Kr. 615 ♦ 37» Jahrgang Kusgadk B Nr. 170 Orgnnt&ret* t V•tt.ltSbri. 80.— üfi u. monutl.K),— 3B. rtei in» öou». ooraus loblbot. Pok» oe»u« Mon-lli» ia- Mt.»rtl. Rn* fteaunB»a»oiibi. Unter strnubanft ffn Dentidilonb un# Oefimeidi 18,' 0 MU. ffir sa» übnai Äu.ians sei laalich »imnai. Rnftellnni! Z1Z0 T.n't-ie. ilellunaen itesmen an Oefterteidv Unzarn, Tschecho-SIowatei, Oane- uiar:, Soflano.-nretnouca, ritiweven nnb M» Schwei».— iin�erraofn» Sie Soft- emma» Dre»Ufte. De».«orTOrt«* mti 6« Sonntao» dl Lag»»Volt iL.Reif erdieini weche» iftgiich zweimal Sonniaae und Mo» tag«•inmni. teiearamm-Ädreffe �e}lalt>emoteat BnOa*. Abend Ansflabe rlincr Nolksblntt (�20 Pfennig SlnzeigenpretS: Die achigeivaUene Z!onvaretlle»ei!> ioftetZ.— M.. Teurruns»iiu>ch>aq SO'lr- Jllein» Anzeigen-, da» irtft jeonjitte ZSori l— M.(»ulnlftp zwei 'ettgedniittc BJorte), lede» weitere ®»tJ 60 Pia. Eiellenqeiuche nn' Schiaiftellenonzeipen da» etfte®er « Big. lebe» meliere Man«o Pfx. Worte Uder IS Puchs: ti den iählen für iwei Warle. Teuerunastuschia« M»;» �amiIien-Anlieiaen für Abonnenten ZeUe Z— M, ooftiiiche und av wenichanuche Verein»- An eigen S,— Ml. die Relle ohne Aufschlag «nzeigen ritt die n o chii e Stummer mit sie» bi« 8 Ahr nach mittag» im Hauvigeschchst. Berlin ZW i. Llnbe«- ftratze 3. abgegeben werben Seöftiu' »an 9 Übt trüb bi» ö Übt abend». Zcntralorgan der rozialdcmokratifcben Partei Deutschlands Ncöaklion und Expedition: EW. v8. Lindenstr. Z. NernivreiUer:«mi Morinvlan. Str. K.I»«I- 1.11 u?. Donnerstag, den 16. Dezember 1920 vorwarls-veriag G.m.b. K.. EW. 68. Lindenstr.Z. Krrnlvrechrr: Ami Morinvlan. Sir. lI7Sa—.»4. Die Msemanöerschung in Druffel. Brllssel, IS. Dezember. Die Konferenz der all!» irrten To ch verständigen hat einstimmig D r l a r r o i r zu ihrem Präsidenten gemählt. Hierauf setzte sie ein allgemrined Arbeitsprogramm fest. DaS Programm, das die Finanz- und wirt- schaftlickieu Fragen und die LeiftungSsähigteit Deutsch- l a n d S umsaht, wurde heute de« deutschen Delegierten mitgeteilt, die morgen an den Arbeiten der Konferenz teilnehmen werden. Pari?, tü. Dezember.„TempJ" meldet aus Brüssel: Die Sitzungen der LachverstLndlgcnloufcrcnz finden im Palais de l'Academie statt. In der heutigen Beratung der alliierte» Goch. verständigen ist bestimmt worden, daß die Alliierten Anfragen an die deutschen Bevollmächtigten richten werden über die wirt- schaftliche und finanzielle Lage Deutschlands. Sie werden auster- dem von den deutschen Bertretern verlangen, daß sie erklären, auf welche Fragen sie sofort antworten könnten. Jede akademische Diskussion soll als überflüssig'ver- mieden werden. Neue Ententenoten. Paris, Ml. Dezember. Dre Botschafterkonferenz stimmte dem Reglement über Vre Durchfahrt von intrralliierlen Kriegsschiffen durch den Kieler Kanal zu. Sie beschlotz ferner, an die österreichische Regierung eine Rote zu richten, in der diese aufgesvrderi wird, die aus der Anwendung der m i l i! ä r i s ch e n Klauseln de« Vertrage» von St. Äermain sich er. gebenden Maßnahmen zu ergreifen. Die Konferenz beschloß ferner. cn die deutsche Regierung eine Note zu Richten, in der Deutchland gefragt werden soll, aus weichem Gründe der Abschluß de» Vertrage« mit Dänemark über W Regelung der durch die Abtvetung von NordschleSwig entstehenden Fvagan verzögert wird. Enöe ües norwegischen Eisenbabnerftreiks. Kristkanla. lS. Dezeimber. Der Eisenbahnerstreik ist beigelegt. 5COO Beamte stimmicn für Wiederaufnahme der Arbeit. 8000 dagegen. DaS Storthing hat Mastern mit 100 gegen die VS Stimmen der anwesenden Sozialdemokraten einen sozial. dimokraiffchen Antrag mit ein« Teuerungszulage für die beiden uiuersten Beamtenklassen abgelebnt. die Schweizer Spaltung. Per«, 16. Dezember. lTchweizerffche Depeschen. Agentur.) In t*t Montag si�ung der Kommunisten und Neu-Kommu- nisten wurde beschlossen, alle die zum verlassen de» Saal«? auf- zufordern, welche sich weigern, sich durch Unterschrift zum Kommu- niSmuS zu bekennen. Damit ist die Konstituierung der einigen kommunistischen Partei endgültig er« folgt. Sie tritt vorläufig aus der sozialdemokratischen Partei der Schweiz noch nichtKunstb!atles" teran» getreten, den sie zu ihrem delegierten Mitglied für Teutschland er:, aume, und will einerfeil« eine Aasstellung von Werken ihrer Mitglieder zusamniensiellen, die in verschiedenen Städten Deutsch- lands gezeigt werden sollen, andererseits innerhalb ihrer Aus- stellungen Werke deuischer Künstler zeigen, dckien volle Gleich- bcrechtigimg und Gegenseitigkeit zugesichert wird. Um diesen sich neuanbabiiend-.,, demsch-sranzösiichen Kunstbeziehungen Dauer zu oeben, b'» bloß die Lectioa äor, eint Anzahl gleichstrebender deutscher Kiftfttler zu MAgliedern zu ernennen und solche, u. a. Campendont, Fei-�nger Groß. Hecke>, Klee und Kokoschka zur Be- teiligung an der 1L21 Vau ihr» Pari« geplanten Ausstellung ' Gäste«it Epeffenapf antreten, nm ihren Zug Essen in Empfang zu nehmen. Oder sollten wir uns da über die Vieffertigtstt der Technischen Nothilfe getäuscht haben?! „Exotistbe Spezialitäten�. Eine Verordnung au» der Zeit, da Deutschland noch.in roten Ketten" schmachtete, venbietet die Einfuhr v»n Delika- t e s s e n und bedroht oevbotswidvig eingeführte Ware dieser Art mit der Beschlagnahme. Der nahel.egende� Zweck dieser bis- > her zigch nicht aufgehobenen Riaß nähme ist, die deutsche Valuta ! nicht durch d,n Uebcnmit ve icher Verschwender noch weiter her- i unterwirtschaften zu lassen. Leider geht es mit dieser Verordnung wie mit manchen anderen, sie steht aus dem Papier, und man I kümmert sich nicht um sie. Vor uns liegt der Prospekt einer Berliner Feinckostihandlung. Er kündigt auf dem Umschlag„feinste Delikatessen, exotische Spezialitäten" an, und er verheißt wahrlich nicht zuviel. U. a. i werden migeDoten: Trüffeln 280 M. das Pftiild, kalifor- �Nische Pfirsiche 88 M. die Dose, Gänsoleberpa stete'(Orig.nol Straßburger) 80 M. da« Pfmst», Tiroler Aepfel 8,75 das Stück, französische Kognaks zu IM M. französische Liköre zu 250 M. die Flasche. Im übrigen genügt ein Gang durch Berlin, oin Mick auf die Schaufenster, um zu erkennen, daß alles Verbotene im Ueberfluß vorhanden ist. Es sche.nt aber, daß sich jedes dieser Geschäfte, wie die Luxushotels, einen hürgerlichen Journalisten hält, der sofort zu bellen anfängt, wenn die Polizei in die Nähe kommt. Darum traut sie sich offenbar nicht heran, und die heiligsten Güter der Nation bleiben gänzlich außer Gefahr. Strefemann will„tserr weröen". ♦ In einer Hamburger Rede führt« der Volksparteiler und Kettenfprenger Strefemann aus, unser« Lage sei �zar so trostlos nicht", wenn wir unsere Produktionsfähicfteit in Rechnung stellen. Wenn uns Oberschlesien bliebe, wenn wir der Bestrebungen der Bolschewisten, der Bestrebungen der soziali ischen El«. me n t e in unserer Wirtschast und jener Betätigung der bureau- kratischen Elemenie, die die Tätigkeit dds Kaufmanns eindämmen, Herr werden, dann werde auch hier Wiederaufbau möglich sein. Als.wahre Sozialisierung" empfahl.Stvesemann das von Stinnes vorgeschlagene System der Kleinaktien für die Bergarbeiter. Es hätte un? wunder genommen, Herrn Strefemann anders tanzen zu. sehen als Herr SiinncS pfeift. Und wenn der biedere Stresemichel auch über alles Herr wird— in diesem Punkte wird er wohl nie— Herr werden! Der unerqrünöliche verleumöersumpf. Tie Aussage des Herrn' Ackermann. Von unserem Korrespondenten in Frankfurt a. d. O. wird uns geschrieben: Die Behauptung de? Herrn Ackermann von der.Deutschen Tageszeitung", er habe die Aeußerung, daß»mer> dem demokm-- tisäten Regime sich Minister ain Rpder halten könnten, die sich eines Verbreckicns schuldig machten, nicht getan, entspricht nicht den, Tatsachen. Wir zitieren darum nach unserem Stenogramm. Rechts. amvalt F a l k e n f e l d, als Verteidiger des Nebenkläger« Robert Schmidt, richtet folgende Frage a» den Zeugen Äckermann: „Glauben Sie. daß ein Minister sich mn Ruber hatten könnte, wenn er sich eines derartigen Volksb.'trugcs schuldig machte?" Zeuge Ackermann:„Ich halte das unter dem demokratischen Regime s. hr wohl für möglich." Wenn Herr Ackermann jetzt diese Aussage abstreitet und er- klärt, er habe nur gesagt, das entzieht sich seiner Beur. teilung, so beweist er damit, daß er entweder nicht den Mut hat, zu seinen Worten zu stechen, oder daß er der Konsusionsrat ist, der heute nicht mehr weiß, was er gestern gesagt hat. AIS Landrat für die Grafschaft Hohenstein wurde Genosse Otto Voß, früherer Gauleiter des Meia lla rbei te ruerba»des in Halle, mit n soz raldemo trat ischen gegen 12 bürgevliche Stilmmen gewählt. einzuladen. Generalsekretär der Sektion ist Leopold Survage. mit der Ausstellung fürs Ausland beauftragt der in Paris lebende russi'che Bildhauer A r cb i p e n k o. Dieser erfreuliche Beweis tcr Kameradschaftlichkeit der sungen Künstler uiitcrjchcidet sich vorteilhaft von dem dieser Tage in Brüssel gefaßten Beschluß der alliierten Kunstakademien, die Deutschen zu der neuen Union der Atadeiinsn nichi einzuladen. BcrfassungSlehre in der Schule. Paul O e st r e i ch regt in einer Zuschrift an uns folgendes an: Nack, Artikel 148 der Ver- fassuny des Deutschen Reichs„erhalt jeder Sck,ü!er bei Beendigung der SchiUpsiicht cin.n Abdruck der Verfassung". Diesem Artikel ge- schicht jetzt Genüge, indem die Eremplare für di» Schul- „ablturie.Ucn" von Ostern und Herbst 1020 geliefert werden. Das ist erfre'itich. Würde es aber nicht heißen, dem Sinne der Ver- sassungsbeftimmung noch gerechter werten, wenn man die Ver- sasiungsexcmptare so anlieseri, daß sie bereits 2 Jahr« vor B e- endigung der Schulzeit dem Schüler als Eigentum übe�gebm und den, Verfassungsu n> e r r i ch t'N de? Schule zugrunde gelegt werden können? Die Schüler haben dann mehr davon, leben sich in das Heft hinein, und di« Lehrer sind wenigstens hier von der jetzt so schrecklichen Buckbr'schaffungSnol erlöst. Sollte nicht daS ReichSamt des Innern so verfahren können? Der Vasus-ung wi verspräche das nicht, ginge nur unwesentlich, aber überaus praktisch über sie hinaus.' � Di« alt« sozialdemokratische Forderung der Unentgeltlichkeit der Lehrmittel sollte in der Tal durch dl« Anregung Pros. Oest- reichs in bezug auf den Verfassungstext schleunigst verwirklicht werden. Es gilt, das Bedürfnis, mit der Verfassung zu leben, in den jung«,, Köpfen und Herzen zu entwickeln. Dem wird auf diese Weise ged ent. Und ist das Bedürfiiis da, so wird der Wunsch, den Text zu besitzen, später um so eher aus eigenem Antrieb befriedigt werden.- Eine Orchesterschule in Berlin. Anläßlich de? Beethoven- Geburtstages regt Minister Haenisch in einem Schreiben an den Direktor der Akademischen Hochschule für Musik die Schaffung einer Einrichtung an, die zur Sicherung des hohen Standes der deutschen Orchestermusik beitragen soll. Die geplante Aucbi'.dungS- statte soll.dem ernst strebenden Nachwuchs das durch die wirtscha't- liche Ungunst der Zeit besonders erschwerte Studium der-Orchester» instrumcnte erleichtern. Die Einrichtung ist als ein neuer Zweig der Hochschule gedacht; zur Durchführung des Planes sollen die sachlich beteiligten Stellen und Verbände herangezogen werden. „Gestohlen." Zu der unter dieser Spitzmark« in Nr. 004 ver- öffentlichten Notiz wird uns geschrieben: Der ZeitungS-Richard im Cafö des Westens mag ja ein heller Junge sein, aber di« Eriin. dung, Gegenstände durch die Aufschrift:„Gestohlen im Cafe des Westens" vor Diebstahl zu»sichern, hat er nicht gemacht. Dieses Scbudmitel gegen Diebstahl ist schon sehr alt. Als ich noch ein Schuljunge war— das ist länger als 50 Jahre her— gab es in meiner Heimat, einer märkischen Kreisstadt. Bierkruken mit der eingebrannten Aunckrist:„Gestohlen beim Gastwirt Krüger." Es damals noch nicht üblich, beim B, erverlaus außer dem Hause Pfand woher äke Stlrn? Der Deutsche Offiziersbund, Landesverband Bachern« Ortsgruppe München, ist so freundlich, uns eine Protestresolunon zu übeLsiirde«, die er gegen den„V o r w ä r ts" und den Geuossc» Scheidemann wegen angeblicher Beleidigung des alten Ossi- zierskorvs angenommen hat Auf den keifenden, sich vor Wut ülberschlogeulden Schftnpstott in« las Machwerks einzugehenn, versagen wir uns. Wir stillen nur fest, was w.r schon mehrfach festgestellt haben: dem Deutschen Offiziersbund fehlt jedes moralische Recht zu derartigen Entrüstungskundgebungon. Eine Ossiz ie rso rgc ni f ertion, di« sämtliche von deutschen Offizieren begangenen Schandtaten, wie die Ermordung Liehknechts, Rosa LuxcmhurgS, di« Erschießung der 2S Matrose», die Meuterei eines Lütmiitz und Ehrhardt, die un- zähligen sonstigen Vorkommnisse in der Reichswehr, dl« während des Krieges von deutschen Offizieren verübten Coldatenmihhand. lungrn und Plünderungen, d.e Marterung des KriegSftelwilliigcn Helmhake durch Leutnant Hiller usw. an sich hat vorübergehen lassen. ohne ei» cinziges Mal die Stimme dagegen zu erheben, ohne gegen die Schändung ihres Berufes durch eigene Berufsgeossen, ohne diese Leute von sich auszuschließen und für umvürd.g zu er- klären, eine solche Verufövrganisation hat nicht die Spur von Be. rrchtigung, sich moralisch zu entrüsten, wenn dir Taten solcher?er- brcchcr schließlich auf da« Ansehen des ganzcu Standes adfärdeu. Gleichstellung von ftlt» unö Neupenstonären. Im Hauptausschuß des Reichstags vom Donnerstag erstattete zunächst Abg. Hoch(Soz.) als Mitglied des mit der Durcharbeitung des Pensionsergänzungsgesctzes beauftragten Unter- ausschusses Bericht über die Berauingsergebnisse. Danach ist ent» gegen dem Regierungscntwurf die Gleich st ellung der All- Pensionäre mit den�e Upens ionären beschlossen worden, Das Zentrum und die Deutsche Volksparic, sitzten sich für eine Erhöhung der Gebühren des R c i ch S p a t e n t a m l s ein. Auch die Verkaufspreis« der Patentschriften, cheren Preis jetzt nur das Doppelt« des Fricdenibetrags ausmacht, müßten bedeutend erhöht werden, nachdem auch die Rcichsdruckerei ihre Unkosten um daS Zehnfach? erhöhen mußten Es sei aber bei der neuen Kostciisist- setzung daraus Bedacht zu nehmen, daß hierdurch nicht etwa d.e Erfindungslust und Erfindungsmöglichkcit gedrosselt werden.— Reichsjustizminster Dr. Heinz«: Di« Gebühren müssen erhöht wer- den. weil das Reichsjustizministerium nicht dauernd ein« Zuschuß- behörde bleiben darf. Dr. Nadbruch(Soz.) fragt an, ob dem früheren Vorschlage stattgegeben worden ist, einen Vertreter her Anwaltschaft ms Reichsjustizministerium einzubeziel?eir. — Der Re'chSjustizminister erklärt, daß dies bereits geschehe» sei. Nachdem der Hauptausschuß noch eine ZIcsoftition deS Zentrums angenommen hat, wonach die Reichs reg ierung prüfen soll, inwierveit durch Erhöhung der Gebühren in Patent- Gebrauchsmuster- und Warenzeichensachen siwie durcb Erhöhung der Preise für die vom Patentamt ausgegebenen Druckschriften die Einnahmen vermehrt werden können, wird der Haushaltsplan des ReichSj'-istiz- Ministeriums bewilligt_ Christliche RachepreSlftt. Man schreibt uns; In Lübeck wurden die Fahnen der ehe» maligen lWcr und des Lübecker Lanhrvehr-BalaillonS der Marienkirche überwiesein Die Miiilärpanei und die Nationalisten benutzten die Gelegenheit zu einer Orgesch-Deinonitra- ftion. Man tanzte un vollen Schmuck aller Orden und Ehren- zeichen an. Pastor Denker von Sankt Marien Hielt eine Festrede nach dem alten Rezept der Rache. Viele sind an Gott irre ge- worden, weil er uns nicht auf die Höhe des RuHnis und der Macht füllte. Dennoch, sollen wir in dunkelster Zeit an dem Glauben ünserer Väter festhalten:«S lebt ein Gott, zu richten und zu rächen! Mag unßere Feindin, die Entente, auch so tun. als cw sie allein die Welt regiere, so wissen wir eS doch besser. Gott sitzt im Regiment! Nur er ist der rechte Wuildermann, der bald er- höhen, bald stürzen kann." Derartige kirchliche Nachegefstsgansaren sind nicht geeignet, die Entenie von der Notwendigkeit der Revision deS Friedens zu überzeugen. itchängige Anträge im sächssschen Landtage. Im Oantdtage beantragen die Unabhängigen die Vorlage eines Amnestie- g e s e tz e S für politische Vivgehen. sowie Festlegung des 1. Ntoi und des 9. November als gesetzliche Feiertage. aus F'asche?! oder Kruken zu nehmen. So suchte sich denn der Gast- wirt durch die genannte Ausschrift die Rückkehr seiner Biergesäße zu sichern. Trotzdem hat manch« der so gekennzeichneten Ktu.'cn den Weg vom Kunden zum Gastwirt nicht wieder zurückgefunden. Wir Schuljuingi» übten den vom Gastwirt angewaisdten, aber wahrscheinlich von ihm nicht erfundenen Brauch in einer etwas an. deren Form. Hotte jemand ein unterhaltendes Buch bekommen. dann wanderte es im Freudeskreisc von Hand zu Hand. Um dem Buche die Rückkehr zu seinem Eig ntümer zu sichern, schrieb man aus die Innenseite des Deckels die Worte:.Dieses Büchlein ist mir lieb, wer mir'S stiehlt der ist ein Dieb." Dann solgte die NamenSunterschrift.— Mann kann also nicht einmal sagen, daß der ZeitungS-Mlmvd der erste war. der die Formel.gestohlen' usw. aus Literalurerzeugnisse angewandt Hai. Wcißbierkrukcn mit der Inschrift:.Gestohlen bei...." habe ch ansang der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts auch in Ber.in öfter gesellen. Ucbrigens ist auch oer Potsdamer Magistrat nicht die erste Behörde, die sich des erwähnten Schutzmittels gegen Diebstcb's-bedient. Im Frühsahr 1878 habe ich im Provinzial- krankeiihauie in Magdeburg Bierkruken. und wenn ich nicht irre. auch Eß- und Trinkgeschirr mit der Ausschiisl..Gestohlen im Pio- vinzialkrankenhause" gesehen. Also: Es ist alle» schon eiiunul iw» gewesen. Po'itische Satire im ZirkuS. Ein schwedisches Blatt erzählt: Der russische Zirkus ist gegenwärtig, wi« olles andere in Rußland, als Ausdruck der öffentlichen Meinung in Gebrauch genommen. Man erzählt, daß sich neu! ch ein Clown im Zirku? Ciniselli in Petersburg an einen anderen wandte und fragte, wo er die ganze Woche gewesen sei. „Brennholz suchen k" war di« Antwort, und dann«rzäblle der Elown, wie er gegangen und gegangen sei gesucht und gesucht habe, aber endlich habe er doch gesunden. Der andere fragt, ob er das Holz sehen dürfe. „Ja, wenn du mir feierlich versprichst, daß du es nicht anfaßt." Der andere verspricht es unk nun zieht der Clown auS einem riesengroßen Sack ein— Zündholz! Beide Clowns wurden sofort eingesperrt.(Sagt das schwedische Blatt.)_ Musik. Im Leistna-Miiteiim findet beute Donnerstag, abend» TV, Nbr, eine zweite Bceldooe». Feier zum Lcnc» der g i» o e r d i> s e itait. Z'erliner Mmeen.?ei der nennegi findet» Enlnncktungsaesidiltit- licken Abteilung deS Berliner Mmeums für B öl teil nftc. die P ofeffor H e i n r i 6> Gunotv einrichtet, wurde jehl Dr. ll i I t e n d c t t h zum Kunos ernannt. Tie?l»sstel?nng der Schule Metman» Im Neuen AchSneberger Rathous. de beute tu Ende xedt. wuide von etwa 20 000 Per oiien in Augen chriu genommen. iv«indar, N anr vernnstnltet am 18. Januar in der Tezeision eine» neuen lileraii'che» Abend unter dem Titel Saian und Eatgr. Prinz Hagen. Das aä, l!>. Dez-mber. nabmittag« 3 Nor. In der' Pbi baimoiiie vom Prolctaiiicheii Toeater auige'ü'ute vbantolti'che Zchau. viel.Biin, Hagen- von Stuctair erscheint in Suchjocm un Mallt-Verta� Berlui-Hotenje«. Wirtschaft Zu viel Baumwolle am Wollmarkt. HarmSworth erttärke im englischen Unterhause, die Anbau- fläche für Baumwolle in Aegyvlen sei aui die H ä l s l e reduflerl woiden� um die finanzielle» Schwierigkeiten zu erleichtern, welche durch das Fallen der Preiie entstanden seien. Die mangelnde Kaufkraft der europäischen Länder macht sich auf dein Weltmarkt überall sichtbar. Auch aus A n t- wer ven wird gemeldet, dag die abgedaliene Ankiion vSn La P l a t a- W o l l e n einen sebr iliigünstigen Verlans nadm. Vo» den gesamien angeholenen 8>00 Ballen wurde iast alles zurück- gezogen, obwohl unter den angeboienen Wollen eine gu'.e Aus- wähl von Kreuzungswollen vorhanden war. Lcrbiviguvg der amerikanische« Frachtsätze. Einem New Aorler Kabeltelegramm zufolge sind die Fracht- raten iür Kohlen von amerikanischen atlani'schen Häfen nach Roiterdam von 6', auf Dollars pro Tonne herabgesetzt worden. NebersremdungSgefatzr. Die G.-V. der Sächsischen M a- ichine n fabrik vor>u. Nich. Hartmann A.-G. in Chemnitz ietzie die Dividende auf 18 Proz. Ii. B. 8 Proz.s fest. Die Ber- fommlung belchlotz. wegen der drohenden tteberfrem- dungsgefahr die Erhöhung des Giundkapiials um lb M>ll. üvroz. Vorzugsaktien mit zehnfachem Stimmrecht; Ausgabe- kuis 103. Mittekdeutschr Motorpflug A.-G. in M->qdeiurg. Die General- VermminliHig genehmlgle den A.'ichlutz. der einen Ge- s ch ä f t s o e r l ii it von 180 214 lllt. etgibt. Die Hoffnung, fchon im ersten Jahre eine Serienfaörikation in giosirm Maßstabe auizunehmen, hat sich nich: ersülll. Ebenso wie andere landwirtschaftliche Maichinenfabriken, Hai die anßerordenlliche Absatzstockung die G fellschaft betroffen. Die Siockana im Ab'atz in eine Folge des Umstände«, daß die riusfnhr von Motorvflügen sich infolge der Unsiche, beit der volilifchen und wirtichasil�chen Verbälinisie nach dem Ber'ailler Frieden und in Anbeirachl der durch die Valuiaichwankungen de« dinglen Unmöglichkeit genauer Kalkukoiion nicht hat durchführen laiien. Hiiizulommt. daß große Länder, welche besonders für den Molorpflug in Bewacht kommen— w e Polen, Ungarn, Mrame und Rußland— für Deuischland abgeschlossen sind. AubenhandclSÜclle für Robholz»nv Erzeugnisse der Säge- industrie. Unter Zuilimmung der Regierung ist, wie die.Holz- well", Berlin, meldet, soeben die Äußenhandelsstelle für Rohholz und Erzeugnisse der Sägemdiinrie gegnündet woiden. Vorsitzender für die Arbeitgeber Holzbändier Ädoit Mobr i. Fa. Mohr u Co, München, iür die Arbeitnehmer GewerkschaslSsekretär Scheffwr. Billigeres Getreide in England. Die Geireidekommiision bat die Preise jüc Korn um 7 Schilling S Pence herunterge jetzt. GroßSerün. Spart Orennstoff! Welche Hausfrau wird glauben, daß sie ihren Ofen nicht richtig beizt? Kenner behaupten, daß nur wenige dies« Kunst wirklich ver- stehen. Mit möglichst wenig Brenn st off eine mög- lichst hohe Heizwirkung zu erreichen, ist in diesen Zeiten der Boennsiofftnappheil nötiger als je. Auch in'den Bureaus der Behörden, in den Schreib- Verkaufs- und Lagerräumen der Geschäfte, in den Maschinenhäusern der Fabriken muß weitest- gchcnde Ausnutzung der Brennftoffe angcstrvbt werden. Man ist auf den Gedanken verfallen, Ausk ärung hierüber von Amts wegen zu verbreiten und öffentliche Heizbera« tungs st eilen durch die Gemeinden zu schaffen. Urber diesen Vorschlag, den auch der Reichskomwissar für Kohlen» verieilung umersiützt, sprach gestern im Bürgersaal dez Berliner Rathauses der Müncl�ener Stadtrai Ecker, Vorsitzcndex der Zen- träte für das deutsch« Ofensetzergewenbe und Mitglied des Sach- herüändigenausschuffes iür Brcnnstoffverwendung beim Reichs. lohsenrat. In Bayern sind Anfänge zu einer derartigen Einrich- :ung betet'« vorhanden, man will sie aber auf das ganze Deutsche Reich ausdehnen Die Belehrung soll sich nicht nur auf die Be-� nützer der Heizungsanlaaen erstrecken, sondern das ganze Bau, ge werbe soll auf eine bessere Wärm ewirtschaft der Häuser sich einstellen- Bau» und Maurermeister, Ofensetzer und Schornsieii'fegcc sollen zilsanimenwirken, durch zweckmäßige Anlage der Ocfen. Herde und Schornsteine die richtige Benutzung zu ermöglichen. Der Vortragende forderte, schon in den Vauordnungen mehr Rücksicht auf die Wärmewirt- schast zu nehmen. In der Aufklärung der Bevölkerung sollen die Bevatungsstellen unterstützt werden durch den HaushaltungS- Unterricht, durch öflentlche Borträge und durch die Presse. Der die Versammlung'eitende Sladtbaurat Horten versprach, sich für das Zustandekominen einer solchen Hcizbcratungz. stelle in Berlin einzusetzen An der Diskussion beteiligten sich Architekten, Osensetzermeiste, und auch einige Gehilfen, die den Meistern keine Liebenswürdigkeiten tagten. Einig war man darüber, daß schon bei richtiger Anlage von Stubenösen und Kücken- Herden gewaltige Mengen von Brennstoff gespar: werden könnten. Gerade der minderbemittelten Bevölkerung bringt in ihren elenden Wohnungen die Mangelhaftigkeit der Oese» und Herde den schwersten Schaden. Schlief;««!, der Kaffeehäuser am Heiligabend. Um den Angestellten im KaffeehauSgewerke Gelegenbert zu geben, den Heiligabend im Kreise ihrer Angehörigen zu verbringen, hat der Verein der Berliner Kaiseehausbesitzer in seiner Monats. Versammlung beschlossen,, am Weihnachtsheiligabeud die Betriebe um 7 Uhr für das Publikum zu schließen. Im Zusammenhang hiermit wurde in der Sitzung darauf hiegennesen, daß die Arbeit- nehmervrganisationen des Gastuirtsgewerbes im vorigen Jahre mit allem Nachdruck dahin gewirkt hätten, daß die Angestellten auf WeiHnächtSgratisikationen verzichten und lieber eine bessere tarif- liebe Entlohnung austrehen solben. Die Versammlung besckiloß, dreier Aiischailiina in diesem Jahne Rechnung zu tragen und keine We�hnachtsgratif kalionrn mebr zu gewähren, zumal der neue Tarif, der kurz vor dem Abschluß stehe, namentlich dem HilfS- personal erhebliche Lobnerböbungen br nge. Ten Kellnern seien im großen und ganzen keine Lobnaufbesseriingen zugestanden worden, da sich beide Tarifparteien darüber einig seien, daß das Trinkgeld- system nach wie vor bestehe. Nach Inkrafttreten des neuen TarifeS werde eS sich mit Rücksicht auf die bedingten M•braiisgabcn wohl kaum umgehen lassen, auch die Preise in den Kaffeehäusern etzras zu erhöhen._ Ueber Sie komln»nSen Lanöta?swZl>!en sprach in der Kreisv.'rtrelerkonforenz de« S. Kreise» s�rse- d r i ch S h a! n Genosse Siering. Redner b: tonte, daß mit dem Ein- zug der I-lö Mann starken sozialdemoknatisckien Fraktion, deren Mitglieder zum großen Teil vor völlig neue Aufgaben gestellt waren. ein äußerst schwieriges Ringen um jede den politischen Zeitverhält- nissen entsprechende Gesetzesvorloo.' begonnen habe. Bei Prüfung der sozialdenkokrat schen Arbeit im Landtag müsse berücksichtigt wer- den, daß die Fraktion, um überhaupt praktisch« Arbeit leisten zu können, auf die Mitarbeit der bürgerlichen Koalitionsparteien an- gemtfea war, deren schwankende unzuverlässige Haltung so recht draRAch bei Persckflevpwng der Grui ikssleue rbmkage durch die Dem»" kralen.zum Ausdruck gekommen sei. Mit außerordentlichen Schwierigkeiten waren insbesondere die Kämpfe um die Verabschiedung der preußischen Verfassung ver- lnüpst. Unerledigt bleibt die überaus wichtige Erneuerung der Städteordnung. Genosse Sierrng forderte die Funktionäre auf, durch Agitation und Ausklärung der Wähle rtnosien für eine Stärkung der neuen S.P.D.-Fraktion Sorge zu tragen. Weder reaktionäre Maßnahmen von rechts noch phantastische Ideen von links dürften uns von dem gesteckten Ziel, Schaffung einer sozialistischen Mehrheit im Parla- ment, abbringen. Bei Aufstellung der Kandidatenliste fand eins sehr lebhafte Aussprache üver die grundsätzliche Frage der Doppelmandate statt. Abgesehen von unbedingt nobwendizen Einzelfällen bei Personen von prominenter Bedeutung, lehnt die Versammlung einmübig Doppeikandidaturen ab In einem«insiimmig angenommenen Antrag an den außer- ordentl.chen Bezirkstag sollen die Kandidaten zum Landtag, ver- pflichtet werden, falls sie später durch Nachrücken ReichStagKabge- ordnete werden, auf eines von den beiden Mandaten zu verzichten. Ms Kandidaten' wurden ausgestellt die Genossen: Lüde- mann, Gertrud Hanna;» H a e n i s ch, Hirsch, Heller, Cunow, Genossin Wachenheim, Genosse Schlegel und Sieg. Roscnseld. Gefunden wurde ein Knebser; abzuholen beim Genossen Buchuiatin,(Btmhmec Allee 25. Schneeverwohnngcn und Verkehr. Infolge des ziemlich starken Schneefalles der letzte« Nacht sind auf den Berliner Fernbatnhöfen verschiedene Züge mit nicht unoeträch-.licher Verspätung eingetroffen. So halte der aus Mün- chen auf dem Anhalter Bahnhof einlaufende Zug Nr. 21 eine Ver- späiuug von andcrihatb Stunden der aus Stuttgart kommende Morgenzug eine solche von dreißig Minuten zu verzeichnen. Auf dem Lehrter Bahnhof lief der aus Hamburg kommende O- Zug ebenfalls mit einer Verspätung von dreißig Minuten ein. Die des Morgens auf dem Schlesischen Bahnhos ankommenden Per- sonenzüge kamen iit nur unbeirächilichen Verspätungen dort an, während die andern Berliner Fernbahnhöse keinerlei Verspätungen zu verzeichnen haben._ Maffcneinbrüche. Auch in der vergangenen Nach: waren die Einbrecher wieder an vielen Stellen mit sehr großem Erfolge tätig So stahlen sie bei der Firma Bork u. Goldschmidt in der Fruchtstr. 1/2 für 200000 Mark zahnärztliche Instrumente, die alle oas Zeichen.A. B. mit Schornstein" tragen. Bei der Nordisk Transport- und Spedition«» gesellschast in der Gartenstr. 33 erbeuteten sie für 100 000 M. Glühbirnen und einen Motor mit einem gebrochenen Fuß. Die Glühbirnen, Marke„Osram" waren in 31 Kisten verpackt. In der Kopenbagcner Str. 35 erbeuteten sie in einer Korsett f. ifuik für 30 000 M. Korsetts, bei einem Kolon ialwarenhänbler am Rüdes» heimer Platz für 50 000 M. Mehle. Gänsebrüste usw.. bei der Firma Kneip in der Wühelmstr. 33, wo sie durch die Decke gingen, für 10000 M. Stoffe, in der Likörstube von Manmpe in der Friedrich- straße für 15 000 M. Liköre bei Karl Barth, Merandrinenstraße, für 12 000 M. Häute und Felle, bei Derncr in der Hauptstr. 131 zu Schöneberg für 10 000 M Zigarren und Zigaretten, in dein Waren- haus von Hugo Deutschland in der Turliistraße. wo sie ein Schau- senster zertrümmerten, für 20000 M. Wollwarcn, bei dem Optiker Zeitz in der Hohonsiaufenstr. 67 für 25 000 M. photographische Apparate. Auch hie Wohnungseinbrecher machten an verschiede- nen Stellen reiche Beute, so bei der Frau Baron in der Augs- burger Str. 59 für 100 000 M. Silbersachen, bei dem Kaufmann Riegusch in der Potsdamer Str. 89 für 25 000 M. Teppiche und Kleidungsstücke, bei einem Kaufmann am Kurfürstendamm 111 für 50 000 M und bei einem Kaufmann in der Lebuser Str. 15 für 13 000 M. Kleidungsstücke, Wäsche usw.— Sckiwer bostoblen wurde auch der Konditor Rommel in der Berlinickestr. 7 zu Steglitz. Dort stahlen Einbrecher dem Wohnimgsinhaber und seinen Logiergästen für 130 000 M. Kleidungsstücke nnb dergleichen mehr. Die falschen Dienstmädchen. bisher eine Spezialität der Großstadt, gehen jetzt auch auf die Dörfer. So machte der Landwirt Strache in Grube bei Neutrebbin mit einer solchen Großstadtperle eine recht trübe Erfahrung. Strache mietete vor einigen Tagen ein Mädchen für seinen Haushalt. Bald nach dem Dienstantritt verschwand die.Neue" wieder unid nahm eine Kassette mit 35 000 Mark heimlich mit. DieRver- liner Kriminalpolizei stellte die Diebin als eine 23 Jähre alte Hedwig Preuß fest, die gewerbsmäßig Diebstähle dieser Art be- treibt. Die Flüchtige konnte noch nicht ermittelt werdet. , Vor dem Wuchergericht. Ort der Handlung das Wuchergerichl Moabit. An den Wän- den der Korridore Plakate„Kinder in Not" und./Schützt uns gegen Lcbenemittelwucher". Im Cerichtsiaal auf der Anklagebank ein falbes Dutzend wohlgenährte Landwirte aus den Orkschasien Groß- und Klein-Zieihcn. Auf Anzeige der Revisoren des Kriegswirt- scherst Sbezirk Britz waren diese Herren angeklagt, im Juli 1920 Frühkartoffeln trotz des Höchstpreises für Erzeuger von 35 Pf. pro Pfrmd zum Preise von 80 Pf. bis l' Mk. verkauft zu haben. Der größte Teil gilbt das zu und entschuldigt sich damit, alle Landwirte hätten das gleiepe getan. Eine Zeugin, Krieger- Witwe, Mutter zweier lungenkranker Kinder, der man Not und Entbehrungen vom Gesicht abliest, gibt an, das Pfund mit l M. begahtl zu haben. Der Landwirt ermahnte, daß, falls sie ange- troffen und befrag! werde, angeben solle, sie habe nur 50 Ps. für das Pfund Kartoffeln bezahlt. Diese Stütze des Vaterlandes Halle die Frau soweit ausgeplündert, daß sie sich das Getd zur Rückfahrt von fremden Leuten evbitten mußte. Der Staatsanwalt sach Preis» treiberei und Wucher nicht für erwiesen und ließ die Ankiage fallen. Lediglich wegen Verstoß gegen eine Verordnung ouS dem Jahre>918 beantragte derselbe eine Geldstrafe von 100 M. Ge- richlSbeschluß 30— 50 M. Geldstrafen. Bei dieser Svruchpraxis lachen sich Landwirte in» Fäustchen. Bei einem Fahrst, ihlunglück tödlich verletzt wurde heute früh auf dem Grundstück Hobrcchtstr. 55 in Neukölln der Fahrstuhlführer Biuner. Gepfeffert sind die Preise nicht nur Schkcmmerkoka'en, son- dcrn auch an den Büffets der Slaatsoper. Ein Besucher klagt, daß er für eine einzige Schrippe, deren beide Hälften mit Schinken und Zunge mäßig belegt und nicht mit Butter oder Margarine bestrichen waren, 8 Mark zahlen mußte. Sachverständige mögen beurteilen, wie sich der Selbstkostenpreis stellt. Welches Pachtgeld nimmt denn die Staatstheaterverwaltung für die Büffels? Für die AngehSrigen der Olefängnisinfassen. Der RechtSlschutz- verband der Vorbestraften erläßt eine Wcihiiachlsbille für die An- gehörigen der in Gefängnissen sitzenden Faiiiilicnväter. In der an die Oefsentlichleit gerichletcn Bitte heißt eS: Die große Arbeiis- losigkeit, welche zurzeit in Berlin herrscht, Hai so manchen Valer wegen seiner Notlage, in der er sich befand, den Weg ins Gefäna- nis wandern lassen. Diese Armen haben zum größten Teil Weib und Kindern das Notwendigste, was sie zum Leben gebrauchen, auf den Tiich setzen wollen Nun müssen sie für ihre Rechtsver- letzungen büßen! Frau und Kinder dürfen sich der Weihnachtszeit nicht erfreuen! Alle diejenigen, welche ein Herz auch für diese unglücklichen Frauen und Kinder hahen. welche am heiligen Weih- «achksabeäd de« Man«»nd Vater sin Gefängnis wissen, zu helfe« und durch reichliche Gaben unS zu unterstützen, werden gebeten, sofort auf unser Postscheckkonto 98 593, Rechtsschutzverband der Vorbestraften Deutschlands, Berkin, Bärwaldstr. 14 1, eine Gabe zu übersenden, oder direkt an unser Sekretariat, Berlin. Bärwasd- straße 44 I, Telephon(Moritzplatz 7443). Der Verband der Lungen- und Tuberkulosekranken hatte für die Heilstätte Bcelitz auf Wunsch von Patienten eine Ver- s a m m l u n g einberufen. Die Hergabe des Speisesaals der An- stalt wurde vom ärztlichen. Direktor verweigert, so daß die Ver- sammlung in dem Saal einer Gastwirtschast tagen mußte. Dr. Moses hielt einen Vortrag über„Massensterben im Proleiariat und Bekämpfung der Tuberkulose" und legte die Forderungen des Verbandes dar.(lieber beides ist im„Vorwärts" aus den früheren Versammlungen wiederholt berichtet worden.) In der Diskussion gaben die Paticntenräte zustimmende Erklärungen ab. Das Er- gebnis der Versammlung war eine beträchtliche Zahl von Beitritten. An alle Heil st ätten im Deutschen Reich richtet der Verband die Mahnung zum Anschluß. Er weist darauf bin, daß eine gleiche Bewegung zur Selbschi'kfe der Lungenkranken sich auch m Oesterreich anbahnt. FlugbefSrderimg von GeschäftSpapioren und Warenproben. Vom 15. Dezember an sind auch gewöhnliche und eingeschriebene Gesifäftspapiere, Warenproben und Mischsendungen(zusammen- gepackte Drucksachen, GeschäflKpapiere und Warenproben) im In- lands- und Aitslandsveriehr zur Versendung mit der Flugpost zu- gelassen Flugzuschkäge werden in gleicher Höhe wie-bei Druck- fachen erhoben. Die freie Turnerschaft Wilmersdorf veranstaltet am Freitag, den 17. d. M., 6� Uhr, in der Hindcnbiirg-Oberrealschule einen VmksunteichaltungSabend mit turnerischen und sportlichen Vorfüh- rungen. Konzert des Vereinsmusikkorps zum Besten der Weih- nadbisbescherung ihrer Kinderabteilung, besonders der Kriegerwaisen. Die Parteigenossen werden gebeten, diese Veranstaltung zu unterstützen. Freie Tnrnrrkck'aft SckiSneberg-Berlin(Mitgl. d. A.-T.- u.Zv-B.). Sonntag 10 Uhr oo>m. Jiigendni�cfuisifitainn bei Stübm.— Bezirk Schöneber a. Sonnabend: Wech'ncHsscie: der Lebrlmq« bei Ko'chenz. Sonntag: Weibnachlsjeler der Kinder Turnhalle Räthcrvr.— Bezirk Süden. Sonntag: Wethnnchtsleier bei Rabe, Ficfiteltr 29.— Bezirk Norden. Sonntag:»eRnorfitsfcier der Jugendlichen und Kinder 6'/, Uhr abends Schulaula Schinflietzer Str. 8. Groß-Serliner parteinachrichten. Morgen. 17. Dezember: Kreis Berlin-Milte. 7 Ubr Kleisvertreter-Versammknng im Bürger- beim. Alte Schönbauler Str. 23/21. Tagesordnung: Bortrag des Keiiosic» Kuttiier, Aulstellung der Landtanskand dgtent Beischiedenes.— Die Be- ztrlsnerordneten wollen ebenialls erscheinen. KrciS Tiergarten. Alle sangesfreudiqen Partesgenossen werden zu einer Belprechnng am Sonnabend, i8. Dezember, abends 7 Uhr, nach dem Lotal von Müller, Biikenstr. 33, eingeladen. Wablkrots Wcddiug. 7 Uhr: Erweiteite Borslandsfitzung bei Kerfin, Panknr. 60. Stellungnahme zur Besetzung des Bezirksamts. Alle Ab- icilungtn müssen vertreten lein. Wilmersdorf. 71. Abt. 7'/, Uhr: Mitgliederversammlung mit Kästen bei Robr. ütadlvaik, Kailerallee 51/52. Tagesordnung: Das Welt- rennen der politischen Parteien um die Gunst der Beamiemchast. stefercut Kenvsfe Dr. Fotb. Tasdorf. 7'/, Uhr Frauenversammlung bei Schütz, Berliner Str. 24. Res. Genossin Juchacz. » 15». Abt. Die Veibnachtsbelcbming findet am Eonnabend. de« 18.. abends S Ubr, bei Schulz, Sammiterftr. 88, statt. Wir bitten die Ge- nassen mit den Kindern vünllüch zu erfcheinen. Friedenau, 81. Abt. Tie B i b I i o I h e k bcsindei sich jetzt im Revaurani Kühn, tzackersir. 3. Bücherausgabe jeden Freilag nachm. von(5—8 Ubr. Britz. Der BildungSausichufi veranssaliri am Sonnlag. den 19. nackim. 5 Ubr, in der Auw der I. Gemeindeichuie eine Weiimcutusseier. Epuiitl I M. Kinder m Begleitung E» acksencr sind srei. Weihnachisgedichte, WeihnachlsmusU, Weihnachtsaussührungcn. Gewerkschaftsbewegung Gauvorstanüswahl üer öuchürucker. In der am Mittwoch ahgehaltenen Generalversammlung deS' Vereins Berliner Buchdrucker u-id Schr.staießer gab der Gauvor- sitzende M a s s i n i den Situationsbericht. Unter anderem verwies er darauf, daß von den 13 215 Mitgliedern gegenwärtig 4 2�0 arbeitslos sind, während sich die Zalh! bei der vorigen Gencrakvor- sammlung auf 965 belief. Verkürzt arbeiten 455 M tglieder. Auch in dieser Zahl zeigt sich ein w e s e n t l i che r R ü ck g a n g im letzten Viertel sahr. Der Gauvorsland bat beschlossen, den Avbeitslasen eine Weihnachtsbeihilfe von je 75 bzw. 100 M. zuzuwenden. Wegen der Einstellung von Arbeitslosen bat der Gauvorjtand mit den Ar- be. tgedern verhandelt und erreicht, daß unter der BorauSse'uing ausreichender Belieferung mit elektrischem Strom(worüber mit der zuständigen Stelle ein Ueberoinkammen erhell ist) Arbeitslose a.S Aushilfen bis zum 31. März beschäftigt werden sollen.— Die Versammlung stimmte einem Ankrage des GouvorstandeS zu, wonach den Fam.lien der in Düsseldorf streikenden Kollegen ein« Weihnachtsunterftiitzung von 10 000 M. aus der Gaukasse über- mitfeH werden wird.— Ferner wurde ein Antrag angenommen, der den Gauvorstemd beauftragt, ssch mit dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftstbund in Verbindung zu setzen, um eime Aktion zur Herabsetzung der Lebensmittelpreise und gegen den LuxuS in die Weg« zu leiten. Bei der Neuwahl des GauvorswndeS unternahm die auS Nn- adhänggen und Kommunisten bestehende Opposition einen Vorstoß gegen den bisherigen Vorstand. Die Opposition reichte zwei Listen ihrer Anhänger ein und verlangt« Urabstimmung die aber .mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Die m der Minderheit geibliebene Opposition machte großen Lärm und verließ unter Minuten langem Tumult den Saal. Die Wahl wurde nun nach den Bestimmungen des Statuts vorgenommen und der alte Gcnrvorstand mit den Vorsitzenden M a s s i n i und A l b r« ch t wiedergewählt. Die Gegenkandidaten erhielten nur die Siimmen der als Horchposten zurückgobl»ebenen OppositionSm.tglieder. Auch die übrigen Wahlen wurden ohne Widerspruch nach den Vorschläge« der Mehrheit vollzogen.__ Straßenbahnerstreik in Kassel. Wi« uns cineigenerDrahtberichtausKofsel meldet, sind dort die Straßenbohner wegen Lotznstreitisskeiten in den Ausstand getreten. Der Slraßenlkihnbetrieb ruht. Es sind Verhandlungen angebahnt worden, um den Konflikt bei- zulegen._ Vom Streik in der„Oiger". Der Kampf der Urnrntchmer gegen das Betriebs rätcgasetz nimmt immer scharfe».' Formen an. Das hat jetzt auch d.e Belegschaft der Optischen Anstalt „Oigec". Schönoberg, zu spüren bekommen. Ein Mitglied de» Betriebsrats hatte eine Kontrolle der Akkordzettel vor- genommen, in welcher der Unternehmer-eine schwere Schädigung der Produktion erblickte. Dies gab Herrn Direktor Meckbach Bercmlassung, die Entlassung des betreffenden Kollegen beim Sch l ich tu ngs au ssch utz zu beantragen. Der gefällte Schiedsspruch verenibrßte den Vorsitzenden, dem Vertreter der F.rinck zu empfehlen, von einer Entlassung abzusehen. Der Henrenstandpunkt der Firma ließ dies jedoch nicht zu. Kurzerband wurde der Kollege, welcher bereit» 7 Jahre bei der Firma beschäf- » tigt ist, am imchstvn Tag« enÄass«t. DaS Ersuchen der Kollegen um ein« Bctriebsversommluna innerhalb des Betriebes und weh- rend d.'r P?us«»mird« brüst abgelehnt. Durch dieses Ber- haken aufs höchste erregt, verliehen d.« Kollegon den Betrieb und beschlossen den von der Organisation gebilligten Abwehrstreik. in welchem sie sich bereits seit vier Wochen befinden. Nachdem alle Machinationen deS UntermchmerS an der Eleschlosseirheit der Ar- beiterschaft scheiterten, bedient man sich neuerdmgS der.T'.po". Täglich werden Ö— 10 Mann zum Schutz de» Kapitals herange» zogen. Die Arbeiterschaft wird ersucht, den Betrieb zu meiden und die Kollegen und Kolleginnen in dem schweren Kampfe um da» Be- rriebSräteyesctz zu unterstützen. GewerbegerichtSwahle«. Im niederschlesisSen Industrie- gebier fanden am Sonnrag an einigen Orlen die N»wählen der Beisitzer zum Gewerbegerilbt start. die sämtlich einen iür die freien Gewerkiwasien günstigen Ausgang nahmen. In Wal- denburg, Gleiwiy und KorheSberg gmgen dre Gegner vollständig leer aus. Im letzlen Ort harren sie von vorn- herein auf eine eigene Kandidarenlist« verzichret. Zevtralverband der Angestellten. BeNetdungS- und Tertillndu'irie und Hantel. Oblemeveriomminng ftreilog abend 7':, Uhr. Kusileisäle, Kaiser-Wilhelm»� tu bl.— Angenellle der N-uiöllner Nrotzbandelsgcscllsch. Allgemein« Versammlung Areitag abend 8 Uhr. Restaurant Gütig. ReuSlln. Donanitratze, Ecke schönitcdtlrr. lOs. Bund der«echniiciiru Angestellten»nd Vcamte«. Vertrauens. mäimerveriammlrmg im Nordischen Öof, Arwalidenilr. UJö. am»rettag. bta 17. Dezember, abends 7 Udr. verband der Gemeinde» und Traatsarbciter. Vrisverwalwng Berlin. Eernniag, den 19. Dezember, voim. 10 Udr. im Lokal uon Boeker, Weberslrage 17. Funklivnäroersamn-lung aller Funklionäre der Gcmcmde- belriebe. Erscheinen aller grmItwnSre Pflicht. Mtgliedsbuch und Ausweis legilimierr. keramw für den redakl. Teil Tr. iverner Veiler, Charlonenbarg! Zb. iÄldcke, Berlin. Verlag Vorlrärls-Verlag S». m o. H.. Berlin irörlS-Buchdruckecei n. Serlaasanball Paul Singer u. Ca. Bcrli.r LiNdeaM Z. iür Anseigen: Track Vor- ««-W G fg* mm g g 0 jf* jm U'!!i!!WM>IWM!I!!!iII»!WWMl!l!liMI'Mi!l>l!i!!l!ii!!!WW!i!D Für den Weihnadiisnfch|| ..______________________________—** t* r*»m t y-% 5 sl*****.- g nebenstehende Kleidung: m Ulster 85 M. u. 1275 M. Mäntel(ÄSÄ) 385 M.- 1985 M. Kleider 83 M.- 1250 M. Blusen 25 M.- 525 M. Rocke Kinder Kleidung i Samraetkleid= .. SP»- KSpar-Velvet in vergeh 28,50 M.— 525 M. 23 M.— 575 M, D Farben." wir»nderefarbigKro— Köper-\ )en. w Samtband 1 Beliebt Mädchen-Mantel| R in grtn, beltbraun, lupler. 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