Nr. 609 ♦ 57. �ohrgotity Busgabe jg Hc. 167 BeznflSvr««! ??r?eljükr� M.—-ji�monatUO.— Sltt ftc ms öous oor nie ad Idar.'Soft» bsma Slonatliir 10,- SU. crtL Ru- ftsüimqsqtbubi- Unter Hrfujbcno für Stull tblnno unb Oeftnrticb 18,' 0 Dt!» fCt oas ubnqr Suslank l>e> Ibaltch einmal. Rubellunk 21 50 Tf't e» fteUunqen neamen in Oeftettet� Unqara, Tkchecho- Slcoatei, Dane» mar:. SoCano.-u emoutq, idnueben und 5ie Stboeu.— btnanraom tu die Soft- tttunas-Steisliftt. De».Vorwarte' mu der Sonntaq» billagt»Voll u-Retf eribem! wowen» ibgiub IBieimm Sonntaqe und Montags»nmm. Teiearamm-Adrefte- .Sa)la(betnotral BetHm". Abend Ansgabe Vevlinev Volltsblntt �20 Pfennigs Anzeigenpreis: Die«dtqeivaltene ZionvareMezeile taftktft.— S!., Stuerunqejufcblaq 50«/�. „AUme Uajcigcn'* das ett» georudtf Wqri 1,— M.(julälliq zwei fettqeonicfte Wonel. lebe« weitere ffior 80 Stq. CteUenqeiudif anb SrblaNiellenanzeiqen das erste Wo« 88 Stq. icbes weitere Wort 40 S!g» Worte Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerutiaszuichla» 50°/» Aamtlten-Anzeiqen für Abonnenten geile 2.— M, polititche and qe» werlichattliche Pereins- Sn eiqen I.— Sit bis Reiie ohne Aufschlag. Anzeige» rUr die» a chst e Nummer mstllen bis 8 Ahr naä ntiuags im pauoiqefchäil. Berlin SW i, Linden- fttaste 3, abgegeben werden. Dedffne, »on 9 Uhr trüb bis 5 Uhr abends. Zcntrzlorgzn der rozialdcmokratirchcn partef Deutrchlanda Neüaktivn und Expedition: EW. öS. LindenlN. Z. �erninreichen iimt ivionnvia», Rr.».1 1»0— K» 1 117. Montag, den IB. Dezember 0orwärts»verlag G.m.d. h., EW. öS, Lindenlsr. I. acrnfurrttifr: tlmi Moristvla«. Sie. 117 53—54. Entente gegen Eftherich. Lelm AuSwSrtlsen Smt ist die Vnittoei der Interalliierte» fionlroUtummiffton auf die am 9. Dezember abends übcrgebene deulfche Rote über die Einwohnerwehren eingetroffen. Die Konttolllommisston erkennt die Gründe für eine besondere BeHand- lung der Einwohnerwehren in Bahern und Ostpreußen nicht an, wiederholt die grundfäizl>che Forderung sofortiger Auflösung und Entwaffnung aller Selbstfchuhorganifatio. neu und verlangt unverzügliche Mitteilung darüber, welche Maß- nahmen die deutsche Regierung hierfür zu treffen gedenkt. Damit entfällt die letzt« Uirfkrrfjeit, die in der Orgesch- Frage noch bestehen konnte. Tie Entente erklärt aufs neu«, daß jede bewaffnete Selbstschutzorganisation mit dem Spaer Abkommen nicht im Einklang steht. Um so Jcndn-barcr mutet es an, wenn das MTB.d ihrer Presse. Die seft Wochen in dm Monarchistenblättern tobenbe Hetze gegen„die Räte- schmach in Deutschland" hat sich jetzt zu eimr Reichstags- Interpellation der Teilüschnationalm verdichtet, die am kommenden Dienstag auf der Tagesordnung steht. Eine der beliebtesten Walzen ans der Drehorgel der „Deutschen Heitimg",„Deutschen Tageszeitung" und vor allem der Stinnes-Presse ist der B o l s ch e w i st e n s ch r e ck. Dreh'n sie lins nim, dreh'n sie rechts rutn. es wenden sich immer gläubige Hörer sammeln. Als der Friede von Per- 'ailles näher rückle, orgelte Professor Eltzbachor zum Ergötzen ieiner Leser links rum. Bündnis mit Sowjetrnßland gegen die Entente. Als im Sommer 1920 die Armeen Trotzkis an den ostprsuhischen Grenzen standen, blickten die Alldentsiben verzückt nach Tanroggen und warteim sehnsüchtig ans Norck II., der mit Budjenny die Franzosen zu Paaren treiben sollte. Immer wieder Bolschewisten schreck gegen die Entente, genau wie in Spa bei der Entwofsnimgs- und Kohlenfrage, genau wie hetrte bei der Orgesch-Note. Gegen den inneren Feind aber, gegen die Rcpubssk und gegen die Sozialbemo- kretie, wird die Walße rechts rum gedreht. Dem Bürgertum, den Schiebern und Wucherern muß jeden Morgen vor Bol- ichewistenangst die Auckordo'e aus der Hand fallen. Dann sind sie weich und öffnen die Taschen für Orgelch- und Hohen- zollernorfjanisationen, von denen sie w-ssen daß sie der beste Schutz ihrer Kriegsgewwne sind. Durch Lügen- und Spitzel- beuchte muß täglich eine neue„stzote Armee" aus der Erde gestampft werden,"damit Escherich seine Waffen und Mannen vor dem In- und Ausland verteidigen konnte. Soviel englische Schiffe konnte jedoch kein Tauchboot ttixf dem Papier versenken, als seit Monaten„Bolschervisten- Heere" vom„Lokalanzeiger" und seinesgleichen ersimden wurden. � Die Sache begann selbst dem gutmütigsten Sp'eß- bünger lächerlich zu werden. In dieser Not waren den All- deutschen dch internierten über die dentsckie Grenze getretenen russischen Regimenter ein gefundenes Fressen. Jetzt war wirklich eine Ro'c Arms» m Deutschland. Tie Hetze konnte begingen. In seitenlangen Zuschriften, bei denen an Balken- bnchstaben nicht gespart wurde, beachteten die reaktionären Blätter über die bolschewistische Agitation in den Inter- nierungs- und Gefangenenlagern, lieber den Tmwor und den Schrecken, den die bolschewistischen Kom- missirre gegen die Nichtkoftnmunisten verüben sollen, über die Greuel, die sich dabei abspielen, und alles unter den Augen und mit dem stillen Einverständnis der deutschten Regierung btw. des ReichskommissariatS für Krieg ige fangen«, das immer noch von Sozial- demokraten geleitet wird, und gegen die sich ja der größte Te.il dar reaktionären Hetz!» richtet. Wir wollen dar Aussprach' im Reichstag nicht vorgreifen. Do? rnc wissen wir jedoch, daß die Berichte dar Monarchisten- blättsr eine Mache sindz irreführend, aufgebmischt und der- logen. Wir sind gewiß keine Verehrer der Bolschewfsten und ihres Snstems, das wir, wie jede Diksatur, mit all unserer Kraft bekämpfen. Wenn Deutschland bis heute vom Bolscho- wismns verschont wurde, kann sich da? Bürgertum bei dar Sozialdemokratie und nicht bei KVipp oder Stinnes bedanken. Gegen die Bolschewkstenhetze wehren wir uns je- doch, und vor allem, wenn sie von jenen betrieben wird, die die Nutznießer jenes kaiserlichen Deutschlands waren, dessen Geschichte mft hundertmal mehr Gewalt und Blut geschrieben wurde, als es je die Bolschewisten in Rußland fertigbringen werden. Vorausgesetzt, die Angaben der Rechtsblätter wären so richtig, wie sie unrchtig sind! Wo waren dann die Protest? der Wächter der Menschenrechte, als der Z a r die russische Revolution von lOOF niederknüppelte, als Zebntansende an den Galgen gebangt' oder in Sibirien massakriert wurden? Wo waren die Gralsbüter, als Herr v. B ü l o w auf die„Schnorrer und Verschwörer" Iaad machen ließ, um sie dem zaristischen?>enker auszulietein?>.Hat man im Wulle- Blatt jemals einen Protest odep ein Wort von der d e u t s ch e n Ebre gelesen, als die belgischen Zjch ilgefangenen wie Sklaven nach Deutschland deportiert wunden? Wer solche Greuel getan und gebilligt, der hat ftir alle Zeiten da? Recht verloren, über die Untaten anderer rn ar-sinen. Wie es jedoch mit den Berichten der Rechtspresse anssirht. zeigt eine Notiz der„Deutschen Zeitung" vom 4. Dezember. in der ein Artikel de» gleichen Blatte» vom 2. Dezember als unwahr widerrufen wird, und der„Lokalanzeiae-r" druckt mn 29. November schmunzelnd einen Satz des in HelsingforS ericheinenden russischen Emigranienblattes„Nowaja Ruskaja Schi tu":„Es ist eine, Krnm glaubliche, unsinnige, ja fast tragische Tatsache: die Rüsten werden, gleichgültig ans welchen Ursachen, am besten im Deutschland beHandel t." Am 6. Dezember schreit der gleiche Anzeiger über die Schreckensberrschaft, die die russischen Internierten von den bolschewistischen Kommissaren zu erdulden hätten. Wozu aber We Schrecken und wedhalb die Jnterpella- twn? Weil die Usbergetretenen und Internierten in den Lagern z>l einer o t e n Armee"(hat ihn schon) einem. ziert würden, um den deutschen Kommunisten bei der kam- Menden deutschen bokschewisti scheu Revolution als Kern- truppe zu helfen! Ter in solchen Dingen sehr erfahrene und berühmte.Lokalanzeiger" kennt sogar schon den roten Mobilmachungsplan. Das ist des Pudels Kern. Deshalb die Aufmachung, deshalb fliesten die Tränen des„Lokalanzei- gers", deshalb greint in der„Deutschen Zeitung" Thusnelda über die Schmach, die in den Gefangenenlagern dem deut- -chen Namen angetan wird. Einmal links rum für�die Entente, damit der Orgesch keine Note in die Krone fällt: ein- mal rechts rum, damit das deutsche Bürgertum um so mehr Banknoten dem Herrn Escherich zollt. Anscheinend ist das Ausland für die Ergüsse alldeutscher Zeitungen etwas vor- sichtiger geworden, deshalb soll am Dienstag im Re i ch S- t a g noch etwa? nachgeholfen werden. Während des Krieges gab es Gefangenenlager, wie in Marburg, wo Ukrainer kräftig exerzierten. Das liesten die Alldeutschen gelten. Jene Soldaten wurden ja auch zum Landesverrat gegen das eigene Vaterland gedrillt. Auch den Jndiern lehrte man den preustischen Parademarsch, gab man eigene Zeitungen, und wehe, wer nicht parierte. Lenin und seine Leute wurden in plombierten Eisenbahnwagen aus der Schweiz durch Deutschland nach Nustland transportiert, um dort Revolution..zu machen"! Heute gilt'es für die Hohenzollern, für die Revanche: gegen Lenin, gegen Beamte, die Sozialdemokraten sind. Des- ' halb der Bolschewistenschreck und das Geschrei der All- deutschen._ Sie Skraße. Die„Freiheit" findet unser« Bedenken gegen den Borschlag der.JWetaüarbeiterzeitung", die Frage der Sozialisierung auf S'er S t r a st e zur Entscheidung zu bringen,„seltsam". Sie gibt zwar zu, dah man durch die Macht der Straste nicht die Wirt» 'chaftsform umbilden kann, man könne aber damit die macht- politischen Voraussetzungen für neue WirtschafiSsor. inen erkämpfen. Die„Freiheit" könnte nachgerade wissen, dast wir ein« feste in sich geschlossene Vo lkSmehrhei: für die unerlätzliche machtpolitische Voraussetzung jeder liefgreifen- ?en Umbildung der Wirtschast halten, und dast wir jeden Versuch, Mehrheit durch MinderhertSgcwalt zu ersetzen, als völlig aussichtslos betrachten. Zu gleicher Zeit veröffentlicht die„Rote Fahne" ein Manifest gegen die Unabhängigen, in dem gesagt wird, diese hätten die Kasten und die Organisationen der unabhängigen Arbeiter unter dem Schutz der kapitalistischen Polizei und Gerichte g e st o h- len, sie seien«ine Schutzgarde ber Bourgeoisie. Und zu gleicher Zeit erklärt die„Komm. Arbeiterzeitung", die K o m- mu nisten litten an einer zum Himmel schreienden Feigheit, ihre erste Tot nach ihrer Vereinigung sei ein Betrug an den Massen gewesen.> So fällt einer dem andern in den Rücken, späht jeder nach einem „Verrat" des andern, den er im eigenen FraktionSinteress« gegen den anderen agitatorisch ausschlachten kann. Selbst in Grotz-Berlin und in Sachsen fehlt es infolge dieses wahnwitzigen Treibens an arbeitsfähigen sozialistischen Mehrheiten. Für die Kommunisten ist bekanntlich auch da? Streben der U.S.P. nach Soziälisterung nur „ein im Interesse de? Kapitalismus unlernom- m e n e r B« t r u g", sie würden eine Aktion auf der Straste sofort dazu benutzen, die Sozialdemokraten beider Richtungen zu„ent- larven" und Severing in Preutzen. Lipinski in Sachsen, Sepp O e r t e r in Braunschweig zu„Bluthunden" zu stempeln.. Der Augenblick, in dem die Arbeiter für die Soziälisterung auf die Straste gingen, würde ein geschlossene» Bürgertum finden. Auf deiner Seite ständen Reichswehr, Sipo, Orgesch und die Mehrheit der Bevölkerung. Dieser Macht stände dann eine in sich zersplit- :erie Arbeiterklasse gegenüber, deren vier Fraktionen jeden Augen- Kick bereit sind, eine über die andere herzufallen. Darum liegt nach unserer Auffassung jeder Versuch, eine Entscheidung auf der Straste herbeizuführen, nur im Interesse der Reaktion. Macht der Musik. Aus dey Phantasien«ine» Realisten von Josef Popper- Lynkeu». Ein junger Mann empfahl sich von seiner Geliebten, um ein Konzert zu besuchen, mit dem Versprechen, nach Beendigung dcS- selben sogleich wieder zu ihr zu kommen. Tie verliebten Reden, die Schsege und Küsse hatten ihn aber w aufgehalten, dah bei seinem Eintritt in deirKonzertsaal eines der Musikstücke schon zu Ende war. Er begab sich nun an den ihm angewiesenen Platz und frug seinen Nachbar nach dem Programm der Ausführung, da« er keine Zeit gehabt hätte, näher anzusehen. Der Nachbar, ein ältlicher, untersetzt gebauter Herr mit zerrauf- rem Haar und abgetragenen Kleidern, hielt fortwährend einen Stock mit beiden Händen zwischen seinen Beinen und machte auf die Frage ein sehr unwirsche» Gesicht. ..Sie fragen," antworter« er, nachdem er den jungen Mann mit durchbohrendem Blick gemustert hatte,.wa» wir heute zu hören .«kommen? Wir hören: Zuerst den satten Elefanten, der brummt sich in seiner Behaglichkeit etwa» vor, und wir sollen dabei sein; auf dem Programm heistt«S: Toceat«� von Johann Sebastian Bach. Indessen kann ich Ihnen sagen, mein junges Herrchen, hierzu sind Sie schon zu spät gekommen; den Elefanten hhben Sie als» versäumt. Es wird aber nicht lang« dauern, so lvivd der Zwinger wieder geöffnet; und herau» wird stürzen der große hungrige Löwe, er wird abwechselnd brüllen und seufzen; auf dem Programm heißt eS: Mondschein-Sonate. Nun. meinetwegen. llebrigens habe ich schon genug mit Ihnen gesprochen: er kommt gleich: hüten Sie sich, einen Laut oder einen Blick mir zuzusenden. eS würde mich stören; und überhaupt: ich kann Sie heute nicht weiter brauchen!" Hierauf wandle sich de« alte Herr ab, stützte sein Kinn auf seinen Stockknapf und blickt« mit erwartungsvoller Miene in» Leere. Run begann auch sogleich di« Sonate. Nach wenigen Augenblicken schon kam daS Gemüt de» jungen Manne« in eine stetig sich steigernde angenehme Bedrängnis. Bald fühlt« er sich mit freierem Atem in die Höhe schweben und einem süßen und zugleich geivaltigen Zuge unwiderstehlich nachgetrieben. Er kannte das Bild de« Musiker», der dieses Tonstück ge-. schaffen hatte, und er sah immer deutlicher, wie der Meister seine wikde Mähne fchiinle, mit strengem Blick sich nach ihm umwende und ihm bedeute, ihm zu folgen. Da sagte der junge Mensch zum Meister:«Habe Nackficht mit mir! Du reistest mich zu jäh in die Höh« und ich fürchte, zur Erde zu stürzen!" Las da» schleudert« der Meister Blitze aus swüicr Auge»«rd } Die yochzelt mlt üer voltsparte!. Temokratifcher Parteitag. Im Vordergrund d er gestrigen Sitzung der Deutschen Demokratischen Partei standen die Ausführungen des Neichswehrministers Dr. G e st l e r und des Reichsministers de» Innern Koch. Eetzler hatte ein leichtes Spiel. Als er ausrief: „Ich weist, was ich will, und was ich will, das kann ich!" wurde ihm zwar von verschiedenen Seiten„Na na!" zugerufen, aber als er hinzufügte,„ich bin aber nicht töricht genug. Unmögliches zu wollen", meldete sich bereits wieder der Beifall, mit dem über- baupt nicht gespart wurde. Gestler seinerseits beschränkte sich aus eine sanfte Schaukelpolitik, die ihm ja auch sein« Amtsführung so angenehm macht. Er spricht von der Notwendigkeit der Ent- Politisierung de« Heeres, dem ein Koatitions- und Streikrecht nicht zugestanden werden könne, ist aber bereit, den ReichSwehrmann- schafren wirtschaftliche Vereinssreiheit zuzugestehen. Allerdings fügt er vorsichtig hinzil,„soweit die militärische Ordnung nichtgefährdet wird", eine Einschränkung, aus der. wie die Praxis erwiesen hat, die„untergeordneten" Kom- mandostellen hinterdrein herauslesen, was ihnen beliebt. An und für sich erfreulich ist eS, wenn Ge stier jedem den Weg zu den Oberstellen freimachen möchte. Aber auch hier besteht dre unüberwindbare Kluft zwischen Theorie und Praxis oder vielmehr zwischen Geßler und seinen ausführenden Organen. Wie die Ge- neräle über diesen Punkt denken, bat man ja erst kürzlich aus be- rufenem Mund« bei der HeeresetatSberaiung im Ausschuß gehört. AIS Oppositionsredner gegen Geßler trat nur v. Butt« k a m e r- Frankfurt a. M. auf, der dem Reichswehr minister vor- wirft, daß er«S nicht verstanden habe, daS Heer zu einem repu- blikanisch-demokratischen Instrument zu machen und die republi- kanisch Gesinnten in der Armee vor Maßregelungen zu schützen. Fast sensationell gestaltet sich daS Auftreten des Reichsministers de« Innern Koch. Seine Worte über ein Zusammengehen mit der Deutschen Volkspartei gewinnen aizgesichli der kommenden Landtagswahlen doppelte Bedeutung. Er führt« im einzelnen auS: In der parlamentarischen Arbeit können wir mit der Deut- sehen Volkspartei ein gutes Stück zusammengehen, wenn auch die Zeit der Hochzeit noch nicht gekommen ist. (Zurufe: Noch nicht!) Die Deutsch« Volkspartei wird ihre zwiespältig« Politik nicht aufrecht erhalten können. Die Ent» fcheidung, ob ein dauerndes Zusammengehen möglich Ist. liegt bei dar Deutschen VolkSvartri, liegt darin, ob die Partei sich zu un- Teren Grundsätzen bekennt oder ob sie nach rechts abschwenkt. Die Sozialdemokratie wird, wenn sie sich in ihrer Hoff- nung airf Vorherrschaft getäuscht sieht, hoffentlich zu unserer Politik zurückkehren. Mit einem Großdeutschland ist die Mon- archie unvereinbar.(Starker Beifall.) Wenn auch die Worte, die an die sozialdemokratische Adresse gerichtet wurden, und das auSdrüijliche Bekenntnis zur Republik den Kern t>er Sacke wohl abschwächen feilten, so bleibt die Tatsache doch unverrückbar bestehen, dast hier einer der Führer der Demo- kratifchen Partei Deutschlands e r n st l i ch mit einer V e r s ch m e l- zung d e r D e m o k r a l i sck« n P a r t« i und der Deut- scheu Volkspartei rechnet. �Da hilft alle» Leugnen nichts mehr, und auch die Ungläubigen unter den Demokraten, die die ersten Nachrichten über derartige Möglichkeiten für«ine grobe Ehrabschneidung der Demokratischen Partei hielten, werden sich nunmehr zu überlegen haben, ob eS nicht besser ist. die Konsequen- zen zu ziehen, ehe sie eine« TageS vor der vollendeten Tatsache eine? vereinigten reaktionären RechtSblockS stehen. Im übrigen nahm der Parteitag«ine Resolution im Sinn« der Grundsätze dcS Parteivorsitzcnden Dr. Petersen,«inen Antrag auf Einrichtung eine« F r a u e n r e f e r a t S im Ministerium deS Innern sowie eine Resolution, die vor allem die Revision de» V e r- saille: Friedens und Rückgab« der abgetretenen Gebiete und der K o l o n i« n fordert, an. In der NachmittagSsitzung sprach Abg. Dr. Wieland über die Not der deutschen Wirtschaft. Er forderte u. a. Beseitigung der Zwangswirtschaft, Ablehnung der Kommunalisierung und Aner- kennung der Mtündigen Arbeitswoche. Ali Diskussionsredner ent- wickelte Dr, Walter Rathenau fein bekannte» WirtschaftS» Programm. schwang sich immer höher und riß alle» so jäh mit sich fort, daß ein heulender Sturmwind entgegenblies. Der junge Mann hatte schon sich und die Welt verloren, da empfand er mit eincmmal eine beglückende und trauernde Beruhigung, und immer mehr be- merkte er, daß alle Tön« ja aus seinem Innern kamen. Da sah er die Erde und die Menschen so klar vor sich wie noch nie, und er sprach zum Meister:»Ja, ei ist so! DaS Unglück schleicht sum- mend unter den Menschen umher.... Wie sie weinen und klagen? Wißt Ihr denn aber wchl," rief er hinab, indem er sich vorbeugte, „daß das alles nur ein Scherz ist? Ihr Guten, wie liebe ich Euch!... Wie sie sich umeinander drängen! Wfflk�Euch zu wehe wivd, so horcht, und Ihr werbet getröstet sein. Seht, welche» Pa- radieS er Euch zeigt, und Ihr wutztet gar nicht, wie nahe e» Euch seil... Schnell, seht doch, welch« Herrlichkeiten sich Euch nähern! Ungeheurer Meister, halte ein. du gibst zuviel!" Aber der Meister wandt« sich nicht, antwortet« nicht»nd stürmte weiter. „Unendlicher Meister." rief ihm der jung« Mensch nach.nicht so weiter, ei ist zuviel! Willst du denn alle Hebel der Welt ausgleichen? Ueberschreite die Grenzen nicht! Was du unS zeigst, ist uns Menschen nicht erlaubt zu sehen. Ich fürchte,'wir der- gehen! Du forderst ein Wcltunglück heraus, wenn wir zu selig sind! Halt ein! Steh stille!... Endlich! Du läßt dich herab!... Hier bist du!" Da« Tonstück war zu End«, und der Beifall der Zuhörer weckt« den jungen Mann aus feiner idealen Betäubung. Sein Nachbar schrie mit glühensem Angesicht in den Lärm hinein:.Ja, ja, freilich! Ruft ihn nur, ruft ihn immer wieder, ruft ihn von den Toten herauf, vielleicht bringt Ihr ihn doch zu unS!" Er- sckiöprt schwieg er dann, setzte den Hut auf, und während ihm die Tränen über die Wangen liefen, sprach er vor sich hin:.Wir mögen rufen, wie lange wir wollen, wir können ihn doch nicht heraufbringen!" Er wie alle anderen verließen den Saal, und der junge Mann ging langsam davon, und in Empfindungen und Träumen ver- loren, irrte er in den Straßen der Stadt umher. Spät, sehr spät erinnert« er sich seiner Geliebten. „Ist da» die EU« deiner Liebe?" rief sie ihm beim Eintritt gleich entgegen. Er aber antwortete: „Du willst doch nicht mit Beethoven kämpfen f' Beethoven. A-rfeiern. Noch ist nicht Gedenktag. Und schon jc>£«n sich die Feiern, bunt, dennoch einse'tig, ohne großen, ohne würdigen Plan. Beethoven» Werke auf«in Programm gesetzt: wem ist das Feiertag? Ein stilles Quartett in meinen vier Wänden, das Durchleben der Apvassionata, das Sinne» über die Mystik des BeaedirtuS stimmen feierlicher, gottnäher. Draußen fetzt sich die Sehnsucht nach der gangbarsten und dankbarsten Musik sofort in Geschäftsbetrieb um. Abstoßend mit jeder Dirigent, Agent. Solist. StegerwalÜs Ruf nach öer neuen parte!. Parteitag des preußischen ZentruinS. In Gegenwart der Minister Dr. Braun», Stegerwald und G i e s b e r t S. sowie von etwa L00 Vertretern der preustischen Zentrumspamei begann am Sonntag der auf zivei Tage berechnete Parteitag der preußischen ZenlrumSpartei, der der Vorbereitung der preußischen Wahlen und der Feier des SOjährigen Bestehen« des preustischen Zentrums gilt. Nach einer einleitenden Ansprache de» Vorsitzenden, Geheimrat Dr. P o r s ch. die sich mit der historischen Entwicklung des Zentrums befaßte, sprachen Abgeordneter Professor Lauscher über die preußische Veisassung und Abgeordneter Herold über das preußische Wahlgesetz. Am Nachmrltag rese- rierte der parlamentarische Staatsselretär im Kultusmini. st e r i u m Professor Dr. Wildermann über das Thema„Kirche und Schule", wobei er die Ansicht äußerte, dast eS heute besser um das Vaterland stünde, wenn die Hohenzollern nicht sortdaucrnö die Förderung des Protestantismus als ihre höchste Ausgabe betrachtet hätten. In längerer Rede verbreitete sich der preußische Wohl- fahrtsminister Stegerwald über die politische Zukunft Deutsch- lands. Er erklärte, dast heute nach seiner Auffassung kein« Partei das sei, was er deutsch, christlich, dcmokra- tisch und sozial nenne. In nationalen und kulturellen Fragen stehe er bestimmt recht. In wirtschaftlichen und soziale» F agen wolle er aber der materialistischen und mammonistischen Anschau- ung in allen Stücken entgegentreten. Die Sozialdemokra» t i e dürfe man nicht in die Opposition treiben. Wenn jede Partei heute eigensinnig an ihrer Tradition festhalte, werde in kurzer Zeit die Neugestaltung de» Parteiwesen» von außen her ohne Einvernehmen mit den Parteien selbst herbei- geführt werden. Wenn wir nicht alle elend zugrunde gehen wollicn, mützren heute Katholiken und Protestanten in Mttcl- europa einen neuen Staat bilden, in dem die Konsessionen Hand in Hand arbeiten. Die Zentrumswähler müßten sich dahei�resolut auf staatsbejahenden Boden stellen und den konfessionellen Gegensatz im TolkSIobcn zurückdrängen. Weiterhin erklärte ReichSpostminister G i e S b« r t». da� er sich den Essener Beschlüssen in jeder Weise anschließen wolle. Die Reichseinheij zu wahren, sei auch die künitig- Aufgabe de« Zentrum», dessen beste Wahlparole sei, die völkische Idee ohne politisch« Nebengedanken wieder zu beleben. Der Mechterftaöter Noröprozeß. Unter ungeheurem Andrang de? Publikums begann heute vormittag vor dem Schwurgevicht vi Kassel der Prozeß gegen 14 MarburgerStudenten, sämtlich Zeitfreiwillige und Mitglieder des ehemaligen Morburger Studentcnkorp? Angeklagt sind die Studenten Engelbrccht, Jahn, Kraust, Goebel, Heerhaber. v. Uffel. Koch. Völker. Boß, Schüler, Springer. NedelmaMr, Lange und Blum. Diese Angeklagten werden beschuldigt, IS ihnen zum Abtransport übergcbene Arbeiter, und zwar Karl Hornschuh,-Alfred Rössiger. Karl Füldner. Gustav Wedel. Ernst und Koel Schröder. Paul Töv, Otto u id Fritz Füldner. Reinhold Steinberg, Albert und Gustav Soldau, Alexander Hartmann, Otto Batz und Rudolf Rosenstock m der Nähe von Bad Thal im Hörselgruno ztvischcn Mechterstedt und Sättelstedt unter rechtswidrigem Waffengebrauch erschossen zu haben. Die 14 Angeklagten standen bekanntlich bereit» vor einem außerordentlichenKriegSgericht. das zu einem F r e i- f p r u ch gelangte. Die dagegen eingelegte Berufung behauptet, dast eine Zlnzrhl Belastungszeugen nicht vernommen wurde und anderen Zeugen bei wichtigen Aussagen das Wort abgeschnitterr wurde. DsSbalb wird der ganze Fall vor dem Schwurgericht noch» mal» aufgerollt, werden. "Die Verhandlung leitet Ländgerichtshirektor S ch m i s i, als Anklagevertreter fungiert Staatsanwalt Dr. Sauer. Sämtliche Angeklagte werden von Rechtsanwalt Dr. Lütgebrun«- Göttf.u- gen verteidigt._ Tanzig» neuer Bürgermeister. Nachdem der bisherige Ober- bürgermeister Sahm zum Präsidenten der Freien Stadt Danzig gewählt worden ist. mußte Tanzig ein n e u e S S t a d t h a u p t er- balten. Das ist nun geschehen. Durch Rundschreiben an alle ÄmtS- stellen de» Danziger Magistrat» tei't Senatspräsident Sahm mit. dast.Bürgermeister Dr. Bail die Geschäft« de» Oberbürger- Meisters übernehmen wertde. Verein, wie jede kleine und kleinste Organisation„ihre" Beethoven- Apotheose zuwege bringt. Ein großer Tag hätte sein müssen, an dem sich die Allerbesten zu gemeinschaftlcher Tat einten. Im Orchester bescheiden an den Pulten die großen Virtuosen, zu- fcmmengeschlo'sen die besten Jnstrumentalistcn aller Orchester, vereint die tüchtigsten Teilchöve aller Schattierung, an der Spitze alternierend die fünf lebenden deutschen Meister: Dirigenten, So- listen vier Welt-Slare: und 8 Tage hintereinander, frei zugägg'ich vielen Tausenden das heilige Lied der Freude! Da wäre Demut, da wäre Sinn und Kraft gewesen, in der Einheit, im Mangel an Zcrsplitlerung. Und nichts durfte daneben sein, kein Konzerts lal geöffnet an den Tagen des Gedenkens. Oder man liest Beethoven. den universellsten Musiker, zu uns sprechen mitten au» dem KreiS der Geschichte: unbekannte und bekannte Vorläufer. Männer, die sich nach ihm und trotz seiner und im Anschluß an ihn zur Beethoven- Näbe emporrangen— und in der Mitte er. eine Leichte unter Lichtern,«in« ewige Lampe der Kunst und der Erffillungl DieS oder andere». Nur keine Vereinsmeierei mit dem Schild« Beet- Hoven! Die Stadt Berlin hätte aufwachen dürfen und der Welt ein Beispiel geben. Sie wird sich begnügen, rm Tiergarten einen Kranz niederzulegen.... Wo bleiben dem Publikum di« Feiern in Auswahl. Wir werden, soweit kern ganz starker Geist oder Will« zu un» spricht, nur kurz darüber berichten. Für den sozialdemokra. tischen BezirkS-BildungSauSschust Groß- Beilin schwang Dr. Gab schleckt und recht, nicht eben bedeutsam, den Stab zur Eroika. Fela R o o n je l d t spielte elegant und schön das G-Dur- Konzert. Das VolksbildungSamt Neukölln liest Felix G ü n- ther sprechen, gut« Kammermusik und L'öder vortragen und Walter Moldenhaner mit seinen, rechtschaffenen Chor para-, bierem. Die Wimersdorfer Kunstdcputation, di« sich auch sonst>n musici, allerhand Mühe gibt, lud zu einem Vortrag über„Fideljo" ein. Prof. Hirschberg sprach zur rechten und unrechten Zeit Gescheites und Bewährtes in pathetisch-geschwollenem Ton, illu- siriert« den Gang der deutschen F-eAeitSoper durch sauberes K'a- vierspiel und unsaubeve» Singen, klärte aber Dunkles und Febler- bafteS der übl-chen Darbietungen. Zu gleicher Zeit absolvierte H. v. Dameck ein historisch interessantes Programm: Kammer- mufiken von Ritt. Moeart. Beethoven. Vorfeiern! Daß uns nur der Festtag selber still, gesammelt, aufnahmefähig, geheiligt in Beethoven finde!_ Kurt Singer. Z brater. Tie ssavdinovische Spielsa�rt de» Deuttchen Tbea'terS ist beendet Die daran beteiligten Mitglieder nehmen ihre Tätigkeit an den Löhnen deS Deutschen Tbealer« wieder aus. Aiadrmisckie Mrvvpr für Eexnalresarm. Am 14. Dezember. S Nhr abends,'prickt Dr. Walter Peter» össrntlich öder.lliipiung der fitt* lichcn Empfindungen»nd Anwendling ans die Tcxualethü- imir freier Aussprach«) in der Technischen Hochschule, rechter Ausgang. 3. Etrck, SeöisaalSöS. Urania. Am Dienstag, abends f> Uhr, spricht Dr. R. Potoniö mit Lichtbildern über„Die Weichichie der Urwelt'. Eine nene Didrrot'Rnegabe. DiderotS Romane und SrzSblungan in den Uebertiagnngen von MhIiiiS. Kramer und Mvetde. zum tleinere» Teil in nene« Uebertragunzen. find im Lerlag Georg Müller, München, erschien ea. Prozeß gegen Prinz. Di« Verhandlung gegen Prinz wurde heute nach der durch die Erkrankung eine« Beisitzer« notwendig gewordenen zweimal:« gen Venagung wieder forlgesetzt. Unter den als Zeugen geladenen Personen befinde: sich u. a. der frühere Polizeipräsident Emil Eichhorn, der sich infolge Erkrankung nur mühsam ein zwei Stöcken fortbewegen kann, und bittet, sofort vernommen zu werden. Das Gericht entspricht dieser Bitte. Eichhorn bekundet n. daß ihm Prinz eine« Tage« erzählt habe, in der vergangenen?!acht seien Liebknecht und die Luxemburg von dem Feldwebel Tyszka verhaftet war- den. Zeuge glaubt, weün Prinz bzw. Tyszka an zenem Tage irgend etwa« von einem Mordbefehl gewußt oder einen solchen gar in den Händen gehabt, so hätte ihm Prinz bestimmt auch davon. Mitteilung gemacht. Er glaube nicht, daß überhaupt ein schnft- licher Mordbefehl jemals vorhanden gewesen sei. so dumm sei doch Scheidemann nicht, den er seit 20 Jahren kenne, daß er seine Unterschrift zu einer derartigen Sache hergeben sollte. Tatsächlich herrschte seinerzeit eine allgemeine Mordstimmung. Tie Flugblätter trugen zum Teil in fetter Schrift die direkte Aufiorderung„Töttt Liebknecht!"— Auf Fragen de« Justizrat« Dr. Wrrthauer erklärt Zeuge Eichhorn, daß der Name Scheide. mann« mit keiner dieser Aufforderungen oder Flugblätter irgendwie in Verbindung gebracht worden sei. Heinrich S k l a r z habe im Polizeipräsidium freiwillig gearbeitet und die Solldalen verpflegt, ohne dafür einen Pfennig Geholt zu beziehen oder sonst'ge Vorteile zu haben. Georg Sklarz habe er, Zeuge, erst in der zweiten Hälfte de? Dezember kennen gelernt. Zeug« Max llovell» bekundet, daß ibm Prinz erzMlt habe, er sei dazugekommen, wie ein Feldwebel Liebknecht und die Luxem» bürg verhaftet habe. Er. Prinz, habe dem Feldwebel gleich ein paar heruntergehauen. Von einem angeblichen Mordbe. fehl habe Prinz mit keinem Won gesprochen. Prinz bade damals einem Posten an der Hinlerpforte des PolizeipräsiidiumZ den Schlüssel abgenommen und da er, Zeuge, in Prinz einen Menschen gesehen habe, der bald zu der, bald zu jener Partei ich warf, so habe er sich bei Wels darüber beschwert, damit Prinz der Schlüssel wieder abgenommen werde. Der Zeuge Swoboda wird nockmal» kurz vernommen und de- 'tätigt, daß seinerzeit sehr starke Gegensä�e zwischen Polizei» Präsidium und Kommandantur bestanden. (Fortsetzung in der Morgenausgabe.) GroßSerlln Der hotelkrieg. T?e hungernden Hochzeiter im Bristol-Hotel. Die Berliner Hotelbesitzer haben mit Trara den Kriegspfad betreten und mit wunderschön organisierter Reklame in einer gestrigen Sitzung beschlossen, spätesten? vom IL. Dezember ab ihre Restauration �betriebe so lange geschlossen zu halten, fei« eS ihnen wieder ermöglicht wird,.ohne Verstoß gegen gesetzliche oder behörd- liche Maßnahmen ihre Betriebe ordnungsmäßig zu. führen, weil sich die Unmöglichkeit strikter Jnnebaitung der Anordnungen gezeigt habe". An den preußischen Justizminister und den preußischen Minister deS Innern wurde ein Telegramm gesandt, in dem die Vertreter der größten Berliner Hotels und RestaurationSbetriebe ■"ic Behörden um Beistand und Schutz gegenüber den Maßnahmen per Staatsanwaltschaft bitten.... E» ist ganz furchtbar, und wir stehen vor der vollendeten Kata« ftrophe. Da«s sich ausnahmslos, um Luxushotel« u�d «restaurantZ handelt, u. a. Kaiserhof. Esplanade, Exzeksior, Davoy, Fürstenhof, Palast-Hotel, Eden, Heßler, Continental, Elite, Habsburger Hof und Hotel am Tiergarten, sowie die Wein- restaurants von Borchardl, Rhcingold, Huth. Peltzer, Trarbach, Kempinski, Dressel und Huller, so wird für die illustren Schieber und für die schmarotzenden Globetrotter, des Auslandes eine schreck» liche Zeit anbrechen. Sie werden wie gewöhnliche Leute zu Mittag essen und ihren Kaffee mit Kuchen in Slätten zu sich nehmen müssen, wo man dergleichen noch ohne Schlagsahne serviert. Tie bürgerliche Press« tut ganz rcrzwetfelt. Ganz besonders Se.Berliner Montagspost", welches Ullsteinblatt bereits folgende schreckliche Tatfache allen Ernstes in Fettdruck feststellt: Welche Folgen tiefes Vorgehen der Gastwirte und Hotelier« hat, ze.gt da« ein« Beispiel, das für heute im Hotel Bristol eine groß: Hochzeit angesagt war, die nicht mehr abbcstcll! werden konnte, weil die Gäste bereits in Berlin tvaren. Nach den An» ordnungen der Direktion war es aber nicht mehr möglich, das Hocbzei loseste» im Hotel zuzubereiten, so daß daS Essen von einem Traiteur bezogen werden muß!:. Mit«"deren Worten: die HochzeitSgäste'mußten das Essen mitbringen, um überhaupt die Hochzeit feiern zu können. Diese hungernden Hochzeiter bei Bristol verdienen in?«r Tat daS tiefste Mitgefühl. Man denke sich nur, sie mußten das Essen bei einem.Traiteur" bestellen. Wenn daS nicht erschütternd auf Staätsaawalt und behördliche Instanzen wirkt, mutz man wirklich auf den Gedanken kommen, daß sie sich den Nöten der besitzenden Klasse gänzlich verschlossen haben. Neue postwagen'Seraubung. Die letzte Postwagenberaubung hat ansteckend gewirkt. Am Sonnaibei-d früh stabl. wie wir berichteten, der Postbote Lauterboch auf der Fc�ri von Weißensee nach dem Postamt 19 in der Beuth- straße aus. einem Postwagen, dessen Begleitung ihm übertragen worden war,«in« Geldliste mit 199099 M. Während noch die Kri. rninakpoliz« mit feiner Verfolgung beschäftigt ist. lief gestern früh die Meldung über ein« neue Beraubung eines Postwagens durch einen ungetreuen Postbeamten ein. In der Nacht zum Sonntag, kurz nach 12 Uhr, wurde in der T r e S k o w- A l l e e. zwischen Karlshorst und Friedrichsselde, ein Pq st wagen erbrochen und ausgeraubt vorgefunden. Die sofortigen Feststellung ergaben, daß es sich um den Post- wagen 218 handelt, der zwischen den Postämtern 7? am Anhaltest Bahnhof und 44 in der Kronenstraße Paietpost zu befördern hatte. Der Wagen batte zuletzt aus dem Postamt 44 122 Pakete geiaden, ist aber auf dem Amt 77 nicht eingetroffen. Führer des Wagen? war der 18 Jahre«lte aus Berlin gebürtige P o sti l l i o n Ollo August Max Scholz aus der Fruchtstraße 8. Da dieser flüchtig iü. unterliegt es keinem Zweifel, daß er, wahrscheinlich mit Helfershelfern, die Beraubung des Wagens vorgenommen hat. Er ist verabredunasgemäß mit ihm anstatt nach dem Post- «mt 77 nach Karlshorst hinausgefahren, wo er in der stillen Tres» kow-Allc« mit seinen Spießgesellen dte hintere Wageniür g e w« l t- sam erbrach und den Jnbalt des Wagen? auf ein bereitstehen» ' de? Fuhrwerk überlud. Bon der Oberpostdirertion ist auf die Wiederbefchzfling der geraubten Pakete und die Ergreifung des un. getreuen Postillions und seiner Helfershelfer ein« hohe Belog- n u n g ausgesetzt. Die Pakcke haben wohl in der Hauptsache Mäntel. Kleider und Blusen enthalten. Die Rachforschungen nach dem flüchtigen Postboten Lauter- dach haben«gebe«, daß sich dieser am Sonnabend vormittag in Die Seamtenberr Die Beschlüsse des Reichstags über die Neuregelung der Beamtengchälter hat in Bcamtenkreisen lebhafte Erregung hervorgerufen, die sich in großen Kundgebungen, die in den letzten Tagen in größeren Städten des Reichs stattfanden, Luft ge- macht hat. Tie Berliner Beamtenschaft, soweit sie im Deutschen Beamten bund organisiert ist, protestierte gestern in zahl- reicken Versammlungen gegen die Beschlüsse des Reichs- tage? und zog dann in großen DemonstrationSzügen zum Lustgarten. Tie Demonstranten führten Schilder und Plakat« mit, deren Inschriften die Zurücknahme des Streikverbot?, die Gewährung eine? EistenzminimumS uno den schär'sten Kampf gegen den Wucher und den Schleich. Handel forderten. ES fehlte auch nicht an Plakaten, die sich gegen die„im Klubsessel sitzenden" Minister wandten. Im Lust- garten sprachen Geheimrat Falkenberg vom ReichSministevium de« Jgnern, K u g! e r, der stellvertretende Vorsitzende de» Be- amtenbundeS. der Eisenbabnbeamte Lange und Kamossa, der Sekretär des Beamtenbundes. Die Ausführungen der Redner gipfelten in den nachstehenden Forverungen: Die Beamtenschaft fordert sofonige Anpassung ihre« Einkommen« an die wirtschaftliche Lage. Was ihr bisher gegeben wurde, ist völlig unzulänglich. Das Reich mutz andere und� bessere Mittel und Wege finden, der fortschrei- tenden Verelendung zu steuern. Solang« die Ein- führung und Einziehung tragbarer Steuer» nicht mit größtem Nachdruck betrieben wird, solange dem LuxuS der Völlerei>md dem Wucher nicht ernstbafter zu Leibe gegangen wird, siebt die Beamtenschait die Behauptung, daß ibr nicht g«. bolien werden könne, nicht als erwiesen an. Schnelle»nd durchgreifende Hilie ist notwendig, vor allem für die gering De. soldeten, wenn nicht eine der besten Stützen de» Staate«, einer der wichtigsten Faktoren de» Wieoerausbaue« zusammen» brechen soll. Di« Kundgebung verlief in völliger Ordnung. Di« Massen verloren sich gegen 12 Uhr in das Stadtinnere. der Schankwirtschaft von Jhlefeld, in der Uhlandstr. 74 zu Wilmersdorf, umgezogen hat.. Lautcrbach trug sich, wie ermittelt wurde, mit dem Gedanken, al» Heizer auf einem Schiff unterzukommen und so da« Ausland zu erreichen. Wer über ihn irgendwelche Mitteilungen machen kann, wird ebenfalls gebeten, sich umgehend bei Kriminalkommissar Boes« in der Georgenkirch- straß« 39, Inspektion C 2 der Berliner Kriminalpolizei, zu melden. Schneewetter. Oha« Schnei kann man sich keine Weihnachtszeit denken. Die Schneefälle der letzten Tage haben erst die rechte„WeihnachtS- stimmuiig" geschaffen. Inzwischen ist ja auch der WeihnachtS» markt eröfinet worden, der in kläglichen Resten sich in einigen Straßen der Außenvierlel noch erlallen hat. Ein alter Berliner Glaubenssatz sagt: Sobald der Weibnachtsmarkt aufgebaut ist, gibt'S— Malschi Einstweilen freuen die Freunde de» Wintersport» Rch der lockenden Schneedecke, die über Promenaden und Parks, über Feld und Wald gebreitet ist. Am gestrigen Sonnlag holten sie ihre Schlitten und Schneeschuhe hervor und überließen sich dem ersten Wintervergnügen. Die Eisenbohndirektion Berlin hatte alle Stationen angewiesen, die Beförderung von Wintersport- geraten in der dritten Wagenklaffe zuzulassen. Den Arbeitslosen haben dies« ersten Schneefälle wohl noch nichts gebracht. So reichlich war der Segen noch nicht, daß zur Wegräümüna ein großes Aufgebot von Hilfskräften erforder» lich wäre. In den Straßen besorgen da? bei geringen Schnee» fällen die Wagenräder und die Stiefelkohlen, zum Leid der vielen, denen der Schnee himmlisches Manna wäre und Brot geben könnt«. Zwei Kinder durch Kohlengas vergiftet. Ein« schwere KohlengaSvcrgiftung, durch die ein« ganz« Fa. milie in Lebensgefahr schwebte und zwei Kinder den Tod fanden, ereignete sich gestern in der Anklamer Str. 13. Dort wohnt der Arbeiter Hermann R a d ü mit seiner Ehefrau und seinen vier Kin» dern im Älter von% bis 11 Jahren. Tie Familie lebt in sehr ärmlichen Verhältnissen. Die Not war noch dadurch größer geworden, daß die Frau einen Beinbruch erlitt und hilsloS dalag. Als der Ehemann am Sonnabendwon der Arbeit heimkehrte, bemühte er sich noch um seine Frau, deren Zustand sich verschlechtert hatte. Bei der Hilfeleistung fiel der Mann plötzlich um und v e r- lorda» Bewußtsein. Morgen» um 2 Uhr nahmen Nachbarn einen scharfen Gasgeruch wahr, der sie veranlaßte, in die Woh- nung zu gehen und sich nach der Ursache umzusehen. Dabei entdeck» ten sie. daß die ganze Famiii« besinnungslos dalag, der Mann neben dem Lager der Frau auf dem Fußboden, ein Neiner Sohn in der Nähe des Fensters, ebenfalls aus dem Fußboden, die übrigen Kinder in ihren Betten. Wahrscheinlich war der Junge durch den starken Gasgeruch wach geworden und hatte ein Fenster öffnen wollen, war dann aber auch, ehe er dieses erreicht hatte, zusammen- gebrochen. Sofort herbeigeholte Hilfe vermochte das Ehepaar und die beiden jüngsten Kinder wieder ins Leben zurück» zrufen, die beiden Aeltesten, der 11 Jahre alt« Sohn Max und die 8 Jahre alte Tochter Betty waren bercits tot. Die Bergistung ist zweifellos auf einen Unglücksfall zurückzuführen, dessen Ursache noch nicht genau festgestellt ist. Das„rettende Gewissen". Ueber die deutsche Notgemeinschaft sprach Ednard Stadtler am Sonntagmorgen im Zirkus Busch. In diesem war folgendes beieinander: gähnende Leer«, fühlbare Kälte, denn der Atem fror bald in der Luft, Ungemütlichkeit, Löwengebrüll, das Trompeten eines Elefanten und Dr. StadtlerS Stimme, hart, unangenehm, aber durchdringend. Der Redner bewegte sich bewundernswert ge» schickt auf Gemeinplätzen. Er sprach von der Not, den eigenen Nöten, den Nöten der Umgebung, der Gcsamtnot, der Schichtnot, der Volksnot, der Not der Zeit und schilderte den einzelnen als Repräsentanten der Not. Dann lief er Sturm gegen die Parteien, was allen denen außerordentlich behagte, die in der Partei der Parteilosen(dem Ring) eine Rolle zu spielen gedenken. Dazwischen ging der eine in den Zirkus, um sich zu wärmen, der andere lief weg. weil es ihm zu kalt war und j.der bekam„Da? Gewissen" gratis. Dabei sprach Dr. Stadtler rührend und flammend von dem Gewissen, freilich ganz außer acht lassend, daß das Gewissen des einzelnen sich in einem recht verschiedenartigen Zustand befindet. Praktische Vorschläge wurden uicht gemacht. Die Diskussionsredner blieben meist unverständlich, denn so- bald ste etwa» vorbrichien, was den begeisterten Ringleuien nicht in den Kram paßte, wurde Lärm geschlagen. Di« Zurufe waren ganz interessant, fiel das Wort„Sozialisierung", so scbrie man„Quatsch. köpfe" und lachte, wurde von der elenden Geldwirtschaft geredet, so gab eS Gemurr, wurde aber von der Echieberrevublik gesprochen, Pard diese« mit lautem„Bravo" begrüßt. Ein Redner, der scharf gegen den internationalen Geist sprach, machte für den Ring Pro- paganda. Als ein Spreckel sich auf Marx berief, erschollen die Rufe „Schluß",„Blödsinn",„Der hat wohl zu wenig Beschäftigung, weil er Zeit hat, solchrn Kram zu lesen". In seinem Schlußwort beklagte Dr. Stadtler, daß der Versuch gemacht sei, die Sache parteipolitisch zu drehen und er stellt« die im Reich. Di« Leipziger Beamtenschaft protestierte in einer vom Deutschen Beamtenvund einberufenen Versammlung gegen den Bundesvorstand. In der sehr erregten und auSgedehtnn Debatte wurde nach einem Bericht der TU. die neue Gewertsckaft der Eisenbahner aufgefordert, die Erfüllung dxx Beamten- foroerungen durch einen Streik zu erzwingen. Die Vertreter der Postbeamten erklärten sich solidarisch. In einer Resolution wurde gegen die Beschlüsse des Hauptvorstandes schärfster Protest eingelegt und die Führer aufgefordert, sich der Siimmung der übergroßen Mehrzahl ihrer Mitglieder zu fügen und zu vertreten, was diese fordern Ein Zusatzantrag sichert der Reichsgewertschaft deutscher Eisenbahnbcamter zu ihrer in Aussichr genommenen Sonder aktion— über die wir bereits berichteten— vollst« Sympathie und die Unterstützung der Leipziger Beamten zu. In Hannover nahm der Deutsch« Beamtenbund ebenfalls zur Lage Stellung. Der Vorsitzende der ReichSgewerkichokt deutscher Eisenbohnbeamter protestiert in seinem Referat scharf gegen das Verhalten der R e i ch s re g i e r u n g zu ihren Be- a m t e n. In einer Entschließung wurde Verwahrung gegen die von der Regierung und vom Reichstag beschlossenen Maßnahmen eingelegt und die dringend« Mahnung an diese gerichtet, sich der Not der Beamtenschaft nickt lang« zu verschließen. Bei weiterer ablehnender Haltung dieser Instanzen werden diejenigen alle Folgen zu verantworten haben, die zur Beseitigung der Not der Beamten ibr Zulage verweigert baben. In einer weiteren Resolution wurde der Abbau der Preise verlangt. Oberbürgermeister Genosse. L« i n er t kennzeichnete den Friedensvertrag von Versailles als di« eigentliche Ursache unsere« entsetzlichen Elends. Wenn da« deutsche Volk bei den Wahlen zur Nationalversammlung den sozia. listischen Parteien mehr Vertrauen geschenkt und dadurch eine rein sozialistisch« Regierung möglich gemacht hätte, wäre nach seiner Ueberzeugung der Friedensvertrag anders auSgcSMen. Er erkenn« die Forderungen der Beamten an und sei der lieber- zerigung, daß in nicht zu ferner Zeit di« BcamtenbesoldungSreform wieder auf der Tagesordnung stehen werde. Behauchung auf, während sein«? Vortrage« sei die Einheit da- gewesen.— O nein, e» herrschte Ruhe, weil die andersgesinnten Zuhörer sich zu benehmen wußten. Eine S.P D.-Mitgliedrrverfammlnng der Konsnmsenossenfchaft nabm nach eingebender Aussprache folgende Entschließung ein- stimmig an:„Die Versammlung der der Sozialdemokratischen Par- tei Deutschlands angehörenden Mitglieder der Konsumgenossenschaft bekennt sich zur treuen und hingebenden Mitarbeit am Auf. und Ausbau der konsumgenossenschaftlichen Organisation: sie gelolit, ihre voll« Kraft einzusetzen für die genossenschaftliche Idee- Die Versammlung protestiert scdoch gegen die einseitige parteipolitische Zusammensetzllng des Aufsichtsrats der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend und fordert, daß bei Besetzung der VcnvaltungK- organe nicht parteipolitische, sondern mir rein genossenschaftliche Grundsätze maßgebend sein dürfen. De? weiteren spricht sich die Versammlung für daS Delegieren zur Generalversammlung und für die Verhältniswahl bei der Wahl zum AuiRchtzrat aus." Mit der Aufforderung an alle Genossen und Genossinnen, den Arbeit»- anSschuß dadurch zu unterstützen, die Abrcssen der S-V.D.-Genossen» lchastsratSmitglieder und Vertrauensmänner dem Gen. E. Fritz, Berlin R M. Weinbergsweg 8, einzusenden, wurde die Bersamm» lung geschlossen. Hroß�öerttne? parteinachrlchten. Heute, IS. Dezember: Arbeitsgruppe Bontow. 7»,, Nbr bei Lindemonn.«-bloftiteaße Ecke«runoaftraße, Sitzung de« Gruppenvo: stunde« und der AoUation?- kommisfüm. Morgen, 14. Dezember: 7®. Abt., SchSnrberg. 7»/, Uhr inr Nokal von«roß. Sedanstr. 17- Erweiterte PorfiondSsitzung. Alle Bezirks, übrer. deren SlellocrNeler. die «enoflen der ZeUungstommifston und de» OrtSbildunpSausl-buste«. ebenlo die Vertreterinnen der Frauen werden ersucht, bestimm: und pünltllch»u crichetnen. Bezirk 7. KI. Abt.« Ubr im Lokal von Tchellbach. Kdnlgin Slliabeth» Straße S; Erweitei Ir Vorstandssitz, ina. Die Funktwnärr, auch die Gruvpcn- füdrer der 1., L. und 11. tbruppe werden dringend ersucht, püntllich zu er- fchemen. 7.«ret»«kbarlottenborgf.»3. Abteilung. 7'/, Uhr bei Arsand. Leusselstr. SS: Ablcilunetversammlun«. Landtagsabg. Grnosse Oswald über: Preuniiche«ersassung und die Landtagswadi 7\. Abt.(Zcblcnderi.) Mckglieverversammlung?>/. Ubr im Kaiserdos, Zeblendors, Potsdamer Stiaße. Tagesordnung: Di« bevor- stehenden V-hlen zum Landlag. Neierent: Gen. Niediiiüber. M. d 91. Tteglin. 8 Uhr Franenobend bei Beckmann. Berlir.icke» stratze 13. Genolsin Dr. La wy:«eibliche Gcsiindbeilspflcge. Fredersdorf(Olidahnl. 8 Ubr bei Zibell. Oesteniliche Verlammlung. D.-O.: Vortrag de« Genofien Kreuel über.Die!ällgteit der Gemeinde- vert, rlung. Weitzrnsee. Der letzte Vortragsabend be« Genossen H a I l e r findet nun nidgüilig Dienstag abend 7 Uhr im Friedcnsgarlen ilatt. Alle Kursus- leilntdmer find eingeladen. Der Bildungsausschu« bSlt anschließend um 6 Ubr sein« dieSmonatliche Sitzung im Friedensgarlen ab. Erscheine» aller Mitglieder«rbelen. Rosc»th»l. Frauenleseabend und Funttlanärsttzung VI. Uhr bei Petra». Hauptstraße. R-serent Genosse Litte:.MoSlau und die grauen". « UebmtgSstmlde» der S.P.D.-EhSre. AKontog. 7'/, Ubr: Arbeltergesangverein.�wigieit". P u ch h o l z bei Hennio, Pasewalker Str. bS.— Frauenchor.Frodstnn"- Hb a r I o I t e n- bürg: Kugendbetm. Rofinenslr. f.— Dienstag. 8 Uhr: So,. Männer- chor Halleiches Tor bei Krause, Mariannenviatz Lt.— Donnerstag. So». Männerchor Reinickendorf- Oft bei LindenstSdl. ztesidenzstraße, Eck- Grüner«eg.— Freitag. 7'/, Uhr: So, Männerchor Prenz. l a u e r T o r. Milalil«, Schönhauser Allee 130.— Männerchor.Harmome"- Cbarlottenburg, Aula der Siemens-Oberrealschule, Schlonstr. 27.— So,. Männerchor Marienbarf 18-10). Aula tu der Könioslraße.— W« t ß e n s e e(8 Uhr), Pistorius-, Ecke RStteslraß«. Schöneberg. 77. Abt. fgröber 1.— t.) Di- heute angesetzte Vorstand». fitzung sällt au». Dasür finde! am Millwoch. den 16. Dezember. 71/, Ubr, im Zelchensaal der Eomruius-Schule, Franlcuslr. 10, eine Konjereu, sänMichcr Parltiiunllionäre, Betriebsräte und Ellerndeiräle statt. Oewerkschostsbewegung Regierung und Verwaltungsarbeitcr. Bereits vor einiger Zeil belichteten wir an dieser Stelle, daß da? ReicheverkehrSministeliiim. da? nur einige Dutzend Arbeiter beichäiiigt. die unter den Tarif für die Arbeiter der B e r w a l» tnugSbehörben iallen, eS durch feinen Einspruch zustande gebrach« ha«, baß da« Kabinelt erst über verschiedene Differenzen die Entscheidung fällen muß. Wenn wir geboffl haben diese Entscheidung de« Kabine«!» würde ongestchis der trostlosen wirlschasllichen Lage der Berwaltungsarbeiter so schnell w« e möglich vor sich geben, so sind wir b'tter e»t« täuscht worden. Wochenlang schlummert diese Angelegenheit in der Re'chskanzlei, ohne daß ein Resultat bisher ge- zeitigt wurde. Wenn die Arbeiterschaft aber durch diese Säumigkeil auf» höchste entrüstet und zur Verzweiflung getrieben iuSktioutritt, wirb dieselbe Regierung der Oeffcnllrchteit mitteilen: Die Arbeiter haben sa hier nicht den Abichl«� der B erHandlungen abgewarret. Man wird der Oeffentlichke» nicht mitteilen, daß diese Äenchleppimg ledigl'ch aus daS Borgehe» eine»!)tegier»n,,sveilreters zuiült�uführen ist. der e» nicht verstehe» ?ann. daß auch ein L>ausarbeiler oder Kan�leidiener ein Recht Hai .iixf da» Existenzminimum. Kollegen leid auf der Wacht I Die Stunde ist nahe, wo ihr zur 'itron gerufen werdet. Verband der Gemeinde« und TtaatZarbeiter. Gegen die Httngerlöhne im Botanischen Garten. Am Sonnabend nahm die im Botanischen Garten(Staats- trieb) beschäftigte Arbeiterschaft Stellung zu ihren Lohnverhäll» igen. Am 30. September war der geltende Lohntarif abgelaufen. lie Arbeiterschaft unlerstehi dem Tarif der bei den Verwal» ungSdehörden des Reiches beschäftigten Arbeiter. In zahl- reichen Vcrhandlun'en zwischen den vertragschließenden Verbän- >en der Gärtner, Transport- und Gemeindearbeiter und der Re« gierung war c» uicht möglich, eine Einigung zu er- zielen. Wie schon oben berichtet, soll das Kabinett entscheiden. Diese Entscheidung wird entweder lange hinausgeschoben oder man hat die Angelegenheit bereits wieder vergessen. Es ist verständlich, daß durch eine solche Art der Behandlung die Arbeiterschaft mit der Arbeitseinstellung droht. Führen die Arbeiter diese Drohung aus, dann werden sie mit Vorwürfen überhäuft, daß sie l e' ch> f s r t i g Güter der Allgemeinheu dem Verderben preis- geben. Letzte» Endes bleibt aber nur dies letzte Mittel übrig. D'e Versammlung nalm ein« Enftchließung an, die � die anwesenden LrganisationSvertreter beauftragt, sofort bei den matzgebenden Stellen zwecks Auszahlung einer sofortigen T e u e- rungSzulage von 500 Mark zu Weihnachten vor- stellig zu werden. Die Arbeiterschaft ist gewillt, mit allen ihr zur Verfügung siebenden Mitteln für eine Verbesserung der jetzigen unerträglichen Lage einzutreten. Der Verband de» Post- und TelegraphenpersonatK(Sektion des Transport avbeiterverbandeS) beschäftigte sich in seiner Der- sammlung am Sonnabend wieder mit der drohenden Massen- entlasiung des AuShilfspd.rsonalS und der Arbeits- streckung. De* SektionSleiter I e»> ß teilte mir, daß sich die Seitionsleitung sei. längerer Zeil bemüht, durch Verhandlun- gen mit den zustänoigen Behörden die Entlassungen zu verhindern und die mit erheblichen Lohnausfällen verbunden« ArbeilSstreckung rückgängig zu machen. Die Sektionsleitung beruft sich auf Tatsachen, die daftir sprechen, daß wegen Mangel an Persona' erhebliche Störungen in der Post. b e st e I l u n g vorgekommen sind. Die Verhandlungen habe» bis jetzt kein anderes Ergsbnis gehabt, alz daß einige hundert Entlassungen, die bereits ausgesprochen waren, bis nach Neujahr verschoben sind. Die ScktionSteitung wird.Lhre Bemühungen zugunsten der AuStelfer fortsetzen und versuchen, die zuständigen Stellen davon zu überzeugen, daß sie einen falschen Weg einschlagen, wenn sie die Aushelfer entlassen und durch Beamte ersetzen wollen. Frei« Angestellte und Arbeiter können im Betriebe der Post neben den Beamten immer gebraucht werden. Bund der technischen Angeftellie» und Beamten. M i t g I i e d er- Versammlungen. Hute 7>/,Udr in Wildau im Gcselllchastsl.au» Zenlben.— DienStag, Ilbr, Nordwest Is. Hugendba»?. Naldenower Straße.— Denttag, l'l, Udr, in Otamenburg>m Reichsdoi. Bcrnauer Stra' e 88.— kienstaa, 7*1, Uhr, in Pankow bei Mindner, Breliear. 2. ?eraniw für den redalt. Teil Lr. Wrraer Beiicr. Ebarloilendurg! lür An.men: IS. Glocke. Berlin. Äerlog: Borwärts-Vertaz G m d H.. Berlin Druck Bor- wärl»n?uchdrlickirei u iierlaasanslall Paul ZI narr u Do. iNerli.i äinoen'tr. 8 ucnrei.uiratSc 84 Anfane präzis J'/i Uhr. Oeae n- W e i h n a chts-S p 1 c l p I a n. :leigtolaBaar- Klinik: anter Arztlicher Leitung. �Wandlung von Haar- und ■lauterk ankungrn icd r Art. ■lestraniungen, mediz. Bäder, Höhensonne. Massa e usw Mcttclbeckatr. 14, 1. Etage» Öirffied.Grüterino iaut.Hain- Oesciuechisietj. i.Männ u. Frauen. Blu'unteis tOTalldenotraCe 88, Ecke Chaussees». Stett Uht Spr Wocheniänlich 11-1.>i�-'i,7. Sr.nitätsrut Dr. Wegscneiders Brust-Tee! sowie Tropfen und Pa»tl]lea nachOil�-Vorschr.gep. j Husten, Asthma MWlMMWkMiMö Verwaltunflilttlle Berlin x FI. St. Cinienttr. 8J-85. GeschZitszelt von vorm. 9 Uhr ti* nachm. 4 Uhr. Selepho»! Amt Rord-n!SS. im, 1987, 9714. muttooch, den 18. Oeiembet, abend» 5 Uhr, in der*uto de» Gymnaslumv. Weinmeiiterftr.>8/17: knsnekenvspssmmKung der Stahlfeder-Industrie. Tazroordnung: t Dir Va'gottu der Gewerkschaft. 1 vianchenungel/genheilen und«erichiedrne«. flu der«ersammlung Nnd alle in der Siahifedrr-Zndustrl« beschästiglen goUeginnen und Nollegen eingeladen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.-H» Mittwoch, den>6. Vazamvar. abend»»/, Uhr. In den phoruo-salao. Miillerstr. i4Z: Snsnvkvn trepsamniSung der Former, BcrufSgenosieu u. Bcrufsgenossineu. Tagesordnung: t Bericht»der die ietzit Lohnreaeluna durch den Schiedsspruch. 2. Si.llnnqiiohni» zur Neuwahl der Branchrakommisfioa. Z. Branchenangelegeuheite». 4. Derschiedrnes. tMIT Ohne Wiigliedsduch lein Zutritt. Mittwoch, den 18. vazamder, abend« 8 Uhr, in den MositariSlan, Kaiser WUHrim-Eirahe Sl: knsnvhen vEnsamnifung der Maschinen-, Auto- nnd Motorenschlosser. Tagesordnung: Fortietzung der Tagesordnung vom 29. November. Auf Besch uh derW.20_ vi» Ocieoeravallnng. Sonder-Angebot tofonien und SddafrMtca Lila Flaiuchjiotf, Schnur eirfassung und drei seidene Agraffeö, besonders preiswert... M. 143*'" Hol'lg warmer Stoff, Schnureinfassung, kariert, verschiedene fesche Farben.,...... H. 2:J5.— Schledrcxi. Velours.-Cherloi, In Breun und Crfln....................... 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Karl Rndek: ijic sen ime laie ktisc Mr Berirana Russeis naen Rußland./ Zur Prag» der BlaktHflzlerang SowJetraBlands i Tätigkeiisberlchi der Staatlichen EleKtrliizIcrunzsuumm ssion. Orundme en der Elektril.zierun» des ren- traien Indusinegebietes CrundskTze des Elekinfizierungsplanes für das Wolga u edier Kurze Denkschrfti Oper die Elrknilizierung Wesisiulnens Allgemeine Thesen für die Elektrifizieiung Turkesuns/ Ch. Rako.skl; Die Seele des Sieges(Zur Cieschiente der Roten Armee)., 0. Sinoiriew: Die Sowjetmacht und derO fizierstand /W. P. Hlljnfin: Sozialismus und Landwirtschalt. /I.Micnallow: Lokomotiven und Wagen m Rußland./ Kresilnsui: UeDer Organisa iotisfragen Ä. Amksi: Organisation de* Arbeltsmatkies in den ersten zwei Janren der Sowjerherrschait./ Allrussischer Lnndarbeiter-Verband./ S. Sfrumilln, Aroeltsausgleich./ St. Kriwzow, Die AuigaPen der neuen Wissenschab/ Leain über die polttlsctic Lage.'/ Dia Wahrheit über die Krim.< China und SowJatruBland./ Di« Aufgaben der rnsaiacben MetaNlnduatrle. Laad- wlrtochaftllcbcr Aalbau in SowJetruUland. i Autbau der Transport- miitaf./ Meine Beitrage und Notizen./ lilusiratlonen: Bestattung der Ue- lailenen whhrend oer Februarkimpft Petrogtad 1917./ 0. Sinowlew./ L Tiotzkl. Bilder von der Athelisfront. Prela Mk. 8. Zu beziehen durch die Auslielerun-asfelie lOr Deutschland; zspsb* A. Scehof A. Co. Verlng. Borlln C5i. Verkaufes Teppiche. Diwandedin,(bot- btneu, Tischdecken. Tüllstores, Haben einen großen Posten »rteN'Uisier engto» oder auch einzeln au Privat. unden zu (polf billigen Preisen abzugeben. ienirai-Leitihaus. Ziigersir. 7i. Zcke Kanonierirrahe l'nX' hau» 1. 4—8. Steppdecken, preiswert. Pols dameriira�e l»T giichrr. SSHmaschwea, auch Teil- Schinng aebaitet. 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