ttr. 610 �Z7. Jahrgang Kusgabe A Nr. 16$ Bezugspreis: B»tteli ätir L 30.—-JJ! u monafLIO.— 34 frei tn« Vau», oorau».atzlbar. Dok- dequq Monatlich 10.- äRL ertl. flu- ßellungsgebüöt. Umer«reujbanB für Demichland uns Oeftettci* I6,c0 51'�. für aas adrige Susland ve> täglich »imnal. Zustelluno 21 SO M. PaOie- Itellungen nsdmen an Oesterreich. Ungarn, Tscheche-Slowatei, Dane- inar!. vollano. �uremvurg. Schweden und»ie Schweru— Singetraoen tn Sie Dost- �situngs- Preisliste. Oee.Torwarts� mit aer Evnmaa»> bliluge»Boll u.�eit� er cheiiii wachen- täglich tweimol Sonntoas und Mon- tags-innia� Morgen-Ansgabe Teiegramm-Sdreflei �Sogialdernoirat Berlin» Nevlinev Dolksblstt (Z0pk«nnls) Anzeigenpreis: Sie achtgeivaltene Nonvareillegeil« lostetS.— Pi.. Teuerungszuschlag S0»/„ «Sleine Ilazcigen». das iett- gedruckte Won u— M. lznlälstg zwei lengedruckte Wonel, iede» weiter» Won 60 Pfg. Stellengesuche und. Schlasstellenanzeigen da» erste Wort SS Psg. i»des wittere Wo««0 Pfg Worte llber IS Buchstaben zädlen nir ,w»> Wone. Seuerunaszuschiaa S0dl> ??ain,Iien-Ani!eigen für?ldonnente» geile Z— iOl, politisch» and ae- werlichastliche Verein»- An-eigen 3.— Ml. die geile ohne Ausschlag. Anzeigen für die nächste Zlumnier müssen die S Ahr nachmittag» im Sauvtgeschäst. Berich SW i Lindenstraße 3. abgegeben werden, chcvsfnet von 9 Uhr srüh bis ö Uhr abends. Zcntralorgan der foztaldemokratifcben Partei Deutfchlands Neöaktion und Expedition: SW. SS. ünöenstr. Z. sirrnwreiüer: Amt»viorriivla«, Ar. I.'»!»«— lai«7. Dienstag, den 14. Dezember vorwärts-veriag G.m.d. y.» EW. bS. Linöenstr. Z. ilernivrerber: Amt Morinvla«, Rr. 117 33— äit. Die EnMeiöuna öer Eisenbahner.** Aschen KonMone«. *** TV***' Zum erstenmal seit dem Bestand der SowjetherW Der erweiterte Vorstand des Deutschen Ersenbahner- Verbandes hat in den beiden letzten Tagen in Berlin Bera- tungrn abgehalten, als deren Ergebnis folgendes mitge- teilt wird: Tic am 12. und 1?. Dezember in Berlin tagende Sitzung des erweiterten Vorstands des Teutschrn Eisenbahner-Ber- bandes erklärt nach eingehender Aussprache über den Stand der Lohn- und G e h a l t s f r a g e n, dah die erfolgte ge- ringe Aufbesicrung der K i n d e r z u l a g e n für die Beamten den brstehcnden Tcnerungsverhältnissen keineswegs Rech- nung trägt. Das gilt auch in bczug auf die in Aussicht stehende gleiche oder ähnliche Aufbesienlng der Bezüge für die Ar- b e i t e r. Ter erweiterte Vorstand beauftragt den engeren Vorstand, alle Berhandlungsmöglichkeiten zu er- schöpfen und eine entsprechende Erhöhung der Bezüge aller Lohn- und Gehaltsempfänger herbeizuführen. Sollte dieses scheitern, so hat der engere Vorstand mit den übrigen in Betracht kommenden fstaktoren in Verbindung zu treten und zu dem ihm geeigneten Zeitpunkt den Streik zu erklären und durchzuführen. Der Deutsch? Eisenbahncrverband stallt sich damit un- gefahr auf denselben Standpunkt wie der Teiitsche Beamten- bnnd. Es ist jetzt die Aufgabe, in Verhandlungen zu er- reichen, deß die dringendsten?koi derungen erfüllt werden und die dem deutschen Wirtschaftsleben drohende Katastrophe abg. wendet wird._ deutstblanös ZahluaosA WieriFkekten. WT.B. verbreitet folgend? Meldung: Ein Wiener Blatt verbreitet eine angeblich aus Finanzkrcisen stammende Nachricht, wonach behauvict wird, daß Deutsch- land sich bei den AuSaleichsämter» für zahlungsunfähig erklärt hätte. Wie uns mitgeteilt wird, ist die Nachricht unzutreffend und entstellt in scn. sat'oneller Form die Schritte, die von deutscher Seite unter- nommrn worden sind, um zu einer Neuregelung des Ber- fahre ns bei den Ausgleichszahlungen zu gelangen. Seit einiger Zeit schweben Berhandln'ngen mit den frcm- den Regierungen über ein? anderweite Regelung der monat- lichen Abrechnungen aus dem Ausgleichsverfahren. Nach dem Friedensverträge wollte Deutschland die sich zu seinen Lasten im Ausgleichsverfahren ergebenden monatlichen Tcbetsaldrn i n bar abdecken, während im Falle eines Aktivsaldos eine Bar. zahlung nn Deutschland ni ch t vorgesehen war. Tie Höhe der in den letzten Monaten zu leistenden Zahlungen hat der deutschen Rc- gierung Anlaß gegeben» sich mit der britischen und französischen Regierung zum Zwecke einer ander- weiten Regelung dieser Berbindlickikeiten ins Benehmen zu setzen. Die Bcrhandlnngen darüber haben bisher zu einem Resultat nicht geführt, sind abtr noch nicht abge- schlössen. Mit Rücksicht hierauf hat das deutsche AuS- g l e i ch S a m t den Auftrag erhalten, die AusglrichSSmtrr der bei tciligten Staaten darauf hinzuweisen, daß einstweilen eine Regelung der Konten in der bisher vo.r gesehenen Form nicht stattfinden kann. Nacks dem Artikel 236 d's Vertvaaes von Ven'ailles sind die zwnckTn Deirtschon und Enten tebürftcrn aus der Zeit vor dam Krieg? schwab?nid?n Schulden durch Vermittlung von Vrüfungs- nnd Ausaleichsämtern geaenwitig»ufzurechnen, die Differenz ist. falls sie zu Deutichlands Ungunsten aus- fällt, bar zu bezahlen. Aus dar vorsichtigen stornlusier"ng von WTB. ergibt stich nun die schwerw'ogvwd? Tatsache, daß in Deutschlands Barzablungen tot sächlich eine Stockung eingetreten ist. Das wind auch durch die folgende Meldimg bestätigt: Berlin, lZ. Dizeneber. tWTB.) Zu der Frag? der Ausgleichs- Zahlungen schreibt die»Deutsche Allgemeine Zeitung": Das Vorgehen, der deutschen Regierung findet im Friedensvertrag seine Stütze. Nach Artikel da« Deri'.schtand einen A n- spruch darauf, das- es durch die Nusfiibrung des Vcrtnazcs nickt dc» Mittel zur Anickasfung der Lel-enSmittel und Rohstoffe beraubt wird, denen es zur Erfüllung seiner Reparationspflicht bedarf. Die Zahlungen der letzten Monat« aus dem Ausgleichsverfahren haben aber eine Höbe erreicht, die dzr deutschen Regierung auf die Dauer nickt die Möglichkeit laflen würden, die für den Unterhalt der Bevölkerung unbedingt erforderlichen Lebensmittel, geschweige denn die notwendigen Roh- stoffe im Ausland anzuschaffen. Es bleibt cüm'twirteu, w?? sich das Ausland mit dieser harten Talsache abfinden wird. Neue Note über Cupen und Malmeöp. Die deutsche Regierung hat eine neue Note an den Völker- Hund in der Frage von Eupen und Malmedy gerichtet, mit dem Ersuchen, sie der Bundesversammlung vorzulegen. WTB. ver- breitet über den Inhalt dieses Schriftstückes eine längere Mitteilung. wonach Deutschlorid darin den Nachweis führt, daß die Entscheidung des Völkerbundsrate s auf u n z u- treffenden Voraussetzungen beruht. Es wird noch einmal bewiesen, daß die Freiheit der Stimmabgabe tatsächlich beinträchtigt worden ist. Der Völker- bundsrat hatte bekanntlich das deutsche Material für„u n- maßgeblich und ungenau" erklärt. Darüber äußert die Reichsregierung ihr Erstaunen. Sie weist ferner nach, daß die bekannte Androhung schärf st er Repressalien seitens der belgischen Behörden im Falle der Ausübung des Stimmrechtes„nickt, wie dem Völkerbundsrat eingeredet worden ist." nur für drei Gemeinden ergangen, von dem belgischen Gouverneur desavouiert und nickt anaewandt� worden fei," sondern daß es sich um eine von dem Kreiskommissar in Mal» medy auf Anordnung des Gouverneurs selbst erlassene Verfügung handelte, die tatsächlich angewandt wurde und daß schon die bloße Androhung einschüchternd wirken mußte: auf eine der Bevölkerung übrigens nie- mals bekanntgewordene Desavouierung gar nicht ankomme. Die Reichsregierung kann aus diesen Gründen den B e- schluß des Rates nicht anerkennen. Die Note erinnert daran, daß der VAkcrbundsrat aus- drücklich erklärt hat. daß feine Entscheidung anders lauten inüsie. wenn bewiesen werde, daß das Ergebnis der Volks- befrogung durch Einschüchterung und Druckmittel, Amtsmißbrauch und Bedrohungen bestimmt worden sei. Diestz Beweise sind erbracht. Die Reichsregierung-erwartet daher, daß die rechts- und vertragswidrige Abstimmung für un- gültig erklärt und eine neue wahrhaft fr(M e Willens ku n d g eb u n g veranstaltet wird. Sie bittet schließlich den Völkerbund, eine Kommission'1 die betreffenden Kreise zu entsenden, die sich ein eigenes Urteil über die werkliche Stimmung der dortigen Bevölkerung wird bilden können. Ein„unparteiisches" Sekretariat. Genf,!S. Dezember.(SKCB.) Das Eeneralsekretariat des Völkerbundes überreichte heule den Bölkerbundsmitgliedern die deutsche Note in Sachen Erven und Malmedy. Es wurde nur die Nebersctzung dirfer Note, nicht aber das beigefügte Memorandum mit den Anlagen verteilt, in denen die Beweise anzzeführt wer- den, auf die sich die deutsche Note stützt. Das Sekretariat be» gnügie sich damit, den Delegierten mttzuterlen, daß sie diese Doku» mcnte in der Bibliothek des Sekretariats finden können(!) und fügte hinzu, daß sie dort auch die übrigen Akten über Eupen und Malmedy finden, darunter den Bericht der belgischen Re- gierung vom 17. November, in dem. wie es in dem Begleitschreiben des Generalsekretariats wörtlich heißt,„die Bemerkungen der beut- schen Regierung über die Durchführung der BolkSbcfragung wider» legt worden sind." Kein obligatorifckes Schieüsgericht! „Der Geist des FunkerS". Die gestrige Vollversammlung des Völkerbundes befaßte sich i mit der Frage des internationalen Schiedsgerichts-! hofeS. Da in der Kommtsston der obligatorische Charak-! ter der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit nicht durchge- drungen war, infolge des Widerstandes der Großmächte/ die sich auf die Souveränität der einzelnen Staaten beriefen, die nicht angetastet werden dürfe, kam es zu einer sehr lebhaften Diskussion, die ihren Höhepunkt erreichte, als der sozialistische Ver- treter Belgiens, Sinator La Fontaine, unter starkem Beifall ausrief: „Bei solchen Argumemen glaubt man in diesem Saale den Geist des Junkers zu verspüren, der auf der Haager Konferenz ebenfalls gegen den Fortschritt sthiimie." La Fontaine fuhr fort: Man fei fetzt genau so weit wie früher. Tie Lrbeitcrmastrn, Mütter nnd Witwen wollten nichts mehr vom Kriege wissen. Sie hätten gehofft, daß der Völkerbund durch Schaffung eines obligatorischen Schiedsgerichtes dem brutalen Kampf der Macht e i n Ende setze. Es gcbe kein Lebensinter.-sse der einzelnen Staaten, das nicht dem Urteil- des böchsien Gerichtes zu unter- breiten sei.(Befall, namentlich bei Vertretern der kleineren! Staaten.) Die Vertreter Uruguays, Brasiliens und an- derer Staaten sprachen ihr Bedauern darüber aus, daß es der Kommission nicht gelungen sei, den obligatorischen Charakter des Schiedsgericht» zu wahren. H a g e r u p lRorwegen) erklärte ak« Berichterstatter beschwich- tigend, daß er überzeugt sei, der Gerichtsbof würde sich schließ-- l i ch zu einer obligatorifchen Einrichtung entwickeln. Bourgois, bestritt sehr energisch, daß man nicht weiter-' gekommen sei. als in Haag. Schließl-ch wurde der Entwurf unter, lebhaftem Beifall angenommen. i Zum erstenmal seit dem Bestand der Sowjethervschaft wird in der russischen Presse über eine Frage von grundjätz- licher Bedeutung eine erregte Debatte geführt, die zu unter« binden auch die bolschewistische Zensur nicht stark genug ist. Vor einigen Woch-en erließ der Rat der VoKtzkommissare, wie damals hier schon berichtet wurde, ein„Dekret über die Erteilung von Konzessionen an ausländische Staats- und Kommunalbetriebe, Privatunternehmüngen, Aktiengesellschaften, Konsumgenossenichasten und Arbeiterorganisationen zwecks Ausbeutung und Verarbeitung der iussischen Bodenschätze". Bei der Erteilung dieser Konzessionen machte die russische Regierung das Zugeständnis, daß der Konzesstons- inhaber, d- h. also die ausländische privatkapitalistische Wiengesellschaft, für einen Teil ihrer Ausbeute Ausfuhr- gcnehmigung erhält. Es sollen ihr zur Beschaffung von Ma- schinen usw. Handelsprivilegien gewährt werden. Es wird ihr garantiert, daß ihr Eigentum weder nationali- siert, noch konfisziert, noch requiriert werden darf, es ist also gegen jede Sozialisierun� mit oder ohne Entschädigung gesichert. Sonderverträge mit Arbeitern und Angestellten sind zugelassen, allerdings im Rahmen des gesetzlichen Ar- beiterrechts, aber was will das besagen, da in Rußland nicht einmal ein freies Koalitionsrecht epistievt! Wenn sich in russtsch-bolschewistischen Kreisen eine erregte Opposition gegen dieses Dekret bemerkbar macht, so begreift man das am Ende. So teilt die„Kraßnasa Gaseta" mit, daß Lenin kürzlich in einer Versammlung 65 Anfragen erhalten habe, wie es möglich sei, daß d 1 e K a p i t a l i st e n w i e d e r in dos Land hereingelassen würden. Welche Antwort der Scwjet-Di'kt'atcr den neugierigen Fragern erteilt hat, ist nicht bekannt. Tagegen bemüht sich die offiziöse Presse, diese glatte Kapitulation vor dem Kapi- t a l i s m u s zu rechtfertigen. Die Moskauer.�swestija" betonen-die Vorteile der Konzessionen und erklären es für unmöglich, auf den Verkehr mit den anderen Ländern zu verzichte, In Anbetracht des Mangels an Gold und Waren in Rußland gebe es keinen anderen Weg. Rohstoffe ins Ausland auszuführen und Fertigware� dafür zu erhalten, als durch das Mittel der Konzessionen. Auch die Petersburger„Prawda" kommt in längeren Erörterungen zu dem melancholischen Ergebnis, daß es einen anderen Ausweg nicht aibt. Die russische Wirtschaftspolitik ist also glücklich wieder da angelangt, wo die allgemeine europäische in. der Mitte des vergangenen Jahrhunderts aufgobört hat. Bis dahin war die Konzessionicrung von Aktiengesellschaften der allgemeine Brauch, und mit dieser Konzestionierung war auch damals, genau wie jetzt in Rußland, eine weitgehende P r i v i l e- g i e r u n g verbunden, durch die den Zwecken der Industrie- fSrderung gedient werden sollte. Auf den Fabriken von Lodz und Moskau sah man vor dem Kriege noch vielfach den kaiserlich-russischen Adler, der eben das Abzeichen einer kon- zefsionicrten, privilegierten Stellung des Unternehmens war. Jetzt kann man an die Stelle des Adlers den Sowietstern setzen, hinter den Toren wird sich aber dasselbe vollziehen wie damals, es werden Menschen im Interesse des Privat- kapitols ansgabeutet werden. Der Unterschied zwischen Vergangenheit und Zukunft destebt nur darin, daß die kaiserlich konzessionierten Gesell- schaften sich schon zum großen Teil in Händen russischer Staatsbürger befanden, während setzt der Kapitalismus auf ausländischer Grundlage neu aufgebaut werden soll. Die' R uss i f i z ie r u n g der Industrie, die in Inner- rußland viel stärker war als in Polen— wo noch viel oeut- sches. französisches und belgnchcs Kapital arbeitete— war ein Zeichen dafür, daß die kapitalistische Entwicklung schon eine gewisse Reifestufe erreicht kiatte. Bei der Entstehung des Jnduftriekapitalisinus in Mittel- und Osteuropa hatte die Einwanderung ausländischen, nament- �ichenglischen. Kapitals, stets eine große Rolle ge- 'pickli, Spuren davon sind noch heute in Deutschland bemerk- bar. In weiter zurückgebliebenen Ländern machte man auch noch kurz vor dem Kriege große Anstrengungen zur Jndu- stvicsörderung durch Heranziehung ausländischer Unternsh- mer. So hatte z. B. die ungarische Regierung alles Er- denkliche getan, um österreichische Jndustriesirmen zur Grün- dung von Zweigniederlassungen auf ungarischem Boden zu bewegen. Weitgehende Privilegien dienten als Lockmittel. Rußland ist beute ein weites Agrarland, in neun Zehn- teln seiner Wirtschaft, eben auf dem Lande, herrscht die reine Privatwirtschaft. Den Kampf gegen den„antikollektivistischen Bauernschodet" hat die Sowsetregierung nicht auszunehmen gewagt. Die national-russische Industrie ist ruiniert und wird in ihren letzten Resten staatsbureaukratisch, etwa nach den alten Methoden der preußischen Eisendafön- und Berg- bauverwaltung. nur nickt annähernd mit dem gleichen Er- folge betrieben. Nnd jetzt iollen dem internationalen Kapitalismus Niederlassungsrechte mit weitgehenden Privilegien erteilt werden. Es läßt sich voraussehen, daß dann der kummerliche Rest von Staatsmdusirre durch den überlegenen Apparat der frenidkapitaliststchen Jndustrieorganisationen in kürzester Frist völlig erdrückt sein wird. Rußland muß zetzt einfach die Entwicklung, die es über- springen zu können wähnte, repetieren. Da es kein Staat ist, aus dessen kapitalistischer Ueberreife der Sozialismus hervor- geht, sieht es sich jetzt in die P e r i o d e des F r ü h k a p i ta° l i s m u s zuriickgeschleubert, es kann sie nur überwinden durch allmähliche Russifizierung der zugelassenen� aus- ländischen Unternehmungen. Sie wird sehr bald einsetzen, denn lange kann natürlich der Widersinn nicht dauern, daß jeder— Engländer oder Japaner, Fidschiinsulaner oder Vota- kude— in Rußland konzessionierter Kapitalist sein kann, nur ein Russe nicht! Selbswerständlich werden sich Russen mit ihrem geflüchteten, geretteten oder erschleichhandelten Ka- vital an diesen ausländischen Gesellschaften still beteiligen, reiche Russen— es gibt auch noch solche'---- werden sich irgend- einen Mr. Smith oder Mr. Dubois als Strohmann kaufen, um in seinem Namen Konzessionen zu erwerben. All dies ist im russischen Interesse nur wünschenswert, denn erst wenn die russische Industrie wieder russifiziert sein wird, wird der russische Staat wieder auf sie Einfluß gewinnen. Bis dahin wird sie mit Exterritorialrechten ausgestattet sein, als Privilegierter wird der aussiindische Kapitalist umherstolzieren, Rußland wird international kapitalistisches Kolonialland sein! Hierzu ist der Boden in Rußland gut gedüngt. Denn der russisch? Arbeiter ist ja heute willenloser Sklave einer neuen Gtaatsbureaukratie, die sich in merkwürdiger Verkennung deS Begriffs für sozialistisch hält, und die„verdammte Bedürfnis- losigkeit". die schon Lassalle den deutschen Arbeitern abge- wohnen wollte, hat einen Grad erreicht, der jeder Beschreibung spottet. Es gibt heute in der ganzen Welt kein besseres Aus- beutungsmaterial als doS unglückliche russische Proletariat. Man begreift, daß angesichts solcher Aussichten die Wogen de? Erregung in Rußland hochgehen. Die Masse des Volkes hat den Bolschewismus freilich nur stumpf ertragen wie ein unbegreifliches Schicksal, immerhin aber haben Hunderttausende von Idealisten namenlose Opfer gebracht, gedarbt, gearbeitet und geblutet, um auZ Rußland das erste sozialistische Staats- Wesen der Welt zu niachen. Und jetzt soll dieses sozialistische. freilich nur dem Schein und dem Namen nach sozialisti'che Rußland dem internationalen Kapital zur Beute hingeworfxn werden, weil es„einen anderen Weg nicht gibt*! Es liegt in diesem Leidensweg, dessen Kreis sich nun vollendet, eine ungeheure Tragik, aber auch eine erschütternde Warnung. * Noßkau» 12. Dezember.(WTB.) Die Sowjeiregierung richtete folgende Mahnung an das Land: Der bevorstehend« Warenaustausch tntt dem Westen wird für Sswjetruß- land nur möglich sein, wenn die Industrie und die Landwirt» fchast im Land« wieder aufgebaut wird; andernfalls ver- flogt der HandelSfonds und wir werden nichts ausführen können. Di« Aufgab« eines jeden Arbeitenden in Sowjetrußland ist angestrengte, unermüdliche Arbeit. Di« gegenwärtige hartnäckig« Arbeit wird in der nächsten Zukunft glänzende Ergeb- »isi« zeitigen. Der bevorstehend« Rätekongreß wird Venschieden« wunde ffragen unseres Staatsaufbaues lösen. Auf der allrufsifchen TranSportarbeiter-Konserenz beant- »ortete Trotzki einige Fragen über die Konzessionen und erklärte, daß die Verpachtung Kamtschatkas an die Amerikaner für beide Teil« vorteilhaft sei. Die Waldkongefstonen in den növd- tichen Gegenden bilden eine Art Warenaustausch mit Europa. tzans£eiiß' Nachfolger. Der Gutsbesitzer Gen. Becker-BartmannShagen ist, wie WTW. aus Neu�trelitz meldet, als Nachfolger von Hans Leuß zum Land- rat sDrost) deS Kreises Stargard mit 4000 Stimmen gegen 3500 Stimmen d«r Rechten gewählt worden. öilüerbücher für Weihnachten. Di« schönste WeihnachtSgade für die kleinen Leute, da» bunt« Bilderbuch, hatte vor dem Krieg unter der heilsamen Zusammen« arbeit von Pädagogen und Künstlern bereits erfreuliche Qualität erreicht. Es kam dann«ine Stillstandszeit, die nun im frischen Anlauf wieder überwunden ist. Diese» Jahr hat uns eine guie Ernte eingebracht. Di« neuen Kunstströmungen machen sich zum Teil schon geltend in außerordentlich starker Farbcnfreuoigkeit und dem Dränyen nach Vereinfachung der Form und gesteigerte.« Ausdruck, womit ja dem kindlichen Empfinden durchaus gedient ist. 15 neue Bände, die jeder Altersstufe etwas bieten, legt der Nürnberger Bilderbücherverlag Gerhard Stal- l i n g(Oldenburg) vor. Auf gutem Papier, in künstlerischer AuS. Y�taltung ist Meisterhaftes geleistet.(Die Preise bewegen sich um 20 M.) Tie fröhl ckm, leuchtenden Farben werden jedes Kind entzücken und auch dim Erwachsenen Freude bereiten. Der Text geht in richtiger pädagogischer Anpassung aus die KindeSsecle ein, gibt ohn« Pedanterie Belehrendes, wendet sich aber vor allem an die Phantasie Wir heben einiges hervor. Der lu st ige Jahr- markt(große Marktszenen von Acta Drucker, kngpper. dramatisch zugespitzter Berstext von Adolf Holst) führt in gut kindlicher Weise die Belustigungen de» Fahrmarkt»(u. a. Karussell, Krattmesser, Zirku?) vor. Di« Märchenwelt ist reich vertreten. Ein gar köstliche» Buch ist Sneewittchen(in Grimms vertrauter Form). Wand« Zeigner�Ebcl hat in die Textumrahiwung und die großen Voll- biliar, die im Farbenofsekdruck die feinste Nuance wiedergeben, soviel blühende Phantasie, Lieblichkeit und favbensatte Schönheit gewirkt, daß«in Holter Wunidergarien entstanden ist. In die Märchen der Natur kührt Will Vesper in Wiesenmännchen» Brautfahrt. Abenteuer und Heldentaten im Reich« der Gras. hüpfer. Spinnen und Frösche(mit reichlich viel„Blutvergießen") pnd in muntere Verse gespannt. Karl Großmann hat aus der Welt der Blumen und Insekten mit großer Liebe geschöpft und zarte Farbenspiel« und ergötzlich« Moritaten daraus gestaltet. Für die reifere Jugend ist ein eigenartiger Versuch gemacht, Belehrung in der anregenden Form de» Bilderbuch«» darzubieten. Woraus wird alles gemacht, wai wir zum täglichen Leben gebrauchen— heißt es. Fragelust. wird an den gewohnten Dingen(Mehl und Milch, Zucker und Kakao, Bier und Reis usw.), die sonst einfach hingenommen werden, wachgerufen. Kurt Flörick«, als naturwissenschaftlicher Wegbereiter erprobt, gibt klar und beut. lich da« Notwendige über Herkunft und Werdegang der Produkte. Karl Großmann hat es in» Bildhafte übertragen(121 Bilder), in breiter, flächiger Art. Adolf Holst endlich gibt dazu kurze, ein- prägsam« Verse. von den„Kunstgabcn für Schul« und Hau»', die im Verlag von Georg Wigand>n Leipzig herausgegeben werden, eignen sich manch« auch für die Arbeiterjugend. Einige neue Hefte dieser im ganzen christlich gerichteten Sammlung erneuern hervor» ragendes alte» Kunstgut in billiger Ausgabe.(Je 12 Seiten zu «0 Pf.) Da ist B. Ludwig Richter mit klassischen Holz. schnitten, den gemütvollen Bildern au» dem Kinderleben oder zu Fentrum-preußentag. Nach einer längeren geschlossenen Sitzung eröffnete der Vor- sitzende Tr. Porsch die öffentliche Sitzung mit Verlesung von Begrüßungsielegrammcn. Dann begann als erster Referent Kreis- schulrat Ä a m p. M- d. L., einen Vortrag über das junge Zentrum. Die Notwendigkeit, das Zentrum mit neuen Kräften und neuen Führern zu versehen, hat zur Grjindung der Windthorst- Bünde geführt, der auch Frauen, entsprechend der Zusammen- sctzung der Partei, auch evangelischer Konfession, aufnehmen soll. Redner schildert eingehend, welche Verbesserungen und Erweite- rungen bei beiden Institutionen zu treffen seien, um Staatsbürger- tum und staatsbürgerliches Gefühl im Nachwuchs zu wecken. Ein Wahlflugblatt für da» Jung-Zentrum, da» sorgfältig auf die Jugend abgestimmt sein müsse, sei eine unbedingte Notwendigkeit. Frau Qberlehrerin W r o n k a sprach dann über Frauen und Zentrum. Die Sozialdemokratie habe zuerst den tief- gehenden Einfluß der Frau erkannt. In längeren Ausführungen entwickelt sie die Aufgaben und Eigenschaften sowie die Mitarbeit der Frauen im Parlament und beim Wiederaufbau, an der die Frau bewußten Anteil nehme. Müller-Marburg begrüßte mit besonderer Freude hie Zentrumsakademiker. Zwei» drittel aller Studenten gehörten der„Deutschnationalen Volks, Partei" an. Staatssekretär Wildermann regt an, daß durch ein allgemeines Vorgeben Professuren für katholische Religion bei allen Universitäten eingerichtet werden. Demokratischer Parteitag. Die gestrige Sitzung deS demokratischen Parteitag» iu Nürn- b e r g leiieie ein Referat de» Abg. Dr. Böhme über„Die Be- deutiiiig des S>edl«ngsweseiiS für die deuiick« Wirtschaft' ein. Es verwies einleitend auf das schon unier den VokSbeauf- t r a g t e n vorbereitete Siedl ungSge letz, an dessen Zustande» i?mmen die Demokratische Partei in hervorragendstem Maße mit- gewirkl habe. Die Anliegersiedlung liege nicht nur im Jmeresse der Landwirtschaft, sondern auck der Industrie und der Arbeiter» schaft. Der Redner stellte die Bebaupiiing auf(um deren Beweis er sich nicht sonderlich mühie), daß maßgebende Sozialdemo- traten da» SiedlungSgesev zu verhindern suwien. uud hierbei verstieg er sich zu der grotesken„Fesistelliing". daß der preußische Landwiriichastsminister Braun sich von dem ehemaligen Landwirtichofteminister Echorlenier-Lieser in nicvi» unterscheide!! Die weiteren Angriffe de« Redner» richteten sich gegen den Landarbeiterverband und die L a n d e S» kulturämter. Der Redner forderte die foiioldemokratischen Parteikreise auf, gegen den Genossen Broun Front zu machen! In der darauffolgenden Aussprache über die W i r t t ch a f t»- fragen, für die schon zu Beginn 30 Redner gemeldet waren. stellte Kniest mit Genugtuung fest, daß die Demotratische Partei für die Erhaltung des Mittelstand«? eintrete. Nach Ausfübrungen weiterer Redner über Wirtschaftsfragen er- hielt Minister O« s e r das Wort. Er bezeichnete die Aufforderung an die Bergarbeiter zur Mehrleistung als den richtigen Weg. auf dem die Regierung hält« weitcrschreiten tollen. Auch andereii lebenswichtigen Beruien hätte man im Interesse-der Allgemeinbeit mehr Arbeit zumuten sollen. Bemerkenswerlerweise rickneten sich die Ermahnungen deS Redners miSschließlicki an die Sdresse der Arbeiterschaft. RatbenauS Wiriichaftspläne seien nicht zu widerleaen: eher könnte man noch schwärzer malen. Staatsminister a. D. Gothein fordert Revision de» Frie- densrertrags und übt— gl» Vertreter des extrem-kapitalistischen Standpunktes Kritik an hex Grzbergerschen Finanz» Politik, die er als..Perbeugung vor der Straße" bezeichnete. Nach einer Rekhe weiterer Referate der Delegierten Erkelenz, Gertrud BäuMer, Hart mann und O u i d d e werden die Leitsätze zur Wirtschaft mit den zu diesem Thema vorliegenden Anträgen-und Abänderungsvorschlägen dem zuständigen Ausschuß überwiesen. E» folgen dann die Wahlen de» ParteiauSschusse», de» Vor» stände» und de» NevisionSausschusse». Zum Vorsitzenden de» Parteiausfchusses wurde mit 155 Stimmen— 6 Stimmen waren zersplittert, 25 Stimmzettel waren unbeschrieben— Senator Dr. Petersen wiedergswählt. der gleichzeitig auch zum Vorsitzenden des Parteivorstandes bestellt wurde. Der Danziger Delegierte Dr. Hermann wurde zum korrespondierenden Parteimitglied ge» wSllt. Auf Anregung von Dr. Petersen wurde der ParteiauS- schuß beauftragt, Etaaisminffter a D. Dr. P r e u ß in den Vor- stand zu delegieren. Gegen 6 Uhr trat der Schluß der ohn« jede Pause durchgeführten Sitzung ein. Die neuen Sozialisierungsvorfthläge. Den P. P. N. geht folgende Berichtigung zu: „Alz Vorsitzender des 14. Ausschusses(VerständigungSauS- schusses) für die Kohlen sozialisierung stelle ich fest, daß die seitens der Telegraphenunion verbreitet« Nachricht, die Essener Verhandlungen seien ergebnislos verlaufen, den Tatsachen widerspricht. ES sind in Essen im Gegenteil auf Grund neuer Vorschläge Unterlagen für gesetzgeberische Maßnah- men gefunden, gez. Dr. Berthold.' Die internationalen �lrbeiterscbutzabkommen Den P. P. N. wird von zuständiger Stelle geschrieben: Die Hauptversammlung der internationalenOrgant- sation der Arbeit, deren Mitglied Deutschland.ist. Hai auf ihrer ersten Tagung in Maslhington im November 1920«in« Reihe von internationalen Uebereinkommen geschlossen, die jetzt von vnS ratifiziert werden sollen. Sie wurden daher mit einem dem- entsprechenden Gesetzentwurf vom Reich»arbeil»mtnisterium dem Sozialpolitischen Ausschutz des Reichswirt- schaft sratS zur Begmachtung überwiesen und von diesem in seiner Nachmittagssitzung am Montag beraten. Der Vorsitzende, Abgeordneter U m b r e i t, wieS als Berichterstatter darauf hm. daß die Beschlüsse der Washingloner Konferenz nicht» Neu«? ent. halten, sondern nur Arbeiterschutzbestimmungen, wie sie von den internationalen Gewerkschaftsorganisationen scho« immer g-sordert und in Deutschland biS auf Kleinigkeiten längst vernnrklicht sind. Sie betreffen die Arbeitslosigkeit. Nachtarbeit der Frauen und die Festsetzung der Altersgrenze für die Zulassung von Kindern zur gewerblichen Arbeit sowie eine Reihe von Vorschlägen über die Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit, die gegenseitige Gleich- behandlung der in» und ausländischen Arbeiter, die Bekämpfung des Mi-Izbrandes, den Schutz der Frauen und Kinder gegen Blei- Vergiftung, dir Einrichtung eines öffentlichen Gesundheitsdienstes und über die Durchführung des 1906 in Bern angenommenen inter» nationalen Abkommens über das Verbot der Verwendung voä weißem(gelbem) Phosphor zur Anfertigung von Zündhölzern. Der Gegenreferent Dr.. v. Rü ppe l machte indessen darauf aufmerksam, daß die Ratifikation aus 19 Jahre binde und bei der Nichtdurchführung der Beschlüsse, die bisher nur von Griechen» land ratifiziert worden seien, Zwangsmaßnahmen in AuSftcht genommen seien. E» bestehe die Gefahr einer einseitigen und konkurrcnzerschwerenden Belastung für die deutsche Wirtschaft. (Echt arbeiigebermöhig gedacht!) In der folgenden Aussprache stellten die Vertreter de» Reichs» arbeitSministerium» fest, daß einr E r wei t« r u n g der Schutzbestimmungen gegen hie bereits geltenden nur l» drei Fällen eintrete. Die Schutzfrist für Wöchnerinnen werhe van 3 auf 12 Wochen, die Nachtruhe von 10 auf 11 Stunden erhöht, außer. dem der Begriff der Jugendlichen für manche Arbeilen biß auf 18 Jahre ausgedehnt. Der Abgeordnete Cohen(Adolf) teille mit, daß die Reich»arbeit«gemainschaft sich einmütig auf den Standpunkt gestellt habe, daß zu ratifizieren sei in der Er- Wartung, daß die hauptsächlichsten Koukurrenzländer Dcotsch'ands dasselbe tun. Heber«ine derartige Einschränkung der Natt- fikation entspann sich«ine sehr lebhafte Auseinandersetzung, die zu keiner restlosen Einigung führte. Eine Minderheit, die aus Abgeordneten aller Abteilungen bestand, wünscht« eine Art von Vorbehalt, um eben eine einseitige Belastung Deutschlands zu vermeiden. Die Mehrheit glaubte ein« Anregung zur Raii. sikation anderer Länder am besten durch folgenden Beschluß aus- üben zu können: „Der Sozialpolitische Ausschuß empfiehlt der Regirrung, die Beschlüsse der internationalen Organisation der Arbeit Punkt 1— 0 zu ratifizieren. Er begrüßt diese Beschlüsse mit Ge- nugtuung und spricht die Hoffnung au», daß die anderen Mit- gliedSstaaten sie auch ratifizieren." deutschen Liedern, Paul Korewka, der Meister de» Schatten- risse», mit einem schwarzen Allerlei. • Da» Märchenchuch nennt der Verlag Bruno Taflirer seine Sammlung von Märchen verschiedener Verfasser(Musäus, Grimm, Hauff u. a.). die von Künstlern von Rang, wie Tlevopi, Kalck- reuty, Walser u. a., mit Zeichnungen versehen sind.(Preis de» vapiergebundenen Bandes 8— 15 M.) Tie Bücher zeichnen sich durch klaren Druck mit schöner Type aus, sie sind wie alle Ver- anstaltungen deS Verlags Muster guten Geschmacks. Hier wird wieder Text und Bild in Einklang gebracht, das Bild ist ein Teil der Seite, der sich in den gegebenen Rahmen einfügt. Die ver- schiedenen Künstler gehen jeder in feiner Eigenart vor: Slevogt voll höchster dramatischer Lebendigkeit,. Kalckreuth breii-aeruhig, B. Hasler, oer für den zuletzt erschienenen Band(Frau Holle und anderes) die Zeichnungen geliefert hat, versteht es besonders, den Schmuck- und Belebungswert seiner in Erfindung und Strich- Prägung gleich hochstehenden Bilder voll auszunutzen. Diese schönen Bücher gehören der heranwachsenden Jugend wie den Erwachsenen. Finnische Musik. Es ist zu rekapitulieren, nicht zurückzuneh- men, was jüngst hier über den jinnischen Nationalkomponisten S i b e l i u s gesagt wurde: ihi. trägt seine Heimat; und die Mutter- landschaft. die eingeborene Freiycitssehnsucht rauschen klangvoll auf in einem Orchester, das Deutschland in seinen Fundamenten gezimmert hat. Neben ihm gilt Toivo K u n l a in Finnland als Großer. Er ist ein Talent, er hat den.spielenden Sinn und ein erlesene» Können für die illustrative Orchestertechnik, er liebt den Klang an sich und die Untermalung lanpschafilicher Vorstellungen. Alles Geistreiche, Erotische ist ihm unbekannt oder bereitet Ver- druß. So bekommt seine Musik etwas vital Ungeüändigte», Unge- fsiättetcs, zwischen Lautlosem und brutalem Schrei, zwischen süßer Mädchenpoesie und rauhem Männeroisput Hinpendelndes; sie be- rauschl sich an der Farbe, vergißt aber, daß zwischen Schwarz und Weiß in leder Bunkleit Staffelungen sein müssen, um lange zu interessieren. Das Formal seines Gestaltungswillen« ist nicht eben groß. Italienische, russische, norwegische Tön« fließen mit in die Kunlasche Musik, derer stilistische Beweglichkeit deshalb nicht weniger interessiert. In einer Ballade mit dem malerischen Titel „Die badenden Nymphen" scheint märchenhaft-dämmrige, aber auch subjektiv visern« Liebesstimmung am stärksten eingefangen. Ein Talent: aber die Lust am Aussprechen schneller Gedanken ließ die Gedanken nicht zum Wunder de» Erlebnisse» an»r«ifen. In Liedern«cht lhrffcher Beschaulichkeit und Andacht sichert sich Arjö Kilpinen einen guten Platz unter den Musikern. Ihm liegt Rußland am nächsten, und e» scheint beinahe, als lebte da» spezifisch Finnische vorerst noch ein wenig vom Blut und Atem der größere« Nachbarstä.-um«. Ohne modern zu sein, ja, gelegentlich bewußt archaisierend, lassen_ diese Lieder in ihren Noten eine sanfte Melancholie, eine resignierte Stille, einen leiden. schaftslosen Schönheitssinn ahnen.. DaS Volkslied schimmert durch,!�e Herbheit verfeinert eine nur wehmütige Stimmung. Modulationen geraten spielend gut und gleiten originell den Ter- ten nach. Auch hier ein Mangel an durchgebildetem Intellekt, ein fast scheues Haltmachen vor der großen,.pathetischen Gebärd«. Ein Grübler, ein Stiller,«in zart und werblich Dichtend«. Seine Frau Margaret begleitete empfindsam und stark zugleich. Di.« Soprane von Alma Kunla und Olli Sinimi sind unserem Ohr gar zu naturecht und ungepflegt. Musikalisch aber war alles in schönster Ordnung, zumal Selnai M e y r o w i tz mit einem selbst bei ihm nicht alltäglichen Feuer den Dirigierstab schwang. K. 5. Tanzmiittnee. Im Deutschen Theater(Kammerspiel«) gab der Russe Jrail GadeScow seine Vorstellung. GadeScow hat vor dem in London, Pari» und New jstork getanzt. Er ist auf dem Wege nach New Nork zurück Die Ausführung seiner Tänze kann nur da» Resultat unermüdlicher Hebungen und Studien sein. Dem von Schöpfers Gnaden gebildeten Tanzkörper gibt Gadcörow» Wille die letzt? Bollendung: der Wille, der ausströmt über die'«» MuSkelgsbilde, von Auge und Mundwinkel bi» zur Zehe und bis ins letzte Glied, de? Fingers. Wir se£.en nichts Hebermodcrnes. nichts KünstlerphantastiscyeS. In gemessenem Tempo ist jeder Tanz eine einzige von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende leicht zu verfolgende rhythmische Linie, ist jeder Tanz eine Erzählung mit Anfang und Ende, ein für sich abgeschlossene» Werk. GadeScow verwandelt seinen Körper wie zu p'astischer Form versteinert, zeigt die Lieb« in Reinheit und selbst bös« Leidenschaft in Schönhett. Hnd wie die Musik die Hrheb-rin seiner Kunst ist, erinnern die Bewegungen seiner Glieder an die maßvollen Bewegungen der Taktstocke in Händen großer Komponisten. Die lieblich« Irancesca d'Alera, sein Gegenpal, ist auf höchster VerbindungSstufe mit ihm; ist feine Mimose, fft ein Hauch unter seinem männlichen Willen, fft die zu ihm hingeläuter!« zarte sublim« Vollkommenheit. ES war ein sckone» Erleben am Sonntagmiltag, nach jedem Tanz wurden beide Künstler stürmisch gerufen.— a—. Vor dem Krieg stand das russische Ballett bei uns in höchstem Ansehen. E» war zum Teil die alte Schule, die im kaiar- lichen Ballett wfitergepflegt wurdc; aber sie war bort zur höchsten Bollendung gereift und hatte Talente hcrvorgebrackit. die nun auf der gediegenen Tradition zur künstlerischen Meister'chafl aufftiegen. Der Krieg hat dt« Sterne de» russischen Balletts zerstreu!; die Pawlowa und andere sin» in England oder Amerika. Fokin weilt irgendwo im Norden, und wenn die Sowjeiregierung auch das Ballett weiterpfleot, so ist sein Glanz doch wohl vabin. Eugenie Eduardowa. die un» damals bereits entzück'«, führte sich am Sonntag im Theater de« Westens neu be, un» ein Als Tänzerin ist sie noch von gleicher künstlerischer Qualität wie zuvor. Der Akt .Der Zauberwald" zeigt« sie auch als geschmackvolle Arrangeurin. W. Worontzoff ist ihr ein ebenbürtiger Partner. Die Heber» raschunz aber waren die Darbietungen ihrer Ballettschule: sie hat eine Fülle talentvoller Schülerinnen nicht nur technisch gedrillt, sondern auch vom Kleinsten angefangen zur besonderen E'genart entwickelt. Mochte auch der Eifer der Angehörigen den Beiwll übersteigern und mag manch«? Berlin-W.-Mädchcn die Mode der Tanzau�bildung nur zum Svort betreiben, sicher wird durch ein« solöbe Schule cas Gesamlniveau erfreulich gehoben. Die gute Petersburger Schule wivd also jetzt international.— r. Urania. Riedlellkis„Winterzanber" Mittivoch, Freitag, Sonn« tag„Aegiivten und der Nil". Donnerstng.Von der Zuastrtze»um Va?» v mann'. Dienstag Dr Poteni» t.Die Geschichte der Urwelt'. Oonnadend Prof. Aoerk«;»Aegypten und der Nil'. flc. 610 ♦ Z7.Fahrgaug Beilage öes Vorwärts Dienstag, 14. Dezember 1020 GroßSerlm Die Gberbürgermeisterwahl im Ausschuß. Der ,ur Vorbereitung der Neuwahl des Oberbürgermeisters eingesetzte Stadtverordnetenaussckmtz trar gestern zu seiner ersten -Atzung zusammen. Die mehr als einstündige Aussvracbe verlier rradezu ergebnrsloS und beschränkte sich aus eine allgemeine Er- vrlerung über die grundsätzliche Frage, ob der Oberbürgermeister der Atadtverordnetenveriammlunfl gegenüber als eine poliiisch-parla- mentarische Persönlichkeit ontusehen sei und sich daher sür seine AmiSsühruna aus eine tragkäbige Mehrheit stützen müsie. Bon un- abhängiger Seite wurde mit Bezug ani das zwischen den Ilnabhänaigen und den Sozialdemokraten vor der allgemeinen MagistrotSwobl abgeschlossene Nebereinkommen beton», datz diesmal die stärkste Fraktion den Oberbürgermeister stellen müsie. eS wurde hierbei aber vermieden, einen Ngmen zn nennen. Von unseren Genossen wurde derngegenüber daraui verwiesen, dasi infolge der Spaltung der Un- abhängigen und des Auseinanderfalls der sozialisti'chen Mehrheit die Situation eine völlig andere sei. AuS diesem Grunde sei die Oberbürgermeisterfrage noch mehr als im Sommer eine P e r s o n e n fr a g e geworden. Von den Vertretern der bürgerlichen Parteien wurde bezüglich der tragsähigen . Mehrheit betont, dasi dies eine Verkennung der Stellung des Oberbürgermeisters bedeute. Nicht er sei der Stadtverordneten- Versammlung venönlich verantwortlich, sondern der Magistrat in seiner Gesamtbert, in dem der Oberbürgermeister nur primu» inter pares sei. Den Gedanken der„tra-sighigen Mehrheit" rrriiiTe man daher bei dieser Frage ausschalten. Bon kommunistiicher Seite wurde die Erklärung abgegeben, daß diei'e Fraktion sür den Kandidaten stimmen werde, der ihr am nächsten stehe, d. h. für einen sozialistischen Oberbürgermeister, den die stärkste Fraktion zu stellen habe. Ein Antrag auf öffentliche Ausschreibung der Ober- burgermeisterstelle mit kurzer Frist wurde abgelehnt und ohne daß man in die Personenkrage eingetreten wäre, die weitere Beratung des Ausschusses vertagt, um den Fraktionen Gelegenheit zur Be- ivrechung der Kandidatensraae und zur Stellung gegenüber den im Ausschuß hervorgetretenen Auschanungen zu geben. Die Stärke öer Bezirksämter. Di« zur Beratung über die ersten Maßnahmen für die Ein- richtung der neuen Verwaltung eingesetzte gemischte Deputation des Magistrats setzte gestern unier dem Vorsitz des Bürgermeisters Ritier ihre Verhandlungen über da« den städtilchen Körperschasten vo-,»legende Orisgesetz rür die Bildung der Bezirksämter fort. In erster Lesnng wurde beschlosien. folgende Stärke der 20 Bezirks« ämter nach besoldeten und unbesoldeten Mitgliedern zu empreblen: Berlin l— 0: 13 Mitglieder(7 besoldete und 6 unbesoldete). Char« lottenbürg: 13 s8 und 7), Spandau: 11(7 und 4),??ilmcrsdors: 13>8 und 7), ssehlendori: S(5 und 4). Schöneberg: 13<8 und 7), Steglitz: 13<7 und 6), Tempelhof: S{5 und 4), Neukölln: 17(10 und 7), Treptow: 11(7 und 4). Cövenick: 9 (5 und 4), Lichtenberg: 13(7 und 3), Weißen!«: 9(5 und 4), Pankow und Reinickendorf: je 11(7 und 4).— Bezüglich der Gehälter der Bezirksbürgermeister und Bezirksstadträre wurde unter Bezug ans den am 31. August von der Stadtverordneten- v-rkammlung über die Magistratsmitglieder gefaßten Beschluß eine Entschließung angenommen, wonach Gemeindebeamte Groß-BerlinS bisher höhere Bezüge für die neue Wahlzeit behalten. Als Ge° .hü', er wurden vorgeschlä en: sür Bezirksbiirgermetster 18200 bis 23 000 M. für die Bezirksstadträte 16 200 bis 21 800 M. Einig loa, man sich darin, daß eine Erhöhung der bisherigen Aufwands- cntichädigung für unbesoldete Magistralsmitglieder, die in Berlin bisher monatlich 300 M. beziehen, in Anbetracht der Verbältnisse notwendig sei. ES wnrde mit geringer Mehrheit beschlosien. diese auf 600 M für unbesoldete Magistratsmitglieder und auf 400 M. für unbesoldete Bezirksamtsmitglieder festzusetzen. Keine Erliökzung des Brotpreises. Amilich wird verbreitet: Immer wieder wird behauptet, daß eine mehr oder weniger bedeutende Erhöhung der Broipreise, rich- tiger der Mehlpreise der ReichSgetreidestelle, bevorstehe. Diese Behauptung ist unzurreffend. Der ReichsernäbrungSminister hat be- reits in' seiner letzten Rcichstagsrede betont, daß eine solche Er- höhung angesichts der gesteigerten Auswendungen, die die Bevölke- runq für die Versorgung gerade im Winter belasten, bei der immer mehr sinkenden Kaufkraft weiter Kreise nickt angängig ist, und daß, um den Mehlpreis auf der gegenwärtigen Höhe zu halten, allein für die Zeit bis zum 31. März 1921 rund b'/z Milliarden Mark an Reichszuschüssen angefordert werden müssen. Der Raubüberfall in Senzig, bei de.gi der Sägemühlenbesitzer Ströbel erschossen und sein« Wirt- schaiterin durch einen Brustschuß schwer verletzt wurde, ist, wie die Erwittelungen der hiesigen Kriminalpolizei jetzt einwandfrei er- gehen haben, von einer Berliner Berbrecherbaude verübt worden. Aus ibre Ergreifung ist eine Belohnung von 3 000 Mark anS- gefetzt. Einer der Täter sitzt bereits hinter Schlotz und Ricgxl. Auch die übrigen Mitglieder der Bande sind bekannt und werden eitrig gesucht. Es handelt sich um polnische Arbeiter, die sich in der Gegend des Schlesischen Bahnhofes unangemeldet aufhalten. Noch der Ausführung des Verbrechens wurde die Bande auf der Land- straße bei Rudow von Gendarmen gestellt. Aus der Flucht schössen sie aus die Beamten. Nunmehr eröffneten auch diese das Feuer und ließen einen Polizeihund auf die Verbrecher los. Dieser stellte einen von ihnen, der einen Armschuß erhalten hatte, während es den anderen gelang, zu entkommen. Der Verhaftete, ein Chauffeur CzeminSki, der in der Kleinen Markusstraße unangemeldet wohnte, gab bei seiner gestrigen Vernehmung aus dem hiesigen Polizeipräsidium durch Kriminallomntissar Lehnerdt zu, an dem Raub- Überfall in Senzig beteiligt gewesen zu sein, doch will er nur „Schmiere� gestanden baben. Die entkommenen Verbrecher sind ein gewisser•Stanislaug Strarzek, ein Johann Barahn, ein gewisser Frannack und ein noch unbekannter Mann, der sich ebenfalls Straczek nennt. Dieser ist erst kürzlich nach Verbüßung einer vier- fahrigen Zuchthausstrafe aus dem Gefängnis entlassen worden. Wer über die Verbrecher, die in den Lokalen an der Langen und Äoppenstraße Ecke zu verkehren'pflegten, irgendwelche Miiteilungen machen kann, wird unter Hinweis auf obige Belohnung ersucht, sich bei Kriminalkommissar Lehnerdt im Berliner Polizeipräsidium, Hausrntrus 601, zu melden. Berlins Forsten. Die Deputation für Güter nnd Forsten für die neue Stadt- gemeinde war unter Vorsitz des Siadirats Wege zu ihrer ersten Sitzung zrisainmengerreten. Es wurde die Einsetzung eines Aus- ickusses beschlosien, welckicr Grundsätze für die Neuorganisation der Berwalrung des gesamten Besitzes an Gütern und Forsten nach bestimmten Richtlininien ausstellen soll. Es wird nickt ohne �Interesse sein z» erfahren, daß die Stadtgemeinde Berlin seit dem ersten Oktober über 82100 Morgen Forsten verfügt. Es besteht die Absicht, olle Waldungen in der Nähe der neuen Slodtgemeinde vorwiegend der Erholung der Bevölke- rung dienen zu lasten._/ Alte„VorwärtS"-Numinern gesucht. Für Archipzioecke benöligen wir je 2 Exemplare der in der Zeit vom 1. bis ciniail. 23. Juli 19l4 er'chiencneu Nummern des.Vorwärts". Ebenso werden die vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1918 herausgekommenen.Vorwä>ts"-Rummern in je 2 Exemplaren für die Zwecke einer Gewerlsckiaslsblbliothek gesuckt. Angebole Hilten wir unter Erstattung der Unkosten an uniere Geschärisstelle zu richten. .Vorwärts„-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68, Lindenstr. 3, Ein Opfcrtag dcS Berliner Einzelhandels soll am Donnerstag, den 16. T-ezemSer, stattfinden. Von der gesamten Tageseinnahme werden laut Beschluß einer Versammlung der Vertreter des Ber- lirrer Einzelhandels ö Proz. an das Reichsbankdirektorinm„Sonder- iomo Oberschlesien" abgeführt. Diejenigen Geschärie, welche sich bereit erklärt haben, 3 Proz. der Tageseinnahme abzuführen, werden für das kaufende Publikum durch große, an den Schaufenstern an- gebrachte Plakate kenntlich gemacht. Zur Beraubung dcS Postwagens, über den wir gestern be- richteten, erfahren wir, daß ein großer Teil der gestohlenen Pakete bereits wieder herbeigeschafft ivorden ist. Ein Friedrichsfelder Ein- wohner meldete dem Oberkommissirr Baumann in Lichtenberg, daß er beobachtet habe, wie drei Personen aus dem Schloßpark in Fricdrichsfelde Pakete nach ihren Ställen gebracht hätten. Dorthin entsandte Beamte fandön denn auch in einer Tannenschonung am Schloßpark und in den Ställen eine ganze Anzahl Pakete, die Be- kleidungsstücke enünelten und aus dem Posiwagenraub herrühren. Die Räuber, der Postillon Scholz upd seine Helfershelfer, waren mit dem Postwagen bis an die Tannenschonung gefahren und battdn sie dort zunächst abgeladen. Den Wagen haben sie dann bis zur TrcSkowallee zurückgefahren. Im 17. Kreise beschäftigt« sich eine Kreisvertreterversammlung mit der kommenden Landtagswahl' sowie der Aufstellung der Kart- didaterr. Ter Rerercm, Genosse Franz Krüger, führte erwa sol- gendes anS: Wir werden jedenfalls am 20. Februar mit drei Wahlen an einem Tage z» rechnen haben, die Landtags-,.Kreistags-- und � Provinziallandtagswahlen. Bei den Preußenwahlcn wird der Kampf , stm die Vormacktsstellung Preußens gegenüber dem Reiche, geführt werden. Der Redner schilderte den reaktionären Einfluß Preußens im alten Reiche, besonders im Bundesrat, wodurch ja die Regierung tatsächlich eine preußische war, die obne Zustimmung Preußens keine Gesetzesvorlage in den Reichstag brachte. Weiter erwähnte Krüger die bisherige Tätigkeit der Landesversammlung, sowie die Ausgaben des neuen Landtages und hofft, daß durck die Wablen es gelingen werde, auch im neuen Landtag einen starken sozialdemokratischen Einfluß zu erringen trotz Sturm von rechts und von link?. Als Kandidaten zum Landtag wurden die Genossen Haenisch, Krüger. Lüdemann, Kähler. Heller, Wuschik und Dr. Ben- diner aufgestellt. Einbruch ins Eharlvttcnburger Volkshaus. In der gestrigen Nacht wurde in den unteren-Sälen de? Volksbauses zn Charlotten- bürg. Rosinenstr. 4, eingebrochen und dort u. a. eine National--. Registrierkasse Mit Wechselgeld, eine Wanduhr und große Portiereri gestohlen. Von dem Täter seblt bis jetzt jede Spur. Soziirl.iftisehe Vildnnirsfchnle. Fm Monat Januar n. I. werden zwei VoriraaSrciben abgehalten. Redefibirng.— Ostltfiitüf der Arbester- beweaung(Parlamentarische Geschichte, Täsiakelt der Partei im Landtag. ! Organiiatoritche Antaaben wabrend der Wablbcwegunah Jede Vortrags- ! refl-e umfaßt vier Abende. Hörgebiibr M. 3—. Wir bitten recht bald � fchristliche Vewerbringen zur Terlnabmc an beiden Veranstallnnacn an den Sekretär des BildunaSansichusseS Albert Horlitz, Lindenstr. 3, einzureichen. CcffcriHfrfic Elternverfammlung in der Aula der 34. Gemeinde- fchule, strnntstraßk 49. am MIttwo-b, den 13. Dezember, abend? 1 Ilbr. � Vortrag des Gen. Renz über:.Erziebnna der Kinder zur fozialistifchen Gemeinichast." Ilm zahlreiches Erscheinen bittet der Elternbeirat. Rektor- Bock hält am 13. dS. Mts.. TU Ubr. im Berliner Lehrerverein. Lkbrerverrinsbaiis. einen Vortrag über das Thema:„D e r K a m p s u m m« i n R e ch t." Tie T.P.T.-Konflimgenollonlchaftler der 3S. Verkauisstelle. Barnimstraße. werden ersucht, zir einer wichtigen Bcsvrcchung am beutigen Diens- tag, abends 7 Ubr, bei Gchler, Gollnowstraße l3. zu erscheinen. Die Deutsche Frirdensgefcvschakr. Ortsgrnvve Berlin, bat zu Dienstna, den 14. Dezember, in den SophienlSien, Sonlneriilr. 17/13, eine öffentliche Versammlung einberufen mit dem Tbema:„Wir sordern Sübne sür Paasche". Redner: Rechtsanwalt Dr. E. E Schweiber. Iqnaz Wrobcl, Dr. I. E. Gumbel. Beginn 7'/, Ubr, zur Deckung der Unkosten wird 1 N. erhoben. Theater: Für die Aufführung„Rose Vernd" im Ros'-Toeater. Greift' Franksinlerstr. 132, sind noch Karten sür Sonntag, den 19. d. M. nach msttnos 2 Ubr und Montag, den 20. Dezember, abends T'/j Uhr. zum Preist von M. 8,30 einschließlich Garderobe und Theaterzettel' im Bureau des BczirksbildnngsauSschnssts zu haben.— sieden Mittwoch und Sonn- abend, nachmittags 3'l. Ubr,-m Zentral-Tbeater,'Nile siakobltr. 31/32. Märchenoper„Firlefanz". Guilchcine a 2 Ä. find zu haben im Bezirks- bildungsauSschuß Grosi-Beilin, Lindenstr. 3.— Monnemcnl-?-Fe''konzerIe. Am 23. Dezember(l. Weihnachtsseiertag), nachnstttags 2'.t, Uhr: Weihnacht- liche Musik in der alten Garnison tirche, Rene Friedrich fträße. Wir bitten. unverzüglich die Marken einzulösen. Pralatarisches Dhaater. Die nächste Auffstbrung der revolutionären Satvre„Prinz Hanen" von Sinclair findet am Mittwoch, den 15. Dezember, abends 8 Ubr, im Moabiter OststflschastSbaus. Wiclesfltraße 24. statt. Karten zu 3,30 und 1,— Mark an der Kasse. Mitglieder frei. Neuauf- nahmen an der Kasse. Jm Verliner Aquarium sind nach lauqer Zelt znm ersten Maie wieder SesvIerdÄien eingetroffen und in einem Behält«- der inneren Seite der Seewasserabteilung bei d-ir Garneelen uiiterqebrzcht.— si m Zoologischen Garten ivtelt am Sonntaa von 4 bis 10 Ubr die Kapelle der Berliner Sicherbeitsweur uutcr Musikdirektor Brake. Eintri!! 3 M., für Kinder unter zehn siahren die Hälfte. Aquarium von 10 Ubr morgen« bis 7 Uhr abends geöffnet. Sroß-Serliner parteinachrichten. Achtung, Genossinnen! Heute nachmittag 5' s Uhr in der Schnlaula Steffrsir. 32 33. Vortrag des Genossen A. Sctmidl:„Das Wesen der Fürsorgeerziehung", mit Kinodarslcllungen aus einer mustergültigen Anstalt. Die WohlfahriauSschüsie müssen vollzählig erscheinen. Mitglieds- brich legitimiert. Heute, 14. Tezernber. 16. Abt. Die Abrechnung der Bezirksführer mit bem Abteiwngs- kassiercr findet nicht heute, sondern am Donnerstag. den tb. Dezember, zj Die Srei gerechten Kammacher. Von Gottfried Keller. ZFenn Weiber mit Kirschen, P klemmen»der Mmren in Hie Werkstatt kamen, und die anderen Arbeiter ihre Ge- lüfte besried igten, hotte er auch tausend und ein Ge- lüfte, welche er dadurch zu beruhigen wußte, daß er mit der größten Aufmerksamkeit die Verhandlung mit führte, die hübschen Kirschen und Pflaumen streichelte und betastete und zuletzt die Weiber, welche ihn für den eifrigsten Käufer igenommen, verblüfft abziehen ließ, sich seiner Enthaltsamkeit freuend: und mit zufriedenem Vergnügen, mit taufend klei- nen Ratschlägen, wie sie die gekailsten Aopfei braten oder schälen sollten, sah er seine Mit gesellen essen. Aber so wenig jemand eine Münze von ihm zu sehen kriegte, ebensowenig erhielt jemand von ihni je«in barsches Wort, eine unbillige Zumutung oder ein schiefes Gesicht: er wich vielmehr ollen Händeln aus das sorgfältigste aus und nahm keinen Scherz übel, den man sich mit ihm erlaubte: und so neugierig er toar, den Verlauf von allerlei Klatschereien und Streitigkei- ten zu betrachten und zu beurteilen, da solche jederzeit einen kostenfreien Zeitvertreib gewährten, während andere Gesellen ihren roten Gelagen nachgingen, so hütete er sich wohl, sich in etwas zu mischen und über einer Unvorsichtigkeit betreffen zu lassen. Kurz, er war die merkwürigste Mischimg von wahrhaft heroischer Weisheit und Ausdauer und von sanfter schnöder.Herz- und.Genihllosigkeit. Einst tvar er schon seit vielen Wochen der einzige Geselle in dem Geschäft und es ging ihm io wohl in dieser Ungestört- heit, wie einem Fisch im Wasser. Besonders des Nachts freute «r sich des breiten Raumes im Bette und benutzte sehr öko- nomisch diese schöne Zeit, sich für die kommenden Tage zu ent- schädigen und seine Person gleichsam zu verdreifachen, indem er unaufhörlich die Loge wechselte und sich vorstellte, als ob drei zumal im Bette lägen, von denen zwei den Dritten er- suchten, sich doch nicht zu genieren und eS sich bequem zu machen. Diefer Dritte war er selbst und er wickelte sich auf die Einladung hin wollüstig in die ganz« Decke oder spreizte die Beine west auseinander, legte sich auer über das Bett oder ichiitg in harmloser Lust Purzelbäume darin. Eines Tages aber, als er noch beim Abendscheine schon im Bette sag, kam unverhofft noch ein fremder Geselle zugesprochen und Wurde von der Meisterin in die Schlastämmer gewiesen. Jobst lag eben in wähligem Behagen mit dem Kopfe am Fuß- ende und mit den Füßen auf den Pfülmen, als der Fremde eintrat, sein schweres Felleifen abstellte und unverweilt an- fing, sich auszirziehen, da er müde war. Jobst schnellte blitz- schnell herum und streckte sich steif an seinen ursprünglichen Platz an der Wand, und er dachte:„Der wird bald wieder ausreißen, da es Sommer ist und lieblich zu wandern!" In dieser Hoffnung ergab er sich mit stillen Seufzetn in sein Schicksal und war der nächtlichen Ristpenstöße und des Strei- tes um die Decke gewärtig, die es nun absetzen wllrde. Aber wie erstaunt war er, als der Neuangekommene, obgleich es ein Bayer war, sich mit höflichem Gruße zu ihm ins Bett legte, sich ebenso friedlich und manierlich, wre er selbst, am andern Ende des Bettes verbielt und ihn wahrend der gan- zen Nacht nicht im mindesten belästigte. Dies unerhörte Abenteuer brachte ihn so um alle Ruhe, daß er. während der Bayer wohlgemut schlief, diese Nacht kein Auge zutat. Am Morgen betrachtete er den wundersamen Schlafgefährten mit äußerst aufmerksamen Mienen und roh. daß es ein ebenfalls nicht mehr junger Geselle war, der sich mit anständigen Worten nach den Umständen und dem Leben hier erkundigte, ganz in der Weife, wie er es etwa selbst getan haben würde. So- bald er dies nur �bemerkte, hielt er an sich und verschwieg die einfachsten Tinge, wie ein großes Geheimnis, trachtete aber dagegen das Geheimnis des Bayers zu ergründen: denn daß derselbe ebenfalls eines besaß, war ihm von weitem anzu- sehen: wozu sollte er sonst«in so verständiger, sanftmütiger und gewiegter Mensch fein, wenn er nicht irgend etwas.Heim- liches, sehr Vorteilhaftes vorhatte? Nun sudjten sie sich gegenseitig die Würmer aus der Nase zu ziehen, mit der größten Vorsicht und Friedfertigkeit, in halben Worten und auf an- mutigen Umwegen. Keiner gab eine vernünftige klare Ant- wort, und doch wußte nach Verlauf einiger Stunden jeder, daß. der andere nichts mebr oder minder als sein vollkomme- ner Doppelgänger sei. Als im Laufe des Tages Fridolin, der Bayer, mehrmals nach der Kammer lief und sich dort zu schaffen machte, nahm Jobst die Gelegenheit wahr, auch ein- mal hinzuschleichen, als jener bei der Arbeit saß, und durch- musterte im Fluge die Habseligkeiten Fridolins: er entdeckte aber nichts weiter, al? fast die gleichen Siebenfächelchen, die er selbst besaß, bis aus die hölzerne Nadelbüchse, welche aber hier einen Fisch vorstellte, während Jobst scherzhaftenveiie ein kleines Wickelkindchen befaß, und statt einer zerrissenen französischen Sprachlehre für dos Volk, welche Jobst zuweilen durchblätterte, war bei dem Baver ein gut gebundenes Büch- lein zu finden, betitelt: Tie kalte und warme Küpe, ein un- entbehrliches Handbuch für Blaufärber. Darin war aber mit Bleistift geschrieben: Untersand für die 8 Kreizer, welche ich dem Nassauer geborgt. Hieraus schloß er. daß er ein Mann war. der das Seinige zusammenhielt, und ipähete unwill- kürlich am Boden-herum, und bald entdeckte er eine Fliese, die ihm gerade so vorkam, als ob sie kürzlich Herausgenom- men wäre, und unter derselben lag auch richtig ein Schatz in ein altes halbes Schnupftuch und mit Zwirn umwickelt, fast ganz so schwer wie der seinige, welcher zum Unterschied in einem zugebundenen Kosten steckte. Zitternd drückte er die Backsteinplatte wieder zurecht, zitternd aus Aufregung und Bewunderung der fremden Größe und aus tiefer Sorg« um sein Geheimnis. Stracks lief er hinunter in die Werkstatt und arbeitete, als ob es gälte, die Well mit Kämmen zu per- sehen, iind der Bayer arbeitete, als ob der Himmel noch dazu gekämmt werden müßte. Die nächsten acht Tage bestätigten durchaus diese erste gegenseitige Auffassung: denn war Jobst fleißig und genügsam, so lvar Fridolin tätig und enthaltsam mit den gleichen bedenklichen Seufzern über das Schwierige solcher Tugend: war aber Jobst heiter und weise, so zeigte sich Fridolin spaßlwft und klug: war jener bescheiden, so war dieser demütig, jener schlau und ironisch, dieser durchtrieben und beinahe satirisch, und machte Jobst ein friedlich einsal- tigeH Geficht zu einer Sache, die ihn ängstigte, so sah Fridolin unübertrefflich wie ein Esel aus. Es war nicht sowohl ein Wettkampf, als die Uebung woblbewußter Meisterschaft, die sie beseelte, wobei keiner verschmähte, sich den andern zum Vorbild zu nehmen und ihm die feinsten Züge eines voll- kommenen Lebenswandels, die ihm eftva noch fehlten, nachzuahmen. Sie sahen sogar so einträchtig und Verständnis- innig aus, daß sie eine gemeinsame Sache zu machen schienen, und glichen so zwei tüchtigen Helden, die sich ritterlich ver- tragen und gegenseitig stählen, eh? sie sich befehden. Aber nach kaum acht Tagen kam abermals einer zugereist,«in Schwabe, namens Dietrich, worüber die beiden eine still- schweigende Freude empfanden, wie über«inen lustigen Maß- stab, an welchem ihre stille Größe sich messen konnte, und sie gedachten das arme Schwäbchen. welche? gewiß ein rechter Taugenichts war. in die Mitte zwischen ihre Tilgenden zu "nehmen, wie zwei Löwen ein Aeffchen, mit dem sie spielen. (Forts, folgt.) (rtfrM Bon 7—9 Uhr, tet?okal bcS Kenoffen Gchutkert, Jlt!b«Sborfer Stra'ic 3.»alt. 53. Ab». Slbleilunasverlammlung abends 7°/, Uhr bei Ariand, Beiiffelftr. 3S. themal Die mnWche Berfaffung und die prcugiichen tlandlaaSwah�en Rei.: Abz. Off i ald. M. d. L. K-eci« ssrledrlchsl:at».»relSverlrelerveriammlunq abend» 7 Uhr im Loiai ftreilckütz, Kaichlilr 36». 1. Vollraa: Die �ozialdemokiatie und > die kommende liandtngSwadl". Reirrrnt: Kenvbc Eirring. Z. Disruision. 3. Aiisilsllima der Kandidaten.».>Srzllt«anarleqenkr>len. SLnblkrrtS rScddtiift. 7 �Ihr in den Pbarneiüien, Müllcrstr. 4Z Krone öffentliche VoilSaeiiammlung. Der Gesandt« slir Georfttc», Genosse Ullrich Rauscher spricht über: Davl Erstarken der Reaktion und die llliachl der Ai beilerllaste. Unsere Mitglieder haben die Pflicht, für den Sesuch dieler Versammluna rege zu agilleren. Zrblrnt ort. 74. Abt. RbleilungSver'ammIunq abend» 7'/, Uhr im Kaiser hos. Poitdamer Ilr. Tbcina! Dt« rreussischcn tiandlagSwahleN, Reserent i Abg. Rirdmliller, M. d. R. Jungiozialisttsche Slerrinigung T.P.D. Gros,. Berlin. Ort». gruvpe Lichtenberg und Ollen. 7ff, Uhr im Lokal Tchlenkrich. Kimplonitr. 42: Vo.tiag.— OrtSgriivve Temvelhos. 7'/» Uhr im Lokal Suie, Werder-, Erle Kaiscr-Wiihelm-�lr.: Vortrag. Morflen, IS. Dezember: 7. Abt. 7Va Ubr bei Grüntbal, Ulbanstr. 187, Jitzung der FunkiionSrk. 36. Abt. 7'/, Uhr Zadla»end in den brannten Lokalen.• SLerbrausschuff sOztnldcniotralticher Poltreideamten. Mittwoch, den 15. d. Mis. abend» 7 Uhr, Mttgliedcrocrsam nlung im Luisen-SaSi, Havellands Fettsäle. Neue Fricirichstr. 33. Res. Ken. ÄlblnuS und Hart- mann über die politische Lage. Mitgliedsbuch legilimiert. Elichetnen aller notweiidlq. KrriO 7(Yharlottenburgs M. Abt. 7>. Uhr im Lokal von Ichell- dach. KöNwin.Slijadclbsir. S, Siblcilunr.svermmmlmlg. ReselOt des GemJ'sen Pl os. Dr. Cdojcs über die kommende Landtagswahl— 55. Abt. Mit- gliederoeriammluna 1lU Uhr bei Iakod, Visinarck- Ecke Ocscndcimer Z!r. — 56. Abt. l3. Gruppe. 7 Uhr abend» Kruppenorliammlung im Koetbepart, Kaiscr.Aricdrich.«tcaii«. Vortrag: Die Konzentration in �n- dullrie und Bankwesen. Res.: Ken. Kahcnsseln.— 57. Abt. 7'/, Uhr Mitgliederversammlung bei Arndt, Kantsir. St. Vortrag de» Kensfsen Rektor Blum über �.Die kommenden LandtagSwahien". Bericht vom Bezirkstag. II. Kreis. Ttliöncberg. 71/, Uhr Funktlonärversammlling im Kelchrniaai der Zchuie Franlenflr. w."Thema! Die prcusj. Bersassung. Reserent: v. Harnack. 12. Kreis. Lautwiff. 7'), Uhr MItglt-derversaminlung in Lehmanti« Festsälen, Lankwitz, Kaiicr-WIIHelrn-Ztr. Thema: Dt« preutz. Landtags- wahlen. L6. Krci», Reiiiickrndorf-TSe't.?>/, Uhr Mitgliederversammlung Aula der b. Kememdcschule. Auguste-Vilioria-Allee. Thema i Tie poli- tische Lage. Rc ereilt: Dr. llnssau. 20. Kreis. 61/, Ubr erweiterte KreiSvorstandSsitzitng mit Be- zirks- un>«ladtoerotdiiclen im Rathaus, Reintckelidors(kl. iaal, tl. Ltock). HS. Abt., Stcgiiff. 8 Uhr Mitaliiderversanimlung in der Aula der Realschule. Tagesordnung: LandiagSwahl und Bericht vom BezirlSIag. Boisiandsmilgl eder daielbg um'/Jb Uhr. Strukövn. 65.?A>t. 7>/, Uvr bei Lempe, Lesfingffr. tS. Ecke Prinz- Handjerysirosik, Fuiutionäle, FunNionärinnen, Bciriebioertrauensieute. Wichuge Tagesordnung. Säintliche BetliebSlallicier Abrechnung. 107. Ab».«lt-Glienicke- Fakenbcrg. V,', Uhr Zahladenb bei Mevei, Falkenberg. Abt. Weisiensr«. Tl, Uhr BeztrkSabcNde in sakgende» Lökalen: l Bezirk bei Haidt. Loihringenstr. 39: 2. Bezirk im Jugendheim. Böltvromenade l; 3. Bezirk bei WistsNuck. Lingbansltr. SS: 4. Bezirk bei Kamv«. Lichtenberg« Str.». Sichtige Tit.,«»sl»iutnz aus allen Bezirke. oben cn. Tüpeitick, 108. Ab». Die Gruvpe.DamM-Vorslodl" sersammeit stch im Reit. Bladwnrk. Babubosstr.; die Gruppe.Cöllnische Voifladr beim Gen. Alb. Ltipvelahl, Lchönerlindcr Str. j die Kruppe.Kietzrr Vorstadt' beim Ken- Schulz. MüggelbelMet Str., Rest. BÜrgeroaiten. Die vor- genannten Lokale sind sländige VeriammlungSorte der Gruppen, die dO'.t in der Regel jeden zweiten Mittwoch Im Monat tagen. Mit Rücksicht aus die reichhaltige und sehr wichtige Tagesordnung beginnen die Gruppen- versamwlungcn bekritS um 7 Übt. Oberschö»ew«>de. 7>/, Uhr Mttglledervetsammlung im Vereinshaus .Zur Poit'. Rathausstr. IV. Thema! Die pveufj. LandtagSwahle». Ref. Abg Heller. M. d. L. Johannisthal. Mitgliederversammlung 7*1, Ubr Reffourant„Wa!v- kat-r". Kaiser. Wllbelm.Str.1. Thema: Grundsätze des ZoztaltsmuS. Ref.! Keuoise Karl Wacker. Potsdam.« Ubr Zahlabend in allen Sezlrksiskaltn. Kichtlae S«. sp-echungen stehen aus der Tagesordnung. » 15. KreiS. DannerSlag, ist. Dezember, 7*1, Uhr, Kreisvertreter« Versammlung In Treptow bei Han>el, Jägerbäuschen, Bärkstr S7. Vor- t! ag! Die kommende» SkaNMagswM'liu. Reserent! Genoffe.Franz Krüger Vorschlige ziit Ksiididatenausslellung zum Landlag. vorträse. Vereine unü Versammlungen. Nepublltaniicher Jöhterbund. Bezirk 8, Zentrum. Mtgliederver- iammlung Mtilwoch. den lS. Dezember l1/, Ubr. bei Spiegel. Äckerstrane. Ecke Liniens» aste.— Bund hetmattrener estprrufft». Pezirtsgriippe Storvweit. Keuetaloersammtnug zur Vorstands wähl Mittwoch, den tS, De- zember, 8 Nbr, in der AUIa der!S9. Mädchenschule, Levetzvwstiafle 2S.— Aun» rntschtedriier Schulresormrr. In bffciilltcher Berlammlang sprichl am Donnerstag, lv. Dezember, 7 tzlbr abend», im Werner- sirmsli», Reaigvninasiuin, Hobenslausenslr. 47/48, UnlerstaalSiekrelär z. D. Dr. Baeg» über»LebeeisbUdung". Mus alier Welt. löblicher Autovnfall. Das Benzauk» de« frÜSergn Hauptmanns W i n d m ü l l e r vom 4. Artillerieregtmsnt in Magdeburg glitt cmf d«r vom Eis spiegelglatle.i Chauff« nahe bei Gent hin aus, stürzte in den Graben und begrub die Insassen unter sich. Wrndmullcr, der gssteuert hatte, und sein Begleiter brachen da» B e n i ck. Haussuchungen in Mflnster. Amtlich wird mitgeteilt, daß auf Grund von Anzeigen gegen bewaffnete Organlsationsbiidungen in Münster H a u» s u ch u n g e n bei den als Leiter der O r g s f ch. zentralen bezeichneten Perfönlichktten vorgenommen wurden. Belastende» Material wurde nicht gefunden. Aranb in der„Times"-Truckerei. Nach einer Meldung de« ..MStin" aus London ist in dem Hause der.Times" ein Brand ausgebrochen. Vier RotationSmaschin-en seien gebrauchsunfähig geworden und grohe Borräte a« Papier verbrannt. Drahtlose TeRphonie London— Genf. Havas berichtet au» London von erfolgreichen Versuch r. mit drahtloser Teleptoni«, die »wiscben London und Genf in Gegenwart von Journalisten stattfanden.__ Sport. Internationales Schachturnier. Die gu« ftzorm de« deutschem Meisters Mieses zeigte sich wiederum gestern, als er den Wiener Z p i» l m a n n schlug Da» war der einzige Tieg des Tage«. T ä m i s ch und Dr. Tartalower machten remis. Dir drei Übrigen Pariien kamen nicht zum Abschluß. Von diesen drei Häng«. Partien diir-k« jedoch nur das Spiel Rett-Bogoljubow remis enden, wtekrend Breher gegen Dr. Tarrasch und Leon» Hardt gegen M g r o c z q etwas im Vorteil find. Geschäftliche Mitteilungen« Nur erwerbslos« Nenkölliier Parteiaenoffen k Di« Nirm« ?. 7l! l b« r a, Neutölln, Berpitr. I5S. tA.» un« m». das, st« MO ImvrSq. nieile Dautrkt'ge» sEriotzware) iowi« Sstü Vaptervarhemden»IS Weih- nachlSrischenk iür die Neuköllner Partelaenoffm. dl« länger als drei Monat« orbeilslos sind, nüt Versügllng stellt. Di« K-noffen. btt davon Gebrauch machen wolisn, können am Millwvch. den ld., und Donnerstag, den l«., zwischen*1,9 und 11 Uhr vormittags, einen Kragen und«in Papieroordemd gratis im KeichäslSIoial Ne-lölln, Bergstr. ISS. erdalten. Die Arbeits» iösenkarl« Ist als Ausweis mitzubringen! Auhsidem erhallen alle gewerk- iwaltUch Orrauiflerien bei Vorlegung de» AuSwelsr» aus all« mtSgtt«tch- ntien Prell« o Pro,. Raball. 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Arbeiterinne«. ragrsardnunz; L Sirbunga-Ihni, zur fjruaahl der Otfaatnoalhmg, 1 SBrandjfnanflrlrnrnljtitrn, Butritt Hoden nur die im Denffchen MefallardeiferoRdemh argonlflerten Kollegen und Kolleginnen gegen Borzefgung»-« Milgliedsduchea. NNtwoch, den TS, ve,etaber. obenba 0«he. IM 0*1*1 .»•b-OR-,»«Idemarflcobe TS: Versammlung sämtlicher in d. kunstgewerblichen Betriebe« beschäftigten Kollege« und KoUeginne». taq eoordnung: L Bericht Uder die Berhandluna mit dea Ardeltgebern be. treffrnd Lohnerhöhung. 2. DlOfussta» Wmr»litgflebsduch legitimiert I-fn Daaneccfa«. den TS. Dezember, abend* T Ahr. In»et Mufn zglnndflrab* O TT(N«h»«ieionderpia»): Außerordentliche Branchenversammlnng sSmil. Eleltrrmonteare». Helfer Graß-Berli»«. rageaordntng: I. Bericht aon der Oeneraloerkommiung des Bentsche» lief all- orbeilerverdoiide». vrisoerwaiiuni Berlin. 2. Ltelliingnahm«»um Bericht und ,ur UrwahL Slimtiiche S, legen werden dringend»rfuchl beMomtlga rf scheinen. 8t ifl darauf*u achten, 00» die Beriommiung nicht in der«u s Znfeistra»», fondein llssiandftrahe flaftfindet— Die Bertrouensmännerlonferenz Im Tllanai Dezember Mi auo. vennerstaa,»an TO Dejemdec, abend* SV,»Hr. lm.Dt«*»ca*t eatfca-, Orodeaec Sfrcfec 45m. 4M««efnjenfirabei Verfam m l u u g aller in der(Sold- und Gilberware«» Industrie Beschäftigte«. Tagesordnung; 1. Biellungnahme zur beoorftehrnden UrwahL t. Bericht itorr di« Lohnverhand lungern 8. Verschiedenes. ?�tnng! Klempner! ��""4! vannoralag. dea TO Dezember, nbeab* T Ahe, In den ZiestlSlon»Zum Schalthaitz-,«eue Zatabflrnhe 24/31 (ttde 6a.mi6fl!*»e)i flufkrordtnlliciK verlsmmlubg der Klempner» Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnang: 1. aiellungnahn e|»r Uiwahi der en eren VrisverwalttlUch 2 Bianchenangelecendiiien. 9 veiichi denes. «itgllrdsdu*, legitimiert! DI« Bertraneaemcknaae-aaMkeaaag habet ans 0 Ach* Im selben ooial ffolL Donnerstag, den TO. Degen»»ee, nachm. 4>/,»he: Anstrroroentliche BranchenversaittmlttngF der Graveure«nd Ziseleure Im„«Srflschen chaf.«bmirnlh*. TO«. Tageeorbniing 1 etcCungatlaic tue Urwahl» r engere« OrtsorrwaNmsg, 2 Bericht von der Beich-Iarifoerhandiung in Leipzig. S. BranchrnaNgelegenhelikii. 4 Berfchiedene*. Denaerata*.»#« TO. Dotember, abend» t«he. bei BSkar, Kcbarflt. TT: Branchenversammlttng der Schmiede Grift- Berlins» sowie der Bletallarbeiter der Karosseriesabrito»«n» der Brauereien. Tagesordnuns tsoeewa! L KteUaagaatzm«»ne««awahl dar---------------- 2 Di«tu|fl»R. S Branchenangelegen Hilten unk Betschli Saaaacafag. den TO Desambct, nbenba( IIb«. In»er SSHnlanla Aringon-Aaae Ol Gemeinsame Brauch enversammllmg der Tvickler» Zlmprägnierer, Koinmutator« bauer, Batterie- und Elementenarbeitir. Tagesorbnun, l chtellaagnahme gar«rnwahl b« Omaensaltanf. 2 Neuwahl der Btcn' tnlcituug 5 vrauchenangeienheltetk in* ohne TRIIgliedabad)(ain Zutritt.-MO «t»erben nur Milglieder be# Deuifchen SRetattarbetta» Beidandes ziigeiaffen._______ Aohtans! Arhtanc! MilM(.engem Otlsoetnioling Die Siljung der eiferen Oclsocrwollung„1-4,4 fe„44 findet am©tenstog, den 14. Dezember.••»"M I»»• 4 4 ♦ Di- nächste öigung ist am Freitag, dea IT. Degeatdae, nachmittags 4 Uhr.._ Auf Befchlnh drrQ weiß, lelngcstrtcki mit Banddurchzug.............. Svar.75 Trikot-Untcrrodc SSSf«. 39.75 Herren-Hemden rÄrb:8.. 49.50 Trikot-Oberhemden irn für Herren« weiß, mit gestreiften Etnsötzen, 5 Gießen W ar.50 00 Lavendel- W asser gute Quaiittt. Flasche 3 CakemA D Avfisma rerschledene Gerüche. In C75 * CmC* öl z Ullis hflbjehem Geschenk- Karton 3 Feine Parfüms im Leuchtturm 14" Belle-AUiance-Str. Gr. Frankfurter Str. Bronnenstr. Kottbnser Damm Wümer�dorfer Str. 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Ottsver bi» St. Dezember 1918 herausaekommenen„Dorwärto"-Nummern ?remplaren für die Zwecke eine? Gewerkschasts- bivliothek gesucht. Angebote bitten wir unter Erstattung der Unkosten an unsere Geichäftsstelle zu richten. „BorwSrtS"-Verlag>■ „Veritas" Jägerstr. 10. Ankanf von Brillanten, Perlen, llhr«n, Platin and Ooldbrach. c�äli*kosÄii Trauringe ReehnungiiabaehlnB am 30. Janl Vermögeaslelle. Bergwerke: Victor, Ickern, Genetal und Piannenberger Einigkeit...... Hüttenwerke: Fassoneisen. Wa'zwerk L. Mannstaedt a Co. A Q. and Düsseldorfer Eisen- und Draht- Industrie.. Wertpapiere............. Kassenoestand............ Schuldner: Bankguthaben M. 2»?4.t»7.38 Sonstige...... p 15449894,12 Liquidations-Rechnung........ Verlust.............. 1010. m. aedieoee.- 13«26fl0»,- 18 391 6313,13 ▼erblndllclikeltea. Aktlenkapital........... Gesetrliche Rücklage......... Anleine S Fror, von 1917....... Rückständige Zinsscheine und Anleihe- Zinsen-Rechnung... M. 3td8«5l,83 Rückständige Gewinn-Anteilscheine...... 1469 199,- Gläublger: Bankschulden. M, 7 2J1 204,40 Sonstige....... 6 8!gl7.VZ . 17 974 261�6 , 33 424 992 93 » 1 242 607,- M. 114 873 Ig ,06 M. 586 6 000,- „ 15 413 744,36 ,. 22820 000,- 4823060,88 14 113 377.62 M. 1 14»7.6 I s,t,06 Gewinn- und Varloatrcchnunx 1918/lv Generalunkosten. Anleineemsen Kursverluste M. 210 787,23 1 764 462,— 3 810 540,50 M 5 735 89.73 IT" 2141 062,4!) 2 401 626�4 I 242 607,- Oewinnvortrag.......... Zinsen und sonstige Ueberschflsse. Verlust............... «. 9738789.73 RechnniiipsabnehlnlJ um SO. Juni lOSO VcrmSgenstells. Bergwerke: Victor, Ickern, General und Piannenberger Einigkeit...... Hüttenwerke: Fa&soneisen- Walzwerk L. Mannsuedt 4 Cie A.-CL, Düsseldorfer Eisen- u. Draht-Industrie A.-G. und Geisweider Elsenwerke.... Wertpapiere und Beielligungen..... Kassenbestand........... Schuldner: Bankguthaben M. 13691 909,78 Sonst ge....... 90 979120,46 Liquidationa-Rechnung........ M. 30 010 900,- 28 233 012,80 13001 8,7.70 9 921,77 104 071 030,24 23 924 901.17 M. 201 880 763,68 Verbin dllchkcltcii. Aktlenkapital............ H. jgoOOOOO,- Gesetzllcne Rücklage.......... 13 413 14.A6 Anleihe 8 Proz. von 1917......., 22 820 000— Rückständige Zinsschein« M. I 028 030,— Rückständige Gewinn- anteilscheme...., 310 191,—# 1 941 24l,— Gläubiger: Bankschulden~K 69/362.88 Sonstige....... 94 913 42 ,28 Gewinn............... 91 612 73083 8063 0473 M. 201 880 76381 Gewinn- and Vertast-Rccbnang iviviu. Verlust- Vortrag aus 1913/19...... AL 1 242 607— Generalunkosten und Verdrtngungs- Deihllfen............. 1 784 814,01 Anleihezinsen............, 1 833 84088 Gewinn.............. 8 1 6) 047.29 12899 11)8.63 W. ItsWlu-Ai Pn.k.ntrnK,,ld' knr. Oold. S k»p. j Gold�cestempelt.— Gleich zum Mitnehmen j Alexanderstr. 12{ | Teleph. Alex 4285 » �— uieicn �A.Schiffmann� "�Nervosität körperlicher und geistiger Abspannung Or. HoffbauT« gna. gnach. 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Die Besoldunq ist die gleiche wie au Siaatsanstalten. An Umzugskosten«erben bie baren Auslagen erstattet, die inbesien bei Aufgabe der Stell« innerhalb S Jahren zurückgeht Ii Werden mllffen. Bewerbungen nedst Zeugnisabschristen sind umgehend an nn» ewzusenden. Senftenberg, den 12. Dezember 203». Der Schulansichusz Oes Reolggnsnallnmn« I. B: Barth. In hiesiger, fast 13000«Inwohner großen» rwaitmtg du herlansitzer vrauntohlenreoier ist für bald, mägiichft zum L Januar lOlll, bi« Sielle eine» Rieb besoldeten Stadtrats in besetzen B soiduna unter Borbehaii der Senebmignne her : Ausstditobehörde nach Rlasse 10 Anrechnung Itüherer Dienst» ' iahre nach desondeeee Beeeinbarnng bezw nach den gesetzlichen . Bestimmungen. Dem Inhaber der Stelle liegt in erster Linie die Beardeiinng de« Brrdanbe- und angeschlossenen Rreie- WÄZsnÄssyericst�rut fachgemäße Bechtsderamng. Abwicklung «he�AIttnentr», Bertrauenesacheu.« Ichwieriguer Dem Inhaber der Stelle liegt in erster Linie „ de» Berdanh»- und angeschlossenen Rrei»- Mieteinigung,amte» und de» in der«rrichning begriffenen chesmbe- unb Raufm» Kaufmann, der der Verteidigung nicht ganz zuverlässig zu sein scheint, aber auch ein Fabrikant wird abgelehnt l Doch er heiht L e v i s o h u. Dan! der Passivität der Staatsanwaltschaft kommt eine Geschworenenlist« heraus, die Besürchlungen für den Verlauf deS Prozesse« wachrufen muh. Bon den 12 Geschworenen find die Hälfte vom Lande, der Rest Kapitalisten, unter den drei Ersatzleuten befindet sich überhaupt kein städtischer. Ali«aelost und nicht obgelebnt sind: 3 Landwirte, 1 Rittcrgnts- besider, 1 GntSbefitzer, 1 Landbürgrrmelster, 2 Fabrikanten, 1 Großkaufmann, 1 Kau mann, 1 Hotelier, i Privatmann. Von den Ersatz- leuten sind 2 Privatleute und 1 Landwirt. Kein Arbeiter ist unter den Geschworenen. Die Verhandlung beginnt. Die Geschworenen find vereidigt. Doch bevor e« zur Verlesung deS Marburger Urteils kommt, erhebt sich Rcchlsauwalt Lüttgebrone und ficht die Rechtsgrundlage deS ganzen Verfahrens vor dem Schwurgericht an. Die Beruiung fei nicht richtig und nicht rechtzeitig eingelegt worden. Deshalb beantragt die Berteidigiing. den Prozeh überhauvt nicht zu beginnen und das Marburger Kriegsgerichtsurieil für rechtsklästig zu erklären. Dies liege zwar nicht im Interesse der Angellagten, die für möglichste Aufllärung des Tatbestandes seien, aber da« juridische Recht erfordere, dah kein Prozeh statlfinde. Juridische Zwirnsfäden, sagte Bismarck, doch der StaaiSanwalt stolpert nicht, das Gericht auch nicht. Der Antrag der Verteidigung wird abgelehnt. ES beginnt die Verlesung des kriegsgencht- lichen UrieilS. darauf die Vernehmung der Angeklogien. I>« wiederholten die von der ersten Verhandlung her bekannten Aus- lagen. Alle wollen beim Schiehen tief gezielt baben. Die Aussag« de« Hauptangeklagten Gobel en'rollt aus» neue da« Bild de» ganzen Dramas, das schon bekannt ist. Auch die Frage de« Staatsanwalt», ob den Angeklagten nickt der Gedanke gekommen ,ei, tue Gefangenen zu binden, nachdem die ersten Fluchtverstickc unternommen warew verneinte Göbel. Er gibt aus Beiragen auch zu, die Leute etwas scharf angefaßt zu haben. Man hört weiter, dah Hornickuh leinen Fluchrversuck unter- nommen habe, wädrend der Anqekiagie Jahn bei dem Anzünden einer Zigarette zurückgeblieben sei. Drei der Angellagten baben auf Hoinschuh geschossen und ihn auch getroffen. Der Angeklagte Jahn gibt auck zu, zu den Gefangenen gesagt zu haben: Jetzt kommt ihr nach Gotha und werdet hoffentlich dort an die Wand gestellt. Die Zeugenvernehmung beginnt auffälligerweise nicht mit Ta:-, sondern Leumungszevgen. Hauptmann Meyer- Kassel, Geheimrat Dusch-Marburg, seinerzeit Rektor der Universität, und Kapitän von Selchow, früher Führer des Studentenkorps jetzt jungdeuijcher Ordens- und Orgeschmann, singen um die Wette da» hohe Lied der studentischen Zeitfrciwilligenformationen. Von der Tat selber wissen sie wenig oder nichts. Interessanter wird das Bud erst bei der Vernehmung des letzten Zeugen dieses Tage«, Prof. H e r m e l i n a, eine« Theologen, der Führer der Volt«-' iompagnie war. Auch er sagt zwar nicht aus eigener Wahrnehmung aus. aber berichtet, was ihm Studenten der Zeitfreiwilligen- kompagnie, seine Schüler, erzählt baben. Ein Student Me.tz fühlte sich in seinem Gewissen sehr bedrückt» so dah er in Friedrichsroda versuchte, von den Zeitfreiwilligen weg- zukommen. Man habe ihm aber gesagt: Urlaub gäbe es n i ch:. wenn er wegging, so würde er Fahnenflucht begehen. Metz erzählte, daß »in verwundeter nicht verbunden worden sei, um von ihm Aussagen zu Erpressen. Metz hat ihn dann selber verbunden. Er erzählte weiter, dah, als fein Zug, der gleick, falle Gefangene transportiert«, der Kolonne der Angeklagten be- gegnete, den Gefangenen zugerufen wurde:„Wir werden auch nux is zur nächsten Ecke mitkommen." Und einer der Studenten fügte hinzu: „Unsere Anatomie braucht Leichen." Göbel ist dem Zeugen von Metz als gswalträtiger Mensch geschildert worden, der sogar eine alte Frau bedroht und geschlagen habe. Der Hauptgrund für Metz, veShalv er wegkommen wollte, war aber eine Besprechung der Gruppenführer, bei der gesagt wurde: „Der Schein des Rechtes must unter allen Umstände» gewalwt wer- den. Wir wollen keinen Fall Liebknecht und Rosa Luxemburg schaffen. Dir Gefangenen müssen mit Gewehren in der Hand auf- gefunden werden." Dasselbe hat dem Zeugen ein Student P r e n h gesagt. � Der Zeuge v. Selchow sucht darauf die Acuhermtg bei der Besprechung der Gruppenführer als ein„MihverständniZ" hinzu» stellen. Prof. Hermeling erklärt weiter noch, nicht blotz Metz und Preuh seien erregt gewesen, sondern auch andere, weil aeiagt wurde: „Jetzt geht'» oufS Ganze. Entweder seid Ihr Spartakisten«der Ihr müht mitmachen, ob Ihr Republikaner oder Monarchisten seid!" Darauf wird die Verhandlung afis Dienstag vertagt. i1 i säsimasss, i.-inri7rTi-iTr-»gaBB»T.Ttr-ir�Jai» Die Kommun!stenrüpele!en in Hamburg. Hamburg, 13. Dezember. iEigener Trahlber'ch: des.VorwänS'.) Am Ende der vorige» Wocke wurden in Hamburg, wie von uns ge- meldet, der unabhängige ReichsiagSabgeordnele Ditlmann und der Vorsitzende der Hamburger RechiSunabbängigen Bergmann von Kommunisten mißhandelt. Wie unser Bruderblatt, das.Hamburger Echo", jetzt feststellt, ist die Parole zu diesem traurigen Akt von der Kommunistischen Partei offiziell aus- gegebe» worden I Ein ÄltionSousl'chuh der K P.D. halte vorher zu der Diltmannverianrmlrinq Stellung genommen und den Be- schluh gesaht, diese Versammlung evcnt. mir Tätlichkeiten zu sprengen. Die kommunistrsche„VolkSzeilung* bringt denn auch heule ihre Freude über diesen gelungenen Sireich unverhohlen zum Ausdruck. Wie sagte doch Klara Zetkin: Kommunist sein heitzl«in besserer Mensch sein!_ Ein Zreispruch. Am LI. Juli v. I. fanden eine Reihe sozialdemokratischer Ver- sammlungen stetf, die von den Unabhängigen und Kommunisten auf vorherige planmäßige Verabredung gesprengt wurden. Be- sonders wüst ging es dabei im GewerkschastShause zu. wo die LinkSrapikalen gegen die zahlreichen Anhänger der S.P.D. zur ™hen Gewalt schritten und unter einem Trommelfeuer von Bierscidclwürfe«, mtt Tischen und Stühlen bewaffnet, daS Podium stürmten. Verschiedene Personen, darunter der Referent der Versammlung, wurden durch die Bierseidelwürfe mehr oder weniger schwer verletzt. In dem allgemeinen Tumult gab der zur Sozial» demokratischen Partei gehörige Ingenieur Holtkamp mehrere R c v o l v e r s ch ü s s e ab, um die Vorstandsmitglieder gegen eine drohend anstürmende Rotte zu verteidigen. Durch diese Schüsse sind mehrere Personen verwundet worden. Holtkamp wurde wegen schwerer Körperverletzung unter An» klage gestellt, in erster Instanz zu einem Jahr, in zweiter Instanz zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Das Reichs- gericht hob jedoch das Urteil der Strafkammer auf. weil die Frage, ob Notwehr vorlag, nicht genügend geprüft worden war. Am Montag hatte sich die Strafkammer erneut mit der Angelegenheit zu beschäftigen. Der Angeklagte wurde von den Rechtsanwälten Gen. Oborniker und Gen. Roth verteidigt. Di« Beweisaufnahme, zu der mehr als 83 Zeugen geladen waren, gab ein plastisches Bild der wüsten Versammlungssprengung. ES wurde einwandfrei festgestellt, dah von den LinkSradilalen ein sllstrmatischeS gewaltsames Vorgehen von vornherein beabsichtigt ' worden war. Sie hatten sogar, wie bekundet wurde, im voraus ein halbes Dutzend Sanitäter mitgebracht, um die Opfer ihres Gewaltaktes gleich verbinden zu können. Die Gewalttätigkeiten setzten, ohne dah irgendeine Provokation vorlag, auf einen schrillen Signalpfiff hin gleichzeitig von allen Seiten ein. Einige Zeugen haben beobachtet, wie sich Linksradikal« fünf und sechs Biergläsrr zusammengesucht hatten, um im Moment des An- fciffS genügend mit Wurfgeschossen versehen zu sein. Die Vor- andsmit�lieder und der Referent bekundeten übereinstimmend, dah für sie ein« äuherst starke Bedrohung vorgelegen habe, und dah ohne die abgefeuerten Schüsse die das Podium stürmende Rotte wahrscheinlich zu Gewalttätigkeiten gegen sie geschritten wäre,, wollten doch noch noch der Versammlung einige rabiate Ge» feilen den Referenten in den Kanal werfen, was nur durch ruhigere Elemente verhindert wurde. Rechtsanwalt Oborniker betonte in seinem Schlußwort, daß hier zweifellos der Tatbestand der Notwehr vorliege. Der Ange- klaote habe seine Parteifreund« vor äuherst gefährlichen Tätlichkeiten schützen wollen. Di« Schuld an den Folgen treffe allein die Gegen- feire die sich ohne Grund deS Mttel» roher Gewalt bedient haf. Das Gericht schloß sich diesen Ausführungen im wesentlichen an nnd sprach den Angeklagten frei, indem«S die Kosten der Staatskasse auferlegte. Das Gericht nahm an, dah bei. dem Borgehen der Linköradikalen die Voraussetzungen der Notwehr gegeben waren. Vielleicht sei es nicht nötig gewesen, direkt in die Menge hincinzuschiehen, aber selbst in diesem Fall« liege nur«ine Heber- schreitung der Notwehr aus Bestürzung und Erregung vor, die nach dem G.sctz straffrei ist._ Teltow-l5anö zur Lanötaaswabl. Gsnntgg vormittag tagt« in den Bubisälon dte Generalversammlung der Sandkreise N i e de r ba r n i m, di« sich mit der Lag« in Preußen und der bevorstehenden LandtagSwahl zu beschäftigen hotte. Genosse Franz Krüger referierte über: Die kommende LandtagSwahl. In seinen AuSführung-n schildert« Redner das Entstehen deS alten Preußen und schalte den plmi o k rat! seb-mo narchi schen Tharakler dieses selbstherrlichen Staatswesens heraus. DaS D r« i- klassenwahlrecht war das brauchbare Instrument, die Ar- beiierschaft lange Zeit hindurch an der Wahrnehmung ihrer Rechte zu bindern. Der starke Partikularismus der Einzelstaaten mußt.' erst durch dte Reichsverfassung eingeengt werden. Dadurch ist auf manchem Gebiete«ine gewisse Ewchcirlchkeit geschaffen worden. Seit zwei Jahren sehen wir daS Bestreben, den Eiirze'staaten größere Mach: zu verleihen. Preußen ist heute die Machthofftrung der Reaktion, nicht zuletzt durch die Halwng und ZerLüstung unseres Parteiwesens durch die Unabhängigen, Unsere Front ist gerichtet gegen alle bürgerlichen Parteien. Eni zweites Bayern darf in Preußen nicht entstehen. Nach links haben wir rücksichtslos« Aufklärung zu verbreiten über die Hemmungen im Fortschreiten unsere» Zieles durch che Gleichgültigkeit aller politisch Interessierten. Im Landwirtschaftskammergesetz haben wir für die Landarbeiter ein gutes Agitationsmittel. Unsere Fraktion hat auch das Verdienst, das Hohenzollern- gesetz rechtzeit.g ali Betrug am Volke entlarvt zu haben. Unsere nächste Aufgabe muh eine svstemat.sch« Demokratisierung der Verwaltung sein.(Beifall.) wünscht Klein intensivere Agitation unter den Frauen und kleinen Landwirten: besoieders mutz der L a n d a r b e i te r v e r b a n d hinter dieser Ausklärungsarbeit stehen. Bartels unterstreicht die Ausführungen Krügers Die preußische Verfassung in ihrer heutigen Gestalt bedeutet einen Fortschritt, der neue Landtag wird da? Fehlende nachzubokci'«ben. In der Frage der Eincheits« republik gelang es unser r.. Emfiuß. d.e K o a l i t i o n s p a r t e�e n zur ZustlmmungSerKäru.-g zu vewegen; diu Hemmnisse liegen bei den Ginzelstaaten. Genosse Bartels retepttuliert kurz die Tätig- keit der Fraktion, die jetzt in 13 Satzungen b«s_ erledigen muß. wozu früher 2—3 Monate nötig waren Jockel plädierte für geschlossenes Vorgehen der eigenen Genossen. G�nosffn Rynek wünscht ebenfalls ein schärfem-S Heranholen der werblichen Wähler. Hessen zeigt uns, we leben Erfolg wir bsi geschickter Agitation ewr.ngen können. Büchner kritisieo! das Partei- schädigende Treiben Max Cohen», der auf eigene Kosten Flugblätter drucken und verbreiten läßt. ja. nicht davor zurück. schreckt, in öffentlichen Versammlungen in der Bewegung stehend« Parteigenossen herunterzureißen. Im Schlußwort stellt Krüger fest, daß Bartels durch den Unfall Wels' fast die ganz« Parteiarbeit allein bewältigen mußte und darum sich dem Kre.s nicht so zur Verfügung stellen konnte, wie er dies selbst gern getan hätte. Krüger gibt den Delegierten agitatorische Fingerzeig«; der Parteivorstand gibt ab 1. Januar ein MtttetlungShlatt heran», da» den agitatorisch tätigen Genoffen. «in gut« Wegweiser be» der Wohlarbeit sei» wird.> Di« Aufstellung der Kandidaten, — die natürlich nur ein Provisorium ist, weil dte endgültige Auf- stellung auf dem nächsten Bezirkstag vor sich geht— ergibt folgen- de» Resultat: Franz Krüger. Bartels(Parteivorstand), Ge- nossin Köhler, Drügemüller, Frenzel. Nach kurzem Schlußwort de« Genossen Lehmann gehen dte Delogierten kämpf» begeistert in den Wahlkampf._ Ein tzelfferich-prozeß. Bor dem Schöffengericht Berlin-Mitte fand gestern di« Ver- Handlung einer Privatklage statt, die der Staaisminister a. D. Dr. H e l f f e r i ch gegen den Redakteur der Gharlottenburger -Neuen Zeit", Anselm Joel, angestrengt hat. Der Klage liegt folgender Tatbestand zugrunde. In zfvei Artikeln der-Neuen Zeit" wurde Helfserich als„Fälscher" bezeichnet, und zwar mit der Be- gründung, daß er in einer Polemtk gegen den damaligen Reichs- minister Erzberger ein amtliches Dokument verstümmelt und verfälscht wiedergegeben habe. Die Angelegenheit steht in unmittelbarem Zu- fttnunenhang mit der von Erzberger in der National ver- s a m m l u n g gehaltenen Red« vom 25. Juli 1219, in der dieser behauptste, noch im August und September 191? sei durch Ver- mitLung deS Vatikan« ein ernsthaftes Friedens- an gebot der englischen Regierung an die deutsche Regierung herangebracht worden, daS einzig urch allein durch die Wieder- Herstellung Belgien« bedingt gewesen sei; die deutsche Re. gierung jedoch habe unter dem Druck der Obersten Heeresleitung und der Annexionisten diese letzte Friedensmöglichfsit ausgeschlossen. 4 Helfserich, der damals Vizekanzler war, hatte sofort scharf gegen die Erzbergersche Enthüllung Stellung genommen und sie in der„Kreuzzoitung" als einen-gewissenlosen und ntederträch. tigen Bolksbetrug von vorbildlicher Dreistigkeit" bezeichnet. Zur Widerlegung der Erzbergerschen Behauptung führt« er u. a. ein Aktenstück aus den russischen Geheimdokumenten an, die im Dezember 1917 von der Bolschewistenretzierung vcröfsent- licht worden waren, nämlich ein Telegramm des russischen Geschäftsträgers in London vom 6. Oktober 1917, in dem dieser seiner Regierung über Mitteilungen BalfourS betr. einen vermeintlichen deutschen Friedensschritt berichtete. Der Inhalt dieses Berichts zeige klar, daß-»ich» nur kein engl sches Friedensangebot an Deutschland vorlag, sondern auch, daß Eng- land und die übrigen Ententestaaten nicht geneigt waren, auf die vermeintlich vo-ltegende deutsche FriedenSinitianve einzugehen. Die auszugsweise Wiedergabe dieses Bericht? in dem Helsferischen Ar- ttkel in der-Kreuzzeitung" gab dem Angeklagten Veranlassung, den Privaikläger als-Fälscher" zu bezeichnen. Dte Verhandlung leitet als Vorsitzender Amlsgerichtsra: S t e r n h e im. Ms' Vertreter des Privittilägers fungiert R.-A. Dr. Alsberg, die Verteidigung des Angeklagten führt Justizrat' Dr. Broh. Als Zeugen find geraden: der frühere Staatssekretär a. D. K ü h l m a n n. der ehemalig« Reichskanzler Dr. Micha- elis. der Abg. Dr. Oskar Cohn und als Dolmetscher der russischen Sprache Reg-Rat Brandt. In her Verhandlung kenn es zu sehr mnfangrerchen politischen und tatiächlicken Ausführungen beider Parteien über>le in Frage kommenden Borgänge über.. die Friedensaktion des Papste«, die Bemühungen de« Nuntius P a c c e l k i. den FrtedenSfühler, den die deutsche Regierung durch eine neutrale Mititelsperson in Spanien ausgestreckt hatte, den Kronrat in Schloß Bcllevue usw.— alles Dinge, dte schon in der Oeffentlickckeit, im Parlament und im Parlameniarischen Ausschuß wiederholt erörtert worden sind. Nach längeren Ausführungen des Angeklagten Joel, der seinen Borwurf aufrechterhält, und de? Dr. Helfserich. der nachzuweisen suchte, daß von einer Fälschung seinerseits keine Rede sein könne, auch»zar nicht eine Veranlassung und ein Zweck dazu vorgelegen hätte, zog sich das Gericht zu kurzer Beratung zu- rück.— Vorher betonte der Angeklagte, daß eö erwiesen sei, daß die britische Regierung nur nicht geneigt gewesen sei, den-ver- traulichen" Weg als geeigneten Boden zu betrachten, der zu Ver- Handlungen führen könnte, sondern zunächst die genaue Angabe der Kriegsziele und Friedensbedingungen von Deutschland erwartete. Da» Gericht verurteilte den Angeklagten zu 133 M. Geld- ! straf« eventuell 13 Tagen Gefängnis, indem es annahm, haß die Fortlassung einiger Srellen an dem Sinn nicht» geändert habe und der Vorwurf der Fälschung nicht berechtigt sei. Ter An- geklagte legt gegen das Urteil Berufung«in. Prozeß gegen Prinz. (Schluß aus der Abendausgabe.) Ein Zeug« Schulz, der sich bei Gericht gemeldet harte, be- kuudst folgendes: Er habe in der Zeitung golefen, daß der Feld- webel Thszka ausgesagt habe, es sei bei dem 2. Garderegiment etwas von e.nem Mordbefehl öffentlich erwähnt worden. Von den Leuten war damals, so bekundet der Zeuge, ein gewisser G u n k e l als Bataillonsführer gewählt worden und dieser sei eines Tage? zu ihm gekommen und habe ihm erzählt, er habe zu den Leuten gesagt:„JuugenS, wenn Ihr mir Liebknecht und die Luxemburg bringt, erhaltet Ihr eine hohe Belohnung!" Guwkel nannte dabei auck, ein« groß« Summe. Als er, Zeug«, dem G. heftig« Vorwürfe macht«, wurde dieser- sehr niedergeschlagen und erklärt-, er werde die Sache sofort rückgängig machen. Zeuge Redakteur Georg Daviosohn bekundet, daß er s. Z. ge- zwungen gewesen sei, gegen Scheidemanu verschieben« Vor» würfe zu erheben und unter diesen Doriwürfen habe sich auch der« senige befunden, daß Scheidemann dem Sklarz Blanko unter- schriftrn gegeben Hab«, auf Grund deren Sklarz rech! wstt» gehende Vollmachten bei der Lebensmittelverteilung er- hielt. Ich halt« eS. so fährt Zeug« fort, für möglich, daß gewisse Elemente in den Besitz einer solchen Blanlounterscht.ft gelangt waren und durch Ausfüllung einen sog. Mordbefehl fabiiriert haben.— Juftizvat Dr. Werthauer: Wenn Sie aber nun hören. daß es sich um ausgefüllte Formulare handelt, mit denen jeder, der in den Besitz einer solck?cn Urkunde kommt, nur eins dawit anfangen konnte, nämlich Lebensmittel beschatten, bleiben Sie dann auch noch dabei, daß es sich um Blantovolwiachlen hau- dek?— Zeug«: Ich habe Sch«. bemann auch nur zum Vorwurf gemacht, daß tx durch dies« Unterschriften eS herbeigeführt habe, daß sich fünf der gemeinsten Schieber � hineindrängen konnten.— Juftrzrat Dr. Werthaucr: Können Sie diese Leute namhaft machen?— Zeug«: Nein. Alz der Zeuge im Lauf- seiner weiteren Vernehmung erklärt, er halte Scheiden' am, für einen Schädling, erklärt Jnst.zrat Dr. Werthauer: Ich bitte Herrn Schcidemann nochmals zu ver- nehmen und ihn zu frage», für wa« er Herrn Davtdfohn hält! Der Zeug- Ha«f fei, welcher identisch ist mit dem schon mehrfach erwähnten, bisher erwas mysteriösen H e n f« I od.'r H e n s e l e r, bekundet u. a.. daß«in Mordbefebl bzw. ein Befehl zur Unschädlichmachung Liebknecht» und der Luxemburg tatsächlich existiert habe und auch eine hohe Belohnung ausgesetzt war. Ein schriftlicher Befehl hat natürlich nickt existiert. — Staa'Sanwal: Hayner: Wer waren denn die Geldgeber?— Zeuge: Das war die sog. S k l a r z- G r u v P e. Das Geld stand . durch dey Kassierer S o n n e n f e l d zur Verfügung.— Justizrat Dr. Werthaucr: Sollte dies nicht nur das Geld sein, welches fiir dl« Verpflegung der Truppen dienen sollte?— Zeuge: Nein, eS ist rn.r gesagt worden, daS Geld stammt von Sklarz oder feilten Hinterleuten und hiervon sollten für di« Uuschädlichmachnne!. ganz gleich, ob sie lebendig odar tot eingeliefert würden je 53 333 M- ausgezahlt werden. Ter Zeuge bal, wie er ferner bekundet, mehrere BlanSettS mit der Unrerschvift Scheidcmanns gesehen, di« allerd ngs mit einem Faksimilestempel havoestellt war.— Auf Wunsch des Vorsitzenden äußert sich der Angeklagte Prinz noch- mals auSsühvlich über di« einzelnen Vorgänge bei der Verhaftung Liebknechts und der Frau Luxemtmoz durch Thszka. Er bleibt dabei, daß Tyszka einen schv.ftlichen, von Scheidemann und Sklarz unterschri-benen Befehl bei sich gehabt habe. Er habe nie behauptet und behaupte eS auch heute noch nicht, daß tatiächlich von Sch.ndemann und Sklarz ein« Belohnung für die Ermordung Liebknechts und der Luxemburg ausgesetzt und daß ein solcher Mardbefehl von ihnen ausgestellt worden sei. Er Hab« lediglich de- hauptet, daß er bei Tyszka ein derarttgeS, vielleicht gefälschtes Schriftstück gesehen habe. Der Originalbesehl, den Thszka besessen habe. Sestüde sich noch in seine— Besitz. Er hätte ihn schon zur Stelle geschafft, wenn er nicht nSk-i-ren müßt», haß sofort ein neues Strafverfahren wegen Urkundenfälschung anhängig ge» macht wevdcn würde. Die Verhandlung wird hierauf auf Ritt« wach, den id. Dezember. Vit Uhr, vertag». GewerMafisbewegung die Abstimmung auf öen Wersten. Ablehnung durch die Unternehmer. Hamburg, 13. Dezember.(Eigene-r Draht berichl des o r w ä r t s'.) Die Abstimmung auf den Werften an der Wasserkante fand am Sonntag statt. Die Gesamtabstimmung ergab 24 585 Stimmen dafür und 5267 dagegen. 402 Stimmen waren ungültig. In Hamburg, Bremen, Kiel, Bremerbcwen, Lübeck, Rostock, NenSburg und Wilbelmshaven sind die Mehr- betten für Annahme des Schiedsspruchs, in Emden und Rendsburg jedoch dagegen. Unterdessen ba: die norddeutiche Gruppe der Werftbesiber den Schiedsspruch abgelehnt. Die Werften erklären sich bereit, folgende Lohnsätze tür Ortsklasse 1 zu zahlen: Stundenlohn für gelernte 4,80 M., für aus.je« lernte 4 M., für angelernte 4,70 M., für u n- gelernte 4,50 M. Die Löhne für jugendliche Arbeiter unter 20 Jahren bleiben unverändert. Darüber hinaus iit die norddeutsche Gruppe bereit, allen über 25 Jahre alten Arbeitern eine Zulage von 20 Pf. pro Stunde und serner den besonders quali- fizierten und den mit beionderS anstrengenden Arbeiten beschäftigten Leuten Sonderzulagen von 10 bis 20 Pf. pro Stunde zu zahlen. Diese Sonderzulagen würden sofort nach Festlegung der für sie mahgebenden Sätze in Kraft treten. (Yewerkschaftszersplitterer. Der Deutsche Landarbeiterverband vereinbarte im April einen Tarifvertrag für den Kreis Prenzlau, welcher e'ncn großen Teil der Mitglieder nicht befriedigte. Mit Hilf« großer Geldmittel von einem Herrn K a r st e n- N i e l s e n, Berlin, Lindcnstr. 16, wurde nun eine neue Organisation„D i e Reuwirtschaft' gegründet. Die Führer der Neuwirtschaft gaben an, daß ibre Aufgabe darin bestehe, die landwirtschaftlichen Produkte ohne jeden Zwischenhandel für die Jndu- ftriearbeiter zu vermitteln. Nebenbei wurden dann die gewerkschaftlichen Aufgaben erledigt. Niedrige Betträge und große Versprechurigen, daß aus der Vermittlung dieser land- wirtschaftlichen Produkte große Ueberschüsse an die Land- ärbeiier zurückgezahlt werden, waren die Agitationsmittel. Seit einigen Monaisn waren nun Verhandlungen im Gange, um die Mitglieder der Neuwirtschaft wieder dem Landarbeiterver- band zurückzufübren. De Berbondlungen scheiterten aber daran, daß dem Deutschen Landarbelierverband Bedingungen zugemutet Wurden, dt« keine Gewerkschaft anerkennen kann. In den letzten zwei Wochen sind nun annähernd 2000 Mitglieder der Ncuwirtschaft zum Deutschen Landarbelierverband übergetreten. Nun wurde von selten der Neuwirtschaft mit allen Mitteln gegen den Landarbeiterverband gearbeitet. Geld spielte dabei in der Agitation keine Rolle. Gegenwärtig sind außer der Zentral. leitung der Neuwirischafi noch andere Landarbeiter tätig, die den Kampi gegen den Deutschen Landarbeiterverband im Kreise Prenz- lau fuhren sollen und dafür vom Arbeitgsberverband Deputat und Fortzabluny des Lohnes erhalten. Also eine echt gelbe Organisation wird ansck-einend hier mit allen Mitteln der Arbeitgeber im Rahmen der Neuwirtfchoft großgezogen. Und wer sind die Führer der Neuwirtschaft, die ihre Zentrale in Berlin. Lindenstr. 16, hat? Unter anderem die Genossen Max Cohn und Krämer, in Prenzlau die rechtsunabhängigen G r o ß k o p f und H s i ch l e r. GS ist ein bedauerliches Zeichen, daß auch im Kreise unserer eigenen Genossen dieser sogenannte Zellenbau in der Gewerk- schaftsorganisation, hier aber in gelber Richtung, be- trieben wird. Teutsiber Landarbcitcrvcrband. Gauleitung Brandenburg. Vollversammlung der Betriebsräte der Berliner Kommunalbetriebe. Am Sonntag tagte in KliemS Festsalen eine Vollversammlung der Betriebsräte der Betriebe des Magistrats Berlin. Dittmer referierte über:„Die Betriebsräte im'Zusammenhang mit der jetzigen Stadtverwaltung'. Er wieS darauf hin, daß die Betriebs- räie in den städtischen Deputationen Sitz und Stimme erstrebten, aber wegen der Städteordnung ihre Forderungen nicht erfüllt werden konnten. Erreicht worden sei die Schaffung eines Svezialdezernats für Betriebsräte. Er forderte das Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte auch bei Versetzungen. Eine Neuwahl der Betriebsräte müsse vorläufig zurückgestellt wer- den. In der Diskussion trat der neugebackene k o m m u n i st i s ch e Stadtrat Stolp auf. der den Betriebsräten das Zeugnis aus- stellte, daß sie bisher ganz erbärmlich versagt hätten. Demgegenüber stellte er die erst«„Tat' seiner Partei, nämlich den Sturz des Oberbürgermeisters Mermuth, heraus. Die Versammlung beschäftigte sich dann noch mit den Er- nährungsschwierigkeiten. über die Heinrichs vom Lebensmittel» ' verband referierte. Er polemisterie scharf gegen die skandalös« Ernährungswirtfchast der Reichsregierung und forderte schärftte Matznahmen, um die Bevölkerung vor dem Verbungern zu be- wahren. Nachdem sich auch Polenske vom Verband der Ge- meinde- und Staatsarbeiter zu der Frage geäußert und erklärt hatte, daß die freien Gewerkschaften und die Afa in allernächster Zeit Aktionen veranstalten würden, um die Regierung zur Ab- kehr von der haltlosen Ernährungswirtschaft zu veranlassen, wurde eine im Sinne der Referenten gehaltene Re» solution angenommen. Sie betont ausdrücklich, daß sie sich nicht gegen den Maaistrat, sondern gegen die Regierung richte. Winter- Adlershof sprach über die Neuorganisierung des Wohnungswesens und bebauptete, daß es ohne nennenswert« Kosten möglich sei, in Berlin 10 000 neue Kleinwohnungen zu schaffen. Eine Denkschrift des Referenten fand einstimmige Annahme. Achtung! Holzarbeiter! Durch Beigleich sind die Differenzen bei der Firma Ma- schinenfabrik Neukölln, jetzt„Berliner Holzindustrie' bei- gelegt worden. Sämtliche Arbeiter werden wieder eingestellt. So- mir ist die verhängte Sverre wieder aufgehoben! Für diejenigen Milglieber, welche am 1. Dezember d. I. noch arbeitslos waren, und in den vorangegangenen 6 Mo- naten mindestens 8 Wochen Erwerbslosenunter- stützung bezogen haben, kommt in der Woche vom 13. bis 18. d. M. eine Extraunter st ützung zur Auszahlung. Mel- düngen müssen bis zum 18. Dezember 1920 in unserer Auszah- lungsstelle im Marinehaus, Am Köllnischen Park, Ecke Branden- burger Ufer, eingelaufen sein. Gewährt wird die Hälfte der Sätze, welche bei der letzten Sonderbeihilfe gezahlt wurden, auch an diejenigen, welche damals daran beteiligt tvaren. Deutscher Holzarbeiterverband, Verwaltung Berlin. Der Streik der Sckiildermalcr beendet.' Mit Wirkung vom 6. Dezember 1920 ab ist zwischen dem Verein Berliner Schilder- sabrikanten und dem Verband der Porzellanarbeiter, Abteilung Schildermaler, ein Tawfvertrag abgeschlossen. Nach ihm beträgt der Stundenlohn 6,50 M., für Ausgelernte bis zu einem Jahr« nach der Lehrzeit 5 M. Für die Zeir vom 2. August bis 30. September 1920 werden für die geleistete Arbeitsstunde 25 Pf. nachgezahlt. Dasselbe gilt für die in der genannten Zeit geleisteten Außen- und Giebelarbeiten. De wöchentliche Arbeitszeit beträgt iß'A Stunden. Der Zuschlag für Ueberstunden beträgt 25 Pro, 3., für Nacht- und SomrtagKarbeit 50 Proz.. für Autzenarbeiten 15 Proz.. für Giebel- arbeiten 25 Proz. Bessere Lohn- und Arbe.tsverhÄtnisse in den einzelnen Betrieben bleiben bestehen. Der Tarifvertrag gilt bis 30. April 1921 und verlängert sich sie tS um einen Monat, wenn er nicht vor Ablauf des Vertrages schriftlich gekündigt wird.'Maß- rcg.-lungen dürfen nicht vorgenommen werden. Voller Erfolg im Streik der Tarmarbciter. Durch das tat- kräftge und schnelle Eingreifen des Arbeitsmini st eriumZ ist es am 8. Dezember gelungen, auch die 4 hartnäckigsten Firmen durch Schiedsspruch zur" Unterzeichnung des Tarifver- träges zu bewegen. De Arbeit wurde am 6. Dezember in allen Betrieben wieder aufgenommen. De erreichte Lohnhöhe(in der höchsten Stufe 300 M.) sowie die Tatsache, daß alle F.rmen ihre Unterschrift gaben, wird die so sehr ersehnie Ruhe in der Branche sicher für eine Zeit gewährleisten. Dentfcher Transvortarbeiter-Verband. Branche«ewerbNch« Angestellte der Reichsorganilatimien. Mittwoch, IS. Dezember, nachm. S Uhr, bei Feyfara, Melchior, trahe 15. äußerst wichtige Vertrauensmänner- 93er» sammluog.— Chemiiche Branche. Donnerstag, den IS. Dezember, abdS. 7 Uhr. im Lokm von Wille, Sebastianstr. 39, Sitzung sämtlicher Funktionäre unserer Branche Deutscher Werkmeifterverbaub. Kartonbranche Heute nachmittag 5 Uhr im Restaurant Schultheiß, Brückenstr. S d: Versammlung. Wcihnachtsunterstutzung der Hutmacher. Verbandsvorstand und Verbandsausschuß der Hut» und Filzwarenarbeiter und-arbeiterinnen haben be- schlössen, Mitgliedern, die 52 Wochenbeiträge an den Verband ge- leistet haben und zu Weihnachten mindestens 3 Wochen arbeitslos sind, sowie kranken Mitgliedern, die zu Weihnachten ausgesteuert sind, eine einmalige Unterstützung in Beilragstlasse 1 von 20 M„ in Beitragsklasse 2 von 16 M., in Beilragstlasse 3 von 12 M., in Beitragskiasse 4 von 8 M. zu geben. Anspruch auf diese Unter- stützung haben unterstützungsberechtigte und ausgesteuerte arbeits- lose Mitglieder sowie ausgesteuerte kranke Mitglieder. Alle inva» liden Mitglieder und Witwen verstorbener invalider Mitglieder, soweit sie bedürftig ssnd, erhalten eine einmalige Unterstützung von 50 M. Gleichzeitig hat die Ortsverwaltung Berlin beschlossen, auch ihrerseits aus Mitteln der Lokälkasse obige Unterstützungssätze i n demselben Sinne wie oben angegeben zur Aus- zahlung zu bringen. Der Vorstand ersuch: alle Kollegen und Kol- leginnen, die auf diese Unterstützung Anspruch erheben, sich am Donnerstag, den 16. Dezember 1920, im Bureau, Engel- Ufer 14/15, 2 Treppen, Zimmer 87, in der Zeit von 9— 4 Uhr, zu melden._ Versicherte der Victoria. Ter Kampf der Victoria-Bersicherung gegen die entlassenen Einnehmer geht in verschärfter Form welter vor sich. Der Victoriä ist es gelungen, einige Einnehmer zur Unterschrift des Hebevertretervertrags 3U_ bewegen. Die Versicherten werden gebeten, diesen die Beiträge nicht auszuliefern, sondern sie der Victoria selbst einzusenden. Wirtschaft Steuer». Das Landessinanzamt hat Anweisung gegeben. Anträge qu* zinslose Stundung des Notopferbelroges, bei denen in, Ablehnungsfälle noch die Hingabe telbstgezeich- neter Kriegsanleihe und Schayanweifungen an Zahlungsstatt zum Nennwerte in Frage kommt, mit Rücksicht auf die am 31. Dezember d. I. ablaufende Einreichungs- frist besonders b e s ch l e u n i g t zu behandeln. Bei Anträgen auf zinslose Stundung des Noropfers gemäß Z 27 des Gesetzes bedarf die Absicht des Antragstellers, im Ablehnungsfalle selbstgezeichnete Kriegsauleihe oder Slbatzanweisungen m Zahlung zu geben, besonderer Hervorhebung. Bei den gestellten Anträgen iit eine alsbaldige besondere neue Eingabe an das zu- ständige Finanzamt, die ans die beabstchiigte Jnzahlunggabe selvst« gezeichneter Kriegsanleihe hinweist, ratsam. Viehschmuggel in das Ausland. Wie aus Bayern gemeldet wurde, sind in der Nähe von Salz- berg 13 Bauer» wegen BiehtchmuggelS verhaftet worden, die den niedrigen Wasserstand der SalzaM ausnutzten und Vieh durch den Bach getrieben haben. Es«st also mit der Wahrickeln- lichkeit zu reckine», daß die Liebscbmugaler m Verbindung mit den Landwiiten der Grenzgebiete stehen und io ihr s cd m u tz i g e s Gc- werbe zum Schaden der deutschen Bevölterung betreiben. Es muß daiür gesorgt werden, daß alle Arbeitnehmer nicht nur alles tun, um den Viehschnniggel. unmöglich zu machen, iondern auch aus die ländlichen Bewobner der Grenzgebiete ein- wirken, daß auch diese dem Schmuggel von Vieh aus da« ent- ichiedenste entgegentreten. Der Relchsaus'chuß des Reichstages hat auf Antrag Waldstein beichlosie», daß Viebichniuggel und Vieh- Handel mit Zuchthaus von l bis zu 15 Jabren und mit Geld« strafe von mindestens 20 000 M. bestraft werden ioll. Wenn irgendwo abschreckende Strafen angebracht sind, dann bier, wo es sich um die Unterbindung der gemeingciädrl'chsten Be- strebungen handelt, die unsere Einährung mit Fleisch, Milch und Fett auf das stäilste bedrohen. Goldene Vodeurenten. Zu dieser Erscheinung unserer Zeit wird»nS mitgeteilt, daß Graf von der Schulen bürg in Beetzendorf'ür einen Morgen Kartoffellaiid, gedüngt nnd gepflügt. 1200 Mark Pacht verlangt un» genü rend Leute findet, die diesen Rieienpreis zahlen. Die Pachleinigungsämter haben offenbarbier« gegen keine Einwendungen zu machen. Nur wenn d>e Ärbeiier ihr Existenzminimnin iordein, erhebt sich Enisprilch. In einer kaum zu übelbietenden Weise mach« sich das Unheilvolle des Boden- Monopols bemerkvar, das vor der nicksichtsloiesten AiiSbeuinnq der besitzlosen Massen auch nicht rm geringsten zurückschreckt. Iugenüveranstaltungen. Heute, abends 7ll2 Uhr: Zentralingeiidtieim, Lindenstr. 3. Boitrag:.Die Prodbeten. b!« Revolutionäre der Religion'.— Evarlottenburg. Jugendheim, Rosinen- stiaße 4. Boitrag:.Svort und Arbeiteijugend".— Äioadlt. ilugcnd. heim. Woldenserstr. So. Schule. Zimmer 12. DiStusslonsahend.— Sckioue- berg.— Jugendheim. Rubc S-, Ecke Hauvlstraße. Mädchenabcnd,— Treptow. Baumschulenweg. Jugendheim. Elienste. 3. Bortrag:.Weib- nachlssi ten und-gebiSure".— Puchliolz. Juaendveim, Schule. Beiliner Straße 19. Bunter Abend... 22500 Damen-Halbschuhe.. 88°° Damen-Spangenschuhe_____ such mit Lackbtatt..... 12500 Damen- Schnürstiefel � auch mit Lackblatt...... 12500 Damen hochschaftstiefel18500 Damen-Derbystiefel R'ndieder. gut« Schwatz« QuaiMt..— 195°° Handarbeiten Sofakissen grau, Rips, vorge-.. zeichnet, ca. 42/60 cm..... IS50 Mitteldecken grau, vorge- zeich-et, ca. 58/58cm..... IO50 Mitteldecken Blumenm., hand- gestickt, grau steinen, 60, 60 cm 49"" Sofakissen handgestickt, grau Leinen, 40,45 cm....... 39°° Pelzxvaren Kinder-Pelzgarnituren Natur-Kanin.......... 48°° Kaninkragen Fuchsform.. 5800 Rollkragen Skunkskanin... ,88� Matrosenkragen Feh-Kanin. 19000 Handschuhe Damen gestrickt, grau meliert. 550 Damen Trikot, farbig, moderne Aufnaht............ 1650 Damen gestrickt, reine Wolle.. 2150 Herren gestrickt, farbig....■|250 Herren Trikot, farbig, Druckknopf 1550 Kinder-Kittel weicher, ein- färb. Winterstoff, Gr. 45 u.50 cm 19«