: sie werden aber auch von einer positiven u Nierst ätz II nq absehen. AnaesichtS dieses einstimmigen Beichl-isieS der Vostanq?stells?n charakteristeri sich das Varaeben de? Reichspost- Ministers als eine se�-r üb-reilte Maßnahme, die n'chi im aerinasten geeignet ist, die Erregung in den beteiligten Kreisen zu beschwichtigen. Zentralverband der Angestellte». _ G i e b e l. Hausherr. VerivqstunqSqrbeiter deS Reiches und PreuhcnS. Seit Anlana Oktober sind die L o b n e m v f ä n o e r der Ver- waltnngsbebö-den des R-ich-S abne Erfolg bemüb', einen ReichSlabntarif zum Abschlfjß bringen. Die Ressortver- treter, insbesondere da§ ReichsvertebrSminisieriiim. machen ständig"ene Veriiiche. durch E nfübrnng einer 8. Lobn- qriivve. die V»'waltilng»aibsiter als Prellbock gegenüber den berechtigten Forderungen und Tarifbeständen der E i i e n« b a b n? r zu bennven. So besteht die Gerabr. trotz der stetig steigenden Kosten für den Lsbensnnterbalt, vor dem WeibnachtS« ieste keinen Piennig an Nachzahlung ab 1. Juni 1929 zu erhalt-n. Vlakate bürgerlicher Wohltäter rufen uns von allen Haus- wänden Fntgeaen: Kinder in Not! Ww wollen leint Almosen für«vsere unterernäbrten Kinder und Frauen, sondern eine den herrschenden Teu-mnaSverhältnissen entspreche» ve Bezahlung, die u n S geftattdt, den Hunger zu stille,,, die Blößen zu decken und unsere ärm- lichen Stuben zu wärmen. Auf den Einwand, die finanzielle Notlage des Reiches grstaiie nicht, die Verwaltungsaibeiter de? Re'cheS an- gem-ss-n zu entlohnen, muß erklärt werden: Da? Reich möge nicht nur zu einer Versicherungsgesellschaft der reiche» Leute degradiert werken, sondern die Regierung zeige in der Tat den Willen, durch eine gerechte Steuerpolitik alle Mittel der Geldbeichasfung zu erschöpfen. Bon seilen des Deuischcn Trancporwrbeiier-Verbande» und der verhandelnden Kommifsion von Kollegen ist alles getan, um im Rahmen der Verhandlungen das Meii'chemöglichste zu erreichen. Kolleginnen und Kollegen I An Euch wird es liegen, zur ge- gebenen Zeit, wenn der Ruf an Euch ergeht, aktiv in den Kampf einzugreifen! Deutscher Transportarbeiter-Verband. _ Sektion L Vertreterversammlung der BühnenangchSrige». Die Tagung der Bühnengenossenschaft ist Donnerstag in später Nachtstunde zum Abschluß gebracht worden. Zur Erledigung ge- langte noch die Propagandatätigkeit des Jnien- danten Dr. Hagemann. Präsiden: R i ck e l t teilt hierzu mit, daß der Wiesbadener Intendant Dr. Hagemann in einem Vortrag für Zusammenlegung bzw Schließung klei- nerer und mittlerer Theater eingetreten sei und den dadurch stellenlos werdenden Schauspielern die Wahl eines an. deren Berufes empfohlen habe. Diese Mitteilung ruft stürmische Entrüstung hervor. Als Referent zu diesem Punkte' erklärt Klefer fBerlin), Hagemann versuchte, die ganze Schuld der Presse zuzuschieben. Wir werden Herrn Hagemann klar machen, daß es die vornehmste Pflicht eines Theaterrettcrs ist, jede Gefahr om Schauspieler und damit von der Kunst entfernt zu halten. oebels(Bonn)' erklärt, daß auch in Bonn, offenbar auf Hage- manns Ausführungen hin hei jeder Lohnbewegung den Schau- spielern entgegengehalten werde:' dann schließen wir einfach das Theater. Selbach lFrciburg) wendet sich sehr scharf gegen eine Veröffentlichung des Literarhistorikers Professor Dr. Wittkopf, der die Extirpation des'Schauspiels auS Sparsamkeitsgründen verlangt habe.(Entrüstnngsrufe.) Der nächste Punkt der Tagesordnung lautet: Di« gewerk- schaftliche Pflicht der Genosfenschaftsmitglie- der. Die Referentin Frau I l m verzichtet aber auf ihr Referat, da in den bisherigen Verhandlungen schon so vieles und so gute? über die gewerkschaftliche Pflicht der Genossenschaftsmitglieder ge» sagt, worden sei, daß sie nichts besseres zu sagen hätte. Präsident R i ck e l t empiiehlt, eine necht allzu lange Paus« zwischen der jetzigen und der nächsten Vertretersitzung eintreten zu lassen. Man entschließt sich, die nächste Vertretertagung spätestens im April 1921 in Berlin statffinden zu lassen. Schließlich wird noch eine Resolution betreffend die Engage- mentslosigkeit der Schauspieler, eine zweite über die Beschäftigung von Ausländern an deutschen Bühnen und endlich eine Protestresolution gegen die Besetzung des Deutschen Landestheaters in Prag durch die Tscheche« angenommen. Darauf trat die Versammlung in'die Beratung über verschie- dene.interne Angelegenheiten ein, die bis gegen Mitterntrchr dauerte. Erst dami-t wurde der außerordentliche Vertretertag ab» geschlossen._ Z'chtung. Buchdrucker! f¥ejirf 7, Westen.) Die für heute anbe- reumlc Besprechung der GeneralveifvmmlungSdelegicrten, die ouf dem Bode» prakiücher(»-cwertschastsarbcit stehen, stndet nicht statt; eZ wird aus die oltgemeine BeipieviUNg in Berlin verwieten. Verband der Fabrikarbeiter. Heute 7 Uhr bei Feh'ara,.Vereins» haus Lüdost', Veiiamrnlüng aller in den Sauerkrautlgblüen und Gurken- emlegereien beschäiligle» Kolleginnen und Kollegen. Bericht von unserer Lohnbewegung. Veranrw iür den redall. Teil Dr. Werner Peilcr, Charlottenburg! wr Anzeigen: Tb. Gloikc. Berlin Verlag. VorloSrlS-Verlag S. m. b H. Berlin. Track Bor- wärlS-Buchdruckersi u. LerlagsanNoll Vau! Zinger u. Co.. Lerli.i. LlNventtr. S. Hier,» l vrllagr. JSaxii -JC&ni regelt den Stuhlgang 6«' Erwachsenen und»{indern. ÄriUich empfohlen' 695 Winkelspilze HEINTZE nach dem neuen schmerzlosen Phorosan-V er fahren Syphiliskar. Streng Wissenschaft lieh. Spet.-Srztl, Leitung. Separate Zimmer. Kurdaaer Siehe Broschüre.„Die Gonorrhoe und Ihre Zwölf iagekar" AI. i—. Prospekt ,1" gegen Porto. r.l■ ICnrf aXTO- Dr. med. Hollaender, (Spezip.larzt für Hant., Frauen, und Blasenleiden Behandlung ohne Quecksilber, ohne Beruisstörung. I Blutuntersuchung. Auf kl. Broschüre Nr. 10. diskret verschlossen Mk. 2,80 Berlin W 8, Leipziger Strafte 108 II. Täglich II— 1, 8-7, Sonntags II— L 187/4* I Nntzeisen jeder Art: Rund-, Flach-, Quadrat-«. 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