Nr. 612 ♦ 37. Jahrgang Ausgabe A Nr. 169 vezuffSvrei«: 8«rteltährLSO�— 3J:„monotlJ0,— TO. fter in« S>an». oorou« ahlbat-■Boft* benna fflonatlidi 10,- Ml. erkl. Sa- ftelliniasaedllht. Unttr Hrrojbans ffit Demicklanv an# Oifterteidi 16/0 NU. füt das tibnflt Ausland cci raalich einmal. Sutteaunc 2150'f.>»» ftfllunani aeameri an Oesterreich, Ungarn, Tschecha-Tlowalei, Sane- mart. äolland,.U'emvrirg, äOiweben und»ie Erbwel». iblnaelraaen m b>» Bast- eiruna» Preisliste. Der.Borwarld' mir bei Sannraa»» drllage.Voll U-Üest� rncbeini warnen- liigilch zweimal Sonnrag» UN# Man- lag»-mmal Ze> ea ramm�Sdreste �Sozialbeurolral Lerli»--, Morgen-Ansstabe Verlinev Dolksbleltt ( zo Pfennigs AnzeiaenvreiS: Die achlgeinolrenr Aonaareillezell« iast?t3-— A!..Teuerung,zuichlag50<>/x. «Sl»,»» vnzeigau-' das irtt» gednirttt War: I,— M. Izulirisig zwei lellgesrricki» Warrei. edes weilere Wof 60 Vfg. EleUengeiuche uirb Schlalstellenanzeiaen da» erste Da« 15 P!g. ledes weilere Wo« 10 Pfg Dane über 15 Buchstaben zählen fiit zoet ffione. Teuerrinaszuschlag 50°/» ssamilien-Anzeigen wr Abannenlen gelle%— M,»olitllch« und ge» wer-ichailliche Berein». Anzeigen Ml. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen fiit die n a chfl c Shimmet wüsten bis 5 Ahr nachmittags int KauvlgefchStt. Berlin SW i, Lindeu- ftraße 3, abgegeben werden, cheöffnel »an S Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der(ozialdeniokrati T eben parte! Deutfchlands Neöaktion unü Expedition: EW. öS» Zindcnftc. 3. Tternihrerher;«mi Morinvin». Str. K�R tt«)— 1151 i»7. Mittwoch, den 13. Dezember 1VÄO vorwärts-verlag S.m.b. H«, SW. 6$, Linöenstr. Z. fremiorediec; Am» Moruipla«. 91». 117 5:1—34. Regierungserklämng in Sachsen. Dresden, 14. De.z«niber.(Vig. DmhtÄericht des.VorwäriS".) In der heutigen Sitzung des Londtags stelUe Ministerpräsident B u ck die neuen Minister vor. Es ergab sich, dah an der bisherigen Zusammenstellung des Ministeriums, die der„Vorwärts" bereits bekanntgegeben fwi, sich nichts geändert bat. Zum S t e l l v e r- treter des Ministerpräsidenten iit der Minister des Innern L i p i n s k i ernannt worden. In seiner Programmrede führte der Ministerpräsident sodann auS: Die neue Regierung braucht nicht besonder» zu erklären, dag auch für sie die ReichSverfassung zwingende» Recht ist. Dieses Bekenntnis entbindet uns aber nicht von der Verpflich- tung, zu allen gesetzgeberischen und sonstigen Mastnahmen des Reichs unsere Auffassung und unseren Willen be- kanntzugeben. Lei allen Vorberatungen und Mastnahmen im Reichstage wollen und werden wir mitwirken. Wir werden Einspruch erheben und Abänderungen fordern, wenn es notwendig erscheint. Wir werden zustimmend mitwirken, wenn ein guter und nützlicher Erfolg zu erwarten ist. Die grasten, der Erledigung harrenden wirtschaftlichen Aufgaben der S o z i a l i- sierung der Bo�d enschätze und der Nutzbarmachung unserer Wasserkrä' der. HRHiBHHIHHi fcht« Sinne gefördert werden. An die Angestellten und Ar» Setter, Ingenieure und Techniker ergeht unser Ruf. datz sie, be- ieiligt mit ihrem Wisien und Können,. durchdrungen von dem Ge. danken, daß nur mit ihrer Mitwirkung die Sozialisirrung erreicht und gefestigt werden kann mit dem Pflichtbewusttsein. von dem allein der Er- folg abhängt, den Staat mu all seinen Einrichtungen als Volksstaat betrachten mögen, dessen Wohkergehen und Aufwärtsentwicklung zu- gleich das Wohlergehen jede?� einzelnen Volksgenossen bedeutet. Zur Ernährungs frage übergehend, führte der Minister- Präsident weiter auS: Die Bemühungen beim ReichSernährungS- Ministerium, bei der Reichskarioffelstelle, unser Bemühen in Bayern und Hessen, Sachsen mit Rartoffeln und Fleisch zu versorgen, haben wohl Beachtung geftinden, ein Gleichgewicht in Bedarf und Angebot aber bei weitem noch nicht erreicht, und können wir noch nicht sagen, datz die gröhien Schwierigkeiten für das sächsische Volk überwunden seien. Wenn der Appell an Pflicht und Gewisse« nicht ausreicht, dann müssen LandeSkreiSamt, PoNzei und Justiz und all« sonst in Betracht kommenden Behörden aushelfen, hast rung der Bodenschatze und der Nutzbarmachung unserer ierkräfte zur Wasserversorgung und Energieerzeugung sowie Regulierung der Wasserlä'ufe werde» von uns im s o z i a l i st i. gegen Wucher, gewerbsmästigen Schleichhandel und Nichtab- l i e f e r u n g der Pflichtmengen mtt dem Nachdruck vorgegangen wird, der durch die Notlage ocbolen ist hnd in den letzten Monaten rücksichtsloS�angewendet wurde. Das ZÄissenelend zu bannen wird aber epst möglich stin, wenn unser Wille zum Frieden überall gerecht beurteilt und° die Unistellung der Produktion nach s o z i a- listt scheu Grundsätzen eingeführt sein wird. Sodann kündigte der Ministerpräsident eine besondere Winterbeihilfr für die bedürftigen Arbeiterrentenempfänger au» Staatsmitteln an, ferner eine Gesetzesvorlage über die Neu- gestaltung der Lehrerbildung, Mastnahmen gegen die W o h- nungsnot, eine Neuordnung der Gemeindeverfassung, bei der die Selbstverwaltung der Gemeinden gewahrt bleiben solle. Die Frage eines N m n e st i e e r l a s s e s soll durch eine Erhebung geprüft werden, von deren Ergebnis werde es abhängen, ob in An» betracht der vielen Einzelbegnadigungen«in A m n« st i e g e s e tz für politische Verbrecher nötig sei. Er schloß mit den Worten: Das Bewußtsein der Verantwortlichkeit- wird das Tun und Wollen der neuen Regierung bestimmen. Eine Stütze werden wir dabei finden in dem immer aufrichtenden Gedanken der so» zialdemokratischen Welt- und Lebensauffassung. Sie verpflichtet uns, den Blick vorwärts zu richten zu gemeinsamer Arbeit im Interesse unseres Lande? und Volkes. Die Programmrede wurde mit Beifall auf der linken Seit« aufgenommen. Donnersiag soll eine allgemeine Besprechung über die Programmerklärung der Regierung im Landtage stattfinden. Opposition der Demokraten. In einer Mitgliederversammlung der Deutschen demokratischen Partsi erklärte, wie TU. aus Dresden meldet. Landtagsabgeordneter, Mivisterialdirekwr Dr. Dehne, für die komende Zeit fei es für die Deutsche demokratische Partei das einzig Mögliche, in die O p p oss i t i o n zu gehen und darin zu verbleiben, denn die Bil» dung der jetzigen Regierung sei unvereinbar mit den demokratischen Grundsätzen(?) und ein Unglück. Einer Regierung gegenüber, die sich auf die Anhänger solcher Ansibauungen stütz«, wie sie die Kommunisten � bei der Präsidentenwahl entwickelt, haben, sei von feiten einer demokratischen Partei weder wohlwollende. noch abwartende Neutralität, sondern allein die Oppo- sition die gegebene Haltung. Es müsse also notwendigerweise Fühlung, wenn auch nur taktische, mit den anderen bürger- lichen Parteien genommen werden. Keine Verschiebung üer Preußenwahlen. Den P. P. N. wird von zuständiger Stelle mitgeteilt: Eine Verlegung der auf den� 20. Februar festgesetzten Preutzenwahlen würde nur im äußersten Notfalle dann erwogen werden, wenn sie notwendig wäre, um den an der Wftimmung in Oberschlesien beteiligten'sogenannten Heimattreuen die Beteiligung an den Landtagswahlen zu er- möglichen. Zur Festsetzung des Wahltermins ist das Staats» Ministerium nach Anhörung des Aeltestenausschusses der Landssversammlung berufen.. Es ist nicht richtig, daß das Plenum der Landesversammlung sich noch mit dieser Frage zu befassen hat. Die nach dem Gesetz dazu berufenen Stellen haben den 20. Februar als Wahltag bestimmt und halten daran fest. die üeutsche delegation für SrüflTel. Berlin, 14. Dezember. Die deutsch« Delegation für die Zu» swmmenkunft in Brüssel Hai heute abend Berlin verlassen. Infolge Behinderung de» Herrn von Siemens ist als zweiter Delegierter der RoichSregierung der Präsident des ReichsbankdirektoriumS H a v e n st e i n bezeichnet worden. MS Arbeitnehmervertreter reist Gewerckfchaftssekretär Silberschmidt vom Allgemeinen Gewerkschastsbund. wiüerstänüe gegen Sie Abrüstung. In Genf wurdm wiederum die Fragen der Abrüstung erörtert. Braating(Schwaden) betonte, daß die Völkettbunds- Versammlung aus diesem Gebi«t so rasch wie möglich posi- t i ve A r b e i t, leisten müsse, wenn sie das Vertrauen der Massen nicht verlieren wolle. In der Aussprache-stimmte Barne»'(England) ihm bei. Bon groster Bedeutung war für ihn die Ausschaltung der Privatgewinne in der Kriegs» mduftri«. vourgeai»(Frankreich) wandte sich gegen den in der Kvirfm.ssion van norwegischer Seite eingebrachten und an- genommenen Vorschlag über die Beschränkung der BudgetauSgaben für da» Heer auf die Ausgaben für 1921. Dieser Vorschlag sei unmöglich, da die Lage der einzelnen Länder zu verschieden sei. Bourgeois beantragte daher Abänderung des Vorschlages der Kommission, welchem Vorschlag jedoch d�r hol- ländliche Delegierte London widersprach. Bei der Abstimmung wurden Sämtliche Anträge zur Abrüstung»frag« von der Bölkerbundsversammlung ange- »ommt», auch der Antrag der Kommission auf Beschräutur» der Militärauigaben in den Jahren 1922 und 192S auf den Budgetposten des Jahres 1921. « Der in Genf eingetroffene amerikanische Senator Mae C o r m i k wohnte der gestrigen Sitzung des Völkerbundes auf der Pressetribüne bei. Nach der-Suisse" soll er sein: Eindrücke dahin zusammengefaßt haben, datz man viel zu viel Zeit mit zwecklosem Geschwätz verliere. Das Blatt meint, daß Mac Cormik weniger d e n n j e an den Völkerbund glaube. belgische Parteitagung. Brüssel, 13. Dezember.(©20). Die belgische sozialistische Partei hat gestern einen beschränkt»u Par- t e i t a g abgebalten, um über innere taktische Fragen zu beraten. Es lam vor allen Dingen die Frag« über eine Zusammen- arbeit mit den bürgerlichen Parteien zur Sprache. Eine Minderheit ist Gegner der Beteiligung der Sozialdemokraien an der Regierung. Durch eine Abstimmung, in der eine vom Generalrat der Partei vorgeschlagene TageSord» nung gebilligt wurde, ist sestgestelll worden, daß 91000 Stimmen der Minderheit zuiuzählen sind, 37 000 Stimmen haben sich enthalten. 448 000 Stimmen schlugen sich auf die Seite der P a r t e i l e t t u n g. Da eine Tagesordnung die Polemik der Minderheit gegen die Mehrheit mi stbi lligt, glaubt man, daß vielleicht in der nächsten Zeil eine Spaltung der Partei in derselben Weise wie in Deuischland erfolgen lönne. Der Parieiiag hat sich sodann sür die gereckten Forde» rungen der Blamen ausgespioche». namcnll'ch aber dafür. dast die in der Berwaliung angewendete SpraMe sich nach der Mehr- heil der Bevölleiung richten müsie. jedoch jollen die Kiinderheiien in keiner Weise vergewaltigt werden. Die Streikbewegung in Söhmeu. Prag, 14. Dezember.(WTB.) Der Parteivorstand der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiter- Partei hat eine Entschließung angenommen, nach der die Hauptleitung des AllgemeinausstandeS sich weder an den deutschen Parteivorstand noch an die Zentrolgewerk- schaftSlommission in Reichenberg gewendet hat, um über eine Be- teiligung der deutschen Arbeiter am AllgemeinauSstande zu beraten; dieser sei ein Teilunternehmen der tschechoslowa» kischen Linken. Daher könne der Parteivorstand ein« Be» teiligung an dem Kampfe, dessen Folgen unabsehbar seien. nicht einleiten. der Hotelkn'eg. Oder: ES geht nicht ohne Pistazienanflauf. Was ist es eigentlich? 5hieg, Bürgerkrieg, Streik. Boy» kolt, Blockade? Jedenfalls befindet sich Berlin zwischen Linden und Belleonestmße in ungeheurer Aufregung, man liest in der bürgerlichen, wohlgesinnten, nationalen Presse spaltenlange Artikel darüber, teils schwungvoll pathetische,. teils witzig ironische. Dichter besteigen den Pegasus, Zeichner spitzen-den Stift, es ist geradezu große Zeit. Es gibt in dem Lager der Gerechten, die für die gute Sache kämpfen, auch keine Parteien mehr, es gibt nur noch Deutsche, und liebevoll öffnei sich die sonst hnkenkrenzechte„Tägliche Rundschau" einem Herrn I. Landau, Leiter der Zentralstelle fiir den Fremdenverkehr Berlins, der die unschuldig verfolgten Hoteldirek- toren folgendermaßen biblisch-klassisch besingt: Haben sie sich doch alle, alle desselben schändlichen Verbrechens schuldig gemach?, um dessentwillen tri« bisher gemäß regelten Hotel- und Kondttoreibesitzer so hart bedrängt wurden. Sie haben sich nicht gescheut. Hungrige zu sättigen, ermüdet von langer Reise ein- kehrende Fremde oder auch arbeitSerschöpftc Einheimische heim- tückisch zu stärken, nichloS Alte und Schwache zu ernähren, des eigenen Herds nicht teilhafte Jnnggesellen zu verpflegen und ähnlicher Laster sich schuldig zu machen, die in d e r B i b e l wie im Homer in den Liedern aller Kukturnationon als Gastfreundschaft verherrlicht werden.> Wir wollen un» im Paradies und auf Ithaka nickst lange aufhalten, wir wollen auch nicht die Frage erörtern, ob Erzvater Wraham 100 M. für das Bett genommen hat und 12 M. für den Morgenkaffee und 80 Proz. Aufschlag für die Bedienung. Zurück ins prosaische Berlin von Ende 1020! Um waS handelt es sich? Einige Hoteldirektoren(Gehalt von 80 000 M. aufwärts) sind verhaftet worden unter dem Verdacht, die Vorschriften der Schleichhandelsverordming übertreten zu haben, einer ist zu ein paar Monaten Gefängnis verurteilt worden, er ist prompt nach der Schweiz ausgerückt, über seine Auslieferung wird verbandelt. Nachdem die Ztmngswirffchaft Stück fiir Stück abge- tragen worden ist, sind nur noch Brotgetreide. Milch, Butt-er und Zucker unter ihrer Obhut verblieben, alle anderen Lebensmittel sind frei. Jedem Gastbetrieb ist es also heute möglich, seinen Gästen Fleischbrühen, Fleisch und Gemüse jeder Art aufzutischen, ohne die bestehenden Vorschriften zu verletzen. Er kann Brot— allerdings nicht Weißbrot— gegen Marke, in beliebigen Mengen je nach der Zahlungsfähigkeit, auch Delikatessen der verschiedensten Art verabreichen. Nur Milch, Butter und Zucker unterliegen einer für verwöhnte Gaumen unan- genehmen Rationierung. Im übrigen kann man heute in Bcr- liner Schlemmersftrbim Speisefolgen zusammenstellen, von denen ein mittlerer Staatsbeamter zehn Jahre lang träumen würde, wenn er Gelegenheit hätte, sie einmal zu genießen. Gar nickt zn reden von den Weinen und Likören, die von 25 M. die Flasche oder 3 M. da? Glas aufwärts in jeder Preislage zu erhalten sind. Man kann heute schon leben in Berlin, wenn man das Nöttge dazu hat, man braucht dazu gar nicht die Gesetze zu übertreten! Die Hoteldirektoren glaubten im Interesse der Betrieb«- rentabilität auch auf Weißbrot, feine Kuchen, Butter, Sahne und Zucker in unbeschränkten Mengen nicht verzichten zu können. Denn verbotene Früchte sind nicht nur besonders» beliebt, sondern werden auch besonder« gut bezahlt. Da hat die Behörde eingegriffen, sie hat damit Recht getan im Sinne der geltenden Vorschriften, sie hat im Interesse der hungernden Bevölkerung gehandelt, sie verdient darum kein Lob— vielleicht hat sie zu spät eingegriffen—, jedenfalls aber hat sie i h r e Pflicht getan. Weiße? Mehl, Milch, Zucker sind für Kranke und Kinder unentbehrlich. Was in den Hotels davon verschlemmt wird, muß entweder zu vhanwsftschen Preisen aus dem Aus» land eingeführt werden oder es fehlt überhaupt. Die Vorschriften über die Zwangsbewirtschaffung dieser Lebens» mfftrl sind unentbehrlich, über ihre Einhaltung. wachen, heißt über das Leben der Arbeiter- und Beamtenkinder wachen. da8 von allen Krankheiten der Unterernährung be» droht ist. Der bürgerlichen Presse ist aber das Wohlleben reicher Hotelgäste und die Wucherfreiheit der Hoteldirektoren wich- tiger als das Leben der Kinder. Die großen Hotels schließen zum Protest ibren Kücken- betrieb und versncken. die übrigen Gastwirtsckaffen in ihren Streik mithineinzuziehen. Die burgerlicke Presse klagt: „Berlin wird eine Wüste werden!" Aber keinem dieser Blätter fällt ein, den Hoteldirektoren zu sagen, daß s i e die Scknld daran tragen, wenn„Berlin eine Wüste" wird. Die bürgerliche Presse jammert:„Zebntansende von Angestellten verlieren ihre Existenz." Aber daß es die Direktoren sind, die diele Anaestellten in ihrem Kampf um die� Wucherfreiheit als Kanonenfutter mißbrauchen, indem sie sie frivol auf die Straße setzen, das sagt sie nicht. Eine Lokalkorrespondenz verbreitet einen irreführenden Bericht, nach dem sich die Angestellten mit dem Hotelkapital solidarisch erklärt Men sollen. Wir freuen uns, feMteven zn' können, daß das.Teg enteil die Wahrheit ist. Die An- gestellten fordern die Wiedereröffnung der Betriebe und ihre Weiteirführung unter Einhaltung der bestehenden Porschriften. Sie werden hoffentlich die entschie- denste Nnterstiitzung der Behörden finden, die nun zeigen mpgen, daß sie nickt bloß gegen Arbeiter energisch sein können. Berlin hat noch keinen frivolesren Streik erlebt als diesen Hotelstreik— der Elektrikerstreik darf gar nicht in einem Atem mit ihm genannt werden— uich wenn dieser Streik, wie es tatsächlich der O�ll ist. die Interessen breiter Berliner De- völkernngskreise schädigt, dann mhiß mit starker Hand gegen ihn eingegriffen werden. Tie biirgerliche Presse aber. t\5e sonst jeden Streik ver- . inteilt, zeigr sich auf einmal wie umgewandelt, weil es diesmal nicht die Armen sind, die streiken, eondern die Reichen und Wöhlhabenden. Die Bürgerliche Preise, die strengste Hüterin der Gesetzlichkeit, wo es sich um den Tvshltritt eines armen Teufels handelt, tobt geradezu anarchistisch, um Dresche in ein Gesetz zu schlagen. daS die zahlungsfähigen Besucher erst- klassiger Hotels an dem unbeschränkten Genuß oon Sahne und Zucker hindert! Hat man denn in den bürgerlichen ZeitungZ- redaktionen nirgends ein Gefühl für die Größe dieses Skan- dals/ steigt da keinem das Schamgefühl auf? Ihr seht rstit an, wie mitleidioe Ausländer kommen.� um die Kinder eures hrmgeruden Volkes zu füttern und verteidigt das Pri- vileg der besitzenden Klasien ans unbeschränkten Lebensgenuß, als handelte es sich um die größte nationale Sache! Sclwn volitische Vernunft müßte diesen Leuten sagen, wie gefährlich es ist. für die Jnteresien, die sie verteidigen, auf solche Weise die soziale'ftfäulniS unserer Zeit aufzuzeigen. den naiven Klassenegoismus so nnverhüllt durch die ' Straßen spazieren zu lasten. Hier ein Voilk. das durch die ver- bängnisvollen Dehler seiner einstigen Beherrscher in namen- - loses Elend gestürzt ist, und hier eine bürgerliche Preste, die heult und tobt, die besinnungslos jedes Mittel der?sbwehr gutheißt, weil es im Esvlanade keinen Pifcazisnauflauf mehr zum Nachtisch geben soll! Ist das die Preste, die' den Bolschewismus bekämpft? Oder ist das nichr die Preste, die ihn züchtet? Notsihrei öee Zlogzeagarbeiter. Die Arbeiter- und An gestellten räte der Flugzeugfirmen Iunkers-Dessau, FöKer-Schwmn, Sablatnig-Flugzeugbau. Lloyd-LlMzerckehr-Sablatnig, Deutsche Lufreederei Benz- Mannheim und Daimler-Berlrn-Marienfelde erlassen einen Aufruf an die Arbeiterschaft D e u t f ch l a u d s, 'ihnen in ihrem Kampf gegen die gänzliche Zerstörung der deutschen Flugzeugindustrie durch dte Entente beizustshen. In /dem Aufruf Heißt es: „Wir find unS wohl bewußt, daß die frühere kaiser- liche Regierung in bezug aur den Krieg große Schuld trägt und daß das deutsch« Pol! verpflichtet ist, nach Kräften wieder gutzumachen, waZ den Nachbarvölkern schließlich durch den Fesdzug widerfahren ist. Wir wollen deswegen den Vertrag, den wir angenommen, haben, soweit erfüllen, wie es überhaupt nur �Heaschea.tun können, aber wir muffe» ünS.auf der«mdeven Seite. .qüch ganz«.utsch lasse» dagegen wehre», daß dieser Vertrag, der schwer auf unserem Volke lastet, noch schwerer gemocht 7 wird durch Zusätze, die auch die Reste uvsctes Wirtschaftslebens hinwegfegen. Wir verstehen, daß dte Entente noch militärisches tRißtrauen hat, wenn loir an die ewigen Revancheschreie na t i 0 nal i st i sche r Narren und an die O r a« s ch und ähn- l'.che Gebilde, die immer noch bestehen, denken. Aber wir geben hier vor aller Welt nach bestem Wissen und Gewissen die Ueber- .hmgung kund, daß eine militärische Gefahr au» der Lust in der Tat nicht mehr vorliegt. Ihr wißt ja, Kollegen, daß bereits 27 000 Flugmotorr» und 1t 000 Flugzeuge hier restlos zerstört mit: den, und Ihr wißt weiter, daß die wenigen Fabriken, in denen noch Flugzeuge gebaut werden, lediglich BerkrhrSflugzeuge her» stellen, die für einen Krieg überhaupt nicht in Frage kommen, ganz abgesehen davon, daß die Zahl, die wir monakkich herausbringen, nur eine sehr kleine ist. Wir geben hier öffentlich die Erklärung ab. daß wir weiterhin eine Fabrikation von KriegSflugzeugen nicht zulasse» werden' und daß wir stets ein wachsames Auge auf alle solche Be- strebungen, die etwa wieder einmal an den Tag treten könnten, haben werden. Da dies so ist.»ollen wir aber auch mit ganzer Kraft dafür eintreten, daß man friedliche Wirtschaftszweige am Leben läßt und str nicht ausrottet und uns damit noch weiter in den Abgrund hineintreibt. Im vorliegenden Falle kommt hinzu, daß nach reiflicher Prüfung der Angelegenheit ein« rechtliche Hand- habe für die Entente nicht besteht" Der Aufruf weift darauf hin. daß durch die LohMegung der Flugzeugindustrie auch andere Betriebe, die Zubehö-- teile herstellen, stark in Mitleidenschaft gezogen werden.� Er schildert die Notlage, in welche die Arbeiter aus diesen Industrien durch deren Lahmlegung fetzt mitten im Winter Versetzt werden, und appelliert an das Solidaritätsgefühl der Gesamtarbeiterschaft Deutschlands, daß sie im Kampß gegen idie Zerstörung der deutschen Flugzeugindustrie mit den Flugzeugarbeitern Schulter an Schulter stehe. Die reinen Iüealisten. Tor ArBcttsausschuß des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinemfabriken erlätzt eine Erklärung gegen die Deutschen Werke A.-G. und gegen den Kahn- Vertrag. Es wird behauptet: 'Der Abschluß des Verivages laßt sich nur«rkkärm durch die in wdustrielle.» Kreisen weit veibreweie Ansicht, daß sich die Deutschen Worte infolge der grotzon Vertu sie durch Streiks usw. nur noch durch verzweifelte Maßnahmen über Waffer halten können, indem sie sich auf jedem möglichen Wege Geld beschaffen und sogar zur Verschleuderung ihre? BetriSbSeinrichtungen Zu- Hudst nehmen müssen, selbst auf die Gefahr hin, die gesamte deutsche Werkzeugmaschinenindustrie durch Ueberschwemmung des Markte? mit Maschinen auf das schwerste zu schädigen und eine Katastrophe in einem wichtigen Gebiete des Deutschen Maschinenbaues zu ver- Ursachen. Diese Erklärung und Verdächtigung entspringt natürlich dem reinsten Idealismus imd der Sorge um Bas Wohl der Allgemeinheit. Geschäftliche Konkurrenz üude haben Dbei kerne Rolle gespielt und auch nicht die Abneigung und der abgründige Haß der Privatindustrie gegen ein staatlich ge- leiteteS Unternehmen. Wer wollte auch dom Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken so etwas zutrauen? Er besteht nur aus reinen Idealisten, die den Sinn des Wortes Kon- knrrenz gar mdst kennen und von schmutzigen Kon- kurrenzmanövern ihr Lebtag noch nichts gehört haben. Bismarcks dritter Sanö. Das Siuttgartrr Landgericht hat der Eottaschen Buchhandlung seinerzeit jede Veröffentlichung deS dritten Bandes der Bismarck- scheu„Gedanken und Erinnerungen" untersagt, und zwar auf An- trag Wilhelms des Ehemaligen, der die Explosion dieser seit Jahrzehnten für ihn bereit liegenden Granate scheute. So recht Wilhelm hatte, sich zu fürchten, so wenig reckt hatte da» Land- gericht, dem Exmonarchen«inen juristisch unverständlichen Liebesdienst zu erweisen, der wieder einmal Deutschland vor der ganzen Welt blamiert hat. Die Folgen find mm, daß dnrch allerhand Kanäle und Kanälchen Einzelheiten aus dem Buche durchzusickern beginnen. So wenig hie Wahrheit, wie einst Aenau fang, sich mit Mönchskutten verhängen läßt, ko wenig kann sie durch Richter- talare zugedeckt werden. Im Auslande beginnen jetzt Auszüge deS Buches zu erscheinen. Wa» sie als Hauptsensation bringen, hat der„Vorwärts" bereit» vor Wochen im Anschluß an dir Rede Hermann Müllers anf dem Kasseler Parteitag berichtet: nämlich das Urteil BiSmarckö über Wilhelm, das dahin geht, daß sich alle schlechten Eigenschaften seiurr Vorfahren in Wilhelm vereinigt finden. Daneben ist noch erwähnenswert din Brief, den der junge Wilhelm im Jahre 1S87, auf den baldigen Tod seine» Vaters und Großvaters spekulierend, an Bismarck geschrieben hat. Warum bellt der yunö! T h. Zell gibt im Verlag der VorwSrtSbuchhandknng noch gerade rechtzeitig für Veitmachten ein Buch heraus, das jung und afl Freude machen wird. Der Hund vom Standpunkt des Hundes. Er bewährt darin seine gute BeobachtungSkunft und vermiNell dnS außer vielen für die Erkenntnis und Behandlung des HuudeS wr rügen Einsichten lie Liebe zu dem eltesien und lreucilen Freunde des Menlche«. Durch daS geöffnete Fenster schaue ich mit rAn paar Knaben. 3te in meinem Hause wohnen und gern Nähere» von unseren HauSneren wissen möchten, an einem schönen Frühlingsmorgen auf die Straße. In dem uns gegenüberliegenden Plättkeller wird die Tür geöffnet, und mit lautem Gebell stürzt sich der uns wohl- bekannte Spitz.Peter" in das Freie. In diesem Augenblick kommt gerade ein Radfahrer vorübergesaust. Auf drehende Räder scheint es Peter wi« die meisten Hunde abgesehen zu halben, denn mit. wahrer Wonne verfolgt er laut blaffend den Radler. Toi dieser am die nächste Ecke biegt, so verschwindet auch Peter unfern Augea. .Erst nach langer Zeit erscheint er wieder in unserm Gesichtskreis. Warum bellt der Hund? Die Katze tut«s nicht, ebenso denken Pferde, Kühe und andere Haustiere nicht daran. Am das zu verstehen, müssen wir etwas ausholen. Hunde. Katzen, Pferde. 5iühe usw. find ohne Frage.Haustiere. Haustiere nennen wir solche zahme Tiere, die in einem Lande deS Nutzens oder des Vergnügens halber gezüchtet werden. Was waren nun die Haustiere früher, ehr sie der Mensch in sein: Gemeinschaft aufnahm? Von unseren Tauben wissen wir mit Bestimmtheic, daß alle Taubenrassen von einer einzigen Wild. taube, der Felsentaube, abstammen, die an den Küsten des Mittel- ländischen Meeres heimisch ist Ebenso haben alle Kaninchenrassen ihre Vorfahren in den Wildkaninchen, die Ziegenrassen in der Bezoarziege usw. Hiernach ist anzunehmen, daß der Hund früher als Wildhund lebte oder ans einer Kreuzung von hundeartigen Verwandten, wahrscheinlich von Wölfen oder Schakalen, entstanden ist. Jedenfalls war der Hund früher ebenfalls ein Raubtier, wi« es heut« noch fein« BeLvandten, die Wölfe. Sckakale und Füchse, find. � Bellen nun Wölfe und Schakale? Sie denke» nicht daran.. Sie heulen sich wohl, wenn die Dämmerung einbricht, zusammen, stm gemeinschaftlich auf Raub. auszugehen. Denn sie sind Ge- schöpfe, die es umgekehrt machen wie der Mensch. Sie ruhen am Tage und find in der Nacht tätig. Selbstverständlich gibt eS auch bei itttS in der Nacht tätige Personen, wie Nachtwächter, Verbrecher, Bummler, aber dtese kommen gegenüber der großen Menge anderer Menschen nicht weite? in Betracht. Wie Wölfe und Schakale ist der Hund ein Raubtier. Das will tagen, daß er nicht.wi« die Pflanzenfresser von Gräsern, Blättern, Moos, R irrte und andern Pflanzen stoffen lebt, sondern andere ' Tiere zu töten� sucht, um sie zu fressen. Daraus können wir ihm keinen Vorwurf machen; auch der Mensch ist kern reiner Pflanzen- fresstzr..-' i■ Ein Raubtier, ia», eiir anderes Geschöpf erbeuten will, mutz satürlich vorsichtig zu Werke gehen» Denn feec Pflanzenfresser hei durchaus keine Lust, fein Grab im Magen deS Raubtiers zu finden, fondern sucht sich aus jede Weise davor zu bewahren. Würden Wölfe, die gern einen Hasen, einen Hirsch oder ein Reh fressen möchten, schon vor Beginn der Jagd bellen, so würden sich die Pflanzenfresser vorher in Sicherheit zu bringen suchen. So ist eS denn ganz selbstverständlich, daß wilde Hundearten. wie die in Indien hausenden Kolsum». nicht bellen, ebensowenig die Wölfe und Schakale. Man hat sich darüber gewundert, daß die Hunde, die Kolumbus in Amerika zurückließ, da» Bellen verlernt hatten. Als man sie nach langer Zeit wiederfand, waren sie ver- wildert und stumm geworden. Das ist doch ganz natürlich. Sie mußten auf eigene Faust, nachdem sie von den Mensisien verlassen ioorden waren, ihre Nahrung suchen. Bach merkten sie, daß sie um so schwerer Beute machten, je mehr sie vorher bellten. Deshalb ließen sie das Bellen sein, wie es ihre Vorfahren getan hatten. Das Bellen ist alh eine Eigenschaft des HunoeS, die der Wild- Hund nicht besitzt. Wohl aber hat er eine Anlage hierzu, wie schon aus seinem Geheul hervorgeht. Genau so liegt e» bei anderen Haustieren. Wildenten und Wichgäns« hüten sich, so viel zu schnattern wie unsere HauSenten und Hausgänse. Wildenten und Wildgänse find auf dem Lande fast immer stumm, um fich ihren zahlreichen Feinden nicht zu verraten. Auch das fortwährende Krähen hat sich der Hahn als Haustier erst angewöhnt. Der Mensch fand dach berauS, daß das Bellen deS Hundes für ihn von Vorteil war. weil eS ihm den nahenden Feind oder einen Besuch anzeigte. Deshalb bevorzugte er die Hunde, die am meisten zum Bellen geneigt waren. Da solche Eigenschaften fich zu vererben pflegen, so hat der Mensch fast allen Hunden das Bellen angezücktet. Am meisten eignen sich hierzu die kleinen Hunderassen, die den großsprecherischen Menschen gleicken, die mit Worten Helden sind, während ihre Taten zu wünschen übrig lassen. Sie haben zu dem' Sprichwort Anlaß gegeben: Die Hunde, die da bellen, beißen nicht. Zu den bellustigsten Hunderassen gehört der Spitz. Wegen seiner Kläffteudigkeit. d'e alles Verdächtige anzeigt, hat man chn da gern, wo man auf Wachsamkeit Wert legt. . Wir sehen, daß die Frag», warum der Hund belli, gar nicht so leicht zu beantworten ist. Der dunkle Bann. So recht über Aachs hatte eS den Schnee gegeben. Die frühmorgevs ans die Straße traten, konntest sich nicht satt sehen an dem weißen Wunder. Di« Großen nicht'und erst recht nicht die Kletnon. Die waren eitel Glück und der Weg zum Schulhwus wurde jauchzende Schlitterbahn.> Gerade als ich in mich hineinhorchte und ganz deutlich spürte, daß ja auch in mir oiwaS wi« zum Schlittern drängen wollle, sah ich plötzlich ein eigenes Bild. Ein Stück voraus ging, paarweis« hintereinander, ausgerichtet wie ein militärischer Zug,«in Trupp gleichartig gekleideter Kinder. Der Anblick war eigentlich für mich nicht neu. Oesters am Morgen sehe ich den Trupp, wie er von der Anstakt dahinzieht. Zur genau bestimmten Zeit werden die einzelnen Straßen bis an die Vorüad:'chule passiert. Passiert, wie von einem pünkt- lichen Transport, dessen Zeitverbrauch Zwilchen AuSgangSstelle und EndzisT Luglich errechnet ward, und in dem« diese« außernandersetzt, wie er ak» Kaiser seine bundesfürstlichen Midkollegen zu kujonieren gedenke.„Denn pariert muß werden." Bismarck hat dem— also schon vor seiner Regierungszeit größenwahnsinnigen— jungen Mann drin. gend geraten, den Brief zu vernichten, und erst einmal die Reichsverfassung zu studieren, von der der künftig« Monarch ein Jahr vor seiner Thronbesteigung offenbar noch keinen Schimmer hatte. So charakteristisch diese Stellen sind, so sehr sie zum Gesamt» bilde Willselm» beitragen, so könnte doch ihre Bedeutung bis. ins letzte erst gewürdigt werden, wenn alle. Zusammenhänge bekannt find. ES zeigt sich, daß Byzantiners', nicht nur verächtlich, sondern dumm ist, und daß wieder, einmal Wilhelm von seinen Ratgebern der schlechteste Dienst erwiesen wurde, als fie ihn veranlatzten, der Herausgabe des dritten Bandes zu widersprechen. Was dadurch verhindert werden sollte,. geschieht jetzt doch und wahrschein. lich in einer Weise, die für Wilhelms Ansehen, soweit man von einem solchen noch sprechen kann, schädlicher ist, als wenn der dritte Band der BiSmarckschen Erinnerungen in seiner Totalität der Oeffentlichkeit übergeben worden wäre, yakenkreuzgeist an der Hochschule. Ausschluß nichtarischer Ausländer. An der T e ck n i s ch e n Hochschule Charlotten- bürg wird vollkommen öffentlich folgender Fragebogen verbreitet und an die Studierenden nichldeutscher Staatsan-' gehörigkett ausgegeben: Zufatz-Fragebogrn zur Aumabme von mchleingebüigeiieirSiudisrenden in die Studentenschast der Technischen Hochschule Charlottenburg. i. Bor- und Zuname,; 2. Genaue Amckuift: 8. Geburtsdatum: 4. Geburtsort:-kreis!-staat:(evtl. Land oder Provinz) ö. Muuer'vrache t 8. Religionsbekenntnis: 7. Name des Vaters: 8. Name der Muiter(geborenes:. 9. Religionsbekenntnis deS BaterS: 19.„ der Muiter: 11. Nachweis arischer Abstammnngt 12. Empfehlungen: Hierunter sind Empiehlungen von oderNa-bweiS der Zugehörig- keit zu einem bekannten völkischen Berein oder einer deui'-den Korporal, on. oder Empsehtungen bekannter deutscher Perönlichkeiten. 18. Anlegende Papiere und Urkunden: (Es ist beuu'ügen: 1. Heimat, uständigkeitSzeugni» 2. Tauischein 3. Geburtsurkunde 4. Miliiärpapiere 5. Studemenkarte) Ich erkläre ehrenwörtlich, daß sowohl ich als auch meine Eltern arischer Abstammung sind und ich dem Deutschtum nach beste« Könne» dienen will. Tharlonenbutg, den......................... Vor- und Zuname. Wenn der..Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund" oder irgend ein„Germanenorden" politischer Kindsköpfe derartige Fragebogen ausgibt, so niuß man ihm als privater Vereint- gung dies Bergnüngcn lassen. Daß aber an einem st a a t- l t ch e n L e h rinst i t u t derartiges geschieht, ist ein ö f f e n t- lich er Skandal, und wir hoffen, daß es nur dieses Hin- weises bedarf, damit der U n te rri ch tZ m in i ste r den ihm sicher bisher unbekannt gebliebenen Fragebogen außer KurS fetzt._ Polizeipräsident und BesatznngSbehörden. Unser Kölner Parteiorgan die„Meinische Zeitung" meldet, daß die Interalliierte Rhcinlandkommission die preußische Regierung hat wissen, lassen, daß sie die umfangreiche politische Tätigkeit.des Kölner Polizei. Präsidenten Gen. Runge für unvereinbar mit seinen Amts- pflichten hält. Ja. ich war den Kindern schon oft begegnet. Aber an dem weißen Morgen-- Der weiße Morgen stellte die Kinder weit«ußerhaö alles Heiteren, weit außerhalb der kbinken, lustigen Beweglheit des Straßenbildes. Wie die dunkelbraun gekleidete und schwarz- bemützt« Reihe so strenggeordnet dahinging, schien es, als zöge mit ihnen ein Unsichtbares, dos wie ein duMer Bann sei. Meine Schritte wurden auf einmal eiliger. Dann war ich heran und blieb dient hinter den Kindern. Vorn trippelten die Kleinsten, den Schluß mochten Zehnjährige bilden. Bald wurde es gewiß, daß der dunAe Bann wirklich vorhanden und auch sehr stark sei. Immer wenn der weiße Morgen sich zwischen die Doppelreihe drängte und in die jungen Sinne ein« ftebrig-zitternde Erregung trug, zog der unsichrbare Bann die Auseinanderstrebenden wieder zusammen. Und als es den Kleinen vom zweiten Paare nochmals packe und er einen schüch- ternen unbeholfenen Versuch zum Schlittern machte, der sogleich alles Sehnsüchtige der anderen wieder entfachte, rief der Zehn» jäfcria« am Ende des ZugeS: �Einrichten!" Das Wort klang nicht eben hart oder so. Es klang eher, wie wenn ein leiser Untertan von Mitvmpnndung mitschwänge. Aber dem bloßen Wort mußte wohl eine besondere Kraft innewohnen, denn die streng« Ordnung kehrt« sofort zurück. Und während der nächsten Äugenblicke blieb der weiße Morgen mit seiner Fröhheit und Lebendigkeit ganz machtlos. Der braungokleidete Trupp glich einer trauernden Prozession.- J An der Straßenecke bog ich ab. Eben als zwei kleine Hände verlangend nach einer tanzenden Flocke � griffen und in einem Paar Kinderaugen ein heißer Wu>n ich geschrieben stand. Reinhardt und der Film. Die tägliche Reinhardtmeldung kommt diesmal aus Stockholm: Zwischen Reinhardt und der schwedischen Filmindustrie sind Verhandlungen im Gange. Rein- Hardt soll für die Einsiudierung schwedischer Filme gewonnen tver- den. Wenn schon, dann' wäre eS uns lieber, wenn eS wenigstens deutsche Filme wären. Theater. Im Deutschen Opern Hause wird am Mittwoch statt Cavalleria ö t r a d« l I a gegeben. Weihnathtsmustk Am D o'm w'e in der Tbarlottenburger G e» dichtniSkirche wird diesen Donnerstag Weihnachtsmufit geboten. Borträge. Am Englischen Eemwar der Unweisilät, Dorotbee», strotze S. Hos t Treppe, spricht Freitag W. A. Margreve über:„Dir« Capi. taliatic Conception of Deinocraoy in II. S. A." Neber Kolloid. Chemie. ein neuer Zweig der Chemie, sprich» im Wiffenichasllichcn Verein am IS. Te-rember im Sörignl Keorgenstr. 34, SS, oben's 8 Uhr, Professor Dr. Freundlich. Ernlatzlarten dort und kn der Geschästsstelle. Hermann Bahr'S Lustspiel„Ehelei" ist im Verlage Erich Reitz, Berlin W 62, pIS Buch erschienen. Sin Unfall Carnkas. Enrico Caruso(tieft bei einem Konzert in vrocklyn ein bedenklicher Unfall zu. Sährerrd des Gesanges platzle ihm eine Halsader. Das Konzert wurde sofort unterbrochen. Ob Caruso>ür immer am Singen gehindert sein wird, steht noch nicht fest. Interna, ionole Festspiele in Zürich stod für tS2l und dann all. jährlich geplant. Ran will Opern und Konzerle inter nalionale» Ebaratters §tbm—«ljo eise fispotiasgcicgtnfcctt für deutsche üSujix und M-'P'-r, Nr.S1Z«Z7. Jahrgang 1. Heilage ües Vorwärts Mittwoch, 15. dezember 1»2S Emährungsnöte und Sieölungspolitit In der gestrigen ReichStagSsitzning wird die Aussprache über den Etat des Ernährungsmini st ertums(fünfter Tag) fortgesetzt. Abg. Hepp(D. Vp.) spricht in langen Ausführungen daZ Vertrauen seiner Fraktion zu der Politik des Reichsernährungs- minister» aus. Notwendig ist eine Senkung der Dünge- m i t t e l P r e i s e, die ermöglicht wird durch den Export über- schüflstger Düngemittelmengen. Die Ankündigung des Reichs- notopfers hat heillose Verwirrung in die Reihen der Land- Wirtschaft getragen.(Sehr richtig! rechts.) Abg. Ricfeberg(Dncrt. Vp.): Zur Steigerung der Produktion sollten wir uns besonders da?' englische Umlageverfahren zum Muster nehmen. Redner wendet sich dann gegen alle Sozialisicrungsbestrebungen in der Landwirtschaft und erklärt, datz nur die Betäligichig der eigenen Person und deS eigenen Willen? dos Bestmöglichste aus dem Acker herauszuholen imstande ist. Abg. Frau Wurm(U. Soz. links.): Trotz aller Beschwerden der Landwirtschaft steigen die Preise, fälli die Produktion, der- schlechrert sich die allgemein« Lage. Das Ängeboi wird so lauge knapp bleiben, als nicht die Einfuhr milarbeiien kann und preis- drückend wirken wich». Der wundeste Punk: in unserer Ernährung ist die Kinderversor�unH mit Milch. Hier wächst die' Not im Reiche und in Berlin standig. Die Proletarier können überhaupt keine Milch mehr kaufen. Tuberkulose und Rhachiti? nehmen ständig zu. Trotzdem ist Herr Hermes äußerst befriedigt. Wir erblicken in der Tatsache, daß ni Berlin nur 87 Proz des MilchdedarfcS gedeckt sind, keine Befriedigung. In den Telikatesfenläden gibt es Feigen. Datteln und dergleichen Leckereien, aber für die Einfuhr von Frisch- oder Trocken- milch ist der ErnährungSminister niclit zu haben. Und bei dieser Not müssen noch Milchkühe an die Entente obgvliesert werden. Hätten Sie(zur Rechten) nicht die nord- französischen Gebiet« verwüstet und dem armen Häusler die letzte Kauh aus dem Stalle gezerrt, so daß dort die Proletarierkinder heute genau so hungern müssen wie die unsrigen, dann wäre es nicht zu dieser grausamen Maßnahm« der Entente gekommen. Was unserer Landwirtschaft nottut ist die Steige- rung der Produktion durch«ine völlige Umstellung der ErnährungSpolitU, und zu dieser werden wir gelawgen durch die Sozialisierung der Landwirrschast.■• Abg. Dr. Böhme(Dem.) ist mit der. heutigen Ernährung«- Politik einverstanden und weist darauf hin, daß der Vorwurf, daß Minister Hermes«inseitig landwirtschaftliche Interessen vertreten würde, vollkommen unangebracht ist.(Beifall und Widerspruch.) Redner wendet sich dann sehr säharf gegen die Sied- lungspolitik des preußischen Laildwirtfchaft«mlnisteriums und er- klärt, daß die nun erlaffenen AuSführungSbestimmungen die Siedlung nur hindern, statt st« zu bessern.(Sehr richtig und Widerspruch.) Die bisherige Siedlungspolitik Preußens ist voll- kommen ungenügend.(Beifall und Widerspruch.) Preußischer LoubwirtschaftZminister Braun weichet sich gegen die Angriffe deS Vorredners und weist darauf hin daß der Vorredner von den Schwierigkeiten anscheinend kein« Ahnung habe.(Sehr richtig!) Trotz der Ueberlastung des Mini- stenums wurden die Ausführungsbestimmungen mit auherordent- licher Schnelligkeit herausgegeben. Die bisher in einem Jahr bereitgestellten 1000 Hektar stellen angesichts der außerordentlichen Schwierigkeiten ein« stattlich« Summe dar. Die Durchführung de? ganzen Programm?, das die Besiedelung von L— S Millionen Hektar vorsieht, beansprucht mindestens 2v bis 30 Jahr«, um so mehr als sie die ganze Struktur unserer Landwirtschaft vollkom- men ändert.(Sehr richtig!) Mit E nt e ig n u n g wurde noch weniger vorgegangen und zwar gerade wegen der steiS abiehnen- den Haltung der Parteigenossen de» Herrn Dr. Böhme.(Hört! hört!) Sem« ganzen Behauptungen hat er unbewiesen gelassen, er hat gesprochen wie in einer urteilslosen Parteive'rsamm- an der Hand von Material zurück. Für da? Vorgehen des Abg. Böhme fehlt mir überhaupt der geeignete parlamentarische Ausdruck. Abg. Moses lU Soz.): Die Tendeuzmeldung von der tziKiefe- rung der Milchkühe wurde in unerhörter nationalistischer Weise ausgeschlachtet. Warum hat der Minister dagegen nichts unternommen, ganz besonders nichts gegen die nationalistische Kund- gcbung des Deutschen Aerz'teverbandeS.(Sehr richtigl links. Unruhe recht?. Zwischenrufe.) Abg. Wirbel(Dt. Vp.) weist die Angriffe des Vorredners gegen den Deutschen Aerzteverband zurück.(Beifall rechts.— Wider? pruch links.) Abg. Ernst(Kootm.) fordert Beantwortung der schon im AuS- schüß gestellten Frage, wie es mit der Dienstwohnung des Di i n i st e r s gestellt sei, für die zweimal je 15 000 M. in den Etat eingesetzt sind. Der Präsident Dr. Bell erklärt, daß die Wortmeldungen ständig zunehmen, so daß kamn mehr Aussicht besteht, mit dem Etat des Ernährungsministeriums fertig zu werden. Abg. Gildemeister(Dt. Vp.) erklärt die in der Presse aufge- tauchten Gerüchte von Geldempfang durch die Partei- lasse als vollständig unwahr. Abg. Bernstein(Sog.): Auch wir sind der Meinung, daß die Regierung sich die Be- kanntmachung des Abkommens betreffs der Milchkühe besonders hätte angelegen sein lassen sollen. Redner wendet sich dann gegen die Ausführungen des Abg. Wirbel und betont die unbedingte Not- wendigkeit, zu bessere» Bezichunge» mit den Nachbarvölker» zu kommen. Die Sprache der Rechtsparteien ist geeignet, die Situation Deutschland? noch mehr zu verschlechtern. (Widerspruch recht?.— Sehr richtig! links.) Das ist Hochverrat am deutschen Boll.(Tumult-recht?. Zurufe: Unverschämtheit.— Bei« fall links.) Abg. Lcdcbour(U. Soz.) bemängelt zur Geschäftsordnung, daß der Minister nicht mehr im Haufe sei. Er beantrage deshalb S u?- pendierung der Sitzung bis zum Erscheinen deS Ministers.— Der Antrag wird mit allen bürgerlichen gegen alle sozio- listischen Stimmen abgelehnt. Abg.'L>nd(Dnot. Vp): D!« Reichsgetreidestelle hat voll- kommen versagt. Die Sozialisierung würde der Landwirtschaft den Garaus machen.(Beifall recht?.— Unruhe links.) Abg. Herz(U. Soz.) bespricht den' Fall des RegicrungsratS Dr. Fürst' der Einfuhrabteilung des ErnährungsministeriumS. Der Minister behauptet, daß. solange Fürst im Ministerium gewesen sei. er keine pflichtwidrige Handlungsweise bei ihm festgestellt habe, die vorwürfe seien erst nach seinem Abschied gegen ihn erhoben worden. Dem entgegen verweise ich auf den Brief, den schon im Juni der Betriebsrat nach Einsichtnahme in die Korrespondenz an den Minister geschickt hatte. Ein RegierungSvcrtreter(in Abwesenheit de? ErnälhrungS- Ministers):, In dem vom Herrn Abg. Herz angeführten Briefe findet sich kein Hinweis auf eine Schuld des Dr. Fürst. Abg. Herz(U. Soz.): Der Herr Regierungsvertreter konnte auf meine Behauptungen nichts Stichhaltiges erwidern, infolgedessen bleibt e? dabei, daß da? ErnShrüngsmintsterium gegen Korruptions- erscheinungen nichts unternimmt. Abg. Jandrep(Duat. Vp.): Die Landwirte haben ihrer Abliefe. nnigSpflicht Genüge getan. Daß Beamte der NeichSgetveidestelle Agitation gegen die Landwirte betrieben haben, ist sehr bedauerlich. Damit schließt die Debatte. Abstimmung erfolgt morgen. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr: Reichshaushall Plan? Abstim- mung über den Etat des Reichsernährungsministerinm?; zweite Lesung des Gesetzes über die Kapitalflucht. Interpellation Hergt (Dnat. Vp.) über die russischen Kriegsgefangenen. Schluß 7 Uhr. Seamtenrecht unö /lltersgrenze. lung.(Sehr richtig!) WWWWHW natürlich durch das Gesetz Grenzen gezogen, aber innerhalb dieser Grenzen sind die Bvstdmmungpn genau im Geiste des Ge- setze» gehalten. Die KultvramtSvorsteher haben die Pflicht fest- zustellen, ob der Landsuchende'auch in der Lage ist, das Land wirtschaftlich zu bearbeiten.(Sehr richtig!) Da» ist um so mehr notwendig, als viele Leute heute ihr Papiergeld in Land umsetzen möchten und das muß unter allen Umständen gerade bei der Eicdlungepolitik vermieden werden.(Sehr richtig! link?.) Bei der Abgab« von Domänen dürfen die meist auf lang« Jahre laufenden Pachtverträge nicht vergessen werden, die dem i?n Weg« sind.(Sehr wahr!) Ich bitte doch in Zukunft bei so wichtigen Dingen kein« Wahlreden zu halten, sondern nur sachliche Darlegungen der Kritik zugrunde zu legen.(Beifall link?.) Abg. vartz(Kom.): Angesicht? de» Elend» der Massen steigen die Profil« auf der anderen Seit« in» Unewneßliche. Die Politik der Deutschnationalen zeitigt immer neu« Blüten. Unsere' Land-? Wirtschaft heruht gänzlich auf k a pi t a i i st i s ch« r Grundlage � In der Dienstagssitzung der Preußischen Landesver» f a in m l u n g stellte Vizepräsident Dr. P o r s ch zu einem Artikel de?.Berliner Lokalanzcigers" fest, daß im WirtichaftSbetrieh der Preußischen Landesversammlung niemals Schleichhandels- wäre wie Mehl, Zucker u. a. verwendet worden ist. Der Gesetzentwurf betr. die Uebertragung richterlicher Ge. schäft« in Grundbuchsachen auf die Gerichtsschreiber und die Vorsteher der Katasterämter wird in zweiter und dritter Lesung angenommen, ebenso in erster, zweiter und dritter Lesung der Eni. Wurf zur Ergänzung de? StaalShauShaltSgefede? für das Jahr 1020.— Eine Reihe von Verordnungen des I u st i z m i- n i st« r s über Aenderung von Gerichtsbezirken anläßlich der AuS» führung de» Friedensvertrag? werden zur Kenntnis ge- nommen.— In der Abstimmung über die Antrage zu der Anord- nung über die Beschäftigung von weiblichen Angestellten in Gast- und Schankwirt schaften wird abgelehnt der Antrag Hanna iSoz.) auf Außerkraftsetzung de»$' 6, welcher den Ortspolizeibehörden da» Recht gibt, solchen weiblichen Gasthausangestellten, welchen ein Verstoß gegen die gnten Sitten tatsächlich nachgewiesen ist, die Be- schäftigung im Gasthau Sgewerbe zu untersagen. Auch die übrigen AbänderungSanträge werden abgelehnt und die Anordnung in der AuSschußfassung angenommen. Es folgt die dritte Lesung deS Gesetzentwurfs über die Einfüh» rung einer Altersgrenze. Abg. Dr. Freymuth(Soz.): Die Behauptung, daß das Alterz. grenzengesetz dem GericbtsverfussungSgesetz oder der Reichsverfassung widenpricht, ist falsch. Außer Preußen haben fast alle anderen Einzelftaoien längst die Altersgrenze eingeführt; ick nenne nur Bayern, Sachsen, Württembevg, Olden- bürg und Tachsen-Weimar, Baden. Fast in allen diesen Ländern ist die Altersgrenze auf 65 Jahre festgesetzt. Abg. Bartrld(Dem.): Der Gesetzentwurf iit auch im Interesse der Beamtenschaft notwendig.— Abg. Meyer-Herf-rd(D. Vp.): Da? Gesetz ist«in schwerer Eingriff m die Rechte de» Richter. Den AuSführungSbestimmungen waren standes, der von Gesetze» wegen Anspruch auf lebenslängliche An m------ jtelluna hat. Das Gesetz ist ein politisches Ausnahme- gesetz.— Abg. Schulte(Z.): Wir bitten um Annahme unsere» Antrag», der die Einführung einer UebergangSzeit festlegt. Finanzminister Lüdemann: In der neuen ReichSverfassung steht ausdrücklich, daß die Ein- führung einer Altersgrenze auch für Richter zulässig ist. Von der Beamtenschaft wird diese» Gesetz ausdrücklich gewünscht. Die StaaiSregierung will durch dieses Gesetz nur den Bedürfnissen deS verwaltungSapparat-S und den Wünschen der jungen Be- amten gerechl werden. Die Mitglieder des Oberverwal- tungSgerichtS dürfen von den Bestimmungen dieses Gesetze» nicht ausgenommen werden. Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit unsere? BerwaltungSapparate» ist eine Verjüngung nnsrre« BeamtenkSrper» durchaus erforderlich. Ein erheblicher Teil der Beamten kann sich auf die neue Zeit nicht mehr einstellen. Auch da» spricht für die Notwendigkeit einer Verjüngung. Abg. Negenborn(Dnat.) will im Gesetzentwurf die Direktoren und den. und ist mit allen Schwächen und Fehlern de? tapiialtstischeu System? belastet. Es ist nicht richtig, daß die Mehrproduk- tion im Interesse des Volke» lie�l, da? CoCk hat nur daran Interesse, daß davon mehr produziert wird, wo» die Not d«S Volke? lindern kann. Kommen Sie nicht wieder mit Rußland. Ein zaristische» Rußland hätte wohl kaum 6� Jahre Krieg führen können wie Sowietrußlond. Durch das neu« Wuchergesetz wird den Schiebern und Wucherern ebensowenig geschadet werden wie durch das alte. Abg. Dr. Böhme(Dem.): Der preußisch« Landwirtschafteminister hat mir Vorwürfe ge- macht, die von Sachlichkeit wenig merken lassen. Redner bringt dann Material über Fälle, in denen S'edlungslustigen ihr Borhaben entweder erschwert oder gänzlich verleidet wurde. Selbst der-Vor- wärt?" habe festgestellt, daß da? preußische LandwirtichaftSminist«. rium leide.— Leute für ihr minderwertiges Papiergeld Land bekommen. Ich werde in meiner Kritik diese« Verhaltens de» preußischen Land- wirtschaftsminister» fortfahren. Preußischer LandtvirtschastSmiuister Braun: der Lberv«rsich«rungsämter den richterlichen Beamten gleichgestellt wissen. Finanzministe: Lüdemann erklärt, daß den Direktoren der ObcraersicherungSämter die Merkmale-der richterlichen Beamten fehlen; fie können deshalb im Gefetz nicht wie dies« behandelt werden. Abg. Dr. Freymuth(Soz.): Wir werden den Antrag auf Her- aufsetzung der Altersgrenze für die Direktoren der Ooerversiche- rungsämter ablehnen, denn diese Beamten sind kein« richter- lichen. sondern Verwaltungebeamt«. Ebenso lehnen wir den Antrag ab, die Mitglieder de« Oberverwaltungsgerichts von dem Gesetz auszunehmen. In namentliche: Abstimmung wird derWntrag Schult«(Z.) auf Heraufsetzung der Altersgrenze vov SS auf 68 Jahre mit 94 gegen IIS slimmen bei 3 Stimmenthaltungen abgelehnt; ebenso wird der ZenirumSantrag aus Scraufsetzung der Beschlustunfähigkeit de» Haufes, da sich an der namentlichen Mstnnmung nur 191 Abgeordnete beteiligen.( Entrüstung Zzuruse von der Linken: Sabotage!)— Ter Vizepräsident beraumt auf 6 Minuten später ein« neu« Sitzung an. Zweite Sitzung. Der Gosetzeiitwurf zur Abänderung des.Gesetzes betr. den F o rit d i« b st a h l wird in zweiter und dritter Lesung m der AuSschußfassung gegen die Stimmten der Rechten an gen am- men, ebenso in zweiter und dritter Lesung der Gesetzentwurf betr. die Vevpflicht-ung der Gemeinden zur Haltung von Ziegen- bocken zugleich mit einem Antrag Peters- Hochdonn(Soz.), der die Perpflichlung auch auf die Stadtkreise ausdehnt. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Lesung de? Haushalts für die Forstverwaltung. Nach Ausführungen der Abgeordneten Held(D. Bp.) B e u t l e r(Dem.) ergreift das Wort der Landwirtschaftsminister Braun: Die Auflbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse bei Beamten der Forswerwaltmng habe ich mir angelegen sein lassen. Auch sind die Vertreter der Förster, entgegen anders lautenden Behauptungen im Ministerium vor der Ausarbeitung des Er- lasses angehört worden. Den Förstern ist die Möglichkeit ge- boten, auch in höhere Dienststellen aufzurücken. Eine Kon- trollinstanz im Ministerium für«inen Vertreter deS Förster» Vereins zu schaffen, würde zu Mißhelligkeiten führem. Auch den Waldarbeitern habe ich erträgliche Verhältnisse zu schaffen versucht. Die Tarifverträge müssen nach beiden Seiten unbedingt innegehalten werden, alle Fälle, wo dieS nicht geschieht, sollen mir gemeldet werden, auch ist der SchlichtungSauSschuh im geregelten Verfahren anzurufen. Kein Arbeiter darf wegen der Zugehörigkeit zu einem politi. schen»dar wirtschaftlichon Verbände entlassen werde«, jede solche unrechtmässige Entlassung wird von mir bcstriift«erden. Die Wahlen zum Betriebsrat sind von einigen Oberförsdern nur deshalb verzögert worden, weil sie glaubten, da» Ministerium würde noch besondere Bestimmungen darüber erlassen. Den Kasernenhofton, der bei einigen. Beamten noch vorherrschen soll, kann man nicht durch besonders Vorschriften abschaffen, ich hasse, daß mit der Zeit die letzten Spuren davon verschwinden werden. Die Lieferung von Grubenholz an die Beigbauverwaltuna ist durchaus erwägenswert, der verteuernd« Zwischenhandel müßte dabei möglichst ausgeschaltet werden. Alle Besürch. tungen, daß die staatlichen Forsten durch die Einschläge der letzten Jahre zu sehr angegriffen würden, sind' grundlos. Der Ber« Wüstung der prwatcn Forsten soll durch ein Iiotgesetz gesteuert werden, welches die Einschläge der Privatbesitzer von einer be» stimmten Höh« ab genehmigungspflichtig macht.(Leb- hafler Beifall.) Abg. Berten(U. Soz.): Der in den Forstschulen noch viel» fach herrschende militärische Geist muß unter allen Umständen verschwinden. Der HauShast der ForfWerwaltung wird angenommen. Es folgt dann die Beratung der Preußischen ZentralgenossrnschaftS- kasse. Abg. Busch(Zentr.): Ich richte«ine Mahnung an die deutsche Landwir tschast, den unsoliden Zwischenhandel auszuschalten, die Genossenschaften auszubauen, wie eS in Baden schon mit gutem Erfolg geschehen ist. Abg. Leidig(D. Vp.): Wir werden eine Erhöhung de? Grund- kapital» der ZeniralgenossenschaftSkasse vornehmen müssen. Eine Vereinigung mit der Preußischen Staatskasse wäre unpraktisch. Nach einigen Milleilungen de? Präsidenten der Zentral- genossenschaflSkasse Dr. HcUigenstadt, die auf der Tribüne unver- ständlich bleiben, vertagt sich da»� HauS auf Mittwoch IL Uhr. irtlgteiiz« an Mangel an Verständnis über Si-dlungSuatwend-gkeit «\-f«Ttitiifti-r Rnt itnA aeioot.»r mntf- nirfit. da» ht» kleinen ij"1 uei 6 �.I.mmentt.a.tungen avge.ehnt. Es ble.bt a.so bei der Altersgrenze von 6S Jahren und bei der Altersgrenze von 70 Jobren für tichtdrliff« Beamte und die Mitglieder des Ober» vernoltungsgerichtes und de« Landeswasseramt». Angenommen wurde ein Antrag Dominicu»(Dem.), wonach das Gesetz auch Anwendung ftndet auf da» Lehrpevsonal an den von Patro- Die Anwürfe gegen- mich auf dem Gebiet de» Siedlungswesens � nyien unterhaltenen Höberen Schulen, an den höheren Mädchen- sind recht weit hergeholt. Ich werde' später an der Hand des Steno, schulen und an den stödlischen Mittelschulen. Ferner wirb ein gramm» zeigen, aus welch« Weise Herr Böhme Beweismaterial Antrag derselben Antragsteller angenommen, wonach die Bestim- herbeischleppt. Ich hin al» Minister für ein« gewissenhafte Per- mungen de? Gesetze? durch Orts- ulw. Statut auch für Komn.unal- waltung der Domänen venmiwortlich. ich>i«rf sie nicht der- beamte in Kraft gesttzt werden können. Die Abitimmung über schleudern Merkwüvdig ist. daß sich Herr Böhme nicht nur einen ZentrumSontrag auf Zulassung einer Uebergangsperiode auf eine allgemeine Notiz de».vorwärts", sondern auch auf Mel- von zwei Jabren, während der die Bestimmungen de» Gesetzes düngen der„Deutschen Tageszeitung" beruft. Die Vorwürfe der erst mit der Vollendung deS 68. bzw. 70. Lebensjahre? maßgebend Verschleppung der AuSführungSbestimmungen weist der Minister> sein sollen, ergibt die Altersgrenze ngesetz, kammergesetz. Schluß 7 Uhr. da» Grundbesitzsteuergesetz. LandwirtschaflS- Soziales. Arbeitcrlohn und Beamtengehalt. Wir ervallen iolgende Zuschrift, der wir um so lieber Raum geben, al» sie da« Problem.Sibetierloh» und Beamiengebal," einmal gründlich beleuchtet: Di« Beamten, in letzter Zeit die Post-, Eiienbahn-, Kommunal- und Bankbeamten usw.. beklagen sich immer und immer wieder über zu niedrig« GebaltSsiuien. Teuerung«, und Kindetzulagen. I« will gleich im votaus bemerken, daß ich die Gebälier an den Heu- tigen Verhältnissen gemessen, kaum für ausreichend, mindestens nicht zu hoch Hai». Nun möchte ich mal die Beamten Bitten, in StrBeiterfreifen(gelernten und ungelernten) Umfruge zu kjaiteil, wie sick die Lödne zu den Jbrigen verhatten. Gewix sind Löhne von 5, S und 7 M. pro Stunde gezahlt, dock unter den Huiilerttauienden in Berlin werden sich wenige finden. welche das Glück banen, auch nur einige Jahre hintereinander ohne Feierpausen durch, uarbeiien. von den letzten beiden Jahren noch abgesehen. Die große Masse muhte mindestens ein Viertel- bis ein Drittelsahr zwangsweise reiern inkolge Arbeitsmangel. Hat schon emmal ein Beamter Umschau aui den einzelnen Arbeitsnachweisen gehalten? Ick glaube, er würde init Schaudern diese Räumr verlassen und sich nach seinem Beaiutendieust sehnen. Was würden die Beamien sagen, wenn ihnen seder Feiertag, Kranlheitctag nud sonstige nolivendige veriäumte Stunden in Ab- zug gebracht würden? HabeU wir n cht bis vor kurier Feit die Gemeindeeiiikoinmei'steuer für die Beamten zablen müssen? WeZ- Kalb muhieu dem Eiienbahnbeamten nov extra P r 2 m i e n ge- ftahli werden, wenn er seine Pfl'cht erfüllen sollte, z. B. Aufdeckung oder Unterlassung von Schiebereien». dergl. We.Shalb ist es nach Ansicht der Beamten Pflicht des Staates, dieselben ausreichend zu pensionieren? Leistet etwa ein Beamter mehr für den Staat als ein Arbeiter? Letzterer wird einfach aufs Pflaster ge- setzt, wenn er seine Pflicht nicht eriüllt. �Jch arbeite zirka 27 Jabre alS T»'chler, doch muß ich leider mit- teilen, daß ich laui PerbandSbuchiHolzarbeiterverband) in dieker Feit zirka 6 Jahre voll gearbeitet habe. Ich möchte denseniaen kennen lernen, der mir nachweisen kann, dah ich jemals obne zwingende Gründe gefeiert habe, natürlich hielt ich es lür meine Pflicht, in Lohnkämpien, welche in dieser Zeit gelührt wurden, stet? meinen Mann zu stehen, und AuSsperriinaen waren ja früher auch nichtS Seltenes. Ja. von allen diesen Dingen hat ein Beamter keine Ahnung. WirtichastSbeihilfen. TeuerunaSznla'ien, Kinder- zulagen, billigere Lebensmittel und Brennstoffeinkäufe, Ent'chnl- duiiqsiulaqen von tankend Mark zweimal» im Jabre... dah beim Arbeiter derlei Vergünstigungen forlkallen. weiß wohl der Beamte nicht. Nun böri man so ofi: ja, aber»nsere niedrigen An- fangsqebaltiätze. sagen die Beamten, ja, was ist denn mit einem Handwerker, vier Jahre Lehrzeit, und dann verdiente man S, S und!0 M. in der Woche in den ersten Jahren. Wie ist es nun mit der Arbeitszeit des Beamten? Erst dieler Taue wurde eine Verfügung erlasien, daß die Beamten möglichst acht Stunden arbeiten sollten inkl. Stunde M'ttagS- paii'e. Unsere Arbeitszeit inkl. Paulen ist von 7—4 Ubr, während die Beamten selten länger als von 8—3 anwesend find. Wenn Postschaffner Fenerwehrlente u'w. 16— l8l00 M. JabreSgebalt haben, io müssen sie eben versuchen, bei der Armut nnkere.S Landes damit auszukommen. Vgl. die Arbeitslosen, welche 9, 10, ja 12 Monate beschättigungsloS sind. Run kann uns mal ein Beamter das Rätsel lösen, wie eS ein Arbeiter machen soll, wenn er sich ein Kapital sparen will, von dem er auch nur annähe, nd sov-el Zinsen bezieben kann, wie wir für unsere Beamten Pension aufzubringen haben. Mit einem Donnerwetter mühte man dazwischen fahren, wenn man die'eS blödnnnige Geschwätz, hauptsächlich von den Beamten und Krämern, hört:' ja. eS muh ja alles teuer sein, die Arbeiter ver- lanaen ja so hohe Löhne! sie. selber bekommen fast da§ doppelte dieser Arbeiter. Wo und wann hat?S denn z. B. einen Banarbeiter gegeben, welcher bei seinen«hohen Lohnen" das ganze Jahr arbeiten konnte? Taukende und aber Tausende in unserem Berus liegen seit vielen Monaten auf der Straße, und täglich werden Betriebe geschloffen, doch die Regierung rührt sich nicht, weil wir ja keine Beamte find. Das Almosen, welches den Arbeitslosen gereicht wird, ist doch nur ein Balsam aus eine Wunde. Die Witwen und Waisen der Beamten beliehen eine kleine Pension, was bezieht dagegen die Hinterbliebene Familie eines Arbeiters? Dutzende von Gegensätzen liehen sich noch ankübren, dock obige Zeilen werden hoffentlich die Beamten ulw. zum Nach- denken veranlaffen._ Fritz Tamm. flus aller kvelt. Wie Amerika sozialisiert. Zwei Führer der radikalen«International Dffoc!at!on ok MachinistS" lamerikani'cher Meiallarbeitervei band) sind als D t r e k t o r e n in die zweitgrößte Nationalbank in Wasbingion eingetreten. Sie erklären diesen mit Zustimmung des Verbandes unternommenen Schritt als das beste Mittel, genaue Kontrolle auszuüben über das Vermögen des Metallarbeiterverbandes, bis man eine eigene kooperative Bank errichten könne. «Wenn wir alS Arbeiter". ft> führten sie einem Vertreter der «Federated Preß" gegenüber aus.«iemals in die Lage kommen, die demokratische Kontrolle über die Industrie auszuüben, müssen wir zu er st wissen, wie kie läuft. Wir muffen wisien. wie fie finanziert ist und wie die Finanzierung vere'niacht und vet- bessert werden kann, DaS ist's, was wir im Bankvorstand lernen können. Was den unmittelbaren Vorteil in dem indlistriellen 'Kampf angebt— so brailckien wir Jbnen nicht zu erzählen. daß wir jetzt Kredit zu besseren Bedingungen haben können als in der Zeit bevor wir»nier Kavital bei der Bank anlegte«. SS gibt zwei«««». bie»mrtroll» über die Jndustiie zu erlangen: sie aufzukauren oder�fie.mit 9t* w a l t in Besitz zu nehmen. Wir hmfcn nicht die nötige Gewalt. Aber wir haben das Geld, wenn wir eS zusammenlegen und richtig gebrauchen. Wenn die Arbeiterschaft sich erst der Macht ihres Geldes bewußt wird, das doch die Grundlage der gesamten Industrie bildet, werden wir wirkliche Fortschritte machen. Gerade die Kon- trolle der Banken ist der Weg zur neuen sozialen Ordnung."_* Achsenbruch einer V-Zug-Lokomotive. Der Schnellzug E> 4 B e r l i n— H a m b u r g hat bei Bergedorf einen Achsen- bruch der Maschine erlitten. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Bestohlene Platinschieher. Aus Freiburg i. Br. wird ge« meldet: Ein Landwirt und Holzbändler aus der Umgebung von Freiburg i.?r, kgm mit keiner Tochter nach Fr ei bürg, um sich an e-nem Platinhandel zu beteiligen, der ihm von un- bekannter Seile vorgeschlagen worden war. In einer Wirtschaft wurde mit drei Leuten darüber verhandelt. Einer der Fremden lockte die Tochter, die Z50 M, bei sich führte, auf die Straße, entriß ihr daS Geld und entfloh. Auch seine beiden Komplicen entkamen. Schweres Schiffsusglück in der Ostsee. Ein furchtbares Schiffsun« alück erei anete sich in der O st s e e. Während eines Sturme? er- hielt am voriaen Freitag das Moto»fohrzeug.Narve" ein Leck und ging rnrer. Die Frau de? Kapitäns und zwei Mann der Beiatzung ertranken. Die übrige Mannschaft klammerte sich an die Kam«, mandobrücke»nd trieb zwei Tage lang aus der bewegten See um- her. Jniolge der ausgestandenen Leiden wurden mehrere Mann der Besatzung wahnsinnig und sprangen in die See. Eist am Sonniaq wurden die überlebenden Schiffbrüchigen, der Kapitän und vier Mann, von dem Lcuchturmwächter in Goltland gesehen und gerettet. Hoovcr plant eine neu« Hilfsaktion.(F. P, S.) Herbert C. Hoover hat erklärt, er werde nicht eher ruhen, bis er für d°e hungernden Kinder Europas wenigstens 23 Millionen Dollar auf- gebracht habe. Er will an die Großmut und das Miigefühl des amerikanischen Volkes appellieren und hofft, daß sich aus diese Weise neue Hiltsouellen erschließen lassen, da die mit dem Beistand der amerikan'schen Negieruing eingeleitete Sammlung nicht ausgereicht hat, um dem Elend der darbenden Kinder wirksam zu steuern. Hgl-verZ Plan hat in Amerika bereits ein lebhaftes Echo gefunden. so dah er wahrscheinlich den gea'iinfchten Erfolg haben wird. 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U-, Ottrud Wagner, Picha, Haskel.St eda Berliner Theater Allabendlich 7 Uhr: Die spanische Nachtigall mit FritziMassary Hans Wassmann, Julius Brandt, Ralph Artur Roberts, Emtny Sturm, Herbert Klper, Olga Engl Ontral-Thenter St/.U.: Firlefanz(Märohensp.) T/t Frau Bärbel(Operette) Dentnchrs Opernhnna v uhr: StrailElla- Tänze. Frledr.-Wllhelinst.Th. ?'/, v.: Boheit die Tänzerin. Klein«'» Theater. Mr Die Piarrbanskomöilie. Kl. McliaaspieUians. n, uhr Ehelei. KomlHPlie Oper v/, uhr: liebe im Scbnee. Laateplelhans 7>h Uhr: Arnold Riech in Die schwebende Jungfrau netr« pol-Theater. L Bollandweibchen Aieue» Operetten Iimiii* 7v,u.: Die Csikäsbaröness Keuen V»lkKtheal«*r T-zt u Der Biberpelz Hchiller-Theat. Chart. t»/, u. 2x2= 5. Thnlla-Theater Gastspiel Hansl Niese TV«: Botschalterln Leni. Th.ani.Vollenilorfitlnta Zt/« Uhr Aschmi-rSdel. 7 uhr Wennlidiieerwachl Theater des WenteiiM z>i, Uhr: Schnee»-, u. Rosenroi �DererslenLiEhegollZEll Tb.l.d.Komtnaadanlenstr. 7»/, U. Wallner-Tbenter S'? Der Geiger?on Lugano. Walhalla Theater t'/.u.: Rasteibinder mit Alfied Läutncr als Gast Residenz- Theater. Täglich TV, Uhr- Uansi Arnstädi, Adele Sand rock, Carola ToeNe, Arnold Korff, Falkensteln, Do. 4. kl. Fr.: Max u. Moritz. Trtanon-Theater. Heute nachm 4 Uhr. kl. Fr.. Struwelpeter. Täglich 7>, Uhr: Kammennnsik. Son t g« Uhr, halbe Preise: Max und Moritz. Volksbühne Theater am Bülowoiatz .DasRäihclienv.llEübrßnn Lessino-Thsater, DireKtiofi Victor Barnowsky f'hr Amphitryo. Donnerftag /'/z- Flamme« Freitag Tfa: Amphitryo. Denlsehes RBnsiler-Tbeater Allabendlich Uhr; DieScheidnngsreise mit Max Adalbert und Trude Hesterberg. Heut und Sonnabend JUhr; Fitzlifitz. der Himmelneichnelder. Rose-Theater Der Erbförster. HS z?>?zU Theater 7>/:u| Dir.: James Klein. Auslands- Sensationen Kapitän Nansen mit seinen See- Löwen Albas Kopfrntsch| . durch den Zuschauerraum Rasendes Reck Sensations-Fahrt |Backp,, Uhr und Sonntag nachm. 3 v.: Elite-Sänger. Das grobe Weihnaebts- Programm! Vorv il-I>»«Uhr Admirals Palast 7v, Die roten Schabe. Mor.7l/j Die roten Schuhe IVänl 7 1 Mittw.auch3.U.| Die 25 Löwen! Das herri. Prunk? chaust. Tranmland. Ein Weihn- 1 Spiel d Circus Sarrasani orv. Tic-T7. Orcttcvas« Konigstadt-Theater Bahnho. iannowhzbrücke Tä?l. 7.30 m a n n. Friedrich»- baaen stürze Strafte L Seünan: B r o n z st I e t n-. Friedrichstr. 19. Salenlee, Srunewalb: R o a ck. Halenfee. statharinrnstr. 4. Gartenhaus pari. Her, leide: Marlin Smollbowskl. Henniasdori: S in m u i a I•Hatbcnouftt, 7. Zahannlsthal Alwin Sammitch Blsmarckstr. 8. Narlshorft: Frau Stanke, Hentigstr. 32, vorn parierte. «onlsdorl ff Stboli©tefeftt 80 stSutgS.Wnftrrhausen. NIrdrrltdmr: Fried r. Banmann NönigS'vtuiierbmifen Viickenwalder Str t stöpenick: Schlag. Rietze: Str. 9(Laden). SeSssnel von 9-8 Uhr. Ülchteadee� �1: �Lichtender«, Bartendergstr. L SeSffnet Lichtenberg N, Nummelsdueg, Stralr»! Sichtenderg, Box. Hagener Str. SZ. Geöffnet von 9-8 Uhr. 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Provinz. strafte 56 /Loheni, Neinickeudoef-Rolenthal: W. Büro. Prinz-Hrinrich�itr. 9L Schmaegeadarf: Ziehab, Breite Str. 4. Schönebergt Belzlger Sir. 27. SeSffnet non 9-8 Uht. Senzig F: i e d e w a, d Ehausteeftt. 54. Sitmeuostadt: Stein Nonnendamm-AIIee 99 e. Spandau: Lust, Neue Brücke, geitungsholie. Südeude: Ludwig Halsleftt. 86. Steglitz;® e b 1 1 ck c, Sdiilbbotnflt� 12. Tegel,' 1 Xr. t. 10. SeSffnet von 9—6 Uhr. Teltow: Ii r il g e r, SchSnow, Porfstr. 9. Tempelhos: Kalser.Wilhelm.Str. 1».. �. Tempelhos: Kandier, Hohenzollernkorsb 5. Trebbin- S S r i n g. Bahuhosstr.«2. Treptow: G r a m e n z stiesbolzstr. 419, borg Seiftenfee: Berliner Allee 54. Wildan-Hohenlehme: R u d. 8 e t i o w. Wllbelmshanen Sestenwiulel: Arthur Schieft», Wtl- helmsbaaen Derndurastr 21. WUmcre-o«: Solsteinildie Str. 19.- Wittenau: Wllh. glitt mermann. Rosenthaler Str. 4« Woltersdori: Schurbaum. Eichendamm 22. gehlendori.«chiachienlee. Rttolaslee: Wega er. stehlen dori Annaftr 10. jtratfeen. Miersdoef: Ernst Wlntcitelb, steufhen stu rillt Neu Nr 46._ Sellen: Alderl Stein__ Mittenwald er Str. IT. SömMcke Stleeatur lawfe alle willenlchatfliche, Werie werden»elieferi. Sonntags st,» die»etchdftostele, aetchlsste,.' OGARETTEN SIND DIE BEKANNT GUTEN Die besle Wclteaclilsgabe: Colonlasport Sachsenbluma Eno Statt jeder besonderen Meldung I «m ia Stjembei mtWUtf sanft unser««Me»mce SRnlter, mew« vielgeliebte Schwester. oenv. ZWgderMSMl N.öM Rose geb. Pohl nach schmerzennreichem Nranlenlager. Zn tiefster Zrnurr Rechtsanwalt Dr. Holpert and Fi Katharina Gisela geh. Senff »erw. Frau Florentinc Fr, mm. rau Diene Bayreucher Str. 7. Die EinZscherung hat stattgefnndrn. Beileidsbesuche dankend verbeten. SZsR Bezlrksvtrband S.P.D. 35, Abteilung. «m 12. d.M. starb unser, sunge, aber sehr rvliriae Genossin lSl/iS Lncie Scholz bussttenstr. 39, in Wter von 23 Jahren vi« SWSscherung findet Dvimerotag, abend» I Uhr, im Ziiemalorimn Gericht» straße statt. Rege Beteiligung erwartet Sn Borstaub» «m Sonnabend, den lt. Dezember, nachmittag« <>/, Uhr. verschied plÄtich und unerwartet mein Iteoer. guter Mann, unser lieber Onkel, der Schriftsetzer AS! Mehlmanii m 64. Sebensjal Heimgegangene rend 43 Jadre in\ seldschen Buchdr im 6t Ledonsjahr«— Der war wSH» der Sitten» seldschen Buchdrucherei di» zu deren Aufldfung tdtig. Die» zeigt, um stille, Beileid bittend, tiefdetrstbt an Im Namen der Hinter» bliebenen ZgZSb Math»»» IN-hlman» geb Hardt. Bankow. 13. Dezbr. 1920. Die Einäscherung findet. Freitag, den 17. Dez. abend» 6 Uhr. im Krematorium Gerichlstrahe statt. proilalttlr-tZanosgeaecdsst „Pein- Mechanik- Berlin' E. a IN. b. H. Die Oenossenschaft Irt ank gelöst Die Gliübiaer werden aufgefordert,»Ich III melden. DieLliialdtloreB. ger. Kau«chmann, sei. Belsen gei. v. Schönermarck. SpezTalarzt Dr. m,d.W,ckenfnB Frledriohstr.lZS Sonnt. 11— t Snvhili». Harn», Frauenleiden. Blutunterfuch. Schnelle.stchere.schmerzloleSetlg. olme Derusestärung. 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Aber d.e Versammlung von Ange st«Ilten der geschlossenen Hotelbstriebe, die vom Betriebsrat der Hotellbetriebsgesell- schast zu gestern mittag nach dem Wintergarten einberufen worden war, dürfte die Hoffnungen der Hotelbesitzer sehr berabgestimmt haben. Ts? Referent Gabel vom GaftmirtSgebilfenverband warnte die Angestellten«ndrlnglich, sich wieder mal vor den Wagen der Arbeitgeber spannen zu lassen. D ie Tchlemmersi in den Hotels diene zwar dem wucherischen Profitinteresse der Hoteliers, aber für die wenig kaufkräftige Mass« der BevAkenung wei>de durch den von Hotels getriebenen Schleichhandel die NahrungSbcfchaffung nur noch mehr verteuert und erschwert. Das scharfe Vorgehen der Behörden' sei berechtigt. Nur müsse man verlangen, daß auch gegen die wuchernden Produzenten, im besonderen gegen die Großagrarier, mit gleicher Strenge eingeschriLen werde. Zur Still- lsziing der Hotelbetriobe liege kein zwingender Grund vor, denn die Weiterführung unter Beachtung der Ration.nevungsvor- schristen sei sehr wohl möglich. Di; Betriebsräte hätten sofort auf eigene Kaust die Wiedeieröffnung und Weiterführung ms Werk setzen sollen.(Leibhafter Bemall.) Zn der Diskussion wurde last allgemein das Vorgehen der Hoteliers verurteilt. Einen Verosidiger fanden sie eigentlich nur in einem einzigen Redner, der aber(ntit seinen Aus» 'ührungen starken Widerspruch fand. Der Gedanke einer B e- triebsweiterführung durch die Betriebsräte wurde von verschiedenen Rednern begrüßt und zur Ausführung empfohlene Kin« vom Betriebsrat der HvtelbstriobSgef.'llschaft vorgelegit« Rosolm ion mißbilligte das Vorgehen der Staat samv altschaft gegen weit Zurückliegende Uebertretungen, zu denen alle größeren und k'einsrsn GastwirtSbetriebe gazwumzen gewesen soien, und forderte eiste Amnestie. Für die Zukunft sei zu fordern strenge Fnnehaltung her Vorschriften, Ueberw-achung durch eine 5lommifsion von Arbeit» rshmern und Artbeitgobern, sofortige Anzeige und Ahndung aller Heheriretungen. Diese Resolution wurde gegen eine schwache Rind�rhei: abgelehnt. Angenommen wurde mit sehr starker Mehrheit eine vom Referenten vorgelegte Resolution. Sie sagt hauptsächlich fol- ce.ndeS: Die w.llkürliche Schließung der Betriebe durch die Hoteliers will die Behörden zur Aufhebung ihrer Verordnung zwingen. Sie rst aber eine verfehlte Maßnahm« und kann die Lage nur verschärfen. Die Gastwirte und Hoteliers müssen erkennen, daß (r.jch sie die Pflicht halben, die Gesetz e.z u beachten. Nur so kann der die Volksernährung schädigende Übermaß gz Luxus ein» fvtrcatt werden. Die Augsstellten lehnen ganz..ent» schieden ab, sich als Vorspann für die Arbeit- gebor mißbrauchen zu lassen. Sie protestieren dagegen. daß Hinweise auf die Notlage der Angestellten von den Arbeit- gabern zur Förderung ihrer Zwecke benutzt werden. Sie verlangen sofortige Wiedereröffnung der Betriebe, Führung der Betriebe untsr Beobachtung der Gesetze, Einsetzung �mer-Aatransisisn aus Arbeitgebern und Avbeitnehmern bzw. Ver- trerern de: Organisationen und der Betriebsräte, die zusammen mst den Behörden Maßnähmen zu beraten hat, um endlich Be- ruhig ung im Hotelgewerbe herbeizuführen. Sie fordern we.ter Sin Vorgehen gegen den Wucher auch der Produzenten. Die jetzigen Maßnahmen fassen den Wucher nicht'au der Wurzel und verdecken nun den kapitalistischen Anstrich der Regierung. Die Angestellten c. wartet! B.sserung nur von einer soziaflifttschen Regierung uns werden sich für eine solche einsetzen.. Gleichsalls mit starker Mehcheit wurde noch sin Zusotzantrag ar. genommen, beim Reichswirtschaftsministerium anzuregen, daß auch Konditoreien und all« Pr-vathaushaltun. gen der oberen Zehntausend kontrolliert und nötigenfalls vom Wuchsrgefetz getroffen werden. �ueschnitte aus tev bürgerlichen Stadtverwaltung. Vor einigen Wocken wurde in einem Artikel darauf binae- wstsin, daß es im Westen noch zabltetche. viel zu große Wohnungen gäbe, die beschlagnahmt und WokinunaS- lo'en iibeiwie'en werden könnten. Vorher hatte der Veiiasier dem WohnnnftS'Mt beteits etwa Zyl) solcher Wohnungen schriftlich an- aeteigt. Darauf bat die zweite Wabnunadinsvekiion geantwortet, dast nun mehrere Wobnunesteile beschlaanabmt seien, bei andeten Brnsting stattfinde. Hoffentlich macht die Jnipektion NUN gründ- liche Arbeit. Aach die städtische Güterverwaltnng ist mit.Fach- l e n t e n� be'etzt, die es ober ebeniowenia wie bei der Gr»ndeiaen- tiimS-Devutaiion t�erh'ndert haben, daß vielfach doS städtische Cr inen tum verschleudert worden t st. Z. B. hat d'e tzlaad ank den Rieielreldetn hei Osdorf ein Herr Gottlob oe- vachiet. ein kinberer Lvinnereibesitzer, fetzt Rentier und Millionäi. Er hewodnt eine Villa'N Zeblendorf, trotzdem vermietete'hm der Administra'ar L ananer a»f dem Nebenant Kleinbeeren noch ene.z wette W o b n II n g von 8 Wohnräumen, reichlichem Fnbehör W''tschafISrä,imen. Scheiw?«ad S'allunaen slir 1825 M. Da, n Vlt Margen KatSaarien mit 78 Obstbäumen, vielen Beeren- stiänch�rn und Gemätebeeten für jäbrlich 7 7.68 M. Nach- dem Lätm geschlagen war. wurden Wobnima tind Garten ab» ae'chätzi und die M'et? für sene auf 3 2 00 M. für diesen ans 200 M. jähilich erböb'. Auch dieS ist mindestens für den Garten noch viel ,n billia. GntSang e stellte schätzen den Gartenertrga auf 1 0000 M. bei den beultgen Preisen und bieten 2000 M. Pacht; auch die städtisch? EniehiinaSanstalt Kleinbeered würde ihn gern vacklen: aber der Millionär Gottlob erhält ihn erst kür 77. dann für280 M. Um den Ved-wken wexstn der uweiten Wohnung ,u beaegnen, inurde ein Angestellter von Gottlob als.Jagdansseber" in die Wabnuna gesttzt. Dabei baben drei städtisch« Bureau» nnae stellte in Osdorf keine Wohnung, sondern müsien alle Daae nach Berlin sttbren, wo üe den Berliner Wobn''na?lo>en die Wobnunaen fotinebmen. Gottlob bat auch noch die Bnkbol,er A n a d bekemmen und ste gleich weiter verdachtet, trotzdem das verbaten ist Ferner sind ihm 8 Moraen Land verpachtet, und er soll noch 48 Morgen darn bekommen, trotzdem er kein Landwirt ist. die kleinen Lanvwitte in Kleinbeeren gern da? Land pachten möchten und über die Bevorzugung GottlobS empört sind. DnS ist aber«och lange nicht alles. Gottlobs Pferde stehen im Giitsstall und werden vom Gut verpflegt. Auch der Kutscher wird vomGut gestellt und bezahlt. An- aeblich wurde das dadurch abgeaolten. daß die Pkerde auch teil- weike kür das Gut arbeiteten. Das war aber nicht der Rede wert. Erst als ein Anderer verlangte, auch leine»nter diesen Be» dinaunoen unter, ubrmaen. wm de d'e Sache aeändert. Seit 1. Oktober bezahlt Gottlob das Futter für seine P'erve. Im Her'st 1818. als die Kartoffeln noch unter ZwanaS» bewsttstbnsttmo standen und viele Arbeiter sich nur mit Mübe und Not dienö iasten Kattokfeln verschaffen konnten, winden obne Be- acht n ng der Borschriften an den Millionär Gottlob direkt vom Felde weg etwa 100 Zentner Kartoffeln geliefert. obne daß sie gewogen und ohne daß sie in die Bücher ein- getragen wurden, so daß sie gar nicht bez-hlt worden wären, wenn Genosse Inspektor Kluge in Birkholz die Sache nicht der Deputation angezeigt bütie. VaS ae'chah nun? Die An- ,ei ge w n rSe nocd oltvreiißiicher Art vom Küterdirekior an den Haiipibeschiilbigien. Administrator Langner.-um Bericht und zur Pernehmung der Zeugen(seiner Untergebenen st gesandt. ES beruhte naiürl'ch alles auf Ber'eben usw. Nur eine aan, klein? mikde S'rake wurde verhängt, aber Lancmer ift trotz aller dieser und noch anderer Pflichiverletzimaen now beute auk keinem Posten. während Klnae verletzt worden ist, natürlich nickt wegen der Anzeige,'oudern ans.d i e n st l i ck e n Gründen". Wie muß die'eS V?' fahren ans die Angestellten und Arbeiter wirken, d'e die Vorgänge kennen? Sie müssen sich dock sagen,' daß man wohl Pflickkverletzunaen begeben, sse ober nicht anzeigen darf. Hier muß dt? neu- V»rwaltiina mit eiserner Energie eingreifend und rücksichtslos die Schuldigen beseitigen. Die Provisionen in der ReichSZemnsesteUe. Nachdem daS Sirafverfäfren gegen den ehemaligen Prokuristen der Reichsstelle für Gemüse und Obst, Herrn Plate, wegen des rechiSwidrigen Bezugs von Provisionen in Höhe von 1 130 000 M. durch die Amnestie erledigt worden ist, schwebt noch ein objektives Vorsohren wegen Einziehung zwischen dem Verein zur Bekämpfung des Bestechungsunwesens und den Interessenten. In dieser Sache stand gestern Termin vor der 8. Strafkammer des Landgerichts l unter Borsitz des LandgsrichtsdirekiorS Dr. W e i» g e r t an. Das objektive Verfahren wurde durch folgende Berein- banmg erledigt- Plate verpflichtet sich. 200 000 M. in dprozenkiger deutscher ReichSanleihe und 100 000 M. in bar an die zuständige amtliche Stelle zur Verweh dungfür die hungernden Kinder Deutschlands zu überweisen. Hoffentlich werden in dem noch anhängigen Zivilprozetz der Reichsgemüsestelle gegen Pläte auch noch die übrigen 880 000 M. zu Unrecht empfangenen Provisionen eingezogen. Um diese Sum- men sind der Bevölkerung in der Zeit schwerster Not die notwendigen Nahrungsmittel verteuert � worden. Ein Vorgehen, das mit der Einziehung der Provisionen immer noch zu gelinde gestraft wäre. üerllns§iuanzbeüarf. Zur Deckung des kommenden Finanzbcdarf» hat der Maaistrat der Stadtveroidnelenveriän'mluiig drei neue Sleiiemditunaen zur Beicklußfasiung vor.telegt und zwar: 1. einer Ordnung für die Eibeduna einet Gimeindesteuer von der Erlangung dei Eilaubn'S zum ständigen Betrieb der Gastw'rischatt. Sckankwiriickofl oder de» Kleinhandels mit B'anniwein oder Spiritus in der Stadtgemeinde Berlin; 2. einer Wohnstenetoidnung bet voriibergebendem Auf» enthalt in der Stadtgemeinde Berlin; 8. einer O'dnung tür eine WodnunaSluruSsteuei tn der Siadtgemeinde Berlin. Weitere Em« würfe befinden sick noch in Borbereitung und werden der Stadt« verordnetenversammlung alsbald zncieben. Die«bückt ist, sckon vor der Vorlegung des Haushaltsplans der Stadtverordnetenver« iammlung die Ausschußberatung der Sieuerordnungen zu ermög- lachen. « Die Finanz-« nd Steuer-D«putation der neuen Stadtgemeinde Berlin hielt aeftern vormittag im Raibanse zu Berlin ihre erste Sitzung unter Leitung des SkadtkämmererS B ö ß ab. Als w'ck'iaster Bunlt wurde die Aut.rabe der Stadibaushausvläne für d'e Jahre 1820 und 1821 uno Herstellung des GleickgewickreS der Einnahmen und AnSaaden hervorgehoben. Eine weitere Ans- gäbe wird die künkiioe E'nrickmng der Finanzverwaltung und Ab» nrenzimg der Zuständigkeit, der Zeniral- und der Beurkeverwal- nmaen sein. Der Kämmerer gab einen kurzen Ueberblick über die F'nanzlage der neuen Siadtoememde. Eine«nSiprache hierüber ioll in der näckste» Sitzung am Sonnabend sta,'finden. Die Noil�end'akeit einer umkassenden Mnarbeit der Deputation an den großen Ailsgäben der städtiscken Finanzverwaltung winde allseitig aneikannt. Der Siadtkämmerer stellte die baldiae Bor- laae eines aussührlicken FinanzberickieS, der aüch der Oeffent- lichieit zugänglich gemacht werden ioll, in Ausficht. Ei« vielseitiges Genie. Bei der Abholung eines Liebesbriefes verhastet wurde ein Gauner, der angibt, Heinz Wolfenberg zu heißen und 26 Jahre alt zu sein lieber seine sonstigen Verbältnisse verweigert er jede weitere AuSkunst, ebenso jede Unterschrist. Wer er eigentlich ist, steht noch nicht fest. Ein Militärpaß, den er bei sich hatte, ist drei- mal gefälscht. Der angebliche Wolfenberg betätigte sich im Hauptberuf als Heiratsschwindler. Als Assessor Dr. Harry Wolfs machte er die Bekanntschaft heiratslustiger junger und auch angejahrter Damen. Durch sein elegantes sicheres Auftreten fand der Herr Assessor nicht nur den Weg zum Herzen der Schönen, sondern sehr bald auch zu deren Portemonnaie. In Breslau und in Berlin mußten ver- schieden« beiratssustige Damen ihre Ehesckhnjucht recht teuer be- zahlen. Daneben betrieb Wolsenberq auch noch einen neuartigen Schwindel. AIS„Referendar" übernahm er die Ferienvertretung von Rechtsanwälten und benutzte die. Gelegenheit zu den ver- schiedensten Betrügereien. Schließlich verstand Wolienbevg es auch, billig einzukaufen, indem er größere Einkäufe machte und diese mit wertlosen Schecks bezahlte. Ein Mordgerücht, dcS zur Alarmierung des MordbereitschaftS- diensteS der Berliner Kriminalpolizei führte, war gestern vormittag in Wilmersdorf verbreitet. Tort war der 43 Jahre alte Architekt Ernst Streit in seiner im dritten Stockwerk deS Hauses Wilhelms- aue 8 belegenen kleinen, aus Stube und Küche bestehenden Woh- nung unter verdächtigen Umständen tot' aufgefunden. Der Mann war seit 14 Tagen nicht gesehen worden und in seiner Behausung war olles in Unordnung. Zur Ilufklänivg des LeichcnsundeS be- gaben sich der Chef der Kriminalpolizei. Lberregicrungsrat Hoppe und Kriminalkommissar Hopp« mit seinen Beamten dorthin Di« Aufnahme des Tatbestandes ergab jedoch alsbald, daß kein Ver» brechen vorliegt. Ter Mann ist eines natürlichen Todes gestorben. Die Unordnung rührt daher, daß der Man als Junggeselle weniger auf Ordnung gehalten hatte. Zur genauen Feststellung der TodeS- z Die örek gerechten Kammacher. Von Gottfried Keller. Aber wer beschreibt ihr Eisstaitnen. als der Schwabe sich gerode so benahm, wie ste selbst, und sich die Erkennung, die Knzjschen ihnen vorgegangen, noch einmal wiederholte zu dritt, wodurch sie nicht nur dem Tritten gegenüber in eine unver- "hoffte Stellung gerieten, sondern sie selbst unter sich in eine ganz veränderte Loge kamen. Schon als ste ihn im Bette zwischen sich nahmen, zeigte sich der Schwabe als vollkommen ebenbürtig und lag wie ein Schweselholz so strack und ruhig, so daß immer noch ein biß- cksen Rarm Mischen jedem der Gesellen blieb und das Deck- bett auf ihnen lag. wie ein Papier auf drei Heringen. Tie Lag? wurde nun ernster, und indem alle drei gleichmciß'g sich gegenüberstanden, wie die Winkel.eines gleichseitigen Drei- ecks. und kein vertrauliches Verhältnis mehr zwischen zweien möglich war. kein Wafsenstillstanb oder anmutiger W'tistreit. waren sie allen Ernstes beflissen, einander aus dem Bett und dem HauS hinans zu du'den. Als der Meister sah. daß diese drei Käuze sich alles gefallen ließen, um nur da zu bleiben. brach er chnen am Lohn ab und gab ihnen geringere Kost; ober desto flciß'ger arbeiteten sie und setzten ihn in den Stand, große Vorräte von billigen Waren in Umlauf zu bringen und vermehrten Bestellungen zu genügen, also daß er ein Heidengeld durch die stillen Gesellen verdiente und eine wahr Goldgrube an ihnen besaß. Er schnallte sich den Gnrt um einige Locher wester und wielte eine große Rolle in der Stadt, während die kbricht.'n Arbeiter in der dunkeln W-rk- statt Tag und Neckst sich abmühten und sich gegenseitig hin- aufarbeiten wollten. Dietrich, der Schwabe, welcher der jüngste war, erwieS sich als ganz vom gleichen Holze ge- schnitten, wie die zwei andern, nur besaß, er noch keine Er- IvarniS. denn er war noch zu wenig gereist. Dies wäre ein bedenklicher Umstand für ihn gewesen, da Jobst und Fridolin einen zu großen Vorsprung gewannen, wenn er n-cht chs ein erfindungsreiches Schwäbl-in eine neue Zaubermacht her- anfbeschworen hätte, um den Vorteil der andern aufzuwiegen. Da sein Gemüt nämlich von jeglicher Leidenichoft. frei war.� so frei wie dasjenige seiner Nebengesellen. außer von der Leidenschaft, gerade hier und Nirgends anders sich anzusiedeln und den Vorteil wahrzunehment so erfand er den»Gedanken, sich zu verlieben und um die Hand einer Person zu werben. welche ungefähr soviel besaß, als der Sachse und der Bayer unter den Fliesen liegen hotten. Es gehörte zu den besseren Eigentümlichkeiten der Seldwyler, daß sie um einiger Mittel willen keine häß'ich n oder unliebenswürdigen Frauen mah- imen; in große Versuchung gerieten sie ohnehin nicht, da es � in ihrer Stadt keine reichen Erbinnen gab. weder schöne noch � unfeine, und so behaupteten ste wenigstens die Tapferkeit. auch die kleineren Brocken zu verschmäh''!i und sich lieber mit lustigen und hübschen Wesen zu verbinden, mit welchen sie ! einige Jahre Staat machen konnten. Daher wurde eS dem ausspähenden Sckwaben nicht schwer, sich den Weg zu einer �tugendhaften Jungfrau zu bahnen, welche in derselben Straße wokmte und von der er. im klugen Gespräche mit alten Weibern. ! in Erfahrung gebracht, daß sie einen Gültbrief von sieben- ! hundert Gulden ihr Eigentum nenne. Dies war Züs Bünzlin, eins Tochter von ochtundManzig Jahren, welch)« mit ihrer Mutter, der Wäscherin, zusammenlebte aber über jenes iräter- üche Erbteil unbeschränkt herrschte. Sie batte den Brtes in einer kleinen lackterten Lade liegen, wo sie auch die Aiusen - davon, ihren Tanfzettel. ihren Konfirmations'chein und ein bemaltes und vergoldetes Osterei bewahrte: serner ein halbes Dutzend silberne Teelöffel, ein Vaterunser mit Gold auf einen roten durchsichtigen Glasstosf gedruckt, den sie Menschen haut nannte, einen Kirschkern in welchen das Leiden Christi ge- schnitten war, und eine Bückise aus durchbrochenem und mit � rotem Tatst unterlegten Elsenbein, in welcher ein Svtegel- | chen war»nd ein silberner Fingerhut; ferner war dann ein anderer Kirschkern, in welch m ein winziges Kcgelspiel klap- verte. eine Nuß. worin eine kleine Muttergottes hinter Glas log. wenn man sie öffnete, ein silbernes Herz, worin ein Ni eckst ckwämmchen steckte, und eine Bonbonbüchse aus Zi- tronenschale. auf deren Deckel eine Erdbeere gemalt war. und in welcher eine golden? Stecknadel auf Baumwolle lag. die ein Vergißmeinnicht vorstellte, und ein Medaillon mit einem Mo- nument von Haaren: ferner ein Bündel vergilbter Papiere mit Rezepten und Geheimnissen, ein Fläschchen mit Hoff- monnstroisten ein anderes mit Kölnischem W"sser und eine Büchse mit MoschiiS: eine andere, worin«in Endchen Mar- derdreck lag. und ein Körbchen, aus wohlriechenden Halmen geflochten, sowie eines, aus Glasperlen und Gewürznägelein zusammengesetzt: endlich ein kleines Buch, in hintmelblaues geripptes Papier gebunden mit silbernem Schnitt, betitelt: Goldene LebcnSregeln für die Jungfrau als Braut. Gattin und Mutter: und ein Traumbüchlein. ein Briefsteller, fünf oder sechs Liebesbriefs und ein Schnepper zum Aderlässen: denn einst hatte sie«in Verhältnis mit einem Barbiergelellen oder Chirurgiegehilfen gepflogen, welchen sie zu ehelichen gedachte: und da sie eine geschickte und überaus ven'tandiize Person war, so hatte sie von ihrem Liebhaber gelernt, die Ader zu schlagen, Blutegel und Dchröpsköpfe anzusetzen und dergleichen mehr und konnte rhu selbst sogar schon rasieren. � Allein er hatte sich als ein unwürdiger Mensch gezeigt, bei welchem leichtlich ihr ganzes Lebensglück aufs Spiel gesetzt war. und so hatte sie mit trauriger aber, weiter Entschlossen« bei: das Verhältnis gelöst. Die Geschenke wurden von beiden Seiten zurückgegeben mit Ausnahme des Schneppers: dieisn vorenthielt sie als Unterpfand für einen Gulden und acht- lindvierzig Kreuzer, welche sie ihm einst bar geliehen: der Unwürdige bebauptete aber, solche nicht schuldig zu sein, da sie daS Geld ihm bei Gelegenheit eines Balles in die Hand gegeben, um die Auslagen zu bestreiten, und sie hätte zwei- mal soviel verzehrt, als er. So behielt er den Gulden und die achtiindvterzig Kreuzer und sie den Schnepper, mit welchem sie unter der Hand allen Frauen ihrer Bekannt- schaft Ader ließ und manchen schönen Batzen verdiente. Aber jedesmal, wenn sie doS Instrument gsbrauchte, mußte sie mit Schmerzen der niedrigen Jesinnungsart dessen gedenken, der ihr so nahe gestanden und beinahe ihr Gemahl geworden wäre! Dies alles war in der lackierten Lade enthalten, wohl verschlossen, und diese war wiederum in einem alten Nuß« baumschrank ausgehoben, besten Sch'üstel die Aus Bünzlin allfort in der Tasche trug. Die Person selbst hatte dünne rötliche Haare und wasterblaue Augen, welche nicht ohne Reiz waren und zuweilen sonst»nd weite zu blicken wußten: sie besaß ein« große Menge Kleider, von denen sie nur wenige und sists die ältesten trug, ober immer war ste sorgsam und reinlich anoezogen. und ebenso sauber und aufgeräumt sah eS in der Stube«ck(Fortt. folgt.) Mute bk L-.icht veschlazmchlnt und nach dem Schavhaus« Die Depntiiti»« ivr hngendwohlfahrt tagt««eftern unter Vor» sitz von Krau Etadträtin K. Weyl zum ersten Zstal«. Sin..Groß- Berlmer«uKschuk Zur Nevregeiuna und Vereinheitlichung de? Auaendwodlfahrt in der neuen Etadtgemeind« Perlin* hatte sich -tckvn fett einigen vionaten mit der Organisation der Yu9endw»»hl- fahrt in der neuen Stadigemeinde beschäftigt und unterbreitete der Deputation seine VorMäze. Danach soll»n Zentrale» Jugendamt mit drei Äbteilumjen— Zentralableilung, Abtei, inp für Jugendpflege und LeivezübunKcn und Adteuung für Jugendfürsorge— errichtet werden, da» lediglich aSgemeine, grund« fSdliche Avfsoen zu erledigen hat, Alle speziellen AufKaben sollen in den SV Verwaltungsbezirken durch VezirtssugendSmier bearbeitet werden Zur Beratung dieser Vorschläge wurden Ausschüsi« für der Setzentzmitteradteichmg. Genasie»«pig».«wo t*M sonderbare Rolle aespiakt. Böig» erhielt wegen Hpchsiprersüberschreilung»in Strafmnndal über K7S M. wurde aber vorn Vsrildi freigesprochen. Unter««enosien werten dem«emeindevortteher weiier Vor. patz er di, Gemeinde Seim Anlaut von Holz pur« einen Wieder,»mr, hauiener Hol, bändler stark benachteiligt hat. Ts bandelt sich bier »tu morsches Siubbenbolz. für das kein Mensch den angesetzten Preis von Ivo M. pro Aubitmeter»ablt. Em» Antrag» untere, Genoiien, ob der Semeindevorsiehcr über den Hol, ankaut A»«»unti ,r, geben bereu sei. lehnt« derselbe in der Gemeindevorstand«, fitzung ab. Au» zahlreichen Kinaetandt« w dem Vu»hol,»r vrtsbläitchen geht hervor, datz Herr Mahnte in der Vekämptung seiner politischen Gegner»'»t ,'mpetlich ifi. Von der zweitelhoften Ouälität teiner Kamptmittel icheint der Herr auch überzeugt zu tein. den« ex tritt Jugendotleg« und Leibesübungen und für Jugendfürsorge die schleunigst zusammentreten tollen. Kern«, wurde tinZl.k* 1 me'st unter de, Maske ,'N«s.Einwohner»* auf. Aber an» über *(AteNif»*1»* ßLyytian ftfonttJl 9fh*inx QTfrtÄwf# hi�nvA«ft •in Ütz* Vnchbok»' Grenzen hinaus fcheint Herr Mobnke wenig �Iiisstcht z« svnderer Ausschutz zur Ueberwachung der vom Jugendambe belegten Urivasanstalten und zur Vereinheitlichung de? Pflegegeldsätze in den zur neuen Stadtgemeind« Berlin dereinigten Gemeinden ge- ksldei. Ne«r»gelnn» l» der Arankenmtlchhelieferpng. Bei der Bekiife« runa der H- und lt. Liter-Krankenkarten tritt in dem bisherigen Bezirk der Ketlstell« Grotz-Berlin vom t Januar 1021 ah folgende Reureaekuna in Kraft: Di» angegebenen Krankenkarten werde» »scht mzh, durch Kuhhaltunge« tgewerdliche Kuhhalter und Selbst, tzerkarg«?) beliefert. Di« genannten Kuhhaktungen dürten daher fchon setzt für den Monat Januar lStzl und waiterhin kein« An. haben. ,mn Bezirk« hürgermeister gewählt ,« werden. Vobl hat er den radikalen Gchr,r«en bei de» vertchredenst'« Gelegenheiten«nt, gegenznkommen gesucht, aber unter« Genofien tgwpSl wie auch weit» Krei'» d«s Büraertnms wisien. datz Herr Mahnt««in Volk im Echatsoelz ist. Der lS. Yerwaltongsbezirt dürste dah«r von dies« Kraft verschont bleiben. ttnniltze Berteann«»»? Sitz wir erfahren, fall das.Zentral» Ha»wei«»»m« kür Krt«g»rv»rlnft» und Kriegergräber*. da« si« zurzeit no» m per«heinal'gen Krirgsakademi» und in ,'niaen gemietet»« Aebenaebäuden befindet, aus dem Zentrum von Berlin w»a und tn-in» ber leerstehend»« Kateruen fco" Spandau Meldungen auf lt- und d�LiWr-Krantentart« mehr entgegen. werden. Dieter Plan, der offenbar ganz nnsW'eftH* vom nebmen. sondern lediglich solche auf A-. 3. und O-K arten, sowie �~----------- auf A«Karlen für Schwanger« und auf'/«, und l.Liter�stranken» Inlen. Ausnahmen tSnnen den Kuhhaktungen nur, falls es dos Jntereff« d«? Bepälkerung erfordert, bewilligt werden, Dies» Reg«, kuna greift VI ab, um hei den notwendige» Kürzungen cm Kranken, wilch alle Verbraucher gleichmäßig zu stellen und Bedorzuaungen zu vermeiden. Mi« Sr«it»ertretervertammrm»s d«s Wahlkreises Webding »ab« ,» d«? devorstehenden Landtagswahk Stellima, N«b»r die Bedeutung der Brendenwahl reterierre der«l-noffe Konrad H a» n i t O In groüzüqiger Veit« entrollte der Redner«in Bild der kstnftigen Aufgaben de» neuen Landtages Di» bisher geleisteten Ko> ttchririe rekapitulierend appell-erte Haenis» an die Delegier« m. M't allen tftäften an d'e Bararheiten beranzuaeb-n, um dem nächsten Landtag eine iotialistilche Meh'beit zusichern. Sein» enaere sätia« keit aut de« Wehtet« de, Schulpolitik boweiw. datz Utentzen. dg« di« vor nicht allzulanger Zeit der Hort der Reaktion war. bei treuer Bffichtertsillung jedes einzelnen ein Hort der Freiheit werden kann. Als Kandidaten wurden dann autgestellt t HaettikS, Ge- notfin Hanne. Ptul Hirsch. Lüdemann, stranz»s» durchschnittlich rund SvvOS Vertonen sghrlich mlistten also in Zukunft die zeitraubende und MiftMig« stahet na» Spandau machen. Venn es o»ch zu begrützen ist. datz man endlich mit der Berleann» hon Aemtern'N di« le-rstebenden Kasernen ernst macht, so kpls,» man solch» k»nsts»,ttson-n in Verlin belasten, an die sich speziell dos Berliner Publikum um Zkaterteilvng wendet. Demprkhof. Die Bordereiwn« kür die aan SK. Januar ang«. sehte Kirchenwahl wird auch hier«ifti» hetrteben. Am Ron, tag, de« 12 De�mher. ahend«> tthr. findet bei„Supv vschulze*. Berliner Sir- 128- eine öffentliche Versammlung statt. Htudienrat S'pkemmer.Eharkoiienburg hat hierzu da» Referat üdernommcw. (Siehe auch Inserat.) Sroß-Serlkner parteknachrlchtea. Heute, IS. Dezember. «eakölln. Heute abend 7«,, USr KunwonSrfitzNN, und«brechnung der Bezu iS'ührer. fg. Abt bei Marnte. Bausenstr- l.»s.«bt bei laubei. vaiienftr. SS. SS.«bi. iSll, au». Fredersdorf testvadn». Di« W der Rantaasansgabe angezeigw öffentliche Betlammluna mit dem Borirag des Senoffen Krener über die Tätigkeit der Gemeindcvertretmtg findet deute abend S Uhr bei ßwell statt. Morgen, 16. Dezember t «reis VN lVdarlottcaburgt. 7 Uhr im kleinen Saal des»Olk«. »aui es. Sioftuenftrape. kreisoertreler.PelsammIung he««reise» Vll. Zagesordnung:.Di« 2-ndtagswahl-n.' Die Abtetlüngsvarllände und «Dei-gierien lawi« die laut» S de« Statute« berechtigten Teilnedawr »«rden ertucht. pünktlich zu erlchein-n. vdn« Legitimation lein tzuir,». Bn». VI, Udr öffentliche Beriammlung w Such b« Söps«t �lteaN'an und Sozialdemakratie.' K«I. Ken, Heilataim. S0. Kreis(«aseutb-I).«hend« 1 Udr öffentlich««nsammli», i» Lokal von«chntibev, H-wotbr. s. tdcm«-.Der Rillioneurauh der Hohe», »ollern«,«eierent i»enoffe S'ich Kutln«._........ MSatgental-Zeperu««.«bei d« VI, llfc Zablabend W Rartz «öuegeulhal L flW, Zeperaick. Sahlabei.d bei Patdhauch «ahlkrek««Seddin«.«Srche». und Ktuderlteher»erde» »m Sonntag, den lk>- Dezemher. nachm.» Uht. in der Aula, Srüntbal« Strafe». opreetragen. Eintritt lür Eewach!»»» tMS 3»� Smder�AÜ N. Karten find GW.«.~ Iahen bei Obiglo.«r-ksund« Str. U, Satzmanu, Stettin« tMonitsti, lA._ vortrSpe. Verein»«nö versommknnWen. Berat« spzialittischwk«erst». Donnerst-«, den ts. Dez««»«. T*lt Ott. im Medizmalamt der Stadl Settw. ffflichetstr.»A D»?esord"unat Üeber die Relorm tm Hebammenwele«. Seenogravbtsche Gewtzlchafs .Swlze-Swrrv» vo» Ist«». Uebiingsktttttden abend» van Ude r eafit,------ i-——•-----------"— kn der Lutlenft.idnscken Obecreaiichu!«. Dresdener Sw tttz kür Damen, Herren und«chüt«.«älte willkommen. �»tädtilch, SOltSbücherei SchSneberg. Eber»»,.». Darmorstaa. den 1«. Dezember,«hd». Ist. Uhr. Bvrtra- de»»idltotbekat««öni« übet?.Der Roman. lrst» Selen tmd lem» stvem». Sinintt it ei lür sedarmann. Bund reliaiskn) Sozialisten.(PrftbMrrl) Donnerst»«, den Ii De,»«der. 7»/,«»», Sdarlolienbur». Seibnizstr. 7? kdinlerer Haast: Vaitr« d»s»enoffeu Bon Htoirmäus di« Ginstein'. Pieretu ve» . t. Seibni, Lstealifdm Schröder!.»>"•>_. FreunVe der treten Boltvtteche. Donnerstag, den ki Dejrmber. | Udr. in der«eafftbul» ,n Stealitz. ftlvraftr. li Mttsljchullehrer Kam: .Der erziehend« Rei�isnsmUerricht ta Zutunst*. �ugenüveranstaltungea. Heute. abcndS'/,8 Uhr: Buchtzol». Jogenddetm.«rmeindelchule.«erlmer Straff» Ii. Gor« traasatend:.Sport UN»«rbeilstugend.« � Ebarlot eudue«. Fugend, irxn. Rofinenstraff« s lBollsdau«,. Mädchenabend.«Spentck..1» genpecim. Schön-ilind» Gtrgtz, h... VerttOs:.Kinos iund und Lchünb. »iterotur*» Friedrichsbagen. Fii-ieiidze'm. Scharnwederstraffe 1«». yotttag:»Di« so». Atdeiierbetve�mtg.'»roff.tzichtersrlde. Fugend, beim.«Ibrechlitraii» t«» Vortrag:.Di« tHenuffgiile.« Gruaemaltz, Fugrnbdeim.»ememdelchul«. D»idrück'Iraff» Sst Voetrgg t..Ist Hhpnos, Spielerei Mahlsdoti. Fugendheim. S'meindeichul«, L'Ideiic«, klrat!«. Vortrag:.«ttgust Stfifl*- Osten. Peterodueger Bienel« Fitgendbeim. Schule. Giradm-nnttraffe». Mädchenaden». � tzfrenzlaue» VoestaVt. Fnzenddeim. Senesel erstrgff» 1/7. Le'eaden» t.Vom Veie» »um kämpier.»»emveldoi. Fugenddkim Stzzeum.«ennainasttaff» a/7. Vortrag:.Di» genngmlche Ma'kgenolic» chaji.» � Ltchteuderg. Lugend« heim, Patstuz, 10. Vortrog:.Religion und SoziÄtsmni» Zilmsthau. «pork-Valast. Da« aino kgl dentzntga« da« Vnbstkam. and um es sich»u balten. muff es aut?>ha'fch'»lHnaen der oeiichiedenften Art sinnen Ig kam man auch ans den Webanken der ftiimometl«. Da must man ftch nun wie stn, Z i g» u n« r b l n i*. aus der t'emwand den zappelnden flnVellmefffer unb die stn v-rkilinis zum»ttanosiert falliben Mund- beweatm-en der Ssau'pleler gekallen Wien. Da».ZIaennerdIntt war zu- dem pernetetl-. ettnas mast«n wirken weil»ine aewiffe Zkarr» über den Bildern laa. di» mir bei den nlän«"»»« Szenen an».Eg'men' und einigen dachenden AllichliVlen in Stgkall kam. Der Bestall war ein leh, bastee, was diermik aewiffenbqft herichiet l»L Neherbie« Ilust das Deiesti». itbaiilviel.Hotel Atlantik', da« so von Vng-Seueriichk«it«n ftrgtzt, datz sich « dft Haar« sträuben. Da»»Haapt tzo» Jaarr»'. Leider setzt««an hei dem.Hanpt de» Fuarez' I« den D r e I a, Lichiivielen«twgs anderes voraus, als man lab Ig im ivlw �turwia' gleichbedenlend mit dem mufflalstchen Sara» I Dari man einem vntoöbvtcn deutstben ittlmVübl tnm l» vtel» Bavvkitl'ilenberg« Sport. SchachtUrairr.»m D'-nstag würben nur tzi«. Häng«. tzgrti e N gespielt, di« folgend«» Ergek»»'« hotten: Brever ge» .•••.T,«wu... v,.7.. wann gsgen Dr. Dorr« ich. Mgrpezh besiegt» Leosthartzf.- znmnwn, So Viel Swlewmg tmd»et., g Handlung 7 Ks»«an. nm Dr. Dar rasch gewann gegen Sä M' sch. während Reit un» etnia. aeltmaeno«uan.hliche.van Sakcha«»� io dw.g. Mim rich«»w- Pogoljuho w r?miz mmbion.«UN führt Brey er wiederum fchSnhatt'en. Btiwbolz und eine Rrih, weitetet vrtlchailen um sofft nebmen mit ah'teichlaqnten»öyienk Als oa»,»ertvöhnte Zu'chauer b«.«�1.'.. k i»«..m». rl. z a k»tu e. fpwit st»»in änffetff aebälfft«- und«um Deik periönltcher Kampk wtind'rn wie Else Kiinter«»irtchasterin Earloia und den EchultMtz Bit'w Punkten VV» Bsgv l J Uvow. Dr. Dsrtstou-s um den Büegermeisternosten ad. Im Rittelpunft d'»s»« Kampfes« vit ie ffens Könnt»«-n�d'r«ovtllt de« Dee'atd'ater« picht g«. und Mi« so».. ------- legentbch klarmach«,. datz der Film in Spanien vielen!a»». SrieskaNen der Redoftfön. Ei» fich an den»bemalkzen Porfftzenden de, Kenwak, in,<: chöneberg. O-'zever Sirode lS: o.eÜciH stu» . od noch ütiiltel pgrdgndcn imd. sieht der bisherigf Gemeindevorsteher Mahnt» aus B>t k. zUeAozMÜ zetäs�ev�sÄtsw AvrtügO»«wo«, tz—wol«»! Karl Straube« v«,»ii»»«du»w» Rr fmtMn. Btrilo MW. XiiiiMwtrvM* td. g»e»ml! Zutrum Mb, ,»«-M» A.-laUke, tUrli« K. SebSoi taMT AHM ta Ferervl: de s», MNz Harmana Naabrodt, Parti» tzV, »"«Wt' hafg«. iarli» fcW. Mittato- KTA�a Vtab'Bravahatr. M. fararul: Ptalik. RM. Jak. wtit. 5eVal«�Mdjfc�lU�r. tt I B. Jen aar, SaeUms 4lc Heilwirkungen der künstlichen Höhensonne. Der sannonatme Sommer und dt« Schwierigkeiten, tn ionntger« Aogonden zu leiien, hoben bei vielen Kranken die Heilung und Et- bolung vethindert. Es mutz deshalb datauf oufmerkiam gemach' wBlöen. dotz wir in der künftiichen Höhensonne einen Eriatz fiu die natürltche Sonn« boden, der un« den ganzen Vinter hmdur» ß ver'üpung steht, ff» ist leider auch noch viel zu wenig b«, nl. datz die künftlicha Höbeulonn» als natürlich«» Heilmittel bei vrelen Krankbetten m sirage lomnvt, Di« medizinisch« Literatur feafafct sich bereit« tn mehr als 800 Kachschnften rntt den glänzenden Resultaten dteser neuen Heilmethode und tübr» unter anderen �wulsam°e!awch"**" 6,aen** M bl* IünflIl4* HShensomte Blutarmut, Vteichs»cht. Menftrugttonsbe« tckwerdrn. Frauentrantheiten. Magen«, Darm, siörungeu. K'erenleidrn. Zu ckertran lh ei,. m h e u m a»«« m u«. �mnlitlftziiLvn-ticftepun� � Vi'aui'ing l>akat*ait,,ld. 14 bata. vgl 4. H kar. Quid a» mpvlt.— fileiefe ivrn Atteed«,» »»•vaii-mp .Schiff mann,� . uaeareir- ■e.eon.A'«« tiensa 8>e rsi es wöslich. datz•!« Heilmittel so tzisl« der, schiedenartige K,»nth«i»an heilen kann? Datltza ßtbt ein« vom» Drmtschnft Kr.» Auskunft, die von dem«ünstltchen Höb«usoti»ciibad»Ullt»', Betlin. Belle« Alliau«» Platz Sä. auf Ansuchen in Stotz» Berlin loslenlas und nach auswärts gegen Simenbung von 1 Mark in Biieia maiten kostenlos zugesandt wird. Beitradlunaen find in dieie» grötzten Gpezialanstalt Deutschland« „Ihr werdet nicht weit kommen". 1 Kurze Zeit nach der Begegnung hörte die Kolonne, in der Metz war, hinter sich Schüsse fallen. Seine Aeußerungen gegenüber Prof. Hermeling, daß er nicht in dem Studentenkorps bleiben wolle, begründet der Zeuge Metz mit dem Bericht, den der Vorsitzende seiner Verbindung, der Student Feld, über die Führerbesprechung aegeben habe, in der erklärt worden sein soll, daß Erschießungen derart wie von Licbknechr und Rosa Luxemburg nicht mehr vor- kommen dürften. Wen« Erschießungen erfolgen, so müsse man den Schein wahren und den Toten Waffen in die Hand gebe«. Der Zeuge Metz hat das so aufgeiaßst daß der Anschein erweckt werden sollte, als hätten die Erschossenen Widerstand geleistet, Der Urheber der Äeußerung sei der Kommandant des Studenten- korps, von Selchow, gewesen. Der Zeuge hat die Äeußerung be- sonders in Erinnerung behalten, weil nachher utste- den Kameraden über die Berechtigung einer solchen Bemerkung gestritten wurde. Es waren Differenzen� darüber, wie man gegen die eigenen Volksgenossen kämpfen solle, ob man dem Vaterland besser diene, wenn man Spartakisten niederknalle oder wenn man sie schonungsvoll behandle.— Der nächste Zeuge, Student Feld, hat als Vertreter seiner Verbindung an den Führeebesprechungr» teilgenommen. Er hat sich zu den Ausführungen v. Selchows stich» woriartige Notizen gemacht, zu denen er sich auf seinen Eid be- kennt Die Stichworte lauten:.Liebknecht, Rosa Luxemburg, den Spartakisten Gewehre in die Hände." Der Zeuge kombiniert daraus folgenden Sinn: Man jnüsse sich vor Vorkommnissen wie den Fällen Liebknecht und Luxemburg schützen. Wenn es aber zu Erschießun- gen— gemeint waren rechtliche Erschießunaen— käme, dann toäre es besser, wenn man. damit das in der Oeffentlichkest nicht aufgebauscht(!) werde, de» Leuten Gewehre in die Hände gebe, damit so der Anschein entstehe, als ob sie beim Widerstand mit der Waffe gefallen seien. Auf die Frage des Verteidigers, ob v. Selchow gesagt habe, es müsse ein RechtSgrund geschaffen werden, erwidert der Zeuge, es sei nicht von ihm gesagt worden, aber von anderen nachher diskutiert worden, wie man den Anschein eines RechtSgrundes schaffen könne. Ein Student Weide bekundest daß mehrer« von den Angeklagten sich sehr mißmutig darüber ausgesprochen hätten, daß sie in Thüringen bleiben müßten. Sie hätten die Nase so voll von den Schurigeleien deS Brigadekommandos", daß sie sofort nach Marburg zurück wvllteu. Er habe den Studenten zuge- redet, doch noch eine Woche auszuhallen, weil der Meldeoffizier der Brigade ihm gesagt hätte, in den nächsten Tagen würden Stand- gerichte eingerichtet und dann würden die Kerle, die Klamauk gemacht haben, bor das K r i e gs g e r i ch t gestellt werden. Darauf hätten sich die Studenten beruhigst Verschiedeue Zeugen, darunter der ehemalige Fürst zu Lipp«, bestreiten entschieden, daß ans der Führerversammlung gesagt worden sei, man müsse. den Erschossenen Getvehre in die Hand geben, um den Anschein des Widerstandes zu erwecken. Ein Zeuge bezeichnet dies als.hundsgemeine Verdächtigung". Der Zeuge Lippe erklärt bei der„vornehmen D e n k u n g S a r t" der Korpsstudenten solche Aeußerungen für ausgeschlossen. Unier den weiteren Zeugen sagt der Oberleutnant BalduS ans, daß er den Befehl gegeben babe: Aus Fliehende wird geschossen. Er erklärt diesen Befehl für berechtigt, weil die Transportkolonne unbedingt dafür verantwortlich war, daß die Gefangenen dem Be- fehl gemäß nach Gotha geführt wurden. Hätten sie anders ge- handelt, so wären sie selber bestraft worden. Auf die Frage, warum man die Gefangenen nicht gebunden hatte, weiß der Zeuge auch nichts Wesentliches zu erwiocrn. Die nächsten Zeugen bekunden nichts Wesentliches. Der Zeuge R o s e n st o ck, ein Bruder des erschossenen Arbeiter» gleichen Namens, bekupdet, daß die Gefangenen unterwegs mißhandelt wurden. Ein Freund seines Bruders habe erzählt, daß der Er- schassen« Rossiger ibm auf oem Wege zugerufen habe, die Zeitfrei- willigen raunten immer: dung von de» Finanzämtern nicht erhoben werden solle und daß bei der Vorbescheidung eines Steuereinspruchs auch die Ausschüsse mitzuwirken hätten. Abg. Röficke(Dnat.) und Abg. Dr. Helfferich(Dnat.) wenben sich gegen die Grundsätze.für Steuerveranlagung und verlangen weitgehenden Rechtsschutz d?Z Steuerpfstchtigen. Abg. Nicdmüller(Soz.). Das Reichsnoivpser muß soschnell w i e möglich verabschiedet Wersen eine Nachprüfung der Ver- hältnisse des Steuerpflichtigen durch d:e Finanzämter muß unter allen Umständen stattfinden. Abg. Dr. Becker(D. Vp.) stimmt dem zu, verlangt aber, daß im Falle einer beanstandeten Veranlagung mit dem Steuerpflichtigen verhandelt wird und diesem die Ausschüsse zur Seite gestellt würden sowie die Bestimmung, daß die strittige Summ« nicht erhoben wer- den darf.'(Fortsetzung M:t!woch.) Hirnüörfer ll. ' Wie den.Dresdener Nachrichten" von zuverlässiger Seit« mitgeteilt wird, sind der Geschäftsführer der Wareneinsuhrgesellschaft Böttcher u Co., der daran beteiligte Kaufmann Fahler und der Kaufmann Paul Hiltebrandt. erneut verhaftet worden. Hofrat R c s e n t h a st«tner der Hauptbeschuldtgten in der großen Getreideschiedung, ist am Montag im Auto entflohen. Es ist ein Haftbefehl hinter ihm erlassen und sein Vermögen beschlagnahmt worden._ Ein sonöerbares Prüfungsverfahren. Wovon in Berlin-Lichtenberg die Einstellung als Supernumerar bei dem Finanzamt abhängig gemacht wird, zeigt folgende Zuschrift, die uns zur Veröffentlichung zugeht: Ein Primaner wurde auf fem Gesuch hin aufgefordert, sich vorzustellen. Er begab sich zu dem OberregierungSrat Sch m oock und dieser richtet« u. a. folgende Fragen an den künftigen Super- numcrar:: 1. toi« heißen di« fünf Hauptstück«? 2. wie heißt ein P a s s> o n S p s a I m? 3. wie lautet das 7. Gebot und dessen Erklärung? 4. wann ist FriedrichWilhelm IV, geboren, Jahr und Tag? ö. wann war die Schlacht bei Waterloo? Da der junge Mann einen Teil dieser Fragen nicht beant- Worten konnte, erhielt er vor einigen Tagen über seine Einstellung einen ablehnenden Bescheid. Dieses Prüfungsverfahren mutet außerordentlich seltsam an. Was z. B. Friedrich Wilhelm oder das siebente Gebot, oder ein Passionspsalm mit der Tätigkeit«ine» Gteuernumerar» zu tat Moröprozess. Lauft doch davon! Als das von einigen geichehen sei, Hobe man sie erschossen. ES sei auch gesagt worden, daß die Gefangenen Deutschland, Teutschland über alles singen mußten. Auf den Autos sollen Toteniüpfe gemalt gewesen sein. Es folgen dann zwei HauptbelastungSzcugen. deren Vernehmung einen großen Teil ser Sitzungen in Anspruch nimmt. Zeuge Dreher Rudolf Arnold aus Eisenach bekundet, daß er an dem Unternehmen der Aufständischen nicht beteiligt gewesen sei. Er sei zum Besuch in Goiha gewesen und habe, da keine Eisenbahn nach Eisenach fuhr, zu Fuß zurückkehren wollen. Unterwegs traf er seinen Arbeitskollegen Barg und sie se:cn zunächst mit einem Passierschein anstandslos durch die Posten- kette der Reichswehr gekommen. Bei Mechterstedt hätte aber eine Patrouille der Studenten sie angehalten und festgenommen. Sie wurden in das Spritzenhaus gebracht. Dort wurde gerade die Leiche eines Erschossenen herausgetragen. Im Rebenraum lag ein Verwundeter, der stöhnte und immer«ach Wasser schrie. Da kam ein Soldat an das Fenster und sagte zu dem Posten: Geh doch einen Augenblick weg. in wenigen Minute« ist alle» erledigt. Sin anderer Soldat rief sogar:„Die Schweine haben einen unserer Offiziere angeschossen, wir mache» mit ihnen dasselbe". Wir fürchteten, jeden Augenblick erschossen zu werden und ver- krochen uns in eine Ecke. Schließlich gelang es Barz, einen Offs- zier anzurufen, der uns einen Doppelposten vor das Spritzenhaus stellte. Am nächsten Morgen wurden wir mit anderen inzwischen hinzugekommenen Gefangenen von der 6. Kompagnie herausge- bracht Einige Soldaten sagten: Man solle uns an die Wand stellen, dann wäre alles erledigt. Als wir den Bahndamm hinter uns hatten, gitzg eine Schießerei los. Zunächst hörten wir eine S a I v«, dann Einzelschüsse. Offenbar handelte es sich um die Erschießung von Hornschuh. Dieser ist, nicht auf der Flucht erschossen worden. Ich habe, nachdem ich entlassen war, das Fuhr- werk meines Vaters genommen und bin mit einem Bekannten hin« gefahren. Wir haben festgestellt, daß Hornschuh mit den Hän- den in der Erde sich festgekrallt und gewälzt batte, also nicht gleich tot war, als auf ihn geschossen wurde. Nach einiger Zeit wurde wieder geschossen. Ein Offizier sagte auf die Frage, was leS sei, das seien Vorpostengefechte! Ich fand es merkwürdig, daß Borpostengefrchtr hinter der Front sein sollen. Nach einiger Zeit stießen wir auf den Transport der Angeklogcen. Da wurde uns zugerufen: Das sind auch so elende Spartakisten- Hunde. Geht nur, wir haben nichts mehr zu tum. Der Angeklagte Goebel verhandelte mit unserem Kompagnieführer. Wir wurden ihm übergeben und mußten nun kehrtmachen und aus M echter- stedt zufahren. Goebel begann uns zu drillen. Er sagte, er wolle sehen, ob wir bei den Sparrakisten etwas gelernt hätren. Wir müßten auf der Straße Lausschritt machen. Es hieß fortwährend: .Marsch, marsch, rechtsum kehrt! usw." Wir mußten auch die Hände über dem Kopf balten. Einige fingen an zu wimmern. Goebel habe ihn wiederholt ins(hcsicht geschlagen und mit dem ?lusruf:„Du Schwein brauchst die deutsche Kokarde nicht", die Kokarde von der Mütze gerissen. Der Zeuge will gesehen haben, daß etwa 200 Schritte entfernt vier Gefangene des andere« Trans- Ports erschossen worden sind. Sie lagen in einem Quadrat zu» samutsn, seien also sicher nicht geflohen. Auf den Einwand eines Geschworenen, es hätte doch nebliges Wetter geherrscht, erklärte der Zeuge, daß der Nebel sich s ch o n verzogen hatte, als die Ge- sangen en erschossen wurden. Der Zeuge will auch Schreie der Sterbenden, wie Mutter, Mutter, meine Frau und dergleichen gebärt haben, Dann sei ein General im Auto gekommen und habe ange» ordnet» daß dir Gefangenen dem Goebel abgenommen werden. Goebel sträubte sich zunächst, sie freizugeben. Der Staatsanwalt teilt im Anschluß daran mit, daß gegen Goebel und zwei andehe Studenten ein Verfahren wegen Mißhandlung unter Amtsmißbrauch nach Schluß dieser Verhandlung vor der Strafkammer durchgeführt werde. Ter Zeuge Barz schilderte in ähnlicher Weise seine Erleb» nisse und behauptet insbesondere, daß sie beide im SvritzenhauS in Mechterstedt direkt mit dem Tode bedroht worden seien. Die weitere Vernehmung des Zeugen Barz wurde darauf auf Mittwoch vertagt. f" 111■ 11 J 11>. tun hat, können wir uns nicht erklären. Vielleicht gibt Herr Ober- regierungsrat Schmoock, von dem man sich noch mehr ebensolche Blüten bei den Aufnahmeprüfungen erzählt, die notwendige Er- klärung. Hat er vielleicht Supernumerar mit Superinten- dent verwechselt?? Ruslanüsrunüscbau. Infolge eines Abkommens zwischen Deuischland und Polen dürfen die nach Deutschland während des bolschewistischen Rückzugs geflüchteten Einwohner deS Kreises S t r a s b u r� nach ihrer Heimat unbehelligt zurückkehren Router meldet aus Washington, daß Wilson an das amerikanische Volk appelliert habe, europäische Kinder zu sich zu nehmen. E r s e l b. st sei bereit, 20 Kinder bei sich aufzunehmen Die Amerikaner könnten bei ihren Christ- bäumen nicht glücklich sein, wenn sie die Vision der Unglück- l i che europäischen Kinder hätten, die ihre Hände nach einem Christhaum ausstrecken, nicht nach Spielsachen, sondern nach Brot, ohne das sie verhungern müßten. WTB. verbreitete am Montag vormittag eine Pariser Mel- dung, wonach der französische Sozialistenkongreß in Tours begonnen habe. Wir haben von dieser Meldung keine Notiz genommen, weil sie offenbar auf einem Mißverständnis be- ruht. Der Parteitag von Tours ist für den 24. d. M. angesetzt. Uebrigens sind die aus Paris stammenden Nachrichten in den letzten Tagen besonders unzuverlässig gewesen. Im Falle des irr- tümlich totgesagten L o n g u c t bandelte es sich um den Abgcvrd- neten Lauche, ein Mitglied der Dissidentengruppe von Rozier und Anbriot. Am Montag vormittag wußte WTB. aus Paris auch den Ted des„bekannten Politikers'" Edmond B l a n c zu melden. Einen solchen„Politiker" hat es niemals gegeben, wohl aber eine» sehr bekannten— Rennstallbesitzer. Schluß der Besoldungsberatungen. In seiner DienSiag-Sitzung wurde di« zweite und dritte Lesung der Besoldungsvorlage nach Annahme einiger Zentrumsanträg« beendet. Der unergründliche Berlrmndrrsumpf. Zu unserem Prozeß- b seicht in Nr. 607 über die Verhandlung gegen den NitteugutSbe- sitzer v. Stüntzner- Carbe teilt uns Herr Redakteur Ackermann von der„Deutschen Tageszeiiiwng" mit, er habe nicht als Zeuge be- hauptet, daß Reichsnmrister eines demokratischen� Regimes sich dann wohl aatch am Ruder halten könnten, wenn sie den ungeheuren Volksbetrug begehen, sich bei der schlechten Valuta ihr Gehalt in lKold auszahlen zu lassen. Er habe vielmehr auf eine entsprechend: Frage des Nebenklägers erwidert, das entziehe sich seinefr Beurteilung.— Herr Ackermann wird zugestehen, daß auch diese Antwort nicht gerade das Bestreben verrät, dem politische:: �etgiwe pecsöollch Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. GswerkstHoftsbewegung „Echt bayerische Gemütlichkeit". , In Wildau besteht ein« Ortsgruppe des auf freigswerkschaft- ticher Grundlage siebenden Bundes der technischen Angestellten und Bsamten. Um ihre Mitglieder auch g e i st i g vorwärts zu bringen, veranstaltet sie eine Reihe von Lichtbildervorträgen, die auch von der Bevölkerung kostenlos besucht werden können. Diese Veranstaltungen erfreuen sich größten Zuspruches und erregen den Neid einer anderen bisher ursbekanntcn Oryan.sation. Im„In- telligenzblart" veröffentlicht sie ein Eingesandt, in der sie darauf hinweist, daß„in Wildau noch eine andere Vereinigung von An- gestellten besteht. Si-e besteht in der Hauptfache aus leitenden Angestellten«'solchen, die es werden sollen oder werden möchten) der Borliner und WMaucr Schwartzkopffwevke. Der organisatorische Eharakter dieser Vereinigung ist absolut großzügig und hält sich fern von der Stellungnahme zu ieder Politik, soweit dieselbe links von der Deutschen Volkspartei betrieben wird, auch fern von allen brennenden DageSsragen; alles zum Wohle und zur Be» yuemlichkeit ihrer Mitglieder". Dann wird die Feststellung gemacht, daß die Verabreichung«listiger Nahrung nur Unzufriedenheit erweckt, man dürfe auch„den Leib nicht vevküm- mern" lassen, und deshalb werden die Kegel allen de d.efer1 Organisation empfohlen, auf denen„Freund« des edlen Kegel- sporteS unch einer echt bayerischen(O rg e sch! D. Red.) Gemütlichkeit" auf ihre Rechnung kommen werden. Weiter wird die Ausgalle einer„Bierzeitung in humovistisdjer We.se" angekündigt. All das wird gratis veranstaltet und ver- oibreicht. Aber nicht jeder bann in den Genuß dieser Bergünsti- gungen kommen, denn eS heißt: „Freunde und Anhänger der oben- angeführten Bestreibungen, welche nachweisen können, daß sie mit der frei grwerlschaftlichen Bewegung nichts zu tun hallen wollen und den rein deutsch- völkischen Standpunkt vertreten, werden aufgefordert, sich bei 'den bekannten Stellen in den Berwaltungsgsbäuoen in Berlin und W.ldau zu melden." Wenn dieses„fern von allen brennenden Tagesfvagen" stehende Programm nicht zieht, dann scheint uns alles'vergebens. «Me schlecht muß es um die„demschvölkische" Sache bestellt sein, wenn es solcher Lockmittel bedarf, um Mitglieder zu werben. Bezeichnend für diese Leute aber ist, daß sie von der„geistigen Nahrung" nichts wissen wollen und mir in„bayerischer Ge- m ü t l i ch k e i t" ihr Heil suchen. War die Genußsucht dieser Kreise schon immer so groß? Wir glauben kaum. Sicher hat »rft die sss Revolution die Verlotterung der Deutsch- völkischen bewirkt.._> Lohnbewegung in der Berliner Handelsgärtnerei. Durch die bändig forlichreitende Teuerung wurden die Arbeit- nebmrr oezwungen, den Lohntartf zu kündigen. Die gezahlten Stundenlöhne, 8,60 M. bis 4,- M. f ü r G e b i l f e n, sind die niedrigsten für einen gelernien Beruf. Beantragt wurde«ine LüprozentigeLohnerbö h u n g. Die Arbellgeber lebnen jedocki die gestellte Forderung ob mit der Begründuna, diesen Lobn nickt zahlen zu tonnen. Da bereits im Rerckie b.ö b e r e Löbne gerablt werden, und seit April d. Js. eine Lobnauibesserung nickt erfolgt»st, sind zweifellos andere Gründe ausscklaggebend. Den Hauvlwiderband leiben die kleinen Unternehmer, die nur vorüberaehend Leute be'chästigen oder nur mit Lebrlinaen ar» Veiten. Durch die Entickeidung des Berliner Dem obilmackungs- kommisiarS anlärrlick der Ablehnung der Verbindlichkeits- «rklärung deS Eckiedsipruckes>ür die Berliner Vrivatgärtnerei ist diesen Herren der Nacken gesteift worden. Bei ollen Tarifverband- lunaen. mick im Reiche, gehen die Unternehmer mit dieser Eni- -scheidung krebien. Die Schlichtung von Streitigkeiten bei Verbandlungen vor dem Demobilmackungssommissar ist überhaupt ein Kapitel für sich. Wurde dock bei einer Verbandluna aegen die Gruppe Zossen des Arbeitaebervei Höndes von dem Vertreter des Demobilmachiings- kommisiarS nickt etwa aus die Möglichkeit einer Verbindlichkeits- erklärung hingewiesen, sondern rund heraus erklärt, diese kommt aar nicht in Frage. Di» Haltung der Arbeitaeber bedeutet Kampfansage. Wir werden den Kampf nickt scheuen. Die Verantwortung für die Folgen müssen wir den Unternehmern überlasten. Bezeichnend ist, daß eine Lobnerböhung für Lehr» linge rnndwea abgelehnt- wird. Bedeutet doch die Mastenlehilinaszüchterei— dr.ei bis fünf Lehrlinge ohne Gehilfen ist keine Seltenheit— e'nen Krebsichaden des ganzen Berufs. Bei dieser Gelegenheit sei daraus hingewiesen, daß auch viele Arbeiterelt»rn obne vorherige Erkundigung solchen gewissen« losen„Lehrhmen" ihre Söhne ausliefern, die als willine Aus» beutunasobjekte den Arbeitaebern willkommen sind. Er- wäfmt soll noch weiden, daß vielfach Frauen und Mädchen, selbst in Fällen, wo die Männer und Väter organisiert sind, die Tarif- löhne nicht'ordern und so unoewoll» zu Lohndrückern werden. Eine Versammliina. die heute Mittwoch. T' j Uhr. in den SSphiensälen, Sovhienstr. 17/18. staltfindet, wird stA mit der ein- geleiteten Lobnbeweaunq sowie mit den vorhandenen Mißständen in den Betrieben beschäftigen. Zentralverband der Maschinisten«nd Heizer sowie Bernfsgenossen. Di? erweiterte Verwaltung der Geschäftsstelle Groß-Berlin bat beschlossen, an alle arbeitslosen und invaliden Kolleqen, die vor dem 1. Dezember ISLÜ arbeitslos waren, als Weibnachtsbeibi«se 100 M ans zu zahlen. Dieses Geld kann unter Vorleanna des Mit» aliedsbitckes an unserer Kaste. Gormannstr. 18, nstr die Kollegen, die Erwerbsloieniinterstnizuna am Sonnabend, den 18. Dezember 1928 bezieben, an diesem Tage, für die Kollegen, die ibre Erwerbslosen- iinierstüHung am Mittwoch, den 22. Dezember 1929 bezieben, an dielem Taae in Emv'ana geno.mmen werden. Die invaliden Kollegen, die keine Erwerbsso'eminterstiitzuna bekommen, bitten wir, das Geld an einem der beiden Tage in Emvmnq zu nehmen. _ Die Ortsverwaltung. Achtung, Kartonnagenarbeiterinnen und Arbeiter! In den Zigarettenbetrieben sind Lobndifferenzen ansaebrochen. Bis auf weitere? sind solaende Firmen aesverrt: Mast'ary. Ritter- straße: M n r a t t i. Eovenick-w Straße; K a r m' t r i. Bopvstroße; W e n e st i, Neuenburgerst-aße: G a r b a t y. Pankow. Buchbin�erverband. Die Branchenleitung. Gewerkschaftszersplitterer. Der L-anbavbeiterverbmrd, Gau Brandenburg, teilt uns mit. daß es sich in der gestrigen Notiz„Ge- werkschastSzerspl'tt-rer" wicht inm einen Max Cohn, sondern um Max Cohen sR e u ß) handelt. Streikabstimmung unter Beamten. Zu unkever Notiz in der letzten Sonntagsmt'imner wird unS geschrieben: Die Anr>cstellten der ReichSversicherunaSanstoilt für Angestellte sind wicht Beanite mit AuSnabw? der nach§ 101 des VersicherunoSgeseßeS für Angestellte vom früberen Kaiser auf LobenszeH ernannten Mitglieder des Direkwriums und der böhwen etatSmäbiaen Beamt-'n. Dies? aber eine winzig« Mn-derbeiö. Die sämtlichen andemen Beschäf- ii-rten, zurzeit etioa 8000. sind Angestellte ans Privat-diei?stnert''a!a. Aibre Besoldung ist allerdings wach dein Schema des Reichsbesol'- tuwaSgesebes geregeilt. E we Verpslichtilina hierzu best.'irt giv-r nicht. Einer awdenveitigen Festsetzung msibesonidere durch Tarifvertrag, steht nichts im Wege. Es liegt aber an den AwgcsteDen bzw. ihren 'Organisatiow'n sich entsv rechend durchzusehen. Deswegen ist«S ein« irviae Auffasiung oder FrrenVbnina der Oeffentl'�'keit. wenn d«e Anaeftellten der Re'chsversicheni iwpsan stalt eine Abstimmung Übe? einen Streik vornehmen, der sich aus Aewderimg des Reichs- besoldimgHgeseK�S bezieht, also gegen den Staat bzw. sein? Re- gierung sich richtet, mit dem akar in Besaldimgsfraaen di« Angestellten der Reichsveriich-'ruwasanitalt gar nichts zu tirn baden. Da- durch wird unnötigerweise die Aktion der eigentlichen Reich?- und Staatsbeamten erschwert, wenn bei der Entscheidiinn über die Regelung der BesoildungSordmina außer den Widerständen, die sich aus den Verbältnisien beim Re-ch ergeben, noch alle möallichen Ein» slTisse dritter Versonea aus die tnaßaedenden Anstanzen einwirken. Die deutsche Beamtenschaft sollte sich häßlichst bedanken, daß sich ihnen derartig« Bnemsfföße anbänoen. Wenn die Unzulänalichkeit der Besoldung bei der R.'ichSPersicherungsanstalt für Angestellte besteht. und das trifft zu. dann müsien eben dies« Angestellten um. mitteWar mit ihrer Arbeitgeberin sich auSeinanderseHen. Jit einer sehr starkb-suckten Branchenversammlung der technischen Gummiarbeiter Groß-Berlins gab die'Brarnchewle'tung den Bericht über die. stattasfundenen Verbain-Wmraen mit den Arbeitgebern betr. Lohnzuschlag's innerbaib de? bestebenden TaniseS. Nach einer sehr regen und sachlichen Diskussion in der daS Verbandlnnas- evgebniS in Anbetracht der immer höher steigenden Lchensmittel- vneise als zu gering kritisiert wurde, ergab d'e Mstimmung die Annahme der Ziischläg« gegen ein« starke Minorität. Die Löhne stellen sich dcmrigch bis auf weiteres wie folgt: Männliche Arbeiter: 1. Gvuppe 6 M. 2 Gvuppe 5.7S M. Weibliche Arbeiter: 3. Grupne 4,20 M., 4. Gruvpe 4 M. Jugendliche Arbeiter: b. Gruppe 3chZ M., 6. Gruppe ZL0M. Rii'eMmle. Achtung. Verkebr«. Betriebsräte! Der Unter- rtcht über Verkehrswesen muß am Donnerstag, den 1(5 b. Mts.. infolge dringender Verhinderung des Dozenten ausfallen. Er wird am Donners. tna. den Sll. Dezember, fortgefeht und zwar in der Zeit von 7,30 bis 9„39 abends. Räteschnle der Groß-Berflner Nrbefterfchaft. Ach'ung. Buchdrucker?(beute af>end 7 Uhr stndet die Generaf. verfammfung der Berliner Buchdrucker statt. Sämtliche G-nernf. verfawmlunasdelegierte. die aus dem Boden der Praktischen Ge werkschastsardeit stehen, muffen anwesend fein. I. A.: Blumenthal. Hermann. Deutscher«Lerkmetster. verband(Bezlin Xlt. Freitag, den 17. Dezember, abends 8 Uhr, im KIndl- Ausschank, Frankfurter Allee ZlZ.| Geueralvei lammlung. Zentralverband der Anqefteklten. yuaendgriivve.(Abteilung Neukölln). Abteillwqsverfammlung beute 7 Uhr, Neukölln. Bertiner Straße lO.— Iuaendgruppe. sAbfetlung Nordens. NbteilungSverfamm- luna beute 7 Mr. No'entbalerHos. Rosentbaler Stiaße Il/l2.—Post- und Tefegradbenbebörden. Vlttgllederversammkung heute 7 Uhr. Muffkersäl«, Kaiser-Dilhelm-Straße 3l.— Rechisanwaltsangeiiellte. Mitgliederversammlung morgen 7'/, Ubr, Englischer Hos. Ägi-anderitra-ie 27 c.— Seifen» bandet. Mitqli-derversammlung heute 8 Mr. Rosenthaier Hof, Rosen- tbaler Straße 11/12.— Konlum-Eenoffenichafien. Bertauisverlonat Mit» gliederverfammlung morgen 8 Uhr, Sophlensäte, Sophienstraße 17/18. Wirtschaft Elsenbahufrachten. Zu unserer Mitteilung in Nr. 571 über die Höhe der Eisen, bahnfrachten macht uns die Eisenbahndirektion Berlin folgende Angaben: Für Grünkobl aus der Alimark erhält der Bauer pr. Ztr. 22,— M. Etsenbahnsracht(bei 2000 K'logr. l Frachtgut.. ö.öv 0 in riuein Wagen( Eilgut... 18.—, Der Berliner zahlt....... 70,—, Für Ae p f e l aus Hesien s37ö Kilom.) erhält der Bauer. 80.—, Eiienbahnnachl.......... 7.50„ Der Berliner zahlt....... 150-200 Für Aepfel vom Bodenkee l800 Km.) erhält der Bauer 80.— M Eiienbabnsracht..... 16,— ,. Der Berliner zahlt....... 150—200 Tie Cisenbahnirachien machen also etwa 10— 50 Proz. der Einlaussprelse aus. Vom Erzeuger bis zum Verbraucher eitäbrt die Ware eine Verteuerung um das Doppelte, also einen recht ge- wältigen Aufschlag. Kriegsanleihe für Rcichsnotopferzwecke. Eine Verläng«» rung der Frist für die Annahme selbitgezeichneter Kriegsanleihe zum Nennwert bei Entrichtung des Reichsnotopfers bis zum 31. Januar 1921 ist nunmehr vom Reichsfinanzminister zugestanden worden. Die gegenüber der bisherigen Bestimmung um einen Monat verlängerte Frist soll auch dann als gewahrt gelten, wenn der Sieuerpslichtige vor Ablauf der Frist seine Bank oder die sonst von ihm zur Zeichnung benutzt« Stellego n w e i st, die Stücke oder einen Teilbetrag zur Entrichtung des wieichsnotopfers au die amtlich bekanntgegebene zuständige Annahmestelle zu über- weisen. Die geheime Außenhandrlsstatistik. Die Abgeordneten �r. Frank' Lindgeu? jr., Mahter und Wallerstein haben im vorläufigen Reicks» wulschaslsrat die iolg�nde Antrage eingebracht:„Die Außenhandels- stelle der Lederwirll'chasl bat sich sowohl an daS ReichswiiiichaitS- ministerium wie an daS Statistisch? Amt und an de» 6. Ausschuß der Nationalversammlung um Ueberlassung der amtlichen Ein- und A u S s u h rz a b l e n betr. die Lererwirlschati gewandt. Trotz ver- schiedener Bemühungen sind die amtlichen Ein- und AuS- iubrzablen nicht zur Verfügung gestellt worden. ES ist bekannt. daß amtliche Statistiken über Ein- und Ausiubr gedruckt vorliegen. Um die Arbeit der Außenbondelssielle unterstützen zu können, ist die Ucberlasiung der statistischen Zahlen von außer« ordeinliaer Wichiigkeit. da verantwortungsvolle Emscheidunreu über Zulaffiing oder Beickräiikung der Ein- und Ausfuhr uur aur Grund statistischen Materials getroffen werden können. Ist der Herr Reichswiriichasisminister bereit, diese Zahlen jetzt umgebend dem Arbkitsansichuß deS AußenhandelsousschiisieS der Lederwirischaft zur Verkü. ung zu stellen?"— Die'e Anfrage. auS der ersichtliA. daß nickt einmal den A u ß e n h a n d e l« st e l l e n die iür sie wichtigen Ziffern der Aaßenhandelsstatistik erbalien tonnen, ist geeignet, von neuem die Aufmerkiamkeit darauf zu lenken, daß iert der tor- mal und sachlich unzulänglichen Veröffentlichung wäörend der Brüffcler Finanzkonferenz da« ganze Problem ber Veröffentlichung einer brauchbaren normalen AiißenhandelSstanstik ber Lösung noch nicht näher gebracht worden»st. Veramro für den rednN. Teil- Dr. Werner Prifer, SharloUenbura: für tlnzeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag! VorroSris-Verlag G.m.b.H.. Verlin Druck Vor- ivärls-Vuchdruckcrei u. Berlckgsonlloll Paul«inger u. Co.. Serli.r. Lindenftr. S. Hlcriu 2 Beilagen Mmgol-Tslilelleii schützen vor Husten, Heiserkeit und Erkältung. Erhältlich in den Apotheken und Drogerien. 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