Nr. 249. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Lernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 25. Oktober 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Junkerliche Staatsrekkerei. -" es mitive". Parteitag der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Heute sind es noch etliche Hundert ziel. Es gereicht mir zur Befriedigung, daß meine Hoffnung, die bewußte Führer, welche lediglich in größeren Ostpreußen würden auch jetzt in erster Linie ihrem Könige in dem Städten vor aller Augen offen und ungescheut ihre zerfeßende Kampfe für Religion, Sitte und Ordnung folgen, sich schon jetzt Arbeit betreiben. Die große Menge der jenen zujauchzenden zu erfüllen beginnt." Nichts, aber auch garnichts habeu fie gelernt aus der Stimmen gehört den Verführten, den Unreifen und den durch Diese anerkennenden Worte haben dem Vorkommniß, Geschichte, unsere erbittertsten Gegner, nicht einmal die eigene Schuld Berkommenen aller Stände an. Eine straffe das man sonst nur von seiner heiteren Seite auffassen Lehren der allerjüngsten Vergangenheit haben sie verstanden, efeßgebung wird in der Hand einer energischen fönnte, erst seine ernstere Bedeutung verliehen. Es muß Lehren der allerjüngsten Vergangenheit haben sie verstanden, Exekutive heute noch im stande sein, die Bewegung, sich nun zeigen, ob alle jene schwellenden Worte kurzer Hand nicht einmal die Geschichte, die sie selbst erlebt, und doch soweit sie staatsgefährlich und verbrecherisch ist und Deutschlands unterfangen sie sich, eine große geschichtliche Be Ehre befleckt, kurzer Hand zu unterdrücken." in Thaten umgesetzt werden. Doch was geschehen magmegang bemeistern zu wollen. Wie Crispi in seiner Be- Man traut feinen Augen kaum, wenn man liest, daß wir sind auch auf die junkerliche Politik kurzer Hand von kämpfung der Sozialdemokratie die alten erkrankten im Jahre 1894, vier Jahre nach dem kläglichen Zusammen- langer Hand vorbereitet. Waffen der Bismarckischen Zwangsmaßregeln sich zu eigen bruch der zwölfjährigen Zwangsgesetze, Männer in Deutschmachte, wissen auch unsere einheimischen Ordnungsretter sich land, die den Anspruch auf politische Geltung erheben, so feinen besseren Rath in ihrer topflosen Verlegenheit, als gänzlich blind sein können gegen das, was rings um sie die nämlichen Mittel zu empfehlen, die schon einmal fläg vorgegangen ist und noch vorgeht. Ein paar Hundert Hezer lich fehlschlugen. Und wären es noch allein die Mittel, in brauchen nur beseitigt zu werden kurzer Hand", dann deren Zweckdienlichkeit sie sich irren fie verkennen völlig werden die von ihnen Verführten wie reuige Schafe zurückdas Wesen der ganzen Bewegung, Bewegung, die sie verkehren in den obrigkeitlichen Pferch, der von Gendarmen Schluß der Nachmittags- Sihung. nichten wollen. Da es uns nun aber einmal beschieden umkreist und in ficherer Obhut gehalten wird. Zu dieser Frankfurt a. M., 28. Ottober. ist, mit Leuten von solcher Geistesbeschaffenheit den Kampf Politik furzer Hand bedarf straffen Gesetz schlag in der Kommission. Wenn das Zentrum etwas erreichen Dreesbach( fortfahrend): Rüdt's Stimme gab den Aus um unsere Taseinsberechtigung zu führen, ist es für uns gebung" und einer höchst werthvoll, genau darüber unterrichtet zu sein, was Den genialen Urhebern dieses Ergusses schwebt angen- Plenum fuchte das Zentrum den Zusaz wieder zu Fall zu bringen. wollte, mußte das Zentrum seinem Zufazantrag zustimmen. Im diese Gegner von uns denken und wie sie uns beizukommen scheinlich so etwas wie Masseneinterferung und Maffen- v. Buol beantragte die Streichung. Wir stimmten dagegen und trachten. verschickung nach irgend einer der herrlichen deutschen der Buol'sche Antrag fiel. Nun tam der Gefeßentwurf mit dem Es ist daher sehr dankenswerth, daß der Reichs- Kolonien vor, deren Klima kurzer Hand mit den Europäern Busabantrage Rüdt zur Abstimmung. Das Zentrum, die FreiAnzeiger" den vollen Wortlaut der Adresse des Bundes der aufräumt. Das wäre zwar eine Fortbildung der Heilmittel sinnigen und die Sozialdemokraten Dreesbach und Stegmüller Landwirthe in Ostpreußen an den Kaiser veröffentlicht hat. des Sozialist.ngesetzes, das nur die einfache Ausweisung stimmten dafür. Rüdt aber stimmte dagegen. Das war Da finden sich einige uns gewidmete Kraftstellen, die das faunte. ein merkwürdiges Schauspiel. Beim Gesetzentwurf II Organ des Bundes, die Deutsche Tageszeitung", ob aus Aber selbst, wenn es zu solchen Barbareien nach den stellte Rübt wiederum seinen Zusagantrag. In der Debatte Scham oder Vorsicht, wissen wir nicht, verschwiegen hat. Vorbilde Crispi's und Napoleon's III. tommen sollte, so Zusatz zu diesem Punkte Unsinn sei, da es nicht angehe, an einen wurde von allen Rednern darauf aufmerksam gemacht, daß der Sie geben dem ganzen schwülstigen Machwerk erst die rechte würden die Ordnungsretter an ihren neuen Experimenten Gefeßentwurf, der die Auslöschung eines bestehenden AusnahmeWürze, und deshalb müssen wir sie nunmehr unseren ebenso wenig Freude erleben, wie vordem an den alten. gefeßes verlange, den Hinweis zu knüpfen, daß die allgemeinen früheren Mittheilungen aus der Adresse und der Antwort Noch weniger vielmehr, denn um so rascher würden sie Staatsgesetze wieder Platz greifen sollten; denn das sei selbstdes Kaisers nachtragen. von der Strömung, der sie sich entgegen stemmen wollen, verständlich. Ich redete Rüdt zu, seinen Antrag zurückzuziehen; Da thun die grundbesitzenden Edlen und Getreuen zu hinweggeschwemmt werden, da diese Strömung um so er schien mir auch zunächst geneigt, schließlich erklärte er aber, nächst für ihre eigenen oppositionellen Regungen Buße mit mächtiger geworden ist. Bei der Abstimmung Die nahezu zwei Millionen sein Busah müsse bestehen bleiben. den winselnden Worten: Ausschreitungen, welche unferen Gegnern Veranlassung als Berführte, Unreife und Berkommene aller Stände" über den Gefeßentwurf II des Zentrums stimmten Stegmüller Männer, die von den agrarischen Bündlern kurzer Hand ſtimmten Stegmüller und ich für die Streichung des Rüdt'schen Amendements, Rüdt stimmte dagegen. Bei der Abstimmung gaben, den Versuch zu machen, uns von unserem berechtigten abgethan werden, würden denn doch bald Gelegenheit finden, und ich dafür, Rüdt enthielt sich der Abstimmung. Fundament der Königstreue herabzudrängen, welche den Schein den ostpreußischen Junkern und deren Gesinnungsgenossen noch nachtragen, daß entgegen unserer vorherigen Abmachung erwecken konnten, als ob Eurer Majestät persönlicher Wille befämpft würde, als ob sich eine systematische Opposition hervor einen Denkzettel zu ertheilen, dessen Lehren etwas besser Rüdt in der Debatte eine Philippita gegen die Orden und Klöster kämpft würde, als ob sich eine systematische Opposition hervorbei ihnen haften bleiben als die der Jahre 1878-90. hielt, die vielleicht ganz am Plage gewesen wäre, wenn es ſich wage, bedauern wir auf das schmerzlichste und nehmen, soweit die ganze Bewegung damit belastet ist, die Ver- Was sie in ihrer Kurzsichtigkeit kurzer Hand unternommen, um die Fragen gehandelt hätte, ob die Orden ein Kulturinstitut zeihung, welche Eure Majestät allergnädigst gewähren wollen, mit müßte binnen Kurzem kurz und klein gehen. seien oder nicht. Darum handelte es sich aber im vorliegenden allerunterthänigstem Dank an". Falle gar nicht, sondern darum, ob die Sozialdemokratie Unsere Worte zwar werden in den Wind ge- Falle gar nicht, sondern darum, Erleichterten Herzens stürzen sie sich dann, zur Besprochen sein bei den agrarischen Staatsrettern. Boll unter- auch im Parlament dafür eintreten soll, was das Programm ihr vorschreibt. Rüdt's Rede, die die Kulturkämpferreden der thätigung ihrer überschwänglichen Unterthänigkeit, auf die thänigsten Stolzes schwillt ihre Ritterbrust ob der kaiserlichen Nationalliberalen Kiefer und Fieser übertraf, war da nicht am „ Umstürzler" los mit den Worten: Erwiderung auf ihre Adresse: Sin Plate. Durch sein Verhalten sette er sich in Widerspruch zu dem " Feuilleton. 21 und Kanonen eilten im Galopp davon. Ich zog mit meinem Am Dienstag Morgen erfuhr ich zu meiner Uebers Bataillon in guter Ordnung über das Marsfeld. raschung, daß die Versailler Truppen den Montmartre Ein Bürger mit rother Schärpe, der mir entgegen von der Rückseite angriffen. Wir, Sylvia, der junge richten?" beschäftigt war, frühstückten in aller Eile in einer kleinen Restauration der Straße Le Pelletier. Sch betrachtete in dem Augenblick diesen Tag als den letzten meines Lebens. Erinnerungen eines Kommunarden. tam, meinte:„ Sollten wir hier nicht eine Barrikade er- Arzt und ein junger Künstler, der mit im Lazareth Aus dem Französischen von Jakob Audorf. Unter dem Feuer des Trocadero aber und noch dazu Paris in Blut und Flammen. an diesem strategisch gar nicht haltbaren Buntte war es Bald mußten wir Passy verlassen, um in die Holz- ein Unsinn und wir marschirten direkt über die Brücke von baracken auf dem Champ Mars überzusiedeln, und nach Solferino nach dem Garten der Tuilerien, dessen Terrassen„ Es ist das unser Abschiedsmahl," sprach ich scherzend, einigen Tagen verbreitete sich das Gerücht, daß die mit den benachbarten Barrikaden eine gute Vertheidigungs- heute Abend speisen wir wahrscheinlich beim Pluto!" Versailler Truppen in die Stadt eingedrungen seien. linie bildeten und ich ließ bei meinem Vorgesetzten um neue Einige Augenblicke später flatterte die dreifarbige Fahne Die Bomben platten am Sonntag Abend in der Berhaltungsbefehle nachsuchen. Er ließ uns sagen, wir auf dem Thurme Malakow und die Kugeln flogen bis in Esplanade, ein Beweis, daß die feindlichen Batterien sollten uns in unser Arrondissement begeben. Es war fünf die Straße Drouot. bereits einen Theil des städtischen Walles besetzt hatten. Uhr Morgens. In der Nacht war der Befehl erlassen Da jetzt der Angriff vom Montmartre aus erfolgte, In der Nacht um zwei Uhr war der Champ Mars worden, Barrikaden zu bauen, aber ohne nähere Angabe so waren alle unsere Barrikaden unnüz. Dennoch erfolgte schon geräumt. Meine Leute, welche volles Vertrauen wie und wo. auf dem Plate Drouot eine wirkliche Schlacht. Die in mich setzten, wollten nicht ohne meinen Befehl ab Ich verlor jedoch den Muth nicht, sondern suchte mich Artilleristen wurden bei ihren Geschüßen niedergeschmettert zichen und setzten mich von dem Vorgefallenen in Kenntniß. so schnell wie möglich zu orientiren. Unsere Rückzugslinie und der Oberbefehlshaber fiel von einer Kugel tödtlich Ich begab mich in höchster Eile in die Mitte des Feldes tonnte nur nach dem Montmartre zu sein; ich ließ des getroffen. Es waren in dieser Gegend keine Barrikaden zum Zelt des Kommandirenden. Dieser meinte: halb in unserem Stadttheil eine Reihe von Barrikaden er- gebaut, aber die muthigen jungen Leute legten sich " Es hat nichts zu bedeuten, das ist nur eine Panit. richten, welche geeignet waren, für uns eine günstige Ver- flach auf den Boden, nur von der Erhöhung des Ich möchte aber doch wohl wissen, was das für Bataillone theidigungslinie dem Innern von Paris gegenüber zu Trottoirs beschützt, und leisteten verzweifelt Widerfind, die drüben den Trocadero hinaufsteigen." stand. Der Boden war mit Todten und Verwundeten bedeckt. Die Versailler Truppen drangen in die Häuser und rückten stetig vor, indem sie sich einen Weg durch die durchbrochenen Wände bahnten. Um das zu wissen," erwiderte ich ihm, hätten Sie den Quais und die Brücke von Jena besezen sollen." Lebhaftes Gewehrfeuer erschallte von der Höhe des Trocadero herüber. Zwei Stunden später fielen die Geschosse schon auf dem Champ Mars nieder und schlugen in die école militaire( eine große Kaserne) ein. " Ich bin unter Ihrem Kommando," wendete ich mich an den Obersten, was befehlen Sie?" Machen Sie, was Sie wollen, ich eile aufs Stadthaus, um mir neue Instruktionen zu holen." Man räumte bereits die école militaire. Die Pferde bilden. Der Arzt unseres Bataillons, ein junger, thätiger und intelligenter Mann, ging sogleich ans Wert, in der öffentlichen Verkaufshalle ein Lazareth herzurichten. Und zwanzig junge Mädchen beschäftigten sich unter Leitung Sylvia's Jch ging noch einmal in das Lazareth, um von Sylvia damit, Alles zur Aufnahme von Verwundeten vorzubereiten, und den Verwundeten Abschied zu nehmen. Die Munition sowie Leinen und Charpie in Bereitschaft zu halten. Es begann schon zu mangeln. Da ich befürchtete, eingeschlossen war dies am Montag. Gegen Abend verfügte ich mich in zu werden, so benutzte ich eine verborgene Thür der Mairie, unsere Wohnung, um meine Papiere zu ordnen und ver um mit einigen Leuten in die Passage Jouffroy zu ges schiedene davon zu vernichten. Den Rest der Nacht verlangen. Ich wollte die Schildwachen und die Leute, welche brachte ich damit, die Posten zu inspiziren und von der auf Wache waren, gleichfalls mit mir nehmen. Doch weiKirche la Madeleine bis zum Montmartre zu patroulliren. gerten sie sich, weil, wie sie sagten, sie zu der Nationalgarde Absatz 4 unseres Programms, der die Abschaffung aller Gesetze, 1 Rüdt: Er erwartet vom Parteitag vollkommene Gerechtig- I wir sind nur am Anfange unserer schweren Aufgabe in unserem die die freie Wieinungsäußerung unterdrücken, fordert. Und feit, man muß aber, ehe man ein Urtheil fällt, beide Parteien heißen Kampfe. Darum war ihre finanzielle Hilfe, ihr Beweis was wir da verlangen, verlangen wir nicht nur für uns, sondern hören. Er findet es unverantwortlich, wie man durch Pamphlete, von Sympathie uns so herzlich willkommen. Die Solidarität, auch für unsere Gegner. Die Stellung des Zusazantrages war wie das Dreesbach'sche, an dem Stegmüller unschuldig sei, wie die sie ihren Waffenbrüdern in Frankreich, Belgien und Defterüberflüssig. Auch nach dem Absatz 6 unseres Programms: Er ein neugebornes Lämmlein, bei dem Parteitage, also bei den reich erwiesen haben, haben sie jetzt auch Holland erwiesen. flärung der Religion als Privatsache, hatten wir uns zu richten. Richtern Stimmung mache. Die ganze Streitfrage habe sich in Dank, Brüder und Mitkämpfer! Um den sozialdemokratischen Deshalb mußten wir mit dem Zentrum stimmen, gleichviel ob folgender Weise entwickelt: Prinzipien treu bleiben zu können, haben wir uns von dem uns nun die Errichtung von Klöstern angenehm ist oder nicht. Als Mitglied der Kommission über die Ordensfrage hatte Bunde trennen müssen: Treu den Prinzipien, die durch die So war auch die Stellung unserer Reichstagsfraktion beim ich Stellung zu dem Zentrumsantrage zu nehmen, daß Religiöse Geschichte und die Wissenschaft erprobt find, treu unseren BundesJesuitengesetz. Es erhob sich nun in Baden ein ungeheurer Orden und Rongregationen, in Baden zuzulassen feien". Ich genoffen, treu mit einem Worte der rothen Fahne der revoZeitungssturm. Die alten Kulturkampforgane, die Badische machte nun meine Zustimmung zu diesem Antrage davon ablutionären Sozialdemokratie! Wir waren gezwungen zu wählen Landeszeitung" in Karlsruhe und die Straßburger Post" fielen hängig, daß die Orden und Kongregationen ebenso wie andere und so stehen wir denn!( Beifall.) " " " über mich und Stegmüller her und verleumdeten uns, wir Vereine unter das Vereinsgesetz gestellt würden. Dadurch habe Es wird in die Tagesordnung eingetreten. Zur Debatte ständen im Dienste des Zentrumführers Wacker. Als Partei- ich durchaus im Rahmen des Parteiprogramms gehandelt. ftehen die badischen Streitigkeiten, beschränkt auf verräther wurden wir bezeichnet. Diese Blumenlese von Neben dem allgemeinen Rechte, dem Parteiprinzip, giebt es aber den Inhalt des Antrages 68 erster Absatz. Berleumdungen in den gegnerischen Blättern gegen uns druckte auch noch jura stipularia und jura specialia. Erst im Erfurter Get Offenburg: Ich stehe allerdings noch nicht 25 Jahre nun der„ Offenburger Volksfreund" ohne Kommentar ab. Rüdt Programm sind die jura specialia firirt worden. Man fann wie Dreesbach in der Bewegung, aber ich habe, solange wie ich wurde dagegen als der konsequente Verfechter des sozialdemo- mir aber keinen Vorwurf daraus machen, wenn ich vor Erfurt thätig bin, nichts so Widerwärtiges und Absurdes erlebt, wie in kratischen Prinzips hingestellt. Wie steht es nun mit der Kon- die Kirche und die Religion anders bekämpft hatte als jetzt dem Dreesbach'schen Pamphlet gegen mich verbreitet worden ist. sequenz Rüdt's? In der Session 1891/92 hatte er ohne Vor- und ich habe mich weder einer Inkonsequenz noch eines Redner giebt hierauf eine geschichtliche Skizze der badischen Parteibehalt gemeinschaftlich mit uns für die Zentrumsanträge ge- Brinzipienverrathes schuldig gemacht, wenn ich nun ver- streitigkeiten. Seit 1890 hat Baden sozialdemokratische Vertreter stimmt. 1894 enthielt er sich der Abstimmung. Das ist ein langte, daß die Kirche denselben Gesetzen unterworfen im Parlament und zwar Rüdt und Dreesbach. Zwischen beiden ziemlicher Sprung. Noch größer ist ein anderer. 1888 hielt werden sollte, wie andere Vereinigungen auch. So stand herrschen feit langem persönliche Streitigkeiten. Das Hinzu Rüdt in Mannheim einen Vortrag: Die geschichtliche Wahrheit die Sache vor der Kommission, in der Wacker mir ausdrücklich kommen eines dritten, Stegmüller, besserte nichts. Er schwankte über Klöster und Orden. Darin sprach er die Hoffnung aus, erklärte, daß sich über meinen Zusagantrag sprechen lasse. Im zwischen beiden Polen hin und her. Die badischen Genossen daß die erleuchttee badische Regierung niemals zugeben werde, Plenum wurde es aber anders. Die Klerikalen verlangten aus- waren von diesem Streit nicht erbaut und machten den daß wieder Klöster in Baden errichtet würden. 1893 kandidirte drücklich, daß ihre Orden 2c. nicht mit demselben Maße gemessen Versuch, ein würdigeres Verhalten der Streitenden nach Rüdt bei den Reichstagswahlen im 9. badischen Wahlkreise werden sollten, wie private Vereinigungen. Sie wollten uns also außen herbeizuführen. Zwei Tage lang beschäftigte fich Pforzheim. Er kam mit dem Nationalliberalen Frank in Stich über das Ohr hauen. Für uns lag nun die Sache so, daß wenn der Parteitag, der Ostern dieses Jahres in Karlsruhe tagte, wahl. In dem Flugblatte, das zu seiner Wahl aufforderte, hieß wir die Orden nicht als Privatvereine ansehen sollten, wir nicht mit der Angelegenheit und kam zu dem Resultat, unseren Beres, um auf die Katholiken einzuwirken: So gut ich als Frei- für fie stimmen fonnten. Wenn die Ultramontanen uns auf tretern im Landtag einmüthig zu empfehlen, eine Fraktion zu denker das Recht der freien Meinung verlange, muß ich auch der grund meiner Erklärungen in der Kommission übertölpeln bilden und sich den üblichen Fraktionsgesehen zu unterwerfen. katholischen Kirche das Recht auf Klöster und Orden lassen. wollten und uns zu zwingen versuchten, für ihren Antrag ohne Dem Abgeordneten Stegmüller wurde ein Vertrauensvotum er( Hört! hört!) Gegner aller Ausnahmegeseke bin ich auch unseren Zusatz zu stimmen, so blieb uns nichts anderes übrig, theilt nicht wegen feiner sogenannten Kirchenbaurede, die noch Gegner eines Ausnahmegeseges geaen die katholische Kirche!" als uns der Stimme zu enthalten. Wir mußten der Sozial nicht gehalten war, sondern wegen seiner Straßenmeisterrede; da Wie verträgt sich das mit seinem Verhalten in der badischen demokratie den Triumph sichern, die Pfäfflein zappeln lassen zu hatte Stegmüller im Parlamente gesagt, die Straßenmeiſter Kammer? Es wäre uns nicht eingefallen, mit diesen häuslichen können. müßten ein höheres Gehalt erhalten; jezt seien fie gezwungen, Streitigkeiten den Kongreß zu behelligen, wenn sie nicht einen Der zweite Zentrumsantrag bezog sich auf die Missionen. den Staat zu betrügen; das wurde bestritten. Da erwiderte So bedenklichen Umfang erreicht hätten, daß sie die Auch hier hatte mein Antrag nur den den Zweck ge Etegmüller: Das weiß ich aus eigener Erfahrung. In meinem Agitation in Baden brach legen. Es herrscht große Er- habt, die Privilegien der Kirche zu beseitigen. In bezug auf Notizbuch habe ich aufgezeichnet, wie oft ich den Staat betrogen bitterung, vermehrt durch das Eingreifen des Offenburger den dritten Bentrumsantrag fonnten wir unbedingt zustimmen, habe.( Heiterkeit.) Wir verziehen Stegmüller, weil er ein junger, Volksfreundes", der sich von vornherein auf die Seite Rüdt's denn es handelte sich nur um rein interne Angelegenheiten parlamentarisch unerfahrener Mann ist. Redner schildert nun das schlug und gegen mich und Stegmüller den Banustrahl schleuderte. der katholischen Kirche, bei der wir ihr nicht ihr Selbst Berhalten der sozialdemokratischen Fraktion im badischen Landtag Als die Mannheimer Volksstimme" uns in Schutz nahm, was bestimmungsrecht beschneiden können. Bei der Abstimmung habe zu den Zentrumsanträgen. Der Antrag Rüdt war als Frattionsantrag ihr gutes Recht war, da schrieb der„ Boltsfreund", fie thäte es ich mich also so logisch verhalten, wie ich hier vor ihnen spreche; eingebracht. Statt einmüthig für den Zufazantrag einzutreten, auf Veranlassung von Dreesbach, der ihr bezahlter Beamter sei. aber auch Dreesbach war am Tage vor der Abstimmung durch- spaltete sich die Fraktion. Dem Zentrumsführer Wacker und dem Die Landeskonferenz ergab fein Resultat. Sie tann auch nicht aus meiner Ansicht. Freisinnsdemokraten Muser war es gelungen, Unkraut in den Ordnung schaffen. Das kann nur die Kommission, die hier ge Nach Dreesbach's Ausführungen habe ich aber auch im Weizen zu säen. Der alte Konflikt zwischen Dreesbach und wählt wird, und der auch die Breßfrage vorgelegt werden soll. Landtage eine fulturkämpferische Rede gehalten. Das iſt, un Rüot tam wieder zum Vorschein. Stegmüller aber rief über den ( Zwischenrufe!) Ich habe wenigstens und mit mir viele andere richtig und läßt sich an der Hand der gedruckten Rede wider. Parlamentssaal:" Dreesbach, wie wölle mer jegt ftimme?" es so verstanden, daß die Preßfrage vor die Neunerkommission legen. Meine Rede war rein wissenschaftlich, und als gebildeter( Große Heiterkeit.)" Daß die Genossen im Lande mit diesem Zwist und nicht vor die badische Landeskommission gewiesen werden Mensch, aber auch in meiner Eigenschaft als Sozialdemokrat hatte nicht gerade zufrieden waren, ist tlar. Redner geht nun dazu soll.( Widerspruch.) Von der Kommission erwarte ich Gerechtig, ich die Pflicht zu beweisen, indem ich mich auf Päpste und Priester über, das Verhalten des" Offenburger Boltsfreund" zu ver teit. Ein alter Parteigenosse wie ich, der über 25 Jahre in der bezog, doch die Klöster durchaus nicht die Pflanzstätten der Tugend theidigen. Er wird jedoch vom Vorsitzenden unterbrochen, der Partei steht, darf schutz- und schonungslos in der Nächstenliebe, der Wissenschaften gewesen sind, als welche sie ihn darauf aufmerksam macht, daß die Preßfehde vor der der Parteipreffe heruntergemacht werden.( Lebhafter Beifall.) die Ultramontanen hinstellten. Aber ich habe in meiner Rede Neuner- Kommission auszutragen sei und bricht damit ab. Er ers Bezüglich Stegmüller's liegt die Sache, so, daß, wenn ich Recht ausdrücklich gejagt, daß ich nicht durch Gewalt, durch brutale innert an das einstimmige Urtheil des legten Offenburger Parteis habe, auch Stegmüller Recht hat; in der Lörracher Kirchen Unterdrückung, sondern durch Geisteskampf die Beseitigung der tages gegen Dresbach und für ihn und Rüdt und schließt mit angelegenheit hat Stegmüller wohl nur im guten Glauben ge- Klöster anstrebe. der Versicherung, daß die badischen Genossen durchaus nicht uneins handelt, und zwar nach dem Rathe Adolf Geck's. Jm Budget In der ganzen Frage wäre es politischer Cretinismus ge- feien und die Differenzen nur mit 3 bis 4 Persönlichkeiten in 91/92 waren 40 000 m. für den Lörracher Kirchenbau bewilligt, wesen, wenn ich nicht auf meinem Zusatz bestehen geblieben wäre; Mannheim und Lörrach beständen. aber nicht ausgezahlt worden. Von Lörrach aus war Stegmüller Dreesbach hat mir vor Zeugen gefagt, daß er auf meinem Krohn Konstanz: Die Streitigkeiten in Baden sind nicht nahegelegt worden, diese Gelder flüssig zu machen. Weil er ein Standpunkt stehe; und auch die Voltsstimme" hatte zunächst erst in der Kammer entstanden. Schon in Karlsruhe sahen wir, junger Parteigenoffe ift, warnten wir ihn vor einer solchen offen ausgesprochen, daß ich den prinzipiellen Standpunkt ge- daß persönliche Zwintigkeiten zwischen Rüdt und Dreesbach vor Handlung. Nachdem ihm aber Geck, den er angefragt hatte, wahrt hätte. handen seien, die bald zum offnen Austrag kommen müßten. Wir sagte: daß, nachdem nun einmal die Gelder bewilligt worden Aber nun kommt man her und wirft mir Verrath am Partei in Konstanz geben Rübt in bezug auf seine Haltung im Land feien, es feinen Verrath an der Partei bedeute, wenn er jetzt die prinzip vor, und schiebt mir unter, ich hätte mit den National tage durchaus recht. Wo ein Huß verbrannt worden ist, müssen Gelder flüssig mache, hatte er im Landtage diese Sache angeregt. liberalen unter einer Decke gesteckt. Das wirft man mir vor, wir die Pfaffen auf das Entschiedenste bekämpfen. Wie kann ein Obwohl also Geck den unerfahrenen Genoffen zwar nicht auf der ich in meiner langen Thätigkeit alle unsere Gegner mit Genoffe, der 25 Jahre im Dienste der Partei steht, gegen einen gefordert, wohl aber berathen bat, in diefer fatalen volfter Entschiedenheit bekämpft hatte Ich habe nicht nöthig, anderen Genossen das Wort Scherbengericht anwenden! Weise Stellung zu nehmen, war es gerade der Offenburger mit unseren Gegnern zu pattiren. Aber wenn ich vor die Wahl Kiesel Berlin: Die Parteigenoffen, die seit 25 Jahren „ Volksfreund", der Stegmüller als„ Kirchenrath von Lörrach" zwischen einem Ultramontanen und einem Nationalliberalen ge- im politischen Kampfe stehen, hätten doch zum mindesten wissen anzapfte. Wenn also Stegmüller schuldig ist, so ist ebenso ftellt werde, so ziehe ich doch noch den Nationalliberalen vor; müssen, wie sie sich in einer prinzipiellen Frage zu verhalten schuldig der, der ihn berathen hat. Höchstens hat er während der erstere noch tief im finsteren Mittelalter stedt, lebt haben. Rüdt hat nicht tonsequent gehandelt. Ich verstehe es, einen Fehler begangen, wie ihn auch die erfahrensten Genossen der andere wenigstens in der modernen Zeit. Auch in meinem warum er gegen die Pfaffen donnert und ein Duhend täglich zum schon begangen haben, der aber gewiß nicht den Anlaß geben Flugblatte babe ich nur solche Dinge vertreten, die sich mit Frühstücke verzehrt, aber hier handelt es sich um die Wahrung tann, einen braven, thätigen Parteigenoffen aus der Partei aus unseren Prinzipien decken, ich habe nicht um ultramontane des Prinzips und gegen das Prinzip hat Rüdt verstoßen. zuschließen. Stimmen gebublt, indem ich versprach, für Reservatrechte der Lütgenau- Dortmund: Wir bekämpfen die Macht der In einer Geschäftsordnungs- Debatte wird nochmals fest- Kirche zu stimmen, sondern habe nur versprochen, der Kirche die Kirche, aber die Macht hat sie nur durch die Staatsgesetze, des gestellt, daß in der Vormittage Sigung Antrag 67 in der Neuner- felben Rechte wie jedem Privatvereine zu sichern. Eigenthüm balb hat es feinen Zweck, die Pfaffen anzugreifen, sondern für tommiffion, 681 im Plenum, 682 vor der badischen Landes- licher Weise begannen die Feindseligkeiten Dreesbach's gegen Trennung von Staat und Kirche einzutreten, deshalb hat Rüdt tommiffion, 69 im Plenum behandelt werden soll. Dieser Be- mich, die ich weder begonnen noch in irgend einer Weise er auch nicht dem Prinzip entsprechend gehandelt. Den wissenschaftschluß wird jedoch jetzt umgestoßen und 682 der Neunerkommission widert habe, erst nach den Artikeln des Offenbacher lichen Charakter seiner Rede muß ich bestreiten, sein Zusay bes überwiesen. Volksfreundes". Auch als die„ Boltsstimme" sich in fanatischer züglich der Stellung der Orden unter das Vereinsgefes ift ent Nunmehr erhält Rüdt das Wort. Weise gegen mich wandte, habe ich weder in Rede noch in Schrift weder sinnlos oder selbstverständlich. Um seinen Verstoß gegen die Angriffe erwidert. Als die badischen Genossen es für noth- das Programm zu bemänteln, greift er nach dem Strohhalm der wendig erklärten, in einer besonderen Landeskonferenz die An- Worte Wacker's in der Kommission. Das Verhalten Rüdt's geht gehörten, welche nur die Ordnung bewacht und feinen Angelegenheit zu klären, habe ich mich ohne Weiteres gestellt. über das der Nationalliberalen noch hinaus, er ist ftrifte theil am Rampfe genommen, deshalb auch nichts zu fürchten barität dem Spruche der Konferenz unterworfen hätte, war er jo tönnten wir uns Angriffen gegenüber dem Satz Religion ist Anstatt daß nun Dreesbach sich in sozialdemokratischer Soli gouvernemental. Würden wir das Verhalten Rüdt's nicht mißbilligen, hätten. Dieser kindliche Irrthum sollte ihnen einige Stunden beleidigt, als sich die überwältigende Mehrheit der Konferenz für Privatsache" nicht mehr vertheidigen. später das Leben kosten. mich erklärte und schimpfte unausgefeht in der Deffentlichkeit Dreesbach Mannheim: Rüdt scheint auch hier die Taktik Der Tag neigte sich zu Ende. Ich richtete meine Schritte gegen mich. Damit war der Bank entflammt, der unseren des Verschleierns einzuschlagen, darin hat ihm Geck sekundirt. nach der Mairie des zehnten Arrondissements, da ich Befehl Gegnern zur Freude in einem Augenblicke vom Baune gebrochen Es wird immer wieder behauptet, persönliche Zwijtigkeiten feien erhalten hatte, nach und nach bis nach Billette zurück zu wurde, wo sie sich dazu rüsten, um in vertintem Angriff uns die Ursachen des Parteistreites. Rüdt sucht mit Hilfe seiner weichen. Beim Anbruch der Nacht sah ich ein Bataillon su Boden zu schmettern. Beredsamkeit in Baden gegen mich Stimmung zu machen, des den Boulevard von Straßburg hinauf_marschiren, dessen Ich appellire nochmals an Ihre Gerechtigkeit und ich bin halb eben bringe ich die Sache vor ein unparteiisches Gericht. Mufit mit aller Macht den„ Chant du Départ"( Abschieds- überzeugt, daß sie der Wahrheit das Recht geben werden.( Leb. Bei der Abstimmung handelt es sich nicht um das, was im Rommissionsbericht steht, sondern es handelt sich um den Wortgejang) spielte. Die Umstände, unter welchen wir uns be- bafter Beifall.) fanden, verliehen dieser Musit, welche in der Dämmerung dem in dieser Sache die beiden Kontrahenten gesprochen, das zu stimmen. Zur Geschäftsordnung stellt Bebel den Antrag, daß, nach: laut des Gesetzes, und danach hatte Rüdt die Pflicht, mit uns Selbstverständlich unterliegen die Missions vorüber zog, etwas Phantastisches. Es war mir, als wenn plenum entscheiden tönne. Die Angelegenheit des Offenbacher gesellschaften dem bestehenden Vereinsgeseze. Ich hatte ich einer Heerschau von Geistern beiwohnte. Bor meinem Bolksfreundes" und die Angelegenheit Stegmüller" müsse der Rüdt allerdings anfangs zugestimmt, er den Zusatzs Geiste tauchten gespenstisch alle die Freunde und Kameraden Neuner- Kommission überwiesen werden. antrag stellte. Nachdem ich aber selbst erkannt hatte, daß er auf, welche ich seit zwei Monaten als Opfer fallen sah. unlogisch sei, war ich doch nicht verpflichtet, für den Unsinn zu Seit so vielen Nächten hatte ich schon nicht geschlafen; stimmen? Das Vorgehen des Rübt untergräbt uns unsere ich war ganz zerschlagen von Müdigkeit und so vieler Auf ganze Agitation. In der Landesversammlung wußte man nicht was man thun sollte, sonst hätte man nicht einstimmig für Rüdt regung, mein Gehirn war unfähig zu denken und nur noch stimmen können. Das ist der weitere Grund, weshalb wir die der thierische Trieb der Lebenserhaltung regte fich instinktSache vor den Parteitag brachten, damit dieser dem Dr. Rüdt mäßig in mir. Ich suchte einen Augenblick Zuflucht in ausspricht, fein Berhalten entspreche nicht den Parteiprinzipien. einer Reſtauration, wo ich etwas Nahrung zu mir nahm Die Breßfehde bringen wir vor die Kommission, und da werden und mich kurze Zeit ausruhte. wir Genossen Geck noch andere Sachen vorlesen, als das Artikelchen, das er hier vorgetragen hat. Armer junger Mann", meinte die Wirthin zu mir, Sie sehen so gutherzig aus. Warum schlagen Sie fich denn?" " Nachdem noch Geck für sich das Recht reklamirt hatte, morgen ebenso lange wie Dreesbach und Rüdt sich zu vertheidigen, wird entsprechend dem Antrage Bebel beschloffen. Es folgen geschäftliche Mittheilungen. Genosse Landgraf, der zum Schriftführer gewählt war, hatte kein giltiges Mandat, sondern war nur Besucher. Für ihn wird Kunert zum Schrift: führer gewählt. Der holländische Genosse van RoI überbringt die Grüße der sozialdemokratischen Partei der Niederlande. Am Mittwoch Abend geben die Frankfurter Genossen dem Parteitag einen Kommers in der Weißen Lilie". Auf Antrag Bebel's wird beschlossen, mit Rücksicht darauf ohne Mittagspause bis 4 Uhr zu arbeiten. ( Schluß 73/4 Uhr.) " = Rüdt- Heidelberg: Es handelt sich gar nicht um ein Ausnahmegesetz, das beweist schon ein Blick auf das badische Grundgesetz. In der Praxis ist es wohl ein Ausnahmegeseh, aber nicht in Glauben Sie mir, liebe Frau," wußte ich nur zu erwidern, daß wir nicht zu unserem Vergnügen tämpfen." seinem inneren Sinne. Es ist falsch, daß die Worte des Zentrums abgeordneten Wacker feine rechtliche Bedeutung hätten, wie Lütgenau Gegen Morgen in aller Frühe wurde ich aus meinem ( Privat Telegramm des Vorwärts") meint. Seit wann sind wir denn soweit gekommen, das Urtheil schweren Schlafe durch das Pfeifen der Kugeln, welche rings Frankfurt a. M., den 24. Oktober 1894. einer Parteikonferenz für Unsinn zu erklären. Unter den Leuten um uns gegen die Mauern schlugen, vom Trottoir, auf welchem Vormittags Sigung. des badischen Oberlandes sind mehr kluge und praktische Leute, ich mich hingestreckt hatte, aufgeschreckt. An der Barrikade Singer ertheilt nach einigen geschäftlichen Mittheilungen sie würden sich vor den Kopf gestoßen sehen, wenn Sie deren der Pforte St. Denis traf ich den Rest meines Bataillons. dem niederländischen Genossen van Rol das Wort: Urtheil hier einfach umstoßen. Sie wissen mehr als die NordEin Kapitän desselben hatte seine Uniform ausgezogen van Kol: Als ich mich vor zwei Jahren in Ihrer deutschen, was es mit dem Kampfe gegen die Klerifei auf sich und seine Zivilkleider angelegt. Er forderte mich auf, es mitte befand, war mir strikte Neutralität auferlegt worden über bat. Lütgenau und Dreesbach meinten, mein Bufat hätte keinen und seine Zivilkleider angelegt. Er forderte mich auf, es die Streitigkeiten in Ihren Reihen, über die Uneinigkeit zwischen Sinn mehr gehabt, nachdem das Ausnahmegesetz gefallen ist. ebenso zu machen, da, wie er sagte, jedermann erschossen einzelner Ihrer und unserer Führer. Damals hofften wir noch, Stilistisch vielleicht nicht, wohl aber logisch. Die Privilegien würde. In der That traf ich bald darauf ein junges daß vor den Forderungen gemeinsamen Kampfes die persönlichen der Orden bestehen weiter und für deren Beseitigung bin ich einMädchen aus dem Lazareth der Straße Drouot. Sie Bwiftigkeiten verschwinden würden; diese Hoffnung hat sich nicht getreten, aber auch für Aufhebung des Ausnahmegefeßes. Die theilte mir mit, wie sie erfahren hätte, daß die Soldaten erfüllt. Die neue sozialdemokratische Arbeiterpartei hat sich loss Frage Stegmüller's ist thatsächlich während der Verhandlung gefallen. unter dem Vorwande, ein Gewehr an der Hausthür geriffen vom alten Bunde. Die alten Freundschaftsbande find Es ist Sache der badischen Organisation, die Angelegenheit zu gefunden zu haben, alles massakrirt hätten, den jungen geriffen. Die Mehrheit des sozialdemokratischen Bundes be- regeln. Die ordnungsmäßig verlaufene Ronferenz ist zu dem Doktor, die Krankenträger, die Verwundeten, selbst die kämpft uns jetzt schärfer als die Bourgeoisie und die Gewalt, Urtheil gekommen, daß ich dem Prinzip entsprechend gehandelt mit der die herrschenden Klassen nur bedroht werden, habe. Wir mußten die Privilegien der Kirche beschneiden, das Frauen. wird gegen uns ausgeübt. Nach einer kurzen Stizzirung gebot uns auch die Frage der Taktik. Man muß es uns, die der Verhältnisse in Holland, die mit Nothwendigkeit zur Spaltung wir in ständiger Berührung mit der Landbevölkerung stehen, führen mußten, schließt er: Es ist noch viel für uns zu thun, überlassen zu verlangen, daß die kirchlichen Institutionen unter Und Sylvia?" frug ich beklommen. ( Fortsetzung folgt.) genommen. Persönlich bemerkt Stegmüller Lörrach: Ich war als Straßenmeister im badischen Staatsdienste. Wir müssen jeden Feiertag als Arbeitstag berechnen, um zu dem budgetmäßigen Einnahmebetrag zu gelangen. Ich empfand das als einen staatlich allen Theilen Bayerns erlaubten Betrug, aber doch immerhin als Betrug, deshalb quittirte Genossen ich den Staatsdienst. Dag und nichts anderes brachte ich im badischen Parlament zur Sprache.( Beifall.) Bei der Abstimmung wird der Antrag 68 1: Das Verhalten des Dr. Rüdt bei der Ordensfrage im badischen Landtag entspricht den Prinzipien und der Gepflogenheit der sozialdemokratischen Partei nicht und spricht der Parteitag seine entschiedene Mißbilligung hierüber aus." angenommen. = " % 102. Parteigenoffen des 10. badischen Reichstags- Wahlkreises Rarlsruhe Bruchfal: 1. Der Parteitag möge dazu Stellung nehmen, wie fich die fozialdemokratischen Landtags- Abgeordneten bei der Abstimmung über den Gesammt- Etat zu verhalten haben. erflären: aus. " " pas Vereinsgesetz gestellt werden. Deshalb muß sich der Partei-| schen Verhältnisse aus, daß sie den Leuten schließlich nicht zu sich mit dem letzten Rettungsanter: Die Bayern sind eben tag auch den Beschlüssen der Landeskonferenz anschließen. verübeln sind. Alle Zweifel müßten sich leicht beseitigen lassen, dumm!" Erst wenn man mehrere Jahre bei uns gelebt hat, Mit großer Mehrheit wird Schluß der Diskussion an- wenn von unserer Seite erst eine Erklärung über unser lernt man einigermaßen unsere eigenartigen Verhältnisse, die Vorgehen vorliegt. Diese Erklärung ist nun in München auf in feiner norddeutschen Parteigruppe jo eigenartig sind, einiger dem bayerischen Parteitag erfolgt und zwar so ausführlich, daß maßen begreifen und ihnen Rechnung tragen. Wir sind ein wir etwas weiteres sagen zu müssen, faum noch erwarteten. Bauernland, unser Bolt ist kein lesendes Volt, es geht lieber in Der bayerische Parteitag, zur Hälfte so stark wie dieser, war aus Versammlungen, turz und gut, unsere Leute sind keine Politiker, besucht. Es waren einige die haarscharfe politische Distinktionen zu machen vermögen. G als Opponenten erschienen; bei der Ab- mag ja vielleicht auch noch die Zeit kommen, wo das„ echte Nordfimmung stellte ich euch noise, inftimmigkeit her: licht" auch bei uns seinen scharfen Schein zu verbreiten vermag, erhielten ein Vertrauensvotum, wie es großartiger aber zunächst sind unsere Leute noch Gemüthsmenschen und tennen nicht gedacht werden kann. Zum Ueberfluß wurden wir noch nur ein Entweder" oder ein„ Oder", ein Dafür" oder ein in die Parteileitung gewählt. Vielleicht 70 Rechenschaftsberichte Dagegen", sie würden es nicht verstehen, wie man bei der Aufwurden vor und nach dem Parteitag von unseren Abgeordneten befferung der bäuerlichen Verhältnisse für die Ausgaben, bei erstattet, in allen Versammlungen zeigte sich vollendete Ein- der Schlußabstimmung aber gegen die Ausgaben stimmen kann. ftimmigkeit. Nicht einmal ein Zweifel wurde über das laut, Durch unsere Stellung zu den Beamtenaufbesserungen und Anerregt zu haben scheint. Kurz, Sie deres haben wir uns die größten Sympathien erworben. Mit Antrag 68 11 und 69 gehen an die Neunerkommission. haben es mit dem, was zu Leichtigkeit aber würde man unsere Arbeit zu nichte machen Die Wahl dieser Kommission ist vollzogen; 213 Stimm- thun mit uns als Einzelpersonen, sondern mit der gettel wurden abgegeben, davon waren 2 ungiltig. Es erhielten bayerischen Sozialdemokratie. Die Gründe, warum diese Ein- abstimmung den Nachweis lieferten, daß wir zwar schöne Worte, mit der g Stimmen: Blo3 142, Roenen Hamburg 100, Hülle Erfurt müthigkeit vorhanden ist, brauche ich nicht zu erörtern. Das aber keine Thaten haben. Ich glaube, daß das ganz ähnlich in 95, Bettin Stuttgart 91, Birt München 89, Quart Protokoll des Münchener Parteitags ist in Ihren Händen, anderen Landestheilen liegt, ba aber die Sache für mich gefähr Frankfurt a. M. 86, Frau Ihrer Berlin 75, 2egien Ham hoffentlich haben Sie es auch gelesen. Jeder kann sich genau lich steht, so habe ich zunächst auch nur meine eigene Haut zu burg 78, Peus Dessau 84, Neumann 60. Weitere Stimmen unterrichten über die Angriffe, die wir erfuhren, und über wahren. Ich sage, wer das Volk gewinnen will, wer es politisch fallen auf Schmidt- Frankfurt, Jahn, Slomte, Paul und Pinkau. unsere Erwiderungen. Der Eindruck, den Sie aus der Lektüre ge- erziehen will, der muß ihm zunächst verständlich sein. Wir sind ie Frau Bettin bittet, von ihrer Wahl abzusehen, da sie noch in winnen, muß stärker wirken als die Worte, die ich in der kurzen nun der Meinung, daß unsere bisherige Taktik die richtige ge der Mandatsprüfungs- Kommission beschäftigt sei. Diesem Wunsche Zeit Ihnen hier sagen kann. Wir hatten, wie gesagt, nach unserem wesen ist, daß wir ihr die schönsten Erfolge zu verdanken haben. wird nachgekommen und an ihre Stelle tritt Neumann Parteitag gehofft, daß die Anträge, nachdem die Klärung erfolgt Kunert hat ja dieserhalb ein Kompliment gegen uns machen zu Elberfeld. ist, zurückgezogen werden würden. Das ist nun nicht der Fall. müssen geglaubt; ein fleineres Lob, aber etwas mehr Verständniß Es wird zur Erörterung der bayrischen Angelegen Ja, zu meinem Erstaunen bemerke ich, daß auch von anderer wäre uns lieber gewesen. Glauben Sie denn wirklich, wir seien heit geschritten. Zur Debatte stehen folgende Anträge: Seite förmlich etwas daran gesezt wird, sich zu versteifen darauf, so beschränkt, daß wir 7 Monate lang für die Propaganda, für tod 70. Die Parteigenossen in Berlin 1, 3 und 4, Halle die Angelegenheit zu einem gewissen zwangsweisen Abschluß zu die Agitation im Landtage arbeiten würden, um dann mit einem und Weimar: In Rücksicht darauf, daß die bayerischen Land- bringen. Genoffen, was soll ich Ihnen sagen? Ich bin in einer Schlage unsere Erfolge wieder zu nichte zu machen? Unfere tags- Abgeordneten für den Etat gestimmt haben, möge der gewissen Verlegenheit; wenn ich alles wiederholen follte, was ich Agitation foll uns das Bolt im wachsenden Maße erobern, Parteitag in einer Resolution die prinzipielle Stellung der Partei in München gesagt habe, würde mir selbst das Glend ankommen darauf ist unsere Politik gerichtet. Da ist es thöricht, von uns zu den Gesammtetats der Landtage festsetzen. ( Heiterkeit). Nur einige Streiflichter will ich auf die Sache zu verlangen, wir sollten unsere Taktik nach den Verhältnissen 75. Parteigenoffen in Hanau: Der Parteitag möge be- werfen, damit nicht hintennach gesagt werden kann, wir hätten einrichten, wie sie bei Ihnen sind und nicht nach unseren eigenen. schließen: In allen gesetzgebenden Körperschaften, in unsererseits irgend etwas verabsäumt, es zur Klärung zu Welche Kenntnißlosigkeit über bayrische Verhältnisse herrscht, welchen Parteigenoffen als Vertreter der Sozialdemokratie bringen. Im Genossen Kunert habe ich wohl das Bergnügen, dafür lieferte vor furzem der„ Borwärts" ein Beispiel, als er gewählt find haben dieselben nur solchen Geld- den Parvus der Neuen Zeit" zu begrüßen. Was er hier vors in einem Leitartikel über die Kriminalstatistik bemerkte, daß die forderungen zuzustimmen, die zu Kulturaufgaben und trug, war in der Hauptsache Wiederholung des Parvus- Artikels. Süddeutschen bekanntlich roher und unkultivirter seien als die gemeinnützigen Zwecken bestimmt sind. Bei Abstimmungen über Wir haben flargelegt, daß in unserem Budget Militärausgaben Norddeutschen( Heiterkeit). Genossen, Sie mußten doch frugig werden, Gesammt- Etats, in welchen Forderungen enthalten sind, welche gar nicht enthalten sind. Kunert zieht sich deshalb hinter die als Sie die vollendete Einstimmigkeit der bayrischen Genossen erfuhren, der heutigen Gefellschaft die Mittel gewähren zu ihrer weiteren Watrikularbeiträge zurück, aber mit den Matrikularbeiträgen die doch auch aus verschiedenen Elementen sich zusammenfeßen. Mor Existenz und zur Bekämpfung des um seine Befreiung haben wir nur die Rechnung zu bezahlen, die uns das Reich gen beginnen wir mit der Agrarfrage. Alle, die wir hier sind, ringenden Proletariats, haben die Parteigenossen mit Rein zu präsentirt. Man hat nun die ganze Angelegenheit als eine wollen wir die Bauern erobern, das Landvolt haben. Eine der ftimmen. speziell bayerische hingestellt; das ist ganz falsch, denn ebenso allerersten Voraussetzungen für jede Landagitation aber ist das 76, Parteigenoffen in Bochum: Der Parteitag möge den wie wir haben sich seit Jahren die Badenser, die Heffen ver- Erlernen der Eigenart des Volkes und des entsprechenden Landesfozialdemokratischen Abgeordneten des bayerischen Landtages be halten, ohne daß die Parteigeuoffe etwas davon gemerkt haben. theiles. Es wäre ein außerordentlich schlechter Anfang für unsere züglich deren Haltung bei der Abstimmung über den Gesammt- In der That ist die Abstimmung über das Budget in den Land- Landagitation, wenn man hier mit einem Akte falfcher Einheite Etat eine Rüge ertheilen, und einen Beschluß fassen, der einer tagen etwas ganz anderes, als die Abstimmung im Reichstage. lichkeit beginnen wollte. Falsche Einheitlichkeit, sage ich, eine Haltung dieser Art für die Zukunft vorbeugt. Die Antragsteller haben sich die Sache so vorgestellt, als ob derartige papierne Einigkeit, dieses mechanische Schablonifiren und die Einzellandtage die großen prinzipiellen Fragen au be- Uniformiren erscheint mir als ein Einfluß des gut altpreußischen rathen hätten; das ist ganz falsch. Der Reichstag Korporalgeistes( Unruhe), und gerade diese Eigenschaft ist es, die ist der Ort, wo die Prinzipienfragen, der Geist der Politik, preußische Herrschaft so allgemein in Deutschland verhaßt ge= festgestellt werden, die Landtage haben nur die Konsequenzen macht hat.( Sehr richtig.) Hüten wir uns, daß dieser Geist uns daraus zu ziehen; wir sind demnach auch viel weniger frei, als auch unsere Verhältnisse vergiftet!( Widerspruch.) In bezug auf 113. Die Unterzeichneten beantragen, der Parteitag wolle im Reichstage, wir haben Verwaltungspolitik, aber nicht die das Prinzip und die allgemeine Tattit für die Reichsangelegen Politit der großen Grundgesetze zu treiben. Genosse Kunert hat heiten ist der Parteitag souverän, aber soweit die Taktik bie einzelnen In Erwägung, daß die grundsätzliche Bekämpfung der nun eine ganze Anzahl von Einzelheiten vorgeführt, aus denen Landesangelegenheiten betrifft, ist sie naturgemäß Sache der Partei des herrschenden Gesellschafts- und Staatsordnung aus der Geser dann, genau so wie der Parvus- Artikel, einen Prinzipienbruch betreffenden Landes. Zu was find die Parteitage in den einfammtthätigkeit der Partei hervorgeht; und Programmverrath herausdestillirte. Ich kann natürlich nicht zelnen Ländern überhaupt blos ba? Sollen sie nur eine bequeme in weiterer Erwägung, daß die Gesammtabstimmung über die auf alles eingehen, nur einiges will ich herausziehen, man wirft Berwaltungsschule für die Berliner Parteiverwaltung sein? Die Finanzgesetze der Einzelstaaten eine reine 3wed mäßig- uns die Grundsteuerbewilligung vor; die soll den Bauern be- vorliegenden Anträge wollen für alle gufunft eine fefte eiferne teitsfrage ist, welche nach den örtlich und zeitlich drücken, aber die Grundsteuer ist die einzige Steuer, die die Regel geben. Wo soll da das Ende sein? In den einzelnen gegebenen Umständen zu beurtheilen ist, sowie in Hinblick auf Bauern zahlen. Stimmen wir gegen die Grundsteuer, so wälzen Ländern haben wir häufig verschiedene Interessen. Wenn die die am bayerischen Parteitage gegebenen Darlegungen: wir 80 pet. der Steuern von den Bauern ab auf die Bevölke- Revolution einmal kommt, ist das ja freilich etwas anderes. So find die von Berlin 1, 3, 4, Halle, Weimar, Braunschweig und rung des ganzen Landes. Aehnlich liegt das bei der Haussteuer, haben wir in Bayern ein anderes Unterstützungswohnsitz Gefeh Hanau gestellten Anträge als erledigt zu betrachten. die nach Kunert und Parvus jede Hütte belastet. Nun bin ich als Sie. Wir haben uns oft miteinander geftritten, weiches beffer Dertel- Nürnberg. Eduard Schmidt. Albrecht Fülle. J. Bräu, auch Besitzer einer Hütte und gerade nicht einer kleinen und be- ist. Ebenso gut tönnten Sie auf den Einfall kommen, uns vor Seidl. Reichsrath. M. Schmidt. R. Opificius. AD. Ged. zahle nur 98 Pf. Haussteuer( Heiterkeit). Aus der Haussteuer zuschreiben, unser Heimathsrecht aufzugeben. Ein anderer Fall: Th. Luz. Opficius- Pforzheim. Dr. Rüdi. A. Krohn. tommen im ganzen nur 700 000 M. heraus. 218 Runert mir auf dem vorigen Parteitag vertrat Bebel die merkwürdige Bolitit, Müller- Arheilgen. Gramer- Darmstadt. Orbig- Gießen. H. Prinz. Punkt für Punkt, natürlich in höflichster Form, Parteiverrath vor- es wäre eigentlich besser, wenn die ganzen Einzel- Landtage be Galm- Seligenstadt. Dch- Langen. J. Orb. Stücklen- Hof. warf, tam ich mir recht efelhaft vor, weil ich als alter feitigt wären. Bebel tann für diese Ansicht vielleicht die Majorität M. Ernst. Karl Greß. Friedr. Zid. Breder- Augsburg. Birk. Politifer nach fiebenmonatlicher intensivster Arbeit nicht gewußt finden und nun von uns verlangen, wir sollten für die Aufhebung Kölblinger. Müller. Klemens. Bamberger. Wiemer. hätte, was ich schließlich hätte thun müssen. Wir sollen durch unseres Landtages ftimmen.( Widerspruch Bebels.) Die SchlußMößinger. die Budgetbewilligung der Regierung ein Vertrauensvotum folgerung ist nicht im Entfernteften so gewagt, wie wir sie von Dir and 114. Der Parteitag wolle erklären: Es ist Pflicht der parlamen ausgestellt baben! Rufen Sie die Minister an, ob unsere Reden, gewohnt sind.( Unruhe.) zu welchen Konsequenzen der Bebeltarischen Vertreter der Partei, wie im Reichstag so in den Land- ob unsere Initiativanträge, und wir haben fleißiger gearbeitet, sche Antrag führt, dafür nur ein Beispiel noch: Gestern fragte tagen Uebelstände und Ungerechtigkeiten, die in dem Klassen- als alle anderen Abgeordneten zusammen, ein Vertrauensvotum ich den Genoffen Jöst, warum sie im hessischen Landtag für das charakter des Staats wurzeln, der nur die politische Organisations. für die Regierung gewesen sind, wir haben die rücksichtsloseste Budget gestimmt hätten. Sehr einfach, erwiderte er, beim Finanzform für die Wahrung der Interessen der herrschenden Klassen Kritik geübt, wir haben die Minister, soweit das nöthig war, gesez hatten wir zwei Vorlagen, die Rechte wollte noch höhere ist, mit aller Schärfe zu kritisiren und zu bekämpfen, es ist weiter persönlich angegriffen, wir haben gegen das ganze Ministerium Steuern bewilligen, als die Regierung selbst beantragt hatte. Pflicht der Vertreter der Partei, alle geeigneten Mittel zu er- gestimmt. Grillenberger hatte ihnen erklärt, daß wir gegen alle Wenn wir nicht für das Regierungsbudget geftimmt hätten, greifen, um bestehende Uebel zu beseitigen und andere Zustände das größte Mißtrauen haben und nun soll auf einmal die Ab- müßten wir mehr Steuern bezahlen. Wenn Sie den Bebel'scheen im Sinne unseres Programms zu schaffen. Da ferner die Nestimmung über das Finanzgefeß ein Vertrauensvotum sein. Wir Antrag annehmen, würden Sie also in bestimmten Fällen den gierungen als Leiter von Klaffenstaaten die sozialdemokratischen bestreiten nicht, daß die Ablehnung des Gesammtbudgets eine Landtags- Abgeordneten unserer Partei verbieten, für niedrigere Bestrebungen auf das heftigste bekämpfen und jedes Mittel, das scharfe Waffe, die scharfste vielleicht ist. Aber es ist wie mit der Steuern den Ausschlag zu geben. Kurz, ich und mit mir alle ihnen zweckmäßig erscheint, ergreifen, um die Sozialdemokratie, großen Trommel, rührt man diese immerfort, so geht jede Nüance, bayerischen Genossen halten jede Bindung für alle Zukunft für wenn möglich, zu vernichten, so ist die nothwendige Folge, daß jede Melodie verloren. Machen wir einmal von der Budget unnatürlich, unpolitisch und vollkommen haltlos. Deshalb haben die Vertreter der Partei in den Landtagen den Regierungen ein verweigerung Gebrauch, so macht das Eindruck, aber je öfter wir uns alle sehr gewundert, daß zu den anderen AnZeichen des Vertrauens nicht geben tönnen. Und da die Bes wir es thun, desto mehr verwischt sich der Eindruck. Im Falle trägen der Antrag Bebel willigung des Gesammtbudgets als Vertrauensvotum gilt, in der eines Verfassungsbruches, da ist der Augenblick gekommen, die verehrliche Parteivorstand selber Stimmen gewonnen hat. gekommen ist, für den ber Gesammtabstimmung gegen das Budget zu stimmen haben. fchärfste Waffe in Anivendung zu bringen, aber man darf sie( Obo!) Ach, machen wir uns doch nichts vor!( Heiterfeit.) Auer, Bebel und Genossen. nicht vorher stumpf machen. Aber da tommt man mit der Haben's doch die Sekretäre selber herumgetragen( Heiterkeit). Mille Berlin zu Antrag 70: Die bayerischen Landtags Prinzipienirage! Es ist eine alte Geschichte, je weniger man Es ist erstaunlich, daß alte Politiker diesen Antrag einbringen Abgeordneten haben sich bei ihren Etatabstimmungen in einer Weise Gründe vorzubringen vermag, desto mehr hängt man das Prinzip fonnten. Die erste Regel für einen Politiker ist doch, sich niemals verbalten, die nicht in Uebereinstimmung ist mit unseren sonstigen beraus, denn man weiß, an das Prinzip traut sich niemand freiwillig auf zweifelhafte Angelegenheiten einzulaffen, die zu Bepflogenheiten. Wenn nun auch die bayerischen Genossen sich heran. So stellt denn zum Beispiel der Parvusartikel, aber auch fchiefen Situationen führen müssen. Das thut man nur ge Don taktischen Gründen haben leiten lassen, so können es doch der Antrag Bebel und Genossen die Sache so dar, als ob es zwungen. Hier lag aber tein muß vor. Gestern sprach ich mit fehr viele Genossen nicht begreifen, wie man bei Abstimmungen geradezu das Kennzeichen der wahren Sozialdemokraten sei, das einigen Delegirten, die den Antrag unterschrieben haben. Sie über den Gesammtetat auch Mittel für offenbar tulturfeindliche Gesammtbudget abzulehnen; aber ich erinnere nur daran, daß fagten: ja, wenns auf uns angekommen wäre, wir würden es 3wecke bewilligen tönne. Um jeder Mißstimmung in weiten nicht blos ausländische Liberale, sondern auch deutsche Fort- nicht gethan haben; aber da die Sache aufs Tapet gekommen Kreisen vorzubeugen, muß der Parteitag das Berhalten der schrittler wiederholt diefelbe Tattit geübt haben, ohne dadurch zu war, waren wir gezwungen, es zu thun.( Rufe: Namen nennen!) bayerischen Genossen tadeln. Sozialdemokraten geworden zu sein. Früher spielte in Wenn sich jemand an führender Stelle befindet, soll er sie nicht Kunert Halle zu Antrag 70: Wenn ich den bayerischen den Röpfen der Sozialdemokraten die Steuerverweigerung dazu anwenden, iede Thorheit, die auftaucht, zu vertiefen und Abgeordneten auch für ihre Thätigkeit meine Anerkennung aus eine hervorragende Rolle, fie war gewissermaßen die festzulegen. Laffen Sie es bei Ihrer Abstimmung so, wie spreche, fo liegt bei ihrer Abstimmung über ihren Gesammtetat rothe Kravatte des echten Sozialdemokraten, jetzt scheint die es bei uns gewesen ist, und wie es trotz aller einzelnen doch ein Verstoß gegen unser Programm, vor. An einzelnen Budgetverweigerung die Rolle der rothen Kravatte übernehmen Erklärungen bleiben wird: so nämlich, daß die Gesamints Posten weist Kunert nach, daß hier die Etatsforderungen gemäß zu sollen Bebel hat aber in Erfurt, als man die Taktik zwischen abstimmung über das Budget in den Einzelstaaten teine Prinzipien, den Bestimmungen unseres Programms nicht hätten bewilligt wer- links und rechts festlegte,- rechts" das war nämlich ich sondern eine taktische Frage ist. Verlangen wir in Bayern etwa, den dürfen. Es ist flat, daß nicht drei rothe Heller von diesem ausdrücklich erklärt, daß wir im Reichstage nur deshalb gegen daß das, was wir thun, ausgedehnt wird auf die ganze Partei? Etat hätten bewilligt werden dürfen, geschweige 330 Millionen. den Etat stimmen, weil vier Fünftel von ihm, was zwar nicht Fällt uns gar nicht ein, wir wollen blos unsere Ruh haben. Man fann nun sagen, daß in der Theorie das ganz schön sei, aber ganz richtig ift, Militärausgaben ausmachen. Das ist in der( Große Heiterkeit.) Haben Sie je erlebt, daß wir Süddeutschen nicht in der Praxis. Jft aber die bayerische Praxis richtig, so gehört hat ein ausschlaggebender Grund. In den Einzellandtagen ist uns als Benforen der Partei aufgespielt und den Rothstift in das Programm in den Papierforb. Ich kann nicht das Mißtrauen es aber gerade umgekehrt. Hier haben wir keine Militärausgaben. die Hand genommen hätten? Meinen Sie, es hätte uns an unterdrücken, daß die Bayern ihre Praxis zur Erzielung äußerer Die kulturellen Ausgaben überwiegen und wachsen immer mehr. Material gefehlt? Onein! Die Berliner hätten uns am allerEriolge angewandt haben. Wenn wir nicht aus eigener Kraft Wir bewilligen nun im allgemeinen Ausgaben für tulturelle erften etwas geliefert.( Heiterkeit.) Wir sagen uns aber: das Stimmen gewinnen tönnen, so thun wir beffer, auf sie zu ver- 3wecke, bei uns für die Bauern und für anderes und dann Kind lernt eben nur laufen, indem es hinfällt. Die Erfahrung zichten. Unsere Partei dekretirt Niemandem etwas und will auch sollen wir auf einmal beim Numensaufruf die rothe Kravatte der allein lehrt. So wenig wir uns also hineinmischen, so wenig den bayerischen Abgeordneten nichts dekretiren, aber das Sturm Budgetverweigerung ausstecken? Wenn wir nicht durch unsere sollten Sie es thun uns gegenüber bei den vitalsten Intereffen banner unferer Partei muß auch von den bayerischen Abgeordneten Gesammtthätigkeit den prinpipiellen Standpunkt gewahrt haben, unserer Partei. In Heffen und Baden gefchieht feit Jahren hochgebalten werden. wir nicht fortwährend kritisiren und Propaganda dasselbe und kein Hahn hat danach gekräht. Warum haben Den Antrag 75 begründet Meyer Magdeburg: Der getrieben haben, dann wird uns auch die Schluß- Sie denn da nichts gesagt? Warum ist denn nie auf Parteitag muß ausdrücklich feststellen, daß das Programm von abstimmung nicht den Nimbus des echten und wahren Sozial einem badischen Parteitage die Sache zur Sprache ge allen unseren Vertretern strikte innegehalten wird. demokraten zu verleihen vermögen. Die ganze Thätigkeit, unfere tommen? Erft von Berlin aus mußte es fommen, wo alles Gute Kritit Tag für Tag ist es, die unseren prinzipiellen Standpunkt herkommt.( Seiterkeit.) Wir, und ich bin ausdrücklich beauftragt, es charakterijirt, nicht aber das Symbol der Schlußabstimmung, die hier zu erklären, wir finden in Bayern, daß Sie sich seit Jahren nur eine reine tattische Frage ist. Dieser Ansicht bin aber nicht mehr als gut ist an uns reiben, und daß es gut wäre, wenn Sie blos ich für meine Person, sondern die bayerische Gesammt damit aufhören wollten. Ich warne Sie davor, einen haltlosen partei. Sie ist überzeugt, daß von der Budgetverweigerung nur Beschluß zu fassen, der nur die Quelle fortwährender Zwietracht v. Vollmat: Genossen! Ich muß Ihnen in meinem und im äußersten Falle Gebrauch gemacht werden darf. Die Nord- werden muß und zwar aus reinem Uebermuth. Ich sehe in dem im Namen der anwesenden bayerischen Delegirten zunächst ge- deutschen werden das freilich nicht ohne weiteres versiehen, und Antrag wieder den alten Geist, der alles auf die Spize treiben stehen, daß es uns sehr in Verwunderung feht, daß die früher selbst für Norddeutsche, die unter uns ansässig sind, dauert es will, und der in früheren Tagen schon mit dem Feuer gespielt gestellten Anträge überhaupt hier noch zur Berathung gestellt sehr lange, ehe sie sich in unsere bayerische Art hineinzufinden hat. Ich wünsche, er ließe endlich sein Treiben. werden. Als die ersten Angriffe in den verschiedenen Gegenden vermögen. Zunächst glauben sie, daß sie erst von Norddeutsch- Bebel'schen Antrag im Einzelnen betrifft, so sind seine zwei ersten Deutschlauds gegen uns erfolgten, da haben wir uns gefagt, es land die Wahrheitsbotschaft zu bringen vermögen, und wenn die Abfäße eine Sammlung von Gemeinplägen. Was wir uns längst spricht sich in ihnen eine so völlige Sachunkenntniß der bayeri Bayern nicht gleich so in einem Hui alles begreifen, so helfen sie an den Schuhen abgelaufen haben, wird uns als neueste Weiswas hier so großen wir Bayern Ihnen hier sagen, nien tönnen, wenn unsere Gegner unter Bezugnahme auf die SchlußDen Antrag 76 begründet Möller Bochum. Den Antrag 102 Absatz 1 begründet Lieber Bruchsal: Ein Mißtrauensvotum zu ertheilen ist nicht nöthig, denn ich hoffe, daß, nachdem der Parteitag gesprochen hat, die bayerischen Abgeordneten in Zukunft sich danach richten werden. Ivenu Was den ( Lebhafter Beifall.) unferen Antrag anzunehmen, der niemanden nöthigt, aber jedem Lande Freiheit und die nothwendigen Mittel zur Agitation läßt. Zu Antrag 114 stellt Stadthagen das Amendement: in der dritten Zeile von unten statt" da" das Wort„ soweit" zu sehen. ( Eine halbstündige Pause tritt ein.) ( Fortsetzung in der 1. Beilage.) Politische Leberlicht. Berlin, den 24. Oktober. worden. = heit aufgetischt( Bebel: Bewahre, als ganz alte!), aber man muß Nein, es ist nicht Unwissenheit, die aus den Worten I Das Nierenleiden des Zaren soll nach einer aus eben mit Gemeinplätzen beginnen, um zu diesem Ende zu kommen. Gneist's spricht, ist er doch der genaueste Kenner der Warschau stammenden Meldung, die das Wiener offizielle Die bayrische Bewegung ist die eigenartigite, früher hieß es in der englischen, und einer der besten Kenner des ganzen öffent- Korrespondenzbureau verbreitet, von der Katastrophe Fraktion: Bayern ist uns unzugänglich. Mittlerweile haben wir ge- lichen Rechts überhaupt. Herr Gneist spricht in dieser von Borki herstammen. Der Kaiser soll damals an zeigt, daß es recht zugänglich ist; unsere Erfolge können sich sehr wohl neben anderen sehen lassen.( Sehr richtig.) Wem verdanken Schrift als Kommis des Fabrikantenthums und da heißt beiden Körperseiten starte Quetschungen erlitten haben. wir den Einfluß, den wir besißen? Ausschließlich dem Umstande, es, zu beweisen, daß Deutschland seine Pflicht in der Für Hierbei sei vielleicht auch eine innere Beschädigung der weil wir uns von jeder mechanischen Agitationsweise losgeriffen, forge für die Arbeiter schon längst voll und ganz" ge- Nieren erfolgt. Seit dieser Katastrophe sei der Kaiser nicht Land und Volk studirt und uns ihm mit unserer Agitation an- than hat. mehr ganz gesund gewesen, habe vielmehr beständig gegepaßt haben. Wechselten wir unsere Zaktit, so würden die Erfolge verschwinden. Ich bin am Ende. Wir Bayern sind gewiß Aenderung des preußischen Handelskammer- Ge- tränkelt. Die Katastrophe von Borki selbst, der Zusammendie legten, die nicht treu zur Partei im Reich und zum Pro- setzes. Die Frankfurter Beitung" theilt mit, daß der bruch des taiserlichen Privatzuges wird bekanntlich vielergramm stehen, aber daß wir selbst Hand anlegen, um unser lange erwartete Entwurf einer Revision des preußischen seits auf ein nihilistisches Attentat zurückgeführt. eigenes Werk zu gefährden und zu beeinträchtigen, das können Handelskammer- Gesetzes von 1870 nun fertiggestellt ist und Religionsverfolgungen in Rußland. Dem geist. Sie nicht von uns verlangen! Der Parteitag hier soll uns die dem Landtage bei dessen nächster Tagung ungesäumt zu- lichen Berather und Vormund des sterbenden Zaren, Bobe Agitation erleichtern, nicht aber erschweren. Aus diesem Grunde gehen wird. donoszew, scheint daran gelegen zu sein, so viel wie ersuchen wir Bayern und eine Reihe von Süddeutschen Sie, versicherung macht jett, wie es scheint, dem Bunde der zu thun, so lange er noch das Heft in Händen hat. Seit Das Gesetz über die Invaliditäts- und Alters- möglich noch für die Glaubenseinheit des russischen Reiches Landwirthe Kopfschmerzen. Er hat einen Ausschuß nieder- Jahren hat, hervorgerufen durch die Einflüsse der deutschen gesetzt, der einen Plan zur Aenderung des Gesetzes jeden Kolonisten im Süden des Reichs, die protestantifirende Sekte falls im Jutereffe der nothleidenden Landwirthe aus der Stundisten mächtig an Ausbreitung gewonnen. arbeiten soll. Da sie trotz aller Verfolgungen an Lebenskraft zunahm, wurde Die Sprachenfrage in Oesterreich, die bisher zu ihr im Jahre 1883 eine bedingte Duldung zugestanden. Wie den schärfsten Kämpfen zwischen Deutschen und Czechen ießt die Nowoje Wremja" berichtet, hat die Synode den Stundisten, als einer schädlichen, den Stundisten, als einer schädlichen, die Orthodoxie geführt hatte, hat nun in Istrien zu Gewaltthätigkeiten untergrabenden Richtung alle diejenigen Vergünstigungen gezwischen Italienern und Slovenen geführt. In Pirano tam es wegen der Umänderung der Straßentafeln und der nommen, welche den Sektirern durch die Verordnung des Der Reichstag ist zum 15. November zusammen- Tafeln auf dem Gerichtsgebäude, die bisher bisher blos Jahres 1883 zugestanden wurden. Auch ist den in Petersberufen, so daß wir noch 8 Tage früher mit den geplanten italienisch und burg lebenden Stundisten die Errichtung von Bethäusern nunmehr italienisch und slovenisch Umfturzmaßregelungen Bekanntschaft machen können, als abgefaßt find, zu großen Unruhen, das Bezirksgericht und die Abhaltung öffentlicher Gottesdienste verboten die bisherigen offiziösen Mittheilungen vermuthen ließen. war einem Steinhagel ausgesetzt, die Wohnungen kathoUeber den Inhalt dieser Vorlagen wird wieder allerhand lischer Priester wurden gleichfalls bombardirt. Die Menge Gleichzeitig wird auch an der Russifizirung der Dstsec= gemunkelt sichere Schlüsse lassen sich indeß nicht daraus rief: Tödtet uns! Slovenisch werdet ihr uns nicht machen! provinzen weiter gearbeitet. Auf der Riga Düna einem von Rigaer ziehen. Die offiziösen Organe behaupten, daß die Meinungs- Auch in Wiener Abgeordnetenkreisen herrscht über die Vor- burger Eisenbahnlinie, Verschiedenheiten zwischen den leitenden Ministern zu Gunsten gänge in Istrien große Aufregung. Wiener Telegramme staatlicht wurde, wurden in diesem Sommer alle nicht der Kapitalisten begründeten Unternehmen, das fürzlich verder Caprivi'schen Ansichten durch den Kaiser entschieden melden hierüber: worden seien. Zu der bereits gemeldeten Bundesrathssigung griechisch- orthodoxen Konfession angehörenden Oberbeamten find die Minister der Einzelstaaten bereits eingetroffen. entlassen. Zum Jahreswechsel sollen nun auch alle nichtorthodoxen Unterbeamten aus dem Dienst ausscheiden. Der Gehet hin und that desgleichen! rufen wir den „ Glaube" der Unterbeamten ist hier nur Vorwand, um nationalliberalen, tonservativen, fortschrittlichen und sonstigen der Russifizirung nachzuhelfen. Reaktionären zu, die aus den Verhandlungen unseres Partei- Wien, 24. Oktober. Die Vorgänge in Pirano riefen unter tages Stoff für hämische Bemerkungen gegen die Sozial- den slavischen Abgeordneten große Aufregung hervor. Die EloWahlreform in Brafilien. demokratie schöpfen. Daß die Verhandlungen vielfach nicht venen und Jungczechen wollen nach Schluß der heutigen Ab- Rio de Janeiro meldet, die Kammer sehr erquicklicher Natur sind, das sei rückhaltlos zugegeben. geordnetenſigung diesbezügliche Dringlichkeitsanträge einbringen reform angenommen. Welcher Natur Aber bei allen Auseinandersehungen, die durch Meinungs- und über die Tafelaffäre in Istrien eine Debatte verlangen. nicht bekannt. verschiedenheiten oder Mißverständnisse hervorgerufen sind, Die belgischen Wahlen. Man schreibt uns aus tommt Unerquickliches vor. Brüssel: Das Resultat der Wahl( 104 Klerikale, 28 SoBei freier Aussprache ist das nun einmal nicht zialisten, 20 Liberale und Radikale) erklärt sich einzig und anders möglich und frei soll die Aussprache unter allein aus der Macht unserer Partei und aus der Furcht, allen Umständen sein. Geradezu lächerlich und obendrein die sie der Bourgeoisie einflößt. Unserer Macht verdanken wir den Ein furchtbares Erdbeben in der Provinz Akita illoyal ist es, wenn die Gegner aus den Debatten über die ungeheuren Wahlerfolg, der Furcht, die wir der hat die Stadt Safata( am Meere gelegen) fast gänz Beamtengehälter Kapital zu schlagen versuchen. Bourgeoisie durch unseren sie in höchste Bestürzung ich a er stört. Auch in den Bezirken Yamagata und Akami Daß Arbeiter, die an Wochenlöhne von 8 bis 20 Mark, versezenden Wahlerfolg eingejagt haben, verdanken die find Erdbeben vorgekommen. Viele Personen wurden also an Jahreseinkommen von 400 bis 1000 Mart gewöhnt Ultramontanen die großen Siege bei den Stichwahlen, die getödtet, ein ungeheurer Schaden angerichtet. find, Parteigehälter von 3000 Mark und mehr für hoch, ja ihnen eine starke Zweidrittel- Majorität eingebracht haben. Eine neue Schlacht zwischen Chinesen und Japanesen für verschwenderisch hoch halten, das ist nur zu erklärlich. Es ist festgestellt, daß die Liberalen aus Furcht vor der hat bei Wiju an der Grenze von Korea und China stattUnd zu bewundern ist blos, daß das Gros unserer Partei sozialistischen Sintfluth viele zehntausende Stimmen für die gefunden. Wiju liegt unweit der Mündung des Grenzdurch ideale Auffassung der Dinge über die Kleinlichkeit Klerikalen abgegeben haben. flusses Valu auf toreanischem Gebiet. Die Chinesen hatten der proletarischen Lebensverhältnisse emporgehoben ist. Die große fleritale Majorität ist übrigens blos für sich dort nach ihrer Niederlage bei Pjongjang verschanzt. Für unsere Gegner, die mit Tausenden um sich werfen, zwei Jahre gesichert, denn nach dem belgischen Wahlrecht Aus offizieller chinesischer Quelle verlautet, bei Wiju hätte wo die Mehrzahl unserer Genossen mit Groschen und findet alle zwei Jahre eine theilweise Erneuerung der am 22. d. M. eine Schlacht stattgefunden. Die Japaner hätten Pfennigen zu rechnen haben, sind derartige Debatten aller- Rammer statt; derselben müssen sich bei der nächsten Wahl sich mit einem auf 3000 Todte und Verwundete geschäßten dings unverständlich- die Herren sollten jedoch be- schon 72 Klerikale unterziehen. Verluste südwärts zurückgezogen. Die Chinesen hätten denken, daß, wenn sie über solch' kleinliches Ge- Sofort nach der antlichen Feststellung der Wahl wurde ungefähr 4000 Mann verloren. Das wäre ja wieder ein zänke" die Nase rümpfen, sie thatsächlich ihre eigene ganz beträchtlicher Massenmord. Nach den bisherigen Erbeste der Welten" verurtheilen, welche die Maffe des Volts fahrungen läßt sich indeß nicht erwarten, daß die Chinesen in so kleinliche und ärmliche Verhältnisse gebracht hat. auf die Dauer ihre Stellung werden behaupten können. Um so geringe Summen, wie der sozialdemokratische Parteitag, streiten unsere Gegner sich freilich nicht; aber sie werden sich auch wohl hüten, a Il' ihre inneren Angelegenheiten im vollen Lichte der Oeffentlichkeit zu verhandeln. Ihr Herren! folgt unserem Beispiel, die freieste In den Stichwahlen trugen wir Erfolge in Lüttich Kritik bei vollster Deffentlichkeit walten zu lassen und dann reden wir weiter. In den Wandelgängen des Abgeordnetenhauses zirkulirt das Gerücht, der Justizminister Schönborn habe dem Graien Hohenwart erklärt, daß er die Verfügung betr. die zweisprachigen Straßen tafeln in Jürien aufrecht erhalten und mit diesem Beschluß stehen oder fallen werde. unser Genoffe Alfred Defuisseaux auf Befehl der höchsten Justizbehörde in Freiheit gesetzt. Er saß bekanntlich schon viele Wochen in Untersuchungshaft, wegen der durch den Lockspitel Pourbaix gegen ihn gerichteten Denunciationen. Bourbaix wurde bekanntlich, wie gerichtlich erwiesen wurde, von dem früheren klerikalen Ministerpräsidenten Bernaert als Lockspißel gedungen. mit 5, in Soignies mit 3, in Verviers mit 4, in Charleroi mit 7 Mandaten davon. Die Namen der 28 Genossen, welche unsere Fraktion bilden, lauten: Lüttich: Anseele, 2. Defuisseaug, Demblon, Denis, Schinler und wittinc. Verviers: Dauvister, Gierkens, Malempré und Nezette. Soignies: Bertrand, Mansart und Paquay. Charleroi: Gallewaert, Gavrot, Dentrée, Fagnart, Fur nemont, Léonard, Lambillotte und Vandervelde. Mon 3: Bastien, Brenez, 2. Defuisseaux, A. Defuisseaux, Maroille und Roger. Namur: Defnet. wurde. Eine Depesche aus hat heute die Wahldiese Reform ist, ist Japan, das in einen vielleicht sehr langwierigen Krieg mit China verwickelt ist, hat ein schweres nationales Un glück erlitten. Eine Depesche der Bossischen Zeitung" aus Tokio meldet hierüber: Auch zur See gedenken die Chinesen nochmals ihr Heil zu versuchen, nachdem sie sich wochenlang vorsichtig vor dem Feinde versteckt hielten. Aus Shanghai wird gemeldet, dem Vernehmen nach habe die chinesische Flotte gestern Wei- haiwai verlassen, um die japanischen Schiffe anzugreifen, welche bei dem südöstlichen Vorgebirge kreuzen und die Transportschiffe zu überfallen suchen. Depeschen. ( Privat Depesche des„ Vorwärts".) Neufahrwasser, 24. Oktober. Bei der Gewerbegerichtswahl in Danzig( 4. Bezirk) wurden die vereinigten Gegner be= fiegt. Sieg auf der ganzen Linie. ( Wolff's Telegravhen- Bureau.) Wien, Mittwoch, 24. Ottober. Der Budgetausschuß nahm einen Antrag an, durch den die Regierung aufgefordert wird, die nöthigen Vorkehrungen zur Gewinnung des Diphtherie- Heil ferums unter Aufsicht und Kontrolle des Staates zu treffen und die entsprechenden Kredite zu beanspruchen. Der Minister des Innern Marquis Bacquehem theilte mit, die Impfungen behufs Gewinnung von Heilserum seien im Wiener Thierarznei- Institute feit 14 Tagen im Gange; inzwischen sei das Heilferum aus dem Auslande bezogen worden. Auch der Oberste Sanitätsrath habe feit 14 Tagen im Gange; inzwischen sei das Heilferum aus dem sich mit der Serumgewinnung und Therapie beschäftigt; wenn das günstige Urtheil über die Heilwirkung sich behaupte, werde die Regierung die Anstalten zur Gewinnung ausdehnen. Madrid, 24. Oktober. Der Gouverneur der Philippinen meldet die Unterwerfung mehrerer bedeutenderer Häuptlinge auf Cherbourg, 24. Oktober. Der Kreuzer Gabes" wurde in der vergangenen Nacht auf der Ausreise nach Madagaskar von einem englischen Dampfer angerannt; der Kreuzer mußte in den hiesigen Hafen behufs Reparatur zurückkehren. Die Spätle- Affäre vor Gericht. Die Anschuldi gungen, die im„ Kladderabatsch" gegen zwei Diplomaten unter den Spitznamen Späßle und Austernfreund erhoben wurden, werden nun doch noch einer gerichtlichen Prüfung unterzogen werden. Anlaß dazu giebt eine gegen die bismardfreundliche Westdeutsche Allgemeine Zeitung" erhobene Anklage wegen Beleidigung des Staatssekretärs v. Marschall. Nach Stellung entsprechender Anträge seitens Staatsanwaltschaft und Bertheidigung wurde ein Gerichtsbeschluß dahin erlassen, daß eine kommissarische Vernehmung des ReichsUnter den 20 Liberalen befinden sich 8 Radikale, die fanzlers, ferner des Verlegers Hoffmann, des Redakteurs des Kladderadatsch" Polstorff, des Kammer- unsere Anträge häufig unterſtüßen werden, und denen desGerichtsraths Wichert, des Generalmajors von Spiz, sowie halb unsere Unterstützung bei der Wahl nicht vorenthalten des Abgeordneten Eugen Richter stattzufinden habe. Der Staatssekretär v. Marschall soll auf Antrag der Staats- Den Beginn der Wiedergeburt des öffentlichen anwaltschaft zur persönlichen Vernehmung zum Haupttermin Lebens bedeutet nach Crispi's offiziösem Blatte, der Riam 20. November geladen werden. Staatsanwalt Jonen forma", der Schurkenstreich des Errevolutionärs, die Aufbemerkte, schon heute zu der Erklärung berechtigt zu sein, lösung der sozialdemokratischen Parteiorganisation in Italien. daß Staatssekretär von Marschall zu den Artikeln des Ueber diese Heuchelei darf man sich nicht verwundern, hat Kladderabatsch" in keiner Verbindung stehe und bereit sei, es doch der Atheist Crispi in seinem 75. Lebensjahre fertig Sies zeugeneidlich zu bekunden. Als Verfasser der inkrimi- gebracht, sich mit seiner zweiten Frau nun kirchlich trauen nirten Artikel wurden die Angeklagten Klejer und der zu lassen, während seine erste Frau noch lebt. Er hat damit frühere Kaufmann, jetzige Journalist Nestler in Nürnberg vor dem Papstthum vollständig die Segel gestrichen.*) ermittelt. Moloch Militarismus in Spanien. Aus Madrid Gueift, der alles beweist, hat soeben eine Schrift wird telegraphirt: Der Zentralverein für das Wohl der arbeitenden Klassen Mausergewehren zu bewaffnen und hofft, daß die Gewehrfabrik Der Striegsminister beabsichtigt, die spanische Armee mit London, 24. Oftober. Ein Telegramm des Reuter'schen in 50jähriger Thätigkeit( 1844-94)", auf die wir später in Oviedo in 7 Jahren 119 000 Gewehre wird herstellen können. Bureaus" aus Yokohama vom heutigen Tage meldet: Nach hier noch ausführlich zurückzukommen gedenken, veröffentlicht, in Der Kriegsminister hält diese Produktion aber für ungenügend eingegangenen Nachrichten fand gestern bei Port Arthur ein der der folgende Sag vorkommt: und wird in den Kortes einen Kredit beantragen, damit die Ar- Gefecht statt zwischen den chinesischen Truppen und der japa " Für die Riesenaufgabe der in der neugestalteten Gesell- beiten Tag und Nacht gefördert werden. nischen Armee, welche jüngst Hiroshima mit bisher unbekanntem schaft nothwendigen Sozialreformen trafen in Deutschland die Ziele verlassen hatte. In den Bezirken Salata, Yamagata drei Vorbedingungen zusammen: ein reger Kommunal: In Bulgarien suchen sich die Russenfreunde durch die und Atami hat ein Erdbeben stattgefunden, durch welches finn, eine humane Lebensanschauung einer hoch Betreibung der Propaganda nach außen hin neuen Boden zahlreiche Verwüstungen und Menschenverluste verursacht wurden. gebildeten Nation und die Erhaltung der monarchischen zu verschaffen. Eine Depesche aus Sofia meldet, der London, 24. Oktober. Wie dem Reuter'schen Bureau" macedonische Verein in Sofia beginne ernste Agitationen aus Chemulpo vom 19. d. Mts. gemeldet wird, soll eine zweite Herr Gneist weiß wohl nicht, wie der Kommunalfinn" für die Berbesserung der Lage der macedonischen Streitmacht von Japanern und Koreanern am 15. d. M. Söul sich bei allen sozialistischen Anträgen in der Berliner Stadt Christen, welche nach neueren Nachrichten viel zu verlassen und sich nach Süden gewandt haben, um den Aufstand verordneten- Versammlung äußert, er weiß wohl nicht, wie wünschen übrig lasse. Der Synode, die morgen in Sofia der Tongbats zu unterdrücken, deren Unzufriedenheit und aufdie humane Lebensanschauung bei den Soldatenmißhand: zusammentritt, wird eine Deutschrift über Macedonien über- rührerische Propaganda eine beständige Drohung für die japanischen Behörden bildeten. Die Japaner follen bemüht lungen und den schwarzen Listen unserer Fabrikanten, bei reicht werden. Während der Tagung der Sobranje sollen fein, das Volk durch Vertheilung einer großen Menge der Aussperrung Hunderter Familienväter durch Versammlungen abgehalten werden. den Berliner Bierring zum Ausdruck fommt, es Autorität." In unserem gestrigen Leitartikel ist durch den Fortfall des ist ihm endlich verborgen geblieben, daß PreußenDeutschland sehr spät und ganz ungenügend die Arbeiter- ortes fast eine unrichtigkeit entstanden, die unsere Leser wohl schuh- Gesetzgebung ausgebildet hat, er weiß nicht, daß, von sofort bemerkt haben werden. Es soll nämlich beißen: England ganz zu schweigen, die Schweiz und eine Reihe von Bundesstaaten der nordamerikanischen Union viel weitergehende Arbeiterschutz- Gesetze haben, als das Deutsche Reich. ,, auch die Schutzollpolitik des deutschen Erfanzlers ahmte Crispi nach und Italien hat dadurch nichts gewonnen als die Verfeindung mit fast allen Nachbarstaaten." Gemeint find Frankreich und die Schweiz, während dies für Desterreich bekanntlich nicht gilt. Mindanao. Silbers zu gewinnen. Es verlaute, auf diese Weise seien allein in Soul 100 000 Yen verausgabt. In den von den Japanern befegten und durchzogenen Gegenden sollen schlechte sanitäre zu stände herrschen. Eine große Bahl tranfer japanischer Soldaten feien von Pingyang nach Chemulpo gebracht worden, wo die fanitären Einrichtungen ebenfalls sehr mangelhafte wären. ( Depeschen- Bureau Herold.) Dortmund, 24. Oftober. Der Staatsanwalt hat in der Sache Massenez Revision eingelegt. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin SW., Beuthiraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 249. Donnerstag, den 25. Oktober 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Parkeitag. ( Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) " haben eine schwerwiegende prinzipielle Bedeutung. Also auch im Gegentheil, es find sehr intelligente Köpfe darunter, ja nach die Landtage find die Stelle, wo prinzipielle Politik getrieben einer Statistit, die wir aufgestellt haben, haben wir prozentual werden kann und deshalb müssen wir uns auch die Kontrolle aus Bayern die meisten Intelligenzen( Abg. Auer ruft: Hört, über die Genossen in den Einzellandtagen vorbehalten. Es hört. Stürmische Heiterkeit.)- nun follen sie nicht im ftande sein, Bebel: Parteigenossen! Wenn ich auch nach Bollmar's handelt sich nicht blos um Bayern, sondern auch um Sachsen, die Vorwürfe der Gegner zu widerlegen. Dabei hat Bollmar Worten am Ende gar der alte Geist selbst sein soll, der die um Hessen und Baden, bald vielleicht auch um Württemberg und selber gesagt, und das spricht ausgezeichnet für seine Auffassung, Dinge immer auf die Spiße zu treiben sucht, so muß ich doch er- in absehbarer Zeit auch um Preußen. Denken Sie sich nun den daß der bayerische Bauer nicht liest, aber Versammlungen be flären, daß ich vielleicht noch nie so ungern die Tribüne be- Fall, im preußischen Landtage würde ein Genosse für das Budget fucht. Wenn es blos darauf ankäme, sie zu haben, brauchte man stiegen habe, wie heute. Nicht von der sogenannten Partei- stimmen; ich möchte nicht m dessen Haut stecken! Und bei uns blos zu sagen: wenn unser Antrag angenommen worden wäre, regierung, wie Bollmar sagt, hat es abgehangen, daß die ganze in Preußen fommen dieselben Fragen im Landtag zur Behand- brauchtet Ihr keine Steuern zu zahlen; aber das wäre ein demaAngelegenheit hier zur Sprache gekommen ist. Wir haben ab- lung wie in Bayern, nur daß dort noch Post und das militärische gogisches Mittel, das wir nicht anwenden. Ich bin aber davon folute Steutralität beobachtet. Ich für meine Person muß sogar Sonderrecht hinzukommt. Ich habe mich gefreut, mit welcher überzeugt, daß die korrekte und logische Darlegung der Gründe noch mehr sagen. Ich gestehe offen, daß ich, obgleich ich es für Entschiedenheit die bayerischen Genossen Kritik geübt haben, der Budgetverweigerung hinreichen würde, sie zu überzeugen. meine Pflicht halte, auch die Verhandlungen der Einzellandtage daß sie in der Lage gewesen sind, Soldatenmißhandlungen in Es ist ja richtig, daß die bayerischen Genossen den Standpunkt zu verfolgen, vollständig übersehen habe, daß unsere bayerische der schärfsten Form zur Sprache zu bringen. Nun sagt aber Vollmar: ihrer Führer als absolut richtig betrachten. Das ist ja gerade Landtagsfraktion für das Finanzgesetz gestimmt hat. Ich er- Wir haben in Bayern mit einer ganz besonders gearteten Bevöl das Unangenehme, was jeden von uns im Saale bewegt, daß hielt erst Kenntniß davon, als die gegnerische Presse die ferung zu rechnen, die Beamten, Eisenbahnarbeiter, Bauern würden es den Schein haben kann, als wollten wir Stellung gegen die Angelegenheit in der bekannten Weise ausnutzte, als es da hieß: die Widersprüche in unserer Haltung zum Einzeletat und zum Ge- Thätigkeit unserer bayerischen Genossen im Landtage überwährend wir doch überhaupt der Meifeht, die bayerischen Sozialdemokraten sind ganz andere Kerle, sammtetat nicht verstehen. Das aber habe ich doch auch gefragt haupt nehmen, als die anderen. Auf dem Münchner Parteitag hat Grillen ob Vollmar im Ernste glaubt, daß nicht überall in Deutschland nung sind, daß sie ihre Schuldigkeit im vollen Umfange berger nach dem Protokoll gesagt:" Sie wissen, daß es in Nord ähnliche Verhältnisse vorhanden sind. Auch in Deutschland gethan haben. Das hilft aber nicht. Es handelt sich hier nicht deutschland Leute giebt, die ein besonderes Vergnügen daran haben wir eine ganze Reihe von fulturellen Aufwendungen im blos um die Bayern, sondern um eine wichtige Frage, worüber finden, Vollmar etwas am Zeug zu flicken( Ruf: hier auch!), Reichstage zu bewilligen. Die Bahnbeamten, die Postbeamten, in unserer Partei schwere Meinungsverschiedenheiten vorhanden die am liebsten erklären möchten: das ganze ist Macherei von die Werkstättenarbeiter in Riel, in Wilhelmshaven, bringen uns find. Nach meiner Auffassung liegt die Sache so, daß man sagen Vollmar, der hat die anderen herübergeriffen." Wenn aus diesen doch das gleiche Vertrauen entgegen, obwohl wir nach Bewilli muß: wenn die Bauern sich nicht überzeugen lassen, so haben wir Worten herausgehört werden sollte, als seien die Berliner Ge- gung des Postetats, des Etats der elsaß- lothringischen Staatsbahn, nicht nach den Bauern zu fragen.( Sehr richtig.) Ihre Vornoffen, speziell der Vorstand darunter zu verstehen, so muß ich der Marine- und Militärwertstätten, doch gegen den Gesammit urtheile, ihre Unwissenheit, ihre Beschränktheit dürfen uns nicht wiederum erklären, daß wir uns nicht um die Sache gekümmert etat stimmen. Im Gegentheil, ganz aotorisch hat die Stimmen- veranlassen, von unserem Prinzipe etwas nachzulassen. Ihr( zu haben. Ja, als einige unserer besten bayerischen Genossen zahl in diesen Betrieben zugenommen. Und in Bayern sollte den bayrischen Delegirten gewendet) seid nicht die Bertreter der brieflich bei mir und meinen Freunden anfragten, was wir es anders sein! Das ist eine ganz fünstliche Auffassung bayrischen Bauern, sondern der intelligenten Industrie- Arbeiter, denn zu der Sache meinten, haben wir erklärt: barüber äußern der Dinge. Gewiß sind in Bayern die Verhältnisse vielfach und Ihr habt unser Programm rein und unverfälscht zu halten. wir uns nicht. Dasselbe that ich, als ich im anders als bei uns in Norddeutschland; aber wir nehmen Kommen die Bauern so nicht zu uns, so wird sie die Noth der September in München war. Ich lehnte jede Antwort ab. Jch auch in unseren rückständigen Kreisen nicht Rücksicht auf die Zeit schon denken lehren. In der Agitation muß mit besonderem fagte den Fragern: ich weiß, meine Worte werden weiter ge- Auffassungskraft der Masse. In erster Linie handelt es sich bei Nachdruck der Klassencharakter des heutigen Staates betont tragen, verändert und dahin ausgelegt, als gingen sie von einem uns nicht darum, Bauern- oder Stimmenfang zu treiben, und ich werden, das wird häufig viel zu sehr vernachlässigt. Ist aber die ReGegensatz persönlichen Charakters aus. Auch heute müssen eine werde bei der Agrarfrage hierauf noch näher einzugehen haben, gierung nichts als der Verwaltungsausschuß der befizenden Klasse, Reihe von Vollmar'schen Aeußerungen über meine Person den sondern darum, Genossen heranzuziehen, die uns verstehen. Das dann dürfen wir ihr unter feinen Umständen das Budget be= Dümmer willigen und ihr das Leben auch nur um einen Tag ver Eindruck hervorrufen, als handele es sich darum für uns, den ist der Standpunkt, den wir überall gewahrt haben. bayerischen Genossen wieder einen Tritt zu versetzen. Ich weise als der Meklenburger, als der Pommer ist aber doch auch der längern.( Sehr wahr.) Wird nicht auch hundertmal von den die Unterschiebung eines persönlichen Motivs als größte und Bayer nicht. Kann ich nur jemanden gewinnen mit dem Gegnern uns in den Bersammlungen vorgeworfen: Eure Führer niederträchtigste Beleidigung zurück. Könnten wir die ganze Opfer meines Intellekts, durch Aufgeben meines prinzi machen das Reich wehrlos, da sie nichts für das Heer bewilligen Frage nicht von einem höheren Gesichtspunkte aus behandeln, piellen Standpunktes, dann lasse ich ihn lieber laufen, und der und das Budget ablehnen? Wer wollte bestreiten, daß ein solcher dann müßte ich mich wahrhaftig vor mir selber schämen, aus Bauer ist viel zu flug, um nicht zu wissen, was er von der So- Einwand nicht auf die kleinen Bürger, Arbeiter und Bauern zu fleinlichen, persönlichen Gründen gegen einen Mann aufzutreten, zialdemokratie zu erwarten hat, wenn wir Prinzipienpolitik treiben. wirken im stande ist. Wird den Leuten nicht von den Gegnern den ich auch heute noch als Freund betrachte. Die gegnerische Die Bayern sagen nun, ihre Verhältnisse seien so eigenartig, daß gesagt, die Franzosen kämen dann von der einen, die Russen Breffe that so, als set ein prinzipieller Gegensatz zwischen den man auf keinen Fall schablonisiren dürfe. Aber auch für Bayern von der anderen Seite ins Land, wenn sie Sozialdemokraten bayerischen und den übrigen Genossen vorhanden; dadurch wurde gilt feit 1848 die Hauptforderung der Revolution, mit der wählen, die das Reich wehrlos machten? Wir erwidern, wir ern die Aufmerksamkeit der Partei in den einzelnen Orten erregt, Steuerbewilligung das Mittel in die Hand zu bekommen, eine wollen das Land nicht wehrlos machen, sondern nur die Waterund die Anträge, die hier vorliegen, famen aus der Mitte der Regierung zu stürzen. Nun hat allerdings die Reaktion durch lands- Vertheidigung nach unseren Grundfäßen einrichten. Aber Genossen heraus. Ich sage von vornherein, wenn der Antrag 65 die Ständekammern, durch die auf grund des Dreiflaffen- Wahl ist dieser Vorwurf der Gegner nicht viel schwerwiegender, als zur Abstimmung tommt, werde ich mich entschieden gegen ein systems gewählten Kammern überall in die Verfassungen die Be- der Vorwurf gegen die Bayern wäre, wenn diese das Budget derartiges Mißtrauensvotum wenden. Parteigenossen, ich erkläre fiimmungen hineingebracht, auch ohne bewilligtes Budget noch abgelehnt hätten? Vollmar hat die Abstimmung unserer hessischen Das gilt auch für Landtags- Abgeordneten für das Budget erwähnt. Ich hätte ausdrücklich, unsere Genossen im bayerischen Landtage haben im eine Zeit lang weiter regieren zu können. vollen Maaße ihre Schuldigkeit gethan, und gerade deshalb den Reichstag, aber auch für Bayern. Aus diesem Grunde ist nicht für das Budget gestimmt. Ich hätte gesagt: ich bin unhaben wir die beiden ersten Säße in unsere Resolution aufge- es eine der ersten Forderungen des konstitutionellen Lebens, schuldig, wenn Ihr höhere Steuern zahlen müßt. Haltet Euch an der Lage die, die die Steuern bewilligt haben. Ich habe nicht nur gegen die nommen, die allerdings feine neue Wahrheit enthalten sollen, durch die Budgetverweigerung wenigstens in zu können, der Regierung ein Mißtrauensvotum höheren Steuern, sondern gegen die Steuern überhaupt geftimmt." wohl aber tonstatiren, daß die bayerischen Genossen für ihre sein Der prinzipielle Standpunkt ist bisher Ich gebe zu, daß das Fragen sind, die manche Genossen ganze übrige Thätigkeit unsere volle Zustimmung finden. Die geben zu können. " Frankfurter Zeitung" hat nun in zwei Leitartikeln einen Gegen- noch wenig beachtet worden, um so mehr muß die Gelegenheit momentan irre machen können. Es fehlt ihnen häufig an den faß auch hierin zwischen uns und den Bayern fefiftellen wollen wahrgenommen werden, dies jezt zu thun. In Deutschland nöthigen Kenntnissen, sie sind so sehr von dem Gefühl, praktisch und hat geschrieben: In Bayern sind die sozialistischen Abgeord- existirt nicht eine einzige Regierung, der wir unser Bertrauen arbeiten zu wollen erfüllt, daß sie dabei leicht Grundsätze unseres neten nicht so engherzig, nur sozialdemokratischer Angelegenheiten aussprechen tönnten, deshalb muß auch das Stadthagen'sche Prinzips außer acht lassen. Wenn ich aber die Wahl habe, ans fich anzunehmen, sondern sie nehmen sich rücksichtslos der Klagen Amendement soweit" ganz außer Berücksichtigung bleiben. ganz niedrigen praktischen Gesichtspunkten heraus einen prin aller Unterdrückten an und bringen sie zur Sprache. Die Vollmar würde sich auf dieses soweit" sofort stügen, um in der zipiellen Fehler zu begehen, oder umgekehrt am Prinzip fest Frankfurter Zeitung" irrt: Es ist das eine alte Tattit der Stellung zum bayerischen Finanzgesetz später genau denselben zuhalten und dadurch bei Unaufgeklärten Schaden zu erleiden, so Partei, so handeln wir in allen Landtagen, so auch im Reichs- Standpunkt einzunehmen als bisher. Das aber soll generell ver- atzeptire ich ruhig diesen Schaden. Diese Frage muß, angeregt tage, darüber bestehen feinerlei Differenzen. Wäre ich als Dele- hindert werden. Und man unterschäße doch nicht die Bedeutung durch die Budgetabstimmung der Bayern, endlich einmal gründ girter nach München gekommen, so hätte ich mich angesichts des der Budgetverweigerung. Die Budgetfrage ist und bleibt eine lich erörtert werden. Genossen! Laßt nicht die Opportunität, Segig'schen Vertrauensvotum gefragt: Sollst du deshalb, weil Bertrauensfrage. Alle bürgerlichen Parteien, die eine Regierung nicht die Zweckmäßigkeiten, laßt das Prinzip siegen. Nehmt du in einer allerdings sehr wichtigen Frage das Vorgehen der stürzen wollten, haben damit begonnen, das Budget zu ver unseren Antrag an!( Lebhafter Beifall.) Landtagsfraktion nicht billigst, gegen dieses Votum fimmen? weigern; so haben die Fortschrittler beim preußischen VerfassungsDas hätte ich auf keinen Fall gethan; im äußersten Falle hätte fonflitt gehandelt, so verfuhr seinerzeit das bayerische Zentrum. ich mich der Abstimmung enthalten. Es fällt mir nicht ein, die Die bayerischen Genossen haben nun zwar in der denkbar der Regierung ihr Mißtrauen ihr Mißtrauen aus ganze Thätigkeit der Genossen im Landtage schablonisiren und schärfsten Weise aber einer Regierung gegenüber, die uns reglementiren zu wollen, so beschränkt bin ich nicht; man mag gesprochen; mir ja manche Schlechtigkeit zutrauen, aber für furzsichtig und Sozialdemokraten zu Bürgern zweiter Klasse machen, die beschränkt wird mich wohl keiner halten( Heiterkeit). Zum Falle uns die Lebensluft abschneiden will, müssen wir überall Rüdt und Steegmüller haben wir, ohne daß ein ein prinzipiell unseren Standpunkt wahren, müssen ihr die Möglichziger Bayer dagegen protestirte, einen nach Boll- teit abschneiden, überhaupt zu regieren. Was wird nun aber aus mar's Motiven unberechtigsten Eingriff in die Kompetenzen der dem Staat, fragt dann Vollmar, wenn eine sozialdemokratische Grillenberger: Die Ausführungen Bollmar's haben Einzellandtage begangen. Das hat man für ganz selbstverständ- Mehrheit das Budget verweigert? Einfach zweierlei fann ein lich erachtet. Ganz ähnlich liegt es hier, es fällt mir aber nicht treten: entweder regiert sie ohne Budget weiter und wir stehen sichtlich einen großen Eindruck hervorgerufen, und der Eindruck einen einzigen Augenblick ein, auch nur ein Wort des Tadels, dann mitten im Verfassungskonflift. Wenn aber schon der ganz wird noch verstärkt worden sein, wenn der eine oder der andere in der Anklage oder Mißbilligung den bayerischen Genossen im schwächliche Verfassungskonflikt, den die Fortschrittler in den unseren Bericht während der Mittagspause einen Blick hineingeworfen Landtage zu machen. Wir sagten uns vielmehr, daß es sehr sechsziger Jahren hervorgerufen, Bismard das blutige Gespenst hat. Hoffentlich kommen Sie zu einer unbefangenen Würdigung wohl Momente giebt, die die bayerische Handlungsweise Karl I weden ließ, um den König gefügig zu machen, so dürfte unserer Stellungnahme. Wir müssen uns dagegen wenden, daß erklärlich erscheinen lassen. Man tann sehr wohl, das verstehe jetzt einer sozialdemokratischen Majorität gegenüber dieses Mittel Leute in unsere Angelegenheiten hineinreden, die unsere VerhältWährend sich in Bayern teine einzige ich, zur Ansicht kommen, daß es sich hier nur um eine Frage der vollständig versagen. Die Regierung tritt ab oder die Sozial- nisse nicht fennnen. Verhalten wir uns aber so wie die Stimme gegen uns gewendet hat, ist man in Halle und von der Zaftit, nicht um eine Frage des Prinzips handle, hatten wir doch demokratie tritt ab. auch in Sachsen ursprünglich eine andere Braris geübt, bayrischen Abgeordneten, so liegt die Gefahr nahe, daß wir Anträge- Fabrit Timm und Kompagnie in unqualifizirbarer Weise als gegenwärtig. Es begreift sich, daß man bei der Gesammt in das Fahrwasser der Nationalliberalen gerathen; deren angegriffen worden. Der Parteivorstand hatte es zunächst ab abstimmung falfulatorisch vorgeht, und von diesem Standtpunkt Charakterlosigkeit wollen wir aber doch nicht zum Vorbilde nehmen. gelehnt, in dieser Sache Stellung zu nehmen; es wäre besser bat ja auch Kunert die Bayern bekämpft. Er hat danach ge- Wir sind denn doch schon in Lebenslagen gekommen, die ungleich gewesen, er hätte es auch jezt nicht gethan. Ich muß mich das fragt, ob die Summe des Guten oder des Schlechten im Budget schwieriger waren, als die, in der sich die Bayern befinden gegen verwahren, daß das Vertrauensvotum von Segit nur überwiegt und danach die Echlußabstimmung eingerichtet. Im werden, wenn unser Antrag angenommen wird; man ergreift unserer Gesammthaltung gegolten hat. Wie Sie aus Seite 36 Reichstage ist daher fein Zweifel über die Art des Votums, und jeden Vorwand, um uns unseren Wählern gegenüber in eine unseres Berichtes ersehen, galt es unserer Thätigkeit eindas war es, was ich in Erfurt gemeint habe. Ganz anders liegt fchieje Lage zu bringen. Haben uns aber erst die Massen verschließlich der Schlußabstimmung, und dafür haben in München es aber in den Einzel- Landtagen, wo es sich um Eisenbahnen, standen, so prallen alle diese Angriffe von uns ab wie stumpfe selbst solche gestimmt, die nach München gekommen waren, Echule, Kirche, Polizei, Gefängnisse, in Bayern auch um die Post Pfeile. Auf die, die uns nicht verstehen, haben wir feine Rück- uns zur Rechenschaft zu ziehen, uns Opposition zu machen. handelt. Stellt aber Bollmar die Sache so hin, als ob es sich sicht zu nehmen. Wenn die wirthschaftliche Entwickelung fie Genosse Bebel ist ja heut außerordentlich zart gewesen, er hat nur um eine Zweckmäßigkeitsfrage handelt, so ist das falsch und drängt, so kommen sie doch dazu. Man denke an unsere Partei aber nur das alte Kunststück wiederholt, uns recht sehr auf der ich werde das beweisen. Zunächst aber möchte ich eins bemerken. geschichte. Als wir uns im Reichstag 1870 der Abstimmung einen Seite zu loben, um uns dann auf der anderen Seite um Nehmen wir nun zu dieser Frage, die ich für eine Prinzipienfrage über die Kriegsanleihe im Betrage von 120 Millionen Thalern so empfindlicher treffen zu können. Besonders auffallend an halte, Stellung, so nehmen wir durchaus nicht Stellung gegen die enthielten, da erklärten sich eine große Anzahl Genossen, an der Bebel's Rede aber war es mir, wie er den konftitutionellen bayerischen Genossen. Ihre Handlungsweise, die uns erst durch Spitze der Braunschweiger Ausschuß, gegen uns; es wurde uns Standpunkt gewahrt hat. Ich halte aber doch dafür, daß unsere die gegnerische Presse bekannt geworden ist, hat uns nur erst den vorgeworfen, wir hätten einen ungeheuren Fehler begangen, wir Budgetbewilligung eine praktischere revolutionäre Thätigkeit Anstoß dazu gegeben, die Sache hier prinzipiell zu behandeln. hätten die Volksstimmung verlegt und damit der Ausbreitung unserer war, als die konftitutionelle Budgetverweigerung; ich stehe auf Hätten wir früher gewußt, daß in Baden und Hessen ähnlich deen imVolke selbst Hindernisse in den Weg gelegt. Wir haben das nicht Plechanow's Standpunkt, daß nicht solche Mittel zu wählen seien, verfahren würde, so hätten wir schon längst auf einem früheren gelten lassen. Dann, als wir von Berlin nach Leipzig zurückgekehrt die revolutionär aussehen, sondern revolutionär wirken. Das Parteitage zu dieser Frage Stellung genommen. Bollmar sagt waren, traten uns Sozialdemokraten sogar in feindseligfter Weise Mittel, das wir wählten, wirkte dermaßen revolutionär, denn es hat nun, in den Einzellandtagen kommen nicht die großen prinzipiellen entgegen. Mitglieder des allgemeinen deutschen Arbeitervereins uns manche näher gebracht, die sich im Falle der Budgetverweigerung Fragen, sondern nur reine Verwaltungsfragen in Betracht. Das waren es, die unter Führung des bekannten Genoffen Röthling sonst ablehnend gegen uns verhalten hätten. Soll es aber die Aufgabe ift grundfalsch und ich möchte sogar behaupten, daß in den Land- Liebknecht die Fenster einwarsen. Bei mir versuchten sie es der parlamentarischen Thätigkeit sein, agitatorisch nach außen zu tagen weit mehr prinzipielle Fragen zur Verhandlung kommen gleichfalls, aber glücklicher Weise wohnte ich damals im Hofe wirken, so haben wir diese Aufgabe redlich erfüllt. Wir haben als im Reichstage. Was für den Landtag maßgebend ist, das( Große Heiterkeit) und der Hausmeister hatte noch rechtzeitig die große Kreise aufgerüttelt und haben damit den Boden für die Auch heute bringen die Gegner Propagande geebnet. Wir wollen, daß man uns nicht in unsere ift der zweite Theil des Programms, das sind Punkte, die ver- Borderthür zugeschlossen. hineinredet. Wollten wir Gleiches mit Gleichem wirklicht werden fönnen, ohne daß die bürgerliche Gesellschaft in gelegentlich diese Abstimmung gegen uns vor. Genoffen! Giebt Angelegenh Frage gestellt ist. Von den 10 Punkten des zweiten Abschnittes es auch nur einen unter Guch, der nicht verstanden hätte, diese vergelten, so onnten wir den Sächsern mit der Bewilligung für des Programms können in den Landtagen neun zur Sprache ge- Anklagen zu widerlegen? Und nun sollen unsere Genossen in die Kolonie Schneckengrün dienen! Bei der Abstimmung über die Zivilliste aber haben sich die Sachsen helle gedrückt, um nicht bracht und für sie gestimmt werden. Alle diese Punkte aber| Bayern, die durchaus nicht so dumm sind, wie hier gethan wird Randt Rostock tritt als unbeeinflußter Mitunterzeichner der Bebel'schen Resolution für dieselbe ein. Kunert beschränkt sich darauf, verschiedene Aeußerungen Volmar's richtig zu stellen. Ewald Brandenburg verwahrt sich gegen die Darstellung, als ob die Unterzeichner der Bebel'schen Resolution vom Partei vorstand beeinflußt worden seien. Stadthagen tritt für seinen Antrag ein, der dahin geht, das Gesammtbudget nur dort abzulehnen, wo die Bewilligung desselben als Vertrauensvotum für die Regierung gilt. er Singer fonstatirt, daß Vollmar das Wort„ Spaltung" nicht gebraucht hat; er habe auch nicht gedroht, sondern gewarnt, die Sache auf die Spitze zu treiben. Stadthagen begründet sein Amendement, daß er nur mit Rücksicht auf den von Vollmar angeführten Fall in Hessen gestellt habe. Im übrigen stehe er völlig auf dem Bebel'schen Standpunkte, wenn er auch nicht zugeben könne, daß die Budgetbewilligung an sich schon ein Vertrauensvotum darstelle. Die Debatte wird abgebrochen. Zur Lokalliste. Teschner, Gollnowfir. 6, schänkt wieder boykottirtes Bier und ist daher von der Liste zu streichen. tes Rifte ber als unhöflich zu erscheinen. Wenn die Sachsen allmälig erst| Reichstagsmandat verzichten müssen, ich bin nur mit fündund- 1 Bergnügen 10 Mark Beitrittsgeld und pro Jahr 12 Mut Vielleicht weil man merkt, daß damit doch keine Erfahrung fammeln mußten, um zu ihrem heutigen Standpunkte fiebzig Stimmen unterlegen. Ich habe doch gesagt: ich be Beitrag. werden können, bestimmt eine au gelangen, so laffe uns Bebel auch nur die nöthige Zeit zur tenne mich zur republikanischen Staatsform. So müssen es auch Schäße zusammengetragen Entwickelung. Bebel meinte, allen Landtagsvertretern eine ge- die Bayern thun. Vollmar droht mit einer Spaltung. Art Ehrengericht"( S 12) neben anderen Bußen Geldstrafen bundene Marschroute für alle Fälle vorschreiben zu müssen.( Vollmar ruft: Ich habe kein Wort davon gesagt.) Das in Höhe bis zu 100 M., gegen die es keine Berufung Dann fäme man dahin, auch für Gemeindevertreter und Ver- Wort ist nicht gebraucht worden, aber hat gedroht giebt. Unterstützt wird ach Möglichkeit, d. h. so lange der treter in Landgemeinden eine solche Route vorzuschreiben. Nun mit einer Spaltung, wenn die Sache auf die Spitze Rassirer über einen vollen Beutel verfügt. Der Vollständigkeit wegen fehlt auch nicht das Institut der Ehrenmitgliedschaft; denke man sich einmal den Fall, eine Gemeinde habe bedeutende getrieben wird. Summen für tulturelle Zwecke, für Hebung der Lage der Ardamit hält man an der schönen Tradition fest und hat gleichbeiter ausgegeben, in ihrem Budget befindet sich aber auch zeitig im Nothfall verdiente Männer, die man anfechten fann. Auf das Schreckliche, was die Versammlung zu Tage fördert, ist eine Ausgabe von 10 000 m., weil zum Empfange irgend eines Prinzleins die Straßen ausgeschmückt worden sind. Konie Arbeiterschaft gefaßt. sequenter Weise müßten die sozialdemokratischen Gemeindevertreter dann das ganze Budget ablehnen, müßten aber direkt die kulturellen Interessen schädigen; das wäre doch ein ganz Die Lifte der ausgesperrten Brauerei- Arbeiter verrückter Standpunkt.( Borsigender: Ich hoffe, daß Nr. 3374, und die Liste vom Frankfurter Parteitag Nr. 32 Grillenberger die Güte gehabt hat, nicht die Antragsteller zu meinen.) Grillenberger: Ich habe damit nur sagen wollen, daß Persönlich erklärt Bebel: Grillenberger habe drei seiner find gestohlen. Abzugeben beim Vertrauensmann zu Schöneberg. fie einen verrückten Standpunkt einnehmen würden, wenn sie das Aeußerungen mißverstanden. Er habe nicht gesagt, daß ihn die W. Bengs. thäten. So liegt die Sache beim Postetat, bei der Ausgabe für gegnerische Presse zu seinem Auftreten veranlasse, sondern daß Die neuere fozialpolitische Gesetzgebung, so wird uns die Eisenbahnen, für die Bauerei und ähnliches, was sollten die gegnerische Preise die Genossen im Lande erst auf die Budget- geschrieben, soll den Gemeinden bekanntlich auch eine größere diese Leute von uns denken, wenn wir zur Wahrung eines abstimmung aufmerksam gemacht habe. Weiter habe ich nicht Bewegungsfreiheit für den Fall einräumen, daß sie das Bestreben ftarren Prinzipes bei der endgiltigen Abstimmung, nachdem wir gesagt, daß die Taktik der bayrischen Fraktion zur Bersumpfung begen, außerhalb der Armenunterstügung die Noth der wirthin den Einzeletat- Verhandlungen durchgedrückt haben, dann führe, sondern gemeint, wenn das, was Bollmar als Grund schaftlich schwachen Bevölkerungsklassen zu lindern; und es haben gegen diese Verbesserungen stimmen würden, das wäre doch für diese Taktik angeführt habe, maßgebend werden ja auch hier und da kommunale Körperschaften einmal einen offenbare Verrücktheit.( Sehr richtig!) Hätten wir es nur mit würde, werde Versumpfung eintreten. Drittens habe ich schwachen Versuch unternommen, in diesem Sinne zu wirken. aufgeklärten Massen zu thun, wie in Nürnberg 2c., so hätten auf dem Kölner Parteitag meine Stellung zu den preußischen Daß auf sozialpolitischem Gebiete nicht mehr geschieht, liegt vor wir allerdings gegen das Finanzgesetz stimmen können.( Hört! Landtagswahlen so präzisirt, daß ich sagte, der Grund für unsere allen Dingen ja an den reaktionären Klaffenwahlgefeßen, die Hört!) In Kiel, in Wilhelmshaven, fann man das wagen, Nichtbetheiligung sei nicht das Dreiklassen- Wahlsystem. Aber es der unterdrückten Arbeiterschaft nicht gestatten, ihrem Willen wir haben aber 80 pCt. bäuerliche Bevölkerung, auf die baben sei undenkbar, daß wir ein Kompromiß mit den gegnerischen in den meistens von Vertretern des bornirtesten Manchesterthums wir auch Rücksicht zu nehmen, nicht bloß auf das Fünftel der Parteien abschließen, was wir thun müßten, wenn wir in den verwalteten Gemeinden genügend Geltung zu verschaffen. Der Industriebevölkerung. Wenn man in Bayern etwas erreichen Landtag kommen wollten. Klassendünkel der honetten Bürgerschaft findet seine eifrigften will, muß man auf das Denken und Fühlen Rücksicht nehmen Vertheidiger in der Berliner Stadtvertretung. In und diesem durch unsere Thätigkeit entsprechen, dann erst kann unserer Stadtverordneten- Versammlung werden mit Fleiß und Bebarrlichkeit alle Anträge abgelehnt, die nur im geringsten das man das Werk der Aufklärung beginnen. Wir haben es in Bayern mit einer selbständigen bäuerlichen Bevölkerung zu thun, Intereſſe de3 dreimal heiligen Geldsacks gefährden könnten. Das länds Schluß 44 Uhr. Morgen Fortsetzung der Debatte. Berichtigung. In dem Telegramme über den ersten Sigungstag ist der Name des Vertreters von Nowawes falsch angegeben. Der Genosse heißt Gruhl und nicht Biehl. Tokales: . an der Drollige bes Arbeiterfeindlichkeit freifinnigen nicht wie Klassen Sie in Norddeutschland mit licher Lohnarbeiter die viel leichter das Wesen der kapitalistischen Mehrheitsklüngels in der Stadtverordneten- Versammlung ist Ausbeutung und Unterdrückung begreifen, auch wenn sie bekanntlich, daß diese Arbeiterfeindlichkeit getren dem altbewährten noch so dumim sind. Wenn man uns angreifen will, so Grundsatz Geschwindigkeit ist feine Hererei" frischweg in ArIerne man doch endlich die bayerischen Verhältnisse Die Sprechstunde des Rechtsanwalts wird heute, Dont beiterfreundlichkeit umgeschwindelt wird. Die heiße Liebe zu den tennen. In Halle hat man uns angegriffen, weil wir nerstag Abend von 7-8 Uhr abgehalten. Arbeitern hat Herrn Hermes bekanntlich den Muth gegeben, das Militärbudget bewilligt hätten. Aber dieselben Leute haben Nach schweren Wehen hat die Saalbesiger Rom den von sozialdemokratischer Seite gestellten Antrag auf Eins zur Agrarfrage Dinge beschlossen, wie sie nicht prinzipienwidriger mission den Entwurf der Statuten für den sagenhaften Bund führung der achtstündigen Arbeitszeit zu bekämpfen, diefelbe über fein können. In Berlin hat man uns Intonsequenz und Prin- der Saalsperrer zur Welt befördert. Mit diesem zusammen ist schwängliche Liebe zu den Arbeitern hält die Berliner Stadtver zipienverrath vorgeworfen und dieselben Berliner beschließen den Interessenten ein Revers und folgender Aufruf zugegangen, ordnetenmehrheit auch von der Errichtung eines brauchbaren Arbeitslosen Unterstützung aus den Ueberschüssen der indirekten ber in verschiedener Hinsicht interessant auch für unsere Leser ist, städtischen Arbeitsnachweises ab. Wie soll man sich angesichts Wie kann man uns Prinzipienverrath vorwerfen, 10 daß wir uns die Freiheit nehmen, denselben ohne Einwilligung solcher Konsequenz nach unten nicht der Thatsache erinnern, wie fann man uns in die Schuhe schieben, wir hätten der der geschätzten Unterzeichner im Vorwärts" zu publiziren. daß schließlich nur ebenso fonfequente] Gefügigfeit Regierung ein Vertrauensvotum ertheilt, wo ich in meiner Man höre: nach oben einen heilsamen Schrecken üben tönnte, wenn der kons Erklärung, die ich in Uebereinstimmung mit allen Berlin, 20. Oktober 1894. servative Staat der reaktionär- freisinnigen Stadtvertretung eine Genoffen abgegeben hatte, der Regierung bei unserer motivirten Sehr geehrter und werther Herr Kollege! Vorlesung über ihre sozialen Pflichten hielte? Abstimmung das denkbar schärfte Mißtrauensvotum ertheilt Der von den Kollegen Feuerstein und Kuckenburg vermittelte hatte. Im Wesen fann es sich also nur darum handeln, in Versuch, durch direkte Verständigung zwischen Brauereien und welcher Form das Mißtrauensvotum ausgesprochen wird und da Boykottkommission ein Ende des Bierboykotts herbeizuführen, ist, bin ich doch der Meinung, daß unser Mißtrauensvotum wie Sie wissen, gescheitert. Steuern. = 1 -O die Es sei hier an die Worte erinnert, die der preußische Staatskanzler Hardenberg in einem Schreiben an den damaligen Minister des Innern gerichtet hat, als eine Anzahl Magistrate um die Aufhebung der Gewerbefreiheit petitionirt hatten: indem ich Ihnen ganz ergebenst anheimstelle, überhaupt in Erwägung zu nehmen, wie dem Geiste der städtischen Korporationen eine edlere Richtung zu geben sein dürfte." " Bei Neuregelung des Nachtwachtwesens in Berlin dürfte es wohl angebracht sein, die Zustände, unter denen die hiesigen Nachtwächter seufzen, etwas näher zu betrachten. Die Nacht wächter, welche bis zum Infrafttreten des Polizeifoften Gesetzes städtische Beamte waren und nun direkt dem Polizeipräsidium unterstellt sind, erhalten ein monatliches Gehalt von fünfzig Mart. Da sie nun mit diesem Gehalt" sich und ihre Familie natürlich nicht ernähren fönnen, so find fie auf das Schließen der Häuser angewiesen. Jedoch haben die Wächter den Ertrag aus diesem privaten Einkommen der Behörde anzugeben und wird dasselbe auch mit versteuert. wirkungsvoller gewesen ist, als eine einfache Ablehnung Damit ist so gut wie jede Aussicht geschwunden, auf gütdes Budgets. Natürlich find wir nicht darauf ver lichem Wege durchzusehen, daß die sozialdemokratische Arbeiter seffen, so in aller Zeit ebenso zu handeln, es fönnen schaft auch die berechtigten Forderungen der Saalbefizer an Umstände eintreten, wo auch wir rundweg das Budget erkennt und es diesen dadurch ermöglicht, die Saalsperre aufablehnen. Dann befinden wir uns aber in einer ganz anderen zuheben. Das war allerdings damals, als der preußische Staat am Situation als andere Landtage, denn bei uns fann ohne Budget, Was die Saalbesiger jetzt zu thun haben, darüber fann wohl Ende seines Lateins angelangt war und aus der Noth eine Tugend beziehungsweise ohne Provisorium, das auch erst bewilligt wer- fein 3weifel herrschen. Daß ihnen schon die bloße Selbstachtung machen mußte. Eine derartige obrigkeitliche Aufmunterung werden den muß, nicht weiter regiert werden, wie anderswo; wir verbieten muß, die Säle bedingungslos wieder frei zu geben und in diesen Tagen vernagelte Gemeindebehörden kaum zu erwarten haben von unseren Auftraggebern die strikte Weisung, uns sich fernerhin Vorschriften von Fremden machen zu lassen, darin brauchen. Dazu ist der Staat noch zu ermattet von dem stürmischen freie Entschließung zu wahren. Nehmen Sie aber den Antrag stimmen sicherlich auch Sie, geehrter Herr Kollege, mit uns über- Anlauf, den er zu Anfang des Jahres 1890 plöglich unternommen Bebel an, so heißt das nichts anderes, als daß wir Bayern ein. Wollten sich die Saalbesitzer auch in alle Zukunft wiederum hatte. als dumme Jungen nach Hause geschickt werden. Bebel meint, Vorschriften darüber gefallen lassen bei Gefahr des Verrufs-, man habe auf die gegnerische Presse nichts zu geben, aber welche Kellner und Musiker sie zu beschäftigen und welche Bier doch ist es die Meinungsäußerung der gegnerischen Presse, die forten sie für alle Gäfte zu führen haben, dann wäre es besser ihn nervös macht. Der Bebel'sche Antrag ist für uns unan- gewesen, sie hätten überhaupt nicht erst an eine Saalsperre nehmbar; nehmen Sie ihn wenigstens mit dem Amendement gedacht! Stadthagen an, zu dessen gunsten wir, so wenig es uns gefällt, In dem jetzigen Augenblicke, wo die sozialdemokratische Ar auf unseren Antrag verzichten würden. Das Amendement beiterschaft weniger als jemals gütlichen Vorstellungen zugänglich Stadthagen ermöglicht wenigstens eine Verständigung, die erscheint, ist die Nothwendigkeit eine verstärkte, daß sich die Saal völlig ausgeschlossen ist durch die Annahme des Bebel'schen Antrages. befizer zur Wahrung ihrer berechtigten Interessen zusammen3wingen Sie uns eine gebundene Marschroute auf, so treiben sie schließen. die Gegenfäße auf die Spitze. Das will Bebel, deshalb wendet Die unterzeichnete Saalfommission hat demgemäß die ihr er sich gegen das Stadthagen'sche Amendement. Es ist eine alte übertragene Vorberathung des Statutenentwurfs für die zu grün- Die Nachtwächter haben pünktlich 1/210 Uhr Abends zum Gewohnheit Bebel's, drohendes Unheil zu prophezeien, wenn es bende Saalbefizer- Vereinigung beschleunigt und zu Ende geführt Appell in dem Polizeirevier anzutreten, wo sie stationirt sind. einmal nicht so geht, wie er will. Das gilt von der Partei und wird den Entwurf in seiner nunmehrigen Fassung der Hier wird vom Nachtwachtmeister oder Polizeiwachtmeister, öfter regierung überhaupt. Im vorigen Jahre war es der Besuch nächsten am Donnerstag, den 25. Oktober, Nachmittags auch im Beisein des Polizeilieutenants, der Anzug einer Kontrolle des Kongresses, den das Freie Hochstift veranstaltet hatte, in 4 Uhr, bei dem Kollegen Joel, Andreasstr. 21, abzuhaltenden unterworfen; dann werden ihnen die Tagesbefehle der Schutzdiesem Jahre ist es unser Verhalten, im nächsten Jahre Saalbesizer Bersammlung zur definitiven Beschluß- mannschaft bekannt gegeben und eventuelle neue Polizei- Verord wird wieder etwas anderes herhalten müssen, als Versumpfung fassung vorlegen. nungen verlesen. Hierauf folgt die eigentliche Instruktion, welche bezeichnet zu werden. Es ist ja ganz gut, daß jemand beständig In der Voraussetzung, geehrter Herr Kollege, daß Sie grund- behar.delt: das Verhalten des Wächters bei Sistirungen, Kenntniß ver auf Posten steht, daß dem Prinzip kein Schad' geschicht. Aber säglich willens find, der Saalbesizer- Vereinigung beizutreten und schiedener einschlägiger Paragraphen des Strafgesetzbuchs, Straßens allmälig wird dieses ewige Reden von Bersumpfung doch lang- demzufolge auch den Ihnen hiermit zugehenden Revers zu unter- Polizei und Droschen- Polizei.Reglement u. f. w. Um 10 Uhr weilig. Bebel sollte sich endlich derartiger Kaffandrarufe ziel- zeichnen, bitten wir Sie dringend, sich zu jener wichtigen Ver- beginnt der Dienst, welcher vom 1. März bis 15. Oktober bewußten Genossen gegenüber enthalten; Bebel hat gefragt, was fammlung einzufinden und an der Berathung und definitiven Morgens 5 Uhr, vom 16. Ottober bis 30. April Morgens 6 Uhr man dazu sagen würde, wenn etwa Sozialdemokraten im preußischen Beschlußfaffung über das Statut sowie an der Konstituirung der beendet ist. Während der 7 resp. 8 Dienſtſtunden wird der Landtage für das Budget stimmen würden. Darüber brauchen wir Saalbefizer- Vereinigung( Vorstandswahl) mitzuwirken. Wächter 12-15 Mal kontrollirt, und zwar vom Offizier du jour, uns nicht den Kopf zu zerbrechen, denn es sind keine darin. Neben dem beigefügten Revers- welchen Sie gefälligst, Polizeihauptmann, Reviervorstand, 4-5 Mal vom Nacht( Seiterkeit.) Ich glaube doch, daß Bebel nicht etwa jetzt dafür mit Ihrer Unterschrift versehen, zu der Versammlung mitbringen wachtmeister und stündlich 1-2 Mal von einem Schuhmann. ist, auf grund des Dreiklassen Wahlsystems für den preußischen wollen erhalten Sie hiermit zugleich zu Ihrer Information Alle diese Beamten machen ihre Eintragungen in das Kontroll Landtag zu wählen. Als Bernstein es vorschlug, nannte er ein Exemplar des Statuten- Entwurfs. Daß derselbe noch keine buch des Wächters. Es wird der Name des Kontrollirenden, es( Ruf: Bersumpfung. Heiterkeit.) Bebel bemerkte, bindende Kraft hat, sondern noch diejenigen Menderungen er die Straße und Hausnummer, wo derselbe den Wächter an die Stellungnahme des Parteitages zu der badischen Streitfrage fahren wird, welche die bevorstehende Versammlung etwa zu be- getroffen und die betreffende Zeit eingetragen. fei ein Präzedensfall für die Einmischung des Kongreffes in die schließen für gut halten wird, brauchen wir Ihnen wohl faum Während des Dienstes hat sich der Wächter mit teiner Angelegenheiten der Einzelstaaten. Wir bestreiten gar nicht, daß erst zu sagen. Jedenfalls liegt es im Interesse der Sache, daß der Parteitag oberste Instanz in Prinzipienfragen ist. Bei uns an der definitiven Beschlußfaffung über das Statut möglichst alle handelt es sich aber nur um eine tattische Frage. Die badischen Saalbesiger sich betheiligen, soweit sie überhaupt und grund. Genoffen riefen die Entscheidung des Parteitages an, weil sie fäßlich der Gründung der Saalbefizer- Vereinigung zustimmen. selber nicht damit fertig werden konnten. Wir Bayern haben Einigkeit allein kann uns nur schützen! das nicht gethan, wir sind Uns ganz einig. gegen Mit tollegialischem Gruß über will man den Weg der Ottroyirung beschreiten. Wir Die Saaltommission. er fich etwas mitgebracht hat aber trinken? Läßt er sich erklären aber positiv, daß durch die Abstimmung an A. Ringel, Pankow. Alb. Keller, Bergfir. 68. Saeger, Andreas vielleicht ein Glas Bier auf die Straße reichen und wird er da unferer Thätigkeit im Landtage und unserer Stellung zum Budget straße( Kontordia- Säle). Lehmann, Kreuzbergstr. 48. Richter, bei ertappt, so seht es wieder 24 Stunden Arrest. Diese Arrest nichts geändert wird. Denken Sie an unsere Haltung zur Frage Schwerinstr. 13. Gust. Müller, Müllerstr. 142. H. Schnegels- ftrafe wird durchaus nicht selten vollstreckt. Der Wächter hat der Unterstüßung von Gegnern bei Stichwahlen. Ein Kongreß berg, Hafenhaide 21. F. Wolter, Elfafferstr. 10. Ferd. Müller, fich zur Verbüßung einer solchen Strafe Morgens 28 Uhr in verbot diese Unterstügung formell, jetzt ist niemand in der Partei, der Dranienstr. 147. Clemens, Frankfurterstr. 76. Draesel, Uniform auf seiner Polizei- Hauptmannschaft einzufinden, wo noch an dieses Verbot denkt. Der Standpunkt hat sich als unhaltbar revidirt wird, ob er auch nicht Tabak oder andere verbotene herausgestellt, ebenso wird es sich als unhaltbar herausstellen, unsere Den fehr geehrten und werthen Herren Kollegen" die Sachen, wie Bücher, mit sich führt; erlaubt find: Bibel, Gebet Vertreter in den Landtagen der Einzelstaaten so zu binden, wie moralische Ueberwindung geht sogar so weit, daß selbst die buch, Instruktionsbuch. Aus der Polizeiwache wird der Arreſtant vorgeschlagen wird. Wir glauben deshalb, es wäre beffer, von grundsäglichen" Gegner einer Saalsperre nicht mit der Ein- von einem Polizeiwachtmeister in das Arrestlokal( Alexander dem Versuch überhaupt rechtzeitig abzustehen. Wir können uns ladung verschont geblieben find macht man die Sache insoweit play) abgeführt, wo er nochmals untersucht wird. Hier erhält doch nicht nach dem Beschluß richten und werden es nicht. Es fehr bequem, als man sie unter Umständen vom persönlichen er eine Einzelzelle, die mehrmals vom Offizier du jour revidirt bleibt ein Schlag ins Wasser. In solcher Lage ist Erscheinen entbindet. Wenn sie nur den Revers einsenden, die wird. Der Arrestant muß sich auf eigene Rechnung es besser, den Weg der Verständigung zu suchen und Wahrung der Interessen" werden die Elf schönstens alleine beköstigen; Essen besorgt der Kalfaftor, geistige Getränke find nicht partout auf dem Ropje bestehen: Ihr Bayern beforgen". Wie lange ihnen die bloße Selbftachtung" verbieten verboten, gestattet ist aber Thee, Kaffee, Waffer. müßt fufchen! Erklärlich Erklärlich ist die Erbitterung, die unter muß, die Säle bedingungslos wieder frei zu geben, wollen und Eine Krankenkaffe exiftirt für die Wächter nicht. Erkrankt den bayerischen Genoffen herrscht. Auch das Bedenken kann noch fönnen wir ja abwarten. Die Einigkeit, welche allein ein solcher, so bat er binnen 24 Stunden ein ärztliches Attest geltend gemacht werden, daß unsere Gegner die bayerischen nur schüßen fann", ist und wird niemals vorhanden sein; die einzureichen, Arzt und Medikamente aber selbst zu bezahlen, auch Wahlmännerwahlen für ungültig erflären laffen, weil den Ge- Gründe hierfür sind hinlänglich bekannt. Zufälligerweife" fehlt geht er während der Krankheit der Hälfte der Schlüffelgelder wählten hier ein gebundenes Mandat, das verfassungsmäßig unter dem Aufruf der Name des tapferen Herrn Jacobi, verlustig. Währt die Krankheit länger als vier Wochen, so fallen unguläffig ist, gegeben werden foll. Aber ich will dieses ebenso der Name des Schahhüters Merker neben einigen die Schlüsselgelder ganz fort, die dann der für ihn eintretende Schreckgespenst hier nicht weiter benutzen. Wir wollen anderen Größen. Man erwartet allgemein, daß in der Reservewächter erhält, und der Krante ist mit seiner Familie auf nichts, als latitude( freien Spielraum) für uns, wir wollen, Donnerstags= Bersammlung der Schleier auch bezüglich dieser das gütigft weiter gezahlte Gehalt" von monatlich 50 Mart daß man es dem ehrlichen Ermessen ehrlicher Parteigenoffen Borgänge etwas gelüftet wird. angewiesen. überläßt, wie sie sich zu der Budgetfrage im Einzelstaat ver- Der allgemeine Sturm, der sich gegen die vor einiger Zeit Urlaub fann dem Beamten 14 Tage gewährt werden, wenn halten. Deshalb empfehle ich den Antrag Stadthagen anzu- durch Indiskretion vorzeitig bekannt gegebene erste Statuten- er darum einkommt und er sich gut geführt hat; jedoch erhält er nehmen, weil er die einzige Basis für eine Verständigung ist. vorlage erhob, hat die guten Leute soweit abgefühlt, daß sie in für diese Zeit ebenfalls das Schlüsselgeld nicht. Dies veranlaßt ( Lebhafter Beifall.) dem jezigen Entwurf von den Bedingungen für die die meisten Wächter während des ganzen Jahres überhaupt auf Ewald- Brandenburg: Das Prinzip muß gewahrt bleiben. Sergabe von Sälen fein Wort verlauten faffen. Der Urlaub zu verzichten. Unter den Linden 44. " Person, einschließlich Schuyleuten und Kollegen, zu unterhalten; nur die an ihn gestellten Fragen hat er kurz zu beantworten. Wird er von einem Vorgesetzten plaudernd angeiroffen und macht Dieser davon Meldung, so ist dem Wächter ein strenger Verweis oder auch 24 Stunden Arrest gewiß. Effen darf der Beamte während der Dienststunden wenn Jch z. B. wurde einmal in einer Wählerversammlung gefragt, Verein soll Schutz gewähren gegen sämmtliche geschäftliche Ueber Den Wächtern wird jährlich eine Gratifitation von 15 bis ob ich republikanisch oder monarchisch gefinnt fei. Ich griffe und Verrufserklärungen, von welcher Seite diese auch 20 Mart gewährt. Ist der Wächter aber im Laufe des Jahres mußte genau, die offene Antwort foftet mich viel fommen mögen." Wer sich schüßen lassen will, muß einen irgend wie disziplinarisch bestraft worden, so fält diese Stimmen, ich habe sie doch gegeben. Ich habe deshalb auf ein Saal haben, der mindestens 100 Personen faßt und zahlt für das Gratifilation fort C Letztere hervor, daß er in Die Kaffe der Jnvaliditäts- und Altersversicherungs- rechnete. Gerichts- Beifung. Bis zum Jahre 1880 find diese Beamten mit Pensions[ wiffer Stert, welcher, obwohl gänzlich mittellos, doch stets als berechtigung angestellt worden; die Pension beträgt für jedes Geldgeber für Julius Proz fungirte. zurückgelegte Dienstjahr 1 Mart monatlich; bei 30 jähriger Dienst- an die Opfer auszuzahlen und bei nicht prompter Einlösung der St. hatte auch das Geld zeit also 30 Mart per Monat. Wächter, die nach diesem Zeit- Wechsel die Klagen anzuftrengen, so daß Pros stets rückenfrei und das nicht ordentliche Gewerbegericht. Ein hochDie Rechtshängigkeit" bei ordentlichen Gerichten punkt in den Dienst traten, erhalten nicht einen Pfennig Penfion blieb. Ein dritter Proß ist früher schon wegen Buchers in interessanter Lohnentschädigungsprozeß beschäftigte am Dienstag und werden nun ohne weiteres aufs Pflaster geworfen. Untersuchungs haft genommen worden; es war dies der Besizer Assessors Man sieht auch hier, wie die Behörden das Ausbeuten der des gleichnamigen Café's am Rosenthaler Thor und der Gas die Kammer VII des Gewerbegerichts unter Vorsiz des Aſſeſſors Menschen ebenso verstehen, wie die Industriellen, die ihre Arbeiter wirthschaft in der Linienstraße, welche beiden Etablissements. Wigleben. Gegen den Inhaber eines Adressenbureaus, SchusterGaftLange Jahre ausnutzen und sie dann, wenn sie älter geworden, einfach später an den jetzt verhafteten Julius P. übergingen. Was der mann, klagten zwei Adreſſenſchreiberinnen auf Lohnentschädigung fortjagen. Die zur Entlassung kommenden Beamten( es find das bis wegen unberechtigter Entlassung. Mit demselben Anspruch waren jetzt schon an 200) befinden sich meist im Alter von 45-50 Jahren aus den Wuchergeschäften verdiente, geht dar die Klägerinnen vom Amtsgericht abgewiesen worden, nicht und finden jetzt sehr schwer eine andere Beschäftigung; überall tönt deutendes wenigen Jahren ein beihnen der Ruf entgegen: 3u alt!" Die Kommune, die diese muß weil dieses sich für unzuständig erklärte, sondern weil es eine Vermögen zusammengescharrt hat. Julius berechtigte Entlassung für vorliegend hielt. sich Beamten 14 Jahre lang ausgenügt hat denn von einer ans von einer Drientreise zurückgekehrt ist, wiewohl ihm unter daß die Klägerinnen Handlungsgehilfinnen feien. An das Ge sehr sicher gefühlt Seine Zu haben, da er gemeffenen Bezahlung für den nicht leichten Dienst fann bei der wegs Kenntniß von dem Vorgehen gegen die Berliner Mucherer werbegericht hatten sich dann die Klägerinnen mit der Behaup unter- Ständigkeit sprach das Amtsgericht auf grund der Annahme aus, Entlohnung von monatlich 50 M. doch nicht die Rede sein entläßt sie ohne jede Pension, ohne sich weiter darum zu kümmern, einer anderen Gruppe wegen Wuchers verhafteter Personen auch flagte erhob den Einwand der Rechtshängigkeit; nachdem das geworden war. Wie weiter mitgetheilt wird, befindet sich unter tung gewandt, sie seien Gewerbegehilfinnen gewesen. Der Bes was aus ihnen und ihren Familien wird. Was geht das auch ein Handelsmann G., der seit länger als 3wanzig Jahren Amtsgericht entschieden, könne das Gewerbegericht nicht nochmals die an, die sich in gut dotirten Stellungen befinden? Sie er mit Prostituirten Geldgeschäfte betrieben hat, indem er ihnen über dieselben Ansprüche entscheiden, behauptete er, und zwar anhalten ihre angemessene Bension, wenn sie in den Rubestand Darlehen gegen 6 pet. Binsen gab, gleichzeitig aber die Bescheinend mit Recht. Das Gewerbegericht verwarf aber den Eintreten. Aber die Wächter? Nun es sind ja eben blos- Nacht- dingung stellte, daß die unglücklichen Mädchen Waaren aller wand mit der Begründung, das Gesez schreibe vor, daß ein gerichtlich wächter gewesen! Art von ihm bezögen, die er zu besonders hohen Preisen be- abgewiesener zivilrechtlicher Anspruch bei einem anderen ordent and mit der Begründung, das Gesez schreibe vor, daß ein gerichtlich lichen Gericht nicht von neuem erhoben werden tönne. Das Die Benutzung einer nicht beleuchteten Treppe hat Gewerbegericht sei jedoch kein ordentliches Gericht, des vorgestern Nachmittag 6 Uhr einen folgenschweren Absturz herbei- halb könne es über die fraglichen Ansprüche entscheiden, wenn geführt. Die 57 Jahre alte Ehefrau Augufte des Buffetiers es sonst zuständig sei. Das Gewerbegericht erachtete fich für Rathstadt, Müllerstr. 7, wollte in den Keller gehen, trat in der zuständig, weil es in der mechanischen Thätigkeit der Klägerinnen Dunkelheit fehl und fiel hinab. Mit einer schweren Gehirn- nicht die von Handlungsgehilfinnen, sogenannten Komptoiristinnen, erschütterung wurde die besinnungslose Frau nach einem Kranken- sah, sondern die Thätigkeit von Gewerbegehilfinnen. hause gebracht, wo sie in der Nacht starb. wurde nun in die Beweiserhebung darüber eingetreten, ob fand am Dienstag Mittag gegen 12 Uhr vor dem Hause Span= Ein Almofenempfänger mit reichlich Geld im Befiß batten oder solche, welche auszuführen sie nicht verpflichtet die Klägerinnen ihnen zufommende Arbeiten verweigert bauerstr. 48 seinen Tod. Der 69 jährige städtische Almosen- entlassen worden, weil sie ein Packet nicht zur Post schaffen waren. Nach den Angaben des Beklagten waren dieselben empfänger Hermann Heinz, Jüdenstraße wohnhaft, passirte zur wollten. Die Klägerinnen hingegen behaupteten, ihnen sei zuobenerwähnten Zeit die genannte Straße, als er plötzlich zu gemuthet worden, einen ganzen Korb voller Rataloge zc. zur fammenbrach und auf der Stelle todt liegen blieb an den Folgen Post zu besorgen, und dagegen hätten sie protestirt. Am Tage dem Todten wurden ca. 90 M. in Baar und in seiner Wohnung macht( fie hätten auf ihre Kosten sich auf der Straße einen eines Herzschlages, wie ein hinzugerufener Arzt konstatirte. Bei vor der Entlaffung hätten sie bereits schlechte Erfahrungen geca. 3000 M. gefunden. Dieser Fall dürfte einigen besonders genialen Ordnungsphilistern vielleicht Stoff zu der Behauptung Jungen engagirt, welcher denselben Korb voll Postfachen für sie so schlimm bestellt sei, wie von den heßenden Sozialdemokraten Klägerinnen aus. geben, daß es in der That mit dem öffentlichen Glend gar nicht getragen habe. Ihre Kräfte hätten nicht dazu ausgereicht, die Die Beweiserhebung fiel zu gunsten der Das Gericht fah in ihrem Verhalten teine unberechtigte Weigerung der Arbeit, es verurtheilte den Beklagten gemäß dem Klageantrage zu 27,85 M.( für einen Monat) und zu 15 M.( für 14 Tage.) Mart. Eine Naphtalin- Explosion hat vorgestern in der chemischen Glück find Menschenleben bei der Explosion nicht in Gefahr geFabrik von Landsloff u. Meyer in Grünau stattgefunden und Beranlassung zu einem recht bedeutenden Brande gegeben. Zum tommen. E3 bares Verhalten eines Hauswirths beschäftigte gestern die fiebente Ein Berliner Muster- Hauswirth. Ein ganz unqualifizir Straffammer am Landgericht I. Der Tischlermeister Albert Schröder herrscht als Hauswirth auf dem Grundstück Reichen bergerstr. 42, welches meist von sogenannten kleinen Leuten be= wohnt ist. die un Zu den Miethern gehörte auch bewohnte diese eine Anstalt Berlin hat nach ihrem jezt veröffentlichten Jahresabschluß im Jahre 1893 eine Reineinnahme von 5 092 872,18 m. gehabt, darunter 4 691 818,42 M. für verfaufte Beitragsmarten. An Renten sind nur 252 978,58 M. gezahlt worden, nämlich 45 941,52 M. Invalidenrenten und 207 037,06 M. Altersrenten. Die Verwaltungskosten beliefen sich auf 105 014,36 m. für Gehifter, Bergütungen, Miethe, Bureau- und Kassenbedürfnisse Inrentar, Druck, Porto u. s. w., u. f. w. Rechnet man dazu roch die Kosten für Erhebungen vor Gewährung von Renten, für Echiedegericht, Kontrolle und Rechtshilfe mit zusammen 36 625,26 Mart, so ergiebt dies das nette Gümmchen von 141 639,62 m. Verwaltungskosten im weiteren Sinne, also nicht sehr viel weniger, Verwaltungskosten im weiteren Sinne, also nicht sehr viel weniger, als an Renten gezahlt worden ist. Der Vermögensbestand der Anstalt bezifferte fich Ende 1893 auf 13 598 432,07 m. Betriebsfonds und 250 674,35 M. Reservefonds, zusammen 13 849 106,42 Taß die Angestellten der Großen Berliner Pferde weniger bekannt dürfte aber die virtuose Art und Weise sein Eisenbahn nicht auf Rosen gebettet sind, ist allgemein bekannt auf welche fich diese großkapitalistische Gesellschaft derjenigen behauptet wird. Angestellten zu entledigen beliebt, welche sich in langjährigem, aufreibendem Dienste für die Gesellschaft abgearbeitet", ihre Schaffner oder Kontrolleur selbst nach langer Dienstzeit und Gesundheit und Kraft geopfert haben. Erkrankt ein Kutscher, ist wenig Aussicht vorhanden, daß der Mann seine alten Kräfte wieder erhalten wird oder ist er bereits in einem Alter, welches nach Meinung der Gesellschaft nicht" Bur unrechten Zeit" tam ein Gerichtsvollzieher, welcher mehr mit einem jungen, fräftigen Mann zu konkurriren vermag, bei dem Bauunternehmer M. in der Greifswalderstraße eine so ist bald ein Grund gefunden, dem Betreffenden den Dienst zu Pfändung am Montag vorzunehmen hatte. M. hatte in der tindigen. In vielen Fällen verzuckert man dem Aermsten, der Marienburger Lotterie 5000 M. gewonnen. Der Kollekteur er verehelichte Anna Zach, und zwar seine Gesundheit und die Kraft seiner besten Lebensjahre der schien persönlich bei dem glücklichen Gewinner, um diesem die Kellerwohnung, die ihr jedoch nicht behagte, weil die Wände Gesellschaft geopfert hat, das auf die Straßewerfen dadurch, daß Summe auszuhändigen; er hatte eben die angenehme Beschäftigung feucht waren. Als die Zach aus diesem Grunde die Kündigung man dem Armen eine Abfindungssumme von 400 bis 1000 m. des Abzählens beendet, als ein Gerichtsvollzieher ins Zimmer eingereicht hatte, nahm der Wirth eine Revision der trauten gewährt". Diese Beträge werden aber nicht von der trat und als„, tertius gaudens" Beschlag auf die Taufendmark- Räume vor, und seinem Blicke entging nicht ein großer schwarzer Gesellschaft bezahlt, sondern aus der Unterstüßungs- scheine legte. Das Glückskind" sowohl, wie der Kollekteur, der Fleck, der sich über der Maschine befand. Natürlich verlangte er taffe" entnommen, deren Mittel theilweise theilweise aus Straf dadurch um seinen ihm versprochenen Nebenverdienst fam, haben Schadensersah". geft ern zusammengebracht sind. Es sind aber auch Fälle beide lange Gesichter gemacht, als der Gerichtsvollzieher die kommen und den Fleck übertünchen, wofür sie 1 M. bezahlte. Die Zach ließ denn auch einen Maurer belannt, wo man dem durch schwere Krankheit auf längere Zeit 5000 m. als Abschlagsrate auf die sehr erhebliche Schuld mit Gleichwohl drang der Wirth während der Abwesenheit der Mietherin in deren Wohnung das Sterbebett gebracht und ihm die letzte Lebensstunde noch ein und pfändete die verbittert hat. Ein anderes beliebtes Mittel der Direktion, den Linden" beschäftigten am Dienstag wiederum den Bezirks- zuviel zugemuthet, denn die Mietherin ließ sich diese EigenDie früheren Direktionsverhältnisse des Theaters Unter Betten. Damit hatte er aber der Geduld der Zach denn doch Ersparnisse zu erzielen, um den Aktionären für das Nichts ausschuß. Der Polizeipräsident hatte gegen Herrn Krause auf mächtigkeit nicht gefallen, sondern erstattete Anzeige, worauf thun eine alljährlich steigende Dividende zahlen zu können, Zurücknahme der Erlaubniß zum Betriebe des Gewerbes als Schröder des Hausfriedensbruchs angeklagt wurde. Trotzdem ist folgendes: Beamte, welche zehn Jahre und länger ihre Schauspiel Unternehmer wegen mangelnder Zuverlässigkeit in er bereits wegen störperverlegung vorbestraft ist, erkannte das Amtsdienftlichen Pflichten getreulich erfüllt haben und das höchste fittlicher Beziehung geklagt. Auf grund des Beweisergebnisses gericht auf 20 M. Geldstrafe. Hiergegen legte der Angeklagte Gehalt erzielen, werden bei dem geringsten Bersehen gekündigt, erkannte der Bezirksansschuß im Sinne des Polizeipräsidenten Berufung ein. Der Staatsanwalt beantragte, entrüſtet über ein ihnen aber die Alternative gestellt, wenn sie im Dienste der Ge- auf Entziehung der Konzession. es Boliz fellschaft bleiben wollen, mit dem Anfangsgehalt zufrieden zu solches Verhalten eines Hauswirths, die Verwerfung der Besein!! Wir meinen, das genügt, um die entsittlichenden Auswüchse des Kapitalismus zu fennzeichnen und dessen wahres wegen zerrütteter Vermögensverhältniffe Hand an fich Wieder hat der Juhaber eines alten Geschäftes ufung, auf welche der Gerichtshof auch erkannte. Der neunzehnjährige Schneidergeselle Kiefow war in Antlitz allen Ausgebeuteten zu zeigen. gelegt. Der 63 Jahre alte Vergoldermeister Ferdinand Heuer, angeheitertem Zustande auf die Arbeitsstätte gekommen Die Herbft Kontrollversammlungen 1894 in den Land- batte seine Lehrzeit in der Bergolderei von Polster in demselben Spaß wurde aber Ernst, der Meister gab dem trunkenen Geder mit seiner Familie in dem Hause Friedrichstraße 22 wohnte, und hänselte sich dort mit seinem Meister herum. Aus dem wehr- Bezirken Berlin werden im ersten Bezirk in den Tagen vom Hause zugebracht, rückte später bis zum Wertführer auf und er- fellen eine Ohrfeige und dieser versetzte seinem Gegner schließlich 5. bis 9. November, im zweiten vom 5. bis 13., im britten vom rückte bis aut auf und für einen Stich mit dem Meſſer in die Bruft. Dbgleich die Zunge 19. bis 29. und im vierten Bezirk vom 19. bis 30. November größere Firmen und beschäftigte zeitweise eine größere Anzahl verlegt war, konnte der Meister aber doch völlig geheilt aus dem abgehalten. Die näheren Angaben bringen die öffentlichen Bes Arbeiter. Wodurch er nun einen Rückgang erlitten hat, ist in Krankenhause entlassen werden. Wegen seiner Rohheit wurde kanntmachungen, welche am 28. Oktober und 4. November an den Einzelheiten noch nicht bekannt, da er bisher die Zahlungen Riesow, der sich gestern vor der vierten Strafkammer am Landden Anschlagsäulen erscheinen werden. pünktlich bewirkt hat. Seine Angehörigen wollen auch in dem gericht I zu verantworten hatte, mit einem Jahre Gefängniß Ein Glücklicher. Direktor Richard Schulze, vom Zentral- Benehmen des Familienoberhauptes teine Veränderung gegen bestraft. Theater ist in der Lage, dem hoch verehrungswürdigen Publikum früher wahrgenommen haben. Am Dienstag Nachmittag 6 Uhr mitzutheilen, daß ihm sein diesjähriges Zugftück„ D, diese Ber- wurde Heuer in der Familie vermißt, und da die im Seitenliner", bis jetzt im Durchschnitt pro Abend 2000 art eingebrach! flügel belegene Werkstatt von innen verschlossen war, stellte man habe. Die höchste Einnahmefähigkeit des Theaters beträgt 2100 vom Hofe aus eine Leiter an das Fenster; der Maschinenbauer S., der in das Innere blickte, fab ihn am Thürpfosten als Leiche hängen. Mark. # Das Grab Albert Lorking's auf dem Sophienkirchhof in der Bergstraße ist au gestrigen Geburtstage des Komponisten von zahlreichen Besuchern mit Kränzen und Blumen geschmückt worden. " Es sei daran erinnert, daß vorgestern der Student Albert Steinte zu der außerordentlich geringen und vielleicht von ihm garnicht, sondern höchstens von seinem Vater empfundenen Geldstrafe von 300 m. verurtheilt worden ist. Der gebildete Steinke, dem vielleicht das starke Streben innewohnt, dereinst ein tapferer Staatsretter im Kampfe gegen den Umsturz und ein straße 42, wo große Vorräthe von Stuhlrohr und Seegras Bustand aber nicht einen wehrhaften Mann, sondern eine hilfBrände. In dem Erdgeschoß des Quergebäudes König- Hüter echter deutscher Sitte zu werden, war bei seiner deutschen Heldenthat auch angeheitert gewesen. Er hatte in diesem lagerten, war am Dienstag Abend gleich nach 9 Uhr, wahr lose und gesittete Dame, die ihm nicht das Geringste zu Leide scheinlich durch Funken aus dem hier ausmündenden Steigerohre Eine große Verkehrsstockung entstand gestern Vormittag Feuer entstanden, das infolge zeitiger Wahrnehmung feinen fie aus einer tiefen Kopfwunde blutend zu Boden gesunken war. gethan, in Buhältermanier roh über den Kopf geschlagen, so daß an der Oranienbrücke, deren Zugklappen hochgezogen waren, um großen Umfang nahm. ein Fahrzeug auf dem Wasserlauf hindurchzuführen. Auf beiden Mittwoch fand Fidicinstr. 20 ein Dachbodenbrand statt, wodurch Mensch vor Gericht noch die erbärmlichste Feigheit, inWährend der Mitternachtsstunde zum Ja noch mehr. Zu der erbärmlichen Rohheit gefellte dieser Eeiten ftauten sich die Pferde- Eisenbahn- Wagen, Droichten, Heu- das Dachgeschaß des Borderhauses beschädigt wurde. Zu seiner bem er ohne jeden Grund die von ihm überfallene hilffuhrwerke, Gierwagen und andere Gefährte derart, daß vier Bewältigung mußte mit drei Rohren von großen Handdrucklose Dame schuftig bezichtigte, ihn, den Studenten, zuerst Echuhleute eine halbe Stunde zu thun hatten, ehe sie das Wagen- iprigen eingegriffen werden. Die Bewohner des obersten Stock geschlagen zu haben! Und dieser tapfere deutsche Jüngling erfnäuel zu entwirren im stande waren. Auf jeder Seite hielten werts hatten, bevor das Dach durchbrochen war, von dem nach hielt, weil seine Trunkenheit straf mildernd in Betracht ge allein etwa 10 Pferdebahnwagen. unten gedrückten Rauch etwas zu leiden, und geriethen in eine Ist der Mensch wahnsinnig? Aus Rixdorf wird uns ganz ungerechtfertigte Bestürzung. Die Entstehungsurfache hat Bogen wurde, nur die geringe Strafe von dreihundert Mark zu berichtet, baß nachträglich noch ein gweiter Ueberbal bird uns fich nicht ermitteln laffen. Die bekannt ge worden ist, den der Gendarm Höppner in jener Nacht, in welcher Polizeibericht. Am 23. d. M. Vormittags wurde auf dem er den Tapezier Dornbusch schwer verletzte, ausgeführt hat. In Anhalter Außen- Bahnhofe ein Arbeiter durch einen Eisenbahnzug der gestrigen Bersammlung des Kommunal- Reformvereins theilte an der Hand schwer verletzt.- Abends wurde ein Mann in der Borsigende, Webermeister Rahmig, mit, daß Höppner nach seiner erfitatt, in der Friedrichstraße, erhängt vorgefunden. Straße zu bestehlen und hat deshalb schon empfindliche Bor tem Ueberfall des Dornbusch vor der Apotheke an der Berg- In einem Hause in der Müllerstraße fiel eine Frau von der straße den Maler Carl Fischer, Steinmeßftr. 26 wohnhaft, ge- Kellertreppe und erlitt eine Gehirnerschütterung. troffen habe, woselbst Fischer auf Medizin für sein todtkrantes traße siel ein Mann infolge eines Fehltritts zur Erde und brach Kind wartete. Höppner trat an Fischer heran und herrschte ihn den Unterschenkel. Im Laufe des Tages fanden drei Brände, wollen Sie hier, Sie Strolch?" Fischer antwortete, darunter im Hause Fidicinstr. 20 ein Dachstuhlbrand, statt. er warte auf Medizin für sein frankes Kind, worauf Höppner fich neben ihn ftellte und wartete e big in beffen Hauszu dessen g. Entf In der OttoWitterungsübersicht vom 24. Oktober 1894. Stationen. Barometer stand in mm, reduzirt auf b. Meeressp. Windrichtung Windstärke Wetter Temperatur BBSA6Lco( nach Celsius diktirt! Birnen im Werthe von etwa 10 Pfennig muß die Dienstmagd Wegen eines Diebstahls an einem fleinem Quantum Auguste Schuhe auf ein Jahr ins Buchthaus wandern. Die Angeklagte betreibt die Spezialität, fleine Kinder auf offener strafen erlitten. In dem jezt zur Anklage stehenden Falle hatte Mutter ausgeschickt war, um für 10 Pfennig Birnen zu kaufen. sie sich an einen kleinen Jungen herangemacht, der von seiner Sie hatte dem Knaben das Körbchen mit den Birnen abgenommen und war damit weggeeilt. Zufällig hatte aber die Mutter des Kindes von ihrem Fenster aus den ganzen Vorgang wahrgenommen, fie unternahm die Verfolgung der Diebin und es gelang, dieselbe festzunehmen. Der Gerichtshof verurtheilte sie zu einem Jahre Zuchthan 3. Versammlungen. ne Für die Drechsler und Berufsgenossen tagte am 21. Di 2 tober, eine Bersammlung. Bei dem schwachen Besuch der Bersammlung mußte von einem Referat Abstand genommen werden, und ging man sofort zur Besprechung von Werkstattangelegen= beiten über. Hierbei wurden wiederum die Werkstattverhältnisse bei Schwarz, Schoy und Greschner einer eingehenden Kritit unterzogen, und zum Schluß das lebhafte Bedauern ausgesprochen, daß die Berufskollegen es nicht der Mühe werth halten in einer Versammlung zu erscheinen, in der so wichtige Angelegenheiten verhandelt werden. Medizin erschien. Dann verfolgte er den thür, und als F. dieselbe aufschloß, versezte er ihm ohne jede Ver anlaffung drei wuchtige Hiebe, wovon zwei den Kopf, der dritte die linke Hand des F. erheblich verlegten. Der Ueberfallene eilte hierauf nach seiner Wohnung, wo er die Wunden bis zum nächsten Morgen tühlen mußte. Bald erschien Höppner und erfuchte den Mißhandelten, die Sache todtzuschweigen. F. ließ sich auch bereden, mit Höppner nach einem Lokal zu gehen, wo Swinemünde. dieser ihn mit Bier, Schnaps und Bigarren trattirte. Die Sache Hamburg fprach fich aber, nachdem der Ueberfall Dornbusch's bekannt ge Berlin worden, doch herum. Der Verein beschloß, der vorgesetzten Be Wiesbaden. hörde Anzeige zu erstatten, damit Söppner aus Rigdorf entfernt München. werde. Inzwischen ist dieser Sicherheitsbeamte vom Dienste Wien fuspendirt und eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden. Haparanda Es haben sich bereits zahlreiche Beugen gemeldet, welche von Petersburg ähnlichen Ausschreitungen des roben Menschen au berichten Gort wissen. Charakteristisch für das Treiben Höppner's war auch Aberdeen eine Gerichtsverhandlung, welche am Dienstag das Rixdorfer Paris Schöffengericht beschäftigte und über welche wir unter Gerichts- Wetter- Prognose für Donnerstag, den 25. Oftober 1894. Zeitung ausführlich berichten.andidato V Wärmeres, zeitweise heiteres, vielfach woltiges Wetter mit In der Wude affäre Proh und Genossen sollen bis etwas Regen und frischen bis starken südlichen Winden. jet fieben Personen verhaftet worden sein, unter diesen ein geBerliner Wetterbureau. atida b 766 2 762 GD 4 . 766 8d761 10 I Still heiter woltig wolkenlos 3 1 bedeckt 9. 1768 767 60 Still heiter wolfig 751 752 2 • 730 746 1 WNW 4 wolfenlos NNW SSM G 12 heiter wolkig 13 bedeckt 9 756 3 bedeckt 11 Friedrichsfelde. Der hiesige Arbeiter Bildungsverein erdes Borstandes. Es wurden gewählt: Rohnte, Vorsitzender; ledigte in seiner Generalversammlung am 21. Oftober die Wahl Hentschel, Schriftführer; Knauer, Rafftrer; Gruhl, Bibliothekar; Pretty und Racza, Revisoren. Die anderen Gegenstände der Verhandlung betrafen interne Vereinsangelegenheiten. = B = 1 Zehdenick. Seit längerer Zeit ist es hier zur Unmöglichkeit über die allgemeine Landes Verwaltung vom die allgemeine Landes Verwaltung vom 30. Juli| Polizeistunde das Haus. Natürlich ist gegen diese Maßnahme geworden, Versammlungen abzuhalten. Ein Lokal stert uns 1883 in Verbindung der Regierungs Polizei Verordnung Beschwerde beim Landrath eingereicht. zwar zur Verfügung, aber die Behörde macht den Versuch, jede vom 15. November 1889 bei Vermeidung einer für jeden einzelnen Versammlung zu untersagen. So gelang es uns einen Wahl- Uebertretungsfall festzusehenden Exekutivstrafe von 30 M., an verein zu gründen. Die Statuten wurden eingereicht und zu deren Stelle im Unvermögensfalle 3 Tage Haft treten, hiermit gleich an gemeldet, daß jeden Sonntag Nachmittag 3 Uhr Ver untersagt. Für den Fall, daß Sie dieser Verfügung nicht enteinsversammlung stattfände. Darauf erhielt der Vorsitzende zwei sprechen, haben Sie außer der Bestrafung zu gewärtigen, daß die Schreiben; im ersteren wurde bescheinigt, daß das Statut einge stattfindenden Vereinsversammlungen polizeilicherseits auf gelöst werden. laufen sei, das zweite lautet folgendermaßen: Die Polizeiverwaltung. Otto. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Ba!! Briefkaffen der Redaktion. befreundeten Argt um Rath gefragt. Derselbe erklärte fich indek anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. E. R. 500. Wir haben in Ihrem Interesse einen uns Zehdenick, den 18. Oftober 1894. Nach den unterm gestrigen Tage hierher überreichten Sta tuten beabsichtigen Sie im Gastwirth Gustav Stegmann'schen Lokale hierselbst jeden Sonntag Nachmittag Vereins- Versamm lungen abzuhalten. Die Abhaltung dieser Vereins- Bersamm lungen wird auf Grund des§ 20 des Gesetzes über die Polizei Verwaltung vom 11. März 1850 und des§ 132 des Gesetzes Verschwörer fäßen und belagerten dann bis zum Eintritt der A. B. 100. Das besorgt am besten ein Hutmacher. als prinzipiellen Feind brieflicher Behandlung und hält es für nothwendig, daß sie sich persönlich an einen der zahlreichen Trogdem bekannt gemacht wurde, daß feine Vereins. Spezialisten für Hautfrankheiten wenden- natürlich nicht an einen versammlung stattfindet, stellte sich die Polizei doch pünktlich ein; solchen, der in bürgerlichen Blättern durch tägliche Inferate auf in Stärte von 5 Mann durchsuchte sie alle Lotalitäten und den Fang derer ausgeht, die bekanntlich leider nicht alle Räumlichkeiten des Gasthauses, ob nicht doch in einer Ecke die werden. Für den Inhalt der Jnierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 25. Oktober. Opernhaus. Der kleine Haydn. Hänsel und Gretel. Schauspielhaus. Das Leben ein Traum. Lessing- Theater. Madame SansGêne. Deutsches Theater. Die Weber. Berliner Theater. Niobe. Unter vier Augen. Schiller Theater. Ein Falliffement. Hrues Theater. Komödianten. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Residenz- Theater.( Théâtre libre.) L'école de Veufs. Les Fenetres. Theater Unter den Linden. Dr pheus in der Unterwelt. Theater. König Bellealliance Krause. Alexanderplat Theater. Gastspiel des fliegenden Serpentin- Ballets. Vorher: Verbotene Liebe. Adolph Ernst- Theater. Charley's National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Volks- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Othello, der Mohr von Venedig. Trauerspiel in 5 Akten v. Shakespeare. Regie: Mar Samst. Rassenöffnung 6½ Uhr. Auf. 71/2 Uhr. Morgen: Gastspiel des fliegenden Serpentin Ballets. Vorher: Der Raub der Helena. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. 9661 Näheres die Anschlagzettel. Das in der Meyer'schen Lederfabrik von Wagner verbreitete Gerücht, daß ich Schultheiß- Bier ausschänken soll, erkläre ich für eine grobe Un: wahrheit und ist nur als eine wissentlich falsche Anschul= digung zu betrachten. Ich schänke vom Adolph Ernst- Theaternchener Brauhaus und verbe 3um 300. Male: Jeden, der mich in obiger Weise be schuldigt, zur gerichtlichen Verantwor tung ziehen. 3. Wegner, Schankwirth, 563b Prinzer Allee 53. Charley's Tante. Schwant in 3 Aften v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe in einem Akt von Gd. Jacobion und Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Jeder Besucher der heute Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. O! diese Berliner! stattfindenden Jubiläums Vorstellung National Theater. Othello, der erhält ein Souvenier- Exemplar gratis. Mohr von Venedig. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Parodie- Theater. Boater. Vorstellung. Spezialitäten Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Donnerstag, 25. Oftober, Abds. 8 Uhr: Ein Falliſement. Freitag, den 26. Oktober, Abends 8 Uhr: Ein Fallissement. Sonnabend, 27. Oftober, Nachmittags Alcazar Vaudeville- u. Variété- Theater Dresdenerstr. 52/53( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt. Neu! Sensationell! Neu! Pusebach auf Korea. Neu! Mr. Chong und Geschwister Sarno. Neu! Ren! Geschwister Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 Pf. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. R. Winkler. 3 llbr: Schüler Vorstellung. ,, Sanssouci" Menonit. Falliffement. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. G. Anna Bäckers. Josefine Dora. Zum 55. Male: O! diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Berlin von Julius Freund. Musit von Jul. Einödshofer. Raffeneröffnung 62 Uhr. Anfang der Vorstellung 7/2 Uhr. Morgen und folgende Tage: 0, diese Berliner! Circus Renz Carlstrasse. Donnerstag, den 25. Oktober cr., Abends 72 Uhr: S Zum 1. Male: Tjo Ni En ( Beim Jahreswechsel in Peking). ( Im Zeichen des Drachen), arrangirt und insc. v. Dir. Fr. Renz. In 2 Minuten die Manege zur Bühne verwandelt. ST Pracht- Ausstattung. 30 Glänzende Lichteffekte. Gr. Potpourris: Akrobaten, LuftKünstler und Luftkünstlerinnen, Reck Kottbusernraße 4a. Jeden Sonntag und Donnerstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Häckel, Pitro, Aufruf! Allen Freunden zur Nachricht, daß ich nur boykottfreies Bier aus chante. Hundert Mart zahle ich denjenigen, die mir nachweisen, daß 562b, ich Ringbier verschänke. Becker, Brandenburgstr. 6. Arzt Dr. Hösch, Linienftraße 149, 8-10, 13 74L 174M 7, Sonntags 8-10 Uhr. Statt besonderer Meidung. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau Minna Nürnberg geb. Rodewald, am 22. Oktober, Nachmittags, nach langen, schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am 25. Oktober, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofs in Brig, statt. Der trauernde Ehegatte. Todes- Anzeige. Am Montag Früh verstarb meine innigft geliebte Mutter, die verwittwete Frau Pauline Schaar geb. Gutt nach kurzem Krankenlager im Alter von 47 Jahren. Dies zeigt allen Verwandten und Bekannten tiefbetrübt an Die trauernde Tochter. Die Beerdigung findet Freitag, den 26 Oktober, Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des SophienKirchhofes, Gesundbrunnen, am Ende der Freienwalderstraße, aus statt. In der Nacht vom Freitag, den 28. September zum 29. September d. I. ist einem Droschkentutscher auf einer Fahrt von der Friedrichstraße nach der Königgrägerstraße eine goldene Uhr übergeben worden. Todes- Anzeige. Dienstag, den 23. Oftober, Morgens Derselbe wird ersucht, feine Adresse fofort in der Allgemeinen Fahr- 3tg.", 41/2 Uhr, verschied nach furzem Leiden Schüßenstr. 58, abzugeben. Gute Be mein innigft geliebter Mann, der lohnung zugesichert. Bernhard Höhne. Dies zeigt allen Freunden und Bekannten ergebenst an. Die trauernde Wittwe Therese Höhne geb. Hoffmann. 565b Schneider Gutgebendes Lampen- u. Broncewaaren etc. Geschäft sehr ge: eignet für Klempner, seit 15 Jahren in der Gegend, ist Umstände halber billig zu verk. Adr. u. F. Z. 1004 an Gerstmann's Annoncen- Bureau, Aleranderplatz 1, erbeten. 2919 Die Beleidigung gegen Herrn Findendei nehme ich hiermit zurück. 559b = 568b Die Beerdigung findet Freitag, den 26. Oftober, Mittags 1 Uhr, vom Trauerhause, Weißenburgerstr. 18 ftatt. Berlin, den 24. Oftober 1894. G. Münthert. Gr. Vereinszimmer Neue Hochstr. 49 Achtung! Achtung! Sozialdemokratischer Wahlverein Homöopath. 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Töpfer Fackel und Berufsgenossen Deutschlands, Filiale Berlin. Mitglieder- Versammlung Britton, Eberius, Steidl und Blank). Anfang Sonntags 7 Uhr, WochenEntree 50 Pig. tags 8 Uhr. Billets à 40 Pfg.( nur für die Wochentage giltig) sind im Vorverfauf in der Zigarrenhandlung von Reßler, Rottbuferplatz, zu haben. Stets wechselndes, amüsantes Programm. Castan's Panopticum. am Freitag, den 26. Oktober 1894, Abends 6 Uhr, in Gründe l'8 Saal, Brunnenstraße 188. Tages- Ordnung: 1. Die Lage der Fensterfrage. 2. Die Verhandlungen der GewerkschaftsRommission bezüglich unserer Stellungnahme zur Fensterfrage. 246/7 Unsere Mitglieder werden dringend ersucht, in dieser Versammlung vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Achtung! Moabit. Der Vorstand. Achtung! Oeffentliche Volksversammlung am Donnerstag, den 25. Oktober, Abends 8 Uhr, im Victoria Salon, Perlebergerstr. 13. Tagesordnung: 297/2 1. Vortrag des Genossen Otto Näther über: Der Bierboykott und die bürgerliche Gesellschaft. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um rege Betheiligung ersucht Der Vertrauensmann. Arbeitsmarkt. 5675 Rartonarbeiterinnen, geübt, w. verl., Kommandantenstr. 15. Kaufmann 587b ( Buchhändler),& 3. in einem Bartei unternehmen in Stellung, wünscht sich per 1. Januar 1895 oder später zu ver ändern. Sehr gute Beugnisse und Referenzen. Offerten sub Kaufmann" durch die Exped. d. Bl. 9498 Baroque- Vergolder verlangt Neumann, Henniger u. Co. Beughofftraße 21. 175 Goldleisten. Tüchtige Bergolderinnen finden dauernde und lohnende Beschäftigung. Köpenickerstr. 109a 566b Lehrling verlangt Runstglaserei und Bilderrahmenfabrit, Pallisadenstr. 100. Geübte Papier- und Pappen- Zuschneider auf Kartons verlangt[ 5626 W. Wolff, Neue Friedrichstr. 48. Hassan Ali Freie Volksbühne.ithograph. Maschinenmeister. der grösste Mensch der Welt. turner, Atlethen, Jongleure, Seiltänzer, das E Equilibristen. Unter Mitwirkung des ges. Personals u. d. Corps de Ballet. Hochinteressante Tänze u. a.: les grelots vivants jeu des barbichons. Außerdem: Auftreten der KünstlerSpezialitäten 1. Ranges, fowie Reiten und Vorführen d. bestdress. Schul- und Freiheitspferde. Freitag: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Prinzess Topase Merikanische Riesen- Cacteen Zur Ergänzung der Abtheilungen bis 1100 Mitglieder liegen suchen wir einen tüchtigen Maschinen fleinste Menichenkind. einige Karten in folgenden Zahlstellen aus: Karten II. Abtheilung: Frau Niemeyer, Weberstr. 19. III. Aug. Hinke, Pantstr. 14a; E. Arndt. Staliger straße 107; Max Rothe, Roppenftr. 90. M. Winkelmann, Ackerſtraße 153; Alex Ochs, Lindenstr. 59; H. Baake, City- Paffage. W. Börner, Hitterstr. 15; G. Schulz, Admiralftraße 40a; Alb. Böttger, 3offenerstr. 21. in noch nie gesehener Größe. Passage- Panopticum. . IV. V. Für unsere Brandenburger Fabrik meister, nur erste Kraft. Meldungen Vormittags bis 1 Uhr SchiffbauerDamm 4a und 5. 558b Berl. Kunstdruck- und Verlagsanstalt vorm. A. u. G. Kaufmann. Tüchtiger Panthographist wird für unsere Brandenburger Fabrik gesucht. Nur allererste Kräfte wollen Schiffbauerdamm 4a und 5. 560b 51 wilde Beiber II. Serie IV. Abtheilung im„ National- Theater": Berl. Kunstdruck- und Verlagsanstalt aus Dahomey. Der Biberpelz. Mitglieder zur Vil. Abtheilung werden in allen ZahlDie Herenschautel, ellen aufgenommen. Die nächste Vorstellung der VII. Abtheilung findet am Sonnneueste Illusion. tag, den 18. November, statt. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 271/18 vorm. A. u. G. Kaufmann. Für die Berliner Leser liegt der heutigen Nummer unseres Blattes die gestrige Gewinnlifte der prens. Lotterie bei. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 249. Donnerstag, den 25. Oktober 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Die Genossen Spaniens haben an den Parteitag der deutschen Sozialdemokratie die Jolgenden Zuschriften gerichtet: An unsere deutschen Genossen. Werthe Genossen! aller spanischen Sozialisten übermittelten. Euch zu Eurem Parteitag nicht herzlichen Brudergruß im Namen Wir würden glauben, eine Pflicht zu versäumen, wenn wir Es kommt uns nicht zu, die wir die Nachhut des revolutionären Sozialismus bilden, Rath und Aufmunterung denjenigen zukommen zu lassen, die durch ihre Manneszucht und Intelligenz an der Spize des großen Heeres stehen, welches für die Befreiung der Arbeit kämpft. Im Gegentheil, wir wissen, daß wir uns an Eurem Beispiel begeistern und dafür sorgen müssen, daß der Sozialismus bei uns dieselbe Kraft und Stärke gewinnt, wie bei Euch, damit er über dem Kapitalismus in Spanien Soweit unsere Kräfte reichen, arbeiten wir für diesen Zweck und werden wir dafür arbeiten. Wenn wir aber auch noch schwache Kräfte aur internationalen Sozialistenbewegung stellen, so seid doch sicher, daß wir an Eurer Seite stehen und an der Seite unserer Brüder anderer Länder, mag es sich handeln um das Eintreten für unsere großen Jdeale oder um die Erreichung wohlthätiger Reformen für das Proletariat, oder um den letzten großen Kampf, wenn es sich darum handelt, endgiltig mit allen Brivilegien aufzuräumen. triumphirt. In dem sicheren Vertrauen, daß Eure Beschlüsse im Sinne des internationalen Sozialismus ausfallen werden, das heißt im Sinne der Emanzipation der Arbeit, schließen wir uns im Voraus Euren Beschlüssen an und schicken Euch gleichzeitig unsere Glückwünsche und unseren freudigen Beifall zu den außerordentlichen Fortschritten, die Ihr fortwährend macht. Es lebe die deutsche Sozialdemokratie: Es lebe die Vereinigung der Arbeiter aller Länder! Es lebe die Befreiung der Menschheit! Für das Nationalkomitee der spanischen Arbeiterpartei: Pablo Iglesias, Borsitzender. Madrid, den 17. Dktober 1894. Genossinnen und Genossen! Mit größter Genugthuung ver folgen wir stets die großartigen Fortschritte, welche Ihr auf dem mühevollen Wege der Erlösung der Menschheit trotz aller Hindernisse, welche fich Euch entgegenstellen, trotz aller Berfolgungen, mit welchen die feindlichen Mächte Euch erdrücken möchten, gemacht habt. Wenn wir hier nur noch in fleiner Zahl vertreten sind, so hegen wir doch in unserem Herzen dieselben Hoffnungen und Wünsche, wie Ihr, und werden gleich Euch, unfer ganzes Leben bestrebt sein, an Eurer Seite mit allen unseren Kräften an der Erreichung unseres großen Zieles zu wirken. Eine Nach richt, welche Euch gewiß erfreuen wird, möchten wir Euch noch mittheilen, nämlich die, daß wir in der nächsten Zeit eine religionslose Schule begründen. Mögen alle Eure Beschlüsse zum Segen der Partei Deutsch lands und der ganzen Welt gedeihen! Es lebe die deutsche Sozialdemokratie! Es lebe der internationale Sozialismus! Granada, den 18. Oftober 1894. El Comite de la Agrupacion Socialista. Modesto Linares, Präsident. Nicolae Palacios, Sekretär. Literarische s. vorläufig anzunehmen, daß nur die örtliche Verwaltungsstelle" durch die Verfügung berührt wird. Im übrigen bleibt abzuwarten, wie sich der neue Kurs" in Bayern weiter bethätigt. An die deutschen Sozialisten, vereinigt auf dem Parteitag. Theure Brüder! Mehr als 4000 Weber Männer, Frauen und Kinder find in Malaga im Ausstand gegen einen Ausbeuter, der sie zwingen wollte, ihre Gewerkschaft aufzulösen. Die Ausständigen haben erklärt, daß sie lieber hungern wollen, als sich einer so Gine Haussuchung mit dem Staatsanwalt an der Spiße, nebst Auf der Suche nach geheimem Juverbindungtreten. Sie sind entschlossen, bis zum Ende auszuharren; allein zu ihrem Unterhalt bedürfen sie mittag im Verbandsbureau der Rheinisch- Westfälischen Bergleute ungerechten Forderung unterwerfen. Sekretär und einem Polizeikommissar wurde am Montag Nach= der Bethätigung des Solidaritätsgefühls der Arbeiter. Deshalb wenden wir uns an Euch, damit Ihr unser Gesuch bei allen in Gelsenkirchen abgehalten. Man suchte nach Material, deutschen Gewerkschafts- Organisationen und sonstigen Arbeiter durch welches die Verbindung zwischen dem Deutschen Verband und der Bergarbeiterbewegung in Oberschlesien nachgewiesen Organisationen unterstützt, so daß eine wirksame Unterstützung werden soll. Das Resultat war die Beschlagnahme des Protokollunserer Genossen von Malaga herbeigeführt wird. Beiträge tönnen gerichtet werden an den Vorsitzenden dieses buchs und 13 bis 15 Briefe. Ausschusses. Im Vertrauen darauf, daß die deutschen Arbeiter nochmals den Beweis liefern werden, daß die internationale Solidarität der Arbeiter für sie ein heiliges Prinzip sist, das durch die That bekräftigt werden muß, grüßen wir Euch mit dem Ruf: Hoch die Vereinigung aller Unterdrückten! Für den nationalen Ausschuß der spanischen Arbeiterpartei Pablo Iglesias, Vorsitzender, Madrid. Rue Hernando Cortes 6. Alwaro Ortiz, Sekretär. Parteinachrichten. = " Wahlrechts Demonstrationen haben in Desterreich auch am letzten Sonntag wieder in vielen Städten stattgefunden. Große Versammlungen, Umzüge der Arbeiter werden der Wiener " Arbeiter- Zeitung" gemeldet aus emberg, Stanislau c. Die ungarische sozialdemokratische Parteileitung beabsichtigt, wie der Wiener Arbeiter Zeitung" gemeldet wird, ebenfalls eine Landesbewegung im Interesse des allgemeinen Wahlrechtes einzuleiten. Außerdem hat die Parteileitung beim Minister des Innern die Anzeige gegen die PolizeiStadthauptleute von Czegled, Szolnok, Mako, Fünfkirchen Szentes, Szabadka und Hodmezö Basarhely erstattet, weil dieselben sozialistische Bücher und Schriften konfisziren, obgleich diese Drucksachen die Zensur der Staatsanwaltschaft pafsirten. Die Herren Polizei Stadthauptleute, so meint genanntes Blatt, begehen durch diese willkürlichen Konfistationen ganz gewöhnliche Diebstähle, gegen welche sich die ungarländische Parteileitung Die Würzburger Parteigenoffen stellten in einer fürzlich stattgehabten Versammlung an den Magiftrat folgende Forde rungen: 1. das endliche Inslebenrufen des Gewerbeschieds. gerichts, 2. die Errichtung eines fonfessionslosen städtischen ganz energisch verwahren wird. Krankenhauses, 3. Errichtung von Orts- Krankenkassen, 4. Grrichtung eines städtischen Arbeitsnachweises. Eine Deputation von drei Mitgliedern wurde gewählt, welche obige Forderungen, besonders aber die Errichtung eines Gewerbegerichts beim Mas giftrat befürworten soll. B Todtenliste der Partei. In Hannover starb am Montag ein eifriger Verfechter unserer Ideen, der Genosse Adolf Seine, im Alter von 29 Jahren an der Proletarierkrankheit. Sein Wirken in und für die Partei wird ihm bei der Hannover schen Arbeiterschaft ein dauerndes Andenken bewahren. " Die Bekämpfung der politisch und gewert schaftlich organisirten Arbeiterschaft scheint Polizeiliches, Gerichtliches 2c. man in Bayern allmälig nach sächsischen Muster gestalten zu Beleidigung der Militärbehörde. Die wollen. Kürzlich meldeten wir die Auflösung des Frauenvereins Notiz des Vorwärts", welche die Beurlaubung der Soldaten in Nürnberg, jest ist in München die örtliche Verwaltungsstelle zu Ernte- Arbeiten bemängelte, war auch in die ma gdeburger des Deutschen Metallarbeiter Verbandes als politisch" Bolts stimme" übergegangen. Der Redakteur Genosse Richter erklärt worden, was einer Auflösung gleichkommt. Ueber die war deshalb unter Anklage gestellt und fand am letzten Freitag Cache selbst, so meint die Münchener Post", läßt sich mit wenig die Verhandlung vor dem dortigen Landgericht statt. Richter Worten viel sagen. Das bayerische Vereinsgesetz ist ein Kautschut führt an, er habe den Artikel nicht verfaßt, aber vor dem Abgesetz. Die Polizei hält gewiffe Vorträge, weil sie fich mit öffent druck gelesen. Er will nicht der Meinung sein, daß der Artikel lichen Angelegenheiten befaffen, für politische. Daß alle gewert eine Beleidigung enthalte und solche auch nicht beabsichtigt schaftliche Fragen und Bestrebungen öffentliche Angelegenheiten haben. Ausdrücken habe er mit dem Schlußfaze nur wollen, es berühren, braucht sie nicht zu wissen. Vielleicht weiß sie es auch sei besser, der Großgrundbesitzer nehme an Stelle der Soldaten nicht. Die Nürnberger Schuh- Praxis wird durch obige Verfügung Arbeiter an, damit die Arbeitslosigkeit gehoben werde. Der auch in München eingeführt und dies beweist u. a. auch die Auffassung Erste Staatsanwalt beantragte, gegen den Angeklagten 200 m. der hiesigen Polizeibehörde über die Identität öffentlicher und Vereins- Geldstrafe und Publikationsbefugniß auszusprechen. Der Vers versammlungen. Die Versammlung vom 7. September d. J. war theidiger, Rechtsanwalt Heine aus Berlin, führte aus, der Aneine öffentliche Metallarbeiter- Versammlung, was dort gesagt und geklagte habe seine Gedanken nur in eine ungeschickte Form gea gesprochen wurde, geht die örtliche Verwaltungsstelle nichts an. bracht, die Beleidigung sei eine nur so geringe, daß eine ganz Der Einberufer der öffentlichen Versammlung war zufällig Vor- niedrige Strafe angemessen erscheine. Der Gerichtshof erkannte fizzender der Verwaltungsstelle, und das genügt. Selbstredend auf 200 M. Geldstrafe ev. 20 Tage Gefängniß und Publikationswird gegen diesen ersten Vorstoß gegen die Gewerkschafts- befugniß des Kriegsministers. bewegung Beschwerde eingelegt, aber helfen wird es nichts, weil In Dresden sind nicht blos die Redakteure, sondern auch man den Pontius nicht beim Pilatus verklagen kann. Da der die 3eitungsausträger für den Inhalt verantwort Herr Polizeidirektor v. Welser nach Unterzeichnung der Ver- lich. Vor nahezu vier Monaten verurtheilte das Dresdener fügung in Urlaub gegangen ist und die übrigen Polizeiorgane Schöffengericht 42 Beitungsausträger zu je 40 M. Strafe; sie nicht wissen, wie weit sich dessen Anschauungen erstrecken, so ist hatten eine Nummer der Sächs. Arbeiter 8tg." zur Verbreitung " ganzen Buche und zwar in keineswegs störender Weise führen. Die heutige Gesellschaft beruht auf der Klassenfundthut. theilung und Klassenherrschaft und läßt sich derartige Die Noth des vierten Staudes. Von einem Arzte. Wer eine gottesfürchtige Erziehung als Vorbeugungs- sozialistische Reiser nicht fünftlich aufpfropfen. Tausends Leipzig. Fr. W. Grunom. 1894. mittel gegen Verbrechen, Sprüche und Worte der heiligen fach und festgeknüpft find die Fäden, welche die Es ist kein Zufall, daß von allen akademisch gebildeten Schrift, die Kreuz- und Trostlieder unserer Gesangbücher als einzelnen Mitglieder der herrschenden Klassen mit einander verbürgerlichen Elementen am ersten und häufigsten die Aerzte Labsal für arme Kranfe empfiehlt, und wer in der Botschaft binden. Je besser fituirt ein Arzt ist, ein je höheres Einkommen sich auf die Seite des Proletariats gestellt oder doch wenigstens| Kaiser Wilhelms I. die Morgenröthe einer besseren Zeit sieht, er besitzt, desto intensiver ist sein Interesse an der Erhaltung des Verständniß und Sympathie für deffen Kämpfe gezeigt haben; follte vor dem Verdachte revolutionärer Gesinnung gefeit sein. bestehenden Zustandes, desto größer aber auch fein giebt es doch feinen Beruf, dessen Vertreter in gleicher Weise Tag Daß aber selbst das nicht schüßt, geht aus einer Besprechung Einfluß auf diejenigen Kreise, welche in unserer für Tag Gelegenheit haben, in so intime Beziehungen zu den besiglosen hervor, welcher das Buch in der" Post"( vom 25./9. d. J.) unter heutigen Gesellschaft die Geseze machen und die Einrichtungen Klaffen zu treten, ihre Lebensbedingungen, ihre Leiden und Nöthe zogen wird und in der offenbar um die Leser der Post" von des Staates schaffen helfen. Den deutschen Staatsmann möchte aus nächster Nähe kennen zu lernen, wie die Aerzte. Ja, wenn der Lektüre des Buches abzuhalten der Verfasser als wasch- ich sehen, der seine Hand zur Gründung derartiger eines Wunder nehmen kann, so ist es, daß die Zahl der Aerzte, echter Sozialdemokrat, sein Wert als nichts Originelles bietend" Synditate hergeben würde. Kommt hinzu, daß die welche im stande sind, das, was sie sehen, unbefangen zu be- charakterisirt wird. Syndikate, wie fie Bepler will, sich nicht einmal der Sympathie urtheilen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, doch noch Dem Proletarier wird das Buch nicht viel Neues sagen, der unteren" Boltsschichten erfreuen würden. Naturgemäß eine so geringe ist. Aber Klassen und Standesvorurtheile sind doch wird es ihn durch die Frische der Darstellung fesseln. Den würden diese Syndikate die Tendenz haben, den Preis der ärztein mächtiges Bollwerk gegen die Gewinnung richtiger Einsicht bürgerlichen Lesern des Vorwärts" aber können wir das Buch lichen Leistung hochzuhalten, wahrscheinlich selbst zu Zeiten mit und gegen die Bethätigung einmal gewonnener Ueber ganz besonders empfehlen; es wird ihnen manche genußreiche sinkender Tendenz des allgemeinen Volkswohlstandes zeugung hat der Arzt die Hütte des Armen, das dumpfe Stunde bereiten und vielleicht manchen neuen Rämpfer für das Publikum würde zu den billigeren Naturheilkünstlern und Krankenzimmer mit all' seinem Elend und Jammer hinter sich Proletariat werben. Pfuschern seine Zuflucht nehmen, ohne daß ein Pfuschereiverbot", und tritt er wieder in den stillzufriedenen Kreis seiner bürgerwie es Bepler vorschlägt, das hindern könnte. Und solch ein lichen Freunde, so findet er nicht mehr den Muth, weiter zu Verbot würde die ärztlichen Syndikate beim Volke nicht besons denken, was das eben erst Gesehene in ihm angeregt, geschweige ders beliebt machen. Nein, lassen wir erst das Prole. denn Meinungen zu verfechten, für die er doch bei den Seinigen tariat feine Kämpfe auskämpfen. Dr. A. Bl. fein Verständniß finden würde. " Aerztliche Syndikate. Ein Reformvorschlag von Dr. G. 3 epler. Berlin 1894. J. Goldschmidt.( Sonderabdruck aus der Medizinischen Reform".) " das Eingelaufene Druckschriften. Volks- Lexikon, Heft 16, herausgegeben von Emanuel Wurm, Verlag von Wörlein u. Comp., Nürnberg, ist soeben erschienen und enthält folgende größere Artitel: Bibel( Neues Testament mit historisch- kritischen Erläutes rungen, Bibelüberfegungen); Bildhauerkunft( Geschichte derselben in Egypten, Babylonien und Affyrten, Perften, Indten, Griechenland, Etrustien, Rom im Mittelalter, Italien, Deutschland u. f. w., Neu, ett, mit Beschreibung der wichtigsten Kunstwerke); Bildhauer, funstgewerbliche ( Löhne, Arbeitszeit, Geschichte, Kämpfe und Leistungen ihrer Organisation); Bimetallismus( Geschichte deffelben, Bedeutung, Gold- und Silberproduttion); Bitterftoffe, Blauer Montag, Blet, Blut( Beschaffenheit, KreisTauf, Ertranfungen) mit 2 Abbildungen: Darstellung des Blutkreislaufe& und des Gefäßſyſtems). le 14 Tage erſcheint ein eft. Das RollsLeriton tann durch jede Poftanstalt bezogen werden. Es ist im deutschen Post- Zeitungskatalog unter Nr. 6879a( 9. Nachtrag), im bayerischen Postzeitungstatalog unter Nr. 760a( Nr. 25 des B.-BI.) eingetragen. Deutsche Worte. Monatshefte von Engelb. Bernerstorfer.( 14. Jahrgang.) 10. Heft. Inhalt: Gegenreformation und Bauernbefreiung in Böhmen, Mähren und Schlesien. Wien VIII. Berlag der Deutschen Worte". Langes gaffe 15. Leipzig bei G. F. W. Fest. Nicht die Noth des vierten, sondern die des ärztlichen Standes Eine rühmliche Ausnahme macht der Verfasser des vor selbst ist es, die einen Vertreter desselben veranlaßt, sich zum Wortliegenden Buches; nicht, daß derselbe ein überzeugter Sozial- führer seiner Standesgenossen zu machen und Abhilfe für die demokrat oder gar ein zielbewußter Parteigenoffe geworden wäre. herrschenden Mißstände zu heischen. Worin die ärztliche Im Gegentheil, daß er es nicht ist, daß er Alles was er gesehen Misere von heutzutage begründet ist, das hat Bepler und erfahren hat, vom Standpunkte des Bourgeois aus beurtheilt, richtig erkannt und legt es in flarer, anschaulicher Weise dar. verleiht seinem Buche einen so eigenen Reiz. Es ist eine Er hat auch ein radikales Heilmittel zur Abhilfe: Die Schilderung von dem Leben, Leiden und Kämpfen des Prole: Gründung von staatlich anerkannten ärztlichen Syndikaten, d. h. tariats, wie es sich in dem Kopfe eines unbefangenen, meist Berufsgenossenschaften, welche das gesammte ärztliche Honorarvorurtheilslosen, immer aber wohlwollenden bürgerlichen Be- wesen in der Weise in die Hand nehmen, daß sie von den obachters malt. Das Buch ist mit einer wohlthuenden Frische und Patienten nach Maßgabe ihrer Einkommensverhältnisse das Unbefangenheit geschrieben; unbeeinflußt von grauer Theorie, Honorar abverlangen resp. eintreiben, es jedoch unter frei von dem Wuste nationalökonomischer Kenntnisse( die wissen die Aerzte nur nach Maßgabe ihrer Leistungen verschaftliche sozialistische Literatur hat der Verfasser offenbar nie theilen. Es würde also der Reiche für einen ärztlichen gelesen) schildert er einfach, aber mit prächtiger Anschaulichkeit, Besuch zwar das 10 und 20fache dessen zu zahlen haben, wie was er selbst gesehen, beobachtet, erlebt hat. Und wo der Arme; der behandelnde Arzt würde aber von dem Syndikat er sich nicht auf die eigene Erfahrung, sondern auf für den Besuch nur die Durchschnittstage erhalten. Das gegen die Angaben anderer verläßt, zitirt er auch mit Vorfeitige Unterbieten, die Honorarstreitigkeiten zwischen Arzt und liebe nicht gelehrte Abhandlungen, sondern Schilderungen Patienten, die schreienden Gegenfäße zwischen Proletarierärzten von Augenzeugen, oder er giebt ganz wenige Zahlen, die dann und Aerzten der Reichen würden fortfallen. Ein ganz ähnlicher aber mit erschreckender Deutlichkeit seine Ausführungen er- Vorschlag wie hier von einem Berliner Arzt, ist vor kurzem in gänzen. der Neuen Zeit"( Nr. 50 XII. Jahrgang 11. Band) von Daß solch ein Mann, ohne felbft Sozialdemokrat zu fein, einem elfäffischen Landarzte gemacht worden, nur daß mehr Verständniß für das Wesen der Sozialdemokratie und der letzterer direkt Don einer Verstaatlichung der Aerzte modernen proletarischen Bewegung an den Tag legt, als das spricht das Bedürfniß nach einer Besserung in der Gros seiner Klaſſengenossen, fann nicht überraschen; nicht hoch dieser Richtung muß also offenbar vorliegen. Es läßt sich auch genug fann man es ihm anrechnen, daß er das öde Gerede nicht leugnen, daß eine Einrichtung, wie sie Bepler vorschlägt, über den Butunftsstaat" in so treffender Weise abfertigt. sehr rationell und gerecht wäre und den meisten Beschwerden in Was ihn schließlich hindert, selbst Sozialdemokrat zn werden, das ärztlichen Standes mit einem Schlage abhelfen würde aber ist offenbar sein streng religiöser Standpunkt, der sich in dem leider läßt sich dieselbe in der heutigen Gesellschaft nicht durch- Starter Sozialdemokratie zur Religion. Bon Th. v. Wücher. 91 Oswald Muze. as in Geld? Ein Beitrag zur Lösung der sozialen Fragen. Von Nich. die Jüdin. Drama in 1 Aft von Ph. Winter Hielm. Leipzig. Verlag von Goldschmidt. Verlag von Fr. W. Grunow. Der neue Schuster oder: Der Tod Caligula. Sitten drama in 5 Aufzügen von E. Bier. Leipzig. Berlag von Oswald Muye. Bericht des Verbandes der Arbeiter- Stranken- und Unterstüßungs- Beceine Desterreichs. Wien. Verlag des Verbandes. König Lear's Geist im modernen Staatswesen. Von Paul Robert. Leipzig. die deutsche Kolonialfrage. Ein Vortrag von Barth. v. Berner. Leipzig. Verlag With Friedrich. der Grütlibund. Poesten von Nob. Seidel. Zürich. Berlag des Schweiz. Verlag Wilh. Friedrich. Grütlivereins. A. Jung's Verlag. ge= gebracht, in der zum Waldschlößchenboykott aufgefordert worden Die Fabritiuspektoren der nordamerikanischen des Klägers, daß er den ihm thatsächlich angebotenen Afford war. Bis auf einige Wenige hatten alle Verurtheilte Berufung Staaten hatten fürzlich eine Stonferenz in Philadelphia; abgehnt habe, indem sie ausführte, Kläger habe nur allgenuin eingelegt. Troh der glänzenden Vertheidigungsrede, die, nach auf dieser war, wie unser Korrespondent aus New- York uns ſein Mißfallen über Affordarbeit ausgedrückt und der Sächs. Arb.- 3tg.", der Rechtsanwalt Hofmann- Leipzig hielt, schreibt, die Sozialistin Frau Florence Kelly, Chef- fagt, in einer anderen Fabrik könne man wenigstens verwarf der Gerichtshof nach furzer Berathung die Berufung Fabrikinspektorin. von Ilinois in hervorragender Weise feinen Nebengesellen fragen, wie lange man ju oem Afford sämmtlicher Angeklagten bis auf vier, welche Mangels Beweise thätig. Ihr Vortrag über die„ Nothwendigkeit einer einheitlichen brauche und ob man zurecht komme u. f. w." Der Kläger bleb freigesprochen wurden. Arbeiter Gesetzgebung" wurde mit großem Beifall aufgenommen. aber mit großer Bestimmtheit bei seinen Angaben beharren: daß V Auch ein Grund zum Wortentziehen. Ge- Das Fabrifinspektorat ist jetzt in 15 Staaten eingeführt, und er protestirt und direkt der Frau M. erklärt habe, nicht in noffe Stolle wies fürzlich in einem Referat, welches er in zwar in Massachusetts( 24 männliche, 2 weibliche Infpet Afford zu arbeiten, und daß dieselbe dann gefagt hätte:" Dazu Glauchau hielt, auf die vielen Selbstmorde in Meerane toren), New Yort( 13 männliche, 13 weibliche), New: tann ich nichts sagen, ich muß erft meinen Mann fragen". hin und knüpfte daran die Bemerkung, daß dies zum größten Jersey( 6), Ohto( 13), Pennsylvanien( 8 männliche, 5 weibliche), Weiter betont Kläger, man sei nicht wieder auf die Bezahlungss Theil aus Noth geschehen sei. Millionäre, so meinte Stolle Illinois( 5 m., 7 w.), Minnesota, Michigan( je 3), Rhode art der fraglichen Arbeit zurückgekommen, man habe ihm jede weiter, hätten nicht nöthig, fich umzubringen. Dieser sträflichen Island( 1 m., 1w.), Missouri( 2), Maine, Connecticut, Tennessee, Woche 30 M. gegeben, ganz als ob er in Lohn arbeite, und nur Ansicht wegen wurde ihm das Wort entzogen und als er später Kansas und Jdiana( je 1). Als 1887 die erste Konvention, eben in der lezten Woche habe man durch das Anbieten von nur 6 W. sür in der Diskussion das Wort aufs neue erhielt, wurde die Ver- falls in Philadelphia, stattfand, hatten nur 5 Staaten die sechs Arbeitstage dokumentirt. daß die gegentheilige Ansicht den fammlung aufgelöst. Institution eingeführt. Unter den beschlossenen Refolutionen Beklagten beherrschte. Mit folgender Begrünoung Das bemerkenswerthe Verbot der Lassallefeier befindet sich eine für die achtstündige Arbeitszeit( welche mit 24 wurde der Beklagte zur Zahlung von 30 m. verurtheilt: des Glauchauer Volksvereins durch den Stadtrath ist von der gegen 14 Stimmen angenommen wurde), für gleichartige Arbeiter Das Gericht war nicht in der Lage, der Zeugin vollen Glauben Kreishauptmannschaft bestätigt und die Beschwerde verworfen Gesetzgebung in den Juduſtrieſtaaten und für Ausdehnung der schenken zu können, und habe deshalb von deren Bereidigung Ab Inspektion auf kaufmännische Geschäfte. Es sei übrigens stand genommen. Sie sei die Ehefrau des Beklagten und sehr Zwei Genossen in Hof hatten Sammlungen vorgenommen daran erinnert, daß heute jenes Amt mit seltenen Ausnahmen bei der ganzen Sache interessirt. Unter anderen Umständen könnten für den„ Straffonds". Die Gelder sollten zur Bezahlung des nur Arbeitervertretern( so weit solche überhaupt berücksichtigt vielleicht ihre Bekundungen insofern ins Gewicht fallen, als auf Rechtsanwalts verwendet werden. Die Anklage, die der Staats- werden) übertragen wird, welche für die Partei als politische grund derselben die Behauptungen des beklagten Ehemannes den anwalt gegen die beiden erhoben hatte, ist jetzt zurückgezogen, Drahtzieher fungirt haben, die in dem betr. Staate am Ruder Anschein der Wahrscheinlichkeit gewönnen und die deshalb zu die Kosten sind der Staatstaffe aufgebürdet. ist; es liegt also auf der Hand, daß diese Leute den kapitalistischen einem Beschluß auf Vereidigung derselben führen könnten. In Intereffen so wenig als möglich zu nahe treten. diesem Falle habe aber der Beklagte den betreffenden Verhand= worden. Soziale Ileberlicht. Ein gütiger Arbeitgeber, wie ihn alle Arbeiter sich wünschen möchten, ist der Bezirksausschuß von Hadersleben. Die dortigen städtischen Kollegien hatten das Gehalt des Bürgermeisters auf 5000 M. festgesetzt. Der Bezirksausschuß versagte hierzu seine Genehmigung und forderte die Stadtverwaltung auf, das Gehalt auf 6000 M. zu erhöhen. Eine Lohuherabsehung, und zwar um 5 pet., hat die Direktion des Norddeutschen Lloyd, wie vor einigen Tagen in Bremerhaven, so auch jetzt in Werkstätten ihren sämmtlichen Arbeitern angekündigt und zwar soll diese Reduzirung sofort eintreten. Man muß fich, bemerkt die Bremer Bürger- Zeitung", Angesichts dieser Thatsache, unwillkürlich fragen: Ist es nicht die reine Jronie, daß die Direktion jetzt in der Zeit der fälligen Miethe, der Anschaffung von Wintervorräthen in Feuerung u. f. w., in der Zeit, welche den Arbeitern die größten Entbehrungen auf erlegt, es wagt, denselben eine Reduzirung des ohnehin schmal bemessenen Lohnes zuzumuthen? Ein neuer Paulus. In die Reihe derjenigen Fabrikanten, welche freiwillig eine Verkürzung der Arbeits: zeit in ihren Betrieben haben eintreten lassen, ist nun auch der Fabritbesitzer von Gruba in Cölln bei Meißen getreten. Derselbe hat in seinem Etablissement eine Proklamation anheften Lassen, in der es u. A. heißt: " Ich habe die Ueberzeugung gewonnen, daß sich die von dem Einzelnen geleistete Arbeit in einen fleineren Beitraum zufammendrängen läßt. Diese Ansicht theilen mit mir der Arbeiterausschuß und die Meister. Die durch erhöhte Thätigkeit und Unterlassung jedes unnüßen Aufenthaltes gewonnene Zeit beabsichtige ich, den Arbeitern zu lassen, daß sie Gelegenheit haben, solche ihrer Familie und sich nußbar zu machen." Die verkürzte Arbeitszeit, die bereits seit dem 2. September in Geltung ist, erstreckt sich von 7-12 Uhr und 11/ 2-6 Uhr. Arbeiter über 16 Jahre haben Vor- und Nach mittags je 1/4 Stunde, Arbeiter unter 16 Jahren je 1/2 Stunde Pause. Die Affordlöhne und die festgeschten Tagelöhne sind dieselben geblieben, die Stundenlöhne dem jezigen Stande entsprechend erhöht. Die tägliche Arbeitszeit beträgt sonach 9 bezw. 81/2 Stunden. Ein trauriges Stück Weberelend berichtet die Oberfränkische Volkszeitung". Infolge des flauen Geschäftsganges hat der Werkmeister J. Peek in Hof i. V. in sechs Wochen nur eine Mark verdienen können. Vorige Woche hatte er das Glück, Die Hamburger Grundbesiker, die in der sogenannten Boltsvertretung die Mehrheit haben, halten immer noch im Gegensatz zu Preußen und anderen Bundesstaaten an dem brutalen Vorrecht fest, das dem Hauswirth gestattet, dem Miether das lezte Bettstück und das lehte Hemd für eine Mietheschuld nehmen au tönnen. Gewerkschaftliches. Risiko der Arbeit. Die Zahl der bei dem Gruben- lungen garnicht beigewohnt, sondern kenne sie nur vom Hörenunglück in Anina ums Leben gekommenen Berglente be- fagen. Andererseits sei die Beweispflicht des Beklagten trägt 61; von diesen konnten bisher 14 Leichen nicht auf- bezüglich seiner Angaben eine Thatsache, um die er nicht herumtomme. Unstreitig stehe fest, daß Kläger bis zu dem angeblichen gefunden werden. Akkord in Wochenlohn gearbeitet habe. Daß Kläger auf das Affordangebot eingegangen sei, habe Beklagter nicht zu beweisen vermocht; er habe den Beweis nicht geführt, da seiner Frau Aussagen für unerheblich gehalten worden seien. Unstreitig sei, Achtung, Bildhauer, Stuckateure und verwandte daß Kläger nicht den Lohn für die letzte Woche erhielt, er sei Berufe! Hiermit mache ich noch einmal auf die heut Abend ihm somit aus den angeführten Gründen zuzusprechen gewesen. bei Ehrenberg, Annenstr. 16, stattfindende öffentliche Versammlung Unter der Anklage, den berittenen Gendarm Höppner der Mitglieder der Orts- Krankenkasse aufmerksam. Es handelt öffentlich beleidigt zu haben, hatte sich am Dienstag die verehes sich darum, Stellung zu nehmen für oder gegen die geplante lichte Gastwirth Bertha Kramer vor dem Rigdorfer Bentralisation der Kaffen. Da es gerade in unserem Berufe Schöffengericht zu verantworten. Der Anklage lag folgender durch den häufigen Wechsel vorkommt, daß die Kollegen bald Vorfall zu Grunde: Am Abend des 9. Dezember v. Js. hatte dieser, bald jener Kasse angehören, so ist es nothwendig, daß die Angeklagte soeben die Jalousie ihres Lofales herabgelassen, auch diese in der Versammlung anwesend sind, um ihrer Meinung als an der Wohnungsthür geklopft wurde und jemand Ginlaß Ausdruck zu geben, auch wenn sie gegenwärtig nicht unserer begehrte, der fich für einen Hausgenoffen ausgab und erKrantentaffe angehören. Dieses trifft noch im Besonderen zu für flärte, eine wichtige Nachricht zu überbringen. Nach einidie Steinbildhauer. Im übrigen verweise ich auf die in der gem Zögern öffnete Frau Kramer und fab sich dem Gen Dienstag- Nummer enthaltene Annonce. J. A.: E. Donath. darm Höppner gegenüber, welcher das Schließen der Thür da Dreißig Wochen im Streit befinden sich nunmehr die durch verhinderte, daß er den Fuß zwischenstellte. Höppner Stettiner Steinfeger. Auch haben sich dieselben schon drang hierauf in das Lokal ein, wo einige Gäste zum Fortgeben mit dem Gedanken vertraut gemacht, daß der Streik in diesem gerüstet waren und frug dieselben, ob Feierabend geboten sei. Jahre wohl schwerlich zu Ende kommen wird dank der weit Als dies bejaht wurde, begann Höppner fürchterlich zu toben, gehendsten Nachsicht, welche der Stettiner Magistrat den Innungs obwohl der mitanwesende Hauswirth, Bahnhofsspediteur meistern gegenüber walten läßt. Troydem sind aber die Fahrentrug, ihn darauf aufmerksam machte, daß nebenan Streifenden fest entschlossen, den Kampf in diesem Jahre nicht der Gastwirth Kramer frank darniederliege und eine Treppe eine aufzugeben, damit die Arbeiten sich bis zum Frühjahr desto mehr Wöchnerin sich befinde. Höppner entgegnete darauf:" Ich will ansammeln- und länger können dieselben beim besten Willen" Ihnen zeigen, daß Sie gar nichts find nicht hinausgeschoben werden. Da die meisten der Streifenden Gendarm Höppner. Hier habe nur ich zu befehlen und fommandiren", und zu Frau Kramer äußerte er: iegt auswärts in Arbeit sind etliche sind mit Kind und Kegel zu ausgewandert" so fällt es den organisirten Steinfegern und Euch werde ich das anftreichen, Eure Finten bier hinter verBerufsgenossen jetzt nicht allzu schwer, die noch zu Unterstützenden, schlossenen Thüren kenne ich!" Frau Kramer erwiderte darauf: trotz der großen Opfer, welche der Kampf schon gekostet hat, noch Na, wenn Sie alles wissen, dann sind Sie ja ausgetragen!" für die Dauer der Arbeitsperiode über Wasser zu halten. Da es Erst nachdem Höppuer noch eine Weile im Lokal herumgetobt aber nicht ausgeschlossen ist, daß in den Straßen, welche eigent- und Wörter wie: Räuberhöhle", Verbrechernest" fallen gelich in diesem Jahre schon umgepflastert werden sollten, wegen lassen hatte, entfernte er sich, um draußen auf der Straße den des allzu defekten Zustandes derselben größere Reparaturen aus- Standal fortzufezen. Der als Zeuge geladene Höppner hatte geführt werden, wozu die paar Streifbrecher nicht ausreichen es vorgezogen, nicht zum Termin zu erscheinen und wurde daber dürften, so ergeht noch einmal an die Steinfeger Deutschlands zu 30 M. Ordnungsstrafe event. 6 Tagen Haft verurtheilt. In die dringende Aufforderung, den Zuzug nach Stettin streng fern su balten; auch werden die Genoffen des Baufaches- namentich die Maurer- gebeten, diesen Aufruf nach Möglichkeit weiter zu verbreiten. Sämmtliche arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck = " und ich der der Sache selbst beantragte der Amtsanwalt die Freisprechung der Angeklagten, da dieselbe von Höppner schwer gereizt worden sei. Der Gerichtshof erkannte dem Antrage gemäß, weil die Aeußerung der Angeklagten eine Beleidigung überhaupt nicht enthalte. Bei der Urtheilspublikation kritisite der Borsigende, Amtsgerichtsrath Niemir, das unqualifizirbare Verhalten des Gendarmen standalös aufgeführt und sich nicht im entferntesten so betragen, Höppner in schärfster Weise; derselbe habe sich geradezu wie„ man von einem preußischen Beamten erwarte". Die Aften werden daher der vorgesezten Behörde des Höppner zur weitern Veranlassung übermittelt werden. wieder einen Zettel zu bekommen, und da die Li.ferfrist vorge gebeten. fchrieben ist, hat er Tag und Nacht gearbeitet. Mit einer Mart Ju Sachen der Zentralisation der Orts- Krankenkassen Verdienst in sechs Wochen kann man natürlich sich nicht für Berlin und Umgegend find alle Anfragen und Zuſchriften mehr an Kartoffeln satt effen, und so war der Körper an den Vorsitzenden der Kommission T. A. Pieschel, Gartenstr. 55, des armen Mannes den Anstrengungen nicht mehr ge- zu richten. wachsen und entträftet fiel er vom Webstuhl, um nach wenigen Jufolge einer 50prozentigen Lohureduktion stellten in Wie Majeftätsbeleidigungen im Reich der Gottesfurcht Minuten seinen Geist aufzugeben. Der Mann ist thatsächlich Dornbirn in Desterreich sämmtliche Arbeiterinnen und Ar- und frommen Sitte bestraft werden. In Ländern mit höherer vor Hunger gestorben und wenn es so fort geht, folgen ihm beiter der dort erst neu angesiedelten schweizer Firma Oberholzer Kultur fennt man das sogenannte Vergehen der Majestätss andere noch nach. Fleisch ist in unserer Gegend für die Ar- und Müller( Spinnerei und Weberei) am 15. Oktober die beleidigung überhaupt nicht. Wenn in England ein Rüpel über beiter ein längst entwöhnter Genuß, bemerkt dazu unser Bruber- Arbeit ein. ,, Her majesty" in Gegenwart eines Polizeibeamten eine Schimpforgan, und noch immer ist keine Aussicht aufs Besserwerden. In der Belgrader Staatsdruckerei ist ein Buch rede ausstößt, fo läßt dieser den Rüpel laufen und geht lachend Die Tertilarbeiter aller Orten sollten solche Erscheinungen sich als Mahnung zu träftiger Organisation dienen lassen, damit Druckerstreit ausgebrochen; alle Arbeiten bleiben liegen. feine Wege. Jm verpreußten Deutschland dagegen, wo die dieselben zu wirksamem Kampfe gegen diese Uebel der Zeit ge- Der Faktor und 3 Streitbrecher haben nur für Fertigstellung des Sozialdemokratie erst die Mission zu erfüllen hat, dasjenige wappnet werde. Amtsblattes zu sorgen. Die Sezer, 50 an der Bahl, halten sich Maß von politischer Freiheit zu erobern, das in Kulturftaaten wacker und wenn sie von ihren Fachkollegen im Auslande halb- bereits vom Bürgerthum gesichert wurde, hat eine Majestätswegs unterstützt werden, so werden sie den Kampf fiegreich be- beleidigung die folgende, von einem Gerichts- Berichterstatter gestehen. Der Schaden, den der serbische Staat durch diesen Streit schilderte Nachwirkung: erleidet, ist ein bedeutender, alle Maschinen sind zum Stillstand Als gestern eine Anklage wegen Majestätsbeleidigung vor gebracht. Die Oppositionsblätter verlangen, daß der jetzige der dritten Strafkammer des Landgerichts I gegen den Ar Druckereileiter, ein ehemaliger fatholischer Pfaffe und nachmaliger beiter Max Pie verhandelt werden sollte, ftellte ber Professor der Botanit(!) an einem serbischen Gymnasium Namens Staatsanwalt anheim, die Deffentlichteit auszuAlle Arbeitslofen find Landstreicher oder Vagabunden. Georg Kozarac, feines Amtes enthoben und zurück in die schließen. Der Vorsitzende, Landgerichts- Direktor Röseler, Diese Anschauung muß ungefähr das Motiv gebildet haben für Schule geschickt wird und die drei Streifbrecher fofort entlassen war für öffentliche Verhandlung, da es sich nur um eine gewöhnfolgende bemerkenswerthe Verfügung des Regierungspräsidenten werden. Die Streifenden ersuchen alle Fachfollegen im Aus- liche Gemeinheit handele und es gut fei, wenn derartige Fälle zu Schleswig an die Herren Landrathe. Es heißt in demselben: lande, den lügenhaften Berichten der Neuen Freien Preffe" und zur Warnung in die Deffentlichkeit gelangten. Es wurde darauf Wie zu meiner Kenntniß gekommen ist, stellen im dies des Pester Lloyd", daß der Streit schon beendet ist, feinen öffentlich verhandelt. Am 26. Auguft brachte der Schlächtermeister feitigen Bezirke Gemeinde und auch Amtsvorsteher Glauben zu schenken, denn diese kapitalistischen Schandblätter 3wirblatt Fleisch nach dem Neubau, auf dem der Angeklagte als Arbeiter beschäftigt war. 3wirblatt trug an seiner Uhr häufig ohne weitere Prüfung der thatsächlichen Berhält- find von der serbischen Regierung inspirirt. tette ein Medaillon mit dem Bildnisse des Raisers. niffe an arbeitslose, umherziehende Personen Bescheinigungen Der Glasarbeiter Streit in Rive de Gier( Frank Als der Angeklagte deffelben ansichtig wurde, ergriff er daffelbe dahin aus, daß diefelben vergeblich um Arbeit sich bemüht hätten. reich) dauert noch immer fort. Die Fachzeitung der franzöfifchen und fragte in alberner Weise, ob es Bebel oder Liebknecht sei. Diefe Bescheinigungen haben für die betreffenden Personen insofern Glasarbeiter vom 21. d. Mts. enthält eine Warnung an alle Als 3wirblatt nicht antwortete, nahm Bieß sein Taschenmesser Bedeutung, als im Falle ihrer Vorweisung die Gerichte nicht Glasmacher Deutschlands, nach Rive de Gier zu kommen; und versuchte damit die kleine Glasscheibe, welche das Bildniß selten von einer Berurtheilung wegen Landftreichens überhaupt mehrere Agenten der Fabrit bereisen Deutschland, um Arbeiter schütte, zu zertrümmern, wobei er sich in beleidigenden Aeuße oder doch wenigstens von einer den Umständen nach angezeigten zu werben. In der vorerwähnten Warnung" ist die Hoffnung rungen gegen den Kaiser erging. Bwvirblatt suchte ihn natürlich Ueberweisung an die Landespolizeibehörden absehen.- Euer ausgesprochen, daß keine deutschen Streifbrecher mehr nach daran zu hindern, er gerieth mit dem Angeklagten in's Hand Hochwohlgeboren ersuche ich ergebenst, mir gefälligst anzuzeigen, Frankreich tommen möchten und dadurch die französische Orga- gemenge und beide fielen zu Boden. Durch das Dazwischentreten ob im dortigen Kreise Mißstände der gedachten Art hervor nisation schädigen. Bis jetzt haben sich nur einige französische anderer Personen wurde weiteren Thätlichkeiten vorgebeugt. Der getreten find." und deutsche Streitbrecher gefunden. Zum Schluß spricht der Angeklagte entschuldigte sich mit Trunkenheit. Der Staatsanwalt, Bundesrath der französischen Glasmacher" die Bitte aus, daß Assessor Schütte, hob als erschwerend hervor, daß der Ans die deutschen Brüder wieder abreisen möchten, damit es nicht zu geklagte Soldat gewesen sei(!), die ganze Handlungsweise des einem zweiten 2 egues mortes fomme. bereits vorbestraften Angeklagten lasse darauf schließen, daß der felbe auch zu schwereren Vergehen gegen seinen Raiser fähig sei! Er beantrage gegen den Angeklagten 2 Jahre 6 Monate Gefängniß. Das Urtheil lautete gegen den Unglücklichen auf zwei Jahre Gefängniß. Eine Verkürzung der Arbeitszeit der Arbeiter, die in staatlichen Diensten stehen, ist im Kanton Baselstadt durchgeführt worden. Der Chef des Baudepartements( Ministerium der öffent lichen Arbeiten) hat für die ihm unterstellten Arbeiter den Zehn. ftundentag eingeführt. Ferner hat der betreffende Regierungsrath( Minister) durch Zirkular die baslerischen Baumeister und Unternehmer von seiner Neuregelung der Arbeitszeit in Kenntniß gesetzt und sie eingeladen, wenn immer möglich, die gleiche Arbeitszeit auch in ihren Geschäften einzuführen. neuerung " " Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Zu dem Thema ,, Nothlage der Bauhandwerker" gehört eine Auflage wegen Diebstahls, welche das hiesige Schöffengericht gestern gegen den Klempnermeister 2 abs zu verhandeln batte. Der Angeklagte hatte für den Neubau eines Unternehmers von der Sorte, die niemals etwas zu verlieren haben, KlempnerDen Beweis feiner Behauptungen schuldig Ueber kommunale Lohnregulirung im Londoner Schank geblieben. Die Rammer IV fällte fürzlich ein bemerfens gewerbe theilt das Sozialpolitische Zentralblatt" folgendes werthes Urtheil. Bemerkenswerth um deswillen, weil zum ersten mit: Auf ein Mittel, die Arbeitsverhältnisse im Schankgewerbe Mal mit dem am Gewerbegericht üblichen Unfug, auf Aussagen zu beeinfluffen, weift eine fürzlich dem Londoner Grafschafts- von Ehefrauen der Parteien entscheidenden Werth zu arbeiten übernommen und u. a. Röhren im Werthe von zizta rathe zugestellte Petition hin. Es wird darin vorgeschlagen, legen, gebrochen wurde.( Sehr häufig werden die Ehefrauen der 160. geliefert. Der Meister fah bald ein, daß die Chancen, bei der bevorstehenden Beschlußfassung über die Er Beklagten als Zeugen gehört, die am Ausgang der in Betracht für seine ehrliche Arbeit vertragsmäßig bezahlt au werden, immer abgelaufener Schanktonzessionen für Singspiel- tommenden Prozesse natürlich hoch interessirt sind.) Der Polier W. geringer wurden, und da er nichts zu verschenken und seine eigenen hallen nur denjenigen Bewerbern die Konzession au behauptete, er sei in Wochenlohn beim Pianofabrikanten Berpflichtungen zu erfüllen hat, so machte er sich eines Morgens perlängern, die sich verpflichten, den von ihnen beschäftigten Meyer thätig gewesen und habe noch 30 M., den Lohn für in aller Frübe auf, ging auf den Bau und riß kurz entschlossen die Kellnern, Kellnerinnen und anderen Bediensteten anständige die letzte Woche zu fordern, während der Beklagte hier- Röhren wieder heraus und nahm sie mit. Er zeigte unmittelbar Löhne zu bezahlen. Vor einigen Jahren, als die Neuverpach gegen einwandte, Kläger habe die letzte Arbeit, 2 Mozartkästen darauf dem Bauunternehmer an, daß er sich mit Rücksicht auf tung des Berliner Rathsteller bevorstand, richtete die Ber- in Akkord übernommen und das vereinbarte Geld erhalten, bis die ganze Sachlage gezwungen gesehen habe, die Röhren in liner Kellnerschaft ein Gesuch an die Stadtverordnetenversamm- auf 6 M., die er nicht habe nehmen wollen. W. wollte 30 W. Pfand zu nehmen. Der Unternehmer antwortete mit einer uIung, in dem verlangt wurde, die Verpachtung von obigem Ge- und nicht 6 M. haben. Beklagter stützte sich auf das Zeugniß flage wegen Diebstahls. Der Vertheidiger des Angeklagten befichtspunkte aus vorzunehmen. Die Mehrheit der Stadtverords seiner Frau, denn nicht er, sondern diese batte angeblich mit W. ftritt, daß diesem das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit iune neten ging bekanntlich über diesen Punkt zur Tagesordnung. den Alford vereinbart. Die Beugin bestritt die Behauptungen gewohnt habe und berief sich darauf, daß gerade auf dem Ge biete des Baum-irltes in Berlin bei den Bauhandwerkern ganz allgemein die irrthümliche Meinung vorwalte, daß sie angesicht? eines drohenden Verlustes ihres Eigenthums zur Seldsthilse greifen dürfen.— Das Schöffengericht mußte bei dieser Sachluu. die Kriterien des Diebstahls für festgestellt erachten und ver urtbeilte den Angeklagten zu einem Tage Gefängniß. Der Staatsanwalt sagte dem Angeklagten zu, ein etwaiges Gnadengesuch seinerseits unterstützen zu wollen. Verla»»»tulungen. Drei Volksversammlungen tagten, einberufen von der Dertrauensperson. gleichzeitig am 23. d. M. für die Schönhauser Vorstadt in Angelegenheit des Bierboykolts. Die Einberufung geschah gemäß eines gefaßten Beschlusses, indem gelegentlich der Abhaltung der 27 Boykottversammlunaen am 17. d. M. auf die Schönhauser Vorstadt nur eine entfallen war, was für diesen Stadtthei! als nicht ausreichend erachtet wurde. Die Versamm- lungen, die im„Belforler Salon",„Kelle'schen Lokale" und im »Jägerhaus" tagten, wurden bei vollbesetzten Sälen ab- gehalten. Die Tagesordnung lautete gleichmäßig:»Der Bier- Boykott und die bürgerliche Gesellschaft", über welche bei Schneider(Belsorterstraße) Genosse A u g u st i n, bei Kelle Genosse I a c o b e y und im Jägerhaus Genosse Drittel- Witz referirte. Dieselben behandelten die Boykottangelegenheit unter allseiliger Zustimmung der Versammelten in ihren einzelnen Phasen von Anbeginn bis zur Gegenwart. Sie richteten einen dringenden Appell an das Solidaritätsgefühl der Versammelten und ersuchten, keinen Tropfen Ringbier zu trinken und auch die Lokale zu meiden, in denen solches geschänkt wird und nur diejenigen Lokale zu besuchen, in denen ein Plakat mit der Inichrisl:„Hier wird kein Ringbier ausgeschänkt", aushängt. An die gieferate knüpfte sich in allen drei Versammlungen eine Diskussion, in denen noch mancherlei Einzelheiten zur Sprache gebracht wurden. Unter diesen ist besonders die in der Ver- sanimlung bei Kelle gemochte Mittheilung, daß die Schankwirlhe Seidel, Schönhauser Allee 62, und Franz, Wörtherstr. 86, beim Biermogeln ertappt worden sind, hervorzuheben. Hier faßte die Versammlung einstimmig folgende Resolution: »Di« im Kelle'schen Lokale tagende öffentliche Volksversamm- lung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden; sie erklärt ferner, den Boykott nach wie vor so lange weiter führen zu wollen, bis der Sieg der Arbeiterschaft errungen ist.> Die Versammlung verspricht in de» Gewerk- schaften dahin zu wirken, daß Vergnügungen nur in Lokalen, in denen ringsreies Bier verschänkt wird, abgehalten werden, auch erklärt die Versammlung, nur von solchen Kaufleuten ihre Waare entnehmen zu wollen, die ringfreies Bier führen." � Im Jägerhaus gelangte die Resolution vom 17. d. M. zur Abstimmung und Annahme. Im Sinne dieser beiden beschloß auch die Versammlung bei Schneider eine Resolution. Die Ver- sanimlungen, für welche man eine rege Agitation entfaltet hatte, haben vollständig ihren Zweck erfüllt, indem dieselben zum Theil von bisher Indifferenten besucht waren. Der Wahlverein für den I. Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 23. Oktober im Lokal von R ö l l i g, Neue Friedrichstr. 44, eine Generalversammlung ab. Nach einem sehr beifällig entgegengenommenen Vortrage des Genossen Dr. Pinn über„Das Bildimgswesen im Klassenstaat", erstattete der Vor- sitzende Pölitz den Bericht des Vorstandes. Es haben im letzten Vierteljahr 8 Vorstandssitzungen und 6 Vereinsversammlungen stattgesunden. Eine Versammlung im Hansa-Viertel wurde ver- eitelr, da der Wirth der.Kurhallen" in letzter Stunde die Her- gäbe des SaaleS verweigerte mit der Begründung, es erwüchien ihm zu viel Scheerereien mit der Polizei. Hoffentlich belehrt ihn das Gericht, bei dem die Schadenersatzklage anhängig gemacht wurde, daß ein anständiger Mann auch Sozial- demolraten gegenüber sein gegebenes Wort einlösen muß. Wie Pölitz weiter mitthetlte, ist nach eingehender Prüfung durch den Vorstand die Beschuldigung des Mitgliedes Werner gegenüber dem Genossen Kaßler, derselbe verkehre in Lokalen, wo Ringbier ausgeschänkt werde, als grundlos erwiesen worden. Werner will daher aus dem Verein ausscheiden.— Der von Peter mann verlesene Kassen- bericht wies folgende Zahlen auf: Bestand des vorigen Viertel- jahres 136,65 M., Einnahme mit diesem 314,96 M., Ausgabe 149,55 M., bleibt ein Bestand von 165.35 M. Auf Antrag des Revisors K ö r st e n wurde der Kassirer entlastet.— Zum 5. Punkt der Tagesordnung: Vorstandswahl, stellte Dom- s ch e i d t den Antrag: nur gewerkschaftlich organisirte Genossen zu wählen, die außerdem keiner Religionsgemeinschaft angehören dürfen, falls nicht ihre wirthschastliche Existenz davon abhänge. Der Antrag wurde in seinem 2. Theil von Körsten, Bohn, T ä t e r o w und D ä u m i g unter Hinweis auf unser Pro- gramm auf daS Entschiedenste bekänipii und die Behauptung Domscheidt's, im Wahlverein des 3. Kreise? fei derselbe bereits durchgeführt, von König als Jrrthum hingestellt. teiterkeit erregte die Bezeichnung der freien Gemeinde durch o m s ch e i d t als„religiöse Sekte wie alle anderen". Der Antrag wurde in seinem ersten Theil als selbstverständlich be- zeichnet und einstimmig angenommen, in seinem zweiten Theil jedoch gegen 6 Stimmen abgelehnt. Die Vorstandswahl hatte folgendes Srgebniß: 1. Vorsitzender: Pölitz; 2. Vorsitzender: Bohn; 1. Schriftführer: Buch; 2. Schriftführer: Dom- s ch» i d t; Beisitzer: Büttner; 1. Kassirer; Petermann; 2. Kassirer: Oberheu. Zu Revisoren wurden K ö r st e n und W o l d t gewählt.— Ter Beschluß des Vorstandes, dem Kreis- Vertrauensmann 166 M. zur Agitation zu überweisen, fand die Billigung der Generalversammlung. Pölitz und D o m s ch e i d t forderten zum Schluß zur unernnidlichen Bierkontrolle und Agitation für die Boykottbeschlüsse aus. Ter sozialdemokratische Wahlverein für de» vierten Wahlkreis hielt am 23. Oktober bei Fiebig seine General- Versammlung ab. Nachdem die Anwesenden das Andenken des verstorbenen Mitgliedes Hanke in der üblichen Weise geehrt hatten, gab der Vorstand seinen Bericht, der indessen nichts Be- merkenswerthes enthielt, da die Reorganisation thatsächlich erst vor vierzehn Tagen perfekt geworden war. Es hat, seit der gegenwärtige Vorstand im Amte ist, eine Generalversammlung und in jedem Viertel eine öffentliche Vereinsversammlung statt- gefunden. Die Einnahmen des dritten Quartals betrugen mit einem Bestände von 361,82 M. zusammen 1733,57 M., die Aus- gaben 1611 M., so daß der Bestand zur Zeit 722,57 M. beträgt. Reich, Kleemann, Jechel wurden zu Revisoren für das laufende Vierteljahr, Rochendorf, Weimann, Paul Scholz und Westfal zu Kontrolleuren, die bei Generalversammlungen daraus zu achten haben, daß nur Mitglieder den Saal betreten, gewählt. Dr. Heymann referirte sodann über daS Thema:„Hat der Sozialdemokrat Religio»?" Redner hob hervor, daß allen Re- ligionen die Unzufriedenheit mit den irdischen Verhältnissen zu Grunde liege. Dieselbe habe bewirkt, daß die Menschen in der Erkennlniß ihrer Unfähigkeit, die Welt zu beherrschen und hier befriedigende Zustände herzustellen, glaubten, es müsse ein „Jenseits" geben, in welchem ein besseres Dasein als hier zu führen möglich sei. Da heute infolge der Eyt- Wickelung der Technik allen Menschen ein erträgliches Dasein auf Erden geschaffen werden könnte, so ist der Sozialismus, der allein dies anstrebt und durchzuführen im stände ist, die Erfüllung aller Religionen. Das, was die Christen und Juden in der Erlösung von der Erbsünde ersehnen, wird er verwirklichen in der Befreiung der Arbeit von der Sklaverei, in der Vereinigung der Koos- und Handarbeit, und der höchste Be- griff dieser neuen Religion, des'Sozialismus, ist die Zusammen- geHörigkeit aller Menschen und Dinge. Daher erwarten wir die Erlösung auch nicht von einzelnen irdischen oder überirdischen Wesen, sondern von der Gesammtheit,(Lebhafter Beifall.) Zur Diskussion verlangte niemand das Wort. Unter Vereins- angelegenheiten entspann sich eine kurze Erörterung über die Durchführung*,er Bierkontrolle. Eine kombinirte Mitglieder-Bersammlung des deutschen Metallarveiter Veroandes(Filiale., von Berlin und Umgegend) tagte um 14. ds. Mt-i. in den Arminhallen. Zum I. Punkt der Tagesordnung erstattete Kollege H o f m a n n eingehenden B-richl über die Brandenburger Metallarbeiter-Konferenz. Bei der oar- auf ,olgei>den Wahl einer dreigliedrigen Agitationskommission für die Provinz Brandenburg wurden die Kollegen B e r g e r, R o h r l v ck und Gehbaucr gewählt. Hierauf hielt Herr Dr. Christeller einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über„Berufskrankheiten". In eingehender Weise entledigte sich der Referent seiner Aufgabe. Er zeigte, wie die Berufskrank- heilen in ganz eminenter Weise dazu beitragen, den Gesundheits- zustand der Bevölierung, speziell des arbeitenden Volkes, zu unter- graben. Ungenügende hygienische Arbeitsräume, einseitige Muskel- anftrengung, intensive Schädigung der Sinnesorgane, Einathmung von metallischen, mineralischen, pflanzlichen und thierischen Staub- sorten, Einathmung schädlicher Gase, das Umgehen und Han- tiren mit giftigen Substanzen und das überaus reiche Gebiet der Unfälle seien die Hauptursachen der beruslichen Krankheiten. Die durch die Wissenschaft aufgestellten Forderungen in gesund- heitlicher Beziehung stehen leider zu der heutigen Praxis in direktem Gegensatz. Alle Ursache haben wir daher, das Feld des Arbeiterschutzes zu erweitern, der in heutigen Verhältnissen trotz alledem Stückwerk bleiben wird, da nur erst spätere geordnetere Gesellschaftszustände hierin Remedur schaffen können. Unter Verbandsangelcgenheiten stimmte die Versammlung folgenden An- trägen zu:„Bei Aufnahme von Streikbrechern soll von Fall zu Fall untersucht werden und die darauffo'gende Versammlung darüber entgiltig entscheiden, ob der Betreffende aufnahmefähig. Ferner sollen die gemeinschaftlichen Mitglieder-Versammlungen für die Zukunft nur des Sonnabends stattfinde». Kollege Kur- gas machte die Versammlung auf die von den organisirten Kellnern für das 4. Quartal ausgegebenen Karlen„roth aus weiß" aufmerksam und Kollege Lange theilte mit, baß am 21. d. M. für den Norden eine Generalversammlung und am 23. für das Zentrum eine Mitgliederversammlung(Admiralstr. 16) stattfindet, wo der Plan der Reorganisation der Berliner Ver- waltuugsstellen des deutschen Metallarbeiter- Verbände? Erörte- rung findet. Tie Filiale Berlin des Verbandes der Vergolder hielt am 15. Oktober ihre Monatsversammluug ab, in der Genosse R o h r I a ck über„die Bekämpfung des Jndifferentismus" sprach. Redner hält diejenigen, welche aus anderen Gründen als lln- wisienheit der Bewegung fernstehen, wie: Furcht vor dem Unter- nehmerthum, Unzufriedenheit mit den leitenden Personen u. s. w. nicht für indifferent. Ehe man sich als Agitator ausspiele, müsse man vor allen Tingen bestrebt sein, sich vorerst selbst aufzuklären, denn Gemeinplätze und ungenaue Darstellungen der Verhältnisse im gewerkschaftlichen und politischen Leben verwirren den In- differenten nur. Der Redensart der Indifferenten, daß aus den vorgesteckten Zielen doch nichts würde, müsse man den Beweis ent- gegen stellen, daß durch Einigkeit und unermüdlichesArbeiten alles zu erreichen sei. Nichts dürfe verabsäumt werden, um diese Interesselosen zum Besuch der Versammlungen zu bewege». In der Diskussion wurde das Verhalten vieler Kollegen gegeißelt, welche, sobald ein Streik ein Aussicht steht, der Organisation bei- zutreten, solange kannlcn sie die Organisation nicht. Wird aber aus irgend welchen Gründen nichts aus dem Sireik oder ist er vorüber, so verlassen diese Helden die Organisalion schaaren- weise, wie sie gekommen. Hierauf gab der Kassirer den Kassen- bericht vom 3. Quartal. Danach betrug die Einnahme 466,32 Mark und die Ausgabe 157,56 Mark, milhin bleibt Bestand 362,82 Mark. Zum Beisitzer im Hauptvorsiand wurde Kollege Stajmann gewählt. Der in der letzten Versammlung vom Kollegen Klahre gestellte Antrag,„die Filiale in eine Lokalorganisation umzuwandeln". rief eine lebhasle Debatte hervor. Ter Antragsteller begründete seinen Antrag damit, daß Berlin seinen Mitgliedern weil mehr bieten könne, wenn es die Last der kleinen Filialen abschüttelte und behauptet weiter, die Mitaliederzahl würde steige». Dem Redner wurde von mehreren Kollegen klar gemacht, daß die Re- organisatio» der Filiale in einen Lokalverband einen Rückschritt bedeutet, denn die kleinen Filialen sind ohne die großen nicht lebensfähig. Hierauf wurde der Antrag gegen die Stimme des Antragstellers abgelehnt. Die an der Spitze des„Korrespondenz- blattes" vom 1. Oktober stehende Bekanntmachung des Hauptvor- standes,— betr. die Abführung der gesammelten Gelder für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter an den Kollegen Donath, Große Frankfurterstraße 136— hat ein Mißversländniß unter den Kollegen hervorgerufen. Kollege Höpfner erklärte, daß diese Bekanntmachung nur die anderen Filialen angehe. Berlin hat wie bisher die gesammelten Gelder an Kollegen Schütte, Schlesischestr. 36, abzuliefern. Der allgemeine Arbeiter- und Arbeiterinnen-Berein für Berlin und Umgegend hielt am 17. Oktober in den Arminhalle» seine Generalversammlung ab. Die Zahl der Mit- gliever betrug 354, darunter 28 weibliche. Ter Kassenbestand vom letzten Quartal mit den Einnahmen belief sich auf 216,69 M., die Ausgaben betrugen 165,45 M., es verblieb also ein Bestand von 164,64 M. Von den Revisoren wurde die Richtigkeit dieser Abrechnung bestätigt. Sodann wurde an stelle des Kollegen Paul Neumann vie Kollegin Frl. Elise Doborowski als stellvertretende Vorsitzende gewählt. Hierauf hielt Kollege P Jahn einen interessanten Vortrag über: De» Werth und bie Bedeutung einer Berufsstatistik für die arbeitenden Klassen. Unter Verschiedenem wurden die Kollegen aufgefordert, sich etwas zahl- reicher in den Zahlstellen einzufinden. Diese befinden sich Friedrichsgracht 16 bei Thierbach(Ausnahmen und Beiträg« werben an jedem Sonnabend von Abends 8 Uhr entgegen ge- nommen, auch findet hier die Bücherausgabe statt); ferner jeden Sonnabend nach dem 1. des Monats Wafferthorstr. 57 beiSinth; Wollinerstr. 56 im Restaurant; Schlesischestr. 33 bei Pank; Gerichtstr. 89 bei Schulze; Gotzkowskystr. 3 bei Leder. Zur Er- gänzung der Bibliothek wurden 26 M. bewilligt. Zeutralverein der Gärtner. Die Zahlstelle Berlin(Ost) hielt am 17. Oktober ihre regelmäßige Mitgliederversamuilniig ab, in der Kollege Krause über„Die Entwickelung der Elektrizität" sprach. Nach Beendigung seines Vortrages forderte Redner zum regen Besuch der Urania aus. Sodann theilte Kollege Büchner mit, daß die Resolution, betreffend die Sonntagsruhe der Gärtnergehilfen, von der dazu gewählten Kommission dem Bundesrath überreicht worden ist. Nachdem noch Kollege R o s ch I a u zur strikten Durchführung des Boykotts ermahnt hatte, erfolgte Schluß der Versammlung. Nächste Ver- sammlung Mittwoch, den 7. November, im Proskauer Garten, Proskauerstraßc; sachwiffenschafllicher Vortrag des Kollegen Walter, wozu alle unserer Organisation noch sernstehenden Kollegen hiermit eingeladen werden. Die Freie Vereinigung der Lokal» und Straßen- Händler beschäftigte sich i» ihrer letzten Mitgliederversammlung mit der Erledigung einer Reihe geschäftlicher Angelegenheiten. Die Abrechnung, die zur Verlesung kam, weist eine Einnahme von 72,35 M. auf, der eine Ausgabe von 52,15 M. gegenüber- steht. Die hieraus vollzogene Wahl des Vorstandes hatte sol» oendes Resultat: Schröder erster. Müller zweiter Vorsitzender; Saß erster. Jung zweiter Schriftführer; Gruschinski erster. Am- berger zweiter Kassirer; Frau Gruschinski Beisitzende; Nadge, Haupt und Frau Hintze Revisoren. Das Schiedsgericht setzt sich zusammen aus: Nadge, Haupt und Seiler. Zum Schluß wird bekannt gegeben, daß in diesem Quartal gelbe Karten verausgabt werden. Der Fnchvereiu der Musikinstrumeutrn-Arbeiter hielt am 26. Oktober in der Rosenthalerstr. 57 eine Mttglied«r-B«r- sammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: I. Vortrag des Gen. Hoffn.ann über„Individuelle Freiheit und K�davergehorsui>. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Werkstatt-Ange- legenheiten. 5. Verschiedenes. Der Referent erledigte sich i-ineS Vortrages in leicht verstündlicher Weise und wurde oemselben all- seitige Zustimmung zu theil. Eine Diskussion fand nicht statt. Punkt 3, 4 und 5 der Tagesordnung gelangten de» schwachen Be- suchs halber nicht zur Verhandlung. Heber konventionelle Lügen sprach Genosse Pinn am 21. Okiober in einer öffentlicheri Versammlung, dir von der Filiale V der Maler einberufen war. Dem interessanten Vor» trag folgte eine rege Diskussion, die dem Referenten Beranlassnug gab, in seinem Schlußwort dem Genoffen Fiedler den Unter- schied zwischen Sozialismus und Anarchismus eingehend aus- einander zu setzen. Nach Schluß der Versammlung fand ein gemüthliches Beisammensein statt. Recht gut war die Versammlung der HilfS- arbeiter in der Lampenbranche besucht, welche am 23. Oktober bei Zubeil abgehalten wurde. Dem Referat Wagner's über„Volksbildung und Klassenbewußtsein", daS lebhafte Zustimmung hervorrief, folgte eine Darlegung der hauptsächlichsten Mißstände in den Lampenfabriken, wozu Hilfs- arbeiter Kump das Wort nahm. Entgegen dem vielfach ver-' breiteten Glauben an das Eldorado in den gena>.nten Betrieben inüsse endlich einmal festgestellt werden, daß zunächst mit vezug aus die Arbeitszeit hier überhaupt von einer„Regelung" keine Rede sei. Die Saison verpflichte z» 13— 14stündiger Schinderei — die Arbeit der Lampenpacker ist sehr ungesund— nachdem setze man die Arbeitskräfte ohne weiteres auf die Straße. Be- sonders niedrige Löhne zahle z. B. Frister u. Co., Lindenstraße, (15 M.); vor kurzum sei sogar durch Inserat nach Naunynstr. 13 ein Packer für 12 M. Wochenlohn verlangt! Ausführlich behau- delte der Referent und nach ihm auch die Diskussionsredner die Zustände bei Kindermann iu Co., Möckernstraße. Die Antreiberei ist ungeachtet der 12—18 Mark-Löhne besonders ausgebildet. Man beklagte sich bitter über bie allzusehr an soldatischen Drill erinnernde Behandlungsmethode des Expedienten Schmidt. Daß die große Mehrzahl der dort beschäfttgten Hilfsarbeiter leider unorganisirt ist, versteht sich danach von selbst. Wie in der Debatte weiter bemerkt wurde, hat in der genannten Fabrik der eigenartige Modus Platz gegriffen, dast die Meister selbständig Leute annehmen und gänzlich nach Guidünken entlohnen, diese bekommen dann als Aequivalent für den geringen„Lohn" zum Weihnachtsfest Tantiomen von 6—46 M. Eine Resolution, in welcher zum Beitritt in die Organisation ausgefordert wurde, gelangte zur Annahme. Von Wagner und mehreren anderen Rednern wurde die straffe Durchführung des Vierboykotts al? unerläßliche Pflicht hingestellt. Der Fachverein der Stellmacher hatte am 21. Oktober eine Generalversammlung einberufen. Dem Kassenbericht, der der Versammlung unterbreitet wird, ist zu entnehmen, daß bie Einnahme 85,63 M. betrug, die Ausgabe 52,76 M., mithin bleibt ein Kassenbestand von 82,33 M. Bei der Vorstandswahl wurden die Kollegen MichölS und Tröger zum ersten resp. zweiten Vorsitzenden gewählt. Unter Verschiedenem befürwortete man die strikte Durchiührung deS Bierboykolts und wurde hierbei das indifferente Verhalten einiger Kollegen zur Sprache gebracht. Unter anderem kritisirten mehrere Rebner die Zustände in den Werkstätten von L a u g k, Fruchtstraße, und Rudowsky, Rostockcrstr. 56. Letzterer hat als Brauereilieferant und Haus- eigenthümer seine Gesellen wiederholt zum Verkehr bei seinem Ringbier- Budiker angehalten. Von einem Kollegen wird der Wunsch geäußert, sämmtliche Werkstätten, in denen die Kollegen Boykoltbier trinken, der Agitationskommission namhaft zu mache... Hieraus sprach Genosse H o f s m a n n in einem sehr beifällig aufgenommenen Vortrage über„Das moderne Raubritterthum". Die Versammlungen finden am Sonntage nach dem 15. eines jede;« Monats bei Brüß, Lothringerstr. 41, statt. Rixdorf. Der deutsche Lolzarbeiter-Verband hielt hier am 14. Ottober seine Generalversammlung ab. Da der Referent, Kollege Schöpflin, nicht erschienen war, so ging man sofort zum dritten Punkt der Tagesordnung über. Der Vorsitzende sowie der Obmann der Arbeitsvermittelungs- Kommission be- richteten über die bisherige Thätigkeit im dritten Quartal. Danach haben 3 Vereineversammlungen und 3 BorstandSsihungen stattgefunden, die Mitgliederzahl ist auf 153 gestiegen. Die Ab- rechnung ergab: Einnahme der Verbandskasse 274,72 M., Ans- gäbe 235,64 M., bleibt Bestand 39,68 M. Einnahme der Lokal- lasse 116,65 M., Ausgabe 86,15 M.. bleibt Bestand 29,96 M. Der Streikfonds weift eine Einnahme von 33,55 M. aus, davon sind abgeschickt 36 M. Für den Agitationsfonds ist eine Ejn- nähme von 15,96 M. zu verzeichnen, der oine Ausgabe von 12,26 M. gegenübersteht. Unter Verbandsangelegenheiten wurden die Verhältnisse der Werkstatt von Brauer, Stemmetzstraße,«mv der Fäcbersabrik in der Knesebeckstraße einer herben Kritik unter« zogen. Sodann bringt Kvll. Hopp« den Bierboykott in Er» innerung und richtet an die Mitglieder die Aufforderung, den- selben energisch durchzuführen. Von dem Kassirer werden die Beiträge jeden Sonnabend Abend von 8—9»/, Uhr letzt bei Reden, Prinz Handjerystr. 53, jowie im Arbeitsnachweis b« Hoffmann. Lessingnraßen-Ecke, alle Abend entgegen genommen. Die regelmäßigen Mitgliederversammlung«» finden immer des Sonntags nach dem 15. statt. Eine öffentliche Versammlung des Gewerkschafts-KartellS m Rixdorf tagte am 13. Oktober. Nachdem daS Bureau aus den Genossen Schulz, Frese und Gcschke zusammengesetzt ist, wirb in die Verhandlung eingetreten. Genosse Schulz beantragt, ein Verzeichniß sämmtlicher Gewerkschaften mit Angabe ihrer Zahl« stellen drucken zu lassen, und ouse? Verzeichniß in den Lokalen auszuhängen. Der Antrag, der von einigen Delegirten besür- wertet wird, gelangt hierauf zur Annahme. Im 2. Punkt der Tagesordnung schildert Genosse Schulz bie Lage der Textilarbeiter und fragt an. ob es nicht möglich wäre. eine öffentliche Versammlung der Textilarbeiter einzuberufen, die Kosten aber das Kartell übernimmt. Die Genoffen H e i n z e, Frese und B i e r l i n g spreche» für den Antrag und wurde demgemäß beschlossen. Ferner wird verlangt, daß die Gewerkschaften für das zweite Halbjahr ihren Beitrag an das Kartell zu entrichten haben. Nachdem noch etliche Gewerkschastsangelegenheiten erledigt waren, erfolgte der Schluß der Versammlung. Gefehlt haben die Tele- girten der Möbelpolierer, Schmiede und Kutscher. Charlottenburg. Die definitive Beschlußfassung über die Gründung eines Gewerkschastskartells wurde in der im Lokale Bismarckshöhe tagenden Versammlung am Sonntag Nachmittag vollzogen. Namens der mit den darauf bezüglichen Vorarbeiten betrauten Kommisfion erstattete Zimmerer K u b« Bericht. Die Vorlheile eines losen Zusammenschlusses der in Charloltenburg bomizilirten Gewerkschaften beleuchtete Buchdrucker Göhrke in einer längere» Rede. Man solle, so schloß der Referent, den frischen Zug, der momentan durch die hiesig« Beweguuggeht, benutzen, um Dauerndes für die Gesainmthelt zu schaffen. Mit Ausnahme von B« y, Porzcllanarbeiter, der seine Stellung durch die eigenartigen Organisationsverhältniffe seiner Branche molivirte, ergab sich durch die Debatte Uebereiiistimmung der Vertreter der ver- schiedenen Gewerkschaften mit der Ansicht des Bortragenden, ein Kartell nach de mMu st er der Berlin er Gewerk- schaftskommission ins Leben zu rufen. Auf Antrag Sellin beschloß man, baß jede Gewerkschaft vorläufig durch einen Delegirten vertreten sein soll. Innerhalb drei Wochen haben die diesbezüglichen Wahlen in öffentlichen Ver- sanimlungen stattzufinden; die Adressen der Gewählten sind dem Komitee, welches die Vorarbeiten geleitet hat, zu üb«rmitteln, welches dann unverzüglich die konstituirende Versammlung ein« zuberusen hat. Barbiere und Friseurs! Seute, Donnerstag, Abends 10 Uhr, öffentliche Bersammlung in den Arminhallen Kommandantenitraße 20. Tages ordnung: Der Schlendrian in der Verwaltung der Orts Krantentaffe. Re: ferent: Kollege Starosion. ftraßen- Ecke. Gerstenähre( Brauer), Blumenftr. 38 bei Wiedemann. Frohsinn II, Friedrichsberg, Warthenbergstr. 67 bei Lange. Arbeiter Gefangverein Vineta, Kastanien- quee 11 bei Auguftin. Gesangverein Junge Eiche, Reinickendorf, Gesellschaftsstraße 11 bet 2. Harimann. Artisten- und Atlethen- Verein ,, Vereinte Kraft". Heute, Donnerstag, Alpenröslein, Bergstr. 60 bei Hilgenfeld. Arbeiter- Gefango. Ein Abends 9-11 Uhr, uebungsstunde bei Herrot, Plan- Ufer 92a. tracht III, Eberswalde, Etsenbahnstr. 77 bei Düball.. Gesangv. Oberon, Arbeiter- Bildungsverein Friedrichsfelde und umgegend. Kommandantenstr. 20, Arminhallen. Alpenrose, Forsterstr. 22 bei Gigung jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat im Lotal des Herrn Tilgner. Edelweiß III, Wollinerftr. 62. Gängerrunde, Naunyn G. Schulz, Prinzen- Allee 6, Abends 8% Uhr. Gäste willkommen. ftraße 37 bet Jablonsti. Morgenroth I, Rummelsburg, Türrschmidt: Arbeiter- Bildungsschule. Donnerfag, Abends 3%-10% Uhr: Nord= ftraße 33 bei Schöder. Weiße Rose, Reinickendorf, Residenzstr. 101a Schule, Müllerstr. 179a; Geschichte( neue). Süd Schule, Waldemar bei Malchin. T Gesangverein Widerhall, Naunynftr. 86 bei Zubeil. straße 14: Geschichte( alte). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theil Gesangverein Morgengrauen, Neue Friedrichir. 44 bet Röllig. nehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Gesangverein yra II, Charlottenburg, Wallstraße 102 bei Maschešti. Gefangverein Borwärts IX, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39, Bismardshöhe".- Gesangverein Weiße Rose, Reinickendorf, Residensstr. 101a bei Malchin. Bei allen Unterrichtsfächern tönnen Schüler und Schülerinnen auch jest im Laufe des Semesters, eintreten. -O 1 Arbeiter- Bitherverein Einigteit, Abends 9 Uhr Uebungsstunde be Nowad, Manteuffelftr. 9. Bitherflub Gleichheit, Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Neumann, Lothringerstr. 105. Gefelliger Arbeiterverein offnung bei Gittler, Mariannenstraße 48. Alle 14 Tage Abends 8% Uhr. Vergnügungs- und Touristentlub Freie Brüder, Abends 9 Uhr bei Roll, Adalbertstr. 21.- Ruderverein Vorwärts, Abends 9 Uhr in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20.- Statflub Sanfter Heinrich b. H. Brandt, Reichenbergerstr. 122. Pfropfenverein. Wedding, Abends 8 Uhr bet A. Wollf, Gerichtstr. 43. Rauchtlub Dhneforge, Abends 9 Uhr, bet Jafob, Boechstr. 21. Rauchflub Kernspize, Abends 9 Uhr, bet A. Böhl, Rüdersdorferstraße 8. Rauchtlub Pfeifendeckel, Abends 8 Uhr, bei Jeratsch, Langeftr. 24. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, bet Rohr, Naunyn= ftraße 78. Rauchflub Waldesgrün, Forsterstr. 19 bei Krüger.- Rauchtlub Brüderlichkeit, Bücklerstr. 49 bei Schuhmacher. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Babl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Arbeiter- Sängerbund Berlins und umgegend. Vorsitzender Ad. Neu mann, Pafewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten Hefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dießgen, Abends 8 Uhr, an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Abends 9 bis bei Schröder, Wiesenftr. 39. Neue Zeit, Abends 8 Uhr, Bonenftr. 40, bei 11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor Gieshoit. Süd Dft, bei Zoltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ecke. Gt. Urban, Annenftr. 9, bei Albert Prog. Gefangverein Freund Klub der Freunde bei Gnadt, Buttbuserstraße 32. Lefe: fchaft I, Swinemünderstr. 35 Gesellschaftshaus. Kornblume, Gr. Frank- und Diskutirklub Reimer bei R. Bahr, Gerichtsstraße 19. furterstr. 133 bei Gold.. Vorwärts II, Schönhauser Allee 28 bet Kelle. Hafenclever, Abends 8 Uhr, Restaurant Lange, Baumschulenweg 32 M. St. Arbeiterinnen dürfen in Fabriten nicht in der Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bet Werner.- Bregelschluß, Annen- Treptow. Sozialistischer Lese- und Diskutirklub Abends Nachtzeit von 81/2 Uhr Abends bis 51/2 Uhr Morgens und am firaße 16, Louifenstädtisches Klubhaus( Ehrenberg).- Dorfglödlein, 8% Uhr, Reichenbergerfir. 157, Sigung. Diskutirklub, Bettgeist" jeden Deutsch- Wilmersdorf, Uhlandt- u. Pariserstr.- Ede bei Wendt. 8aget Donnerstag nach dem 1. und 16. des Monats bei Tempel," Langeftr. 65, Abends Sonnabend sowie am Vorabend der Festtage nicht nach 51/2 Uhr nicht, Steglit, Schüßenftr. 40.- Borar, Manteuffelstr. 9 bei Nowack. 8% Uhr. August Geib Abends 9 Uhr im Reſtaurant Zubeil. Harmonie I, Tempelhof, Dorfstr. 18 bet Gerth. Nachmittags beschäftigt werden. Ob das Geschäft, in dem Sie Steinfeger= Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. als Arbeiterin beschäftigt find, als Fabrit zu erachten ist, Sängerchor, Ruftanten allee Nr. 28 bei Fiebiger.. Kreuzberger Alle Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: Harmonie, Schönleinftr. 6 bei raat. Flöter'scher Gesang Adalbertstraße 95. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruderbund, läßt sich ohne jede Kenntniß der näheren Umstände nicht verein, Koppenstr. 47 bet Wilhelm Lorenz. Sängerchor Berliner Andreasstr. 3 bet Noll. Rauchtlub Graue Wolte, Krautftr. 48, fagen. Sie werden am besten sich direkt an den Fabrik- Inspektor Kürschner, Weinstr. 11 bei Feindt. Arbeiter- Gefangverein Dranien: Berein burger Vorstadt, Hochstr. 32a bei R. Wilte. Gesangverein Gleich heit, Schönhauser Allee 138 bei Rocita.- Abendroth, Deutsch- Wilmers: dorf, Güzelstraße, bet Liebelt. Ost- und Westpreußischer Männer Gefangverein, Krautstr. 6 bet Rudolf- Arbeiter Gefango. Morgen roth IV, Köpenick, bei Wölftein, Adlershof, Bismardstraße. Gesangverein Völkerfrühling, Schüßenstraße Nr. 33 bet Otto. Eintracht II, Glienecke bei Adlershof, Köpnickerstraße bei Witte. Arion II, Prenzlauer Allee 26 bei Riedel. -3utunft III, Belten t. d. Mart, Wilhelmiftr. 19 im Gent, Grüne Giche( vor dem Salle'schen Thor), Abends 9 Uhr, bei Gaugr, Mittenwalder- Straße Nr. 2. Rauchklub Er= holung, Pawlicki, Münchebergerstraße 9. Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr bei Bringborn, Madaisir. 12. Sumuristischer Klub Uni verfum, Beteranenftr. 18, bei Schulz. Geselliger Klub der alten Moabiter, Emdener- u. Wadenserstr.- Ecke bei Schirmer, Abends 9-10.Stattlub Tournée, bei Redanz, Wrangelfir. 84. wenden. Geschworener. Das Amt eines Schöffen und das eines Geschworenen ist ein Ehrenamt, das unentgeltlich geführt wird. Eine Entschädigung findet also nicht statt. Wer glaub haft macht, daß er den mit der Ausübung des Amts verGesang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerkag. Gefangverein bundenen Aufwand zu tragen nicht vermag, tann die Berufung 2yra, Abends 9 Uhr im Restaurant Bergstr. 17.- Suchsdorf'scher Hotel W. Grunom. Brüderschaft, Stallschreiberstr. 29 Bum eichenen männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 Uhr Uebungsstunde zu diesen Aemtern ablehnen. Der Betreffende wird gut thun, Stab". Liedes Echo, Reichenbergerstr. 24 bei Tauschte. Treu und bei Brüning, Rosenthalerstr. 11-12.- Gefangverein Jugendfreuden, sein Gesuch mit dem Antrag um thunlichste Beschleunigung zu Fest, Lebuferstr. 5 bei Nemiz. Bruderbund, Lübbener- u. Görliger:| Männerchor. Abends von 9-11 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstr. 57. wiederholen. 1000] Damen!!! 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